Im November und Dezember 2022 sind wir zu zweit drei Wochen in Ägypten unterwegs – vom Sinai über die Westlichen Oasen bis nach Alexandria. Organisiert hat die Oasentouren Peter Wirth aus der Bahariya-Oase: zwei mehrtägige Geländewagentouren mit Fahrer, weil Selbstfahren wegen Militär- und Polizeiauflagen kaum machbar ist – auch für uns nicht, obwohl wir sonst leidenschaftliche Selbstfahrer sind.
Nach ruhigen Tagen in Dahab und einem Ausflug zum Katharinenkloster geht es in die Weiße Wüste, wo wir unter freiem Himmel übernachten und unser Fahrer uns auf zwei Gaskochern ein Vier-Gänge-Menü zaubert. In den Oasen dazwischen erkunden wir mit Guides verwinkelte Lehmlabyrinthe, eine frühchristliche Nekropole und übernachten bei einer Österreicherin, die mit ihrem Mann eine Zeltfarm mitten in der Wüste betreibt. Weil Russland und die Ukraine als bisher größte Besuchergruppen ausbleiben, erleben wir Luxor und Kairo fast menschenleer. In Siwa wohnen wir in einem traditionellen Lehmbau und fahren mit dem Eselskarren zu Gräbern und Tempeln, bevor es in die Dünen der Libyschen Wüste geht – Salzseen, heiße Quellen, ein Wüstencamp. Dort bahnt sich eine fiebrige Erkältung an, die uns die letzten Tage in Siwa und in Alexandria ausbremst.
Unser Fazit: Auf der ganzen Oasentour begegnen wir nur vier weiteren westlichen Reisenden und fühlen uns trotz zahlreicher Militär- und Polizeikontrollen durchgehend sicherer als etwa in Südafrika oder Mexiko. Ohne Arabischkenntnisse und ohne die komplizierte Permit-Organisation würden wir hier nicht selbst fahren – mit Ortskundigen lohnt sich diese Route umso mehr.
Diese Übersicht wurde automatisch erstellt und vom Autor freigegeben.
Teil 125. Nov. 2022
Hallo,
ich war schon lange nicht mehr in diesem Forum. Habe aber vor über 10 Jahren tolle Tipps zu unserer Botswana Reise hier erhalten.
Wieso gibt es eigentlich keine Reiseberichte über Ägypten hier? Oder habe ich was übersehen?
Wir haben gerade eine dreiwöchige Tour durch den Sinai und die Westlichen Oasen hinter uns. Es war traumhaft. Gibt es Interesse in diesem Forum an einen Bericht?
Teil 226. Nov. 2022
Unsere Reise hat eine Vorgeschichte.
Wir waren zu Corona Zeiten in Ägypten selbstorganisiert unterwegs und haben auf einer Dahabjya Niltour zwei Mitarbeiter der deutschen Botschaft getroffen. Auf der Bootstour waren wir nur zu sechst. Mein Traum war es schon immer die westlichen Oasen und den Sinai zu bereisen. Die zwei Mitreisenden sagten uns, dass es überhaupt kein Problem wäre dorthin zu reisen. Die Sicherheitswarnungen wären überzogen und sie sind dort oft unterwegs. Sie haben uns dann den Kontakt zu Peter Wirth, dem Oasen Experten in der Bahariya Oase vermittelt. Mit Peter haben wir dann im August unsere Rundreise in den Westlichen Oasen organisiert. Die Verbindung von Siwa nach Bahariya ist für Ausländer gesperrt, also hat er zwei Touren für uns zusammen gestellt… Kairo über Baharjya, Weiße Wüste, Dhakla, Al Kharga nach Luxor… und Kairo, Siwa und zurück über Alexandria nach Kairo. Selbstfahren geht wohl auch, ist aber nicht günstiger und schwierig mit Permission vom Militär und der Polizei. Alle unsere Fahrer hatten Zettel dabei und wir mussten oft zur örtlichen Polizei bzw. dem Militär. Wir hatten auch mehrere Militär Eskorten nur für uns.
Aber unsere Reise startete ja im Sinai
Teil 326. Nov. 2022
Flug mit Austrian über Wien nach Kairo. In Kairo angekommen war unser schon bezahltes Hotelzimmer weg. Dank booking.com und 'uber taxi' haben wir nach nervigen Telefonaten doch noch ein Zimmer in Flughafennähe gefunden. Am nächsten Morgen ging es weiter mit Egyptair nach Sharm El Shaik. Dort wurden wegen der kurz bevorstehenden COP27 fleissig Bordsteinkanten gestrichen, Rollrasen und Palmen verpflanzt und ziemlich viel rumgebaut. Wir haben wegen der Klimakonferenz unsere Reise vorverlegt, da Flüge und Hotel in ganz Ägypten (Ausnahme die Oasen) ausgebucht waren und Preise exorbitant nach oben gingen. Von Sharm sind wir dann mit dem Taxi nach Dahab, um uns dort zu aklimatisieren und einige Tage einfach zu entspannen.
Unser Hotel an der Lagune von Dahab für 6 Nächte
Der Ort Dahab hat noch immer etwas Hippieflair
Impressionen von Dahab
Teil 427. Nov. 2022
Nach einigen Tagen wurde es uns dann doch langweilig den Strand auf und ab zu laufen. Also wurde kurzerhand ein Fahrer organisiert und auf ging's zum Katharinenkloster. Wir wollten eigentlich noch auf den Berg Sinai, aber das hätte bedeutet Nachts um 23 Uhr mit dem Auto 2,5 Stunden bis zum Ausgangspunkt der Wanderung, dann ca. 3 Std rauf auf den Berg um zum Sonnenuntergang oben anzukommen. War uns einfach zu anstrengend. Im Kloster angekommen waren kaum westliche Touristen zu sehen, einige unerschrockene Pilger aus Mexiko, Philippinen und Indien schauten sich noch das Kloster an. Zurück begleitete uns für einige Kilometer ein Militäreskorte.
Kaum Besucher
11 Meter hohe und 3 Meter dicke Mauern gegen feindliche Eindringlinge
warten auf Pilger bzw. Touristen
Der berühmte Dornenbusch Der Turm wurde vom Zaren gespendet
Teil 527. Nov. 2022
Der letzte Abend im schönen Dahab. Weiter gehts dann über Kairo in die Westlichen Oasen
Teil 627. Nov. 2022
Am nächsten Tag fuhren wir ca. 1.5 Stunden nach Sharm. Dort liefen die Vorbereitungen für die COP27 auf absoluten Hochtouren… es wurde noch mehr angepflanzt und verschönert. Am airport kam unser Auto mitsamt uns Insassen auf eine Rampe und wurde durchleuchtet. Der Flug mit Egyptair war wie immer pünktlich. Wir hatten schon Befürchtungen aber in Kairo angekommen, klappte die Reservierung unseres Hotels diesmal super. Da die Fahrt in die Bahariya ca. 5 Stunden dauert, wurden wir von unserem Fahrer am nächsten Tag recht früh abgeholt. Die Fahrt in die Oase war extrem eintönig, es gab nix zu sehen aber überall guter Internetempfang.
Die Megastadt Kairo platzt aus allen Nähten. Um die Stadtautobahn zu verbreitern, werden die Häuser einfach um einige Wohnungen zurückgebaut
Das International Hot Spring Hotel von Peter Wirth und seiner Frau
Der Blick vom Hausberg war fantastisch
Dattelpalmen über Dattelpalmen
Da der Rotary Club aus Kairo im Hotel anwesend war, gab es ein Kulturprogramm. Die Ärzte unterstützen das lokale Krankenhaus in der Oase
Peter gab uns in seiner Peter Bar eine ausführliche Einführung in unseren bevorstehenden Touren
Teil 727. Nov. 2022
Am nächsten Tag fuhren wir dann mit einem Geländewagen in die nahegelegene Schwarze Wüste. Rast machten wir bei einem Verwandten unseres Fahrers. Kurze Zeit später waren wir auch schon am Anfang der Weißen Wüste
Rast bei einem Cousin unseres Fahrers
Noch Feuerholz für das Barbeque besorgt
Der Anfang der Weißen Wüste
Teil 828. Nov. 2022
Die Weiße Wüste ist wirklich ein Traum. Aber seht selbst. Unser Fahrer hatte schon das Nachtlager aufgebaut und uns dann doch tatsächlich ein Vier Gänge Menü auf zwei Gaskochern gezaubert. Unglaublich, es gab Suppe, Salat, Gemüse, Reis und Grillfleisch, an den Nachtisch kann ich mich nicht mehr erinnern. Die Nacht habe wir auf einer dünnen Matratze verbracht und entsprechend schlecht geschlafen aber als wir dann zum Sonnenuntergang auf einen Steinhügel sind, war alles vergessen und wir waren von der Schönheit der Wüste überwältigt. In der Ferne sah man zwei weitere Zelte. Ansonsten haben wir niemanden getroffen
Chicken mit Mushroom wurde uns gesagt
unser Nachtlager Unser Fahrer mit den zwei Gaskochern Es wird sehr früh dunkel in Ägypten zum Sonnenaufgang, rauf auf den nahen Steinhügel
Teil 928. Nov. 2022
Schnell noch ein Autowechsel, denn die nächsten 1000 km waren asphaltiert und nach 4 Stunden waren wir in in der Nähe der Dakhla Oase. Auf dem Weg besuchten wir den Deir El Hagar Tempel und die Muzuwaka Gräber
Deir El Hagar Tempel, wieder nur wir zwei unterwegs
warten auf die einzigen Touristen das Innere der Grabkammern
Teil 1028. Nov. 2022
Das Lehmlabyrinth von Al Qasr war nicht mehr weit. Ohne den Guide hätten wir uns wohl total verlaufen in den verwinkelten Gassen. Im Sommer herrscht eine gute Luftzirkulation und auch vor Sandstürmen schützt die Siedlung. Nur leben möchte da niemand mehr, ohne Strom, Kanalisation und in einfachen Lehmhütten, die nur mit dem Esel oder zu Fuß zu erreichen sind… sehr verständlich.
Die Moschee
Detail der Weizenmühle Das Labyrinth
unser Guide für die Tour
auch wieder KEIN weiterer Tourist
Teil 1130. Nov. 2022
Am nächsten Tag haben wir ein weiteres mittelalterliches Lehmdorf 'Balat' besucht. Ein netter Guide führte uns durch das Labyrinth. Die wundervoll verschlungenen Gassen schlängelten sich durch niedrige Korridore, vorbei an Gaudi-artig geformten Bänken. Die kleinen Türen wurden gebaut, um das Klima kühl zu halten und potentielle Eindringlinge zu verwirren. Auch hier waren wir die einzigen Besucher
Immer dem Guide hinterher
Unser Leibwächter für die nächsten zwei Tage
Ein kurzer Stopp galt dem Hibis Tempel. Hier wurden wir begleitet von einen örtlichen Polizisten, obwohl keine Menschenseele zu sehen war und der Tempel recht abseits liegt. Der Tempel von Hibis ist der größte und am besten erhaltene altägyptische Tempel in der Kharga-Oase sowie das einzige Bauwerk in Ägypten aus der persischen Zeit und in einem relativ guten Zustand
Die Cafeteria war bestimmt auch mal besser besucht
Teil 1230. Nov. 2022
Danach besuchten wir noch die Nekropole El-Bagawat, ein Lost Place in der Wüste. Sie zählt zu den ältesten christlichen Friedhöfen der Welt. Die meisten Gräber bestehen aus einfachen Krypten, die aus Lehmziegeln gebaut wurden. In einigen Gräbern aber zieren gut erhaltene Bibelszenen die Wände. Der Highlight ist die Exodus Kapelle mit den Deckenmalereien.
Die Nacht verbrachten wir bei Anna, einer Österreicherin, die mit ihrem Mann eine 'Farm' bei Ain Umm Labakha betreibt und Zelte für Reisende bereitstellt. Der Ort ist unglaublich, Al-Kharga ist ca. 8 km entfernt und drum rum ist nichts, nur Sand und Schakale.
Interessant fand ich die identischen Farben... Guide/Tourist
Die Zelte bei Anna waren so klein, dass wir jeweils quer drin schlafen mussten. In der Nacht waren ihre zwei Hunde sehr aktiv und schlugen öfter an, aber zum Glück gibts ja Ohropax … und sowas in der ansonsten total ruhigen Wüste. Den Sonnenaufgang wollten wir unbedingt von einem der Hügel genießen, also raus in der Kälte und durch den Sand gewandert. Nach dem Frühstück fuhren wir zuerst nach Al Kharga zum Touristenbüro und ein neuer Fahrer wurde für uns eingesetzt. Danach vorbei an Polizeistationen und 5 Stunden durch die endlose Wüste Richtung Luxor.
Die Farm von Anna und ihrem ägyptischen Mann
Hier hats wohl jemand nicht rechtzeitig vom Berg geschafft
Das Frühstück war super, mit selbst gemachter Mangomarmelade und Anna erzählte uns von ihrem Leben auf der Wüstenfarm
Hier ist uns die Polizeieskorte abhanden gekommen
Eine Raststätte auf dem Weg nach Luxor
Teil 1401. Dez. 2022
In Luxor angekommen haben wir uns nach dem Zelten im Wüstensand erstmal den puren Luxus gegönnt. Für drei Nächte sind wir in das Nebengebäude des legendären Winter Palace an der Corniche gezogen. Im Hauptgebäude residierten schon Fürsten, Staatsoberhäupter und weitere berühmte Gäste… das war uns dann doch zu teuer. Der Pavillon Winter Palace ist die perfekte Wahl, liegt im Innenhof des WP und man genießt sämtliche Vorteile wie Pool, den bezaubernden Garten für einen viel geringeren Preis.
Den nächsten Tag ist das Sightseeing ausgefallen, uns hat der 'Fluch des Pharaos' erwischt, wahrscheinlich wars die LKW Raststätte auf dem Weg nach Luxor. So verbrachte ich fast den ganzen Tag im Zimmer oder im Garten
Der Pavillion Winter Palace
Winter Palace vom Garten aus gesehen
Der Ausblick vom Zimmerbalkon
Teil 1501. Dez. 2022
Als es uns wieder besser ging, haben wir den Luxor Tempel besucht. Bei unserem Aufenthalt im letzten Jahr wurde der Tempel für die Eröffnung der Sphinx Avenue aufwendig als Bühne umgebaut. Weshalb so wenig Touristen den Tempel diesmal besuchten, war uns auch nicht klar. Es fehlen allerdings viele russische und alle ukrainischen Touristen im ganzen Land und die waren die größte Touristengruppen. Wir haben uns jedenfalls über die Leere gefreut.
Beim letzten Mal hatten wir schon die anderen Sehenswürdigkeiten wie Karnak Tempel, Tal der Könige angeschaut. Ein Highlight damals war auch die Ballonfahrt am frühen Morgen über das Tal der Könige. Einige Bilder von der Ballonfahrt möchte ich euch nicht vorenthalten… das war einfach unbeschreiblich
Der Luxortempel
Die neueröffnete Sphinx Avenue ist ca. 3km lang und geht vom Luxor- zum Karnak Tempel
Die Corniche
Sonnenuntergang am Nil
Smalltalk von Kalesche zu Kalesche
Mit der Kalesche durch das trubelige Luxor
Teil 1602. Dez. 2022
Am nächsten Tag flogen wir mit Egyptair nach Kairo. Wir blieben diesmal zwei Nächte und hatten das Steigenberger am Tarhir Platz vorgebucht… sehr komfortabel und zentral.
Die Pyramiden, das ägyptische Museum, das koptisches Viertel und die Zitadelle hatten wir uns schon beim letzten Aufenthalt angeschaut. Uns zog es diesmal in die Altstadt… in das islamische Viertel. Die Anfahrt morgens mit 'Uber Taxi' klappte gut und wir schauten uns die unzähligen Moscheen, Mausoleen, Paläste, Badehäuser etc. und das geschäftige Treiben in den Straßen an. Lief auch ganz entspannt, bis wir dann zum Freitagsgebet an der größten Moschee in Ägypten ankamen. Die Straßen waren plötzlich so voll von betenden Menschen, dass wir uns in eine Seitengasse flüchteten und erstmal eine Teehaus zum Entspannen aufsuchten. Uber-Taxis fuhren nicht mehr und das bedeutete, mehre Kilometer durchs Gewusel bis zur nächsten Metro-Station laufen.
Mein Tipp: die Uber Taxis in Ägypten sind der Hit… sehr günstig, man kann Komfort Taxis buchen und man sieht in der APP wo sich der Fahrer gerade befindet.
Blick vom Qalawun Komplex
Der Qalawun Komplex von innen
Landmarke in der Muizz Straße, das Sabil-Kuttab
Koshary, hier gibts das Nationalgericht. Irgendwas mit Nudeln
Brotlieferant auf dem Rad.
zwei Generationen
Ich liebe es Menschen zu fotografieren
Die Megastadt platzt aus allen Nähten
Teil 1704. Dez. 2022
Am darauf folgenden Tag sollte es in die Oase Siwa gehen. Das bedeutete ca. 9 Stunden Autofahrt. In Marsha Mutru machten wir kurz Halt am 'Rommel Beach', der ist tatsächlich nach dem alten Wüstenfuchs 'Erwin Rommel' benannt. In Marsha Mutru herrscht im Sommer Hochsaison, da dann die ganzen Leute aus Kairo und Alexandria einfallen, die übrige Zeit fällt der Ort in einen komatösen Schlaf. Nach einigen weiteren Militärkontrollen in der Wüste kamen wir dann endlich in Siwa an. Wir bezogen gleich unser Zimmer in der Albabenshal Lodge unterhalb des Forts. Die Lodge ist ein Traum, ein traditioneller Lehmbau mit super Dachterrasse und auch hier ein Labyrinth zum Verlaufen. Anschließend sind wir zum Sonnenuntergang rauf auf das Fort Shali. Westliche Touristen gab es wieder kaum, der Ort ist allerdings sehr beliebt bei Kairoern.
Kurzer Stopp am Rommel Beach in Marsha Mutru
Die Albabenshal Lodge, ein tradioneller Lehmbau
Fotos aus der Lodge
Das Labyrinth der Lodge
Das dörfliche Leben vor der Lodge
Der Frühstücksraum
Der Ausblick von der Dachterrasse
Das Shali Fort oder auch Alt Siwa
Teil 1806. Dez. 2022
Das Programm für den nächsten Tag: Eine Geländewagen Tour durch die Dünen der libyschen Wüste mit Mr Khaled. Vorab benötigten wir aber die Permits vom örtlichen Militär und der Polizei. Es war sogar vorgesehen, dass ein bewaffneter Polizist mit fahren sollte, das konnten wir aber noch abwenden. Mr Khaled fuhr zuerst zu den Salzsalinen. Hier legten wir uns dann wie im Toten Meer ins Wasser. Allerdings gab danach erstmal keine Möglichkeit sich abzuduschen. Also ungeduscht ins Auto und Mr Khaled fuhr in einen 'Affenzahn' rauf und runter über die großen Sanddünen. Nach einiger Zeit erreichten wir dann eine Oase, wo wir uns in dem heißen und eisenhaltigen Wasser vom Salz befreien konnten. Danach besuchten wir noch die 'Cold Lake Area', um dann den Tag mit einem Sonnenuntergang auf einer Düne zu beenden.
Übernachtet haben wir in einem Wüstencamp, zusammen mit einem Beduinen und zwei Hunden. Zum Dinner im Wüstencamp waren noch einige feiernde Kairoer anwesend, denen aber wohl die Pritschen in den Hütten zu einfach waren, und deshalb um 22 Uhr das Camp in Richtung Hotel in Siwa wieder verließen.
Schweben in den Salzsalinen
In den Hot Springs konnten wir uns vom Salz befreien
Auch hier, Dattelpalmen
und weiter auf und ab durch die Sanddünen
Cold Lake Area mitten in der libyschen Wüste
Unser Camp für die Nacht
Teil 1906. Dez. 2022
Mir war den ganzen Tag über schon etwas sonderbar. In der Hütte Abends dann, kam noch Fieber und Husten hinzu. Dank Ibu konnte ich einigermaßen schlafen. Dreimal dürft Ihr raten was ich mir eingefangen hatte 😵 . Die Tests, die wir vorsorglich mitgenommen hatten, schlugen zwar nicht an… aber zu Hause in D angekommen, hatte ich wohl in Ägypten meine zweite Corona Infektion.
Mr Khaled holte uns aus der Wüste ab, um uns zu unserer Lodge zu fahren. Geplant war… gleich mit dem Eselskarren die nahegelegen Sehenswürdigkeiten zu erkunden aber ich musste erstmal ins Bett. Gegen 11 Uhr sind wir dann, im wackeligen Eselskarren sitzend, durch die staubigen Straßen kutschiert zu werden. Wir hielten am Grab von Si Amun an, schauten uns den Orakel Tempel und den Umm Amon Tempel an und sollten laut dem Beduinen ein Bad in den Kleopatra Pools nehmen. Mir war aber nur nach einen Frischgetränk zumute. Nach 2,5 Stunden fuhren wir auch wieder zum Hotel zurück. Am frühen Abend schaffte ich es noch auf das Shali Fort… der Blick von oben ist einfach zu schön.
Mit dem Eselskarren durch die staubige Umgebung
20.000 Einwohner, 300.000 Dattelpalmen
Tomb of Si Amun
Portrait eines wohlhabenden Griechen in der Gruft
Amun Tempel
Kleopatra Pools
Die staubigen Straßen
Das Fort von 'Neu Siwa' aus gesehen
Die zwei Männer konnten noch die traditionelle Lehmbauweise und waren als Bauarbeiter im Hotel beschäftigt
Gesamtansicht vom Fort Shali
Ein letzter Blick
Teil 2007. Dez. 2022
Nach dem Frühstück wartete schon der Fahrer auf uns… ca 8 Stunden sollte es dauern bis wir Alexandria erreichten. Peter hatte dort ein Zimmer für uns in der Deutschen Seemannsmission reserviert. Ein wunderschöne alte Villa und Innen gerade frisch renoviert. Liegt etwas versteckt und von außen nicht erkennbar in einer ehemaligen Villengegend. Das Seemannsheim lebt von Spenden und hat einen Verwalter, den Sebastian. Sebastian bot an, mit uns noch einiges am Abend zu unternehmen. Da es mir allerdings nicht so gut ging, wollten wir nur kurz in eines der Cafehäuser und etwas an der Corniche entlangschlendern. Alexandria ist viel relaxter als Kairo und hat teilweise noch den mondänen Charme der alten kosmopolitischen Mittelmeermetropole. Hier wären wir gerne noch einen Tag länger geblieben aber am nächsten Tag sollte es schon in die Heimat gehen.
Mein Fazit zu Ägypten: Ich wollte schon immer das Land der Pharaonen bereisen. Mich hat allerdings bisher der Massentourismus abgeschreckt. Schon unsere erste Reise in Corona Zeiten 2021 war ein Traum. Es waren kaum Menschen in den Tempeln unterwegs und auf der kleinen Nil-Cruise waren wir zu sechst. Der Zeitpunkt war einfach super gewählt.
Auf der Oasen-Tour diesen Oktober/November haben wir nur 4 westliche Touristen getroffen (die wurden auch von Peter Wirth in die Wüste geschickt) und in Siwa waren einige junge Kairoer unterwegs. Wahrscheinlich zeigen hier die Sicherheitswarnungen der westlichen ausländischen Vertretungen ihre Wirkung. Im Gegensatz zu Süd Afrika und Brasilien, Kolumbien, Mexiko etc. ist die Kriminalität viel niedriger und trotz der vielen Militär- und Polizeikontrollen bzw. Eskorten haben wir uns sehr sicher gefühlt. Als Selbstfahrer ist die Tour NUR zu empfehlen, wenn man arabisch spricht. Soldaten und Polizisten sprechen kaum Englisch, Schilder sind oft nur auf arabisch. Unsere Fahrer mussten einige Male nach dem Weg fragen, weil die Straße wegen Baumaßnahmen plötzlich endete. Auch die Organisation der Permits ist kompliziert. Dabei sind wir eigentlich leidenschaftliche Selbstfahrer, aber hier ging's nicht.
Das Deutsche Seemannsmission
Kira der Haushund, natürlich ein deutscher Schäferhund