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Reisebericht · namibia-forum.ch

FotoGnu in Namibia...

von FotoGnu · ab Sept. 2021 · Selbstfahrer · 24 Teile

Über diesen Reisebericht

Von Windhoek aus sind wir im September und Oktober 2021 zu zweit mit einem gemieteten Hilux und Dachzelt unterwegs und wechseln Camping mit Lodge-Nächten ab. Im privaten Okonjima Nature Reserve gelingt uns die Erstsichtung einer Braunen Hyäne, und nachts pirschen wir zu Fuß zu einem besenderten Schuppentier, das in aller Ruhe nach Ameisen sucht.

Im Etosha-Nationalpark sehen wir nahe Halali ein Spitzmaulnashorn, an den Wasserlöchern liegen Löwen, und mehrfach entdecken wir eine Leopardin im Baum - einmal vertreibt eine einzelne Elefantenkuh ein ganzes Löwenrudel aus dem Gebüsch. In Halali werde ich von einer Maus gebissen, in Namutoni treibt uns wenig später ein Buschfeuer im Camp aus dem Zelt.

Weiter geht es durch den Caprivi: Im Mahango- und Bwabwata-Nationalpark sowie im Mudumu-Nationalpark bringen uns Boots- und Pirschfahrten auf Okavango und Kwando nah an Nilpferde, Elefanten und Rappenantilopen, und in der Kwando Core Area finden wir ein Rudel von rund zwanzig Wildhunden mit Welpen. Bei der Weiterfahrt zum Waterberg-Plateau wird uns an einem Geldautomaten in Grootfontein die Bankkarte gestohlen; Polizeianzeige und ein monatelanger Streit mit unserer Bank um die Erstattung folgen, der sich am Ende doch noch zu unseren Gunsten löst. Am Waterberg tracken wir Nashörner zu Fuß und kommen ihnen auf wenige Meter nahe, bevor die Reise zurück nach Windhoek führt.

Teil 126. März 2022

FotoGnu in Namibia:
Abenteuerlicher als geplant, schöner als erwartet!



Vorwort

Hallo liebe Foristen,
auch ich möchte mich für die vielen Infos, die ich im Vorfeld unserer Namibia-Reise hier im Forum bekommen habe und für die unterhaltsamen Stunden, die ich mit Euren Reiseberichten verbringen durfte, mit einem eigenen Reisebericht bedanken.

Kurz zu unserem Hintergrund: Mein Mann Lars und ich waren das erste Mal 2016 in Afrika und haben uns bei unserer Tour durch den Süden Tansanias das Afrika-Virus eingefangen, das uns seither nicht mehr los lässt! Kein Wunder, denn unsere große gemeinsame Leidenschaft ist die Tier-Fotografie. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann das hier: www.fotognu.de.

Dabei war „Afrika“ für uns eine ganze Weile synonym zu „Ostafrika“ und wir hatten das südliche Afrika als Safari-Destination überhaupt nicht auf dem Schirm. Das änderte sich erst, als wir darüber nachdachten, eine kleine berufliche Auszeit in Afrika zu verbringen und uns sehr schnell klar wurde, dass wir uns zwölf Wochen im bisherigen Urlaubsstil (als Lodge-Urlauber mit privatem Driver-Guide) auf keinen Fall leisten könnten. In Kenia oder Tansania selber zu fahren, kam für uns aber auch nicht infrage, dafür hatten wir mit den Profi-Fahrern vor Ort schon zu viele krasse Situationen mit Flussdurchfahrten, dem berüchtigten „black cotton soil“ und korrupten Polizisten erlebt. (Ich weiß natürlich, dass einige Foristen hier ganz entspannt selber durch Ost-Afrika fahren - meine Hochachtung ist Euch sicher!)

Und so bekamen wir doch noch das südliche Afrika auf den Schirm und ein erster „Schnupper-Urlaub“ in den privaten Games Reserves im Kruger und Greater Kruger überzeugte uns voll von der Safari-Tauglichkeit Südafrikas. Hierher, nach Südafrika, das wurde beschlossen, sollte also unser kleines Sabbatical gehen!

Das kostensparende Camping hatten wir in diesem Urlaub allerdings noch nicht ausprobiert, diese Erfahrung wollten wir 2021 angehen: Ohne Erfahrung im Selber-Fahren und Camping sollte es das - Gerüchten zufolge - „einfachste“ afrikanische Land sein, also Namibia. Dabei hatten wir allerdings während der gesamten Planungsphase stark die Befürchtung, dass Namibia bezüglich der Tier-Sichtungen nicht mit unseren bisherigen Urlauben mithalten können würde…

Bei der Planung unserer Tour stand also die Tier-Fotografie absolut im Fokus. Darüber hinaus war uns wichtig, nicht ausschließlich im Dachzelt zu schlafen (für den Fall, dass wir zwei Rücken-Kranke damit Probleme bekommen würden) und die Offroad-Touren nicht zu anspruchsvoll sein würden (weil keine Erfahrung damit). Am Ende ergab sich die folgende Tourenplanung daraus:

20.09. Casa Piccolo, Windhoek
21.09. Okonjima Plains Camp, Okonjima NR
22.09. Okonjima Plains Camp, Okonjima NR
23.09. Camp Halali, Etosha NP
24.09. Camp Halali, Etosha NP
25.09. Camp Namutoni, Etosha NP
26.09. Camp Namutoni, Etosha NP
27.09. Hakusembe River Lodge, Rundu
28.09. Mahangu Safari Lodge, Divundu
29.09. Mahangu Safari Lodge, Divundu
30.09. Mahangu Safari Lodge, Divundu
01.10. Mavunje Camp, Kongola
02.10. Mavunje Camp, Kongola
03.10. Hakusembe River Lodge, Rundu
04.10. Waterberg Valley Lodge, Waterberg NR
05.10. Waterberg Valley Lodge, Waterberg NR

Ich neige dazu, alles im Urlaub extrem vorzuplanen (und da war dieses Forum wirklich Gold wert) und trotzdem (oder gerade deshalb?) ging natürlich nicht alles glatt. Allerdings passierten ganz andere Sachen als befürchtet: So hätte ich im Vorfeld auf keinen Fall damit gerechnet, einen halben Tag auf einer Polizeistation zu verbringen oder mitten in der Nacht im Schlafanzug panisch unser Dachzelt abzubauen. Auf der anderen Seite hatten wir ein paar wirklich tolle Tier-Erlebnisse, die sich meiner Meinung nach nicht hinter unseren Erlebnissen in Ostafrika verstecken müssen. Und so war unser Namibia-Urlaub nicht nur abenteuerlicher als geplant, sondern auch schöner als erwartet!

Ich freue mich, wenn Ihr uns auf unserer Reise begleitet!
Elke

Teil 226. März 2022

Reisevorbereitung:

Aus bekannten Gründe gingen wir bei der Buchung von Flügen, Auto und Unterkünften komplett auf Nummer sicher: der Flug mit Eurowings Discover wurde als Flex-Tarif gebucht und den ganzen Rest haben wir über ATC Namibia in Windhoek abgewickelt.

Wir können diese Agentur nur wärmstens empfehlen: der Service war super und wir hätten alles noch 48 Stunden vorher kostenlos stornieren können. Über ATC haben wir auch den Hilux Doublecab mit Dachzelt und Campingausstattung bei Warthog 4x4 Safari Rentals gebucht. Auch diesen Vermieter kann ich zu 100% empfehlen und habe das an anderer Stelle hier im Forum auch bereits ausgiebig getan.

ATC bot uns die Zahlung per exchange4free an. Weil diese Zahlungsmethode hier im Forum immer wieder mal nachgefragt wurde, möchte ich kurz unsere Erfahrungen schildern: Der Umtauschkurs war schlechter als bei unserer Hausbank, aber das sollte sich mehr als ausgleichen, weil die Auslandsgebühren entfallen. Dachten wir jedenfalls und kämpften uns durch den Bezahlprozess. Ganz am Ende wurde (uns) erst klar, dass das Geld auf ein französisches Konto überwiesen werden muss. Es würden also Auslandsgebühren und Kursverluste anfallen - das ergab für uns nicht wirklich Sinn! Also Transaktion abgebrochen und doch klassisch überwiesen. Das funktionierte, weil unsere Bank Überweisungen in ZAR anbot und die Agentur auch ZAR akzeptierte.

Zum Glück waren auch die PCR-Tests negativ und so konnte es tatsächlich losgehen!

Teil 326. März 2022

18.09.21: Von Bremen nach Windhoek

Wir fliegen ab Bremen, was für uns mega-praktisch ist: wir rollern mit unseren Taschen zur Haltestelle, fahren mit der Straßenbahn zum Flughafen, geben das Gepäck auf, lassen unseren PCR-Test prüfen, gehen durch die Sicherheitsschleuse und sitzen exakt eine Stunde, nachdem wir zur Haustür raus sind, schon am Gate. So glatt soll es bitte weitergehen - auch wenn wir natürlich viel zu früh dran sind!

Dann geht es erstmal mit der Lufthansa nach Frankfurt. Dort ergattern wir zwei bequeme Sessel in der Nähe unseres Gates und schlagen die Zeit tot. Zwischendurch müssen wir noch mal unseren PCR-Test vorzeigen und bekommen noch ein zusätzliches Gesundheitsformular von Eurowings Discover ausgehändigt. Wir haben zuhause schon ein anderes ausgefüllt und dieses soll laut Forum (Danke Christian!) in 99,99% der Fälle nicht verlangt werden. Ich bin gespannt, wer am Ende Recht behält! Uns kann es egal sein, wir haben jetzt einfach beide Formulare ausgefüllt.

Das Bording ist chaotisch: statt in Gruppen zu boarden, dürfen alle gleichzeitig losstürmen. Allerdings haben viele Mitreisende noch gar nicht gemerkt, dass sie ihren Test vorher noch mal hätten vorzeigen müssen. Also gilt für sie: zurück auf Los und wieder ans Ende der Schlange...

Der Flieger ist komplett voll. Anscheinend fliegt eine komplette Namibische Sportmannschaft mit uns nach Windhoek. Weil scheinbar zwei Passagiere fehlen bzw. nicht mitfliegen dürfen, muss deren Gepäck wieder raus und wir haben dadurch 40 Minuten Verspätung.

Das Essen ist erwartungsgemäß schlecht und weil ich sowieso viele Unverträglichkeiten habe, esse ich lieber mitgebrachte belegte Brötchen. Dann schauen wir so lange Filme, bis uns die Augen zufallen. An Schlaf ist aber nur kurz zu denken: die Sitze sind einfach zu unbequem! Irgendwann setze ich mich nach vorne auf einen freien Platz mit viel Beinfreiheit und kann noch mal kurz einnicken. Insgesamt gab es für mich aber wohl höchstens drei Stunden Schlaf und jede Menge Rückenschmerzen. Lars hatte maximal ein Stündchen mehr und ist auch gerädert.

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Teil 426. März 2022

19.09.21: Windhoek

Der Pilot hat unsere Verspätung immerhin auf 20 Minuten verkürzt. Durch die Verspätung werden wir aber zeitgleich mit zwei anderen Maschinen abgefertigt. Es ist sehr voll und es geht etwas chaotisch zu. Die Einreiseformulare und die Gesundheitsformulare werden noch mal verteilt, aber das habe ich Streberin ja schon zuhause fertig gemacht. Das Gesundheitsformular, die Bestätigung unserer Auslandskrankenversicherung und der PCR-Test werden überprüft, dann gehen wir weiter zur Immigration. Dort wird das Einreiseformular einbehalten und der Pass geprüft. Danach geht es durch den Zoll, aber da werden wir einfach durchgewunken. Natürlich brauchen wir das Gesundheitsformular von Eurowings Discover nicht!

In der Halle wartet schon unser Fahrer von Warthog mit einem Schild auf uns. Bevor wir losfahren holen wir aber noch südafrikanische Rand aus dem Automaten und ich versorge mich mit einer namibischen Sim-Karte für den Notfall.

Der Fahrer liefert uns bei Warthok 4x4 Car Rental ab und ein junger Mann namens Rico nimmt uns in Empfang. Rico ist Deutsch-Namibier in dritter Generation und wir sind froh, dass wir die Einweisung nach dem anstrengenden Flug in Deutsch erhalten.

Unser Toyota Hilux mit Dachzelt hat erst 39 km auf dem Tacho und nicht einen Kratzer! Das Camping-Equipment ist sogar noch Original-verpackt.

Rico zeigt uns, wie man das Dachzelt auf- und abbaut, wie man die Reifen wechselt und erklärt welchen Reifendruck man auf welchen Untergrund fährt, wann wir wie Vierradantrieb dazu schalten und so weiter und so weiter. Das ganze dauert zwei Stunden und uns qualmt zum Schluss ziemlich der Kopf.

Dann fährt Lars uns in der Riesenkarre durch den Linksverkehr zu unserer ersten Unterkunft in Klein Windhoek: Casa Piccolo

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(Bitte entschuldigt die Bildqualität: Die Unterkünfte haben wir meistens mit dem Handy fotografiert.)

Wir checken ein, bringen unsere Sachen aufs Zimmer und laufen dann direkt zu Fuß in das nahegelegene Restaurant Utopia. Dort essen wir ein leckeres Omelette.

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Nach der kleinen Mittagspause und einer schnellen Dusche ist Einkaufen im Super-Spar in der Maerua-Mall angesagt. Obwohl wir uns einen Einkaufszettel geschrieben hatten, brauchen wir zwei Stunden bis wir alles zusammen haben! Es ist einfach zu interessant, was es hier alles gibt.

Nun müssen wir noch unsere Einkäufe im Hilux verstauen und unsere Taschen für die nächsten Tage umpacken. Mitten drin ruft Juliane von unserer Reiseagentur ATC an und wir verabreden uns für morgen um acht zum Frühstück.

Dann gibt’s auf der kleinen Terrasse vor unserem Zimmer Käsebrote als Abendessen und frisch gekaufte Rusks zum Nachtisch. Abwechselnd lassen sich immer neue Vögel in der gegenüberliegenden Akazie nieder, die wir mit unserem Fernglas beobachten. Zum Fotografieren sind sie aber leider zu weit weg.

Um halb acht liegen wir schon völlig fertig im Bett, als andauernd eine Alarmanlage anschlägt. Lars schaut nach, ob das unser Hilux ist, aber anscheinend installieren die Inhaber der Casa Piccolo eine neue Alarm-Anlage fürs Haus. Dabei ist das ganze Grundstück sowieso schon mit meterhohem Zaun und Stacheldraht gesichert...

Teil 527. März 2022

20.09.21: Von Windhoek nach Okonjima

Nach elf Stunden Schlaf klingelt der Wecker um sieben. Wir sind immer noch müde, aber freuen uns auch, dass unser Abenteuer nun richtig losgeht.

Aber erstmal gibt es Frühstück mit Tee, Rührei, Toast und Müsli. Um 08.00 Uhr kommt Juliane von ATC, um uns in Namibia zu begrüßen und uns noch ein paar Ratschläge mit auf den Weg zu geben.

Weil wir gestern trotz Liste vergessen haben, Sachen für den Abwasch zu kaufen, fahren wir als erstes zum Spar in Klein Windhoek. Dann geht’s weiter zu Cymot und wir kaufen zwei dünne Schlafsäcke und Lars noch eine zusätzliche kurze Hose. Wie schon bei den Spar-Märkten gibt es hier wirklich viel Personal: Einer schließt z.B. Lars die Umkleide auf und eine andere kontrolliert am Ausgang unseren Kassenbon.

Jetzt geht’s aber endlich richtig los: nächster Stop Okonjima Plains Camp!

Wir hatten uns im Vorfeld für Okonjima entschieden, weil wir sehr gerne Leoparden sehen wollten und befürchtet hatten, dass uns das in Namibia in freier Wildbahn sicher nicht gelingen würde. Außerdem wollte Lars unbedingt einmal ein Schuppentier sehen, was ebenfalls in Okonjima möglich ist. Über die Praxis, Tiere zu besendern, damit die Touris direkt zu den Tieren geführt werden können, kann man natürlich geteilter Meinung sein. Wir wollten uns das Ganze aber zumindest mal anschauen, um uns selber ein Urteil zu bilden.

Wir fahren die A1 in nördliche Richtung.

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Kurz gibt es Irritationen, weil Maps.me bei jeder Abfahrt verlangt, dass wir abfahren. Beim ersten Mal machen wir das noch, nur um gleich darauf angezeigt zu bekommen, dass wir wieder auffahren sollen! Da scheint es wohl einen Bug zu geben…

Die A1 wird zur B1, sonst passiert nicht viel auf dem Weg. Wir sehen aber immerhin Paviane, Perlhühner und Warzenschweine. Dann geht es für ca. 20 km weiter auf der D2515, einer staubigen Piste. Wir öffnen die Staubluke des Hilux und weiter geht’s.

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Nach ein paar hundert Metern kommt eine Schranke und unsere Buchung wird kontrolliert. Dann dürfen wir passieren.

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Rechts und links neben der Straße sind jede Menge Schilder, dass hier Leoparden oder Geparden die Straße überqueren könnten. Also schalten wir innerlich unseren Pirschmodus an und fahren langsam.

Wir sehen Giraffen, eine Trappe, ein Steinböckchen, Warzenschweine, Springböcke, ein Zebra, einen Adler und eine Oryx. Wow, wir haben nicht damit gerechnet, bei der Anfahrt zur Lodge schon so viel zu sehen! Deshalb haben wir auch leider keine Kamera griffbereit und das Fernglas liegt auch hinten drin!

Diese Kudus stehen so nah an der Straße, dass wir ein Handy-Foto machen können:

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Wir passieren ein drittes Tor und die Tierdichte nimmt wieder rapide ab. Es gibt auch keine Warnschilder für Leos und Geparden mehr - vermutlich sind wir nun in dem Bereich des Reservats angekommen, in dem die Lodge und die Campgrounds sind und wo man außerdem wandern gehen darf.

Plötzlich entdeckt Adlerauge Lars aber doch etwas und wir setzten noch mal zurück, um zu schauen, was es war: Sehr versteckt hinter einem Baum, liegt etwas Weißes, was wir - etwas irritiert - erstmal für einen Hund halten.

Nach kurzer Fahrt erreichen wir Parkplätze bzw. riesige Carports - groß genug für unseren Hilux und angenehm schattig.

Wir melden uns an der Rezeption an und werden freundlich begrüßt. Dann werden wir in die riesige Lobby begleitet und bekommen zur Begrüßung einen Mango-Saft. Es folgt eine Menge Formularkram und wir unterschreiben, dass wir die Lodge von jeglichen Haftungsansprüchen befreien, wenn uns bei den Aktivitäten irgendwas passiert...

Voller Euphorie, endlich wieder auf Pirschfahrt zu gehen, buchen wir für den Nachmittag ein Leoparden-Tracking, für die Nacht ein Pangolin-Tracking und für den nächsten Morgen einen normalen Game Drive. Außerdem erfahren wir, dass es sich bei unserem „Hund“ um einen Albino-Schakal gehandelt hat! Es gibt hier drei junge Albinos in der Nähe.

Dann fahren wir mit unserem Auto zu unserem Bungalow Nr. 11. Er ist riesig und sehr schick. Man kann durch ein großes Fenster vom Bett direkt auf die Savanne schauen. Herrlich!

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Wir machen erstmal Mittagspause und studieren die Beschreibungen der Aktivitäten, die in unserem Bungalow ausliegen. Nach kurzer Diskussion fahren wir wieder zur Rezeption zurück, um noch einmal neu zu besprechen, wann wir welche Game Drives machen. In der Zwischenzeit ist uns nämlich aufgegangen, dass wir uns wohl zu viel vorgenommen haben. Wenn es schlecht läuft, geht die Pangolin-Tour bis nachts um drei und der Morgen-Game-Drive startet um halb sieben... 🙄

Erstmal geht es aber zum Leoparden Game Drive, der pünktlich um 16.00 Uhr startet. Lars und ich sind früh am Wagen und sitzen in der ersten Reihe im Safari-Fahrzeug. Es gibt vier Reihen à 3 Sitze, aber zum Glück werden die Fahrzeuge nur mit jeweils 2 Gästen je Reihe besetzt.

Als erstes stoßen wir wieder auf einen der jungen Albino-Schakale der völlig entspannt am Wegesrand liegt. Er hat sehr empfindliche Augen und hält sie meistens fast geschlossen.

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Unser Guide erklärt uns zu Beginn der Pirschfahrt, dass er Mawenzi, ein großes elfjähriges Leoparden-Männchen suchen will.

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Die Suche mit der Antenne ist gewöhnungsbedürftig und nicht wirklich nach unserem Geschmack. Das Signal wird immer stärker, aber am Ende verrät nicht das Signal den genauen Standort des Katers, sondern eine Herde Impalas, die alle aufgeregt und Warnrufe ausstoßend in eine Richtung schauen.

Von Mawenzi haben sie aber nichts (mehr) zu befürchten, denn der liegt vollgefressen und träge unter einen Baum und döst. Irgendwas lässt ihn kurz aufschrecken, so dass er kurz aufschaut und wir Fotos machen können. Allerdings ist das Licht wirklich schlecht: sein Gesicht liegt halb in der Sonne und halb im Schatten.

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Dann ist er wieder eine flat cat. Wir sind dabei so nah an ihm dran, dass wir ihn atmen hören können! Als Mawenzi die Tiefschlafphase erreicht, verlassen wir ihn, um zu schauen, was der Busch sonst noch so zu bieten hat...

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Wir haben eine echte Erstsichtung, nämlich Hartmann Bergzebras! Sie haben andere Streifen als die Steppenzebras und eine Art Kropf am Hals.

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Schließlich fahren wir für den Sundowner auf einen Berg und genießen den Ausblick, die untergehende Sonne und eisgekühlte Drinks.

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Als wir wieder am Camp ankommen, ziehen wir uns schnell um und fahren zum Abendessen. Es gibt als Vorspeise gefüllte Blätterteigtaschen und als Hauptgericht Fisch mit Kartoffelstampf und gratinierten Brokkoli. Auf das Dessert verzichten wir, weil wir satt sind, aber auch keine Zeit mehr haben: gleich geht’s zum Pangolin-Tracking.

Lars geht vorher noch schnell zum Klo und verpasst leider das Hightlight des Abendessens: eine braune Hyäne streift am beleuchteten Wasserloch vorbei! Auch sie ist eine Erstsichtung und stand ganz oben auf unserer Wunschliste für Okonjima! Leider kann nur ich sie heute „abhaken“!

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Noch im Restaurant kommt uns unser Guide Denny entgegen und erklärt uns, dass wir die einzigen Gäste für das Tracking sind. Es geht ab in den Jeep und wir fahren im Licht einer Rotlichtlampe los.

Denny erklärt uns während der Fahrt, dass bereits zwei Tracker unterwegs sind, um das Schuppentier für uns aufzuspüren. Nach ca. 40 Minuten Fahrt, in denen wir außer ein paar Zebras und Antilopen nicht viel sehen, kommen wir am Fahrzeug der Tracker an. Einer der beiden begrüßt uns und nach einer Einweisung in die Verhaltensregeln, gehen wir durch die Savanne zu seinem ca. 300m entfernten Kollegen. Dieser leuchtet, ebenfalls mit Rotlicht, eine zusammengerollte Kugel an: Das Pangolin.

Nachdem wir eine kurze Weile still gewartet haben, entrollt sich der kleine Kerl und tappert los, um nach Ameisen zu suchen: Dabei schnüffelt er so ähnlich wie ein Igel und läuft auf seinen schuppigen Hinterbeinen langsam, aber bestimmt durch den Mix aus Gras und Sträuchern. Er lässt sich weder durch uns, noch durch das Rotlicht irritieren. Wir begleiten das Pangolin ca. eine halbe Stunde und lassen ihn dann ziehen. Lars ist begeistert. Ich ärgere mich ein bisschen über mich selbst, weil ich leider in meinem (vergeblichen) Bemühen, ein vernünftiges Bild von dem Erlebnis zu machen, das Erlebnis selbst ein bisschen verpasst habe…

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Auf der Rückfahrt zur Lodge sehen wir noch einige Nachtschwalben, die auf dem Weg auf Insekten lauern. Um viertel nach elf sind wir schließlich an der Lodge zurück und fallen tot in die bequemen Betten!

Teil 628. März 2022

22.09.21 Okonjima

Mit lautem Gezwitscher und Getrappel endet die Nacht für mich um viertel nach sechs. Lars schläft trotz des „Lärms“ weiter, aber ich bin hellwach. Später stellen wir fest, dass es wohl Glanzstare waren, die auf unserem Dach den Radau gemacht haben.

Für heute morgen haben wir uns noch vor dem Frühstück eine Wanderung vorgenommen und uns für den „Giraffe Walk“ entschieden. Die Dame an der Rezeption erklärt uns den Weg zum Anfang des Trails und so fahren wir mit dem Hilux los.

Nach wenigen hundert Metern „stolpern“ wir wieder über einen der Albino-Schakale, sein normal gefärbtes Geschwister und seine Eltern.

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Kurz darauf sehen wir einige hundert Meter entfernt, einen Mann auf uns zu laufen. Als er näher kommt, erkennen wir, dass er hier zur Lodge joggt! Whaaat? Weiß der denn nicht, dass nur Beute rennt? Ach, nein, stimmt ja: in diesem Bereich gibt es ja keine gefährlichen Tiere! Er läuft völlig entspannt zwischen uns und den Schakalen vorbei und grüßt freundlich. Lars und ich schauen uns an: Hey, wenn der hier joggen kann, dann können wir hier doch auch aussteigen, oder? Zumal die Schakale sich überhaupt nicht von ihm haben stören lassen.

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Es ist toll, die Schakale außerhalb des Autos zu beobachten: die Jungen betteln ihre Eltern an und sind uns gegenüber relativ neugierig. Irgendwann haben sie aber wohl besseres zu tun und sie hauen ab. Wir fahren ohne weitere Stops weiter, damit es bei unserer Wanderung nicht zu heiß wird.

Dann geht es los: wir wandern auf dem Giraffen-Trail. Die Karte, die wir bekommen haben, taugt allerdings gar nichts, aber zum Glück ist der Weg gut gekennzeichnet.

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Wir bemühen uns, leise zu sein, aber wir sehen trotzdem nur wenige Tiere: ein Schakal und zwei Kudus, die aber sofort im dichten Gebüsch verschwinden.

Wir haben das Ziel unserer Wanderung, den Lookout, erreicht.

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Auf dem Rückweg beeilen wir uns, denn wir haben inzwischen ordentlich Hunger bekommen und haben Angst, das Frühstück zu verpassen. Aber wir sind rechtzeitig zurück und lassen es uns mit Blick auf das Wasserloch schmecken.

Bevor es noch heißer wird, wollen wir einmal probehalber das Dachzelt auf- und abbauen. Der Aufbau funktioniert recht zügig und ich lege die vier Schlafsäcke, Kissen und Decken ins Dachzelt, damit wir Platz auf der Rückbank haben.

Rico hatte gesagt, man könne das Zelt wieder einklappen, auch wenn man sein Geraffel oben im Zelt lässt. Also beziehe ich unsere Matratze und lege alles schön zurecht, damit wir es morgen, bei unserer ersten Zeltübernachtung, einfacher haben. Dann versuchen wir, das Zelt wieder zusammen zu klappen...

Pustekuchen! Es lässt sich nicht einklappen! Also noch mal zurück und das ganze Zeug wieder raus! Dann die Matratze zusammenklappen und die zwei dünnen Schlafsäcke ordentlich darauf gestapelt. Der erneute Versuch ist erfolgreich! Nächstes Mal packen wir auch das zweite Paar Schlafsäcke mit rein und schauen mal, ob das auch noch passt.

Dann ist erstmal chillen am Pool angesagt. Ich schreibe Journi (eine empfehlenswerte Tagebuch-App) und Lars beobachtet die vielen Vögel auf der Anlage mit dem Fernglas.

Gegen vier Uhr gibt’s Kuchen und Tee mit Blick aufs Wasserloch. Es ist ein komisches Gefühl, heute keinen Game Drive zu machen, vor allem als viele andere Gäste aufbrechen. Aber wir wollten einfach mal eine kleine Pause.

Aber auch nur eine kleine Pause: wir entscheiden, unseren eigenen kleinen Game Drive zu machen. Man darf zwar nicht selber im äußeren Bereich pirschen, aber die Hauptstraßen im inneren Bereich darf man ja befahren und da sieht man ja auch schon eine Menge...

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Wir entdecken am Wegesrand einige Giraffen und zwar in unmittelbarer Nähe des „Dikdik Trails“. Also parken wir am Trail-Anfang den Hilux und pirschen uns an dieses Prachtexemplar heran. Sie guckt erst nur misstrauisch und macht sich schließlich davon.

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Um halb sieben sind wir zurück und stellen fest, dass der Sonnenuntergang direkt an unserem Bungalow auch nicht übel ist...

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Dann in Ruhe duschen und ab zum Dinner.

Das Essen ist heute wieder sehr lecker: es gibt als Vorspeise geräucherten Lachs mit Avocado-Creme, als Hauptgang Millipapp, Süßkartoffeln und eine gefüllte Kartoffel und als Dessert ein super leckeres Tiramisu mit Eis.

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Am Wasserloch ist heute sehr viel los: jede Menge Kudus, Springböcke und ein Schakal.

Nach dem Essen legen wir noch schnell unsere Sachen für morgen raus, denn der Wecker wird morgen um halb sechs klingeln: Wir werden uns von Okonjima mit einem letzten Morgen-Game-Drive verabschieden. Danach wird es weiter in den Etosha Nationalpark und zu unserer ersten Übernachtung im Dachzelt gehen…

Teil 729. März 2022

Von Okonjima nach Halali

Wir sind recht pünktlich am Treffpunkt für den Morning-Game-Drive, aber Lars muss noch mal zurück, weil wir den Rucksack im Bungalow vergessen haben. Nach ein paar Tagen Afrika mit vielen Erlebnissen und frühem Aufstehen sind wir morgens immer etwas neben der Spur und haben uns daher angewöhnt, alles, was wir am nächsten Morgen brauchen, abends zurecht zu legen! Das Prinzip ist eigentlich gut, aber anscheinend auch noch ausbaufähig. 😄

Unsere Gehirne sind sogar schon so weit runtergefahren, dass wir nicht mal mehr wissen, ob wir überhaupt irgendwas Wichtiges für den Game Drive im Rucksack haben - Lars fährt also vorsichtshalber noch mal zurück um den Rucksack zu holen und ich mache uns schon mal einen Tee fertig.

Denny, unser Guide, und Lars kommen dazu und wir erfahren, dass wir wieder nur zu zweit fahren - cool!

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Kudus gibt es hier wirklich viele. Außerdem haben wir noch nie so viele Steinböckchen gesehen und es gibt auch relativ viele Dikdiks. Außerdem jede Menge Springböcke, aber heute morgen wollen uns erstmal keine guten Schüsse gelingen.

Denny erzählt uns, dass das Reservat 70 Giraffen beheimatet:

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Lars entdeckt in weiter Ferne Löffelhunde. Die hatten wir gesucht! Leider sind sie hier genauso scheu wie in der Mara und laufen sofort weg! Irgendwann einmal gelingt uns noch mal ein gutes Löffelhund-Foto - heute nicht.

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Ein Bienenfresser - leider heute auch ein scheuer Geselle.

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Mit Pelikanen hätten wir in dieser Trockenheit gar nicht gerechnet!

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Auf dem Weg zurück ins Camp treffen wir natürlich wieder auf „unsere“ Albino-Schakale. Leider sind sie heute unentspannt und hauen ab.

Dafür läuft Mama (oder Papa) Schakal beim anschließenden Frühstück so nah an unserem Tisch vorbei, dass ich sie mit dem Tele gar nicht ganz drauf bekomme.

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Nach dem Frühstück heißt es Sachen packen. Wir haben gestern schon versucht zu überlegen, was wir wie und wohin packen, damit wir später beim Camping alles griffbereit haben - man wird sehen, wie gut uns das gelungen ist… 😉

Wir zahlen unsere Rechnung und checken aus - tschüss Okonjima, es hat uns hier gut gefallen!

Heute übernehme ich erstmals das Steuer unseres Hilux-Schiffs: Puh, die Karre ist wirklich groß! Ich versuche mich an Automatik, Linksverkehr und Größe zu gewöhnen und kutschiere uns bis zum Ausgang des Reservats. Danach muss Lars wieder übernehmen, denn vor richtigem Verkehr habe ich in diesem Schiff doch noch Respekt. (Zuhause fahre ich einen Smart und den könnte ich im Canopy parken!)

Nach gut anderthalb Stunden halten in Otjiwarongo um zu tanken und um noch Wasser, Brot und Käse zu kaufen. Obwohl es bei dem Spar einen Parkplatzwächter gibt, beschließen wir, dass ich lieber im Auto auf unsere Sachen aufpasse. Schon beim Aussteigen wird Lars angequatscht und als er weg geht, sprechen die drei Männer mich an. Sie stellen sich vor und fragen nach meinem Namen und nach Lars Namen und woher wir kommen („Bremen? Werder Bremen ist gut!“). Erst als sie sich Lars’ Namen buchstabieren lassen und nach den Namen meiner Geschwister fragen, werde ich endlich richtig misstrauisch.

Einer der drei hat Lars‘ und meinen Namen fix in eine hübsch geschnitzte Nuss geschnitzt und will mir die beiden Anhänger zum „Sonderpreis“ von 300 NAD verkaufen. Als ich mich weigere, kommt die Mitleidstour: „Meine Kinder haben Hunger!“ Wir feilschen und ich bleibe hart bei 100 NAD. Das ist dafür, dass ich die beiden kleinen Anhänger gar nicht haben wollte, zwar immer noch recht viel, aber anscheinend wenig genug, dass die drei nach dem Geschäft beleidigt abziehen. Au Man, da habe ich gerade echt voll auf dem Schlauch gestanden! Eigentlich haben wir in Kenia gelernt, wie man Beachboys abwimmelt, aber so ganz ohne Beach war ich auf die Tour nicht vorbereitet! Naja, ich verbuche das Ganze mal als Spende und bin trotzdem froh, als Lars zurückkommt und wir weiterfahren.

Nach kurzer Verwirrung, weil die Navi-App uns anders zum Etosha-Park navigieren will, als die Hinweisschilder, verlassen wir Otjiwarongo und fahren kilometerweit eine schnurgerade, völlig öde Strecke. Leider wissen wir nicht mehr, wie man den Tempomat einstellen kann und rufen einfach mal Rico an. Wir denken uns, dass das ein guter Test ist, falls wir mal echte Probleme haben sollten. Rico geht sofort ans Telefon und hilft uns freundlich weiter.

Gegen zwei kommen wir am Anderson Gate an und müssen uns registrieren. Außerdem bekommen wir das Permit für den Park und werden nach Okaukuejo zur Rezeption geschickt.

Wir machen auch gleich eine Pipi-Pause und die sanitären Anlagen sind schon mal deutlich besser als befürchtet.

Wir fahren zu unserem ersten Wasserloch im Etosha: Ombika. Dort sehen wir in der Ferne eine Riesentrappe, Impalas, Zebras und drei Adler.

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Nächster Halt: Nebrownii-Wasserloch mit 2 Giraffen und Springböcken.

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Gegen vier kommen wir in Okaukuejo an:

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Hier müssen wir die Eintrittsgebühren für den Park bezahlen. Die Anlage erscheint uns riesig, und wir sind froh, dass wir uns zum Übernachten für andere Camps entschieden haben. Weil aber so viele von dem Wasserloch des Camps schwärmen, setzen wir uns an Selbiges und essen Müsli.

Ganz viel ist in der Nachmittagshitze natürlich nicht los, aber wir sehen unseren ersten Elefanten!

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Nach der Pause fahren wir eine ganze Weile ohne irgendwas Spannendes zu entdecken und auch am nächsten Wasserloch steht nur ein Strauß in schlechtem Licht, aber man kann auf die Etosha-Salzpfanne schauen.

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Schließlich blockieren vor uns auf der Straße drei Autos die Durchfahrt. Alle Insassen schauen angestrengt mit Ferngläsern und Kameras in eine Richtung, was ja nur eine spannende Sichtung bedeuten kann. Wir fragen an einem Auto nach und bekommen gesagt, dass ein Leo dort versteckt ist und wo genau er zu finden sein soll. Es dauert eine ganze Weile, aber dann kann Lars tatsächlich ein Stückchen Leo-Fell durchs Fernglas entdecken. Nach geduldigen Erklärungen und ein paar weiteren Minuten, kann ich ihn auch endlich sehen. Wir können aber leider nicht länger bleiben, weil wir in Halali ankommen müssen, bevor es dunkel ist.

Auch in Halali müssen wir uns noch einmal anmelden und unsere Voucher vorzeigen. Dann können wir uns einen Platz auf der Campsite aussuchen. Die Campsite ist groß, unübersichtlich und - wie wir finden - überhaupt nicht schön: wir wählen Platz Nr. 56 und bauen unser Dachzelt auf. Als wir unseren Kühlschrank an den Strom anschließen wollen, stellen wir fest, dass der Anschluss nicht funktioniert. Egal, wir haben ja eine Extra-Batterie für den Kühlschrank, die sich morgen während der Fahrt wieder lädt. Wir machen uns ein schnelles Abendbrot im Schein unserer Stirnlampen fertig und werden dabei gleich von massenhaft Insekten umschwirrt.

Plötzlich spüre ich einen stechenden Schmerz im großen Zeh und erschreckt ziehe ich den Fuß zurück: eine kleine Maus huscht unter dem Tisch hervor und sieht mich dann unschuldig mit großen Knopfaugen an. Das Biest hat mich doch tatsächlich gebissen! 😈 Ich hatte hier im Forum gelesen, dass es in Halali Probleme mit beißwütigen Mäusen geben sollte, hatte die Berichte aber als übertrieben abgetan. Vor allem hatte ich nicht damit gerechnet, dass die wirklich beißen würden! Lars begutachtet den Biss im Stirnlampenschein und sieht vier kleine Zahnabdrücke in der Haut, die wir aber als harmlos bewerten.

Nachdem wir nun darauf achten, sehen wir überall Mäuse huschen, die ihre Scheu vor Menschen fast völlig verloren zu haben scheinen. Mit den vielen Insekten und Mäusen finden wir es nun maximal ungemütlich und wollen uns eigentlich nur noch in unser Dachzelt zurückziehen!

Also noch schnell abwaschen, (dabei immer schön die Füße in Bewegung halten!) und dann zu den Ablutions. In der Nähe sind zwei Sanitäranlagen, aber beide sind ziemlich abgeranzt und das Wasser kommt nur tröpfchenweise. Mehr als eine Katzenwäsche ist daher heute leider nicht drin, bevor wir uns ins Mäuse-sichere Zelt verkrümeln.

Dann ist es soweit: unsere erste Nacht im Dachzelt! Wir haben eine ca. fünf Zentimeter dicke Matratze, darüber ein Bettlaken, darüber die dicken Schlafsäcke vom Autovermieter, darüber unsere gekauften Schlafsäcke und für den Fall eines nächtlichen Kälteeinbruchs noch eine Wolldecke. Es sind aber mindestens 30 Grad im Zelt und so liegen wir auf dem ganzen Zeug statt darunter.

Auf den Platz ist es noch eine ganze Weile ziemlich laut - Naturerlebnis geht anders. Unser erster Eindruck vom Camping in Namibia ist also alles andere als positiv… 🙁

Teil 830. März 2022

Von Halali nach Namutoni (ungeplant)

Noch vor sechs Uhr geht eine unruhige Nacht zu Ende. Ich war oft wach, weil etwas Wind aufkam und die Zeltplane geraschelt hat. Ich dachte dann jedes Mal, dass das die Mäuse sind, die vom Baum auf unser Dachzelt springen! 🤪

Im Camp wimmelt es von Tokos und kleinen Hörnchen, die nur darauf warten, dass etwas vom Frühstück für sie abfällt. Nach der Mäusegeschichte können sie von uns allerdings gar nichts erwarten!

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Obwohl wir anscheinend die ersten waren, die aus dem Zelt gekrabbelt sind, kommen wir erst gegen halb acht los! Das Packen und Einräumen hat einfach viel zu lange gedauert. Wir sind noch völlig unorganisiert!

Außerdem gab es heute morgen wieder nur kurz Wasser und beim Zähneputzen plötzlich keins mehr.

Wir beschließen endgültig, dass Camping nix für uns ist. Blöd nur, dass wir noch sieben Camping-Nächte vor uns haben...!

Nur wenige Kilometer hinter dem Camp stoßen wir auf ein Spitzmaulnashorn direkt am Straßenrand - wow! In Kenia haben wir die nur ganz weit weg gesehen und hier spaziert die Kuh einfach direkt vor uns über die Straße! Da Spitzmaulnashörner als aggressiv gelten, setzen wir erstmal ein Stück zurück, um einen Sicherheitsabstand zu bekommen. Die Nashornkuh ist aber völlig entspannt und interessiert sich null für uns. Ihr fehlt ein Ohr und sie sieht insgesamt irgendwie etwas lädiert aus.

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Kurze Zeit später stoßen wir auf eine Gruppe Gnus in schönem Licht und freuen uns sehr, dass wir unsere namensgebenden Tiere endlich mal gut ablichten können. Obwohl wir bei der Migration in der Mara tausende Gnus gesehen haben, ist uns das vorher noch nie gelungen.

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Das erste Wasserloch, das wir ansteuern, ist Rietfontein. Hier liegen zwei männliche junge Löwen und eine Löwin, aber recht weit entfernt und meistens flat. Außerdem sind einige Zebras da. Wir beschließen, weiter zu fahren und auf dem Rückweg noch mal vorbei zu schauen.

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Auf dem Weg zum nächsten Wasserloch, Salvadora, gelingt es uns endlich, eine der vielen Weißflügeltrappen vernünftig vor die Linse zu bekommen!

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In Salvadora gibt es einige Springböcke, Greifvögel, Riesentrappen und Schildraben. Außerdem müssen wir natürlich den Klassiker, die wunderschöne Akazie vor der Salzpfanne ablichten.

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An den nahegelegenen Wasserlöchern Sueda und Charitsaub ist nicht viel los, daher fahren wir zurück nach Rietfontein.

In Rietfontein stehen inzwischen hunderte Zebras - so viele haben wir noch nie gesehen. Sie sind nervös, denn die Löwen liegen immer noch in der Nähe unter einem Busch.

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In einiger Entfernung hinter den Löwen nähert sich eine große Elefantenkuh. Und nun sollen sich die vielen Stunden, die wir Tier-Dokus im Fernsehen geschaut haben, bezahlt machen: wir halten unsere Kameras bereit...

Wie erwartet geht die Kuh auf die Löwen im Gebüsch los und treibt sie wütend davon. Den Königen der Savanne bleibt nur die feige Flucht!

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Als nächstes steuern wir mal kein Wasserloch an, sondern den Etosha Lookout, mit Sicht auf die riesige, lebensfeindliche Etosha-Salzpfanne. Die Landschaft ist surreal!

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Auf dem Weg zurück nach Halali ist die Landschaft sehr karg und teilweise durch Buschfeuer verbrannt. Die Schotterpiste ist ziemlich schlecht und diese Gegend ist jetzt zur Mittagszeit auch recht tier-leer.

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Zurück im Camp wollen wir nach einem besseren Platz schauen. Außerdem wollen wir das Wasserloch des Camps checken und auch einen Blick auf den Pool werfen: Der ist allerdings mit Flatterband abgesperrt und Schatten gibt es auch kaum. Also weiter zum Wasserloch. Es ist ganz nett gelegen, aber der Schatten ist auch nur spärlich und außer einem Marabou und einen neugierigen Hörnchen ist nix los. Also geht‘s weiter zum Campingplatz.

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Wir finden einen guten Platz und checken Strom und Wasser. Strom scheint zu funktionieren, Wasser leider nicht. Dann checken wir die Sanitärräume: auch dort kein Wasser! Auch nicht im nächsten und auch nicht in der „Waschküche“. Wir wenden uns an zwei ältere Südafrikanerinnen und fragen mal nach, ob es eigentlich normal ist, dass es mittags kein Wasser gibt? Nein, es gibt seit gestern Abend Probleme und nirgends gibt es Wasser! Die beiden haben auch kein Trinkwasser mehr, wollen von uns aber auch keines annehmen.

Wir entscheiden, nun ins Restaurant zu fahren, in der Hoffnung auf Schatten und kalte Getränke.

Vorher bekommen wir aber noch einen Riesen-Schreck: die Schlüssel für unser Canopy sind weg! Sie waren immer am Schlüsselbund zusammen mit dem Autoschlüssel und plötzlich sind sie weg! Wir durchsuchen fieberhaft das ganze Auto: erfolglos! Dann fahren wir zurück zum vorherigen Platz und Lars geht auch noch mal alle Wege ab. Ich rufe in der Zwischenzeit in der Rezeption an: Fehlanzeige! Schließlich kommt Lars freudig winkend zum Auto zurück: er hat sie tatsächlich gefunden! Schwein gehabt!

Wir feiern das Wiederfinden der Schlüssel mit einem „fürstlichen Mahl“ und meinem ersten Rockshandy! Ich hatte im Forum von diesem Getränk gelesen und ich muss sagen, es gefällt mir außerordentlich gut!

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Als wir auf die Restaurant-Toilette gehen und feststellen, dass auch dort offensichtlich schon den ganzen Tag kein Wasser mehr geflossen ist, entscheiden wir spontan, umzubuchen und direkt nach Namutoni weiterzufahren. Wer weiß schon, wann es wieder Wasser gibt? Wir fahren zur Rezeption und zum Glück ist eine Umbuchung aufgrund der Wassersituation problemlos möglich. Wir erfahren dort außerdem, dass die Hauptwasserleitung gebrochen ist und versucht wird, sie zu reparieren. Den frisch anreisenden Gästen sagt man davon allerdings nichts…

Da es inzwischen schon halb vier ist, müssen wir uns allerdings wirklich sputen, um vor Sonnenuntergang anzukommen. Für diese Grazie müssen wir aber doch halten.

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Ein mächtiger Elefantenbulle steht links an der Straße. Wir nähern uns vorsichtig. Der weiße Riese ist völlig entspannt und wir trauen uns, Fotos zu machen. Dann überquert er seelenruhig vor uns die Straße.

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In der Ferne nähert sich ein weiterer Bulle, der ebenfalls mit weißem Staub bedeckt ist. Auf den müssen wir einfach warten, egal wie eilig wir es haben! Am Ende stehen wir zwischen beiden Bullen auf der Straße - das macht ein bisschen Puls, aber auch Glücksgefühle!

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Kurz vor sechs erreichen wir Namutoni. Bei der Anmeldung dauert es ein bisschen, aber die Umbuchung wird anstandslos akzeptiert. Der Campground ist viel kleiner und viel schöner als in Halali. Wir entscheiden uns für Platz Nr. 25, nah an den Sanitärräumen und mit eigenem funktionierendem Wasserhahn.

Wir bauen schon fast routiniert unser Zelt auf und machen Abendbrot. Wir machen sogar schon mal Tee für morgen früh und gekochte Eier für die nächsten Tage. Heute sind wir viel entspannter und fühlen uns hier richtig wohl.

Namutoni soll ein schönes beleuchtetes Wasserloch haben und so machen wir uns um halb neun dahin auf den Weg. Leider ist nichts los und wir sind schon wieder müde und so machen wir uns schnell wieder auf den Rückweg.

Nach einer herrlichen Dusche (auch wenn die sanitären Anlagen eigentlich gar nicht als herrlich zu bezeichnen sind, aber seit Halali sind wir ja bescheiden geworden) liegen wir schon um halb zehn in unserem Dachzelt.

Gegen halb eins werden wir durch laute Rufe geweckt: Feuer im Camp! Hinter unserem Sanitärgebäude, etwa 30m entfernt, schlagen meterhohe Flammen in den Himmel! In unseren Schlafklamotten bauen wir das Zelt in Rekordzeit ab und schmeißen alle Sachen achtlos ins Auto - wir brauchen höchstens 10 Minuten für alles. Trotzdem sind wir fast die letzten, die den Bereich verlassen. Wir bringen Abstand zwischen das Feuer und uns und fahren erstmal zum Restaurant, wo sich - vielleicht typisch deutsch? - auch viele andere Deutsche versammeln.

Nach einer halben Stunde fahren wir zurück, um zu schauen, wie es inzwischen aussieht und das Feuer wurde glücklicherweise von Mitarbeitern und Camping-Gästen gelöscht. Auf die Idee waren wir gar nicht gekommen, aber mit ein bisschen weniger Panik, hätte man ja drauf kommen können, dass hier keine Feuerwehr anrücken wird, um das Feuer zu löschen!

Wir suchen uns einen neuen Platz, weil am alten alles verqualmt und voller Asche ist. Nun muss ich mich erstmal beruhigen und wieder einschlafen…

Nur zwei Stunden später schreckt Lars auf und weckt mich: Feuer! Ich denke erst, dass er schlecht träumt, aber tatsächlich brennt es wirklich schon wieder. Der Brand von vorher ist offensichtlich wieder aufgeflammt, aber dieses Mal sind wir zum Glück weiter weg, so dass wir nicht wieder panisch werden. Jemand hupt den Platz zusammen und wir sehen, dass Leute mit ihren Abwasch-Schüsseln zum Löschen laufen. Lars geht auch hin, um zu schauen, ob er noch helfen kann. Aber zum Glück, ist das Feuer schon schnell wieder gelöscht. Keine Ahnung, ob heute noch an Schlaf zu denken ist…

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(Bitte entschuldigt die Bildqualität, aber mehr war in dem Moment einfach nicht drin. 😉 )

Teil 931. März 2022

1. Tag Namutoni

Um 05.30 Uhr wachen wir ohne Wecker auf, stehen auch gleich auf und machen uns und den Hilux fertig. Eine Stunde später geht es los zur Pirschfahrt nach Klein Namutoni.

Das war jedenfalls der Plan, aber heute sind wir zu früh: das Tor öffnet erst um 6.50 Uhr. Naja, so haben wir die Pool Position vorm Tor.

Als wir am Wasserloch ankommen, trinken dort zwei Oryx. Auch zwei Giraffen stehen dort, sind aber zu nervös um zu trinken. Das ist doch ein gutes Zeichen für Raubtiere! Tatsächlich kommen zwei Hyänen dazu, um ebenfalls zu trinken.

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Die Hyänen ziehen weiter und wir verfolgen sie in Richtung Dikdik-Drive, wo sie anscheinend ihren Bau haben.

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Außer uns ist nur noch ein anderes Fahrzeug da, aber die interessieren sich komischerweise nicht für die Hyänen! Als die Hyänen im Bau verschwinden und wir uns umschauen, kapieren wir auch warum: Leo im Baum im besten Licht - wie cool!

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Eine knappe halbe Stunde später sind sieben andere Autos da. Lars und ich genießen unseren heißen Tee und unsere Rusks und warten, was noch passiert. Für die schlimme Nacht sind wir voll entschädigt!

Ein Dikdik steht nun direkt unter dem Leopardenbaum. Außerdem ziehen zwei Impalas vorbei. Der Leo bzw. die Leopardin, wie wir inzwischen wissen, scheint aber zu schlafen.

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Jetzt ist sie wach und beobachtet ihre potenzielle Beute genau! Voll der Krimi! Dann steht sie auf, dreht sich und kurz glauben wir, dass sie aus fünf Meter Höhe springt. Die Impalas und das Dikdik sind inzwischen (für uns) allerdings außer Sicht und sie macht es sich wieder gemütlich.

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Das Dikdik und beide Impalas kommen zurück in den angenehmen Schatten des Leopardenbaums. Das Impala-Kalb legt sich sogar hin...

Aber es passiert weiter nichts und nach zweieinhalb Stunden Leo-Krimi fordert der Tee seinen Tribut: zähneknirschend verlassen wir unseren Platz in der Automenge und fahren für eine Pipi-Pause zurück ins Camp. Wehe, die Leopardin ist weg, bis wir zurück sind!

Als wir eine viertel Stunde später zurück am Leo-Baum sind, sitzt die Leopardin unverändert im Baum. Es stehen allerdings jede Menge Autos davor und unser Platz ist natürlich futsch. Wir fahren also erstmal weiter auf dem Dikdik Drive. Der Bereich ist ziemlich verkohlt, die Buschbrände sind allgegenwärtig. Außer ein paar Dikdiks, Impalas und Kudus im Gebüsch ist nichts zu sehen. Also fahren wir weiter zum Wasserloch.

Dort kämpfen inzwischen zwei große Giraffenbullen mit einander. Man hört auch aus der Entfernung die harten Schläge. Die Springböcke machen dass sie aus der Kampfzone kommen.

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Weil die Leopardin sich nicht rührt, beschließen wir zum Chudob Wasserloch zu fahren. Dort angekommen, stehen schon zwei große Elefantenbullen am Wasser. Es nähern sich zwei weitere. Obwohl das Licht grottig ist, müssen wir die schönen Tiere einfach fotografieren.

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Ein Bulle vertreibt erstmal einen Oryx und auch Geier werden nicht geduldet. Ankommende Zebras halten respektvoll Abstand und trauen sich nicht ans Wasser. Es ist brüllend heiß und windig - unglaublich wie die Tiere das aushalten können. Uns reicht es trotz Klimaanlage so langsam und wir fahren zurück in Richtung Camp.

Am Camp angekommen, suchen wir uns erstmal eine neue Campsite: Auswahlkriterien sind Lage zum Busch (Brandgefahr), Lage innerhalb der Anlage (Straßen, Nachbarn), Schatten, Entfernung zu den sanitären Anlagen und funktionierende Infrastruktur (Strom, Licht, Wasser, Mülleimer). Wir finden keinen Platz, wo alles passt, aber es ist zu heiß, um noch lange zu suchen... Wir entscheiden uns für Platz Nr. 4 und markieren „unseren“ Platz mit Tisch und Stühlen und holen uns Softdrinks aus der Kühlbox. Zum Glück weht der Wind kräftig (was gestern Nacht verheerend gewesen wäre) und wir haben etwas Schatten.

Ich geh dann mit Rock und Top unter die Dusche und lasse mich vom Wind trocken föhnen - das bringt wenigstens etwas Abkühlung!

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Heute kochen wir zum ersten Mal: es gibt schnöde Nudeln, aber selbst das kostet bei der Hitze schon Kraft. Dann auch noch abwaschen und wir sind fix und fertig! Bei 38 Grad ist es für uns zu heiß und wir wissen nun, dass unser Sabbatical-Camping-Trip sicherlich zu einer anderen Jahreszeit stattfinden wird!

In der Zwischenzeit ist eine Namibische Party-Crowd angereist und Bässe wummern über das Camp. Wir hatten das Zeitgefühl verloren, aber nun wissen wir, dass wohl Wochenende sein muss...

Hitze und Lärm veranlassen uns, zur nächsten Pirschfahrt aufzubrechen! Als erstes schauen wir nach der Leopardin - leider hat sie den Baum inzwischen verlassen.

Am Wasserloch ist auch nicht viel los: ein junger Kampfadler sitzt auf der anderen Seite des Wasserlochs. Also fahren wir ein Stück den Dikdik Drive, leider erfolglos. Aber zurück am Ausgangspunkt entdeckt Lars eine Hyäne. Die ist bestimmt auf dem Weg zum Wasserloch. Genau so ist es und wir passen sie dort ab. Sie badet erstmal genüsslich und taucht sogar ab.

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Im Hintergrund rennt ein Giraffenbulle aus unbekanntem Grund los - sehr schön, das Motiv „laufende Giraffe“ stand auch schon immer auf unserer Wunschliste!

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Also fahren wir wieder nach Chudob. Zwischen Namutoni und Chudob gibt es viele Giraffen im schönsten Licht. In Chudob selbst sind auch Giraffen.

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Wir fahren wieder zurück nach Klein Namutoni und schon wieder steht eine Hyäne am Wasserloch. Sie schaut angestrengt in eine Richtung, genau wie ein paar Impalas. Wir sehen dort nur einen Schakal und wundern uns, warum ein kleiner Schakal so viel Aufregung verursacht.

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Die Hyäne geht direkt auf den Schakal los und wir machen uns mental auf eine kleine Jagd gefasst: stattdessen lässt die Hyäne den Schakal komplett links liegen und läuft zielstrebig weiter. Wir beschließen, ihr zu folgen.

Während wir die Hyäne verfolgen, stoßen wir auf dieses süße Damara-Dikdik, was freundlicherweise mal nicht sofort abhaut. Während ich noch fotografiere, fällt Lars auf, dass sich weiter vorne auf der Straße viele Autos stauen. Das kann ja eigentlich nur „Katze“ bedeuten.

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Tatsächlich, da entschwindet „unsere“ Leopardin im Busch! Jetzt aber hinterher.

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Es beginnt das typische Herum-Rangieren, wenn zu viele Autos das gleiche Ziel haben, nämlich den besten Platz zu ergattern. Ein Profi-Guide ist dabei, der dem Auto vor uns signalisiert, dass er ganz rechts außen vorbei fahren soll. Der traut sich aber nicht, also nutzt Lars beherzt die Chance und bringt uns in eine Top-Position.

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Die Leopardin erlaubt ein paar Fotos und verschwindet dann im nächsten Gebüsch. Wir haben einen guten Schuss bekommen und weil das Camp in 15 Minuten schließt, düsen wir nach diesem anstrengenden Tag glücklich und zufrieden ins Camp.

Der Zeltaufbau ist inzwischen gut eingespielt und sonst haben wir zum Glück nichts mehr zu tun. Statt Abendbrot gibt’s Chips und Kekse, das spart den Abwasch.

Der Platz ist heute ziemlich voll und weil Wochenende ist, sind auch viele Namibier hier. Die Party-Crowd verhält sich inzwischen aber erfreulich still (bis auf eine Gesangseinlage zum Geburtstag oder so). Allerdings brennen überall Holzfeuer und es riecht auch danach, was nach den gestrigen Erfahrungen etwas gemischte Gefühle bei mir auslöst. Hoffentlich geht da nix schief bei dieser Trockenheit! Noch vor halb zehn liegen wir in unserer Koje - morgen geht’s wieder früh raus!

Teil 1001. Apr. 2022

2. Tag Namutoni

Eine unruhige Nacht ist um halb sechs zu Ende. Wir haben abends Elefanten gehört und heute morgen haben Löwen gebrüllt. Mitten in der Nacht ging außerdem mehrfach eine Auto-Alarmanlage los und wir standen natürlich jedes Mal senkrecht im Dachzelt, aus Angst, dass es wieder brennt!

Heute ist das Tor schon früher auf - umso besser! Um zwanzig vor sieben geht’s los zum Wasserloch Fischer‘s Pann. Wir haben gelesen, dass es dort Löffelhunde und Honigdachse geben könnte und so haben wir keine Zeit zu verlieren!

Wir fahren durch das vom Morgenlicht beschienene grüne Grasmeer - das ist einfach herrlich und Grassavanne ist meine absolute Lieblingslandschaft.

Wir fahren und fahren und fahren und müssten unserem Gefühl nach schon längst am Fisher’s Pan Waterhole sein, aber Fehlanzeige. Komisch, wir sind uns ganz sicher, dass wir keinen Abzweig verpasst haben! Also schauen wir noch mal in unser schlaues Buch mit der Beschreibung aller Wasserlöcher des Parks, aber werden nicht so richtig schlau daraus. Wir haben auch noch eine digitale Karte auf dem Handy, die uns bislang ganz ausgezeichnet zu jedem Wasserloch gelotst hat, aber dieses Wasserloch kennt sie nicht. Aber sie zeigt uns an, dass wir schon viel zu weit gefahren sind, denn auf der Rundtour sind wir schon fast wieder am Ausgangspunkt angelangt. Entweder wir waren zu blöd oder das Wasserloch war trocken. In beiden Fällen Mist, denn das richtig gute Fotolicht ist nun schon weg und wir haben noch kein vernünftiges Bild im Kasten.

Nächster Stopp: Klein Okevi: Außer ein paar Vögeln gähnende Leere. Auch Groot Okevi liegt relativ verlassen da, aber am Weg sehen wir eine sehr entspannte Kudu-Dame, die uns schöne Porträtfotos erlaubt. Wir beschließen am Wasserloch unsere Frühstückspause mit Tee und Müsli einzulegen und zu warten, ob Tiere kommen.

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Die Kudus sind zur Wasserstelle gezogen und haben getrunken. Plötzlich hat sie irgendetwas erschreckt und sie laufen weg. Wir hoffen natürlich auf eine Raubkatze, aber es passiert nichts. Daher beschließen wir, die Frühstückspause zu beenden und nach Kalkheuwel weiter zu fahren.

Wir machen eine Fotopause für eine Herde Zebras, die dekorativ an der Straße im Sonnenlicht stehen.

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Ist das nicht eine herrliche Landschaft!? Und dann auch noch so dekorativ mit mit hübschen Tieren verziert!

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Wir sind in Kalkheuwel angekommen und eine Trinkgemeinschaft aus Impalas und Zebras steht am Wasserloch. Die Tiere sind sehr nervös und die Impalas stoßen Warnrufe aus. Irgendetwas könnte hier im Busch sein!

Ein weiteres Fahrzeug kommt an und Lars erkennt den Fahrer als Camping-Nachbarn. Er gibt uns den Tipp, dass er auf dem Weg zum nächsten Wasserloch, Ngobib, zwei Nashörner, eine Mutter mit Kalb, gesehen hat. Das ist verlockend und Lars und ich wechseln schnell die Plätze und fahren los.

Auf dem Weg nach Ngobib werden wir von einem riesigen, weißen Elefantenbulle aufgehalten, der auf der Straße steht. Wir trauen uns erst mal nicht vorbei. Nach einer Weile trottet er gemütlich querfeldein zu einem kleineren Gefährten und lässt uns passieren.

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Auch an diesem Wasserloch ist nichts los, daher fahren wir zügig weiter. Wir fahren schon eine ganze Weile durch komplett verkohltes Gebiet, aber nun kommen wir an eine Stelle, an der es sogar noch etwas lodert und qualmt. Wir fahren lieber mal weiter, nicht dass wir noch vom Feuer eingeschlossen werden.

Wir fahren immer weiter zurück in Richtung Namutoni - um uns herum kilometerweit überall nur verbrannte Erde.

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Zum Glück verlassen wir nach einer Weile dieses deprimierende Gelände und kommen wieder in eine Mischung aus Gras- und Buschsavanne. Neben uns ziehen fünf Elefanten-Bullen malerisch über die mit Zebras gesprenkelte Savanne - traumhaft schön!

Nach einer Weile tauchen vor uns auf der Straße vier Fahrzeuge an einer Stelle auf, das kann doch wieder nur Raubkatze oder Nashorn bedeuten! Wir fragen nach und tatsächlich soll irgendwo ein Leopard im Gebüsch liegen. Wir versuchen ihn zu entdecken, können aber nix erkennen. Heute haben wir keine Geduld, lange zu warten, daher fahren wir weiter zum nahe gelegenen Wasserloch, Koinachas. Dort sind allerdings nur ein paar Springböcke zu sehen.

Also geht es direkt weiter zum Camp, in der Hoffnung auf einen Platz am Pool. Wir haben erst gestern mitbekommen, dass das Camp einen Pool hat. Obwohl wir eigentlich ja nicht so die Pooltypen sind, ist das wohl die einzige Möglichkeit als Camper die Mittagshitze zu überstehen.

Als wir gegen halb eins an unserem Platz im Camp ankommen, finden wir eine unfreundliche schriftliche Nachricht von unseren Ex-Camping-Nachbarn vor. Offensichtlich waren wir ihnen heute Morgen um sechs beim Zeltabbau zu laut…

Am Poolbereich gibt es nur acht Liegen und wenig Schatten, aber wir schnappen uns beides, bevor es später voll wird. Hier lässt es sich bis zur Nachmittagspirsch aushalten!

Nach der Poolpause startet der unangenehmere Teil unseres Camping-Urlaubs: wir müssen Essen zubereiten und abwaschen bei 37°. Zum Glück weht heute wieder ein kräftiger Wind, der für etwas Abkühlung sorgt.

Um halb fünf brechen wir zur Abend-Pirsch auf und steuern erstmal wieder Klein Namutoni an. Heute sind fünf Kudus am Wasserloch und trinken. Außerdem kommen fünf Zebras heran gezogen und zu Lars großer Freude kommt auch ein Habicht ans Wasserloch, den er sofort ins Visier nimmt, für den Fall dass er gleich wieder abhebt. Das tut er mehrfach, aber er ist einfach zu flink und zu weit weg für gute Fotos.

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Wir fahren kurz noch mal zum Leo-Baum von gestern und dann weiter an die Stelle, an der mittags der Leo gesichtet wurde: keine Raubkatze zu finden. Also wieder zurück nach Klein Namutoni. Auf dem Rückweg sehen wir einen prächtigen Bullen zur Straße ziehen und schließlich überqueren.

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Auf dem Weg zum Wasserloch sehen wir wieder ein einsames Gnu, das schon gestern und vorgestern hier lag und irgendwie krank oder verletzt wirkte. Heute steht der zähe Kerl wieder und macht einen fitteren Eindruck. Das freut uns natürlich und er muss abgelichtet werden. Genau wie das süße Dikdik.

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Zurück in Klein Namutoni sind zunächst nur vier Giraffen vor Ort. Aber immer mehr kommen um zu trinken. Am Ende stehen 18 Giraffen im schönsten Licht vor uns - herrlich!

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Auf dem Rückweg will ich noch kurz für ein Sonnenuntergangsfoto mit Baum halten, aber es kommt noch besser:

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Zurück im Camp laufen Streifenmangusten über den Rasen. Anscheinend sind sie hier an Menschen gewöhnt. Wir versuchen unser Glück, aber für gute Fotos ist es schon zu dunkel und die Biester sind echt flink! Aber auch neugierig: Eine schnuppert an Lars‘ Fuß.

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An unserem Platz angekommen, bauen wir ruckizucki das Zelt auf und bereiten Tee und Müsli für morgen früh zu. Dann gibt’s nur noch eine Dusche und und 20.45 Uhr liegen wir schon im Dachzelt.

Teil 1102. Apr. 2022

Von Namutoni nach Rundu

Obwohl heute die bislang ruhigste Nacht im Dachzelt war, sind wir schon um halb sechs wach. Wir werden gleich noch kurz eine Frühpirsch machen, den Etosha Park verlassen und dann liegen knapp 440 km zur Hakusembe Campsite am Eingang zum Caprivi-Streifen vor uns. Wir haben gestern schon unsere ersten 1000km voll gemacht.

Nach einem entspannten und dieses Mal - wie wir finden - auch sehr leisem Abbau, sind wir schon wieder zu früh startklar. Daher fahren wir erstmal zur Rezeption, um ins Sichtungsbuch zu gucken. Gestern Nachmittag sollen sechs Löwen in Chudob gewesen sein...

Wir fahren aber erstmal an unser Lieblingswasserloch und genießen einen wunderbaren Sonnenaufgang!

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Im Tageslicht zeigt sich bei Klein Namutoni gähnende Leere. So leer haben wir es dort noch nie erlebt. Also fahren wir weiter zu den Okevi-Wasserlöchern.

An beiden Okevi Wasserlöchern das Gleiche: tote Hose! Wo sind die Tiere alle?

Wir sind etwas ratlos, wohin wir jetzt fahren sollen oder ob wir überhaupt fahren sollen oder lieber weiter an einem Wasserloch abwarten sollen. Eigentlich ist es ja immer gut, Geduld zu beweisen...

Wir fahren aber zurück nach Klein Namutoni und dann weiter in Richtung Dikdik Drive. Beim Hyänenbau liegt eine junge Hyäne in der Sonne und wärmt sich. Nach uns kommt ein zweites Fahrzeug und schließlich ein Safari Bus. Die Touris machen Krach und halten ihre Handys aus dem Fensterschlitzen. Den Hyänen wird der Trubel zu viel und sie verstecken sich.

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Als wieder Ruhe einkehrt, kommt sogar kurz ein Hyänenbaby raus.

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Am Dikdik-Drive entdecke ich im Gebüsch links vor uns eine Zwergmanguste. Sie ist erstaunlich wenig scheu und bietet jede Menge Motive. Für mich ist die Pirschfahrt damit jetzt schon ein voller Erfolg: Ich liebe es einfach, wenn sich Tiere, die man schon oft vergeblich "erwischen" wollte, endlich mal in guten Licht, nah dran und entspannt ablichten lassen.

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Der Dikdik-Drive macht seinem Namen heute alle Ehre. Wir sehen ein gutes Dutzend Dikdiks und Lars kann einige davon auch sehr gut fotografieren. Diese kleinen Antilopen sind aber auch wirklich zu niedlich.

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Als wir zum Hyänenbau zurückkommen, sehen wir schon von dort ein Auto am Leo-Baum stehen und tatsächlich liegt die Leopardin wieder in der Astgabel! Da sie uns nur ihren Hintern zudreht, fahren wir doch noch mal zum Hyänenbau, aber die Babys lassen sich nicht mehr blicken.

Aber ein Stück weiter sitzt ein Adler im Baum, den Lars natürlich gerne fotografiert.

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Beim Leo tut sich wieder was: eine große Impala-Herde zieht direkt zwischen uns und ihrem Baum vorbei.

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Beim ersten Mal hatten wir noch geglaubt, dass sie vor den Hyänen auf den Baum geflüchtet war, als diese zu ihrem Bau zurück gekehrt sind. Da sie nun schon zum zweiten Mal in unmittelbarer Nähe der Höhle auf dem Baum sitzt, glauben wir inzwischen, dass sie dort einfach gerne den Tag mit Antilopen-TV verbringt.

Auf jeden Fall wollen wir heute nicht darauf warten, dass Madame sich bequemt, den Baum zu verlassen, sondern verabschieden uns in Richtung Camp zu einer letzten Pipi-Pause, bevor es in Richtung Caprivi geht.

Wir verlassen den Etosha Park durch das „Von Lindequist Tor“ und fahren eine ganze Weile auf der B1 Richtung Grootfontein. Die Landschaft wird langsam grüner und ein paar Hügel unterbrechen die vorher recht monotone Landschaft.

Der Reservetank (80L) ist leer und so fahren wir in Grootfontein als erstes tanken. Hui, 1035,95 NAD sind weg. Wir müssen wohl noch mal Geld holen, denn - laut Sicherheitstipp aus dem Forum - soll man an Tankstellen nicht mit Kreditkarte zahlen.

Dann kehren wir im „Purple Fig Bistro“ ein, natürlich auch eine Empfehlung des Namibia Forums! Wir parken in Sichtweite, haben aber trotzdem alle Sachen ins Canopy gelegt. Die Gäste sind überwiegend weiß bzw. deutsch oder deutschsprachig.

Wir bestellen zwei Rock Shandy und Thunfisch-Wraps. Erst hinterher fragen wir uns, ob Thunfisch bei der Hitze wohl eine Lebensmittel-sichere Wahl ist, aber angeblich soll das Essen in Namibia ja grundsätzlich auch für Touristen völlig problemlos sein (und war es auch. Da hatten wir in Ost-Afrika deutlich mehr Probleme!). Lecker ist es auf jeden Fall und zum Nachtisch gibt es einen leckeren Cappuccino! Die Zivilisation hat uns zurück! Und auch sonst gefällt uns der Ort mit seinen lila blühenden Bäumen gut und wir fühlen uns sicher - eine Fehleinschätzung, wie sich später noch herausstellen soll...

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Nach dem Essen versuchen wir Geld zu ziehen, bekommen aber nur eine Quittung und kein Geld. Wir studieren die Quittung, können aber nicht herauslesen, was eigentlich das Problem ist. Der Sicherheitsmann der Bank will uns helfen, kann uns aber auch nicht sagen, was da falsch gelaufen ist. Wir machen uns Sorgen, ob das Geld vielleicht trotzdem abgebucht wurde und
gehen deshalb in die Bank. Die Schalterdame ist mega-zickig und will uns nicht helfen. Sie meint nur, wir sollten einen kleineren Betrag nehmen, dann würde es schon klappen. Wir versuchen einen kleineren Betrag, aber das Ergebnis bleibt gleich. Die Schalter-Zicke (wie wir sie inzwischen bei uns nennen) schaut sich die Quittungen an und meint, das Geld sei nicht abgebucht worden. Müssen wir jetzt wohl glauben...

Als nächstes wollen wir noch Milch für unser morgendliches Pirschfahrt-Müsli kaufen. Der Sparmarkt sieht aber gar nicht vertrauenswürdig aus und so fahren wir zu einer Mall mit „Pick and Pay“ und dieses Mal wartet Lars im Auto, weil ich mich beim letzten Mal ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert habe.

Der Markt ist super und beim nahegelegenen ATM bekommen wir auch endlich Geld. Der Fehler lag natürlich bei uns: wir hätten im Abhebe-Prozess statt „Credit“ „Cheques“ auswählen müssen - Google sei Dank haben wir das rausbekommen und sind wieder flüssig!

Hinter Grootfontein sehen wir zwei für uns in Namibia ungewöhnliche Dinge: Palmen und Wolken. Außerdem fahren wir mitten durch eine Windhose, die vor uns über die Straße fegt - krass!

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150 km vor Rundu wird die Landschaft richtig grün! Ein großer Teil der Bäume und Büsche haben Blätter! Sogar das Gras hat stellenweise grüne Farbe! Wir passieren das Mururani Gate, eine Veterinär-Kontrollstation. Wir werden aber ohne Kontrolle durchgewunken.

In der Nähe der Dörfer sind rechts und links der Straße Menschen, Esel, Ziegen und Kühe unterwegs. Am Straßenrand kann man Feuerholz und Keramik kaufen. Wir sehen kaum andere Autos, die Menschen hier sind bei 35 Grad alle zu Fuß unterwegs, teilweise mit schweren Wasserkanistern.

Spielstraße auf Namibisch...

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Kurz vor Rundu gibt es wieder ein Roadblock: dieses Mal wird explizit der internationale Führerschein verlangt.

Wir fahren zwar nur die Ortsumgebung von Rundu, aber das reicht uns auch schon: Rundu ist die zweitgrößte Stadt Namibias und extrem vermüllt. Gut, dass wir außerhalb übernachten, auch wenn wir dafür etwas in die falsche Richtung fahren müssen!

Jetzt müssen wir noch ein paar Kilometer Sandweg und über ein paar abenteuerlich enge Brücken fahren.

Gegen fünf kommen wir an der Hakusembe River Lodge an und werden freundlich empfangen. Wir bekommen die Campsite 1 zugewiesen. Sie ist sehr schön und wir haben eine eigene Ablution, also ein kleines Badezimmer in Hüttenform. Trotzdem bauen wir nur schnell das Zelt auf und laufen zum Sundowner zum Aussichtsdeck. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf den Okavango und Angola.

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Da Angola direkt gegenüber auf der anderen Flussseite liegt, stellen unsere Handys übrigens zwischendurch immer mal wieder die Uhren um. Gut, dass wir noch die analoge Armbanduhr haben! Grundsätzlich ist hier im Caprivi Malaria-Gebiet. Malaria kann aber nur durch Mücken übertragen werden, wenn sie vorher einen Menschen mit Malaria gestochen haben. Und Mücken fliegen nicht weiter als maximal einen Kilometer, hat uns unsere Reise-Medizinerin erklärt. Insofern ist man hier immer dann sicher, wenn es im Camp und Umgebung keine Malaria gibt. Da direkt auf der anderen Flussseite aber ein angolanisches Dorf liegt, müssen wir hier aufpassen und Nobite nutzen. Auch das Wasser aus dem Hahn soll hier - anders als im südlichen Namibia - für Europäer nicht geeignet sein. Jetzt fühlt sich Namibia für uns auch richtig wie Afrika an!

Wir verziehen uns nach einer herrlich privaten Dusche früh in unser Zelt. Von der anderen Flussseite dringt Kinderlachen zu uns herüber: Verrückt, die Kinder baden im Dunklen im Fluss, obwohl es hier Flusspferde und Krokodile gibt.

Teil 1203. Apr. 2022

Von Rundu nach Divundu

Die Nacht war unerwartet kalt und wir haben zum ersten Mal nicht nur unsere dünnen Schlafsäcke benutzt, sondern auch noch die dicken drüber gelegt. Um fünf Uhr werden wir von einem Konzert angolanischer Gockel geweckt. Beim Blick aus unserem Dachzelt stellen wir fest, dass die angolanische Flussseite noch stockdunkel ist. Kein Licht weit und breit. Das tut der Motivation der Hähne aber keinerlei Abbruch: Anscheinend gehen nicht nur die Uhren in Angola anders, sondern auch die Hähne.

Irgendwann verstummen sie endlich und die Vögel beginnen ihr Konzert. Diese Stimmvielfalt ist so großartig! Viele Gesänge erkennen wir wieder, andere sind neu für uns. Wir machen einige Tonaufnahmen via Whatsapp, um uns auch noch zuhause an diesem akustischen Hochgenuss erfreuen zu können.

Als es schließlich dämmert, sehen wir, dass sich eine Katze auf unserer Campsite herumtreibt. Als sie unter dem Dach unserer Ablution verschwindet, stehe ich schnell auf, um sie aus unserem Bad zu verscheuchen. Schließlich soll sie dort nicht ihre Morgentoilette erledigen!

Sie ist aber gar nicht im Bad, sondern kommt laut schnurrend um die Ecke. Bevor ich mich hinhocke, um sie mit spitzen Fingern vorsichtig zu kraulen, denke ich noch kurz darüber nach, dass die Mietze vielleicht alle Parasiten und Krankheiten von Namibia und Angola zusammen in sich trägt. Ob ich die wirklich streicheln soll? Aber da ist sie schon auf meinen Schoß gesprungen, wärmt sich die Pfoten und bedeckt mein vorletztes sauberes Oberteil mit jeder Menge Katzenhaaren…

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Die Sonne geht über Angola auf!

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Wegen der herrlichen Lage des Restaurants direkt am Okavango, haben wir gestern Abend beschlossen, uns ein Lodge-Frühstück zu gönnen. Und es ist wirklich wunderschön hier. Wir sehen Fische und Otter im Fluss schwimmen, es zwitschert überall und ein Graufischer und ein Drossling (soweit lehne ich mich als bekennende Nicht-Birderin mal aus dem Fenster) lassen sich sogar ablichten. Besser kann es uns nicht gehen!

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Wir bauen unser Zelt ab und checken um halb zehn aus. Hakusembe hat uns gut gefallen und wir freuen uns auf eine weitere Nacht hier auf dem Rückweg. Dazu haben wir Campsite 3 reserviert, die angeblich schönste der insgesamt vier Campsites.

Wir fahren die B8 an Rundu vorbei. Laut Navi-App haben wir jetzt noch 205 km vor uns und werden gut drei Stunden brauchen.

So geht es Kilometer um Kilometer auf dem Caprivi-Highway:

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Mittags erreichen wir endlich Divundu. Bis zur 20 km entfernten Mahangu-Safari-Lodge sollen wir laut Maps.me jetzt noch anderthalb Stunden brauchen! Tatsächlich erreichen wir die direkt am Okavango gelegene Lodge aber bereits nach einer halben Stunde.

Auf der Seite der Lodge liegt der Mahango Nationalpark und auf der gegenüberliegenden Fluss-Seite die Buffalo Core Area des Bwabwata Nationalparks. Von der Lodge werden Pirschfahrten in beide Bereiche angeboten. Natürlich kann man auch mit dem eigenen Auto selber pirschen: die Anfahrt in den Mahango Park ist auch tatsächlich nur sehr kurz. Um mit dem Auto in die Buffalo Core Area zu kommen, muss man allerdings zur Hauptstraße zurück und dort über die Brücke. Insofern ist es praktisch, dorthin einen geführten Game Drive zu machen, denn dann spart man sich als Gast den weiten Weg und wird mit dem Boot über den Fluss gebracht und vom Fahrer auf der anderen Flussseite aufgegabelt. Außerdem bietet die Lodge Frühstücksfahren auf dem Okavango an und da wir drei Nächte bleiben, ist die für uns sogar im Preis mit inbegriffen.

Wir werden von Thorsten empfangen, Deutscher und nach unserem Gefühl irgendwie ein etwas komischer Kauz. Er führt uns zu unserem Zelt Nr. 15 und gibt uns ein kurzes Briefing.

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Wir melden uns bei ihm auch gleich für heute Nachmittag zum Game Drive im Mahango Park an: Bevor wir den Park in den nächsten Tagen auf eigene Faust erkunden, wollen wir uns einmal zusammen mit Guide orientieren.

Dann richten wir uns häuslich ein: wie angenehm, die nächsten drei Tage mal aus dem Schrank und nicht aus dem Koffer zu leben! Das Zelt ist gemütlich und hat sogar eine Klima-Anlage. Was uns nicht so gut gefällt, ist, dass wir zwei schmale Betten statt einem Doppelbett haben und dass das kleine Ensuite-Bad extrem chemisch und giftig riecht. Anschließend sortieren wir unsere Wäsche und packen alles zusammen, was hier gewaschen werden soll.

Jetzt aber erstmal chillen am Pool! Bei der Hitze werden wir doch noch echte Poolgänger! Lars geht zwischendrin auf Vogel-Pirsch, denn laut Thorsten gibt es hier 280 verschiedene Vögel! Tatsächlich sieht Lars sehr viele Vögel, auf den Speicherchip schafft es aufgrund von Lichtverhältnissen und Entfernung aber erstmal nur ein hübscher Weißbrauenrötel.

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Nach der Pool-Pause gehen wir zur Rezeption, geben unsere Wäsche ab und besprechen mit einem anderen Lodge-Mitarbeiter unsere weiteren geplanten Aktivitäten. Er empfiehlt uns, morgen Nachmittag einen Game Drive in die Buffalo Core Area zu machen, da es dort nachmittags mehr Sichtungen geben soll als vormittags. Also steht der Plan für die nächsten drei Tage: morgen früh pirschen wir auf eigene Faust im Mahango, morgen Nachmittag Game Drive im Buffalo Park, übermorgen früh pirschen wir wiederum selber im Buffalo Park und am letzten Morgen machen wir die Frühstücksfahrt auf dem Okavango. Soweit der Plan…

Um 15.00 Uhr geht es aber erstmal mit unserem Guide Philip im offenen Geländewagen auf Pirsch. Wir sind wieder einmal allein mit unserem Guide - herrlich!

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Bis zum Gate brauchen wir tatsächlich keine 15 Minuten. Dort zahlt Phillip den Eintritt und los geht's! Kurz hinterm Eingangstor biegen wir rechts ab und machen uns auf den Weg zu einem Wasserloch. Dabei sehen wir zunächst die üblichen Verdächtigen: Impalas, Kudus und Zebras. Nach einer knappen halben Stunde können wir das Wasserloch schon sehen, bzw. eine große Gruppe aus Elefantenbullen aller Alters-und Gewichtsklassen, die sich am Wasser gütlich tun und sich ordentlich einsprühen. Den Riesen dabei zuzuschauen, wie sie sichtlich Spaß an dem Ganzen haben, ist wirklich schön, vor allem weil sie sich durch uns überhaupt nicht stören lassen!

Wir bleiben ca. 20 Minuten vor Ort und Lars entdeckt ungefähr 80m entfernt, hinter einem Busch hervorguckend, eine der Antilopen-Arten, die wir bisher noch nie gesehen haben: Eine Roan-Antilope. Aufgrund der Entfernung reicht es aber nur für einen Schnappschuss.

Da wir nicht durch die Elefantengruppe hindurch fahren können, wendet Phillip und wir setzen unseren Game-Drive in die Richtung fort, aus der wir gekommen sind.

Wieder auf dem Hauptweg des Parks angekommen, fahren wir etwa eine halbe Stunde in Richtung der botswanischen Grenze und sehen dabei einen Straußenvater mit drei Küken. Am Ende des Weges fahren wir auf die von Phillip angekündigte große Pirsch-Schleife.

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Leider scheint dieser Teil des Parks sehr tierarm zu sein. Die nächsten 20 Minuten entdecken wir nahezu nichts. Landschaftlich gefällt uns der Park aber sehr gut: es ist hier angenehm grün und es gibt sehr viele große, alte Bäume.

Dann kommen wir aber in eine andere Landschaft, nämlich in das Überflutungsgebiet des Okavango. Aktuell liegt es trocken, da der Fluss Niedrigwasser führt. Hier stehen große Papyrus-Flächen.

Philip macht uns auf einige Meerkatzen aufmerksam. Sie kommen direkt auf uns zu und schnell wird klar, warum: Philip füttert sie mit Erdnüssen. Wildtiere anzufüttern finden wir mehr als grenzwertig - gleichzeitig sind wir natürlich aber auch Teil des Problems, denn wir legen die Kamera schließlich auch nicht aus der Hand...

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Wir kommen an einem riesigen Baobab vorbei, der ca. 1000 Jahre alt ist, letztes Jahr vom Sturm umgerissen wurde und in Trümmern liegt. Hier ist der Platz für unseren Sundowner mit Blick auf das Überschwemmungsgebiet. Etwas entfernt, aber sehr malerisch, sehen wir eine weitere „neue“ Antilopenart: Lechwe

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Auf dem Rückweg stoßen wir noch auf diese beiden entzückende Exemplare, ein Topi und Lars spottet auch noch zwei Roan-Antilopen in guter Foto-Entfernung.

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Das war unser letztes Motiv für heute und wir fahren zurück. Zwischen der Lodge und dem Park liegt ein kleines Dorf. Männer, Frauen und Kinder sind draußen unterwegs und es fühlt sich sehr seltsam an, mitten durch das Leben der Einheimischen zu fahren und neugierig beäugt zu werden.

Um sieben gehen wir langärmelig und mit Nobite eingesprüht zum Essen und sitzen auf einem Holzdeck direkt über dem Wasser. Man sieht zwar keine Hippos, hört aber ihre typischen Geräusche. Ich liebe diesen Sound und es gibt für mich wenig Geräusche, die ich so sehr mit Afrika verbinde, wie Hippo-Grunzen! Als Starter gibt es eine Tomatensuppe und als Hauptgang Lachs mit Nudeln und Gemüse. Das Dessert bestellen wir ab - wir sind satt und Lars hat außerdem Angst, dass die hiesige Wasserqualität Folgen hat: im Caprivi gilt für uns wieder die alte Busch-Weisheit „Koch es, schäl es oder vergiss es!“

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Später kommt Thorsten an unseren Tisch und wirft unsere Pläne für unseren Aufenthalt hier über den Haufen: die Frühstücksfahrt kann nur morgen stattfinden. Es sind bereits 16 Personen angemeldet. Wir hadern mit uns: einerseits ist es eine Fahrt auf dem Okavango - andererseits sind Gruppen-Exkursionen echt nicht so unser Ding und einige unserer Mit-Gäste sind echt laut und waren uns vorher in Hakusembe schon unangenehm aufgefallen. Aber es ist eine Fahrt auf dem Okavango - wir entscheiden uns dafür morgen mitzufahren!

Teil 1304. Apr. 2022

1. Tag Divundu

Um sechs Uhr wecken uns wieder einmal die stimmgewaltigen Vögel und auch die Hippos lassen sich hören. Wir klettern auf den Aussichtsturm und genießen den Sonnenaufgang auf dem Okavango.

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Kurz vor acht gehen wir an Bord des „Traumschiffes“ und setzen uns mit gemischten Gefühlen an einen separierten Zweiertisch ganz am Bug. Für den Großteil der Gäste ist an einer langen Tafel für das angekündigte Frühstück gedeckt. Wie befürchtet, ist die Runde munter und laut. Man, sind wir froh, dass wir da jetzt nicht mitten drin sitzen!

Mit dem großen Boot müssen wir in der Mitte des Flusses fahren und so bekommen wir erstmal „nur“ Hippos und ein paar kleine Krokos vor die Linse. Aber wir können uns auch über eine weitere Erstsichtung in diesem Urlaub freuen: einen Buschbock.

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Nach einer Stunde gemütlichen Fahrens und Frühstückens wendet das Boot und wir machen uns auf den Rückweg. Schon von Weitem sehen wir dann eine größere Gruppe Elefanten am Wasser. So habe ich mir eine Okavango-Bootstour vorgestellt! Aber was passiert jetzt? Für uns völlig überraschend flüchten die grauen Riesen vor uns - anscheinend ist ihnen unser Ausflugsboot nicht geheuer. Eine so große Fluchtdistanz haben wir noch nie erlebt!

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Gegen zehn erreichen wir wieder die Lodge und somit auch das Ende unserer Ausflugsfahrt.

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Unser Fazit zur Bootstour fällt gemischt aus: das Frühstück war lecker und es ist immer schön, auf dem Wasser zu sein (schon sowieso mit dem Wissen, auf dem Okavango zu schippern!) Aber die Gruppen- und Bootsgröße hat uns überhaupt nicht gefallen und wir hatten irgendwie mehr Tiere erwartet.

Es ist schon wieder so warm, dass wir direkt zum Pool gehen und dort mit lecker Rockshandys Tagebuch schreiben und Fotos sichten. Wir haben heute so ungewohnt viel freie Zeit, dass es uns ganz komisch vorkommt. Daher lassen wir heute endlich mal die Luft aus den Reifen und testen, wie der Kompressor funktioniert, damit wir sie auf Asphalt wieder aufpumpen können. Es klappt alles problemlos, es ist uns mit 39 Grad nur wieder mal viel zu heiß! Also wieder zurück an den Pool und ice cold drinks genießen!

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Um halb drei machen wir uns zum Bootssteg auf und lassen uns mit einem kleinen Boot und vier weiteren Gästen aus der Schweiz auf die andere Flussseite bringen, um einen geführten Game Drive in der Buffalo Core Area zu machen. Die Überfahrt dauert nur 10 Minuten und ist nicht sonderlich spektakulär. Auf der anderen Seite erwartet uns Phillip schon, gibt uns ein kurzes Briefing und schon geht es los.

Schon nach 5 Minuten halten wir wieder und Phillip zeigt uns das erste Tier der Pirschfahrt, einen Leoparden! Verrückt! Der Leo sitzt in einem großen Baum und ist allerdings mindestens 100m weg. Die Bildqualität ist entsprechend schlecht, aber für den Anfang wollen wir uns mal nicht beschweren!

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Wir hatten Philip gesagt, dass wir gerne eine Sabel- bzw. Rappenantilope sehen würde und voila: da steht ein prächtiger Bock. Diese Antilopen sind sehr selten und laut Philip die teuersten Antilopen, die man kaufen kann.

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Wir sehen Kudus und eine größere Gruppe Büffel, die aber alle sofort panisch im tiefen Gebüsch verschwinden.

Nur etwas später sehen wir eine kleine Herde Sabels, die zwar auch ziemlich scheu sind, aber ein weibliches Tier bleibt für ein Foto noch kurz stehen.

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Alle Tiere hier sind scheu, aber die Kudus gefühlt am meisten. Diese zwei bilden eine Ausnahme: sie sind an einer Salzlecke und anscheinend nehmen sie für das Salz auch ein paar Touristen in Kauf.

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Nach einer guten Stunde kommen wir an die Ruinen der verlassenen Militärbasis Pica Pau. Hier war während der südafrikanischen Besatzung das 32. Bataillon stationiert, eine berüchtigte Elite-Truppe. Nun stehen hier nur noch Fundamente und ein paar Mauern. Philip meint, hier würden wir vielleicht Löwen finden.

Mit maximaler Konzentration suchen wir die Umgebung ab und ich bin die erste, die die Löwen entdeckt! Das freut mich sehr, denn eigentlich ist Lars der deutlich bessere Spotter, aber auf dieser Reise habe ich mein Spotting-Talent tatsächlich etwas ausgebaut.

Es sind zwei Löwinnen, die im kühlen Schatten liegen, gähnen, sich putzen und an uns nur mäßig interessiert sind. Eine der beiden ist besendert. Philip erklärt uns, dass einzelne Tiere der Rudel hier zum Schutz der anliegenden Dörfer besendert werden. Philip fährt näher ran und wir können Fotos der zwei Schönheiten machen:

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Und noch näher...

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Wir verlassen die Katzen und kommen in offeneres Gelände. Hier sind Büffel, aber leider ziemlich weit weg.

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Schließlich ist erstmal eine halbe Stunde Pause mit Blick auf die Floodplains, Beine vertreten und eisgekühlten Drinks angesagt. Und natürlich Fotos machen. Ich habe nämlich eins meiner liebsten Motive ganz in der Nähe entdeckt und es bietet sich die Gelegenheit, schöne Toko-Bilder zu machen. Diese sind nun schon ziemlich nah an meiner Wunschvorstellung.

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Nach der Pause treffen wir schnell auf eine Gruppe Elefanten und die Schweizer, die sich bisher gut benommen haben, sind völlig aus dem Häuschen und rufen aufgeregt durcheinander. Die ohnehin nervösen Dickhäuter werden unruhig und hauen ab - schönen Dank dafür!

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Noch mal ein Buschbock, dieses Mal etwas näher als auf der Bootstour.

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Um zwanzig nach sechs meint Philip, wir müssten uns nun auf den Rückweg machen und wendet den Wagen. Wir fahren den gleichen Weg zurück, den wir gekommen sind, fahren aber zügig. Entsprechend sehen wir auch nur noch einen Adler im Vorbeifahren. Dann geht es für uns mit dem Boot zurück zur Lodge, während Philip den weiten Weg über Divundu fahren muss.

Und so sind wieder früh beim Abendessen und schnacken mit Thorsten: er erzählt uns, dass die Tiere hier im Park so scheu sind, weil sie gejagt werden. Es sagt, dass in allen NP in Namibia außer Etosha Trophäen geschossen werden dürfen, um die Parks zu finanzieren. Schlimmer ist aber wohl noch die Wilderei: Wilderer kommen aus Angola und räubern im Caprivi die Parks leer.

Teil 1405. Apr. 2022

Sorry, doppelt gepostet! Irgendwie hatte ich heute die Technik nicht im Griff.

Teil 1505. Apr. 2022

Sorry, doppelt gepostet.

Teil 1605. Apr. 2022

Sorry, doppelt gepostet!

Teil 1705. Apr. 2022

2. Tag Divundu

Der Vogelweckdienst fängt heute Morgen um 5:50 Uhr an zu zwitschern. Gut so: unser Wecker hat sich heute nämlich nicht gemeldet. Wir machen uns und den Hilux für die heutige Morgenpirsch auf eigene Faust in den Mahango-Park startklar, dann hole ich unsere Frühstücks-Pakete aus der Küche ab und Lars macht uns Tee. Um 6:30 fahren wir aus der Lodge.

Zwanzig Minuten später erreichen wir das Gate, zahlen 250 NAD für den Eintritt und erhalten dafür eine schlecht kopierte Karte des Parks. Egal, wir waren ja schon mit Phillip hier und kennen uns daher top aus - denken wir!

Erstmal fahren wir, wie von der Dame an der Rezeption empfohlen, den nächsten Abzweig links und sind schon auf der Pirsch. Leider sehen wir die ersten 25 Minuten nahezu kein einziges Tier. Nach dieser Flaute entdecken wir jedoch diesen Fischadler mit seinen zwei großen Nachkommen.

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Wir setzen unsere Tour fort und fahren vom geschotterten Weg auf eine Sandpiste ab, die entlang der Floodplains führt. Bei einer im Wasser dösenden Gruppe Hippos bleiben wir kurz stehen und genießen den Ausblick.

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Da wir uns nicht so ganz sicher sind, ob wir den Sandweg überhaupt fahren dürfen, fahren wir an einer geeigneten Stelle wieder auf die Schotterpiste und entdecken kurz danach diesen mit Geiern und einem Marabu verzierten Baum. Das Gegenlicht lädt zu einem Scherenschnitt-Foto ein. Ein kleines Stück weiter treffen wir auf eine sehr schöne Kudu-Gruppe und eine Warzenschwein-Familie.

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Wir machen am umgestürzten Baobab eine Pause und essen dabei das, was unsere Frühstückspakete für uns hergeben. Es ist einfach herrlich, die Floodplains in dem wunderschönen Morgenlicht und der Stille ganz allein für uns zu genießen! Um uns herum sind Bienenfresser unterwegs, die wir beobachten und fotografieren. Dass die direkt hier im Sand wohnen, bemerken wir aber erst, als ein Jungvogel in einer staubigen Senke landet und nicht wieder auftaucht.

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Nach einer Stunde machen uns zu dem Wasserloch auf, an dem wir vorgestern die Elefantenbullen beobachten konnten. Aus mir unerklärlichen Gründen kommen wir dort aber nicht an: obwohl das eigentlich völlig unmöglich ist, haben wir uns verfahren und müssen unverrichteter Dinge wieder umkehren. Weil wir rechtzeitig zurück an der Lodge sein wollen, um uns noch für den Game-Drive am heutigen Abend anzumelden, reicht die Zeit für einen weiteren Anlauf zum Wasserloch nicht mehr. Also verlassen wir den Park und fahren zur Lodge zurück.

Gegen zehn kommen wir dort an und machen uns gleich auf zum Pool. Im Schatten mit einem Rock Shandy und einem Beer Shandy lässt es sich gut aushalten. Lars macht sich wieder auf Vogeljagd und ich schreibe Journi. Neben den unfassbar vielen Vögeln gibt es auch Flughunde hier.

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Heute essen wir zu Mittag Sandwiches mit Pommes und genießen den Blick auf andere Flussufer mit der großen Gruppe Sabels.

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Angelockt durch unser Essen, habe ich auch endlich den Glanzstar vor die Linse bekommen, der mir vorher immer entwischt war.

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Um halb drei fahren wir wieder mit dem Boot über den Okavango und unser heutiger Kapitän (der gleichzeitig auch der hiesige Vogelexperte und irgendwie Mädchen für alles ist) fährt mit uns eine kleine extra Schleife an den Hippos vorbei. Sie sehen nicht besonders erfreut aus!

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Wir hatten heute morgen sehr nah Löwengebrüll gehört und direkt an der Stelle, an der Philipp mit dem Auto auf uns wartet, sind frische Löwenspuren zu sehen. Wir nehmen das mal als gutes Zeichen...

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Erstmal sehen wir aber gar nichts. Der Park ist wie leergefegt! Mangels Alternativen fangen wir an, nach Vögeln Ausschau zu halten und spotten einen Wiedehopf.

Wo sind die bloß alle? Gestern um diese Zeit hatten wir schon so viele Tiere gesehen! Heute zeigt Philip uns einen Friedhof. (Auch im wörtlichen Sinn: einen Soldaten-Friedhof, schön separiert nach schwarzen und weißen Toten.)

Wir sehen eine schöne Gruppe Sabels, die aber in vollem Galopp wegläuft und später ein einzelnes Männchen, das freundlicherweise still hält.

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Als wir auf diesen einsamen Burschen stoßen, ist der gar nicht amüsiert und bringt sich mit aufgeklappten Ohren in Angriffsstellung. Philip setzt eilig ein ganzes Stück zurück. Das beruhigt ihn und er geht trinken.

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Wir machen Pause mit Blick auf die Floodplains - endlich! Normalerweise sitze ich ja immer gerne im Safari-Fahrzeug und lasse mich durchschaukeln, aber heute ist irgendwie der Wurm drin. Es ist so heiß und wir sind nach der gestrigen Pirschfahrt auch etwas enttäuscht über den Verlauf der heutigen Fahrt.

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Nach der Pause geht es weiter wie vor der Pause: wir fahren durch eine gefühlt leer gefegte Landschaft, mit ein paar kleinen Highlights in der Ferne.

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Nach einer ganzen Weile kommen wir zu einer Büffelherde, die nah an der Straße steht - hoffentlich laufen die nicht gleich weg, sobald wir uns nähern! Doch, genau das tun sie: die ganze Herde stampft staubaufwirbelnd los, weg von der Straße.

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Das gleiche Spiel bei dieser schönen Herde Elefanten: wir nähern uns, sie hauen ab. Wir sind inzwischen ganz schön frustriert: es ist kein schönes Gefühl als Störenfried oder sogar Gefahr wahrgenommen zu werden.

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Inzwischen fährt Philip ziemlich zügig statt in Pirschgeschwindigkeit, weil wir anscheinend spät dran sind. Lars entdeckt trotzdem was im Gebüsch und bittet Philip, ein Stück zurück zu fahren. Da sitzt diese hübsche Bart-Eule Kapkauz (danke Bele!) in einem Busch.

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Wir sind spät zurück an der Lodge und gehen gleich zum Essen. Dann heißt es Kofferpacken, denn ab morgen sind wir wieder im Dachzelt unterwegs. Nach einer erfrischenden Dusche liegen wir unter unseren Mückennetzen im Bett und schlafen sofort ein.

Teil 1807. Apr. 2022

Von Divundu nach Kongola

Heute werden wir um halb sechs durch lautes Donnern geweckt: es gewittert! Damit haben wir nun gar nicht gerechnet, aber vielleicht kühlt es nun etwas ab und wenn der Staub aus der Luft gewaschen wird, ist das auch nichts Schlechtes!

Beim Frühstück am Fluss fliegt ein gemischter Vogelschwarm an uns vorbei: Pelikane, Reiher und andere Vögel landen im Buffalo Park.

Wir bepacken den Hilux und checken um halb neun aus. Jetzt noch schnell in Divundu Geld holen, Brot kaufen und auf geht’s nach Kongola, an den Kwando River - das ist jedenfalls der Plan!

Mit "jetzt noch schnell" wird es allerdings nichts: In Divundu angekommen, funktionieren erstmal beide ATMs nicht. Also geht’s weiter zum Brot kaufen im Metro nebenan. Der Laden hat jetzt aber mal gar nix mehr mit den schicken Super-Märkten in Windhoek und Grootfontein zu tun. Bis ich das Brot überhaupt finde, dauert es zehn Minuten, denn alle Gänge sind voll mit Menschen. An der einen offenen Kasse geht es total chaotisch zu: Alle stehen kreuz und quer an und immer wenn ein Einräumer mit Ware vorbei kommt und alle in die umliegenden Gänge ausweichen, sortiert sich alles neu. An der Kasse geht es überhaupt nicht voran und nach weiteren zehn Minuten gebe ich auf und bringe das Brot zurück. Ich hatte in der Navi-App noch einen zweiten Laden gesehen und will es lieber dort versuchen.

Der zweite Laden entpuppt sich vor Ort als Shell-Tankstelle, aber die Brotauswahl ist hier genauso gut wie nebenan: es gibt eine Sorte Toast-Brot. Für Lars nehme ich noch eine Tüte Chips mit. Die beiden ATMs hier funktionieren leider auch nicht, also müssen wir erstmal mit dem Geld auskommen, das wir noch haben. Wir tanken noch mal voll und auf geht’s zum Mavunje Camp. Es liegen gut 200km vor uns.

Wir fahren und fahren und fahren… durch eine eigentlich ganz schöne, aber spätestens nach 20 km total öde Landschaft immerzu geradeaus. Es gibt kaum Verkehr. Nach ca. der Hälfte der Stecke tauschen wir und ich übernehme das Steuer.

Gegen halb eins erreichen wir endlich den Abzweig zum Mavunje Camp. Die letzten 2 km sind Sandweg, teilweise mit Tiefsandpassagen - wieso hab ich Lars‘ Angebot, das Steuer wieder zu übernehmen, bloß nicht angenommen? Der Hilux und ich halten uns aber wacker und schaffen es bis zum Tor. Dort ist niemand, aber ein Zettel teilt uns mit, dass wir hupen sollen. Sofort kommt eine junge Frau gelaufen und weist uns Campsite 2 zu. Außerdem buchen wir bei ihr gleich für heute Nachmittag eine Bootstour.

Unsere Campsite gefällt uns richtig gut: wir haben ein WC-Hütte, eine Waschbecken-Hütte, eine Dusch-Hütte, eine Küchen-Hütte und eine Esszimmer-Hütte, alles auf Sand. Das Wasser wird bei Bedarf über einen Holzofen erhitzt. Alles scheint so angelegt zu sein, dass es möglichst Hippo- und Elefanten-sicher ist, denn die kommen nachts angeblich manchmal ins Camp.

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Wir bauen routiniert unser Dachzelt in der Nähe der WC-Hütte auf, damit der Weg im Fall der Fälle nicht zu weit ist. Dann gibt’s erstmal icecold drinks - neugierig beäugt von Gelbbauchbülbüls, die hoffen, etwas abzubekommen. Tatsächlich fallen ein paar Krümel unseres frisch gekauften Toasts für sie ab. Zum Dank kackt uns einer auf den Tisch - klarer Fall von selber Schuld! 😛

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Wir schauen uns nun erstmal um und stoßen auf unsere eigene Chill-Area direkt am Kwando! Wie cool ist das denn!?

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Auf dem Weg zurück zu unserer Campsite kommen wir an einer kleinen Herde Lechwes vorbei - näher als jemals vorher im Mahangu. Leider haben wir nicht das richtige Glas an der Kamera.

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Dann essen wir noch schnell ein paar Käsetoasts, waschen ab und organisieren ein bisschen das Camping-Leben: so langsam haben wir ein funktionierendes System gefunden, wo wir was im Hilux lassen und wir müssen nicht mehr andauernd alles suchen und erstmal ewig rumkramen.

Um kurz vor drei kommt ein junger Mann an unseren Campside und stellt sich als unser Guide Isaac vor. Er holt uns zur Bootsfahrt auf dem Kwando ab. Der Kwando bildet hier die Grenze zwischen dem Mudumu NP und der Kwando Core Area des Bwabwata NP. Pünktlich steigen wir auf das Boot, Isaac startet den Motor und manövriert uns durch die engen, von Papyrus gesäumten und mit Seerosen bedeckten Wasserwege. Dabei erklärt er uns, dass es in diesem Bereich viele Hippos gibt, die nachts auch regelmäßig in das Camp kommen. Es dauert auch gar nicht lange und wir sehen schon die ersten Flusspferde, die gemütlich im Wasser dümpeln, uns dabei aber genau im Auge behalten.

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Nach einer wunderschönen Fahrt durch die Kanäle zum Kwando, auf der wir an den Ufern unzählige Letschwe-Antilopen beobachten und fotografieren können, sehen wir diese Büffel am Gewässerrand stehen. Wie schon gewohnt, ziehen sie sich sofort zurück, sobald wir uns nähern. Trotzdem ist es einfach herrlich, hier auf dem Kwando inmitten der Wildnis auf einem Boot umher zu schippern und dabei Tiere zu beobachten!

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Nach knapp anderthalb Stunden nähern wir uns dem berühmten Horseshoe, an dem eine Gruppe Elefanten trinkt. Isaac erklärt uns, dass es leider nicht erlaubt ist, mit einem Boot dorthin zu fahren. Wir bleiben daher auf Abstand und drehen nach einem kurzen Stopp schon wieder um.

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Am Ufer auf der Seite des Mudumu-Nationalparks sitzt ein Weißkopfseeadler Schreiseeadler und beäugt skeptisch unser Näherkommen. Wir bringen unsere Kameras in Position, da wir damit rechnen, dass der Adler auffliegt - den „Gefallen“ tut er uns natürlich!

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Nach der Sichtung von Riedböcken, Reihern und einem Graufischer kommen wir zu einer weiteren Erstsichtung: Dieser seltene Klunkerkranich ist zum Glück nicht scheu und lässt sich ausgiebig fotografieren.

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Wir verlassen den Kranich und sehen in der Ferne eine Gruppe von gut 20 Elefanten am Fluss und Isaac fährt direkt auf sie zu. Hoffentlich hauen die nicht gleich wieder ab! Je näher er kommt, desto vorsichtiger nähert Isaac sich, so dass wir die Herde nicht beunruhigen. Nach kurzer Zeit scheint es fast so, als hätten sie uns ganz vergessen. Es ist sehr schön, sich mal nicht als Störenfried zu fühlen und den Elefanten bei ihrem normalen Verhalten zuzusehen: trinken, Gras rupfen, rangeln, Staub duschen und grummeln. Wir hören bald auf zu fotografieren und beobachten einfach nur noch das Geschehen.

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Schließlich reißen wir uns los, denn es ist schon halb sieben und wir sind noch weit weg vom Camp und müssen nun Gas geben. Es wird auch langsam dunkel und weil ich meine normale Brille im Camp vergessen habe, habe ich nun die Wahl, alles völlig unscharf oder alles völlig dunkel zu sehen. Schade, denn ausgerechnet jetzt stoßen wir auf eine Sitatunga-Antilope, die auch ganz oben auf unserer Wunsch-Liste stand.

Als wir um halb acht im Camp ankommen, ist es stockdunkel und wir brauchen unsere Stirnlampen. Nachdem wir die Lampen nur noch im Rotlichtmodus benutzen, fliegt uns zum Glück nicht mehr alles in Gesicht, was Flügel hat! Trotzdem beschließe ich für mich, dass heute eine Katzenwäsche reichen muss: Das ganze Krabbelzeug ist mir nicht sympathisch und mir juckt schon alles! Als mir auch noch ein fetter Tausendfüßer vor unserem Bad begegnet, beschließe ich außerdem, heute Nacht auf keinen Fall auf Klo zu müssen…

Um halb neun liegen wir schon im Dachzelt und ein unglaubliches Konzert der Glöckchen-Frösche mit gelegentlichem Hippo-Grunzen ist unsere heutige Nachtmusik.

Teil 1908. Apr. 2022

Kongola:

Die Nacht war unruhig: die Frösche haben uns schön gleichmäßig in den Schlaf geklingelt, aber irgendwann fing es an zu regnen und dauernd ist irgendwas aufs Zeltdach gefallen. Außerdem mussten wir natürlich doch aufs Klo und nachdem wir wegen der Hippo-Gefahr alles gründlichst abgeleuchtet hatten, war ich erstmal ein gutes Stündchen wach, während Lars gleich wieder eingeratzt ist.

Um halb sechs ist die Nacht aber für uns beide zu Ende. Die Abbau-Routine ist uns während unseres Lodge-Lotterlebens leider etwas abhanden gekommen, so dass wir erst um halb sieben aufbrechen. Wir fahren heute in den Mudumu Nationalpark. Auf dem Weg vom Camp zur Hauptstraße liegt eine alte Kuh vor uns auf dem Weg. Sie will aufstehen, schafft es aber sichtlich nicht hochzukommen. Das arme Ding macht es sicherlich nicht mehr lange! Wir fahren vorsichtig um sie herum.

Nach einer halben Stunde kommen wir am Gate an und sind wir verwirrt: im Häuschen sitzt niemand, aber zwei Männer sind in der Nähe, die uns erklären, dass wir vor dem Tor links abbiegen müssen. Tatsächlich ist da ein kleines Schild, das wir wegen des riesig-großen ganz übersehen hatten. Lars lässt noch schnell Reifendruck ab und weiter geht’s.

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Wir finden die Park-Rezeption und ein freundlicher Herr erklärt mir auf einer hübschen Park-Karte (mit freundlicher Unterstützung der KfW-Bank), welche Wege wir am besten fahren sollen und wo die Wege eher unpassierbar sind. Das wäre ja nun echt ein Job für Lars gewesen bei meinem miesen Orientierungssinn! Dann zahle ich noch 250 NAD Parkeintritt und trage mich in eine Liste ein (wir sind die ersten heute morgen). Dann beginnt endlich die Pirschfahrt.

Wir fahren als erstes zum Hippopool, also einem toten Arm bzw. Kanal vom Kwando. Von Hippos ist hier leider nichts zu sehen. In den nächsten anderthalb Stunden durchsuchen wir den Busch nach Tieren, sehen aber nur sehr wenig: ein Baum voll mit Pavianen und darunter eine Herde Impalas - die typische Wach-Gemeinschaft - und zwei Elefanten, die sofort im Busch verschwinden. Eine Roan hält zwar kurz für ein verbuschtes Foto still, bevor sie verschwindet, aber das Foto ist nicht brauchbar.

Wir beschließen, unsere Frühstückspause mit Blick auf den Kwando zu machen. Es sind eine ganze Menge Bienenfresser und Kaminspinte in der Nähe, aber für ein Foto reicht es leider nicht. Erst als wir etwas weiter fahren, erwischen wir die hübschen Vögel in vernünftiger Entfernung und Höhe.

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Nach einer weiteren Stunde kommen wir in den Bereich des Kwando-Linyati-Chobe-Deltas mit Botswana auf der gegenüberliegenden Flussseite, aber tiermäßig ist leider auch hier völlig tote Hose. Das frustriert uns zunehmend: so schön es auch ist, hier völlig allein durch die Wildnis zu fahren, sind die Tiersichtungen doch ziemlich mau: Und selbst wenn man endlich mal ein Tier entdeckt, ist es Sekunden später schon tief im Busch verschwunden.

Wir erreichen die Hauptstraße und überlegen, noch einen anderen Bereich des Parks zu befahren. Wir kommen aber nicht weit, denn der Weg wird so krass tiefsandig, dass wir den Versuch lieber abbrechen und zurück Richtung Camp fahren.

Dort ist erstmal chillen in der Hängematte am Kwando angesagt, dann kocht uns Lars ein lecker Mittagessen. Natürlich wird er dabei von den Bülbüls umlagert, die unsere heutige Foto-Ausbeute deutlich bereichern!

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Heute schaffen wir es auch endlich mal, uns einen Kaffee zu kochen und wir bereiten auch gleich den Tee und das Müsli für morgen früh vor. Dann waschen wir noch ab - puh, ganz schön anstrengend dieses Camping-Leben! Aber anscheinend haben wir uns endlich etwas an die Hitze gewöhnt und sind nicht mehr völlig fix und fertig.

Gegen vier wagen wir einen 2. Versuch mit dem Mudumu - vielleicht ist ja nachmittags mehr los! Im Geheimen spekulieren wir ja auf Wildhunde, denn ich hatte erst vor Kurzem im Forum von Sichtungen im Mudumu gelesen. An der Parkrezeption wird uns empfohlen, die Asphaltstraße zu nehmen, denn dort sind sie zuletzt gesehen worden.

Auf der linken Seite der Straße nähert sich eine große Elefantenherde, die auf uns zukommt, vermutlich in Richtung Fluss. Wir sind gespannt, ob die sich nähern oder uns ausweichen? Anscheinend halten wir ausreichend Abstand und sie ziehen entspannt vorbei.

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Wir verlassen die Asphaltstraße und fahren wieder auf Sandpisten durch den Busch. Nach einer Weile treffen wir auf einen Elefantenbullen, der nah an unserem Weg steht und frisst. Wir wundern uns, dass er gar nicht auf uns reagiert und einfach gemütlich weiter frisst. Dann hebt er plötzlich seinen Rüssel und riecht in unsere Richtung - nun hat er uns definitiv bemerkt und klappt drohend die Ohren vor. Lars setzt vorsichtig ein Stück zurück, aber der Weg hinter uns ist tückisch. Allzu lange wird das nicht unfallfrei gut gehen! Zum Glück dreht der Bulle aber schnell ab und lässt uns schließlich passieren.

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Die meiste Zeit fahren wir durch Dornbuschsavanne, aber ab und zu kommen wir zu den wunderschönen Floodplains des Kwando.

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Plötzlich tauchen 5 Roan-Antilopen vor uns auf. Leider sind sie so scheu, dass sie sich, nachdem sie uns gesehen haben, augenblicklich den Weg vor uns queren und schleunigst im Dickicht verschwinden. Nach einer Wegschleife haben wir sie plötzlich wieder vor uns und können wenigstens ein Foto machen.

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Wie schon heute Vormittag haben wir ein wenig die Orientierung im Park verloren, weil die Park-Karte nicht mit unserer digitalen Karte und beides irgendwie nicht mit der Realität übereinstimmt. Nun wird es aber bald dunkel und wir müssen sehen, dass wir aus dem Park rauskommen. Die Navi-App schickt uns einen richtig schlechten Weg und Lars heizt durch fette Schlaglöcher, Tiefsandabschnitte und eng stehende Dornbüsche. Der arme Hilux! Dann liegt vor uns auf der Straße auch noch ein großer Ast, den wir nicht einfach überfahren können. Wenden kann man hier auch nicht, denn der Pad ist eng und um uns herum ist unübersichtliches Dickicht. Es nützt nix, der Ast muss aus dem Weg! Lars opfert sich und räumt ihn schnell zu Seite. Um sechs erreichen wir endlich die Hauptstraße - das war ein Ritt!

Kurz nach dem Parkausgang haben wir unsere letzte Elefantenbegegnung des Tages.

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Um halb sieben kommen wir am Camp an und bauen als erstes unsere Schlafstatt auf. Heute verziehen wir uns aber nicht sofort ins Zelt, sondern haben uns schon vorsorglich nachmittags mit Nobite eingeschmiert. Nun surrt und brummt es zwar immer noch um uns herum, aber zumindest werden wir (hoffentlich) nicht gestochen.

Im Camp leuchten die Glühwürmchen und die Sterne um die Wette und deshalb wollen wir heute endlich Milchstraßen-Fotos machen. Nach vielen Versuchen erhalten wir einige passable Ergebnisse.

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Teil 2009. Apr. 2022

Von Kongola nach Rundu

Um fünf Uhr werden wir wach. Der Plan: Alles flott zusammenpacken und dann früh zum letzten Selbstfahrer Game-Drive in die Kwando Core Area fahren. Tatsächlich sind wir schon um viertel nach sechs abfahrbereit, müssen aber unsere Bootstour noch bezahlen. Da noch niemand im Camp ist, bei dem wir bezahlen können, legen wir die 900 NAD, wie mit Dan telefonisch vereinbart, in ein Buch und simsen ihm den Titel.

Nach kurzer Zeit kommen wir an einen Roadblock, der sich als Entseuchungsstation herausstellt. Einer der Angestellten sprüht die Reifen unseres Autos ein, während wir mit unseren Schuhen in ein spezielles Bad treten müssen. Danach geht es ohne Komplikationen weiter und schon nach fünf Minuten erreichen wir den Parkeingang.

Die Rezeption des Parks ist noch nicht so richtig besetzt. Eine Dame erklärt uns, dass wir gerne zuerst in den Park fahren und danach bezahlen können. Außerdem empfiehlt sie uns noch die beste Route, um die in den letzten Tagen mehrfach gesichteten Wildhunde entdecken zu können, beschreibt den Zustand des Weges auf unsere Nachfrage hin als gut und ergänzt, dass aber 4x4 notwendig ist.

Die „good road“ erweist sich aus unserer Sicht als recht tiefsandig, aber Lars und der Hilux kämpfen sich wacker voran, auch wenn man, wenn man denn überhaupt wollte, kaum mehr als 10 km/h fahren kann. So stark sind wir in diesem Urlaub bislang noch nirgends durchgeschaukelt worden.

Gleich zu Beginn der Piste sehen wir sehr viele Paviane und zwei Kudus. Wir halten aber eigentlich nur nach den Wildhunden Ausschau, weil wir die unbedingt finden wollen!

Wir halten kurz an einem sehr schönen Lookout, der im Gegenlicht aber leider nicht richtig zur Geltung kommt.

Die Landschaft ist zunächst typisch Dornbuschsavanne und somit sehr unübersichtlich. Nach ein paar Kilometern verändert sich die Vegetation in lichten Wald, was das Spotten sehr erleichtert. Noch mehr erleichtert uns das Spotten, dass ein Wildhund direkt vor uns über die Straße läuft. Unglaublich!

Normalerweise kann ich Fotos gut aussortieren, bei den Wildhunden gelingt mir das nicht - da müsst Ihr nun leider durch 😉

Rechts von uns auf einer Lichtung liegt ein ganzes Rudel Wildhunde mit Jungtieren. Die Jungen sind schon so groß, dass das Rudel mobil ist, aber noch nicht so groß, dass sie viele Kilometer am Tag machen könnten. Das erklärt vielleicht, warum es immer in der gleichen Gegend gesichtet wurde. An dieser Stelle hat das Rudel einen Impala-Bock gerissen - wir sind froh, dass wir das nicht mit ansehen mussten. So großartig ich Wildhunde auch finde: zu sehen, wie sie ihre Beute bei lebendigem Leib zerreißen, muss ich nicht.

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Die großen Hunde sind schon satt, aber die kleinen fressen noch am Kadaver. Außerdem balgen sich die Hunde und pflegen ihren sozialen Umgang. Nach etwa einer Stunde kehrt bei den Wildhunden etwas Ruhe ein und wir haben Zeit für Frühstück und Tee. Welch ein Privileg, hier völlig allein mit knapp 20 Wildhunden den Tag zu beginnen!

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Nach einer weiteren Stunde brechen wir auf, weil die Hunde inzwischen eigentlich nur noch rumliegen. Auf dem Rückweg kommen wir hier ja sowieso noch mal vorbei und wir wollen schauen, was die Kwando Core Area noch für uns bereit hält.

Wir fahren weiter und erreichen ohne weitere Sichtungen die Nambwa Lodge und die dazugehörigen Campsite, wo wir eine kurze Rast einlegen, um uns die Beine zu vertreten. Der Bereich der Campsites liegt wunderbar in einem kleinen Wäldchen, in dem wir auch einen Bushbock entdecken. Wir pirschen uns an, aber ein gutes Fotos will leider nicht gelingen.

Da wir heute noch über 400km Rückweg vor uns haben, das Licht hart wird und außer den Wildhunden eigentlich nichts zu sehen war, beschließen wir, nicht weiter in den Park vorzudringen, sondern umzukehren.

Zurück bei den Wildhunden hat sich nicht viel getan, außer dass es schon ganz schön nach Aas riecht. Erstaunlicherweise steht auch kein anderes Auto bei den Hunden, obwohl wir unterwegs immerhin zwei Autos getroffen hatten und von der tollen Sichtung berichtet hatten. Wir schießen noch ein paar letzte Fotos und verabschieden uns vom Rudel und mit einem letzten Selfie am Lookout innerlich auch schon vom Caprivi, obwohl wir ja eigentlich noch mitten drin sind. Tatsächlich kommt uns im Park auch noch ein aller letztes Motiv vor den Sucher, das ja auch wirklich nicht hat fehlen dürfen!

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An der Rezeption angekommen, zahle ich unseren Eintritt nach und trage die Wildhundsichtung auf das Sightingboard ein, während Lars den Luftdruck unserer Reifen wieder auf ein asphalttaugliches Niveau von 2,2 Bar bringt. Dann klemme ich mich hinter das Lenkrad und auf geht es nach Hakusembe!

Wie schon auf dem Hinweg zieht sich die Strecke endlos und wir fahren so schnell es erlaubt ist bzw. es uns mit Tieren und Menschen auf der Straße möglich erscheint. Irgendwo im Nirgendwo halten wir neben einer jungen Frau am Straßenrand: Da heute unsere letzte Camping-Nacht sein wird und wir nicht mehr kochen werden, haben wir unsere zu viel gekauften Lebensmittel, Klopapier und Alu-Folie in einen Beutel gepackt und geben sie der Frau. Sie versteht anscheinend nicht gut Englisch und weiß erst gar nicht, was ich überhaupt will, aber schließlich nimmt sie den Beutel an. Ich muss zugeben, ich habe keine Ahnung, ob sie mit dem Inhalt etwas anfangen kann, hoffe es aber.

Völlig durchgegart und fertig von der langen Fahrt, kommen wir um halb vier in Hakusembe an. Wie schon beim ersten Mal werden wir sehr freundlich begrüßt und erhalten ein Erfrischungsgetränk mit einer kurzen Einweisung. Danach fahren wir auf unsere Campsite, dieses Mal, wie vorher bestellt, die Nr. 3. Sie liegt wirklich schön an der Flussbiegung und gefällt uns sehr gut.

Nachdem wir das Zelt aufgebaut und geduscht haben, freuen wir uns schon auf den Pool! Leider ist dieser komplett von einer Großfamilie besetzt, deren erwachsene Mitglieder schon ganz schön getankt haben und sich lautstark unterhalten und amüsieren. Wir setzen uns etwas entfernt in ein Lounge-Sofa und sichten bei Rock Shandy und Beer Shandy ca. 600 Wildhundbilder.

Als es zu dämmern beginnt, gehen wir zurück zur Campsite, essen eine Kleinigkeit und machen uns fertig für die Nacht. Nachdem Lars beobachtet, wie ein paar Angolaner zu Fuß den niedrigen Fluss überqueren, schließen wir alles ins Bad oder ins Auto ein, was nicht niet- und nagelfest ist: wir hatten gelesen, dass Camper hier schon mal von Angolanern beklaut worden sind, die sich mit dem Diebesgut einfach über den Fluss davon gemacht haben. Vielleicht ist das auch der Grund, dass der Platz von einem sehr hellen Strahler ausgeleuchtet wird. Komisch, von Campsite 1 aus, war uns das Ding gar nicht aufgefallen! Hier zerstört er das Wildnis-Flair und macht Sternen-Fotografie unmöglich. Egal, wir haben heute genug fotografiert und sinken zufrieden ein letztes Mal in unserem Dachzelt in die Kissen.

Teil 2110. Apr. 2022

Kurze Warnung vorab: heute gibt es nur zwei Fotos und die haben ausschließlich dokumentarischen Charakter.

Von Rundu nach Waterberg

Auch heute werden wir wieder um fünf von den angolanischen Hähnen geweckt. Die Nacht war ruhig und mit 12 Grad ziemlich kalt. Wir gönnen uns den Luxus und bleiben bis 6.45 Uhr liegen und wärmen anschließend unsere Knochen unter der Dusche. Es liegt ein langer Fahrtag vor uns: 576 km zur Waterberg Valley Lodge, für die wir angeblich fast 8 Stunden brauchen sollen. Jetzt aber erstmal in Ruhe frühstücken und abbauen.

Da dies unsere letzte Dachzelt-Nacht war, packen wir alle Camping-Utensilien ordentlich zusammen. Außerdem frühstücken wir das erste Mal überhaupt auf der Campsite statt unterwegs. Alles mal gemütlich zu machen, hat auch was für sich und wir genießen die Trödelei. Um halb neun checken wir aus und fahren los.

Nach ca. 2 km kommt uns eine alte, ärmliche Frau entgegen, der wir unsere Schlafsäcke schenken. Wir wollen sie nicht mit nach Hause nehmen und sie freut sich riesig und bedankt sich herzlich.

Nach kurzer Fahrt auf der B10 erreichen wir wieder die altbekannte B8. Von nun an sind es ca. 2,5 Stunden nach Grootfontein. Also Tempomat auf 120 km/h und Musik an!

In Mururani findet eine Führerschein- und Fahrzeugkontrolle statt. Die Fahrzeugkontrolle bezieht sich auf Fleisch, das man aus Seuchenschutzgründen nicht von Nord nach Süd mitnehmen darf. Lars muss unseren Kühlschrank und unsere Boxen öffnen, aber natürlich ist da bei uns nichts zu finden.

Gegen halb zwölf erreichen wir Grootfontein und kommen an dem Einkaufszentrum an, bei dem wir auf dem Hinweg Geld geholt haben: hier wollten wir heute wieder Geld holen, aber es stehen mindestens 20 Personen in einer Schlange davor, so dass wir lieber weiterfahren. Am nächsten ATM das gleiche Spiel: es ist Monatsanfang und die Schlange ist richtig lang. Lars erinnert sich, dass es bei der Shell-Tankstelle einen ATM gab und tanken wollen wir auch, also fahren wir dorthin.

Tatsächlich ist vor dem ATM nur eine Person, so dass ich mich gut gelaunt auf den Weg mache, während Lars im Auto unsere Sachen bewacht. Wäre er doch bloß mitgekommen… Und ja, ich weiß, dass das, was nun folgt, wirklich richtig dämlich war. Wenn mir einer vorher gesagt hätte, dass mir sowas Dummes jemals passieren würde, hätte ich es nicht geglaubt. Seid also bitte gnädig mit etwaigen Kommentaren - Ihr dürft sicher sein, dass ich mir alle nur möglichen Vorwürfe schon selber gemacht habe!

Als ich am Automaten bin, kommt ein Mann von hinten und spricht mich freundlich an, dass ich den Automaten falsch bedienen würde. „Nicht schon wieder“, denke ich. Noch ehe ich mich versehe, bricht er den Vorgang ab und als der Automat meine Karte ausspuckt, greift er sofort danach. Ich bekomme Panik, aber er steckt, die Karte (vermeintlich) sofort wieder in den Automaten, drückt ein paar Tasten und meint, nun könnte ich Geld abheben. Ich gebe also meine PIN ein und schirme dabei meine Eingabe sorgsam vor ihm ab - nützt aber wohl nix: der Typ entfernt sich, während ich mich noch wundere, was für eine seltsame Meldung der Automat nun schon wieder anzeigt. Als ich bemerke, dass er weg ist, dämmert mir endlich, dass der Kerl meine Karte gestohlen hat!

Ich schaue mich hilfesuchend um und rufe mehrfach verzweifelt „He has stolen my card“, was durchaus für Aufmerksamkeit sorgt: eine freundliche Frau kommt auf mich zu und schlägt mir vor, mit mir zur Bank zu fahren, denn die könnten mir helfen. In meiner Aufregung nehme ich an, dass die Bank meine Karte sperren könnte. Die nette Dame nimmt an, dass es der Automat war, der meine Karte „gestohlen“ hätte und mir die Bank helfen könnte, sie wiederzubekommen. Auch Lars versteht die Situation leider nicht richtig und so fahren wir der freundlichen Frau schnell zur National Bank nach. Dort klärt sich - übrigens wieder bei der unfreundlichen Dame vom ersten Besuch - der Irrtum auf. Und natürlich kann die National Bank in Namibia keine Postbank Visa Karte sperren!

Also als Nächstes den zentralen Sperrnotruf anrufen. Die Nummer habe ich im Handy abgespeichert. Leider kann ich mit meiner namibischen SIM-Karte aber keine Auslandsgespräche führen - Mist! Lars hat zum Glück noch ein Handy mit deutscher SIM-Karte dabei und so rufen wir mit seinem Telefon unter 0049116116 den zentralen Sperrnotruf an. Warteschleife - ich dreh durch! Nach kurzer Zeit, die mir ewig vorkommt, meldet sich eine freundliche Dame an der Hotline und teilt mir mit, dass sie ja fast alle Karten sperren könne, aber die Postbank Visa Karte leider nicht. Sie könne mir aber gerne die Telefonnummer von Visa geben, dann könne ich die Karte dort sperren lassen. Ob ich meine Kartennummer parat hätte? Leider nein, die hatte ich nirgends aufgeschrieben. Tja, dann müsse ich bei der Postbank anrufen, die Nummer hätte sie aber leider nicht…

OK, wieder Google befragt und schnell die Nummer gefunden, gut! Leider komme ich dann erstmal in die Standard-Abfrage der Postbank Telefonwarteschleife: „Wenn Sie dies oder das möchten, drücken Sie bitte die eins…“ Ich dreh innerlich noch mehr durch: wieso kommt nicht gleich als erstes, ob ich eine Karte sperren möchte?!

Und so dauert es geschlagene 15 Minuten bis ich die Karte sperren kann, nachdem wir ja schon Zeit damit verloren haben, zur Bank zu fahren. Die Dame an der Hotline gibt mir noch eine Nummer, über die ich abfragen kann, welche Abbuchungen bereits erfolgt sind. Dort rufe ich sofort an und lande in der nächsten Warteschleife.

In der Zwischenzeit fährt Lars uns zur Polizeistation und wir stellen uns dort in die Warteschlange in der prallen Sonne. Es sind mindestens 15 Leute vor uns in der Schlange und wir müssen ein ganzes Weilchen warten. Kurz bevor wir endlich dran sind, kommt ein Polizist zu uns raus und meint, wir sollen mit seinen Kollegen zum Tatort fahren. Die Männer sind in Zivil und fahren zu sechst in einem Kleinbus vor zur Tanke. Ich erkläre, was passiert ist und Lars erreicht in der Zwischenzeit endlich jemanden bei der Postbank. Nachdem ich mich legitimiert habe, schaut er nach, welche Buchungen vorgenommen wurden! Mir wird ganz schwindelig:

11:44 h: 2530 NAD
11:48 h: 1030 NAD
11:56 h: 7030 NAD
12:03 h: 1700 NAD
12:09 h: 660 NAD

Er kann nicht mit Gewissheit sagen, ob das alles tatsächlich abgebucht wurde oder nicht. Und schriftlich will er mir schon mal gar nichts geben. Daher notiere ich alle Zeiten und Beträge in der Notiz-App meines Handys. Dann informiere ich einen der sechs Polizisten. Da eine der Abbuchungen nicht von einem Automaten, sondern aus einem Geschäft stammt, wollen die Polizisten dort nun hin, obwohl die Abbuchung inzwischen über eine halbe Stunde her ist. Vorher geben sie uns aber noch „Polizeischutz“, denn wir brauchen ja immer noch Geld. Lars holt also unter den wachsamen Augen der Polizisten 2000 NAD mit seiner EC-Karte.

Wir sollen nun wieder zur Polizeistation fahren, um die Anzeige aufzugeben. Die Polizisten meinen, sie würden dort anrufen, damit wir nicht wieder in der Schlange warten müssen. Als wir an der Station ankommen, weiß natürlich keiner was von irgendwas. Der Polizist am Tresen meint, er könne die Anzeige aufnehmen und wir müssten dafür eine Gebühr zahlen - what? Nun rege ich mich erstmal auf, was leider nur zum Ergebnis hat, dass wir um 14.00 Uhr wiederkommen sollen, dann wäre ein Officer da. Wir überlegen, ob wir die Anzeige nicht einfach sein lassen, aber der Herr von der Postbank Hotline hatte uns dringend dazu geraten, eine aufzugeben, um vielleicht Ersatzansprüche durchsetzen zu können…

Wir fahren also wieder ins Purple Fig Bistro und essen und trinken etwas. Die Stimmung ist natürlich ganz anders als bei unserem letzten Aufenthalt: ich mache mir Vorwürfe und bin völlig fix und fertig, während Lars versucht mich zu trösten, aber natürlich auch nicht gerade froh über den Schlamassel ist.

Pünktlich um 14.00 Uhr stehen wir wieder auf der Matte der Polizeistation und nach einigem Palaver kommt ein junger Officer, der unsere Anzeige aufnehmen will. Ich erzähle gefühlt zum hundertsten Mal, was passiert ist und dann wird’s richtig komisch: keiner in der Station will die sechs Polizisten kennen, die mit uns zur Tankstelle gefahren sind! Scheiße! Der Officer will das checken und verschwindet.

Und bleibt erstmal verschwunden.

Während er weg ist, checken wir die Navi-App: Angeblich werden wir noch fünf Stunden bis Waterberg brauchen und bis dahin ist es stockfinster! Wir sind nun beide innerlich kurz vorm Durchdrehen und versuchen, den Vorgang zu beschleunigen. Unsere Zeitnot kümmert hier aber niemanden. Nach einer halben Stunde kommt der Officer wieder und will nun endlich unsere Anzeige aufnehmen. Ihm fehlt aber noch Papier. Also verschwindet er wieder. Dann dürfen wir ihn in ein anderes Büro begleiten. Dort will er erstmal Stühle für uns besorgen. „Nein, wir brauchen keine Stühle!“ - zu spät, er ist schon wieder weg!

Als er mit einem Stuhl wiederkommt, können wir ihn gerade noch daran hindern, einen zweiten zu holen. Dann möchte er einen Ausdruck meiner Notizen über die Abbuchungen von der Kreditkarte. Ich erkläre ihm mehrfach, dass das nur persönliche Notizen sind und nichts Offizielles, und biete ihm an, ihm die Daten auf einen Zettel zu schreiben, aber er lässt sich nicht beirren: ohne Ausdruck keine Anzeige. Woher sollen wir denn jetzt bitte einen Scheiß-Ausdruck hernehmen!?

Zum Glück kommt ein älterer und vermutlich vorgesetzter Officer dazu und fragt, was los ist. Ich spiele meinen letzten Trumpf und fange hemmungslos an zu heulen (nicht dass mir nicht sowieso schon die ganze Zeit danach gewesen wäre!). Der Officer zeigt sich verständnisvoll und weist seinen jungen Kollegen an, dass wir die Anzeige auch ohne Ausdruck aufgeben können.

Als erstes wird mein Name und meine Pass-ID notiert. Dann gefällt dem Officer die Pass-ID nicht, weil sie nicht mit meinem Geburtstag übereinstimmt. Also fängt er noch mal von vorne an: Name, Adresse, Geburtsdatum und Bank - soweit so klar. Beruf, Arbeitgeber, Kontaktnummer des Arbeitgebers - warum? Egal, keine Fragen. Dann schildere ich noch mal den Hergang, kürze aber etwas ab, um Zeit zu sparen, denn er ist handschriftlich nicht eben der Schnellste. Schließlich trägt er noch ein, wann welche Beträge abgebucht wurden. Inzwischen ist eine Seite voll geschrieben und er holt fünf Minuten lang ein neues Blatt Papier. Nicht dass bei seinem Kollegen nicht jede Menge Papier herumliegen würde - ist aber wohl nicht das richtige.

In der Zwischenzeit fährt Lars schon mal tanken und sein Kollege beginnt ein Gespräch mit mir über Corona. (Wie so oft in Afrika ist „Werder Bremen“ der Icebreaker.) Beide Polizisten haben Angehörige an Covid verloren, aber wollen sich nicht impfen lassen: sie vertrauen in Gott und Jesus und raten mir dies bezüglich des Diebstahls meiner Karte auch an.

Schließlich hat der Polizist noch eine zweite Seite vollgeschrieben und bittet mich, alles zu prüfen und zu unterschreiben. Ich lese seinen Bericht nicht mal mehr durch: Lars und ich wollen einfach nur noch weg! Ich prüfe nur genau, ob er meine Email-Adresse richtig geschrieben hat, denn sie wollen mir den Police Report für die Bank per Mail schicken - nicht dass ich hier nur einen Computer gesehen hätte. Wenigstens bekomme ich noch einen kleinen Zettel mit offiziellem Stempel und Fallnummer. Keine Ahnung, ob sich dafür der ganze Aufwand gelohnt hat: Ich fand den Aufenthalt auf der Police Station jedenfalls schlimmer als den Diebstahl an sich: selten bin ich mir so hilflos vorgekommen.

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Wir verlassen Grootfontein um halb vier und Lars beginnt ein Rennen mit der Zeit bis zum Sonnenuntergang: er fährt maximal erlaubte Geschwindigkeit und überholt, wann immer möglich. Zum Glück sind laut Navi-App die ersten 280 km Asphaltstraße und nur knapp 30 km direkt zur Lodge Piste. Die App zeigt unbeirrt 5 Stunden Fahrtzeit an, anscheinend sind die 30 km Piste das Problem bei ihrer Zeitrechnung.

Vor uns ist eine Radarkontrolle - bitte nicht das auch noch! Wir haben genug von der namibischen Polizei! Zum Glück werden wir nicht angehalten.

Um zwanzig nach sechs erreichen wir den Abzweig zur Gravelroad. Schneller als 60km/h ist hier auf keinen Fall drin, denn die Straße ist schlüpfrig und rechts und links sind Wildtiere unterwegs. Wir passieren das Tor zum Reservat und sehen Giraffen, Steinböckchen, Dikdiks und jede Menge Perlhühner - eines springt vor unser Auto und bringt uns dazu, noch vorsichtiger zu fahren.

Die Anlage besteht aus drei Lodges, die preislich zwischen Schweine-teuer und ziemlich teuer liegen. Wir hatten uns für die ziemlich teure Valley Lodge entschieden und bekommen nun ein Upgrade auf die Plateau Lodge. Als wir an Bungalow 5 ankommen, freuen wir uns über das Upgrade: das Häuschen liegt hoch am Tafelberg und wir blicken auf die Ebene. Weil es schon fast ganz dunkel ist, sieht man nicht wirklich viel, aber wir können den privaten Pool auf unserer Terrasse erkennen. Der Bungalow selber ist sehr schick, aber wir haben gerade keine Lust Fotos zu machen, bevor wir hier alles verwüsten.

Unsere Freude wird ein kleines bisschen getrübt, als Lars eine Maus und zwei große Spinnen entdeckt. Wir haben ja nichts gegen Mäuse, aber nach der Erfahrung in Halali wollen wir sie nicht in der Bude haben. Auch diese Maus ist überhaupt nicht scheu und jedes Mal, wenn Lars sie mit meinem Badelatschen fast raus bugsiert hat, dreht sie wieder um und läuft zurück. Irgendwann siegen wir über die Maus und die Spinne ist dran. Sie lässt sich schneller überreden. Die zweite Spinne sitzt zu hoch, an die kommen wir nicht dran. Daher machen wir ein Foto, um im Restaurant zu fragen, ob sie gefährlich ist oder harmlos.

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Wir machen uns etwas frisch und gehen dann zum Essen. Wir bekommen Nudeln mit Gemüse und zum Dessert Mouse au Chocolat. Durch das Restaurant und in die Küche flitzen ein oder zwei Mäuse. Das will nicht so recht zu dem ansonsten edlen Ambiente passen.

Unsere Spinne ist zum Glück harmlos, aber Simon, unser Kellner, bietet trotzdem an, mit uns mitzukommen und sie zu entfernen. Normalerweise würde ich ja drauf verzichten, denn mit Spinnen habe ich deutlich weniger Probleme als mit Flatterzeug und Tausendfüßern, aber nach diesem Tag nehme ich das Angebot dankbar an: meine Nerven liegen immer noch blank und da tut etwas Fürsorge gut.

Teil 2211. Apr. 2022

Waterberg

Wir wachen um sechs Uhr auf und nehmen uns vor, den Mist von gestern abzuhaken und den Tag hier nochmal zu genießen. Der phantastische Ausblick und eine heiße Dusche, machen da schon mal einen guten Anfang.

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Dann gehen wir zum Frühstück und von ein paar hygienischen Bedenken aufgrund der munter durch die Küche flitzenden Mäuse abgesehen, genießen wir das Essen und anschließend die Aussicht. Auf dem Rückweg zum Bungalow sehen wir eine uns unbekannte Antilope, die bis auf ein paar Meter an uns heran kommt. Leider haben wir keine Kamera dabei!

Um halb neun fahren wir mit dem Auto zur Wilderness-Lodge, um von dort zu einer kleinen Wanderung aufzubrechen. Auf dem Weg dahin sehen wir Dikdiks, Kudus und noch einmal die unbekannte Antilope. Die Tiere scheinen alle nicht besonders scheu zu sein und wir freuen uns auf unsere Wanderung!

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Es dauert etwas, bis wir den Einstieg zum Porcupine Trail finden, dann geht es über Stock und Stein höher den Waterberg hinauf. Obwohl es noch früh ist, ist schon wieder sehr heiß und so machen wir viele Pausen. Auf dem Trail sehen wir leider nicht viele Tiere, nur ein paar scheue Klippschliefer und Eidechsen.

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Der Porcupine Trail endet an einer Quelle, wo wir auch noch mal Pause machen und ich mir einen Papyrus-Stengel mitnehme. Ich hoffe, einen Ableger daraus gezogen zu bekommen. (Hat leider nicht geklappt.)

Zurück wandern wir den Fontain-Trail gemütlich durch das schattige Tal. Um halb elf kommen wir wieder an unserem Auto an und auf dem Rückweg zum Bungalow stoßen wir noch mal auf zwei Dassies.

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Zurück im Bungalow ergibt der Anruf beim Card Service der Postbank nichts Neues: jede Menge Buchungen auf der Karte. Ob die Transaktionen wirklich erfolgt sind oder nicht, weiß man erst in ein paar Tagen. Der Herr an der Hotline macht mir aber Hoffnung, dass wir das Geld zurück bekommen werden.

Die Mittagszeit verbringen wir mit Chillen am Pool und einem kleinen Mittagsschläfchen.

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Für den Nachmittag haben wir einen Rhino-Drive gebucht und stehen überpünktlich am Treffpunkt bereit. Erst stehen wir dort zu viert, dann zu sechst, dann zu acht und schließlich zu zehnt. Unsere Gesichter werden mit jedem Teilnehmer immer länger: die Fahrzeuge haben drei Dreiereihen (und einen Beifahrersitz), es wird also maximal eng.

Mit etwas Verspätung kommt das Safari-Fahrzeug um die Ecke und es sitzen neben dem Fahrer schon zwei Personen drin. Dem Fahrer wird schnell klar, dass er überbucht ist und er versucht den Sachverhalt zu klären. Für afrikanischen Verhältnisse total ungewöhnlich, gibt es jetzt aber nicht endloses Palaver, sondern eine klare Ansage von ihm. Es solle sofort ein zweites Fahrzeug geschickt werden, denn schließlich würden die Leute warten. Lars und ich sowie ein französisches Paar steigen schnell zu und los geht’s!

Leider ist das Reserve heute Nachmittag wie ausgestorben: in einer halben Stunde sehen wir gerade mal einen Toko und eine Trappe. Mir ist das gerade ganz recht, denn ich habe gemerkt, dass ich nur noch Platz für 25 Bilder auf der Speicherkarte habe! Den Rucksack mit dem Speicherkarten-Mäppchen haben wir nicht dabei: ein Anfänger-Fehler, den ich immer wieder gerne mache! Also schnell mal hundert Bilder gelöscht und Platz gemacht.

Im Laufe der nächsten halben Stunde sehen wir Strauße und Springböcke, also nichts, wofür ich meinen kostbaren Speicherplatz gerade opfern würde.

Eine weitere halbe Stunde später, kommen wir bei drei Nashörnern an, einem Bullen und einer Kuh mit Kalb. Unser Guide lässt uns aussteigen und nah an die Nashörner rangehen. Sie sind Menschen gewohnt, denn sie werden rund um die Uhr bewacht.

Wow, was für ein Erlebnis! Wir haben schon einmal wilde Nashörner zu Fuß getrackt, was wahnsinnig aufregend war. Hier ist es völlig anders, aber nicht minder beeindruckend: Die Tiere sind nur wenige Meter entfernt und der Guide hat auch nichts dagegen, dass wir uns für eine tiefe Perspektive in den Dreck schmeißen. Nur unsere Mitreisenden sind darüber etwas irritiert…

Als sich uns die neugierigen Tiere nähern, weichen wir vorsichtig zurück. Der Guide lacht und meint, wir sollten keine Angst haben. OK, das kommt uns entgegen! Als sie uns aber noch näher auf die Pelle rücken, pfeift und ruft der Guide und die Nashörner weichen wieder etwas zurück. Insgesamt sind sie aber total entspannt und wir auch: es ist wirklich ganz berührend, diesen wundervollen Tieren so nahe zu kommen! Wir bleiben ca. 20 Minuten und machen viele Fotos, wobei das Licht leider noch sehr hart ist und das hohe Gras etwas stört.

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Dann fahren wir weiter zu einer anderen Kuh mit Adoptivkalb und fotografieren auch dort. Die Tiere kommen noch näher ran und wir bekommen Bilder in toller Perspektive: nah und von unten - das wäre in einem Fahrzeug niemals möglich! Lars und ich sind im Fotografen-Himmel!

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Zu guter Letzt fahren wir die dritte kleine Gruppe des Reservats an: wieder eine Kuh mit Kalb. Hier ist das Gras ganz niedrig und das Licht total schön. Da wir schon einige gute Aufnahmen im Kasten haben, experimentieren wir mit dem Weitwinkel-Objektiv, was dem Körperbau der Tiere allerdings nicht besonders schmeichelt.

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Hier findet auch gleich der Sundowner statt, aber ich muss zugeben, dass Lars und ich heute überhaupt kein Interesse an Drinks und netten Gesprächen haben - dafür ist es einfach viel zu schön, „auf Augenhöhe“ mit den imposanten Tiere zu sein und ihre Nähe zu genießen!

(Übrigens berichten und zeigen wir hier dieses Erlebnis so offen, weil auf der Website von Waterberg Wilderness ausdrücklich auf die Rhinos hingewiesen wird. Wilderer erfahren hier also nichts Neues.)

Völlig beseelt von diesem Erlebnis fahren wir zurück zur Lodge und ich bin froh, für zwei Stunden mal überhaupt nicht an den gestrigen Tag gedacht zu haben. Gegen sieben sind wir wieder an der Lodge und gehen gleich essen. Es gibt eine Gemüsesuppe und Coleslaw als Starter, dann Fisch mit Reis und Gemüse als Hauptgang und schließlich Tiramisu als Dessert. Das Dessert lassen wir direkt wieder aus und machen uns auf den Weg zu unserem Bungalow.

Wir wollen nämlich den grandiosen Sternenhimmel noch mal zusammen mit der Felskante des Waterbergs fotografieren. Danach fallen wir todmüde aber hochzufrieden ins bequeme Bett.

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Teil 2313. Apr. 2022

Von Waterberg nach Windhoek und weiter nach Bremen

Heute geht es schon wieder nach Hause zurück. Die Zeit in Namibia ist schnell verflogen und wir sind wehmütig, Afrika schon wieder verlassen zu müssen. Dazu mischt sich zugegebenermaßen auch etwas Erleichterung: so viele schöne Erlebnisse wir auch hatten, hat uns der Tag in Grootfontein nachhaltig verunsichert.

Um halb acht haben wir unsere Sachen schon so gut wie fertig gepackt und gehen frühstücken. Die Airline hat sich per Mail gemeldet, dass wir ein gute halbe Stunde später los fliegen, aber da wir in FFM sowieso lange Aufenthalt haben, stört uns das nicht.

Weil wir uns heute auf gar keinen Fall wieder ein Rennen mit der Zeit liefern wollen, fahren wir schon um neun los. Beim Auschecken funktioniert leider Lars’ MasterCard nicht und NAD haben wir auch nicht mehr ausreichend. Zum Glück können wir mit Euro zahlen. Auf dem Weg raus machen wir noch ein schnelles Foto von unserem Häuschen.

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Die Strecke zurück nach Windhoek ist sehr langweilig. Aber: Langweilig gefällt uns gut!

Kurz vor Windhoek sehen wir mehrere Rauchsäulen am Himmel: das müssen große Veldfeuer sein.

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Um halb eins kommen wir bei dem Restaurant Utopia an, wo wir bereits bei unserer Ankunft gegessen haben. Da wir noch zweieinhalb Stunden Zeit bis zur Mietwagen-Abgabe haben, können wir hier noch etwas Zeit verbringen. Die Klo-Türen sind ganz originell gestaltet:

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Klo-Tür von außen

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Klo-Tür von innen

Dann wollen wir noch mal Geld am Automaten holen und fahren dazu zum Spar in Klein Windhoek. Dort gibt es auch einen ATM, vor dem wir direkt parken und dann zu zweit noch mal 1000 NAD abheben für die letzte Tankfüllung. Alles läuft völlig komplikationslos und ohne, dass sich uns auch nur ein Mensch auf 30 m nähert. Das war für mich eine gute "Konfrontationstherapie". Dann hole ich noch schnell ein paar Brötchen als Wegzehrung im Flieger und etwas zu Knabbern aus dem Spar und weiter geht’s zur Tanke. Auch dort läuft alles problemlos.

Um zwei ist es Zeit, den treuen Hilux abzugeben. Wir rollen mit genau 3570 km auf dem Tacho bei Warthog auf den Hof. Wow, soviel fahre ich sonst in einem Jahr!

Lars wickelt die Übergabe mit Rico ab und ich passe im klimatisierten Büro auf unser Gepäck auf. Außer einer durchgebrannten Sicherung und zwei kleinen Löchern in der Dachzeltschutzhülle ist alles OK und über die zwei Punkte geht Rico großzügig hinweg.

Für den Flughafentransfer werden zusammen mit einem französischen Paar in einen Kleinwagen gequetscht. Der Fahrer fährt wie ein Henker!

Am Flughafen angekommen, stellen wir fest, dass unser Flieger noch mal Verspätung hat und nun um 19.45 Uhr gehen soll. Wir sind also viel zu früh am Gate, aber lieber so als anders!

Der Ablauf am Flughafen ist ganz gesittet: zuerst wird entweder ein Foto von uns gemacht oder unsere Temperatur gemessen - schwer zu sagen. Dann kommen wir zu vier Eurowings Discover Schaltern und werden bis Bremen durch gebucht. Wir müssen außer den Pässen nur unseren Impfnachweis vorzeigen. Dann kommen wir zügig durch die Sicherheitsschleuse und schließlich durch die Passkontrolle. Dort geben wir die schon gestern ausgefüllten Ausreiseformulare ab und nun heißt es warten.

Schon vor einer ganzen Weile wurden im Wartebereich Tische aufgebaut. Nun müssen sich alle Passagiere, getrennt nach Männern und Frauen in einer ordentlichen Schlange an den Tischen anstellen. Ich komme schnell dran und es folgt eine äußerliche Durchsuchung meines Handgepäcks und noch mal eine Leibesvisitation. Lars muss lange warten und als er dran ist, wird der Kamera-Rucksack sehr genau unter die Lupe genommen.

Schließlich dürfen wir boarden, ganz ordentlich nach Reihen. Wir haben Plätze in der 4er-Reihe in der Mitte und haben erfreulicherweise einen freien Platz neben uns. Es ist ziemlich kalt im Flieger und ich werde auf jeden Fall eine Decke kaufen. Mit über zwei Stunden Verspätung geht es dann endlich los.

Der Pilot holt ein bisschen Zeit rein und so kommen wir nach vier Stunden Schlaf und drei Filmen mit weniger als zwei Stunden Verspätung in Frankfurt an.

An der Passkontrolle kommen wir schließlich endgültig in Deutschland an: Unglaublich, wie unfreundlich die hier sind! Dann müssen wir noch mal unseren Impfnachweis vorzeigen, noch mal durch eine Sicherheitskontrolle, schließlich durch den halben Flughafen laufen und schon sind wir an unserem Gate für den Flug nach Bremen. Der ist kurz und ereignislos. Im Bremen bekommen unser Gepäck in Rekordzeit und so sind wir schon eine halbe Stunde nach Landung wieder zuhause.

Teil 2415. Apr. 2022

Kreditkarten-Epilog

Am nächsten Tag telefonieren wir mit der Postbank, um zu erfahren, was wir unternehmen müssen, um die unrechtmäßigen Abbuchungen erstattet zu bekommen. Ich erkläre der Dame am Telefon, dass wir nicht genau wissen, ob und wann wir den Polizeibericht aus Namibia bekommen werden. Die freundliche Dame an der Hotline erklärt uns, dass es sowieso viel besser wäre, wenn wir die Anzeige in Deutschland aufgeben würden. Whaaat? Das sagt sie uns jetzt? Da hätten wir uns die Polizeistation Grootfontein also sparen können? 😈

Ich rufe also in Bremen bei der Polizei an und Corona-bedingt kann ich die Anzeige sogar telefonisch aufgeben. Das Ganze ist innerhalb von 15 Minuten erledigt und schon am nächsten Tag bekomme ich per Mail die Bescheinigung meiner Anzeige. Ich schwöre, ich lästere nie wieder über die deutsche Bürokratie!

Dann setze ich ein Schreiben auf, in dem ich den Vorfall am Automaten beschreibe und füge die Anzeige, einen Screenshot meiner Anrufe zwecks Kartensperrung und eine Übersicht der Abbuchungen bei und schicke es per Post an die Postbank. Als ich nach über zwei Wochen immer noch keine Rückmeldung habe, rufe ich beim Cardservice an und erfahre, dass mein Brief nicht angekommen ist. Also schicke ich das Ganze noch einmal per Mail.

Drei Wochen später erhalte ich eine standardisierte Ablehnung meiner Bitte um Erstattung. Die Begründung ist, dass ich Karte und Geheimzahl offensichtlich gemeinsam aufbewahrt hätte. Das habe ich ja nun wirklich nicht, also rufe ich wieder beim Cardservice an. Die Unterhaltung verläuft unerfreulich: die Dame am Telefon ist anscheinend darauf trainiert, sich auf keine inhaltlichen Diskussionen einzulassen. Obwohl ich ihr den Vorgang detailliert beschreibe, blockt sie mich komplett ab und verweist immer nur auf das Schreiben. Da wir auf inhaltlicher Ebene nicht weiterkommen, weise ich darauf hin, dass ich aufgrund ihres Verhaltens den Eindruck gewinnen würde, die Bank würde mir unterstellen, dass ich lüge. Das lässt sie sich nicht sagen (und ich möchte betonen, dass ich während des Telefonats immer sachlich und ruhig war) und beendet das Gespräch.

Also setze ich ein weiteres Schreiben auf und erkläre noch einmal ganz genau den Vorfall am ATM und dass ich die PIN nicht mit der Karte aufbewahrt habe und die Eingabe der PIN sorgfältig abgedeckt habe. Die gleiche Sachbearbeiterin schickt mir mit der fast gleichen Begründung wieder eine Ablehnung.

So langsam werde ich unsicher, ob ich die tausend Euro nicht verloren geben soll. Denn natürlich ist mir bewusst, dass ich einen Fehler gemacht habe. Nach ausführlicher Recherche komme ich aber zu dem Schluss, dass ich mir zwar Fahrlässigkeit aber nicht grobe Fahrlässigkeit vorwerfen lassen muss. Dass das in diesem Fall den Unterschied macht, bestätigt mir auch der hinzugezogene Anwalt.

Der Anwalt setzt ein entsprechendes Schreiben auf und innerhalb von einer Woche antwortet die gleiche Sachbearbeiterin überaus zuvorkommend und vor allen mit einem positiven Bescheid. Das Geld inkl. Auslandsgebühren ist noch am gleichen Tag zurück auf unserem Konto!

Am Ende bleiben als Schaden also nur die Anwaltskosten, die ich für mich persönlich als Lehrgeld verbuche. Eine Kopie des handschriftlichen Polizeiberichts aus Grootfontein kam übrigens bereits drei Wochen nach unserer Rückkehr per Mail.

FotoGnu in Namibia... von FotoGnu

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/301347-fotognu-in-namibia

Stand: letzter Berichtsteil vom 15. Apr. 2022

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