← Zurück zum Bericht

Reisebericht · namibia-forum.ch

Namibia Rundreise zwischen Etosha, Fish River, KTP

von elotse · 29 Teile

Teil 106. Mai 2021

Die Coronazeit machts möglich, alte Schätze werden gesichtet und aufgearbeitet. Nachdem ich bisher nur Fragen in dem Forum stellte und viele Infos erhalten habe möchte ich mit einem kleinen Reisebericht etwas beisteuern.

Unsere zweite große Namibia Rundreise zwischen Nord und Süd führte uns zu spannenden Pirschfahrten im Etosha Nationalpark, in einen der tiefsten Canyons der Welt, dem Fish River Canyon, in die Kalahari des Kgalagadi Transfrontier Park (KTP) und viele weitere Ziele. Wir erlebten Namibia mit all seinen Facetten. Beim Besuch von Farmern und den Bushmännern bekamen wir die kulturelle und ethnische Vielfalt zu spüren und lernten gleichzeitig die Relikte der Kolonialzeit kennen. Als Selbstfahrer konnten wir alles individuell Planen, stoppen da wo wir ein besonderes Highlight entdeckten und dabei genügend Zeit zum Entspannen und Genießen finden.

Unsere erste Rundreise in Namibia und seinen Nachbarn war 2017, das Land hatte uns in seinen Bann gezogen und verzaubert. 2017 hatten wir uns auf den nördlichen Teil des Landes konzentriert und die Highlights Windhoek, Sossusvlei, Swakopmund, Namib, Etosha, Caprivi bis zu den Victoria Falls besucht. Dieses Mal ging es zwar wieder zum Etosha, wir konnten es nicht lassen, ansonsten waren aber neue Ziele mehr im Süden des Landes unser Ziel.

Wir sind keine Abenteurer, sind aber immer offen für Neues. Ein Zelt oder Übernachtung auf dem Autodach ist nicht unser Ding. Unsere Übernachtungen sind deshalb ein Mix aus Lodges, Gästefarmen und Zelt Camps. Die Nähe und das Gespräch mit den Einheimischen, manchmal auch das gemeinsame Essen sind Dinge die wir genießen.

Tagesstrecken über 300 km vermeiden wir, wir wollen an der Strecke immer genügend Zeit zur Verfügung haben und spätestens am frühen Nachmittag in unserer Unterkunft ankommen um die Angebote der Farmen und Lodges nutzen. Überwiegen bleiben wir für zwei Nächte um die nähere Umgebung zu erkunden oder einfach nur zu relaxen. Die grenzenlose Weite Afrikas, die unglaubliche Vielfalt der Tierwelt und Farbenpracht der Landschaft verleitet zum Träumen.

Die Sonnenuntergänge in ihrem gigantischen Feuerspektakel, das Firmament mit seiner gigantischen Anzahl von Sternen, werden uns lange in Erinnerung bleiben.

Das Afrika Fieber hat uns gepackt, wir planen schon wieder.

In dieser Übersicht findest Du die gesamte Route mit allen Lodges, Farmen und POIs. Berichte zu den einzelnen Streckenabschnitten und Unterkünften folgen, also einfach wieder vorbeischauen. Ich hoffe zwar das Corona uns das Reisen bald wieder ermöglicht, noch finde ich aber Zeit zum Schreiben.

Namibia Rundreise im Überblick
uebersicht-namibia-rundreise.jpg


Leider ist es so, dass ich hier im Forum keine Google Karte per Ifram einbinden kann. Auf meiner Webseite https://www.kk4you.de/namibia-rundreise-zwischen-etosha-und-ktp/ könnte Ihr aber die interaktive Karte anschauen. Dort kann bis in kleine Details hinein gezoomt werden

Reisezeit: 1. Mai bis 4. Juni 2019
Auto: TOYOTA Hilux 2.5TD DOUBLE CAB 4×4
Gesamtstrecke: 5800 km
Anreise: Direktflug Air Namibia Airbus A330-200 Frankfurt - Windhoek
Teilnehmer: Lada und Klaus Keuthen aus Esslingen
namibia-2019-06-0210-15-36.jpg


Streckenabschnitte
  • Mietwagenübernahme African Tracks bis Düsterbrook Guest Farm
  • Düsterbrook Guest Farm bis Okonjima Lodge
  • Okonjima Lodge bis Waterberg Wilderness Lodge
  • Waterberg Wilderness Lodge bis Mushara Bush Camp
  • Mushara Bush Camp -Pirschfahrt 1 Etosha -Mushara Bush Camp
  • Mushara Bush Camp -Pirschfahrt 2 Etosha bis Vreugde Guest Farm
  • Vreugde Guest Farm -Pirschfahrt 3 Etosha -Vreugde
  • Vreugde Guest Farm -Pirschfahrt 4 Etosha bis Dolomite Camp
  • Dolomiete Camp bis Vingerklip Lodge
  • Pirschfahrt Vingerklip Rock
  • Vingerklip Lodge bis Ai Aiba Rock Painting Lodge
  • Ai Aiba Rock Painting Lodge bis Namib Valley of a Thousand Hills Lodge
  • Off Road Thausand Hills Lodge
  • Namib Valley of a Thousand Hills Lodge bis Fest Inn Fels Farm Lodge
  • Fest Inn Fels Farm Lodge (Ranch Koiimasis) bis Cormorant House
  • Rund um Lüderitz -Kolmanskop und Diaz Point
  • Cormorant House bis Alte Kalkofen Lodge
  • Alte Kalkofen Lodge bis Canyon Lodge
  • Canyon Lodge -Fisch River Canyon -Ai-Ais
  • Canyon Lodge bis Mesosaurus Fossil Bush Camp
  • Mesosaurus Fossil Bush Camp bis Kalahari Game Lodge
  • Kalahari Game Lodge bis Nossob Rest Camp
  • Nossob Rest Camp bis Wilderness Camp Gharagab
  • Wilderness Camp Gharagab bis Nossob Rest Camp
  • Pirschfahrt rund um Nossob Rest Camp
  • Nossob Rest Camp bis Kalahari Tented Camp
  • Kalahri Tented Camp bis Lapa Lange Game Lodge
  • Lapa Lange Game Lodge bis African Tracks
  • Gerne beantworte ich Fragen zu den Details der Reise im Forum oder auf meiner Webseite
    https://www.kk4you.de/namibia-rundreise-zwischen-etosha-und-ktp/

    Wir freuen uns über Eure Begleitung bei unserer zweiten Reise in Namibia.
    Wer die Kommentare und Antworten zwischen den Etappen nicht lesen möchte, klickt oben rechts auf die Sonne.
    Liebe Grüße
    Lada und Klaus

Teil 207. Mai 2021

Anreise mit Bus, Bahn und Flieger nach Windhoek

Tag der Arbeit 1.5.19, ein guter Tag um für 5 Wochen Deutschland den Rücken zu kehren! Es wurde auch Zeit. Die Planung lag ja inzwischen rund ein Jahr zurück. Viel Zeit hatten wir darauf verwendet, reichlich Tipps von den Fomis erhalten und gleich zweimal unsere Erstplanung über den Haufen geworfen. Hane unser Chef-Consultant mit ihrem Erfahrungsschatz ist dabei besonders hervorzuheben. Nachdem die Planung abgeschlossen und die Buchungen der Unterkünfte, unter Zuhilfenahme von InfoNamibia, unter Dach und Fach waren mussten wir zuletzt nochmals den zeitlichen Ablauf wegen der Verfügbarkeit der KTP Wilderness Camps ändern.
namibia-2019-05-0113-50-32.jpg

Redi zum Start

Buchung im Kgalagadi Transfrontier Park (KTP)

Die Buchungen im KTP waren mehr wie problematisch. Die Camps waren einfach nicht so zu bekommen wie gewünscht. Erfreulich war dann aber, dass wir  6 Nächte im KTP ergatterten. Es waren zwar nicht unser Traum Camps, aber akzeptabel. Zu dem Thema Buchungen im KTP  gibt es ja reichlich Berichte hier im Forum.  Kritisch zu diesem Zeitpunkt war, dass wir an einem Tag vom Kalahari Tented Camp nach Gharagab fahren sollten, dies wäre eine Gewalttour geworden! Wir hatten Gott sei Dank nach der Buchung reichlich Zeit um unter Nutzung des Tools SANPark Notifier nach Alternativen zu suchen. Erst kurz vor Beginn der Reise dann die Überraschung,  wir hatten das Glückslos in der KTP Lotterie gezogen und konnten die Strecke mit einer Zwischenübernachtung in Nossob in zwei Etappen auflösen.

Bus und Bahn zum Flughafen Frankfurt
namibia-2017-05-0317-38-41.JPG

Flughafen Frankfurt

Bei der Anreise zum Flughafen Frankfurt hatten wir reichlich Zeit eingeplant, ich bin, nachdem ich früher wegen Verspätung der Bahn einen Flug verpasste lieber auf der sicheren Seite, es sollte ja kein Stress werden. Plant man reichlich Zeit ein, läuft alles pünktlich ab. Der Feiertag tat sein übriges, Bahn und Bus waren nur spärlich belegt. Der Schalter von Air Namibia war aber so früh noch nicht belegt, weshalb wir mit unserem Gepäck die Zeit in der Ladenstraße des Flughafens tot schlugen.

Als wir endlich unser Gepäck in die Verantwortung der Airlines übergeben hatten, musste noch "ein" Bier an der Bar zur Einstimmung auf die Reise her, wir hatten ja Zeit! Der Schreck fuhr uns dann aber in die Knochen als wir über die Lautsprecheranlage des Flughafens gesucht wurden. Vor lauter Zeit hatten wir die Uhr total aus dem Auge verloren und mussten nun durch den Flughafen spurten. Das kann auch nur uns passieren. Hinter uns wurde sofort das Gate geschlossen. Eine tolle Leistung?

Flug mit Air Namibia
Unsere Entscheidung bezüglich der Airline, war orientiert daran, dass wir einen Direktflug von Frankfurt wollten. Die Umsteigerei wie bei unserer letzten Reise über Johannesburg wollten wir uns nicht wieder antun. Condor als Alternative schied für mit 186 cm aus, mein Fahrgestell in deren Hänchenfrachtern mag auf einer Kurzstrecke akzeptabel sein, nicht aber bei 10 Stunden Flug. Air Namibia ist da etwas freizügiger bestuhlt, ein großer Unterschied war es jedoch nicht, egal jeder Zentimeter zählt. Insgesamt waren wir mit dem Flug zufrieden. Der Flug war pünktlich und angenehm, der Service hat jedoch Luft nach oben und das Entertainment System gab bereits kurz nach dem Start seinen Geist auf. War für mich nicht so schlimm war, 4 Std. konnte ich mit Unterstützung einer Schlaftablette pennen, Lada war dies Glück nicht gegeben. Sie war nach der Landung recht gerädert.

Die Ankunft war nach Plan, aber unser Shuttle Service hatte uns wohl später erwartet. Dies stellte jedoch kein Problem dar, es galt ja noch Bares zu besorgen. Bei einer Schlange von 10 Personen vor dem ATM Automaten konnten wir die Zeit gut gebrauchen. NAM Dollar wollte der Automat jedoch nicht rausrücken, dies führt zu einiger Verwirrung bei anderen Reisenden. Es gab nur ZAR mit einem Limit von 200 ZAR. Dies war aber kein Problem, man konnte die Karte mehrfach verwenden.

namibia-2019-05-0208-44-16.jpg

Mietwagenfirma African Tracks 4x4 Car Hire

Mietwagenübernahme

Ein freundlicher Mitarbeiter von African Tracks war danach schnell gefunden. In den rund 40 Minuten bis zur Firma galt es bereits die ersten Tiere zu bestaunen. Ein Rudel Steppenpaviane, 2 Rudel Rote Kuantiloppen  und einiges Kleingetier begrüßte uns.

Die Übernahme des TOYOTA Hilux 2.5TD DOUBLE CAB 4×4 ging schnell und reibungslos vonstatten. Alle Sonderwünsche wie 12 V Kühlschrank, zweite Batterie, Sandmatten, Kompressor, 2 Ersatzreifen, Campingtisch und Campingstühle waren vorhanden. Der Wagen, 2 Jahre alt mit rund 100.000 km machte einen guten Eindruck, die Reifen waren in vernünftigem Zustand. Erfreulich war auch, das die Dame an der Rezeption ein einwandfreies Deutsch sprach, was wir während der Reise zu schätzen lernten, dazu aber später mehr.

Nun galt es unsere Vorräte aufzufüllen, dazu deponierten wir unser Gepäck in der Firma und ab ging es zum Spar in die Maerua Mall. Das Angebot überrascht uns aufs Neue, selbst so exotische Dinge wie Sauerkrautsaft fanden wir vor zwei Jahren dort, leider diesmal nicht. Bitte nicht erschrecken, ich trinke dieses Ekelgebräu nicht. Selbst der Geruch führt bei mir zum Brechreiz. Lada steht auf diesen Morgendrink, dann ist die Verdauung geregelt. Sie musste diesmal ohne auskommen.

Alles wurde schnell verstaut, das Gepäck bei Arican Tracks abgeholt werden und schon ging es raus aus Windhoek Richtung Norden zur Düsternbrook Gästefarm. Die 58 km zur Farm waren schnell geschafft, wo wir bereits um 13:00 Uhr ankamen. Frühzeitig zum Entspannen und Relaxen nach dem langen Flug.

namibia-2019-05-0212-20-34.JPG

Gater Gästefarm Düsternbrook

namibia-2019-05-0217-11-21(2)-2.JPG

Empfang Gästefarm Düsternbrook

Teil 310. Mai 2021

Düsternbrook Guest Farm, Übernachtung außerhalb Windhoek

Nach einem langen Nachtflug von Frankfurt nach Windhoek ist es empfehlenswert in der näheren Umgebung von Windhoek zu übernachten, wir hatten uns dazu die Gästefarm Düsternbrook ausgesucht, sie liegt in angenehmer Entfernung zur Hauptstadt. Wir wollten Stressfrei die Reise beginnen und nicht gleich Strecke machen.

Nach ca. 30 km auf der B1 Richtung Norden geht es links ab zur Farm. Ab dort geht es auf der „Farmpad“ zum Empfang. Auf dem Weg begrüßten uns schon die ersten Giraffen. Die Lage und Landschaft sind wirklich toll. Die Begrüßung durch die Mitarbeiterin am Empfang war professionell und knapp, Hilfe mit dem Gepäck gab es nicht.

namibia-2019-05-0311-42-41(3).JPG

Begrüßung durch Giraffen

Kathrin Luxury Suite
„Leider“ war das von uns im Felsenhaus gebuchte Zimmer nicht verfügbar! Das Angebot eines kostenlosen Upgrades auf die Kathrin Suite nahmen wir gerne an. Das beste was die Farm zu bieten hat, ein fantastisch in den Felsen gebautes Zimmer mit einer Terrasse und Blick zum Wasserloch bzw. ins Gelände.
Nach einem kurzen Nickerchen ging es dann ans aufräumen, in Windhoek hatten wir alles nur ins Auto geworfen. Alles musste raus und in Säcke und Schachteln verteilt werden, wir wollten ja nicht 5 Wochen jeden Tag mit der Unordnung leben.
Unsere Terrasse war der Hit, in dem darunter liegenden Trockenfluss gab es reichlich was zu staunen. Zebras, Gnus, Affen, Oryx, rote Kuhantilopen und welche Freude, sogar zwei Nashörner zogen vorbei. Da brauchte es keinen Game-Drive, wir nutzten lieber den schönen Pool zum Relaxen und unsere Terrasse.

namibia-2019-05-0217-13-48.JPG

Kathrin Luxury Suite

namibia-2019-05-0213-33-32.jpg

Inneneinrichtung Kathrin Luxury Suite

namibia-2019-05-0308-56-26.JPG

Blick von der Terrasse -Nashörner im Flussbett

Düsternbrook Farm
Eine kleine Rundwanderung in der näheren Umgebung war für mich aber zwingend, ich musste mein Fahrwerk nach der langen Sitzerei in Gang bringen. Die Anlage ist gepflegt, ein im historischen Kolonialstil erbautes Farmhaus mit Nebengebäuden. Viele liebevoll gestaltete Details sind geschmackvoll angeordnet. Düsternbrook ist die älteste Gästefarm in Namibia. Ein großzügiger moderner Reitstall nahe der Farm lockt die Gäste, welche auf dem Rücken der Pferde die Gegend erkunden wollen. Ein idealer Aufenthaltsort für die erste Nacht. Bekannte Gesichter aus dem Flieger waren reichlich vorhanden. Ein Blick in deren Standardzimmer war aber ernüchternd, kein Vergleich zu unserer Suite, die Kommentare dieser Gäste zu ihrer Unterkunft waren nicht als Empfehlung zu werten. Unsere Bewertung: In Ordnung für eine Nacht.

namibia-2019-05-0217-12-33.JPG

Schönes Ambiente ist reichlich zu finden

namibia-2019-05-0217-04-14.JPG

Farmrundgang

namibia-2019-05-0217-15-27.JPG

Im Kolonialstil erbautes Farmhaus

Das Abendessen an der gemeinschaftlichen Tafel ist eher sozial als kulinarisch. Alle sitzen in dem sehr ansprechenden Ambiente an einer langen Tafel.

namibia-2019-05-0216-53-07.JPG

Dinner im Farmhaus
Johann der Eigentümer begrüßte die Gäste und ein Mitarbeiter sorge für eine ansprechende Konversation. Serviert wurde Vorspeise, zähes „Fleisch“ und Dessert. Aus dem schönen Wildfleisch hätte man sicher etwas Besseres machen können.
Nach einem Absacker an der Bar, netten Gesprächen, Austausch von Erfahrungen und einem letzten Blick zum Firmament vielen wir todmüde ins Bett. Der erste Tag in Namibia, weg vom Rummel der Heimat, wir waren angekommen.

Staudamm / See
Ausgeschlafen und bereit zu neuen Taten ging es zuerst auf unsere Terrasse, um die morgendliche Parade der Tiere im Tal zu bestaunen. Das anschließende Frühstück im Farmhaus war zwar kein Highlight aber in Ordnung. Nachdem alles in unserem Hilux seinen Platz gefunden hatte und die Rechnung beglichen war, nutzen wir den Vormittag noch zu einem privaten Game-Drive auf der Farm. Rund 3 km vom Hauptgebäude liegt ein See in welchem Hippos zu Hause sind.
Der See, richtigerweise ein Staudamm war gut gefüllt und ein idyllisch gelegener Ort mit vielen Wasservögel. Ein Aussichtssteg vor den zwei Hippo Chalets, lädt zum Verweilen und zur Beobachtung der Vogelwelt ein. Leider ließen sich die Hippos nicht blicken.

Das einsam gelegene Chalet, direkt am Seeufer ist ein empfehlenswertes Plätzchen zur Übernachtung und Beobachtung der Tierwelt.

namibia-2019-05-0309-27-24.JPG

Talsperre (See)

namibia-2019-05-0309-23-18.JPG

Hippo Chalet
Da die Hippos uns nicht begrüßen wollten machten wir uns um 11:00 Uhr auf den Weg Richtung Okonjima. Zwei Nashörner mitten, auf der Pad waren wohl der Ansicht, sie müssten uns verabschieden. Diese Freundlichkeit aus nächster Nähe war uns dann doch etwas suspekt. Mit laufendem Motor, immer bereit zu flüchten, harten wir der Dinge und konnten die Zwei in aller Ruhe beim Frühstück beobachten.

namibia-2019-05-0311-21-21.JPG

Zwei Nasshörner auf der Pad

Weiter gehts nach Okonjima.

Teil 411. Mai 2021

Okonjima Lodge
Die zweite Station unserer Namibia Rundreise galt der Okonjima Lodge. Von Düsternbrock ging es auf der B1 Richtung Norden mit einem Zwischenstopp in Okahandja. Der Magen knurrte und mein Bohnensack war noch ohne Füllung. Die Bohnen standen halt nicht auf der Einkaufsliste in Windhoek, Schlamperei!
Um Fragen vorzubeugen, ein Bohnensack ist eine kleine Hilfe für mein Teleobjektiv beim Fotografieren der Tierwelt. Die Füllung kaufe ich immer vor Ort um Platz und Gewicht im Gepäck zu sparen. Als Füllung werden üblicherweise Bohnen verwendet, daher der Name. Der Bohnensack kommt bei mir überwiegend als Unterlage im Autofenster zu Einsatz.

In der Shopping-Mall, direkt an der Straße gelegen, gab es reichlich Füllmaterial, meine Entscheidung fiel auf Vogelfutter. Der Preis ist günstig und das Futter auf der Terrasse zusammen mit einer Vogeltränke lockt die Vögel in gute Fotodistanz. Sicherlich ist das Anfüttern nicht bei Jedermann beliebt, auf den Farmen und Lodges wird aber auch gefüttert, entsprechend groß war das Angebot. Der neben der Mall gelegene Imbiss kam uns zusätzlich gelegen, um den Magen zu füllen.

Okonjima Plains Lodge
namibia-2019-05-0315-14-49.jpg

Pad zur Okonjima Lodge

Schnell war die Strecke bis zur Lodge-Abzweigung zurückgelegt wo wir noch rund 20 km auf der Farmpad bis zur Lodge brauchten. Kudu und Gesellen luden dort immer wieder zum Fotostop ein.
namibia-2019-05-0315-20-45.JPG

Kudu

namibia-2019-05-0315-38-05.JPG

Rote Kuhantilope

Wir hatten uns für das vom Preis erschwingliche Plains Camp entschieden, eine von vier Unterkünften auf dem Gelände. Unser Bungalow S9 etwas abseits gelegen, war sehr großzügig und geschmackvoll eingerichtet. Schon gleich bei Ankunft sagten uns die Warzenschweine guten Tag. Die gesamte Front zur weiten Ebene ist mit einem Panoramafenster versehen, sodass man morgens, noch im Bett liegend, die ersten Antilopen über's Gelände huschen sieht.

namibia-2019-05-0316-41-05.jpg

Blick vom Bett auf die Wasserloch-Ebene

Unsere Entscheidung für diese Lodge basierte auf Empfehlungen der Fomis und den Bewertungen in verschieden Portalen. Um es vorweg zu sagen, wir würden sie immer wieder buchen, wir waren vollumfänglich zufrieden.

Das private 20 000 ha große Schutzgebiet Okonjima beherbergt Wildtiere wie Zebra, Giraffe, Eland, Kudu, Oryx, Impala und Springbock sowie eine Fülle von Vogelarten. Ein besonderes Highlight sind die Fotojagden auf Geparden und Leoparden. Touren in dem Gebiet sind nur unter Führung von Guides möglich, diese sind hervorragend und vermitteln neben viel Wissen auch ein Gefühl dafür, wie es ist, einem Tier durch die Wildnis zu folgen. Für die nächsten zwei Tage hatten wir zwei der angebotenen Game-Drives gebucht und hofften endlich Katzen in freier Wildbahn zu entdecken.

Ess- und Loungebereich
Der zentrale Bereich ist großzügig vom Flair aber nicht unser Geschmack, das Wellblechdach vermittelt leider den Charakter einer Halle. Der Blick von der Frühstücksterrasse über die Wasserstelle hinweg in den Busch ist beruhigend und man kann dort viele Tiere und Vögel beobachten. Außerhalb des Essbereiches gibt es jedoch einige lauschige Separees wo wir uns gleich für beide Abende einen Tisch reservierten. Das Essen ist sehr gut, toll angerichtet und das Personal sehr freundlich und hilfsbereit. Das Dinner im Separee bei einem Lagerfeuer, eingehüllt in Decken war ein Genuss. Über uns der Sternenhimmel und ein Schakal welcher immer wieder neugierig seine Runde dreht, dies war genau nach unserem Geschmack.

namibia-2019-05-0319-21-21.jpg

Dinner an lauschigem Plätzchen

namibia-2019-05-0320-14-04.jpg

Dinner -Oryx Medailon

Zum Tagesabschluss ein Gläschen Rotwein auf unsere Terrasse, Tausende von Sternen und grüne leuchtende Augen im Hintergrund, wer uns dort wohl beobachtet? Zeit unsere Fotos zu sichten, das Tagebuch zu füllen und den Tag Revue passieren lassen.

Teil 512. Mai 2021

Game Drives Okonjima Lodge

Leo Drive
Bereits sehr früh nach einem Mini-Frühstück mit Kaffee und Muffin ging es mit unserem Guid Peter auf die Pirsch. Peter, ausgestattet mit einem Peilsender, wollte zumindest einen der 15 auf dem Areal lebenden Leoparden finden.
namibia-2019-05-0407-27-14.jpg

Pirschfahrt am frühen Morgen

namibia-2019-05-0407-21-09.JPG

Peter unser Guid mit Peilgerät

Über Stock und Stein, quer durch den Busch, immer auf der Suche nach frischen Spuren, das war gigantisch. Trotzdem die Leos im Park einen Peilsender tragen war es schwierig einen Kontakt zu orten. Dann endlich hatten wir Glück, frische Spuren und eine Peilung zeigten an, da muss einer in der Nähe sein. Fasst hätten wir den Leoparden verpasst, versteckt im dichten Buschwerk lag er. Satt und zufrieden rekelte er sich in der Morgensonne, ein prächtiges Exemplar was wir aus einiger Distanz bewundern konnten. Peter identifizierte ihn als Terra, ein besonders schönes Tier, welches am äußersten Ende des Areals sein Revier hat.

namibia-2019-05-0408-22-06.JPG

Leopard Terra

Auf dem Rückweg zum Camp hatten wir das Glück Giraffen, Steinböcke, Zebras, Kuhantilopen, Impalas und eine Erstsichtung, Rappenantilopen zu entdecken. Pech hatten wir aber auch, bei der Querfeldeinfahrt fiel Ladas Kamera in den Fußraum, das Zoomobjektiv war geschrottet.

namibia-2019-05-0408-10-18.JPG

Steinböckchen

namibia-2019-05-0409-55-34(2).JPG

Giraffen

namibia-2019-05-0410-08-54.JPG

Rappenantilope

Zurück im Camp gab es ein verspätetes Frühstück mit ausgefallenen Spezialitäten wie z.B. 4 Sorten Game-Fleisch. Nach einer so erfolgreichen Pirschfahrt, tollem Frühstück war Relaxen auf unserer Terrasse angesagt. Foto und Fernglas griffbereit durften wir dort laufend Besucher begrüßen.

namibia-2019-05-0412-18-19.JPG

Warzenschweine zu Besuch

namibia-2019-05-0412-20-28.JPG

Warzenschwein

namibia-2019-05-0509-45-17.JPG

Schakal

Cheetah Drive
Am späten Nachmittag ging es mit Peter auf zum Cheetah-Drive. Im Park selber lebt leider nur noch ein Gepard, der Versuch mehre Tiere im Park anzusiedeln ist fehlgeschlagen. Leoparden und Geparden können nicht zusammen, auf einem Areal von 20.000 ha gehalten werden da die Leoparden die Geparden töten. Nahe dem Reservat ist jedoch die AfriCat Foundation angesiedelt, welcher wir einen Besuch abstatteten. Dort lebten zu der Zeit 13 Geparden in großen weitläufigen Gehegen. Die Tiere wurden von Farmen aufgenommen und kranke Tiere in einer eigenen Krankenstation aufgepäppelt. Mit der aktuellen Anzahl der Tiere hat man jedoch das Limit erreicht. Man ist bestrebt die dort aufgenommenen Tiere wieder auszusiedeln, was wegen der durch Zäune geschützten Farmen mit Viehhaltung nicht möglich ist. Das Bevölkerungswachstum und die zunehmende Landnutzung für die Landwirtschaft führt dazu, dass das verfügbare Land für Geparden knapp wird.

namibia-2019-05-0416-56-34.JPG

namibia-2019-05-0416-58-21.JPG

Geparden

In einem der großen Gehege geht es mit dem Landrover zu fünf dort leben Geparden, welche sich träge unter einem Baum sonnen. Wir konnten die wunderschönen Tiere aus nächster Nähe fotografiere, müssen uns aber eingestehen, dass dies eine reine Touristen-Attraktion ist. Es ist kein Zoo aber nicht der Lebensraum dieser schnellen Jäger. Der Besuch des Cheeta Centers mit einer ausführlichen Information zum Leben und Gefährdung rundete diesen Besuch ab

Ich denke wir werden dies nicht wiederholen. Für viele Besucher aber die einzige Möglichkeit den Tieren so nahezukommen. Da wir bei unserer ersten Namibia-Reise Geparden nicht gesichtet bekamen, war es in Ordnung. Wir hofften jedoch im KTP auf Sichtung in freier Wildbahn.

Weiter ging es dann auf Pirschfahrt mit abschließendem Sundowner.
namibia-2019-05-0418-18-57.JPG

Sundowner

Am nächsten Tag ging es weiter zum Waterberg.

Teil 613. Mai 2021

Waterberg -Tafelberg der Kalahari

Der Waterberg (Afrikaans: Wasserberg) ist unser nächstes Ziel. Ein mächtiger Tafelberg etwa 50 km lang und bis zu 16 km breit. Er ragt östlich von Otjiwarongo bis zu 200 m hoch aus der Ebene heraus. Diese Sehenswürdigkeiten im nördlichen Zentrum Namibias kannten wir bisher nur von Fotos. Gemütlich konnten wir die Tagesetappe angehen 107 km auf top ausgebauten Straßen B1/C22 bis zur Abzweigung zum Waterberg Areal. Auf der Gravel Road D2512 ging es bis zum Eingang des Nationalparks Waterberg Plateau. Auf dem Gelände hatten wir uns für die Waterberg Valley Lodge eingebucht.

namibia-2019-05-0510-54-21.JPG

Impalas an der Pad zum Waterberg
namibia-2019-05-0511-01-50.JPG

Blick zum Waterberg
namibia-2019-05-0512-25-20.JPG

Achtung Warzenschweine

Waterberg Valley Lodge
Auf einem Hügel, in einem breiten Tal des Waterberg-Massivs gelegen, bietet die Waterberg Valley Lodge einen fantastischen Blick über die grüne Talsohle auf die roten Bergwände. Die Safari Zeltbauten in der gepflegten Anlage sind sauber und hübsch eingerichtet. Wir waren bereits um 13:00 Uhr dort, um am späten Nachmittag den angebotenen Rhino Drive zu nutzen. Reichlich Zeit zum Relaxen und um ein erfrischendes Bad im kleinen Pool zu nehmen. Die Klippschliefer am Pool waren misstrauisch als wir ihre Tränke zum Baden nutzen wollten. Einige der fetten Kerlchen erwiesen sich als wahre Kletterkünstler, in den Bäumen gab es frisches Grün zum Fressen, für uns ein ungewohnter Anblick.

namibia-2019-05-0608-26-21.jpg

Valley Lodge am Fuss des Waterberg
namibia-2019-05-0608-27-32.jpg

Safari Zelt Nr.1 der Waterberg Valley Lodge
namibia-2019-05-0513-52-09.JPG

Klippschliefer als Kletterkünstler

Einen gut gekühlter Rosewein aus unserem Kühlschrank im Hilux, wollten wir auf der wunderschön gelegenen Terrasse unserer Unterkunft nehmen. Erschrocken mussten wir dabei feststellen, dass die Temperatur viel zu tief eingestellt war, tief gefrorene Tomaten waren das Ergebnis.

Rhino-Drive
Um 16:00 ging es zusammen mit 6 Franzosen für 2,5 Stunden ab in den Busch. Auf dem Areal leben 5 Rhinos und ein Junges, streng bewacht, rund um die Uhr. Leider ist dies wegen der Wilderei notwendig. Unser Guide Thomas konnte uns einiges zur Haltung und der Situation der Nashörner in Namibia erzählen. Der Nashorn-Schutz auf der Farm wird finanziert aus dem Geschäftsmodell Tourismus (650 N$/Pers.). Da die Ranger vor Ort die Position der Tiere den Guides mitteilen ist eine Sichtung garantiert.

Eine extreme Trockenperiode in den letzten Jahren machte es zusätzlich notwendig die Tiere mit Futter zu versorgen. In der Umgebung einer Futterstelle konnten wir in aller Ruhe und aus nächster Nähe die Kolosse bewundert. Ermuntert durch den Guide ging es zu Fuß bis in nächste Nähe der Tiere, wir hatten anfänglich reichlich Respekt das schützende Safari-Auto zu verlassen, unser Aufpasser hatte jedoch alles im Griff, zu mutige wurden rasch zurückgerufen.

namibia-2019-05-0516-28-26.JPG

Nashörner beim Dinner
namibia-2019-05-0516-54-35.JPG

keine Angst?
namibia-2019-05-0516-55-02.JPG

Nashorn

Neben den Riesen gibt es Kleines zu bewunder, die Vögel finden im Heu auch ihr Futter.
namibia-2019-05-0517-01-16.JPG

Maisensänger

Zum Abschluss ein Sundowner und mit knurrendem Magen zurück zur Lodge. Das Dinner, ein 5 Gang Menü, auf einer hoch oben thronenden Terrasse überraschte uns mit einer vorzüglichen Qualität auf liebevoll dekorierten Tellern. Leider hatten wir nur einen Tag gebucht, wir wären gerne noch einen Tag länger geblieben, um die Umgebung auf Schusters Rappen zu erkunden.

Teil 714. Mai 2021

Waterberg bis Mushara Bush Camp, Tor zum Etosha Park

Vom Waterberg geht es Richtung Etosha, wo wir in der Nähe des Namutoni Gate das Mushara Bush Camp reserviert hatten. Die Strecke von 320 km auf meist gut ausgebauten Straßen sollte nach Plan in 4,5 Std. zu schaffen sein. Dementsprechend war reichlich Zeit vorhanden zuerst der Nachbar Lodge, der Waterberg Plateau Lodge einen Besuch abzustatten.

Waterberg Plateau Lodge
Auf einer steilen Rampe ging es hoch zur Plateau Lodge, direkt am Fuss des Waterbergs gelegen. Die Chalets der Lodge bieten einen grandiosen Blick über die endlose Buschsavanne der Kalahari. Weil alle Gäste schon abgereist waren, konnten wir in Ruhe alles besichtigen und die Aussicht genießen. Die Chalets zwischen roten Sandsteinfelsen im grünen Busch mit einem eigenen Tauchbecken waren sehr ansprechend und der deutlich höhere Preis sicherlich gerechtfertigt. Uns hatte die Valley Lodge mit seinen Zelt-Chalets besser gefallen, sie vermittelte uns das Gefühl in der Natur zu übernachten.

namibia-2019-05-0609-00-51.jpg

Blick vom Waterberg Plateau in die Ebene

namibia-2019-05-0609-08-46.jpg

Waterberg Plateau Lodge

namibia-2019-05-0610-13-16.jpg

Plateau Lodge mit Minipool

Rinderzucht in Namibia
Um 10:30 Uhr ging es los Richtung Etosha. Bis Grootfontein überwiegend auf Gravel Roads durch Rinderfarmen, immer Gatter auf und zu. Mächtige Brahmane-Bullen in Habachtstellung, direkt neben der Pad, flößten uns gehörigen Respekt ein.

namibia-2019-05-0612-03-10.jpg

Brahman Bullen im Streit

namibia-2019-05-0612-08-07.jpg

Brahman Rinder

namibia-2019-05-0612-24-04.jpg

Gravel Road

Die Rinderherden in Namibia werden auf großflächigen Farmen in Savannen- Landschaften gehalten und die Tiere fressen nur die dort wachsenden Gräser. Sie verbringen ihr ganzes Leben „im Busch“, bis sie schlachtreif sind. Auf diesen natürlichen Weidegebieten werden auch die Kälber geboren, die so lange bei den Mutterkühen bleiben bis sie alt genug sind, um abgesetzt zu werden. Eine Milchwirtschaft gibt es nicht.
Die Sorte „Brahmane“ ist in den trockeneren Gebieten im Nordosten der Republik sehr beliebt, sie kann Hitze besser vertragen als andere Rassen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist ihre Wildheit, Brahman-Kühe sind wehrhafte Mütter, die ihre Kälber gegen Raubtiere verteidigen.

Namibier essen gern Fleisch und finden immer eine Gelegenheit zu grillen, was auch das gesellige Beisammensein fördert. In der Umgangssprache wird Fleischbraten auf dem Rost „braai“ genannt, das Wort stammt aus dem Afrikaansen. Auch Namibias Touristen lieben die schmackhaften Steaks dieser frei laufenden Tiere.

Tsamma-Melone
Eigenartige Früchte direkt an der Pad, da wollten wir doch wissen, was dies ist. Dank Tante Google konnten wir das Geheimnis lüften, es sind Melonen. In den Wüstengebieten des südlichen Afrikas gedeiht die Tasamma-Melone, eine Wildform der Wassermelone. Sie schmeckt angeblich bitter, soll aber viel Flüssigkeit liefern und wird zusammen mit Brausepulver „durchaus“ genießbar? Wir haben sie nicht probiert. Kommentare und Erfahrungen dazu sind erwünscht.
namibia-2019-05-0612-18-41.jpg

Tsamma-Melone

Kurz danach, eine kleine Schildkröte mitten auf der Pad, gerade noch rechtzeitig erkannt, da muss mein Tierretter in Aktion treten und die Kleine über die Road tragen.
namibia-2019-05-0611-31-15.jpg

Schildkröte auf der Pad

namibia-2019-05-0611-32-14.jpg

Schildkröte retten!


Zwischenstopp Grootfontein
Hinter Rietfontein wechseln wir auf Asphalt und folgten der B8 bis Grootfontein. Es wurde Zeit unseren Tank nachzufüllen und dem Magen etwas Beruhigendes zuzuführen. Der Supermarkt war zwar gut bestückt, Snacks gab es auch aber Weintrinker gibt es in der Gegend wohl kaum? Ev. gibt es einen Bottle Store welchen wir aber nicht fanden. Mit gefülltem Tank und Magen starten wir dann durch bis zum Etosha, dem Namutoni Gate. Wir wollten das Permit für die nächsten Tage kaufen, um ein anstehen am nächsten Morgen zu vermeiden. Leider ohne Erfolg! Wie sich am nächsten Morgen herausstellt kein Beinbruch, es waren nur wenige Besucher am Gate.

Mushara Bush Camp
Bei unserem letzten Besuch im Etosha Park hatten wir im Okaukuejo Camp übernachtet und waren vom Rummel, Service und Essen enttäuscht. Die Bewertungen und Kommentare zu anderen Camps im Park sind leider auch nicht vielversprechend weshalb wir uns zu einer Übernachtung außerhalb des Parks nahe dem Gate entschlossen hatten. Mushara punktet mit seiner Lage nur 7 km außerhalb des Parks und ist deshalb ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in den Park.

Um 16:00 Uhr hatten wir es geschafft und die Lodge erreicht. In Mushara gibt es drei verschiedene Lodges, wir hatten uns für das Bush Camp eingebucht. Das reetgedeckte Haupthaus mit Restaurationsbereich in einer schönen Gartenanlage gelegen, macht einen guten Eindruck. Der Service war freundlich, man wird nett empfangen und informiert. Unsere Unterkunft, ein abseits gelegenes Zelt, war brauchbar. Den Weg mussten wir uns jedoch selber suchen. Leider war die gesamte Anlage außer dem Lapa-Haupthaus recht trostlos. Die Dürre hatte dafür gesorgt, dass kein Grün mehr gedeihen konnte.

namibia-2019-05-0718-07-00.jpg

Lapa Mushara Bush Camp

namibia-2019-05-0617-46-09.jpg

Zelt mit Terrasse -Mushara Bush Camp

namibia-2019-05-0619-27-12.jpg

Dinner Mushara Bush Camp

Die Zelte sind einzeln weit auseinander stehend mit kleinem Sitzplatz davor. In der gemauerter Rückseite befinden sich Bad, Dusche und Toilette. Das Ganze hat ein wenig Campingcharme, durch die vollwertigen Betten mit Moskitonetz und das eigene Bad aber von der edleren Sorte. Die Größe der Zelte ist knapp ausgelegt, unsere zwei Reisetaschen waren mit der Miniablage überfordert. Unser Zelt Nr.8 lag ruhig und abseits weit von der Lapa entfernt. Leider gab es keine Hilfe d.h. das Gepäck mussten wir selber vom zentralen Parkplatz zur Unterkunft schleppen.

Die Mahlzeiten waren in guter Qualität und wurden auf der überdachten Lapa-Terrasse serviert. Nachteilig empfanden wir die relativ frühe feste Essenszeit 19:00 Uhr. Ein Barbecue im Garten war ein besonderes Schmankerl in einem sehr ansprechendem Ambiente unter freiem Himmel. Die Überraschung kam dort zu vorgerückter Stunde, alle anderen Gäste waren bereits verschwunden als eine Ginsterkatze durch die Tischreihen streunte und zielstrebig den Baum am Rande der Anlage erklomm. Der Fotoapparat lag leider im Zelt und das Smartphone war mit dem Licht überfordert, deshalb gibt es nur ein Beweisfoto.

namibia-2019-05-0721-20-24.jpg

Ginsterkatze

Resümee:
Eine Lodge-Anlage, die eher ein wenig an einen Luxus-Campingplatz erinnert und ein wenig Safari-Feeling vermittelt. Auf jeden Fall deutlich besser als eine Übernachtung im Park.

Am nächsten Tag ging es auf Pirschfahrt in den östlichen Teil des Etosha Park.

Teil 815. Mai 2021

Pirschfahrt rund um Namutoni – Östlicher Teil des Etosha Parks

Unsere erste Pirschfahrt rund um Namutoni mit dem Schwerpunkt Fisher’s Pan und dem Dik-Dik Drive stand auf dem Plan, endlich war es so weit. Der Etosha Park mit seiner unglaublichen Vielzahl von Tieren und Vögeln hatte uns 2017 derart begeistert, dass wir wieder hin wollten. 5 Tage wollten wir im Park verbringen und uns von Ost nach West durch den Park bewegen.

Um 6:00 Uhr, zum frühest möglichen Zeitpunkt, saßen wir bereits mit gepacktem Rucksack am Frühstückstisch. Nach einem ausgezeichneten Frühstück ging es dann bei frischen 14 ºC und wechselnder Bewölkung in 10 Minuten zum Lindequist Gate welches pünktlich zum Sonnenaufgang um 7:15 Uhr öffnete. Nur 3 Autos waren vor uns und das Permit für die nächsten 5 Tage schnell ausgestellt, zur Bezahlung wurden wir aber noch nach Namutoni verwiesen.
etosha-map-tag1.jpg

Übersichtskarte Etosha Park

Fisher’s Pan

pirschfahrt-etosha-ost.jpg

Pirschfahrt rund um Namutoni - Östlicher Teil des Etosha Parks

Im Osten des Nationalparks liegt Fischer’s Pan. Das flache „Gewässer“ ist durch einen schmalen Kanal mit der Etosha-Pfanne verbunden und wird nach Regenfällen mit Wasser gefüllt. Ein ca. 30 Kilometer langer Rundweg (Palmenweg) führt um die Pan mit seinen zwei angrenzenden Wasserlöchern herum. Nach der langen Trockenzeit der letzten Jahre war jedoch von Wasser nichts zu sehen, es war staubtrocken und die Grundlage für die sonst hier lebenden Wasservögel nicht gegeben. Auch die Wasserlöcher Aroe und Twee Palms führten kein Wasser. Flamingos und andere Wasservögel ließen sich nicht blicken. Ich sehe es positiv, ein Grund nochmals Etosha zu besuchen! Im Grasland sahen wir Trappen, Perlhühner und gefühlt auf jedem zweiten Busch eine farbenprächtige Gabelracke oder einen Toko.

namibia-2019-05-0710-14-04.jpg

Südlicher Gelbschnabeltoko

namibia-2019-05-0710-16-12.jpg

Gabelracke

namibia-2019-05-0707-49-29.jpg

Waffenkiebitz

In diesem Teil des Nationalparks geht die niedrige Vegetation in Baumsavanne über. Markant sind die eleganten Kronen einer botanischen Besonderheit, die Makalani Palme. Die Nüsse dieser Palmenart, die Makalaninüsse, werden kunstvoll mit Schnitzereien verziert und sind ein beliebtes Souvenir als Schlüsselanhänger. Zwei dieser Palmen findet man am gleichnamigen Wasserloch Twee Palms und auf einer „Insel“, bei unserem Besuch war von Insel nichts zu sehen, in der Steppe steht eine Gruppe mit 13 alten Exemplaren.

namibia-2019-05-0708-47-46.jpg

Springböcke

namibia-2019-05-0709-20-55.jpg

Salzpfanne Fisher’s Pan

namibia-2019-05-0709-11-02.jpg

Makalani Palmen

Da die Tierwelt sich rar machte, ging es weiter Richtung Stinkwater, dem nördlichsten Wasserloch im Etosha, in der Hoffnung an den angrenzenden Wasserlöchern bessere Sichtung vorzufinden. Eine Herde Streifengnus, Zebras und Impalas säumten die Pad und war so freundlich sich fotogen in Pose zu stellen, das sah ja positiv aus.

namibia-2019-05-0711-18-58.jpg

Achtung: links vor rechts? Strauße auf der Pad

namibia-2019-05-0712-24-54.jpg

Steppenzebra

namibia-2019-05-0713-04-48.jpg

Impala

Wasserlöcher im Norden-Osten von Etosha
Am Tsumcor Wasserloch, welche Freude, herrschte Hochbetrieb, Oryx, Zebras, Impals, Springböcke, Kudus und eine große Gruppe Strauße beim morgendlichen Bad beglückten uns mit ihrem Anblick.

namibia-2019-05-0712-28-58.jpg

Hochbetrieb am Tsumcor Wasserloch

namibia-2019-05-0712-36-57.jpg

Riesentrappe am Tsumcor Wasserloch

namibia-2019-05-0712-27-20.jpg

Strauße in der Badewanne am Tsumcor Wasserloch

Am Wasserloch Groot Okevi auf dem Weg Richtung Namutoni war Hochbetrieb, mehren Herden Elis und reichlich Giraffen in Warteposition.

namibia-2019-05-0713-23-45.jpg

reger Betrieb am Groot Okevi Wasserloch

namibia-2019-05-0713-25-54.jpg

Elefanten Kindergarten

namibia-2019-05-0713-31-14.jpg

zwei kleine Raufbolde

Das Knurren des Magens machte uns bewusst, die Mittagszeit war bereits verstrichen und die Temperatur auf 33 C angestiegen, es wurde Zeit für eine Rast. Fort Namutoni wurde deshalb angesteuert, wo wir im Schatten der Bäume eine Pause einlegten.

namibia-2019-05-0714-25-39.jpg

Picknick in Namutoni

Dik-Dik Drive
Den Dik-Dik Drive, in der Nähe von Camp Namutoni, steuerten wir an in der Hoffnung den Namensgeber für diesen Drive zu finden. Der Star dieses Gebiets das Damara Dikdik, die kleinste Antilopenart in Namibia. Da diese Tiere vielen Raubtieren zum Opfer fallen, sind sie sehr scheu. Auf dieser Route sollen sie angeblich ziemlich leicht zu sehen sein. Pustekuchen, das war ein Satz mit X, das war wohl nichts.

Wasserlöcher Nahe Namutoni
Nachmittags ging es Richtung Halali, zum westlichsten Punkt unseres Tagestrips. Das Wasserloch Kalkheuwel führte zwar etwas Wasser, wurde aber von den Elefanten besetzt. Alles war mit einer dicken Schicht Staub bedeckt, weiß getünchte Bäume und Sträucher säumten das Areal. Ein Nashorn durstig, mit sicherem Gang zum Wasser, hatte seine Schwierigkeiten ans Wasser zu kommen. Die Elis hielten abwechselnd Wache, um ihren Nachwuchs zu schützen. Auch Oryx, Giraffen usw. mussten warten bis die Dickhäuter ihren Durst gestillt hatten

namibia-2019-05-0716-19-49.jpg

Dickhäuter unter sich

namibia-2019-05-0716-16-50_2.jpg

Elis auf dem Weg zum Wasserloch Kalkheuwel

Klein Namutoni steuerten wir als letztes Wasserloch für diesen Tag an und wurden von reichlich Dickhäutern begrüßt. Es herrschte ein reges kommen und gehen. Zu unserer Überraschung streifte sogar eine Tüpfelhyäne am Wasserloch herum. Schöner kann man den Tag kaum ausklingen lassen. Die Uhr im Blick bei untergehender Sonne genossen wir das goldene Fotolicht. Wir wären gerne länger verweilt, da das Gate um 16:30 schloss mussten wir leider Abbrechen.

namibia-2019-05-0717-20-39.jpg

am Wasserloch Klein Namutoni

namibia-2019-05-0717-19-43.jpg

Tüpfelhyhäneam Wasserloch Klein Namutoni

Auf dem Rückweg zum Gate hatten wir dann doch noch unsere Erstsichtung, gleich drei Dikdiks direkt neben der Pad, noch schnell ein Foto und dann nichts wie zum Gate.

namibia-2019-05-0717-11-52.jpg

Dikdik

Kaputt, verstaubt und durstig erreichten wir nach 228 km Pirschfahrt Mushara. Ein kühles Bier, duschen und dann schnell zum Essen, es war ein Tag mit einigen tollen Sichtungen. Unsere Highlights waren: Tüpfelhyäne, Nashorn mit Elis, das Straußenbad und natürlich die kleinste Antilope, das Dikdik.

Am nächsten Tag ging es auf Pirschfahrt von Mushara bis Vreugde Guest Farm, außerhalb des Parks, hinter dem Anderson Gate gelegen.

Teil 916. Mai 2021

Pirschfahrt vom Von Lindequist Gate bis Anderson Gate

Der Etosha Park, vom Von Lindequist Gate bis Anderson Gate, stand heute auf unserem Programm. Wir wollen unser Quartier in die Nähe des Anderson Gate verlegen und den Tag als Pirschfahrt entlang der großen Salzpfanne nutzen. Wieder hieß es früh aufstehen, ein schnelles Frühstück und ab zum Gate.

etosha-map-tag2.jpg

Etosha Pirschfahrt vom Von Lindequist Gate bis Anderson Gate

Riss am Tsumcor Wasserloch
Tolle Sichtungen am Tsumcor Wasserloch vom Vortag hatten uns neugierig gemacht und wir hofften, dass am Morgen das Wasserloch wieder gut besucht ist. Der Abstecher lohnte sich. Am Wasserloch angekommen wurden unsere Blicke von vielen Tieren direkt an der Tränke angezogen. Es brauchte etwas bis wir bemerkten, dass am Buschwerk am äußersten Rand der Punk abging. Erst mit dem Fernglas war zu erkennen, 4 Tüpfelhyänen bedienten sich an dem frischen Riss eines Zebras. Rund 40 Geier standen zwar Gewehr bei Fuß, die Hyänen waren aber noch beim Frühstück und ließen sie nicht heran. Fünf Schakale teilten sich deren Schicksal, sie hatten sich eingefunden, um an dem Schmaus teilzunehmen. Leider war alles für ein gutes Foto zu weit entfernt. Erst nachdem der Hunger gestillt war und Hyäne, Schakal und Geier ihren Durst stillten wurde die Distanz zum Fotografieren besser. Es war für uns ein noch nie gesichtetes Spektakel, immer wieder den Blick zum Riss um dann im Nahbereich den regen Verkehr der anderen Tiere zu bestaunen. Die Tiere hatten keine Scheu trotzdem ein Kamerad gleich nebenan zerlegt wurde.

namibia-2019-05-0808-22-28.jpg

Wasserloch Tsumcor

namibia-2019-05-0808-20-44_2.jpg

Riss am Wasserloch Tsumcor

namibia-2019-05-0808-34-27.jpg

Tüpfelhyhäne am Wasserloch Tsumcor

Schweren Herzens trennten wir uns von dem Schauspiel mit der Hoffnung auf weitere Sichtungen.

Wasserloch Kalkheuwe
Vorbei an den Wasserstellen Groot Okevi und Klein Okevi sowie am Fort Namutoni ging es weiter bis Kalkheuwe. Kurze Stopps an der Strecke ließen jedoch die Uhr ticken, wir mussten aufpassen uns nicht zu verlieren, immerhin standen rund 300 km Strecke auf dem Plan. Drei große Elefantenbullen beherrschten die kleine Wasserstelle Kalkheuwe. Erstaunlich war, die Kleinen, eine Herde Impalas zeigten keinerlei Scheu und erfrischten sich friedlich zu Füssen der Dickhäuter. Zebras, Giraffen und Springböcke rundeten das friedliche Bild ab.

namibia-2019-05-0809-49-50.jpg

Wasserloch Kalkheuwel Klein gegen Groß

namibia-2019-05-0809-38-58.jpg

Wasserloch Kalkheuwel

namibia-2019-05-0811-00-47.jpg

Zebras mit Jungtieren

Etosha Pan und Wasserloch Okerfontein

Um nicht dem Tross der Safari-Fahrzeuge auf der C23 zu folgen, entschieden wir uns für die Pad direkt am Rande der Salzpanne. Der weite Blick über Steppe und Salzpfanne auf der einen und Buschwerk mit einzelnen Bäumen auf der anderen Seite lohnt den Weg. Die Pad selber war in einem miserablen Zustand. Ein Loch am anderen erforderte volle Konzentration. Da Lada in Namibia Fahrer Nummer 1 ist, musste ich mich nur so einklemmen, dass ich nicht laufend herumgewirbelt wurde.
Kleiner Hinweis: Lada lässt mich in Namibia nicht ans Steuer da ich deutlich mehr Sichtungen habe, was ja positiv ist. Negativ und auch nicht ungefährlich ist bei meiner Fahrweise, dass ich immer wieder von Objekten abgelenkt werde, was zu wilden Schlenkern führt.
Am Wasserloch Okerfontein äste friedlich eine Herde Springböcke, ansonsten nur Stille und die Weite der Etosha Pan. Insgesamt wird das Gebiet immer trockener, nur rund um das Loch ein wenig frisches Grün. Wir bekommen den Eindruck als ob Richtung Westen die Dürre zunimmt.

namibia-2019-05-0810-50-37.jpg

Springböcke am Wasserloch Okerfontein

namibia-2019-05-0810-42-41.jpg

Springböcke am Wasserloch Okerfontein

namibia-2019-05-0812-47-12.jpg

Springböcke suchen den Schatten

Nur wenige Fahrzeuge waren auf der Strecke unterwegs, die Guids in den Safari-Fahrzeugen wollten dies ihren Gästen wahrscheinlich nicht zumuten. Ein freundlicher Fahrer eines entgegenkommenden Autos gab uns Zeichen zum Stoppen und überraschte uns mit dem Hinweis, dass nicht weit entfernt im Busch versteckt ein Löwenrudel liegt. Dankbar für den Hinweis ging es auf die Suche, wir mussten uns aber eingestehen, ohne den Hinweis wären wir sicher vorbeigefahren. Nur der Boss, ein mächtiges Löwenmännchen, war so aufmerksam in brauchbarer Distanz als Modell zu posieren. Seine Frauen waren kaum zu erkennen, versteckt im Gebüsch hinter hohen Gräsern faulenzten sie im Schatten. Sie machten das, was Katzen gerne tun, faulenzen und die Umgebung beobachten. Bei dieser Tageszeit und 32 ºC im Schatten war auch nicht zu erwarten, dass sich an der Situation etwas änderte.

namibia-2019-05-0811-26-08_1.jpg

namibia-2019-05-0811-27-37_2.jpg

Löwenmännchen

In einiger Entfernung von der Pad im Grenzbereich zur Salzpfanne gab es riesige Herden von Springböcken, Zebras, Kuhantilopen und Gnus zu sehen. Eine Herde Gnus direkt neben der Pad hatte wohl ein Schlammbad genommen und sich eine schützende Schlammschicht zugelegt. Der Kerl sah aus wie aus einer anderen Welt.

namibia-2019-05-0812-27-19.jpg

Streifengnu frisch aus dem Schlammbad

namibia-2019-05-0812-35-02.jpg

Blick in die Etosha Salzpfanne

namibia-2019-05-0812-38-11.jpg

Srauße an der Salzpfanne

namibia-2019-05-0813-56-02.jpg

Herde rote Kuhantilopen

Wir beobachteten immer wieder Riesentrappen und Strauße aber die restliche Vogelwelt bis auf einen Singhabicht war abgetaucht.

namibia-2019-05-0812-47-29.jpg

Singhabicht

namibia-2019-05-0812-37-47.jpg

2 Srauße mit 6 Beinen!! an der Salzpfanne

namibia-2019-05-0811-44-59.jpg

Riesentrappe

Geschlaucht von der schlechten Pad, aber erfreut über die Sichtungen, gaben wir unser ursprüngliches Vorhaben in Halali zu pausieren auf und beschlossen lieber ohne große Umwege zu unserer Unterkunft, der Gästefarm Freudge, durchzufahren, um dort am Pool ein frisches Bad zu nehmen und zu relaxen. Freudge, 45 km außerhalb des Parks gelegen, erreichten wir nach 288 km um 15:00 Uhr, eine Oase in der sonst staubtrockenen Umgebung.

namibia-2019-05-0816-08-35.jpg

Guest Farm Vreugde

Übersichtskarte Pirschfahrt vom Von Lindequist Gate bis Anderson Gate
pirschfahrt-von-lindequist-anderson-gate.jpg


Zur Farm, wo wir zwei Tage verbrachten gibt es reichlich Informationen im nächsten Bericht.

Teil 1019. Mai 2021

Pirschfahrt von der Vreugde Guest Farm in den Etosha Park

Ein spektakulärer Sonnenaufgang und ein erstklassiges Frühstück auf der Vreugde Guest Farm, da sind wir doch gerne aus den Federn gekrochen. Um 7.00 Uhr, bei frischen 16 ºC und klarem Himmel, starteten wir Richtung Etosha. Bis zum Anderson Gate brauchte es 40 Minuten. Permit vorzeigen und schon ging es voller Erwartung zum Ombika Wasserloch direkt hinter dem Gate.

namibia-2019-05-0907-20-23.jpg

Sonnenaufgang, ab auf die Pirsch

Einsam stehen wir dort und harren der Dinge, mussten uns aber bald eingestehen, die Objekte unserer Begierde waren wohl keine Frühaufsteher, niemand ließ sich sehen.

Wasserlöcher ohne Wasser
Nach dem Motto, das kann ja nur noch besser werden, ging es auf abseits gelegenen Wegen in das Gebiet östlich von Okaukuejo Richtung Halali. Wie erhofft waren kaum Fahrzeuge auf der Strecke, die Tierwelt war bei diesem Desinteresse aber wohl der Meinung da lohnt es nicht sich zu zeigen! Extreme Dürre und ein Buschbrand im letzten Jahr hatten die Vegetation schwer gezeichnet. Eine rissige Staubfahne war alles was uns begleitete. Die Piste selber war ruppig und erforderte volle Aufmerksamkeit, Pflege hatte sie schon lange nicht erlebt.

namibia-2019-05-0909-01-18.jpg

Olifantsbad

namibia-2019-05-0909-05-44.jpg

Termitenhügel am Olifantsbad

Zwei einsame Elefantenbullen, etwas Federvieh und Einsamkeit, das war’s. Die Wasserstellen Gaseb, Gemsbokvlakte und Olifantsbad waren ausgetrocknet und nur noch als Kulisse einer Apokalypse brauchbar, Endzeitstimmung im Etosha!

namibia-2019-05-0908-04-30.jpg

Namaflughuhn

namibia-2019-05-0908-26-36.jpg

Elefantenbullen im Busch

namibia-2019-05-0908-31-17.jpg

?? Trappe

Nach rund zwei Stunden Fahrt in dieser unwirklichen Umgebung dann ein Lichtblick, besser ein Wasserfleck, die Quelle Aus mit Kudus, Springböcken und Zebras. OK, wir hatten uns mehr erwartet, waren aber happy mit den Akteuren. Nach 30 Minuten waren wir uns aber einig, wir versuchen es an anderer Stelle. Ein zutrauliches Steinböckchen war der einzige Lichtblick in dieser verdorrten Umgebung.

namibia-2019-05-0909-55-56_1.jpg

Kudus am Wasserloch Aus

namibia-2019-05-0910-04-32.jpg

Zebras am Wasserloch Aus

namibia-2019-05-0911-11-50.jpg

Steinböckchen

Ausgetrocknete Wasserstellen Ondongab, Kapupuhedi und Nebrownii an der Salzpfanne gelegen, waren unsere Wegbegleiter. Das Quellen bei der Dürre austrocknen ist mir ja verständlich, dass aber die Bohrlöcher mit ihren Pumpen kein Grundwasser fördern, machte mich nachdenklich. Sollte der Grundwasserspiegel so weit abgesunken sein oder war es einfach nur schlechte Wartung? Die Quintessenz kein Wasser, d.h. auch keine Tiere. Unser Eindruck war: Der mittlere Teil des Etosha Parks leidet besonders unter der Trockenheit und die Tierwelt hatte sich in andere Bereiche des Parks zurückgezogen. Vor 2 Jahren sah es in dem Gebiet noch viel besser aus. Rund um Okaukuejo gab es nur Dürre und Staub.

Okaukuejo Camp
Unseren Plan bis zum Geisterwald, mit seinen Moringa Bäumen zu fahren, gaben deshalb auf und steuerten den Picknick-Platz im Okaukuejo Camp an. Nicht nur unser Magen verlangte nach Nahrung, auch unser Hilux wollte Nachschub. Einige Kleinigkeiten wollten wir im Shop des Camps auffüllen, ein Blick hinein war ernüchternd, ein trostlos präsentiertes minimales Angebot verleitet sicherlich nur wenige zum Kauf.

Der Picknick-Platz, im Schatten riesiger Bäume, war ansprechend und wenig besucht. Kaum hatten wir unsere Vorräte ausgebreitet und ein Gläschen kühlen Rose eingeschenkt, gesellten sich Gäste zu uns. Einiges Federvieh, erpicht auf herabfallende Krumen und Erdmännchen in Erwartung am Tisch Platz zu nehmen.

namibia-2019-05-0913-36-20.jpg

Gelbschnabeltoko

namibia-2019-05-0913-34-27.jpg

Siedelweber

namibia-2019-05-0913-11-43.jpg

?? Taube

namibia-2019-05-0913-06-51.jpg

Akaziendrossel ??

namibia-2019-05-0912-51-53.jpg

Rotbauchwürger

namibia-2019-05-0912-06-47.jpg

Schildrabe

Natürlich ging es auch zum Wasserloch, welches wir vor 2 Jahren für lange Zeit Abends besuchten. Damals gab es reichlich Aktion, diesmal am frühen Nachmittag bei 33 ºC verirrte sich nur ein einzelner Springbock ans Wasser.

namibia-2019-05-0912-24-06.jpg

Springbock am Okaukuejo Wasserloch

namibia-2019-05-0913-17-32.jpg

Erdhörnchen

Unsere Entscheidung, zurück nach Vreugde, war schnell getroffen, da wollten wir doch lieber das Flair einer grünen Oase genießen und auf der Farm abhängen.

Vreugde Guest Farm
Nähert man sich der Vreugde Guest Farm glaubt man an eine Fata Morgana. Inmitten staubtrockener Landschaft wachsen Palmen, Moringa Bäume und vieles mehr. Alles ist saftig Grün. Rachel, die Frau des Besitzers, hatte uns bereits am Vortag freundlich begrüßt und uns unser Zimmer, eine Hälfte eines reetgedeckten Bungalows zugewiesen. Wir waren hochzufrieden, die anderen Bungalows sind zwar hübsch, aber nicht zu vergleichen mit dem Flair eines Gebäudes im historischen Kolonialstil.

namibia-2019-05-0816-06-13.jpg

Doppelbungalow mit Reetdach

namibia-2019-05-0816-20-16.jpg

Pool Vreugde Guest Farm

namibia-2019-05-0816-06-31.jpg

Standard Bungalow

Der Pool mit seinen Liegen war ein vorzügliches Plätzchen zum Ruhen, Planschen, Erfrischen, Lesen und um Tagebuch zu führen. Als Sundowner ein Gin Tonic, da vergisst man schnell die Weltuntergangsstimmung im Etosha.
Am ersten Abend war die Farm mit 12 Personen ausgebucht, eine Gruppe von Carsten Möhle mit Guid Uwe, eine Familie und wir. Das Essen auf der Terrasse unter großen Bäumen serviert war vorzüglich. Kudu-Steaks mit Pilzen, Oryx-Pasteten, Salat und Apfelkuchen als Dessert.

Termitenpilze
Pilze in Namibia, da waren wir überrascht, Aufklärung tat not! Rachel konnte uns eine Spezialität Namibias „Termitenpilz“ frisch aus dem Garten, richtigerweise vom Termitenhügeln geerntet, servieren. Wie sie erzählte für diese trockene Jahreszeit außergewöhnlich. Bei meiner Recherche zu diesem außergewöhnlichen Pilz fand ich folgenden Bericht: „Es ist Omajowa-Zeit in Namibia!“ im Namibia Forum.
Nach guten Sommerregen taucht der Omajowa – ein riesiger wild wachsender Pilz – aus dem Fundament von Termitenhügeln auf und liefert köstliche ‚Veldkos‘ für alle. Der Termitenpilz ist eine Delikatesse für Mensch und Tier.
Namibia hatte uns mal wieder mit einer Besonderheit überrascht.

Farmleben auf der Vreugde Guest Farm
Neben den Pilzen gab es in Rachels Garten einiges zu bestaunen. Eine unglaubliche Vielzahl an Obst und Gemüse gedeiht dort. Mit einem unterirdischem Bewässerungssystem, übernommen von der israelischen Landwirtschaft, bringen sie auf der Farm für Namibia ungewöhnliche Dinge zum Gedeihen. Alles muss aber vor der Tierwelt geschützt werden. Ohne schützende Zäune wäre es ratz­fatz weggefressen. Einen ungebetenen Gast gibt es trotzdem, eine Würgeschlange hat sich den riesigen Bambus am Rande des Gartens als Quartier ausgesucht. Danie, unser Farmer, ist nicht erfreut, ein Hund und zwei Hühner mussten schon dran glauben. Die Jagd auf die Schlange war bisher leider vergeblich. Für die zu der Zeit auf der Farm lebenden Hunde eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Einer der beiden, Bessi, hatte mich wohl ins Herz geschlossen und wachte Nachts im Sessel vor unseren Bungalow. Lada der Hundeflüsterer wurde ganz neidisch!
Den Gemüseanbau durch Mitarbeiter fördert der Besitzer zusätzlich. Das Gemüse wird von den Einheimischen selber verwertet und der Überschuss von der Farm aufgekauft, ein schöner Nebenerwerb der Mitarbeiter.

namibia-2019-05-0819-39-50.jpg

Dinner

namibia-2019-05-0917-57-33.jpg

Gartenanlage Vreugde Guest Farm

namibia-2019-05-0917-05-39.jpg

Pflanzenwelt

Am zweiten Tag waren wir die einzigen Gäste und hatten so Gelegenheit mit Rachel und ihrem Mann Danie nette Gespräche zum Farmleben zu führen. Die Farm ist ein reiner Viehbetrieb mit Brahman Rindern. Rund 100 Rinder leben auf der Farm, mehr geht nicht. Das begrenzte Nahrungsangebot der Weidefläche lässt nicht mehr zu. Um in dem Trockengebiet überhaupt Viehwirtschaft zu betreiben, hat die Farm 8 Wasserlöcher angelegt, um mit Pumpen Grundwasser aus der Tiefe zu fördern. Die laufende Pflege fordert dem Farmer viel ab.
Ohne den kleinen zusätzlichen Touristikbetrieb wäre ein Überleben kaum möglich!
pirschfahrt-tag-3.jpg

Pirschfahrt

Resümee: Das Besondere an dieser Farm ist die persönliche Note, alles auf dem Tisch ist ökologisch angebaut. Die Vreugde Gästefarm ist definitiv einen Aufenthalt wert. Die Entfernung bis Ethosha haben wir gerne in Kauf genommen.

Teil 1123. Mai 2021

Westteil des Etosha Parks -vom Anderson Gate bis Dolomite

Den Westteil des Etosha Parks wollten wir erkunden und starteten dazu frühmorgens von der Vreugde Gästfarm. Rund 250 km hatten wir für diesen Teil des Parks eingeplant. Markant ist, dass in diesem Teil von Etosha deutlich weniger Besuchern anzutreffen sind. Bereits 2017 hatten wir die Strecke in umgekehrter Richtung erkundet und wollten nun unsere Eindrücke auffrischen.

Basierend auf den Erfahrungen des Vortags, mit Staub, Dürre und wenigen Sichtungen ging es direkt durch bis zum Leeubron Wasserloch, leider auch ohne Wasser und Tiere. Erst langsam veränderte sich die Vegetation, es wurde etwas grüner, das Gesamtbild war aber unverändert, trockene Steppenlandschaft.

namibia-2019-05-1009-11-50.jpg

Moringa Forest -Giraffe zupft Blätter
namibia-2019-05-1010-55-51.jpg

Zebras haben Wegerecht
namibia-2019-05-1011-03-43.jpg

Schakal versteckt sich im Buschwerk

Moringa Forest -Der Märchenwald im Westteil des Etosha Parks
Dieser einzigartige Wald liegt etwa 32 Kilometer westlich von Okaukuejo und erstreckt sich über eine Fläche von einem Quadratkilometer. Einige Giraffen am Wegesrand und vereinzelte Vögel, mehr gab es nicht zu bestaunen. Der Name Märchenwald hatte bei uns jedoch zu einer falschen Erwartungshaltung geführt. Einen Wald hatten wir uns anders vorgestellt. Die Moringa Bäume mit ihren knorrigen Stämmen sind zwar reichlich zu finden, als Wald würde ich dies aber nicht definieren.
Die San beschrieben die Moringa Bäume als verkehrte Bäume, da sie glaubten, die Bäume seien vor Wut aus dem Paradies geworfen worden und kopfüber gelandet. Etosha ist wohl der einzige Ort an dem die Bäume in solchen Mengen in den Ebenen wachsen.

namibia-2019-05-1009-59-44.jpg

Moringa Forest -Märchenbaum (Moringa ovalifolia)
namibia-2019-05-1010-11-06.jpg

Grünschwanz-Glanzstar
namibia-2019-05-1010-20-02.jpg

Rotkopfamadine

Wasserloch Ozonjuitji m’Bari
Bis zum Wasserloch Ozonjuitji m’Bari waren alle anderen Wasserstellen trocken gefallen, entsprechend hoch war der Andrang an der einzigen kleinen Wasserstelle weit und breit. Herden von Zebras, Springböcken und Oryx tummelten sich dort. Reichlich vorhandener Dung von Elefanten war zwar vorhanden, die Dickhäuter ließen aber nicht sehen. Insgesamt war es eine schöne Stelle um in aller Ruhe das Treiben der Tiere zu beobachten. Nur ein weiteres Auto gesellte sich zu uns, ein deutlicher Unterschied zum Ostteil des Parks, dort ist eine solche Situation eher die Ausnahme.
namibia-2019-05-1011-15-01.jpg

Wasserloch Ozonjuitji m’Bari
Nicht weit hinter der Wasserstelle im Schatten der Büsche entdeckten wir ein Rudel von 5 Löwen, eventuell waren es auch mehr. Leider waren sie recht versteckt und waren auch nicht bereit sich zum Fotoshooting in Position zu bringen. Der Platz war strategisch für die Gruppe super gelegen, das Futter zieht in kurzer Entfernung vorbei zum Wasserloch, da braucht es keinen großen Aufwand um den Magen zu füllen!
namibia-2019-05-1011-57-58.jpg

Löwenrudel

Olifantsrus Campsite und Wasserloch
Rund 125 km westlich von Okaukuejo liegt Olifantsrus, eine Campsite, Picknick Platz und eine spektakulärer Hide direkt am Wasserloch. Der Picknickplatz ist schön gelegen mit schattigen Tischen und Bänken, ein idealer Ort um Durst und Hunger zu stillen.

Highlight des Camps ist das Wasserloch. Aus einem doppelstöckigen Hochsitz (Hide) heraus kann man die Tiere beobachten und kommt ihnen so nah wie wohl sonst nirgends. Je nach Ebene hat man sehr spezielle Perspektiven. Von oben auf die Tiere herunter, das ist schon sehr einzigartig. Der Elefantenkopf ist nicht weiter als ein paar Meter von einem entfernt. Auf der unteren Ebene kann man den Tieren direkt ins Maul schauen, der geringe Abstand, nur „geschützt“ durch eine Glasscheibe, ist gewöhnungsbedürftig. Das Wasserloch ist beliebt bei Elefantenherden, woher das Camp seinen Namen hat – „Olifantsrus gleich Elefanten-Raststätte“.

Bei unserem Besuch wimmelte es nur so von Tieren: Gnus, Oryx, Zebras, Kuhantilopen, Strauße und Springböcke kamen und gingen. Die friedliche Ruhe war aber vorbei als zwei mächtige Elefantenbullen sich rasch dem Wasserloch näherten. In kürzester Zeit geriet alles in Aufruhr, die zwei wühlten das Wasser auf und plantschen wie ausgelassene Kinder. Nachdem sie das Wasser in ein Schlammloch verwandelt hatten, zeigte sich, dass sie dort wohl öfters einkehrten. Zielsicher ging es an den Einlauf des Wasserlochs wo sie ihren Durst mit frischem Wasser stillen konnten. In dieser Nähe und Intensität hatten wir Elefanten noch nie erlebt.

namibia-2019-05-1015-12-55.jpg

Wasserloch Olifantsrus
namibia-2019-05-1015-09-19.jpg

Elefant in ungewohnter Perspektive
namibia-2019-05-1014-59-24.jpg

Zebra mit Jungtier
namibia-2019-05-1014-58-14.jpg

Wasserloch Olifantsrus -Gnus

Bei dem Rummel am Hide konnten wir uns kaum loseisen. Ich muss aber noch einen kleinen Hinweis loswerden, 2017 hatten wir den Picknickplatz auch besucht und oh Schande auf unser Haupt, die Attraktion Hochsitz inkl. Wasserloch, nicht entdeckt. Da muss man schon ganz schön blind sein.
Die Pad in diesem Teil des Parks, war ein Desaster, sehr tiefe Löcher in der Wellblech Pad strapazierten uns und die Federung unseres Hilux. Eine große Baustelle in Höhe des Rastplatzes und reichlich Arbeiter in Aktion lässt aber eine rasche Besserung erwarten.

Dolomite Camp im Westteil des Etosha Parks
namibia-2019-05-1016-45-34.jpg

namibia-2019-05-1107-19-51.jpg

Landschaft rund um Dolomite

2017 hatten wir in der Nähe des Gates, in der Hobatere Lodge, übernachtet. Recht negative Berichte zum Dolomite Camp hatten uns dazu bewogen. Eine Besichtigung von Dolomite hat uns aber umgestimmt diesmal Dolomite zu buchen. Dolomite Camp, im äußersten Westen des Parks, ist nur für eine kleine Anzahl von Besuchern ausgelegt. Unser Deluxe Zelt Nummer 20, mit einem erhabenen Blick über die endlose Prärie des Etosha Nationalparks und mit kleinem privat Pool war gigantisch.
Wir hatten zwar im Vorfeld versucht einen Bungalow mit direktem Blick auf das Wasserloch zu bekommen, leider ohne Erfolg. Eine solche Vorbuchung sei nicht möglich! Tipp: Nur Bungalow 13+14 haben das Wasserloch im Blick. 13, 19 und 20 sind in der Deluxe Ausführung.
Ein Überlaufschwimmbecken mit irrem Blick in die Ebene und eine Aussichtsplattform mit Blick auf das Wasserloch bieten Unterhaltung, aber nur wenn die Protagonisten mitspielen. Der Sundowner im Pool/Barbereich ist ein idyllischer Platz zum Genießen und um den Sonnenuntergang zu beobachten.
Zum Abendessen stehen zwei Restaurants zur Verfügung, ich hatte uns vorsichtshalber ein schönes Plätzchen reserviert, wir wollten ja nicht den Katzentisch erwischen. Das Essen wird in der abseits gelegenen Küche zubereitet, d.h. der Service muss lange Wege zurück legen. Geschützt durch eine Speiseglocke kam es warm auf den Tisch. Service und Qualität waren überdurchschnittlich. Es gab Oryx und Rinderfilet Medium rar mit leckeren Beilagen.

namibia-2019-05-1017-35-01.jpg

Dolomite Camp -Deluxe Chalets
namibia-2019-05-1017-35-14.jpg

Dolomite Camp -Restaurant
namibia-2019-05-1017-47-13.jpg

Dolomite Camp -Blick in die Ebene

Resümee: Wir haben uns rundherum wohlgefühlt und würden immer wieder in Dolomite buchen.

Teil 1224. Mai 2021

Abschied vom Etosha Park, auf nach Vingerklip

Alles Schöne geht einmal zu Ende, der Abschied vom Etosha Park steht auf dem Programm. Nach 4 Tagen auf der Pirsch, mit einem Rucksack voller Erlebnisse und Fotos, heißt es Abschied nehmen. Ein letztes Mal früh Aufstehen, d.h. um 6:00 Uhr aus den Federn. Ein Blick aus dem Fenster besänftigte aber das Gemüt, angenehme 18 ºC und strahlend blauer Himmel mit winzigen Schleierwolken dekoriert, begrüßt uns. Wir wollten den Vormittag noch zur Besichtigung der in der Nähe von Dolomite gelegenen Wasserstellen nutzen. Da sitzt uns als Neigschmeckte das Schwäbische im Nacken. Das Permit für den Tag war halt bezahlt, da muss es auch genutzt werden.
Für Nichtschwaben: Als ein „Neigschmeckter“ wird ein zugezogener Fremder genannt der von außen ins Schwabenland, die Stadt oder sogar das kleine Dorf kommt. Man bleibt es auch nach 50 Jahren im Ländle!

Nach einem vorzüglichen Frühstück machten wir uns auf den Weg. Leider war nur an Wasserloch Jakalswater etwas Leben mit den üblichen Bekannten. An den drei anderen Wasserstellen Dolomite, Rateldraai und Renostervlei wollte uns niemand verabschieden. Ob ein längeres Warten zum Erfolg geführt hätte, werden wir nicht erfahren. Wir entschieden uns deshalb lieber nach Kamanjab zu starten. Unsere Weinvorräte wurden langsam knapp, also hieß es nachtanken. An Samstagen ist dies problematisch. Ab 12:00 Uhr wird in Namibia an Samstagen der Alkoholverkauf eingestellt. Also nichts wie los um rechtzeitig in Kamanjab anzukommen.

namibia-2019-05-1107-50-04_2.jpg

namibia-2019-05-1109-43-24.jpg

Abschied vom Etosha Park

Abschied vom Etosha Park mit Hindernissen
Eine kleine Hürde galt es aber noch zu überwinden. Die gelangweilten Gatewächter waren der Ansicht Bewegung tut gut, unser Auto müsse genauer untersucht werden. Sie wollten unsere Fleischvorräte sehen! Der Kühlschrank und unsere Vorratsboxen wurden genau inspiziert. Ups, da hatten sie doch etwas gefunden, Bilton das würzige Trockenfleisch tauchte aus den Tiefen auf und wurde sofort konfisziert. Schade für uns, guten Appetit den Aufsehern.
Anmerkung: Das Galton Gate wird kaum genutzt, wir waren um 10:15 Uhr das zweite Auto des Tages, klar das die Mannschaft Abwechslung braucht.

Einkaufen und Tanken in Kamanjab
Auf der gut ausgebauten C35 ging es zuerst auf Asphalt, später auf Schotter nach Kamanjab. Wir hatten es gerade noch so geschafft, ein großer Multi Save Shop, da waren wir richtig. Schnell den Alkoholbestand auffüllen, das Angebot war riesig. Der Rest konnte noch warten, 11:50 an der Kasse, geschafft.
Der Shop ist wahrscheinlich für die Versorgung der Gegend essenziell, die meisten Kunden schleppten Waren der Grundversorgung Säckeweise heraus, das Angebot war entsprechend groß. Leider hatten wir mit unserem Wunsch nach frischen Brot Pech. Von netten Farmern erfuhren wir, dass der Bäcker Samstags nicht bäckt. Die reduzierte Öffnungszeit lohne den Aufwand nicht. Toastbrot, diese labbrigen Scheiben gab es dafür reichlich, na gut verhungern müssen wir damit nicht.

namibia-2019-05-1112-26-40.jpg

namibia-2019-05-1112-27-31.jpg

Tankstelle Kamanjab

namibia-2019-05-1112-05-06.jpg

Tankstelle und Imbiss Kamanjab

An der nebenan liegenden Tanke konnten wir auch den Hunger von Auto und Mensch befriedigen. Diesel für die Maschine und Hähnchenkeule mit Toastbrot und kühlem Bier für uns. Der Imbiss der Tankstelle war vom Angebot und Service überdurchschnittlich. Auf der Terrasse, unseren Hilux im Blick, genossenen wir das geschäftige Treiben rund herum.

Ohne Stress ging es dann weiter über Fransfontein nach Vingerklip. Die dortige Lodge hatten wir für 2 Nächte gebucht, um relaxt Urlaub zu machen. Nach den Tagen im Staub von Ethosha freuten wir uns auf einen Pool in einer gepflegten Anlage.

Vingerklip Lodge
Der erste Eindruck war sehr einladend. Freundlich wurden wir empfangen und nach Erledigung der Regularien vom Personal zu unserem Bungalow begleitet. Die kleine schicke Anlage besteht aus 11 strohgedeckten Doppelbungalows. Die Zimmer verfügen über ein Badezimmer, das sehr ansprechend eingerichtet und ausgestattet ist. Jede Einheit verfügt über eine private Terrasse. Unsere Terrasse, mit einem grandiosen Blick auf die Ebene, war ein Ort der Ruhe zum Entspannen und Genießen. Das Zimmer war als Loft designt mit Platz für zwei Kinder im Obergeschoss.

namibia-2019-05-1207-25-12.jpg

Auffahrt zur Vingerklip Lodge

namibia-2019-05-1208-28-49.jpg

Weg zum Empfang der Vingerklip Lodge

namibia-2019-05-1114-45-58.jpg

Empfang Vingerklip Lodge

namibia-2019-05-1208-54-03.jpg

Unser Bugalow auf der Vingerklip Lodge

namibia-2019-05-1114-27-45.jpg

Vingerklip Lodge, Zimmer im Loft Design

namibia-2019-05-1114-28-13_2.jpg

Vingerklip Lodge -Terrasse zum Entspannen

Einen Untermieter hatten wir auch, eine Brants’ Pfeifratte begrüßte uns zwar misstrauisch, erfreute uns aber nach und nach zutraulicher mit ihren Besuchen.

namibia-2019-05-1116-29-10.jpg

Brants’ Pfeifratte zu Besuch

Mit der Lodge und dem Wahrzeichen Vigerklip, einem windgeformten Felsen in Form eines Fingers beschäftige ich mich im nächsten Bericht.

Teil 1326. Mai 2021

Fingerklippe / Vingerklip und Plateau-Berge im Ugab-Tal

Im Ugab-Tal, mit seiner atemberaubenden Landschaft und seiner Sehenswürdigkeit Fingerklippe, wollten wir zwei Tage relaxen. Nach der unglaublichen Vielzahl von Tieren (Eindrücken) im Etosha Park wollten wir unserem Kopf Entspannung in der Weite einer außergewöhnlichen Landschaft gönnen. Die Vingerklip Lodge hatten wir dazu ausgewählt. Die Halbhöhenlage der Lodge erlaubt einen weiten Blick auf die Ebene des Ugab-Tals mit seinen geologischen Besonderheiten, den blockförmigen Plateau-Bergen. Neben den Plateau-Bergen ist im prähistorischen Ugab-Tal auch die berühmteste Felsformation Namibias, die Fingerklippe (Vingerklip), zu finden.

Vingerklip / Fingerklippe
Die Besichtigung des „Fingers“ gingen wir total relaxt an. Nach ausgiebigen Frühstück im Restaurant, mit seinem irren Ausblick auf das Ugab-Tal und die Plateau-Berge hätte uns eine Wanderung zwar gutgetan! Wir Faulpelze hatten es aber geschafft bis 10 Uhr nichts zu tun, einfach nur zu schauen und das Frühstück zu genießen. Die Sonne war indes nicht faul und hatte die Temperatur auf über 30 ºC gesteigert. 60 Minuten Wanderung bei dieser Hitze war an diesem Tag nicht unser Ding. Also ab ins Auto und auf zum Sockel der Fingerklippe. Die Fingerklippe (afrikaans Vingerklip, oder englisch Rock Finger) ist eine Art Mini-Plateau-Berg. Sie ist ein Erosionsrest aus Ablagerungen des Ugab-Flusssystems und überragt das Tal des Ugab um bis zu 160 Meter.

Die Spitze der Fingerklippe liegt 929 m über dem Meeresspiegel, der Fels selbst ist etwa 35 Meter hoch und hat an seiner Basis einen Umfang von 44 Metern. Er ragt tatsächlich wie ein mahnender Zeigefinger aus der Spitze eines spärlich bewachsenen Hügels. Als wir uns aufmachten, zum Fuß des Felsen zu wandern, beschlich uns immer wieder ein mulmiges Gefühl. Wann wird das Ding umfallen? Am Fuße des Felsens angekommen waren wir happy, der Blick in das weite einsame Tal war atemberaubend. Nur ein weiteres Pärchen hatte den Weg hoch zum Felsen gefunden, endlich eine Gelegenheit um ein Foto von uns zu machen.

namibia-2019-05-1210-50-02.jpg

Fingerklippe
namibia-2019-05-1210-59-59.jpg

Aufstieg zur Fingerklippe
namibia-2019-05-1211-30-48.jpg

namibia-2019-05-1211-11-22.jpg

Blick von der Fingerklippe auf das Ugab-Tal

Eeagles Nest Restaurant
namibia-2019-05-1208-16-53-2.jpg

Das Eagles Nest Restaurant ist klein und kann maximal 20 Gäste aufnehmen, eine Buchung ist infolgedessen erforderlich. Um 16:30 Uhr, bekleidet mit festem Schuhwerk machten wir uns auf den Weg. Auf gut gesicherten Schotter-Wegen ging es bergauf bis zu einem Turm aus Stahl, in welchem es über steile Treppen hoch hinauf ging. Für den Aufstieg muss man 10 Minuten einrechnen, laufende Stopps um Fotos zu machen und um den Ausblick zu genießen, verlängert die Zeit aber locker um Faktor zwei.

namibia-2019-05-1216-37-48.jpg

namibia-2019-05-1216-33-44.jpg

namibia-2019-05-1216-43-16.jpg

Aufstieg zum Eagle's Nest Restaurant

Erst wenn man oben angekommen ist, erkennt man Restaurant, Aussichtsplattform und Havens Gate. Havens Gate ist ein Luxusbungalow, der Bereich ist für Restaurantbesucher zwecks Intimsphäre der Gäste jedoch gesperrt. Nachdem wir uns satt gesehen hatten, ging es zur Aussichtsplattform, welche spektakulär am steilen Abgrund hängt. Der ideale Platz für einen Sundowner, ein besseres Plätzchen kann es kaum geben. Einen Gin Tonic in der Hand und die glutrot untergehende Sonne über dem Ugab-Tal, ein Erlebnis welches sich ins Hirn einbrennt. Die Atmosphäre und die Aussicht von dort ist atemberaubend!

namibia-2019-05-1216-53-25.jpg

Aussichtsplattform mit Fingerklippe im Hintergrund
namibia-2019-05-1216-46-59.jpg

Eagle’s Nest Restaurant

Das Restaurant, sehr geschmackvoll eingerichtet musste warten bis auch der letzte Sonnenstrahl hinter den Hügeln verschwand. Essen und Getränke wird von Seilbahn dort hoch geschafft. Das frisch zubereitete Essen war gigantisch. Traditionelle afrikanische Küche, Impalawurst, Lamm und vieles mehr, da gab es nichts zu meckern. Das Lob der Gäste fiel entsprechend aus. Was uns freute, war, dass für dieses außergewöhnliche Dinner kein Aufpreis verlangt wurde. Ein Kompliment an das Management für solch kundenfreundliches Marketing.

namibia-2019-05-1217-40-12.jpg

namibia-2019-05-1217-37-43.jpg

namibia-2019-05-1217-44-33.jpg

Eagle’s Nest Restaurant

Tipp: Der Rückweg in der Dunkelheit ist abenteuerlich, eine Stirnlampe muss unbedingt mitgeführt werden und die Reservierung sollte sofort bei der Ankunft erfolgen.

Teil 1429. Mai 2021

Vom Ugab-Tal ins Erongogebirge zur Ai-Aiba Lodge

Vom Ugab-Tal geht unsere Rundtour durch Namibia nun Richtung Süden mit dem nächsten Ziel Ai-Aiba Lodge im Erongogebirge. Für diese Strecke hatten wir drei Alternativrouten recherchiert. Die gelbe Route ist zwar die kürzeste Strecke (175 km) und scheint auch reizvoll zu sein. Am Anfang muss aber ein abseits gelegener Trail mit 25 km Länge durchs Ugab-Tal bewältigt werden! Alleine war uns das Risiko zu heikel.
Die rote Route mit 228 km ist wahrscheinlich die Strecke mit den besten Pistenverhältnissen, erschien uns aber unattraktiv.
Letztendlich entschieden wir uns als Kompromiss für die grüne Route D2351/D2344 über Omaruru. Eine Route von 200 km auf abseits gelegenen Strecken.
namibia-2019-map-ugab-erongo.jpg

Alternativ-Routen nach Ai-Aiba

Die Fahrt führte durch kaum befahrene eintönige Landschaft. Unsere Definition der Route: „Pad der Gatter“. Innerhalb einer Stunde sahen wir kein Auto und keine Menschenseele, dafür gab es Gatter ohne Ende. Geschätzte 15 Gatter durfte ich als Beifahrer an dem Tag öffnen und schließen. Ein „Pad Schrapper“, wie man im Südwester Jargon zu der Maschine sagt, fräste und walzte die Pad, und schon war alles wieder glatt. Begleitet von einer riesigen Staubfontäne sorgte der Schrapper für eine gut zu befahrende Gravel Road.

namibia-2019-05-1309-54-41.jpg

rund 15 Gater in einer Stunde, dafür kein Auto

namibia-2019-05-1311-07-33.jpg

Pad Schrapper

Erst kurz vor dem Erongogebirge änderte sich das Landschaftsbild. Das Erongogebirge mit seinen surrealen Landschaftsformen und riesenhaften, im Sonnenlicht rötlich leuchtenden Granitblöcken, faszinierte uns aufs neue. Bei unserem letzten Besuch waren wir schon begeistert und konnten uns auch diesmal kaum satt sehen.

namibia-2019-05-1311-31-43.jpg

Gater-Service durch Klaus

namibia-2019-05-1310-43-36.jpg

Damaraland -Landschaft wird grüner

Einen kleinen Zwischenstopp in Omaruru nutzen wir um Handfeger und Kehrschaufel zu besorgen, die Ladefläche unseres Hilux hatte sich inzwischen zu einem Sandkasten entwickelte. Der Ort selber machte einen sehr gepflegten Eindruck und das Angebot des Supermarktes war gigantisch.

Ai-Aiba Lodge
Bereits um 14:00 Uhr erreichten wir die Ai-Aiba The Rock Painting Lodge. Ai Aba liegt zusammen mit einigen anderen Lodges im wunderschönen Erongo Wilderness Park. Das Gebiet mit seinen vielen uralten Felszeichnungen lässt sich am besten zu Fuß erkunden! Auf eigene Faust ist dies auf Ai-Aiba leider nicht mehr möglich, das Management will unbedingt seine geführten Touren verkaufen. Früher war es wohl möglich selber durch das Gebiet zu wandern, die Einschränkung „nur mit Guid“ hat uns sehr gestört. Bei unserer letzten Tour in dieser Gegend hatten wir auf der Ameib Ranch die Gegend um Bullsparty als fantastische Wandergegend erlebt und würden deshalb im Wiederholungsfall lieber eine Lodge mit solchen Möglichkeiten vorziehen.

Die Lodge selber liegt sehr schön am Fuße der Felsen. Unser Bungalow Nr. 3 war groß aber etwas lieblos eingerichtet. Der Barbereich und „Speiseraum“ ist jedoch hübsch, im afrikanischen Stil gehalten. Der Pool ist sauber und ansprechend. Man hat von dort einen sehr schönen Blick aufs Erongogebirge. Frühstück und Abendessen waren gut, der Service freundlich und zuvorkommend.

namibia-2019-05-1317-58-34.jpg

Pool und Hauptgebäude der Ai-Aiba Lodge

namibia-2019-05-1317-56-04.jpg

Hauptgebäude der Ai-Aiba Lodge

namibia-2019-05-1317-54-24.jpg

Unterkunft auf Ai-Aiba

Geplant war für den Nachmittag eine Wanderung zu den San, was wegen der Einschränkungen zu Fuß nicht möglich war. Lada war dies nur recht, sie wollte den Pool genießen und faulenzen. Mein Tatendrang war jedoch noch nicht gestillt, weshalb ich mich entschloss die Nachmittagssonne zum Besuch der San zu nutzen.

San Living Museum
Seit 2008 kann das Lebende Museum der Ju/’Hoansi-San (auch Buschleute genannt) auf der Farm Omandumba besucht werden. Mit dem Auto ist dies von Ai-Aiba ein Katzensprung, rund 2,5 km zurück auf der Zufahrt Ai-Aiba zweigt ein Weg zu den San ab. Das Buschmann-Dorf befindet sich auf dem Gelände der Farm Omandumba. Die Anfahrt ist gut ausgeschildert und leicht zu finden. Am Parkplatz wurde ich freundlich begrüßt und meiner Bitte nach einer Führung gerne entsprochen. Erfreulicherweise war ich der einzige Besucher und wurde von zwei San auf einen Buschspaziergang zu den Felsmalereien geführt.

Ich hatte dabei Glück und Pech. Alle paar Monate wechseln die Familien in dem Lebenden Museum. Da für den nächsten Tag nach 4 Monaten ein Wechsel anstand, war mir der Blick in das Leben der Familie vermutlich wegen der Aufbruchstimmung verwehrt. Andererseits hatte ich Glück, dass am späten Nachmittag für mich noch eine Führung organisiert wurde, leider nach dem Motto schnell und oberflächlich. Engagement ist etwas anderes.

namibia-2019-05-1316-46-37.jpg

namibia-2019-05-1317-07-10.jpg

Besuch des Living Museums der San

namibia-2019-05-1316-56-58_1.jpg

Erogo Felsformationen

namibia-2019-05-1316-45-33.jpg

Felsmalereien

namibia-2019-05-1316-50-36.jpg

Erongo, riesenhafte im Sonnenlicht leuchtende Granitblöcke

namibia-2019-05-1316-58-50.jpg

Buschmänner beim Feuer machen

Hinweis: Im Erongo gibt es tausende Felsmalereien. Die Malereien und viele archäologische Funde zeigen, dass dort vor langer Zeit die San lebten, jagten und ihre Spuren hinterließen. Durch Kolonisierung und Konflikte mit anderen Kulturgruppen wurden die Buschleute schon vor langer Zeit aus diesem Gebiet vertrieben. In dem Lebenden Museum wird den San jedoch die Chance geboten ihre Kultur zu präsentieren und ein Einkommen zu erzielen. Die San, welche inzwischen in der Kalahari leben, wechsel sich alle 3 Monate ab, damit mehrere Familien davon profitieren.

Trotz der Einschränkungen war der Eintritt von 170 N$ sein Geld wert, es war eine persönliche Führung in einer beeindruckenden Landschaft im Licht der untergehenden Sonne. Das Farbspiel der Felsen und die Felszeichnungen waren formidabel.

namibia-2019-05-1317-51-26.jpg

namibia-2019-05-1317-36-51.jpg

Felsformationen auf Ai-Aiba

Ich hoffe, ihr Freude an den Berichten und werdet mich weiter begleiten zur nächsten Station unserer Reise in das Hochland der Namib.

Teil 1507. Juni 2021

Namib’s Valley of a Thousand Hills im Hochland der Namib

Vom Erongogebirge führte unsere Reise weiter Richtung Süden ins Hochland der Namib zur Lodge Namib’s Valley. Die meisten Reisen in diesem Gebiet führen wahrscheinlich nach Swakopmund. Da wir bei unserer letzten Reise einige Tage dort verbrachten und Lüderitz, eine Stadt am Atlantik besuchen wollten, war unser Plan Orte abseits der Hauptreiserouten aufzusuchen.
345 km Gravel Road über Omaruru, Karibib und den Kuiseb River, immer am Rande der Namib entlang durch trockene Wüstenlandschaft, waren deshalb angesagt. Lange Strecken ohne jeglichen Verkehr oder besser gesagt ohne eine Menschenseele mit wechselnder Kulisse war uns gegönnt. In Karibib, einem ansprechenden Ort, welcher in seiner Vergangenheit durch Marmor und Goldabbau zu Wohlstand gekommen ist, war noch Tanken und Geld fassen angesagt.

namibia-2019-05-1412-43-34.jpg

wo stecken die Oryx?
namibia-2019-05-1414-52-05.jpg

Kuiseb Pass
namibia-2019-05-1415-09-56.jpg

Namib, hohes Verkehrsaufkommen

Kobo Kobo, die Tausend Sterne Lodge im Khomas Hochland
Der Lodge Kobo Kobo, am Rande unserer Route gelegen, wollten wir einen Besuch abstatten. Bei unserer letzten Reise waren wir zwei Tage dort und hatten uns sauwohl gefühlt. Aus verschiedenen Quellen hatten wir aber erfahren, dass die Lodge inzwischen geschlossen ist und eine Wiedereröffnung in den Sternen steht. Wir wollten es nicht glauben. Das Gatter an der Pad war ohne Schloss, da mussten wir einfach nachschauen. Nach 8 km Off Road bekamen wir die Bestätigung, das letzte Gatter kurz vor der Lodge war mit Ketten gesichert und kein Lebenszeichen zu erkennen. Schade, dort würden wir gerne wieder einige Tage verbringen.

namibia-2019-05-1411-50-45.jpg

Abzweig zur Lodge Kobo Kobo
namibia-2017-05-0916-28-44.JPG

Kobo Kobo (Foto aus 2017)

Springböcke, Gnus, Strauße und Geier waren unsere weiteren Wegbegleiter. Leider konnten wir die Geier, welche an den Flügeln markiert waren, nicht fotografieren. Eventuell kennt jemand den Grund für diese Markierung?
Weiter ging es durch die Einsamkeit, über den Kuiseb Pass, bis zur Abzweigung der C26 Richtung Windhoek. Nach rund 8 km erreicht man die Einfahrt von wo es 6 km bergauf, auf ruppigem Trail, zur Lodge geht.

Namib’s Valley
Oben angekommen durften wir uns an der grandiosen Aussicht erfreuen. Elisa die Verwalterin begrüßte uns und wies uns den Bungalow Nr. 4 zu. Der Bungalow war sauber und sehr geschmackvoll im Still einer Berghütte eingerichtet. Eine Terrasse mit herrlichem Blick ins Guab-Tal wurde sofort genutzt, um unser eigenen Welcome Drink zu genießen. Nur gut, dass wir einen Kühlschrank mitführten.

namibia-2019-05-1506-52-57.jpg

Namib’s Valley -unser Bungalow
namibia-2019-05-1416-03-26.jpg

Namib’s Valley -Blick vom Bungalow
namibia-2019-05-1415-01-21.jpg

Namib’s Valley -Blick in den Bungalow

Die Lodge Namib’s Valley of a Thousand Hills hatte uns mit ihrer Beschreibung im Web angelockt. Die Lage im Hochland der Namib mit Panoramablick auf das Guab-Tal, wollten wir für zwei Tage nutzen, um einfach nur abzuhängen. Wir wollten die Kulisse genießen und ausspannen.
Die Lapa befindet sich etwa 300 m oberhalb der Bungalows. In der Lapa gibt es einen geschmackvoll eingerichteten Aufenthaltsraum, Bar, das Restaurant und davor eine sehr schöne Terrasse. Zur Energieversorgung der Anlage wird Fotovoltaik, Windkraft und Vakuumröhren zur Warmwasserbereitung verwendet, dass Laden von Geräten ist deshalb nur an einer Steckdose im Hauptgebäude möglich.
Von der Terrasse hat man einen fantastischen Ausblick auf das Valley, stündlich ändern sich die Farben der Landschaft und der Sonnenuntergang ist gigantisch.
Vor dem Gebäude liegt ein kleiner Infinity-Pool mit Blick in die Unendlichkeit. Leider war das Wasser in einer Qualität, welche uns und auch alle anderen Gäste abschreckte. Die Liegen ohne Auflagen und Schatten waren brauchbar und nicht mehr. Handtücher müssen vom 300 m entfernten Bungalow geholt werden.

namibia-2019-05-1507-19-56.jpg

Hauptgebäude Namib’s Valley
namibia-2019-05-1508-21-26.jpg

Namib’s Valley -Terrasse Hauptgebäude
namibia-2019-05-1508-37-03.jpg

Pool!! Namib’s Valley

Total enttäuscht waren wir vom Essen und dem Service. Zerkochtes Gemüse und eine Miniportion Rindersteak mit Salat wurde am ersten Abend serviert. Eine Kinderportion, aber nichts für einen erwachsenen Menschen. Der Wein wurde erst serviert als das Essen bereits den Weg in den Magen gefunden hatte. Zum Frühstück ging es im gleichen Still weiter. Butter, Toast und ein Omelett, das war’s. Auf die Frage nach Wurst und Käse gab es den Kommentar: Im Omelett ist doch alles enthalten!

Am zweiten Abend wurde, da alle Zimmer ausgebucht waren (14 Gäste), ein Buffet angeboten. Ein ungenießbarer Gemüseauflauf und furztrockenes Lamm und Hähnchen in so geringer Menge das war eine Frechheit. Nur die schnellsten am Buffet hatten die Chance satt zu werden. Alle Schüssel wurden ausgekratzt, Nachschub gab es keinen. Unsere Tischnachbarn, ein Ehepaar mit zwei Kindern, versuchte vergebens etwas nachzubestellen. Wir waren uns einig, das war das schlechteste Essen in Namibia. Die Kartoffeln waren das Beste am Buffet. Unverständlich für uns ist die gute Bewertung bezüglich Essen und Service im Internet.

namibia-2019-05-1507-17-58.jpg

Guab-Tal
namibia-2019-05-1415-53-06.jpg

Namib’s Valley -Blick auf die Bungalows
namibia-2019-05-1415-36-01.jpg

Namib’s Valley

Eine Aussage auf der Webseite „Es gibt eine reiche Tierwelt, außerdem können Sie die reichhaltige Vogelwelt genießen“ können wir leider nicht bestätigen. Klippschliefer, Ratten und einige wenige Vögel waren das einzige, was wir zu Gesicht bekamen. Dies könnte jedoch mit der extremen Dürre der letzten Jahre zusammen hängen.

Resümee: Top-Lage, sehr geschmackvolle Einrichtung mit miserablem Essen und unengagiertem Service.

Den zweiten Tag unseres Aufenthalts nutzen wir zu Wanderungen in der näheren Umgebung und zum 4×4 Training auf einem ausgeschilderten Trail.

Himmelstreppe
Nicht weit von der Lodge entfernt gibt es die Himmelstreppe, dies ist eine mit Auswaschungen versehene Terrassierung ins Tal, wo über Jahrtausende das abfließende Wasser in Kaskaden seine Spuren hinterlassen hat. Kaum zu glauben bei der vorherrschenden Trockenheit. Die Treppe wird auch als natürliche Grundlage für die Wasser-Pipeline aus dem Tal genutzt. Das Gaub-Tal verfügt nur über sehr begrenztes Grundwasser. Daher muss das Wasser 5 km weit über eine Pipeline mit Solarwasserpumpen auf eine Höhe von 250 m gepumpt werden. Die gesamte Energie stammt aus Photovoltaikmodulen, Windkraftanlagen und Vakuumröhren zur Warmwasserbereitung.

namibia-2019-05-1512-02-40.jpg

namibia-2019-05-1512-08-15.jpg

namibia-2019-05-1512-07-21.jpg

Himmelstreppe der Potholes

Vegetation auf Namib’s Valley
Die Vegetation auf dem Lodge Gelände überraschte uns mit einigen Besonderheiten. In dem extrem trockenen Klima wächst nur wenig, dafür sind dies aber Spezialisten, welche wir teilweise noch nie gesehen hatten.

Köcherbäume sind in Namibia immer wieder, zumeist an felsigen Hängen vorzufinden. In voller Blüte mit ihren riesigen gelben Blütenständen waren sie jedoch fantastische Fotomotive. Bekannter ist der Köcherbaumwald nordöstlich von Keetmanshoop, einem späteren Ziel unserer Reise. Wir haben deshalb Mesosaurus Fossil Camp eingeplant und waren gespannt, ob wir dort auch blühende Bäume vorfinden werden.

namibia-2019-05-1510-10-59.jpg

Köcherbaum

namibia-2019-05-1510-14-16.jpg

namibia-2019-05-1510-14-33.jpg

Blütenstand der Köcherbäume

Ohne die Hilfe der Fomis des Namibia Forums wären wir bei der Bestimmung der folgenden Bäume überfordert gewesen.
Afrikanische Sternkastanie Sterculia africana
Kleiner knorriger und laubabwerfender Baum mit einer Wuchshöhe von 10 – 14 Meter und einem ziemlich starken Stamm, der einen Durchmesser von über 100 cm erreichen kann. Die fast herzförmigen und kräftiggrünen Blätter haben lange Stiele.
Commiphora myrrha ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Balsambaumgewächse. Aus ihrem Harz wird die Myrrhe gewonnen.
Myrrhe-Baum -Commiphora myrrha ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Balsambaumgewächse
Myrrhe-Baum, eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Balsambaumgewächse
Commiphora myrrha wächst als laubabwerfender, stämmiger, dorniger Strauch oder kleiner Baum mit knorrigen Ästen, meist mit nur einem kurzen Stamm und erreicht Wuchshöhen von bis zu 4 Meter. Die äußere silbrige, weißliche oder bläulich-graue, glatte Borke schält sich in großen pergamentartigen Stücken ab und die grünere untere, glatte Borke wird sichtbar. Aus den flüssigen, kaum duftenden Exsudaten entsteht ein hartes, durchscheinendes, gelbliches Gummiharz
4×4 Trail Namib’s Valley
Der Trail war für Lada ein ideales Gelände um Erfahrung in dem felsigen Gelände zu sammeln. Auf dem Trail von der Hochebene ins Tal wurden wir mit immer neuen Perspektiven belohnt.

namibia-2019-05-1510-19-58.jpg

namibia-2019-05-1511-39-05.jpg

namibia-2019-05-1511-22-57.jpg

Namib’s Valley 4×4 Trail

Die zwei Tage hätten wir gerne besser in Erinnerung behalten, die Grundlage bezüglich Lage und Lodge ist zwar gegeben, das Essen und der Service hat aber reichlich Luft nach oben.
Unserem nächsten Ziel „Fest im Fels in den Tirasbergen“ steuerten wir nach den Erlebnissen deshalb voller Erwartung entgegen.

Teil 1610. Juni 2021

Fest Inn Fels in den Tirasbergen, ein Paradies im Nirgendwo

Die Fest Inn Fels Farm Lodge in den Tirasbergen ist unser nächstes Ziel auf dem Weg nach Lüderitz. Für unsere Verhältnisse eine große Strecke von 410 km galt es zu bewältigen. Um auf der langen Gravel Road nicht unter Zeitdruck zu geraten, starteten wir bereits um 8:00 Uhr auf der Lodge Namib’s Valley. Über die C26 und C14 ging es über den Gaub Pass bis Solitär. Die Pad in dieser Gegend war leider in desolatem Zustand, die letzte Glättung durch einen Pad Schrapper lag wohl schon einige Zeit zurück. Da diese Strecke auf der C14 eine der Hauptrouten aller Touris ist waren wir laufend in große Staubwolken eingehüllt. Safari-Fahrzeuge aller Couleur waren zwischen den Zwei Top-Attraktionen Swakopmund und Sossusvlei unterwegs.
namibia-2019-05-1610-01-22.jpg

C14 Gaub Pass

Solitär
An Solitär kommt wahrscheinlich keiner vorbei, ohne einen Stopp einzulegen. Der obligatorische berühmte Apfelkuchen in der Bäckerei, neben der Tankstelle mit ihren Schrottautos, muss einfach sein. Das Geschäft lief bestens, die Busladungen mit Besuchern sorgten laufend für neue Kunden. Noch schnell ein Foto von den alten Karren und weiter gehts nach Sesriem.

namibia-2019-05-1611-05-39.jpg

Solitaire, tausendfach fotografiert!
namibia-2019-05-1610-53-28.jpg

Apfelkuchen
namibia-2019-05-1611-07-09.jpg

Schrottautos in Solitaire

Sesriem
In Sesriem musste mal wieder der Tank gefüllt werden und der gut bestückte Laden zum Auffüllen von Wurst, Käse, Tomaten und Wein herhalten. Ab dort wird es einsam, der Tross der Besucher will die Dünen von Sossusvlei besuchen. Für uns ist dies kein Thema, man kann halt nicht alles wahrnehmen, auch 5 Wochen reichen dafür nicht. 2017 hatten wir im Park zwei Nächte verbracht und haben die Bilder noch sehr prägnant in unserer Erinnerung.
Die C27 war zwar in schlechten Zustand, dafür werden wir aber mit einer Farbenpracht von Steppe, Wüste und Felsen belohnt. Einige Hügel sind übersät mit Köcherbäumen, teilweise in voller Blütenpracht, leider aber auch viele Bäume welche am Absterben sind. Später haben wir erfahren, dass in ganz Namibia viele der Köcherbäume davon betroffen sind. Der Grund dafür soll der Befall von Parasiten sein. Ob dies stimmt oder etwas anderes dahinter steht, kann eventuell ein erfahrener Botaniker klären!

namibia-2019-05-1615-35-40_2.jpg

Köcherbaumwald in den Tirasbergen
namibia-2019-05-1616-06-06.jpg

Sandpiste D707 zu den Tirasbergen

Fest Inn Fels Farm Lodge
Nach langer Fahrt sahen erreichten wir die Zufahrt nach Kanaan, diese war jedoch mit dem Hinweis keine Durchfahrt nach Koiimasis versehen. Geplant war dort auf den Farmweg abzubiegen. Das Verhältnis zwischen den Nachbar ist wohl nicht das Beste, weshalb die Durchfahrt gesperrt ist! Das Gatter nach Koiimasis liegt rund 12 km weiter südlich. Auf der Strecke sind teilweise sehr sandige Bereiche zu bewältigen, welche ohne 4×4 nicht zu schaffen sind. Von dem Gatter geht es dann noch 25 km über das Farmgelände bis zur Lodge.

Zu beachten ist, dass auf der „Ranch Koiimasis“ zwei unterschiedliche Betriebe, mit unterschiedlichen Eigentümern angesiedelt sind. Da beide Betriebe auch eine gemeinsame Webseite betreiben waren wir bereits bei unserer Planung und den Bewertungen von Tripadvisor darüber gestolpert. Zwischen den unterschiedlichen Parteien gibt es vor Ort wohl „unterschiedliche Meinungen“. Beim Recherchieren stellt man dann fest: Nur Fest Inn Fels hat Top-Bewertungen.

namibia-2019-05-1616-14-56_1.jpg

Gatter -Fest in Fels
namibia-2019-05-1616-44-33.jpg

Wegweiser Fest in Fels

Wegweiser der besonderen Art, von einem Künstler entworfene Metallfiguren, zeigen uns den Weg zum Hauptgebäude der Lodge wo wir sehr freundlich empfangen wurden. Die kleine, aber feine Farm-Lodge „Fest Inn Fels“, besteht aus 4 exklusiv eingerichteten und großzügig angelegten Chalet’s mit Außenterrassen, einem originellen Felsen-Restaurant, einer Pool-Anlage mit Sonnendeck und der Sky-Bar. Die ganze Anlage ist harmonisch in die Landschaft integriert, jedes Gebäude ist individuell. Unser Bungalow Nr. 1 war ein Glücksgriff, der größte Bungalow mit 4 Betten und extrem geschmackvoll eingerichtet. Von der Terrasse schweift der Blick über die kontrastreiche Landschaft zwischen Wüste und Felsengarten, ein wahres Paradies für alle Naturliebhaber.

namibia-2019-05-1809-31-34.jpg

Hautgebäude Fest Inn Fels
namibia-2019-05-1616-19-31.jpg

Fest in Fels Bungalow Nr. 1
namibia-2019-05-1715-25-49.jpg

Pool der Lodge Fest Inn Fels
namibia-2019-05-1707-59-48.jpg

Restaurant -Fest Inn Fels

Frühstück und Dinner wird im Felsenrestaurant serviert. Die einzelnen Tische sind in schön gestalteten Nischen, mit teilweise gigantischem Blick in die Ferne angeordnet. Das Essen selber war absolute Spitze. Der Eigentümer Rolf kommt immer wieder vorbei, um sicherzustellen, dass es wirklich an nichts fehlt, das war Service par excellence. Nach dem Reinfall auf unserer letzten Lodge waren wir hin und weg.

namibia-2019-05-1710-09-43.jpg

Einsamer Baum in den Tirasbergen
namibia-2019-05-1710-08-30.jpg

Panoramablick zur Namib
namibia-2019-05-1715-50-32.jpg

Klippspringer

Fest Inn Fels Farm-Rundfahrt mit Rolf
Für den Spätnachmittag hatten wir mit Rolf eine Farm-Besichtigung mit Sundowner vereinbart. Die Tour ist empfehlenswert, da Rolf ein exzellenter Führer, Fahrer und Erzähler ist. Dabei erfuhren wir, dass er Baumeister und Architekt der Anlage ist und alles sehr individuell gestaltete. 2005 hat er mit dem Bau begonnen und sich damit einen Lebenstraum erfüllt. Am 29.9.07 war nach harter Handarbeit Richtfest. Ein Blick ins Fotoalbum gab uns einen Eindruck, mit welchen Schwierigkeiten in einer solchen Gegend zu kämpfen ist. Selbst einen Sturzregen gab es während der Bauphase, welcher im Nachhinein von Rolf als Glücksfall bezeichnet wurde. Die natürlichen Wasserläufe führten dazu, dass die Bauten umgeplant werden mussten, um auch für solche Situationen gewappnet zu sein. Ohne dies hätte die Gefahr bestanden, dass die Wassermassen Schäden an den Gebäuden verursachen.

namibia-2019-05-1709-39-56.jpg

Blütenstände des Köcherbaums
namibia-2019-05-1716-57-01.jpg

namibia-2019-05-1716-36-09.jpg

Farmrundfahrt
namibia-2019-05-1718-08-01.jpg

Sundowner

Unmengen von Details erfuhren wir bei der Tour. Ein Beispiel war die Wasserversorgung. Das Wasser wird aus 60m Tiefe per solarbetriebener Tauchpumpe hoch gepumpt. Bei dieser Tiefe reicht wie sonst oft verwendet die Windkraft nicht aus. Bei Reparaturarbeiten war ein Bohrgestänge in den Brunnen gefallen und blockiert deshalb dieses Loch. Eine echte Aufgabe, ob dies wieder repariert werden kann, stand zu der Zeit in den Sternen. Ein neuer Brunnen würde eine Investition von rund 5000 Euro erfordern.
Früher wurden auf der Farm ständig Löffelhunde gesichtet, durch die Trockenheit sind diese jedoch abgewandert. Zum Abschluss ging es dann hoch hinaus auf die Spitze des Hausbergs. Köcherbäume säumten den Weg und oben angekommen konnten wir bei untergehender Sonne mit einem Gin Tonic den grandiosen Ausblick über Felsen und Dünnenlandschaft auskosten.

Resümee: Ein herrlicher Fleck Erde zum Relaxen, Wandern und Genießen. Essen und Service vom feisten, wir werden sicherlich wieder kommen.

Weiter geht es nach Lüderitz….

Teil 1705. Juli 2021

Aus -Verkehrsknotenpunkt auf dem Weg nach Lüderitz

Nach zwei relaxten Tagen auf der Lodge Fest Inn Fels geht unsere Namibia Rundreise weiter über Aus nach Lüderitz, dem Hafenstädtchen an die Atlantikküste. 280 km stehen auf dem Programm, Zeit genug um Aus den Verkehrsknotenpunkt am Rande der Route zu besuchen.
Die 25 km sandiger Farm-Pad bis zur D707 wollte ich rasch hinter mich lassen. Lada war zwar der Meinung ich sei zu schnell unterwegs und wollte meinen Einwand, dass Rolf der Farmer am Vorabend deutlich schneller gefahren sei nicht so recht akzeptieren. Das Unheil nahm seinen Lauf, ein Schlag und schon war ein Reifen geschrotet. Im Sand hatte sich ein hinterhältiger Stein versteckt und unserem Reifen den Rest gegeben. Eine mittlere Ehekrise stand ungeplant auf dem Programm, Details lasse ich besser weg….
45 Min Arbeit waren meine Bestrafung, immer begleitet von freundlichen Kommentaren. Klar, danach durfte ich nicht mehr ans Steuer und meine bessere Hälfte übernahm das Kommando.
namibia-2019-05-1810-28-08.jpg

namibia-2019-05-1810-28-28.jpg

Reifenpanne auf Fest Inn Fels

Auf eintöniger Strecke ging es dann weiter nach Aus wo wir einen Stopp eingeplant hatten.

Soldatenfriedhof Aus
Kurz vor Aus lohnt sich ein kleiner Abstecher zu dem dortigen Soldatenfriedhof. Dort sind über 60 Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg begraben, von denen viele jedoch nicht durch den Feind, sondern durch den Ausbruch der Spanischen Grippe starben. Es ist beeindruckend, dass Soldaten beider Seiten – deutsche und südafrikanische – Seite an Seite dort begraben liegen. Ich denke hinsichtlich der momentanen Pandemie ist dies ein Ort, welcher zum Denken anregt.

Vor über 100 Jahren, wurde im damaligen Südwestafrika das erste Opfer der Spanischen Grippe gemeldet. Die verheerende Epidemie, die sich wie ein Lauffeuer über die ganze Welt ausgebreitet hatte, hatte nach kurzer Zeit auch das heutige Namibia erreicht.
namibia-2019-05-1812-43-12.jpg

namibia-2019-05-1812-47-05.jpg

Soldatenfriedhof in Aus

Aus
Pünktlich zur Mittagszeit kamen wir im kleinen Ort Aus an, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Region. Uns lockte die Terrasse des Bahnhof-Hotels, wo man wunderschön im Freien mit Blick auf den Bahnhof sitzen kann. Die Kuchenauswahl ist sehr gut, es wird täglich frisch gebacken, da konnten wir nicht widerstehen. Auch die sonstigen Speisen machten einen guten Eindruck. Salate und riesige Burger konnten wir auf den Nachbartischen bestaunen. Das Hotel hat ein tolles Ambiente und der Service war aufmerksam und der Andrang entsprechen groß.

namibia-2019-05-1813-03-32.jpg

namibia-2019-05-1813-05-02.jpg

Bahnhof Hotel Aus

namibia-2019-05-1813-39-53.jpg

Bahnübergang Aus

Wildpferde von Aus
Gestärkt ging es dann weiter bis ca. 22 km hinter Aus, dort zweigt eine Straße zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf ein Wasserloch ab wo Wildpferde leben. Die Wildpferde von Namibia sind verwilderte Hauspferde, die am Rande der Namib leben. In der Mittagszeit war jedoch kein Pferd an der Tränke zu sichten, es ist wahrscheinlich besser am frühen Morgen oder am späten Abend den Unterstand zu besuchen. Wir planen deshalb bei der Rückfahrt von Lüderitz nochmals unser Glück zu versuchen.
Zu dem Pech mit den Pferden kam dann die nächste böse Überraschung. Ein zweiter Reifen hatte uns die Begegnung mit dem Stein am Morgen übel genommen. Es war zwar kein Plattfuß, aber eine handtellergroße Beule an der Seite der Karkasse. Nach einiger Beratung und einer erneuten mittleren Ehekrise entschieden wir uns, vorsichtig mit reduzierter Geschwindigkeit, weiter bis Lüderitz zu fahren und dort eine Werkstatt aufzusuchen. Wir hatten zwar zwei Ersatzreifen an Board (oder besser nur noch einen) wollten aber nicht unter dem Wagen herumkriechen, um den dort verstauten zweiten Reifen zu montieren.

Zurück auf der B4 Richtung Lüderitz hatten wir dann doch noch etwas Glück und eine kleine Gruppe der Wildpferde kreuzte direkt vor uns die Fahrbahn.
namibia-2019-05-1814-16-20.jpg

Wildpferde kreuzen die Straße bei Aus

Durch die Namib nach Lüderitz
Parallel zu der neu gebauten Bahnstrecke geht es nun nach Lüderitz. Sandfahnen treiben über die Straße, Steine und Geröll säumen die Route, eine Einöde in Schwarz und Grau, als wären hier die Abraumhalden der Schöpfung aufgeschichtet worden. Die Straße und auch die Bahnstrecke sind immer wieder vom Sand bedeckt, wie unter solchen Bedingungen der Bahnverkehr funktioniert ist mir ein Rätsel.
namibia-2019-05-1815-05-33.jpg

namibia-2019-05-2010-11-28.jpg

B4 zwischen Aus und Lüderitz

Nach langer Fahrt durch die Wüste taucht die Stadt im Dunst des Atlantiks auf. Die Stadt selber, mit ihrem unverkennbar deutschen Charakter, wirkt wie „aus der Zeit gefallen“. Fachwerkhäuser und Jugendstilbauten, wilhelminische Architektur bunt gemischt, dazwischen sandige, menschenleere Straßen. Eine Geisterstadt oder vielleicht eine Filmkulisse? Wie sich später herausstellte, ist die Stadt ab Samstagmittag kaum besucht. Es ist Wochenende und alle haben sich in ihre Wohnungen, oft am Rande der Stadt zurückgezogen.

Cormorant House
Als Unterkunft hatten wir uns für das Cormorant House entschieden, es liegt mit Blick auf die Lüderitz Bucht, auf der nördlichen Landzunge. Der Empfang war herzlich und auch der Security Eddy am Eingang war sehr freundlich und hilfsbereit.

namibia-2019-05-1912-57-27.jpg

Lüderitz -Cormorant House

namibia-2019-05-1815-49-16.jpg

Küche des Cormorant House

namibia-2019-05-1815-48-13.jpg

Blick vom Bett auf die Lüderitz Bucht

Reifenwechsel -Super Service
Ja, Hilfsbereitschaft die brauchten wir, eine Werkstatt um die Reifen am Wochenende zu reparieren und dies um 16:00 Uhr. Eddy war eine Perle, kurz nach unserer Ankunft hatte er es geschafft und zwei Mitarbeiter einer Werkstatt aufgetrieben. Die erste Analyse war jedoch ernüchternd. Beide Reifen sind Schrott und können nicht mehr repariert werden. Da half nichts, ich musste mit in die Werkstatt. Nachdem ich mit dem Autovermieter Kontakt aufgenommen hatte, war der Tag gerettet und der Ehefrieden wieder hergestellt. Unsere Versicherung deckte bis zu zwei neue Reifen ab und die Reifenwerkstatt und der Autovermieter regelten alles untereinander. Glück gehabt!
namibia-2019-05-1816-24-35.jpg

Super Service, zwei neue Reifen

Die ganze Angelegenheit war innerhalb einer Stunde erledigt. Einen solchen Service würde ich mir zu Hause auch wünschen. Das Trinkgeld fiel entsprechend üppig aus.

Zurück im Zimmer wären wir am liebsten den ganzen Tag auf dem Balkon sitzen geblieben und hätten den Vögeln und Delfinen zugesehen. Das Zimmer war sehr großzügig, schön ein gerichtet und tipptopp gepflegt. Die Küche war gut ausgestattet, es fehlte an nichts. Einziger Wermutstropfen in dieser perfekten Unterkunft ist, dass es kein Frühstück gab. Man kann aber nach einem kleinen Spaziergang in die nahe gelegenen Stadt dort gut frühstücken, dazu später mehr.

namibia-2019-05-1918-12-15.jpg

Sonnenuntergang auf der Terrasse des Cormorant House

Weiter geht es mit Ausflügen in der Umgebung von Lüderitz

Teil 1807. Juli 2021

Lüderitz, Kolmannskuppe und Diaz Point

Auf unserer Rundreise durch Namibia hatten wir zwei Nächte in Lüderitz eingeplant um die Stadt und ihre Umgebung zu erkunden. Nach mehr als zwei Wochen Dürre und Wüste freuten wir uns endlich auf Wasser.

Lüderitz
Lüderitz liegt an einer natürlichen Bucht, geschützt durch die Lüderitz Halbinsel und durch die Haifisch-Insel. Neben dem Tourismus und Diamantenabbau leben die rund 12.000 Menschen (bis 20.000 je nach Quelle) hauptsächlich von der Fischerei, der Austernzucht und dem Hummerfang. Der Name Lüderitz basiert auf dem Kaufmann Adolf Lüderitz, welcher dem Nama-Häuptling Joseph Fredericks 1983 das Gebiet in der Hoffnung auf Bodenschätze abkaufte. Er hatte damit den Grundstein für Deutsch-Südwestafrika gelegt. Lüderitz wird deshalb auch als Keimzelle der deutschen Kolonialherrschaft bezeichnet. Der deutsche Einfluss ist an allen Ecken der Stadt deutlich zu erkennen.
Bei unserer Ankunft wurden wir mit kühlen 20 Grad und leichtem Wind empfangen. Es war der erste Tag wo wir wärmere Sachen brauchten. In Lüderitz herrscht ein Klima mit wenigen Niederschlägen bei Tagestemperaturen, je nach Jahreszeit, zwischen 10 und 30 Grad. Küstennebel und stürmische Atlantikwinde sind zusätzlich Teil des harschen Klimas.
namibia-2019-05-1912-43-11.jpg

Blick von Shark Island auf Lüderitz
namibia-2019-05-1912-51-35.jpg

Lüderitz -Shark Island

Wie schon im letzten Bericht erwähnt, war es Samstag 16:00 Uhr und die Stadt lag wie ausgestorben vor uns. Der gewünschte Tourismus zur Belebung der Wirtschaft findet in der Realität wohl nicht statt. Wir hatten eher den Eindruck in einer Filmkulisse gelandet zu sein.
namibia-2019-05-1913-26-53.jpg

Lüderitz -Felsenkirche
namibia-2019-05-2009-55-15.jpg

Lüderitz Waterfront im morgendlichen Dunst
namibia-2019-05-1913-32-06.jpg

Lüderitz, gepflegte Anwesen

Restaurants in Lüderitz
Es gibt in Lüderitz zwar einige Restaurants mit vielversprechenden Bewertungen, wir wurden aber in unserem Tatendrang ausgebremst. Samstag und Sonntag Abend sind fast alle Lokale geschlossen.
Nach einiger Recherche fanden wir das Portuguese Fishermann. Der Besitzer, ein ausgewanderter Portugiese, kümmerte sich proaktiv und dennoch unaufdringlich um uns, seine Empfehlungen sollte man nutzen. Der fangfrischer Thunfisch war köstlich. Das Personal ist sehr engagiert und nett. Alles in allem eine erfrischende Begegnung in einem sehr authentischen kühl und nüchtern gehaltenen Ambiente. Uns hatte allerdings die Geschwindigkeit des Service gestört. Die Vorspeise war noch nicht vertilgt und schon wurde die Hauptspeise serviert, alles in Rekordzeit, trotzdem können wir das Lokal bezüglich seiner Qualität empfehlen.

Am zweiten Abend hatten wir vorsorglich im Penguin Restaurant im Nest Hotel reserviert. Das Ambiente eines Hotels ist zwar nicht unser Favorit, dafür überzeugte uns aber die Qualität und der Service. Austern und Salat mit scharfen Hähnchenstreifen als Vorspeise gefolgt von King klipp à la Nest und indischen Meeresfrüchte, da gab es nichts zu meckern. Der Preis ist zwar am oberen Ende angesiedelt, die Qualität und der Service rechtfertigen es aber.
namibia-2019-05-1919-29-04.jpg

Dinner im Nest Hotel -Austern
namibia-2019-05-1919-59-27.jpg

Dinner im Nest Hotel -Indische Meeresfrüchte

Kolmannskuppe / Kolmanskop
Die „goldenen Jahre“ der nach dem Kaufmann Lüderitz benannten Stadt begannen 1908 mit dem Fund von Diamanten. Der einstige Prunk lässt sich in der Geisterstadt Kolmannskuppe, in afrikaans Kolmanskop vor den Toren von Lüderitz erahnen, wo der Wind den Wüstensand durch die Häuser bläst. Mit der Verlagerung des Diamantenabbaus in den Süden nach Oranje war es ca. 1960 schnell mit dem Prunk vorbei.
Gleich für den frühen Morgen hatte ich den Besuch von Kolmannskuppe geplant. Da am Sonntag nur eine Führung um 10:00 Uhr angeboten wird, konnte ich es langsam angehen lassen. Das Wetter tat sein übriges, nass und kalt zog der Nebel vom Meer herein, 12 Grad bei angesagten maximal 16 Grad waren nicht gerade einladend. Nach einem kräftigen Kaffee und ausgiebigen Frühstück war zwar mein Body auf Touren gekommen, der Nebel wollte aber nicht weichen. Lada beschloss deshalb, dies sei ein Ausflug nur für mich.

Dick verpackt kam ich kurz vor 10:00 Uhr am Gate an, zahlte den Eintritt und parkte auf dem Parkplatz vor dem Hauptgebäude, in dem sich Café, Souvenirshop, Festhalle und Kegelbahn befinden. Es waren noch nicht viele Leute vor Ort, als aber eine größere deutsche Reisegruppe ankam, ahnte ich schlimmes. Die in deutsch angebotene Führung war deshalb mit rund 40 Teilnehmern nicht zu gebrauchen, weshalb ich mich der englischen Führung mit etwa 10 Personen anschloss.

Der Führer war zwar informativ, aber leider unengagiert und die Sonne war wohl der Meinung, sie müsse sich ihm anschließen und kämpfte weiter mit dem Nebel. Beeindruckt war ich von dem Lebensstil unsere Landsleute. 30 deutsche Familien mit ihren 44 Kindern lebten dort in Saus und Braus. Die rund 800 einheimischen Arbeiter lebten dagegen 300 m entfernt in einfachen Baracken. Die Gebäude zeugen noch heute vom Prunk der damaligen Tage. Nun leben nur noch Schlangen, Skorpione und sonstiges Getier in den Ruinen, welche speziell bei Fotografen als Lost Places beliebt sind.
Um 11:00 Uhr hatte ich Glück, ein frischer Wind greift in den Kampf zwischen Sonne und Nebel ein und vertreibt das kühle Nass. Auch die große Reisetruppe, von ihrem Führer zum Aufbruch angetrieben, verschwindet und es kehrt Ruhe ein. Fotos ohne störende Elemente waren dann möglich.
namibia-2019-05-1911-22-59.jpg

Kolmannskuppe, Bahnverbindung war einmal
namibia-2019-05-1910-36-47.jpg

Alte Bahn von Kolmannskuppe nach Lüderitz
namibia-2019-05-1910-18-33.jpg

namibia-2019-05-1910-07-19.jpg

Kolmannskuppe – Geisterhäuser

Lüderitz Halbinsel
Nach einer kurzen Stadtrundfahrt durch menschenleere Straßen waren wir uns einig, ohne Leben fehlt jegliche Attraktivität, dann doch lieber in die Einsamkeit zu der Lüderitz Halbinsel. Sie ist ein Naturschutzgebiet mit kleinen Buchten, unberührten Stränden und schönen Lagunen, an denen es u.a. Flamingos zu sehen gibt. Es sind zwar nur knapp 22 Kilometern bis zu dem stets windumtosten Diaz Point, für den Ausflug hatten wir reichlich Zeit eingeplant. Die Piste ist ruppig, lohnt aber wegen ihrer spektakulären Ausblicke und der Vielzahl von einsamen Buchten.
namibia-2019-05-1915-27-30.jpg

namibia-2019-05-1915-33-56.jpg

Fahrt zur Stormvogelbucht
namibia-2019-05-1915-40-57.jpg

namibia-2019-05-1915-39-34.jpg

Flamingos in der Lüderitz Bay

Picknick an der Messemb Bay
Die einsamen östlich gelegenen Buchten sind herrliche Plätze und laden zum Verweilen ein. Bei unserem Besuch am späten Mittag waren wir die einzigen Besucher und konnten die Landschaft, das Meer und die Vögel genießen. Bei einem Gläschen kühlen Rose und Leckereien aus unserem Vorrat war die Messemb Bay der ideale Picknickplatz. Unser Vorhaben ein frisches Bad zu nehmen gaben wir aber schnell auf. Durch den kalten Benguelastrom liegen die Wassertemperaturen nur zwischen 10 und 16 Grad, nichts für Warmduscher. Fische lieben jedoch das kühle nährstoffreiche Wasser und sorgen für eine gute Einnahmequelle der Fischer.
namibia-2019-05-1914-50-21.jpg

Fischerhütte in der Messemb Bay
namibia-2019-05-1913-35-11.jpg

Picknick in der Messemb Bay

Diaz Point
Der Diaz Point an der Spitze der Halbinsel erinnert an den portugiesischen Seefahrer Bartolomeu Diaz welcher hier 1487, als erster Europäer an Land ging und eines seiner mitgebrachten steinernen Kreuze für die portugiesische Krone errichtete. Eine Nachbildung ist heute dort zu sehen. Laut Reiseführer erreicht man die Spitze über einen Holzsteg, leider stehen davon nur noch Fragmente. Der Wind und die Wellen haben den größten Teil mitgenommen. Zu unserem Glück war Ebbe und der Wellengang mäßig und wir konnten trockenen Fußes den Aussichtspunkt erklimmen.
Tipp: Wer einen Besuch plant sollte sich unbedingt den Gezeiten-Kalender anschauen, ob die Brücke je wieder errichtet wird steht in den Sternen!
namibia-2019-05-1916-22-20.jpg

Reproduktion des alten Kreuzes am Diaz-Point
namibia-2019-05-1916-22-10.jpg

Ausblick vom Diaz-Point
namibia-2019-05-1916-17-34.jpg

Reste der Holzbrücke zum Diaz-Point
namibia-2019-05-1916-34-51.jpg

Möven am Diaz-Point

Abschied von Lüderitz im Garden Cafe
Vor unserer Weiterreise am Montag Richtung Fish River Canyon statteten wir noch dem Garden-Café einen Besuch ab. Wir wollten das Frühstück in dieser einzigartigen Atmosphäre genießen. Als wir um 8:00 Uhr dort eintrafen hatten wir Glück, es wurde gerade geöffnet. Das Garden-Café ist von außen eher unscheinbar aber von innen ein wunderschönes Café, es ist der Hit! Im sonst eher kargen Lüderitz eine echte Oase. Man kommt rein und will nie wieder raus. Diese ruhige & gemütliche Atmosphäre inmitten von tropischen Pflanzen und Tieren, in Kombination mit dem sensationellen Kaffee & Kuchen, nimmt jeden in seinen Bann. Ein schöner Abschied von Lüderitz und jedem zu empfehlen.
namibia-2019-05-2007-55-49.jpg

namibia-2019-05-2007-53-21.jpg

namibia-2019-05-2009-41-33.jpg

Lüderitz -Garden Cafe

Weiter geht es zur Alte Kalköfen Lodge….

Teil 1909. Juli 2021

Alte Kalköfen Lodge, ein Juwel im Nirgendwo

Von Lüderitz geht unsere Namibia Rundreise weiter zur Lodge Alte Kalköfen. Nur 250 km auf Asphalt hatten wir vor uns, ein Katzensprung für namibische Verhältnisse. Mit Regen und Nebel am frühen Morgen verabschiedete sich Lüderitz. Schnell noch im Supermarkt die Vorräte aufbessern und ab Richtung Osten. Erstmalig auf unserer Reise musste der Scheibenwischer seiner Bestimmung nachkommen. Etwa 40 km von der Küste entfernt, konnte sich die Sonne durchsetzten und die Namib ihren Reiz entfalten.
namibia-2019-05-2010-29-42.jpg

Regen und Nebel in der Namib
namibia-2019-05-2011-19-59.jpg

20 km Wildpferde

Wildpferde von Aus
Bei unserer Anreise nach Lüderitz hatten wir Pech und am Wasserloch von Garub keine Wildpferde angetroffen. Klar, dass wir einen zweiten Versuch starteten. Am frühen Morgen rechneten wir uns gute Chancen aus. Bereits bei der Anfahrt zum Unterstand wurden wir von Pferden ohne jegliche Scheu begrüßt. Die Nüstern an die Scheibe gedrückt oder wenn man nicht vorsichtig war gleich den ganzen Kopf ins Auto gezwängt versuchten sie „Futter“ zu erwischen. Das Verhalten scheint Erfolg zu haben.
Etwas oberhalb des Wasserlochs wurde für die Besucher eine Aussichtsplattform erstellt! Die Pferde haben den Platz inzwischen okkupiert und marschieren munter zwischen den Besuchern herum. Die Pferde haben sich inzwischen mit den Touris „angefreundet“. Meine liebe Frau konnte da natürlich nicht widerstehen, zwei Äpfel wanderten so in die Mägen der dürren Kerle. Als wir zusammen mit einem anderen Wagen den derart umfunktionierten Ort verließen, wurden wir noch einige Zeit von den bettelnden Pferden begleitet. Ob wir ihnen einen Gefallen getan haben?
namibia-2019-05-2011-32-09.jpg

namibia-2019-05-2011-43-14.jpg

namibia-2019-05-2011-53-49.jpg

Wildpferde von Aus

Auf eintöniger Straße (B4) ging es dann weiter zu unserer Lodge, dabei darf ich anmerken, dass auf einer solchen Straße ohne „versteckte Steine“ ich wieder ans Steuer durfte.

Alte Kalköfen Lodge
Die Lodge liegt ungefähr 2 km von der B4 entfernt, direkt an der Bahnlinie. Eine ruhige Lage bezüglich der Straße. Die Bahn stört die Ruhe aber auch nicht, nur „sehr selten“ fährt dort ein Zug. Wie man uns berichtete wird eine Personenbeförderung nicht angeboten. Einzige Ausnahme ist ein Zug welcher alle paar Monate als reine Touristenattraktion vorbeikommt. Wir hätten die Bahnlinie wahrscheinlich gar nicht bemerkt, wenn nicht ausgerechnet während unseres Aufenthaltes ein Zug vorbeigefahren wär. Am Abend war ein grollen zu vernehmen und der Bummelzug tuckerte an der Lodge vorbei.
namibia-2019-05-2013-30-40.jpg

Alter Kalkofen
namibia-2019-05-2015-51-14.jpg

der letzte Tankstop liegt etwas zurück

Der Name der Lodge leitet sich von den beiden alten Kalksteinöfen auf der Lodge ab. Einer der Öfen begrüßt gleich bei der Zufahrt die Gäste. Die Öfen sollen die ältesten Öfen in Namibia sein wobei der älteste 1906 gebaut wurde. Der aus diesen Öfen gewonnene Kalk wurde unter anderem zum Bau von Gebäuden in Kolmanskop, Lüderitz, Keetmanshoop und anderen Kleinstädten im Süden verwendet. 1970er wurde der Betrieb eingestellt und die Öfen sind inzwischen nur noch Fotomotive.

Alte Kalköfen, ein Juwel im Nirgendwo
Die Lodge ist dank der liebevollen Einrichtung mit allerlei Fundstücken aus alten Tagen ein einziges Fotomotiv. Das Gelände und die Räume sind unheimlich geschmackvoll und kreativ gestaltet.
namibia-2019-05-2015-17-31.jpg

Parkplatz direkt vor dem Bungalow
namibia-2019-05-2013-56-31.jpg

Innenausstattung der Bugalows auf Alte Kalköfen
namibia-2019-05-2015-57-32.jpg

Speiseraum mit viel Liebe zum Detail
namibia-2019-05-2015-42-03.jpg

Abendstimmung über der Lodge

Das Essen ist exzellent, ein köstliches Abendessen, alles von Hilde selbst zubereitet und das leckere Fünf-Sterne-Frühstück, "vergleichbares haben wir selten angetroffen. Spektakuläre Sonnenaufgänge und bizarre Wolkenbilder konnten wir während unseres Besuches bestaunen. Die Zimmer sind mit allem ausgestattet, was man braucht! Wir würden die Lodge jederzeit wieder besuchen, das nächste Mal aber für zwei Übernachtungen, es gibt soviel zu bestaunen. Den Pool haben wir nicht genutzt, die kalten Nächte hatten die Temperatur schon deutlich abgesenkt.
Ein Juwel im Nirgendwo in der Halbwüste zwischen Keetmanshoop und Aus.

Lithops auf Alte Kalköfen: Das bietet keine andere Lodge:
Die Alte Kalköfen Lodge beherbergt eine riesige Sammlung der berühmten „Lebenden Steine“ – Lithops. Lithops ist eine Gattung sukkulenter Pflanzen aus der Familie der Mittagsblumengewächse und sind nur im südlichen Afrika, in Botswana, Namibia und Südafrika zu finden. Die Betreiber Hilde und Frikkie besitzen die einzige offizielle Lizenz um diese überaus seltenen, geschützten Wüstenpflanzen zu sammeln. Zusätzlich züchten sie diese Pflanzen in ihrem Lithoparium. Ich habe als Kakteenliebhaber selber mal versucht Lithops zu züchten aber ohne erfolgt und konnte nun feststellen welcher Sachverstand dazu erforderlich ist!
namibia-2019-05-2015-36-11.jpg

Blick ins Lithoparium mit tausenden von Pflanzen

Das für Gäste offene Lithoparium ist ein Besuchermagnet! Im Lithoparium findet man unzählige Sorten, davon einzelne, die man sonst in keiner Sammlung, sondern nur in der Wildnis findet! Von Februar bis Mai können Besucher die kleinen „Steine“ sogar blühen sehen, wir waren in der richtigen Zeit dort und konnten Unmengen von blühenden Steinen in ihrer Farbenpracht bewundern.
namibia-2019-05-2015-31-41.jpg

namibia-2019-05-2015-21-06.jpg

namibia-2019-05-2016-39-09.jpg

namibia-2019-05-2015-42-05.jpg


Ein spektakulärer Sonnenaufgang bei kühlen 16 Grad und irrem Wolkenbild am Himmel, da wären wir gerne noch geblieben, der Fish River Canyon wartete aber auf uns.
namibia-2019-05-2106-22-15.jpg

Sonnenaufgang, Farbenpracht am Himmel

Teil 2014. Juli 2021

Fish River Canyon, Naute-Damm und Ai-Ais

Der Fish River Canyon und sein Umland mit Naute-Damm und Ai-Ais sind die südlichsten Ziele unserer Reise in Namibia. Um alles in Ruhe zu erkunden hatten wir uns für zwei Tage in der Canyon Lodge eingebucht. Im Süden waren die Temperaturen bereits Ende Mai empfindlich kühl. 9 Grad bei starker Bewölkung am Morgen, da will man so schnell nicht aus dem warmen Bett schlüpfen! Nachdem wir unsere wärmsten Sachen heraus gekramt hatten und vorsichtig die Nase vor die Tür gestreckt hatten, wurden wir von einem spektakulären Sonnenaufgang begrüßt. Gestärkt von dem 5 Sterne Frühstück der Kalköfen Lodge erwachten nach reichlich Kaffee unsere Lebensgeister und der Tatendrang.
192 km lagen vor uns, Petrus war uns aber nicht gut gesonnen und die Sonne versteckte sich hinter den Wolken, 16 Grad mehr war nicht drin und die Klimaanlage unseres Hilux musste als Heizung herhalten. Ursprünglich wollten wir in Seeheim auf die F605 abbiegen, wovon man uns auf der Lodge aber abgeraten hatte, da die Strecke in einem sehr schlechten Zustand sei.

Naute Damm
Die Strecke am Naute-Damm entlang war uns aber eine gute Alternative. Der Naute-Damm ist die drittgrößte Talsperre des Landes, welche den Löwenfluss aufstaut. Laut Reiseführer ein vogelreiches beliebtes Naherholungsgebiet in der Region. Die Landschaft war zwar ansprechend, dafür aber reichlich Müll an den Picknick-Stellen. Wir waren frustriert! Die Besucherterrasse war wie ausgestorben und das Federvieh zumindest in dieser Jahreszeit nicht zu sehen.

In der Nähe des Stausee befinden sich große landwirtschaftlich genutzte Flächen, welche das Wasser des Stausees nutzen. Eine große Dattelpalmen-Plantage und Rebstöcke säumen den Weg.
namibia-2019-05-2111-00-08.jpg

Naute Staudamm
namibia-2019-05-2311-29-46.jpg

Wasserdurchfahrt zum Naute Damm
namibia-2019-05-2111-02-08.jpg

Naute Stausee

Naute-Kristall Destille
Direkt an der Piste gelegen lockte uns die Schnaps-Brennerei Naute Kristall an. Feinste Edelbrände aus Dattel, Granatapfel und Kaktusfeige werden dort hergestellt und können in den Verkaufsräumen verköstigt werden. Ein Mädel aus Stuttgart versorgte uns mit reichlich Hintergrundinformationen. Sie war für drei Monate dort um ihr Praktikum im Weinbau zu absolvieren. 365 Tage Sonne und das extrem trockene und milde Klima Namibias sind der Garant für die Qualität der Früchte und der Edelbrände. Selber trinke ich fast nie einen Schnaps. Bei dem Dattelschnaps konnte ich jedoch nicht widerstehen, er war einfach köstlich. Zusammen mit einem Grappa, dort unter dem Namen Nappa geführt, wanderten die Flaschen als Mitbringsel ins Gepäck.
namibia-2019-05-2111-41-21.jpg

namibia-2019-05-2111-30-28.jpg

Naute Kristall Cellar and Distillery

Canyon Roadhouse
Das wahrscheinlich schrägste & lustigste Roadhouse im südlichen Afrika lockte uns als Nächstes an. Das Canyon Roadhouse war wohl vor langer Zeit eine Tankstelle, der Sprit ist heute sicherlich nicht mehr das Wichtigste. In der Raststätte dreht sich alles um das Auto oder besser um alte Rostlauben. Überall verstreut finden sich alte Fahrzeuge und Teile, die in die Anlagengestaltung integriert sind. Echte Hingucker und immer wieder was zum Schmunzeln.

Die Bar ist einfach herrlich schön, bunt und schräg, voller inspirierender und lustiger Schilder. Einfach herrlich! Selbst die Toilette ist ein Hingucker, aber Achtung wer die Pandora Box öffnet brauch sich nicht zu wundern, wen in der Bar danach alle hämisch Lachen. Eine Klingel macht alle darauf aufmerksam, dass jemand die Finger nicht von der „Box“ lassen konnte. Auch bei den Damen ist eine äquivalente Falle aufgestellt!
Das Roadhouse ist auch für Durchreisende ein Muss für einen Zwischenstopp.
namibia-2019-05-2310-13-12.jpg

Parkzeit überschritten!
namibia-2019-05-2310-23-51.jpg

Bar im Canyon Roadhouse
namibia-2019-05-2310-17-06.jpg

Canyon Roadhouse
namibia-2019-05-2310-22-27.jpg

Herrentoilette, Finger weg von Pandora’s Box

Canyon Lodge am Rande des Fish River Canyon
Schon der erste Anblick des blühenden Gartens, aus dem das uralte und in den Farben der Landschaft wundervoll restaurierte Farmgebäude herauszuwachsen scheint, verursacht Herzklopfen. Eingepasst in die gewaltige Kulisse rostbrauner Granitfelsen ruhen die 30 Bungalows und vor jedem einzelnen liegt die grenzenlose Weite des Gondwana Canyon Parks.
namibia-2019-05-2308-54-54.jpg

Empfang der Fish River Canyon Lodge
namibia-2019-05-2309-19-17.jpg

Alle Bungalows sind harmonisch in die Felsen integriert
Wir hatten Dank der Empfehlung unserer Freundin Hanne den Bungalow 25 gebucht, die Lage war der Hammer. Einsam in exponierter Lage mit einer Terrasse wo man einfach nur Relaxen will, dazu der Blick in die Steppe. Die Lodge lies keine Wünsche offen.
namibia-2019-05-2114-44-48.jpg

Bungalow 25 mit Blick in die Steppe
namibia-2019-05-2114-31-34.jpg

Innenausstattung Bungalow

Beim Spaziergang durch die Anlage gibt es immer wieder was zu entdecken, unter anderem auch den abseits gelegenen herzförmigen Pool welcher auf halber Höhe aus den Felsen wächst. Bei der winterlichen Temperatur von Luft und Wasser konnten wir uns nur überwinden, die dicke Zeh hineinzustrecken. Außer uns ließ sich nur noch ein Rothase am Pool blicken. Fotografieren lassen wollte sich der scheue Geselle aber nicht.
namibia-2019-05-2309-18-18.jpg

Pool der Fish River Canyon Lodge
Klippschliefer, welche die Felsenlandschaft lieben, waren dagegen viel zutraulicher und an allen Ecken, besonders hoch oben auf den Felsen, in Unmengen anzutreffen. Auch die am Naute-Damm vermisste Vogelwelt fühlte sich in der Anlage wohl. Dass es auch größer geht, durften wir nach dem Dinner erfahren, nur wenige Meter von uns entfernt beäugte uns eine neugierige Oryx Antilope im Dunkel der Nacht. Wir waren zumindest mehr erschrocken wie das prachtvolle Tier, es hatte wohl Erfahrung mit den Gästen.

Rund um ein loderndes Feuer im offenen Kamin durften wir uns zum Dinner an dem reichhaltigen Buffet bedienen. Auch das Frühstücksbuffet ließ keine Wünsche offen. Wir würden die Lodge jederzeit wieder buchen.
namibia-2019-05-2118-15-41.jpg

Sonnenuntergang vor Bugalow 25

Fish River Canyon
Gemütlich starteten wir um 9:00 Uhr, um den Canyon zu besuchen. Eile war nicht vonnöten da das Licht den Canyongrund erst etwa zwei Stunden nach Sonnenaufgang erreicht. Die Lodge liegt nur etwa 30 Minuten (10 km) vom Hoab Gate entfernt, wo wir unser Permit erstanden. Vom Gate aus ging es zuerst zur zentralen Aussichtsplattform, wo reichlich Informationstafeln zur Geologie des Canyon zu finden sind. Der Fish River, diese namibische Natursensation, lässt einem den Atem stocken, wenn er es nach rund 650 km endlich geschafft hat, den zweitgrößten Canyon der Erde aus den Bergen zu spülen. 27 Kilometer breit, 550 Meter tief. Erfreulich war, dass nur wenige Besucher die Plattform frequentierten. Leider war zu dem Zeitpunkt die Sonne noch die meiste Zeit hinter Wolken versteckt. Vorteilhaft war aber, dass immer wieder Lücken im Wolkenfeld die Sonne als Lichtspot den Canyon partiell beleuchtete.
namibia-2019-05-2209-04-10.jpg

namibia-2019-05-2210-03-36.jpg

Blick in den Canyon

Nach einigen Fotos ging es deshalb weiter zum nördlichsten Punkt, wo der Einstieg für Wanderungen hinunter zum Fischfluss liegt.

Die Sonne hatte dort Erbarmen mit uns und die dicken Jacken konnten langsam geöffnet werden. Das Licht ließ auch den Canyon erstrahlen und eindrucksvoll lag diese gigantische Felsformation zu unseren Füßen. Wir konnten uns kaum satt sehen und wären wahrscheinlich noch länger geblieben, wenn nicht ein Bus seine Ladung Besucher herangekarrt hätte. Für uns ein Grund dem Ansturm zu weichen und in vielen kleinen Etappen langsam am Cayonrand Richtung Süden zu fahren. Einzelne kleine Wanderungen zwischen großen Kakteenfeldern und Felsen bis zum steil abfallenden Abgrund eröffneten immer wieder andere Blickwinkel. Die Felsen erstrahlten in den unterschiedlichsten Farbnuancen und der nun blaue Himmel mit seinen Wolkenbildern waren ein irrer Kontrast. Angenehm war, dass sich nur wenige Besucher in den südlichen Teil verloren.
namibia-2019-05-2210-11-11.jpg

Wanderung am Rande des Canyon
namibia-2019-05-2210-24-17.jpg

Einstieg zur Wanderung entlang des Fish River

Satt von all den Eindrücken ging es dann zurück, um den Nachmittag zur Besichtigung von Ai-Ais zu nutzen.
Tipp: Man sollte den Canyon am besten Vormittags besuchen, der Nachmittag ist ungeeignet da dann die Sonne den Canyon nicht mehr ausleuchtet.

Ai-Ais

C10 nach Ai-Ais
Die Strecke vom Canyon führte über eine gut ausgebaute Pad mit minimalem Verkehr bis zur Ai-Ais Rezeption, wo wir unser Permit kauften. Vom Timing lagen wir richtig und steuerten zuerst den schön gelegenen Picknickplatz am Rande des Campground an. Sattes Grün am Flussufer im Kontrast zu den schroffen Felsen, eine erfrischende Abwechslung. Einige wenige Besucher aus Südafrika sowie eine Gruppe Baboons waren die einzigen Besucher, ein idyllischer Platz.
namibia-2019-05-2214-59-47.jpg

Sandschollen des Fish River

Gestärkt machten wir uns dann auf zu einer kleinen Wanderung flussaufwärts. Der Fluss war zu einem Rinnsal geschrumpft und ausgetrocknete Sandschollen zerbrachen unter unseren Füßen. Für die Vegetation war aber genügend Wasser vorhanden, um die grüne Oase zu speisen. Durch einen Staudamm etwas oberhalb, wird heute versucht das kostbare Nass zu speichern. Die Trockenheit der letzten Jahre hatte aber dazu geführt, dass der Stausee so gut wie kein Wasser führte.
namibia-2019-05-2214-48-29.jpg

Staudamm des Fischfluss (Fish River) bei Ai-Ais
namibia-2019-05-2214-53-34.jpg

Fischfluss (Fish River)

Das Highlight von Ai-Ais sind die Warmquellen, Ai-Ais bedeutet in der Sprache der Nama „der Platz, der sehr heiß ist“. Das Wasser der Quellen ist 65 ºC heiß und soll gut gegen Rheuma helfen. Den Finger sollte man aber besser nicht hineinstecken. Dem Pool und dem Restaurant der Lodge statteten wir zwar einen Besuch ab, das Ambiente war aber wenig einladend, da ist reichlich Luft nach oben und wir waren froh, dass wir uns nicht für diese Lodge entschieden hatten.
namibia-2019-05-2215-13-44.jpg

Ai-Ais Heiße Quellen

Zurück in der Canyon Lodge, genossen wir später diese um so mehr.
Weiter geht es nun über Keetmanshoop zum Köcherbaumwald des Mesosaurus Fossil Camp.

Teil 2126. Juli 2021

Köcherbaumwald und Fossilien auf der Mesosaurus Fossil Site

Der Köcherbaumwald auf der Mesosaurus Fossil Site in der Nähe von Keetmanshoop ist unser nächstes Ziel auf dem Weg zum KTP (Kgalagadi Transfrontier Park). Da dafür nur 210 km auf dem Plan standen, hatten wir reichlich Zeit um am Morgen noch etwas in der Canyon Lodge herumzustreunen und bei herrlichem Sonnenschein die Gegend zu erkunden. Angenehme 18 Grad und kleine Wolkenfelder als Kulisse für Landschaftsaufnahmen erfreuten uns nach den letzten kalten Tagen. Im Laufe des Tages gingen die Temperaturen dann sogar hoch auf 26 Grad, ein sehr angenehmes Klima.

Keetmanskoop
Da wir vor dem KTP Park unbedingt unsere Vorräte auffüllen mussten, war Einkaufen und Tanken in Keetmanshoop angesagt.
Entgegen den Berichten im Forum bezüglich Sicherheit waren wir positiv überrascht. Im Shoprite Einkaufscenter war alles bestens organisiert und reichlich Security sorgte dafür, dass man ungestört aus dem riesigen Angebot auswählen konnte. Auch das Wein- und Bierangebot war bestens bestückt, es gab dort wirklich alles, um sich als Selbstversorger im KTP einzudecken. Den Tank füllten wir vorsorglich auch dort, weil wir davon ausgingen erst in Nossob wieder Diesel zu bekommen.

Mesosaurus Fossil Site
Die Mesosaurus Fossil Site befindet sich ca. 40 km hinter Keetmanshoop, an der C 17. Wir hatten dieses kleine Camp mit nur vier Chalets wegen seiner guten Bewertungen und des Köcherbaumwaldes gewählt. In unmittelbarer Nähe gibt es noch das Quiver Tree Restcamp und den Giants Playground (etwas näher zu Keetmanshoop). Landschaftlich sind die Orte aber alle vergleichbar. Und das, was „Giants Playground“ genannt wird -die besonderen Felsformationen-, sind auf der Farm des Mesosaurus Fossil Bush Camp ebenfalls zu finden.

Wer Natur und Köcherbäume aus nächster Nähe erleben möchte ist hier richtig. Die Umgebung ist herrlich, die Ausstattung spartanisch, aber alles Notwendige ist vorhanden. Die Chalets sind alle mit einer großzügigen Grillstelle und Essecke ausgestattet. Normalerweise sind die Gäste Selbstversorger, auf Anfrage wird aber auch Dinner und Frühstück angeboten. Zusätzlich gibt es ein separates Gebäude mit Speiseraum, welcher von den Gästen genutzt werden kann, dort wurden wir am Abend von Hendrik, dem Sohn des Eigentümers bewirtet. Alles ist einfach aber sauber mit dem Flair einer Berghütte gestaltet. Das Essen war vorzüglich und Hendrik mit seinem Sohn ein unterhaltsamer Gesprächspartner, welcher uns gerne vom Leben auf der Farm erzählte.
namibia-2019-05-2313-03-43.jpg

Mesosaurus Fossil Camp
namibia-2019-05-2313-05-33.jpg

Chalet Innenansicht
namibia-2019-05-2314-06-05.jpg

Speiseraum des Mesosaurus Fossil Camp

Köcherbaumwald, Fossilien und Felsformationen mit Giel Steenkamp
Giel Steenkamp, der Eigentümer, ist ein sehr unterhaltsamer Mensch, der einem gerne seine Farm inklusive Köcherbäume, singender Felsen und Fossilien im Rahmen seiner empfehlenswerten Tour näher bringt. Giel hat die Farm mit 7500 ha 1972 gekauft und dort Mesosaurus Fossilien gefunden, die er nun als Alleinstellungsmerkmal der Lodge nutzt.
Ein wunderbarer Mann, der spannende Geschichten über seinen Busch und sein Leben erzählt. Darüber hinaus besuchten wir Gräber deutscher Soldaten und konnten so auch eine Zeitreise in die jüngere Vergangenheit des Landes unternehmen. Zum Abschluss hat uns Giel noch Bruder Jakob auf seinen Steinen vorgespielt. Nach der Führung konnten wir uns dann frei zwischen den Felsformationen und Köcherbäumen bewegen, welche im Abendlicht ihre ganze Schönheit präsentierten.""
namibia-2019-05-2316-40-47.jpg

Giel Steencamp mit seinen Funden
namibia-2019-05-2316-32-26.jpg

Mesosaurus Fund
namibia-2019-05-2316-16-06.jpg

Schutztruppengrab auf der Farm Mesosaurus Fossil Camp

4×4 Trail durch den Köcherbaumwald auf Mesosaurus Fossil Site
Ein 4×4 Trail mit 15 km Länge auf dem Farmgelände lockte uns am nächsten Morgen, wir hatten immer noch nicht genug von den Köcherbäumen und den irren Felsformationen. Zusätzlich wollte Lada ihre Fahrkünste im felsigen Gelände testen und verbessern. 1,5 Stunden in schroffem einsamen Felsgelände zwischen tausenden von Köcherbäumen ohne Reifenpanne war ein gelungener Abschluss auf der Mesosaurus Fossil Site.
namibia-2019-05-2317-20-29.jpg

namibia-2019-05-2317-12-48.jpg

namibia-2019-05-2316-30-34.jpg

Köcherbaumwald

Weiter ging es dann bis vor die Tore des KTP…..

Teil 2204. Aug. 2021

Löwen-Tracking auf der Kalahari Game Lodge

Löwen, die größte Raubkatze Afrikas wollten wir sehen! Bei unserer ersten Namibia Reise hatten wir das „Glück“ einen Löwen zu sehen und wollten bei dieser Reise nicht nur auf unser Glück vertrauen, sondern dem Ganzen per Löwen-Tracking auf der Kalahari Game Lodge etwas nachhelfen. Es stand zwar noch der Besuch des KTP mit seinem großen Löwenbestand vor uns, ob wir dort mit Katzensichtung Erfolg haben werden war aber ungewiss.

Unsere Strecke bis zur Kalahari Game Lodge, welche in unmittelbarer Nähe des KTP Gates Mata-Mata liegt, führte über die sehr staubige Gravel-Road C17, von welcher wir später auf die D511 abbogen. Kalahari pur war dort angesagt. Per Berg- und Talfahrt auf teilweise sehr sandigen Abschnitten ging es bis zum Auob River. Ohne 4×4 ist diese schöne Strecke nicht zu bewältigen. Belohnt wird man aber mit herrlichen Kalahari-Impressionen.
Parallel zum Auob ging es dann auf der C15 Richtung Lodge. Viel Schotter auf der Pad sorgte dafür, dass es immer wieder Schläge im Radkasten von hochgeschleuderten Steinen gab.

namibia-2019-05-2413-22-56.jpg

Schildkrötenrettung à la Lada

Kurz vor der Lodge wagte sich eine kleine lebensmüde Schildkröte auf die Pad, da war Lada gefordert. Der kleine Kerl wurde behutsam im Gebüsch am Rande der Pad platziert, ob er es uns dies dankte werden wir nicht erfahren.

Wir wurden auf jeden Fall nicht belohnt, nur einige Meter weiter direkt vor der Lodge Einfahrt ereilte uns die nächste Reifenpanne. Die reichlich vorhandene spitzen Steine hatten unserem dritten Reifen den Garaus gemacht. Fahrer wie immer in solchen Fällen war ich. Da stellte sich natürlich die Frage, ob ich besser meine Fahrkünste auf Asphalt beschränken sollte! Drei Pannen in einem Urlaub dürfte schon eine reife Leistung sein. Erfreulich war nur, dass es nicht einen der neuen Reifen aus Lüderitz erwischt hatte. Geübt von den ersten zwei Pannen war der Reifenwechsel aber nach 30 Minuten erledigt und wir konnten die letzten Meter zu Farm in Angriff nehmen.
namibia-2019-05-2413-36-35.jpg

Reifenpanne Nr. 3
namibia-2019-05-2413-43-18.jpg

30 Minuten Arbeit
namibia-2019-05-2514-17-06.jpg

Reparatur des Reifen auf Afrikanisch

Kalahari Game Lodge
In der Kalahari Game Lodge wurden wir mit großer Freundlichkeit empfangen und auf unsere Frage, ob eine Möglichkeit besteht den Reifen zu reparieren beruhigt. Der Techniker habe Erfahrung damit und wolle sich am nächsten Tag der Sache annehmen. Bei unserem Pech wollten wir den KTP mit seinen teilweise einsamen Offroad Strecken nicht mit nur einem Reserverad angehen.

Die einzelnen Bungalows der Lodge sind groß, sehr hübsch eingerichtet und haben eine Terrasse mit herrlichem Blick auf den Auob River und die Kalahari Hügel. Unser Bungalow Elan hatte alles, was man zum Wohlfühlen braucht. Das Bad ist zwar etwas klein, aber durchaus ausreichend. Küche, Esstisch, alles ist vorhanden!
Kaum hatten wir uns gemütlich eingerichtet, erschienen schon die ersten neugierigen Untermieter in der Hoffnung etwas von unserem Snack zu erhaschen, klar das wir da nicht widerstehen konnten und einige Brotkrumen mit ihnen teilten. Immer wieder zogen Springböcke, Gnus und Oryxantilopen auf dem Weg zu einer kleinen Wasserstelle vorbei, es gab einiges zu beobachten.
namibia-2019-05-2416-45-59.jpg

Rotbauchwürger
namibia-2019-05-2416-24-29.jpg

Mahaliweber
namibia-2019-05-2417-44-59.jpg

Fuchsmanguste

Am späten Nachmittag machten wir uns dann auf, um der auf einem Hügel gelegenen Aussichtsplattform einen Besuch abzustatten. Von dort oben hat man einen tollen 360° Rundumblick, der perfekte Platz für einen Sundowner.

Der Pool beim Hauptgebäude gelegen, war leider wenig einladend, die trübe Brühe lockt wahrscheinlich kaum jemanden an, um dort einzutauchen. Das Abendessen war gut, das Ambiente aber etwas nüchtern.

namibia-2019-05-2415-42-24.jpg

Bungalow Elan
namibia-2019-05-2415-39-03.jpg

Terrasse mit Blick auf das Auob-Flussbett
namibia-2019-05-2416-53-20.jpg

Kalahari Game Lodge

Löwen-Tracking
Höhepunkt des Aufenthalts war das Löwen-Tracking im Rahmen einer etwa vierstündigen Pirschfahrt am frühen Vormittag. Die Wahrscheinlichkeit einer Sichtung in freier Wildbahn ist leider gering, weshalb wir diese Löwen-Tracking-Tour auf der Kalahari Game Lodge bei unserer Rundreise eingeplant hatten. Für etwas üppige 100 Euro pro Paar organisiert die Lodge eine klasse Tour zu den Kalahari Löwen in dem 45. 000 ha großen Reservat. Vier Löwenmänchen sind mit einem GPS-Halsband versehen, sodass man mit fast 100 % Garantie die Tiere findet.

Unser Guide erwartete uns zusammen mit einem anderen Gast bei frischen 12 ºC kurz vor Sonnenaufgang. Ziel der Pirschfahrt war es den mächtigsten Löwen, mit dem Namen King, welcher sein Revier am äußeren Rand des Areals hat, zu finden!

namibia-2019-05-2511-12-30.jpg

Pirschfahrt mit David
namibia-2019-05-2508-39-24.jpg

Löwensuche mit David

Im Licht der aufgehenden Sonne ging es zuerst auf sandigen Pfaden ins Reich des „Herrschers“. David suchte dabei immer den Weg nach Spuren ab. Endlich, nach rund 1,5 Stunden des auf und ab über die Hügel der Kalahari, fand er die ersten Spuren. Nun wurde immer wieder der Peilsender genutzt, um ein Signal des Senders zu finden. Immer wieder Spuren aber kein Signal, Geduld und Ausdauer waren gefragt bis wir endlich das ersehnte Piepsen hörten. Ab dann ging es nochmals eine Stunde Querfeldein über Stock und Stein bis wir endlich den mächtigen Schwarzmähnen-Löwen in rund 50 m Entfernung entdeckten.
namibia-2019-05-2509-30-04.jpg

Schwarzmähnen-Löwe
Vorsichtig ging es näher heran und wir konnten unser Glück kaum fassen, versteckt in den Sträuchern taucht auch sein Harem auf. Sechs prächtige Damen begrüßten uns und reckten aufmerksam ihre Köpfe um uns zu beobachten. Nach einiger Zeit hatten sie uns wohl akzeptiert und wir konnten uns bis auf wenige Meter dem Rudel nähern, ein spektakulärer Anblick.

David, unser Guide, hatte dabei immer die Damen im Blick, da wie er erzählte nur von diesen eine Gefahr ausgeht. Als ein Löwenweibchen sich aufmachte und in den Büschen verschwand, hatte er erst Ruhe bis er die Dame wieder im Blick hatte.

namibia-2019-05-2509-49-13.jpg

Löwenweibchen
namibia-2019-05-2510-04-42.jpg

„Kalaharilöwe“
namibia-2019-05-2509-45-36.jpg

Löwenrudel

Wie wir von ihm erfuhren, muss die Farm versuchen die Population zu begrenzen, dazu erhalten die Damen ein Verhütungsmittel. Diese Aktion erfordert viel Erfahrung, da die Löwen dazu betäubt werden müssen. In kürzester Zeit muss das Mittel dann verabreicht werden, es bestehe sonst die Gefahr eines Herzstillstands. Zu dieser Aktion wird ein anderes Auto und ein Heli benutzt, da die Löwen auf dieses Fahrzeug gestresst reagieren. Dieses Auto wird deshalb beim Löwen-Tracking nicht eingesetzt, um die Tiere nicht zu verscheuchen. Auch die Schwarzmähnen-Löwen müssen alle zwei Jahre betäubt werden, bei ihnen geht es darum, die Batterie das Senderhalsband zu wechseln.

Voll, mit vielen Informationen und reichlich Bildmaterial, ging es zurück zur Lodge wo wir den Nachmittag mit Vogelbeobachtung, Wäsche waschen und einem Spaziergang auf der Farm nutzten. Wir waren an dem Tag die einzigen Gäste, eine herrliche Ruhe und am Abend ein fantastischer Sternenhimmel.
Unser Resümee: Großes Kino! Das Löwen-Tracking würden wir immer wieder machen, ansonsten kann die Lodge auch gut für Tagesbesuche im KTP genutzt werden.

Erfreulich war auch, dass unser reparierter Reifen, versehen mit zwei einvulkanisierten Stopfen, wieder genutzt werden konnte. Ob diese Art der Reparatur zu Hause akzeptiert würde zweifle ich aber an.

Weiter ging es am nächsten Tag in den Kalahari Transfrontier Park

Teil 2319. Aug. 2021

Kgalagadi Transfrontier Park -Allgemeines und Buchung

Der Kgalagadi Transfrontier Park (KTP), eines der Top-Ziele unserer Reise steht für die nächsten Tage auf dem Programm. Bevor ich auf unsere erste Strecke im Park eingehe möchte ich etwas zu dem Park im Allgemeinen und zu der Buchung berichten.
namibia-2019-05-2608-01-27.jpg

Zufahrt zum Kgalagadi Transfrontier Nationalpark

Allgemeines zum Kgalagadi Transfrontier Park
Der 3,9 Millionen Hektar große Park liegt im Grenzgebiet zwischen Südafrika, Namibia und Botswana. Seine Fläche gehört zu Südafrika und Botswana und grenzt an Namibia. Alleine der südafrikanische Teil erstreckt sich zwischen den beiden ausgetrockneten Flussbetten des Nossob in Richtung Norden und des Auob Richtung Nordwesten in Form eines riesigen Dreiecks mit einer Ausdehnung von fast 10.000 km².

Die Anreise ist meist weit und beschwerlich, zusätzlich sind Buchungen gelinde gesagt eine Kugelfuhr, daher hält sich der Besucherstrom in Grenzen. Aufgrund der geringen Kapazitäten müssen Buchungen sehr weit im Voraus erledigt werden. Dies ist definitiv kein Nationalpark für spontane Besuche.

Wer beim Eintritt in den Park keine Buchung vorweisen kann, muss am Gate buchen und wird per Funk im jeweiligen Camp avisiert, damit er nicht verloren geht. Die Wahrscheinlichkeit einer freien Unterkunft ist jedoch gering! Es gibt ein Formblatt, in welches alle Übernachtungen eingetragen und bei der Abfahrt vom jeweiligen Camp vom Personal gegen gezeichnet werden. Das hört sich bürokratisch an, ist aber wenig Aufwand.

Von Namibia aus reist man über Mata-Mata ein und kann den Park ohne Formalitäten auch wieder in Richtung Namibia verlassen. Man muss aber mindestens zwei Übernachtungen im Park buchen, damit diese Route von Reisenden nicht nur als Abkürzung benutzt wird. Wer allerdings weiter nach Botswana oder Südafrika reist oder von Südafrika in Richtung Namibia, der muss die Grenzformalitäten vorher in Twee Rivieren erledigen.
Screenshot2021-08-05153856.jpg

Unsere Route im Kgalagadi Transfrontier Park

Unterküfte im Kgalagadi Transfrontier Park
Im Prinzip gibt es im Park 4 verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten: Restcamps, Wilderness Camps, Lodges und Campgrounds. Da wir keine Camper sind und die sehr teuren Lodges nicht zu unserem Budget passten, kamen für uns nur die Rest- und Wilderness Camps infrage.

Lodges
Insgesamt gibt es 3 Loges im KTP, davon die !Xaus Lodge auf südafrikanischer Seite und die Lodge Rooiputs und Polentswa auf botswanischen Seite.

Restcamps
Die drei Restcamps Twee Rivieren, Mata-Mata und Nossob sind umzäunt und besitzen eine Wasserstelle zum Beobachten der Tiere. In allen drei Restcamps gibt es einen kleinen Shop mit überschaubarem Angebot, eine Tankstelle, Pool und Campingplatz. An den Tankstellen kann es auch mal passieren, das es gerade keinen Diesel gibt, also am besten immer nachtanken, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Alle Rest Camps sind für Selbstversorger.

Wilderness Camps
Unsere Favoriten waren die Wilderness Camps, welche sich deutlich von den Restcamps unterscheiden, für uns die schönste Art der Unterkunft im Kgalagadi. Alle Camps bestehen aus wenigen Unterkünften, oft sind es nur vier Stück. Es gibt Badezimmer mit Dusche und Toilette, ein Schlafzimmer, eine Küche sowie eine Veranda mit Grill, Tisch und Stühlen außerdem Blick auf das jeweilige Camp-Wasserloch. Trinkwasser, Verpflegung und Feuerholz müssen mitgebracht werden. Hier kann man direkt von jeder Unterkunft aus Tiere beobachten. Wilderness Camps sind nicht eingezäunt, sodass man jederzeit mit wilden Besuchern rechnen muss. In jedem Camp ist ein Ranger stationiert, der im Notfall herbeigerufen werden kann und der sich um die Zimmer kümmert.

namibia-2019-05-2815-38-20.jpg

Wilderness Camp Gharagab

Wilderness Camps sind für Selbstversorger, die Zimmer werden vom Camp Manager gereinigt und die Betten frisch bei Ankunft bezogen. Nur das Geschirr muss selbst gespült werden. Die Stromversorgung für die Lampen erfolgt über Solarstrom, Akkus aufladen oder den Föhn benutzen ist nicht möglich.

Grootkolk, Urikaruus, Kieliekrankie und das Kalahari Tented Camp sind über frei zugänglichen Pisten zu erreichen. Die Zufahrt zum Wilderness Camp Gharagab und Camp Bitter Pan sind jedoch nur über 4×4 Strecken erreichbar. Diese Strecken dürfen nur von den dort auch eingebuchten Gästen befahren werden.

Buchungen im Kgalagadi Transfrontier Park
Etwas haben alle Unterkünfte im KTP gemeinsam, die Gästezahl ist wegen der geringen Anzahl an Unterkünften sehr limitiert, man muss weit im Voraus buchen. Am besten ein Jahr voraus, sonst hat man wenig Chancen auf diese Unterkünfte.

Mit diesem Wissen hatten wir unsere Reise bereits über ein Jahr im vorausgeplant und unsere Wunschunterkünfte festgelegt. Als es dann aber ans Verbindliche buchen ging, welches wir unterstützt durch Info-Namibia vornahmen, kam die Ernüchterung. Alle Lodges in Namibia waren problemlos zu buchen, eine verbindliche Buchung im KTP jedoch erst 11 Monate im voraus möglich. Mit dem Beginn des geplanten Monats werden für die südafrikanischen Plätze die Unterkünfte freigeschaltet, dann findet ein Windhunderennen statt und innerhalb von einem Tag oder besser einer Stunde sind alle attraktiven Camps ausgebucht.

Dank unseres Agenten vor Ort konnten wir uns jedoch glücklich schätzen 6 Nächte zu erhaschen. Die registrierten Reiseveranstalter können bereits 1 Tag vor der Öffentlichkeit buchen. Die von uns ergatterten 6 Nächte lagen jedoch in keinem sinnvollen Zusammenhang und zusätzlich mussten wir unsere gesamte Reise um eine Woche verschieben. Zum Glück war dies kein Problem und wir konnten endlich an die anderen Unterkünfte in Namibia einen Knopf dran machen.
Die verfügbaren KTP Camps spiegelten jedoch in keinster Weise unsere Wünsche wider. Hier galt es nun darauf zu hoffen, dass in der verbleibenden Zeit Bewegung in die Buchungen kommt, da viele Besucher Ihre Reisepläne ständig ändern.

Unser größtes Problem war, dass wir an einem Tag vom Kalahari Tented Camp bis Gharagab fahren sollten, eine kaum zu bewältigende Strecke. Um es kurz zu machen, wir haben mit Unterstützung des SANPark Notifier mehrere Umbuchungen bis kurz vor Reiseantritt vornehmen können. Ohne den Notifier wären wir aufgeschmissen gewesen. Zusätzlich kann man im Internet unter www.sanparks.org den aktuellen Buchungsstand mit Monatsübersicht bis zum Ende der Buchungsperiode ansehen. Dies dürfte einer der Hauptgründe sein, warum so wenige Europäer im KTP anzutreffen sind.

Nachteilig beim Besuch des KTP ist die Buchung, belohnt wird man aber damit, dass selbst bei ausgebuchtem Park nie das Gefühl aufkommt, es wäre voll. Staus an Wasserstellen, Sichtungen und Bustouristen findet man im Kgalagadi nicht.

Unsere endgültige Route ging von Mata-Mata über Nossob, Gharagab, Nossob und Kalahari Tended Camp zurück nach Mata-Mata. Durch eine Zwischenübernachtung in Nossob konnten wir unser Wunschziel Gharagab am nördlichsten Zipfel des Parks in angenehmen Distanzen erreichen.
Mehr dazu in den nächsten Berichten.

namibia-2019-05-3112-18-16.jpg

Upper Dune Road, Regenwolken ziehen auf

Teil 2429. Aug. 2021

Wilderness Camp Gharagab im Kgalagadi Transfrontier Park
Das Wilderness Camp Gharagab stand für heute auf unserem Programm. Für die relativ kurze Strecke von rund 160 km hatte unser Routing System eine Fahrzeit von 4 Stunden berechnet, wir hatten deshalb reichlich Zeit und wollten möglichst an allen Wasserlöchern zwischen Nossob, Unions End und Gharagab verweilen. Nach dem Motto der frühe Vogel fängt den Wurm, ging es zum Sonnenaufgang in Erwartung auf Katzensichtung nochmals zum Wasserloch Nossob. Um 6:30 Uhr war am Hide noch nichts los, keine Besucher und leider auch keine Tiere. Einzig die Sonne war uns wohl gesonnen und zauberte ein Spektakel an den Himmel.
namibia-2019-05-2707-05-10.jpg

Die morgendliche Kälte sorgte jedoch dafür, dass selbst mein Zwiebelkostüm nach kurzer Zeit nicht den gewünschten Effekt brachte. In Erwartung auf einen heißen Kaffee ging es deshalb zurück zum Bungalow, um in dessen Schutz das Frühstück zu genießen. Ein defekter Herd verweigerte leider seine Unterstützung, weshalb das Frühstücksangebot angepasst werden musste.

Von Nossob nach Unions End
Auf einer Wellblech-Pad ging es nun entlang des Nossob von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Reichlich Oryx-Herden, Gnus und Rote Kuhantilopen säumten bis zur Lijersdraai Picnic Site unseren Weg. Nachteilig war auf dieser Strecke, das unser Hilux zu tief lag. Hohe Ränder entlang der Pad mit zusätzlichem Buschwerk erschwerte den Ausblick. Eine braune Hyäne, welche die Pad querte, konnten wir deshalb nur kurz beobachten bis sie im Buschwerk verschwand. Ein anderes Fahrzeug mit höherem Aufbau wäre empfehlenswert. An den Wasserlöchern, welche meist kein Wasser führten, ließ sich jedoch kein Wild blicken. Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Pumpstationen speziell im nördlichen Bereich, wo die wenigsten Besucher anzutreffen sind, wenig oder gar keine Wartung erhalten.
Ohne uns lange aufzuhalten, wollten wir dann doch lieber den Tag im Park verbringen, deshalb wurde alles rasch verpackt. Die nächste Überraschung erwartete uns an der Rezeption. Unseren Laufzettel im Park wurde am Vortag von der Rezeption einbehalten und musste nun beim Verlassen des Camps wieder abgeholt werden. Nach etlichen Versuchen den Zettel zu finden gab die Dame an der Rezeption auf. Der Zettel war nicht aufzufinden, da hatte wahrscheinlich ein anderer Besucher unseren Zettel erwischt. Es blieb dem Personal nun nichts anderes übrig uns ein neues Permit auszustellen, 30 Minuten Geduld waren dazu notwendig. Ausgestattet mit diesem Dokument durften wir dann endlich das Camp durch das zweite Tor Richtung Norden verlassen.

Erst kurz vor Lijersdraai entdeckten wir zwei Löwen, welche es sich zwar nicht am Wasserloch, dafür aber mitten im Nossob bequem gemacht hatten.
namibia-2019-05-2710-14-55.jpg

Leider war die Entfernung für ein gutes Foto etwas zu weit, wir erfreuten uns aber an den Zweien, fanden es jedoch nicht freundlich, dass sie sich bereits nach kurzer Zeit zum gegenüberliegenden Ufer davon machten. Da der Picknickplatz in unmittelbarer Nähe lag, war dies aber eine kleine Warnung die Umgebung dort im Auge zu behalten. Wir wollten ja nicht unsere Snacks mit den Löwen teilen. Im Schatten eines riesigen Kameldornbaumes leisteten uns jedoch nur die gefiederten Gesellen Gesellschaft.

namibia-2019-05-2711-43-59.jpg

Lijersdraai Picnic Site
namibia-2019-05-2710-21-09.jpg

Kronenkiebitz an der Lijersdraai Picnic Site
namibia-2019-05-2712-57-39.jpg

Zwischen Nossob und Gharagab

Zufahrt zum Camp Gharagab
Circa 3 km hinter der Lijersdraai Picnic Site zweigt der Weg nach Gharagab ab. Dieser Weg darf jedoch nicht als Zufahrt verwendet werden, da der Trail nur in einer Richtung befahren werden darf. Vorbei an der Zufahrt zum Grootkolk Wilderness Camp ging es deshalb weiter bis zum trockenen Wasserloch Union’s End, erst dort geht der Trail nach Gharagab ab. Diese zwar sandige, aber mit einem Allradfahrzeug gut zu befahrene Strecke, führt durch abwechslungsreiches reizvolles Gelände vorbei an dem ebenfalls trockenen Wasserloch Gharagab bis zum Wilderness Camp. Der Weg ist zwar teilweise ruppig und kurvenreich, aber ohne großen Steigungen und ohne Tiefsand.
namibia-2019-05-2714-05-50.jpg

namibia-2019-05-2714-11-37.jpg

namibia-2019-05-2714-26-35.jpg


Einige Erdmännchen, Oryx, Steinböckchen Strauße und Schakale waren dabei unsere Zaungäste.
namibia-2019-05-1016-24-08.jpg


Wilderness Camp Gharagab
Nach 7 Stunden erreichten wir um 15:30 Uhr das Camp. Vier Safari-Zelte in angenehmer Entfernung zueinander und ein zusätzliches Zelt für den Camp-Manager Eric auf einer Anhöhe mit Blick auf das im Tal gelegene Wasserloch, mehr gibt es dort nicht.
namibia-2019-05-2815-38-20-2.jpg

Einsamkeit in unberührter Wildnis, exakt unsere Traumvorstellung. Eric gab uns eine kurze Einweisung und weist uns das Zelt Nummer 4 zu.
namibia-2019-05-2813-30-59.jpg

namibia-2019-05-2715-20-41.jpg

Innenansicht Zelt Nr. 4 in Gharagab
namibia-2019-05-2808-32-32.jpg

Blick von der Terrasse auf die Kalahari
Um die Sicherheit im Camp zu gewährleisten, sollen wir immer die Umgebung im Blick behalten. Falls wir den etwas höher gelegenen Aussichtsturm besuchen wollen, sei Vorsicht geboten. Drei Tage vorher hatte es sich ein Rudel Löwen am Turm bequem gemacht. Zu beachten sei auch, dass die Türe zu unserer Terrasse immer geschlossen werden muss. Wie sich später herausstellte eine weise Entscheidung.

Das Auto konnten wir direkt neben dem Zelt parken, trotzdem räumten wir alle wichtigen Utensilien vom Auto ins Zelt. Wir wollten ja nicht im Dunklen in der Anlage herumtappen. Endlich waren wir in unserem Paradies angekommen. Relaxen auf der Terrasse mit dem Blick ins Tal und zum Wasserloch, entschleunigen war angesagt. Die Vogelwelt begrüßte uns herzlich und quartierte sich als Untermieter ein.

namibia-2019-05-2808-44-36.jpg

welcher Vogel ??
namibia-2019-05-2812-29-36.jpg

Besuch der Webervögel

Sie veranstalteten ein Konzert mit erheblicher Lautstärke und forderten auf diese Art wohl ihre Gage ein. Da kann Frau nicht widerstehen und Mann muss eine Vogeltränke bauen, welche sofort von den Vögeln angenommen wurde. Nur gut, dass ich meinen Bohnensack mit Vogelfutter gefüllt hatte. Die Piepmätze machten sich sofort darüber her. Besonders freche Kerlchen hatten auch keine Scheu sich direkt an unserem gedeckten Tisch zu bedienen. Langeweile konnte da nicht aufkommen. Im Tal ging es gemächlicher zu, Springböcke waren die einzigen Gäste.

Gharagab Hide
Zum Sonnenuntergang machten wir uns vorsichtig auf den Weg zum Hide. Immer die Umgebung im Blick, nicht das wir über die Löwen stolpern! Leider oder besser Gott sei Dank waren die Katzen nicht da und wir konnten den mit einem Zaun gesicherten Hide erklimmen.
namibia-2019-05-2717-37-34.jpg

Der feuerrote Himmel produzierte ein gigantisches Spektakel, der richtige Augenblick den Sichtungs-Fee-Bestechungs-Willi zu zücken. Auf die Wirkung waren wir gespannt!
namibia-2019-05-2717-53-49.jpg

Bestechungs-Willi für die Sichtungsfee
namibia-2019-05-2717-47-24.jpg

Sonnenuntergang am Gharagab Hide

Zurück auf unserer Terrasse wurde gebrutzelt und die Burenwurst, Lammkotelett und das Grillgemüse zubereitet. Zusammen mit einem schweren Roten ließen wir es uns gut gehen.
namibia-2019-05-2719-15-49.jpg

Endlich entstand auch Bewegung am Wasserloch, der Bestechungs-Willi hatte wohl geholfen. Sechs Fleckenhyänen und eine Braune Hyäne stillten ihren Durst. Das schwache Licht und die Entfernung zum Wasserloch gestaltet die Beobachtung jedoch schwierig. Tipp: Die Zelte 1 und 2 sind zur Beobachtung besser geeignet.

Teil 2529. Aug. 2021

Nächtlicher Leopardenbesuch

Das High Light des Abends kam um 20:30 Uhr. Ein Lichtstrahl aus dem Nachbarzelt wanderte dauernd suchend im Hang herum. Unsere südafrikanischen Nachbarn waren mit einer sehr starken Leuchte ausgestattet und hatten etwas entdeckt. Schnell wurden auch unsere Taschenlampen aktiviert. Die Freude war groß, ein Leo war im Hang zwischen Wasserloch und Zelten unterwegs. Unbeeindruckt von den Lichtstrahlen kam er immer näher. Nur ca. 30 m von unserem Zelt entfernt, war er auf einmal mit einem Satz, in dem dort stehenden Baum verschwunden. Gut getarnt harte er dort aus, einzig das Funkeln seiner Augen war im Licht der Lampen immer wieder zu erkennen. Ich denke, er hatte uns deutlich besser im Blick wie wir ihn.
Nach rund 10 Minuten gegenseitiger Beobachtung war er es wohl leid und mit einem Satz auf dem Boden um sich schnurstracks in Richtung unseres Zeltes in Bewegung zu setzen. Jetzt wurde es uns aber mulmig, wollte er uns wirklich einen Besuch abstatten und seine Streicheleinheiten abholen. Der Leopard, ein mächtiger Kerl, war wohl wie alle Katzen nur neugierig und marschierte bis zum Terrassenaufgang. Nur gut, dass wir die Terrassentüre geschlossen hatten. Ein kurzer Blick und er verschwand entlang der Zeltwand und unserem Auto.

Todesmutig oder besser gesagt extrem neugierig schlich Lada an die Ecke und konnte noch den wedelnden Schwanz am anderen Ende des Zeltes bewundern. Ihr Hinweis, er schleicht um unser Zelt, führte bei mir zum sofortigen Rückzug, so dicht wollte ich ihm doch nicht aufs Fell rücken. Naseweis Lada konnte es jedoch nicht lassen und schlich zum anderen Eck unserer Terrasse. Der Schreck war dann aber riesig, beim Blick um die Ecke stand der Leo 2 Meter vor ihr. Ein Satz von Lada und sie war im Zelt. Schnell alles dicht gemacht gab es uns zwar ein Gefühl von Sicherheit aber nur das Gefühl. Wir hatten noch vor Augen wie der Leo in den Baum gesprungen war, da dürfte unser kleiner Zaun kaum ein Problem darstellen. Immer wieder hörten wir, wie er am Zelt seine Krallen wetzte, an schlafen war dann kaum zu denken. Ich bin dann aber wohl doch eingenickt, Lada war der Schreck aber so in die Glieder gefahren, dass der Schlaf sich kaum einstellen wollte.
Am nächsten Morgen inspizierten wir vorsichtig die Umgebung, wir hatten ja festgestellt wie gut getarnt der Leo im Baum verschwunden war. Auch unsere Nachbarn waren auf der Suche und wir konnten so unsere Erfahrung austauschen. Ein Foto hatte keiner von uns gemacht, die Aufregung war zu groß. Wir waren uns aber einig, dieses Erlebnis ist so fest im Gedächtnis eingebrannt wie kaum ein anderes. Um zu dokumentieren, dass der Leo vor unserem Zelt stand, gibt es nur ein Foto seiner Spuren.
namibia-2019-05-2808-41-41.jpg


Resümee: Der Sichtungs-Fee-Bestechungs-Willi war wohl extrem stark, davon bräuchte es mehr, mal sehen, ob das Rezept im Forum zu bekommen ist.

Als ich am nächsten Morgen so gegen 7:00 Uhr den Kopf aus dem Zelt streckte, fror mir fast die Nase ab, Temperaturen im einstelligen Bereich, da musste alles was wärmt herhalten. Selbst die ersten Sonnenstrahlen brauchten ihre Zeit um die Temperatur in einen erträglichen Bereich zu steigern. Eingehüllt in Decken mit einem heißen Kaffee in der Hand wurde es langsam erträglicher.
namibia-2019-05-2807-26-03-2.jpg

namibia-2019-05-2808-22-03.jpg


Unmengen von Springböcken im Tal machte die Temperatur jedoch nichts aus. Sie jagten sich und sprangen in riesigen Sätzen herum. Es war ein formidables Schauspiel.
namibia-2019-05-2809-10-27_1.jpg


Als wir dem Camp-Mager Eric von dem nächtlichen Besuch erzählten erfuhren wir, dass der Leo nun schon die zweite Nacht dem Camp einen Besuch abgestattet hatte, da waren wir aber auf die nächste Nacht gespannt. Den Tag nutzen wir, um die Fotos zu sichten, Tagebuch zu schreiben und Ordnung in unsere Klamotten zu bringen. Immer wieder ging dabei der Blick zu unserer Vogelwelt und zum Wasserloch, wo Springböcke und Strauße ein und aus gingen. Erstaunt waren wir auch von der Blütenpracht in dieser doch extrem trocken Gegend, kleine bunt leuchtenden Blüten gab es an allen Ecken.
namibia-2019-05-2813-33-49.jpg

namibia-2019-05-2813-35-39.jpg

namibia-2019-05-2714-48-07.jpg


Ein kleiner Spaziergang in unmittelbarer Camp Umgebung und schon ging es wieder ans Abendessen. Pünktlich mit der Dunkelheit tauchten einige bekannte Besucher auf. Hyänen stillten ihren Durst und eine Wildkatze kaum zu erkennen strich ums Wasserloch. Die Milchstraße über der Ebene verlieh dem Ganzen mit seinen tausenden von Sternen eine irre Aura.
namibia-2019-05-2819-21-55.jpg


Der Leo wollte aber nicht wieder erscheinen oder er kam erst als wir uns bereits in den Federn verkrochen hatten, um uns vor der Kälte zu schützen.
Leider ging es am nächsten Tag weiter, mal schauen, was der Tag so bringt. Gharagab dürfte kaum zu übertreffen sein.

Teil 2630. Aug. 2021

Pirschfahrten im Gebiet des Nossob Rest Camp

Unser nächstes Ziel war das Nossob Rest Camp, wo wir auf der Hinfahrt schon eine Nacht verbrachten. Diesmal wollen wir dort zwei Nächte bleiben, um die Umgebung zu erkunden. Gerne wären wir länger in Gharagab geblieben, aber leider geht auch ein langer Urlaub einmal dem Ende entgegen, wir müssen weiter.

Da die Nächte im Juni immer kälter werden ließen wir es langsam angehen. Wir gaben der Sonne eine Chance den Ofen anzuschmeißen, um sich dann bei einem gemütlichen Frühstück nochmals an der Landschaft zu erfreuen. Leider wollte die Tierwelt auch nicht aus den Federn kommen und das morgendliche herumtollen der Springböcke blieb aus. Entweder waren Raubtiere in der Umgebung oder den Kerlen war es auch zu kalt!

Gestärkt mit Rührei, Wurst und Käse machten wir uns dann auf den Weg zum Dankbaar Waterhole, in der Hoffnung dort oder entlang des Trails Wild zu sichten. Wie fast zu erwarten war auch dort kein Wasser und Wild zu finden.

4×4 Trail von Gharagab Richtung Nossob
Dieser Teil des Trails gestaltete sich schwieriger als die Zufahrt zum Camp. Sandige Pisten über die Hügel der Kalahari mit Busch und hohem Grass sorgten jedoch für reichlich Abwechslung.
namibia-2019-05-2911-11-16.jpg

Versteckt im hohen Gras etwas zu finden war ausgesprochen schwierig. Zwei Steinböckchen waren auf diesem Streckenabschnitt unsere einzige Sichtung. Sie beobachteten vorsichtig unser gekurve, um dann schnell im Grass zu verschwinden.
namibia-2019-05-2911-02-25.jpg


Etwa 3-4 km vor dem Ende des Trails wurde unser Hilux und Lada herausgefordert. Ein kurzer steiler und tiefsandiger Abschnitt war per 4×4 nicht zu schaffen. Drei verschiedene Spuren zeugten davon, dass dort schon reichlich Fahrzeuge ihre Probleme hatten. Die Untersetzung und das Sperrdifferenzial mussten nun zeigen, was in der Karre steckt. Zwei Versuche in der rechten Spur endeten kläglich. Da galt es nicht zu verzagen und der nächste Versuch in der linken Spur sollte uns nach oben bringen, leider wieder nichts, kurz vor der Kuppe blieb Lada hängen. Langsam wurde es uns etwas mulmiger. Sollte unsere Unerfahrenheit in solchem Gelände zu einem Problem werden?
Nach dem Motto aller guten Dinge sind drei ging es an die mittlere Spur, mit reichlich Gas und Schwung gab es endlich das ersehnte Hurra, geschafft, wir hatten den Hügel erklommen.
namibia-2019-05-2911-27-57.jpg


Resümee: Bei der Vorbereitung des 4×4 Trails Gharagab hatten wir einige Informationen zu der Piste studiert. Oft wurde dort von schwierigen Pistenverhältnissen berichtet. Im Nachhinein können wir dies nicht pauschal bestätigen. Die gesamte Strecke des Trails kann mit einem 4×4 Wagen gut befahren werden, die einzige Ausnahme bildetet dieser letzte Anstieg.

namibia-2019-05-2911-38-10.jpg

Ab dem Wegweiser Richtung Nossob ging es dann auf der Wellblech Pad kurz Richtung Süden, bevor Lada eine Vollbremsung hinlegen musste. Hinter einer Kurve hatte eine Herde Rote Kuhantilopen sich die Pad als Ruheplatz ausgesucht. Rund 15 Tiere auf der Pad und im angrenzten Gebüsch, wärmten sich in der Sonne.
namibia-2019-05-2911-51-04.jpg

namibia-2019-05-2911-51-32.jpg


Lijersdraai Picnic Site
Auf der uns schon bekannten Lijersdraai Picnic Site standen diesmal bereits zwei Fahrzeuge aus Südafrika. Zwei Ehepaare hatten den Grill angeworfen und es duftete herrlich. Ruckzuck wurden wir in die Runde integriert, Braai ist einfach südafrikanische Lebensart. Die Einladung auf ein Bier und Boerewors konnten wir nicht ausschlagen. Boerewors steht in afrikaans für „Burenwurst“ oder „Bauernwurst“ und ist eine zu einer großen Schnecke aufgerollte Grill- bzw. Bratwurst. Wir hatten zwar in Gharagab bereits Burenwurst auf dem Grill, ich musste aber zugestehen, diese war deutlich schmackhafter. Beim Austausch von Erfahrungen kam ein Ereignis zur Sprache, welches man keinem wünscht. Eine der Frauen war in Mata-Mata gestürzt und hatte sich den Arm gebrochen, zusätzlich zierte sie ein blaues Auge und eine ramponierte Nase. Es blieb der Gruppe deshalb nichts anderes übrig als Upington anzusteuern, wo sie operiert wurde und ihr eine Platte eingesetzt wurde. Trotz dieser Komplikationen war sie bestens drauf, ihr Mann musste nun alles machen, alle Achtung. Der etwas längere Stopp war zwar nicht eingeplant, da aber auch kaum Tiere zu sehen waren auch kein Hindernis, es war ein tolles Braai Erlebnis.

Auf dem weiteren Weg waren kaum Tiere unterwegs, unsere Südafrikaner hatten die gleiche Erfahrung gesammelt und bei ihren vielen Besuchen im KTP noch nie so wenig Tiere angetroffen. Ob die Dürre der letzten Jahre dafür verantwortlich ist?
namibia-2019-05-2912-44-49.jpg

Streifengnus im Nossob Flussbett

Riverfront Chalet in Nossob
In Nossob angekommen, waren wir gespannt auf die neuen Riverfront Chalets. Unser Chalet Nummer 13 lag zwar etwas abseits vom Wasserloch, war aber um Klassen besser als unser Standard Chalet beim ersten Besuch. Ein großes Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad und eine große Terrasse direkt am Nossob, da fehlte es an nichts, ein Ort zum Wohlfühlen. Das Ganze hätte man nur noch steigern können, indem wir das Chalet Nummer 3 bekommen hätten, dieses hat einen direkten freien Blick auf das Wasserloch.
namibia-2019-05-2915-52-57.jpg

namibia-2019-05-2914-50-50.jpg


Nachdem wir es uns gemütlich gemacht hatten, ging es zur Erkundung in das Camp wo Lada unbedingt den Pool erkunden wollte. Das eiskalte Wasser war jedoch nur etwas für Eisbären und Lada, mehr wie die dicke Zeh strecke ich und auch andere Gäste nicht hinein.
namibia-2019-05-3012-41-53.jpg

namibia-2019-05-3012-40-17.jpg


In dem kleinen Shop bestellten wir noch Brot für den nächsten Tag, welches von den Mitarbeitern täglich frisch gebacken wird. Als wir unseren Rundgang fast beendet hatten überraschte uns noch eine Schleiereule, welche gut versteckt in einem Baum saß.
namibia-2019-05-3013-24-22.jpg

Den Blick immer nach oben machte ich dann aber die schmerzhafte Erfahrung mit den Dornen darunter. Ein lager Dorn bohrte sich durch meine Sohle und steckte in der Fußsohle. Zur OP ging es deshalb zurück in den Bungalow, zwecks Entfernung und Desinfektion.

namibia-2019-05-3012-39-20.jpg

Am Hide waren zwar reichlich Schakale, eine Tüpfelhyäne und vor dem Chalet Erdhörchen und Mangusten. Andere Tiere ließen sich indes nicht blicken.
namibia-2019-05-3012-44-05.jpg

namibia-2019-05-3013-18-47.jpg


Während des Abendessens überraschten uns dann jedoch drei Löffelhunde, welche direkt vor unserer Terrasse auftauchten, wohl in der Erwartung, dass etwas für sie herunterfällt. Dafür war mir aber das vorzügliche Oryx-Filet, welches wir zusammen mit Spagetti und Tomatensauce verzehrten, zu schade.
namibia-2019-05-2919-49-04.jpg


Pirschfahrt zwischen Nossob und Kaspersdraai Waterhole
Frühes Aufstehen war angesagt, wir wollten direkt nach Öffnung des Gate unsere Pirschfahrt Richtung Twee Revieren starten. 5 ºC zeigte das Thermometer, keine Temperatur um auf der Terrasse zu Frühstücken, nur eine Tasse Kaffee zum Aufwärmen. Als drittes Auto ging es auf die Piste. Um es kurz zu machen, Oryx, Springböcke und Löwenspuren, sonst nichts als tote Hose an den drei Wasserlöchern. Die Löwenspuren am Marie Loop war zwar frisch und gut zu erkennen, verschwanden aber rasch im angrenzenden Buschwerk.
Da wir das Frühstück auf eine Tasse Kaffee beschränkt hatten und inzwischen der Magen knurrte, ging es zurück ins Camp, wo wir nun in der Sonne relaxt bei angenehmer Temperatur ausgiebig frühstückten. Den Tag verbrachten wir im Wechsel zwischen Wasserloch und Terrasse. Es tauchten zwar immer wieder unsere Hausgäste Mangusten, Erdhörnchen und Federvieh auf, mehr ließ sich allerdings nicht blicken. Trotzdem verging die Zeit wie im Flug, nette Gespräche mit anderen Besucher, insbesondere mit unseren Nachbarn aus Gharagab waren informativ. Unsere südafrikanischen Nachbarn waren immer noch begeistern vom nächtlichen Besuch des Leo. Sie hatten auf der Rückfahrt mehr Glück und einen Honigdachs entdeckt. Wir hatten an der Stelle nur das Vergnügen reichlich Löcher zu entdecken.

Am späten Nachmittag starteten wir einen zweiten Versuch zum Marie Wasserloch. Einige Autos auf der kleinen Anhöhe weckten die Hoffnung, dass dort etwas los ist. Wir hatten das Glück einen Platz mit super Ausblick zu ergattern und harrten der Dinge, die da kommen. Zuerst passierte gar nichts oder besser wir sahen nichts. Erst als direkt vor uns am Rande eines Gebüschs eine Bewegung entstand, erkannten wir, dass dort eine verletzte braune Hyäne lag. Fasziniert beobachteten wir die Arme, sie war am Kopf mit einer großen Bisswunde gezeichnet und sichtlich erschöpft. Gebannt verfolgten wir das Tier. Ob die Hyäne diese große Verletzung überlebt, wir wissen es nicht. So nah sind wir einer Hyäne noch nie gekommen und beinah hätten wir sie nicht entdeckt.
namibia-2019-05-3016-48-45.jpg

namibia-2019-05-3016-53-37.jpg

namibia-2019-05-3016-54-44.jpg


Erst kurz vor Sonnenuntergang konnten wir uns von dem Anblick trennen und mussten rasch vor Torschluss zurück ins Camp um dort am Hide und auf der Terrasse unseren Untermietern Gesellschaft zu leisten. Unter glutrotem Himmel wurde dann gegrillt. Lammkotelett, Burenwurst zusammen mit Grillkartoffeln, Mais und Rotwein, waren ein vorzügliches Mahl zum Tagesausklang. Lesen und eine Pfeife rauchen zusammen mit dem Wein, dies war Muße pur.

Teil 2707. Sept. 2021

Kgalagadi zwischen Nossob und Kalahari Tented Camp

Das Kalahari Tented Camp ist unsere letzte Station im Kgalagadi Transfrontier Park. Eine Strecke von rund 200 km liegt vor uns, d.h. reichlich Zeit um Landschaft und Tierwelt zu bewundern. Als wir jedoch den Kopf aus unserem Chalet strecken, ist der Anblick nicht erbaulich. Eine dichte Wolkendecke verdeckt die Sonne und das Ganze bei 8 ºC, wahrlich kein Wetter um uns anzutreiben.
Erst ein starker Kaffee und das frische Brot aus dem Shop belegt mit allerlei Leckereien bring die Maschine langsam in Gang. Danach noch ein letzter Blick zum Wasserloch, welches einsam im trüben Morgenlicht liegt. Tiere wollen sich jedoch nicht einstellen, da können wir nur hoffen, dass am Rande der Pad mehr los ist.

Alles verstaut und in dicke Klamotten gehüllt gehts zur Rezeption, den Laufzettel abholen. Diesmal klappt alles ohne Probleme (nicht wie beim letzten Besuch) und wir können das Marie Wasserloch ansteuern. Die braune Hyäne des Vortags war natürlich nicht mehr anzutreffen, dafür aber eine kleine Gruppe Springböcke. Als uns ein freundlicher Fahrer aus SA jedoch darauf aufmerksam machte, dass er nicht weit entfernt am Hang Geparden gesichtet hatte, war klar, nichts wie hin. Ohne den Hinweis hätten wir die eleganten Jäger wahrscheinlich kaum entdeckt. Hoch oben am Hang beobachtete eine Gruppe von 5 Geparden das Geschehen im Tal. Um gute Fotos zu machen waren sie leider zu weit entfernt. Der Anblick der Tiere, welche uns von ihrem Hochsitz beobachtete, war spektakulär. Es stellte sich nur die Frage wer beobachtet wen.
namibia-2019-05-3109-04-03.jpg

namibia-2019-05-3109-06-25.jpg


Beschwingt nach dieser Sichtung ging es dann ein kurzes Stück entlang des Nossob Richtung Süden. Hinter einer der nächsten Kurven wartetet die nächste Überraschung. Zwei Geparden kreuzten unseren Weg, waren aber schnell in den angrenzenden Büschen verschwunden. Diese Sichtungen ließen uns das trübe Wetter nahezu vergessen, einzig die Temperatur welche den gesamten Tag 15 ºC nicht überschritt wollte nicht zum Wohlbefinden beitragen. Das erste Mal während unserer Namibia Reisen musste die Heizung im Auto herhalten.
namibia-2019-05-3111-23-01.jpg

Webervogel-Nest vor dicker Wolkendecke
namibia-2019-05-3112-18-16-2.jpg

Upper Dune Road, Regenwolken ziehen auf

Entlang der einzelnen Wasserlöcher ging es ohne „nennenswerte“ Sichtungen über die Upper Dune Road bis zum Kamqua Picknick Platz. Die aufziehenden Regenwolken verpassten der Kalahari eine düstere, beeindruckende Stimmung. Oryx Antilopen, Springböcke, Strauße und Schakale sorgten dafür, dass immer was zu beobachten war und wir nur langsam weiter kamen.
namibia-2019-05-3112-37-22.jpg

namibia-2019-05-3115-20-22.jpg


Kamqua Picnic Site
Als wir gegen 14:00 Uhr den Picknickplatz erreichten musste ich mich überwinden den warmen Wagen zu verlassen. Picknick im Winter mag zwar für Eisbären wie Lada verlockend sein, ich konnte dem jedoch nichts abgewinnen. Vorteilhaft war nur, dass die Getränke kühl blieben.
namibia-2019-05-3113-50-41.jpg

namibia-2019-05-3113-40-49.jpg


Als es bei der Weiterfahrt, auch noch zu regnen anfing, musste erstmalig unser Scheibenwischer seine Berechtigung unter Beweis stellen. Die Vegetation war dankbar für den kurzen Regenschauer und konnte wahrlich mehr vertragen.
namibia-2019-05-3113-19-19.jpg


Eine Giraffe am Straßenrand war das erste Anzeichen, dass wir kurz vor dem Kalahari Tented Camp waren, nur in dieser Gegend des KTP sind diese Tiere anzutreffen.
namibia-2019-05-3115-08-50.jpg


Giraffen im KTP
Zum Thema Giraffen im KTP habe ich folgenden Hinweis bei BWANA gefunden welchen ich hier gerne wiedergebe:
Giraffen befinden sich lediglich im Bereich Mata Mata – Urikaruus. Man hat im Park einmal ein Giraffenskelett gefunden und daraus geschlossen, dass die Giraffe hier einmal natürlich vorkam. Man hat dann in den 80er Jahren Angola – Giraffen (Giraffa camelopardalis angolensis ) aus Etosha in den Park translokiert. Das Problem ist, das dort eigentlich die Kap-Giraffen (Giraffa camelopardalis giraffa ) aus Südafrika hingehören. Zum damaligen Zeitpunkt war die Biologische Abteilung des Etosha Nationalpark allerdings die beste Afrikas und nur diese in der Lage so einen Tiertransport durchzuführen. Seitdem gibt es Gastarbeiter aus Etosha im KTFP.
Kalahari Tented Camp
Kurz vor dem Kalahari Tented Camp verlässt die Pad den Aoub River und erklimmt einen Hügel, auf welchem das Camp thront. Mit 15 Wohneinheiten ist das Camp das größte Wilderness Camp im KTP, inmitten des Giraffengebietes gelegen. Die Zelte am Rande des Hügels gelegen teilen sich den Blick auf das entfernte Wasserloch. Von unserem Zelt Nummer 5 war das Wasserloch jedoch nicht zu sehen, nur der Blick in das Tal war eingeschränkt durch die Bäume möglich. Tierfotos sind bedingt durch die große Entfernung kaum möglich, dies war aber kein Problem da sich auch keine Tiere blicken ließen.

Die Unterkünfte inkl. Stellplatz sind durch einen Zaun geschützt. Zusätzlich zum Zelt bestehend aus Schlafraum und Bad gibt es eine separate Hütte welche als Küche und Grillplatz genutzt werden kann. Die zugehörige Terrasse ist zwar hübsch gelegen, lag aber total im Schatten, was bei der Kälte nicht zum Relaxen einlud, im Sommer kann ich mir dies aber als schönes Plätzchen vorstellen.

namibia-2019-05-3115-51-52.jpg

Schlafzelt mit Badanbau
namibia-2019-05-3115-52-13.jpg

Küchen und Grillplatz

namibia-2019-05-3115-52-39.jpg

namibia-2019-05-3116-58-58.jpg

Blick vom Grillplatz ins Tal

Zusätzlich zu den Zelten gibt es noch einen hübschen, kleinen Pool mit Sonnendeck. Er bietet im Sommer wahrscheinlich eine willkommene und erfrischende Abkühlung, bei unserem Besuch war es selbst Lada zu kühl. Mehr wie einen Finger wollte auch sie nicht hineinstecken.
namibia-2019-05-3116-40-03.jpg

Pool des Kalahari Tended Camp
Pool des Kalahari Tended Camp

Die kalte Terrasse und ein verdeckter Blick ins Tal veranlassten uns die verbleibende Zeit bis Sonnenuntergang zu einer kurzen Pirschfahrt zu nutzen, leider aber ohne Erfolg. Einziger Vorteil dieser Aktion war eine funktionierende Heizung in unserem Hilux. Zurück im Camp entdeckten wir im Gipfel eines weit entfernten Baumes ein Adlernest, leider war auch mit dem Fernglas nur eine eingeschränkte Beobachtung möglich. Um unsere Stimmung aufzuhellen wurden dann die restlichen Vorräte geplündert und ein leckeres Mahl aus Springbockfilet mit einer Gemüsemischung aus Kartoffeln, Paprika, Zwiebel und reichlich Knoblauch gezaubert.
namibia-2019-05-3119-00-23.jpg

Besteck ist etwas groß ausgefallen
Von dem Geruch angelockt patrouillierten nach kürzester Zeit unsere Untermieter, einige Schakale vor der Terrasse in der Hoffnung etwas abzustauben.
namibia-2019-06-0108-09-35.jpg

Als der Grill seine Heizkraft verlor, ging es früh, gekleidet wie zu einer Skitour, in die Koje. Mein Kommentar dazu:
Im Kühlschrank wollte ich eigentlich nicht schlafen.

Teil 2815. Sept. 2021

Lapa Lange Lodge, Abschied vom Kgalagadi Transfrontier Park

Unsere letzte Station auf unserer Namibia Rundreise, die Lapa Lange Game Lodge steht heute auf unserem Programm. Es heißt, Abschied nehmen vom Kgalagadi Transfrontier Park. Nach den Selbstversorger Unterkünften im KTP wollten wir zum Abschluss unserer Reise noch zwei Tage in einer schönen und komfortablen Lodge abhängen. Die morgendliche Temperatur von 5 ºC machte uns den Abschied leicht. Das Aufstehen kostete allerdings einiges an Überwindung, schnell aus dem warmen Bett und rasch in die leider noch kühlen Klamotten. Es stellte sich uns nur die Frage wie es hier im namibischen Winter aussieht. Temperaturen bis zu minus 15 grd sollen dann möglich sein!
Eingehüllt in eine Decke mit einem heißen Kaffee in der Hand suchen wir die Sonne, welche aber nur eine kleine Ecke unserer Terrasse bescheint. Ein schnelles Frühstück, ein letzter Blick auf das Flussbett und schon ging es nochmals auf einen Abstecher zum Craig Lockhart Waterhole. Leider war uns auch an diesem Morgen das Sichtungsglück nicht gut gesonnen, deshalb ging es zurück nach Mata Mata. Tanken, Reifen aufpumpen und Grenzkontrolle ging dort schnell vonstatten, da wir das einzige Auto am Grenzübergang waren.

Entlang des Olifants River zur Lapa Lange Lodge

Für die Fahrt zu Lodge folgten wir zuerst der C15 entlang des Auob River, um dann auf die D1033 entlang des Olifants River zu wechseln. Diese Strecke ist landschaftlich sehr reizvoll und ist der Strecke über die C15 vorzuziehen.
namibia-2019-06-0108-00-00.jpg

Tour-Map von Mata-Mata zur Lapa Lange Lodge
Details der Tourkarte findest Du hier….

namibia-2019-06-0113-55-12.jpg

Kalahari Impression

Rote Kalahari Dünnen durchsetzt mit grünen Bäumen und fast keinerlei Verkehr. Immer wieder poppen herrliche Fotomotive auf, der Kontrast ist überwältigend. Entlang der Pad liegen viele gepflegte Farmen mit prächtigen Anwesen. Erdhörnchen und Klippschliefer huschen über den Weg und vervollständigen das Gesamtbild.

Lapa Lange Lodge
Nach 280 km, bei herrlichem Sonnenschein, erreichen wir am frühen Nachmittag die Lapa Lange Lodge wo wir herzlichst empfangen werden. Die Temperatur hatte auch ein Einsehen und war auf 24 grd emporgeklettert. Unser Waterhole Chalets C5 mit je zwei Schlafzimmern und Bädern sowie einem großen Wohnzimmer war für uns Zwei eindeutig überdimensioniert, wir hatten dieses Chalet aber wegen seiner direkten Lage am Wasserloch gewählt. Viele Accessoires schafften sofort eine heimelige Atmosphäre, ein Platz mit Wohlfühlcharakter. Drei dieser Chalets und zwei noch größere Villen erlauben von den Terrassen den direkten Blick auf das angrenzende Wasser.

namibia-2019-06-0116-47-29.jpg

Blick auf die Waterhole Chalets
namibia-2019-06-0116-49-16.jpg

Pool und Wasserloch der Lapa Lange Lodge
namibia-2019-06-0209-26-45.jpg

Blick auf das Hauptgebäude der Lapa Lange Lodge
namibia-2019-06-0118-13-42.jpg

Speisesaal der Lapa Lange Lodge

Die gesamte Anlage ist eine grüne Oase, sie ist äußerst großzügig angelegt und kann bis zu 68 Gäste beherbergen. Ein Pool, Konferenzraum und großer Speisesaal in der Lapa sowie die Zimmeranzahl sind eindeutiges Indiz, dass die Anlage für große Reisegruppen konzipiert ist.

Nachdem wir es uns auf der Terrasse gemütlich gemacht hatten, konnten wir uns sofort von den Vorzügen der Waterhole Chalets überzeugen. Am Wasser herrschte ein kommen und gehen immer neuer Tiere. Wir waren bereits nach kurzer Zeit von der Vielzahl der Tierarten überwältigt.

namibia-2019-06-0114-28-15.jpg

Terrasse des Waterhole Chalet
namibia-2019-06-0117-02-41.jpg

namibia-2019-06-0115-24-15.jpg

Elipsen Wasserböcke
namibia-2019-06-0116-11-57.jpg


Gruppenreisen auf Lapa Lange
Gegen 17:00 änderte sich das Gesamtbild, ein Reisebus mit rund 50 Franzosen lud seine Ladung ab. Alle wuselten durch die Anlage auf der Suche ihrer Zimmer und um noch schnell ein Selfie zu erstellen. Der Spuk war allerdings schnell vorbei, da die Gruppe auf Safari-Fahrzeuge verteilt zu einem Game-Drive aufbrach. Ups, da waren wir aber froh, dass wir uns nicht zu einem solchen Game-Drive animieren ließen. Die Fahrzeuge waren prop­pen­voll und die Anlage wieder wie verlassen. Den Tieren am Wasserloch wurde keine Aufmerksamkeit gewidmet, das Tourprogramm ließ keine Zeit für solche Aktivitäten!

Uns und drei anderen Familien war es nur recht, so hatten wir die Anlage wieder für uns alleine. Der Fairness halber muss ich jedoch sagen, für Gruppenreisende mit nur 2 bis 3 Wochen Zeit, um Namibia zu bereisen ist dies sicherlich keine schlechte Lösung. Das Management Konzept der Anlage ist eindeutig auf solche Gruppen ausgerichtet und sicherlich auch angewiesen.

Das Abendessen in der sehr schönen Lapa war vorzüglich, ein reichhaltiges Buffet mit allerlei Köstlichkeiten in guter Qualität war beeindruckend. Angenehm war auch, das die Reisegruppe etwas abseits an einem langen Tisch platziert war und auch erst recht spät von ihrem Game-Drive zurückkam, d.h. das Buffet wurde nicht gleich von der Masse vereinnahmt.
namibia-2019-06-0115-55-12.jpg


Die angenehme Hintergrundmusik während des Dinners währt jedoch nur bis zum Ende der Mahlzeit, danach schaltete die Managerin auf ein Unterhaltungsprogramm mit Ballermann Charakter um. Der Schallpegel ging hoch und angeregt durch das Personal entwickelte sich alles in Richtung Disco. Als dann auch noch eine Polonäse durch die Lapa losging wurde es mir jedoch zu viel. Disco in einer Lodge war eine neue Erfahrung und entsprach nicht meiner Vorstellung eines Namibia-Urlaubs. Als Lada dann noch von der Musik animiert die Tanzfläche besuchte, war es endgültig zu viel für mich und ich flüchtete aus der Lapa. Die Franzosen und auch Lada hatten jedoch ihren Spaß an der Ballermann-Atmosphäre.

Zurück am Wasserloch durfte ich mich dafür an zwei Nashörnern erfreuen, welche sich trotz der Musikbeschallung in aller Ruhe am Wasserloch vergnügten. Als Lada kurz danach auch die Nasse voll hatte und sich zu mir gesellte waren wir froh über unsere Terrasse und konnten dort bei „einem Gläschen“ Wein die Tiere und den Sternenhimmel genießen.

Der nächste Morgen war erfreulich, die Reisegruppe war bereits in aller Frühe aufgebrochen und in der Lodge kehrte wieder Ruhe ein.
Resümee: Wer diese Lodge bucht, muss mit Großveranstaltungen wie Hochzeiten, Tagungen und Reisegruppen rechnen.

Tierwelt auf Lapa Lange
Am folgenden Tag ging alles beschaulich und ruhig zu und von einer weiteren Reisegruppe blieben wir verschont. Ein sonniger Tag nur für uns, dies war exakt unsere Vorstellung zum Abschluss unsere Rundreise. Das Wasserloch sorgt zusätzlich immer wieder für Überraschungen, eine solche Vielzahl von unterschiedlichen Tieren hatten wir nicht erwartet.
namibia-2019-06-0217-45-34.jpg

Elenantilope
namibia-2019-06-0217-17-41.jpg

Hochbetrieb am Wasserloch
namibia-2019-06-0310-29-21.jpg

Strauße
namibia-2019-06-0215-23-42.jpg

Kammblesshuhn
namibia-2019-06-0217-40-58.jpg

Giraffe
namibia-2019-06-0216-50-14.jpg

Breitmaulnashorn
namibia-2019-06-0213-16-36.jpg

Weißer Blessbock
namibia-2019-06-0117-24-20.jpg

Gnuherde am Wasserloch
namibia-2019-06-0217-17-25.jpg

Rote Kuhantilope

Der Pool war zwar schon sehr kalt und wurde am Abend dann zum Abschluss der Sommersaison abgelassen. Lada war der letzte Gast, welcher noch ein Bad, im eiskalten Wasser nahm. Die Managerin konnte es kaum glauben, das bei dieser Temperatur noch jemand den Pool nutzte, sie kannte meine Eisbärin halt nicht!

Cheetah Encounter -Geparden-Besuch
High Light unseres Aufenthalts auf der Lodge war der Besuch bei den Geparden. Auf dem Farmgelände werden in zwei Freigehegen 5 Geparden gehalten. Zwei der Großkatzen sind eindeutig Wildtiere, welche wahrscheinlich auf anderen Farmen gefangen wurden und in einem extra Gehege gehalten werden. Drei zahme Geparden können aus nächster Nähe besichtigt werden. Der Zugang zu den Gehegen ist nur in Begleitung eines Führers erlaubt. Von ihm erfuhren wir, dass die drei zahmen Geparden als Kleintiere auf die Farm kamen, da das Muttertier auf einer anderen Farm erschossen wurde. Die drei wurden dann mit der Flasche groß gezogen und streunten anfänglich sogar durch das gesamte Lodge Gelände. Ausgewachsen suchen zwei der Tiere immer noch die Nähe des Pflegers und können in seinem dabei sein sogar gestreichelt werden. Mit gemischten Gefühlen ging es mit dem Führer ins Gehege und die Zwei kamen auch sofort um den Pfleger und uns zu begrüßen. Der Dritte im Bunde blieb in einiger Entfernung und beobachtete das Geschehen. Nach anfänglicher Scheu von uns, nicht von den Geparden, wagten wir es dann die Tiere zu streicheln. Von der Reaktion waren wir leicht überrascht, die Großkatzen verhielten sich wie Haustiger zu Hause, sie schnurrten und schmusten mit uns. Diese Nähe und das Verhalten waren beachtlich, so nah und intensiv hätten wir uns das Erlebnis nicht vorgestellt.
namibia-2019-06-0210-26-03-2.jpg

namibia-2019-06-0210-19-23.jpg

namibia-2019-06-0210-15-36-2.jpg


Kritiker werden jetzt wahrscheinlich den Kopf schütteln und den Begriff Streichelzoo verwenden, man muss aber bedenken, das der Lebensraum dieser Tiere in Namibia durch die vielen Zäune sehr gegrenzt ist und auf Farmen mit Tierhaltung diese Jäger keinen Platz finden und bejagt werden.

Farmrundgang Lapa Lange
Den Nachmittag nutzen wir zu einem kleinen Farmrundgang, gerne hätten wir eine größere Runde gedreht, mussten aber feststellen, dass der überwiegende Teil der Anlage nur als geführte Tour besichtigt werden kann. Einen solchen Game-Drive kann man sich jedoch sparen, man muss nur Geduld haben. Alle Tiere kommen früher oder später ans Wasserloch, wo sie aus kurzer Distanz beobachtet werden können. Schön anzusehen ist ein größerer Kakteen-Garten mit prächtigen Exemplaren, welche teilweise auch ihre Blüten entfaltet hatten.
namibia-2019-06-0213-33-00.jpg

namibia-2019-06-0213-33-45.jpg

namibia-2019-06-0213-37-23.jpg


Hinweise
  • In unmittelbarer Nähe der Lodge führt M29, entlang welche zwar kaum befahren ist, wenn jedoch ein LKW dort entlang brettert, hat man den Eindruck ein Güterzug sei unterwegs.
  • Für eine Lodge in dieser Preislage war das Wi-Fi Netz sehr lahm, zusätzlich mussten wir uns für jeden Tag einen neuen Zugangscode besorgen.
  • Der Blick aufs Wasserloch ist von den Waterhole Chalets gut, jedoch durch einen zu hohen Sichtschutz behindert. Einen guten Blick hat man nur im Stand.
  • Die Terrasse vor der Lapa ist groß, im Gebäude ist jedoch nur ein kleiner Aufenthaltsraum verfügbar. Dies ist im Sommer sicherlich kein Problem, im Winter jedoch ein Manko.
  • Insgesamt hat es uns sehr gut gefallen, die Anlage und die Zimmer waren gepflegt und geschmackvoll eingerichtet. Das Essen und der Service waren vorzüglich. Der Speisesaal war toll möbliert, eine der besten Lapas welche wir kennengelernt haben. Die Tierwelt war gigantisch, jedoch auch mit Tieren aus anderen Regionen bestückt. Einziges Manko ist das Reisegruppenerlebnis, ich denke aber damit kann man leben.

Teil 2922. Sept. 2021

Abschied von Namibia, das Afrika Fieber hat uns gepackt

Abschied von Namibia steht heute auf dem Programm, leider geht es nun auf die letzte Etappe unserer Namibia-Rundreise. Bereits am Vortag hatten wir unseren Hilux ausgeräumt. Es ist unglaublich was sich so alles wiederfindet. Rückbank hochklappen, unter den Sitzen suchen, alle Ecken und Lücken überprüfen, der Wagen hatte einiges zu bieten. Etwas Bares kam dabei auch noch zum Vorschein, es war ja für alle Fälle gut versteckt.

Nach einem letzten vorzüglichen Frühstück auf Lapa Lange galt es nun alles in die Reisetaschen zu verstauen. Ich hatte zwar angefragt, ob ein späterer Check-out um 12:00 Uhr möglich ist, leider wurde dem Wunsch nicht entsprochen und wir mussten bis 10:00 Uhr unseren Bungalow räumen. Die Reisetaschen waren schnell gepackt, wir konnten danach aber nicht mehr die Terrasse unseres Bungalows nutzen und mussten uns vor der Lapa die Zeit tot schlagen. Dies war zwar kein Beinbruch, aber bei nur drei belegten Bungalows nicht unbedingt kundenfreundlich.
namibia-2019-06-0311-12-23.jpg

Abschied von Lapa Lange

Da wir reichlich Zeit bis zum Abflug um 21:35 hatten versuchte ich zuerst per Internet Sitzplätze zu reservieren, das System wollte aber partout nicht reagieren. Telefonisch konnten wir auch keinen Kontakt mit Air-Namibia aufzunehmen, da wollte keiner abnehmen. Auch die freundliche Dame an der Rezeption konnte nicht weiter helfen. Ob unser Flug überhaupt geht und wenn zu welcher Zeit, solche Fragen gehen einem dann natürlich durch den Kopf.

Noch ein kleiner Spaziergang durch die Anlage und ein letzter Blick zu den Geparden und schon rückte die Uhr Richtung 12:00 Uhr vor.
namibia-2019-06-0210-23-58.jpg

Zu spät wollten wir auch nicht starten, es lagen ja noch 355 km bis zur Mietwagenfirma vor uns und bei unserem Pech mit den Reifen musste selbst ein vierter Wechsel eingeplant werden.

Nach 4,5 Stunden erreichten wir ohne Panne, auf gut ausgebauten Straßen, unsere Mietwagenfirma African Tracks. Die Übernahme ging flott, ohne jegliche Beanstandung über die Bühne und ehe wir uns versahen, saßen wir schon im Transferfahrzeug zum Flughafen. Wehmütig ging der Blick in die Ferne, Namibia sagte ade.
namibia-2019-06-0317-09-17.jpg

Abschied von Namibia

Flug von Windhoek nach Frankfurt, Abschied von Namibia
Viel zu früh waren wir letztendlich am Flughafen. Der Air Namibia Schalter war noch geschlossen und eine Gepäckaufgabe nicht möglich. Erfreulicherweise war aber ein Mitarbeiter bereit uns die Sitzplätze zu reservieren. Um 18:30 Uhr wurde dann der Schalter, 3 Stunden vor Abflug, geöffnet und wir konnten endlich unser Gepäck loswerden. Noch ein gemütliches Essen im Flughafenrestaurant, Erinnerungen austauschen und schon ging es planmäßig in die Maschine, welche nur zu rund 50 % gefüllt war. Lada nutzte dies sofort und konnte eine komplette Mittelreihe ergattern. Platz hatten wir so ausreichend, aber selbst unter Zuhilfenahme von Schlaftabletten war an einen echten Schlaf nicht zu denken. Ich bewundere immer die Reisenden, welche kaum in der Maschine tief und fest schlafen.

Planmäßig landete unsere Maschine in Frankfurt, von wo aus wir einen Intercity Sitzplatz nach Stuttgart reserviert hatten. Zeit bis zur Abfahrt war reichlich vorhanden, sodass wir in einer Bäckerei noch ein leckeres belegtes Brötchen genossen. Dies war nach dem miserablen Essen von Air Namibia ein echtes High Light. Rechtzeitig zur geplanten Abfahrtzeit standen wir am Bahnsteig und oh Wunder, der Zug fährt pünktlich ein!

Panik im Zug
Den Sitzplatz hatten wir rasch ausfindig gemacht, das Gepäck verstaut, aber oh Schreck der Zug läuft in Frankfurt Hauptbahnhof ein und die zusätzlich Durchsage „nächster Halt Hanau“ löste bei uns Panik aus, wir saßen im falschen Zug. Da auch schon die ersten Reisenden in den Zug drängelten und wir gegen den Strom der Fahrgäste ankämpfen mussten, entstand ein heilloses Durcheinander. Gerade noch rechtzeitig konnte ich mit einer unserer Taschen die Tür blockieren und die Abfahrt verhindern. Die Zugbegleiter waren zwar nicht erfreut, wir hatten es aber geschafft nicht weiter in die falsche Richtung zu fahren.

Da standen wir Zwei ganz schön bedeppert auf dem Bahnsteig. Die einzige Erklärung für das Dilemma war: Namibia wollte uns nicht loslassen und die DB hatte uns zur Unterstützung mal wieder einen Streich gespielt. Der Zug fuhr zwar planmäßig ab, es war aber nicht unserer. Zur Entschuldigung der Bahn müssen wir aber eingestehen, dass wir noch im entschleunigten Namibia Modus waren und Durchsagen in diesem Modus nicht vorkommen.

Ein freundlicher DB-Angestellter hatte Verständnis für unser Dilemma und aktivierte unsere Tickets für den nächsten Zug. Die restliche Heimreise verlief dann zwar verzögert aber ohne Probleme.

Resümee unserer Namibia-Rundreise zwischen Etosha, Fish River und KTP
Unsere Rundreise von Windhoek zum Etosha und von dort über die Namib bis in den äußersten Süden von Namibia zum Fish River, mit einem Abstecher in den KTP war gigantisch. Unmengen unterschiedlichster Tiere, teilweise hautnah, durften wir entdecken. Landschaften wie die Namib, Kalahari und der Fish River begeisterten uns mit ihrer Weite, Einsamkeit und gestalterischen Vielfalt. Wir erlebten Namibia mit all seinen Facetten. Als Selbstfahrer konnten wir stoppen, wo wir ein besonderes Highlight entdeckten und dabei genügend Zeit zum Entspannen und Genießen finden.

Die grenzenlose Weite Afrikas, die unglaubliche Vielfalt der Tierwelt und Farbenpracht der Landschaft verleiteten zum Träumen. Die Sonnenuntergänge in ihrem gigantischen Feuerspektakel, das Firmament mit seinen Abermillionen von Sternen, werden uns in Erinnerung bleiben.

Das Afrika Fieber hat uns gepackt, wir planen schon wieder.

Ich hoffe, mein Bericht hat in der Coronazeit etwas Namibia-Feeling ins heimische Wohnzimmer gebracht und verabschiede mich von allen, welche auf den Beifahrersitzen Platz genommen hatten.

VG Klaus (elotse)

Namibia Rundreise zwischen Etosha, Fish River, KTP von elotse

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/300284-namibia-rundreise-zwischen-etosha-fish-river-ktp

Stand: letzter Berichtsteil vom 22. Sept. 2021

Die Rechte am Text und an den Bildern liegen beim Autor. Ausdruck für den eigenen Gebrauch.