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Reisebericht · namibia-forum.ch

Namibia 2020 - Nach Hause Dank Rückholprogramm

von Markandi · März – Apr. 2020 · 29 Tage · Selbstfahrer · 27 Teile

Über diesen Reisebericht

Wir sind im März 2020 zu zweit mit Mietwagen und Dachzelt in Namibia unterwegs, vom Erongo-Gebirge über Swakopmund in den Süden bis Aus und Bagatelle. Der Anfang der Reise verläuft wie in früheren Jahren: mit schönen Campingerlebnissen und unserer Ankunft für einen Zwischenstopp in Swakopmund. Mitte März überschlagen sich die Nachrichten zur Corona-Pandemie, und aus der geplanten Weiterfahrt wird ein tägliches Verfolgen von Flugplänen und Grenzmeldungen.

Erst werden die Direktflüge zwischen Namibia und Deutschland eingestellt, dann auch die Flüge der SAA über Südafrika, und schließlich blockiert ein Lockdown in Südafrika selbst den Transit. Jede neu gebuchte Verbindung löst sich wieder auf, bevor wir sie antreten können. Wir streichen einzelne geplante Stationen, meiden Orte ohne Netzempfang und ziehen die Rückkehr nach Windhoek vor, wo wir rund eine Woche länger bleiben müssen als geplant.

Von dort registrieren wir uns bei mehreren Stellen für das Rückholprogramm des Auswärtigen Amtes, geben Formulare persönlich bei der Botschaft ab und warten auf einen freien Platz. Erst in letzter Minute erhalten wir die Zusage für einen Rückholflug nach München, am nächsten Tag sind wir per Bahn zu Hause.

Teil 118. Okt. 2020

Liebe FoMis,
mit Reiseberichten bin ich bislang eher zurückhaltend und entschuldige meine Bequemlichkeit gerne damit, dass die meisten Plätze und Strecken schon mehrfach unterhaltsam beschrieben und fantastisch bebildert wurden. In diesem Jahr ist unsere Namibia Reise allerdings ganz anders verlaufen als in den vergangenen 25 Jahren. Deshalb habe ich mich nun - mit etwas Abstand - entschieden, einem Bericht einzustellen. Wir sind während unserer Reise mitten in den „Corona-Strudel“ hineingeraten und hatten zudem noch ein paar gesundheitliche Probleme. Zurück kamen wir mit dem Rückholprogramm des Auswärtigen Amtes. Das alles war eine sehr spezielle Erfahrung, die ich mit euch teilen möchte.

Aufgrund der oben beschriebenen Umstände geht in meinem Bericht also nicht nur um die tollen Strecken, Campsites und Reiseerlebnisse. Ein großes Thema ist, wie wir die sich rasend zuspitzende Corona Situation erlebt und welche Gedanken uns umgetrieben haben. Und natürlich geht es auch um unsere damit verbundenen persönlichen Empfindungen und Befindlichkeiten. Ich werde also ein wenig „jammern“ oder zumindest unsere Unsicherheiten und Probleme beschreiben. Ich denke, anhand meiner Notizen, WhatsApp Messages und insbesondere der versendeten Sprachnachrichten, kann ich diese verwirrende Zeit auch jetzt noch ziemlich authentisch wiedergeben.

Unsere Reiseplanung
Da Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist, hatte ich mir fest vorgenommen dieses Gefühl in den tristen Monaten Januar und Februar gänzlich auszukosten. Ja, ich wollte regelrecht „in Vorfreude baden“, Berichte im Forum zu lesen, stressfrei alle Vorbereitungen treffen… Soweit der Plan! Durch einen Krankheitsfall in der Familie wurde dieses schöne Vorhaben bereits Mitte Januar ad hoc ausgebremst.

Bis zu unserer Abreise am 5. März war ich quasi unter „Hochspannung“ und konnte die notwendigen Vorbereitungen – wie so oft – einfach nur schnell nebenbei erledigen. Dazu gehört zum Beispiel das Packen der Tasche mit Utensilien, die uns das Campingleben vor Ort angenehmer machen. Trotz einer gewissen Routine erfordert das jedes Jahr aufs Neue einige Überlegung und Zeit.
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Aber schließlich ist die Campingtasche gepackt und hat sogar noch etwas Luft!
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Über die Tour Namibia 2020 hatte ich mir zum Glück schon an den Weihnachtstagen Gedanken gemacht. Nach 5 Jahren mit spannenden Nordtouren sollte es mal wieder in den Süden gehen. Allerdings hatte ich selbst Bedenken, dass mir die geliebten wilden Touren im Norden fehlen könnten. Aber in nur 3 Wochen kann man eben nicht alles haben… Zumindest zu dieser Einsicht muss man mit Mitte 50 ja mal kommen – auch wenn’s schwer fällt! Also sollte es dieses Mal eben keine „Adventure Tour“, sondern eine „Tour der schönen Plätze“ werden, grob eingeteilt in:

- Gemütliches Eintrudeln im Erongo
- Ausgiebiges Relaxen in Swakopmund (ausgiebig auf ausdrücklichen Wunsch meines Mannes)
- Kleine Südtour

Damit wir die gewünschten schönen Plätze auch wirklich bekommen, habe ich einige Stationen vorgebucht, was meinem Wunsch nach Spontanität eigentlich ziemlich widerspricht. Allerdings kann ich jetzt schon vorwegnehmen, dass manchmal einfach alles so kommt, wie es kommen muss. Eine abenteuerliche Damaraland-Kaokoveld-Tour hätte uns aus gesundheitlichen Gründen und wegen der Corona-Auswirkungen sicherlich vor zusätzliche Herausforderungen gestellt…

Hier vorab ein Überblick unsere Übernachtungsstationen:
- Windhoek, Berghaus B&B
- Ameib Campsite
- Etusis Campsite
- Spitzkoppe Campsite
- Omandumba Cave Campsite
- Omakutu Black Rock Camsite (2 Nächte vorgebucht)
- Swakopmund Luxury Suites (4 Nächte vorgebucht + Zusatznacht)
- Soussous on Foot Campsite
- Namib Rand Family Hideout Jupiter Campsite (2 Nächte vorgebucht)
- Klein Aus Vista Eagles Nest Chalet (2 Nächte vorgebucht)
- Keetmaanshoop Garras Quiver Tree Campsite
- Bagatelle Campsite
- Windhoek, Berghaus B&B (1 Nacht vorgebucht + 6 Nächte „umständehalber“)

Teil 219. Okt. 2020

Donnerstag - 5. März 2020 – Endlich geht es schon wieder los
Kennt ihr das Gefühl „Endlich geht es schon wieder los“? Mich überfällt da fast jedes Mal, wenn es in den Urlaub und insbesondere nach Namibia geht. Erst scheint alles so weit weg und am Ende rennt die Zeit und plötzlich ist der Urlaub da. Dieses Mal habe ich das aufgrund der oben beschriebenen Umstände noch intensiver empfunden. Noch am Vormittag der Abreise mache ich einen Krankenbesuch, regele die letzten organisatorischen Dinge für die Dauer unserer Abwesenheit und habe dann grade noch Zeit für den obligatorischen „Double-Check“ unserer wichtigen Dokumente.

Der Bahnhof ist nur wenige Minuten von unserem zu Hause entfernt, aber als mein Vater uns dort absetzt, haben wir tatsächlich nicht mehr viel Spielraum auf dem Weg zum richtigen Gleis. Für einem Schnappschuss unseres Gepäcks hat es dann aber doch noch gereicht.
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In der Regionalbahn öffnen wir unseren ersten Piccolo und so langsam fällt ein Teil der Anspannung ab.
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Allerdings macht sich ein anderes etwas mulmiges Gefühl breit. Seit ein paar Wochen wabert das Thema „Corona“ durch die Presse und ein paar Tage nach dem Karnevalswochenende ist das ca. 250 Kilometer entfernte Heinsberg zum Hotspot dieser merkwürdigen Krankheit geworden. Noch schenken wir dem aber nicht allzu viel Interesse. Allerdings benutzen wir während der Bahnfahrt deutlich mehr feuchte Reinigungstücher als sonst und hoffen, dass sich Corona verflüchtigt hat, wenn wir in gut 3 Wochen nach Hause zurückkehren…

Aktuell bin ich einfach urlaubsreif! SEHR urlaubsreif! Nach einem weiteren Prosecco im ICE von Kassel nach Frankfurt können wir aber langsam wirklich entspannen und die Vorfreude breitet sich wohlig aus. In Frankfurt checken wir bereits auf dem Weg vom Bahnhof zum Terminal bequem bei Lufthansa ein. In diesem Jahr sind wir Air Namibia nämlich erstmals untreu geworden, weil unser bevorzugter Rückflugtermin bereits ausgebucht war. Wir sind jetzt gespannt, wie die Lufthansa im Vergleich zu Air Namibia abschneidet.

Als wir unsere Plätze in der Lufthansa Maschine einnehmen sind wir begeistert: Platz satt!!! Wir haben, soweit wir wissen, über Iwanowski ganz normal Economy Class gebucht. Unsere vom Reisebüro reservierten Sitze haben aber extrem viel Beinfreiheit – vermutlich Economy Plus Standard. Bereits eine Reihe hinter uns beginnt die „Heringsbüchse“. Dort erscheinen uns die Abstände zwischen den Reihen extrem eng – noch enger als bei Air Namibia. Das Entertainment System harkt zunächst, so dass sich direkt Air Namibia Feeling einstellt 😉 . Nach mehrmaligem Reboot steht dann aber doch eine sehr gute Musik- und Filmauswahl zur Verfügung. Das Essen während des Fluges ist nicht überzeugend, aber zum Glück haben wir schon wunderbar im günstigen Asia Imbiss am Frankfurter Flughafen gegessen. Der Bar Service ist im Gegensatz zu Air Namibia leider kostenpflichtig. Für 2x Gin Tonic zahlen wir 16€. Für eine Airline, die preislich nicht in der Ryanair-Liga spielt, finden wir die Zusatzkosten für diverse Kleinigkeiten befremdlich! Aber ohne Gin Tonic kann der Urlaub nicht anständig starten. Also: Cheers und auf Namibia 2020!

Unsere Sitze sind jedenfalls wirklich genial. Wir können die Lehnen so weit zurückstellen, dass wir fast waagerecht liegen und somit auch auf der Seite schlafen können. Wow!!!

Teil 319. Okt. 2020

Freitag - 6. März 2020 – Erster Tag, erstes Problem
Da Flug verläuft ruhig und als wir über Namibia fliegen, werden unsere müden Augen wie jedes Mal tellergroß. Schließlich müssen wir schauen, ob ich Wasser in den diversen kleinen Dämmen sehen und ob das Land vielleicht grün schimmert. Da die Lufthansa ein wenig später landet als Air Namibia, können wir auch das wunderschöne Morgenlicht genießen.
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Beim Landeanflug klimpere ich wie immer ein paar Glückstränchen weg und dann geht es auch schon zügig los Richtung Flughafengebäude. Wegen Corona gibt es gleich am Eingang einen Temperaturscan und es muss ein extra Kärtchen mit den persönlichen Daten ausgefüllt werden. Wir sind bei den Ersten an den Immigration Schaltern, die ja erfreulicher Weise durch eine zweite Reihe aufgestockt wurden und sogar alle besetzt sind. Das Kapitel „Immigration“ ist also recht schnell erledigt und auch unser Gepäck kommt schon bald. Sehr gut! 😁

Dann stellen wir leider fest, dass der Fahrer von Savanna noch auf einige andere Leute warten muss. Auch nicht schlimm! So kann ich in Ruhe Geld am ATM ziehen und mein Smartphone von den hilfsbereiten MTC Mitarbeitern mit einer lokalen SIM Karte bestücken und ein AWEH Gig Bundle einrichten lassen. Mein Mann arbeitet inzwischen draußen intensiv daran, seinen Nikotinspiegel wieder auf den gewohnten Level zu bringen.

Als die Halle fast leer ist, trudeln die letzten Savanna Kunden ein und es geht endlich in Richtung Stadt. Im Savanna Office begrüßt uns die nette Valerie mit einem fröhlichen: „Na, seid ihr auch schon wieder da!“ und schickt uns gleich weiter zur Wagenübernahme. Wie immer lassen wir uns alle Details erklären, obwohl wir manchmal das Gefühl haben, dass wir die Einweisungen schon selbst machen könnten. Aber da sich Ausstattungsdetails von Jahr zu Jahr etwas ändern, investieren wir die Zeit für die Einweisung gerne. Zufrieden stellen wir fest, dass unser Wunsch nach einer Markise erfüllt wurde. Zudem haben wir, wie angefragt, 2 separate Gasflaschen zum Kochen bekommen und nicht den 2 Platten Herd, der beim Küchenfach eingehängt wird. Alles perfekt! 😁

Das Auto kommt uns ansonsten recht bekannt vor und tatsächlich hatten wir genau diesen Wagen bereits vor 2 Jahren. Dieses Mal hat er aber nagelneue Reifen, was wir natürlich hocherfreut zur Kenntnis nehmen.

Nachdem auch der Papierkram mit Valerie erledigt ist, fahren wir schnell zum Berghaus B&B. Zum Glück können wir unser Gepäck schon im Zimmer abstellen und es geht mit weiter zum Merua SPAR - natürlich mit dem dafür optimierten Einkaufszettel. Bevor wir uns ins Shoppinggetümmel stürzen, stärken wir uns aber erstmal im Spar Bistro. Die Brötchen und der Cappuccino sind wie gewohnt baie lekker und der Service sehr freundlich.
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Dann schnappen wir uns zwei Einkaufswagen und ziehen los. Dieses Mal brauchen wir eigentlich nicht so große Vorräte, da wir bereits nach 5 Campingübernachtungen in Swakopmund sein werden. Aber natürlich muss trotzdem fast jeder Gang abgelaufen werden! Wie immer verlieren wir uns dabei mehrfach aus den Augen und - ebenfalls wie immer - ist daran natürlich der bzw. die andere Schuld. Schließlich ist aber auch diese Etappe geschafft und es geht weiter mit dem etwas einfacheren Einkauf im Toops Bottlestore.

Zurück im Berghaus sind wir trotz des guten Schlafs im Flieger total k.o. Jeder von uns bekämpft die Müdigkeit auf seine Art – mein Mann mit entspanntem Ausruhen, ich mit angespanntem Aus-, Um- und Einpacken.
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Schließlich bin ich mit dem vorläufigen Ergebnis ganz zufrieden.
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Nach einem Restaurantbesuch steht uns am Abend nicht mehr der Sinn und so holen wir uns eine Pizza von Plan B. und genießen wir einfach die laue Luft und den schönen Abendhimmel über Windhoek.
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Als ich grade erstmals halbwegs „gechillt“ fühle und freudig in ein leckeres Pizzastück beiße, macht es unschön „knacks“! Ich stelle fest, dass meine nagelneue Backenzahnkrone durch- und teilweise abgebrochen ist. Na toll! Jetzt ist Wochenende und ich kann den (zum Glück toten) Rest-Zahn in Windhoek nicht schleifen lassen. Die nächsten Tage werden also eine Herausforderung für meine arme Zunge, die beim Sprechen, Kauen und Schlucken von den scharfkantigen Zacken angeritzt wird, bis sie sich irgendwann eine Hornhaut zugelegt hat. Diese Unannehmlichkeit soll nicht die einzige Schwierigkeit unserer Reise bleiben…. 🙁

Teil 420. Okt. 2020

Samstag - 7. März 2020 – Tourstart Richtung Ameib
Nach einem schönen Frühstück fahren wir nochmal schnell zum SPAR, um Fleisch zu kaufen – insbesondere frisches Hack für die heutigen Burger. Und dann geht es endlich los. Mit Freude haben wir vernommen, dass die Ameib Ranch wieder geöffnet hat. Die Campsite bzw. die sanitären Einrichtungen sind zwar etwas „ölsch“, aber sehr gepflegt. Wir finden einen guten Platz mit viel Schatten.
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Trotz der durchgeschlafenen Nacht sind wir schon wieder ziemlich k.o. und schleppen uns durch die Hitze. Die Akklimatisierungsphase wird offensichtlich mit zunehmenden Alter länger…Trotzdem mache ich noch einen kleinen Spaziergang auf dem Lodge Gelände und amüsiere mich – ein wenig pubertär - über die Form der dortigen Webervogelnester 😄 😄 😄
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Die leckeren Burger beleben schließlich unsere Lebensgeister und wir sitzen noch lange draußen, bewundern den schönen (fast vollen) Mond und ich handle mir die ersten Mückenstiche ein…
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Teil 521. Okt. 2020

Sonntag - 8. März 2020 – Kleine „Irrfahrt“ mit glücklichem Ausklang auf Etusis
Der erste Campingmorgen 🙂. Da mein Mann ein ausgemachter Langschläfer ist, genieße ich mein Morgenritual. Zunächst aufgeräumt - sofern erforderlich. Anschließend gibt es einen Kaffee und ich vertreibe mir die Zeit mit Notizen, Lesen und Herumschauen. Schließlich bereite ich das Frühstück und säusele meinem Morgenmuffel ins Ohr, dass er sich nun an den reich gedeckten Tisch setzen darf. Auch bei diesem ersten Campingfrühstück, auf das ich mich so gefreut habe, laufen wir noch etwas unrund. Unsere Akklimatisierungsphase ist definitiv noch nicht abgeschlossen…

Da wir für unsere Verhältnisse relativ früh dran sind, brechen wir zu einem Spaziergang ins Giants Valley auf, das wir noch nicht kennen.
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Leider ist es doch schon wieder zu spät und zu heiß für einen Fußmarsch. Trotz der Trockenheit sind viele Insekten unterwegs, die um uns herumschwirren und uns malträtieren. Als wir grade im Valley angekommen sind, tritt mein Mann in den Streik. Ich „parke“ ihn unter einem Baum, um schnell einen Eindruck zu bekommen. Im Gegensatz zur Bull’s Party gibt es hier viele Bäume und Sträucher, so dass man die Felsformationen nicht schon aus der Entfernung bewundern kann. Bestimmt hätte sich hier noch so einiges entdecken lassen, aber auch mir ist es viel zu heiß und die Insekten nerven.

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Wir schleppen uns also zurück zur Campsite, packen unseren Kram ein und erholen uns während einer kleinen Rundfahrt im klimatisierten Wagen. Die Landschaft ist wirklich schön und endlich stellt sich richtiges Afrika Feeling ein. Bei der Bull’s Party steigen wir nicht aus, denn die haben wir schon mehrfach besucht und inzwischen steht die Sonne senkrecht und sengend am Himmel. Außerdem ist es Zeit zur nächsten Campsite aufzubrechen.
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Als nächste Station habe ich das Achab Camp etwas südwestlich von Usakos auf den Radar genommen. Als wir auf das Gelände fahren, gefällt uns der Gesamteindruck leider gar nicht. Landschaftlich hatte ich es mir anders vorgestellt. Zudem sind wir genervt, weil es keine Beschilderung oder Hinweise gibt, die uns helfen, uns auf dem weitläufigen Gelände zurecht zu finden. Ich kann meinen Mann auch nicht überreden, einfach mal eine beliebige Campsite anzufahren, um herauszufinden, ob diese nicht vielleicht lauschig und liebevoll angelegt ist. Irgendwie ist das einfach nicht unser Platz – zumindest nicht an diesem Tag. Nun sind wir ziemlich ratlos! Morgen treffen wir uns mit Freunden an der Spitzkoppe. Aufgrund des mangelnden Schattens ist es für uns keine Option, bereits heute dorthin zu fahren und 2 Nächte zu bleiben. An einer malerischen kleinen Kirche in Usakos halten wir für eine Lagebesprechung an.
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Teil 622. Okt. 2020

Auch wenn wir dafür ein Stück auf der B1 zurück fahren müssen, fällt unsere Wahl auf die Etusis Campsite, wo wir bereits vor einigen Jahren waren. Wir rufen in der Lodge an und man bestätigt freundlich, dass wir kommen können und ermahnt uns vorsichtig zu fahren, wegen einiger Verspülungen auf der C Straße.

Mit unserer Entscheidung für Etusis sind wir total happy. Wir melden uns am Farmhaus mit der unübersehbaren „Klingel“ an und werden freundlich von Frau Kühne empfangen.
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Ebenso nett empfängt uns Andreas, der die Campsite schon seit ihrer Eröffnung pflegt – und das mit einer Hingabe, wie eine Hollywood Diva ihren kostbaren Teint. Alles ist schön grün hier, der Platz ist gemütlich, die Sukkulenten-Beete sehr hübsch und der Blick auf die Marmorbrüche ist wunderbar.
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Wir bleiben alleine auf diesem schönen Platz und verbringen einen gemütlichen Nachmittag. Das tut uns gut – insbesondere mein Nachmittags-Nickerchen. Schließlich findet man nur wenige Plätze, wo man eine Hängematte optimal zwischen schattige Bäume hängen kann. Ein Highlight!
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Der Tag, der so unrund anfing, klingt mit einem wunderschönen Abendhimmel und einem gemütlichen Feuerchen mit Blick auf einen fantastischen Mond aus. Ich denke, jetzt sind wir wirklich angekommen!
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Teil 725. Okt. 2020

Montag - 9. März 2020 – Spitzkoppe: Super Landschaft, Super Freunde, Supermond
Morgens lassen wir uns richtig Zeit und genießen den Schatten und die schöne Umgebung. Gegen Mittag verlassen wir den Platz und melden uns zum Bezahlen an der Farm, wo wir noch ein nettes Schwätzchen mit Frau Kühne halten.

Dank des ungeplanten Abstechers nach Etusis können wir in Karibib noch frisches Hack kaufen. Der OK Supermarkt dort ist viel größer und besser sortiert, als ich ihn von einem früheren Einkauf in Erinnerung hatte. Jetzt steht dem heutigen Treffen mit unseren Freunden nichts mehr entgegen, denn traditionell versuchen wir immer, am Tag unseres Wiedersehens ein leckeres Chilli con Carne zu kochen. Kennengelernt haben wir uns vor 16 Jahren auf der Kunene River Lodge Campsite. Zunächst haben sich Westfalen und Bayern kritisch aus der Ferne „observiert“ und gegenseitig für seltsam befunden. Aber schließlich kamen wir ins Gespräch und haben den Abend zusammen verbracht 🙄 😄 🤪 . Beim Frühstück litten wir dann gemeinsam unter einem ordentlichen Kater 🤢, bevor die Wege sich wieder trennten. Aus diesem kurzen Kontakt, hat sich eine sehr besondere und innige Freundschaft entwickelt 😘. Da wir immer zur gleichen Zeit in Namibia sind, verbringen wir seit vielen Jahren einen Teil des Urlaubes gemeinsam.

Für heute haben wir als Treffpunkt die Spitzkoppe Campsite gewählt, da es einen Supermond geben soll und wir vermuten, dass dieser dort sehr schön aussehen wird. Wir erreichen die Spitzkoppe am frühen Nachmittag. Abgesehen von einigen Tagesbesuchern ist es noch ziemlich leer. Schnell fahren wir zu unserem bevorzugten Platz und freuen uns, dass dieser noch frei ist. Wir vereinnahmen den Platz durch Aufstellen von Tisch und Stühlen und brechen zu einer kleinen Rundfahrt auf. Zunächst fahren wir zum hinteren Gate heraus und schauen uns das Gelände von außen an.
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Dann geht es durch das Haupttor zurück auf das Gelände. Es ist doch erstaunlich, dass man auch an Orten, die man schon mehrfach besucht hat, immer wieder etwas Neues entdecken kann. Dieses Riesenbaby, das mit Murmeln spielt, habe ich noch nie bemerkt!
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Und auch die komische Raupe kenne ich noch nicht und muss deshalb gleich mal in deren Maul posieren. Ich bin mal wieder total begeistert von dieser tollen Gegend 🙂 🙂 🙂
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Nach der schönen Rundfahrt machen wir es uns auf dem Platz gemütlich und können uns jetzt wirklich glücklich schätzen, dass es mit der Markise geklappt hat 😎.
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Teil 825. Okt. 2020

Unsere Freunde haben sich erst für den frühen Abend angesagt und kaum sind sie aus dem Wagen gesprungen, sitzen wir schon in vertrauter Runde zusammen und tauschen Neuigkeiten aus. Fast verpassen wir es, rechtzeitig für den Sundowner den Felsen vor unserem Camp zu erklimmen, von dem man eine wunderbare Aussicht hat.
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Nur blöd, dass inzwischen ein Wellblech Klohäuschen mitten in die schöne Aussicht gebaut wurde. Aber immerhin hat es eine dezente Farbe…
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Zurück auf dem Platz geht es dann an die Vorbereitungen für das Chilli.
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Und so langsam lässt sich auch der Supermond blicken, den wir aber gar nicht soooo beeindruckend finden. Hätte ich nicht vorher gelesen, dass heute Supermond sein soll, wäre mir gar nicht aufgefallen, dass er außergewöhnlich ist.
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Macht nix – schön ist es allemal und wir sitzen noch lange gemütlich zusammen am Feuer.
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Teil 926. Okt. 2020

Dienstag - 10. März 2020 – Wir werden zu Höhlenmenschen; Cave Campsite auf Omandumba
Frühmorgens drehe ich eine kleine Runde und der Supermond ist fast beeindruckender als in der Nacht.
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Zum Aufstehen ist es allerdings noch viel zu früh! Auf keinem der umliegenden Plätze regt sich etwas und so klettere ich erstmal zurück ins Zelt und kann zum Glück noch eine Weile schlafen.

Nach dem Frühstück fahren wir noch etwas herum und gehen zur Bridge und zu den Pools. Leider sind wir schon wieder spät dran und deshalb schon wieder in der Mittagshitze unterwegs.
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Dann gibt es am Eingang noch ein Getränk in dem überraschend hübschen Restaurant und wir benutzen auch die zentrale Dusche. Die funktioniert richtig gut, aber der Steinboden ist in der Mittagssonne so heiß, dass es unmöglich ist barfuß zu duschen.
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Über einsame D Straßen fahren wir weiter ins wunderschöne Erongogebiet nach Omandumba.
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Auf Omandumba begrüßt uns eine freundliche Dame, die sehr viel redet. Wir fragen nach den diversen Camping Optionen und bekommen resolut mitgeteilt, dass wir bei den San campieren können. Ich bin etwas enttäuscht. Wir haben bereits vor ein paar Jahren einen ausgezeichneten Walk mit den San gemacht. Inzwischen habe aber im Forum gesehen, dass es noch weitere Plätze gibt, die etwas verstreut auf der Farm liegen. Die hatte ich eigentlich auf dem Radar, aber ich habe den Namen meiner Wunsch-Campsite nicht parat. Da man uns keine weiteren Optionen anbietet, sind die anderen Plätze wohl schon schon vergeben!? Hm… fragen kostet ja nix. Ich gebe meine Zurückhaltung auf und frage bei der Wortgewaltigen nochmal nach: “Es gibt doch noch andere Möglichkeiten, oder!? Irgendwas höhlenartiges, an einem Felsen, mit einer Sundowner Plattform?“ Die Antwort: „Ach ja, die Cave, die könnt ihr auch haben!“ Das zaubert mir gleich wieder ein Lächeln ins Gesicht – auch wenn ich mich frage, warum man nicht gleich die verschiedenen Optionen genannt bekommt, wenn man nach den verschiedenen Optionen fragt… Aber egal, wir brechen auf und folgen den Schildern des Höhlenmenschen. Die Fahrt über die Farm ist wunderschön. Auf dieser Seite des Erongo hat es viel geregnet und überall steht hohes Gras.
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Auf der Campsite angekommen, gibt es viel zu entdecken. Der eigentliche Plätz ist lauschig zwischen Felsen eingebettet. Über einen großen, abschüssigen Granitfelsen geht es zur Cave. Eine hohe Spalte zwischen den Felsblöcken wurde mit Mauerwerk und Glastüren geschlossen und quasi zu einem zweistöckigen Raum ausgebaut, durch den man auf eine große Aussichtsplattform mit einer Open Air Dusche gelangt.
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Zum Duschen wäre es uns auf der Aussichtsplattform allerdings etwas zu windig, aber am Fuß der Cave befindet sich zwischen Gebüsch und Felsen noch ein geschützteres Buschbadezimmer.
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Ich freue mich jetzt so richtig, dass ich nachgefragt habe und wir schließlich doch noch hier gelandet sind. Allerdings stelle ich fest, dass der Weg zwischen dem Platz und dem Buschbadezimmer, der über einen abschüssigen Granitfelsen führt, nicht ganz ohne ist – insbesondere wenn man z.B. noch eine Kulturtasche oder eine Schüssel mit Spülwasser trägt. Ich habe nur die Wahl zwischen Trekking Schuhen (zu warm, zu umständlich anzuziehen) und Flipflops (wenig Gripp auf diesem Untergrund) und setze gedanklich ein paar anständige Trekkingsandalen auf meine Shopping-Wunschliste.

Der Sundowner wird auf der Aussichtsplattform natürlich ausgiebig zelebriert! Perfekt mit Gin Tonic, View und Schattenspielen!
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Dann wird gemeinsam gekocht und noch lange am Feuer gesessen. Auch in dieser Nacht können wir wieder einen schönen Mond bewundern.
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Teil 1028. Okt. 2020

Mittwoch - 11. März 2020: Durch das „Auenland“ zum Black Rock (Omakutu)
Wie immer bin ich vor den anderen wach und genieße meinen Morgenkaffee und die ungestörte Zeit im Buschbadezimmer. Allerdings werden vor meinen Mitreisenden schon bald viele kleine Mücken aktiv. Es wird also Zeit, die Langschläfer zu wecken und zügig einzupacken. Ohne Frühstück brechen wir nach einer schnellen Tasse Kaffee nach Omaruru auf, wo eine leckere Brotzeit in der Kristall Kellerei lockt. Die Auszeit und die Leckereien im gemütlichen Garten genießen wir immer wieder gerne - vorausgesetzt wir sind großzügig mit Peaceful Sleep eingesprüht.
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Jetzt sind wir gestärkt für einen kleinen Einkauf im SPAR und freuen uns über das gute Sortiment – wenn uns auch nicht alle Angebote für die Umgebung und Jahreszeit geeignet erscheinen.
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Dann geht es auf der D2315 ein Stück zurück ins Erongo und weiter über die Farmpad D2316 nach Omukutu.
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Die Fahrt über die größtenteils schlechte Pad zieht sich und ist sehr anstrengend. Dafür ist die Landschaft aber wunderschön. Ohne die afrikatypischen Warnschilder, könnte man zeitweise meinen, man sei im Auenland unterwegs, was meine Fotos leider nicht angemessen wiedergeben 😕 🙁 🤨 .
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Als wir endlich auf der Campsite am „A…. der Welt“ ankommen sind wir alle völlig k.o. Das ändert sich aber schlagartig, denn es gibt sooo viel zu entdecken, z.B.:
• Einen Aussichtsturm
• Feuer und Grillplatz
• Schattige Terrassen
• Einen Küchenraum mit Theke
• Ein luxuriöses Bad in einem Turm, das auch zu einer sehr guten Lodge gehören könnte
• Ein schönes Open Air Bad…

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Alles ist liebevoll, originell und wunderschön angelegt. Unsere hohen Erwartungen werden nicht enttäuscht, sondern sogar noch übertroffen – zumal der offensichtlich sehr nette Eigentümer und auch noch Welcome Bierchen in der Küche aufgestellt hat.

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Natürlich steigen wir zum Sundowner auf den Camp-eigenen Turm, entdecken in der Ferne ein paar Zebras und genießen den Ausblick, bis die Landschaft sich wunderschön pastellig färbt.

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Teil 1131. Okt. 2020

Donnerstag - 12. März 2020: Traumhafter Platz – mäßiges Befinden
Am Morgen erwache ich recht „matschig“. Die ganze Nacht habe ich leicht gefröstelt, obwohl es wirklich nicht kühl war und mein Körper sich angenehm warm anfühlte. Ich habe auch viele Stiche und leichte Bauchschmerzen. Nicht gut! Wir verbringen einen faulen Tag auf dem herrlichen Platz und können uns nicht aufraffen, die schöne Umgebung zu erkunden. Irgendwo soll es ja noch einen Pool geben, aber nach der gestrigen Fahrt sind wir alle zu bequem, um uns auf die Suche zu begeben. Ich brauche richtig viel Ruhe und kehre sogar mehrfach in das viel zu warme Dachzelt zurück, um ein wenig zu schlafen. Gelegentlich treffen wir uns an einem der schattigen Plätzchen und es gesellen sich noch ein paar andere „Campsite-Bewohner“ zu uns.
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Echt blöd, dass ich so matt bin. Ich habe diesen tollen, abgelegenen Platz extra für meinen Geburtstag gewählt. Traditionell feiern wir nämlich seit vielen Jahren mit unseren Freunden in meinen Geburtstag hinein. Das ist für mich die schönste Art, in ein neues Lebensjahr zu starten. Jetzt quäle ich mich aber über den Tag und kann noch nicht einmal die nette Bar genießen.
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Nachdem mein Befinden sich trotz viel Ruhe nicht bessert, bezweifle ich, dass ich es überhaupt schaffe, bis Mitternacht aufzubleiben. Dann macht sich mein Party-Gen aber doch bemerkbar und ich halte durch. Die knallenden Sektkorken, das Ständchen und der schöne Geburtstagtisch, den unsere Freunde mir wieder bereitet haben, wecken meine Lebensgeister und es wird sogar noch ein wenig getanzt.
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Teil 1231. Okt. 2020

Freitag - 13. März 2020: Geburtstag mit Hindernissen
Obwohl meine kleine Geburtstagsfeier doch noch bis ca. 2:30 Uhr gedauert hat, bin ich morgens wieder um kurz nach 8:00 Uhr auf den Beinen - ohne Kater, aber auch nicht wirklich fit. Im Zelt ist es mir einfach zu heiß und so genieße ich mein Morgenritual. Bei meinen 3 Langschläfern rührt sich nichts. Puh – wie sehr ich ihnen einerseits ihren gesunden Schlaf gönne und sie andererseits darum beneide! Manchmal wünsche ich allerdings, wir könnten auch mal „in die Pötte kommen“, bevor die Sonne unbarmherzig vom höchsten Punkt des Himmels brennt.

Nach meinem Morgenkaffee mache ich den Abwasch, zu dem wir alle am Vorabend keine Lust mehr hatten, schreibe ins Gästebuch und räume auf. Und ich warte… Gegen 11:00 Uhr gibt es ein Mini Frühstück mit meinem Mann. Schließlich kommen auch „die Bayern“ aus den Federn. Bis wir alles zusammengepackt haben und aufbrechen können ist es 13:15. Die Fahrt ist wegen der schlechten D2316 sehr anstrengend und dauert sehr lange. Das habe ich wirklich nicht gut geplant, dass wir nach der Feier und an meinem Geburtstag zur Weiterfahrt aufbrechen. Wir müssen irgendwann unbedingt nochmal auf diese fantastische Campsite, dann aber ohne Aufbruch nach einer Party und bei hoffentlich besserer Gesundheit!

Um ca. 17:45 erreichen wir nach einer Fahrt ohne nennenswerte Pause Swakopmund und können kurz vor Rezeptionsschluss in den Swakopmund Luxury Suites (SLS) einchecken. Als vor einigen Jahren unsere Stammpension ausgebucht war, sind wir auf SLS gestoßen und seitdem begeistert. Die Zimmer sind groß und stylish, die Lage ist super und das Personal ist sehr nett. Wie im letzten Jahr bekommen Zimmer 21 und sind zufrieden - eine perfekte Umgebung, um den Straßenstaub hinter sich zu lassen und sich zu erholen.Ein besonderes Highlight ist es eigentlich immer, nach einer heißen Dusche in die schneeweißen Frotteebademäntel zu schlüpfen und bei einer Tasse Kaffee auf dem Bett zu ruhen 🙂
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Heute müssen wir uns aber leider beeilen, denn es ist ein Tisch im Tug reserviert. Wir sind alle ziemlich k.o. und weil mein Magen grummelt, beschränke ich mein Essen auf Pasta. Unsere Freunde bestellen heimlich ein Geburtstagsständchen beim Personal – mit Eis und Wunderkerzen. Sehr nett! Als wir das Lokal verlassen, hat sich vor der Tür ein Chor eingefunden. Hier haben unsere Freunde ein weiteres Ständchen bestellt. Noch eine zauberhafte Überraschung für mich 🙂 Allerdings bin jetzt sehr, sehr müde und mein Bauch grummelt immer mehr. Unterwegs merke ich, dass ich mich nun beeilen muss und schaffe es grade noch rechtzeitig rennend in unser Zimmer bzw. Bad. Mein Magen/Darm sind definitiv nicht ok und ich habe 38,5 Fieber 🤢 🤢 🤢

Teil 1301. Nov. 2020

Samstag - 14. März 2020: Mediclinic statt Sushi und erste schlechte Nachrichten
An den Swakopmund Luxury Suites mögen wir neben der tollen Ausstattung insbesondere das Frühstückskonzept. Da es in der Unterkunft keinen Frühstücksraum gibt, bekommt man Vouchers für nahegelegene Cafés. So sind wir nicht an begrenzte Hotel-Frühstückszeiten gebunden und können jeden Tag neu entscheiden worauf wir Lust haben. Unser Favorit ist das schöne Vintage Café Cordes, wo es für meinen Geschmack den besten Cappuccino gibt.
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Ich wähle eine möglichst magenfreundliche Frühstücksvariante, muss aber zügig wieder unser Zimmer/Bad aufsuchen. Der Durchfall ist schlimm und meine Körpertemperatur schlägt Kapriolen.

Corona ist jetzt das Thema in allen Nachrichten, die wir von Freunden aus Deutschland erhalten. Es ist alles sehr verwirrend und ich beginne die Symptome im Internet zu studieren. Fieber, Mattigkeit und Magen-und Darmprobleme sind auch gelegentlich dabei. Den besonders typischen Husten habe ich allerdings nicht – abgesehen von einem heftigen Hustenanfall gestern. Auch wenn mein Symptom-Mix nicht eindeutig ist, bekomme ich Panik, dass ich Corona haben könnte. Meine größte Sorge gilt dabei allerdings nicht mir selbst. Hauptsächlich habe ich Angst, dass ich als Patient 0 Corona nach Namibia gebracht haben könnte. Was für eine furchtbare Vorstellung, dass ich den Virus in dieses Land eingeschleppt haben könnte, das ich so sehr liebe… Wieviel Schaden würde das hier anrichten!? Und, dürfte ich dann jemals wieder einreisen?

Inzwischen erreicht uns von einer Freundin die Info, dass Air Namibia alle Flüge nach Deutschland für 30 Tage eingestellt. Wir denken: “Gut, dass wir dieses Mal mit Lufthansa geflogen sind!“ Weitere Gedanken darüber, was Covid für unsere Reise bedeuten könnte, kann ich mir aber aktuell gar nicht machen. Mir ist inzwischen klar, dass ich mich zuerst um meine angeschlagene Gesundheit kümmern und klären muss, ob mein Befinden etwas mit Covid zu tun hat. Das Wetter ist ohnehin schlecht und mein Zustand verbietet mir die „Austern- und Sushi-Schlacht“ im Ocean Cellar, auf die ich mich schon so gefreut hatte 🙁 .

Da heute Samstag ist, entscheiden wir uns dafür, die Ambulanz der Mediclinic aufzusuchen. Wir haben Glück! Es sind keine weiteren Patienten da und die Schwester, die uns freundlich-resolut begrüßt wirkt äußerst kompetent und spricht deutsch. Alle Abläufe machen einen absolut professionellen Eindruck. Mir wird sofort Blut abgenommen und ins Labor geschickt und ich bekomme je einen Tropf gegen Fieber, Schmerzen und zum Ausgleich des Flüssigkeitsmangels. Der nette, ältere Doc, der nach einer Weile recht tiefenentspannt in Strand-Bermudas und T-Shirt erscheint und die Ergebnisse meiner Blutanalyse checkt, diagnostiziert einen Magen- und Darmvirus. Natürlich frage ich wegen Corona nach! Es gibt hier natürlich noch keine Testmöglichkeiten. Der Doc ist aber sicher, dass ich mir keine Gedanken über Corona machen muss, denn in Namibia geht schon eine Weile ein sehr heftiger Magen- und Darmvirus um und meine Symptome passen eindeutig in das Bild. Auch wenn das keine 100% sichere Diagnose ist, fällt mir ein ziemlich dicker Stein vom Herzen!!!

Nach dem Klinikaufenthalt muss ich wieder ruhen. In diesem Jahr macht sich das schöne Zimmer wirklich bezahlt! Da es draußen nach wie vor grau ist, fällt es mir nicht allzu schwer, das Bett zu hüten und mein Mann hat gegen Bettruhe in der Regel ohnehin nichts einzuwenden 😉

Abends treffen wir unsere Freunde im Old Sailor, wo ich auf die ausgezeichneten Steaks verzichte und wieder magenfreundliche Schonkost zu mir nehme. Die sonst so herzlich-heitere Stimmung ist heute eher verhalten. Zum einen möchte sich niemand mit meinen Magen- und Darm-Virus anstecken, zum anderen ist Corona jetzt für uns alle zum Thema geworden und dämpft die Laune. Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich die Lage, in den wenigen Tagen, in denen wir weitgehend offline waren, zugespitzt hat. Die News, die wir aus Deutschland/Europa erhalten sind verstörend und müssen erstmal irgendwie aufgenommen und verarbeitet werden.

Sonntag - 15. März 2020 – Covid übernimmt
Auch heute gibt es wieder Frühstück bei Cordes. Das Wetter ist noch immer sehr durchwachsen und die Befindlichkeit auch. Wir ruhen sehr viel, denn auch mein Mann fühlt sich inzwischen nicht gut. Der Tag vergeht einerseits ereignislos, anderseits sorgen neue Nachrichten für Unruhe.

In Namibia wurden gestern die ersten beiden Covid Fälle bestätigt und als eine Sofortmaßnahme wurden alle direkten Flüge nach Deutschland eingestellt. Damit ist also auch unser Lufthansa Flug futsch! Ich bin allerdings viel zu kraftlos, um mir konkrete Gedanken zu machen, wie es nun weiter geht. Es wird sich schon finden… Erstmal müssen wir wieder auf die Füße kommen… Damit wir kreislaufmäßig nicht völlig abklappen, bummeln wir ein wenig herum als sich die Sonne mal kurz blicken lässt. Aber auch das ist schon mega-anstrengend!

Am Abend treffen wir uns mit unseren Freunden im Brewer & Butcher. Wieder verzichte ich auf ein Steak und wähle eine sehr leckere Veggie Paella. Mein Appetit lässt mich nur selten im Stich 🙂 Das Sitzen auf einer Bank finde ich aber schon bald ziemlich beschwerlich, die Stimmung ist wieder verhalten und ich muss schnell zurück ins Bett. Unsere Gedanken und Gespräche vor dem Einschlafen kreisen noch eine Weile um die aktuellen Covid News und wie wir mit der Situation umgehen sollen...

Montag - 16. März 2020 – Jetzt schon heimreisen ist keine Alternative
Inzwischen checken wir gleich nach dem Aufwachen die aktuellen News, die uns sonst während unserer Namibia-Urlaube nur am Rande interessieren. Zum späten Frühstück treffen wir unsere Freunde im Village Cafe und diskutieren die Lage. Da die beiden Flüge mit SAA über JoBurg haben, sind die von der aktuellen Streichung der Flüge nicht betroffen, wollen aber trotzdem versuchen, kurzfristig etwas über ihren gebuchten Rückflug am 1. April in Erfahrung zu bringen. Wir sind noch immer zu angeschlagen, um uns über die Streichung unserer Flüge aufzuregen. Außerdem sind wir uns alle einig, dass uns auch Schlimmeres passieren könnte, als eine ungeplante Urlaubsverlängerung bis Mitte April. Momentan gehen wir aber ziemlich fest davon aus, dass sich auch für uns eine Flugoption mit der SAA finden wird.

Nach dem Frühstück mit vielen Diskussionen und Überlegungen sind wir geschafft und müssen zurück ins Bett. Schon wieder 🙁 😮 🙁

Mittags erreicht uns ein Anruf von einer sehr besorgten Mitarbeiterin von Iwanowski, wo wir wie immer unsere Flüge gebucht haben. Sie bestätigt, dass laut Beschluss der namibischen Regierung alle Direktflüge zwischen Namibia und Deutschland bis zum 12. April ausgesetzt sind. Seitens Inwanowski will man sich um kurzfristige Flugoptionen für uns bemühen (eventuell über Luanda) und ermutigt uns schnell nach Windhoek zu kommen. Wir sind entsetzt! Wir hatten bislang noch sehr wenig von unserem Urlaub. Außerdem ist meine eigene Temperatur noch nicht stabil und mein Mann hatte heute Morgen mit 37,7 ebenfalls erhöhte Temperatur. Das Risiko, bei einem sofortigen Aufbruch irgendwo in Quarantäne zu landen, ist uns zu hoch und wir fühlen uns diesem Stress momentan auch nicht gewachsen. Wir beschließen also den Urlaub fortzusetzen und auf einen indirekten Rückflug (z.B. mit SAA) zu unserem geplanten Rückreisedatum zu hoffen.

Am Nachmittag machen nur einen kleinen Ausflug ins Brewer & Butcher, wo jetzt überall Sanitizer auf den Tischen steht.
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Abends probieren wir die Pizza im vielfach gelobten Western Salon. Der Western Salon überzeugt uns nicht wirklich, aber wir sind ja auch körperlich und mental ziemlich angeschlagen. Immerhin freuen sich die Car Watcher wieder über die üppigen Left Overs.

Dienstag - 17. März 2020 – Der Gesundheitszustand wird besser, die Verwirrung bleibt
Heute geht es uns merklich besser und endlich scheint auch die Sonne. Eigentlich sollte jetzt unsere Südtour starten. Wir wollten die Homeb Campsite ansteuern, die uns vor einigen Jahren sehr gut gefallen hat - trotz mäßiger Kritiken. Um sicherzugehen, dass wir uns nicht sofort überfordern, streichen wir Homeb aus dem Reiseplan und buchen eine weitere Nacht in den inzwischen ziemlich leeren Swakopmund Luxury Suites.

Erstmals in diesem Urlaub kann ich das Frühstück im Cafe Cordes richtig genießen 🙂 . Dann erledigen wir den Einkauf für den zweiten Teil der Reise. Aus Deutschland hören wir seit einigen Tagen von Hamsterkäufen und der Knappheit von Grundnahrungsmitteln und Klopapier. Auch in der AZ ist schon von Hamsterkäufen die Rede, aber in Swakopmund können wir das nicht beobachten. Die Regale in allen Märkten sind voll und die Einkaufswagen normal gefüllt. Wir kaufen also auch weitgehend normal ein und nehmen als Notration nur je ein Päckchen Mehl und Reis, zwei Dosen Tomato & Onion und 2 Rollen Toilettenpapier mit, die uns später nach Deutschland „begleiten“ werden.

Natürlich versuchen wir den ganzen Tag, aktuelle Infos im Internet zu scannen. Unsere bayrischen Freunde hinterlassen eine Sprachnachricht, dass sie mit der deutschen Botschaft in Windhoek telefoniert haben. Eine Mitarbeiterin hat sinngemäß gesagt: “Wenn ich an ihrer Stelle wäre und es keinen zwingenden Grund gibt, zügig zurück in Deutschland zu sein, würde ich den Urlaub nicht vorzeitig abbrechen. Schließlich gibt es in Namibia erst 2 Corona Fälle und das Leben ist noch recht entspannt, während das Virus in Deutschland bereits verbreitet und das Leben stark eingeschränkt ist.“ Zusätzlich haben sie mit einer SAA Mitarbeiterin in Deutschland telefoniert, die bestätigt hat, dass alle SAA Flüge aufrechterhalten werden. Diese Neuigkeiten bestärken uns in unserer Entscheidung, gegen einen panischen Urlaubsabbruch!

Freunde aus Deutschland haben uns zudem per WhatsApp auf die Empfehlung des Auswärtigen Amtes aufmerksam gemacht, sich für eventuelle Rückholprogramme auf einer Website zu registrieren. Leider schlagen meine Anmeldeversuche fehl. Vermutlich ist grade viel zu viel Traffic auf der Seite.

Mittags kann ich mir endlich einen kleinen Lunch im Ocean Cellar gönnen – wenn auch noch sehr eingeschränkt.
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Anschließend machen wir ein paar Besorgungen. Als ich Briefmarken kaufen möchte, teilt man mir am Postschalter mit, dass das sinnlos ist, da aufgrund der Streichung der Direktflüge keine Post mehr nach Deutschland geht. Gut, dass ich die Karten noch nicht geschrieben habe!

Insgesamt tut es richtig gut, dass wir jetzt wieder etwas aktiver sein zu können. Noch nie waren wir so lange in Swakopmund, haben so wenig gemacht und hatten insgesamt so schlechtes Wetter. Umso mehr freut es mich, dass es heute etwas freundlicher und wärmer ist! Endlich können wir uns einen Gin Tonic in der netten Zonder Naam Wine Bar gönnen, auf die ich schon seit Tagen sehnsüchtig aus unserem Zimmerfenster schaue. Schließlich müssen wir vorsichtig testen, ob unser Gesundheitszustand gefestigt genug für die Fortsetzung der Reise ist.
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Abends gibt es noch richtig gute Pizza und Pasta im Farmhouse Deli und danach checken wir im Zimmer wieder eifrig Corona Infos. Das Thema wirbelt inzwischen eigentlich ständig durch unsere Köpfe! Wir wollen uns weder in Panik versetzen lassen, noch leichtsinnig handeln! Also checken und checken und checken wir alle News, bis ich schließlich mit Kopfschmerzen einschlafe 🙁 😮 🤨

Teil 1402. Nov. 2020

Mittwoch - 18. März 2020 – Endlich kann die Südtour starten (mit Sorgen im Gepäck)
Frühmorgens gelingt es mir endlich, uns auf der Webseite des Auswärtigen Amtes zu registrieren, um für eventuelle Rückholprogramme vorgesehen zu werden. Ich bin erleichtert und wir können ein letztes Mal das Frühstück bei Cordes genießen. Trotz des super Cappuccinos freue ich mich wahnsinnig auf das Frühstück auf der Campsite am nächsten Tag. Endlich wieder draußen sein…

Nach letzten Besorgungen brechen wir auf und treffen unsere Freunde auf ein schnelles Getränk und einen Informationsaustausch im Yacht Club von Walvis Bay. Wir sind alle der Meinung, dass wir uns jetzt wieder entspannen und den Urlaub genießen sollten – mein Mann und ich im Süden und unsere Freunde im Norden. Also: Los geht’s! Endlich!!!

Wir sind noch keinen Kilometer vom Yacht Hafen entfernt, da klingelt das Telefon. Die deutsche Nummer verheißt nichts Gutes und die nette Mitarbeiterin von Iwanowski empfiehlt uns eindringlich, den Urlaub kurzfristig abzubrechen. Mit welcher Flugverbindung ist noch nicht ganz klar, aber eventuell geht noch etwas (auf eigene Kosten) mit der KLM. Das Reisebüro will sich auf jeden Fall darum kümmern, eine Option für uns zu finden, denn seit gestern sei der Ausnahezustand ausgerufen und das Land könne kurzfristig bis zu 6 Monaten abgeriegelt werden. Ich denke nur: “Ich drehe jetzt echt bald durch!“ 😠 😕 😠

Im Kopf checke ich schnell nochmal alle Infos, die wir selbst, unsere bayrischen Freunde und Freunde in Deutschland recherchiert haben:

- Die vorläufige Einstellung aller Direktflüge zwischen Namibia und Risikogebieten (z.B. Deutschland) ist uns bekannt; ebenso
wie die Möglichkeit, dass auch alle anderen Flüge bis Mitte April gestoppt werden könnten!

- Hinweise auf eine mögliche komplette Abriegelung des Landes für die nächsten 6 Monate haben wir bislang nirgendwo
gesehen

- Weder die Deutsche Botschaft in Windhoek noch die SAA Airlines raten dringend zu einem kurzfristigen Urlaubsabbruch

- Teure Flugoptionen, die es eventuell kurzfristig noch gibt (z.B. über Luanda), können sich spontan in Luft auflösen, bis wir in
Windhoek und zum Abflug bereit sind

- In Deutschland breitet sich Corona rasend schnell aus, während es in Namibia weiterhin erst 2 bestätigte Fälle gibt

Wir bleiben am Straßenrand stehen, rekapitulieren die uns bekannten Fakten und diskutieren die Situation. Mal wieder! 😠 Nichts spricht aus unserer Sicht für einen schnellen und teuren Urlaubsabbruch. Wir sind Iwanowski trotzdem dankbar, dass sie sich so um uns bemühen, teilen der Dame aber mit, dass wir (auf eigene Verantwortung) bleiben und in etwa das geplante Urlaubsende am 27. März anstreben - und zwar möglichst mit einer kostenlosen oder zumindest günstigen Umbuchung im Rahmen der Star Alliance (z.B. nach JHB mit SAA und dann mit LH nach FRA).

Mit unserer Ruhe bzw. dem Vorhaben, uns nun endlich zu entspannen ist es natürlich jetzt erstmal wieder vorbei! Ziemlich aufgeregt setzten wir unsere Reise fort und fahren Richtung Kuiseb. Zum Glück begleiten uns tolle Wolkenformationen und Lichtstimmungen. Noch nie ist mir diese Strecke so schön vorgekommen! Ich bin so froh, dass wir jetzt hier unterwegs sind und nicht auf der B2/B1 nach Windhoek.
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Eigentlich wollten wir noch bis in die Solitaire Gegend fahren, aber es ist schon wieder recht spät geworden. Also entscheiden wir uns für die Soussous on Foot Campsite, die uns schon im letzten Jahr sehr begeistert hat. Das Abendlicht ist fantastisch, denn von einer Seite ziehen dunkle Wolken auf, während von der anderen Seite die Sonne scheint.
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Für ein paar Minuten fühle ich mich richtig gut und entspannt 🙂 . Jeder Blick auf diese wunderschöne Landschaft und die Oryx auf dem Weg zum Wasserloch verstärkt das Gefühl, dass es gut war, sich für die Fortsetzung der Reise zu entscheiden. Das sind genau die Stimmungen und Momente, auf die ich mich immer während der ca. 11 Monate zwischen zwei Namibia Urlauben so sehr freue!

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Heute gibt es auch endlich wieder einen richtigen Sundowner mit Gin Tonic und dann ein mildes Chilli con Carne und Rotwein. Unseren Mägen geht es besser und die Nerven brauchen Nahrung… Abschalten gelingt uns aber nur kurz. Ich finde hier auf der Campsite sogar ein Blatt, das zu der unangenehmen Stimmung passt, die uns immer wieder einholt.

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Teil 1506. Nov. 2020

Donnerstag - 19. März 2020 - Another Crazy Day in Paradise!
Wir brechen für unsere Verhältnisse relativ früh auf, denn wir wollen zeitig auf der NamibRand Family Hideout Jupiter Campsite ankommen, die wir für die nächsten 2 Tage gebucht haben. Allerdings müssen wir noch an der Desert Bakery stoppen, um schnell mal Mails zu checken. „Schnell Mails checken“ war allerdings nur ein „frommer“ Wunsch, denn die Informationen überschlagen sich und der Tag wird ziemlich verrückt!

An der Tankstelle in Solitaire ist es schon fast gespenstisch leer.
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Bei einem Cappuccino checken wir unseren Flugstatus im Lufthansa Portal und finden einen Flug mit KLM über Amsterdam am 28. März nachmittags. Das klingt super! Der Flug scheint also umgebucht zu sein, die Verbindung ist top und gewährt uns 1,5 Tage mehr Urlaub. Perfekt! Ich schicke eine Mail an Iwanowski, um zu fragen, ob sie das für uns umgebucht haben und schreibe, dass das für uns eine passende Lösung ist. Dann informiere ich unsere Lieben zu Hause per WhatsApp über den (vorläufigen) Status und schicke unverbindliche Anfragen bezüglich der voraussichtlichen Änderungen der Zimmer- bzw. Wagenmiete an das Berghaus B&B in Windhoek und an Savanna.

Wir warten noch etwas länger in der Bakery und hoffen auf schnelle Antwort von Iwanowski. Die Zeit vertreiben wir uns mit einem Reise- und Corona-Schwätzchen mit einem anderen deutschen Touristenpaar. Schließlich kommt die Iwanowski-Antwort, die zusammengefasst lautet: „Wir haben diesen Flug nicht eingestellt und sie sind auch nicht umgebucht, denn diesen Flug gibt es so überhaupt nicht. KLM geht immer über Luanda und da gehen grade auch alle Türen zu. Wir können es trotzdem noch versuchen - für ca. 1.000€ pro Person.“ Die Option auf einen vielleicht nicht mehr stattfindenden Flug über Luanda für insgesamt gut 2.000€ klingt für uns nicht überzeugend! Kurz darauf erhalten wir eine weitere Mail: „Bekomme Sie eventuell am 27. März mit SAA über JoBurg raus – ohne Mehrkosten! Was tun?“ Das ist doch genau das, was wir wollten! Wir antworten umgehend: “Bitte sofort buchen!!!“

Jetzt sitzen wir schon wieder 2 Stunden mit „Organisations-Kram“ in der Desert Bakery. Viel zu lange! Wir wollten doch früh im Namib Rand Family Hideout ankommen! Endlich brechen wir auf und genießen die Landschaft, die Wolkenformationen und die Lichtstimmungen, die auch heute wieder grandios sind.
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Unterwegs halten wir nochmal an und versuchen Mails zu checken, aber es gibt kaum Empfang! Ich sehe eine neue Mail von Iwanowski im Posteingang, schaffe es aber nicht, diese nicht öffnen. Ich drehe mich in alle Richtungen und halte das Smartphone in die Luft bis mein Arm lahm wird. Schließlich entscheidet mein Mann: “Das hat keinen Zweck, nach den Bergen wird der Empfang sicher besser!“ Leider stellt sich dieser Gedanke als Fehleinschätzung heraus. Wir waren einfach schon sehr lange nicht mehr im Süden und haben wohl verdrängt, wie dünn das Mobilfunknetz hier ist. Nun gibt es gar keinen Empfang mehr! 🙁 😠 🙁

Schließlich stehen wir vor dem Tor des Family Hideout und wissen nicht, was in der so wichtigen Iwanowski-Mail steht und werden bis übermorgen keinen Empfang mehr haben. Scheiße! Wenn wir die (hoffentlich nervenberuhigende!) Mail lesen wollen, müssen wir wohl 40 Kilometer weiter nach Betta zu fahren. Ich bin ziemlich sicher, dass ich dort an der Tankstelle schon mal guten MTC Empfang hatte. Unterwegs gibt es Regen und einen leichten Sandsturm - genau an dieser Stelle wäre etwas Empfang gewesen, aber Aussteigen ist grade unmöglich. Wenigstens ist die Straße gut!
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In Betta will es erst nicht mit dem Empfang klappen, aber das nette Tankstellenpersonal zeigt mir, wie ich mich ausrichten muss. Endlich kann ich die Mail abrufen, die die kostenlose Umbuchung mit SAA/LH über Johannesburg bestätigt. Good News! Auch wenn der Flug sehr früh von Windhoek startet und 10 Stunden Aufenthalt in Johannesburg hat!

Wir brettern die 40 Kilometer von Betta zurück zum NamibRand Family Hideout. Wegen der ganzen Verzögerungen sind wir jetzt mindestens 3 Stunden später dran als erhofft.
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Inzwischen habe ich das Gefühl, wir verbringen unseren Urlaub dieses Jahr im Internet statt in Namibia….Die Landschaft hier ist allerdings toll und lässt die Wirrungen es Tages schnell wieder in den Hintergrund treten. Schon auf dem Weg zur Jupiter Campsite sehen wir viele Zebras, Oryx und Strauße.
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Der Platz ist sehr schön gelegen, toll ausgestattet und picobello sauber.
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Nach diesem nervenaufreibenden Tag brauchen wir umgehend einen Pre-Sundowner und einen kleinen Spaziergang um unseren Platz.
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Bald kommen Oryx zu unserem Wasserloch und wir können sie gemütlich von unserer Veranda aus beobachten. Das ist wirklich traumhaft schön und streichelt die Seele nach diesem verrückten Tag!

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Wir bereiten schnell Kartoffelsalat und grillen Boerewors und sitzen noch lange bei unserem zweiten Gin Tonic und einem guten Rotwein.
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Wie herrlich, hier draußen zu sein!!!! 😁 😁 😁

Teil 1609. Nov. 2020

Freitag - 20. März 2020 – Jetzt aber mal komplett abschalten (Namib Rand Family Hideout)
Mein Mann schläft heute lange und ich erfreue mich an meinen Morgenkaffee und meinem Buch. Nebenbei kann ich wieder Oryx beobachten. Wunderbar! Nach einem späten Frühstück geht mein Mann direkt zurück ins Bett. Von dem fiesen Magen-Darm-Virus war er zwar weniger stark betroffen als ich, aber er ist noch nicht wieder so richtig fit. Eventuell war seine Konsequenz hinsichtlich Schonkost, Alkoholverzicht und regelmäßiger Medikamenteneinnahme etwas weniger ausgeprägt!?

Mir geht es inzwischen wieder ziemlich gut. Dank der guten News zur Flugumbuchung vom Vortag und der Abwesenheit neuer Informationen per Telefon, WhatsApp, Email oder diverser Webseiten kann ich die Stille und Einsamkeit der Wüste wirklich genießen. Endlich abschalten – das tut so gut! 😁 😁 😁

Gegen 15 Uhr brechen wir auf, um die erlaubte 10 Kilometer Runde zu fahren. Das Gelände ist fantastisch, aber es ist leider ziemlich grau und wolkig. Gegen Abend drehen wir zwei weitere Runden. Bei der ersten Runde ist das Licht perfekt und die Landschaft ist atemberaubend schön! Es muss hier gut geregnet haben, denn die Wüste ist stellenweise sehr grün. Überall sehen wir Oryx und Zebras. Wir bleiben immer wieder stehen und staunen. Ich finde keine Worte, die so viel Schönheit gerecht werden!

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Am Abend wird es extrem windig! Wir sind froh, dass die Veranda der Jupiter Campsite rundherum mit Zeltplanen ausgestattet ist, die wir jetzt schnell auf der windigen Seite herunterlassen. So können wir geschützt kochen und noch lange entspannt bei einem Glas Wein unter dem Sternenhimmel sitzen. So könnte es gerne noch eine Weile weitergehen!

Teil 1714. Nov. 2020

Samstag - 21. März 2020: Wieder Bad News
Ich stehe zeitig auf und genieße die angenehme Morgenkühle. Der Platz ist wirklich wunderschön, aber auch ziemlich teuer und reglementiert. Wie schon fast erwartet, kommt gegen 10:00 Uhr jemand, hantiert zunächst am Wasserloch herum und weist dann auf die Check-Out Zeit um 10:00 Uhr hin. Ganz schön streng bei dem hohen Preis! Auf anderen Campsites stellt unsere meistens verspätete Abreise während der Low Season in der Regel kein Problem dar, zumal die nächsten Gäste ja sowieso meistens erst um 14:00 Uhr einchecken dürfen und in der Regel sogar deutlich später eintreffen. Ich bitte um Aufschub, da ich erst Frühstück machen und dann packen muss. Die Zeit wird uns dann auch freundlich gewährt. Als wir um 11:30 Uhr fast fertig zum Aufbruch sind, rückt das Personal allerdings auch schon wieder an – vermutlich um sanften Druck auszuüben.

Wir werfen noch einen letzten Blick auf die tolle Landschaft, freuen uns über das Zebra-Abschiedskomitee.
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Dann brechen auf in Richtung Aus und genießen die Weite, Leere und (vorläufige) Ruhe.
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Unsere kleine MTC/Internetpause hat uns wirklich gut getan! Im Klein Aus Vista geht der „Urlaub im Word Wide Web“ natürlich wieder gleich weiter: WiFi nutzen und Fakten checken! Es wurden weitere Flüge gestrichen und das Reisebüro informiert uns, dass jetzt auch die Flüge der SAA nach Namibia eingestellt sind! Dabei hatte die SSA unseren Freunden doch noch vor 4 Tagen gesagt, dass sie alle Verbindungen aufrechthalten werden… Nun stehen wir wieder ohne Flug da; zumindest ohne den Zubringer-Flug nach Joburg 🙁 . Das Chaos und der emotionale Aufruhr gehen also nahtlos weiter…

Außerdem werden wir aufgefordert, uns für das Rückholprogramm zusätzlich über die Condor Website registrieren. Das Auswärtige Amt hat uns zudem per Landleutebrief empfohlen, uns in einer neuen App des zu registrieren, da das bisherige Portal durch die starke Frequentierung Probleme hatte. Ich führe also die neuen Registrierungen durch und bedauere, dass ich die umfangreichen Daten nicht so schnell und mühelos in das Smartphone hacken kann wie ein Teenager. Puh, ist das anstrengend! Die Zeit verrinnt...mal wieder!

Irgendwann ist alles erledigt und wir können endlich zu unserem schönen Desert Vista Chalet im Eagles Nest fahren, die Aussicht und unseren Sundowner genießen.
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Abends fahren wir zurück ins Desert Horse Inn und bekommen ein ausgezeichnetes Abendessen und ein Glas Wein vom Haus. Wir sind schon wieder sehr erschöpft von den letzten Irrungen und Wirrungen! 😮

Teil 1816. Nov. 2020

Sonntag - 22. März 2020: Lage klären, Lodge genießen (Eagles Nest)
Wir haben nicht so gut geschlafen im schönen Desert Vista Chalet. Es war ziemlich warm und in unseren Köpfen wirbelten natürlich noch die schlechten Neuigkeiten von gestern herum. Ich erfreue mich trotzdem bei einem Kaffee auf unserer Veranda an dem sanften Morgenlicht, den jetzt noch angenehmen Temperaturen und der Ruhe am Morgen, die in diesem Jahr leider oft eine trügerische Ruhe vor dem Sturm ist.
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Beim Frühstück hat die Wifi Connection natürlich direkt wieder höchste Priorität. Noch vor dem ersten Bissen fangen wir an, unsere Mailboxen und wichtige Webseiten zu checken. Entspannt ist anders! Noch gibt es keine relevanten News, also fahren wir zurück zum Chalet. Vielleicht ist das Hin- und Her zwischen dem Eagles Nest und dem Desert Horse Inn manchmal etwas umständlich, aber ich genieße die Fahrt eigentlich immer. Ich mag diese Landschaft und das Revier, das in diesem Jahr allerdings sehr trocken ist. Unterwegs sieht man meistens Tiere – aktuell insbesondere Wildpferde.
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Was mich auch jedes Mal fasziniert, ist die schroffe Felswand, vor der die verstreuten Chalets so winzig erscheinen, dass man sie bei der Anfahrt regelrecht suchen muss.
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Jetzt kosten wir erstmal die Stille der abgelegenen Anlage und die Aussicht von unserem Chalet richtig aus.
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Ich fühle mich grade ein wenig gechillt, als mein Mann mich darauf aufmerksam macht, dass er komische Bisse oder Stiche an seinem Oberschenkel entdeckt hat. Es sind mehrere an einer Stelle, die rot und leicht blasig aussehen. Komische Dinger! Aber ich mache mir nicht allzu viele Sorgen, denn in der Regel „verabschieden“ sich Stiche bei ihm sehr schnell, während sie bei mir oft stark anschwellen und sich hartnäckig halten. Wir hoffen also, dass diese Stiche/Bisse sich ebenso plötzlich wieder verabschieden, wie sie aufgetaucht sind.

Mittags fahren wir zurück zum Desert Horse Inn, um News zu checken. Laut Lufthansa Portal haben wir eine leicht geänderte Verbindung am 27. März. Statt mit SAA geht es mit Air Namibia nach Johannesburg und dann mit dem LH Flug weiter. Super!!! Der Flug geht sogar 1,5 Stunden später, was die morgendliche Hektik entschärft und die Wartezeit in Johannesburg verkürzt 😁 😁 😁 Wir sind zufrieden! Trotz der guten Nachrichten fehlt uns die Energie für einen Ausflug. So verbringe ich einen entspannten Nachmittag auf einer schattigen Liege am schönen Hufeisen-Pool - in Sichtweite meines Mannes, der die nette Veranda der Bar vorzieht. Irgendwie macht es ja auch Sinn, einfach vor Ort zu bleiben und von den Annehmlichkeiten der Lodge Gebrauch zu machen!
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Der Sundowner und das pastellige Abendlicht werden dann wieder auf der Veranda des Chalets genossen, bevor wir zum Dinner zurück zum Restaurant fahren.
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Heute wird der Salat aus Sicherheitsgründen nicht mehr als Buffet angeboten, sondern steht bereits großzügig portioniert auf dem Tisch.
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Teil 1920. Nov. 2020

Montag - 23. März 2020 – Schrott gefiel uns schon mal besser (Garas Quivertree)
In der letzten Nacht haben wir besser geschlafen. Schließlich scheint unser Flug nun tatsächlich in trockenen Tüchern zu sein und wir sind zusätzlich über 3 Portale für Rückholflüge registriert. Mehr können wir nicht tun! Beim Frühstück treffen wir auch den sehr netten Lodge Eigentümer Piet Swiegers, den wir bislang etwas vermisst haben. Gestern sahen wir ihn nur kurz und ungewohnt angespannt durch die Rezeption huschen – eventuell schon im Corona-Krisenmanagement-Modus!? Wir finden, es macht schon einen Unterschied in dieser familiengeführten Gondwana Lodge, dass Piet immer den persönlichen Kontakt zu seinen Gästen sucht. Da jetzt kaum noch Gäste da sind, können wir sowohl das Gespräch als auch das Frühstück ausdehnen und etwas verspätet auschecken.

Vor der Abfahrt nutzen wir nochmal das Wifi in der Lobby zum Info Update. Inzwischen haben wir überlegt, dass es Sinn macht, für die neue Flugverbindung kostenpflichtig Sitzplätze zu reservieren (35€ / pP). Natürlich möchten wir unbedingt zusammen sitzen und das nicht grade an der Toilette. Hauptsächlich wollen wir allerdings durch die Reservierung bestätigen, dass wir unsererseits die geänderte Flugverbindung annehmen. Wir geben alle notwendigen Daten ein und erhalten kurz darauf eine Bestätigungsmail. Das fühlt sich sehr gut an!!! 😁

Es ist schon wieder Mittag, als wir nach Keetmanshoop aufbrechen. Eigentlich hatten wir vor, noch eine Nacht an einen „Secret Place“ in dieser Gegend zu campen. Da wir dort keinen MTC Empfang hätten, verzichten wir lieber auf diese Station und die Auszeit vom Netz. Aufgrund der sich ständig überstürzenden Informationen haben wir das Gefühl, wir sollten besser immer up to date und erreichbar sein. Außerdem wollen wir uns lieber etappenweise in Richtung Windhoek begeben, damit wir den Airport bei Bedarf schnell erreichen können.

In Keetmanshoop wird noch ein kleiner Einkauf erledigt. Früher fand ich die Stimmung und das Angebot in der Stadt immer unbefriedigend. Inzwischen ist es deutlich besser geworden und es gibt sogar einen sehr schönen und ausgezeichnet sortierten Tops Bottle Store. Außerdem entdecken wir eine riesige, supermoderne Apotheke, wie ich sie aus Deutschland (zumindest aus unserer kleinen Großstadt) nicht kenne. Hier decken wir uns schnell mit einem kleinen Nachschub an Magen- / Darmmedikamenten ein, die mein Mann leider noch immer braucht.

Für die heutige Übernachtung haben wir die Garas Campsite eingeplant. Wir waren vor vielen, vielen Jahren einmal hier und fanden den Platz mit seiner einfachen Ausstattung, der ungewöhnlichen „Schrott-Kunst“ und den schönen Köcherbäumen sehr charmant und originell. Jetzt sind wir ziemlich enttäuscht. Der Platz überzeugt uns nicht mehr und scheint uns für das Gebotene mit 150N$ pro Person auch zu teuer. Ich hatte gehofft, dass sie „Schrott-Kunst“ sich weiter entwickelt hat, aber es ist eigentlich nur der bereits bekannte Kram, der inzwischen teilweise müffelt 😕 😮 😕
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Zumindest die Dickpens scheinen sich auf den Kunstwerken sehr wohl zu fühlen und dürfen von mir aus auch gerne dort bleiben, was sie leider nicht immer tun….
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Obwohl wir nicht so richtig überzeugt sind, bleiben schließlich doch hier. Da außer uns niemand da ist, campen wir auf dem Picknick Platz, der direkt am Sanitärblock ist und die besten Bäume hat. Immerhin ist die (neue?) Open Air Dusche herrlich.
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Die Dickpens schauen allerdings auch gerne mal nach, was es auf unserem Platz so zu holen gibt… Solange sie nicht an unseren Zehen knabbern oder gar unseren Wagen entern, sind sie natürlich durchaus dankbare Fotomotive.
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Schließlich reißt der Himmel reißt doch noch auf und beschert uns sehr schöne Wolkenformationen und Lichtspiele beim Sundowner.
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Nachdem die Sonne untergegangen ist, sehen die Silhouetten der die Köcherbäume einfach traumhaft aus.
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Das schöne Ausblick, unsere Pasta mit Knoblauch und ein guter Rotwein sorgen schließlich doch noch für „ausgeglichene Stimmung“ zum Tagesabschluss 🙂 🙂 🙂

Teil 2022. Nov. 2020

Dienstag - 24. März 2020 – Tolle Landschaft und neue Hiobsbotschaften (Bagatelle)
Heute fahren wir weiter in Richtung Mariental. Die Fahrt ist ziemlich nervig, weil wir immer wieder den Reifen aufpumpen müssen. Das Ventil sitzt nicht optimal und kippt immer wieder zur Seite, so dass Luft entweicht. Das Problem hatten wir unterwegs schon einige Male, aber es hat sich nach einmaligen Aufpumpen des Reifens immer zurechtgeruckelt. Während der gestrigen Fahrt mussten wir allerdings schon häufiger den Kompressor anwerfen und heute halten wir alle paar Kilometer an.
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Na toll 😠 Statt den Nachmittag auf einem schönen Platz zu genießen, können wir jetzt wahrscheinlich auch noch in Mariental noch in die Werkstatt fahren… Immerhin hat unser Reifenmonitor uns davor bewahrt, den Reifen kaputt zu fahren. Kurz vor Mariental hat das Ventil dann doch wieder seinen richtigen Platz gefunden und wir können uns erfreulicher Weise den „Ausflug“ in die Werkstatt sparen.

Eigentlich wollten wir heute gerne bei der Kalahari Anib Lodge campen, weil wir dort sehr lange nicht mehr waren und die Lodge relativ nah bei der Hauptstraße liegt. Nach diversen vergeblichen Telefon- und Mailversuchen haben wir aber am Morgen erfahren, dass die Campsite ausgebucht ist. Gut zu wissen, dass noch ein paar Leute außer uns unterwegs sind. Die Straßen hier im Süden sind so leer wie vor 20 Jahren. Manchmal haben wir das Gefühl, wir sind die einzigen Bekloppten, die noch nicht „die Flucht ergriffen haben“. Als gute Campingalternative gibt es zum Glück ja auch noch Bagatelle - nur etwas weiter ab vom Schuss.
Auf Bagatelle ist wie immer wunderschön. Wir sind die einzigen Gäste auf der Campsite und die Kalahari Dünen sind traumhaft grün bewachsen.
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Dieses Mal haben wir einen kleinen Plan bekommen, auf dem wir einen Sundowner Point entdecken, den wir noch nicht kennen und deshalb gleich in Augenschein nehmen. Herrlich! Diesen Platz mit dem großen Webervogelnest werden wir auf jeden Fall zum Sonnenuntergang ansteuern!
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Abends fahren wir also zum Sundowner die Düne herauf.
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Kurz vor dem Platz saust plötzlich ein Lodge Wagen die Düne herauf uns parkt oben. Oh, wie schade!!!! Wir packen trotzdem unsere Stühle aus und tragen sie die letzten Meter die Düne hoch und treffen auf zwei Lodge Angestellte mit zwei deutschen Praktikanten. Ein Angestellter erklärt uns, dass dieser Platz eigentlich für die bezahlten Sundowner Activities mit Gästen ist und fragt ob wir uns da anschließen wollen… Äh nein, wollen wir eigentlich nicht! Wir haben ja unsere eigenen Gin Tonics schon vorbereitet und der Platz ist ohne spezielle Hinweise auf dem Campsite Plan eingezeichnet. Deshalb sind wir davon ausgegangen, dass er für die Camper eingerichtet wurde. Das wäre bei einem Preis von 300 N$ pP ja auch durchaus drin... Mein Mann stellt unsere Stühle auf.
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Ich diskutiere noch etwas, bis der nette Mensch irgendwann sagt: “Okay – you can join us with your own drinks!“ Also, alles bestens! 😁 😁 😁

Schließlich kommen die beiden Lodge Gäste mit einem Fahrer die Düne raufgekachelt – fast schon etwas spät für den Sonnenuntergang. Da es auch Deutsche sind, sind wir natürlich schnell in Corona Gesprächen und der Sonnenuntergang – der heute ohnehin nicht so spektakulär ist – wird fast zur Nebensache. Dann entdecken die beiden unsere Stühle und denken, dass diese für sie aufgestellt wurden. Sie sind begeistert und genießen sitzend den Ausklang des Sonnenunterganges.

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Wir überlassen ihnen die Stühle gerne und freuen uns, dass wir auf diesem Wege quasi etwas dafür zurückgeben konnten, dass wir am Sundowner Platz bleiben durften. Inzwischen ist die Stimmung so entspannt, dass der Lodge-Mitarbeiter uns sogar noch einen Gin Tonic spendiert. Das finden wir ausgesprochen nett! 🙂

Als die Sonne versunken ist, quatschen wir noch weiter mit den anderen Gästen, die auch schon eine Corona-Odyssee hinter sich haben. Wir berichten glücklich von unseren Flügen am 27. März. Unsere Begeisterung wird aber schnell gebremst, als dir beiden uns mitteilen, dass in der Nacht vom 26. zum 27. März ein nationaler Lockdown in Südafrika in Kraft treten wird. Damit soll auch der Transit nicht mehr möglich sein! 😮 🤨 😮

Wir wissen zwar noch nicht, ob das wirklich gesicherte Informationen sind, aber mit der Ruhe ist es natürlich schlagartig vorbei 😠 😠 😠 Wieder hat uns eine neue Situation überrollt! Knapp daneben ist auch vorbei! Unser Flug wäre ja nur ca. 9 Stunden später gegangen! Wir sind in dieser Nacht wieder sehr aufgewühlt und der Schlaf wird zusätzlich durch viele Mücken gestört. Alles mal wieder nicht so erholsam…

Teil 2126. Nov. 2020

Mittwoch - 25. März 2020 – Frühstück mit Frau Strauß und hektische Fahrt nach Windhoek
Trotz der schlechten Nachrichten des gestrigen Abends, trödeln wir in den Tag hinein. Schließlich ist Bagatelle die letzte „wilde Location“ dieses Urlaubes und wir möchten das „Draußen-Feeling“ noch möglichst lange auskosten. Außerdem bin k.o. von der Mückennacht und brauche erstmal eine ausgedehnte Morgenroutine mit Kaffee und Ebook Reader. Dann entdecke ich Strauße auf einem der anderen Plätze. Ich schnappe meine Kamera und gehe langsam in die Richtung. Zunächst bin ich entzückt, dass die Strauße sich im Gegenzug langsam in meine Richtung bewegen. Irgendwann wird es mir aber mulmig und als die vorwitzigste Straußendame auf unserem Platz steht und unseren Wagen inspiziert gehe ich auf der andere Seite „in Deckung“.
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Als wir endlich mit dem Frühstück starten wollen, kommt Frau Strauß frech bis zu unserem Tisch 😮
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Mein Mann lässt sich von dem Besuch zwar weniger einschüchtern als ich, aber da es mit dem Schatten hier sowieso bald vorbei ist, ziehen wir hinter das Sanitärhäuschen um. Schatten haben wir jetzt, aber Madame lässt sich nicht so einfach abschütteln. Erst pickt sie an meinem Stuhl herum und dann stolziert sie „in die Küche“ und fängt an, unsere Sachen auf der Spüle zu untersuchen. Da hört der Spaß bei mir auf! Strauße in der Küche sind schließlich unhygienisch 🤨. Aber das Federvieh lässt sich nicht vertreiben. Schließlich muss ich einen Stuhl zur Hilfe nehmen und laut schreiend einen Scheinangriff verüben 😄 😄 😄 Der Vorgang muss später nochmal wiederholt werden und das Frühstück zieht sich so ganz schön in die Länge.
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Als wir fast fertig gepackt haben, kommen noch eine gemischte Gang aus Oryx, Kudu und Springböcken zu unserem Platz – offensichtlich halb zahm, aber trotzdem natürlich wunderschön!
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Wir genießen diese herrliche Szenerie noch eine Weile und kurzzeitig kann ich sogar fast die nervigen Mückenstiche vergessen. Die schlimmen Quaddeln und Blasen am Bein meines Mannes breiten sich allerdings immer weiter aus. Jeden Tag kommt ein neuer Herd von mehreren Bissen/Stichen dazu. Uns wird das langsam mulmig; zumal die erste Stelle ziemlich entzündet ist 🙁 .

Mittags fahren wir zur Rezeption, um die aktuellen Infos zu checken. Unsere bayrischen Freunde haben eine Sprachnachricht hinterlassen. Sie haben von einer Dame in Opuwo gehört, dass ganze Regionen (Walvis Bay, Swakopmund, Erongo, Khomas) abgeschottet werden sollen. In die Region um Windhoek soll man noch fahren, sie aber demnächst nicht mehr verlassen können. Richtig abgesichert ist diese Information aktuell aber noch nicht. Außerdem soll es vom Auswärtigen Amt gestern einen Landsleute Brief gegeben haben, der bei mir aber nicht eingegangen ist. Das ist natürlich auch ziemlich beunruhigend! Sind wir da aus dem System geflogen? Wir werden nun doch sehr nervös und brechen in Richtung Windhoek auf. Einerseits sind wir froh über jeden Kilometer, den wir auf der leeren Straße schnell hinter uns bringen, andererseits wächst die Anspannung. Was ist, wenn wir vielleicht doch gar nicht mehr in das Stadtgebiet einreisen dürfen?
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Eigentlich haben wir noch eine Camping-Nacht geplant und wollten diese wegen der aktuellen Situation möglichst stadtnah verbringen (eventuell beim Transkalahari Inn). Aufgrund der schlafarmen Mückennacht und des insgesamt angeschlagenen Zustandes meines Mannes planen wir unterwegs spontan um. Wir kontaktieren das für morgen gebuchte Berghaus B&B und sind sehr erleichtert, dass wir unser Zimmer schon heute beziehen können.

Sonst ist es immer ein Wehmutsmoment, wenn wir nach einer schönen Reise die Stadtgrenze von Windhoek passieren. Heute sind wir allerdings unendlich froh und erleichtert, dass wir ohne Komplikationen in die City fahren können und alles noch sehr normal wirkt.
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Später am Nachmittag geht auch noch die Email mit dem Titel „Landsleutebrief vom 24.03.2020“ bei mir ein und bestätigt: „Wir arbeiten weiterhin intensiv daran, deutsche Staatsangehörigen, die sich kurzzeitig in Namibia aufhalten, bei der Rückkehr nach Deutschland zu unterstützen. Konkrete Planungen zur Durchführung von Rückholungsflügen aus Namibia sind heute angelaufen.“ Das hört sich doch ermutigend an! Unsere flatterigen Nerven beruhigen sich wieder ein wenig! Wir besorgen Pizza von Plan B. Dort entdecke ich an der Wand einen Spruch, den ich mir - trotz fragwürdiger Grammatik - für die nächsten Tage unbedingt zu Herzen nehmen möchte.
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Die Pizza und ein großzügig eingeschenkter Gin Tonic tragen dazu bei, dass wir langsam wieder runter kommen. Wie so oft übernachten einige (Gäste)Farmer im Berghaus und es wird ein interessanter und unterhaltsamer Abend. Natürlich kommen auch die Sorgen und Nöte der Farmer zur Sprache, aber die Stimmung ist angenehm die Ablenkung tut uns richtig gut 🙂

Teil 2228. Nov. 2020

Donnerstag - 26. März 2020 – Diagnose Spinnenbiss
Am Morgen sind wir sehr froh über unsere relativ entspannte Nacht und das gute Frühstück mit Blick auf Windhoek. Da wir inzwischen (leider!) verifizieren konnten, dass unsere Flüge für den morgigen Tag durch den Lockdown in Südafrika tatsächlich futsch sind, informieren wir unsere Familien und Arbeitgeber entsprechend.

Die merkwürdigen Bisse oder Stiche am Bein meines Mannes bereiten uns leider zunehmend Sorgen. Zum Glück vereinbart unsere nette Pensionswirtin Steffi kurzfristig einen Termin bei ihrem Hausarzt Dr. Björn von Finckenstein für uns. Nach einem kurzen Blick auf den betroffenen Oberschenkel bestätigt der erfahrene Mediziner die Vermutung, die eine Farmerin bereits am Vorabend geäußert hat: “Spinnenbisse!“ Und zwar von einer kleinen aber ziemlich giftigen Sac Spider.
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Wahrscheinlich hatte die Spinne sich im Schlafsack oder sogar der Schlafanzughose meines Mannes eingenistet und sich Nacht für Nacht gegen den unerwünschten „Besucher“ gewehrt. Die Folgen der Bisse treten immer erst mit etwas Zeitverzögerung auf. So ist zu erklären, dass sich nach und nach neue Herde gezeigt haben.

Als mittelprächtige Arachnophobikerin bin sehr erleichtert, dass es keine super ekelhafte, riesige Monsterspinne war, die das Bett mit uns geteilt und meinen Mann „angeknabbert“ hat. Aber das hilft meinem schmerzgeplagten Gatten natürlich nicht. Mit den mitgegebenen Antibiotika und Salben lässt sich die Entzündung behandeln und die Schmerzen werden etwas gelindert, aber die Unsicherheit über den Heilungsverlauf bleibt. Da das Gift – ebenso wie Schlangengift - das Gewebe zersetzt, kann der Heilungsprozess langwierig sein. Und natürlich tut mein Mann das, was alle „modernen Menschen“ tun und sucht weitere Erläuterungen bei „Dr. Google“. Die Info, dass bei einem ungünstigsten Verlauf später eine Hauttransplantation erforderlich werden kann, trägt nicht grade zur Beruhigung der ohnehin flatterigen Nerven bei. Ich bin allerdings geneigt, optimistisch zu bleiben, aber ich bin ja auch nicht direkt betroffen…

Mein gebeutelter Mann legt sich nach dem Termin wieder hin und ich entpacke den Wagen und packe die Campingtasche, deren Inhalt wir auf keinen Fall mehr brauchen werden. Aufgrund der Informationen zum Thema „Klopapier“, die aus Deutschland zu uns durchgedrungen sind, werden unsere Restbestände natürlich auch als ungewöhnliches „Mitbringsel“ eingepackt.
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Schließlich machen wir noch einen kleinen Einkauf. Da der bevorstehende Lockdown in Namibia mit einem Verkaufsverbot für Alkohol und Zigaretten einhergehen wird, müssen wir natürlich unsere weitere Verweildauer abschätzen und einen entsprechenden Vorrat anlegen. Dann bringen wir den Wagen zurück zu Savanna, wo es schon gespenstisch ruhig ist. Für die nächsten 2 Tage mieten wir einen kleinen PKW, um in Windhoek etwas flexibel zu bleiben.

Am Nachmittag ist ein weiteres Touristen-Paar im Berghaus gestrandet, das ich zur Wahrung der Anonymität „Die Süddeutschen“ nenne. Natürlich halten wir ein ausgedehntes Schwätzchen und tauschen uns über unsere Irrungen und Wirrungen durch Corona aus.

Abends treffen wir unsere bayrischen Freunde in Joe’s Beerhouse. Die beiden haben sich zügig aus dem Kaokoveld nach Windhoek begeben, um sich für das Rückholprogramm bereitzuhalten. Wie schon bei den letzten Treffen in Swakopmund ist die Stimmung verhalten. Wir sind wahrscheinlich alle durch die immer neuen Überlegungen und Entscheidungen ausgelaugt. Inzwischen haben wir aber zumindest gehört, dass das Rückholprogramm am Samstag starten und am Dienstag (31. März) abgeschlossen werden soll. Das ist ja überschaubar! Also richtig gute News! 😁 😁 😁

Teil 2330. Nov. 2020

Freitag - 27. März 2020: „Henkersmahlzeit“
Jetzt wären wir eigentlich schon auf dem Heimflug – sowohl geplant als auch umgebucht! Stattdessen gibt es nach einer unruhigen Nacht ein gemütliches Frühstück. Danach begibt mein Mann sich ins „Home Office“. Im Gegensatz zu mir kann er mit seinem privaten Tablet auf seine berufliche Mailbox zugreifen. Ich kümmere mich derweil um unseren Reise-Kram, z.B. die Prüfung und Aktualisierung unserer Daten in den Rückholportalen.

Nachdem ich mich erfolgreich bei Condor eingeloggt habe, werden die bereits erfassten Daten nicht angezeigt!?! Sofort macht sich Panik breit! Könnte es passieren, dass wir wegen „wackeliger“ IT Lösungen vergessen werden? Also, alles neu erfassen 😠 . Beim Ausloggen erscheint ein winziger Hinweis, dass alle Daten sicher gespeichert sind, aber beim nächsten Einloggen nicht wieder angezeigt werden. Blödes Portal!!! Da habe ich jetzt leider eine Dublette erzeugt! Später werden wir erfahren, dass solche doppelten Erfassungen massenhaft vorgekommen sind. Viele Leute haben den kurzen Hinweis beim Ausloggen nicht bemerkt und sich 6, 8 oder sogar mehr als 10 Mal eingetragen… Da stehe ich ja mit meiner schlichten Doppelerfassung noch gut da 🙂

Zur Mittagszeit fahren zum Am Weinberg Estate. Ich habe schon gute Kritiken zum Cape Town Fish Market gefunden und freue mich darauf, die Austern- und Sushi-Schlacht nachzuholen, auf die ich in Swakopmund verzichten musste. Leider hat aber genau dieses Restaurant aufgrund bereits geschlossen, da der Lockdown um Mitternacht in Kraft treten wird 😮 Wie schade!!!! Im Innenhof des Boutique Hotels finden wir aber einen sehr schönen Platz, wo wir einen kleinen Mittagsimbiss und ein gutes Glas Wein genießen können.
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Nachmittags hängen wir gemütlich mit den anderen Gästen im Berghaus ab. Außer den Süddeutschen sind inzwischen noch 4 weitere Personen hier einquartiert („Die Norddeutschen“). Wir alle sind schon seit vielen Jahren in Namibia unterwegs, haben aktuell natürlich unsere jeweils besonderen Corona-Reiseerfahrungen und uns daher viel zu erzählen.

Für den Abend haben wir einen Tisch beim Butcher Block im Am Weinberg Estate einen reserviert. Da das unsere „Henkersmahlzeit“ vor dem Lockdown bzw. den Restaurantschließungen ist, wollen wir es nochmal richtig krachen lassen. Leider ist der Service durchweg unbefriedigend. Natürlich muss man in dieser Situation Verständnis für das verunsicherte Personal haben. Für uns ist es aber trotzdem blöd, dass es so unrund läuft! Dafür wird der spätere Abend in unserer kleinen Schicksalsgemeinschaft im Berghaus aber umso vergnüglicher! Wir feiern quasi in den Lockdown hinein und da keiner Pläne für den nächsten Tag hat, geht es bis ca. 1:30 Uhr feucht-fröhlich zu.

Samstag - 28. März 2020 – Entschleunigt durch den Tag
Nach dem feucht-fröhlichen Abend wird heute lange geschlafen und ausgedehnt gefrühstückt - wobei alle ziemlich ruhig sind.

Unsere Pensionswirtin Steffi ist nicht sicher, ob sie uns während des Lockdowns überhaupt noch beherbergen darf. Aber da sich alle Touristen sich in Windhoek einfinden sollten, müssen sie ja logischer Weise auch irgendwo bleiben. Steffi gewährt uns also weiter Asyl und hofft inständig, dass Logik vor Lockdown geht und sie sich keinen Ärger einhandelt. Die Angestellten dürfen jetzt aber nicht mehr in die Pension kommen, was beide Seiten sehr unglücklich ist.

Nachmittags fahren wir nochmal für einen letzten Einkauf zum Spar, wo es bereits ganz ruhig ist. Am Geldausgabeautomat entdecken wir bereits ein Fläschchen mit Desinfektionsmittel. Wir sind beeindruckt! Anschließend geht es weiter zum Am Weinberg Estate. Eigentlich wollten wir hier Essen vom Bistro holen, aber das hat leider schon geschlossen. Also gibt es das, was immer geht: Pizza – quasi das Lockdown-Grundnahrungsmittel.
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Anschließend bringen wir den Wagen zu Savanna zurück, denn jetzt macht es irgendwie keinen Sinn mehr, die Miete zu verlängern. Der Rest des Tages wir entschleunigt vergammelt. Der obligatorische Sundowner und Abendessen in unserer gestrandeten Gemeinschaft bilden den unspektakulären Abschluss des unspektakulären Tages.
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Teil 2402. Dez. 2020

Sonntag - 29. März 2020 – Noch mehr Entschleunigung
Auch heute passiert nicht viel! Während man sich zu Hause oft Entschleunigung wünscht, schlägt sie hier schnell in Langeweile um. Ich bringe den „Pensions-Kindern“, die sich auch schon sehr langweilen, ein Mal- und Würfelspiel bei. So haben wir 3 wenigstens für eine Weile etwas Abwechslung. Außerdem tröste ich mich damit, dass es doch auch ganz nett ist, hier noch die Füße in den Pool zu halten, statt zu Hause bei deutlich niedrigeren Temperaturen zu bibbern.
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Unsere bayrischen Freunde vermelden, dass sie für morgen per Rückholflug nach München fliegen werden, die Norddeutschen haben einen positiven Bescheid für den Dienstagsflug nach Frankfurt bekommen. Immerhin, es tut sich etwas! Aber leider nicht für uns 🤨 🙁 🤨

Auf einer Lufthansa Webseite können wir sehen, dass bis zum nächsten Freitag (3. April) für jeden Tag ein Rückholflug von Windhoek nach Deutschland geplant ist. Das Programm wird also doch nicht so schnell abgeschlossen sein, wie wir es ursprünglich mal gehört haben. Schade! Wir hatten damit gerechnet, dass wir spätestens in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch zu Hause aufschlagen. Nun kann es also bis zum Ende der Woche dauern… Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau, denn es ist fantastisch, dass die deutsche Regierung offensichtlich intensiv daran arbeitet, alle Touristen nach Hause zu holen. Es wäre nur einfach schön zu wissen, wann wir dran sind! Durch Telefonate mit meiner Familie ist mir inzwischen klar geworden, dass aufgrund des familiären Krankheitsfalls viele Aufgaben warten, um die eigentlich nur ich mich kümmern kann. Mit jedem Tag, den wir länger hier verbringen, wird der Organisationstress nach der Rückkehr größer. Das macht mich zunehmend nervös – zumal der Urlaub nicht wirklich erholsam war und ich umgehend mit der Arbeit starten muss.

Immerhin wird es heute wieder ein geselliger Abend und es könnte uns doch deutlich schlechter gehen, als bei einem Glas Wein in netter Gesellschaft in der lauen Sommernacht zu sitzen… 🙂

Montag - 30. März 2020 – Regen und ein Stimmungstief
In der Nacht habe ich wieder schlecht geschlafen. Die Situation „drückt“ eben doch und der Kopf fährt ständig Karussell. Eigentlich hatte ich mir ja Geduld verordnet, aber da die Geduldigen manchmal auch die Dummen sind, rufe ich gleich morgens bei der Botschaft an. Ich komme erstaunlich gut durch und die Dame ist sehr freundlich, obwohl ich mir vorstellen kann, dass dort so richtig „die Hütte brennt“. Konkrete Auskünfte zu unserem Flugtermin kann man mir allerdings nicht geben. Durch das blöde Portal, das die bereits erfassten Daten nicht wieder angezeigt hat (siehe Bericht vom 27. März 2020), ist es zu zahlreichen Doppelerfassungen gekommen, die jetzt mühsam aussortiert werden müssen… Viel Arbeit für die Botschaftsmitarbeiter! Also tief durchatmen und immer daran denken:„Be patient. Good things come to those who wait!“ Fällt mir momentan aber echt schwer 😐

Gegen Mittag treffe ich die Süddeutschen, die grade mit der Botschaft telefoniert haben. Sie haben erfahren, dass man für den morgigen Flug berücksichtigt werden soll, wenn man seine Unterlagen heute persönlich abgibt. Netter Weise nehmen die beiden mich mit in die Stadt. In der Botschaft herrscht ein relativ entspanntes Kommen und Gehen. Unsere Formulare werden freundlich entgegen genommen, aber konkrete Zusagen kann man noch nicht machen. Puh!

Während mein Mann sich wieder im Home Office beschäftigt ist, wird mir zunehmend langweilig. Das heute durchweg graue und regnerische Wetter trägt auch nicht grade zur Stimmungsaufhellung bei.
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In der AZ gab es inzwischen einige Artikel, die uns zusätzlich bedenklich stimmen. Namibische Staatsbürger wurden nach ihrer Rückkehr aus Deutschland von der Regierung in Quarantäne verfrachtet – und zwar in ein heruntergekommenes Konferenzzentrum mit unzureichender Hygiene und Versorgung. Zwar müssen wir aktuell keine Quarantäne in Namibia befürchten, aber uns wird klar, dass wir lieber nicht hier sein möchten, falls sich die bislang entspannte Corona Situation zuspitzt. Ok; man soll bekanntlich nicht über Dinge grübeln, die wahrscheinlich nie eintreten! Aber wenn man sich schon eine Weile im Informationschaos bewegt und aktuell Langeweile hat, ist diese Lebensweisheit nicht immer einfach zu berücksichtigen…

Der Tag verrinnt und wir hören und hören nichts von der Botschaft, so dass wir irgendwann akzeptieren müssen, dass es mit dem erhofften Heimflug am nächsten Tag nicht klappen wird. Das ist heute alles soooo frustrierend. Etwas Ablenkung bietet zumindest das Essen, das ich mit den Süddeutschen vom Stellenbosch hole. An dieser Stelle muss mal gesagt werden, dass es einfach toll ist, wie die Nord- und die Süddeutschen uns unterstützen. Sie verfügen durch persönliche Kontakte über Privatwagen und nehmen mich überall hin mit oder fragen unsere Einkaufswünsche ab. Schade, dass sich unsere kleine Schicksalsgemeinschaft morgen halbieren wird, aber wir gönnen den Norddeutschen den Heimflug natürlich von Herzen.

Der obligatorische Sundowner findet heute ohne sichtbaren Sonnenuntergang statt. Inzwischen müssen wir schon auf die „Gin-Notreserve“ zurückgreifen – die kleinen Fläschchen, die die bayrischen Freunde mir zum Geburtstag geschenkt haben.
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Spätabends schreiben unsere lieben Bayern, dass sie in München gelandet und nun auf dem Heimweg sind. Ihr Abflug verlief allerdings nicht reibungslos, denn ihre Namen standen trotz Benachrichtigung nicht auf der Liste. So mussten zunächst zur Seite treten und warten. Schließlich blieben aber noch ein paar Plätze übrig und sie konnten sich gegen die „Glücksritter“ behaupten, die ohne jegliche Benachrichtigung zum Flughafen gekommen waren. Nun sind sie also in Deutschland! Natürlich freue ich mich für sie, dass die Zeit des Wartens und der Unsicherheit ein Ende hat. Aber ehrlich gesagt verstärkt ihre Heimkehr auch meinen Frust nach diesem grauen Tag, der uns kein Fünkchen Klarheit gebracht hat. Wir schicken uns noch bis spät in die Nacht WhatsApp Nachrichten und ich kämpfe erstmals mit den Tränen 😮 😮 😮

Teil 2506. Dez. 2020

Dienstag - 31. März – Gute Nachricht am späten Nachmittag
Heute scheint wieder die Sonne von einem strahlend blauen Himmel und die Morgenluft ist nach dem gestrigen Regen herrlich. Da ist die bedrückte Stimmung der letzten Nacht gleich wie weggeblasen und ich freue mich auf das herrliche Frühstück im Freien. Entsprechend schwungvoll begrüße ich die Süddeutschen und schaue dann aber direkt fragend auf den Tisch, der wieder für 8 Gäste gedeckt ist. „Die Norddeutschen kommen gleich zurück. Sie wurden nicht im Flieger mitgenommen. Wir wissen nicht was passiert ist“, informieren mich die Süddeutschen. Sch…! Wie ätzend ist das denn! Zum Flughafen bestellt und dann nicht mitgenommen werden… 😈 😈 😈

Es dauert also nicht lange und die Norddeutschen sitzen wieder mit uns am Tisch. Ich habe sie ja wirklich ins Herz geschlossen, aber so schnell wollte ich sie nicht wiedersehen! Hier die ungefähre Erklärung, wie es zu dem Vorfall gekommen ist: In der Bestätigungsmail für den Flug wurde auch um Einreichung der ausgefüllten Formulare gebeten (die gleichen Formulare, die wir persönlich bei der Botschaft abgegeben haben). Natürlich haben die Norddeutschen alles aufgefüllt und abgeschickt! Anscheinend enthielt die Mail der Botschaft aber eine richtige und eine falsche Adresse zur Abgabe der Unterlagen und leider haben unsere lieben Norddeutschen die falsche Adresse erwischt. Ihre Unterlagen landeten im Nirwana und wurden nicht weiter bearbeitet… Ich nehme an, dass es bei unseren bayrischen Freunden ähnlich gelaufen ist und sie am Tag zuvor aufgrund dieses Fehlers ebenfalls nicht auf der Liste standen.

Die Norddeutschen haben jetzt eine feste Zusage für den morgigen Flug! Nachdem sie sich bei einem Kaffee von der bösen Überraschung erholt haben, beschließen wir alle den Tag zu genießen. Hey – wir haben herrlichsten Sonnenschein und einen schönen Pool! Mein Mann begibt sich ins Home Office und wir anderen verbringen den Tag wieder mit dem üblichen Mix aus Lesen, WhatsApp, Abhängen etc.
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Es geht mir heute wirklich gut und schließlich kann ich auch meinen Mann von der Arbeit weglocken.
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Der einzige Wermutstropfen an diesem schönen Sonnentag ist, dass wir wieder nichts von der Botschaft hören. Heute gelingt „be patient“ aber besser und ich kann der Situation „Pool statt Büro“ durchaus wieder positive Seiten abgewinnen.

Als ich schon ziemlich spät am Nachmittag im Zimmer herumkrame, kommt mein Mann, wedelt aufgeregt mit meinem Smartphone und ruft: “Die Botschaft ist dran und fragt, ob wir morgen nach München fliegen wollen?“ Klar wollen wir!!! Auch wenn München rund 200 Kilometer weiter von zu Hause entfernt ist und auf jeden Fall eine Zwischenübernachtung erfordert! Wir werden gebeten, morgen um 6:00 Uhr am Flughafen zu sein und die ausgefüllten Formulare mitzubringen. Ich weise darauf hin, dass ich die ja schon persönlich in der Botschaft abgegeben habe. „Das sollte eigentlich reichen“, sagt die nette Dame, „aber falls sie die Möglichkeit haben, füllen sie die Papiere lieber nochmal aus und bringen sie mit – nur zur Sicherheit!“ Aber klar, "zur Sicherheit" würde ich die lästigen Formulare auch noch ein Dutzend Mal ausfüllen... 😉

Puh, da haben wir echt Schwein gehabt! Ich hatte mein Smartphone auf dem Esstisch vergessen und mein Mann hat das Klingeln nicht bemerkt. Schließlich wurde er von den Norddeutschen darauf aufmerksam gemacht. Danke ihr Lieben!

Jetzt hat es sich von einer Minute auf die andere ausgegammelt!!! Mein Mann sprintet los, um die anderen zu informieren, dass wir auch morgen dabei sind und kommt umgehend mit den Süddeutschen zurück. Die haben noch nichts gehört und lassen sich die Durchwahl geben, von der ich angerufen wurde. Sie rufen umgehend dort an, verweisen auf das Telefonat mit uns und fragen, ob es für sie auch Plätze gibt. Die Antwort ist, dass mein Mann und ich grade die letzten beiden Plätze bekommen haben. Wie UNANGENEHM!!! Wir müssen uns eigentlich keine Vorwürfe machen, aber die Situation ist wirklich irgendwie peinlich – insbesondere da die beiden die ganze Zeit ausgesprochen hilfsbereit waren.

Jetzt muss es aber bei uns Schlag auf Schlag gehen und ich habe daher nicht viel Zeit, mich „zu schämen“. Der Transfer muss bei Savanna bestellt werden. Klappt binnen weniger Minuten. Gute Valerie! Ich muss ein Hotel in München buchen. Da hatte ich in der Langeweile-Phase zum Glück schon ein paar Optionen recherchiert. Die Buchung ist also auch schnell erledigt. Die Formulare werden erneut ausgefüllt. Warum kann ich meine Passnummer eigentlich immer noch nicht auswendig, wo ich sie in diesem Urlaub doch schon gefühlt 1.000x irgendwo angegeben habe? Außer der Campingtasche ist wegen der bis eben unbekannten Aufenthaltsdauer noch nichts gepackt. Wie mache ich das denn jetzt smart, damit wir für die Zwischenübernachtung in München gut gerüstet sind? Mein Mann hat Feierabend und geht unsere bevorstehende Abreise feiern. Ich rödle rum wie blöd, gönne mir zwischendurch aber den letzten Sundowner auf namibischen Boden. Tatsächlich sind das auch die letzten beiden Gin Fläschchen. Das nenne ich mal eine Punktlandung!

Schließlich habe ich alles geschafft und kann mich mit einem Wein zu den anderen setzen. Die Stimmung ist komisch. Wir sind wegen der bevorstehenden Heimreise unter Hochspannung! Die Süddeutschen versuchen die allgemeine Vorfreude nicht zu bremsen. Wir merken aber, dass sie bedrückt sind. Das wird noch verstärkt, als auf der Lufthansa Webseite plötzlich alle weiteren Rückholflüge verschwunden sind. Diese Entdeckung setzt der merkwürdigen Situation tatsächlich die Krone auf – zumal wir inzwischen wissen, dass die Durchführung des Rückholprogramms nicht allein von der deutschen Regierung abhängt. Da Namibia sich im Lockdown befindet, muss jede Landung in Windhoek mit der namibischen Regierung verhandelt werden. Was, wenn die plötzlich aus irgendwelchen (irren!?) Gründen (vorerst) keine Rückholflüge mehr zulassen? Zum Glück tauchen die Flüge bald wieder im Portal auf! Das macht die Verabschiedung für alle Beteiligten etwas leichter

Wir gehen nicht allzu spät ins Bett, denn der Wecker wird morgen um 4:15 Uhr klingeln. An ruhigen Schlaf ist natürlich aufgrund der ganzen Aufregung nicht zu denken 😮 😮 😮

Teil 2610. Dez. 2020

Mittwoch - 1. April – Ein ungewöhnlicher Rückflug
Der Wecker holt mich aus unruhigem Schlaf und ich laufe los wie ein Roboter. Meine Zeitplanung geht gut auf und wir sind genau in dem Moment fertig, als der Wagen von Savanna eintrifft. Die Norddeutschen fahren ebenfalls grade ab. Unsere liebe Pensionswirtin steht mit „Care Paketen“ an der Straße und verabschiedet uns herzlich.

Aufgrund der Erfahrungen unserer bayrischen Freude und der Norddeutschen, lässt unsere Anspannung unterwegs nicht nach. Die Fahrt läuft allerdings gut und auch am festen Straßenkontrollpunkt gibt es keine speziellen Prüfungen. Wir kommen sehr pünktlich am Airport an, aber es ist schon ziemlich viel los. Die vielen Menschen stehen sehr eng in der Warteschlange, aber es geht alles sehr geordnet zu und es wird nicht aufdringlich gedrängelt. Nur ein älterer Herr fällt mir unangenehm auf, weil er wiederholt aus der Reihe ausschert, einen langen Hals macht, um die Lage zu peilen und dabei auffällig hüstelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier jemand mit COVID-19 infiziert ist, ist zwar sehr gering, aber ich bin trotzdem froh, wenn der unruhige Geist in die andere Richtung hüstelt 🤨 🤨 🤨

Beim Check-In fallen mir ganze Gebirge vom Herzen, da wir offensichtlich auf der Liste stehen und es keine bösen Überraschungen gibt. Ich bitte um einen möglichst guten Platz, damit mein Mann sein schmerzendes Bein entlasten kann. Die besten Plätze sind natürlich schon weg, aber es gibt einen Fensterplatz in einer 3er Reihe hinter einer Reihe mit nur 2 Sitzen. Das verschafft ausreichend Raum für eine entspannte Beinhaltung.

Nach dem Check-In muss mein Mann seinen Nikotinspiegel noch für den langen Flug optimieren. Draußen ist natürlich richtig viel los! Inzwischen scheint die Sonne und die Temperatur ist super-angenehm. Vielleicht sollten wir doch hier bleiben 😉 Zu meiner Überraschung hat sogar die kleine Kaffeebar geöffnet. Ich habe allerdings unsere letzte Bierdose als „Frühstücksbier“ eingepackt. Vermutlich ist das das erste Mal im Leben, dass mein Mann konsterniert schaut, als ich ihm das Bier reiche. Ich bin allerdings der Meinung, in dieser besonderen Situation schmeckt ein geteiltes Bierchen auch morgens gegen 7:00 Uhr sehr gut 😎
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Zurück im Airport sind die Schlangen an der Security erwartungsgemäß lang und es wird zunächst akribisch kontrolliert (Schuhe ausziehen etc.). Plötzlich kommt aber Hektik auf und die Kontrollen erfolgen mit der vertrauten Nachlässigkeit. Das gibt uns noch Zeit für den Shop, der ebenso geöffnet hat wie auch das Bistro.

Der Flieger ist natürlich rappelvoll, aber mit unserer Sitzreihe sind wir sehr zufrieden. Leider lässt sich direkt neben mir der unruhige „Huste-Opa“ nieder, der mir schon in der Warteschlange unangenehm aufgefallen ist. Na herzlichen Glückwunsch! Aber er ist jetzt ruhiger und hustet weniger. Geht doch 🙂 🙂 🙂

Der Flugkapitän klärt uns direkt über das spezielle Catering auf und weist darauf hin, dass dieses kein Lufthansa Flug, sondern ein Flug des Auswärtigen Amtes ist. Pro Platz gibt es 1,5 Liter Wasser und eine große Papp-Box mit verschiedenen Lebensmitteln (Mini-Salamis, Croissants, Vollkornbrot, Marmelade, Käsecracker, Oliven, Nudelsalat, Süßkram etc). Es ist praktisch für jeden Geschmack etwas dabei und da wir unkomplizierte Esser sind und außerdem noch die Care Pakete von Steffi haben, werden wir keinesfalls verhungern.
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Immerhin wird auch 2x Kaffee ausgeschenkt und es gibt ein Glas Wein. Zudem kann ich meinen Mann zum Dessert mit einem Mini-Amarula überraschen, den ich heimlich Airport Shop erstanden habe. Kleinigkeiten können manchmal so viel Freude bereiten 😁

Etwas nervig ist lediglich, dass während des Fluges weder der Restmüll noch die Kartons eingesammelt werden. Stattdessen enthält jeder Karton einen großen Beutel in dem man seine Abfälle am Platz sammeln muss. Bei der engen Bestuhlung ist das Handling von Karton und Mülltüte ein kleines Jonglierkunststück. Wir sind wirklich dankbar für den etwas erweiterten Fußraum vor dem Sitz meines Mannes. Als wir uns dem Ziel nähern, haben wir als kleines Highlight wunderschöne Ausblicke auf die Alpen.
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Die Abschiedsdurchsage des Kapitäns rührt mich dann sehr. Außer den üblichen Höflichkeitsfloskeln sagt er, dass er und alle im Team aus Leidenschaft fliegen und hoffen, das bald wieder regelmäßig tun zu können. Ja, die Welt ist schon sehr speziell geworden 😮 😮 😮 Das merken wir auch, als wir den menschenleeren Münchener Flughafen betreten. Aber trotz der Leere geht es nicht schnell voran. Wir werden nur in Etappen eingelassen und auch das Gepäck lässt auf sich warten. Das gibt uns die Zeit, unsere komplikationslose Reise und glückliche Landung an unsere Familien und die Süddeutschen zu melden. Unsere Familien sind natürlich extrem erleichtert!!! Und auch die Süddeutschen haben gute Nachrichten für uns. Sie werden am nächsten Morgen fliegen! Da sie keine Zwischenübernachtung benötigen und vom Flughafen abgeholt werden, werden sie nur einige Stunden später zu Hause sein als wir. Da bin ich aber wirklich froh!!!

Schließlich kommt unser Gepäck und wir verabschieden uns herzlich von den Norddeutschen. Noch wird innig umarmt, denn in der Pension in Windhoek saßen wir ohnehin ständig zusammen. Und, dass Umarmungen ab jetzt ein totales Tabu sind, ist uns noch nicht so richtig bewusst. Wir werden in den nächsten Tagen noch den einen oder anderen Lern- und Anpassungsprozess durchlaufen müssen 😕

Es ist natürlich schon dunkel und kalt, als wir mit der S-Bahn am Hauptbahnhof ankommen. Und alles ist so ungewohnt ausgestorben, obwohl es noch relativ früh am Abend ist - nicht angenehm in dieser Gegend mit einigen zwielichtigen Gestalten. Im Hotel werden wir freundlich empfangen und machen ein kleines Zimmer-Picknick mit den Resten aus der Flugzeug-Box und ein paar Einkäufen aus dem Bahnhof Supermarkt. Ich buche noch schnell Sitzplätze für die Bahnfahrt am nächsten Tag und dann fallen wir total erschöpft ins Bett. Schließlich haben wir morgen noch die letzte Etappe dieser ungewöhnlichen Reise vor uns.

Teil 2711. Dez. 2020

Donnerstag - 2. April – Heimfahrt in leeren Zügen und ein kleines Reisefazit
Heute können wir ausschlafen und in Ruhe frühstücken, denn die einzige durchgehende Zugverbindung in unsere Heimstadt startet erst gegen 11:00 Uhr. Perfekt! Ebenso perfekt ist der strahlende Sonnenschein von einem wolkenlosen, blauen Himmel. Schönstes Reisewetter also, wenn auch noch recht kühl – zumindest wenn man grade aus Afrika kommt.

Auch tagsüber ist der Hauptbahnhof ziemlich leer. Was für ein Unterschied zu meinen bisherigen Erfahrungen in München! Wir suchen unser Zugabteil und lassen uns auf den reservierten Plätzen nieder. Reservierte Plätze!?! Das hätte ich mir echt sparen können! Aber dermaßen gähnend leer hatte ich den sonst knallvollen ICE wirklich nicht erwartet! So geht es also endlich ruhig, entspannt und ohne Umstieg in Richtung Heimat 😎
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Am Nachmittag um ca. 15:30 Uhr stehen wir in der Sonne im heimischen Garten – mit fast einer Woche Verspätung und einen Gin Tonic als „Begrüßungsdrink“ statt als Sundowner in der Hand. Das fühlt sich alles noch sehr merkwürdig an, aber wir sind ziemlich erleichtert, dass die Zeit des ewigen Hin- und Her und der Ungewissheit nun vorbei ist. Puh – was war das für eine Reise!? Namibia 2020 wird uns definitiv in Erinnerung bleiben! Und was für eine Rückkehr in eine surreale Welt. Dabei hatten wir doch beim Antritt der Reise noch gedacht, dass der ganze Spuk nach unserem Urlaub vorbei ist. Aber sicher waren wir nicht die Einzigen, die so naiv waren… 😗

Hätte uns vor der Reise ein Blick in eine Glaskugel offenbart, welche Irrungen und Wirrungen und gesundheitlichen Probleme uns erwarten, hätten wir uns vermutlich gegen diesen Urlaub entschieden. Das Geld und die Urlaubstage hätten wir dann für eine längere Namibia-Reise zu einem späteren Zeitpunkt gespart. Letztlich sind wir aber froh, dass es keine Glaskugeln gibt und wir die Reise gemacht haben. Ja, es gab spezielle Herausforderungen und der Urlaub war weitgehend unentspannt und keinesfalls erholsam! Aber wir waren da! Wir haben bekannte und geliebte Plätz besucht. Wir haben sehr tolle und für uns neue Campsites angesteuert. Wir haben uns (zum Glück!) nie in Gefahr gefühlt und eigentlich auch mental weitgehend tapfer geschlagen. Wir tragen die neuen Eindrücke, herrlichen Aussichten und wunderbaren Lichtstimmungen, die wir trotz des „Corona-Wahns“ genießen durften, im Herzen 🙂 🙂 🙂

Die Gebühr für unsere Sitzplatzreservierungen für die umgebuchte Flugverbindung, hat Lufthansa im August erstattet. Um die etwas langwierigere Kostenerstattung für den ausgefallenen Lufthansa Rückflug hat sich Iwanowski gekümmert und das Geld in dieser Woche auf unser Konto überwiesen. Nun warten wir noch auf die Rechnung für den Flug des Auswärtigen Amtes, dem wir dankbar sind, dass es mit dem Rückholprogramm insgesamt einen fantastischen Job gemacht hat.

Natürlich hoffen wir, dass wir das Land, das wir so sehr lieben, in nicht allzu ferner Zukunft wieder bereisen können. Wahrscheinlich wird das aber erst in 2022 sein, denn eine ähnliche Achterbahn der (Urlaubs)Gefühle wie in diesem Jahr möchten wir kurzfristig nicht mehr riskieren.

Alles Gute für alle touristischen Betriebe, die seit mehr als 20 Jahren dazu beitragen, dass wir im März immer eine grandiose Auszeit vom Alltagsleben haben! Good luck Namibia und auf ein hoffentlich gesundes Wiedersehen!

Namibia 2020 - Nach Hause Dank Rückholprogramm von Markandi

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/299658-namibia-2020-nach-hause-dank-rueckholprogramm

Stand: letzter Berichtsteil vom 11. Dez. 2020

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