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Reisebericht · namibia-forum.ch

Badger's Birding-Tours: Caprivi im Oktober 2022

von H.Badger · Selbstfahrer · 26 Teile

Über diesen Reisebericht

Wir reisen im Oktober 2022 zu viert für 13 Tage durch Namibias Nordosten und den Caprivi-Streifen – zu einer für uns ungewohnten Jahreszeit und mit dem erklärten Ziel, diesmal vor allem die Vogelwelt zu entdecken. Als Lodge-Hopper mit eigenem Mietwagen führt uns die Route vom Waterberg über den Okavango bei Rundu und Divundu weiter zu den Drotsky's Cabins im botswanischen Shakawe, an den Kwando bei Kongola und schließlich an den Sambesi bei Katima Mulilo.

Was den Bericht wirklich trägt, sind die Vögel: Fast jede Bootstour wird zur Privattour mit ortskundigem Guide, und die bringen uns wiederholt zu großen Brutkolonien der Karminspinte – am Okavango, am Kwando und am Sambesi jeweils ein Höhepunkt der Ausfahrt. An einem einzigen Tag in unserer Stammlodge gelingen uns vier verschiedene Eulenarten. Bei Drotsky's wird die dort brütende Bindenfischeule zum eigentlichen Ziel des Aufenthalts – wir finden sie gleich zweimal aus nächster Nähe, bei insgesamt drei Tieren auf dem Lodgegelände. Dazu kommen wiederholte Sichtungen des scheuen White-backed Night Herons, ein mühsam erspähter Schalowturako am Sambesi und eine Bootsausfahrt am Kwando, die uns mehrere sonst kaum sichtbare Sitatungas beschert. Am Ende stehen 130 fotografierte Vogelarten.

Dazwischen bleibt Zeit für Pools und Lodgehunde – und für unerwartete Säugetierbegegnungen: zwei junge Leoparden gleich am ersten vollen Tag, tagaktive Bushbabies aus nächster Nähe am Kwando und unsere ersten Löwen in einem Caprivi-Schutzgebiet.

Diese Zusammenfassung wurde automatisch erstellt und vom Autor freigegeben.

Teil 104. Dez. 2022

Prolog

„Wir müssten mal so langsam überlegen, wie wir die Herbstferien in diesem Jahr verbringen wollen.“

„Es gibt ja wieder Direktflüge nach Namibia… Und schau dir mal die Preise an! So günstig sind wir bisher nie nach Windhoek geflogen…“

„Wir hatten doch immer eine ganz wunderbare Zeit im Caprivi mit schönen Camps, Bootsfahrten, so vielen Vögeln… Wie wäre es mit einer ganz entspannten Tour in den Nordosten? Das wäre doch auch für die Kinder eine schöne Sache. Und habe ich schon die vielen großartigen Vögel erwähnt?“

„Für zwei Wochen ist das aber eindeutig zu viel Fahrerei – aber lass uns mal schauen, ob da mit Westair (aka FlyNamibia) etwas geht...“


Solche oder ähnliche Gesprächsfetzen waren bei uns im Frühjahr 2022 zu hören. Die Sehnsucht nach Namibia war bei Teilen der Familie groß, die Flugpreise dagegen recht klein. Und so entschieden wir kurzerhand mit etwas schlechtem Gewissen unseren Vorsatz der Langstreckenflugreduktion zu brechen und im Oktober nach Namibia zu reisen. 2019 waren wir das letzte Mal hier. Es sollte eine Tour auf vertrauten Pfaden zu für uns ungewohnter Jahreszeit sein.

Nach nun bereits einigen Safari-Aufenthalten im südlichen Afrika setzt unweigerlich die Reifung zum Birder ein. Und so freuten wir uns sehr auf die reiche Vogelwelt an Okavango, Kwando und Zambezi, die in unserem Herbst einige Vertreter bereithalten wird, die wir bisher noch nie gesehen haben – allen voran die wunderschönen Karminspinte.

Schnell waren die Flüge in Eigenregie gesichert: Eurowings Discover für den Langstrecken(nacht)flug nach Namibia und FlyNamibia für den Inlands-Rückflug von Katima Mulilo nach Windhoek.

Und auch die Auswahl der Unterkünfte (wir sind noch immer nicht unter die Camper gegangen…) stellte uns vor keine große Herausforderung, weil wir fast durchgehend bei für uns Bewährtem blieben. Einzige Zusatzvoraussetzung: Das Vorhandensein eines Pools, um auch den Nachwuchs bei der herrschenden Hitze bei Laune zu halten. Ach so: Farm- bzw. Lodgehunde jeglicher Größenordnung waren weitere höchst willkommene Reiseanreize für die (gar nicht mehr so) Kleinen. 😎

Wie seit einigen Namibia-Aufenthalten, so haben wir auch dieses Mal die Lodges über eine lokale Agentur unseres Vertrauens gebucht. Den Mietwagen ebenso: Wir feierten in diesem Jahr unsere Fortuner-Premiere und waren mit dem Gefährt rückblickend zwar etwas übermotorisiert unterwegs, aber abgesehen davon rundum gut versorgt.

Herausgekommen ist nach kurzem Überlegen die folgende Route:

- 2 Nächte Waterberg Guest Farm (auf der wir zum letzten Mal 2009 im Rahmen unserer Verlobungsreise übernachtet haben – lang ists her…)
- 1 Nacht Hakusembe River Lodge bei Rundu (ebenfalls 2009 zum letzten Mal besucht und seitdem wohl gewachsen…)
- 4 Nächte Ndhovu Safari Lodge bei Divundu (unser bislang dritter Aufenthalt hier und hoffentlich nicht der letzte – dieses Mal aber garniert mit einem sehr schönen Treffen der Sphinxe)
- 2 Nächte Drotsky’s Cabins bei Shakawe/Botswana (hier waren wir noch nie und hatten große Birding-Erwartungen…)
- 2 Nächte Mukolo Camp bei Kongola (unser zweiter Besuch dieses entspannten Camps nach 2019)
- 1 Nacht Zambezi Mubala Lodge bei Katima Mulilo (die zweite Unterkunfts-Premiere!)

Die Verweildauer im eigenen Auto sollte also insgesamt überschaubar bleiben. Das war uns auch mit Blick auf die Kinder wichtig, deren Gamedrive- und Transferfahrten-Euphorie sich immer mehr in Grenzen hält. 😗 Und so haben wir uns gemeinsam im Vorfeld vorgenommen, viel Zeit in den Lodges/Camps (und an den Pools…) zu verbringen, gemeinsam auf Boote zu steigen, geführte Gamedrives im offenen Fahrzeug zu machen und die trockene Hitze des namibischen Oktobers bei guten Speisen und Getränken zu genießen. Es sollte eine richtig entspannte Familien-Tour werden und das hat die meiste Zeit über auch ganz gut funktioniert. 😎

Wie der Titel des Berichts bereits verrät, stand sichtungs- und fototechnisch dieses Mal die Vogelwelt der Region in mehr als für uns gewohntem Maße im Fokus. Nach schönen heimischen Vogelbeobachtungen mit wachsender Ambition und unserer wunderbaren Sommerreise nach Costa Rica waren wir hier so richtig auf den Geschmack gekommen und wurden nicht enttäuscht. Aber auch ein paar Tiere mit Fell und vier Beinen sind uns als Beifang ins fotografische Netz gegangen. Teilweise hatten wir dabei wirklich schöne und intensive Begegnungen, mit denen wir bei der Planung der Reise überhaupt nicht gerechnet hatten. 🙂

Wenn ihr also nach dieser Vorrede Lust habt, uns in die vielbereiste und vielen von euch wohlbekannte Gegend des Caprivi-Streifens als Lodge-Hopper zu begleiten und euch zahlreiche Fotos von Vögeln nicht abschrecken, sondern vielmehr euer Interesse wecken, dann seid ihr herzlich willkommen zu unserem kleinen Birding-One-Way-Trip durch Namibias Nordosten - Hunga Tonga-Hunga Haʻapai-Phänomen inklusive. 😉

Es freuen sich auf eure Mitreise und Kommentare
die vier Honigdachse

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Teil 209. Dez. 2022

So - jetzt kann es endlich losgehen... 😗

Kapitel 1: Willkommen zurück!

Unser erster Flug ab Frankfurt mit Eurowings Discover verläuft planmäßig und unspektakulär – genau so, wie wir es mögen. Da wir nie lange im Vorfeld Sitzplätze reservieren, sind wir entspannt, als sich herausstellt, dass anscheinend mit einem anderen Muster geflogen wird und langfristige Reservierungen damit ins Wanken geraten. Am Gate spielen sich daher kurz kleine Dramen ab, als klar wird, dass Menschen statt des erwarteten Fensterplatzes in einer Mittelreihe untergebracht werden sollen: „Ich sitz‘ nicht in der Mitte. Da bleib ich lieber gleich daheim!“
Für uns ist das Fliegen ein nötiges Übel, um von A nach B zu kommen und wir erwarten nicht mehr als einen sicheren Transfer. Und den bekommen wir augenscheinlich. Gut ist aber, im Vorfeld hier im Forum gelesen zu haben, dass in der Economy Class weder Kopfhörer noch Decken im Flugpreis inkludiert sind und wir beides daher aus heimischen Beständen mitbringen konnten. So müssen wir uns nicht über die für diese „Extras“ aufgerufenen Preise ärgern… 😏

Pünktlich hebt der Flieger ab, pünktlich landet er am nächsten Morgen in Windhoek. Beim Ausstieg auf dem Rollfeld empfängt uns das helle Licht eines sonnigen Tagesbeginns in Namibia. Eine Menge Endorphine werden in diesem Moment ausgeschüttet. Wir sind zurück. 😁

Die Einreise verläuft erstaunlich schnell und wir geraten an eine Beamtin, die uns mit einem Lächeln begrüßt und sich sichtlich freut, als sie in den Sichtvermerken der Kinderreisepässe sieht, dass die Kleinen bereits häufiger vor Ort waren. Man scherzt und tauscht einige Höflichkeiten aus. Das ist ein schönes Kontrastprogramm zu dem traditionellen Grummelempfang vergangener Jahre. 😉

In der Empfangshalle erwartet uns bereits der Fahrer von Desert Car Hire mit einem großen Pappschild in den Händen. Wir müssen aber leider noch auf weitere Kunden warten, die irgendwo hinter uns in der Einreiseschlange gestanden haben und so haben wir Zeit für ATM und einen kleinen Snack.
Nach einiger Wartezeit werden wir schließlich mit dem Kleinbus nach Windhoek gefahren und genießen die Blicke über die sonnenbeschienene und äußerst trockene Landschaft. Vor dem Office von Desert Car Hire, das im Südosten Windhoeks liegt, lernen wir unseren Toyota Fortuner kennen und erhalten eine strukturierte und schnelle Einweisung in die Funktionen des Fahrzeugs. Überhaupt ist der Service hier sehr freundlich und kompetent. Dass der Wagen in einem Topzustand ist und ganz neue Reifen hat, rundet den positiven Gesamteindruck ab.

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Gegen Mittag sind wir abfahrbereit und nutzen einen nahen Tankstellenshop, um uns mit dem Nötigsten zu versorgen: Diverse Snacks und Getränke landen im Kofferraum. Anders als gewohnt, haben wir überall Frühstück und Abendessen gebucht und müssen daher nur wenig einkaufen. Auch mal schön.
Schnell sind wir auf dem Western Bypass, der im Norden der Stadt zur B1 wird. Seit Jahren kennen wir die Straße nur als Großbaustelle. Damit ist es nun wohl vorbei und wir kommen bei wenig Verkehr schnell voran. Ziel: Die Waterberg Guest Farm in ca. 260 km Entfernung – eine Etappe, die sich für uns am Anreisetag als wirklich gut machbar herausstellt.
In Okahandja machen wir eine kurze Pause und lassen den in der Hitze flirrenden Holzschnitzermarkt dabei einmal mehr links liegen.
Und immer weiter geht es auf gutem Teer gen Norden, bis wir schließlich auf die C22 abbiegen und sich schöne Blicke auf den Waterberg eröffnen. Wir freuen uns darauf, hier ein wenig Zeit verbringen zu können.

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Noch einige Kilometer müssen wir hinter uns bringen, dann erreichen wir das Tor zur Waterberg Guest Farm, die am Fuße des kleinen Waterbergs liegt. Jetzt sind wir gespannt: Vor dreizehn Jahren waren wir zum letzten Mal hier. Was wird sich verändert haben? Wird es uns genauso gut gefallen, wie bei unserem ersten Besuch?

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Die kurze Auffahrt zur Rezeption ist schnell absolviert. Dort werden wir freundlich und sehr professionell empfangen – man merkt, dass hier langjährige Erfahrung im Gästebetrieb vorliegt. Leider wird uns mitgeteilt, dass das Familien-Bush-Chalet bereits vergeben ist. Das finden wir sehr schade, denn es waren vor allem die schönen Chalets mit wunderbarem Ausblick auf den Waterberg, die uns in so guter Erinnerung geblieben sind und unsere Rückkehr motiviert haben. Stattdessen zeigt man uns eine Familieneinheit im Haupthaus – ganz nah an Speisesaal und Pool und leider ohne den schönen Blick aus dem Fenster in die Weite. Jetzt sind wir erstmal enttäuscht und fragen vorsichtig, ob es eventuell noch eine Alternative zu diesem Zimmer geben könnte. Unsere Frage wird zu unserer Freude bejaht: Die Villa sei noch frei und wir könnten sie uns gern ansehen. Als wir nach den Mehrkosten fragen – es ist ja schließlich eine „Villa“ – wird mit einem Lächeln erwidert, dass das Upgrade für uns kostenlos sei.
Die Villa erweist sich als ein stattliches Haus, das abseits des regulären Gästebetriebs auf dem Teilbereich der Farm liegt, den auch die Besitzerfamilie bewohnt. Von der Terrasse aus hat man einen schönen Blick über die Farm und auf den großen Waterberg. Fast so schön wie der, den wir damals aus dem Bush-Chalet hatten.

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Betritt man die Villa durch die gläserne Schiebetür, so steht man in einem großzügigen Wohn-Essbereich mit voll ausgestatteter Küche, von dem zwei Schlafzimmer und ein Arbeitszimmer/Bibliothek abgehen. Hier haben wir richtig viel Platz. Alles ist nett eingerichtet und sehr gut gepflegt. Wir können uns gut vorstellen, die nächsten zwei Nächte zu verbringen. Die anfängliche Enttäuschung ist verflogen.

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Wir spazieren, nachdem wir uns eingerichtet haben und geklärt ist, wer in welchem Zimmer schlafen wird, über das Gelände und machen alsbald Bekanntschaft mit den Rhodesian Ridgebacks, die hier seit Jahr und Tag gehalten werden. Die braunen Riesenhunde sind beinahe auf Schulterhöhe mit unserer Kleinen und strotzen nur so vor Kraft und Energie, so dass man großen Respekt hat, wenn drei Exemplare im gestreckten Galopp auf einen zuhalten… Trotzdem schließen unsere Töchter die Tiere schnell in ihre Herzen. Und auch eine müde Farmkatze bekommt ihre Streicheleinheiten und lässt es geschehen. 😎

Vor dem Speisesaal finden sich ein kleiner Pool und eine Feuerstelle, um die man sich zum Sundowner versammelt. Alles ist noch genau so, wie wir es aus dem Jahr 2009 in Erinnerung haben. Schön! Und ein kleiner Spaziergang zu den Bush-Chalets zeigt, dass auch hier alles im besten Sinne beim Alten geblieben ist.

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Die Kinder genießen in der Hitze des Tages – es herrschen etwa 40 Grad – die Abkühlung im kleinen Pool. Wir saugen dabei den schönen Ausblick auf den Waterberg in uns auf und können bereits auch erste Vögel beobachten.

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Pririt Batis – Priritschnäpper

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Familiar Chat - Rostschwanzschmätzer (Jungvogel)

Etwas abseits liegt eine bei Dunkelheit beleuchtete Wasserstelle. Auch diese gab es bereits bei unserem ersten Besuch und wir freuen uns darüber, hier unser erstes (und einziges) Dikdik der Reise zu entdecken.

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Zum Sonnenuntergang setzen wir uns ums Lagerfeuer und genießen Appletizer, Savanna Dry und Co. Solche Momente sind es, die einen Aufenthalt in Namibia so besonders machen. Die trockene Luft strömt einen staubig-würzigen Duft aus, das Licht wird von Minute zu Minute wärmer, bis das Lagerfeuer zur einzigen Lichtquelle wird und das Konzert der Zikaden einsetzt. Einfach schön. 🙂

Das Abendessen wird nach Sonnenuntergang gästefarmtypisch gemeinsam an einer großen Tafel eingenommen und ist von guter Qualität. Natürlich wird Wildfleisch von der Farm angeboten. Gerade an einem ersten Abend in Namibia ist das für uns immer wieder etwas ganz Besonderes. Wir haben nette Gespräche mit anderen Gästen und lauschen interessiert ihren Reiseerlebnissen von Orten, die wir kennen und lieben. Leider sind heute und auch am nächsten Tag die Gastgeber nicht anwesend. Das ist etwas schade, denn die Gespräche mit Harry und Sonja hatten wir in guter Erinnerung und der direkte Kontakt mit der Farmerfamilie macht für uns einen wichtigen Teil des Charmes eines Gästefarmbesuchs aus.

Satt vom guten Essen und müde von der Anreise gehen wir bald in unsere Betten und sind einfach glücklich, wieder hier zu sein.

Am nächsten Tag geht es weiter
- mit einem ruhigen Morgen auf dem Farmgelände – Gamedrive-Druck wird es schließlich noch früh genug geben...
- mit einem geführten Ausflug zum Cheetah Conservation Fund am Nachmittag. Dort waren wir nämlich trotz bereits einiger Aufenthalte in Namibia noch nie.
- und mit einer höchst unerwarteten Begegnung. 😎

Teil 312. Dez. 2022

Kapitel 2: Zweierlei Geflecktes

Wie so oft, wenn wir unterwegs sind, werde ich auch heute vor dem Rest der Familie wach und schleiche mich mit der Kamera bewaffnet zu Sonnenaufgang aus unserem Häuschen.
Mein erster Weg führt mich zur Wasserstelle am Haupthaus, die ich verwaist vorfinde. Am Pool steht dagegen ein kapitaler Zebu-Bulle, der von meiner Anwesenheit fast ebenso überrascht ist wie ich von seiner.

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Ich nutze die frühmorgendliche Einsamkeit, um die Bäume und Sträucher nach interessantem Federvieh abzusuchen. Einige Exemplare lassen sich dann auch trotz dichten Wirrwarrs des Geästs und standhafter Weigerung, mehr als einen Sekundenbruchteil stillzuhalten, fotografisch einfangen.

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Crimson-breasted shrike - Rotbauchwürger

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Great Rufous Sparrow – Rotbrauner Sperling


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Amethyst Sunbird (f) - Amethystglanzköpfchen


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Red-eyed Bulbul - Maskenbülbül


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Red-billed Quelea -Blutschnabelweber


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African masked weaver – Maskenweber

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Pririt Batis - Priritschnäpper

Bald kommen einige der Ridgebacks dazu und vorbei ist es mit meiner Ruhe. Gern hätte ich eine scheue Elephant Shrew fotografiert – das lassen die Hunde aber leider nicht zu… 😵

Während ich so über das Gelände streiche, begegne ich irgendwann auch unserem Gastgeber, den wir am Vortag noch gar nicht zu Gesicht bekommen haben. Freundlich wie ich bin, bilde ich mir ein, dass er mir zugenickt hat. Das wird er bestimmt auch getan haben… Vielleicht hat er mich aber auch einfach komplett ignoriert. Jedenfalls lässt mich die Situation etwas irritiert zurück. 🤨

Als ich zurück zu unserem Haus gehe, verfolgen mich die Hunde mal wieder auf Schritt und Tritt. Unsere Villa liegt auf einem durch einen Zaun abgetrennten Areal, das man durch eine Pforte, die laut Beschilderung stets geschlossen bleiben soll, betreten werden kann. Selbstredend schlüpfen die Hunde mit mir durch die Öffnung. Wer sollte diese Riesenviecher auch daran hindern? Ich jedenfalls nicht… 😛 Dies wird jedoch späterhin zu einer Begegnung mit der Seniorchefin führen, die mich zur Rede stellen und mir vorwerfen wird, dass ich durch meine Unachtsamkeit zwei Rüden in Kontakt gebracht hätte, die einander nicht tolerieren würden. Mir war natürlich nicht bekannt, dass es hier zwei Ridgeback-Rüden gibt, die getrennt gehalten werden und so weise ich darauf hin, dass am Zaun keine „Wir müssen leider draußen bleiben“-Information zu finden war und ich nur die grummelige Replik erhalte, was sie denn sonst noch alles ausschildern sollten… 🙄

Ich versuche mich von diesen Eindrücken zu befreien und die Vorzüge der Gästefarm gemeinsam mit der Familie zu genießen. Die Ausblicke sind wunderbar, das übrige Personal ist sehr freundlich und das Frühstück, das wir bald gemeinsam einnehmen, ist landestypisch lecker.
Die Morgenstunden verbringen wir gemeinsam und mehr oder weniger faulenzend auf dem Farmgelände. Einen Aufstieg zum kleinen Waterberg beginnen wir kurz, brechen ihn aber wegen der bereits am frühen Tag großen Hitze und des generellen Mangels an Schatten schnell wieder ab.

Für den Nachmittag haben wir eine Farmrundfahrt mit Besuch des Cheetah Conservation Funds gebucht, die sich zu unserer Freude als Privattour herausstellt.
Gemeinsam mit einem Fahrer und einer jungen Führerin besteigen wir einen offenen Landcruiser, der uns über das riesige Farmgelände gen Norden zum Nachbargrundstück des CCF kutschieren wird. Die Fahrt dauert eine gute Dreiviertelstunde und führt uns durch dichten Busch und an mehreren Wasserstellen für die Rinder vorbei. Da die Hitze des Tages enorm ist und wir auch recht schnell unterwegs sind, ist die Hinfahrt kein lohnenswerter Gamedrive. Trotzdem ist es schön, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und die Blicke in die vorbeiziehende Landschaft und auf das Massiv des Waterbergs zu genießen.

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Farmerhumor

Leider wird unserer Kleinen kurz vor Erreichen des CCF übel und sie muss sich letztendlich übergeben… 🤢 Dies wird einen Schatten auf den weiteren Tag werfen, da sie in Folge ziemlich schlapp bleiben wird und wir Sorge haben, sie zur ausreichenden Aufnahme von Flüssigkeit zu bewegen… 😵

Durch diesen Zwischenfall kommen wir etwas verspätet an den Gehegen der Geparde auf dem Gelände des CCF an und verpassen eine einführende Erläuterung der Stiftung. Zum Glück können wir jedoch noch die „Botschafter“-Geparde bei ihrem Mittagsmahl beobachten.

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Im Anschluss an die Fütterung besteigen wir ein Gamedrive-Fahrzeug des CCF und werden in ein recht weitläufiges Gehege gefahren, in dem drei Gepardendamen, die nicht wieder ausgewildert werden können, ein neues Zuhause gefunden haben. Lange dauert es nicht, bis wir sie nacheinander aufgespürt haben. Alle drei Katzen liegen im Schatten verschiedener Bäume und verdösen die Tageshitze. Wer will es ihnen verübeln. 😉 Wir halten jeweils ganz nah an den Tieren und erhalten Informationen über ihre Schicksale und die Arbeit des CCF.

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Überhaupt sind die Erzählungen des CCF-Guides das Interessanteste an der Tour, die vom fotografischen Standpunkt aus gesehen wegen der Zäune und der ungünstigen Perspektiven von schräg oben nicht so viel bietet. Wir erfahren viel über seine Perspektive bezüglich des Spannungsfelds, in dem sich Naturschützer, staatliche Akteure, Großgrundbesitzer und Kleinbauern in Bezug auf den nachhaltigen Umgang mit Natur und Tierwelt befinden. Einiges davon holt uns aus der bequemen Safari-Ferienblase heraus und lässt uns nachdenklich werden. Das ist sehr wertvoll.

Nachdem wir im Café des CCF noch eine Stärkung einnehmen konnten und unsere Kleine zum Glück wenigstens etwas Eis aus lokaler Ziegenmilchherstellung, das tatsächlich sehr lecker ist, gekostet hat, machen wir uns auf den Rückweg zur Gästefarm.
Dieser wird uns über die „kleine Serengeti“ führen – eine Offenlandschaft am Fuße des Waterbergs.

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Bereits auf dem Weg dorthin begegnen uns eine Riesentrappe

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und – welch Überraschung! – ein junger Leopard, der neben der Pad im Schatten eines Termitenhügels den Tag verdöst. Mit dieser Sichtung hätten wir hier im Leben nicht gerechnet: Unser erster Leopard auf Farmland! Einige Minuten lässt er sich unsere Beobachtung gefallen, dann zieht er sich ins hohe Gras zurück. Und wir sind glücklich.

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Die Rundfahrt führt uns bald über schöne Grasebenen, die von kleineren Buschgruppen strukturiert werden. Im Hintergrund stets das Waterbergplateau. Im Licht des späten Nachmittags ist das eine sehr schöne Szenerie.

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Noch schöner wird es dadurch, dass wir hier recht viel Wild beobachten können. Giraffen lassen sich nah des Weges sehen und auch Steinböckchen haben recht wenig Scheu.

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white-browed sparrow-weaver – Mahaliweber

Andere Hornträger aber – seien es Oryx, Eland oder Springbock – sind äußerst auf Abstand bedacht und verhalten sich anders als in Etosha und Co. Wir erklären uns dies auch damit, dass auf dem Farmland gejagt wird.

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Einem Schakal kommen wir da schon wesentlich näher.

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Und als wir schließlich den Rückweg zur Farm antreten und an dem „Leoparden-Termitenhügel“ vorbeikommen, trauen wir unseren Augen kaum. Der junge Leopard ist wieder da und er hat noch ein etwas kleineres Geschwisterchen mitgebracht. 🤩 Beide Katzen liegen entspannt im hohen Gras und wir beobachten uns wechselseitig höchst interessiert, bis das Licht des Tages schwindet und wir uns beeilen müssen, zurück zur Unterkunft zu kommen.

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Wegen dieser wunderbaren Begegnung findet die Rückfahrt fast durchweg in der Dunkelheit statt. Ab und an rennt ein Oryx im Scheinwerferlicht über die Pad, mehr passiert nicht mehr.

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Zurück auf der Farm werden wird bereits von den anderen Gästen sehnsüchtig erwartet, denn das Abendessen wird erst eröffnet, wenn alle Mitessenden anwesend sind…
Wieder ist alles sehr lecker und die Gespräche am Tisch sind nett. Leider mag unsere Kleine noch immer nicht so richtig essen… 😵

Abgesehen davon sind wir mit unserem ersten vollen Tag dieser Reise sehr glücklich: So eine Leopardensichtung ganz zu Beginn hat eine überraschend entspannende Wirkung auf den subjektiven Sichtungsdruck. 😎

Am nächsten Tag geht es weiter
- mit einem ungeplanten Stopp in Otjiwarongo,
- vielen Kilometern auf Teerstraßen
- und einem schönen Tagesausklang am Okavango.

Teil 418. Dez. 2022

3. Kapitel: Der Okavango ruft – und muss noch etwas warten…

Der neue Tag beginnt einmal mehr im Zwielicht der langsam aufgehenden Sonne. Finde ich es zuhause oft anstrengend, derart früh aus den Federn zu kommen, fällt mir das in Afrika zu keinem Zeitpunkt schwer.
Ein früher Vogelpirschgang lockt und ich freue mich darauf, auf dem Farmgelände noch ein paar weitere Entdeckungen unserer Sammlung hinzuzufügen.
Mein erster Weg führt mich also wieder zur Wasserstelle, von der sich bei meinem Auftauchen eine große Pavianrotte in Windeseile zurückzieht und bald Ruhe einkehrt. Beim Herumstromern kann ich wieder eine ganze Zahl verschiedener Vogelarten entdecken – sie auf ein Foto zu bannen, ist dabei jedoch eine ganz andere Geschichte. Immerhin finden sich am Ende des Spaziergangs diese gefiederten Freunde mehr oder weniger vorzeigbar auf der Speicherkarte wieder:

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Pririt Batis

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Black-throated Canary

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Amethyst Sunbird (f) – Amethystglanzköpfchen (?)

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Chestnut-vented Warbler

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Violet-eared Waxbill

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Southern Grey-headed Sparrow

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Green-winged Pytilia

Als wir nach diesem Morgenspaziergang gemeinsam zum Frühstücken gehen, ist unsere kleine Tochter noch immer recht schlapp und vor allem nahrungsaufnahmeresistent. Daher beschließen wir, einen Zwischenstopp in Otjiwarongo einzulegen, um dort einen Arzt aufzusuchen. Da es auch meiner Frau nicht so gut geht, lohnt sich dieser Halt umso mehr… 😵

Nach einer kurzen Recherche im Netz beschließen wir zur Mediclinic zu fahren. Dort werden wir freundlich empfangen und es wird uns mitgeteilt, dass wir hier am falschen Ort seien und die Praxis eines niedergelassenen Arztes aufsuchen müssten. Zum Glück sind die Wege in Otjiwarongo nicht weit und so erreichen wir schnell die Praxis von Dr. Pretorius, die uns der Klinik empfohlen wurde.
Auch hier ist der Empfang überaus nett und nach den üblichen Formalitäten, die zu erledigen sind, wenn man als Ausländer medizinische Versorgung in Anspruch nehmen will, müssen wir nur eine kurze Weile im Wartezimmer ausharren, bis die erste unserer zwei Patientinnen aufgerufen wird.
Dr. Pretorius entpuppt sich als sehr netter und gründlicher Arzt. Zum Glück sei mit unserer Kleinen alles in Ordnung – sie müsse aber unbedingt wieder genug Nährstoffe zu sich nehmen. Daher verspricht sie dem Arzt in die Hand, in den nächsten Tagen auf jeden Fall jeweils mindestens ein Eis zu essen. Welch schöne Therapie! 😎
Meine Frau ist als nächste dran und muss im Anschluss an die Untersuchung noch zu einem Bluttest in ein nahegelegenes Labor. Alles ist hier wie dort bestens organisiert und so werden zügig Proben entnommen, während die Kinder und ich an einer Tankstelle die erste Medikation in Eisform heranschaffen. 🙂

Während der Besuche in der Mediclinic, bei Dr. Pretorius und im Labor gehen einige Stunden ins Land und so starten wir erst am Mittag in Richtung Rundu. Immerhin ca. 480 Kilometer müssen wir hinter uns bringen und werden dafür auf der B1/B8 bis zum späten Nachmittag brauchen.

Die Fahrt ist B1/B8-typisch nicht spektakulär, aber immerhin kommen wir zügig voran.

Etwas außerhalb Rundus liegt die Hakusembe River Lodge direkt am Ufer des Okavango. Auch hier waren wir im Jahr 2009 zum ersten und bisher letzten Mal. Und seitdem ist die Lodge deutlich gewachsen. Wir erinnern uns an eine Wiese mit einer Handvoll darauf verstreuter Hütten und an ein kleines Restaurantgebäude. 2022 gibt es die Wiese mit den Hütten noch immer. Dazu gesellt hat sich aber ein großer Speisesaal mit Terrasse und daneben ein für uns gänzlich neues Areal mit weiteren Behausungen. Alles ist aber so weitläufig angelegt, dass die Anlage trotz guter Auslastung nicht überlaufen wirkt. (Die folgenden Außenaufnahmen sind am nächsten Tag entstanden)

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Wir werden sehr freundlich und professionell mit Begrüßungstrunk empfangen und über die Mahlzeiten und mögliche Aktivitäten informiert. Gerade noch könnten wir die Sundowner-Cruise schaffen, aber die Rezeptionistin rät uns ab: Zu niedrig sei der Wasserstand gegenwärtig, zu wenige Sichtungen seien zu erwarten. Wir sollten uns solche Flussfahrten lieber für unseren späteren Aufenthalt in der Zambesi Mubala Lodge aufsparen. Damit sind wir sehr einverstanden und machen uns entspannt auf den Weg zu unserem Domizil für die kommende Nacht. Und hier erwartet uns eine echte Überraschung, hatten wir doch mit einer der kleinen und uns bekannten Hütten gerechnet. Unser Weg führt aber zum Rand der Anlage und in direkte Ufernähe, wo wir ein zweistöckiges Familienhaus betreten können.

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Ziemlich beeindruckt sind wir von dem Platzangebot, der geschmackvollen Ausstattung und von privater Terrasse und Balkon mit schönem Flussblick. Auf zwei Ebenen finden sich insgesamt fünf Betten und ein riesiges Badezimmer mit Wanne und Dusche. Hier könnten wir es locker länger aushalten und es ist fast schade, dass wir Hakusembe nur als Zwischenstopp auf dem Weg in den Caprivi eingebaut haben. Das Haus gehört sicherlich zu den schönsten, die wir bisher in Namibia bewohnt haben.

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Bald setzt die Dämmerung ein und die verbleibende Zeit bei Tageslicht reicht nur für einen kleinen Spaziergang über die von hohen Bäumen bestandene Wiese, auf der die verschiedenen Gästeunterkünfte liegen. Einzig ein Fork-tailed Drongo schafft es dabei auf unsere Speicherkarte.

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Nach Sonnenuntergang gehen wir ins Restaurant der Lodge. Zu dieser Jahreszeit sitzt niemand im geräumigen und schön beleuchteten Speisesaal. Alle Gäste nehmen an von Kerzen beleuchteten Tischen auf der Aussichtsplattform statt. Hier sitzt man nett, obschon der Fluss natürlich alsbald von der Dunkelheit verschluckt wird. Ein Lagerfeuer am Ufer sorgt für eine schöne Atmosphäre. Der Service ist ausgesprochen aufmerksam und die Qualität und Auswahl des Essens, das als kleines Buffet angeboten wird, ist sehr gut. Dazu genießen wir u.a. Malawi Shandys und so entsteht ein rundum schöner Afrika-Abend. Alle Familienmitglieder werden mit Genuss satt – auch unsere Jüngste. Puh… 🙂

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Der weitere Abend ist einem ausufernden Ligretto-Turnier gewidmet, das ich traditionell verlieren werde und bei dem ich über kurz oder lang in Zweifel bezüglich meiner kognitiven und motorischen Fähigkeiten gerate. 😗

Viel entspannter sind für mich kleine Nachtspaziergänge über das Lodgegelände, die ich gemeinsam mit meiner Frau unternehmen kann. Die Kinder möchten derweil lieber die schöne Hütte ausnutzen.
Und so schlendern wir zu zweit entspannt über die Wiesen und leuchten mit unseren Headlights mal hierhin und mal dorthin – immer in der Hoffnung, einen Nachtbewohner entdecken zu können. Zu unserer Freude gelingt uns dies auch bald. Meine Frau entdeckt, dass sich ganz nah eine Southern white-faced owl (Südbüscheleule) auf einem niedrigen Ast niedergelassen hat.

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Wir freuen uns sehr über diese Sichtung, denn Eulen sind für uns etwas ganz Besonderes und diese Eulenart haben wir bisher noch nie aus solch einer kurzen Distanz beobachten können.
Als die anderen drei sich nach unserer Rückkehr ins Haus zur Ruhe begeben, schlendere ich noch einmal kurz allein am Flussufer entlang. Und siehe da: Ein White-backed Night Heron steht gut sichtbar am Ufer – und ist natürlich auf und davon, als mein Lichtkegel ihn kaum erfasst hat…

Die Luft in unserem Haus mag auch des Nachts kaum abkühlen. Es gibt zwar eine Klimaanlage, diese schafft es jedoch nicht, die Temperatur merklich herunterzuregeln. Und so wird es eine eher unruhige Nacht in dieser wirklich schönen Unterkunft.

Am nächsten Tag geht es weiter
- mit morgendlichem und nachmittäglichem Vogelreichtum am Okavango,
- einer Rückkehr zu unserer „Stammlodge“
- und mit einem dortigen kleinen Forumstreffen. 😁

Teil 527. Dez. 2022

4. Kapitel: Mancherlei Federvieh am Okavango

Nach einer zu warmen Nacht in unserem schicken Doppelstock-Chalet genießen wir die angenehm temperierten Morgenstunden auf dem Gelände der Hakusembe Lodge.
Bereits kurz nach dem Wachwerden geht es dabei auf eine kleine Vogelentdeckungstour rund um unser Häuschen herum. Beim Spazieren über die Wiesen der Anlage begegnet uns eine überraschende Vielfalt an Vögeln. Auch den Tageseinstand der White-faced owl können wir nach einem Tipp von zwei anderen Gästen finden. Leider befindet sich dieser in einem alten Greifvogelnest hoch oben im Wipfel eines Baumes und man kann die kleine Eule nur erahnen.
Auf Fotos bannen können wir aber die folgenden Vögel:

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Cape Wagtail

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Hartlaub’s Babbler (?)

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African Hoopoe

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Red-eyed Dove

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Senegal Coucal

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Kurrichane Thrush

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African Black-headed Oriole

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Red-billed Oxpecker

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Golden-tailed Woodpecker

Und auch ein Krokodil lässt sich beim morgendlichen Sonnenbad beobachten.

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Das Frühstück wird in guter Qualität in Buffetform angeboten und wieder sitzt man wunderbar auf der Aussichtsterrasse und kann seinen Blick entspannt über den Fluss schweifen lassen.
Während die Kinder im bzw. am Pool spielen und Handstände üben, gehen die Erwachsenen immer wieder auf kleine Spaziergänge am Flussufer und auf den Wiesen der Lodge. Dabei können wir erneut einige Vögel entdecken.

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Fork-tailed Drongo
Besonders freut uns, dass wir die Nisthöhle eines Wiedehopfs finden können. Regelmäßig fliegen die Elterntiere die schmale Öffnung in einem Baumstamm an, verbleiben dort aber leider nur für Sekundenbruchteile, was das Fotografieren enorm erschwert.

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Ausgeruht und sehr zufrieden mit unserem kurzen Aufenthalt auf der Hakusembe River Lodge brechen wir am späten Vormittag in Richtung Osten auf. Unser Weg führt uns durch Rundu hindurch zurück auf die B8, der wir für ca. 220 Kilometer folgen. Schnurgeradeaus geht es vorbei an so manchen kleinen Kraal. Rinder und Ziegen säumen gemeinsam mit so manchem Menschen die Straßenränder. Eigentlich gibt es immer etwas zu sehen, aber trotzdem zieht sich die Fahrt B8-typisch ziemlich in die Länge. Was sind wir froh, dass wir die Tour als One-Way-Variante geplant haben!
In Divundu halten wir stets bei der großen Shell-Tankstelle, um aufzutanken und unsere Vorräte ein wenig aufzustocken. Da plötzlich die Stromversorgung unterbrochen ist, wird unser Aufenthalt zu einem etwas längeren Besuch. Draußen herrscht staubig brütende Hitze und so sind wir froh, im Dunkel des Tankstellenshops auf die Wiederkehr der Elektrizität warten zu können. Nachdem Tank und Vorratstaschen wieder gut gefüllt sind und wir die Tankwarte mit kühlen Getränken versorgt haben, geht die Fahrt weiter gen Ndhovu Safari Lodge. Bald geht die Teerstraße in eine gut gepflegte Dirtroad über, auf der wir die letzten Kilometer bis zum Abzweig zur Lodge zurücklegen. Von dort aus führt eine schmale Sandstraße durch ein kleines Dorf zum Flussufer, wo die Ndhovu Safari Lodge liegt. Hier ist uns alles noch sehr vertraut und wir freuen uns sehr auf die vier Nächte in einer unserer Lieblingsunterkünfte.

Über das Ankommen dort inklusive Treffen der Sphinxe ( 🤩 ) und unsere erste gemeinsame Bootsfahrt werde ich im nächsten Teilkapitel berichten.

Teil 602. Jan. 2023

Fortsetzung

Am Nachmittag erreichen wir die Ndhovu Safari Lodge und finden alles so vor, wie wir es in Erinnerung hatten. Wir stellen unser Auto an der Lapa ab und werden gleich begeistert von den Lodgehunden und nur wenig später von Ralf, einem der Besitzer der Lodge, begrüßt. Der Blick von dem Aussichtsdeck über den Okavango auf die Buffalo Core Area ist gewohnt schön und wir sind froh, dass wir an diesem Ort die nächsten vier Nächte verbringen werden – unser längster Aufenthalt bisher. 🙂
Bereits auf dem Weg zu unserer Unterkunft begegnen wir den zwei Sphinxen und freuen uns sehr Gleichgesinnte aus dem Forum zu sehen. 😁 Wir verabreden ein Treffen auf der Aussichtsplattform und bringen erstmal unser Gepäck in unser Häuschen – und das ist der einzige Dämpfer des heutigen Tages: Statt eines Zeltes ist uns eine feste Unterkunft zugewiesen worden, die zwar ähnlich schön wie die Safarizelte am Flussufer steht, die jedoch in Punkto Inneneinrichtung leider nicht so ganz unserer Vorstellung von Ndhovu entspricht. Leider haben wir keine Fotos gemacht, die das Häuschen dokumentieren (wie waren wohl nicht in der Stimmung dazu… 😣 ), aber in der Erinnerung war die Einrichtung schon ziemlich in die Jahre gekommen und die Aufteilung in Schlafraum, Küchenzeile und Bad in einem mehr oder weniger offenen Schlauchraum recht atmosphärefrei. Man rufe sich eine beliebige Kruger-Sanparks-Unterkunft vor sein inneres Auge und hat so eine ganz gute Vorstellung von dem Interieur des Häuschens. Wir suchen nach einigem innerfamiliären Hin und Her das Gespräch mit Ralf und erfahren, dass die Lodge die Safari-Zelte normalerweise (und anders als auf der Website angegeben) nicht mehr gern mit vier Personen belegt – das war 2019 noch anders. Er bietet uns aber an, dass wir trotzdem ab dem nächsten Tag ein Zelt beziehen könnten - heute sei leider keines mehr frei. Wir freuen uns sehr über diese Perspektive, sind es doch auch die Zelte mit ihrer kleinen zum Fluss weisenden Veranda, die wir an diesem Ort so schätzen.

Wenig später treffen wir auf das Ehepaar Sphinx und verleben eine gute Zeit auf dem Aussichtsdeck. Gemeinsam wollen wir heute auf jeden Fall eine Bootsfahrt unternehmen. Irgendwann sind auch die Kinder von der Idee mehr oder weniger überzeugt – lockt doch der kleine Pool bereits sehr... 😗

Die Lodge ist heute sehr gut gebucht und so legen zur Nachmittagsausfahrt zwei Boote ab. Wir haben das Glück, dass wir zu sechst eine Privattour bekommen. Dies wird in den nächsten Tagen die ganze Zeit so sein! 😁
Unser Bootsführer ist heute Nachmittag nicht der erfahrenste – vielleicht hätten wir stärker betonen sollen, dass es uns um Vögel UND Fotos geht. Dies lernen wir für die kommenden Ausfahrten.
Trotzdem haben wir eine gute Zeit an Bord des kleinen Bootes und genießen den Fluss und das Leben, das in stetig angenehmer werdendem Licht an uns vorbeizieht.
An den Ufern sind durchaus viele Säuetiere unterwegs: Buschböcke, Impalas, Warzenschweine. Trotzdem schafft es nur dieser Wasserbock auf unsere Speicherkarte.

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Und natürlich einige Flusspferde.

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Aber es ist ja auch eine Birdingtour. 😎
Und Vögel gibt es hier in großer Zahl zu bestaunen.

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Blacksmith Lapwing

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Water Thick-knee

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Common Sandpiper

Und dann kommt es für uns zu einer großen Überraschung. Etwas flussaufwärts befindet sich nämlich eine Brutkolonie der Karminspinte. 🤩 Mit diesem Vögeln hatten wir hier überhaupt noch nicht gerechnet. Wir sind natürlich hoch erfreut über diese Erstsichtung und bitten unseren Bootsführer immer wieder an den Brutwänden entlangzufahren.
Die Kolonie war für uns der Sichtungshöhepunkt des Nachmittags.

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Aber auch abseits der Southern Carmine Bee-eater hält die Ausfahrt noch einige Vogelsichtungen in zunehmend schönem Licht für uns bereit.

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African Darter

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Reed Cormorant

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White-fronted Bee-eater

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Giant Kingfisher


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African Skimmer

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African Fish-Eagle

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Kurz nach Sonnenuntergang sind wir wieder an Land und freuen uns auf das nahe Abendessen. Wie gewohnt wird dies gemeinsam mit den anderen Gästen an einer großen Tafel in Form eines Dreigangmenüs eingenommen. Und die Qualität des Essens hat sich im Vergleich mit unserem Aufenthalt 2019 noch einmal gesteigert. Seit einiger Zeit beschäftigt die Lodge den jungen Koch Abisai, der Abend für Abend kulinarische Kunststücke vollbringt. Gang für Gang ist das Essen ein Genuss und sogar die Kinder mögen das ein oder andere… 😉

Zu einem letzten Sichtungshöhepunkt des Tages kommt es kurz vor dem Abendessen, als ich gerade Ralf fragen will, ob es auf dem Lodgegelände noch Woodford-Käuze gäbe, die ich 2019 zwar des Nachts gehört, aber nie gesehen hatte. Bevor er eine Antwort geben kann, entdecke ich jedoch bereits einen der schönen Vögel auf einem Ast direkt über uns. Schnell flitze ich zu unserem Häuschen, um die Kamera und meine Frau nebst Taschenlampe zu holen. Zum Glück ist die Eule bei unserer Rückkehr noch an Ort und Stelle und lässt sich ungerührt ablichten. Unsere zweite Eule auf dieser Tour: So kann es gerne weitergehen! 🙂

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African Wood-Owl

Müde gehen wir nach dem guten Abendessen in unsere Betten und freuen uns auf die bevorstehenden Ndhovu-Tage.
Am nächsten Tag geht es weiter
- mit einer frühmorgendlichen Pirschfahrt in die nahe Mahango Core Area
- mit einem nächmittäglichen geführten Sphinx-Badger-Gamedrive in der Buffalo-Core-Area (oder ist es eher ein Birddrive?)
- und mit tollen Begegnungen auf dem Lodgegelände.

Teil 709. Jan. 2023

5. Kapitel: Am einen und am anderen Ufer

Heute Morgen geht es ganz früh aus den Federn, denn wir wollen einen Gamedrive in der Mahango Core Area unternehmen.
Ein erster Blick aus unserem „Chalet“ (hüstel...) weiß bereits tief zu beeindrucken. Himmel und Wasser sind tiefrot gefärbt. Hier ist wohl das Hunga Tonga-Hunga Haʻapai-Phänomen am Werk, denke ich und bin Bele dankbar, dass ich ausgestattet mit diesem Wissen das Farbenspiel einordnen kann.

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Während meine Lieben noch in ihren Betten ruhen, bereite ich unser Auto für die Ausfahrt vor. Ich musste den Kindern versprechen, dass ich ihnen ein Kuschellager, wie wir es in größeren Fahrzeugen im Kruger öfters eingerichtet haben, im Kofferraum des Fortuners herrichte. Und so trage ich einige Decken und Kissen zum Fahrzeug und drapiere sie in Form eines gemütlichen Nests. Wenn das alles ist, um die Kinder für den Gamedrive zu motivieren, tue ich das überaus gern… 😎
Bald darauf besteigen wir mehr oder weniger müde unser Gefährt und verlassen Ndhovu in Richtung Mahango Core Area. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten – einer der großen Vorteile der Lodge.
Am Gate finden wir eine neugestaltete Rezeption vor – die Rezeptionistin kennen wir jedoch noch aus dem Jahr 2019 – dem Jahr, als ich unser Auto hier im Tiefsand versenkt hatte und dadurch mit ihr einen intensiveren Kontakt hatte… 😗

Nachdem wir die Formalitäten hinter uns gebracht haben, biegen wir bald in die Straße ein, die zu den Floodplains führt. So früh am Morgen ist hier noch gar nichts los. Es finden sich keine weiteren Autos – leider aber auch kaum Tiere… 😵 Außerdem spielt uns die Sonne nicht in die Karten: Zu dieser Zeit des Tages liegt der Okavango in bestem Gegenlicht. 😏

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Auch sind wir erstaunt darüber, wie wenig Weide hier teilweise übrig ist, wenn man etwas abseits des Flusses unterwegs ist. Der Park wirkt an vielen Stellen ausgedörrter als im Dürrejahr 2019.
Neben Zebras und Kudus ist es schließlich der vom Blitzschlag zerstörte große Baobab, dem wir die meiste Aufmerksamkeit schenken.

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Die Uferbereiche mit ihren zahlreichen Lechwes sind heute früh kaum überzeugend zu fotografieren. Als einzige noch nennenswerte Sichtung ist das Auto der Sphinxe zu erwähnen. 😉

Da der Tag noch jung ist, steuern wir als nächstes das Wasserloch auf der flussabgewandten Seite der Core Area an. Hier hatte ich vor drei Jahren unser Auto versenkt und entsprechend nervös bin ich beim Befahren der Pad. Auch jetzt gibt es noch einige Sandpassagen, aber der Fortuner meistert das alles wunderbar. Und meiner „Schicksalsstelle“ können wir auf einer guten Umfahrung bequem ausweichen. 😛
Auf dieser Seite des Parks ist die Vegetation deutlich höher und so zeigt sich auch eine größere Anzahl an Wild.
Den Anfang machen einige Warzenschweine.

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Bald darauf kreuzen sichtlich nervöse Tsessebes unseren Weg.

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Auch einige Rappenantilopen äsen nahe der Pad. Über die Sichtung dieser schönen Antilopen freuen wir uns ganz besonders.

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Marabus stehen an einem alten Kadaver, der vom hohen Gras fast völlig verdeckt ist.

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Am Wasserloch schließlich treffen wir auf Kudus und eine große Gruppe Pferdeantilopen, die aber beim ersten Anzeichen unseres Autos allesamt die Flucht ergreifen. 😵 Überhaupt zeigen sich die Antilopen im Mahango bei unserem diesjährigen Besuch erstaunlich scheu – kein Vergleich zu unseren Erfahrungen aus 2019, als wir aus wenigen Metern Distanz Pferdeantilopen entspannt beobachten konnten. Über die Ursachen können wir nur spekulieren…

Zum Glück bleibt ein Fotomodell trotz der Antilopenflucht zurück. Ein Tawny Eagle zeigt sich uns in Nahdistanz in seiner ganzen Majestät.

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Nach dem Abstecher zum Wasserloch fahren wir zurück zur Lodge, wo wir in ein gewohnt schönes Safarizelt umziehen können. Jetzt fühlen wir uns wieder zuhause.

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Am jenseitigen Ufer hat sich eine beeindruckende Pelikanversammlung zusammengefunden. So eine große Zahl dieser Tiere haben wir (vor allem hier) noch nie auf einem Fleck gesehen. Leider ist das Licht bereits sehr hart und das Hitzeflimmern tut sein Übriges.

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Viel näher lässt sich ein Dark-capped Bulbul ablichten.

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Und weil ich ein unruhiger Mensch bin, halte ich es nicht allzu lange im Camp und am Pool aus und so fahre ich nochmal für einen kleinen Abstecher in den Mahango – die kurze Entfernung machts möglich. 🙂
Wieder geht’s zum Flussufer und dieses Mal wird der Abstecher mit einer Herde trinkender und badender Elefanten belohnt. Das Licht ist wieder mau – Fotos gibt es trotzdem. 😉

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Gegen Mittag bin ich zurück in der Lodge. Gemeinsam verbringen wir Zeit auf der Aussichtsplattform und genießen einen kleinen Mittagssnack mit Blick auf Impala, Sable und Co.

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Dann geht es einmal mehr auf Vogelpirsch rund um die Zelte der Lodge. In den Bäumen und Sträuchern der Uferböschung ist immer etwas los.

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Green Woodhoopoe

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Meves’s Starling

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Swamp Boubou


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Grey Go-away-bird

Während ich bewaffnet mit dem großen Objektiv unterwegs bin, spricht mich ein alter Bekannter an: Michael ist seit Urzeiten Guide auf der Lodge und wir waren 2019 mit ihm auf Bootstour. Er erinnert sich naturgemäß nicht an mich, ich mich aber gut an ihn. Er fragt mich, ob ich Interesse an Eulen hätte, was ich natürlich begeistert bejahe. 🤩
Und so führt er mich zu einem kleinen Baum, in dem eine Südbüscheleule ihren Tageseinstand hat. Aus nächster Nähe kann ich das Tier in charakteristischer Pfahlstellung beobachten. Die kleine Eule bedenkt mich dabei mit aufmerksam tadelnden Blicken. Natürlich teile ich die schöne Sichtung wenig später mit meiner Familie und den Sphinxen und so kommen wir alle in den Genuss dieses spannenden Anblicks. Mein besonderer Dank an Michael! 🙂

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Für den Nachmittag vereinbaren wir gemeinsam mit den Sphinxen einen geführten Ausflug in die Buffalo Core Area. Wir freuen uns sehr darauf, diesen landschaftlich reizvollen Fleck Erde in netter Gesellschaft zu erkunden. 🙂

Teil 813. Jan. 2023

Am Nachmittag besteigen die Badgers mit den Sphinxen und anderen Gästen ein kleines Boot, das sie ans gegenüberliegende Ufer in die Buffalo Core Area bringen wird. Die Möglichkeit, den Weg in diese zweite Core Area des Bwabwata Nationalparks auf diese Weise abzukürzen, ist ein weiterer Pluspunkt der Ndhovu Lodge.

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Müsste man den Fluss mittels Brücke bei Divundu kreuzen, wäre man bestimmt mehr als eine halbe Stunde unterwegs bis zum Gate.

Bereits auf dem Weg über den Fluss begegnen wir natürlich einer Gruppe Flusspferde.

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Am anderen Ufer werden wir bereits erwartet: Zwei Gamedrivefahrzeuge stehen an der Böschung. Die anderen Gäste steigen in das eine, die Namibia-FoMis in das andere. Unser Guide für den heutigen Ausflug wird Boniface sein und mit ihm haben wir ein sehr gutes Los gezogen. Der junge Mann ist an Vögeln interessiert, hat ein sehr scharfes Auge und fährt uns sicher auch durch die tiefsandigen Passagen des Wegenetzes bzw. weiß, wie man sich wieder herausarbeitet, wenn man dann doch mal kurzzeitig überraschend steckenbleibt, wie wir heute auf dem Weg zu den Floodplains.

Die wenigen Baobabs der Gegend sind durch die zahlreich anwesenden Elefanten sichtbar in Mitleidenschaft gezogen. Schutzmaßnahmen, wie das Auslegen dicker Steine um die Bäume herum, auf die die Elefanten nur ungern treten, haben kaum Auswirkung, da das Geröll von den Rüsseltieren alsbald feinsäuberlich zur Seite geschafft wird, um den Weg zum Stamm freizumachen.

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Überhaupt sind die Elefanten im Park derzeit ziemlich aggressiv: Sie haben Nachwuchs dabei und Boniface meint, dass man sie nur aus guter Entfernung und in steter Abfahrbereitschaft beobachten sollte. Das ist uns bereits 2019 aufgefallen: Mit den oft tiefenentspannten Dickhäutern im Etosha Nationalpark haben die Caprivi-Elefanten in ihrem Verhalten nicht allzu viel gemein. Das mag auch mit ihren Wanderbewegungen und den damit einhergehenden Mensch-Tier-Konflikten zusammenhängen. 😵

Als erste Begegnung der Ausfahrt wartet eine Erstsichtung auf uns. 🙂 Leider hoch im Baum und in ziemlicher Entfernung können wir eine Zimtracke erspähen. Ich bin schonmal selig, für den Nachwuchs ist die Sichtung natürlich weit weniger spektakulär und es ist auch gar nicht so leicht, den Vogel überhaupt auszumachen.

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Und so beginnt die Fahrt durch schöne Buschlandschaften und führt uns bald zu einer Stelle, an der Boniface von der Anwesenheit eines kleinen Löwenrudels weiß. Auf jeden Fall aber sind hier unübersehbar zahlreiche Weißrückengeier präsent.

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Von den Löwen aber sehen wir erstmal nichts und so starren wir unbeirrt gefühlt minutenlang in den Busch. Ist dieser oder jener Schatten eine Großkatze? Oder doch nur ein Stein? Vielleicht der Strauch dort drüben? Boniface gibt sich große Mühe, uns die Richtung zu weisen. Meine Person betreffend bleiben Zeigegesten und Erklärungen aber ohne nennenswerten Erfolg. Ich muss mir die Löwen einbilden. 😣 Hätten wir in den letzten Jahren nicht schon die ein oder andere Löwenbegegnung gehabt, wären wir wahrscheinlich jetzt enttäuscht. So aber nehmen wir die Nicht-Sichtung mit Humor und genießen die weit nähere Anwesenheit eines White-fronted Bee-eaters.

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Nach längerem Überlegen beschließen Boniface und der Fahrer des anderen Ndhovu-Landcruisers, sich von einer anderen Seite dem bisher im besten Fall erahnten Löwenrudel zu nähern…
Und so kommen wir doch noch in den Genuss einer Löwen-Nahbegegnung an diesem Nachmittag. Hitze- und tageszeittypisch ist von den vier Katzen keine große Aktivität zu erwarten. Aber hier sind sie [Trommelwirbel]: Unsere allerersten Löwen überhaupt in einem Caprivi-Schutzgebiet! 😎

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Nach einer kurzen Weile verabschieden wir uns von den vier müden Gesellen und begegnen als nächstes einem Little Bee-eater und einer Gruppe einiger White Helmshrikes – eine Erstsichtung für uns – die ich aber leider nicht auf ein Foto bannen kann – zu flink sind die Vögel und zu dicht das Geäst, in dem sie herumflattern. Aber Christian gelingt es - Danke für das Foto!

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Dafür gelingt mir im zügigen Vorbeifahren alsbald eine überraschende Sichtung, die Boniface ein „You are good!“ entlockt und mich innerlich ein paar Zentimeter wachsen lässt. In einem Baum am Straßenrand erhasche ich nämlich einen Blick auf eine kleine Höhle, aus der ein Genetschwanz ragt. Wir setzen zurück und betrachten das Hinterteil der nachtaktiven Schleichkatze ein wenig. Wir sehen ihr beim Räkeln zu, ihr Gesicht mag sie uns dann leider aber doch nicht zuwenden. Aber immerhin: Unsere erste Genet bei Tageslicht – wenn auch nur eine halbe. 😉

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Zu Beginn der Fahrt haben wir Boniface gesagt, dass wir uns besonders für Eulen interessieren würden, und so fährt er im Laufe des Gamedrives einige ihm bekannte Tageseinstände ab. Jenseits des verfallenen Militärkomplexes findet sich ein erster: Wir treffen einen Kap(sperlings)kauz an, der, sobald wir anhalten, auf Abstand fliegt und uns aus sicherer Entfernung neugierig betrachtet. Wir tun das gleiche.

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Nachdem wir weitergefahren sind, dauert es gar nicht lange, bis wir den nächsten Kapkauz entdecken. Dieser sitzt in guter Gestrüppdeckung und wir hätten ihn ohne Boniface nie und nimmer entdeckt. Wenn man längere Zeiten mit der Beobachtung kleiner Eulen verbringt, ist es ein gutes Gefühl, mit Gleichgesinnten unterwegs zu sein, die nicht mit den Füßen scharren, um zum nächsten Großtier gefahren zu werden. Auch wenn mir die Kinder in solchen Situationen schon etwas leidtun…

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Bald kommen wir durch tiefsandiges Terrain mit Festfahr-Schreckmoment und einem flüchtigen Blick auf eine flüchtende Pferdeantilope zu den Floodplains und natürlich sind hier neben vielfältiger Vogelwelt auch zahlreiche Büffel zu sehen – ist ja schließlich die Buffalo Core Area. 😛

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Saddle-billed Stork

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Yellow-billed Oxpecker

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Sacred Ibis und Cattle Egret

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Wir verbringen mit Blick auf den Fluss eine schöne Sundowner-Pause mit Biltong-Knabbereien und können auf der Rückfahrt einen (wenn auch nur kurzen) Blick auf eine African Gymnogene werfen.

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Elefanten ziehen in naher Entfernung durch den Busch – mit der montierten 500er Festbrennweite lässt sich das nicht so gut festhalten…

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Und plötzlich entdeckt Adlerauge Boniface neben der Pad einen winzigen Perlkauz.

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In der Nähe unserer Anlegestelle findet sich schließlich noch der Tageseinstand einer Schleiereule.

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Und so können wir vermelden, dass dies der erste Tag unseres Lebens ist, an dem wir vier verschiedene Eulenarten beobachten konnten. 🙂

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Im letzten Dämmerlicht des Tages verabschieden wir uns von Boniface und steigen in das auf uns wartende Boot um, das uns zurück zur Lodge bringen wird. Dort werden wir von Besitzer Ralf begrüßt, der uns fragt, wie die Ausfahrt war und etwas konsterniert wirkt, als wir vermelden, dass für uns die Eulen spektakulärer als die Löwen gewesen sind. 😛

Das Abendessen ist dank Küchenchef Abisai wieder ein Gaumenschmaus, zieht sich aber durch die entspannte Gangfolge ganz schön in die Länge. Und so spazieren wir zwischen den Gängen gern mal ein wenig durch die Dunkelheit: Vielleicht will sich ja noch ein Woodford-Kauz im Schein der Taschenlampe zeigen… Dies passiert heute leider nicht, aber wir entdecken trotzdem noch unseren Sichtungs-Nachtgruß: Heute in Form eines Bushbabys, das geschickt durch die Äste der kahlen Bäume am Wegesrand hüpft. Dass das Tier tatsächlich mal für einige Sekunden verharrt und so ein recht scharfes Foto möglich ist, überrascht und freut uns sehr. 🙂

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Die heutige Nacht verbringen wir in unserem Safarizelt, auf das wir uns gefreut haben. Hier fühlen wir uns wohl. Begleitet vom Plätschern des Flusses und dem gelegentlichen Grunzen der Flusspferde sowie weit entferntem Löwengebrüll verbringen wir die Nacht. Was ist es doch schön hier! 🙂

Am nächsten Tag geht es weiter
- mit noch mehr Eulen,
- einer wunderbaren Bootstour mit Guide Michael
- und mit einer Nachmittagstour in die Mahango Core Area.

Teil 918. Jan. 2023

6. Kapitel: Ein typischer Ndhovu-Tag

Kurz vor Aufgang der Sonne trete ich aus dem Zelt und blicke über den Fluss. Frühes Aufstehen macht in Afrika einfach immer große Freude.
Hunga Tonga-Hunga Haʻapai-Phänomen?

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Check!

Mein erster Weg führt mich zum nicht weit entfernten Eulenbaum. Southern white faced owl?

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Check!
Auch dieses Mal empfängt die kleine Eule mich mit aufmerksam bohrendem Blick.
Ich möchte sie nicht zu lange stören und kehre bald ans Flussufer zurück.
Seit hier vor einiger Zeit ein zweites (und zugegeben sehr schickes) schwimmendes Chalet gebaut wurde, ist der Blick vom Ufer auf die im Fluss dösenden Flusspferde etwas verstellt. Aber trotzdem kann man die Kolosse, wenn man sich ans Ufer stellt, aus ziemlich naher (und für die montierte Brennweite zu naher) Distanz bei ihren Morgenaktivitäten beobachten.

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Als es kurz darauf hoch in den Bäumen kreischt, freue ich mich darüber, einige Meyer’s Parrots zu entdecken und ihnen beim Frühstück zuzusehen.

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Ein schöner Start in den Tag. 🙂

Unser heutiges Morgenprogramm sieht einen weiteren Bootsausflug vor, den wir gemeinsam mit den Sphinxen als Privattour unternehmen werden. Als Guide haben wir uns am Vortag Michael gewünscht und zum Glück lässt es sich einrichten, dass er uns wie zuletzt 2019 begleiten wird. Michael ist ein angenehm zurückhaltender Mann, der den Fluss und seine Ufer wie seine Westentasche kennt und eine große Leidenschaft für die geflügelten Bewohner der Region mitbringt.
Und so haben wir hohe Erwartungen, als wir zu sechst das kleine Boot besteigen und zu unserer Birding-Tour aufbrechen.
Zuerst kommen wir an den unübersehbaren Flussbewohnern vorbei. Es ist immer wieder schön, Flusspferde im schönen Licht des Morgens ruhen zu sehen. Die zufrieden wirkenden Gesichter der Kolosse stecken einen mit ihrer anscheinenden Gemütsruhe an.

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Bald darauf können wir auf einem Baumstamm am Ufer ein junges Krokodil ausmachen.

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Die restliche Fahrt gehört aber unangefochten den Vögeln. 😎

Der heutige Reigen beginnt mit einem unserer Lieblinge, der auf keiner Tour durch die Region fehlen darf. Im Uferschilf sitzt ein Malachite Kingfisher. Jedes Mal, wenn wir einen dieser Vögel sehen, werden Glücksgefühle freigesetzt und jedes Mal wundern wir uns darüber, wie klein das farbenprächtige Kerlchen doch ist. Vorsichtig manövriert Michael uns nah an den Winzling und so gelingen einige Portraits aus kurzer Distanz, mit denen wir recht glücklich sind.

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Wenig später präsentiert uns Michael das nächste Highlight, das wir ohne ihn nie und nimmer entdeckt hätten. Zum Glück weiß der Guide, wo sich die Tiere gewöhnlich verbergen und so werden wir zum Versteck eines White-backed Night Herons geführt, der sich durch das ziemlich dichte Geäst aus recht naher Distanz beobachten lässt, bevor es ihm doch zu viel ist und er es vorzieht, den Tag anderswo zu verbringen. Über diese Begegnung freuen wir uns sehr: Der zweite WBNH, den uns Michael seit 2019 gezeigt hat.

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Nun setzen wir Kurs auf die Karminspintkolonie, die in den Morgenstunden vom Fluss aus leider in krassem Gegenlicht liegt. Keine guten Bedingungen für Fotografen… Jedoch überrascht uns Michael damit, dass er vorhat, mit uns am Ufer der Buffalo Core Area anzulanden. Den Kindern ist mulmig zumute. Sie wollen lieber mit Michael an Bord bleiben und ein kaltes Getränk genießen: Kein Wunder – im Oktober wird es schnell sehr heiß in der Region. Die übrigen vier steigen aber gern aus, gehen die Böschung hinauf und sehen sich der Brutkolonie aus einer völlig anderen Perspektive gegenüber. Jetzt ist das Licht natürlich perfekt und es macht Spaß, die Vögel beim Sandbad oder beim Schwärmen zu beobachten. Meine Güte – es ist gar nicht so einfach die blitzschnellen Bienenfresser im Flug zu erwischen…

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Rückblickend gehören diese Minuten sicher zu den schönsten der Reise. Stunden könnte man mit den wunderschönen Vögeln hier verbringen, aber es gibt ja noch mehr zu entdecken und so kehren wir nach einer Weile zurück aufs Boot und verabschieden uns von der Kolonie.

Die weitere Fahrt lässt uns einen Hadeda Ibis und zwei ziemlich gut getarnte Reiher entdecken, die sich als juvenile Mangrovenreiher herausstellen.

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Ein Klaffschnabel ist am Ufer unterwegs und ein Long-toed Lapwing lässt sich in leider schlechtem Licht beobachten. Da er der erste seiner Art auf dieser Tour ist, schafft er es trotzdem in den Bericht.

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Und dann folgt ein letzter Höhepunkt: Wieder führt uns Michael zum Versteck von White-backed Nightherons. Dieses Mal sind es sogar zwei Vögel, die im dichten Uferbewuchs Zuflucht gesucht haben. Ganz vorsichtig nähern wir uns und Michael bringt das kleine Boot äußerst geschickt in eine Position, die uns einen recht unverstellten Blick auf einen der Reiher ermöglicht. Man muss sich zwar fast bäuchlings auf das Schiff legen, aber dann ist man Auge in Auge mit dem seltenen und seltsamen Vogel. Das ist die Mühe allemal wert. Dieses Exemplar stört sich zum Glück weit weniger an unserer Anwesenheit. Michael meint, dass er auf seine Tarnung vertraut und „annimmt“, dass wir ihn nicht sehen würden, wenn er regungslos im Versteck verharrt.

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Bald darauf ist die Fahrt beendet und wir sind hochzufrieden mit dem Erlebten. Beim nächsten Mal würden wir auf jeden Fall wieder mit Michael fahren. 😎

Teil 1023. Jan. 2023

Fortsetzung

Nach unserer Rückkehr von der schönen Bootsfahrt am Morgen freuen wir uns auf eine Stärkung in der Lapa. Bald darauf heißt es Abschied nehmen von den Sphinxen, die ihr Zelt auf Ndhovu abbauen – von nun an werden sich unsere Wege trennen. 🙁 Schade ist das, denn wir hatten eine wirklich schöne Zeit in den letzten Tagen, an die wir uns immer gern zurückerinnern. 🙂

Die vormittägliche Hitze verbringen wir dann en famille im Camp. Die Kinder spielen mit den Lodgehunden und genießen die Abkühlung im kleinen Pool. Und im Anschluss fordern sie mich zu einer Partie „Stadt, Land, Vollpfosten“ heraus – eines der Spiele, bei denen ich NOCH die Nase vorn habe. Ich kann mir kaum einen schöneren Ort vorstellen, dieses Spiel mit den Kids zu spielen, als unsere Zeltterrasse in Ndhovu. Denn während ich darauf warte, dass auch der Nachwuchs Städte, Länder, Süßigkeiten und Säugetiere mit „F“ oder „A“ in die Liste einträgt, kann ich ebensolche mit „R“ und „I“ am anderen Ufer in leider sehr hartem Licht beobachten.

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Auch ein kleiner Birding-Spaziergang darf in der Camp-Zeit natürlich nicht fehlen. Immerhin schaffe ich es, Laughing Dove, Yellow-bellied Greenbul und Swamp Boubou abzulichten. Viel ist bei der Hitze nicht los.

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Nach einem Mittagssnack auf der Aussichtsterrasse – es gibt hier wirklich leckere Sandwiches mit Fritten – und weiteren entspannten Stunden, steigen wir ins Auto, um den Spätnachmittag in der Mahango Core Area zu verbringen, denn zu dieser Tageszeit liegen die malerischen Floodplains in einem günstigen Licht.
Es wird eine insgesamt schöne Runde, die keine außergewöhnlichen Sichtungen für uns bereithalten wird, die jedoch schöne Begegnungen mit „üblichen Verdächtigen“ ermöglicht. Und die Blicke über die Schwemmwiesen des Okavango schweifen zu lassen, ist sowieso immer einfach schön.
Und so kommen wir auf unserem Weg durch das Schutzgebiet an Grünmeerkatzen, Kudus, Tssessebes, Elefanten und Büffeln vorbei und immer mehr entfaltet das hohe Gras dabei seinen Goldrausch.

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Wir fahren bis zum Kwetche Picknick-Spot und haben dort schöne Ausblicke auf African Jacana, enorm große Krokodile und einige Lechwe.

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Vor allem aber ist es die schöne und weite Landschaft, die uns immer wieder in ihren Bann zieht.

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Spannend (und durchaus auch unangenehm) wird es, als wir uns auf dem Rückweg plötzlich ganz in der Nähe zahlreicher Elefanten wiederfinden, die recht unvermittelt überall um uns herum aus dem Busch treten. Und so sehen wir uns einem drohenden Jungbullen gegenüber, als wir vorsichtig um eine Biegung fahren, der ohrenwackelnd ein paar Schritte auf uns zuhält. Ich lege also den Rückwärtsgang ein, um gleich darauf festzustellen, dass auch hinter uns direkt neben der Pad rege Elefantenaktivität herrscht. 😣 Also bleiben wir, nachdem wir durch ein nur kurzes Zurücksetzen unsere Unterordnung angedeutet haben, stehen und hoffen, dass die Elefanten unsere Präsenz okay finden, bis sich für uns eine Gelegenheit ergibt, weiterzufahren. Wenn sich die Anspannung der Erwachsenen in solchen Situationen auf die Kinder überträgt, sind das einfach keine schönen Erlebnisse und so sind wir froh, als wir nach einigen langen Momenten wieder freie Bahn haben. Bezeichnenderweise entstehen hier keine Fotos – die Prioritäten liegen anderswo. 😵

Junge Schreiseeadler sind dann die letzten Tiere der heutigen Ausfahrt, die wir auf ein Foto bannen.

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Die verbleibenden Minuten des Nachmittags werden auf der Lodge vertrödelt. Im fast verschwundenen Tageslicht kommt es dann noch zu einer schönen Begegnung mit einem Woodford-Kauz – der ISO-Wert unserer Kamera ist am Anschlag, aber immerhin entsteht ein Foto, das die Eule unverstellt und in ihren natürlichen Farben zeigt.

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Während des wie immer sehr guten Abendessens lernen wir eine deutsche Familie kennen, die derzeit in der Schweiz lebt. Deren zwei Töchter sind in ähnlichem Alter wie die unseren und so verstehen sie sich als Viererpack gut und die Eltern sind glücklich damit, dass die Kinder unter sich ein Ligretto-Turnier ausmachen. 🙂

Ein abendlicher Spaziergang der Erwachsenen führt zu einer weiteren Begegnung mit einem Woodford-Kauz – nun natürlich wieder im Schein der Taschenlampe, aber dafür weit weniger körnig…

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Bald darauf rufen die Betten in unserm Zelt und ein weiterer schöner Caprivi-Tag ist zu Ende gegangen.

Am nächsten Tag geht es weiter mit
- einem weiteren morgendlichen Kurztrip in die Mahango-Core-Area,
- einer erneuten Nachmittagssafari in die Buffalo-Core-Area: Wieder als Privattour mit Boniface, nur leider ohne die Sphinxe…
- und natürlich ein paar Eulen.

Teil 1126. Jan. 2023

7. Kapitel: Nochmals Mahango und Buffalo Core

Der heutige Morgen beginnt für den Rest der Familie entspannt, denn meine drei Damen bleiben im Camp und lassen die Seele baumeln, nutzen den Pool, genießen den Ort.
Ich habe aber afrikatypische Hummeln im Hintern und kann mir eine kurze frühmorgendliche Rundfahrt durch die Mahango-Core-Area nicht verkneifen. 😛

Und so besteige ich allein unseren Fortuner und bin wenige Minuten später und kurz nach Aufgang der Sonne am Gate. Und wieder ganz allein – kein weiteres Auto weit und breit. Und so wird es heute Morgen bleiben. 🙂

Zuerst mache ich mich auf den Weg zum Wasserloch – das Gegenlicht an den Floodplains macht mir diese Wahl leicht. Ich freue mich wieder darüber, in dieser schönen Landschaft so ganz allein unterwegs sein zu können. Die schmale Pad zieht sich zuerst durch offene Grasflächen, um dann dichteren Busch zu durchschneiden. Heute früh bin ich jedoch wohl vor den Tieren der Gegend aufgestanden und so ist bemerkenswert wenig am Rand meines Weges los. 😣

An dem fast verschwundenen Kadaver stehen noch einige Marabus.

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Und am Wasserloch, das ich nach beinahe ununterbrochener Fahrt erreiche, lässt sich einzig ein Dark Chanting-Goshawk beobachten.

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Dass ich auf dem Rückweg Impalas fotografiere, ist stets eine deutliche fotografische Erinnerung an das weitgehende Ausbleiben von „interessanten“ Sichtungen. 😄

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Kurz vor Erreichen der Mainroad erblicke ich jedoch endlich eine Pferdeantilope. Und auch diese ist – wie ihre Verwandten an den Vortagen – direkt auf der Flucht, als ich mich langsam nähere. Zum Glück hält sie eine kurze Zeit inne, sobald sie einen für sie wohl komfortablen Sicherheitsabstand aufgebaut hat und schaut mich neugierig an. So entstehen ein paar Aufnahmen, mit denen ich ganz zufrieden bin. Bessere wird es in diesem Jahr leider nicht mehr geben.

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Ich setze meinen Weg in Richtung Fluss fort und der landschaftliche Kontrast zwischen den beiden Parkhälften wird einmal mehr überaus deutlich. Steht rechts der Mainroad fast durchweg hohes Gras, so herrscht auf der flusszugewandten Seite an vielen Stellen Vegetationsmangel. Gut zu sehen ist das an dem folgenden Foto einer jungen Giraffe, die (typisch für dieses Jahr im Mahango) zuerst vor mir flüchtet.

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Die Floodplains liegen im morgendlichen Gegenlicht. Schön ist es trotzdem, dass vielfältige Leben dort anzusehen.

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Zebras, Warzenschwein, Swainson’s Francolin und Lilac-breasted Roller schließen den (etwas mageren) Sichtungsreigen dieses Morgens ab.

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Immer wieder finde ich es erstaunlich, dass die Elefanten des Parks in den frühen Morgenstunden unsichtbar zu sein scheinen und sich konsequent im dichten Busch aufhalten. Später am Tag sind die Gewohnheitstiere dann ziemlich verlässlich in Flussnähe präsent.

Zurück im Camp genießen wir die Zeit zu viert in schöner Umgebung. Natürlich spazieren wir dabei auch zum Eulenbaum. Und siehe da: „Unsere“ Eule hat Gesellschaft bekommen. Heute ruhen zwei Südbüscheleulen in dem kleinen Baum. Mehr als sehr müde Blicke sind aber zu der schon ein wenig fortgeschrittenen Tageszeit von den beiden nicht zu erwarten.

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Auf den Spaziergängen durch das Camp fällt uns außerdem ein scheinbar selbstverliebter Collared Sunbird auf, der unablässig einen der Außenspiegel unseres Fortuners bezirzt. 😎

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Nach einer langen Siesta geht es für uns am Nachmittag ein letztes Mal in die Buffalo Core Area – wieder mit Boniface und erneut als Privattour. Die Stunden in der Lodge sind also auch von Vorfreude auf die hoffentlich im Vergleich zum heutigen Morgen etwas sichtungsreichere Ausfahrt geprägt.

Teil 1230. Jan. 2023

Fortsetzung

Den heutigen Nachmittag verbringen wir zum zweiten Mal während unserer Ndhovu-Zeit in der Buffalo Core Area. Wieder werden wir mit einem kleinen Boot über den Fluss geschippert und ziehen langsam an Flusspferd, Krokodil und Co vorbei. Am gegenüberliegenden Ufer werden wir bereits von Boniface erwartet und freuen uns sehr darauf, erneut ein paar Stunden mit dem kundigen und engagierten Guide zu verbringen. Um die Kinder heute ein wenig mehr einzubinden, einigen wir uns darauf, dass die Ausfahrt nicht so sehr das Auffinden von gut versteckten Eulen und anderem Federvieh zum Ziel haben soll.
Ein wirklich schöner Nachmittag liegt vor uns. Die Landschaft und die weitgehende Einsamkeit der Buffalo Core Area gefällt uns sowieso sehr gut – und wenn sich dann noch einige interessante Bewohner blicken lassen, ist es genau das, was wir von einem gelungenen Ausflug in den Busch erwarten.

Die Fahrt führt uns zuerst an einigen Kudus vorbei, um dann festzustellen, dass die Wege, die uns zur Hauptpad führen würden, von Elefanten besetzt sind. Boniface möchte hier lieber ausweichen (auch uns ist das sehr recht…) und uns ein wenig am Fluss entlangführen.

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Dabei hat er sich in den Kopf gesetzt, uns eine Pel’s Fishing-Owl zu zeigen und so scannen wir unermüdlich die Wipfel der hohen Bäume ab, die das Flussufer säumen – leider ohne Erfolg. Der einzige größere Vogel, der uns dabei ins Visier gerät, ist entweder ein Shikra- oder ein Ovambosperber. Ich bin mir da einmal mehr nicht sicher. Das orangefarbene Auge spricht für einen Shikra, oder? Vielleicht kann jemand helfen?

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Viele (!) Wasserböcke säumen den Weg.

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Schließlich können wir einen Hamerkop bei der erfolgreichen Froschjagd beobachten. Eine interessante Sichtung.

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Und auch ein Wiedehopf lässt sich einmal mehr ablichten.

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Und überall im Busch stehen Elefanten und sind von unserer Anwesenheit mal mehr und mal weniger deutlich genervt. Hier heißt es wieder Abstand halten.

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Während wir einen von einem Leoparden gerissenen Kudu betrachten und leider vergeblich auf den Anblick des Jägers hoffen, landet eine Zimtracke über uns im Baum. Ein kleiner Trost für die unkooperative Raubkatze. 😛

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Einmal mehr steuern wir die Weiten der Floodplains an und freuen uns über eine Begegnung mit zwei Klunkerkranichen.

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Überall liegen hier immer wieder tote Büffel herum und brechen das Idyll. Milzbrand ist in der Region ein großes Problem. 😵
Neben zahlreichen lebenden Büffeln, die auf den Ebenen grasen, freuen wir uns vor allem über eine Rappenantilopenherde, die wir aus nächster Nähe beobachten können.

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Während wir in Blickweite der Tiere unsere Sundowner-Pause verleben, macht es vor allem Spaß, einige African Skimmer dabei zu beobachten, wie sie die Oberfläche des Flusses nach Nahrung „abschöpfen“. Ich hatte zuvor nie über den englischen Namen der Vögel nachgedacht, nun erschließt er sich mir aber sehr gut.

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Immer weiter versinkt die Sonne und es wird Zeit, dass wir zurück zur Anlegestelle fahren.
Die Sables kreuzen unseren Weg, als sie sich in den dichteren Busch zurückziehen.

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Als wir schließlich die Hauptpad erreichen, können wir erkennen, dass uns ein Tier im Dämmerlicht des schwindenden Tages entgegenkommt. Eine Löwin!
Bald darauf legt sie sich nieder und begrüßt uns mit einem kräftigen Gähnen.

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Wenig später spaziert eine zweite Löwin aus dem Busch und legt sich alsbald in Nachbarschaft der anderen zur Ruhe.

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Uns freut es sehr, dass wir als Abschluss der Ausfahrt noch einige Minuten exklusiv mit zwei Löwinnen verbringen können. Es wird unsere letzte Katzensichtung auf dieser Reise sein. Aber immerhin: Drei mehr als vor Antritt der Reise gedacht. 😎

Einen letzten Stopp legen wir auf unseren besonderen Wunsch am Tageseinstand der Schleiereule ein, den wir bei unserer ersten Ausfahrt in die Gegend kennengelernt hatten. Heute sitzt die Eule ein wenig fotogener in ihrer Baumhöhle und markiert für uns damit einen gelungenen Abschluss einer schönen Ausfahrt.

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Im Dämmerlicht setzen wir über zur Lodge und verbringen dort unseren letzten typischen Ndhovu-Abend mit gutem Essen, netten Gesprächen und einer frühen Nachtruhe im Zelt.

Am nächsten Tag geht es weiter
- mit einer morgendlichen Fahrt nach Botswana durch die Mahango Core Area,
- mit ersten Spaziergängen auf dem Drostky’s Areal
- und mit einer ersten Drotsky-Bootstour und der damit verbundenen Hoffnung, den Hauptgrund unseres dortigen Aufenthalts zu Gesicht zu bekommen… 🤪

Teil 1306. Feb. 2023

8. Kapitel: Auf Wiedersehen Ndhovu! Hallo Drotsky’s!

Heute heißt es Abschied nehmen von Ndhovu. Eine schöne und entspannte Zeit liegt hinter uns. Ein letztes Mal wird die Zelttür im Morgengrauen geöffnet, ein letztes Mal schweift der Blick über das gegenüberliegende Flussufer. Heute sind dort Elefanten unterwegs. Ein schöner Morgen- und Abschiedsgruß. 🙂

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Der obligatorische Spaziergang über das Lodgegelände zum Sonnenaufgang hält einige schöne Sichtungen im warmen Licht des frühen Morgens bereit. Den Anfang macht ein White-browed Coucal, der arttypisch im dichten Gehölz hüpfend unterwegs ist.

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Außerdem gilt es dem Eulenbaum Adieu zu sagen. Auf die Southern white-faced owl ist Verlass. Zur Abwechslung zeigt sie am heutigen Morgen einmal ihren Gesichtsschleier in ganzer Pracht. Diese frühmorgendliche Begegnung werde ich vermissen.

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Ein letzter Höhepunkt des Herumstreifens ist ein Giant Kingfisher, der sich ein ambitioniertes Frühstück vorgenommen hat.

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Gemeinsam genießen auch wir bald ein letztes (und mundgerechteres) Frühstück in der schönen Lapa – irgendwann werden wir auch einmal einige der schönen Teller mitnehmen, die man hier nutzt und erwerben kann. Leider sind das sperrige Souvenirs, wenn die Reise noch weitergehen soll und so bleibt es auch dieses Mal wieder beim bloßen Vorsatz.
Mit schönen Blicken über den Fluss begleitet von frischen Eierspeisen und schmackhaft geröstetem Brot vergeht die Zeit wie im Flug. Die Kinder nehmen ausgiebig Abschied vom Pool, die Erwachsenen vertrödeln die anbrechende Tageshitze auf dem Aussichtsdeck mit dem Konsum von Malawi Shandys. Was kann das Leben doch schön sein! 😎

In den späten Morgenstunden heißt es dann Abschied nehmen von Ndhovu, von Besitzer Ralf, dem überaus netten Personal, von den Lodgehunden. Wir haben uns hier mal wieder zuhause gefühlt und den Aufenthalt wegen seiner Länge (und den vielen Eulen…) besonders genossen. Wenn es nach uns geht, wird es ein Wiedersehen geben. 🙂

Ein letztes Mal für diese Reise befahren wir die Sandstraße zur Mainroad, auf die wir in Richtung Mahango Core Area abbiegen. Unsere heutige Etappe ist nicht lang – nur rund 40 Kilometer trennen uns von unserem Ziel, den Drotsky’s Cabins in Botswana. Ein guter Teil des Weges führt durch den Mahango und wir nehmen natürlich nicht die direkte Verbindung zur Grenze, sondern biegen einmal mehr auf den Weg ein, der uns an den Floodplains vorbeiführt.
Tageshitzebedingt ist hier nicht mehr so viel los. Aber ein paar schöne Sichtungen ergeben sich dann doch. Den Anfang macht eine Streifenmangustenbande, die quirlig nahe der Pad ihr Unwesen treibt.

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Wenig später gibt sich mit einem White-headed Vulture mein Lieblingsgeier des südlichen Afrikas die Ehre – ich glaube, es ist der erste dieser Art, den wir bisher außerhalb des Krugers entdecken konnten.

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Den Blick über die Flutebenen wandern zu lassen, macht auch heute wieder Freude – Riedböcke und zahlreiche Moorantilopen lassen sich beobachten.

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Und dann folgt ein letzter Höhepunkt in Form einer Straußenfamilie, die in direkter Nähe unseres Fahrzeug völlig entspannt die Straße kreuzt. So nah sind wir den kleinen Federknäueln bisher nur selten gekommen.

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Bald darauf erreichen wir die Grenze zu Botswana, die direkt an die Mahango Core Area angrenzt. Hier ist wenig los und so gehen die Formalitäten der Ausreise und Einreise zügig vonstatten. Schön, dass Covid keine bedeutende Rolle mehr spielt.
Um die Mittagszeit setzen wir den Weg über botswanischen Teer fort. Wir durchqueren ein staubiges Shakawe und erreichen nach recht kurzer Fahrzeit die Abzweigung zu Drotsky’s Cabins, die sich am Ufer des Okavango befinden. Drotsky’s ist für uns eine Unterkunftspremiere, auf die wir uns sehr freuen und an die wir durchaus hohe Erwartungen knüpfen, haben wir doch Reiseberichte hier im Forum gelesen, die Schönes zu erzählen hatten. 😎
Als erstes erreichen wir eine überraschend riesig dimensionierte Lapa und werden vom Manager freundlich begrüßt.

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Wir sind bisher die einzigen Gäste und so wirkt das große Areal seltsam leer. Die Lodge besteht aus zehn Holzhäusern, die im Halbkreis an die riesige Lapa anschließen und in eine überaus gepflegte Parkanlage mit schönem Baumbestand und Pool integriert sind, die zu einer Seite vom Okavango begrenzt wird.

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Wir bekommen Chalet Nummer 10, das am äußersten Rand der Lodge zu finden ist und einen ruhigen Aufenthalt verspricht. Außerdem gibt es einige Campsites, die weitläufig über den angrenzenden Wald verteilt sind.

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Gleich auf dem Weg zu unserem neuen Heim fallen uns die zahlreichen Weißstirnspinte auf, die hier unterwegs sind – kein Wunder, beherbergt doch das Steilufer direkt an der Lodge eine große Kolonie dieser schönen Vögel.
Unser Stelzen-Häuschen gefällt uns auf Anhieb sehr gut. Es ist großzügig gebaut und hat eine geschmackvolle Einrichtung.

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Es beherbergt dabei zwei Einzelbetten – Zusatzbetten gibt es bei Drotsky’s leider prinzipiell nicht. Im Vorfeld haben wir mit der Lodge abgesprochen, dass wir uns daher selbst um das Schlaflager der Kinder kümmern werden – da wir kein zweites Chalet bezahlen wollten. Und so schieben wir die Betten zusammen und erhalten auf diese Weise ein gemeinsames Schlaflager, das zwei ziemlich kuschelige Nächte verspricht… 😗 Auf späteren Streifzügen über das Gelände entdecken wir angrenzend an die Campsite zu unserer Überraschung einige (recht einfache aber völlig ausreichende) Self-Catering-Family-Chalets mit vier Betten auf zwei Ebenen, von deren Existenz wir bei der Planung der Reise nichts wussten und auf die uns auch niemand von Lodge oder Agentur aufmerksam gemacht hatte – manchmal muss man sich doch wundern. 🤪
Während die Kinder den Pool einweihen wollen, nutzen die Eltern die Freizeit am frühen Nachmittag, um sich der ansässigen Vogelwelt auf der großen Wiese der Lodge und im angrenzenden Wald zu widmen.
Dabei stehen die zahlreichen Weißstirnspinte natürlich im Zentrum.

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Aber auch andere Vertreter der Avifauna schaffen es auf unsere Speicherkarte. Hier gibt es viel zu entdecken.

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African Sparrowhawk

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Red-billed Francolin

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Yellow-bellied Greenbul

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Violet-backed Starling

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Emerald-spotted Wood-Dove (juvenil) - Danke an Konni und Bele! 🙂

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Common Waxbill als Erstsichtung für uns

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Fan-tailed Widowbird (Schlichtkleid) – auch eine Erstsichtung

Neben der bunten Vogelschar sind auf dem Lodgegelände auch zahlreiche Buschböcke unterwegs.

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Für den Nachmittag haben wir einen ersten Bootsausflug vereinbart, auf den wir sehr gespannt sind, denn die Birding-Touren der Lodge genießen einen äußerst guten Ruf. Wir hoffen natürlich, im Rahmen dieser Tour bereits dem Hauptgrund unseres Besuchs bei Drotsky‘s zu begegnen – einer Pel’s Fishing-Owl (Bindenfischeule). Ob uns dies gelingen wird, erzähle ich in der Fortsetzung dieses Kapitels. 😘

Teil 1409. Feb. 2023

Exkurs: Eulenglück in heimischen Gefilden

Statt den Reisebericht heute weiterzuschreiben, ergaben sich in der Feldflur seltene und wunderbare Anblicke, die ich hier gern teilen mag, weil das hier ja in erster Linie ein Birding-RB ist, hier einige Vogelfreundinnen und -freunde mitlesen und ich froh bin, für schöne Sichtungen nicht immer nur nach Afrika zu müssen. 😉
Meine allerersten Sumpfohreulen nebst weibchenfarbiger Kornweihe.

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Zufriedene Grüße
Sascha

Teil 1513. Feb. 2023

@ sphinx
Liebe Elisabeth,
wie schön, dass du dich hier zu Wort meldest! Es freut mich, dass du den Bericht in Erinnerungen schwelgend und mit der Planungsbrille auf der Nase verfolgst. Mir ist es auch ein Rätsel, warum die Selbstversorgerunterkünfte bei Drotsky's so wenig beworben werden - vor allem, wenn man dort explizit eine Unterbringung für vier Personen anfragt und augenscheinlich nicht bereit ist, zwei Chalets zu buchen... 🤨
Vielen Dank auch für die Fotos, die du mir geschickt hast. Personen sind bei uns viel zu selten zu sehen... 😉

@ sphinx und fotomatte
Hier mein Beitrag zu eurem Schriftwechsel:

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Den Waldkauz habe ich, das wunderbare Wetter heute ausnutzend, bei einem kleinen Vormittagsspaziergang besucht: Plusterig-pummelig. 🙂

@ Eulenmuckel
Lieber Uwe,
wird gemacht. 😉

Hier geht es jetzt auch endlich gleich weiter mit einem neuen Teilkapitel.
Herzliche Grüße in die Runde.
Sascha

Teil 1613. Feb. 2023

Fortsetzung

Am Nachmittag besteigen wir schließlich ein kleines Boot, das von einem noch jungen Guide gelenkt wird, dessen Namen uns leider entfallen ist. Oktobertypisch ist es noch immer sehr heiß, als wir in Richtung Shakawe stromaufwärts schippern und so werden die mitgebrachten Kaltgetränke nicht erst zu Sonnenuntergang konsumiert. Der Kavango ist hier immer wieder gesäumt von dichten Schilfgürteln. Außerdem herrscht hier sehr wenig Verkehr – wir sind heute anscheinend das einzige Touristenboot auf diesem Flussabschnitt. Außer uns sind nur einige wenige Mokoros unterwegs, die hoch mit Schilf beladen sind.

Die heimische Vogelwelt lässt natürlich nicht lange auf sich warten. Nach kurzer Fahrt zeigen sich bereits Zwergspint und Waffenkiebitze.

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Über die Sichtung von African Skimmern freuen wir uns immer wieder besonders.

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Im Anschluss folgt ein Reigen der „üblichen Verdächtigen“ dieser Region – besondere Sichtungen bleiben erstmal aus.

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Black-winged Stilt


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Goliath Heron

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African Fish-eagle

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Water Thick-knee

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Green-backed Heron

Über den Überflug eines African Marsh-Harriers sind wir glücklich. Eine (wenn auch nur wenige Momente dauernde) Erstsichtung.

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Bald erreichen wir die Ausläufer Shakawes und fahren dabei an einer beliebten Badestelle vorbei, an der sich die sonntäglichen Müßiggänger begleitet vom Klang treibender Bässe das kühle Nass mit Krokodilen teilen – unser Guide rollt ob dieses Wahnwitzes nur mit den Augen. 😵

Jetzt nähern wir uns hohem Baumbestand am Ufer und nun gilt es, die dichten Kronen der Bäume nach eulenartigen Formen abzusuchen, denn hier hat eine Bindenfischeule regelmäßig ihren Tageseinstand.
Und tatsächlich: Nach kurzer Suche werden wir fündig und Endorphine werden ausgeschüttet! Nur sitzt die Eule leider hinter recht dichtem Laub verborgen und ist vom Boot aus kaum zu sehen – geschweige denn zu fotografieren. Unser Guide landet also kurzerhand am Ufer an und wir steigen ein paar Schritte ins dichte und dornige Gestrüpp. Von dort aus hat man einen weitgehend unverstellten Blick auf die nahe Pel’s Fishing Owl und wir sind einmal mehr auf dieser Reise sehr zufrieden mit unserem nicht abreißenden Eulenglück. Müde und doch aufmerksam werden wir von dem beeindruckenden Vogel gemustert, der unsere ziemlich unmittelbare Anwesenheit zum Glück toleriert und so können wir lange und schöne Momente von Angesicht zu Angesicht verbringen. Ganz viel Sichtungsdruck löst sich in diesen Minuten in Wohlgefallen und Entspannung auf, denn unser zentraler Wunsch an den Aufenthalt bei Drotsky’s ist nun erfüllt. 🙂

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Auf dem in recht rascher Fahrt gestalteten Weg zurück geht die Sonne bereits unter und die Schlangenhalsvögel haben ihren Schlafplatz aufgesucht.

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Im letzten Licht des Tages zeigt sich als Quotensäuger des Nachmittags ein von unserer Anwesenheit ziemlich überraschter Elefant am Ufer.

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Und dann ist die Sonne weg und ein weiterer schöner und entspannter Safari-Tag neigt sich seinem Ende entgegen.

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Zum bald stattfindenden Abendessen finden wir uns in der Lapa ein. Hier ist ein großes Buffet aufgebaut, das unglücklicherweise ganz allein für uns vier da ist, denn die Gäste der übrigen neun Chalets – allesamt Mitglieder einer Reisegruppe – sind zum Ärger des Managers, ohne abzusagen, nicht erschienen. 😮 Und so sitzen wir allein in dem großen Speisesaal und kommen uns etwas verloren vor, während wir das schmackhafte Abendessen verputzen und das gesamte Servicepersonal nur unseren kleinen Tisch im Auge hat. 😗

So bleibt es also heute Abend extrem ruhig bei Drotsky’s. Ganz allein streifen wir vor dem Schlafengehen über das nachtdunkle Areal und lauschen auf verräterische Geräusche, die zu unserer Freude nicht lange auf sich warten lassen.
Denn es ertönt ein vertrautes Schnarren und bald darauf haben wir die Verursacherin auch schon ausmachen können: eine Square-tailed (?) Nightjar lässt ihren Generatorensound durch die Nacht schallen.

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Einige Bäume weiter klingt es zum Tagesausklang einmal mehr „eulig“: Ein Kapkauz verrät seine Anwesenheit durch seinen markanten Ruf. Eule Nummer Drei für diesen Tag. 😁

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Mit diesem Gutenachtgruß verabschieden wir uns in unser eng-kuscheliges Zwei-für-Vier-Familienbett und freuen uns auf einen ganzen Tag in dieser herrlichen Umgebung.

Am nächsten Tag geht es weiter mit
• einer morgendlichen Birding-Bootstour,
• einem nachmittäglichen Birding-Spaziergang mit dem legendären Otto
• und einer für uns ziemlich überraschenden Sichtung zu Sonnenuntergang. 😁

Teil 1716. Feb. 2023

9. Kapitel: Birds, Birds, Birds

Ein sonniger Morgen bricht an und ein ganzer Tag bei Drotsky’s liegt vor uns. Vor dem Frühstück wird das weiche Licht das neuen Tages genutzt, um nachzusehen, was sich zu dieser frühen Stunde bereits in Bäumen und Sträuchern herumtreibt.
Meine Freude ist groß, als ich einige Red-faced Mousebirds entdecken kann, die auch noch in guter Distanz für einige Momente stillhalten. Wenn ein Tag mit einer Erstsichtung beginnt, kann er ja nur gut werden.

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Den Zwergspinten ist es am frühen Morgen noch etwas frisch – es wird geplustert und gekuschelt.

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Ein Hadeda Ibis spaziert entspannt über den Rasen.

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Außerdem lässt sich eine Lesser Striped Swallow ablichten.

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Mit einem gemütlichen Frühstück lassen wir diesen ersten Teil des Tages ausklingen. Auch heute Morgen sind wir die einzigen Gäste und der Speisesaal fühlt sich naturgemäß dadurch noch immer etwas leer an.

Bald darauf geht es ein zweites Mal aufs Boot. Der gleiche Guide wie gestern wird uns fahren. Erneut schippern wir nach Shakawe – die Bindenfischeule lässt sich aber heute früh leider nicht entdecken. Gut, dass wir gestern schon eine Sichtung hatten. 😎

Daher stehen andere Vögel im Fokus und deren Vielfalt weiß zu durchaus begeistern. Viel zu erzählen gibt es bezüglich der heutigen Ausfahrt nicht, außer, dass wir eine wirklich gute Zeit an Bord hatten, auch ohne dass jetzt die außergewöhnlichsten Sichtungen auf uns gewartet hätten. Daher zeige ich hier einfach einige Fotos, die den Verlauf der Ausfahrt gut wiedergeben.

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White-fronted Bee-eater mit Beute

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Pied Kingfisher

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Emerald-spotted Wood-Dove (dieses Mal ein unschwer zu erkennendes adultes Exemplar)

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Malachite Kingfisher (juvenil)

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Giant Kingfisher

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Reed Cormorant

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African Skimmer

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Malachite Kingfisher (adult)

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African Fish Eagle

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Malachite Kingfisher (adult – und eines meiner Lieblingsfotos der Reise)

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Holub’s Golden-Weaver

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Yellow-billed Kite

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Blacksmith Lapwing

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White-faced Whistling Ducks

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African Fish Eagle

Neben der Vogelschar lassen sich am Ufer erneut einige Elefanten beobachten.

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Außerdem sind einige Krokodile anwesend.

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Und immer wieder können wir voll mit Schilf beladene Mokoros sehen.

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Die ungefähr zweieinhalb Stunden an Bord vergehen wie im Fluge und zufrieden erreichen wir am späten Vormittag die Lodge.

Fortsetzung folgt. Alaaf!

Teil 1821. Feb. 2023

Fortsetzung

Die Mittagshitze verbringen wir am und im Pool der Lodge, auch gönnen wir uns auf der Terrasse der Lapa einen wirklich schmackhaften Mittagssnack und natürlich Malawi Shandy, Appletizer und Co. 😎
Die Vogelwelt hält ebenso Siesta. Während kurzer Streifzüge über das Areal, die in der brüllenden Hitze jedes Gramm der Fotoausrüstung spürbar werden lassen, kommen uns nur wenige Federträger vor die Linse.

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Grey Go-away-bird

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Marico Sunbird


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Golden-tailed Woodpecker

So vergehen die ersten Stunden des Nachmittags entspannt, bis es 15 Uhr wird und wir ein Date mit Otto haben, einem Guide, von dem wir viel Gutes im Vorfeld der Reise gehört und gelesen hatten, der aber nun im Management des Camps tätig ist. Wir sind froh, dass er die Zeit findet, ein wenig mit uns über das Campsite-Areal zu wandern und nach den dort ansässigen Vögeln Ausschau zu halten. Die Kinder haben auf einen ausgedehnten Spaziergang bei nach wie vor großer Wärme keine rechte Lust und so bleiben sie mit einem unserer Mobiltelefone ausgestattet in unserem Chalet und nutzen die Zeit für Playmobil.

Meine Frau und ich treffen Otto an der Bar des Campgrounds. Auch in dieser Sektion von Drotsky’s ist erstaunlich wenig los – vielleicht sind zwei Campsites belegt.
Otto ist ein ornithologisch sehr gut gebildeter Mensch und kann Interessantes über die hier lebenden Vögel berichten. Außerdem weiß er natürlich auch, wo diverse Tiere ihre bevorzugten Tageseinstände haben – ohne seine Führung hätten wir wesentliche Sichtungen im durchaus dichten Wald des Camps sicher nicht gehabt.

Als erstes Treffen wir auf einen Yellow-billed Kite, dem wir aber nur im Vorbeigehen unsere Aufmerksamkeit schenken.

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Denn Otto führt uns zielsicher zu einer ganz bestimmten Campsite, die von hohen Bäumen umstanden ist, in deren Wipfeln sich bevorzugt eine Pel’s Fishing Owl aufhalten soll. Er meint, wir sollten jetzt jederzeit bereit sein, die Eule im Flug zu sehen, denn die großen Vögel seien durchaus schüchtern, wenn es um Begegnungen mit Menschen geht. Und bald ist es soweit: Ein enorm großer brauner Vogel verlässt das Dickicht einer nahen Baumkrone und wir bewegen uns schnell und vorsichtig in seine Flugrichtung, denn im dichten Bewuchs ist die Eule schnell aus unserem Blickfeld verschwunden. Und wir haben Glück, denn wir müssen uns nur wenige Schritte durch die Büsche winden, um Aug in Aug mit der nun schön frei sitzenden Pel’s zu sein. Lange tauschen wir keine wechselseitigen Blicke aus – für einige Fotos, mit denen wir ziemlich zufrieden sind, reicht es aber zum Glück aus. Insgesamt wohnen Otto zufolge drei Pel’s auf dem Gelände von Drotsky’s: Ein Paar und eine einzeln lebende Eule.

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Als nächstes steuern wir die Campsites an, die direkt am Fluss gelegen sind. Hier hat man gute Chancen auf Long-toed Lapwing und Co.

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Zurück im Wald lässt sich einmal mehr ein Wiedehopf sehen.

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Die gerade in der Region ankommenden Narina Trogons versuchen wir mit Lockrufen aus Ottos mitgebrachter Boombox in unsere Nähe zu bringen, können sie jedoch nur im Flug kurz erspähen. Das ist etwas schade, denn Trogonen finden wir nach unserem Aufenthalt in Costa Rica wirklich schön.

Dafür führt uns Otto abseits des Weges zu einem weiteren Eulentageseinstand. Er erwartete hier einen Woodfordskauz zu finden und ist überrascht, als uns eine Schleiereule aus naher Distanz ihren müden Blick zuwendet. Einmal mehr sind wir mehr als glücklich mit einer schönen Eulensichtung.

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Zufrieden verabschieden wir uns von Otto und kehren unter den Augen diverser Buschböcke zu den Kindern zurück – eine zweite Poolsession wird schon sehnlichst erwartet. Ein Brown-hooded Kingfisher leistet uns dabei Gesellschaft.

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Den Sonnenuntergang verbringen meine Frau und ich auf dem Bootssteg, wo wir in unmittelbarer Nähe ein Nest eines Malachite Kingfisher Pärchen entdecken können. Immer wieder wird der kleine Höhleneingang von den beiden farbenprächtigen Winzlingen angeflogen, die so beschäftigt sind, dass sie sich an unserer Präsenz nicht zu stören scheinen.

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Plötzlich nehmen wir aus den Augenwinkeln am gegenüberliegenden Ufer des Flusses eine Bewegung wahr. Als wir unseren Blick dorthin wenden, sind wir überrascht und hoch erfreut! Ganz entspannt äst dort ein stattlicher Sitatungabulle, der unlängst aus dem dichten Rieddickicht herausgetreten ist. 🤩 So unverstellt und entspannt haben wir diese Antilope bisher noch nie beobachten dürfen. Entsprechend glücklich sind wir über diese unerwartete Sichtung.

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Am heutigen Abend sind noch zwei weitere Chalets besetzt und so fühlen wir uns beim Abendessen nicht ganz so einsam. Alles ist wieder schmackhaft: Die Suppe, die am Tisch serviert wird, der Hauptgang als Buffet und der abschließend servierte Nachtisch.

Auf dem Heimweg in unser Chalet ruft auch an diesem Abend wieder der kleine Kapkauz und lässt sich dadurch recht einfach lokalisieren. Und so endet der heutige Tag erneut mit der Sichtung dieser niedlichen kleinen Eule. Es kann schlechtere Ausklänge geben. 😉

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Am nächsten Tag geht es weiter mit
- einem morgendlichen Spaziergang über das Drotsky-Areal,
- einer letzten Transferfahrt durch die Mahango Core Area,
- unserer Ankunft im Mukolo Camp am Kwando
- und ganz unerwartet mit der für uns vielleicht außergewöhnlichsten Sichtung der Reise.

Teil 1927. Feb. 2023

10. Kapitel: Ein überraschendes Highlight

So langsam wird es zur schönen Routine: Mit dem Aufgang der Sonne streiche ich durch die Gegend und schaue, wer so alles neben mir bereits unterwegs ist.
Mein erster Weg führt mich in den „Drotsky-Wald“ zum Tageseinstand der Schleiereule. Und tatsächlich habe ich Glück. Die Barn Owl ist anwesend und zu dieser frühen Stunde noch aktiv. So kann ich sie zwischen den Bäumen umherfliegend beobachten und werde auch einiger wacher Blicke gewürdigt. Was für eine schöne erste Sichtung des Tages! 🙂

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Als die Sonne die Landschaft in warmes Morgenlicht taucht, hebt das unüberhörbare Gekreisch der Arrow-marked (?) Babbler an, die in kleinen Gruppen den neuen Tag begrüßen oder eher beschimpfen.

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Bald darauf stellt sich eine (leider wenig fotogene) Erstsichtung ein: Einige African Green pidgeons sitzen hoch in einem kahlen Baum.

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Kurz darauf trete ich ans Ufer. Und was fliegt vor meiner Nase davon? Ein White-backed Night Heron! Leider reicht es naturgemäß nicht für ein Foto. Aber immerhin: Der fünfte WbNH dieser Reise.

Dafür zeigt sich ein Graulärmvogel von seiner Schokoladenseite.

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Und auch die Weißstirnspinte sind bereits rege und präsentieren ihre Jagderfolge.

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Auf diesen Spaziergang folgt ein letztes Frühstück bei Drotsky’s und dann heißt es Abschied nehmen von diesem wirklich schönen Ort mit seiner fantastischen Avifauna. Wenn es nach uns geht, kommen wir auf jeden Fall irgendwann wieder. 🙂

Die Fahrt bis zur Grenze bringen wir schnell hinter uns – vorbei an dem ersten leicht belaubten Baobab unseres Lebens. Leider lässt der Stand der Sonne kein überzeugendes Foto zu und auch das landschaftliche Drumherum könnte malerischer sein. Aber immerhin: Blätterpremiere! (Das war jetzt aber noch nicht die angekündigte spezielle Sichtung… 😛 )

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Der formale Abschied von Botswana und die Einreise nach Namibia sind nach dem zügigen Ausfüllen der bekannten Formblätter schnell passé. Auch heute ist am Grenzübergang wenig los. Und so sind wir am späten Vormittag bereits wieder einmal in der Mahango Core Area und beschließen, den Loop an den Floodplains zu fahren, statt die direkte Transferroute zu nehmen. Kommt man von der botswanischen Seite in den Park, muss man die Eintrittsgebühr bei der Ausfahrt zahlen, was wir natürlich gern tun, auch wenn hier nicht kontrolliert wird, welche Route man genommen hat.
Der kleine Gamedrive verläuft ziemlich ruhig, schließlich ist es zu dieser vorgerückten Stunde bereits wieder brüllend heiß und die meisten Tiere haben sich in den dichten Busch zurückgezogen.
Einzig ein Brown Snake-Eagle und ein stattlicher Sable-Bulle schaffen es in die Fotoauswahl. Da das Licht aber bereits wieder sehr hart ist, ist das nicht wirklich schlimm.

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Und dann folgt das, was ich an Reisen durch den Caprivi nicht so recht mag: Wir fahren nach einem Tankstopp in Divundu auf die B8 und dann schnurstracks auf Teer gen Osten. Das zieht sich und ist dabei auch nicht sonderlich interessant. Und daher spulen wir jetzt etwas vor… 😉

Irgendwann erreichen wir schließlich Kongola, verlassen endlich den Trans-Caprivi-Highway und erreichen nach kurzer Anfahrt über sandige Pisten das Mukolo Camp.

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Hier waren wir 2019 zum ersten Mal und seitdem hat sich das beschauliche Camp ein Stück weiterentwickelt. Die Lapa ist ein wenig ausgebaut worden und auch die Chalets haben ein Upgrade bekommen. Unverändert geblieben sind der nette Empfang und die herzliche Betreuung durch das Besitzerehepaar Hennie und Veronica, die gegenwärtig von einem befreundeten (Fotografen-)Paar aus England unterstützt werden.
Wir bekommen die Schlüssel zur„Kingfisher“-Hütte, die mit einem Doppelbett und einem Stockbett ideal für uns ausgestattet ist, und machen uns daran, uns dort wohnlich einzurichten.

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Die Nachmittagsbootstour, auf die ich insgeheim während der langweiligen Transferfahrt gehofft hatte, ist bereits kurz vor unserer Ankunft aufgebrochen und so haben wir heute nichts Besonderes mehr vor. Was ich im ersten Moment schade finde, aber was sich dann als echter Glücksfall erweisen wird… 😎

Beim Herumstreifen im Camp kommt uns nach kurzer Zeit eine weitere Erstsichtung vor die Linse. Zwar im dichten Gehölz und niemals stillhalten wollend, zeigt sich uns ein African Paradise-Flycatcher. Mehr als ein Beweisfoto gelingt hier leider nicht – der Autofokus ist mit dem Gewirr der dünnen Äste und dem stetigen Umherwuseln des Vogels maßlos überfordert. 😣

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Während die Kinder in der Hütte eine gute Zeit haben, spazieren meine Frau und ich ausgiebig über das weitläufige Gelände des Mukolo-Camps. Das Licht des späten Nachmittags wird immer wärmer und wir genießen die trockene Hitze, die uns umgibt. Plötzlich sehen wir auf Augenhöhe an einem knorrigen Baum ein kleines Tier entlanghuschen. Nur den Schwanz können wir klar erkennen, als das Wesen in einer Baumhöhle verschwindet, und der sieht nicht nach dem eines Buschhörnchens aus. Hier lohnt sich also ein genauerer Blick. Wir postieren uns ein wenig vom Baum entfernt und hoffen, dass sich der Schwanzträger wieder aus seinem Versteck wagen wird, wenn wir uns ganz leise verhalten. Und so vergehen bestimmt zehn Minuten. Aber Geduld ist des Tierfotografen höchstes Gut und einmal mehr zahlt sie sich aus.
Erst zögerlich und dann ganz selbstbewusst, blickt uns ein Bushbaby aus der Baumhöhle entgegen. Wir sind sofort verliebt und müssen uns zusammenreißen, damit wir ganz ruhig bleiben. 🤩

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Meine Frau schleicht zu unserer Hütte, um die Kinder und die zweite Kamera zu holen und als sie zurückkommt, hat sich bereits ein zweiter Galago aus der Deckung gewagt.
Ganz fasziniert und begeistert beobachten wir die possierlichen Tierchen und können unser Glück über unsere erste Tageslichtsichtung dieser Nachtäffchen gar nicht fassen. Vielleicht drei bis vier Meter trennen uns von den kleinen Kerlen, die uns aufmerksam betrachten, aber schnell das Interesse wieder verlieren, wenn wir ganz stillhalten. Versucht man sich so wenig wie möglich zu bewegen, merkt man erst, wie schwer so ein Teleobjektiv wiegen kann…
Wir beobachten die Galagos beim Gähnen, Kuscheln und Herumklettern und sind ganz selig. Solche Momente sind es, die uns immer wieder nach Afrika zurückkommen lassen. 😁

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Bald darauf geht die Sonne über dem Kwando unter und wir genießen ein fantastisches Abendessen in der kleinen Lapa mit dem besten Bobotie, das wir jemals gegessen haben.

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Die Nacht verbringen wir sehr angenehm temperiert in unserer Hütte – kein Vergleich zu unserem ersten Besuch des Camps im Juli 2019, als wir gefühlt fast erfroren wären. 😎

Am nächsten Tag geht es Kwando-intensiv weiter mit
- einer morgendlichen Birding-Bootsfahrt auf dem Kwando
- und einer weiteren Kwando-Ausfahrt am Nachmittag, die einen leicht anderen Schwerpunkt haben wird. 😉

Teil 2006. März 2023

11. Kapitel: Kwando intensiv

Auch der heutige Tag beginnt früh mit einem Streifzug durch das Camp. Mal schauen, was sich im Mukolo Camp zu Tagesbeginn so alles herumtreibt... Hoch in den Bäumen ist tatsächlich einiges los – sogar einige Paradise Flycatcher sind unterwegs – leider aber überhaupt nicht sinnvoll fotografierbar. Der einzige Vogel, den ich heute früh ablichten kann, ist ein Brown-hooded Kingfisher, der sich im Camp immer wieder blicken lässt.

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Nach dem guten Frühstück, in dessen Rahmen die Kinder auch die Anwesenheit der beiden kleinen Camphunde genießen, besteigen wir unser Boot. Auch heute haben wir wieder – wie bisher immer auf dieser Reise – eine Privattour und freuen uns sehr über die Entspannung, die damit einhergeht. 🙂 Admiah, unseren Bootsführer und Guide, kennen und schätzen wir bereits von unserem letzten Aufenthalt hier und auch er sagt, dass er sich (vor allem an unsere Töchter) erinnere. Ein angenehmer und sehr kenntnisreicher Zeitgenosse ist er, der den Fluss wie seine Westentasche kennt und einen scharfen Blick für alles Leben im und am Fluss hat und das Boot sicher und sensibel steuert.
Die Boote legen – anders als wir es aus dem Jahr 2019 kennen – direkt unterhalb der Lapa des Camps ab. Durch einen kleinen Kanal, den Hennie und seine Leute während der Coronazeit angelegt haben und der auch in der Trockenzeit ausreichend Wasser führt, ist der Kwando von hier aus bequem zu erreichen.

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Es ist einfach schön, durch diese von hohem Schilf geprägte Landschaft zu schippern, die meist so anders ist als die Ufer, die den Kavango säumen. Hier erstreckt sich, so weit das Auge blicken kann, eine malerische Feuchtlandschaft. Die Ruhe, die diese Gegend ausstrahlt, mögen wir sehr. Ein echtes Paradies. Langsam fließt der Fluss, ebenso behäbig – und völlig allein auf weiter Flur – schippern wir auf ihm herum: stets den Ufersaum im Blick, damit uns auch ja kein Vögelchen entgeht. Und deren Zahl ist erwartungsgemäß groß.

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Wir sehen mehr als wir fotografieren können, denn nicht immer ist es leicht, vorzeigbare Bilder durch den sich im Wind hin und her neigenden Schilfwald zu machen. Bei einigen Vertretern der Avifauna gelingt es uns dann aber zum Glück doch.

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Wattled Lapwing

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Little Bee-eater

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Pied Kingfisher

Auch anderes Getier ist an diesem Morgen an den Ufern des Kwando unterwegs. Hier einige Vertreter der ansässigen Reptilien.

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Nilwaran


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Junges Krokodil im Portrait

Vor allem sehen wir während der Fahrt aber eine große Anzahl an Lechwes. Es dauert eine ganze Weile, bis wir einige dieser schönen Antilopen entdecken können, die nicht hinter fotounfreundlichen Schilfstengeln verborgen sind.

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Der Höhepunkt der Ausfahrt ist aber unbestritten eine Karminspintkolonie, die sich direkt am Flussufer befindet.

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In die Böschung haben die Vögel Bruthöhlen gegraben und auch im Bodes des Ufers sind ebensolche angelegt. Aus nächster Nähe können wir die wunderschönen Vögel, die sich von unserer Anwesenheit überhaupt nicht beeindrucken lassen, bei ihrem Tagwerk beobachten. Hier verbringen wir eine lange Zeit – an dem Farbenrausch der Carmine Bee-eaters kann man sich einfach nicht sattsehen.

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Kurz hinter der Brutkolonie wendet das Boot und wir fahren wieder zurück in Richtung Mukolo Camp. Zwischenzeitlich haben sich neue Tiere am Ufer angefunden.

Natürlich zeigen sich wieder Lechwes.

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Aber auch White-faced Whistling Ducks sind gelandet. Und fliegen bald darauf wieder fort.

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Ein African Stonechat lässt uns so nah kommen, dass ein Foto trotz schwankender Sitzwarte gelingt.

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Flusspferde tauchen hier und dort auf und wieder ab und versetzen unsere Große durch ihre Nähe in Sorge.

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Für die Kinder ist es dann ein Höhepunkt, als Guide Admiah zur Ermutigung aus Seerosen eine beeindruckende Halskette für beide anfertigt. Ganz stolz tragen sie den Schmuck und sehen möglichen Hippo-Begegnungen etwas gelassener entgegen.

Und wir freuen uns darüber, dass wir gegen Ende der Ausfahrt noch zwei (obligatorische) Malachite Kingfisher zu Gesicht bekommen. Den zweiten sogar in unmittelbarer Nähe unseres Bootes.

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Das war wieder eine so schöne und entspannte Ausfahrt, wie wir sie vor allem vom Kwando her kennen. Ist man auf diesem Fluss ganz allein unterwegs, vergisst man die Zeit und verliert sich in der Stille und im Grün des Schilflabyrinths. Einfach wunderbar.

Zurück an Land ist es zu vorgerückter Stunde wieder brüllend heiß. Malawi Shandy und Siesta stehen auf dem Programm. Und am Nachmittag schließlich noch eine zweite Ausfahrt: Nicht umsonst trägt dieses Kapitel den Titel „Kwando intensiv“.

Teil 2112. März 2023

Fortsetzung

Der Mittag und der frühe Nachmittag sind der Jahreszeit entsprechend wieder ausgesprochen heiß. Die Kinder freuen sich daher über den winzigen Pool des Camps – in diesem „Wasserloch“ kann man zwar nicht wirklich schwimmen, aber zum Abkühlen und Planschen reicht das kleine Nass allemal. Da wir, wenn wir in Afrika unterwegs sind, die Kameras eigentlich immer bei uns tragen, lassen sich auch bei dieser Gelegenheit einige Vögel verewigen.

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Yellow-bellied Greenbul

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Brown-hooded Kingfisher

Als wir uns zur inneren Abkühlung einige Kaltgetränke aus unserem Kühlschrank, der sich in einer kleinen Küchenhütte neben unserem Häuschen befindet, holen wollen, entdecken die Kinder dort plötzlich einen geisterhaft wirkenden Frosch, der im Schutz der Hütte bewegungslos den Tag verdöst. Das müsste ein grey foam-nest tree frog sein. Diese Erstsichtung freut uns sehr.

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Auf kleinen Streifzügen rund um die Hütten, die sich in unregelmäßigen Abständen über das Mukolo-Areal verteilen, kommen uns am frühen Nachmittag noch weitere gefiederte Freunde vor die Linse. Ihnen ist ebenso warm wie uns…

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Hartlaub’s Babbler

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Black-crowned Tchagra – hier bin ich mir bei der Bestimmung aber nicht ganz sicher…

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Purple-banded Sunbird (f)

Gegen 15 Uhr besteigen wir schließlich erneut eines der Boote des Camps und wieder stellt sich unsere Ausfahrt als Privattour heraus. Unser Guide ist auch heute Nachmittag wieder Admiah und er kündigt uns beim Losfahren an, dass wir auf unserer zweiten Flussfahrt einen anderen Weg nehmen und auch ein anderes Ziel verfolgen werden: „Let’s look for some Sitatunga!“ Mit dieser Idee sind wir natürlich nur zu sehr einverstanden und modifizieren allzu gern temporär den Titel dieses Reiseberichts: „Badger’s Sitatunga Tours“. 😎

Aber erstmal geht es trotzdem mit einem Vogel los. Gleich zu Beginn der Fahrt können wir einen Squacco Heron entdecken – gut getarnt in einem Feld niedriger Binsen. Seine Ansitzjagd war gerade von Erfolg gekrönt. Ein kleiner Frosch muss sein Leben lassen.

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In der nun folgenden Zeit haben wir erstmal recht wenige Sichtungen – es scheint noch zu heiß zu sein und die Tiere verstecken sich entsprechend im Ried-Dickicht. Und so fahren wir vorbei an dichten Schilfwänden und starren uns ohne nennenswerten Erfolg die Augen aus dem Kopf. 😏

Schließlich finden wir einige Lechwe-Antilopen im dichten Bewuchs. Zwar keine Sitatunga, aber auch immer wieder ein schöner Anblick.

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Und dann ist es irgendwann so weit: Ich lasse meinen Blick über ein weites Feld niedrigeren Schilfbewuchses gleiten und rufe aufgeregt aus: „Sitatunga!“ Und tatsächlich: Etwas weiter entfernt, steht ein Sitatungabulle bauchtief im Grün und stillt seinen Hunger.

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Ein schöner Anblick! Nachdem wir die Antilope ausgiebig und zufrieden begutachtet haben, setzen wir die Fahrt fort.
Weit kommen wir aber nicht, denn bereits wenige Minuten später stoßen wir auf den nächsten Sitatungabullen. Dieser äst in unmittelbarer Nähe des Flusslaufes und lässt sich von unserer Anwesenheit kaum aus der Ruhe bringen. Ganz vorsichtig manövriert Admiah das Boot in eine günstige Position und so sehen wir uns bald Auge im Auge mit der prächtigen Sumpfantilope, von der meiner Frau das weitaus bessere Portrait gelingt.

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Je später die Nachmittagsstunde, desto schöner das Licht. Nun treten wieder die gefiederten Bewohner des Kwando in den Fokus.

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African Jacana

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Banded Martin

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Long-toed Lapwing (mit klitzekleinen Küken, die man auf diesem Bild nur erahnen kann. Leider sind uns keine vorzeigbaren Kükenfotos gelungen)

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Purple Heron

Unterbrochen wird der Vogelreigen durch die Sichtungen von drei weiteren weiblichen und jüngeren Sitatungas. Ein Dokumentationsfoto gelingt dabei - und auch das leider durch den dichten Vegetationsvorhang - bei nur einer dieser Begegnungen. Bei den Übrigen wird entweder sofort die Flucht ergriffen oder uns nur ein braunes Hinterteil gezeigt.

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Sehr zufrieden mit unserer (Sitatunga-)Ausbeute kehren wir, als die Sonne bereits untergegangen ist, zum Camp zurück und ein typischer Abend nimmt seinen Lauf. Begleitet vom Konzert unzähliger Frösche genießen wir unsere Zeit bei gutem Essen. Wir lassen unsere Blicke über die vom Mond beschienen Rietfelder gleiten. Fledermäuse jagen im Licht der Scheinwerfer, die das Wasser vor der Lapa erleuchten. Ein Wels schaut uns mit starrem Blick aus der Tiefe entgegen und wir schauen zurück.

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Ein weiterer schöner Abend – und leider auch bereits der vorletzte dieser Reise. Darüber mögen wir jetzt aber noch gar nicht nachdenken, denn es liegt schließlich noch ein ganzer Tag im Caprivi vor uns!

Am nächsten Tag geht es weiter mit
- einer frühmorgendlichen Tour auf dem Kwando in einem speziellen Fotografenboot,
- unserer Ankunft in der Luxusblase der Zambezi Mubala Lodge
- und meiner Solo-Ausfahrt am Nachmittag, die ein echtes „Vogelabschlussfeuerwerk“ bereithalten soll.

Teil 2217. März 2023

12. Kapitel: Vom Kwando an den Zambezi

Auch heute stehe ich wieder im Morgengrauen auf, um durch das Camp zu streifen. Der Blick aus unserer Hütte zeigt jedoch keinen malerischen Sonnenaufgang. Stattdessen ist der Himmel mit einer milchigen Wolkendecke überzogen, die erst im Laufe des Morgens ihren Kampf gegen die Sonne verlieren wird.
Mein Weg führt mich zuerst zum Bushbaby-Baum. Erwartungsgemäß finde ich hier keinen Galago vor und so ziehe ich bald weiter. Am heutigen Morgen will mir zuerst keine nennenswerte Sichtung gelingen, bis ich dann aus den Augenwinkeln in einem hohen Baum neben der Lapa einen Greifvogel ausmachen kann, dessen Gestalt mich zuerst verwundert und dann begeistert: Hier sitzt tatsächlich ein Bat Hawk (Fledermausaar). 😁 Diesen Raptor sehe ich zum ersten Mal. Anders als die meisten Habichtartigen jagt er erst nach Einsetzen der Dämmerung, denn die namensgebenden Fledermäuse stehen auf seinem Speiseplan ganz oben.

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Am heutigen Morgen breche ich allein auf eine kleine Kwando-Exkursion auf. Denn anders als am Vortag, möchte ich das spezielle Fotoboot ausprobieren. Dieses Boot hat sein Zuhause im Mukolo Camp erst vor einigen Wochen gefunden, als Alan und seine Frau, die saisonal im Camp wohnen, es aus Südamerika hierhin überführt haben. Das Paar – er Südafrikaner, sie Britin – begeistert sich für Naturfotografie und hat das Boot selbst herrichten lassen. Hintereinander sind zwei Fotografensitze montiert, die frei drehbar sind. Vor den Sitzen ist jeweils ein stufenlos schwenkbares Stativ angebracht, auf dem ein Gimbal installiert ist, der jede Bewegung stabilisiert und butterweich macht. Sitzt man hinter dieser widerstandlos beweglichen Apparatur kommt man sich ein wenig vor wie im Geschützstand des Millenium Falcon. Star Wars im Caprivi. 😛

Admiah besetzt heute früh erneut den Stand des Bootsführers und ich fahre begleitet von Alan, der mich begeistert in die Technik einweist, auf den Fluss hinaus. Zuerst nehme ich das Stativ eher als Hindernis wahr, bin ich es doch gewohnt, aus der freien Hand zu fotografieren. Aber nach und nach macht der Einsatz immer mehr Spaß und es entstehen einige Aufnahmen, mit denen ich ganz zufrieden bin.

Auch heute Morgen kommen uns natürlich wieder vielerlei Vögel vor die Linsen und die Ausfahrt ist eine abwechslungsreiche und spannende Angelegenheit – fast bin ich neidisch auf Alan, dass er solche Touren jeden Tag unternehmen kann, wenn er möchte. Eigentlich nicht nur fast. 😉

Ein Cattle Egret fliegt vorbei – und trotz meiner Anfangsschwierigkeiten mit dem Stativ gelingt gleich zu Beginn der Tour ein scharfes Foto eines sich schnell bewegenden Motivs. Puh.

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Als nächstes steht ein Wattled Lapwing für uns Modell und hält dankenswerterweise lange genug still.

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Ein Water Thick-knee wirft uns einen gezierten Schulterblick zu.

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Und auch in den Bäumen ist etwas los. Widerstandlos werden die Sitze gedreht und die Objektive ausgerichtet. Es fühlt sich immer organischer an.

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Giant Kingfisher

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Und der erste Black-crowned Night Heron dieser Reise

Es folgen Krokodil,
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Webervogel

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und der erste Malachite Kingfisher des jungen Tages.

Und dann übernehmen die Bienenfresser die Bühne. 🙂
Zuerst geben sich die Weißstirnspinte die Ehre.

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Und schließlich erreichen wir die Brutkolonie der Karminspinte. Hier bleiben wir eine ganze Weile und genießen die Nähe der tollen Vögel erneut in vollen Zügen.

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Nachdem wir weitergefahren sind, lassen Banded Martins nicht lange auf sich warten.

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Und auch ein weiterer Malachite lässt sich von uns ablichten.

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Ein Pied Kingfisher setzt mit seinem Schwarz-Weiß kurz darauf einen Kontrapunkt zu seinem farbenfrohen Verwandten.

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Natürlich sehen wir auch heute früh einige Lechwes, die aber in der Regel entweder zu nah für die montierten 500mm oder so verschilft sind, dass ich sie nicht sinnvoll fotografieren kann. Daher entstehen nur wenige Bilder. Wir entdecken (oder erahnen?) sogar erneut eine Sitatunga – aber auch hier ist nicht an ein Foto zu denken.

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Ganz zum Ende der Tour wartet auf mich noch ein kleines Highlight in Form einer Erstsichtung. Zwei African Pygmy Geese schippern nahe der Lodge herum. Zwischen den Seerosen sind die kleinen Vögel erstaunlich gut getarnt.

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Am Ufer kann ich noch eine White-browed Wagtail entdecken, bevor ich mit meinen Lieben zusammentreffe und wir noch eine gemütliche Zeit gemeinsam im Camp mit Frühstück, Pool und Malawi Shandy verleben.

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Wir plaudern nett mit unseren Gastgebern und so vergeht die Zeit wie im Flug, bevor wir uns am Vormittag schließlich endgültig von Mukolo verabschieden müssen und in Richtung Katima Mulilo aufbrechen. So langsam stellt sich unweigerlich die Afrika-Abschiedswehmut ein. Aber noch ist es ja nicht vorbei: Mit der Zambezi Mubala Lodge steht heute eine für uns ganz neue Destination an. Wir sind gespannt.

Teil 2322. März 2023

Am späten Vormittag sind unsere Sachen gepackt und wir machen uns auf den Weg gen Katima Mulilo. Von dort aus werden wir am nächsten Tag zurück nach Windhoek fliegen und haben daher unsere letzte Nacht in der nicht sehr weit entfernt liegenden Zambezi Mubala Lodge gebucht.
Besucht man die Lodge, muss man sein Auto auf dem Parkplatz des Mubala Camps abstellen. Das Gepäck wird auf ein Boot verladen und man schippert eine Weile auf dem Zambezi in Richtung Lodge.
Schon auf dieser Transferfahrt können wir einige Vögel und Krokodile beobachten. Eines davon döst unweit des Bootsanlegers. Vogelfotos spare ich mir wegen der fiesen Lichtverhältnisse, die zur Mittagszeit herrschen.

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Entspannt erreichen wir die Lodge, deren Chalets sich am Ufer das Zambezi aufreihen.

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Der Empfang ist geschäftsmäßig. Eigentlich wollten wir heute eine Sundowner-Tour unternehmen, erfahren aber vor Ort, dass diese Tour wirklich nur auf gemütliches Herumschippern bei schöner Stimmung ausgelegt ist und keine Vogelbeobachtung (und schon gar keinen Besuch der großen Karminspintkolonie) einschließt. Alternativ wird eine spezielle Birding-Tour angeboten, die jedoch bereits um 15 Uhr beginnen würde. Wir entschließen uns nach kurzer Überlegung daher, uns zu trennen. Für meine Familie ist die frühe Abfahrt der Birding-Tour nicht attraktiv – die Kinder wollen Pool und Häuschen genießen und meine Frau bleibt gern bei Ihnen. Ich darf die Vogeltour buchen. 😁 😘

Vorher gilt es aber, unsere Unterkunft zu erkunden. Über einen Steg gelangt man zu den Häuschen. Viel Bewegungsraum ist draußen nicht – dafür aber ist das Familienchalet riesig. Ein Eingangsraum und zwei Schlafzimmer, die allesamt stilvoll (aber dabei wenig klischee-afrikanisch) eingerichtet sind. Die Kinder sind von diesem Platzangebot inklusive Sitzsack sehr angetan. Und auch den Erwachsenen gefällt es hier, hat man doch vom Balkon aus einen wirklich schönen Blick auf den Fluss.

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Bald darauf muss ich bereits meine Sachen zusammenraffen, denn mein Boot nähert sich der Lodge. Es stellt sich als kleine Nussschale heraus – da ich heute (warum auch immer?) der einzige Gast sein werde. Und so stellt sich auch dieser letzte Ausflug ganz unverhofft als überaus lohnenswerte Privattour heraus.

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Mein Guide ist vogeltechnisch fit und fährt mit mir unermüdlich kreuz und quer über den Zambezi. Dabei kommen mir erstaunlich viele Vögel vor die Linse. Einen Teil der Ausbeute möchte ich gern hier zeigen, um die Vielfalt des (Vogel-)Lebens am Zambezi zu verdeutlichen. Bilder erzählen hier mehr als Worte.

In order of appearance:

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African Fish-Eagle

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Green Sandpiper

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Krokodil

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Reed Cormorant

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Malachite Kingfisher

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Purple Heron

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White-headed Lapwing

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Great Egret mit African Open-billed Stork – Spalier

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White-faced Whistling Ducks

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Open-billed Stork

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Reed Cormorant

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Krokodil

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Gray-hooded Gull

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Long-toed Lapwing

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Ruff

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African Skimmer

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Black-winged Stilt

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Whiskered Tern (f)

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Reed Cormorants

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Ruff

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Whiskered Tern (m)

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Little Egret

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Squacco Heron

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African Jacana (juv)

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Pied Kingfisher

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Goliath Heron

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Coppery-tailed Coucal

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Common Greenshank

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Giant Kingfisher

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Pied Kingfisher

Hoch zufrieden mit der Ausbeute und schwer begeistert von der erlebten Vielfalt steuern wir schließlich das Mubala Camp an. Dort wollen wir uns an Land begeben, um die Vogelwelt innerhalb des Camps zu erkunden. Und danach wird zum Ausklang noch ein Besuch der berühmten Karminspintkolonie anstehen. Mit diesem Teil der Ausfahrt geht es aber erst im nächsten Teilkapitel weiter.

Teil 2427. März 2023

Fortsetzung Nachmittagsausfahrt Mubala Lodge

An der Anlegestelle des Mubala Camps macht mein Guide das Boot fest und wir steigen gemeinsam aus, um die Bäume des Camps nach interessanten Vögeln abzusuchen – dabei steht eine Spezies vor allen anderen im Fokus: Der Schalowturako. 🙂 Dieses prächtig-grüne Tier ist zwischen den Zelten des Camps regelmäßig anzutreffen und so sind wir guten Mutes, dass auch uns heute Nachmittag eine Sichtung vergönnt sein wird. Jedoch laufen wir zuerst ohne nennenswerte Sichtungen (Graulärmvögel und Meerkatzen zählen hier nicht… 😉 ) durch die anhaltend große Hitze des Tages. Der Guide fragt die Angestellten im Camp – keiner hat in der letzten Zeit einen Turaco gesehen oder gehört. Und so stellt sich bei mir Ernüchterung ein, bis wir dann zum Glück doch noch zwei dieser schönen Vögel entdecken können. Sie sitzen in schönem Gegenlicht und dichtem Geäst in einem hohen Baum am Rande des Camps. Geduldig umkreisen wir den Baum, um irgendwie in eine mehr oder weniger geeignete Fotoposition zu kommen – was nicht so recht gelingen mag. Als dann einer der Turacos seine Position auf einen weniger verstrüppten Ast verlagert, gelingt immerhin ein Dokumentationsfoto.

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Nach einiger Zeit fliegen die Vögel weiter und landen (Trommelwirbel!) in noch dichterem Geäst… 😣 Immerhin sitzen sie nun in besserem Licht.

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Zufrieden mit dieser Erstsichtung (und nicht so sehr mit den Fotos) geht es zurück ins Boot. Der Horizont nähert sich immer mehr der Sonne und wir steuern dem Höhepunkt der heutigen Ausfahrt entgegen: Der riesigen Karminspintkolonie, für deren Besuch allein sich ein Besuch der Mubala Lodge (oder des Camps) lohnt.

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Wir landen am Ufer an und machen das Boot an einem kleinen Baum fest. Von hier sind es vielleicht noch hundert Meter bis zur Brutkolonie.
Auf dem Weg dorthin kommt mir ein Red-headed Cisticola vor die Linse.

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Und dann bricht das große Finale an: So weit der Blick über die Ebene reicht, rasten und krächzen die Karminspinte. Es sind unzählige. Immer wieder fliegen riesige Schwärme auf und drehen einige Runden über der Kolonie. Im Licht der untergehenden Sonne ist die Szenerie in warmes Feuer getaucht.
Wir hocken uns in den Sand und ich genieße die Atmosphäre dieses Ortes in vollen Zügen. Das Fotografieren ist dabei gar nicht so einfach. Die Vögel sind im Flug pfeilschnell und schwierig zu fokussieren und die Kamera wiegt am Ende eines langen und erlebnisreichen Tages schwer. Und so versuche ich das Geschehen vor allem mit den Augen aufzusaugen und beschränke mich auf recht wenige Aufnahmen von Luft und Boden.

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Im Zwielicht des endenden Tages kehren wir zum Boot und schließlich zur Lodge zurück.

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Im prasselnden Schein eines Lagerfeuers lassen wir unsere Tour im Kreis der Familie noch einmal Revue passieren und lächeln glücklich vor uns hin. Was hat uns am besten gefallen? Die Eulen? Die Bushbabies? Die jungen Leoparden? Allgemein die Vogelwelt? Die Pools? Die verschiedenen Farmhunde? Auf jeden Fall sind alle vier von uns in den letzten zwei Wochen auf ihre Kosten gekommen.
Das anschließende bzw. abschließende ( 🙁 )Dinner ist schmackhaft und ein schöner kulinarischer Ausklang der Reise.

Am nächsten Tag geht es weiter mit
- einem letzten Birding-Spaziergang,
- einem Inlands- und einem Interkontinentalflug
- und damit mit dem Schluss dieses Berichts.

Teil 2530. März 2023

13. Kapitel: That’s all folks

Die letzte Nacht auf namibischem Boden war erholsam: In den Chalets der Mubala Lodge kann man wirklich gut nächtigen.
Der anbrechende Tag beginnt mit einer kleinen Vogelpirsch über das Gelände der Lodge. Viel Raum bietet sich einem hier nicht: Man ist auf Stege und einige überschaubare Wiesenflächen beschränkt.
Trotz dieses kleinen Radius‘ lässt sich eine ganze Zahl an Vögeln zum Ausklang unserer Birding-Tour beobachten.

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Terrestrial Brownbul

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Arrow-marked Babbler

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White-browed Robin-Chat

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White-fronted Bee-eater


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Tawny-flanked Prinia

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Grey Go-Away-Bird

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Black-collared Barbet

Zwischendurch bieten einige Mokoros auf dem Sambesi recht malerische Motive abseits der gefiederten Freunde.

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Das Frühstück der Lodge hält bald eine schmackhafte Auswahl verschiedener Speisen und Getränke für uns bereit und so gestärkt packen wir unsere Taschen und lassen das Transferboot beladen.
Mit Wehmut im Gepäck geht es zum Mubala Camp, wo bereits unser treuer Fortuner auf uns wartet und die letzten Kilometer bis zum Katima Mulilo Airport mit uns zurücklegt.
Dort erwartet uns bereits ein Mitarbeiter von Desert Car Hire und nimmt nach kurzer Endabnahme unseren fahrbaren Untersatz in Empfang. Vor ihm liegt nun eine lange (!) Transferfahrt nach Windhoek. Wir winken sehnsuchtsvoll hinterher und werden es etwas bequemer haben.

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Der Flughafen von Katima Mulilo ist an Übersichtlichkeit kaum zu übertreffen. Er besteht aus einem kleinen Gebäude für Abflug und Ankunft. Davor stehen einige Bänke, auf denen nach und nach weitere Reisende platznehmen. Wir verdösen so die Mittagshitze und dürfen irgendwann in den Flieger nach Windhoek steigen.

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Der Flug mit Fly Nambia vergeht schnell und ereignislos und wir landen pünktlich auf dem Flughafen Eros. Nur hat uns leider unser im Vorfeld organisierter Transfer zum internationalen Flughafen vergessen… Und so warten wir erst etwas ratlos, telefonieren dann und warten anschließend wieder. Zum Glück haben wir genug Zeitpuffer…
Als dann irgendwann unser Transfer eintrifft und unter freundlichen Entschuldigungen unser Gepäck verlädt, bricht die letzte Etappe unserer kleinen Tour an. Bald erreichen wir den Flughafen und alles Weitere verläuft nach Plan.

Hinter uns liegen 13 wundervolle Tage.
Vielfältige Ausfahrten mit Auto und Boot.
Entspannte Stunden an wunderbaren Orten.
Ein schönes Treffen mit Forumsfreunden.
Unvergessliche Sitatunga- und Bushbabybegegnungen.
Und 130 auf Fotos festgehaltene Vogelarten.

Nun ist es aber Zeit auszusteigen, denn die Reise ist beendet. Vielen Dank für eure Begleitung und vor allem für eure wertschätzenden Kommentare.

Südliches Afrika - Tot ziens!

Teil 2617. Apr. 2023

Liebe Abschluss-Kommentierende,
nun sind wir seit vorgestern von unserer kleinen Reise in die Provence und die Camargue wieder zurück und es ist Zeit, Danke zu sagen für eure zahlreichen wertschätzenden Grüße zum Ende des Reiseberichts! Ich habe mich über jeden einzelnen von ihnen sehr gefreut! Es hat wie immer großen Spaß gemacht, mit euch eine Afrika-Reise nachzubereiten. Schön, dass der Bericht für den einen oder anderen Tipps bereithalten konnte oder euch zu Erinnerungen an eigene Touren eingeladen hat.
Mir hat die Reise einmal mehr gezeigt, dass das Beobachten und Fotografieren von Vögeln ein wirklich schönes Hobby ist, dem ich auch in Frankreich in Maßen nachgehen konnte.
Für die Vogelinteressierten unter euch füge ich daher als (afrikaferne) Zugabe dieses Birding-Berichts ein paar Auszüge der Ausbeute einiger Spaziergänge an. Leider waren die Bienenfresser und die Blauracke noch nicht wieder vor Ort. Aber auch so gab es einiges zu entdecken.

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Kuhreiher

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Rothuhn

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Triel

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Zwergtrappen

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Schwarzmilan - sieht man doch... 😎

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Uhu-Suchbild

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Flamingos

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Graureiher

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Sichler

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Säbelschnäbler

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Stelzenläufer

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Seidensänger

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Samtkopfgrasmücke

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Bekassine

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Rotschenkel

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Dunkelwasserläufer

Jetzt freue ich mich auf Berichte aus eurer Feder, die mir die Wartezeit auf den nächsten Afrika-Trip verkürzen.
Im Sommer bleiben wir Europa treu und werden erstmals Skandinavien erkunden: Mit Astrid Lindgren Land, den Metropolen Stockholm und Oslo und den Moschusochsen des Dovrefjell ist hier hoffentlich auch wieder für alle Familienmitglieder etwas dabei.
Und im Herbst - also in einem knappen halben Jahr - lockt uns der Kruger zu unserer jedes zweite Jahr stattfindenden Traditionssafari. So lange währt der Afrika-Entzug also nicht. 🙂

Ganz herzlich grüßt euch
Sascha

Badger's Birding-Tours: Caprivi im Oktober 2022 von H.Badger

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/302359-badger-s-birding-tours-caprivi-im-oktober-2022

Stand: letzter Berichtsteil vom 17. Apr. 2023

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