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Reisebericht · namibia-forum.ch

Mit weinenden und lachenden Augen in Namibia

von Burschi · ab Jan. 2022 · Selbstfahrer · 17 Teile

Über diesen Reisebericht

Ich fahre im Januar und Februar 2022 allein mit einem gemieteten Toyota Hilux durch Namibia, mitten in der Regenzeit. Von Windhoek aus geht es zunächst zum Waterberg mit seinen Wanderwegen und zum Cheetah Conservation Fund bei Otjiwarongo, wo ich fünf der dort dauerhaft lebenden, nicht mehr auswilderbaren Geparden aus der Nähe erlebe. In der Etosha, wo der Regen die Tiere weit in den grünen Busch getrieben hat, ist es an den Wasserlöchern oft still - doch gerade dann gelingen die stärksten Beobachtungen: ein Löwenrudel mit drei Jungtieren mitten im Regen, ein erschöpfter Leopard neben einem toten Gnu, eine Elefantenfamilie beim Baden am Moringa-Wasserloch und, zum ersten Mal bei all meinen Etoscha-Besuchen, zwei wilde Geparden, die die Straße kreuzen.

Über Hobatere und das Erongo-Gebirge, wo mich ein Guide zu bis zu 3000 Jahre alten San-Felsmalereien führt, komme ich nach Swakopmund. Bei einer Wüstentour entdecke ich ein Namaqua-Chamäleon und die stark gefährdete Damara-Seeschwalbe, die ausschließlich in der Namib-Wüste brütet. Dort besuche ich auch die sozialen Projekte, die ich seit vielen Jahren unterstütze: ein Frauenprojekt mit Kindergarten in Mondesa und eine Schule für besonders begabte Kinder.

Überall begegne ich einem Land, das die Pandemie sichtbar getroffen hat - leere Lodges, verwaiste Souvenirstände, kaum ein anderer Tourist unterwegs. Weil mein Rückflug mitten in der Reise von der Lufthansa storniert wird, hänge ich am Ende noch zwei Tage auf der Guestfarm Voigtland mit ihren zahmen Giraffen an, bevor es zurück nach Deutschland geht.

Diese Zusammenfassung wurde automatisch erstellt und vom Autor freigegeben.

Teil 109. Feb. 2022

Liebe Fomis,
an den Anfang meines Reiseberichtes muss ich zuerst einige Entschuldigungen stellen.
1. Dass ich überhaupt noch einen Namibia-Reisebericht schreibe, obwohl ich doch schon zwei "Abschiedsreiseberichte" geschrieben habe.
2. Für die teilweise schlechte Bildqualität und
3. Für sicher etliche Tastaturstolperer, die sich in Rechtschreibfehlern niederschlagen.
Letzteres ist meinem Alter und gesundheitlichen Problemen mit den Fingern geschuldet, die Bildqualität meist dem Wetter. Doch gerade deshalb wollte ich auch den Bericht schreiben, um damit einige Fragen zu beantworten, wie sich denn eine Reise zur Regenzeit gestaltet und was man zu erwarten hat. Vielleicht ist das für eine Reiseplanung hilfreich.
Dann hatte ich ja versprochen, dass es keine Reisen nach Namibia mehr geben wird, Wieso also doch wieder eine? Es war meine 20. Reise, doch das Jubiläum war nicht der Grund dafür. Es ist zum Einen dieser unendlich schwierig zu bekämpfende, nicht heilbare, mit lang anhaltenden Gemütsschäden verbundene Suchtvirus, der Afrikavirus, der, wenn man ihn einmal hat, immer wieder nach Afrika zieht. 😉 Der andere Grund war aber auch ein großer Fortschritt in den Sozialprojekten, die ich in Namibia seit 16 Jahren mithelfe zu betreuen und untzerstütze. Davon mehr aber am Ende des Reiseberichtes. Und schließlich wollte ich noch einmal liebgewordene Freunde treffen, denn man weiß in dieser Zeit nie, ob es überhaupt noch einmal möglich sein wird. Und damit zu einer weiteren Motivation den Bericht zu schreiben, denn viele sind sich in Corona-Zeiten unsicher, ob und wann sie reisen können / sollen.
An den Anfang möchte ich mal diese Bild stellen:

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Es symbolisiert ein wenig diesen Bericht. Auf den ersten Blick ein toller Sonnenuntergang. Doch von der Sonne ist nicht allzu viel zu sehen, eher dominieren Wolken die Szenerie. Die Farben wirken beeindruckend und bedrohlich zugleich. Und die Frage stellt sich: Wie geht es weiter, zieht es sich zu oder setzt sich die Sonne durch? Das ist auch eine Frage, die sich insgesamt derzeit in Namibia stellt. Ein Schwanken zwischen Hoffnung und Depression!
Das Ergebnis vorweg: Fliegt nach Namiba! Es lohnt sich immer! Helft dem Land dadurch in einer schweren Krise!
So, und nun zum "Vorbericht": 🙂 😉
Wie gewohnt wird es keine langen Fotostrecken immer desselben Tieres geben, keine Kloschüsseln, aber beispielhafte Bilder für Unterkünfte, auch ihrer Speisenangebote, von Tieren und Landschaften. Dazu hilfreiche Tipps und auch Kritik.
Ich habe den Flug gebucht, als er extrem billig war und bei uns die Inzidenzen niedrig, also etwa im Mai 2021. Der Flug war so günstig, dass ich mir das erste Mal "Premium economy" genehmigte. Wollte das mal ausprobieren, ob das im Alter vielleicht eine Reisealternative ist. Außerdem habe ich einen Gabelflug gebucht: Nürnberg - Frank furt - Windhoek. Sonst bin ich immer mit dem ICE nach Ffm angereist, doch man höre und staune, der Flug mit Anschlussflug nach Nürnberg war um 50 € billiger als der alleinige Direktflug Ffm-Windh. 🤩 Erklärung habe ich dafür nicht. Ich musste zwar 5 Stunden Aufenthalt am Flughafen in Ffm in Kauf nehmen, aber das war nicht so schlimm.
Doch dann kam Omikron! Virusvariantengebiet! Quarantäne in einem Hotel bei Rückkehr auf eigene Kosten! 🤩 😈
Was tun? Da hat sich dann eine Strategie bewährt, die ich seit Jahren pflege. Fast alle Stationen und Unterkünfte in Namibia habe ich über einen lokalen Reiseanbieter gebucht. In meinem Fall bei Eva Schreiber von "Abenteuer in Namibia". Sie hat für mich den gesamten Schriftverkehr und die Stornierung erledigt. Auch die Buchungen bei NWR! Vielen Dank! Wenn ich da die Klagen im Forum lese über nicht erreichbare Lodges oder dgl. dann kann ich mich nur entspannt zurücklehnen. Ich habe meine Unterkünfte selbst rausgesucht und mich dann beraten und sie dann buchen lassen. Alles problemlos, wie dann auch die Stornierung. Im Reisebüro hat man mir dann geraten mit der Stornierung des Fluges zu warten und erst in letzter Minute eine Umbuchung vorzunehmen.
Ich hatte bereits den Termin für eine Umbuchung des Fluges, dann kam die Rückstufung zum "Hochrisikogebiet"! 🤩 🙂
Also keine Quarantäne mehr! Also Kommando zurück! Flug nicht umgebucht, alle Stornierungen in Namibia wieder aufgehoben. Dazu war natürlich die Gesamtbuchung vor Ort wieder sehr hilfreich, ob es nun bei "Abenteuer in Afrika" ist oder bei einem anderen Anbieter. Zugleich unterstützt man damit ja auch ein Unternehmen vor Ort, denen es ja wegen kaum erteilter Aufträge auch nicht gut geht.
Gleiches gilt für den Autoanbieter. Ich habe bei Asco gebucht, angezahlt, storniert, Betrag stehen lassen, wieder gebucht. Alles problemlos! Die Korrespondenz in Deutsch (Danke Janka!) und die Überweisungen auf ein deutsches Konto erleichtern den Vorgang!
Ich buche seit 15 Jahren die Autos bei Asco und war immer zufrieden. Als Stammkunde erhalte ich Rabatt, die Autos sind top - ich hatte bei ca. 80.000 Fahrkilometern in Namibia nur einen (!) Platten - und der Service stimmt auch. Ich war am Ankunftstag der einzige Kunde und habe beim Toyota Hilux 4x4 ein kostenloses Upgrade auf einen Automatik erhalten. Das war eine feine Sache, besonders beim Einsatz von 4x4 und ein ganz entspanntes Fahren.
Abflug war in Nürnberg am 8. Januar, bei kaltem, regnerischen Wetter. Weiterflug in Frankfurt dann bei gleicher Szenerie mit ein wenig Aufregung. Da ich lange Wartezeit hatte, saß ich schon lange vor Abflug beim Gate. So habe ich nicht mitbekommen, dass LH zwei Stunden vor Abfluag das Gate gewechselt hat, von 25 auf 28! Erst als ich aufgerufen wurde und niemanden am Abfluggate antraf, wurde ich nervös. Niemand da an der Info bei LH, niemand von den Damen bei der VIP-Longe konnte mir Auskunft geben, bis ich zufällig eine nette Flugbegleiterin fand, die den Gatewechsel bestätigte. Also, schnell dorthin und - welch Überraschung! - "Sie bekommen ein Upgrade von PE nach Business!" Daaanke! 🤩 😄 😄 Das nenn ich mal Glück.
Nach dem ganzen Ärger im Vorfeld, mal was Angenehmes. Von dem einmaligen Schlafkomfort in einem Liegebett mal abgesehen, wurde man ständig betütelt. Sekt zum Empfang, Menüauswahl in drei Gängen beim Abendessen und ein sehr gutes Frühstück, nicht dieser Einheitsfraß in der Holzklasse, den ich sonst immer runterwürgen musste.

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Vorspeise (Oryx)
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Hauptgang (Lachsfilet)
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Frühstück
Ankunft in Windhoek: Alles problemlos! Die Einreiseformulare hatte ich bereits zu Hause ausgefüllt, Reiseplan wollte niemand sehen, auch die Krankenkassenbestätigung nicht, TTS war noch nicht notwenig, auch wenn sie mir das in Deutschland an den Flughäfen einreden wollten, aber ich konnte sie dann mit Hilfe eines Ausdruckes des namibischen Ministeriums (Danke Christian!) überzeugen.
So, das war´s dann für heute, wer mitfahren will, kann einsteigen.
Liebe Grüße:
Burschi

Teil 210. Feb. 2022

Guten Morgen,
hatte ja schon angedeutet, dass ich das Auto bei Asco übernommen habe. Ich war an diesem Tag der einzige Kunde, der Hof war vollgestopft mit Autos, eben auch hier wenig Kunden in der Pandemie. Die Autoübernahme war schnell und problemlos abgewickelt und die erste Fahrt ging in den Wernhill Park zum Einkaufen. Es war Sonntag, keine Parkgebühr und die Supermärkte haben ja alle vormittags offen. Also habe ich alle Dinge besorgt - leider gibt es am Sonntag Alkoholverkaufsverbot, also auch kein Bier 🙁 🙁 - die man zum Überleben so braucht. Ein kurzer Spaziergang in die Fußgängerzone zeigte auch hier Tristesse. Ich will gleich erwähnen, dass ich am nächsten Morgen noch einmal nach Windhoek fuhr, weil ich Geschäftliches zu erledigen hatte. Touristen sind dünn gesät. Gewandelt haben sich die vielen Souvenirstände in der Fußgängerzone. Es sind etwa um 50% weniger, viele Lücken, und das Angebot hat sich auch gewandelt. Es werden viel mehr Dinge des "täglichen Bedarfs" (Handyhüllen und Zubehör, Flipflops, leichte Bekleidung usw.) angeboten als die klassischen Holzsouvenirs. Auch hat meinem Eindruck nach das Ansprechen von Touristen nachgelassen. Viele sind einfach frustriert, es geht eben kaum noch ein Geschäft. Wer von den Touristen jetzt kommt, ist mit den typischen Souvenirs meist schon eingedeckt aus früheren Besuchen und die typischen Massentouristen, die das kleine Holzerdmännchen mitnehmen, fehlen.
Dafür kann man z.B. den Meteoritenbrunnen fast ohne Menschen fotografieren (wohlgemerkt an einem Werktag!)
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Mich hat noch eine andere Skulptur gleich daneben überrascht, die ich noch nicht gesehen hatte:
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Mehr musste ich von Windhoek nicht sehen und bin deshalb gleich zu meiner ersten Station zur Guestfarm Voigtland gefahren. Sie liegt auf dem Weg von Windhoek zum Flughafen, kurz nach der Abzweigung nach Dordabis, eignet sich also für Unterkunft gleich nach der Ankunft oder kurz vor dem Abflug.
Ich will gleich anmerken, das ich hier zweiTage nach der Ankunft und - der Grund lag bei der Lufthansa - noch einmal zwei Tage vor dem Abfklug verbrachte. Die Lufthansa hat nämlich mitten in der Reise meinen Rückflug gecancelt (Informiert wurde ich durch mein Reisebüro, von der Lufthansa habe ich keine Meldung erhalten!) und ich musste um zwei Tage verlängern.
Voigtland ist eine Guestfarm, heißt, neben den Unterkünften gibt es auch den normalen landwirtschaftlichen Betrieb mit Rinderzucht. Solche Betriebe haben es etwas leichter, die Folgen der Pandemie zu überstehen, da der Tourismus nicht das einzige Standbein ist. Die Farm bestand schon zur Kolonialzeit und ist in ununterbrochener Folge in der Familie geblieben,. Geführt wird sie von Gabi und Stephan und Tochter Kim. Alle drei sind sehr freundlich und stets bemüht, den Gästen den Aufenthalt schön zu gestalten. Ich hatte Zimmer Nr. 5, etwas außerhalb des Haupthauses mit kleiner Terrasse und schönem Blick auf die Berge. Das Zimmer ist bestens mit allem ausgestattet, Es fehlt an nichts!
Das Farmhaus mit großem Pool
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Das Häuschen, das ich bezogen habe:

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Die Aussicht von meiner Terrasse:
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Und damit bin ich gleich beim "Problem" des Aufenthaltes hier. es hat gleich nach meiner Ankunft geregnet und alle haben sich gefreut, dass ich den Regen mitgebracht habe. 🙁 🙂
Das war aber gar nicht so schlimm, denn es gab immer wieder Pausen mit Sonnenschein, in denen man auf dem Farmgelände spazieren gehen konnte. Lediglich am Schluss hat es mal einen ganzen Tag durchgeregnet, was aber eher ungewöhnlich ist.

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Eine Gewitterwolke, die zu dieser Zeit über Windhoek stand, sich dann aber verdichtete und über Voigtland ca. 10 Stunden sich ausgeregnet hat.
Von einer Sache muss ich unbedingt noch berichten. Voigtland hat ein "Alleinstellungsmerkmal", etwas, was es von vielen anderen Lodges unterscheidet: Drei fast zahme Giraffen, mit denen man zusammen ein Frühstück buchen kann.
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Sie werden gefüttert und man darf sie unter Aufsicht auch selbst mit Kameldornschoten füttern. Ein beeindruckendes Erlebnis, diese Tiere mal so nahe bei sich zu haben.
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Hier kann man dann in aller Ruhe Portraitaufnahmen von den Tieren machen.
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Doch die Giraffen begegnen einem noch einmal und zwar auf dem Teller! NEIN! Sie werden nicht geschlachtet, aber der extrem leckere Schokoladenkuchen, den es am Nachmittag gibt (Zum Reinlegen! 😄 ) wird mit ihrer Silhouette verziert.
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Und damit zum Essen: Das ist ganz vorzüglich, schön angerichtet und immer von bester Qualität und sehr reichlich. Besonders hervorzuheben sind Gabis Biomüslis zum Frühstück. Einfach lecker! Das Elandsteak war das beste auf der Reise.
Aber was macht man, wenn es regnet? Nun, dann geht man aufs Zimmer und liest ein Buch und in den Regenpausen spaziert man durch die Farm und sucht sich Vogelmotive.
Da bauen z.B. Maskenweber gerade an ihrem Nest:
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Oder ein Schwarm Rosenpapageien fällt ein:
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Die Vögel werden angefüttert und wenn man genau beobachtet, dann fällt einem dieser kleine Papagei auf, der ein anders gefärbtes Gefieder hat. (Kreuzung? Ausreißer aus einer Zucht? Mutation?) Ihr könnt ja mal darüber nachdenken.
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Es gäbe noch eine ganze Reihe weiterer Vögel, doch ich will den Bericht nicht zu vogellastig machen. Ich will nur feststellen, dass man auch in der "Regenzeit", auch wenn sie mal heftiger ausfällt wie in diesem Jahr, nicht mit Trauermiene herumlaufen muss. Selbst am Abend kann man ein schönes Motiv erhaschen, wenn die Sonne schnell mal durch eine Wolkenlücke spitzt.
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Das waren kurz zusammengefasst die 4 Tage auf Voigtland. Es wird dazu auch ein Gamedrive angeboten, allerdings war der zuerst wegen Regens nicht möglich und dann relativ ergebnislos, weil sich die Tiere versteckt hatten.
Aber zu empfehlen ist diese Unterkunft auf jeden Fall. Na denn Prost bis morgen:
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LG Burschi

Teil 311. Feb. 2022

Guten Morgen,
nach zwei erholsamen Einstiegstagen auf Voigtland geht die Reise eigentlich heute erst richtig los. Das heißt, die erste Etappe ist relativ kurz, denn ich wollte noch mal eine Lodge aufsuchen, die ich vor vielen Jahren schon dreimal besucht hatte. Düsternbrook war mein Ziel! Auf dem Highway nach Okahandja bin ich erst einmal an der Ausfahrt vorbeigefahren, weil da die entsprechende Ausfahrt Okapuka heißt. Und dort wollte ich ja nicht hin. Da kurz danach ein Polizeiposten ist, erlaubte mir ein freundlicher Polizist über den Mittelstreifen zu fahren und zu wenden. Die weitere Anfahrt war dann, wie ich sie vor Jahren schon kannte, außer, das keine Wasserdurchfahrt mehr erforderlich ist.
Auf Düsternbrook herrscht noch immer Johann Vaatz 😉 , der mich auch an der neu gebauten Rezeption begrüßte.
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Außer mir war nur noch ein Logisgast da, sodass man mir freundlicherweise das schöne Felsenhaus in Aussicht stellte. Ich war dann auch schon drin, aber die Klimaanlage funktionierte nicht, weshalb ich in die "Tankstelle" neben der Rezeption umziehen musste. Hier habe ich schon einmal genächtigt und seit 15 Jahren hat sich nichts verändert. Grober Lodge-Gründerzeitstil!
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Es ist ein wenig so, als wenn man in Deutschland in ein Fünfziger Jahre Hotel kommt, aber es hat auch seinen eigenen Charme.
Am Nachmittag stand natürlich "Cats Unlimited" auf dem Programm. Erst ging es ins Leopardengehege. Es gibt derzeit zwei Leoparden, die jeweils im Wechsel gefüttert werden. Ich habe früher schon tolle Aufnahmen hier gemacht und war gespannt, ob das so geblieben ist. Doch Guide ist eben nicht Guide. Der inzwischen leider verstorbene Elias hat sich nicht nur mit den Tieren ausgekannt, sondern verstand es auch, die Tiere richtig in Szene zu setzen.
Dieses Mal aber bemerkte ich schon bei der Anfahrt zum Fütterungsbaum, dass das Auto falsch stand.
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Nicht nur, dass ein dicker Ast im Weg war, auch der Fotowinkel - das Tier von hinten zu fotografieren! - war falsch gewählt. So gelang dann nur beim Abstieg ein vernünftiges Foto und der kam schnell, weil die kleinen Fleischhäppchen ruckzuck geschluckt waren.
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Was dann kam, erinnerte mich zu sehr an die früheren Tanzbärenvorführungen in den Zirkussen. Der Leopard musste die restlichen Fleischstückchen aus der Luft fangen. Hat er auch toll gemacht, aber was soll ich mit solchen Fotos anfangen?
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Anschließend ging es ins Gepardengehege. Hier wieder Gepardentanz, zu dem sich nur ein Gepard einstellte. Auch hier wieder ein Problem: Der Gepard hatte absolut keine Lust auf die Tanzvorführung und kam so nahe an das Auto ran, dass er im Schatten stand - bei der Hitze erklärlich 😄 😉 - aber eben wenig brauchbar für Fotos.
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Wer zum ersten Mal diese Tiere in Namibia zu sehen bekommt, ist wohl begeistert, mich hat dieses Mal die Vorführung aber eher befremdet.
Nach einer kurzen Pause dann der Gamedrive. Hier gab es all die üblichen Verdächtigen zu sehen: Kudu, Oryx, Pavian, Gnu, Springbock usw. Bis zum Hippopool! Die Hippogruppe hat sich in dem aufgestauten Damm inzwischen ziemlich vermehrt. Vor Jahren war ich mal da, als die ersten beiden ankamen. Nun gibt es zwei Häuschen direkt am Pool, in die man einziehen kann. Die Lage ist sicherlich nicht schlecht, denn an das Wasser kommen den ganzen Tag Tiere und man hat immer etwas zu beobachten. Es wurde auch extra eine Aussichtskanzel gebaut, wo man erhöht auf die Wasserfläche schauen kann und im Schatten sitzt. In Ruhe dort die Natur und die Tiere zu genießen, ist sicher ein schönes Erlebnis. Leider waren aber bei meinem Gamedrive, der am Hippopool mit einem Sundownerdrink endete, noch einige Tagesgäste dabei, die absolut kein Interesse hatten und sich abseits stehend mit der Bierflasche in der Hand laut unterhielten. Hier hätte ich durchaus länger verweilen können, denn neben den Hippos gab es noch eine ganze Reihe von Vögeln zu beobachten.
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Nicht nur den Dreibandregenpfeifer, sondern auch Kampfläufer, Bruchwasserläufer, Stelzenläufer u.a., alles was bei Watvögeln Rang und Namen hat und den Winter in Afrika verbringen will, war da. Somit war für mich die Verweildauer am Hippopool zu kurz. 🙁 Hätte wohl doch eines der Häuschen dort buchen sollen.
Beim Abendessen war ich dann mit dem anderen Gast allein. Das Essen muss ich loben, es war sehr schmackhaft und sehr reichlich.
Der Frangge sagt: "Kannst ned meggern!" (Hohes Lob eines Franken!) 😄
Am nächsten Morgen war das Frühstück, bei dem ich wieder ganz allein war, auch in Ordnung.
Ich stehe gerne sehr früh auf, fahre dann in den Morgenstunden bis Mittag weiter und bin in der Regel mittags am neuen Ziel. Dazu dann morgen!
Viele Grüße:
Burschi

Teil 412. Feb. 2022

Guten Morgen,
wir fahren weiter! Heute geht es zum Waterberg, jenem Berg, an dem die deutsche und namibische Geschichte in unerfreulicher Weise verknüpft sind. Ich sagte ja bereits, dass ich gerne am Morgen früh losfahre und so war ich bereits um 11.30 Uhr an der Rezeption der Wildernes Lodges. Ich hatte die Valley Lodge gebucht und bekam ein Upgrade auf die Plateau Lodge. Danke! Die Erklärung ist einfach. Von Wildernes (im Besitz der Familie Rust) gibt es dort 3 Lodges: Wildernes Lodge, Valley Lodge und Plateau Lodge. Da kaum Touristen da sind, waren Wildernes und Valley geschlossen und nur die Plateau Lodge mit dem Restaurant war offen. Auf schmalem steilen Weg klettert man mit dem Auto den Berg hinauf. Oben erhielt ich eines der schönen Häuschen mit dem wahnsinnig weiten Ausblick auf die Dornbuschsavanne vor dem Waterberg.

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Jedes Häuschen hat einen kleinen Tauchpool dabei und ist geräumig eingerichtet. Zwei Dinge fehlten, auf die ich eigentlich immer wert lege: Kühlschrank und Schreibtisch. Aber es gibt ja auch Leute, die kein Tagebuch und keine Ansichtskarten schreiben und zum Trinken lieber nebenan ins Restaurant gehen, das übrigens auch eine Terrasse mit toller Aussicht hat, ideal für den Sundowner geeignet. Auch wenn man hier oben zu dieser Zeit mit nur ganz wenigen anderen Touristen ist, so ist man nicht allein. Beim Baden bekommt man Besuch von den "Badewasserschlürfern" 😄 und die Vogelwelt ist am Waterberg bekannt reichlich. Da gibt es immer wieder was in der Nähe zu beobachten, wie z.B. ein Schwarm Bergstare, die ebenfalls "meinen" Pool besuchten.
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Auch Vogelgäste aus Europa, wie der Europäische Bienenfresser und die Blauracke waren zu beobachten.
Am Nachmittag findet immer ein Gamedrive statt, den man unbedingt buchen sollte. Dazu fährt man hinunter in die Ebene und dann auf verschlungenen Wegen durch den Busch. Zu sehen gibt es genug, auch wenn der Busch zu dieser Zeit in vollem Saft steht und kaum Durchblicke zulässt. Doch schnell kann mal was über den Weg springen wie ein Trupp Kuhantilopen
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oder auch relativ schnell vorbeikriechen, wie die Leopardenschildkröte.
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Den Höhepunkt - absolut lohnenswert - zeige ich hier aber leider nicht. Es sind die großen grauen Tiere mit der doppelten Pinoccio-Nase. Ich habe das bis jetzt immer vermieden darüber zu berichten und auch den Namen nicht zu nennen. Die Wilderer sind heute auch alle mit den modernen Medien ausgestattet und so sollte man ihnen das Durchforsten der Suchmaschinen so schwer wie möglich machen und auf keinen Fall Bilder von den Tieren machen, die sich in privater Hand befinden. Gerade in dieser Zeit mit Massenarbeitslosigkeit ist die Versuchung noch einmal größer als sowieso schon. Und die Gier asiatischer Vollidioten ist grenzenlos. Die zahlen inzwischen für gewilderte "wilde" Tiere nochmals höhere Preise als für gezüchtete. Schwachsinn ist wie das All - grenzenlos!
Ich hänge hier auch gleich noch eine weitere Geschichte an, die ich am Waterberg erlebt habe. Ich unterhalte mich gerne lange auch mit Einheimischen. Ein wenig Afrikaans und ein paar Brocken Otjiherero helfen dabei zu einem lustigen, freundlichen Einstieg. Ich habe mit dem Herero Anton (Name geändert!) gesprochen. Zum Einen schilderte er die derzeitige schwierige Situation ohne Touristen. Viele Lodges, wie auch hier haben geschlossen oder Personal abgebaut. Wozu braucht man einen Guide, wenn keine Touristen da sind? Da es nicht wie bei uns ein entsprechendes soziales System gibt, ist das für viele fatal. Kein Job, kein Geld, nichts, womit man die Familie ernähren könnte. Da helfen dann nur Verwandte, mit denen man noch enger zusammenrücken muss. In diesem Fall hat Anton seinen Bruder und die Kinder aufgenommen, weil dieser weder Geld hatte, um die Kinder in die Schule zu schicken, noch um sich etwas zu essen zu kaufen. Und während des langen Gespräches kamen wir auch noch auf ein anderes Thema: Die versprochenen Zahlungen der BRD wegen des Genozids an die Herero. Diese Entschädigungsleistungen hält Anton für völlig sinnlos, denn bei den Leuten, die es benötigen würden, kommt von dem Geld nichts an. Angekurbelt wird z.B. der Autohandel, weil sich die Clanchefs die neuesten Luxuskarossen leisten würden. (Naja, da würde ja wieder Geld zurück kommen! 😕 ) Vielmehr schlug Anton vor, das Geld in ordentlich ausgestattete Schulen zu stecken und Lehrer zu schicken, welche die Kinder gut ausbilden würden, Daran fehlt es an allen Ecken und Enden. Gute Schulen sind ebenso wie gute Lehrer Mangelware. Die 280.000 € die in das Denkmal bei Okakarara investiert wurden, sind auch in den Wind geschossen, denn dort ist nur noch eine Ruine. Anton bat mich am Ende des Gespräches keinem von seinen Gedanken zu erzählen, denn das könne für ihn negative Konsequenzen haben. Daher bleibt er anonym.
Am Abend saß ich ziemlich einsam im Restaurant, außer mir nur noch drei weitere Touristen mit vorschriftlich weitem Abstand. Das Tragen von Masken ist zwar noch auch im Freien vorgeschrieben, doch außer in der Stadt wie Windhoek ist es im ganzen Land eher sinnlos, denn erstens begegnet man selten jemandem und einen großen Abstand kann man immer einhalten.
Am Waterberg habe ich zwei Tage zugebracht, also es gibt noch ein wenig mehr u berichten.
LG Burschi

Teil 513. Feb. 2022

Guten Morgen,
Als ich am nöchsten Morgen aufstehe zeigt sich ein orangeroter Streifen am Horizont. Die Nacht war relativ heiß, ich habe geschwitzt und muss daher erst mal unter die Dusche und als ich um 6.20 Uhr fertig bin, geht gerade die Sonne auf.
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Es ist aber nur ein kleiner Moment. Kurz darauf verschwindet die Sonne hinter einer Wolkenwand am Horizont und es regnet. Genügend Zeit für Frühstück, das recht ordentlich im Restaurant ist. Ich bin außer einigen Klippschliefern, die neugierig zur Türe herein schauen, allein.
Da die Gewitterschauer oft nur sehr kurz sind, kann ich nach dem Frühstück meine Wanderung antreten. Es ist bereits am Morgen schon sehr warm. Ich fahre vom Häuschen ab und nach 100 m stehen zwei Klippspringer auf der Pad, lassen sich aber nicht fotografieren. An der Rezeption melde ich mich für den Spaziergang ab und fahre auf holpriger Pad zur Waterberg Wildernes Lodge, wo ich um 8.35 Uhr ankomme. Eine vernünftige Zeit zum Spazierengehen! Hier ist alles verwaist, keine Menschenseele da. Doch! Nach einer Umrundung der Lodge finde ich einen Gärtner, der Laub zusammenrecht. Er zeigt mir den Eingang zum Wanderweg,
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Ich gehe den Fountain Trail und Porcupine Highway.
Er stellt sich als ideal für eine kleine leichte Wanderung heraus. Zum einen läuft man unter riesigen Bäumen oft im Schatten und man hat dazwischen schöne Ausblicke auf die Waterbergwand und man kann immer wieder interessanten Tieren begegnen.
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Es haben gerade die Kameldornbäume geblüht und ihr leuchtendes Galb zusammen mit dem Rot der Felsen und dem Blau des Himmels gaben oft schöne Ausblicke. Mal ein ganz anderer Eindruck von Namibia, dem "Land der roten Stille" Still war es allerdings auch nicht, denn die Vögel sorgten für ein entsprechendes Konzert:
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Die Grautokos begleiteten mich eine Weile mit lautem Pfeifen.
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Die Akaziendrossel flötete.
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Und ein Schwarm Damara Baumhopfe suchte in abgestorbenen Bäumen und Termitenhaufen nach Insekten. Das ist natürlich nur eine kleine Auswahl der Vögel, die in der dichten Belaubung der Vegetation nicht immer ganz einfach auszumachen waren.
Schließlich erreichte ich die Quelle, die munter aus einem Rohr sprudelt und gleich danach entwickelt sich üppiges Grün, ja sogar Papyrus-Stauden wachsen kurz nach dem Quellaustritt. Nach wenigen Metern aber läuft das Wasser nur noch unterirdisch weiter.
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An vielen Bäumen befinden sich kleine Tafeln, auf denen interessante Infos zu den Baumarten stehen. Schön langsam und aufmerksam wanderte ich leise weiter und so begegneten mir auch zwei neugierige Dikdiks. Mit ihnen hielt ich eine Weile Bilckkontakt.
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Doch auch andere kleiner Tiere, wie Käfer und Schmetterlinge waren für mich von Interesse, wobei nicht jeder Falter leicht zu sehen war.
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Insgesamt kann man den Waterberg für mehrere Tage empfehlen, denn es gibt noch eine ganze Reihe weiterer, auch etwas anstrengender Wanderungen. Man sollte schon mal zu Fuß unterwegs sein, doch nicht vergessen, immer Wasser mitzunehmen, denn selbst eine solch kurze Wanderung kann ziemlich schweißtreibend sein.
Mittags war ich wieder in meinem Hüttchen und jetzt war auch der kleine Tauchpool sehr zweckmäßig, um ein wenig runterzukühlen.
Nach angemessener Ruhezeit habe ich am Nachmittag nochmals an dem Gamedrive teilgenommen. Neben den schon erwähnten grauen Riesen, gab es wieder viele Tiere zu sehen, darunter diese Giraffe:
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Sie widerlegte die Behauptung, dass Giraffen sich nie jemals hinlegen. Sie blieb auch noch eine ganze Weile in ihrer Ruheposition, bis sie doch aufstand und sich der Nahrungsaufnahme zuwandte.
Am Abend waren im Rastaurant zwei neue Paare angekommen, doch wieder ausreichend Abstand ohne Kontakt. Den Sonnenuntergang - ein eindrucksvollerAbschied vom Waterberg - hatte ich für mich allein.
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Morgen geht die Reise weiter!
LG Burschi

Teil 614. Feb. 2022

Guten Morgen,
heute ist die Fhrt nicht sehr lang. Ich fahre lediglich vom Waterberg nach Otjiwarongo. Meine Stimmung ist genauso schlecht wie das Wetter als ich aufstehe, denn am Abend habe ich die Mitteilung meines Reisebüros bekommen, dass mein Rückflug gecancelt wurde. Von der Lufthansa (Discover) kam übrigens gar nichts! Noch weiß ich nicht, wie ich das managen soll. Vorweg: Ich entsheide mich am Ende nochmals zwei Tage auf Voigtland anzuhängen und damit zwei Tage später zu fliegen. Die Umbuchungen werden von meinem Reisebüro in Deutschland und vom hiesigen Reiseanbieter erledigt.
Ein Felsenadler kreist an der Wand, als ich pünktlich um 7.00 Uhr zum Restaurant gehe. Alles ist aufgeräumt und sauber. Im Restaurant bin ich wieder allein. Eine halbe Stunde später werfe ich einen letzten wehmütigen Blick von der Aussichtsterrasse, dann fahre ich zur Rezeption. Dort versucht der Schwarze meinen eingereichten Gutschein (hatte ich im Forum erworben) gegen die Rechnung anzurechnen: 1900 – 1200 = 170 war seine Rechnung mit dem Taschenrechner! 🤩 😄 Erst Herr Rust, mit dem ich mich danach noch länger unterhalte, kann die Bezahlung mit der Karte managen, weil wegen des Gewitters die Internetverbindung zusammengebrochen ist.
8.15 Uhr lege ich noch einen Spaziergang zum ausgeschilderten „Gefechtsfeld“ von Estorff ein und gehe zum Aussichtspunkt, der ziemlich zugewachsen ist. Die Infos an der Tafel sind für mich nicht besonders ergiebig.
9.50 Uhr bin ich am C´est Si Bon - Hotel in Otjiwarongo. Entlang der Einfallstraße nach Otjiwarongo steht eine Allee aus roten Akazienbäumen, die lange Schoten tragen, jetzt aber in voller Blüte stehen. Es ist ein atemberaubender Anblick entlang dieser wundervollen Bäume zufahren. Und man kommt nicht umhin, mal stehen zu bleiben und ein Foto zu machen.
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Warum das Hotel in er Stadt? Dazu muss ich etwas ausholen: Eigentlich wollte ich zwei Tage bei guten Freunden verbringen. Hans und Heike (Namen geändert!) haben eine größere Farm in der Nähe von Otjiwarongo und wir sind seit vielen Jahren befreundet. Bei der ersten Welle haben sie sich mit Corona infiziert. Heike leidet seitdem unter Long-Covid. Kurz vor meiner Ankunft hatte der Sohn Kontakt mit Infizierten und war in Quarantäne. Bei den großen Feldbränden vor einigen Wochen ist ihnen der Großteil der Weide der Farm abgebrannt. Sie haben zu tun, die Tiere durchzubringen. Dann wurden einige Rinder von Wilderern geschlachtet und wenige Tage zuvor noch zwei teure Solarpumpen in der Nacht gestohlen. Möglicherweise ist die hier getiegene Kriminalität auch eine Folge der Pandemie. In einer solchen Situation konnte ich sie leider nicht besuchen, also musste ich schnell eine andere Unterkunft suchen. Das Cést Si Bon Hotel bot sich da an, zumal zufällig hier weitere Freunde von mir derzeit arbeiteten.
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Zum Hotel: Außer mir waren nur noch zwei weitere Gäste anwesend. Die Hotelanlage ist sehr großzügig, die Zimmer mit allem, was man braucht ausgestattet, sogar mit TV - brauche ich normalerweise nicht, aber an einem der zwei Tage war es schön, beim Regenwetter in National Geographic ein paar Filme über Afrika sehen zu können. 😄 😄
Die Anlage verfügt auch über einen großen Pool, den ich aber nicht nutzte, weil das Wasser reichlich von oben kam.
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Im Hotel treffe ich meine Freunde aus dem Süden, die ich vor ein paar Jahren kennengelernt hatte. Frank und Elsa (Namen geändert) waren Manager auf einer Lodge in Süden. Schicksal in Stichworten: Corona! - Der Grenzübergang Mata Mata schließt - es kommen keine Touristen mehr - die Lodge schließt - Job, Arbeit, Wohnung nach 15jähriger Tätigkeit weg - neuer Job in Lüderitz als Lagerverwalter - nach einem halben Jahr ebenfalls gekündigt, inzwischen Vater erkrankt und später gestorben, alle finanziellen Reserven aufgebraucht, Kredit aufgenommen, Auto verkauft, neuer Job in Otjiwarongo als Hotel- und Restaurantmanager, Kinder bleiben in Lüderitz, gehen dort zur Schule - Job in Otjiwarongo Ende Januar wieder gekündigt, weil keine Hotelgäste mehr wegen der neuerlichen Coronawelle da sind. Nun heißt es Umziehen zu Verwandten nach Südafrika. Eines von vielen Pandemie-Schicksalen in Namibia, von denen nicht nur die Angestellten betroffen waren. Ich stehe ziemlich belämmert da, ich kann ja hier Urlaub machen, während andere um ihre Existenz kämpfen. Nach dem sehr guten Abendessen (Lammcurry) führen wir ein langes Gespräch an der Bar. Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt.
Am nächsten Vormittag habe ich mich beim Cheetah Conservation Fund (CCF) angemeldet, wo ich heute hinfahren will. . Es sind teilweise große Pfützen nach dem Regen auf der Pad und auch einige tiefe Risse, sodass man vorsichtig fahren muss. . Für zwei Mäusebussarde mache ich einen kurzen Fotostopp.

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8.45 Uhr habe ich den CCF erreicht und werde an der Rezeption empfangen. Zuerst bekomme ich zwei Videos über die Arbeit des CCF und Laurie Marker, der Gründerin und Managerin des CCF zu sehen. Der CCF kümmert sich um verletzte und verwaiste Tiere, steht aber dazu, dass man Geparde, die einmal in menschlicher Betreuung waren, nicht wieder auswildern kann. Sie bleiben auf dem Areal des CCF. Die Hauptarbeit besteht aber in der Aufklärung der Farmer über Viehhaltung und Viehschutz, weshalb auch hier türkische große Hütehunde gezüchtet werden, die dann später die Herden der Farmer beschützen können. Nach dem Video machen wir einen kleinen Rundgang über die Anlage. Ich bin zu dieser Zeit wieder der einzige Gast und daher findet der Gepardendrive dann auch nur mit mir statt. Wir fahren in einem großen Gehege kreuz und quer und spüren dabei fünf von den sieben hier untergebrachten Geparden auf. Oft liegen sie faul unter einem Busch, aber trotzdem gelingen mit Geduld ein paar nette Aufnahmen, Auch deshalb, weil mein Guide ausreichend Zeit hat, geduldig ist und wir uns nebenbei über seinen Job unterhalten. Er war einst Fahrer von Touristenbussen und erzählt schauderhafte Geschichten über diese Form des Massentourismus.
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Am Ende des Drives treffe ich dann auch noch Laurie Marker, die ich schon vor einigen Jahren kennen gelernt hatte. Auch in diesem Gespräch wird Corona erneut ein Thema.
Zur Mittagszeit bin ich wieder in Otjowarongo, ruhe mich erst ein weig aus und nütze dann den TV wie erwähnt, weil es wieder regnet.
Zum Abendessen bestelle ich mir Oryx-Schnitzel mit Bratkartoffeln. 🤩 🤩
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Das Schitzel ist nur nur gut, sondern auch gigantisch groß, die Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln sooo lecker, dass ich diese nicht zurückgeben will und mir dafür den größten Teil des Schnitzels - ich habe tatsächlich noch zwei Tage davon gegessen! - einpacken lasse.
Für den nächsten Tag - ich nehme etwas deprimiert Abschied von meinen Freunden - steht die Fahrt in die Etoscha an. Ich bin sehr skeptisch, ob ich nach diesem ausgiebigen Regen überhaupt was zu sehen bekomme.
Na denn, bis dann:
Burschi

Teil 715. Feb. 2022

Guten Morgen wieder,
heute geht es also in die Etoscha. Ich fahre früh am Morgen los und bin bereits um 9.45 Uhr am Gate. Da es das letzte Ferienwochenende in Namibia war und außerdem noch Sonntag, habe ich einen Besucherstrom erwartet. Aber nichts dergleichen! Auf der Strecke von Outjo nach Okaukuejo kam mir gerade mal ein Fahrzeug mit Dachzelt entgegen, am Gate war ich allein und die freundliche Polizistin hatte sogar Zeit für ein Pläuschchen. Auf der Strecke vom Gate zum Camp auch kein Auto. Und an der Camprezeption in Okaukuejo war ich ebenfalls allein, habe für 5 Tage meine 1000 N$ bezahlt und konnte schon weiter. Doch erst mal zum Wasserloch in Okaukejo! Das Camp ist wie ausgestorben. Am Wasserloch kein Mensch und nur wenige Springböcke anwesend. Aber für mich gibt es immer was zu sehen! Das Interessante spielte sich in der Luft ab. Ein Lannerfalke wollte sich einen Blutschnabelweber aus dem Schwarm holen, hatte aber nicht mit den aggressiven Waffenkiebitzen gerechnet, die ihn sofort verfolgten und attackierten. Mehrmalige Angrffe waren erfolglos. Am Mauerrand zum Wasserloch huschte eine Schlankmanguste (nahezu identisch mit unserem Wiesel) vorbei - zu schnell für ein Foto, denn auch hinter ihr waren die Kiebitze sofort her. Außerdem war noch ein Huphup da (Wiedehopf 😄 ) und eine Weile beobachtete ich einen Kardinalspecht im Baum.
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Übrigens der schöne Baum mit dem riesigen Siedelwebernest existiert nicht mehr!
Da heute Halali mein Ziel war, wollte ich ein Wasserloch nach dem anderen langsam aufsuchen und mich in diese Richtung nach Osten bewegen. Es ist nun müßig die Tiere - es waren insgesamt sehr wenige - an den Wasserlöchern ( Newbronnii, Gemsbockvlagte, Olifantsbad, Aus, Homob, Rietfontein, Goas) aufzuzählen. Die Mopanebäume standen in saftigem Grün und auch Weide war - trotz einiger Grasbrände in den vergangenen Wochen - ausreichend vorhanden. Trotzdem waren die Wasserlöcher nur wenig besucht, obwohl der große Regen noch ausgeblieben war. Aber den hatte ich ja im Gepäck! 😉 😛 Nur ein paar Sichtungen sollen erwähnt werden:

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Ein geduldiger Raubadler bei Aus, der zwei Impalaböcke beobachtete, die gerade Zoff hatten.
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Bleibt noch zu erwähnen, dass ich bei Aus das einzige Touristenauto des heuteigen Tages gesehen habe. 😮
Und schon auch ein erster Eindruck von den vielen Jungtieren, die ich in den nächsten Tagen noch sehen sollte.
Besonders die kleinen Sprimgböckchen waren nahezu überall zu sehen.
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Böckchen, warum hast du soooo große Ohren? 😄
Auch die Kuhantilopen hatten schon Nachwuchs:
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Und schließlich dann plötzlich nur etwa 20 Meter neben der Pad: 🤩 🤩
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Na das war ja eine Überraschung! Noch eine Bemerkung: Ich hatte ja erwähnt, dass man diese Tiere nicht zeigen und benennen soll. Ich mache hier eine Ausnahme, weil sowieso jeder weiß, das sie in der Etosha vorkommen. Einen Beobachtungspunkt nenne ich natütlich nicht!
Und schließlich war ich dann in Halali. ich hatte hier für zwei Nächte gebucht und hier die kurze Beurteilung des Camps: Das Häuschen war sauber und ordentlich eingerichtet. Der Weg zum Wasserkoch war, da es sich nahe der Rezeption und des Restaurants befand, relativ weit. Aber das war ok. Den großen Pool hätte ich am ersten Tag nutzen können, habe es aber versäumt und am nächsten Tag passte das Wetter nicht mehr. Wer sich selbst verpflegen will, sollte am besten alles mitbringen, zu kaufen gibt es im Laden kaum etwas, nicht einmal Brot. Getränke sind vorhanden, aber ansonsten sind viele Regale leer.
Ich habe im Restaurant nur das Frühstück und gelegentlich mal einen Drink eingenommen, da das Wlan nicht bis zum Haus reichte. Für dieses, muss man allerdings einen Gutschein kaufen - es waren nur noch welche zu 100 N$ vorrätig - doch diese kann man auch in allen anderen Camps benutzen.
Das Frühstück war bescheiden, Kaffee mit Verspätung, Auswahl gering, aber man wurde satt.
Außer mir waren nur noch zwei Camper da und zwei weitere Häuschen besetzt.
Am späteren Nachmittag zog ich nochmals los, aber sensationelle Sichtungen gab es nicht mehr. Dann muss man halt mal die Perspektive wechseln.
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Leider gab es am Moringa-Wasserloch an diesem Abend (außer zwei Touristen, die ununterbrochen mit Handy und Tablet beschäftigt waren) nichts zu sehen.
In diesem Sinne: Gute Nacht:
Burschi

Teil 816. Feb. 2022

Guten Morgen,
was heißt gut? auf meiner Reise war der nächste Tag dicht bewölkt, von einem Sonnenaufgang konnte man gar nicht sprechen.
6.15 Uhr gehe ich zum Frühstück, das ab 6,00 Uhr bereit sein sollte. Doch keine Spur! Nichts ist da und der Kaffee ist kalt. Es dauert eine „Weile“ bis der Kellner in die Gänge kommt und nach und nach alles heranschleppt, wonach ich frage. Überarbeiten tut er sich aber nicht! Warum auch, ist ja nur ein Gast da! Vor meiner Hütte tummeln sich Sichelhopfe, Glanzstare und zwei Grautokos haben Gefallen am Auto gefunden und bewundern sich im Spiegel und in den Scheiben. Es ist noch zu dunkel für Fotos. 7.00 Uhr verlasse ich Halali, der Himmel ist noch immer komplett bewölkt und kurz vor Goas grast eine Herde Gnus mit vielen gleichaltrigen Jungen, die ich länger beobachte. Es regnet dabei wieder leicht.
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Goas war bisher oft das ultimative Wasserloch doch heute, bei leichtem Nieselregen ist das anders. Keine größeren Tiere sind zu sehen, lediglich in der Ferne schleicht eine Hyäne vorbei. Dennoch bleibe ich relativ lange hier, denn es gibt Vögel zu sehen, die ich hier nicht erwartet hätte: Viele Rotschnabelenten, Zwergstrandläufer, Sichelstrandläufer, Kampfläufer, Bruchwasserläufer, Afrikanischer Löffler und etliche weitere, doch wegen Watvögeln bin ich ja eigentlich nicht hier.
Danach fahre ich die weiteren Wasserlöcher Richtung Namutoni ab, auch ohne größeren Erfolg. In Namutoni lege ich eine Toilettenpause ein, kein einziger Mensch ist zu sehen, alles ist still, die sanitären Anlagen sind ziemlich heruntergekommen, Händewaschen ist nicht möglich, da kein Wasser kommt. Dafür funktioniert wenigstens das Desinfektionsgerät.
Weiter geht es nach Klein und Groot Okevi. Dort sind wie so häufig Giraffen zu beobachten. Im Laufe der Zeit lassen sich 7 Giraffen sehen und ein älterer Bulle trinkt lange und lässt sich fotografieren. Ein Schmarotzermilan (Gelbschnabelmilan) kreist über dem Wasser, kommt dann runter zum Trinken und setzt sich dann parat auf einen Strauch.
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Leider hat es shon wieder zu regnen begonnen, sodass die Bildqualität nicht so ausfällt, wie ich es mir wünschen würde. Beim Wegfahren schaut dann noch ein Steppenfalke aus dem Gebüsch.
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Ich entschließe mich angesichts des trüben Wetters zurück zu fahren und die Wasserlöcher in umgekehrter Reihenfolge wieder aufzusuchen.
Zuerst bin ich in Chudop. Ein Oryx und ein Schakal stehen einträchtig nebeneinander am Wasser und trinken. Ein lustiges Pärchen.

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Eine Zeit lang beobachte ich eine Kudu-Herde, die sich dem Wasserloch nähert. Unterwegs zoffen sich zwei Kudubullen – es waren insgesamt vier große Bullen bei der Gruppe – und ein Weibchen schaut interessiert zu. Typisch Frau! 😗 Am Wasser geht es dann aber wieder einträchtig zu.
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Als ich wieder auf der Hauptstraße bin, entdecke ich in einer Springbockherde ein Tier mit abnormalem Horn.
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Wer hat dem denn das Horn verbogen? 😉 😄
Doch dann die Überraschung des Tages. Ich sehe zwei Adler über der Staße kreisen, fahre langsam, ein weiterer fliegt auf, Was ist da?
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Unter einem Busch liegt ein totes Gnu, das schon recht angeknuspert aussieht. Und daneben unter dem anderen Busch ...
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Whow! Der Leopard scheint ziemlich erschöpft zu sein, er döst vor sich hin und atmet schwer. Dann bemerkt er wohl, dass da so ein Paparazzi im Auto sitzt und Fotos schießt. Er steht auf, geht ein paar Schritte hinter den Busch und - weg ist er!
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Dann mache ich mich auch wieder auf den Weg. An den folgenden Wasserstellen, auch nochmals Goas, gibt es nichts zu berichten. Das Wetter hat umgeschlagen und es brüllend heiß geworden. Für heute reicht es aber auch, also zurück nach Halali, trinken und ausruhen. Vom Leo träumend schlafe ich dann auch ein.
Am Abend fahre ich nicht mehr raus, sondern bleibe im Camp und gehe zum Moringa Wasserloch. Erst ist es lange still und ruhig, einige der anderen Touristen sind schon wieder gegangen, dann kommen Mutter und Kind:
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Fast eine Stunde verweilen sie hier und das Jungtier nimmt dabei ein ausgiebiges Bad. Gerade als die beiden gehen wollen, gibt es Gegenverkehr und sie müssen umkehren und in die andere Richtung forschen Schrittes weglaufen. Da kommt eine kleine Eleherde mit noch ganz jungem Nachwuchs entgegen.
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Der findet großen Gefallen am Planschen.
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Doch trinekn mag er nur an der nahrhaften Mutterbrust. 😉 🙂
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Und dann geht de Sonne unter. Ein verregneter, aber ereignisreicher Tag geht zu Ende. Am wichtigsten aber sind die Erinnerungen, die man im Herzen mit nach Hause nimmt. Die Szenen, wie die Elefantenmutter sind um ihr Kleines gekümmert hat, bleiben für immer da drin.
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Da kann man sich dann getrost zu Bett begeben. Morgen geht es nach Okaukuejo!
Bild bald Burschi

Teil 917. Feb. 2022

Guten Morgen,
der Sturm draußen passt zu dem, was ich heute schreiben werde.
Habe doch glatt heute (in Halali) verschlafen und stehe um 6,20 Uhr erst auf! Um 7.00 Uhr bin ich mit dem Frühstück fertig, habe die Kaution problemlos zurück erhalten und verlasse Halali zehn Minuten später. Ich fahre erst noch einmal nach Goas. Der Himmel ist wieder total bewölkt. In Goas bietet sich das gleiche Bild wie gestern, keine Großtiere, die Vögel sind gleich. 7.40 Uhr fahre ich dann Richtung Okaukuejo. Ein Abstecher nach Noniams ist die völlige Pleite, extrem schlechte Pad, nichts am Wasserloch, das keines ist. Während einer öden und einsamen Fahrt läuft nur einmal ein Schakal über die Straße.
In Rietfontein: Marabut und ein einsamer Flamingo, aber extrem schlechtes Fotolicht, sodass ich euch die Fotos nicht zumuten möchte.
Dann biege ich nach Salvadora ab und begegne kurz darauf einer Hyäne, die aussehensmäßig gerade vom Frühstück kommt.
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Ein Steppenfalke ist ansonsten die einzige Fotoausbeute des Vormittages.
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Die weiteren Wasserlöcher, dieses Mal auf dem Weg entlang der Pfanne, auf der Strecke nach Okaukuejo bringen alle keine besonderen Sichtungen, zumal jetzt überall auf den Wegen größere Pfützen stehen.
In Okaukuejo, hinterlege ich an der Rezeption die 500N$, unterhalte mich mit den Damen, die sowieso nichts zu tun haben, und begebe mich dann zu meinem Zimmer Nr. 52. Zimmer? Es ist eine Zelle! Positiv: Kühlschrank, Kaffeekocher, gut funktionierende Dusche mit Toilettenartikel, Negativ: Schwarze Wände, kein Tisch, kein Stuhl, keine Kofferablage.
Der Eingang zur Zelle:
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Außer der Dusche und einem Bett war dies die ganze Einrichtung:
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Umziehen? die nächsten vier Wohnungen hatten alle solche beeindruckenden Türklinken:
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Und wer dann mal auf die öffentliche Toilette gehen will, muss auf das Händewaschen verzichten, weil es keine Wasserhähne mehr gibt.
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Aber das ist ja wahrscheinlich auch alles nicht notwendig, weil zu dieser Zeit insgesamt höchstens 20 Personen im ganzen Camp anwesend waren. Am dritten Tag kamen dann nocn ein paar dazu.
Ja, ich möchte den dreitägigen Aufenthalt in und um Okaukuejo nämlich zusammenfassen.
Im Shop sah es noch trister aus als in Halali. Brot oder irgendwas Essbares in Dosen Fehlanzeige. Also am besten alles mitbringen!
Tanken: War nicht möglich, denn die Diesel-Zapfanlage war defekt. Ich musste extra aus dem Park rausfahren und etwa 5 km außerhalb des Parks an einer neuen Tankstelle tanken. Die Gatekontrolle war aber recht freundlich und hatte Verständnis für diese Fahrt aus dem Park und wieder rein.
Und dann noch mein Vorschlag für Okaukuejo zum Eintrag in das Guiness-Buch der Rekorde! Das Frühstück! Ich habe in 25 Jahren Afrika von Daressalam bis Kapstadt noch nie schlechter als hier gegessen. Außer den Industriehonigdöschen und gesalzenen Butterstückchen kein Angebot an Brotbelag. Der Schüssel Joghurt und den Cornesflakes bin ich aus dem Weg gegangen, dem Flüssigei in der Kanne traue ich sowieso nicht, nachdem ich mal die Eier einen halben Tag in der Sonne auf dem Hof habe stehen sehen. In einem Kessel, lauwarme kleine Würstchen, die im Öl gebadet wurden. Daneben der "Speck", eine wabbelige, graue Masse, die eher an Gedärm denn an krossen Speck erinnert, und schließlich dazu graubraunen Bohnenbrei. Dieser wurde am nächsten Tag ersetzt durch Milipapp, allerdings war der eingerocknete Rest von den Bohnen noch am Rande des Kessels, damit man sich noch daran erinnern kann. So blieb es bei Kaffee und Toastscheiben mit Butter als Frühstück!
Und trotzdem - ich hatte am ersten Tag das Mahl noch probiert - ereilte mich Sam Nujomas Rache (Montezuma ist ja hier nicht zuständig!).
Und was hatte denn die Natur so zu bieten? Jeden Tag gab es immer wieder heftige Regenschauer. Zweimal bin ich in aller Frühe nach Okondeka gefahren, um das Löwenrudel aufzuspüren. Fehlanzeige! Dann gibt es ja auch noch die Löwen in Homob! Auch Fehlanzeige!
Die Zufahrt zu den beliebtesten Wasserlöchern sahen nun so aus:
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Das Wasserloch Gemsbokvlagte als Beispiel für den Tierbestand:
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Und viel Zeit verbrachte ich am legendären Wasserloch in Okaukuejo selbst, weil das Herumfahren draußen bei Regen oder auch in den Regenpausen nicht so vielversprechend war. Dort sah es meist so aus:
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Von den Sonnenuntergängen am Abend mit Tierkulisse, die ich hier schon so oft erlebt hatte, kann ich nicht berichten, denn die gab es nicht. Die Sonne, die zwischendurch am Tag auch mal ziemlich heiß durch eine Wolkenlücke sich präsentieren konnte, versteckte sich am Abend völlig.
Bleibt nur von einem kurzen Moment zu berichten am Morgen des letzten Tages, als ich Okaukuejo verließ. Da spitzte sie kurz hervor, bevor sie wieder den Regenvorhang zuzog.
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ABER: Ich finde trotzdem immer was, was mein Gemüt erhellt! 🙂 🙂
Doch davon dann demnächst! 😉 😉
LG Burschi

Teil 1018. Feb. 2022

Guten Morgen,
heute nun also, das, was man in den Regenpausen machen oder sehen kann.
Zu dieser Zeit, im Januar - ich habe nun übrigens Namibia zu allen Monaten besucht und muss sagen, man kann es eigentlich jederzeit für einem Besuch empfehlen - sieht man viele Tiere mit dicken Bäuchen oder eben viele Jungtiere.
Bei der Zebradame wird es wohl wie auch dei der Kuhantilope, die sich zum Ruhen hingelegt hatte, nicht mehr lange dauern.
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Unterwegs ergab sich immer wieder mal die eine oder andere Möglichkeit einen Piepmatz zu fotografieren, denn die hatten auch nicht immer Lust mit nassem Gefieder herumzufliegen und blieben daher gerne sitzen, was den Vogelfreund freut, wenn nur der Hintergrund blau und nicht grau wäre. 🤩
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Dann hätte der Gleitaar einen schönen Kontrast und ware nicht Grau in Grau.
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Auch der junge Singhabicht beschwerte sich lautstark über das Wetter! 😉
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Selbst die Lerchen (Sabotalerche?) saßen aufgeplustern auf den Büschen.
Und dann blieben natürlich die Beobachtungen in den kurzen Regenpausen in Okaukuejo selbst. Beim Spazierengehen ergab sich immer weder mal die eine oder andere Begegnung, allerdings kaum am Waserloch, da war die Glanzente mit dem Knubbel auf dem Schnabel und den Zwergtauchern im Schlepptau schon etwas Besonderes.
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Die Zebramangusten freuten sich über die großen Pfützen auf den Wegen im Camp und schlichen unmittelbar um meine Unterkunft herum.
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Und wenn die Sonne mal kurz da war, dann waren auch die Streifenskinks schnell zur Stelle.
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Aber als Vogelfreund suchte ich natürlich immer nach den gefiederten Freunden und freute mich über den Rotstirnbartvogel
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und besonders über die Strichelracke, die sich einen riesigen Käfer geschnappt hatte und große Probleme hatte, diesen zu verspeisen. Immer wieder schlug sie ihre Beute auf den Ast oder auf den Boden, um diese schnabelgerecht zu zerlegen.
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Und am frühen Morgen um 8.30 Uhr bei leichtem Nieselregen kurz nach Kapupuhedi die Sensation für mich! Zwei Geparde kreuzen vor mir die Straße, bleiben stehen, blicken sich um und verschwinden am Horizont. Keine Minute hat das gedauert. Es waren bei den vielen Besuchen in der Etoscha meine ersten Geparde hier!
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So kann ich denn insgesamt ein positives Resümee zu meinem Etoscha-Besuch ziehen und den Park morgen doch einigermaßen befriedigt verlassen.
Viele Grüße:
Burschi

Teil 1119. Feb. 2022

Guten Morgen!
6.45 Uhr bin ich schon fertig mit dem Frühstück und besuche zum letzten Mal vergeblich das Was-serloch. Als ich in Okaujuejo auschecken will, bricht die Stromversorgung zusammen und alles ist dunkel. Nur gut, dass die Ladies alle Smartphones mit Taschenlampen haben, so bekomme ich die 500 N$ Kaution zurück. 😉
Es gat schon wieder leicht zu regnen begonnen. Von wegen "in der Regenzeit setzt der Regen meist am Nachmittag ein!", es kann auch mal fast konstant durchregnen. Man sieht ja gerade, was im Extremfall so abgehen kann!
Ich bin noch nicht lange gefahren, da läuft eine Hyäne im Regen neben mir her. Scheißwetter!
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Doch dann die Überraschung des Tages! Auf und neben der Straße befindet sich ein Löwenrudel. Bestehend aus 3 Männchen, 4 Weibchen und 3 Jungtieren. Hier hätte ich viele tolle Fotos machen können, vor allem von den Kleinen, die ausgelassen herumtollen, wenn nicht der Regen noch heftiger geworden wäre und ausgerechnet auf meiner Seite zum Fenster hereinweht und mich und die Kamera nass macht. So muss ich leider weiter fahren. Ein paar schnelle Schnappschüsse:
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Der älteste männliche Löwe war zweifelsohne der Boss, auch wenn er schon ein wenig hinkte. Trotzdem wird er von den Halbwüchsigen angehimmelt.
Im Westen der Etoscha hat es bisher weniger geregnet, weil die Straßen fast trocken sind und ausgerechnet heute muss es Gießen!
Auch am nächsten Wasserloch noch einmal eine Löwen-Regen-Szene:
Es ist am Wasserloch Sonderkop, wo gerade zwei Löwinnen sich an eine Springbockherde heranpirschen, diese aber die Bedrohung rechtzeitig erkennen und das Weite suchen.
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Die Bildqualität ärgert mich und tut mir hier leid, aber mehr gab der Regen nicht her. 🙁 🙁
Umterwegs stehen nochmals zwei Giraffen und kurz danach noch eine Kuhantilope zum Abschied von Etoscha neben der Straße. Die letzten 20km bis zum Gate sind teilweise in katastrophalem Zustand, stark ausgeschwemmt und werden gerade von Straßenbautrupps wieder instand gesetzt. Viele große Bau-LKW kommen mir entgegen und so komme ich nur langsam voran. 11.00 Uhr bin ich am Galton Gate. Vier Camper stehen vor mir in Schlange Soviel Autos auf einmal! Der Veterinär-Kontrolleur besichtigt die Kühlschränke. Ein Damen-Terzett unter einem Baum winkt mich heran, kontrolliert freundlich mein Permit und gibt dann die Ausreise frei.
Kurz nach dem Abbiegen auf die C35 weisen zwei große Beton-Farmtore auf Hobatere hin, doch die richtige Einfahrt zur Lodge ist erst 1,5 km weiter. Dort mache ich das Farmtor auf und zu. Ein Schild weist darauf hin, dass man nur 40 km/h fahren darf und das Aussteigen wegen Löwen und Elefanten verboten ist. Bis zur Lodge sind es um 11.20 Uhr noch 16 km. Diese haben es in sich, es ist übelste Farmpad und teilweise ohne 4x4 nicht zu befahren. Die schwierigste Strecke bisher! Und von wegen 40 km/h! Das war fast nirgends zu schaffen! 🤩 Für diese 16 km habe ich 45 Minuten gebraucht!
An der Rezeption werde ich von Ingrid (Herero) empfangen, bekomme Fieber gemessen – 36°C ! (unterkühlt!? 😗 ) und muss Hände desinfizieren. Dann erst erfolgt der Checkin, ich werde noch „Melodie“ an der Bar vorgestellt und dann zum Haus Nr. 9 gebracht, wo ich mit einem nett eingerichteten Zimmer überrascht werde.
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Das Zimmer ist sehr groß, sauber und gut ausgestattet. Die Lodge selbst ist realtiv groß, hat eine schöne Terrasse, ein eigenes Wasserloch mit Aussichtsterrasse, einen Pool, eigentlich durchaus für mehr als einen Tag geeignet. Als ich vor vielen Jahren mal hier war, gab es noch Löwenfütterungen, doch nach dem Brand und dem Verkauf an den Staat, der es dann an eine kommunale Organisation verpachtet hat, sind die Löwen nun freilaufend und die ganze Anlage ist umgestaltet und macht einen sehr positiven Eindruck. Man kann auch ein Selbstversorger-Baumhaus in einem Rivier gelegen mit eigenem Wasserloch mieten, das aber derzeit geschlossen, da nicht erreichbar ist. Das Personal ist sehr freundlich und engagiert.
17.00 Uhr starten wir zum Gamedrive. Samuel, der Guide, erzählt viel über Bäume und Sträucher (Ana-, Mopane- und Kameldornbaum usw.) und über die starken Regen der letzten Tage, weshalb er nicht überall hinfahren kann, aber leider auch viele Tiere weiter rauf in die Berge gezogen sind. Daher ist wohl diesbezüglich nicht viel zu erwarten. Elefanten und auch Löwen laufen hier frei herum und können normalerweise gesichtet werden.
So blieb es lediglich bei einem Bergzebra im Gegenlicht, das Sekunden später schon wieder verschwunden war und einem Milchuhu, der auf einem Baum döste.
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Schließlich kehrt Samuel um, weil sich am Horizont eine schwarze Wolkenwand gebildet hat und er noch durch zwei Riviere zurück fahren muss. Trotzdem geschieht es, kurz vor der Lodge bleibt das Auto im nassen Sand stecken und versackt. Alle Versuche, das Auto frei zu bekommen, scheitern. Erst nach einer Stunde erhalten wir Funkkontakt zur Lodge und ein zweites Fahrzeug kommt und zieht uns raus.
Wir fahren zur Lodge und machen den Sundowner auf der Aussichtsterrasse.
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Das Abendessen, war sehr schmackhaft und reichlich.
Bis 21.00 Uhr unterhalten wir uns unter der überdachten Terrasse. Dann tritt noch der Personalchor zu einem kleinen Konzert auf.
Es regnet auch in der Nacht weiter und wir - ein Paar auf Hochzeitsreise ist auch eingetroffen - befürchten, am nächsten Tag das Camp nicht verlassen zu können.
Mal sehen! 😉
Schönes Wochenende:
Burschi

Teil 1220. Feb. 2022

So, in der Nacht hat es wieder geregnet! 😉
Ja, auch auf Hobatere und am Morgen geht es zunächst mit leichtem Nieselregen weiter. Und der Regen wird heftiger und der Strom fällt auch noch aus! Nach einem ordentlichen Frühstück hört es endlich auf zu regenen und um 8.00 Uhr starte ich zusammen mit dem holländischen Paar von der Lodge. Die Jungs von der Lodge sind bereits vorausgefahren. Wir fahren auf der steinigen Pad relativ problemlos, das Wasser ist abgelaufen. Ich hatte größere Ausschwemmungen erwartet und an einer Rivierdurchfahrt wartet Samuel mit einem kleinen Trupp auf uns und sagt, dass alles ok ist. Eine etwas problematische Stelle haben sie ausgebessert. So erreichen wir nach 45 Minuten und 15 km das Farmtor.
Es ist alles gut gegangen und nun liegt nur noch Teerstraße vor mir. Über Hobatere stehen im Moment schwarze Wolken und wahrscheinlich regnet es wieder. Ich fahre über Kamanjab Richtung Outjo. Die Fahrt ist langweilig, inzwischen scheint die Sonne heiß und links und rechts der Straße ist nur Farmland, mal mehr – auch zuviel! – mal weniger intensiv genutzt. Nur wenige Autos begegnen mir.
12.30 Uhr habe ich ca. 18 km vor Outjo die Einfahrt zur Farm Matunda auf der rechten Straßenseite erreicht. Zweimal Farmtor auf und zu und schon bin ich beim Guesthouse. Es ist eine gepflegte und saubere Anlage. Besitzer ist Michel Jentzsch, der schon seit 20 Jahren hier lebt. Mein Häuschen liegt etwas abseits, hinter einer kleinen Zitronenplantage, das Auto steht im Schatten unter einem Kameldornbaum. Das Zimmer ist geräumig, mit Kühlschrank und Schreibtisch und auch sonst ordentlicher Ausstattung.
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Mein Häuschen und der Pool, den ich angesichts der heißen Nachmittagstemperaturen gerne nutze.
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Hier auf der Farm wird nach ökologischen Gesichtspunkten gewirtschaftet: Kein Plastik, eigene Stromversorgung, eigener Anbau, alles technisch auf dem neuesten Stand, z.B. Lademöglichkeit für Handy über USB-Anschluss.
Ich treffe hier Gabi, eine nette, ältere Dame, ehemalige Lehrerin, Namibia-Überwinterin, die hier Socken strickt . Auch eine Möglichkeit über den tristen grauen deutschen Winter zu kommen! 😄
Nach dem Frühstück, das sehr ordentlich war, bezahle ich meine Getränke und fahre durch Outjo und dann weiter Richtung Otjiwarongo. Dort mache ich eine Kaffeepause und tanke auf. Unterwegs liegen mehrere Male tote Schlangen auf der Fahrbahn, die in der Nacht zum Wärmen auf den Asphalt kriechen, was sie mit dem Leben bezahlen.
Teerstraße C 33 nach Omaruru. Die Fahrt ist sehr langweilig, links und rechts der Straße ist ein breiter Streifen Grasland, dann Farmzaun und dahinter Farmland. Kaum Abwechslung.
10.25 bin ich am Ortsanfang von Kalkfeld, eine Shebeen, eine verlassene Lodge, eine Farmruine, Wellblechsiedlung, am Ortsende eine Schule – das war´s dann auch schon.
50 km vor Omaruru die erste abgerundeten Felsformationen, die auf das Erongo hinweisen.
11.20 Uhr in Omaruru; der Ort ist wie ausgestorben, das Mronsky-Haus von 1907 ist geschlossen, um die Kirche herum ist niemand. Ein paar Leute stehen vor dem Supermarkt. Neben der Straße eine Mülldeponie, direkt vor dem Museum – und schon bin ich durch den Ort. Irgendwie hat der Ort einen tristen Eindruck gemacht. Sonst habe ich hier immer gerne ein Päuschen eingelegt.
Die nächsten 45 km Gravelroad sind schon von der etwas heftigeren Sorte. Der Regen hat seine Spuren hinterlassen, unvermittelt ziehen sich plötzlich tiefere Rinnen über die Straße und die Schilder, die auf Riviere hinweisen, sind dieses Mal auf jeden Fall zu beachten.
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Einige der Riviere sind gelaufen, manche muss man vorsichtig queren oder größere Pfützen umfahren.
Mittags komme ich bei meinem nächsten Ziel, der Guestfarm Omandumba an.
Begrüßt werde ich von Fritz und Barbara, welche die Farm derzeit verwalten, weil die Familie Rust nicht anwesend ist. Hier erfahre ich eine ziemliche Enttäuschung. Ich wollte eigentlich an einem Tag die Buschmann-Siedling besuchen und an den verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen. Deshalb hatte ich drei Übernachtungen hier gebucht. Doch es gibt derzeit keine Buschleute hier mehr. Sie sind alle abgezogen. Was dann? Gamedrive gibt es mangels Wild auch nicht. Aber man kann spazieren gehen. Hhm, drei Tage lang?
Fritz bietet mir noch eine Faht zu Felsmalereien an. Und ich entscheide mich, diese zu machen und dafür einen Tag füher nach Swakopmund zu fahren. Telefonsch stimmt Deike Rust diesem Vorschlag zu.
Ich ziehe also in mein Häuschen

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und schaue mal, was es in der Umgebung so gibt.

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Überall wuseln flinke Eidechsen umher, die derart schnell sich verstecken, dass ich nur wenige fotografieren kann.
Ein Nachtfalter ist da schon geduldiger. Er schläft am Tag und besucht uns aber mit seinen Kollegen beim Abendessen. Besonders scharf ist er auf Bier! Wahrscheinlich Alkoholiker! 🤩
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Tiere - Haustiere! - gibt es aber reichlich.

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Aber worauf liegt die Katze? Da steht auf der eisernen Platte ein Rezept!
Es ist ein antiker Herd, in den man statt einer normalen Herdplatte ein Waffeleisen integrieren kann. So etwas habe ich noch nicht gesehen! Man beachte auch die Mengenangaben! 🤩

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Zum Abendessen ist der Kreis dann größer geworden. Zu Fritz und Barbara gesellen sich noch Deike und Harald Rust und Gabi, die von Matunda ebenfalls nach Omandumba gekommen ist.

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Zum Sonnenuntergang stehen wir zusammen vor der Farm und Harald erinnert sich nun, dass er mich schon einmal bei einem meiner Vorträge in Swakomund getroffen hat. So klein ist Namibia!
So, es ist Sonntag - war es auch auf Omandumba -
das muss für heute reichen.
Schönen Tag noch!
Burschi

Teil 1321. Feb. 2022

Guten Morgen,
heute steht also ein ganzer Tag auf Omandumba an. Von 6.45 bis 7.00 Uhr mache ich einen Sonnenaufgangsspaziergang mit Fotos. So richtig tolle Szenen finden sich aber nicht.
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7.30 Uhr kann ich eine Tasse Kaffee trinken und muss dann noch bis 8.00 Uhr zum gemeinsamen Frühstück warten. Der nächste Tagesordnungspunkt ist um 16.00 Uhr das Kaffeetrinken und um 17.00 Uhr erst die Fahrt zu den Felsmalereien. Und bis dahin? Mit dem Auto darf ich auf dem Farmgelämde micht allein fahren, also Spazierengehen. Dann mache ich eine kurze Wanderung zur Campsite und die Felsen in der Nähe. Ich mache eine Reihe von Landschaftsaufnahmen, wofür sich das Erongo ja gut eignet.

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Aus der Ferne sehe ich in dieser Felspartie ein Indianergesicht. Ihr auch?

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Erstaunlich ist immer wieder wo die Bäume die Nährstoffe hernehmen, um hier noch wachsen zu können.
Die Wanderung dauert leider nicht zu lange, denn es ist zwischen den Felsen extrem heiß, sodass ich mich bald auf den Rückweg mache.
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Wie lange ein Tag sein kann, wenn es über 30°C hat und der erste Programmpunkt um 17.00 Uhr ist und dazu der Magen rebelliert!! Eine Ewigkeit! Um 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr machen wir zusammen die Fahrt zu den Felsmalereien mit Sundowner.
Fritz fährt uns im offenen Wagen durch die Gegend. Zweimal halten wir an und gehen zu etwas versteckten Felsen mit Malereien der San, die zwischen 300 und 3000 Jahre alt sein können. Fritz erklärt ausführlich die Entstehung und fügt seine eigene Deutung an. Eine besondere Darstellung ist die eines Köcherbaumes, da normalerweise nirgends sonst Pflanzen gemalt wurden.
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Beim zweiten Halt ist die Besonderheit die Darstellung eines Bienenschwarmes in mehreren Bildern.
Größere Tiere gabe es keine zusehen, von ein paar Springböcken mal abgesehen, so musste als Ersatz der kleine gestreifte Kerl herhalten.

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Dann fotografiere ich auf der Rückfahrt noch einen „Finger Gottes“, einen Erosionsrestfelsen und die "Dicke Berta" (Name kommt von dem Riesengeschütz hergestellt von der Fa. Krupp im Ersten Weltkrieg.
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Zum Schluss fahren wir auf einen steilen Felsen hinauf – zu spät für den Sonnenuntergang, denn die Berge sind nur noch Scherenschnitte – und ich bekomme mein bestelltes Savanna serviert.
Heute ist um 22.00 Uhr Abendessen. Das Oryx ist leider in der Pfanne ein zweites Mal gestorben und die Hühnerleber als Vorspeise war auch kei Highlight. Das Essen hat mir nicht so besonders geschmeckt, auch wenn es alle loben, aber warum haben dann alle nach den Salzstreuern gegriffen? Ich verlasse die Runde bald, weil zwei neue Gäste das Gespräch völlig an sich gerissen haben und mit ihren Südwester- und Roverwitzen mich nicht zum Lachen bringen können.
Außerdem will ich am Morgen so schnell wie möglich nach Swakopmund.
Bis bald:
Burschi

Teil 1422. Feb. 2022

Guten Morgen,
heute geht es nach Swakopmund, wo ich vier Tage nun verweilen werde.
Zuerst hieß es von Omandumba Abschied nehmen. Der wurde mir nicht allzu schwer gemacht. Mit Deike hatte ich ja vereinbart, den stornierten Tag mit der Fahrt und den Getränken zu verrechnen. Doch nun musste ich doch die Getränke extra zahlen und außerdem "hast du ja bei der Fahrt die Luxusvariante mit Sundowner gehabt!", meinte sie. Ok, die Fahrt zu den Felsbildern kostet 500 N$, die Lususvariante (mit Fahrt auf einen Felshügel und einem Getränk) 800 N$. Ein Savanna für 300 N$!? 🤩 Echter Luxus! Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich es mit mehr Andacht getrunken! 😗 🙄
Egal, als Ausgleich habe ich dann für Harald noch zwei Kisten mit nach Swakopmund genommen und mich bei Deike für diese Gefälligkeit bedankt, dass ich den Transport übernehmen durfte. Abgehakt!
Die Fahrt nach Swakop verlief ohne jegliche Ereignisse, die Gravelroads waren frisch geschoben, also gut zu befahren, was sich inzwischen ja durch den heftigen Regen geändert hat. Die B1, die Teerstraße bis Swakomund, ist immer mit großer Vorsicht zu befahren, denn hier sind sehr viele riesige LKW unterwegs, die oft sehr riskant überholt werden. Es ist mit die gefährlichste Strecke in Namibia!
Die weiteren Tage in Swakopmund will ich nicht in dem ereigneten Verlauf schildern, da zu viel Privates dabei war. Daher will ich es ein wenig thematisch angehen und heute vor allem auf Unterkunft und Verpflegung eingehen. zunächst ist allgemein zu bemerken, dass auch hier nur sehr wenige Touristen anwesend waren. Die Straßen waren zum Teil erschreckend leer. Bei einem Spaziergang entlang der Strandstraße am Nachmittag war ich z.B. völlig allein. Man hätte schon glauben können, die Pest sei ausgebrochen! Auch in den Geschäften kaum Kunden, erst recht nicht bei den Händlern am Holzmarkt, die verzweifelt versuchten zu Kundschaft zu kommen. Manche haben Tage lang nichts verkauft.
Bei den Hotels und Unterkünften hatten viele geschlossen. Der Europahof, wo sonst immer Busse davor stehen, war geschlossen. Überhaupt habe ich keinen einzigen Reisebus gesehen. Das TUG hatte zu, manche Restaurants nur am Abend offen.
Auch in meiner Unterkunft, dem Prinzessin Rupprecht Hotel war ich an zwei Tagen der einzige Gast. Warum diese Unterkunft? Mir gefällt die Idee, dass aus dem ehemaligen Hauptgebäude des Roten Kreuz Heimes ein Hotel gemacht wurde, das mit seinen Einkünften ein Altersheim dahinter finanziert. Daher unterstütze ich es gerne. Außerdem ist es hier sauber und ruhig. Die Zimmer sind groß und mit allem eingerichtet, was man braucht, Kühlschrank, Schreibtisch, Kofferablage, TV und Heizung. Gerade letzteres kann in manch kalten Nächten in Swakopmund, die immer auftreten können, sehr angenehm sein!

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Das Frünstück erhält man ab 6.30 Uhr und ist recht ordentlich. Die hohen Räume mögen für manchen befremdlich sein, sind aber der Historie des Baus geschuldet.
Hinter dem Hotel kann man einen ruhigen Garten nutzen, der schön mit vielen Blumen gepflegt ist, eine schattige Laube hat und einen Brunnen, an dem den ganzen Tag Vögel zum Trinken und Baden kommen.
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z.B. etliche Felsentauben,
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oder es begegnen sich Bülbül und Oranjebrillenvogel und viele andere.
Die Bewohner des Altersheimes stören überhaupt nicht! 😉 😉
In folgenden Restaurants habe ich gegessen:
1. "Altstadt Restaurant" in der Anton Lubowski Street: größerer Biergarten mit entsprechender Atmosphäre, Fischgerichte, große Portionen, freundliche Bedienungen
2. das "Andy´s" neben der einstigen Kupferkanne, in der Nähe der Post: hier sollte man vorher reservieren, wenn man nach 18.00 Uhr essen will. Sehr gute Fischgerichte und leckere Austern in verschiedenen Variationen. Gute Weinauswahl, aufmerksame Bedienung; man kann im Freien sitzen mit mobiler Überdachung (gegen Sonne und Nieselregen)
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3. "Butchers und Brewers", eines der Restaurants im Erdgeschoß des Strandhotels mit verschiedenen Biersorten, auch als Testreihe in kleinen Gläsern und unterschiedlichem Bierangebot zu verschiedenen Zeiten; gute Pizzas.
Als Gegenstück zum Fisch kann man hier ja mal die "Carnivoren-Pizza" probieren. 😄
Ich habe sie nicht ganz geschafft und man bekommt den Rest - bei mir die Hälfte - jederzeit eingepackt. Doch dann hatte ich ein etwas bedrückendes Erlebnis. Ich ging nach dem Treffen dort mit einem Freund zurück in das Hotel, wo ich meine zweite Pizzahälfte abends essen wollte. Mit dem Doggybag in der Hand wurde dieser Gang fast zum Spießrutenlauf! Mehrfach wurde ich angesprochen, ob ich nicht mein Doggybag verschenken oder gar gegen einige Makkalaninüsse eintauschen wolle. Die Menschen sahen ganz genau, dass ich da was zum Essen in der Hand hatte und Geringverdiener, wie Parkwächter haben Hunger, wenn sie sich keine Mahlzeit am Tag leisten können. Bedrückend!
Das muss für heute mal reichen, denn andere Termine stehen an.
Bis morgen:
Burschi

Teil 1523. Feb. 2022

Guten Morgen,
heute gehen wir in die Wüste. Heute habe ich erstmals langes Hemd, Weste und lange Hose an, denn es ist kühl geworden. eine Begleiterin, die früh dachte, es geht in die heiße Wüste, musste sich eine Jacke leihen, denn es war recht frisch und nieselte leicht. 8.10 Uhr kommt „Tommy´s Desert Tours“ und holt mich ab. Es ist aber nicht mehr Tommy selbst, sondern eine junge Frau namens Bianca, die aber insgesamt ihre Sache recht gut macht. Tommy fungiert nur noch im Hintergrund und die Firma hat nur noch seinen Namen. Wir fahren gegen 8.30 Uhr in die Wüste, nachdem Bianca erst einmal Luft aus den Reifen gelassen hat. Dann geht es langsam von Station zu Station und Bianca gibt eine Menge guter Erklärungen. Da ich die Tour mit verschiedenen Anbietern schon viermal gemacht habe, bin ich mehr stiller Zuschauer.
Bianca geht auch vorsichtig mit verschiedenen Tieren um, weshalb sie z.B. Die beiden Spinnenarten - Weiße Witwe und Schwarze Witwe (giftig!) - nicht ausgräbt, sondern nur vorsichtig den Eingang des Baus freilegt. Toktokie – Käfer und verschiedene Ameisen sind mehrfach zu sehen. Der Skink – eine blinde Echse, ähnlich Blindschleiche - muss dann aber doch daran glauben, ist aber ganz flink wieder im Sand verschwunden. Gleiches gilt für den Palmato-Gecko - er muss natürlich vorgezeigt werden, zumal er ja sooo attraktiv ist - aber Bianca setzt ihn vorsichtig in seinen Bau zurück und sorgt auch dafür, dass er nicht verschüttet wird.
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Zweimal können wir ein Namaqua-Chamäleon entdecken, das mit Mehlwürmern gefüttert wird.
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Es ist natürlich das Highlight der Tour. Wir verbeiben dabei so lange, dass für die Schaufelnaseneidechse keine Zeit zum Einfangen bleibt. Mein persönliches Highlight aber sind andere Tiere.
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Zum einen der Oranjeschmätzer, der seine Mehlwürmchen auf der Hand abholt. Der Schmätzer hat schon bei einem Toilettenhäuschen auf uns gewartet. Da steht wirklich in der Wüste ein richtiges Klo! Und der Vogel weiß, dass da jeden Tag Leute mit Futter kommen! 🤩 😄
Und dann ein Vogel, den ich schon lange mal in der Wüste sehen wollte, die Damara-Seeschwalbe.
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Sie ist eine der gefährdetsten Vogelarten. Sie brütet nur in der Namib-Wüste auf Kiesflächen. Auch wegen ihr wurde das Doro-Schutzgebiet errichtet.
Natürlich führt Bianca auch das Spiel mit dem großen Magneten vor, mit dem sie Magnetit aus dem Sand holt.
Am Schluss folgt die übliche Achterbahnfahrt durch die Dünen, die ich für absolut überflüssig halte, doch die jungen Leute sind begeistert. Ich kann nicht verstehen, wie man zwei Stunden über Tiere und ihre Gefährdung redet und dann mit Affengeschwindigkeit durch deren Lebensraum düst. Die Seeschwalbe haben wir z.B. so von ihrem Brutplatz aufgescheucht, zu dem sie nur sehr zögerlich zurückgekehrt ist. Wenn am Tag die Sonne brennt, dann genügen 10 Minuten für die offen liegenden Eier, um die Brut zu vernichten!
Am Nachmittag mache ich noch eine zweite Tour. Ich fahre mit Tom Welte in die Mondlandschaft.
Mehr als 80 km auf der Teerstraße (hin und zurück Richtung Arandis) und noch 20 km durchs Gelände! Ich bin ein wenig unterZeitdruck, weil ich am Abend noch ein persönliches Treffen mit Freunden habe. Erste Station ist eine Abbaustelle von Muskowit (weißer Glimmer). Hier liegen noch große Glimmerkristalle herum. Dann fahren wir auf einen der vielen Dolorithügel hinauf und haben einen schönen Ausblick auf die "Mondlandschaft", die ihren Namen zu Recht verdient.
Ich wollte eigentlich mal wieder einige der Welwitschias sehen, jene endemische Pflanze, die nach einem österreichischen Naturforscher benannt ist, die eigentlich ein Baum mit nur zwei Blättern ist und zu einer Symbolpflanze für Namibia geworden ist.
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Das ist nur ein Beispiel davon. Zudem gibt es männliche und weibliche Pflanzen.
Es schließt sich noch eine kleine Wanderung im Swakoptal an. Tom will nicht dort reinfahren, denn er vermutet noch Wasser im Untergrund. Doch wie schnell sich der Boden bei der Hitze wandelt, sieht man hier:
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Vor wenigen Tagen floss hier noch Wasser! Und jetzt sieht man gar nichts mehr, denn der Swakop ist total abgekommen und hat seit 11 Jahren mal wieder das Meer erreicht. Wer jetzt in Namibia unterwegs ist, sieht ein wundervoll grünes Land, hat aber auf den Straßen oft erhebliche Probleme mit den enormen Fluten. Doch die Sintflut kam erst nach mir! 😉 😄
In diesem Sinne: Schönen Tag:
Burschi

Teil 1624. Feb. 2022

Guten Morgen,
letztes Stichwort war "Sintflut". Was derzeit in Namibia mit dem Regen abgeht, werdet ihr sicher auch verfolgen. Da waren die Gewitter und der Regen, den ich erlebt habe noch relativ harmlos, doch ein paar Probleme zeichneten sich schon ab. So wollte ich auf dem Weg zurück über den Gamsberg-Pass eine Übernachtung auf der "Corona-Lodge" (nomen est non omen! 😉 ) einlegen. Ich hatte aber erfahren, dass der Weg vom Pass zur Lodge, etwa 16 km lang, durch die Regenfälle schon stark in Mitleidenschaft gezogen ist und nur mit 4x4 und mit einem Zeitaufwand von einer Stunde zu befahren ist. Nun bin ich zwar in Namibia schon viele 4x4 Strecken gefahren, aber in einer Zeit in der Regen unberechenbar ist und ich ja außerdem ganz alleine war und zudem wohl kaum ein weitere Tourist auf der Strecke unterwegs ist, habe ich mir denn doch überlegt, ob ich dieses Risiko eingehen soll. So habe ich mich dann entschlossen, die "Corona-Lodge" sausen zu lassen und auf der ungeliebten B1-Teerstraße nach Windhoek zurück zu fahren. Dazu waren einige Telefonate notwendig, die ich mit der bei der Ankunft gekauften Sim-Karte gut erledigen konnte.
Apropos: Auf der Sim-Karte sind noch 24 Minuten Sprechzeit drauf. Wenn sie jemand von den Lesern haben möchte, gebe ich sie gerne gegen Portoersatz ab.
Nun aber zum letzten Tag in Swakopmund, Thema heute sind die sozialen Projekte.
9.00 Uhr treffe ich mich mit Anja Rohwer beim Kubatsirana. Anja ist die Frau, die weiter alle die Projekte betreut, die ihre Mutter Jutta vor vielen Jahren ins Leben gerufen hat und die ich zum Teil seit 17 Jahren mit der Erstellung eines Kalenders, dessen Erlös in die Projekte fließt und dem Verkauf der Frauen-Bastelarbeiten auf Weihnachtsmärkten unterstütze, . Das "Kubatsirana" liegt in der Nahe des Hohenzollernhauses und da werden die Dinge verkauft, welche die Frauen in den Projekten herstellen.
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Verständlicher Weise ist natürlich auch hier das Geschäft durch die Pandemie eingebrochen.
Das Frauenselbsthilfeprojekt mit Kindergarten und Vorschule liegt im Stadtteil Mondesa DRC. Das ist der Teil an dem auch die Township-Führungen in Mondesa aufhören und eigentlich kaum ein Tourist hin kommt.
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Und noch ein Blick aus dem Projekt auf die Umgebung:

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Gegen dieses "Wohngebiet" ist Katutura ein Villenviertel. Das Projekt konnte im letzten Jahr durch eine sehr großzügige Spende neu gebaut werden und Anja führte mich durch die gesamte Anlage. 4 Klassenzimmer, Gärtnerei, Küche, Arbeitszimmer für die Frauen, sanitäre Anlagen auf dem neuesten Stand. Da ist es leider notwendig, wie ihr auf dem letzten Bild seht, die Anlage nach außen abzusichern.
Die Kinder erhalten hier eine tägliche Mahlzeit
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und von drei Lehrkräften auch Unterricht, der sehr diszipliniert und gut organisiert durchgeführt wird. Auch die Hygiene steht hoch im Kurs, so ist das Händewaschen nach den Mahlzeiten Pflicht.
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Die Frauen, deren Kinder unerrichtet werden, arbeiten derweil in einem anderen Gebäude.
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Sie stellen Schmuck und Bastelarbeiten her.
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Daneben befindet sich auch ein Garten im Projekt , wo die Frauen zu eigenem Gärtnern angelernt werden und die Produkte zudem in der Küche Verwendung finden.
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Auch das alte Projekt bleibt bestehen und soll nun unter neuer Leitung weitergeführt werden.
Am Nachmittag habe ich mich dann mit Joel, dem Leiter der "African Vocals" getroffen. Mit ihm sind wir seit den zwei Konzerten der Vocals in unserem Heimatort befreundet und stehen in Kontakt. Joel arbeitet als Musiklehrer und er wollte mir mal seinen Arbeitsplatz zeigen. 12.15 Uhr holt mich Joel ab und bringt mich zuerst zum Kindergarten von Hilda Meyer. Sie freut sich über die Wiederbegegnung und zeigt mir den kleinen aber sehr gut organisierten Kindergarten. Hilda hatte die erste Tour der Vocals in Deutschland begleitet und leitet hier in Mondesa einen Kindergarten, der mit viel Liebe eingerichtet ist.
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Kurz nach 13.00 Uhr fahren wir weiter und Joel bringt mich zur MYO-Schule, eine Privatschule, hauptsächlich durch Spenden des amerikanischen Rotary-Clubs finanziert. Ich werde der Managerin Anke Husemeyer übergeben, sie lädt mich zum Kaffee ein und wir plaudern über das Schulprojekt, das sich der Förderung besonders begabter Kinder angenommen hat. Die Kinder kommen um 13.00 Uhr aus der normalen Schule, haben eine Stunde Pause, in der sie etwas zu essen bekommen, um 14.00 Uhr ist Versammlung mit Gebet und Ansprache, dann geht es in den Unterricht, der im 30minütigem Wechsel in Mathematik, Englisch, PC-Kenntnisse, Musik und Sport stattfindet. Anke führt mich durch die Klassen, wo ich auch Joel beim Musikunterricht beobachten kann. Zuletzt besuchen wir die erstaunlich umfangreiche Bibliothek. Auch der Computerraum ist toll ausgestattet.
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Und Joel in Aktion! 🤩
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Am späten Nachmittag bin ich wieder im Hotel, sitze in der Laube des Gartens und lasse die Eindrücke des Tages noch einmal an mir vorüber ziehen. Die tollen Projekte sind leider nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Bei zu vielen Menschen in Mondesa DRC geht es ums nackte Überleben. Aber sie sind ein kleines Licht, das mit seinem Schein ein wenig Hoffnung in diese triste Welt bringt.
Ich habe die Tage in Swakopmund ein wenig nach Themen geordnet. In Wirklichkeit sind sie nicht ganz so abgelaufen und es waren auch noch eine Reihe von privaten Treffen und verschiedene andere Dinge zu erledigen, die hier im Forum nicht von Interesse sind.
Morgen geht es zurück nach Windhoek.
Schönen Tag:
Burschi

Teil 1725. Feb. 2022

Noch einmal guten Morgen.
Heute heißt es Abschied nehmen von Swakopmund. Ich werde die letzten Tage in Windhoek zusammenfassen, weil private Treffen hier nicht von Interesse sind und mich daher nur noch auf Unterkünfte beschränken will.
Wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, war die Eintscheidung, nicht über den Gamsbergpass mit Abstecher zur Corona Lodge zu fahren, richtig. So bin ich am frühen Morgen von Swakopmund aus auf der B1 abgefahren, habe in Usakos nochmal getankt und in Okahandja Pause gemacht. Gegenüber dem Holzmarkt ist ein nettes Cafe´ und gleich daneben kann man ordentlich Biltong einkaufen.
Das Navi meines Handys hilft mir rasch und ohne Umwege Guesthouse Londiningi, das etwas versteckt im Stadtteil Eros liegt, um 12.30 Uhr zu erreichen. Ich bin wieder der einzige Gast für die zwei Tage, die ich mich hier aufhalte. Es ist ruhig und das Zimmer ist geräumig mit großem Bett, es ist sogar TV da, der aber nicht funktionierte, was mich überhaupt nicht störte, denn mir ist ein Schreibtisch wichtiger, auf dem ich das Reisetagebuch schreiben kann.
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Auf dem Weg zum Haupthaus liegt ein Pool, der sauber und gepflegt ist, wie auch der kleine Garten, wo man gut im Schatten sitzen kann und lesen oder einen Sundowner trinken.
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Lobenswert ist aber die Verpflegung, sowohl das umfangreiche Frühstück, als auch das Abendessen. So kann man getrost darauf verzichten nochmals nach Windhoek zum Essen zu fahren. Das Diner besteht aus drei Gängen, das Elandsteak war sehr gut und der Nachtisch (Apple Tart mit Amarula) war nett dekoriert.
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Ich füge auch gleich nochmal den Nachtisch vom nächsten Tag (Creppes Suizettes) an. 😄 😄
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Das Guesthouse verfügt aber auch noch über eine kleine Attaktion. Ich beobachte eine Fuchsmanguste, die sich an die Küche anschleicht und um was bettelt. Und tatsächlich, Hilde gibt ihr ein Ei. Sie frisst es aber erst, als sie es im Schälchen serviert und aufgemacht bekommt.
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Wie sich im Laufe der zwei Tage herausstellt, sind es drei Mangusten, zwar keine Streicheltiere, aber doch nette Unterhaltung.
Den zweiten Tag habe ich hier verbracht, weil ich nicht die Corona Lodge aufgesucht habe, nun aber habe ich wegen des annulierten Fluges von Lufthansa noch zwei weitere Tage anhängen müssen, die ich nochmals auf Voigtland gebucht habe. ich wollte einfach nur entspannen. Natürlich waren hier die Giraffen wieder die Hauptunterhaltung.
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Über die Möglichkeiten der Vogelbeobachtung habe ich schon berichtet, zu dieser Zeit ergaben sich immer mal neue Motive, weil viele mit dem Nestbau beschäftigt sind und neben den schon erwähnten Maskenwebern waren auch die Kapstelzen emsig beim Heimbau.
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Inzwischen wisst ihr ja auch, dass ich mich für alles Getier interessiere und daher ist mir auch dieser elegant gekleidete Nachtfalter nicht entgangen. 😉 🙂
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Auf Voigtland wird auch ein Gamedrive angeboten, auf dem man - wenn man Glück hat - Bergzebras sehen kann. Wir hatten kein Glück, wir haben nichts gesehen, außer grünem Busch. 😛
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Die Tiere hatten sich alle verzogen und versteckt. Kein Wunder, denn kaum waren wir wieder an der Farm, ging es auch schon wieder los. Die Himmelsschleusen öffneten sich.
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Immer wieder bildeten sich neue Gewitterzellen, bis schließlich der zweite Tag - von kurzen Pausen abgesehen - nur noch aus Regen bestand. Zweimal habe ich die Lodge für den Nachmittag verlassen, um eine Bekannte zu besuchen.
Von der sehr guten Küche habe ich ebenfalls schon berichtet, das Essen mussten wir aber wegen des ständigen Regens drinnen einnehmen. Ab und zu spitzte ich schnell mal nach draußen, denn auch bei Regen gibt es schöne Stimmungen.
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Und dann war er auch schon da, der letzte Tag in Namibia. Letzter Spaziergang in Windhoek durch das Craft-Center. Traurige Gesichter an der Verkaufsständen, viele haben schon ganz aufgegeben. Die Pandemie hat viele Lücken gerissen.
Die Autoabgabe verlief problemlos. Ich war Zuhörer als zwei junge Männer ein beschädigtes Fahrzeug zurück brachten. Auf Gravelroad zu schnell gefahren. Da habe ich kein Mitleid. Selbstüberschätzung kann eben teuer werden. Dabei lässt sich das Land viel besser genießen, wenn man ruhig und besonnen unterwegs ist. Aber viele bringen ihre Hektik aus Deutschland mit. Ich bin ca. 80.000 km in Namibia bisher gefahren und hatte erst einen Platten, bin noch nicht versackt, trotz Wasser- und Sandfahrten, und habe auch keinen Unfall gehabt. Besonnenheit macht sich auf Dauer bezahlt.
Auch auf dieser Reise habe ich trotz der Wetterkapriolen viel gesehen und erlebt. Ich habe nun Namibia in allen Monaten (außer Dezember) bereist und kann sagen, dass es immer eine Reise wert war, mit ganz unterschiedlichen Eindrücken, von denen ich keine missen möchte. Auch nicht die zum Teil schlimmen Beobachtungen, die sich durch die Pandemie ergeben haben. Es war einsam an vielen Orten, aber ich habe die Ruhe genossen, auch die Zeit, die sich etliche Menschen für lange Gespräche genommen haben. ich konnte sehen, dass man auch bei großer Not nicht in lautes Lamentieren und Gekreisch verfallen muss. Und die Not ist hier erheblich größer als bei uns.
Ich wollte mit diesem Bericht zeigen, dass Namibia immer ein lohnenswertes Ziel ist, wenn man die Augen für all die kleinen Reize offen hält und die Tierwelt nicht nur auf die Big Five reduziert und sich Zeit nimmt in Ruhe zu genießen. Leider sind nicht alle Bilder in der Qualität geworden, wie ich sie gerne hätte und genügen meinen Ansprüchen nicht unbedingt. Aber die wahren Bilder hat man ja sowieso im Herzen. Inzwischen bin ich leider schon wieder zurück in unserer hektischen, aggressiven Gesellschaft und habe das Gefühl, bald wieder weg zu müssen. Ob es doch noch einmal Namibia sein wird? Aber Afrika will ich auf keinen Fall streichen, auch wenn die Reise vielleicht in anderer Form abläuft.
Ich kann nur jedem raten, Namibia zu besuchen, es in Ruhe zu erleben und gesund wieder zu kommen, um die nächste Reise planen zu können.
Mit diesem Gefühl bin ich bei Sonnenuntergang in den Flieger nach Deutschland gestiegen.

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Liebe Fomis, vielen Dank, dass ihr mich hier begleitet habt, ich wünsche euch alles Gute und eine baldige und schöne Reise nach Namibia.
Viele Grüße:
Burschi

Mit weinenden und lachenden Augen in Namibia von Burschi

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/301164-mit-weinenden-und-lachenden-augen-in-namibia

Stand: letzter Berichtsteil vom 25. Feb. 2022

Die Rechte am Text und an den Bildern liegen beim Autor. Ausdruck für den eigenen Gebrauch.