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Reisebericht · namibia-forum.ch

Staub & Schlamm (Reisebericht Kenia 2021/2022)

von Topobär · Dez. 2021 – Jan. 2022 · 44 Tage · Selbstfahrer · 44 Teile

Über diesen Reisebericht

Wir sind zu zweit sechs Wochen als Selbstfahrer in Kenia unterwegs, von Mitte Dezember 2021 bis Ende Januar 2022, mit einem komplett ausgestatteten Dachzelt-Landcruiser. Die Route führt von Nairobi über Amboseli und Tsavo West an die Küste bei Tiwi Beach und Watamu, dann durch Tsavo East weiter über Meru, Samburu und Ol Pejeta zu den Aberdares und den Seen des Rift Valley, bevor wir die letzten anderthalb Wochen in der Massai Mara verbringen. Wegen der Regenprognose lassen wir den Mount Elgon und den Kakamega Forest aus und fahren stattdessen direkt weiter.

Das Wetter prägt die Reise mehr, als uns lieb ist. In Amboseli, am Lake Nakuru und am Lake Baringo steht alles unter Wasser – neue, auf keiner Karte verzeichnete Seen, ersoffene Lodges, gestiegene Pegel im ganzen Rift Valley. In Samburu und Shaba dagegen plagt uns tagelang feiner Bulldust, der durch jedes offene Fenster ins Auto zieht. Bei Sindo am Viktoriasee versinkt der ganze Ort im knöcheltiefen Schlamm, der Untergrund wird glatt wie Schmierseife, und wir drehen um, statt im Graben zu enden. Auch in der Mara verwandeln tagelange Schauer die Ebenen zeitweise in Schlammfallen, sodass wir überlegen, ob wir die Reise wie geplant fortsetzen sollen. Dazwischen liegen grandiose Tiersichtungen: Geparden mit Nachwuchs, ein seltener schwarzer Serval, Nashörner in Ol Pejeta und fast täglich Löwen.

Diese Zusammenfassung wurde automatisch erstellt und vom Autor freigegeben.

Teil 102. Feb. 2022

Hallo,

längere Zeit war ich nicht sehr präsent im Forum. Das hatte in erster Linie den Hintergrund, dass sich aufgrund von Covid-19 vieles beim Reisen nach Afrika verändert hatte und ich zu vielen Fragen einfach keine gesicherten Auskünfte hätte geben können.

Das hat sich jetzt zum Glück wieder geändert. Mit einem Jahr Verspätung konnten wir endlich unsere seit langem geplante Keniareise antreten. Von der möchte ich Euch in diesem Reisebericht gerne erzählen. Ich will mit dem Bericht vor allem einen Eindruck davon geben, wie sich Kenia als Selbstfahrer bereisen lässt und viele Informationen liefern. Scheut Euch also nicht nachzufragen, wenn Ihr weitergehenden Informationsbedarf habt. Grundsätzlich freue ich mich über jeden Kommentar.

Unsere letzte Reise nach Kenia war inzwischen 11 Jahre her und wir waren erstaunt, wie sehr sich das Land seitdem entwickelt hat. Kenia ist sehr modern geworden. Es wurde sehr viel gebaut und in die Infrastruktur investiert. Ein Land im Aufbruch und in vielen Bereichen sicher schon auf dem Stand eines Schwellenlandes.

Teil 209. Feb. 2022

Anreise und Tag 1 (Fr. 17. und Sa. 18.12.2021)
Nairobi
26 km


4:00Uhr morgens. Nach 3 Jahren Abstinenz und mit einem Jahr Verspätung stehen wir endlich wieder auf einem Flughafen und warten auf den Flieger nach Afrika. Ein schöneres Geburtstagsgeschenk kann ich mir in dem Moment nicht vorstellen.
Die Bürokratie im Vorfeld hat allerdings alles getoppt, was ich bislang erlebt habe. Beim E-Visa habe ich schon eine Weile gebraucht, bis ich es hinbekommen hatte. Dann ist noch ein Gesundheitsformular online auszufüllen, was aber erst geht, wenn man seine Sitzplatznummer hat. Vorm PCR-Test war ich ziemlich aufgeregt. Hatte ja auch etwas von einer Lotterie, ob man 2 Tage vor Abflug alles abblasen muss. Selbst unsere 3-fach Impfung war ja kein Garant für einen negativen Test. Das Testergebnis musste dann zusätzlich noch zertifiziert werden.

Beim Check-In in Hannover war man auch leicht überfordert mit der Kontrolle unserer Reiseunterlagen. Letztendlich hat man sich dort dann ganz auf unsere Aussage verlassen, dass wir alle benötigten Unterlagen dabeihaben. Ein ordentlicher kleiner Ordner mit allen Reiseunterlagen ist zwar etwas altmodisch, macht aber immer einen guten Eindruck.

Die 5h Aufenthalt in Amsterdam nutze ich erst einmal, um versäumten Schlaf nachzuholen. Danach widme ich mich den ersten eingehenden Geburtstagsgrüßen. Die Zeit geht schnell vorüber.

Beim Weiterflug nach Nairobi fliegen wir über den Peleponnes. Ich habe einen tollen Blick auf die Felsen von Leonidio. Hier verbringen wir jedes Jahr mindestens eine Woche beim Klettern.

Wir landen pünktlich in Nairobi. Jetzt kommt die letzte Hürde, die wir für unsere Reise noch überwinden müssen. Wenn ein Passagier in den angrenzenden Sitzreihen Covid-19 Symptome zeigt, muss man lt. der kenianischen Einreisebedingungen in Quarantäne. Mal wieder Lotterie. Es geht aber alles gut. Insgesamt gehen Gesundheitscheck und Immigration sehr schnell. Als wir beim Gepäckband ankommen tut sich noch nichts, geht aber kurz danach los. Sehr schnell kommt auch unsere erste Tasche. Von der Zweiten ist aber nichts zu sehen. Es dauert und dauert. Wir befürchten schon den Verlust, da erscheint als eines der letzten Gepäckstücke doch noch unsere zweite Tasche. Puh, aufatmen.

Ein Fahrer von Sunworld erwartet uns und bringt uns zu unserem Hotel. Wir haben uns für das Best Western Riverside entschieden, da es ganz in der Nähe von Sunworld liegt und wir uns dadurch am nächsten Tag nicht durch den dichten Berufsverkehr am Morgen quälen müssen. Wir bekommen eine riesige Suite, die wir überhaupt nicht nutzen können. Es ist inzwischen kurz nach Mitternacht und wir gehen direkt ins Bett, denn morgen wollen wir um 8:00Uhr bei Sunworld sein, um den Wagen zu übernehmen.

Unseren ersten Tag in Nairobi hatten wir komplett für die Fahrzeugübergabe und den Ersteinkauf reserviert, was sich als sehr gut erweisen sollte.

Allein die Übergabe dauerte 3h. Der Wagen macht einen sehr guten Eindruck. Ausstattung und Ausrüstung sind beeindruckend. Da gibt es selbstverständlich viel zu erklären. Der Wagen hat zwar schon ein paar Gebrauchsspuren, ist für ostafrikanische Verhältnisse mit seinen 80.000km aber fast noch als Neuwagen zu bezeichnen. Die Reifen unterm Fahrzeug sind alle fabrikneu. Lediglich die Reservereifen haben schon einiges hinter sich. Ich kann an dieser Stelle schon mal spoilern, dass dies unsere erste Afrikareise ohne Reifenpanne werden sollte. Das erste Mal in Ostafrika hatten wir eine funktionierende Klimaanlage.

Die Umstellung auf den Wagen fiel mir leicht, da ich ja wusste, was mich erwartet. Ein vollkommen untermotorisierter LKW, der sich als Geländewagen tarnt. Die schwachen Bremsen waren diesmal kein Problem, denn durch das hohe Gewicht im Zusammenspiel mit den Geländereifen, blockierten die Räder trotzdem viel zu schnell.

Zum Großeinkauf, welcher die Grundlage für die gesamte Reise bilden sollte, fuhren wir in die „The Hub Mall“. Das ist eine echte Wohlstandsoase im Stadtteil Karen. Bevor man auch nur auf den Parkplatz kommt, wird das Fahrzeug gecheckt. Um in die eigentliche Mall zu kommen, muss man dann selbst noch durch einen Scanner. Dazu noch Temperaturmessung wegen Covid. Das sollte sich als Standard bei allen größeren Malls in Kenia herausstellen. Bevor wir mit dem Einkauf starten, ziehen wir Bargeld am ATM und gönnen uns einen kleinen Snack in einem der vielen Restaurants. Wir hatten uns für diese Mall entschieden, weil es hier einen Carrefour gibt und wir deshalb auch auf ein an europäische Kunden angepasstes Warensortiment hoffen. Wir werden nicht enttäuscht. Allerdings haben die vielen Importwaren auch Ihren Preis. Die Gesamtrechnung incl. Getränke beläuft sich auf etwas über 500,-€.
Während ich auf dem Parkplatz versuche unseren Einkauf im Wagen unterzubringen, besorgt Kathrin lokale SIM-Karten für unsere Reisetelefone.

Dann geht es zu unserer Unterkunft für die nächsten beiden Nächte. Wir haben uns für das Wildebeest Eco Camp entschieden.
Hier stellen wir uns der Aufgabe, den gesamten Einkauf, die Fahrzeugausrüstung und unser persönliches Gepäck im Fahrzeug unterzubringen. Bevor wir damit beginnen können, gilt es aber ein ganz anderes Problem zu lösen. Die Küchenschublade im Aufbau lässt sich nur wenige Zentimeter öffnen. Ein Pfannenstiel hat sich wie ein Sperrhaken aufgestellt und blockiert die Schublade. Nach 20min. Bastelarbeit mit dem Zeltgestänge kann ich die Pfanne drehen und wir können endlich mit dem Einräumen beginnen.

Wir können es kaum glauben, aber aufgrund der sehr umfangreichen Ausrüstung des Fahrzeugs ist es eine echte Herausforderung alles vernünftig zu verstauen. Wir kommen nicht umher, auch die Rückbank und sogar den Fußraum vor der Rückbank mit einzubeziehen, so dass wir letztendlich mit einen 2-Sitzer unterwegs sein werden. Im Detail werden wir noch mehrere Tage lang etwas umräumen, bis wir die für uns perfekte Lösung gefunden haben.

Hier mal ein paar erste Bilder vom Fahrzeug und vor allem dem Aufbau.

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Wir werden hier im Camp gleich von anderen Gästen auf unseren Wagen angesprochen. Auf unserer Reise wird kaum ein Tag vergehen, an dem wir nicht auf unseren Wagen angesprochen werden. Vor allem natürlich von anderen Selbstfahrern, aber auch von Safariguides. Selbst auf dem Supermarktparkplatz bekommt man beeindruckte Kommentare zu dem Wagen.

Ich mache noch einen kleinen Rundgang mit dem Fotoapparat durchs Camp.

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Zum Abendessen machen wir es uns heute einfach und nutzen das Restaurant des Camps. Einfach, aber lecker. Es gibt gegrilltes Hühnchen.

Wir sind nach dem Tag so platt, dass wir schon kurz nach dem Abendessen im Zelt verschwinden.

Das Wetter war für solch einen Arbeitstag perfekt. Um die 25°C, mittel bis stark bewölkt, aber trocken.

Teil 316. Feb. 2022

2.Tag
Nairobi National Park
85km


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Die morgendlichen Abläufe haben sich noch nicht eingespielt und so ist es schon 9:00Uhr, als wir endlich das Camp verlassen und in Richtung Nairobi National Park fahren. Da werden wir im Laufe der Reise aber deutlich schneller werden.

Für einen Besuch des Nairobi National Parks bietet sich das Wildebeest Eco Camp sehr gut an, denn es sind nur etwas über 3km bis zum Main Gate.

Bevor wir in den Park gelassen werden, ist erst einmal Fiebermessen angesagt. Am Gate selbst geht es dann ganz fix. Hier gibt es keine Kladde mehr. Man kann mit Visa bezahlen, bekommt das Kartenlesegerät in den Wagen gereicht und die Quittung ist gleichzeitig das Permit für den Park. Hat höchstens eine Minute gedauert.

2km nach dem Gate checkt ein Ranger das Permit und informiert uns darüber, wo sich in der Nähe ein Löwenrudel aufhält. Wir fahren in die angegebene Richtung, haben es aber nicht eilig. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die Löwen um diese Zeit noch groß ihren Standort wechseln. Deshalb nehmen wir uns auch Zeit, zwei Impalaböcke zu beobachten, die die eine langanhaltende Auseinandersetzung liefern.

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Kurz danach eine größere Gruppe Strauße.

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Der Park ist gut besucht. An Sonntagen scheint er ein beliebtes Naherholungsgebiet zu sein. Wir sehen viele einheimische Familien.
Der Platz an dem sich die Löwen aufhalten ist leicht zu finden, stehen doch schon zahlreiche Autos an Ort und Stelle. Da außer einer aus dem hohen Gras ragenden Pranke nicht viel von den Katzen zu sehen ist, verlassen wir diesen Ort rasch wieder, ohne auch nur ein einziges Foto geschossen zu haben.

Im nördlichen Bereich des Parks fahren wir bis ganz nach Osten zum Athi Basin. Auf halber Strecke treffen wir an einem der vielen Dämme auf die ersten Nashörner. Der Nairobi National Park ist eine der besten Adressen in Kenia, um Nashörner zu beobachten.

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Unterwegs sehen wir auch immer wieder Elends, die hier längst nicht so scheu sind, wie in vielen anderen Regionen. Aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen mache ich aber kein einziges Foto von diesen prächtigen Antilopen.

Auf halber Strecke durch den Park kommen wir zur Neubaustrecke der Bahnlinie Nairobi-Mombasa, die den gesamten Park in Nord-Süd Richtung durchquert. Ich habe schon viel Kritik an der Streckenführung gelesen und gehört, aber für mich ist die Bahnlinie ein gutes Beispiel für einen vernünftigen Kompromiss zwischen Infrastrukturentwicklung und Naturschutz. In einem sich so rasch entwickelndem Land wie Kenia, ist es unumgänglich auch die Infrastruktur den wachsenden Anforderungen anzupassen. Das hätte man am kostengünstigsten geschafft, wenn man dabei die Belange des Naturschutzes außen vorlässt. Am konkreten Beispiel des Nairobi National Parks wäre es sicherlich an günstigsten gewesen, einfach einen Bahndamm durch den Park zu ziehen. Stattdessen hat man aber die komplette Strecke als Brücke aufgeführt, was mit Sicherheit erheblich teurer war. Dafür können aber die Tiere weiterhin ungehindert durch den Park ziehen und scheinen sich an dem Bauwerk auch nicht zu stören. Der Schatten unter der Brücke wird in der Mittagshitze gerne als Ruheplatz genutzt. Ein ästhetisches Problem mit solchen Bauwerken in der Natur haben sowieso nur wir Menschen.

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An einem weiteren der vielen Dämme haben sich zahlreiche Geier zum Baden eingefunden. Habe ich in der Form auch noch nicht gesehen, ist aber bei den Fressgewohnheiten der Vögel nachvollziehbar. Auch Marabus und ein für mich nicht identifizierbarer Greifvogel sind vor ort.

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Bei einem so stadtnahen Park hätte ich ein gut befahrbares Wegenetz erwartet. Das ist aber nur im Westteil, nahe dem Main Gate, der Fall. Im Rest des Parks ist ein Geländewagen auf vielen Strecken unverzichtbar. Teilweise musste ich sogar die Untersetzung zwischenschalten.

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Das Athi Basin mit dem darin liegenden Athi Dam zeigte sich uns sehr tierreich. Wir sahen u.a. mehrere Gruppen Nashörner.

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An den Hippopools machen wir einen kleinen, von einem Ranger begleiteten Spaziergang. Leider tragen die Hippopools ihren Namen inzwischen zu unrecht. Die Hippos sind in den letzten Jahren alle in die umliegenden Dämme abgewandert.

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Auf dem Rückweg in Richtung Main Gate haben wir die ganze Zeit die Skyline von Nairobi vor Augen. Es ist schon sehr skurril, diese Menge an Wildtieren vor der Kulisse einer Großstadt zu sehen.

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Der Nairobi National Park hat uns wieder einmal sehr gut gefallen. Außer Elefanten kann man dort grundsätzlich alle Tiere sehen, die es auch in der Mara zu sehen gibt. Für uns der perfekte Einstieg in eine Keniareise.

Während unsere Campingküche im südlichen Afrika sehr fleischlastig ist, koche ich in Ostafrika überwiegend vegetarisch. Aus diesem Grund gönnen wir uns an diesem Abend noch einmal einen großen Berg Fleisch. Wir habe einen Tisch im Carnivore reserviert. Ein Fahrer vom Wildebeest Eco Camp fährt uns hin und holt uns später auch wieder ab. Das Konzept vom Carnivore sieht so aus, dass die Bedienungen mit den vielen gegrillten Fleischsorten und Würstchen immer wieder zu den Tischen kommen und man sich auffüllen lässt, wonach einem der Sinn steht. Dazu hat man eine große Auswahl an Soßen auf dem Tisch. Unnötige Beilagen, um die Gäste schnell satt zu machen gibt es nicht. Lediglich einen kleinen Salat.

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Teil 423. Feb. 2022

3.Tag (Mo. 20.12.2021)
Nairobi - Amboseli National Park
300km


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Es hat die Nacht über geregnet und ist auch am Morgen noch am tröpfeln. Da ich die Eigenheiten und Tücken des Zelts noch nicht kenne, rechne ich nicht mit dem Wassersack über der Apsis und bekomme beim Verlassen des Zelts gleich einmal eine kalte Dusche. Spätestens jetzt bin ich wach. Dieses Problem lässt sich aber für die Zukunft durch eine Änderung an der Abspannung verhindern.
Natürlich hatten wir im Nachgang zu unserem Großeinkauf festgestellt, dass wir ein paar Dinge vergessen haben. Also führt uns unser erster Weg zur nahe gelegenen Galleria Mall. Auch hier gibt es einen Carrefour und wir bekommen alles, was wir suchen.

Nairobi hat sich zur absoluten Boomtown entwickelt. Die Stadt ist eine große Baustelle. Unglaublich, was sich hier seit unserer letzten Reise getan hat. Die Hauptverkehrsachsen bekommen gerade alle eine zweite Ebene. Leider ist auch der bekannte Marabu-Baum im Kreisel am Nyayo Stadium den Baumaßnahmen zum Opfer gefallen. Trotzdem allem läuft der Verkehr recht gut. Auch hatte ich das Fahrverhalten aggressiver in Erinnerung. Es geht verhältnismäßig gesittet zu.

Unglaublich wie sehr sich Nairobi ausgedehnt hat. Inzwischen reichen die Vororte bis zum Stadtrand von Athi River. Am Ortsausgang von Athi River staut sich der Verkehr noch einmal kurz, danach lässt sich die Nairobi-Mombasa Road aber angenehm fahren. Der Verkehr ist locker genug, dass man selbst mit unserer lahmen Krücke die LKW problemlos überholen kann.

Ca. 50km außerhalb von Nairobi kommen wir an der Großbaustelle zur Silicon Savannah vorbei. Hier entsteht gerade ein riesiger Technologiepark für die aufstrebende kenianische HiTech- und Software-Industrie.

Die Landschaft ist überall saftig grün. Eine Freude fürs Auge. In Emali tanken wir noch einmal voll, bevor wir die Hauptstraße verlassen. Aber auch die Straße zur tansanischen Grenze ist durchgehend asphaltiert und in bestem Zustand. Es herrscht kaum Verkehr.

Die letzten 20 km auf der C103 zum Kimana Gate sind dann sehr ruppig. Eine üble Erdpiste mit heftigen Bumps, von denen ich 2 Stück leider nicht rechtzeitig erkenne. Das ist dann jedes Mal ein heftiger Satz.

Bevor wir in den Nationalpark fahren suchen wir erst einmal nach einer Unterkunft. Die KWS Campsite im Park hat durchweg schlechte Kritiken und so schauen wir uns außerhalb, in der Nähe des Gates, um. Wir entscheiden uns für das Kimana Safari Camp. Eine hübsche Anlage, nur 1,5km vom Gate entfernt. Großzügige Campsite unter hohen Bäumen. Mit 1.000KSH ppn auch vom Preis akzeptabel. Feuerholz kann erworben werden. Hier werden wir die nächsten beiden Nächte verbringen.

Die beiden übersehenen Bumps haben eine heftige Sauerei im Aufbau hinterlassen. 12 Eier, 2 Bananen, ein Glas Currypaste und eine Packung Couscous haben sich zu einem fiesen Brei vermengt, den es erst einmal zu beseitigen gilt. Dem entsprechend kürzer fällt unser nachmittäglicher Gamedrive aus.

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Dank Corona gelten noch bis Jahresende ermäßigte Parkgebühren. Für 2 Tage bezahlen wir lediglich 150US$.

Es geht gut los. Kaum durchs Gate überqueren vor uns Elefanten die Piste. Es muss in letzter Zeit ordentlich geregnet haben. Die Natur zeigt sich in üppigem grün. Bei unseren früheren Besuchen zeigte sich der Amboseli National Park immer extrem staubig. Dabei waren wir immer über den Jahreswechsel in Kenia.

Den ganzen Tag über war es recht wolkig, so dass wir nicht damit rechnen den Kibo heute noch zu sehen, aber kaum sind wir im Park, reißt es auf und der Berg zeigt sich in seiner ganzen Pracht.

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Die Pisten im Park sind alle frisch saniert und in wesentlich besserem Zustand als die Zufahrt auf der C103. Unser Ziel ist der Enkongo Narok Swamp. Hier wollen wir eine kleine Runde drehen, denn für mehr reicht die Zeit nicht mehr. Im Bereich des Swamps hat es deutlich weniger Tiere als bei früheren Besuchen. Grund dafür ist das große Nahrungsangebot in allen Bereichen des Parks. Dafür findet man aber auch in allen Bereichen Tiere, während wir früher oft längere Strecken durch vollkommen ausgestorbene staubige Ebenen gefahren sind.

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Für Hippos muss der Swamp das Paradies sein. Die Wasseroberfläche ist in vielen Bereichen dicht mit einem Pflanzenteppich bedeckt, so dass die dicken Tiere selbst zum Fressen das Wasser nicht verlassen müssen.

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Es muss sogar noch heftiger geregnet haben, als wir anfänglich vermutet hatten. Zwischen Airstrip und dem zentralen Lodgegelände ist ein riesiger See entstanden, der auf keiner Karte verzeichnet ist. Noch nicht einmal als temporäres Gewässer. Zahlreiche Flamingos haben den See bereits für sich entdeckt. Interessant wie schnell sich das bei den Vögeln herumspricht.

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Das zentrale Lodgegelände bestand früher aus 3 Lodges die sich um ein, mitten in der Ebene liegendes, Wäldchen gruppierten. Heute wird davon nur noch die altehrwürdige Ol Tukai Lodge betrieben. Die New Amboseli Lodge und die Amboseli Safari Lodge wurden bereits vor einigen Jahren aufgegeben und verschandeln als Ruinen jetzt das ganze Areal. Ich bin der Meinung das die Nationalparks auch für den Umgang mit aufgegebenen Anlagen ein Konzept entwickeln müssen, denn ansonsten wird dieses Problem in der Zukunft immer ausgeprägter werden.

Als die Sonne verschwindet machen wir uns auf den Weg zurück zur Campsite.

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Gedanklich haben wir den Gamedrive schon abgehakt, da entdecken wir Bereich Njiri, nördlich der Hauptpiste, ein Rudel Löwen. Während die älteren Tiere noch unfotogen in den Büschen schlafen, sind die Halbwüchsigen schon munter. Das Licht ist aber grundsätzlich schon sehr schlecht

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Angesichts des schlechten Lichts und der fortgeschrittenen Zeit verweilen wir nicht sehr lange, was sich als Glücksfall erweist, denn nur wenige hundert Meter weiter sehen wir südlich der Hauptpiste zwei Geparde in der Landschaft sitzen. Lange bleiben sie nicht, dann machen sie sich auf den Weg. Ein paar Minuten später und wir hätten die Katzen nicht gesehen. Wie immer muss man bei Gamedrives auch das Glück haben, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein.

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Kaum auf der Campsite angekommen fängt es an zu regnen. Rund eine Stunde sitzen wir lesend den Schauer im Auto aus, bevor wir das Camp aufbauen können. Das Feuerholz ist natürlich so nass geworden, dass wir heute auf ein Lagerfeuer verzichten müssen. Wenigstens bleibt es den Rest des Abends trocken, was keineswegs selbstverständlich ist, denn in der Umgebung sehen wir immer wieder Wetterleuchten.

Zum Abendessen gibt es chinesisches Gemüse mit Austernsauce.

Teil 502. März 2022

4.Tag (Di. 21.21.2021)
Amboseli National Park
117km


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Wir stehen bei einsetzender Dämmerung auf, um so früh wie möglich im Park zu sein. Die Aussicht von der Campsite auf den Kilimanjaro ist perfekt. Der Berg zeigt sich heute morgen von seiner besten Seite.

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Da wir das Permit bereits gestern gekauft haben, werden wir am Gate schnell durchgewunken.

Auch heute Treffen wir als erstes auf Elefanten. Sie stehen zunächst direkt am Pistenrand und machen sich dann, nach einiger Zeit, auf den Weg über die Ebene. Die Elefanten in Amboseli National Park machen ganz allgemein einen sehr entspannten Eindruck. Man kann sehr nah an sie heranfahren, ohne dass sie sich gestört fühlen.

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Die Löwen sind über Nacht leider weitergezogen. Von Ihnen ist nichts mehr zu sehen.

War der Himmel bei Sonnenaufgang noch klar, zieht es jetzt schnell zu. Eine kräftige Regenfront kommt auf uns zu. Als uns der Regen erreicht, unterbrechen wir den Gamedrive und warten an Ort und Stelle auf Wetterbesserung. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Gamedrive bei stärkerem Regen nichts bringt. Die Sicht ist so stark eingeschränkt, dass man die Tiere viel schlechter entdeckt. Fotografieren ist bei geschlossenen Fenstern und Hubdach auch nicht möglich. Nach einer halben Stunde ist die Regenfront durch. Es werden aber den ganzen Tag über vereinzelte Schauer über den Park ziehen.

Unser nächstes Ziel ist der große neue See beim Airstrip. Jetzt wo wieder die Sonne scheint, wollen wir dort zu den Flamingos. Der See ist in weiten Teilen von den Vögeln bedeckt. Da fragt man sich schon, wie die Vögel diesen neuen und auch nur temporären See entdeckt haben und wie es sich dann rumspricht, dass hier ein neuer Lebensraum entstanden ist.

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Natürlich gibt es an dem See nicht nur Flamingos.

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Den restlichen Tag verbringen wir überwiegend im Bereich des Enkongo Narok Swamps. Abweichend von der Nationalpark-Karte führt die Piste auch am Nordwest-Ende des Swamps komplett um diesen herum.

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Eine Hyäne hat sich den Schatten eines Wegweisers als Schlafplatz für die heißen Mittagsstunden ausgesucht.

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Die südliche Umrundung des Swamps hinter der Amboseli Serena Lodge kann man sich dabei allerdings getrost sparen. Sehr felsig und wo kein Fels ist, sehr schlammig. Die mit Abstand schlechteste Strecke im Park. Hinzu kommt, dass die Strecke auf der Parkgrenze und zum Teil sogar jenseits der Parkgrenze verläuft. Die einzigen Tiere die man dort sieht sind die Rinder und Ziegen der Massai. Wenn man an Kindern vorbei fährt, hört man immer nur: „Sweets, Swets, Sweets…“.

Mittagspause machen wir am Observation Hill. Oben auf dem Aussichtspunkt hat man einen fantastischen Blick über die Seenlandschaft und auf den Kibo.

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Mit uns machen mehrere Schulklassen auf dem Observation Hil Mittagspause. Ich finde es sehr gut und wichtig, dass den Kids die Natur Ihres Landes und die Notwendigkeit von Naturschutz und Nationalparks nahe gebracht wird. Das ist die Voraussetzung, dass sich auch noch zukünftige Generationen an der Schönheit der Landschaft und Tierwelt erfreuen können.

Nach der Pause drehen wir eine weitere Runde um den nördlichen Teil des Sumpfgebiets. Die Seeadler müssen hier im Amboseli National Park, im Gegensatz zu Ihren Artgenossen in anderen Gebieten, auf dem Boden sitzen. Es gibt hier schlichtweg keine Bäume am Wasser. Aber selbst auf dem Boden scheint es Ihnen wichtig zu sein, ein Stück Holz zwischen den Krallen zu haben.

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Auf dem Damm, der über den Verbindungskanal vom Enkongo Narok Swamp zum Lake Amboseli führt, kann man super Pelikane und andere Wasservögel beobachten. Hier verbringen wir eine lange Zeit.

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Danach fahren wir noch einen Bogen über die Plains nördlich der Hauptpiste. Da es hier derzeit reichlich frisches Gras gibt, sehen wir zahlreiche Tiere.

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Auch in Kenia scheinen sich Selbstfahrer-Campingreisen immer mehr zu etablieren. Wir haben allein heute zwei weitere Mietwagen-Dachzeltcamper mit europäischen Touristen getroffen.

Früher als geplant sind wir zurück auf der Campsite und gehen davon aus einen sehr entspannten Abend zu verbringen. Es kommt aber ganz anders. Während wir dabei sind das Zelt aufzubauen und das Camp zu errichten schleicht sich unbemerkt ein Schauer an, den wir auch noch vollkommen falsch einschätzen. Wir gehen davon aus, dass es nur ein kurzer leichter Schauer wird und lassen die Klappen des Aufbaus offen, da wir davon ausgehen, dass die offenen Klappen gut als Regenschutz funktionieren. Aus dem vermeintlichen leichten Schauer wird dann eine Stunde Starkregen, welchen wir im Wagen absitzen. Als der Regen aufhört sehen wir die Bescherung.

Da das Zelt noch nicht fertig abgespannt war, hat sich über der Apsis ein so großer Wassersack gebildet, dass eine Gestängehalterung gebrochen ist. Der Zelteingang unter der Apsis war nur mit einem Fliegengitter verschlossen, so dass sich das gesamte Wasser ins Zelt ergossen hat. Da steht jetzt alles unter Wasser. Matratze, Bettlaken und Schlafsäcke sind klitschnass. Zum Glück handelt es sich um eine Matratze mit Plastiküberzug, die wir gut abtrocknen können und wir haben ein zweites Bettlaken, dass jetzt zum Einsatz kommt. Da zur Fahrzeugausrüstung auch zwei Massai-Decken gehören, haben wir auch Ersatz für die Schlafsäcke.

Damit aber nicht genug. Es zeigt sich, dass die aufgeklappten Seiten nicht vor Regen schützen, da das Wasser im aufgeklappten Zustand über die Scharniere eindringen kann. Unsere Küchenzeile steht somit komplett unter Wasser. Auch hier ist viel trockenzulegen. Das Handy, welches zum Laden in der Küche lag, hat den Regen leider nicht überlebt.

Insgesamt sind wir 2 Stunden damit beschäftigt alles wieder in Ordnung zu bringen, bevor ich endlich mit dem Kochen beginnen kann. Für die Apsis habe ich eine Hilfskonstruktion gebastelt, die zukünftig verhindern wird, dass sich ein so großer Wassersack bildet.

Nach dem Essen besucht uns noch ein sehr gesprächiger Schmusekater.

Teil 609. März 2022

5. Tag (Mi. 22.12.2022)
Amboseli National Park – Tsawo West National Park
162km


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Nachts gab es noch einmal ein kräftiges Gewitter. Während ich wach lag und hoffte keinen Wassereinbruch bekämpfen zu müssen, hat Kathrin mal wieder alles verpennt. Zum Glück hielt das Zelt dicht. Meine Konstruktion für die Apsis hat gehalten und es hat sich nur wenig Wasser auf dem Zelt gesammelt.

Am morgen haben sich die meisten Wolken verzogen und der Sonnenaufgang ist noch spektakulärer als am Vortag.

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Wir ließen uns an diesem Morgen viel Zeit und frühstückten in aller Ruhe auf unserer Campsite. Ich hatte eine Wäscheleine aufgehängt, um die Schlafsäcke und das Bettlaken zu trocknen, was mit Hilfe der Sonne auch bis zur Abfahrt gelang.

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Nach über 25 Jahren Afrikareisen denkt man schon alles erlebt zu haben und wird dann doch eines Besseren belehrt. Wir haben eine Maus an Bord, genauer gesagt im Aufbau. Wir haben eindeutige Biss-Spuren an einer Avocado und 2 Tomaten entdeckt. Leider können wir nicht verhindern, dass das Mistvieh an unsere Vorräte kommt, da wir für Obst und Gemüse nur eine offene Lagerbox haben. Bei genauerer Untersuchung des Laderaums müssen wir feststellen, dass sich die Maus nicht nur an Lebensmitteln bedient hat, sondern sich auch an Textilien zu schaffen macht. Das ist sehr ärgerlich, genau wie der Umstand, dass wir noch keine Idee haben, wie wir unseren blinden Passagier loswerden. Kathrin liebt Mäuse und ist für radikale Maßnahmen noch nicht zu gewinnen.

Erst nach 9:00Uhr machen wir uns auf den Weg. Unterwegs noch ein kurzer Abstecher nach Kimana. Während ich tanke, stockt Kathrin auf dem Markt unsere Frischwaren wieder auf.

Die Piste zum Tsawo East zeigt sich in stark wechselndem Zustand. Einige Stellen sind sehr zerfahren und es gibt längere Passagen mit unangenehmen Wellblech. Die Regenfälle der letzten Tage konnten der Piste aber nicht viel anhaben. Der Landcruiser hat jedoch schon eine ordentliche Schlammpatina. Wir fahren durch saftig grünes Agrarland. Viele Felder und Rinder. Lange hängen wir hinter einer großen Herde fest, bis wir uns endlich vorbeidrängeln können. Die früher für die Strecke Amboseli – Tsawo geltende Konvoipflicht besteht nicht mehr.

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Um 12:00Uhr erreichen wir das Chyulu Gate des Tsawo West National Park. Unser Plan ist es, den Shetani Lava Flow nördlich durch die Chyulu Hills zu umfahren, dabei die Shetani Lava Cave zu besichtigen und uns abschließend den Shetani Lava Flow selbst anzusehen.

Nur wenige Kilometer nach dem Gate zweigt die Umfahrung von der Hauptpiste ab und führt hoch in die Chyulu Hills. Sie ist steil, aber in gut zu fahrendem Zustand. Anfangs sehen wir immer mal wieder Tiere, das wird aber weniger, je höher wir in die Berge kommen. An der Stelle, wo die Piste lt. allen vorhandenen Karten ins Paralleltal wechseln soll, um östlich des Shetani Lava Flows wieder auf die Hauptpiste zu treffen, erleben wir eine Überraschung. Die Piste führt weiter geradeaus in Richtung Chyulu Hills Nationalpark. Wir suchen die Gegend weiträumig ab und fahren auch noch ein gutes Stück weiter, aber ohne Ergebnis. Unverrichteter Dinge müssen wir umkehren und auf gleichem Weg zurück zur Hauptpiste fahren. Aufgrund der tollen Aussicht aus den Bergen in die Ebene, hat sich der Abstecher trotzdem gelohnt. Wäre interessant zu wissen, wohin die Piste letztendlich führt. Bei maps.me ist sie nicht eingezeichnet.

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Somit ist unser nächstes Ziel der Shetani Lava Flow. Als schwarze vegetationslose Wunde zieht sich der erkaltete Lavastrom durch den üppigen grünen Busch. Die Dimensionen von über 10km Länge und bis zu 3km Breite kann man vom Boden gar nicht richtig erfassen und werden auch auf den Fotos nicht annähernd wiedergegeben. Der Shetani Lava Flow Ist erst vor 200 Jahren entstanden. Die gesamten Chyulu Hills erst vor ca. 2.000 Jahren. Shetani ist das Swahili-Wort für Teufel. Noch heute findet sich der Ausbruch in den Mythen und Legenden der Region.

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Gleich hinter dem Shetani Lava Flow biegen wir auf die Piste zur Shetani Lava Cave ab. Hier wollten wir bei unserer ursprünglichen Planung aus den Bergen zurück zur Hauptpiste kommen. Diese Piste ist deutlich ruppiger und felsiger als die bisherigen Wege. Unterhalb des Ausbruchskraters an der der Shetani Lava Flow seinen Beginn hat, verliert sich die Piste im dichten Busch. Von einer Höhle ist erst einmal nichts zu sehen. Allerdings weiß ich von Fotos, dass die Höhle nicht etwa in einer Felswand beginnt, sondern in einer Grube im Boden. Ich erkunde die Umgebung und werde bald fündig. Mit Stirnlampe und Taschenlampe bewaffnet, mache ich mich an die Erkundung. Kathrin bleib erst einmal draußen und wartet ab, was ich zu berichten habe. Höhlen sind nicht so Ihr Ding. Angeblich soll die Höhle mehrere Kilometer lang sein. Mir genügt es aber, bis in die erste größere Kammer zu gehen. Hier wimmelt es nur so von Fledermäusen. Als ich das Kathrin erzähle, will Sie doch in die Höhle. Ich hatte immer gedacht, dass Fledermäuse dank ihres Echolots auch im dunkeln präzise navigieren können und bin deshalb überrascht mehrfach von den Flügel im Vorbeiflug berührt zu werden.

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Auf der Chyulu Campsite haben wir nur kurz die Lage gepeilt. Der erste Eindruck gefällt uns gut. Eine große saftig grüne Wiese. Am Rand stehen mehrere mit Palmwedeln gedeckte Sonnen- und Regenschutzdächer, von denen aber nur noch rund die Hälfte Ihren Zweck erfüllt. Da wir wahrscheinlich erst bei Einbruch der Dunkelheit wieder zur Campsite zurückkehren werden, schauen wir kurz, wo wir die beiden Nächte stehen wollen und machen uns dann wieder auf den Weg.

Unser Ziel ist der Poachers Lookout, wo wir auf einen schönen Sundowner hoffen.

Vom Tsawo West National Park hört und liest man immer wieder, dass er sich nicht gut zur Tierbeobachtung eignet und eher seiner Landschaft wegen besucht werden sollte. Die Landschaft ist auf jeden Fall sehr schön und abwechslungsreich und würde für sich schon für einen Besuch lohnen. Wir waren aber auch mit den Tierbeobachtung sehr zufrieden. Allein am heutigen Tag sahen wir u.a. Impalas, Kuhantilopen, Schakale, Zebras, Dik-Diks, Elefanten und jede Menge Giraffen. Besonders beeindruckend war eine riesige Herde Oryxe.
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Die rote Erde färbt nicht nur die berühmten roten Elefanten des Tsawo ein, sondern alle Tiere des Parks. Wenn Ihr die Ohren der Oryx anschaut, könnt Ihr erkennen, dass es sich um eine andere Art als im südlichen Afrika handelt. Diese Oryx haben Pinselohren.

Der Ausflug zum Poachers Lookout hat sich gelohnt. Der Blick geht weit nach Westen, bis zum Kilimanjaro, der sich jedoch hinter Wolken versteckt. Unter uns in der Ebene sehen wir viele Giraffen. Vor allem erleben wir aber endlich mal einen Sundowner, der diesen Namen auch verdient.

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Der Rückweg sind über 10km und es wird zunehmend dunkler. Kurz vor der Campsite entdeckt Kathrin eine Eule auf einem Baumstumpf unweit der Piste. Keine Ahnung, wie Sie die bei dem Licht noch entdecken konnte. Auf der Campsite angekommen ist es dunkel. Gut, dass wir unseren Stellplatz schon vorhin ausgesucht hatten.

Heute hatten wir Glück mit dem Wetter. Es war den ganzen Tag überwiegend leicht bewölkt und trocken. Auch die zum Abend hin aufziehenden stärkeren Wolken bringen keinen Niederschlag.

Gestern hatte ich bei dem durchwachsenen Wetter die Kraft der Sonne unterschätzt und einen kräftigen Sonnenbrand auf den Oberschenkeln geholt. Deshalb war ich heute die meiste Zeit gezwungen, mit einem Handtuch über den Beinen Auto zu fahren.

Zum Abendessen gibt es heute Ratatouille.

Der erste Abend ohne Regen. Das bedeutet endlich auch den ersten GinTonic dieser Reise, denn an den vergangenen Abenden war das Wetter dafür nicht gut genug. GinTonic ist bei mir fest mit gutem und vor allem warmen Wetter verbunden.

Wir haben die ganze Campsite für uns allein. Die Nacht ist sehr ruhig. Selbst die sonst typischen Geräusche der Tierwelt fehlen. Einzige Ausnahme ist das Zirpen der Zikaden.

Teil 718. März 2022

6.Tag (Do. 23.12.2021)
Tsawo West National Park
137km


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Kurz bevor wir gestern Abend im Zelt verschwunden sind, haben wir weit entfernt Löwen brüllen gehört. Wenigstens ein kleines bisschen Afrikafeeling in einer ansonsten ungewöhnlich stillen Nacht.

Unser Plan für den heutigen Tag sah vor, zunächst direkt nach Süden bis an den Tsawo River zu fahren und an dessen Nordufer entlang nach Osten, bis hinter die Ngulia Berge. Dabei schiebt sich zu Anfang immer wieder der alles dominierende Kilimanjaro ins Bild.

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Auch ansonsten eine landschaftlich traumhaft schöne Strecke, bei der es aber ein wenig an Tieren mangelt. Am erfolgreichsten sind wir noch bei den Schildkröten. Die sind zu langsam um sich rasch vor uns zu verstecken. In der Nähe des Flusses entdecke ich Leopardenspuren, aber nicht deren Verursacher.

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Schon auf Höhe des Rhino Valleys müssen wir unseren ursprünglichen Plan begraben. Die Piste entlang des Tsawo River ist ab hier nicht mehr befahrbar. Die Piste nach Norden ins Rhino Valley ist aber auch sehr reizvoll. Schroffe Felswände und grüne Hügel bieten einen schönen Kontrast.

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Im Tal gibt es auch einige ausgedehnte Grasflächen, die es einfacher machen Tiere zu beobachten. Besonders die roten Elefanten bilden einen tollen Kontrast zum saftigen Grün der üppig wuchernden Vegetation. Hier finden wir auch die ersten der berühmten roten Elefanten. Grundsätzlich verfestigt sich auch im Tsawo mein Eindruck, dass die Stoßzähne der Tiere in Ostafrika größer sind, als im südlichen Afrika.

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Wir umfahren die Ngulia Berge nördlich und erkunden das Gebiet bis zum Rhino Sanctuary. Hier werde ich von einem Safari Driver/Guide nach dem Weg zur Ngulia Lodge gefragt. Ich frage mich immer, was das für Touren sind, bei denen die Fahrer noch nicht einmal den Weg zu Ihren Unterkünften kennen. Billigtouren können das bei dieser Unterkunft jedenfalls nicht sein.
Auch in diesem Teil des Parks wieder top Landschaft mit wenig Tieren.

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Wobei ich das mit den wenigen Tieren relativieren muss. Eigentlich sehen wir sogar recht häufig Tiere. Nur sind diese meist genauso schnell im dichten Busch verschwunden, wie sie aufgetaucht sind. Ruhe für ein gutes Foto hat man so gut wie nie.

Für die Mittagspause beschließen wir zu den Roaring Rocks zu fahren. Toller Blick vom Aussichtspunkt ins Rhino Valley. Wir sehen sogar eine Elefantenherde von hier oben. Aber auch der Blick vom Parkplatz in die Ebenen im Westen ist klasse. Da es hier keinen Schatten gibt, kommt unsere Markise erstmals zum Einsatz. Ist schnell aufgebaut. Der Abbau und vor allem das Verstauen im Futteral ist ist dann deutlich langwieriger.

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Die bestimmenden Tiere des Tages sind ganz eindeutig die Dik-Diks. Es vergeht kein Kilometer, bei dem wir nicht mindestens ein Paar dieser monogamen Zwergantilopen sehen. Die Dik-Diks zu fotografieren ist dagegen aber eine ganz andere Sache. Ungezählte Male pirschen wir uns ganz langsam mit dem Wagen an, um zumindest ein paar brauchbare Fotos auf den Chip zu bannen. Durchs Teleobjektiv beobachtet fallen einem die niedlichen Details der Dik-Diks erst richtig ins Auge. Der kleine Rüssel ist ständig am Zucken und in Bewegung. Dazu noch ein verwegener Irokesen-Haarschnitt und bei den Böckchen kleine Hörner. Das alles und die wilden Zickzack-Sprünge bei der Flucht, machen die Dik-Diks zu unseren Lieblingstieren des heutigen Tages. Deutlich sieht man auf den Portraitfotos die Drüsen, mit deren Sekret die Dik-Diks ihr Revier markieren.

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Am Nachmittag fahren wir wieder in die Region rund um den Poachers Lookout. Hier hatten wir gestern die besten Tiersichtungen und werden auch heute nicht enttäuscht. Vor allem Giraffen laufen uns permanent über den Weg. Kathrin ist begeistert.

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Die große Orxyherde hat sich seit gestern kaum vom Fleck bewegt.

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An einer Stelle können wir den Shetani Lava Flow in seiner ganzen Ausdehnung überblicken.

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Wenn man die Landschaft genauer betrachtet findet man auch an vielen anderen Stellen im Park erkaltete Lavaströme. Die sind jedoch alle schon älter und deshalb stärker bewachsen, so dass sie nicht gleich ins Auge fallen.

Heute kommen wir noch vor Sonnenuntergang zurück auf die Campsite. Die Ausstattung ist zwar sehr basic, aber Dusche und Toilette funktionieren. Was will man mehr.

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Diese Nacht sind wir nicht allein auf der Campsite. Zusammen mit uns übernachtet ein englisches Selbstfahrer-Paar und Christian, ein junger Pole, der nur mit Rucksack unterwegs ist und per Anhalter angereist ist. Wenn man das vergleicht, sind wir im Laufe der Jahre ganz schön bequem geworden. Wir bieten Ihm an, unsere umfangreiche Ladeinfrastruktur zu nutzen, um all seine Akkus wieder voll zu bekommen. Darüber freut er sich riesig, denn die heutige Jugend ist zwar bereit auf jeden Komfort zu verzichten; die elektronischen Geräte müssen aber funktionieren.

Touristisch gesehen ist der Tsawo West National Park leer. Abgesehen von unseren Mitcampern haben wir den ganzen Tag über gerade einmal 2 Fahrzeuge gesehen.

Teil 830. März 2022

7.Tag (Fr. 24.12.2021)
Tsawo West National Park – Lumo Community Wildlife Conservency
160km


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Die Nacht war wieder sehr still.

Das Highlight des Tsawo West haben wir uns für den letzten Tag im Park aufgehoben, die Mzima Springs. Bei der Fahrt dorthin haben wir wieder die ganze Zeit den Kilimanjaro vor Augen.

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So früh am morgen ist es noch nicht allzu heiß und im Schatten der Bäume ist der Rundweg entlang der beiden Quellteiche sehr angenehm zu gehen. Bis zu 3.000m³ Wasser pro Minute treten hier an die Oberfläche. Ursprung des Wassers sind die regenreichen Chyulu Hills, von wo es in den durch den porösen Vulkanboden zu den Quellen gelangt.

Im ersten Quellteich befindet sich ein Unterwasser-Unterstand, wo man in dem klaren Wasser die zahlreichen Fische beobachten kann.

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Im zweiten Quellteich leben Hippos. Das ist mit Sicherheit der klarste Hippopool in ganz Afrika. Gegen diese gewaltige Klospülung können selbst diese dicken Tiere nicht anscheißen.

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Immer wieder sahen wir auch Affen bei unserer kleinen Wanderung. Gefährliche Tiere scheint es aber nicht zu geben, da wir uns ohne Begleitung eines Rangers frei bewegen durften.

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Von den Mzima Springs ging es weiter zum Tsawo River, den wir auf einer betonierten Furt durchquerten.

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Jetzt waren wir im selten besuchten Südteil des Nationalparks. Dieser Bereich ist im Gegensatz zum Nordteil topfeben und mit dichtem Busch bedeckt. Landschaftlich wenig reizvoll und schlecht zur Tierbeobachtung geeignet. Bezeichnenderweise waren die über die Büsche hinausragenden Giraffen dann auch die einzigen Tiere, die wir auf unserer Fahrt durch den Süden des Tsawo West National Parks sahen.

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Über das Maktau Gate verlassen wir den Tsawo West National Park. Nur 10km auf der Asphaltstraße Richtung Osten und wir stehen am Gate der Lumo Community Wildlife Conservency, einem privaten Wildschutzgebiet auf dem Areal mehrerer ehemaliger Rinderfarmen.

Der Eintritt für 2 Tage beträgt 150US$ und ist cash am Gate zu entrichten. Übernachtung ist separat an der Campsite zu bezahlen.

Die Campsite ist dann auch unser erstes Ziel, welches wir direkt ansteuern. Wir wollen uns erst einmal einen schönen Stellplatz aussuchen. Außerdem ist der Tag ist auch schon recht weit fortgeschritten, so dass der Magen gut vernehmlich knurrt.

Die Cheeta Campsite liegt auf halber Höhe am Westhang des Lions Bluff. Von hier aus hat man einen weiten Blick über die Ebene. Es gibt separierte Stellpätze. Allerdings ist es gar nicht so einfach einen ausreichend großen Platz für unser Fahrzeug mit ausgeklapptem Dach zu finden, der dann auch noch so eben ist, dass man nicht aus dem Zelt rollt. Nach einigem Suchen werden wir aber fündig und sind sehr zufrieden mit unserer Wahl. Die Anfahrt zu unserem Platz ist allerdings so steil und ausgefahren, dass ich dafür in L4 schalten muss.

Am Nachmittag brechen wir dann zu einem kleinen Gamedrive in das Gebiet zwischen Lions Bluff und Lions Rock auf. Hier zeigt sich die eine Landschaft, wie man sie auch in Masai Mara und Serengeti findet. Weite Grasebenen mit solitär stehenden Bäumen und Galeriewälder an den Bächen. Die Tierwelt ist sehr ungleich verteilt. In manchen Bereichen stehen die Tiere dicht an dicht und nur ein paar Kilometer weiter ist die Savanne wie ausgestorben. Ich frage mich, wovon das wohl abhängt, denn ich kann keine Unterschiede zwischen den Bereichen feststellen. An Herbivoren sehen wir diesen Nachmittag die volle ostafrikanische Palette, an Carnivoren keinen einzigen.

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Zum Sundowner fahren wir zur auf dem Gipfel des Lions Bluff gelegenen Lions Bluff Lodge. Die Auffahrt ist sehr ruppig und führt teilweise über den blanken Fels. Kurz vor der Lodge kann ich in einer unübersichtlichen Kurve mit einer Vollbremsung gerade noch einer auf dem Weg liegenden Puffotter das Leben retten. Der Blick vom Sonnendeck der Lodge über die Ebenen ist atemberaubend. Da schmeckt der Gin Tonic gleich noch viel besser.

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Die Lodge bietet auch Nachtsafaris an. Das gibt es in Kenia nur in privaten Schutzgebieten. Wir nutzen die Gelegenheit und buchen für den nächsten Abend.

Als wir zur Campsite fahren ist es bereits stockdunkel und unsere Zusatzscheinwerfer kommen erstmals zum Einsatz. Leider sehen wir trotzdem keine Tiere.

Auf der Campsite angekommen brennt bereits ein Lagerfeuer. Außerdem wacht nachts ein Askari über uns. Ist ungewohnt für uns, aber der Askari verhält sich so zurückhaltend, dass wir ihn kaum bemerken.

Zum Abendessen gibt es Blumenkohl-Kokos-Curry.

Teil 906. Apr. 2022

8.Tag (Sa. 25.12.2021)
Lumo Community Wildlife Concervency
92km


Für unseren morgendlichen Gamedrive hatten wir uns vorgenommen die gesamte Concervancy grob abzufahren und zu erkunden, um dann am Nachmittag gezielt die interessantesten Bereiche ansteuern zu können.

Unser erstes Ziel ist der Lions Rock und es wurde schnell klar, woher der Fels seinen Namen hat. Bereits auf dem Weg dorthin trafen wir auf einen Löwen, der sich anscheinend auf dem Heimweg von seiner nächtlichen Revierpatrouille befand. Er hat schon mehrere Gamedrivefahrzeuge im Schlepptau. Ich vermute, dass auch der Löwe auf dem Weg zum Lions Rock ist, weshalb ich mich nicht in die Schlange einreihe, sondern auf anderem Weg voraus zum Felsen fahre, wo wir auf den Löwen warten wollen. Wie sich nach einiger Zeit herausstellt, war der Lions Rock tatsächlich sein Ziel und der Grund dafür waren seine Damen, die oben auf dem Felsen lagen. Der Löwe wird freudig von seinen Mädels begrüßt und begibt sich dann gleich zur Ruhe. Anscheinend hat er eine anstrengende Nacht hinter sich. Leider geschieht dies alles im vollen Gegenlicht, worunter die Fotos etwas leiden. Danach passiert hier nichts mehr und wir machen uns auf den Weg.

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Wir fahren weiter und müssen feststellen, dass sich die Tierwelt in erster Linie im Bereich zwischen Lions Bluff und Lions Rock aufhält. In den anderen Bereichen der Consercency zeigen sich leider nur sporadisch Tiere. Einzige Ausnahme ist eine sehr große Büffelherde unterhalb des Kudu Points.

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Natürlich fahren wir auch hoch zum Kudu Point, von wo man einen weiten Blick über die gesamte Conservency hat.

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Vorbei an einem kleinen Staudamm geht es zurück zur Campsite.

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Mittags sind wir zurück auf der Campsite. Da ich am Vorabend sehr großzügig gekocht hatte, reicht es für mich auch noch zum Mittagessen. Kathrin bevorzugt tagsüber Obst.

Nach dem Essen machen wir wie üblich eine lange Siesta. Dafür gibt es auf der Campsite extra eine große überdachte Veranda mit Stühlen und Tischen sowie einem Lagerfeuer- und Grillplatz davor. Hier ist man sowohl vor Sonne, wie auch vor Regen geschützt, was an diesem Tag sehr vorteilhaft ist. Obwohl die meiste Zeit die Sonne scheint, ziehen zwischendurch immer wieder kräftige Schauer über die Ebene. Ein tolles Schauspiel und für mich einer der typischen Anblicke, die ich mit Afrika verbinde.

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Die Campsite können wir wirklich in jeder Hinsicht empfehlen. Nicht nur die Lage ist klasse. Auch das Personal ist sehr aufmerksam und es gibt sogar warme Duschen mit gutem Wasserdruck. Beim Campen in Ostafrika beileibe keine Selbstverständlichkeit.

Für unseren Nachmittagsgamedrive beschränken wir uns auf den Bereich um den Lions Rock, weshalb wir auch erst um 16:00Uhr starten. Immer mal wieder gibt es einen Schauer, aber die Löwen haben sich davon nicht vertreiben lassen. Da es durch den Regen etwas kühler als üblich ist, sind die Katzen bereits sehr aktiv als wir ankommen. Zu unserer großen Freude stellen wir fest, dass zu dem Rudel auch 3 Cubs gehören, die jetzt am Toben sind. Da der nasse Fels teilweise sehr rutschig ist, sieht das noch tollpatschiger als ohnehin üblich aus. Auch den erwachsenen Tieren geht mitunter die katzenhafte Eleganz abhanden, wenn sie sich auf dem glatten Geläuf bewegen. Immer wieder schön ist der liebevolle Umgang der Rudelmitglieder untereinander. So richtig was mit den Cubs anfangen kann der Löwenpascha allerdings nicht. Er macht immer einen recht ratlosen und überforderten Eindruck, wenn die Jungtiere mit Ihm spielen wollen.

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Zum Abend hin verziehen sich zum Glück die Schauer und wir können im trockenen Kochen und Essen.

Pünktlich um 21:00Uhr werden wir zum Nightdrive auf der Campsite abgeholt. Wir haben den Wagen mit Spotter und Fahrer allein für uns. Die beiden sind ein großartiges Team und harmonieren perfekt miteinander.

Schon nach kurzer Zeit haben wir die erste Sichtung, ein Paar Schakale. Mehrfach sehen wir afrikanische Wildkatzen und Genets. Zweimal erwischt der Scheinwerfer kurz einen Erdwolf in der Ferne, aber noch bevor wir das Tier richtig erkennen können ist es wieder aus dem Scheinwerferkegel verschwunden. Da mussten wir uns auf die Aussage unseres Spotters verlassen.

Am Lions Rock liegt der Löwe noch immer schlafend auf dem Felsen. Wahrscheinlich wartet er, dass seine Damen was zu fressen besorgen, denn von denen ist nichts zu sehen. Das dem so ist zeigt sich bald darauf, als wir insgesamt 5 Löwinnen entdecken. Die sind im Jagdmodus. Weit aufgefächert durchkämmen Sie die Ebene auf der Suche nach Beute.

Kurz vor Schluss kommt dann das Highlight dieses jetzt schon sehr guten Nightdrives. Im hohen Gras entdeckt der Spotter einen schwarzen Serval. Dies ist eine sehr seltene Farbvariante, von der es im gesamten Park nur ein einziges Exemplar gibt.

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Ein großer Vorteil bei dem Nightdrive war, dass es in diesem privaten Schutzgebiet auch erlaubt ist, bei Sichtungen die Wege zu verlassen, wodurch wir die Tiere auch beobachten konnten, wenn sie weiterzogen. Offiziell dauert der Nightdrive 2h. Wir waren eine halbe Stunde länger unterwegs und für die sehr gute Leistung von Fahrer und Spotter gibt es auch ein angemessenes Trinkgeld.

Teil 1020. Apr. 2022

9.Tag (So. 26.12.2022)
Lumo Community Wildlife Conservency – Tiwi Beach
248km


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Für heute ist lediglich die Überführungsetappe an den indischen Ocean geplant. Aus diesem Grund lassen wir uns viel Zeit beim Frühstück und genießen den weiten Blick von der Campsite über Lumo.

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Ist beim Frühstück noch blauer Himmel, so zieht es im Laufe des Vormittags immer mehr zu. Auf Höhe von Voi fahren wir durch einige heftige Schauer.

In Voi gibt es auch einen Supermarkt, an dem wir unsere Vorräte ein wenig aufstocken.

Wir haben uns entschieden nicht über Mombasa zu fahren, sondern durchs Hinterland via Kinango. Die Strecke führt über holperige Pisten, ist aber nicht schwierig zu fahren. Man kommt jedoch nur langsam voran. Nach europäischen Maßstäben wären die Pisten nur mit einem Geländewagen zu befahren, aber die Kenianer sind hier durchaus auch mit modernen BMW-Sportcoupes unterwegs. Touristen scheinen sich nur selten in diese Gegend zu verirren.

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Zur Orientierung und Navigation auf dieser Reise nutze ich Maps.me. Die Karten sind sehr gut und detailliert. Die Routenplanung würde ich dieser Anwendung allerdings nicht überlassen. Hin und wieder sind die empfohlenen Strecken völliger Unsinn. Da müssen die Algorithmen noch deutlich verbessert werden. Ich habe aus diesem Grund die Strecken immer selbst geplant und Maps.me nur als Karte verwendet. Das funktionierte sehr gut. Der Grund weshalb ich das hier erwähne ist, dass uns Maps.me von Kinango nach Tiwi Beach konsequent von der Hauptpiste fernhalten wollte und stattdessen über kleinste Feldwege schicken wollte.

Am frühen Nachmittag erreichen wir Tiwi Beach, wo wir auf der Campsite der Twiga Lodge übernachten wollen. Hier ist das Wetter wieder Top. Die Campsite ist ein Traum. Man darf direkt am Strand unter den Palmen stehen und obwohl die Campsite mit vielen Festtagsurlaubern gut besucht ist, finden wir noch einen schönen Platz in erster Reihe. Südseefeeling wie aus dem Bilderbuch.

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Kurz habe ich mich im weichen Sand festgefahren, komme mit reduziertem Luftdruck aber schnell wieder frei. Später stelle ich fest, dass es gar nicht am Luftdruck lag, sondern ich Trottel vergessen hatte, die Naben am Vorderrad zu sperren. Nur mit Heckantrieb wird es am Sandstrand natürlich schwer.

Zu unserer großen Verwunderung ist die Campsite sehr günstig. Lediglich 500 KSH ppn. Die Sanitäreinrichtungen sind sehr einfach, aber sauber und in ausreichender Anzahl vorhanden.

Da es ein sehr schönes Strandrestaurant gibt kochen wir nicht selbst. Klar, dass wir uns für Fisch entscheiden. Kathrin nimmt Filet und ich ein Swahili-Fischcurry. Beides sehr lecker.

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Als es dunkel wird, wimmelt es oberhalb der Brandungszone von Strandkrabben.

Teil 1127. Apr. 2022

10. Tag (Mo. 27.12.2021)
Tiwi Beach – Shimba Hills National Park – Diani Beach – Tiwi Beach
97km


Wir frühstücken auf unserem Stellplatz mit Blick auf den indischen Ozean. Der Sonnenaufgang fällt leider aus, da große Wolken über dem Meer stehen.

Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Shimba Hills National Park, den wir in einer guten halben Stunde erreichen. Unser Hauptanliegen ist die Wanderung zu den Sheldrick Falls. Die ist nur mit einem Ranger möglich und startet um 10:00Uhr und 14:00Uhr. Wir haben uns für den frühen Termin entschieden, da es zu der Zeit noch nicht so heiß ist.

Wir haben noch etwas Zeit und fahren zunächst ein paar Viewpoints an, die halbwegs auf der Strecke liegen. Leider sieht man nicht viel. Es ist stark bewölkt und Himmel & Meer gehen ineinander über. Bei strahlend blauem Himmel muss der Blick von hier oben fantastisch sein.

Zum Glück sind wir nicht wegen der Tiere im Park, denn unsere Sichtungen fallen an diesem Vormittag sehr dürftig aus. Zwei Schildkröten auf der Piste und weit entfernt ein paar Büffel. Dazu noch ein Palmengeier auf einem Baum direkt über unserer Piste.

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Pünktlich um 10:00Uhr sind wir am Ausgangspunkt der Wanderung zu den Sheldrick Falls. Diese geführte Wanderung ist im Eintrittspreis des Nationalparks enthalten. Die einfache Strecke sind ca. 2,5km und 200 Höhenmeter. Auf dem Hinweg geht es bergab, da die Wanderung an einem der Viewpoints startet. Es hat sich eine recht große Gruppe von ca. 30 Personen zusammengefunden. Überwiegend sind es Kenianer, die die Feiertage an der Küste verbringen. Das macht die Wanderung wesentlich interessanter, als wäre man nur mit europäischen Strandurlaubern unterwegs.

Gleich zu Beginn geht es auf einem gut ausgebauten Stufenweg hinunter in ein Tal. Dort läuft man dann durch dichten Bergwald, welcher hin und wieder durch kleinere Lichtungen aufgelockert wird. Unterwegs sahen wir bis auf ein winziges Chamäleon kein einziges Tier.

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Die Sheldrick Falls sind den beschwerlichen Anmarsch auf jeden Fall wert. Es ist ein magischer Ort mitten im dichten Wald. Wer will kann direkt unter dem Wasserfall baden. Es gibt am Rand der Lichtung dafür extra ein kleines Häuschen mit Umkleidekabinen. Der Ranger lässt uns hier viel Zeit. Kathrin kommt ins Gespräch mit einigen schwarzen Ladys, deren Outfit eher auf eine Dinnerparty, als hier in den Wald passt.

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Der Rückweg ist dann um einiges beschwerlicher als der Hinweg. Beim Aufstieg über den Treppenweg kommt man ordentlich ins Schwitzen. Die meisten unserer Mitwanderer sind aber erheblich mehr am Kämpfen. Viele haben ordentlich Übergewicht und tun sich entsprechend schwer. Ein Kontrast zu den kenianischen Langstreckenläufern, die in Deutschland das Bild dieses Landes mitprägen. Auf den letzten Metern fängt es leicht an zu regnen und wir schaffen es gerade noch ins Auto bevor ein Unwetter losgeht.

Aufgrund des Wetters sind wir gezwungen unsere Planung für den heutigen Tag über den Haufen zu werfen. Gamedrive und Picknick lassen wir ausfallen. Das hat bei dem Wetter keinen Sinn. Somit sehen wir leider auch keine Rappenantilopen, für die dieser Nationalpark berühmt ist. Auch die Weiterfahrt durch das Kidongo Gate und über kleine Bergpisten direkt nach Diani Beach lassen wir bei dem Wetter und den daraus resultierenden Pistenverhältnissen lieber weg. Deshalb geht es über die Hauptpisten des Parks zurück zum Main Gate und dann über Asphalt zurück an die Küste. Dort herrscht bestes Wetter, während sich über den Shimba Hills noch immer die Wolken auftürmen.

In Diani Beach gilt unser Interesse dem dortigen Carrefour. Der erste größere Einkauf seit mehr als einer Woche. Die Auswahl ist super. Neben den Lebensmitteln kaufe ich auch eine mäusesichere Plastikbox für unser Obst und Gemüse. Wir sind es leid, immer wieder angeknabberte Lebensmittel entsorgen zu müssen. Ein paar Samosas zum Lunch dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Den Rest des Tages verbringen wir am Strand in Tiwi Beach. Wir lesen viel und am späten Nachmittag kriegen wir dann doch noch einmal den Hintern hoch und unternehmen einen kleinen Strandspaziergang.

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Es gibt nur wenige Beachboys und die sind in den meisten Fällen auch nicht sehr aufdringlich. Nur einer läuft beharrlich mit uns mit, bis Kathrin Ihm etwas gröber klarmacht, dass wir unsere Privatsphäre haben wollen. Das hat er dann verstanden. Bei den Fischverkäufern hilft eine Notlüge. Ich erzähle Ihnen, dass wir Vegetarier sind und damit ziehen Sie dann auch sofort weiter. Ist wesentlich schneller und einfacher, als mit jedem auszudiskutieren, weshalb man jetzt gerade keinen Fisch kaufen möchte.

Zum Abendessen gehen wir wieder ins Strandrestaurant der Lodge.

Teil 1204. Mai 2022

11.Tag (Di. 28.12.2021)
Tiwi Beach - Watamu
213km


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An diesem Morgen hatten wir einen Sonnenaufgang wie aus dem Bilderbuch.

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Die schöne Stimmung nutzten wir für ein ausgiebiges und gemütliches Frühstück, denn wir hatten Zeit. Heute stand wieder nur eine Verbindungsetappe an.

Von Tiwi Beach nach Mombasa war es nur ein Katzensprung und zu unserer Überraschung war die Autoschlange an der Likoni Fähre auch sehr übersichtlich; ganz im Gegensatz zu den Fußgängermassen, die mit jeder Fähre transportiert wurden. Aber es wäre natürlich auch zu einfach, wenn wir schnell auf die Fähre gekommen wären. Das Problem war, dass die Fähre nur mit MPESA bezahlt werden kann. Von diesem kenianischen elektronischen Zahlungssystem hatte ich zwar schon gehört, aber angenommen, dass wir mit Bargeld und Visa ausreichend ausgestattet seien, um durchs Land zu reisen. Zum Glück gibt es aber in Kenia für jedes Problem auch eine Lösung. Mit Hilfe eines Vermittlers fand Kathrin ein "Office", in dem Sie die Fähre cash zahlen konnte und das Office übernahm dann die Bezahlung mittels MPESA. Als Beleg bekam Kathrin ein Bildschirmfoto auf Ihr Smartphone, was dann bei der Fähre auch anstandslos akzeptiert wurde.

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Die Innenstadt und der Großteil Mombasas liegen nördlich der Fähre. Hier war die Fahrerei deutlich spannender als in Nairobi. In dieser quirligen Großstadt tummeln sich jede Menge Matatus, LKW, Motorräder, Fahrräder und Fußgänger auf den vollen Straßen. Alles fährt kreuz und quer durcheinander. Zum Glück sind aber alle Verkehrsteilnehmer sehr relaxt. Auch die Straße nach Norden in Richtung Malindi hat es in sich. Hier muss man konzentrierter als auf der Nairobi-Mombasa Road unterwegs sein. Am besten kommt man mit einem Fahrstil zurecht, den ich als defensiv selbstbewusst bezeichnen würde. Das wir ein ziemlich Respekt einflößendes Fahrzeug haben ist dabei sicher kein Nachteil. Einmal werde ich von der Polizei wegen eines etwas dreisten Überholmanövers angehalten, komme aber mit einem Tadel davon.

Im Carrefour in Nyali machen wir die letzten Einkäufe für unsere Zeit im Tsawo East. Der Wagen ist jetzt bis unter die Decke voll.

Durch die gestrigen Regenfälle ist es heute nicht nur sehr heiß, sondern auch sehr schwül. Bei der kleinsten Bewegung bricht einem schon der Schweiß aus.

Unser eigentliches Ziel Ziel für die nächsten beiden Nächte war das Barefoot Camp nördlich von Malindi. Leider war das Camp aber schon sehr gut belegt und vor allem gab es keinen einzigen schattigen Stellplatz mehr. Das war bei dem Wetter ein absolutes NoGo für uns und so mussten wir nach einem anderen Platz für die Nacht suchen. Rings um Malindi gab es keine Alternativen, die uns zusagten und so beschlossen wir uns ein Hotelzimmer in Watamu zu nehmen. Das war dann leichter gesagt als getan. Zumindest zwischen den Feiertagen war nichts davon zu merken, dass der Tourismus in Kenia am Boden liegt. Alle Hotels waren bis auf das letzte Zimmer ausgebucht. Nach der dritten Absage strichen wir alle Preisobergrenzen, aber auch das half nichts.
Letztendlich waren wir froh, im Garten des Mwamba Field Studies Center unter Zelt aufschlagen zu können. Es gab sogar ein einfaches gemeinsames Dinner.

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Eigentlich wollten wir am nächsten Tag eine Paddeltour durch die Mangrovenwälder an der Küste machen. Durch die stundenlange Suche nach einem Übernachtungsplatz konnten wir uns jedoch nicht darum kümmern, diese Tour zu organisieren. Es war uns hier aber auch viel zu voll. Deshalb beschlossen wir, schon am folgenden morgen weiter in den Tsawo East National Park zu fahren.

Teil 1311. Mai 2022

12.Tag (Mi. 29.12.2022)
Watamu – Tsawo East National Park
255km


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Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Tsawo East National Park. Die Anreise erfolgt über Malindi zum Sala Gate. Auch hier sehen wir, wie sich Kenia weiter entwickelt hat. Beim letzten Mal, als wir diese Strecke gefahren sind, handelte es sich noch um eine ruppige Buschpiste. Dieses Mal gleiten wir auf makellosem Asphalt dahin. Bereits auf der Anfahrt sehen wir die ersten Tiere in einer saftig grünen Landschaft.

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Der Check in am Sala Gate geht fix; Bezahlung mittels Visa ist kein Problem.

Im Park folgen wir dem Galana River bis zum Crocodile Point. Die Hauptpiste ist unangenehm zu fahren. Heftiges Wellblech ist bei Gamedrivegeschwindigkeit wesentlich unangenehmer als bei normaler Reisegeschwindigkeit. Wesentlich angenehmer lässt sich dagegen der River Drive fahren, welcher wenige Kilometer nach dem Gate von der Hauptpiste abzweigt und sich als einfache Fahrspur am Ufer entlang schlängelt.

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Gleich nach dem Gate macht die Vegetation einen recht vertrockneten Eindruck, aber je mehr wir nach Westen kommen um so grüner wird es wieder. Vereinzelt sieht man Tiere, aber weniger als wir hier am Fluss erwartet haben. In den trockenen Bereichen sind es deutlich mehr Tiere, da sie hier besonders auf den Fluss angewiesen sind. Insgesamt sind die Tiere recht scheu, was das Fotografieren schwierig macht.

Eine verspätete Mittagspause machen wir am Crocodile Point, direkt am Flussufer.

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Der Blick nach Westen zeigt uns schon die Schlucht der Lugard Falls.

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Nach der Pause verlassen wir den Galana River und fahren entlang des Mbololo River in Richtung Süden. Hin und wieder kreuzen wir das Bachbett. Das ist manchmal etwas tricky, aber ansonsten lässt sich die Strecke sehr angenehm fahren. Nach dem vielen Wellblech ist es fast, als würde der Landcruiser über den Track schweben. Der Mbololo River ist derzeit trocken, aber es finden sich immer wieder Wasserlöcher im Flussbett. Das sind hier im Hinterland des Galana Rivers wichtige Anlaufpunkte für die Tiere. Vom Ufer aus können wir Sie gut beobachten, ohne zu stören.

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Weiter Richtung Campsite sehen wir häufiger Elefanten.

Deutlich vor der Dämmerung treffen wir auf der Ndololo Campsite ein. Wir wollten rechtzeitig vor Ort sein, um uns in Ruhe einen schönen Stellplatz zu suchen, da wir drei oder vier Nächte hier verbringen werden. In der Tat finden wir einen sehr schönen Platz und beschließen heute auf weitere Fahrerei zu verzichten.

Die Sanitäranlagen der Campsite sind wie so häufig uralt und kaum gewartet. Es kommt aber reichlich Wasser aus den Duschen und das ist alles, was ich an einem heißen Tag, wie heute, benötige. Feuerholz gibt es leider nicht.

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Den Rest des Tages verbringen wir lesend unter dem Schattenbaum unserer Campsite.

Das viele Wellblech hat Tribut gefordert. Die Aufhängung, mit der unser Campingtisch unter dem Dach des Aufbaus befestigt wird, ist an einer Stelle gebrochen. Mit einem Kabelbinder und einer zusammengerollten Massai-Decke als Puffer zwischen Kühlschrank und Tisch kann ich den Schaden ausreichen beheben, so dass es für den Rest der Reise passt.

Zum Abendessen koche ich heute eine Gemüse-Tajine mit Couscous.

Nach Einbruch der Nacht sind heute extrem viele Insekten unterwegs, was sehr nervig ist. Eine als Lichtfalle in einiger Entfernung aufgestellte Akkulampe bietet etwas Entlastung, aber erst als wir nach den Abendessen die Lichter am Wagen vollständig löschen können, haben wir Ruhe.

Im Süden sehen wir Wetterleuchten. Bei uns bleibt es aber trocken.

Teil 1418. Mai 2022

13.Tag ( Do. 30.12.2022)
Tsawo East National Park
148km


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Heute ist nicht mein bester Tag. Habe Verdauungsprobleme und mir ist den ganzen Tag über flau im Magen. Bin deshalb auch nicht sehr konzentriert bei den Gamedrives, so dass fast alle Sichtungen des Tages auf Kathrins Konto gehen.

Als wir aufstehen bedeckt Hochnebel den Himmel. Wir fahren zunächst nördlich des Voi River nach Osten in Richtung Aruba Dam. Mit die ersten Tiere die wir sehen sind 2 Löwen auf morgendlicher Revierpatrouille. Über einen längeren Zeitraum können wir die Beiden begleiten. Gute Fotos gelingen mir aber kaum. Erst ist es noch bedeckt und als dann die Sonne hervorkommt, haben wir die meiste Zeit Gegenlicht. Hinzu kommt noch, dass ich gestern Abend vergessen habe die Belichtungskorrektur zurückzunehmen und dies erst im Laufe des Vormittags bemerke.

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Weiter geht es in Richtung Aruba Dam. Hier in der Gegend sieht man relativ viele Tiere.

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Im Kanderi Swamp stehen viele Elefanten. Ich habe den Eindruck, dass die Stoßzähne der Elefanten in Ostafrika im Schnitt um einiges größer als bei Ihren Verwandten im südlichen Afrika sind.

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Zwischen Aruba Dam und Satao Camp treffen wir auf ein großen Löwenrudel, die etwas weiter entfernt und dicht aneinander gekuschelt im hohen Gras liegen. Da es inzwischen wieder zugezogen hat, kann man auf den Fotos leider nur eine braunes Fellknäul ohne Konturen sehen.

Weiter geht es nach Süden zu den Ndara Plains. Hier ist hinsichtlich der Tierwelt ziemlich tote Hose. Zumindest größere Säugetiere sind kaum zu sehen. Selbst die Wasserlöcher sind verwaist. Auffällig sind dafür die riesigen Schwärme Wattled Starlings.

Gegen Mittag setzt sich dann die Sonne endgültig durch. Der Kontrast der tiefroten Erde und der saftig grünen Vegetation ist eine Freude für die Augen.

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Da sich die großen Tiere nicht zeigen wollen, widmen wir uns verstärkt den kleinen Tieren, die so häufig übersehen werden.

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Inzwischen ist es Mittag und sehr heiß geworden. Wir beschließen erst einmal zu einer ausgiebigen Siesta zurück auf die Campsite zu fahren. Kurz bevor wir ankommen sichtet Kathrin zwei Löwinnen im hohen Gras. Noch bevor ich die Kamera in Position habe sind die beiden auch schon wieder verschwunden.

Bis 16:00Uhr verlassen wir den Schatten unter dem Baum an unserem Stellplatz nicht.

Für den abendlichen Gamedrive beschließen wir, uns auf den Bereich nördlich des Voi River zwischen Campsite und Aruba Dam zu konzentrieren. Hier hatten wir am Vormittag die besten Sichtungen.

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Man sieht, wie die Natur die aktuelle Zeit des Überflusses nutzt. Überall trifft man auf Antilopen mit Nachwuchs.

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Leider fährt man beim Rückweg zur Campsite direkt der tiefstehenden Sonne entgegen, was die Tierbeobachtung nicht gerade erleichtert. Dazu bietet die Hauptpiste noch heftiges Wellblech.

Dafür finden wir einen schönen Sundownerplatz.

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Zum Abendessen mache ich Nudeln mit Auberginen-Tomaten-Sauce.

Zum Glück hat es heute wesentlich weniger Insekten als am vorherigen Abend.

Später hören wir noch weit entfernt Löwen brüllen.

Teil 1525. Mai 2022

14. Tag (Fr. 31.12.2021)
Tsawo East National Park
142km


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Früher Aufbruch ohne Frühstück. Zunächst geht es zum Voi Gate und von dort zur Pipeline Road. Gleich am Beginn der Pipeline Road entdecken wir eine Gruppe Löwinnen. So schmal wie die sind, haben sie schon länger keine Beute gehabt. Trotzdem sind Sie nicht im Jagdmodus, obwohl es an diesem bewölkten Morgen noch nicht zu heiß dazu wäre. Stattdessen liegen Sie träge im Gras.

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Auch im weiteren Verlauf der Pipelie Road sehen wir immer wieder Tiere. Diese Strecke hat zu recht einen guten Ruf in Sachen Tiersichtungen.

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Hier im Westen des Parks hat es anscheinend kräftiger geregnet, denn es gibt immer wieder Schlammlöcher zu um- oder durchfahren.

Die Pipeline Road führt uns bis zum Mbololo River, dem wir in Richtung Nordost bis zum Galana River folgen. Tiere sehen wir kaum, aber die Landschaft gefällt uns und die Piste ist abwechslungsreich.

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Am Galana River angekommen fahren wir zum ganz in der Nähe liegenden Picknickplatz bei den Lugard Falls. Hier wollen wir eine ausgiebige Mittagspause verbringen.

Als ich die Heckklappe des Aufbaus öffne riecht es nach verschmortem Kabel, ich kann jedoch nicht den Ursprung lokalisieren. Als ich kurz darauf die rechte Seitenklappe des Aufbaus öffne schlägt mir Rauch entgegen. Gleichzeitig höre ich Kathrin von der anderen Seites des Wagens rufen: „Hier brennt es.“ Ich sprinte um den Wagen herum und sehe das obere linke Regal des Kücheneinbaus in Flammen stehen. Hier liegen Schwämme, Spülmittel und Plastikhandschuhe für den Abwasch. Außerdem befindet sich hier der Sicherungskasten des Aufbaus, welcher für den Brand verantwortlich ist. Ohne groß nachzudenken reiße ich den ganzen brennenden Kunststoff aus dem Regal und ersticke die Flammen am Sicherungskasten mit einem Küchenhandtuch. An den Feuerlöscher im Fahrgastraum hatte ich in der Schrecksekunde gar nicht gedacht. Nachdem die Flammen gelöscht sind, ziehe ich zur Sicherheit erst einmal alle Sicherungen. Das betrifft natürlich auch den Kühlschrank und zumindest dessen Sicherung baue ich wieder ein. Wir können den Sicherungskasten ja jetzt erst einmal gut beobachten.

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Die Aktion bringt mir einige Brandblasen an den Händen, aber das ist ein akzeptabler Preis, wenn man bedenkt, dass dies auch das Ende des Urlaubs hätte sein können.

Wir telefonieren mit Sunworld und die organisieren umgehend einen Mechaniker, mit dem wir uns um 16:00Uhr auf der Campsite treffen sollen.

Mit einer Stunde Verspätung können wir uns endlich unserer Mittagspause widmen, die wir uns nach dem Schrecken redlich verdient haben.

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Nach dem Essen gehen wir runter ins Flussbett zu den eigentlichen Fällen. Die sieht man kaum, da der Fluss hier durch eine enge Schlucht fließt. Dafür gibt es aber jede Menge Treibholz. Die Gelegenheit nutze ich und sammle reichlich Brennholz, damit wir heute Abend endlich wieder ein Campfire haben.

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Da wir schon um 16:00 zurück auf der Campsite sein müssen, fällt die Mittagspause deutlich kürzer aus als geplant. Wir fahren von den Lugard Falls entlang des Galana Rivers bis zum Zusammenfluss von Athi River und Tsavo River, welche ab diesem Punkt den Galana River bilden. Dort biegen wir nach Süden ab und fahren entlang der Westgrenze des Parks zurück zur Campsite. Tiere sehen wir nur sporadisch, aber landschaftlich ist dies für uns der schönste Teil des Tsawo East National Parks.

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Auf halber Strecke machen wir einen Zwischenstopp am Mudanda Rock, um uns ein wenig die Füße zu vertreten. Vom Felsen aus hat man einen weiten Blick über das flache Land ringsum.

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Südlich des Mudanda Rocks treffen wir vermehrt auf Elefanten.

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Pünktlich um 16:00Uhr trifft der Mechaniker auf der Campsite ein. Immer wieder stelle ich in Afrika fest, dass hier ganz entgegen der gängigen Vorurteile sehr viel wert auf Pünktlichkeit gelegt wird. Das sich für viele Dinge viel Zeit genommen wird, steht dem nicht entgegen.

Über 2h lang verkabelt der Mechaniker den Aufbau komplett neu und misst die gesamte Elektrik durch. Wir haben den Eindruck, dass er sein Handwerk sehr gut beherrscht. Er findet bei der Reparatur einige Kabel mit beschädigter Isolierung. Sieht aus wie angeknabbert. Wir vermuten, dass unser Untermieter nicht ganz unschuldig an dem Brand war.

In der Dämmerung schlagen plötzlich die Paviane Alarm. Als dann auch noch eine Gruppe Impalas aufgeregt über die Campsite läuft ist klar, dass etwas im wahrsten Sinne des Wortes im Busche ist. Tatsächlich taucht schon kurz darauf eine Löwin aus dem hohen Gras am Rande unserer Campsite auf. In aller Seelenruhe spaziert Sie über das Gelände, interessiert sich aber zum Glück nicht für uns.

An dieser Stelle ein kurzes Feedback zur Ndololo Campsite. Es handelt sich dabei um die einzige Public Campsite im Tsawo East National Park. Das Gelände ist sehr weitläufig und schön unter großen Bäumen gelegen. Wir hatten einen Stellplatz am Rande. Dort war das Gelände etwas offener; es gab aber einen einzelnen großen Schattenbaum. Das Waschhaus war schon in die Jahre gekommen, aber es hat noch alles funktioniert. Neben dem Waschhaus gab es noch einen Küchenkäfig mit Licht und Wasser, den wie aber wie immer nicht genutzt haben. Es war wenig los. Die erste Nacht gab es noch drei weitere Parteien; die weiteren Nächte hatten wir die Campsite ganz für uns allein. Uns hat die Ndololo Campsite sehr gut gefallen.

Zum Abendessen gab es Gemüse mit Erdnusssauce. Eigentlich ein veganes Gericht, aber wenn man in Afrika im Dunkeln kocht sind die Gerichte nie wirklich vegan. An diesem Abend hatte es wieder sehr viele Insekten, von denen sich garantiert auch ein paar in den Topf verirrt haben.

Teil 1601. Juni 2022

15.Tag (Sa. 01.01.2022)
Tsawo East National Park – Hunters Lodge
254km


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Den Jahreswechsel haben wir wie immer in Afrika verschlafen. Dafür sind wir früh auf den Beinen und starten den Tag mit einem kurzen Gamedrive zum Aruba Dam und zurück. Leider sind heute in dieser Gegend viel weniger Tiere zu beobachten als in den vergangenen Tagen. Erst auf dem Rückweg, schon kurz vor der Campsite, kommen wir doch noch auf unsere Kosten. Erst finden wir eine Gruppe Zwergmangusten, die durch das hohe Gras wuseln und dann läuft uns eine große Gruppe Elefantenbullen über den Weg.

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Zum Frühstück fahren wir zurück auf die Campsite. Dabei werden wir Opfer eines koordinierten Überfalls einer Gruppe Grüner Meerkatzen. Wir sitzen schon beim essen, als ich die Affen zielstrebig auf unser offenes Auto zulaufen sehe. Sofort springe ich auf, um Sie zu verscheuchen und den Wagen zu schließen. Das gelingt auch ohne Verluste, aber der Wagen war nur ein Ablenkungsmanöver. Während ich mich um den Wagen kümmere stürmt ein anderer Teil der Affenbande den Frühstücktisch von der Seite, an der ich gesessen hatte. Kathrin auf der anderen Seite des Tisches wird dabei komplett ignoriert, egal wie sehr Sie die Affen anschreit und rumfuchtelt. Der Sexismus der Affen frustriert Sie immer mehr, als unsere Verluste, welche diesmal eine Packung Weißbrot und mein fertig zubereitetes Sandwich waren. Nach dieser Attacke hole ich die Zwille aus dem Auto und lege sie auf den Tisch. Das reicht aus, um die Affen auf Distanz zu halten. Die wissen genau, was es mit dem Teil auf sich hat. Mit der Zwille neben sich, haben die Affen sogar vor Kathrin Respekt und wir können das Frühstück ungestört fortsetzen.

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So richtig überzeugt hat uns der Tsawo East National Park nicht. Es ist nicht so, dass es zu wenig Tiere gibt. Die verteilen sich nur leider auf eine viel zu große Fläche. Das Verhältnis zwischen Tiersichtungen und zu fahrenden Kilometern ist eher schlecht. Man muss lange Distanzen zurücklegen und dass auch noch überwiegend auf Pisten mit heftigem Wellblech. Dazu kommt noch, dass das Wegenetz sehr grobmaschig ist. Häufig sieht man Tiere weit entfernt und hat keine Chance näher heranzukommen.

Die Belastungen für das Fahrzeug sind auf solch einer Safari schon extrem. Vor allem das Wellblech setzt dem Material zu. Immer wieder geht etwas zu Bruch. Nicht am Landcruiser selbst, der scheint unzerstörbar. Vielmehr sind es die Anbauteile, die den Belastungen nicht gewachsen sind. Heute Morgen stellen wir fest, dass die Halterung eines Dämpfers der rechten Seitenklappe des Aufbaus gebrochen ist. Zum Glück sind die Dämpfer so stark, dass die Klappe auch mit nur noch einem Dämpfer offenbleibt. Darüber hinaus stelle ich fest, dass die Arretierung einer Reserveradhalterung angebrochen ist.

Nach dem Frühstück verlassen wir den Park über das Voi Gate. Am Ortsausgang von Voi sehe ich, wie das Reserverad rausschwenkt; jetzt ist die Arretierung also vollständig gebrochen. Ich halte an, um das Rad zumindest provisorisch mit Kabelbindern oder Spanngurten zu fixieren. Sofort kommt ein selbsternannter Mechaniker angerannt. Die scheinen hier alle der Ansicht zu sein, weiße Touristen sind allein nicht überlebensfähig. Als freundlicher Mensch schicke ich natürlich niemanden weg, der einem helfen will. Der Typ hat aber nicht den geringsten Schimmer davon, was er tut. Als er innerhalb kürzester Zeit zwei Kabelbinder unbrauchbar macht und deutlich wird, dass er nicht die geringste Ahnung hat, schicke ich Ihn doch weg. Als er dann auch noch Bezahlung für seinen Dilettantismus verlangt muss ich sehr an mich halten, um nicht auszurasten, werde aber zumindest deutlich lauter. Letztendlich lassen wir Ihn einfach stehen, fahren ein paar hundert Meter weiter und fixieren dann das Reserverad.

Hilfe erhoffen wir uns von der Totaltankstelle am der Mombasa-Nairobi Road. Die ist Anlaufstelle aller Safariveranstalter auf dieser Strecke und dort werden von den Mechanikern immer wieder kleinere Reparaturen durchgeführt. Wir hatten gedacht, dass die gebrochene Halterung geschweißt werden muss, aber der Mechaniker hat eine bessere Idee. Er baut das identische Gegenstück der gebrochenen Halteplatte am anderen Reserverad aus und schickt einen Bodo Boda Fahrer damit zu einer Schmiede im Ort. Die Schmiede erstellt ein Duplikat der Halteplatte, welches dann in die defekte Reserveradhalterung eingebaut wird. Wir werden auf der weiteren Reise keinerlei Probleme mit der Halterung haben.

Noch ein kurzer Einkauf im Supermarkt und wir können uns auf den Weg machen. Unser ursprünglicher Zeitplan ist natürlich längst über den Haufen geworfen. Eigentlich wollten wir im Chyulu Hills National Park auf der Public Campsite übernachten, um uns einen ersten Eindruck von diesem uns noch unbekannten Nationalpark zu verschaffen. Dafür ist es jetzt längst zu spät, weshalb wir nach einer Alternative suchen. In mehreren Reiseberichten wurde positiv von der Hunters Lodge berichtet, weshalb wir uns entschließen dort die Nacht zu verbringen.

Nach rund 2h haben wir unser Ziel erreicht. Erst einmal fahren wir jedoch vorbei, da die Lodge bei Maps.me falsch eingezeichnet ist und wir das Schild übersehen haben.

Die Lodge gefällt uns und ist gut besucht. Die Anlage liegt in einem kleinen Akazienhain. Viele Vögel und Meerkatzen tummeln sich auf dem Gelände. Der Teich sorgt für ein lautstarkes Froschkonzert.

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Der Pool ist groß und gut besucht. Weiße Safaritouristen sind hier nicht vertreten. Vielmehr trifft sich hier die kenianische Oberschicht, wie man an den Fahrzeugen auf dem Lodgeparkplatz unschwer erkennen kann.

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Hier steht unser Landei neben seinem reichen Cousin aus der Großstadt. Auch in Nairobi gibt es inzwischen ein Porsche-Zentrum.

Katrin schafft es, auf dem Weg zu unserem Zimmer, über eine überstehende Gehwegplatte zu stolpern und fällt lang hin. Dabei schlägt Sie massiv mit dem Kinn auf; da ist jetzt ein ordentliches Loch drin, welches heftig blutet. Sollte eigentlich genäht werden, aber wo soll man das hier machen lassen. Wir beschließen die Wunde mit Bordmitteln zu versorgen. Kathrin ist auch zuversichtlich, dass wir das so hinbekommen. Auf meinen Einwand, dass eine größere Narbe zurück bleiben könnte meint Sie nur: „Ich bin doch schon verheiratet, da kommt es jetzt nicht mehr so sehr auf die Optik an.“

Nachdem wir uns die letzten Tage überwiegend vegetarisch ernährt haben, bestellen wir heute zum Abendessen eine gegrillte Lammkeule. Die Portion ist riesig, aber das Fleisch ist leider sehr trocken. Beim Essen geht hier anscheinend Quantität vor Qualität.

So richtig gestoppt bekommen wir die Blutung an Kathrins Kinn noch nicht. Bis zum ins Bett gehen müssen wir immer wieder den Verband wechseln, da er durchgeblutet ist. Mal schauen, wie das am nächsten Tag aussieht.

Teil 1729. Juni 2022

16.Tag (So. 02.01.2022)
Hunters Lodge – Meru National Park
423km


Heute geht es auf eine lange Etappe in den Norden.

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Auf der Nairobi-Mombasa Road kommen wir gut voran. Das setzt allerdings die Bereitschaft voraus, alle 1-2 Minuten einen LKW zu überholen.

Auf die Durchquerung Nairobis haben wir keine Lust, weshalb wir via C97, A3, B7 und B6 nach Meru fahren. Vor allem westlich von Machakos und weiter entlang der Hänge des Mount Kenia fahren wir durch saftig grünes Bergland, welches in weiten Bereichen intensiv landwirtschaftlich genutzt wird.

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Anfangs kommen wir sehr gut voran, doch ab Embu ändert sich das. Es kommt ein Dorf nach dem anderen. In jedem Dorf jede Menge Bumps. Der Verkehr ist dicht und man weiß nie, was einen bei den anderen Verkehrsteilnehmern erwartet. Manche legen einen lebensverachtenden Fahrstil an den Tag und gegenüber so mach anderem fährt meine Mutter wie eine Rennfahrerin.

An den Straßen gibt es jede menge Obst- und Gemüsestände, an denen wir uns für die Tage im Meru National Park eindecken.
In allen Beschreibungen wird der Meru National Park als einsam und abgelegen beschrieben. Entsprechend hatte ich die Erwartungshaltung ab Meru durch dünn besiedeltes Gebiet zum Nationalpark zu fahren. Weit gefehlt! Die Region ist sehr dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Mit der Beschreibung der Lage ist anscheinend nur gemeint, dass sich der Meru National park abseits der üblichen touristischen Routen befindet.

Es ist Sonntag und in vielen Dörfern ist Party. Häufig mit lauter Musik und Tanz auf den Marktplätzen. Menschenmassen befinden sich auf der Straße. Entsprechend umsichtig muss ich fahren.

Da wir aufgrund der landen Strecke eine späte Ankunft im Park bereits erwartet hatten und die Campsite sich tief im Park befindet, übernachten wir heute im am Parkgate gelegenen Ikweta Safari Camp. Sehr schöne Safari Tents im dichten Busch. Da Camp hält viele scheue Katzen, die dafür sorgen, dass die Schlangen wegbleiben.

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Nach dem Abendessen sitzen wir noch bis spät in den Abend auf der Veranda unseres Zelts. Es hat hier viele Fledermäuse, die auch immer mal wieder durch die Veranda fliegen.

Katrins Wunde am Kinn sieht schon etwas besser aus, suppt aber immer noch ein wenig.

Teil 1806. Juli 2022

17. Tag (Mo. 03.01.2022)
Meru National Park
63km


Nach dem anstrengenden gestrigen Tag lassen wir es heute bewusst ruhig angehen. Wir schlafen aus, frühstücken in aller Ruhe und verbringen den Rest des Vormittags lesend auf der Veranda unseres Zeltes. Dann holen wir unsere Lunchpakete, zahlen und machen uns auf den Weg zum nur 2km entfernten Gate.

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Die Formalitäten an den Gates der kenianischen Nationalparks sind immer schnell erledigt. Das geht deutlich fixer als in anderen Ländern Afrikas. Bezahlung ist auch hier mit Visa möglich.

Vom Gate fahren wir auf entlang der Bwatherongi Swamps auf ziemlich direktem Weg zur Bwatherongi Campsite. Wir sehen unsere ersten Netzgiraffen. Für mich sind sie mit dem klar abgegrenzten Fellmuster die schönste Giraffenart.

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Auf der Bwatherongi Campsite werden wir für die Tage im Park unser Quartier aufschlagen. Es gefällt uns gleich auf den ersten Blick sehr gut. Man hat hier im Gegensatz zu den meisten kenianischen Campsites einen eigenen Stellplatz. In unserem Fall eine frisch gemähte Wiese unter großen Schattenbäumen. Zum Stellplatz gehört auch ein eigener Wasseranschluss. Das Waschhaus ist auch nicht weit entfernt und in gutem Zustand. Das ist mindestens botswanischer Standard. Der für die Campsite zuständige Warden ist sehr nett und hilfsbereit. Für 1.000KSH gibt es einen riesigen Berg Feuerholz.

Der Park ist sehr grün. Auch hier scheint es in letzter Zeit reichlich Niederschlag gegeben zu haben. Er ist größer als Amboseli, aber kleiner als die Tsawos. Dafür scheint es lt. Karte ein relativ dichtes Wegenetz zu geben. Dieses wollen wir in den nächsten Tagen möglichst flächendeckend erkunden. Mit spektakulären Sichtungen rechne ich aufgrund der dichten Vegetation aber nicht.

Den Nachmittag verbringen wir auf der Campsite. Ein großer Schwarm Glanzstare sorgt dabei für Unterhaltung. Die Vögel sind sehr neugierig und überhaupt nicht scheu. Unsere Ausrüstung wird von ihnen gründlich untersucht.

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Zum Abendgamedrive erkunden wir die Wege um den Leopard Swamp und fahren den Murera Circuit entlang des gleichnamigen Flusses. Dieser Weg ist total zugewachsen und für einen Gamedrive absolut nicht zu empfehlen. Hier sollte nur fahren, wer das Abenteuer am Steuer seines 4x4 sucht.



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Das Fazit dieses Gamedrives sind eine abziehende Gruppe Elefantenbullen, die uns leider nur noch ihre Hinterteile präsentieren und eine riesige Büffelherde, welche jedoch überwiegend im dichten Busch steht.

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Dazu immer mal wieder Giraffen und kleinere Antilopen, wie Impalas, Dik-Dik’s, Hörnchen und Gerenuks.

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Darüber hinaus sehen wir auch jede Menge Vögel.

Bei Sonnenuntergang sind wir zurück auf der Campsite. Am Eingang zur Campsite stehen einige Büffelbullen. Wir hoffen, dass sie dort bleiben und uns nicht im Laufe des Abends besuchen kommen.

Mit Einbruch der Nacht beginnen die Löwen zu brüllen. Erst weit entfernt, dann aber immer näher kommend.

Ich entzünde das Lagerfeuer und koche einen orientalischen Eintopf mit Kartoffeln, Möhren und roten Linsen.

Teil 1913. Juli 2022

18.Tag (Di. 04.01.2022)
Meru National Park
98km


Innerhalb des Nationalparks gibt es noch einen separat umzäunten Bereich, der als Rhino Sanctuary dient. Dieser Bereich ist unser Ziel für den morgendlichen Gamedrive. Die Orientierung in diesem Teil des Parks ist sehr schwierig. Die Wegweiser sind alle abgebaut und die Wege passen in weiten Teilen weder zur Nationalpark-Karte noch zu Maps.me. Es ist nicht so, dass man sich verirrt, aber man weiß nie genau, wie man von einem Punkt zum anderen kommt. Die Fahrerei verläuft mehr nach dem Motto Trial and Error. Dazu kommt, dass auch hier viele Wege zugewachsen und nur schwer passierbar sind.

Auf den ersten Blick nicht zu erkennen, aber das ist ein Weg.
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Der Busch im Rhino Sanctuary ist sehr dicht. Die namensgebenden Dickhäuter finden wir nicht und auch ansonsten nur wenige Tiere. Einzig die Giraffen sind auch im dichtesten Busch immer gut zu sehen.

Dieser Giraffenbulle hat bei einem seiner Kämpfe ordentlich was auf die Ohren bekommen.
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Entlang des Rojewero Rivers fahren wir zum gleichnamigen Hippopool. Selbst auf den besseren Wegen muss man immer wieder mit Hindernissen rechnen, die es zu umfahren gilt.
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Der Meru National Park wird von einer Vielzahl kleinerer und größerer Bäche durchflossen, welche alle in den Tana River münden, der die Südgrenze des Parks bildet. Entlang der Bäche ziehen sich dichte Galeriewälder. Landschaftlich sehr schön, aber Tiere sieht man selten. Meist nur auf den wenigen Lichtungen.

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Am Rojewero Hippopool angekommen, finden wir dort eine zehnköpfige Hippofamilie, die fröhlich vor sich hin grunzt.

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Vom Hippopool geht es zurück zur nahe gelegenen Campsite, wo wir eine lange Mittagspause verbringen. Beim decken des Tischs muss ich feststellen, dass unsere Automaus einen Tetrapack Milch angenagt hat, welcher daraufhin komplett ausgelaufen ist. Entsprechend große ist die Sauerei. Der Industrieteppich, mit welchem der Aufbau ausgekleidet ist, hat sich komplett mit Milch vollgesaugt. Da ist erst einmal Putzstunde angesagt; das Mittagessen muss warten. Mit vielen Litern Wasser verdünne ich die Milch im Teppich und versuche sie dann mit Bürste und Schwamm so gut wie möglich rauszureiben. Bei der Aktion bin ich dankbar für den Wasseranschluss auf unserer Campsite. Trotzdem wird der Aufbau die nächsten Tage immer leicht säuerlich riechen. Wo ich schon am Putzen bin, mache ich auch gleich noch die Fahrerkabine und den Kühlschrank sauber. Das war nach 2 Wochen im Busch auch mal nötig. Dann gibt’s endlich Futter.

Am Nachmittag fahren wir zunächst in Richtung Süden. Auch hier wieder sehr dichte Vegetation und nix zu sehen. Wir fahren dann lieber in Richtung Elsas Kopje und finden dort erstmals größere freie Flächen und sehen reichlich Tiere. Besonders gut gefällt es uns in den Mughwango Swamps. Dafür ist hier mal wieder die Wegfindung ein Problem Es gibt zahlreiche Tracks, aber alle enden als Sackgasse.

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In einer Herde Steppenzebras entdecken wir auch 2 Grevy Zebras. Hätte nicht damit gerechnet, dass es die hier auch gibt. Im direkten Vergleich sieht man erst, dass die Grevy Zebras erheblich größer als die Steppenzebras sind.

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Wir hatten den ganzen Tag überwiegend wolkenlosen Himmel und auch der Sundowner wird nur von ein paar Schleierwolken verschönert. Wir finden einen schönen Sundownerplatz und sehen der Sonne zu, wie sie hinter dem Mount Kenia untergeht.

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Der Park ist nur schwach besucht. Über den ganzen Tag hinweg haben wir nur 2 Safarifahrzeuge gesehen. Die zweite Nacht in Folge sind wir ganz allein auf der Campsite.

Nach Einbruch der Nacht sitzen wir wieder am Lagerfeuer und genießen eine klasse Geräuschkulisse. Westlich von uns brüllen wieder die Löwen, werden aber von den Elefanten in den Schatten gestellt, die östlich von uns gehörig Radau machen. Da scheint der Haussegen in der Herde ordentlich schief zu hängen.

Währenddessen koche ich Nudeln mit Auberginen-Bolognese.
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Teil 2020. Juli 2022

19.Tag (Mi. 05.01.2022)
Meru National Park
164km


In der Nacht hat uns ein Hippo auf der Campsite besucht.

Unser Ziel für den heutigen Tag waren die Adamsons Falls am Tana River, ganz im Süden des Nationalparks. Der Plan für den Hinweg zu den Fällen war, entlang der Grenze vom Meru National Park zum Bisanadi National Reserve zu fahren. Daraus wurde leider nix. Alle von der Hauptpiste in diese Richtung abzweigende Wege endeten früher oder später in einer Sackgasse, so dass wir umkehren mussten. Letztendlich blieb uns nichts anderes übrig, als auf der Hauptpiste zur Tana Bridge zu fahren.

Schien bei Tagesanbruch noch die Sonne, so zog es im Laufe des Vormittags zu, so dass der Himmel bedeckt war, als wir am Tana River ankamen.

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Zu unserem Bedauern mussten wir feststellen, dass die Piste zu den Fällen auch nicht mehr existiert. Der Blick von der Brücke zu den Fällen gab leider nicht viel her.

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Da war das Dassie auf der Mauer neben der Brücke schon interessanter.

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Von der Tana Bridge wollten wir entlang des Flusses bis zu Elsas Grave fahren und von zurück zur Campsite. Leider verlief sich auch die Piste entlang des Tana Rivers nach einigen Kilometern am Ufer. Wir mussten erneut umkehren, nutzen den schönen Platz aber für eine ausgiebige Pause.

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Auch alle weiteren Versuche über Nebenstrecken eine Alternative zur Hauptpiste zu finden scheitern. Letztendlich enden auch hier alle Tracks in einer Sackgasse. Oft erst nach vielen Kilometern, die wir dann wieder zurückfahren mussten. Entweder versperren umgestürzte Bäume den Weg, oder es kamen nicht mehr passierbare Bachdurchquerungen. Das die Wege über weite Strecken sehr zugewachsen waren, brauche ich sicher nicht extra erwähnen. Allem Anschein nach wird im Süden des Meru National Parks einzig noch die Hauptpiste zur Tana Bridge unterhalten.

Abgesehen von den Problemen mit den nicht befahrbaren Pisten, ist auch der Busch hier im Süden des Parks sehr dicht, so dass wir so gut wie keine Tiere gesehen haben. Am häufigsten noch Dik-Dik’s, die gerne am Wegrand stehen. Einzig beim Überqueren der zahlreichen kleinen Flüsse hat man mal einen etwas weiteren Blick.

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Viel Spaß hatten wir mit den Geierperlhühnern. Die sind noch viel panischer und chaotischer als Helmperlhühner. Während bei Helmperlhühnern die ganze Gruppe koordiniert in eine Richtung davonläuft, geht es bei den Geierperlhühnern kreuz und quer. Dabei kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen den Vögeln. So etwas hatte ich bis dahin auch noch nicht gesehen.

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Je mehr wir uns unserer Campsite näherten, umso besser wurde das Wetter. Die Sonne ließ sich wieder sehen.

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Um 17:00Uhr waren wir zurück auf der Campsite. Wir waren lange genug unterwegs und verzichten auf einen Abendgamedrive. Für Unterhaltung sorgen wieder einmal die Glanzstare.

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Hier mal zwei Fotos von unserem schönen Stellplatz.

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Fazit des Tages: Der Ausflug zum Tana River hat sich nicht gelohnt. Viel Fahrerei für wenig zu sehen. Würde ich nicht noch einmal machen.

Zum Abendessen koche ich heute Chinesisch. Gebratenes Gemüse mit Austernsauce.

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Als wir ins Zelt gehen, sehen wir kurz ein Genet am Rande der Campsite.

Teil 2127. Juli 2022

20. Tag (06.01.2022)
Meru National Park
137km


Über Nacht sind wieder dichte Wolken aufgekommen und am Morgen nieselt es sogar ein wenig. Dadurch sind auch die Wege recht glitschig geworden.

Der letzte Teil des Nationalparks, den wir noch nicht erkundet haben, ist der Bereich südlich von Elsas Kopje. Das ist unser Ziel für diesen Morgen.

Leider herrscht auch in diesem Teil des Nationalparks dichter Busch vor und viele Wege sind unpassierbar. Als zusätzliche Erschwernis kommen in diesem Gebiet noch zahlreiche Tse-Tse Fliegen hinzu. Wir beschließen den Bereich schnellstmöglich zu verlassen und uns für den Rest unseres Aufenthalts im Meru National Park auf den Bereich Zwischen Campsite, Elsas Kopje und Rhino Sanctuary zu konzentrieren. Das ist der einzige für Gamedrives lohnende Bereich im Park.

Kurz bevor wir dort ankommen liegt mal wieder ein Baum quer. Wenn wir jetzt umdrehen kostet uns das mindestens eine Stunde auf schlechten Wegen und mit vielen Tse-Tse Fliegen. Da klappe ich lieber die Außenspiegel ran und fräse mir einen Weg durch den dichten Busch neben dem umgestürzten Baum. Irgendjemand muss ja die Umfahrungen eröffnen.

Nachdem wir jetzt den ganzen Park erkundet haben und wissen, dass sich nur dieser kleine Teil für Gamedrives eignet, werden wir dort durch reichlich Tiersichtungen belohnt.

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Wir sehen sogar ein Paar Schakale und eine Löwin. Die Schakale ducken sich leider sofort ins hohe Gras, so dass nur noch die Ohren zu sehen sind und die Löwin verschwindet sofort im dichten Busch, noch bevor ich die Kamera in der Hand habe.

Die Mittagszeit verbringen wir dann wieder auf unserer Campsite. Hier fühlen wir uns sehr wohl. Auch die Wolken lösen sich auf und die Sonne kommt zum Vorschein.

Nach dem Essen sitze ich lesend neben dem Wagen, als ich es hinter mir im Aufbau rascheln höre. Ich bin auf unseren blinden Passagier gerade besonders schlecht zu sprechen, denn trotz intensiver Reinigung gedeihen auf dem Teppich mit der ausgelaufenen Milch gerade die Fliegenmaden ganz prächtig. Ich beschließe den Aufbau so weit wie möglich auszuräumen und auseinanderzubauen, in der Hoffnung unseren Mitfahrer zum Ausziehen zu bewegen. Als ich das Schubladensystem ausbaue, kann ich erstmals einen kurzen Blick auf das Tier werfen. Keine Maus, sondern eine Ratte. Die hat sich hinter den Schubladen ein gemütliches Nest gebaut. Leider verschwindet Sie nicht aus dem Auto, sondern im Hohlraum eines zentralen Trägers des Aufbaus. Dort ist an das Mistvieh nicht ranzukommen. Unverrichteter Dinge muss ich den Aufbau wieder zusammenbauen, aber der Tod der Ratte ist beschlossene Sache, musste ich doch feststellen, dass auch Teile meiner Wanderschuhe zum Nestbau verwendet wurden.

Bevor ich dazu komme, den Wagen wieder einzuräumen, müssen wir uns aber erst einmal einer Horde Meerkatzen erwehren. Es ist echt nicht zu glauben. Die ganzen Tage war nicht eine einzige Meerkatze zu sehen, aber kaum haben wir mal alle Lebensmittel neben dem Wagen liegen tauchen sie auf. Letztendlich können wir den Verlust auf eine Möhre begrenzen. Keine schlechte Bilanz gegen diese Profidiebe.

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Unseren Abendgamedrive beschränken wir auf den Bereich zwischen Elsas Kopje und dem Campingplatz.

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Wir fahren gerade auf schlechtem Track von Elsas Kopje auf die Maghwango Plains, da steht plötzlich ein splitternackter Mann am Wegrand, springt auf das Trittbrett an der Beifahrerseite und versucht durch Kathrins geöffnetes Seitenfenster in den Wagen zu klettern, was Sie nur teilweise verhindern kann. Er brabbelt unverständliches Zeug vor sich hin und ist nicht dazu zu bewegen, den Wagen zu verlassen. Da ich die Situation nicht eskalieren will, indem ich Ihn gewaltsam vom Wagen entferne, entscheide ich mich dazu, auf schnellstem Wege zur Luxus Lodge auf Elsas Kopje zu fahren. Da ich zügig fahre ist er auch damit beschäftigt sich festzuhalten und versucht nicht weiter in den Wagen zu gelangen. Bei Elsas Kopje fahre ich direkt bis vor die Rezeption und der Manager verständigt auch sofort die Security. Die können ebenfalls nicht in Erfahrung bringen, was mit dem Mann los ist, aber er versteht Sie zumindest so weit, dass Sie Ihn dazu bewegen können unseren Wagen zu verlassen und in deren Fahrzeug einzusteigen.

Das war mal strange! Da reist man seit über 25 Jahren durch Afrika und denkt schon alles erlebt zu haben, wird dann aber doch immer wieder eines Besseren belehrt. Wir fragen uns vor allem, wo der überhaupt herkam. Wir haben Ihn in einem sehr wildreichen und einsamen Gebiet aufgegabelt, welches mehr als 10km von der nächsten Nationalparkgrenze entfernt ist. Letztendlich bleibt vieles an diesem Erlebnis für uns sehr mysteriös.

An unserem letzten Abend im Meru National Park gibt es Bratwurst mit Tomatensalat.

Teil 2210. Aug. 2022

21.Tag (07.01.2022)
Meru National Park – Samburu National Reserve
205km


Wir frühstücken gleich nach dem Aufstehen auf unserer Campsite und brechen direkt im Anschluss unser Camp hier ab.

Mein Fazit zum Meru National Park fällt nicht sehr positiv aus. Das Einzige, was uns wirklich überzeugt hat, ist die Campsite. Da kann man schöne Tage verbringen und sieht auch nicht viel weniger Tiere als auf den Gamedrives. Die sind auch der Grund, weshalb das Fazit so schlecht ausfällt. Die Möglichkeiten sind im Meru National Park derzeit extrem limitiert. Für die dichte Vegetation kann niemand etwas und das sieht in der Trockenzeit sicher auch ganz anders aus. Die zahlreichen unpassierbaren Wege sind aber extrem störend. Das habe ich in dem Ausmaß noch in keinem anderen Nationalpark in Afrika erlebt. Wir werden den Meru National Park erst wieder besuchen, wenn die Wegeinfrastruktur wieder in Ordnung gebracht wurde.

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Das Wetter zeigt sich an diesem Morgen nicht von seiner besten Seite. Es ist bedeckt und als wir losfahren fängt es an zu nieseln. Am Gate informieren wir die Ranger noch über unser Erlebnis mit dem nackten Mann am Vortag.

In den Bergen bis Meru hängen dichte Wolken und die Sichtweite beträgt teilweise unter 50m. Als wir die Berge verlassen, verschwinden auch die Wolken und wir fahren bei strahlendem Sonnenschein nach Meru hinein.

Als erstes kaufen wir in einem Agrarhandel Rattengift. Heute Nacht geht es unserem Mitfahrer an den Kragen.

Dann geht es weiter in das kleine Einkaufszentrum in Stadtmitte. In dem dortigen Supermarkt bekommen wir alles, was wir für die 4 Nächte im Samburu National Reserve brauchen.

Immer wieder werden wir von Fremden auf unser „fantastic car“ angesprochen. Häufig in den Nationalparks, aber auch heute auf dem Supermarktparkplatz. Wir haben auch auf der gesamten Reise kein vergleichbar gut ausgestattetes Safarifahrzeug gesehen. Inzwischen habe ich auch festgestellt, dass der Wagen ein verstellbares Fahrwerk hat, mit dem man den Wagen an die Straßenverhältnisse anpassen kann.

Als wir von den Hängen des Mount Kenia in die Ebene fahren, haben wir einen weiten Blick nach Norden auf unser Ziel für den heutigen Tag.

Um 15:00Uhr sind wir am Gate ins Samburu National Reserve. Hier gelten mal ganz andere Preise. 800US$ müssen wir bar auf den Tisch legen, denn Kreditkarten werden hier nicht akzeptiert.

Aber schon die ersten Meter im Park zeigen, dass sich der Preis lohnt. Die Landschaft ist herrlich. Eine Katastrophe ist dagegen das Wellblech auf der Hauptpiste. Die werden wir in den nächsten Tagen so weit wie nur möglich meiden.

Wir fahren direkt zur Public Campsite, um uns einen schönen Platz für die 4 Nächte im Park auszusuchen. Wir sind begeistert von der Campsite. Direkt am Ewaso Ngiro unter großen Bäumen gelegen, bietet die Campsite einen schönen Blick über den Fluss und ausreichend Schatten. Es ist bereits eine große Gruppe anwesend, aber wir finden einen schönen ruhigen Stellplatz am östlichen Ende der Campsite.

Am Abend machen wir noch einen kurzen Gamedrive am Fluss entlang. Als wir auf dem Weg zur Campsite waren, sahen wir jede Menge Elefanten am Fluss stehen, hielten aber nicht an. Wir wollten das lieber ganz in Ruhe auf dem Gamedrive genießen. Jetzt beim Gamedrive zeigt sich nur leider kein einziger Elefant. Wo sind die denn alle geblieben? Aber so ist die Natur, da kann man nichts planen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir in den nächsten Tagen noch reichlich Elefanten sehen werden. Schön ist die kleine Tour trotzdem.

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Noch weit vor Sonnenuntergang sind wir zurück auf der Campsite. Ich kaufe Feuerholz für die nächsten Abende. Mit dem Kochen warte ich aber noch, da es von grünen Meerkatzen wimmelt. Erst als alle Affen auf den Bäumen sind, packen wir unsere Lebensmittel aus, um mit dem Kochen zu beginnen. Es gibt scharfes Kokos-Curry mit Blumenkohl und Brokkoli.

Es ist schon dunkel, als eine weitere Gruppe auf der Campsite eintrifft. Die haben offensichtlich keine große Campingerfahrung und tun sich schwer Ihr Camp zu errichten. So haben wir beim essen auch noch ein Unterhaltungsprogramm. Später trifft dann sogar noch ein Overlander ein, der aber auf eine benachbarte Campsite ausweichen muss, da bei und alles voll ist. Wobei voll hier relativ zu sehen ist. Die nächsten Zelte stehen immerhin ca. 30m von uns entfernt. Dennoch ist es nach den 4 einsamen Nächte im Meru National Park schon fast ein Kulturschock.

Teil 2324. Aug. 2022

22.Tag (Sa. 08.01.2022)
Samburu National Reserve
56km


Heute wollen wir den Tag ganz dem Samburu National Reserve widmen. Wir starten früh und fahren zunächst durch die Berge im Hinterland des Parks. Wir umrundeten den zentralen Gebirgsstock. Weite Strecken lagen noch im Schatten der Berge. Hier leben vor allem Tiere, die etwas besser an die Trockenheit angepasst sind und deshalb nicht so sehr auf die Nähe des Flusses angewiesen sind. Dabei konnten wir auch schon die Tierarten entdecken, für die das Samburu National Reserve berühmt ist; die typischen Halbwüstenbewohner des nördlichen Kenia. Wir sahen Baisa-Oryx, Grevy-Zebra, Gerenuk und Somali-Strauß.

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Ausgerechnet als wir am Lowa Mara Viewpoint sind zieht eine Wolkenschicht über den Himmel. Ansonsten herrscht den ganzen Tag über Sonnenschein.

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Im Osten des Parks treffen wir dann auf den Fluss und fahren an ihm entlang zurück in Richtung Campsite. Dabei sehen wir zunächst überwiegend Vögel.

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Kurz vor den Campsite sehen wir in einiger Entfernung eine Elefantenherde beim Crossing des Flusses. Ein älteres Tier erkundet zunächst den Weg und erst dann folgt der Rest der Herde.

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Zurück auf der Campsite wurde erst einmal gegessen. Danach hatten wir dann reichlich Zeit bis zum Abendgamedrive. Die Campsite ist perfekt dazu geeignet den Tag dort zu verbringen. Viele große Schattenbäume und der Blick auf den Fluss werden nie langweilig. Ich nehme mir den E-Reader und einen Campingstuhl und setze mich direkt ans Ufer. Hin und wieder sehr ich am anderen Ufer Elefanten entlangwandern. Dort liegt das Buffalo Springs National Reserve. Über mir kann ich einen Specht bei der Arbeit hören, bin aber nicht in der Lage ihn zu entdecken. Affen sind heute nicht auf der Campsite, so dass es ein in jeder Hinsicht stressfreier Tag ist.

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Ein Blick auf den Giftköder zeigt Biss-Spuren.

Der Abendgamedrive wird von Elefanten dominiert. Nicht weit von der Campsite entfernt müssen wir uns einen Weg durch eine weit in den dichten Büschen verstreute Herde bahnen. Dicht verbuschte Gebiete mit Elefanten sind immer sehr spannend, da die grauen Riesen in solcher Umgebung erstaunlich gut getarnt sind und wir sie häufig erst deutlich später entdecken, als uns lieb ist. Immer wieder spannend, wenn man nicht weiß, ob man nach der nächsten Kurve plötzlich einem Elefanten Auge in Auge gegenübersteht. Zum Glück sind die Tiere hier sehr relaxt.

Dann kommen wir zum Fluss und sehen eine große Elefantenherde beim Crossing.

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Kurze Zeit später entdecken wir eine weitere große Herde am Ufer auf unserer Seite des Flusses. Wir finden einen guten Beobachtungsposten ganz in ihrer Nähe, wo wir mehr als eine Stunde lang die Tiere beobachten können. Bei Elefanten wird es nie langweilig. So gehören um Beispiel drei Babys zur Herde. Während zwei von ihnen die ganze Zeit miteinander am Toben sind, weicht das das dritte nie von der Seite seiner Mutter. So unterschiedlich sind die Charaktere der einzelnen Tiere. Als krönenden Abschluss sehen wir dann auch diese Herde den Fluss in Richtung Buffalo Springs überqueren. Uns fällt auf, dass alle Herden die wir bislang zum trinken am Fluss beobachtet haben, diesen im Anschluss auch überquert haben. Unabhängig davon, auf welcher Seite die Elefanten zum Fluss gekommen sind.

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Als die Elefanten am anderen Ufer verschwunden sind, fahren wir zurück zur Campsite. Unterwegs noch ein paar Stopps für andere Tiere. Nicht dass Ihr denkt, im Samburu gibt es nur Elefanten.

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Zurück auf der Campsite schaue ich im Wagen nach der Ratte und kann sie tot hinter dem Schubladensystem entdecken. Selbst im Tod verursacht das Mistvieh noch Arbeit. Noch ein letztes Mal alles aufbauen und diese Episode hat endlich ein Ende.

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Heute Abend bleibt die Küche kalt. Ich mache einen russischen Salat.

Sehr angenehm ist hier im Samburu National Reserve auch, dass es aufgrund des trockenen Klimas selbst nach Einbruch der Dunkelheit kaum Insekten gibt, die sich zum Licht der Lampen hingezogen fühlen.

Teil 2401. Sept. 2022

23.Tag (So. 09.01.2022)
Samburu National Reserve – Shaba National National Reserve – Samburu National Reserve
191km


Mit dem Permit für das Samburu National Reserve hat man auch Zugang zum Shaba National Reserve und zum Buffalo Springs National Reserve. Buffalo Springs werden wir nicht besuchen, da die Brücke über den Fluss derzeit nicht passierbar ist und sich der weite Weg über Archers Post nicht lohnt, um vom gegenüber liegendem Ufer die gleiche Landschaft zu erleben. Wir nutzten dafür Möglichkeit, um heute das für uns noch unbekannte Shaba National Reserve zu erkunden.

Auch wenn unser heutiges Ziel das Shaba National Reserve ist, gestalten wir die Anreise durch Samburu dennoch als Gamedrive. Bislang hatten wir noch nichts entdeckt, da sehe ich aus dem Augenwinkel kurz einen kleinen runden Kopf, der sich ca. 300m von uns entfernt kurz aus dem Gras erhebt. Das sah nicht nach einer gewöhnlichen Sichtung aus. Ich scanne mit dem Fernglas den Bereich und kann dann tatsächlich eine Gepardin mit Nachwuchs an einem Riss erkennen. Der muss noch ganz frisch sein, denn Geparde jagen nur bei Tageslicht. Leider haben sich die Tiere eine sehr ungünstige Stelle zum Fressen gesucht. Was ich auch versuche, näher als 100m komme ich von keiner Seite an die Tiere heran. Trotzdem ein großartiges Erlebnis und wir lassen uns viel Zeit die kleine Familie zu beobachten.

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Das Beste ist, dass wir die ganze Zeit allein sind. Kein anderes Auto teilt mit uns dieses Erlebnis. Einmal fährt sogar ein Safarifahrzeug ganz in der Nähe vorbei, ohne dass der Guide die Geparde entdeckt.

Irgendwann müssen wir uns losreißen, denn wir haben noch einiges vor. Vorbei an den üblichen Halbwüstenbewohnern fahren wir zum Gate.

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Vom Gate des Samburu National Reserve sind es nur etwas mehr als 10km bis zum Gate des Shaba National Reserve. Das ist schnell erledigt.

Wir haben beschlossen eine große Runde durch Shaba zu fahren. Unser Gate liegt ganz im Westen des Parks und wir wollen durch das Hinterland bis an dessen östliches Ende fahren. Von dort soll es dann entlang des Ewaso Ngiro zurück zum Gate gehen.

Shaba ist wesentlich wilder als Samburu. Mehr Berge und anspruchsvollere Wege. Gerade im Hinterland geht es über weite Strecken nur in Schrittgeschwindigkeit über grobe Lavabrocken.

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Faszinierend sind die Quellen, welche immer wieder kleine Oasen in der ansonsten trockenen Landschaft bilden. Hier hat man auch die besten Chancen auf Tierbeobachtungen.

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Insgesamt sieht man mehr Tiere, als wir erwartet hätten. Dennoch nicht so viele, wie in Samburu und auch etwas scheuer.

Beim Rückweg entlang des Flusses müssen wir feststellen, dass die Piste im Osten leider nicht mehr existiert. Wir müssen erst ein paar Kilometer die zentrale Hauptpiste fahren, bevor wir zum Fluss abbiegen können.

Etwas oberhalb finden wir einen schönen Platz für unsere Mittagsrast.

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Der Ewaso Ngiro zeigt in Shaba einen ganz anderen Charakter als in Samburu. Während er in Samburu in einem weiten sandigen Bett durch die flache Landschaft mäandert, muss er sich in Shaba häufig in ein enges felsiges Bett zwängen.

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Wir schauen uns bei dieser Gelegenheit auch die Campsite von Shaba an. Diese befindet sich in traumhafter Lage direkt am Flussufer. Auch wenn es keinerlei Infrastruktur gibt, wollen wir hier bei unserem nächsten Besuch auf jeden Fall eine Nacht verbringen.

Uns hat das Shaba National Reserve sehr gut gefallen. Es ist wild und vor allem sehr einsam. Wir sind den ganzen Tag über keinem einzigen anderen Fahrzeug begegnet. Ein echter Geheimtipp. Von den oft erwähnten Rinderherden im Park konnten wir im Übrigen nichts entdecken.

Auf dem Rückweg durch Samburu halte ich nach den Geparden Ausschau und werde tatsächlich fündig. Sie haben sich nur ca. 1km von Ihrem Riss fortbewegt und ein schattiges Plätzchen zum Verdauen gesucht. Diesmal kommt man sehr nah an die Tiere heran. Dem entsprechend bleiben wir jetzt auch nicht allein.

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Beim Fotografieren aus der Dachluke passiert mir dann ein Missgeschick. Mir rutscht der Objektivdeckel aus der Hand und fällt neben das Auto. So wie der Toast immer auf die Marmeladenseite fällt, fällt der Objektivdeckel natürlich auf die Seite, an der die Geparde liegen. Würde ich aussteigen, um den Objektivdeckel einzusammeln, würde ich mit Sicherheit die Geparde verscheuchen und mir den Zorn aller Anwesenden zuziehen. Das kommt somit nicht in Frage, aber zum Glück lautet mein zweiter Name MacGyver. Wenn man ein Stokel ist, muss man halt öfters mal kreativ werden. Aus Kathrins Wanderstock und Tape baue ich mir eine Klebefalle, mit der ich den Objektivdeckel durchs Fenster einsammeln kann, ohne den Wagen zu verlassen. Die Geparde fühlen sich dadurch nicht gestört.

So gut es uns in Samburu und Shaba auch gefällt, gibt es doch eine Sache die gehörig nervt. Es ist in beiden Parks extrem staubig. Es gibt immer wieder Passagen mit Bulldust und je nach dem, wie der Wind steht, hat man den ganzen Dreck auch schnell im Auto. Es sind schließlich alle Fenster und die Dachluke beim Gamedrive offen. Obwohl wir den Wagen täglich ausfegen und auch regelmäßig feucht auswischen, sehen wir inzwischen entsprechend verbuscht aus.

Zurück auf unserer Campsite finden wir diese von einer Horde Meerkatzen besetzt. Da genießen wir lieber erst einmal in Ruhe den Sonnenuntergang und bauen das Camp erst auf, als sich die Affen in der Dämmerung auf Ihre Schlafbäume verzogen haben.

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Auch heute kommen in der Dunkelheit neue Camper an und bauen Ihre Zelte auf. Das wäre überhaupt nicht mein Ding. Mir ist es wichtig im Hellen auf einer neuen Campsite anzukommen. Ich will den Stellplatz sehen, auf dem ich mich häuslich einrichte.

Teil 2507. Sept. 2022

24.Tag (Mo. 10.01.2022)
Samburu National Reserve
71km


Die ganze Nacht über haben wir am gegenüber liegenden Ufer Löwen brüllen gehört. Auch nach Sonnenaufgang geht es noch weiter.

Unseren letzten Tag in dieser Gegend wollen wir wieder ganz dem Samburu National Reserve widmen. Wir starten den Tag wieder im Hinterland. Hier hat man in den kühleren Morgenstunden die besten Chancen auf Tierbeobachtungen. Längere Zeit verbringen wir bei einer Gruppe Zwergmangusten, die sich in den ersten Sonnenstrahlen zur Nahrungssuche aufmacht.

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Am Aussichtspunkt haben wir heute bestes Wetter und einen weiten Blick über die Schwemmebenen am Ewaso Ngiro.

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Wir fahren im Hinterland so weit wie möglich Richtung Osten und dort an den Fluss, an dem entlang es dann wieder zurück zur Campsite geht. Tiere gibt es dabei alle paar Meter zu sehen.

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Zurück auf der Campsite gibt es ein spätes Frühstück und anschließend eine lange Siesta. Der Platz lädt zum Verweilen ein und es wird nie langweilig. Selbst bis zum späten Vormittag melden sich immer mal wieder die Löwen am anderen Ufer. Jetzt ist es wirklich sehr ärgerlich, dass die Brücke nicht passierbar ist. Mit der Brücke wären wir in 10min. in dem Gebiet wo die Löwen brüllen. Ohne Brücke würden wir 2h brauchen.

Die ganze Zeit über werden wir von den Meerkatzen aufmerksam beobachtet. Die Affen nutzen auch die kleinste Unaufmerksamkeit. So schaffen sie es, uns wieder eine Packung Kekse zu stibitzen. Mit der Zwille kann man Sie leider immer nur für kurze Zeit fernhalten.

Das die Campsite regelmäßig von Elefanten besucht wird, kann man gut an dem großen Schattenbaum unseres Stellplatzes erkennen. Der scheint von den Dickhäutern gerne genutzt zu werden, um sich daran zu reiben.

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Später setzen wir uns zum Lesen an den Fluss. Direkt vor uns ist ein Hagedasch auf Futtersuche und beglückt uns mit seinem lieblichen Gesang.

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Am Nachmittag geht es natürlich wieder auf die Pirsch. Nur rund einen Kilometer von unserer Campsite entfernt entdecken wir ein Rudel Löwen. Erst sehen wir nur zwei erwachsene Weibchen. Als wir den Wagen dann noch ein wenig weiter bewegen sehen wir, dass es sich um ein großes Rudel mit 5 Löwinnen und zahlreichen Jungtieren handelt.

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Eine Zeit lang stehen wir hier zusammen mit zwei weiteren Privatfahrzeugen, die meiste Zeit sind wir aber allein. Da die Löwen das tun, was sie meistens tun, nämlich schlafen, beschließen wir erst einmal weiterzufahren und später noch einmal vorbeizuschauen.
An diesem Nachmittag schaffe ich es endlich das Foto zu machen, welches ich mir mehr als alle anderen von Samburu erhofft hatte -ein auf den Hinterbeinen stehendes Gerenuk.

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Als wir uns auf dem Rückweg der Stelle nähern, wo die Löwen lagen, kommen uns diese schon entgegen. Sie scheinen schon auf Beutesuche zu sein. Da ist wohl der Hunger groß, dass sie schon so früh starten. Die erwachsenen Löwinnen gehen dabei voran und die Jungtiere folgen in einige Abstand, um bei der Jagd nicht zu stören.

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Als das Rudel in einem Bereich verschwindet, in dem wir nicht folgen können, fahren wir weiter und entdecken nicht weit entfernt zwei stattliche Löwenmännchen. Die beiden lassen jagen, wie es scheint.

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Kurz vor der Campsite zelebrieren wir am Fluss den Sundowner. Das kommt in Ostafrika leider häufig zu kurz.

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Auf der Campsite haben die Paviane die Meerkatzen abgelöst, verschwinden aber schnell auf ihre Schlafbäume. Diese Nacht liegen die ganz in unserer Nähe. Das verspricht Unterhaltung, denn bei den Pavianen gibt es auch nachts häufig lautstarke Auseinandersetzungen.

Zum Abendessen mache ich weiße Bohnen mit Speck, Zwiebeln und Tomaten.

Die Löwen führen diesen Abend ein lautstarkes Fernduell. Erst hören wir die beiden Löwen auf unserer Flussseite und dann wird direkt gegenüber unserer Campsite geantwortet. Wir sitzen genau dazwischen – was für ein Erlebnis.

Nachts patrouillieren immer Ranger entlang des Flusses und auf der Campsite. Alle sehr nett und zu einem Plausch aufgelegt. Zu Beginn Ihrer Schicht kommen Sie immer vorbei uns stellen sich namentlich vor. Heute erfahren wir bei dieser Gelegenheit, dass am späten Nachmittag eine Löwin auf der Campsite war.

Teil 2614. Sept. 2022

25.Tag (Di. 11.01.2022)
Samburu National Reserve – Ol Pejeta Conservancy
181km


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Die Nacht über und bis in den Morgen haben wieder die Löwen am gegenüber liegendem Ufer gebrüllt. Die haben ein wirklich großes Mitteilungsbedürfnis.

Heute lassen wir uns Zeit. Wir frühstücken auf der Campsite und bei mir ist dringend eine Rasur fällig.

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Danach geht es dann zum Gate. Selbstverständlich nutzen wir diese letzte Gelegenheit für einen letzten kleinen Gamedrive. Dabei konnten wir ein weiteres Mal die kleine Gepardenfamilie entdecken.

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Ein Somali-Strauß auf Brautschau zeigt sich in kräftigem blau.

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Samburu hat uns sehr sehr gut gefallen. Diesen Park würden wir immer wieder in eine Keniareise einbauen. Durch das enge Wegenetz ist man auf den Gamedrives sehr flexibel und kann sich den Tieren nähern, ohne offroad zu fahren. Die Campsite ist ein Traum und es war nicht überlaufen, so dass man oft allein bei den Sichtungen stand. Von den immer wieder kritisierten Rinderherden im Park haben wir nicht ein einziges Tier gesehen.

Beim riesigen Obst- und Gemüsemarkt in Isiolo decken wir uns mit Frischwaren für die nächsten Tage ein.

Bei der Weiterfahrt entlang der Nordflanke des Mount Kenia haben wir die ganze Zeit freien Blick auf den Berg, der sich heute mal nicht hinter Wolken versteckt.

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Das Hochland nordwestlich des Mount Kenia zeigt sich überhaupt nicht so, wie man es von Afrika erwartet. Es erinnert mehr an europäische Berglandschaften. Ein krasser Kontrast zur Südost-Seite des Berges.

In Nanyuki finden wir einen sehr gut sortierten Supermarkt mit klasse Bakery & Butchery.

Bis Ol Pejeta ist es jetzt nicht mehr weit. Das private Schutzgebiet beginnt gleich hinter den Vororten von Nanyuki. Ol Pejeta ist voll durchorganisierter und hochprofessioneller Wildlife-Tourismus, wie ich es in dieser Qualität noch nicht in Afrika erlebt habe. Das hat das Niveau US-Amerikanischer Nationalparks.

Nach nur wenigen hundert Metern im Park steht ein Elefant als Begrüßungskomitee am Wegesrand. Da bin ich erst einmal vorsichtig. In mir unbekannten Gebieten muss ich immer erst einmal herausbekommen, wie die Stimmung unter den Dickhäutern ist. Da gibt es zum Teil riesige Unterschiede zwischen den Parks. Es stellt sich aber schnell heraus, dass die Elefanten von Ol Pejeta zu den sehr relaxten Exemplaren gehören.

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Unser erstes Ziel ist das Visitors-Center. Hier liegt auch das Morani Restaurant, wo wir uns einen kleinen Mittags-Snack gönnen. Nach der Stärkung besuchen wir das Visitors-Center und werden dort von einem Ranger angesprochen, ob wir auch den Nashornbullen Baraka besuchen wollen. Baraka ist durch Rangkämpfe mit Artgenossen erblindet und lebt jetzt in einem umzäunten Gehege unweit des Visitors-Centers. In Begleitung des Rangers können wir das Tier füttern und streicheln.

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Uns fallen die blutigen Striemen an den Flanken des Nashorns auf und der Ranger erklärt uns, dass Spitzmaulnashörner oftmals so sehr von Parasiten geplagt werden, dass sie sich bis aufs Blut an Büschen und Bäumen kratzen. Tatsächlich fällt uns bei den weiteren Sichtungen von Spitzmaulnashörnern im Laufe dieser Reise auf, dass so gut wie alle Tiere blutige Flanken haben.

Der Name Baraka ist in Kenia im Übrigen ein weit verbreiteter Vorname und auch der Vorname des US-Präsidenten Barack Obama leitet sich davon ab. Baraka ist das Swahili-Wort für Segen.

Bevor es auf den ersten Gamedrive geht, wollen wir uns unsere Campsite für die nächsten beiden Nächte ansehen. Die Ol Lerai Campsite ist ein Traum. Sie liegt einsam auf dem Hochufer über einer Flussschleife. Die Ausstattung besteht aus einem Plumpsklo, einem Wassertank und einem riesigen Berg Feuerholz. Was will man mehr?

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Zum Gamedrive fahren wir in die westlich des Flusses gelegene Wilderness Area von Ol Pejeta. Dieser Bereich ist nur für Allradfahrzeuge zugelassen.

Wir treffen auf eine Gruppe Elands. Normalerweise sind diese Antilopen sehr scheu und es ist schwierig sie zu beobachten. Nicht so in Ol Pejeta. Die Elands lassen sich nicht von uns stören. Es handelt sich um eine Gruppe Kühe, die von einem mächtigen alten Bullen begleitet wird. Dieser ist die ganze Zeit am Flehmen. Eine der Kühe scheint paarungsbereit zu sein.

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Die Landschaft in Ol Pejeta besteht überwiegend aus großen Grasebenen, den Plains. Dazwischen finden sich kleinere Wälder und verbuschtes Gelände. Die meisten Tiere finden sich auf den Plains. Hier tobt das Leben.

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An einem Wasserbehälter hat sich eine Herde Elefanten versammelt und bedient sich direkt an der Quelle. Das Wasser scheint besser zu schmecken als in den vielen Wasserlöchern. Mir ist schon häufiger aufgefallen, dass Elefanten am liebsten frisches klares Wasser trinken, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Dabei sind sie es selbst, die das Wasser am stärksten verunreinigen und verschlammen. Die kleineren Mitglieder der Herde stellen sich sogar auf die Hinterbeine, um an das frische Nass zu kommen.

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Kurz bevor die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, treffen wir auf einen riesigen Clan Hyänen. Dazu gehören auch zahlreiche Jungtiere. Wenn sie noch so flauschig sind, sind Hyänen echt niedlich.

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Zurück auf der Campsite, erwartet uns dort ein beeindruckendes Empfangskomitee. Im Umkreis von weniger als 100m stehen 3 der Big5. Elefant, Nashorn und Büffel. Wer weiß, vielleicht sind auch Löwe und Leopard in der Nähe und wir sehen sie nur nicht. Löwen hören wir nach Einbruch der Dämmerung zumindest brüllen. Während sich das Nashorn rasch verabschiedet, ist der Elefant noch lange Zeit in unserer Nähe.

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Zum Abendessen koche ich ein Gemüse-Ei Biryani.

Wir befinden uns hier auf rund 2.000m Höhe und da ist das abendliche Lagerfeuer nicht nur romantische Dekoration, sondern gerne angenommene Wärmequelle. Trotzdem ziehe ich mir erstmals auf dieser Reise eine lange Hose und eine dünne Jacke an.

Teil 2721. Sept. 2022

26.Tag (Mi. 12.01.2022)
Ol Pejeta Conservancy
102km


Im Verhältnis zu den bisherigen Nächten im Tiefland war es hier auf 2000m Höhe sehr kalt. Das konnte man am Morgen auch an den vom Fluss aufsteigenden Nebelschwaden erkennen.

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Als wir aus dem Zelt kletterten, graste eine große Herde Büffel ganz in unserer Nähe. Das Klo befand sich genau in der Mitte zwischen dem Zelt und der Büffelherde. Nachdem man sich vorsichtig im Schutz von Büschen und Bäumen zum Klo geschlichen hatte, konnte man eine tolle Aussicht vom Thron genießen.

Wir starteten dann direkt in den Westteil des Reservates. Wie die Bezeichnung "Wilderness Area" schon sagt, ist hier alles etwas wilder und einsamer. Auf den Plains tobt das Leben, weshalb wir uns auch fast ausschließlich auf den weiten freien Flächen aufhielten.

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Katzen hatten wir auf dieser Reise schon reichlich gesehen, doch Hyänen und Schakale hatten sich bislang rar gemacht. Das sollte sich hier in Ol Pejeta komplett umkehren. Immer wieder sahen wir Schakale und jede Plain wurde von einem großen Clan Hyänen beherrscht. Löwen konnten wir dagegen nur nachts brüllen hören. Entdeckt haben wir sie nicht.

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Dann trafen wir auf unser erstes freilebendes Rhino hier in der Conservancy. Davon soll es auf Ol Pejeta angeblich jede Menge geben.

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Wenig später trafen wir auf eine einzelne Elefantenkuh mit ihrem noch sehr kleinen Kalb. Das war schon eine sehr ungewöhnliche Konstellation. Normalerweise trifft man Elefantenkühe nur in Herde. Solo sind nur die alten Bullen unterwegs.

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Die weiten Flächen und der Blick auf den alles beherrschenden Mount Kenia sind eine traumhafte Kulisse.

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Auf Frühstück hatten wir zugunsten des Gamedrives verzichtet. Dafür gönnen wir uns ein leckeres Mittagessen im Morani Restaurant. Hier gefällt es uns sehr gut. Man kann schön unter der Veranda oder im Freien sitzen und das Essen war echt lecker.
Die Zeit bis zum nachmittäglichen Gamedrive verbrachten auf unserer Campsite. Die liegt so schön, da wäre es eine Sünde nur zum Schlafen hierher zu kommen.

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Beim Blick auf den Fluss konnte ich einen Geländewagen der Ranger sehen, der ganz in der Nähe den Fluss durchquert. Das muss ich mir nachher mal näher ansehen, denn die Strecke über die Verbindungsbrücke zwischen Ost- und Westteil des Parks ist jedes Mal ein ziemlicher Umweg für uns. Tatsächlich finden wir eine gut passierbare Furt, die in den Karten aber nicht verzeichnet ist.

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Am Nachmittag zeigten sich vom Prinzip die gleichen Tierarten, wie am Vormittag, wobei wir jetzt allerdings auf Massen von Rhinos trafen. Wo hatten die sich bislang versteckt?

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Eine Besonderheit von Ol Pejeta ist, dass es sich nicht nur um ein Wildschutzgebiet handelt. Ol Pejeta war ursprünglich eine Rinderfarm und ist es noch immer. Hier wird praktisch gelebt, wie Wildtierschutz und Viehwirtschaft miteinander vereinbar sind. Die Rinderherden sind grundsätzlich nur in Begleitung von Hirten unterwegs, die für den Schutz der Viehs vor Raubtieren sorgen. Nachts kommen die Herden zum Schutz in umzäunte Areale. Immer wieder trifft man auf den Gamedrives auf diese Pferche und auf Viehtränken, die auch von den Wildtieren gerne genutzt werden. Interessant ist dabei, dass hier die Wildtiere keinerlei Scheu vor den Hirten und Ihren Herden zeigen. Oft stehen Wildtiere und Rinder beim Grasen dicht beieinander. Das habe ich in anderen Gebieten, wo Wildtiere und Nutzvieh aufeinander treffen noch nie erlebt.

Wir treffen auf eine Nashornkuh mit Kalb. Ihnen folgt ein Bulle, was der Kuh gar nicht gefällt. Immer wieder stellt sie sich dem Bullen entgegen.

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Der Gamedrive ist sehr tierreich. Hier in Ol Pejeta tobt das Leben. Es wird nicht eine Sekunde langweilig. Wir treffen die einzelne Elefantenkuh mit ihrem Kalb wieder. Auch der Artenreichtum lässt keine Wünsche offen. Auf einer Übersicht am Visitors-Center kann am sehen, dass quasi die gesamte ostafrikanische Tierwelt auf Ol Pejeta zu entdecken ist. Zumindest theoretisch, denn es ist kein Zoo und nicht alle Tiere lassen sich so einfach entdecken, wie die großen Grasfresser auf den Plains.

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Beim letzten Licht kommen wir auf unsere Campsite zurück.

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Wieder haben sich Elefanten auf der Wiese am Flussufer eingefunden. Den ganzen Abend über ist ein Kommen und Gehen.

Heute gibt es einen Eintopf mit grünen Bohnen und Kartoffeln.

Schon den ganzen Tag über ging ein kalter Wind. Solange die Sonne schien, war das kein Problem. Zum Teil war es sogar ganz angenehm kühlend. Jetzt nach Sonnenuntergang wird es aber schnell unangenehm frisch. Ein anständiges Lagerfeuer schafft Abhilfe.

Um 21:00Uhr werden wir zum Nightdrive abgeholt. Den hatten wir schon gleich beim Einchecken mit gebucht. Bislang hatten wir mit Nightdrives immer Glück. Heute wollte sich aber kein einziges nachtaktives Tier zeigen. Es war nicht so, dass wir keine Tiere gesehen haben. Ganz im Gegenteil. Es gab jede Menge Tiere, aber leider nur die Arten, die wir auch schon den ganzen Tag über gesehen haben. Dazu war es noch eiskalt. Da hätte ich den Abend lieber am Lagerfeuer verbracht, welches ich auch sofort nach unserer Rückkehr wieder entfache. Letztendlich war es nur eine Frage der Zeit, dass auch wir mal einen unergiebigen Nightdrive erleben. Wir waren bislang immer sehr verwöhnt mit den Erlebnissen auf den Nightdrives.

Jetzt in der Nacht zieht eine größere Gruppe Hippos fressend am Rand unserer Campsite entlang.

Teil 2828. Sept. 2022

27. Tag (Do. 13.01.2022)
Ol Pejeta Conservancy – Aberdare National Park
216km


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Wir sind die graue Strecke gefahren

Auch diese Nacht war wieder sehr kühl.

Bevor wir uns auf den Weg in die Aberdares machen, steht erst noch ein letzter Gamedrive in Ol Pejeta an. Die meiste Zeit davon verbringen wir bei einem sehr großen Clan Hyänen. Hier ist immer etwas los. Es sind immer Tiere aktiv, während andere schlafen. Besonders niedlich sind die vielen Jungtiere. Die sehen schon sehr flauschig aus.

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Ol Pejeta hat uns sehr gut gefallen. Vor allem für Camper lohnt sich der Besuch. Solch tolle private Campsites habe ich bislang noch nirgendwo anders in Kenia gefunden.

Südlich von Nanyuki liegt das Restaurant Trout Tree. Eine Empfehlung hier aus dem Forum. Es ist zwar erst 11:00Uhr, als wir ankommen, aber das Restaurant hat bereits geöffnet und wir großen Hunger, sind wir doch ohne Frühstück gleich auf den Gamedrive gestartet. Wie der Name schon vermuten lässt, befindet sich das Restaurant in einem Baumhaus, umgeben von einer großen Forellenfarm. Wir gönnen uns beide je eine frische gegrillte Forelle. Sehr lecker! Auch wir können das Trout Tree uneingeschränkt empfehlen.

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Bis zum Aberdare National Park ist es von hier nicht mehr weit. Wir wollen am Treetops Gate in den Park, werden dort aber erst einmal abgewiesen und zum Headquarter geschickt, um dort eine Safari Card zu erwerben und den Eintritt zu bezahlen. Das ist das erste Mal, dass wir nicht am Gate unseren Eintritt bezahlen können und wird zum Glück auch das einzige Mal bleiben. Keine Ahnung, was dieser Umstand soll. Zum Glück ist das Headquarter nur wenige Kilometer entfernt und eine halbe Stunde später können wir endlich in den Park fahren.

Der Ranger am Gate macht uns noch auf zwei Strecken auf der Hochebene aufmerksam, die nicht passierbar sind. Das im Tiefland des Parks, dem so genannten Salient, die meisten Strecken nicht mehr befahrbar sind, hat er jedoch nicht erwähnt. Immer wieder müssen wir umdrehen und zahlreiche Strecken mehrfach fahren. Letztendlich kommen wir dadurch ziemlichen unter Zeitdruck, um unseren Übernachtungsplatz noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Unterm Strich müssen wir feststellen, dass einzig die direkte Strecke vom Treetops Gate über das Ruhurini Gate und weiter über die Hochebene zum Matubio Gate durchgängig befahrbar ist.

Ungeachtet dieser Umstände gefällt uns der Park sehr gut. Im dicht bewaldeten Salient gibt es immer wieder große mit Gras bewachsene Lichtungen. Dort lassen sich gut Tiere beobachten. In erster Linie Elefanten, Büffel und Antilopen. Auf einer dieser Lichtungen gibt es auch eine Picknickplatz.

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Aber auch am Wegesrand treffen wir immer wieder auf Tiere.

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Wenn man höher in die Berge fährt, erreicht man als nächstes in die Vegetationszone des Bambuswaldes. Hier sehen wir wiederholt Affen. Zunächst eine kleine Gruppe Diadem-Meerkatzen und dann eine große Gruppe Black and White Colobus an einer Salzlecke.

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Oben auf der Hochebene besteht die Landschaft überwiegend aus Hochmooren. Dazwischen immer wieder kleine Wälder aus knorrigen, mit Flechten behangenen, Bäumen.

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Wir erreichen die Hochebene im letzten Sonnenlicht. Schon bald verschwindet der Feuerball hinter dem Horizont und die Temperaturen sinken rapide.

Wir fahren auf schnellstem Weg zur Redbuck Campsite, wo wir die heutige Nacht verbringen wollen. Die Campsite ist sehr Basic, was vor allem auch für die Sanitäranlagen gilt. Der Boden ist extrem uneben. Mit Bodenzelt hat man hier keinen Spaß. Der Blick von der Campsite ist aber klasse.

Für die inzwischen herrschenden Temperaturen sind wir nicht optimal ausgerüstet. Ich ziehe alles, was ich an halbwegs warmen Klamotten habe, übereinander.

Das Feuerholz ist sehr feucht und produziert mehr Rauch als Wärme. Dazu kommt noch die ständig wechselnde Windrichtung, so dass man das Gefühl hat, der Rauch würde einen absichtlich verfolgen. Auf das Lagerfeuer zu verzichten ist bei den herrschenden Temperaturen aber auch keine Option.

Ich koche Nudeln mit Bolognese und Auberginen.

Teil 2905. Okt. 2022

28.Tag (Fr. 14.01.2022)
Aberdare National Park – Lake Naivasha
135km


Die Nacht war eiskalt; unter 0°C. Am Morgen war auf allen Oberflächen Eis. Ich habe die Nacht aber recht gut überstanden. Da wir nur Sommerschlafsäcke dabei hatten, habe ich in meinen wärmsten Klamotten geschlafen und zusätzlich noch die Massai-Decken übergeworfen. Kathrin fand die zugegeben nicht mehr ganz frischen Massai-Decken nicht sauber genug und hat darauf verzichtet. Dem entsprechend hat Sie in der Nacht gefroren und kaum geschlafen.

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Wir warten sehnsüchtig darauf, dass die Sonne endlich über die Hügel steigt, denn noch ist es ungemütlich. Als die Sonne uns dann erreicht, wird es zum Glück schnell warm. Nur Kathrins Füße brauch noch lange, bis Sie endlich auftauen.

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Das Hochland der Aberdares ist sehr wasserreich und wir wollen heute ein paar kurze Wanderungen zu verschiedenen Wasserfällen machen. Als erstes geht es zum Chania Fall und anschließend zum Magura Fall.

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Als letztes laufen wir noch zum Aussichtspunkt oberhalb der Karuru Falls, die hier in 3 Stufen fast 300m in die Tiefe stürzen. Auf der gegenüber liegenden Talseite ist der Gura Fall zu sehen.

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Wiederholt sehen wir kurz Bongos. Die scheuen im Hochland lebenden Waldantilopen verschwinden aber schneller im Dickicht, als ich die Kamera zücken kann.

Wir verlassen den Nationalpark Richtung Westen durch das Matubio Gate. Die steile Abfahrt ist geteert, aber in der Ebene erwartet uns erst einmal die heftigste Holperpiste dieser Reise. Zum Glück nur 20km, dann haben wir wieder Asphalt unter den Rädern.
Im Rift Valley dann eine große Überraschung. In Kenia herrscht derzeit anscheinend verkehrte Welt. Bei unseren bisherigen Reisen haben wir immer das Rift Valley im frischen Grün erlebt und den Rest des Landes trocken. Diesmal ist fast ganz Kenia saftig grün und nur das Rift Valley vertrocknet.

Unser geplanter Übernachtungsplatz war die Campsite der Sanctuary Farm. Dort angekommen sind wir sehr enttäuscht von dem was wir sehen. Die Campsite ist ein staubiger Platz hinter den Pferdeställen, ohne Blick auf den See. Hier gefällt es uns überhaupt nicht und wir beschließen uns einen anderen Übernachtungsplatz zu suchen. Als wir verkünden, nicht bleiben zu wollen, bekommen wir unaufgefordert die Conservation Fee zurückerstattet. Damit hätten wir nicht gerechnet. Sehr positiv.

Bevor wir uns auf die Suche nach einem anderen Übernachtungsplatz machen, besuchen wir den Hells Gate National Park. Dieser Park hat uns bei unserem letzten Besuch sehr gut gefallen, aber diesmal ist es eine große Enttäuschung. Das liegt gar nicht einmal an der Trockenheit, auch wenn dadurch alles in tristes grau gehüllt ist. In den beeindruckenden Felswänden sehen wir sowohl Geier als auch Kletterer. Ich freue mich, dass mein Lieblingssport auch hier in Kenia zunehmend Anhänger findet.

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Unser Ziel sind die Schluchten rund um den Central Tower. Die habe ich als erstklassiges Gelände für einen kleinen Abenteuerspaziergang in Erinnerung. Am Parkplatz angekommen müssen wir leider feststellen, dass man hier nur noch mit Guide unterwegs sein darf. Ich habe keine grundsätzlichen Einwände gegen Guides, möchte sie aber nur in Anspruch nehmen, wenn ich sie auch tatsächlich brauche. Hier wäre das definitiv nicht der Fall und wir wären lieber unter uns als in ständiger Begleitung. Es geht uns dabei nicht ums Geld, sondern um selbständiges Erleben. Hier mit Guide herumlaufen, wo wir bei früheren Besuchen allein unterwegs waren, hat für uns keinen Reiz. Als Konsequenz verzichten wir auf die kleine Wanderung.

Als Alternativprogramm beschließen wir die Fumarolen im geothermischen Bereich des Parks zu besuchen und erleben unsere nächste Enttäuschung. Alle Fumarolen sind verschwunden; angeschlossen an das große Geothermiekraftwerk. Wo früher der Schlamm blubberte kommen jetzt Edelstahlröhren aus der Erde.

Früher als geplant verlassen wir den Park wieder und steuern das Fishermans Camp an. Dort hatten wir schon bei früheren Reisen übernachtet. Im Camp ist alles grün. Anscheinend werden die Pflanzen bewässert. Wir stehen auf einer Wiese mit direktem Blick auf den See. So schön hatten wir das gar nicht mehr in Erinnerung.

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Die Sanitäreinrichtungen lassen keine Wünsche offen.

Heute koche ich nicht, sondern wir gehen in das zum Camp gehörende Restaurant. Das Essen ist lecker, aber das Highlight sind die neben dem Restaurant grasenden Hippos. Aus diesem Grund ist die Campsite auch von einem Elektrozaun umgeben.

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Teil 3012. Okt. 2022

29.Tag (Sa. 15.01.2022)
Lake Naivasha – Lake Nakuru National Park
107km


In der Nacht muss ich für ein menschliches Bedürfnis das Zelt verlassen und stehe Auge in Auge einem Hippo gegenüber. Nur der Draht des Elektrozauns trennt uns. Ohne den Zaun könnte man, hier direkt am See, das Zelt nachts nicht verlassen.

An diesem Morgen schlafen wir aus. Geweckt werden wir von lautem Vogelgeschrei. Mit Schreiseeadler, Nilgans und Hagedasch ist hier im Camp alles versammelt, was in der Vogelwelt ordentlich Lärm machen kann. Das Zelt verlassen wir erst kurz nach Sonnenaufgang, so spät wie noch nie auf dieser Reise. Auch danach lassen wir uns Zeit, denn unser Boot nach Crescent Island startet erst um 10:00Uhr und wir haben bereits gestern alles organisiert. Wir genießen das Frühstück mit Blick auf den See. Ein toller Platz zum campen.

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Pünktlich starten wir mit dem von uns gecharterten Boot. Die Überfahrt von unserem Camp nach Crescent Island dauert 45min.

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Das besondere an Crescent Island ist, dass man dort unbegleitet zu Fuß unterwegs sein kann. Es gibt zwar reichlich Tiere, aber nicht die Big5. Die Tiere sind Menschen gewohnt und deshalb nicht scheu. Kathrin ist hin und weg, als Sie sich Ihren Lieblingstieren bis auf wenige Schritte nähern kann. Es ist eine ungewohnte Perspektive, aus nächster Nähe zu den Giraffen aufzuschauen.

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Der Eingang zu Crescent Island befindet sich an der Südspitze der Insel. Bis zur Nordspitze der Insel sind wir rund 1,5h unterwegs. Geplant war, dass uns unser Boot hier abholt, aber dass hat erst einmal nicht funktioniert. Da gab es wohl ein Missverständnis mit unserem Bootsführer. Ein anderer Bootsführer, der hier seine Gäste abholt, kennt aber unseren Kapitän und ruft Ihn an. Mit etwas Verspätung werden auch wir abgeholt.

Auf der Rückfahrt können wir dann wieder viele Wasservögel beobachten und ich versuche mich an Flugaufnahmen der tief fliegenden Kormorane.

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Es zieht immer mehr zu und am Ende wird die Rückfahrt zu einem Wettrennen gegen den Regen, dass wir knapp gewinnen.

Wir verlassen das Fischermans Camp und fahren erst einmal einkaufen. Der Foodplus in der Buffalo Mall von Naivasha hat eine sehr gute Auswahl.

Auf der Strecke nach Nakuru herrscht dichter Verkehr und dem entsprechend werden wir wiederholt Zeugen haarsträubender Überholmanöver. Da unsere Strecke nicht sehr weit ist, halte ich mich weitgehend zurück. Überholen bringt hier keinen großen Zeitgewinn.

Über das Lanet Gate erreichen wir den Lake Nakuru National Park. Der Wasserstand des Lake Nakuru ist wie bei vielen anderen Seen des Rift Valley in den letzten Jahren stark gestiegen. Viele Wege entlang des Sees sind nicht mehr befahrbar. An den meisten Stellen gibt es aber bereits alternative Streckenführungen. Die Nordufer ist jedoch komplett unpassierbar, so dass eine Umrundung des Sees derzeit nicht möglich ist.

Als wir den Park erreichen ist es bereits nach 17:00Uhr. Es hat komplett zugezogen und ein kräftiger Wind ist aufgekommen. Alles ist grau in grau. Dazu trägt auch der Umstand bei, dass es im Park extrem trocken ist. Durch den starken Wind ist viel Staub in der Luft. Wir verzichten deshalb auf einen Gamedrive und fahren direkt zur ganz im Süden gelegenen Makalia Falls Campsite.

Die Campsite ist gegenüber unserem letzten Besuch nicht wieder zu erkennen. Damals gab es nur ein paar heruntergekommene Plumpsklos. Jetzt stehen hier nagelneu errichtete Ablutions. Leider ist aber auch die Campsite derzeit sehr vertrocknet und staubig.

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Ein Warden bietet uns an, zwei Ladungen Feuerholz zu besorgen. Kathrin ist sehr vertrauensselig und bezahlt bereits nach der ersten Ladung, woraufhin von dem Typen erst einmal nichts mehr zu sehen ist. So bleibt es bei einem kleinen Lagerfeuer.

Heute koche ich einen Eintopf aus grünen Bohnen und Kartoffeln.

Wir wollen uns gerade bettfertig machen, da taucht der Warden zu unserer Überraschung mit der zweiten Ladung Feuerholz auf. Eine sehr merkwürdige Lieferzeit. Immerhin ist es bereits seit über 2h stockdunkel.

Teil 3119. Okt. 2022

30. Tag (So. 16.01.2022)
Lake Nakuru National Park – Lake Baringo
203km


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Bevor wir zum Gamedrive aufbrechen, schauen wir kurz beim Makalia Fall vorbei. Der allgemeinen Dürre im Park entsprechend, tröpfelt nur ein dünnes Rinnsal in den Teich. Das haben wir auch schon ganz anders erlebt.

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Beim Gamedrive erkunden wir zunächst das Flachland südlich des Sees. Es ist sehr staubig und das Gras überall vertrocknet. Trotzdem sind viele Tiere zu sehen.

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Nicht weit von der Campsite entfernt treffen wir auf eine junge Nashornkuh. Zunächst noch weit entfernt, kommt sie dann direkt auf uns zu. Sie scheint neugierig zu sein. Langsam nähert sich das Tier bis auf wenige Meter unserem Auto, scheint letztendlich aber doch Angst vor der eigenen Courage zu bekommen und tritt die Flucht an.

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Nachdem der Tag sonnig begonnen hat, ist der Himmel inzwischen bedeckt. Das nimmt noch mehr Farbe aus der ohnehin schon graubraunen vertrockneten Landschaft. Ohne Sonne wirkt alles sehr trist.

Unweit des Sees entdecken wir ein im hohen Gras liegendes Löwenrudel.

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Östlich und westlich des Lake Nakuru und der südlich daran anschließenden Grasebenen erheben sich Hügelketten mit schönen Aussichtspunkten. Wir steuern zunächst die westliche Hügelkette mit dem Out of Africa Viewpoint und dem Baboon Cliff Viewpoint an.

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Von hier oben kann man gut erkennen, wie weit sich der See durch den angestiegenen Wasserspiegel ausgebreitet hat. Es stehen jetzt rund um den See unzählige abgestorbene Bäume im Wasser.

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Ein besonderer Ort zur Tierbeobachtung ist der neu aufgeschüttete Damm, welcher dass Überschwemmungsgebiet am südlichen Seeufer durchquert. Zum einen gibt es jede Menge Wasservögel zu sehen, wobei Flamingos nur noch in geringer Zahl vorkommen. Der gestiegene Wasserspiegel in Verbindung mit dem niedrigeren Salzgehalt haben den Lake Nakuru für diese Vögel unattraktiv gemacht. Der dominierende Vogel ist jetzt der Pelikan, welchen man früher nur im Nordteil bei den Süßwasserquellen gesehen hat. Inzwischen bevölkert er alle Bereiche des Sees.

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Auch die Wasser liebenden und zahlreich im Park vertretenen Büffel, sind vom Damm aus gut beim Baden zu beobachten.

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Zur Mittagspause fahren wir zum, auf der östlichen Hügelkette gelegenen, Lions Hill Viewpoint. Hier gibt es neu errichtete Sonnendächer, unter denen wir ausgiebig Mittagspause machen. Zwischendurch kommt auch wieder die Sonne zum Vorschein. Ein wirklich schöner Platz, den wir ganz für uns allein haben.

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Um 14:00Uhr verlassen wir den Park. Inzwischen hat es wieder zugezogen und es gehen vereinzelte starke Regenschauer nieder. So einen Schauer könnte unser Auto gut vertragen, ist es doch von einer dicken Staubschicht überzogen. Wie es das Schicksal will, trifft uns nur ein einziger Schauer und das genau in dem Moment, wo wir in Nakuru unter einem Tankstellendach stehend den Wagen betanken. Fünf Minuten gießt es in Strömen, aber als wir losfahren ist der Schauer schon weitergezogen. Der Wagen bleibt staubig.

Auf guter Asphaltstraße mit wenig Verkehr kommen wir zügig zum Lake Baringo. Wir befinden und genau auf der Wettergrenze. Im Westen schwere Regenwolken und im Osten strahlender Sonnenschein.

Wo genau wir heute übernachten können, war im Vorfeld nicht klar, da viele Unterkünfte durch die Fluten des Lake Baringo zerstört wurden. An diesem See ist der Wasserstand noch wesentlich stärker als am Lake Nakuru gestiegen. Die Menschen rund um den Lake Baringo haben aber nicht aufgegeben und so sind auch neue Unterkünfte entstanden, bzw. in Bau. Wir übernachten im Bushbaby Camp, welches auf Höhe des bekannten und leider abgesoffenen Roberts Camp liegt. Die Campsite des Bushbaby Camps ist bereits fertig und lässt keine Wünsche offen. Im hinteren Teil des Camps entstehen gerade Bungalows.

Das Wetter macht den ganzen Abend den Eindruck, als würde es jeden Moment anfangen zu regnen. Zu unserem Glück bleibt es jedoch trocken, so dass ich ohne Schwierigkeiten unser Abendessen kochen kann.

Teil 3202. Nov. 2022

31.Tag (Mo. 17.01.2022)
Lake Baringo – Eldoret
152km


In der Nacht fing es dann doch an zu regnen und hörte auch bis zum Morgen nicht mehr auf. Für unsere am Morgen geplante Birdingtour auf dem See sahen wir deshalb schwarz. Um 7:00Uhr sollte es losgehen und unser Guide Moses ist auch pünktlich zur Stelle. Wir beschließen erst einmal abzuwarten und auf Wetterbesserung zu hoffen. Dafür setzen wir uns in die Bar der Campsite. Die ist zwar noch geschlossen, aber man sitzt zumindest trocken.

Nach einer Stunde wird unsere Geduld belohnt. Es hört tatsächlich auf zu regnen und wir starten auf unsere Tour. In 5 Minuten sind wir zu Fuß bei den auf der anderen Straßenseite liegenden Boote. Früher befand sich hier das Roberts Camp, von dem jetzt nur noch ein paar überschwemmte Ruinen zeugen.

Es hat zwar aufgehört zu regnen, bleibt aber die ganze Zeit über grau und bedeckt. Farben und Kontraste beim Fotografieren leiden extrem unter diesen Bedingungen.

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Trotzdem ist es eine klasse Tour. So hatte ich zum Beispiel Moses gegenüber meine Hoffnung geäußert, endlich einmal die Purple Swamphen und den Giant Kingfisher zu sehen. Diese beiden Erstsichtungen konnte er uns bereits innerhalb der ersten viertel Stunde bieten.

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Ein Großteil der Tour findet in Bereichen statt, die noch vor wenigen Jahren Buschland waren und jetzt überschwemmt sind. Hier bestehen für viele Vögel ideale Lebensbedingungen. Es finden sich aber nicht nur Vögel in den Bäumen.

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Bei einem Fischer kaufen wir ein paar Fische, mit denen wir die auf einer Insel lebenden Seeadler zu Jagdflügen animieren wollen.

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Da auf der Insel sehr viele Seeadler leben, können wir gleich mehrere Jagdflüge erleben und zu versuchen diese auf den Chip zu bannen.

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Moses war eine Empfehlung von Sunworld und ein wirklich sehr guter Guide. Uns gefiel es gut, dass wir neben dem Birding auch viele andere interessante Gesprächsthemen hatten. Er konnte auch viel von den verschiedenen Volksgruppen am See und deren Zusammenleben berichten. Ein dominierendes Thema waren natürlich die Auswirkung des gestiegenen Wasserspiegels auf das Leben der Menschen am See. Es wurden viele Existenzen vernichtet. Wohnhäuser und Lodges wurden zerstört. Zahlreiche Äcker und Weiden sind überflutet und nicht mehr nutzbar.

Die ganze Tour über hatte ich leider Probleme mit dem Autofocus, weshalb viele Fotos nichts geworden sind. Ich dachte, dass es an der schlechten Beleuchtung liegt, musste dann später im Auto aber feststellen, dass ich mit meinen dicken Fingern aus Versehen etwas bei den Einstellungen zum Autofocus verändert hatte. Bei den vielen Knöpfen und Schaltern der Kamera muss man echt aufpassen, dass man nicht ungewollt etwas verstellt.

Für uns steht fest, dass wir diese Tour unbedingt noch einmal bei Sonnenschein wiederholen müssen.

Zurück auf der Campsite bekommen wir dann gerade noch unser Zelt trocken abgebaut, bevor es wieder anfängt zu regnen. Da haben wir beim Wetter an diesem Morgen noch Glück im Unglück gehabt.

Ursprünglich sollte es heute noch bis in den Mt.Elgon Nationalpark gehen. Da wir aber schon jetzt deutlich hinter dem Zeitplan liegen, beschließen wir die Strecke zu verkürzen und nur bis Eldoret zu fahren.

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Die Strecke durch das Kerio Valley nach Eldoret soll traumhaft schön sein. Wir kommen auch an zahlreichen Aussichtspunkten vorbei, können aber nichts sehen, da wir die meiste Zeit in dichten Regenwolken unterwegs sind. Auch diese Strecke müssen wir wohl noch einmal bei Sonnenschein unter die Räder nehmen. Kurz vor Eldoret kommen wir durch Iten. Hier liegt auf über 2000m Höhe das Trainingszentrum der kenianischen Langstreckenläufer.

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In Eldoret gehen wir erst einmal Einkaufen und fahren dann zum Naiberi River Resort & Campsite. Diese vor den Toren der Stadt gelegene Anlage bietet alles, was man als Overlander braucht und ist bei gutem Wetter sicherlich auch ein sehr beliebtes Naherholungsgebiet für Eldoret. Die große Poollandschaft nutzen wir in Anbetracht des Wetters nicht, sind aber über das schöne Restaurant sehr glücklich, wo wir uns einen warmen Platz in der Nähe des Kamins suchen.

Wir gönnen uns die sehr guten Pfeffersteaks. Rindfleisch können sie hier in Kenia wirklich erstklassig zubereiten. Dazu ein leckerer Rotwein.

Teil 3309. Nov. 2022

32.Tag (Di. 18.01.2022)
Eldoret – Rusinga Island
306km


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In der Nacht haben wir immer wieder sehr ungewöhnliche Tierstimmen aus den hohen Bäumen rund um unsere Campsite gehört. Von den Angestellten erfahren wir, dass es sich dabei um Eulen handelt. Leider konnten Sie nicht sagen, um welche Art es sich handelt und gesehen haben wir sie leider auch nicht.

Es hat fast die ganze Nacht geregnet und hört auch nach Tagesanbruch nicht auf. Ein guter Grund mal auszuschlafen. Zum Glück hat jeder Stellplatz einen überdachten Unterstand, so dass wir trotz des schlechten Wetters im Trockenen frühstücken können.
Um die nächsten Tage zu planen, checken wir erst einmal den Wetterbericht und der verkündet nichts Gutes. Die nächsten zwei Tage soll es im westlichen Kenia immer wieder regnen. Bei unserem nächsten Ziel, dem Mount Elgon, soll es sogar mehr oder weniger durchregnen und auch im Kakamega Forrest ist immer wieder mit starken Schauern zu rechnen. Wir sind mit unserer Ausrüstung leider auf das Leben im Freien angewiesen und deshalb recht wetterabhängig. Zumindest beim Kochen und Essen sollte es trocken sein. Außerdem wollten wir am Mount Elgon und im Kakamega Forrest wandern, was unter diesen Bedingungen auch eher spaßbefreit wäre. Als Konsequenz dieser Umstände entscheiden wir direkt in die Mara zu fahren und dort den Rest unserer Reise zu verbringen.

Wir beschließen, die Strecke in die Mara in zweit Tagesetappen zu fahren. Die Zwischenübernachtung planen wir auf der Campsite der Wayando Beach Eco Lodge auf Rusinga Island. Dort gibt es auch ein Restaurant, so dass wir wetterunabhängig sind.
Bevor wir uns auf den Weg machen können, steht aber erst einmal ein Großeinkauf auf der Tagesordnung. Für 10 Tage und 11 Nächte in der Mara ist eine Menge Proviant nötig. In Eldoret gibt es einen Foodplus wo wir alles bekommen, was wir uns wünschen. Für mich sind Carrefour und Foodplus die mit Abstand besten Supermarktketten in Kenia, wobei Foodplus wesentlich mehr Filialen hat und im ganzen Land vertreten ist. Carrefour gibt es dagegen nur in Nairobi und an der Küste. Nach diesem Großeinkauf müssen wir ordentlich Tetris spielen, um auch alles im Fahrzeug unterzubringen.

In Eldoret herrscht reger Verkehr und als ich es wage vor einem Zebrastreifen anzuhalten, um Fußgänger die Straße überqueren zu lassen, geht hinter mir gleich ein Hupkonzert los. So ganz habe ich mich der kenianischen Fahrweise wohl noch nicht angepasst.

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Endlich können wir starten. Westkenia ist dicht besiedelt und ein Dorf geht ins nächste über. Nur selten kann man ein paar Kilometer fahren, ohne von Bumps auf der Straße ausgebremst zu werden. Außerdem ist gerade Zuckerrohrernte, so dass wir ständig hinter den Traktoren mit dem geernteten Rohr hängen.

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Die dichte Besiedelung hat auch zur Folge, dass es sehr schwierig ist, mal einen ungestörten Ort für eine Pinkelpause zu finden.

Als uns unsere Strecke am Rand des Kakamega Forrest entlang führt, sehen wir viele Affen am Straßenrand.

Letztendlich brauchen wir den ganzen Tag, um nach Rusinga Island zu kommen. Das letzte Drittel der Strecke führt entlang des Lake Victoria. Immer wieder haben wir einen schönen Blick auf den See.

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Als wir uns Rusinga Island nähern sehen wir schon von weitem die riesige Gewitterwolke über der Insel. Exakt auf der Brücke, welche die Insel mit dem Festland verbindet, beginnt es dann auch wie aus Eimern zu schütten. Wir erleben ein Unwetter mit Starkregen, Blitz & Donner, wie man es nur bei tropischen Gewittern erlebt.

Die schlechte Sicht in dem Unwetter und die Tatsache, dass die Lodge bei Maps.me nicht an der richtigen Stelle eingezeichnet ist, sorgen dafür, dass wir noch ein wenig suchen müssen, bis wir endlich ankommen.

Natürlich hat der Starkregen auch auf der Campsite alles in eine Schlammwüste verwandelt. Aufgrund des Wetterberichtes hatten wir aber so etwas eingeplant und uns für die Wayando Beach Eco Lodge entschieden, denn hier gibt es nicht nur ein Restaurant, sondern auch die Möglichkeit in Bandas zu übernachten. Keine Frage, dass wir uns bei den äußeren Umständen für eine Banda mit Halbpension entscheiden. Der Preis liegt bei 5.000KSH pro Person.

Zum Dinner gibt es nach einer Gemüsesuppe eine Riesenportion Fish & Chips. Der Fisch ist frisch aus dem Lake Victoria; die Kartoffeln aus eigenem Anbau. Die Menge ist selbst von uns, als guten Essern, nicht zu bewältigen.

Den ganzen Abend über ist die Insel aufgrund des Gewitters ohne Strom.

Zur Lodge gehört auch ein sehr wuscheliger und verschmuster Hund. Leider ist er bei dem Wetter auch sehr nass.

Die Bandas sind schlicht, aber sehr sauber. Aufgrund des Stromausfalls haben wir Akku-Lampen erhalten. Die warme Dusche ist bei diesem Wetter sehr willkommen.

Ich glaube die Lage der Lodge ist ein Traum, konnte das bei dem Wetter aber noch nicht überprüfen. Wir hoffen auf den morgigen Tag.

Teil 3416. Nov. 2022

33.Tag (Mi. 19.01.2022)
Rusinga Island – Mara Triangle
236km


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Es hat im Laufe der Nacht tatsächlich aufgehört zu regnen. Trotzdem ist am Morgen noch alles grau in grau. Zumindest kann man aber jetzt die traumhafte Lage der Lodge am Ufer des Lake Victoria erkennen. Wir machen nach dem Frühstück noch einen kleinen Spaziergang auf dem Lodgegelände, bevor es weiter in die Massai Mara geht.

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Wir wollen noch etwas von der Landschaft am Lake Victoria sehen, und fahren deshalb nicht auf direktem Weg in die Mara. Unser Plan ist es, der C19 weiter entlang des Ruma Nationalparks und des Seeufers bis Migori zu folgen und von dort über die C13 zum Oloololo Gate. Die C19 ist in diesem Bereich nur noch eine nicht asphatierte Naturstraße. Bis Sindo ist das auch kein Problem. Die Piste verläuft die ganze Zeit direkt am Seeufer und ist steinig mit nur wenigen kurzen Schlammpassagen.

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In Sindo ändern sich die Straßenverhältnisse schlagartig. Hier biegt die Piste ins Hinterland zum Ruma National Park ab. Der Ort Sindo ist eine einzige Schlammwüste. So etwas haben wir noch nicht erlebt. Alle Wege, Straßen und Plätze bestehen aus knöcheltiefem Schlamm. Ebenso der Marktbereich. Ab hier besteht das Geläuf auf der Piste aus Black Cotton Soil und der ist nach den heftigen Regenfällen der letzten Tage und Nächte glatt wie Schmierseife. Tiefe Löcher und Rillen machen den Wagen teilweise unbeherrschbar. Das Schlimmste sind aber die tiefen Gräben auf beiden Seiten der schmalen einspurigen Piste. Wenn man da reinrutscht, sprechen wir nicht über Stunden bei der Bergung. Das würde Tage oder sogar Wochen dauern, den Wagen aus dem Graben zu bergen. Das ginge erst nach Abtrocknen des Untergrunds und mit schwerem Gerät.

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Als es dann auch noch in die Berge geht und die Steigungen zunehmen, breche ich die Aktion ab und nutze die nächste Gelegenheit zur Umkehr. Über eine Verbindungspiste gelangen wir auf die Hauptstraße nach Homa Bay und von dort auf Asphalt nach Migori, wo wir ein letztes Mal vor der Mara den Wagen volltanken.

Die Zufahrt von Migori in die Massai Mara ist deutlich einfacher geworden, seit wir das letzte Mal diese Strecke gefahren sind. Beim letzten Mal war es noch eine übel zerfahrene Erdpiste. Jetzt ist das erste Drittel der Strecke asphaltiert und danach geht es bis Lolgorien auf gute Erdpiste weiter. Erst ab Lolgorien wird es etwas ruppiger, aber immer noch weit besser als in früheren Jahren. Auch die Abfahrt vom Escarpment in die Ebene der Mara wurde instandgesetzt. Der Ausblick ist aber so spektakulär wie wir ihn in Erinnerung haben.

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Wir checken am Oloololo Gate ein und suchen uns auf der nahe gelegenen Campsite einen schönen Platz, wo wir erst einmal Siesta machen. Unweit ziehen Elefanten vorbei. Die Campsite erfüllt von der ersten Minute an unsere Erwartungen. Es sind immer Tiere in der Nähe, die man beobachten kann.

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Um 16:00Uhr starten wir auf einen kleinen Gamedrive. Weit wollen wir nicht fahren. Vorbei am Kichwa Airstrip zum Little Governors Camp und von dort mehr oder weniger entlang des Mara Rivers, bis wir auf die befestigte Piste kommen, die uns zurück zum Gate bringen wird.

Wir haben das Camp kaum verlassen, da stehen wir in einer Herde Elands.

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Das Wetter ist schon den ganzen über sehr unbeständig. Haben wir am Vormittag noch vereinzelt die Sonne gesehen, ist es jetzt überwiegend dicht bewölkt und es ziehen starke Gewitter über die Mara. Die sehen spektakulär aus, man möchte aber nicht mittendrin stehen.

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Das Gelände hier ist überwiegend sumpfig mit vielen Tümpeln. Ein Paradies für Hippos.

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Es ist wirklich beachtlich, was wir auf dieser kurzen Runde sehen. Aus nächster Nähe können wir den ersten Kill dieser Reise miterleben. Direkt neben unserem Wagen pickt ein Hornrabe eine Kröte aus einem Graben.

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Dann sehen wir innerhalb weniger Minuten drei der Big5, wobei das Rhino eine echte Sensation ist. Von denen leben nur gut 20 Stück in der gesamten Massai Mara und sie werden viel seltenen gesehen, als die drei großen Katzen.

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Wir sind schon auf der Hauptpiste auf dem Rückweg zur Campsite und hatten den Gamedrive gedanklich schon abgeschlossen, da kommt uns eine einzelne Löwin entgegen. Ihr Gesäuge ist deutlich ausgeprägt, weshalb wir vermuten, dass Sie noch sehr kleine Cubs hat und sich deshalb noch abseits Ihres Rudels hält. Das bedeutet vier der Big5 innerhalb einer guten halben Stunde.

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Kurz vor dem Gate sehen wir in einiger Entfernung einen schlafenden Löwen am Hang des Escarpments.

Kurz vor der Dämmerung sind wir zurück auf der Campsite und richten uns häuslich ein. Von den Rangern konnten wir uns auch Holz fürs Lagerfeuer liefern lassen. Diese Nacht haben wir die Campsite ganz für uns allein.

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Wir haben Glück und es bleibt trocken. Wettermäßig sind wir beim Kochen und Abendessen am verwundbarsten. Wenn es da regnet und es keinen Unterstand gibt, geht es mit knurrendem Magen ins Bett.

Heute Abend koche ich Ratatouille.

Die Geräuschkulisse nach Einbruch der Dunkelheit übertrifft hier auf der Oloololo Campsite alles, was wir bislang auf dieser Reise gehört haben. Das Grundrauschen bilden die Frösche und Zikaden. Ganz in der Nähe haben Elefanten Stress und sind lautstark am Trompeten. Ebenfalls nicht allzu weit entfernt sind die Löwen, welche wir in regelmäßigen Abständen brüllen hören. Hin und wieder melden sich auch Hyänen und Schakale zu Wort. Was gibt es Schöneres, als am Lagerfeuer zu sitzen den Tieren zu lauschen.

Teil 3523. Nov. 2022

34.Tag (Do. 20.01.2022)
Mara Triangle (Oloololo Campsite – Eluai Campsite)
115km


Der Tag begrüßt uns mit einem farbenprächtigen Sonnenaufgang.

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Wir packen schnell zusammen und starten auf unseren Gamedrive. Der Plan ist, dass Mara Triangle entlang seiner Außengrenzen fast komplett zu umrunden. Zunächst soll es entlang des Escarpments in Richtung tansanische Grenze gehen. Der Plan scheitert leider schon an der Abzweigung der Escarpment Road von der Main Road. Die Escarpment Road ist extrem schlammig und es hat sich auch schon ein Fahrzeug kurz hinter der Abzweigung festgefahren. Ein weiteres Fahrzeug versucht bereits zu helfen. Wir wollen uns lieber auf die Tierwelt anstatt auf fahrerische Herausforderungen konzentrieren und beschließen auf den Allwetterpisten zum Ngiro-are Outpost zu fahren. Auch auf dieser Strecke ist das Escarpment immer in der Nähe und die letzten Kilometer fährt man direkt unterhalb des Abhangs.

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Auf dieser Strecke dominieren Büffel und Elefanten unsere Tiersichtungen. Wir treffen auf zwei riesige Büffelherden und kleine Elefantenherden begegnen uns immer wieder.

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Auf dieser Strecke kommen wir auch an einem riesigen Feigenbaum vorbei, der ein beliebter Picknickspot ist. Es ist aber noch viel zu früh für unsere Mittagspause.

Der Einstieg zum Track entlang der Landesgrenze zwischen Kenia und Tansania ist schwierig zu finden. Er zweigt nicht, wie in der Karte eingezeichnet direkt am Ngiro-are Outpost von der Allwetterpiste ab. Stattdessen gibt es weiter nördlich und am Beginn der Olare Road mehrere Einstiege, die alle zum Grenz Track führen.

Die Strecke entlang der Grenze kann ich sehr empfehlen. Herrliche Savannenlandschaft. Hin und wieder etwas tricky bei der Fahrerei, aber trocken. Immer wieder sehen wir große Herden. Vor allem Zebras sieht man sehr häufig. Der Track selbst nimmt es nicht so genau mit der Grenze und verläuft mal auf kenianischer Seite und mal auf tansanischer Seite.

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In der Nähe des Myles Turner Hills sehen wir die Beute eines Leoparden in einem Baum, können den Jäger aber leider nicht finden. Wir beschließen morgen noch einmal hier vorbeizufahren.

Weiter in Richtung Mara River finden wir einen schönen Picknickspot unter einem Baum. Hier gibt es sogar gemauerte Tische. Durch die etwas erhöhte Lage auf einem flachen Hügel haben wir einen weiten Blick über das Land. Hier können wir die ganze Zeit über Tiere beobachten, ohne uns zu bewegen.

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Erst im Laufe des Nachmittags machen wir uns wieder auf den Weg. Es ist nicht mehr weit bis zum Mara River und von hier aus geht es immer möglichst nah am Fluss nach Norden.

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Im Laufe des Nachmittags ändert sich leider auch das Wetter. Es zieht zu und ein starker kalter Wind kommt auf. Das Licht ist zum Fotografieren denkbar schlecht und auch die Tiere lassen sich schwieriger entdecken.

An einem Hippopool treffen wir zwei österreichische Paare, die auch als Selbstfahrer unterwegs sind und auch hier im Forum schon aktiv waren. Ein Wagen ist auch von Sunworld. Sie hatten erst bei einem anderen Vermieter gemietet, sind dann aber noch während des Urlaubs aufgrund diverser Probleme zu Sunworld gewechselt. Leider ist die Zeit schon weit fortgeschritten und wir alle haben noch einen weiten Weg, so dass wir uns schon bald wieder voneinander verabschieden müssen.

In der Nähe des Hippopools liegen auch mehrere der legendären riesigen Krokodile am Ufer. Nirgend in Afrika habe solch große Exemplare gesehen.

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Auch diesen beiden Schakalen scheint der starke kalte Wind überhaupt nicht zu gefallen. Sie haben sich an windgeschützter Stelle zusammengerollt.

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Im letzten Licht erreichen wir die Eluai Campsite. Der Platz liegt schön auf einem flachen Hügel und hat außer einem Plumpsklo keinerlei Infrastruktur. Der Platz ist nicht sehr gr0ß und der felsige Untergrund macht eine sorgfältige Stellplatzwahl notwendig. Es gibt einen traumhaften Stellplatz mit Blick auf die Ebene, der war aber leider schon besetzt, als wie eintrafen.

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Meist flaut der Wind mit Sonnenuntergang ab; an diesem Abend leider nicht. Zeltaufbau und kochen gestalten sich dem entsprechend schwierig. Außerdem ist es kalt, so dass wir uns dick einpacken und nah ans Feuer rücken.

Zum Abendessen gibt es Asiagemüse mit pikanter Sauce und Reis.

Teil 3630. Nov. 2022

35.Tag (Fr. 21.01.2022)
Mara Triangle (Eluai Campsite – Oloololo Campsite)
103km


Heute Morgen wird es nicht so richtig hell. Eine hohe geschlossene Wolkendecke liegt über der Mara und schluckt das meiste Licht. Alles erscheint trist und grau. Wir sehen trotzdem zu, dass wir so schnell wie möglich zum Gamedrive starten. Zum Fotografieren ist das Wetter zwar denkbar schlecht, aber die Tiere sind viel aktiver als bei Sonnenschein und Hitze.

Nachdem wir gestern das Mara Triangle umrundet haben, wollen wir heute die zentralen Bereiche erkunden. Zunächst einmal geht es auf der Main Road Richtung Süden und nach nur wenigen Kilometern entdecken wir ein Löwenrudel an einem Wasserloch. So früh am Morgen sind Sie noch recht aktiv. Ein einzelnes Löwenjunges versucht seine Mutter zum Spielen zu animieren.

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Als erstes wollen wir den Bereich zwischen Main Road und River Road erkunden. Wir nehmen einen passabel aussehenden Track, der nach Osten führt und hoffen auf diesem bis zur River Road zu gelangen. Sicher sein kann man da nie. Die Tracks werden nicht unterhalten und die Passierbarkeit schwankt stark. Wir haben Glück. Der Weg führt uns durch ein sehr schönes Tal im Bereich Nyumba Nane , welches man von den Hauptpisten nicht sehen kann und in dieser eher flachen Landschaft auch nicht vermuten würde. Auf der River Road angekommen, wenden wir uns nach Süden und nehmen den nächsten Track zurück zur Main Road.

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Wir erleben aus nächster Nähe einen erbitterten Kampf zwischen zwei mächtigen alten Büffelbullen. Das haben wir in dieser Intensität auch noch nicht gesehen.

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Wir bleiben nicht lange auf der Main Road und verlassen die befestigte Piste bei der nächsten Gelegenheit in Richtung tansanische Grenze. Hier hatten wir gestern die größte Tierdichte. Außerdem wollen wir noch einmal an dem Baum vorbeischauen, in dem ein Leopard Beute deponiert hat. Es handelt sich bei der Beute im Übrigen um die Reste eines großen Warans. Den Leoparden können wir aber wieder nicht finden. Dafür entdecken wir ganz in der Nähe auf einem anderen Baum einen Beutegreifer mit seinem Opfer. Ein Falke ist dabei seinen frisch erbeuteten Vogel zu rupfen.

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Bei den vielen Grasfressern in dieser Gegend ist es nicht verwunderlich, dass wir in der Nähe der Army Drift auf ein großes Löwenrudel treffen.

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Das Rudel wird von 2 Löwen geführt, von denen einer gerade zur Patrouille durch sein Revier aufbricht. Leider können wir ihm nicht folgen, da er in wegloses Gelände verschwindet. Das die Löwen um diese Zeit so aktiv sind verdanken wir auf jedem Fall dem schlechten Wetter. Bei Sonne würde das Rudel jetzt irgendwo platt im Schatten liegen und höchstens mal mit der Schwanzspitze zucken.

Inzwischen ist es schon Mittag und wir machen uns auf die Suche nach einem schönen Picknickplatz. Nördlich vom Mike Tango Hill werden wir fündig.

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Wir genießen wieder einmal die lange Pause inmitten der Natur. Mehrere Stunden bleiben wir hier, essen in aller Ruhe, genießen den Ausblick und lesen.

Die Wolkendecke wird auch etwas dünner, so dass wir die Sonne zumindest erahnen können. Dafür bilden sich aber auch Gewitterwolken, die sich zum Glück alle am Escarpment abregnen.

Nach der ausgedehnten Mittagspause fahren wir zu dem Wasserloch, an dem wir heute Morgen die Löwen entdeckt haben. Die sind, wie vermutet, immer noch vor Ort, haben sich jetzt aber sehr fotogen auf einem Hügel drapiert. Zusammen mit dem besseren Licht, entstehen dadurch ein paar schöne Fotos.

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Bei den ersten beiden Löwensichtungen des Tages waren wir ganz allein und auch jetzt kommt nur kurz ein Rangerfahrzeug vorbei, welches für ein paar Minuten zusammen mit uns die Löwen beobachtet. Hier im Mara Triangle ist derzeit sehr wenig los. Safarifahrzeuge sieht man nur sehr selten. Da sind die Selbstfahrer schon in der Überzahl.

Unser letztes Ziel vor der Oloololo Campsite ist der Picknickplatz am Hippo Pool. Der Platz befindet sich direkt am Mara River und bietet sogar eine Toilette. Wie der Name es ankündigt, befindet sich hier eine große Gruppe Hippos im Wasser.

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Die Oloololo Campsite haben wir diese Nacht nicht für uns allein. Zwei weitere Fahrzeuge mit Selbstfahrern sind zusammen mit uns vor Ort. Die Campsite ist aber groß genug, so dass das überhaupt kein Problem ist.

Auch an diesem Abend lässt der Wind nicht nach, ist aber wenigstens nicht so kalt, wie in der vorherigen Nacht.

Zum Abendessen koche ich einen arabischen Gemüseeintopf. Der Vorteil als Koch ist, dass man sich nicht um den Abwasch kümmern muss. 😄 😎

Teil 3707. Dez. 2022

36.Tag (Sa. 22.01.2022)
Mara Triangle – Mara National Reserve
129km


Was soll ich sagen; wir sind wieder sehr früh auf den Beinen und verlassen die Campsite noch bevor die anderen Camper überhaupt aufgestanden sind. Die Stimmung ist heute Morgen etwas ganz Besonderes. Es liegt leichter Bodennebel über der Landschaft.

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Wir bleiben erst einmal im Norden des Triangles und fahren die zahlreichen Tracks zwischen Main Road und Saparingo Swamp.

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In der Ferne sehen wir eine große Büffelherde und bald darauf überquert direkt vor uns eine Gruppe Löwinnen die Piste. So wie die durch die Landschaft ziehen, sind sie eindeutig auf der Jagd. Sie bewegen sich in Richtung der Büffel, aber leider befindet sich die Herde in einem sehr sumpfigen Gebiet, wo wir keine Chance haben, näher heranzukommen.

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Jetzt geht es weiter in Richtung Süden, denn wir haben heute noch einiges an Strecke vor uns. Wir bleiben zunächst immer in der Nähe des Mara Rivers.

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Schon bald treffen wir auf eine Gruppe Zebramangusten. Es sollte nicht die einzige Gruppe bleiben, die wir an diesem Tag treffen. Die kleinen Räuber sind ständig in Bewegung.

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Auf Höhe der Olaro Special Campsite biegen wir ins Innere des Schutzgebietes nach Westen ab, um über Nyumba Nare die Main Road zu erreichen.

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Die Löwen liegen noch immer an dem Wasserloch. Das Rudel ist selbst für Löwen erstaunlich standorttreu.

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Weiter geht es in Richtung tansanischer Grenze. Das ist auf dieser Reise unser Lieblingsgebiet im Triangle.

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Unser Picknick Tree von vorgestern ist leider schon besetzt, so dass wir uns nach einer Alternative umsehen müssen. Wir fahren weiter in Richtung Mara Bridge und finden in der Nähe des Flusses einen schönen Picknickbaum, keine 100m neben der Piste.

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Heute wird es leider nichts mit der ausgedehnten Picknickpause. Wir sind gerade mit dem Essen fertig, da bekommen wir Besuch von 2 Rangern, die uns darauf aufmerksam machen, dass wir das Kleingedruckte in den Parkregeln nicht gelesen haben. Unter diesem Baum dürfen wir nicht Picknick machen, da wir uns im Bereich zwischen River Road und Mara River befinden. In diesem Bereich ist das Verlassen der Tracks und Pisten nicht gestattet. In den übrigen Bereichen des Triangles darf man dagegen die Wege verlassen und somit auch Picknick unter Bäumen machen. Wieder was dazu gelernt. Leider kostet uns die Nummer auch 10.000KSH Lehrgeld.

Um 14:00Uhr sind wir an der Mara Bridge und wechseln von der Mara Conservancy (Triangle) ins Mara National Reserve. Von der Brücke haben wir einen schönen Blick auf den Fluss und am felsigen Ufer tummeln sich die Agamen.

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Unser erstes Ziel im Reserve ist der Lookout Hill. Von hier haben wir einen weiten Blick über die Kurzgrassavanne der Region. Es erscheint aus der Ferne, als seien die weiten Grasflächen leer, aber wenn man dann über die Wiesen fährt, wimmelt es aber nur so von Tieren.

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Die nächsten Stunden verbleiben wir im Gebiet zwischen Lookout Hill, Mara River und Ashnil Camp.

Wir treffen auf eine Gruppe Hyänen, die mit prall gefüllten Mägen, zur Verdauung im Schlamm liegen, aber sofort aufspringen, als wir uns nähern. Wir sehen es bei Hyänen sehr häufig, dass Sie mit den Bäuchen im Schlamm liegen. Da würden mich mal die genauen Gründe interessieren, denn von anderen Tieren kenne ich dieses Verhalten nicht. Eine der Hyänen scheint der klare Verlierer bei den Rangkämpfen innerhalb des Cans zu sein. Dem armen Tier fehlen beide Ohren. Das ist schon ein sehr ungewöhnlicher Anblick.

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Am Mara River Treffen wir wieder auf eine Gruppe Hippos. Einige sind am Ufer und direkt unter uns ist eine Mutter mit sehr kleinem Kalb.

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Der erste Eindruck vom Mara Reserve ist sehr gut. Tiere gibt es reichlich und das Wegenetz ist sogar noch enger als im Triangle. Das ist bei vielen Sichtungen sehr praktisch, macht aber auch die Orientierung recht anspruchsvoll. Auch sind die Tracks häufig anspruchsvoller zu befahren als im Triangle. Sieht die Mara auf den ersten wie eine große Wiese aus, so ist sie doch von zahlreichen Gräben und Bächen durchzogen, welche sich häufige als ernsthafte Hindernisse erweisen.

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Die Suche nach passierbaren Durchfahrten der Gräben und Bäche zwingt einen oftmals zu Umwegen und so muss ich mich zum Ende des Tages ganz schön sputen, um zeitig vor Toresschluss am Talek Gate zu sein. Da gibt es leider nur noch selten einen Fotostop.

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Die Ratte dieses Schakals schien schon vor langer Zeit verstorben zu sein und hatte eher die Konsistenz eines Kauknochens.

Letztendlich schaffen wir es rechtzeitig das Reserve zu verlassen. Leider gibt es im Mara National Reserve keine Campsites, so dass wir nicht im Schutzgebiet übernachten können. Im Ort Talek gibt es dagegen mehrere Campingplätze.

Bevor wir uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz machen, wird erst einmal der Wagen wieder vollgetankt. Danach sehen wir uns das häufig gelobte Crocodile Camp an. Hier gefällt es uns aber gar nicht. Die düstere Campsite liegt ohne Ausblick zwischen dichten Dornenbüschen und die Sanitäranlagen sind auch schon sehr in die Jahre gekommen. Da schauen wir uns lieber mal das Aruba Camp an, wo wir bei früheren Reisen übernachtet haben. Dort ist die Campsite sogar noch besser geworden, als wir es in Erinnerung hatten. Die Stellfläche ist bis an den Fluss erweitert worden, so dass man einen schönen Blick hat. Es gibt neu errichtete Abloutions und auch ein einfaches Küchengebäude. Für uns ist sofort klar, dass wir hier die restlichen Nächte der Reise verbringen werden.

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Das Zelt ist schnell aufgebaut und ich will gerade mit dem Kochen anfangen, da höre ich den ersten Donner und sehe die ersten Blitze. Von Norden hat sich hinter den Bäumen ein Gewitter angeschlichen. Zunächst hoffe ich noch, dass das Gewitter vorbeizieht, aber dann wird klar, dass es uns voll treffen wird. Da können wir gleich einmal das Küchengebäude ausprobieren. Ich kann gerade noch Tisch & Stühle sowie die Kochutensilien ins Küchengebäude bringen, da bricht das Unwetter auch schon los. Über eine Stunde lang herrscht Weltuntergang. Der Regen prasselt so heftig auf das Blechdach, dass wir und anschreien müssen, um uns zu verständigen. Der Sturm peitscht die Gischt durch die unverglasten Fenster. Dazu Blitz & Donner ohne Unterbrechung.

Als das Gewitter weitergezogen ist müssen wir feststellen, dass unser Dachzelt für solch ein Wetter leider vollkommen ungeeignet ist. Die Schwachstelle sind die Abspannstangen für das Überzelt, die bei stärkerem Wind aus den Halterungen gerissen werden. Ohne Überzelt war dem Regen Tür und Tor geöffnet und es ist viel Wasser ins Zelt gelangt. Da drinnen können wir diese Nacht nicht schlafen. Zum Glück bietet das Aruba Camp auch feste Safarizelte. Wärend ich koche und die nassen Schlafsäcke im Küchengebäude zum Trocknen aufhänge, organisiert Kathrin eine Übernachtung im Safarizelt.

Mit großer Verspätung können wir dann unser Abendessen genießen. Es gibt ein vegetarisches Kokos-Curry.

Teil 3814. Dez. 2022

37.Tag (So. 23.01.2022)
Mara National Reserve
86km


Im Safarizelt haben wir eine angenehme und vor allem trockene Nacht verbracht. Das Dachzelt ist dagegen von innen klitschnass. Die Schlafsäcke hatten wir schon gestern Abend in Sicherheit gebracht und im Küchengebäude zum trocknen aufgehängt. Bettlaken und Kopfkissenbezüge geben wir heute Morgen beim Laundryservice der Lodge ab; dann sind sie heute Abend sauber und trocken.
Das Wetter zeigt sich mit bedecktem Himmel, aber trocken. Wir haben noch die Hoffnung auf Wetterbesserung.

Wir fahren über das Talek Gate in den südlichen Teil des Reserve. Schnell müssen wir feststellen, dass die Plains nahezu unbefahrbar sind. Hier steht an vielen Stellen noch das Wasser auf den weiten Flächen und man läuft entweder Gefahr im Schlamm zu versinken und sich festzufahren, oder schlittert unkontrollierbar über den Black Cotton Soil. Die Gräben und Bäche sind sowieso unpassierbar.

Auf die Tierwelt kann ich mich dabei nur am Rande konzentrieren. Wenn Hyänen über die weiten Flächen laufen, sind sie natürlich nicht zu übersehen und Giraffen sind sowieso immer gut zu entdecken.

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Wir beschließen in den hügeligen östlichen Teil der Mara zu fahren und hoffen das dort das Wasser schneller abfließt. Tatsächlich ist die Region in weiten Teilen besser zu befahren, was auch daran liegt, dass es hier nur selten Black Cotton Soil gibt und der Boden meistens aus Sand besteht.

Wir sind nicht die Einzigen, die es aufgrund des Wetters in diese Region verschlagen hat. Südlich der Signpost Corner sehen wir eine größere Gruppe Fahrzeuge beieinanderstehen. Bei so vielen Fahrzeugen erwarten wir eine spektakuläre Sichtung und beschließen auch mal vorbeizuschauen. Obwohl Luftlinie maximal einen Kilometer entfernt, zieht sich der Weg aufgrund der vielen unpassierbaren Bäche und Gräben. Wir sind gezwungen erhebliche Umwege fahren. Endlich angekommen müssen wir feststellen, dass es sich bei der Sichtung lediglich um 3 tief im Gebüsch versteckte, schlafende Löwinnen handelt. Dafür halten wir nicht einmal an.

Südlichen der Ngama Hills fahren wir in ein schönes weites Tal Richtung Osten und biegen dann nach Süden in Richtung Main Road ab, da noch weiter Richtung Osten zahlreiche Rinderherden zu sehen sind. Zwischenzeitlich zeigt sich sogar kurz die Sonne. Da sieht die Welt gleich viel freundlicher aus.

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Kurz vor Erreichen der Main Road finden wir einen schönen Baum für die Mittagspause. Kaum sind wir mit dem Essen fertig kommt aber ein Schauer auf uns zu und wir können gerade noch rechtzeitig alles wegräumen, bevor es anfängt zu schütten. Einmal ungestört Mittagspause zu machen wäre auch mal wieder nett.

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Wir warten den Schauer im Wagen ab, und starten danach noch einmal auf Gamedrive. Es dauert dann aber nicht lange und der nächste Schauer hat uns erreicht, welcher dann nahtlos in einen anhaltenden Landregen übergeht, der sich über die gesamte Mara erstreckt.

Wir sind aufgrund des Wetters sehr frustriert. Seit einer Woche diktiert der Regen mehr oder weniger unseren Urlaub. Inzwischen sind wir so weit, dass wir uns fragen, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, die Reise wie geplant fortzusetzen, sollte es so regnerisch bleiben. Ausführlich checken wir die Wetterberichte, die zu unserer großen Freude einheitlich ab morgen trockenes Wetter für die ganze nächste Woche vorhersagen. Das ist gut für die Moral. Wir beschließen den Rest des Urlaubs in der Mara zu verbringen.
Heute soll es aber erst gegen Abend besser werden, so dass wir entscheiden den Gamedrive zu beenden und auf der Mainroad zurück nach Talek zu fahren.

Unterwegs stehen wir dann aber doch noch lange neben einem großen Elefantenbullen, der sich von dem Wetter und uns nicht im Geringsten stören lässt und das frische Gras genießt.

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Zum Abend hin hört der Regen wie angekündigt auf und wir können im trockenen das Zelt aufbauen und wieder einrichten.
Am Lagerfeuer koche ich dann Nudeln mit Auberginenbolognese.

Teil 3921. Dez. 2022

38.Tag (Mo. 24.01.2022)
Mara National Reserve
109km


Der große Vorteil an einer Campsite in Talek ist, dass man von dort die beiden vom Talek River getrennten Bereiche des Mara National Reserve gleichermaßen gut erreichen kann; sowohl die großen Ebenen südlich des Talek, als auch die Musiara Region nördlich des Talek.

Wir entschieden uns heute für die Musiara Region, da hier der Boden sandiger ist und sich somit nach den Regenfällen der letzten Tage besser befahren lässt, als der Black Cotton Soil auf den großen Ebenen.

Das Wetter macht heute einen guten Eindruck und bis auf ein paar zwischenzeitliche Eintrübungen wird es den ganzen Tag über sonnig bleiben.

Zunächst fahren wir entlang des Talek zum Ol Kiombo Airstrip. Es sind viele Tiere in diesem Bereich zu beobachten. Unter anderem treffen wir die ersten Löwen des Tages.

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Hinter dem Ol Kiombo Airstrip biegen wir nach Norden ab und fahren entlang des Olare Orok zur Double Crossing. Hier schauen wir uns das Gebiet zwischen Ntiakitjak und Olalare Orok näher an. Schöne Landschaft, viele Tiere und wieder eine Löwin.

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Zurück am Double Crossing machen wir uns in direkter Linie auf dem Weg zum Mara River. Hier wollen wir uns im Bereich der Crossing Points unterhalb der Mara Serena Lodge einen Picknickplatz am Ufer suchen, an dem wir die Mittagsstunden verbringen.

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Am Ufer gibt es sehr schöne Plätze. Die Zufahrten zu den schönsten Plätzen am Ufer gehen oft durch dichtes Gebüsch und sind meistens kaum als solche zu erkennen. Es fällt aber auf, dass bei den Zufahrten immer ein Büffelschädel am Boden liegt. Das kann kein Zufall sein. Wir vermuten, dass die Guides die Schädel dort als Markierung platziert haben.

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Unser Platz hat nicht nur einen schönen Blick auf den Fluss. Es gibt auch zahlreiche Vögel im dichten Gebüsch um uns herum. Das nutze ich und versuche mich mal wieder im Fotografieren von Vögeln. Sehr groß ist die Ausbeute leider nicht.

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Für den Heimweg wählen wir den Weg über die Paradies Plains und die Rhino Rhidge zum Smelling Crossing.

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Auffällig sind heute die vielen Hippos, die wir tagsüber weit entfernt vom Mara River antreffen. Wir machen Witze, dass es hier anstatt happy Hippos eher hungry Hippos gibt, denen die Nacht zum Fressen nicht ausreicht.

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Vom Emarti Hill haben wir einen traumhaften Blick. In der Ferne sehen wir eine Löwin durch das hohe Gras ziehen. Von unserer Position aus haben wir aber keine Chance näher an das Tier heranzukommen.

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Am Smelling Crossing ist der Wasserstand sehr niedrig, so dass die Furt einfach zu queren ist. Bei höherem Wasserstand ist die Passage durchaus anspruchsvoll, da man dann das Felsband über welches man fährt schlecht erkennen kann und Gefahr läuft, in den direkt anschließenden Hippopool zu kippen. Auf dem Foto könnt ihr das gut erkennen. Direkt links des Felsbandes befindet sich der tiefe Hippopool.

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Noch ein paar Worte zum Landcruiser. So geländegängig und robust der Wagen auch ist; was er nicht mag sind Verschränkungen. Da ist der Wagen aufgrund der Starrachsen immer etwas unwillig unterwegs und quittiert die Belastung mit knarzen und knacken. Häufig stehen wir nur auf 3 Rädern. Warum ich das hier schreiben? Die Wege in diesem Teil der Mara weisen sehr viele und starke Verschränkungen auf.

Zum Abendessen gibt es Nudeln mit Speck, Zwiebeln und rotem Pesto.

Danach noch zu einem Absacker an die Bar, denn dort funktioniert heute endlich das Wifi.

Teil 4004. Jan. 2023

39.Tag (Di. 25.01.2022)
Masai Mara National Reserve
105km


Nachts bildet sich immer viel Tau, so dass ich bei Abbau des Dachzeltes regelmäßig eine Dusche abbekomme.

Als erstes fahren wir heute auf der Südseite des Talek Rivers entlang. Das Licht ist gut und die Landschaft sehr schön. Immer wieder treffen wir auf Tiere und haben schöne Aussichten auf den Fluss.

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Wir haben auf der Strecke viel gesehen, aber nichts, was uns zu einem längeren Verweilen angeregt hat. So sind wir früher als erwartet am Ende des Talek Rivers angekommen. Wir beschließen von hier aus in Richtung Süden zum Lookout Hill zu fahren. Da die meisten Bäche und Gräben der Region in West-Ost-Richtung verlaufen, haben wir viele Durchfahrten zu meistern.

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Unterwegs treffen wir auf zwei Junge Löwenmännchen. Wir vermuten, dass sie noch ohne eigenes Rudel sind und sich auf der Wanderschaft befinden.

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Wir bleiben recht lange bei den Löwen und nach einiger Zeit erscheint eine Gruppe Hyänen auf der Bildfläche. Auf dem nächsten Foto könnt Ihr rechts im Hintergrund eine sehen.

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Die Hyänen halten zwar einen großen Sicherheitsabstand, sind aber gleichzeitig sehr interessiert an den Löwen. Wir fragen uns nach dem Grund, denn hier gibt es nichts abzustauben. Es befinden sich definitiv keine Reste einer Löwenmahlzeit in der Nähe. Die Löwen wiederum ignorieren die Hyänen komplett.

Am südlichen Hang des Lookout Hill finden wir den perfekten Picknickplatz unter einem großen Baum.

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Durch die erhöhte Lage haben wir einen weiten Blick über die Plains. In der Nähe grast eine Gruppe Topis. Als es zu Kämpfen innerhalb dieser Gruppe kommt flieht das unterlegene Topi direkt über unseren Picknickplatz und rennt dabei fast Tisch und Stühle um. Nach dem Essen genießen wir noch ein paar Stunden diesen schönen Platz.

Für den Nachmittag haben wir uns das Gebiet zwischen Lookout Hill und Sausage Tree Crossing vorgenommen. Zweimal entdecken wir Löwen, welche aber weiter entfernt liegen und einen sehr verschlafenen Eindruck machen.

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Der Tag geht zu Ende und wir machen uns auf den Rückweg nach Talek. Bei gutem Licht fahren wir über die Meta Plains. In einem dichten Gebüsch entdecken wir noch einmal Löwen. Die liegen dort aber sehr unfotogen. Ganz im Gegensatz zu den Tieren auf den weiten Ebenen.

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Als wir auf unserer Campsite ankommen, ist die Sonne schon untergegangen. Trotzdem hält der Tag noch ein letztes Tiererlebnis bereit. Eine große Gruppe Zebramangusten erkundet unseren Stellplatz.

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Beim Abendessen hören wir Hippos im Talek. Die gab es in den letzten Nächten nicht. Darüber hinaus ist wie jede Nacht das Lachen der Hyänen zu hören.

Teil 4101. Feb. 2023

40. Tag (Mi. 26.01.2022)
Masai Mara National Reserve
106km


Mit Öffnung des Gates sind wir wieder im Park. Die ersten auffälligeren Tiere, denen wir begegnen, sind mal wieder Hyänen. Wenn die am frühen Morgen in ihrem schwankenden Gang durch die Savanne torkeln, machen Sie auf mich immer den Eindruck, als würden sie nach durchzechter Nacht auf dem Heimweg sein.

Wir sind gerade einmal eine halbe Stunde unterwegs, da entdecken wir auf der Burungat Plain einen im hohen Gras liegenden Geparden. Erstaunlich wie gut getarnt die Tiere auf den weiten Grasflächen sind. Zunächst liegt er noch gelangweilt im Gras, interessiert sich dann aber doch für die große Herde Thommys, die ganz in der Nähe steht. Die Thommys entdecken den Geparden schnell, fliehen zu unserer Überraschung aber nicht. Die kleinen Antilopen achten lediglich darauf, immer einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu dem Geparden zu halten, getreu dem Motto „es ist immer am besten, wenn man weiß, wo sich der Feind befindet.“ Es ist eine interessante Choreographie, wie sich die Herde immer als Reaktion auf die Bewegungen des Geparden verschiebt. Dann tauchen drei Topis auf, die dem ganzen schnell ein Ende bereiten, indem sie den Geparden attackieren und vertreiben.

Topis sind für uns die stillen Helden der Savanne. Stehen immer als Wachposten auf erhöhter Position und verteidigen die Schwachen.

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Insgesamt waren wir eine gute Stunde vor Ort und konnten das Geschehen ganz für uns allein genießen.

Unser eigentliches Ziel am heutigen Tag ist die Sand River Gorge, weshalb wir uns jetzt auf den Weg nach Süden machen, dabei aber immer die landschaftlichen Schönheiten im Auge behalten.

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Beim Durchqueren des Amgorrani River fahre ich mich kurz im tiefen Schlamm fest, kann den Wagen aber mittels Rausschaukeln selbst wieder befreien.

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Entlang des Ol Keju Ronkai geht es nach Süden. Auf der Strecke habe ich immer wieder mit noch feuchtem Black Cotton Soil zu kämpfen. Es macht den Eindruck, als hätte es hier in der letzten Nacht geregnet.

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Die Suche nach der auf den Karten verzeichneten Sand River Gorge wird dann leider Zum Fehlschlag. Die Wege in dieser Region stimmen weder mit den Karten, noch mit Maps.me überein und wir finden keinen Weg, der uns zu der Schlucht führt. Mehrfach durchqueren wir den Sandriver, der aktuell sogar Wasser führt. Das Wasser ist aber nicht tief und der Untergrund besteht aus Sand. Die Herausforderung sind die steilen Uferböschungen.

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Wir geben die Suche auf. Mich würde mal Interessieren, ob jemand von Euch die Sand River Gorge kennt und hier mal Fotos oder eine Wegbeschreibung posten kann.

Leider gibt hier in der Gegend derzeit auch keine Wildtiere zu sehen. Schuld daran dürften die vielen riesigen Rinderherden sein, die in diesem Teil des Nationalparks weiden. Da verziehen sich die Wildtiere.

Nach diesem Fehlschlag machen wir uns auf den Weg in die Black Rocks. Vorher steht aber erst einmal eine ausgiebige Mittagspause auf dem Programm, für die wir heute einen großen Sausage Tree als Schattenspender finden. Eine Schrecksekunde erleben wir, als plötzlich ein ganzes Bienenvolk den Baum umschwirrt. Unglaublich zu welcher Lautstärke das Summen bei so vielen Bienen anschwellen kann. Zum Glück verschwindet das gesamte Bienenvolk innerhalb kürzester Zeit in einer Asthöhle und lässt sich während unserer weiteren Mittagspause nicht mehr blicken.

Die Black Rocks sind landschaftlich mit das Schönste, was die Masai Mara zu bieten hat. Besonders viele Tiere sehen wir heute nicht, aber zumindest ein Rudel Löwen können wir finden. Leider haben sich die meisten Tiere im dichten Gebüsch verkrochen und stehen für eine Fotosession nicht zur Verfügung.

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So langsam müssen wir uns auf den Rückweg machen. Wir fahren wieder über Sausage Tree Crossing und Meta Plain in Richtung Talek Gate.

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Auf halber Strecke kommen wir an einem großen Hyänenbau vorbei. Die Tiere genießen die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Das Schönste sind aber die vielen Jungtiere. Ausgewachsene Hyänen sind ja nicht unbedingt die hübschesten Tiere, die Welpen sind aber schon sehr niedlich.

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Die letzte Sichtung des Tages ist dann eine sehr große Herde Elends, im letzten Sonnenlicht.

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Zum Abendessen koche ich Nudeln mit Auberginenbolognese.

Ganz in unserer Nähe brüllt später dann noch ein Löwe am anderen Flussufer.

Teil 4208. Feb. 2023

41.Tag (Do. 27.01.2022)
Massai Mara National Reserve
96km


Heute besuchen wir noch einmal die Musiara Area nördlich des Talek River.

Zunächst fahren wir entlang des Talek River bis zur Mündung in den Mara River. Im Gegensatz zu unserem Besuch der Musiara Area vor 3 Tagen, sehen wir heute erheblich weniger Tiere. Das schärft aber den Blick und lässt einen jede Sichtung intensiver genießen.

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Das Quantität und Qualität bei den Sichtungen oftmals ganz andere Wege gehen zeigt sich, als wir relativ kurz hintereinander zwei Geparden entdecken. Wo Geparden sind, ist natürlich auch deren potenzielle Beute nicht weit.

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In einem Tümpel unweit des Flusses treffen wir ein arg ramponiertes Hippo. Das sieht so aus, als hätte es gerade eine heftige Auseinandersetzung verloren und sei aus der Herde im Fluss vertrieben worden.

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Weiter geht es zum Musiara Swamp, wo wir uns erst einmal einen Platz für die Mittagspause suchen wollen. Schnell werden wir fündig und es ist der schönste Picknickplatz, den wir bislang in der Mara gefunden haben. Südlich des Governor Camps stehen wir in einem lichten Hain auf dem Hochufer des Mara Rivers. Auf der einen Seite der Fluss mit Hippos und Krokodilen; auf der anderen Seite der Musiara Swamp mit vielen Elefanten und Impalas. Da wird die Pause diesmal besonders lang.

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Irgendwann ist aber auch diese Mittagspause zu Ende und wir machen uns auf die Suche nach dem legendären Marsh Pride, welches im Bereich des Musiara Samp sein Revier hat. Leider wird unsere Suche nicht von Erfolg gekrönt. Damit sind wir aber nicht allein. Auch die Safarifahrzeuge der Lodges und Camps fahren ziellos durch das Gebiet. Heute wissen selbst die lokalen Guides nicht, wo sich das Rudel aufhält.

Es ist spät geworden, so dass wir die Allwetterpiste für unseren Rückweg nutzen. Wir halten nur noch bei wenigen Sichtungen an.

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Kurz vor Ende des Gamedrives können wir dann noch ein Abstauber-Tor schießen. Wir sehen in einiger Entfernung mehrere Safarifahrzeuge beieinanderstehen und beschließen mal zu schauen, was es dort zu sehen gibt. Das Ergebnis ist ein Gepard.

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Zum Abendessen koche ich Nudeln in Thunfischsauce.

Teil 4315. Feb. 2023

42. Tag (Fr. 28.01.2022)
Masai Mara National Reserve
98km


In der Nacht hat es leicht geregnet und in der Ferne haben wir auch den Donner von Gewittern gehört. Auf den Zustand der Tracks hatte der Regen zum Glück keine negativen Auswirkungen.

Wir fahren zunächst in Richtung Signpost Corner, da das Wetter in dieser Richtung am besten aussieht. Derzeit ist der Himmel noch überwiegend bedeckt und ich bin mir nicht sicher, ob es den Tag über trocken bleibt.

Auf der Ebene westlich der Signpost Corner steht eine große Büffelherde.

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Am Westhang der Ngama Hills sehen wir eine Vielzahl an Fahrzeugen stehen. Da wir selbst gerade nichts Aufregendes sehen, beschließen wir mal zu schauen, was es dort zu entdecken gibt. Diesmal eine gute Entscheidung, denn wir sehen den ersten Leoparden dieser Reise. Leider sitzt er gut versteckt im dichten Geäst eines Baums. Zum Glück ist aber die Anzahl der Fahrzeuge nicht zu groß, so dass alle aufeinander Rücksicht nehmen und jeder mal in eine gute Fotoposition kommt.

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Ganz in der Nähe ist eine Hyäne an einem frischen Kadaver zugange. Ob sie die Beute dem Leoparden abgejagt hat, bevor der sie auf dem Baum in Sicherheit bringen konnte?

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Auch hier wurden wir wieder von den anderen Guides auf unser tolles Auto angesprochen, das Sie jederzeit gerne gegen Ihr eigenes Fahrzeug eintauschen würden.

Der Himmel klart allmählich auf und so beschlossen wir, als nächstes Ziel die Black Rocks anzusteuern. Auf dem Weg dahin trafen wir noch auf eine kleine Gruppe Elefanten.

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Als wir die Black Rocks erreichen, scheint die Sonne. Das war wahrscheinlich auch der Grund, dass sich das Löwenrudel, welches wir nach einiger Zeit entdeckten, ins dichte Gebüsch verzogen hatte.

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Löwen trifft man fast immer in den Black Rocks, aber ansonsten war nicht viel los. Da müssen die Großkatzen wohl recht weit laufen, wenn sie Hunger haben. Wir trafen lediglich noch eine Giraffe.

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Wir beschlossen weiter zum Sand River zu fahren und an dessen Ufer entlang bis zur Grenze nach Tansania. Auf der Strecke wollten wir auch nach einem schönen Picknickplatz für unsere Mittagspause Ausschau halten.

Schon bald entdeckten wir den perfekten Picknickbaum, mussten beim Näherkommen aber leider feststellen, dass dieser Platz bereits besetzt war. Schaden, denn die Zufahrt und das niedrige Gras unter dem Baum zeigten, dass dieser Ort häufig als Picknickplatz genutzt wird. Uns war der Platz heute aber zu unappetitlich und zu gefährlich.

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Selten habe ich Löwen so vollgefressen gesehen, wie die beiden Löwinnen unter dem Baum. Man hatte wirklich den Eindruck, als hätten sie allein das gesamte Zebra verputzt. Sie sind auch nur noch in der Lage apathisch zu hecheln.

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Wir fuhren dann noch ein bisschen weiter, bis zum nächsten schönen Picknickplatz. Davon gibt es am Sand River zu Glück jede Menge. Wir waren mit der kleinen Baumgruppe direkt am Hochufer des Sandriver jedenfalls sehr zufrieden.

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Am gegenüber liegenden Ufer können wir Elefanten und Giraffen beobachten. Unter uns überqueren Zebras den Fluss. So vergehen die Stunden unserer Mittagspause wie im Flug.

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Als wir dann weiterfahren treffen wir gleich nach der nächsten Flussbiegung auf zwei Löwinnen, die es sich auf einer Sandbank im Fluss gemütlich gemacht haben. Der feuchte Sand sorgt sicherlich für eine angenehme Kühlung in der Tageshitze.

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Langsam ziehen wieder Wolken auf und wir haben den Eindruck, als würden die Tiere daraufhin auch gleich etwas aktiver. Jedenfalls entdecken wir auf dem Rückweg nach Talek noch jede Menge Carnivoren.

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Als erstes treffen wir auf eine ältere Hyäne. Wenn bei diesen Tieren im Alter die Lefzen hängen, haben Sie oft diesen fiesen Gesichtsausdruck, der leider das Bild dieser Tiere prägt. Das ist immer das Problem, wenn Tiere nach menschlichen Maßstäben beurteilt werden.

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In der Nähe vom Sausage Tree Crossing treffen wir nicht nur auf einen Trupp Witwenenten, sondern entdecken etwas weiter entfernt auch eine Löwin. Gut versteckt hinter einem Hügel sind wir stolz sie entdeckt zu haben. Heute läuft's mit den Löwen.

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Über den Lookout Hill und Cement Crossing machen wir uns auf den Heimweg.

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Als wir kurz vor Ende des Tages noch auf einen Geparden treffen, haben wir es geschafft alle Großkatzen an einem Tag zu sehen.

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Zum Abendessen gibt’s heute Western-Food. Ich koche Bohnen mit Speck und Zwiebeln in Tomatensauce.

Während wir später am Lagerfeuer sitzen, erleben wir noch ein eindrucksvolles Hörspiel. Direkt am anderen Ufer hören wir vielstimmig eine größere Gruppe Hyänen, deren aufgeregtes kichern und kreischen sich immer mehr steigert. Gleichzeitig hören wir die aufgeregten Schreie eines Zebras, die sich dann vor Panik und Schmerz immer mehr steigern, bevor sie dann in ein Röcheln übergehen und langsam ersterben. Jetzt wird das Kreischen der Hyänen sogar noch aufgeregten. Gesehen haben wir dabei die ganze Zeit nichts. Die Nacht über der Mara ist tiefschwarz. In unseren Köpfen hatten wir aber ganz deutlich das Geschehen vor Augen. Vom Einkreisen der Beute, dem Angriff und Todeskampf bis zum Kampf um die besten Leckerbissen.

Teil 4422. Feb. 2023

43. Tag (Sa. 29.01.2022)
Masai Mara National Reserve
92km


Unser letzter Safaritag bricht an. In der Nacht hat es wieder geregnet und auch jetzt ist der Himmel noch bedeckt.

Unser Plan ist, heute noch einmal die Regionen zu besuchen, wo wir in den letzten Tagen die besten Tiersichtungen hatten. Wir beginnen mit den Plains südlich des Talek River.

Es dauert dann auch gar nicht lange, bis wir auf eine kleine Gruppe Löwen treffen. 2 Löwinnen mit 2 Cups. Die Kleinen sind genau in dem Alter, wo das Kräftemessen untereinander und die ersten spielerischen Jagdversuche beginnen. Es ist auch noch recht frisch, so dass die Katzen sehr aktiv sind. Bei Löwen ist das schon etwas Besonderes, trifft man sie doch überwiegend schlafend an. Eine ganze Weile begnügen sich die die Kleinen damit, sich gegenseitig zu jagen und zu kämpfen. Irgendwann wird das dann zu langweilig, so dass Mutter und Tante in die Spiele mit einbezogen werden. Die machen auch mit, sind aber nicht gerade zurückhaltend gegenüber dem Nachwuchs. Da gibt es hin und wieder schon einmal einen Schlag mit der Pranke, der die Cups ordentlich umhaut.

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Über eine halbe Stunde lang können wir dieses Schauspiel ganz für uns allein genießen. Deshalb räumen wir auch gleich das Feld, als die ersten Safarifahrzeuge angefahren kommen.

Weiter geht es in Richtung Lookout Hill.

Hier treffen wir auf viele Giraffen. Kathrin ist ganz begeistert vom Nachwuchs.

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Kurz danach gibt es schon wieder Löwen.

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Direkt am Lookout Hill mein Spotting Highlight des Tages. Ich entdecke ein Paar Milchuhus in einem Baum. Beim Spotten von Katzen bin ich ziemlich gut, aber bei Eulen eine echte Niete. Deshalb bin ich so stolz die beiden Vögel entdeckt zu haben.

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Östlich des Lookout Hill sehe ich in der Ferne ein größeres Tier in einem Baum. Da hoffe natürlich auf einen Leoparden. Beim Näherkommen muss ich dann aber feststellen, dass es sich lediglich um die Beute eines Leoparden handelt. Ein frisch gerissenes Thommy; noch nicht angefressen. Wir sind so auf die Beute im Baum fokussiert, dass wir fast den Jäger übersehen hätten. Der liegt direkt am Fuße des Baums. Eine ganze zeit lang warten wir darauf, dass der Leopard zu seiner Beute in den Baum springt – leider vergeblich.

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In der Zwischenzeit sind wir nicht mehr allein. Als ich die Umgebung mit dem Fernglas absuche, entdecke ich nur wenige hundert Meter entfernt einen stattlichen Löwen. Dort steht niemand, weshalb wir beschließen die Position zu wechseln. Die ganze Erscheinung des Löwen deutet auf ein sehr ereignisreiches Leben hin.

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Zur Mittagspause fahren wir zum Sandriver, wo wir gestern einen weiteren sehr schönen Pausenplatz entdeckt haben, den wir heute aufsuchen wollen. Eine schöne Wiese, durch Büsche und Bäume vom Weg abgeschirmt und mit schönem Blick auf eine weite Schleife des Sand River.

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Hier kommt jetzt auch ein wenig die Sonne hinter den Wolken hervor. Das hält aber nicht lange an, denn um 15:00Uhr hören wir den ersten Donner und es kommen dunkle Gewitterwolken auf uns zu. Eigentlich wollten wir noch entlang des Sand River zu den Black Rocks fahren, verzichten aber angesichts der zu erwartenden Gewitter und beschließen auf kürzestem Weg zurück in Richtung Talek zu fahren. Am letzten Tag möchte ich kein Risiko eingehen, denn bei Regen sind viele Strecken der Mara innerhalb kürzester Zeit unpassierbar. Wir beschließen deshalb den direkten Weg zu nehmen.

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Kurz hinter Sausage Tree Crossing holt uns der Regen ein. In Bereichen mit Black Cotton Soil ist der Wagen kaum noch zu beherrschen.

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Zum Glück betrifft der Regen nur einen schmalen Streifen und weiter Richtung Talek ist es trocken geblieben. Hier herrscht sogar strahlender Sonnenschein. Wir beschließen deshalb noch eine Extrarunde zu drehen. As erstes finden wir unsere kleine Löwenfamilie von heute Morgen wieder. Diesmal ist auch noch der Vater mit dabei. Leider sind sie aber am anderen Ufer eines Baches und wir kommen nicht näher heran. Aktivität gibt es auch keine. Die Katzen sind tief und fest am Schlafen.

Nicht allzu weit entfernt treffen wir auf einen im Gebüsch liegenden Leoparden. Nach einigem Rangieren finde ich eine Lücke zwischen den Blättern und Zweigen, um das schöne Tier auf den Chip zu bannen.

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Wir fahren durch eine große gemischte Herde, die sich weit über die Ebene verteilt hat.

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Ganz in der Nähe liegt ein Gepard im Gras und beobachtet die potentielle Beute aufmerksam.

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Alle drei Großkatzen innerhalb einer Stunde. Das war mal ein spektakulärer Abschied aus der Mara.

Heute sind wir schon etwas früher im Camp zurück, so dass wir noch im Hellen packen können.

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Ein letztes Mal koche ich am Lagerfeuer. Es gibt Nudeln mit Speck, Zwiebeln & Pesto.


Für den Rückreisetag schreibe ich kein extra Kapitel. Der Flug geht erst am Abend, so dass wir stressfrei nach Nairobi zurückfahren können. Die Fahrzeugübergabe erfolgt ohne Beanstandungen und danach werden wir zum Flughafen gefahren. Der Rückflug wird von Air France durchgeführt. Das erste Mal, dass wir mit dieser Fluglinie fliegen. Der Service ist ausgezeichnet. Noch nie hatten wir so gutes Essen auf einem Flug. Zur Begrüßung gab es auch in der Economy Champagner und es wurde großzügig nachgeschenkt. Leider fiel unser Anschlussflug ab Paris aus, so dass wir bis zum Abend auf dem Flughafen festsaßen.

Staub & Schlamm (Reisebericht Kenia 2021/2022) von Topobär

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/301143-staub-schlamm-reisebericht-kenia-2021-2022

Stand: letzter Berichtsteil vom 22. Feb. 2023

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