← Zurück zum Bericht

Reisebericht · namibia-forum.ch

Indochina: Hinter den Bergen bei den 7 … Guides!

von Flotho · 40 Teile

Teil 110. Apr. 2020

Hinter den Bergen bei den 7 … Guides! Geführte Privatrundreise Indochina (Laos/Kambodscha/Vietnam)

Übersicht der Reise

Nachdem wir 2015 unsere erste Namibiareise unternommen hatten (https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/290562-drei-vegetarier-auf-busrundreise.html), hatte uns das Fernreisefieber gepackt. Für 2017 hatten wir uns Indochina (Laos, Kambodscha und Vietnam) ausgesucht. Unsere Namibia-Rundreise war eine Gruppenreise. Auch wenn wir damals zum Glück nur 6 Reisende waren, spürten wir, dass dies eher nichts für uns ist, vor allem nicht, wenn die Gruppen größer würden. Auf eigene Faust zu reisen kam aber auch nicht infrage. Nach einer ausgiebigen Recherche entschieden wir uns für den Berliner Internetanbieter DAO, der im direkten Vergleich ein unglaublich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis anbot und auch einlöste. Unser Wunsch, noch My Son in die Reise aufzunehmen, wurde durch die Verlängerung um einen Tag nicht nur erfüllt, die Reise wurde dadurch sogar spürbar günstiger.
Wir wollen nicht voraussetzen, dass jeder noch unseren Namibiabericht kennt. Daher kurz die Antwort auf die Frage: Wer sind wir? Mitreisen dürft ihr bei Florian und Thomas zusammen mit Mutter, bzw. Schwiegermutter Barbara.

20703638-HalongBuchtTiTopIsland.JPG


Die Route war sehr komprimiert und wir waren nach der Rückkehr wirklich urlaubsreif. Aufgrund unseres Zeitbudgets von nur 3 Wochen beinhaltete die Reise viele Flüge (insgesamt 7 mit den zwei Flügen von bzw. nach Deutschland). Für Thomas, der nicht so gerne fliegt, schon eine kleine Herausforderung. Die Reise war so geplant, dass wir jeweils von einem lokalen Guide am Flughafen abgeholt und wieder am nächsten abgesetzt wurden. So hatten wir das Vergnügen die im Titel erwähnten 7 Guides kennenzulernen. Da wir dieses Mal keine skurrilen Mitreisenden hatten, mussten sie für allerlei Beobachtungen herhalten. Wir wurden vollauf entschädigt, denn es handelte sich um 7 komplett unterschiedliche Archetypen, die sich zum Glück nie begegnen werden, denn das eine oder andere Aufeinandertreffen würde wohl nicht ohne Handgreiflichkeiten ablaufen.

0001IndochinaReiseroute.jpg


Als Vorgeschmack unsere Reiseübersicht. Lasst euch überraschen was sich dahinter verbirgt.
Mo. 27.02.17: Irre Eingeborene und verwirrte Reisende (Flug nach Hanoi)
Di. 28.2.17: Weiterflug nach Vientiane; Erkundung Vientianes auf eigene Faust
Mi. 1.3.17: Janusköpfiges Laos (Vientiane, Vang Vieng)
Do. 2.3.2017 Abenteuer in Vang Vieng
Fr. 3.3.2017 Verbrannte Erde (Kasi Distrikt, Phou Khoun, Kiu Kacham, Luang Prabang)
Sa. 4.3.2017 Wasserspiele in Luang Prabang (Luang Prabang, Kuangsi Waterfall Park)
So. 05.03.2017 Bootsrennen auf dem Mekong (Luang Prabang, Pak Ou)
Mo. 06.03.17 Hütchenspiele mit den Reisepässen (Luang Prabang, Siem Reap)
Di. 07.03.17 Siem Reap-Rally und Angkor Wat-Marathon
Mi. 08.03.17 Männer sind von Natur aus schön, Frauen … (Siem Reap, Phnom Penh)
Di. 09.03.2017 Hase und Igel in Phnom Penh (Phnom Penh, Chau Doc)
Mi. 10.03.2017 Vietnamesische Verkehrsschulung (Chau Doc, Can Tho)
Do. 11.03.2017 Schwimmender Markt in Can Tho (Can Tho, Saigon)
Fr. 12.03.2017 Saigon im Schweinsgalopp
Sa. 13.03.2017 Mit dem Vietkong auf Bildungsreise durch Hue oder Lost in Translation
So. 14.03.2017 Eigentore über dem Wolkenpass (Hoi An I)
Mo. 15.03.2017 My Son oder 100 € pro Person sparen durch Zusatztag
Di. 16.03.2017 Wir spielen Landwirte und Köche (Hoi An II)
Mi. 17.03.17 Barbaras Geburtstag in Hanoi
Do. 18.03.2017 Eine Seefahrt, die ist lustig … oder seekrank nur auf der Autobahn (Hanoi, Halong Bucht)
Fr. 19.03.2017 Eine Insel mit 'nem hohen Berg … oder Privatkreuzfahrt mit eigenem Stewart (Halong Bucht)
Sa./So. 20.3./21.3.2017 Ein zerrüttetes Nervenkostüm im Rückreisemarathon (Halong Bucht, Hanoi)

Auch wenn es eine Privatrundreise war, hoffen wir hier auf zahlreiche Mitfahrer.
Also viel Spaß beim Lesen - ab dem zweiten Tag gibt es viele Bilder, immer aber auch viel (hoffentlich einigermaßen unterhaltsamen) Text.

Grüße
Florian und Thomas

Teil 211. Apr. 2020

Jetzt zur Anreise. Leider noch mal bilderlos, aber doch recht umfang-, weil ereignisreich.

Mo. 27.02.17: Irre Eingeborene und verwirrte Reisende

Heute also sollte es losgehen. Eine derartig komplexe Reise hatte noch keiner von uns unternommen, entsprechend waren wir sehr nervös. Die Nervosität wurde dadurch gesteigert, dass Barbara, die in Hanoi ihren 77. feiern würde, seit Donnerstag eine Tournee in Ostdeutschland absolvierte und erst an diesem Morgen aus der Nähe von Leipzig zurückkehren konnte, da ihr letzter Auftritt dort erst nach Abfahrt des letzten Zug endete. Das Zeitfenster für eventuelle Bahnverspätungen betrug nur zwei Stunden, aber immerhin klappte alles, wenn sie auch nach den anstrengenden Tagen und nur drei Stunden Schlaf müde war. Auch wir reisten mit der Bahn an, mussten dabei wegen Straßenbauarbeiten etwas unangenehme Umwege mit den Koffern zum Bahnhof machen und feststellen, dass der Rail&Fly-Ticketdruck ganz anders funktionierte als in den Anleitungen. Dennoch kamen wir alle zur verabredeten Zeit in Frankfurt an.
Da wir dieses Mal keine Reisegruppe hatten, mussten wir uns für die Suche nach auffälligen Mitmenschen auf Zufallsbegegnungen verlassen. Bereits an der Konstablerwache hatten wir Glück, als ein quartalsirrer „Schizo-Penner“ (O-Ton einer Schülerin) mit uns die S-Bahn zum Flughafen betrat. Er verkündete allen, dass er die Polizisten verjagen werde, da diese vor ihm Angst hätten, da alle „Dreck am Stecken hätten“ und er dies aufdecken werde. Bei jedem aussteigenden Fahrgast triumphierte er, dass er wieder einen Zivilbullen enttarnt und in die Flucht geschlagen habe. Allgemein brabbelte er viel vom bösen Staatsapparat, unaufgeklärten Verbrechen und Bespitzelung. Irgendwann fand er eine Gruppe Kinder, die mit besonderer Freude zu unterhalten begann. Unter anderem erklärte er ihnen als wir über die Mainbrücke fuhren, dass man einmal ein Krokodil in den Main werfen müsse, das wäre ein Riesenaufwand für die Polizei, würde lange dauern zu finden und viel Presseaufmerksamkeit generieren. Irgendwann meinte er leider, dass er nun ruhig sein müsse, damit man uns (pluralis majestatis!) nicht für völlig verrückt halte. Zu unserem Entzücken stieg er mit uns aus. Er lief zwar schnell davon, aber wir konnten sein markantes Lachen (hähähä – besondere Lachen wurden zu einem Markenzeichen der Reise) immer wieder vernehmen. Beim Warten auf ein Shuttel zu Terminal 2 holte er uns wieder ein. Und er fand sogar noch einen Kollegen! Diesem verehrte er ein soeben gefundenes Cent-Stück mit den Worten „vielleicht werden wir jetzt noch Millionäre“. Er war klar der Chef, der andere ihm völlig hörig. Ein wichtiges Thema war die Arbeitslosensituation, so stünden Merkel und die Geheimdienste hinter der Zuwanderung und den angeblichen Flüchtlingen, die in Wirklichkeiten nur nach Deutschland kämen, um zu verhindern, dass dieses dynamische Duo eine reguläre Arbeit bekäme. Beim Warten auf den Check-In sahen wir sie eine feste Route von Abfallbehältern auf der Suche nach Verwertbarem abklappern.

Wir waren zwar zwei Stunden vor Abflug am Check-in, aber obwohl Vietnam-Airlines 6 Schalter geöffnet hatte, führte die Warteschlange bereits komplett im Kreis um die gesamte Schalterhalle herum. Da eine zweite Maschine gleichzeitig starten sollte, schafften sie die Abfertigung nicht. Wir kamen erst auf die Minute zum eigentlichen Schluss des check-in dran und hinter uns befand sich immer noch eine erhebliche Menschenmenge. Diese löste sich allerdings auf, während wir für eine weitere Viertelstunde einen Schalter blockierten, weil die sehr freundliche Mitarbeiterin heillos an uns verzweifelte. Das lag zum einen daran, dass für uns Hanoi nur Transitziel war und sie nicht mit der Weiterleitung nach Vientiane klar kam (sie erfragte bei ihrer Kollegin u.a., in welchem Land das liegt – sie müsse wohl noch etwas Geographie lernen), vor allem aber noch nie mit einem Web-Check-in-Formular gearbeitet hatte. Da brauchte sie sehr intensive Hilfe ihrer Kollegin, während sie gleichzeitig uns immer wieder versicherte, dass wir „das sehr gut vorbereitet“ hätten. Anschließend mussten wir sofort zur Passkontrolle. Wir durchliefen sogleich die Sicherheitskontrolle und machten uns auf den Weg zum Gate, wo schon das Boarding begann. Als wir die Bordkartenkontrolle hinter uns hatten und die Treppe hinunter zum Bus gingen, merkte Thomas, dass sich sein Rucksack verdächtig leicht anfühlte. Hmm, was könnte wohl fehlen? … Es gab nur eine Möglichkeit: Der Laptop war weg, mutmaßlich im Gewühle und der zeitbedingten Hektik bei der Handgepäckskontrolle vergessen. Also in Panik zurück zur Gepäckkontrolle. Florian durfte nicht mehr den Bereich verlassen, also musste sich Thomas allein durchzufragen. Ein Mitarbeiter konnte schließlich die Auskunft geben, Thomas solle den Mehmet fragen, der stünde da hinten zwischen anderen Mitarbeitern. Ob er den Mehmet erkenne, konnte Thomas nur verneinen, also rief der freundliche Mitarbeiter quer durch die Halle nach Mehmet, bis dieser ein Handzeichen gab. Thomas eilte dorthin und wurde von Mehmet gefragt, ob er Thomas Pierson sei. Nach der Bestätigung erhielt er den Laptop zurück, man habe ihn auch gerade ausrufen lassen wollen. Schnell zurück ins Flugzeug und den Schrecken verdauen.

Wegen der großen Verzögerung beim Check-in hatten wir eine gute halbe Stunde Verspätung. Der Flug selbst war recht ereignislos. Das vegetarische Essen war gut, leider viel kurz nach dem Start die Unterhaltungselektronik in unserem Sitzbereich aus und konnte auch während des zwölfstündigen Flugs nicht neu gestartet werden. Wir konnten aber gut Hörbuch hören, während Barbara trotz ihrer Erschöpfung und des Schlafdefizits nicht einschlafen konnte, weil sie sich ohne die Bordunterhaltung zu sehr „langweilte“. Die sechstündige Zeitverschiebung wurde simuliert, indem gleich nach dem Essen die Scheiben getönt und die Beleuchtung verdunkelt wurden. Vor dem Frühstück gab es eine Regenbogenlichtschau zum Aufwachen.

00020002-FlugKabinenbeleuchtungWecken_bearb.jpg


Während der simulierten Nacht begann es auf einmal, recht würzig-streng zu riechen und die Crew verteilte große Pappbecher. Ohne uns zu fragen bestellte Barbara in der Annahme, es handele sich um Milchshakes. In Wirklichkeit war das dampfende Gebräu aber eine kräftige Nudel-Fleischsuppe und damit für uns nicht genießbar. Abendessen: zum Start direkt Erdnüsse, dann recht schnell Nudeln mit Tomaten-Gemüse-Sauce, Salat, Obst, Brot, Käse – sehr reichlich. Frühstück: Omelette mit Tomaten, Champignon, Spinat, Käse, Brot, Frischkäse, Obst, vegetarischer Brotaufstrich – ebenfalls sehr reichlich.

Gruß Thomas

Teil 312. Apr. 2020

Di. 28.2.17: Vientiane auf eigene Faust (I)

00230039-VientianeMekongpromenade.JPG


Nachdem wir in Hanoi gelandet sind, müssen wir gleich weiter nach Vientiane. Alle begeben sich zum Ausgang und wir sind anscheinend die einzigen Passagiere der sehr gut gefüllten Boeing 787, die Hanoi nur zum Transitzweck betraten, was uns etwas verunsichert. Als wir die Dame am Transitschalter finden, ruft sie schließlich einen Kollegen, der uns nach oben in den Abflugbereich bringen soll und gibt ihm einen Schlüssel für die Treppen. Der schwer uniformierte Herr inspiziert eingehend unsere Bordkarten, würdigt uns keines Blicks und geleitet uns, ohne eine Miene zu verziehen, nach oben. Er spricht zu niemandem ein Wort, lässt uns nur zur Tür hinaus und dreht sich weg. Wir wissen nicht, ob wir unser Gepäck abholen müssen oder es automatisch weitergeleitet wird. Allerdings war es gleich in Frankfurt für Vientiane abgefertigt worden und bis zur Gepäckausgabe gelangen wir gar nicht. Als auch die Beamten bei der Handgepäckskontrolle unsere Fragen nicht verstehen und uns nur zur Kontrolle des Handgepäcks einweisen wollen, geben wir auf und hoffen das Beste.

Nach dreistündiger Wartezeit flogen wir eine gute Dreiviertelstunde mit einer A 321 nach Vientiane. Wir waren etwas verwirrt, weil auf der Anzeigetafel Phnom Penh zu lesen war, wir vermuteten aber richtig, dass in Vientiane nur ein Zwischenhalt gemacht werden sollte. Wir bekamen gleich nach dem Start die Immigrationspapiere für Laos ausgehändigt, schafften es aber trotzdem nicht, diese bis zur Landung vollständig auszufüllen. Wir verstanden die gewünschten Angaben, die ziemlich umfangreich waren, nicht immer. Interessant war, dass man nicht nur seine Staatsangehörigkeit, sondern auch seine Rassenzugehörigkeit einzutragen hatte. Auf Fragen der ethnischen Homogenität oder drastischer formuliert die Erhaltung der Rassenreinheit scheint man sehr großen Wert zu legen: einerseits ist außerehelicher Geschlechtsverkehr in Laos strafbar, andererseits stellt eine ausländische Staatsangehörigkeit ein absolutes Ehehindernis dar, so dass es keine legale Verbindung zwischen Laoten und Ausländern geben zu können scheint. In Laos selbst existieren allerdings zahlreiche ethnische Minderheiten, die man nach Hauttönung und Siedlungsgebiet in drei Großgruppen einteilt. Das traditionelle Wort, mit dem die hellhäutigeren Tieflandlaoten die anderen Gruppen bezeichnen, heißt übersetzt „Sklave“. Nur 55 % der Bevölkerung sind tatsächlich Laoten, es gibt 49 Minderheiten mit eigenen Sprachen, Kultur- und Gesellschaftsformen.

Unser Führer und unser Fahrer holten uns am Flughafen ab und brachten uns zum Hotel.

00030013-VientianeZimmerSalanaBoutiqueHotel.JPG

[0003 0013-Vientiane Zimmer Salana Boutique Hotel]

00060004-VientianeStraßenansichtvomHotel(ChaoAnouRoad).JPG

[0006 0004-Vientiane Straßenansicht vom Hotel (Chao Anou Road)]

Den Rest des Tages waren wir uns selbst überlassen. Barbara legte sich hin und schlief 16 Stunden am Stück durch. Wir mussten erst einmal Geld und Wasser organisieren, legten uns danach aber für zwei Stunden schlafen, um die Mittagshitze zu überbrücken. Nachdem uns der Wecker unmissverständlich klar gemacht hatte, dass wir, wollten wir noch etwas von der Hauptstadt sehen, los mussten, präparierten wir uns mit Sonnencreme und Mückenschutz und schauten uns ein paar Häuserblocks der Innenstadt an,

00040005-VientianeImbissvordemHotel.JPG

Imbiss vor dem Hotel

00110016-VientianeInnenstadtspaziergang.JPG


00120017-VientianeInnenstadtspaziergang.JPG


ehe wir uns auf den Weg zum Mekong machten, um dort etwas an Uferpromenade entlang zu flanieren.

00180028-VientianeMekongpromenadeBlickRichtungHotel.JPG

Mekongpromenade Blick Richtung Hotel

Die optischen Zeichen der Tatsache, dass Laos immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, ließen uns nicht unbeeindruckt, obwohl sich das Pro-Kopf-Einkommen binnen eines Jahrzehnts auf 2 $ am Tag verdreifacht hat. Wichtigster Devisenbringer des Landes waren lange Zeit internationale Fluggesellschaften, die für die Überflugrechte über das Land, das etwa halb so groß ist wie die alte BRD, zahlten. Selbst die Prachtpromenade sieht nach wenigen Metern so aus.

00200033-VientianeMekongpromenade-2.JPG


00210035-VientianeMekongpromenade.jpg

Teil 412. Apr. 2020

Teil 2 ... die Bilder waren wohl zu groß, jedenfalls stürzte das Hochladen immer ab ... dafür noch ein paar Zusätze vom Mekong, denn den Rückweg nehmen wir weiter unten im Flussbett:

00260044-VientianeMekongpromenadeFishConservationZone.JPG

Fish Conservation Zone im ausgetrockneten Flussbett mit Blick auf die thailändische Uferseite

00270046-VientianeMekongpromenade.JPG

Uferpromenade von unten

Dennoch zählt Vientiane inzwischen 460.000 Einwohner. Die Stadt macht rasante Entwicklungssprünge, denn vor 10 Jahren soll man hier noch eine Art Zeitreise in die Vergangenheit der 1940er und 50er Jahre erlebt haben. Kritisch sagt man aber, dass die Geldschwemme sowohl das äußere Bild als auch den Geist der Stadt umformt.

00220036-VientianeMekongpromenade.JPG


00150034-VientianeStraßenverkehr.JPG


Zugleich sahen wir erste Tempelanlagen.
00100025-VientianeWatChan.JPG

Wat Chan


00140022-VientianeInpengTempel-2.JPG

Vientiane Inpeng Tempel

Die allgegenwärtigen Schlangendarstellungen, sogenannte Nagas, sind Teil der buddhistischen Symbolik.
00470086-VientianeHoPhraKeoTempel.JPG

Vientiane Ho Phra Keo Tempel

Sie stehen für die Naga–Schlange, die der Schlangenkönig Muchalinda aussandte, um Siddharta auf seinem Weg zur Erleuchtung vor einem vom Dämon Mara gesandten Unwetter zu beschützen. Von den 6,8 Mio Einwohner des Landes leben 2/3 im Mekong-Tal. Die Geburtenrate ist äußerst hoch und führt zu einer Bevölkerungsverdoppelung pro Generation, also etwa alle 30 Jahre; 2/3 der Bevölkerung sind unter 25 Jahre alt, 35% sind Analphabeten. Wir sahen auch die nationalistisch verehrte Statue vom letzten König Vientianes, Anuvong, der einen Aufstand gegen die Siamesen gewagt und 1828 vernichtend geschlagen und gefangengenommen wurde.


00290049-VientianeMekongpromenadeChaoAnouvong(LetzerKönigvonVientiane)-2.JPG

Vientiane Mekongpromenade Chao Anouvong (Letzer König von Vientiane)

In Bangkok wurde er auf vielerlei Arten gefoltert u.a. nahm man ihm mit glühendem Eisen das Augenlicht und stellte ihn öffentlich ohne Wasser und Nahrung in einem Käfig aus. Dort starb er am 26. Januar 1829 zusammen mit seiner Frau und seinen drei Söhnen. Wir warteten den Sonnenuntergang über dem Mekong ab,
00340058-VientianeMekongpromenadeSonnenuntergang.JPG


00320060-VientianeMekongpromenadeVolksgymnastik.JPG

Abendliche Volksgymnastik

um anschließend das Phänomen Nachtmarkt genauer unter die Lupe zu nehmen. Der war allerdings verhältnismäßig unspektakulär, daher hier nur ein Bild - mehr in Luang Prabang.
00390067-VientianeNachtmarkt.JPG

Vientiane Nachtmarkt

Nachdem es dunkel geworden war und wir den Markt in allen Richtungen durchschritten hatten, flohen wir vor den Mücken und begaben uns ins Hotel, um endlich auszuschlafen.

Teil 513. Apr. 2020

Mi. 1.3.17: Janusköpfiges Laos
Das mit dem Ausschlafen war wohl nichts. Die Nacht war sehr unruhig wegen des Autolärms und wildem Straßenhundegebell. Ab 4:00 ist sie ganz vorbei, denn die Mönche schlagen den Gong und auch die Zahl lauter Menschen auf den Straßen nimmt sprunghaft zu. Beim Frühstück erfahren wir, dass Barbara wie ein Stein geschlafen haben muss, denn sie hat von dem infernalischen Krach nichts mitbekommen. Das Frühstücksbuffet im kleinen Restaurant des Boutique-Hotels ist sehr gut. Es gibt Baguette, Käse & Frischkäse, geschmorte Tomaten mit Thymian, Gebratenes Gemüse (wohl Raps), Gemüse-Kartoffel-Kroketten, Croissants mit Honig noch in der Wabe, Joghurt mit Maracuja. Außerdem kann man etwas Frisches dazu bestellen, wir entscheiden uns für Pfannkuchen mit Sahne, Apfel, Honig und Mangopüree. An das einheimische Frühstück im engeren Sinne trauen wir uns heute noch nicht heran, zumal kaum etwas vegetarisch in diesem Land zu sein scheint. Wir werden gut satt, hätten wir aber gewusst, dass dies eine der wenigen wirklich guten Mahlzeiten bis zur Abschlusskreuzfahrt sein würde, hätten wir uns die Bäuche etwas mehr vollgestopft.
Um 8:30 verlassen wie das schöne Hotel schon wieder und unser Führer bringt uns zu einigen wichtigen Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Leider sind seine Erklärungen hier und in der Folgezeit sehr dürftig. Kunsthistorisches Wissen besitzt er nicht und auch eine gesellschafts – oder politikgeschichtliche Einbettung erfolgt nicht. Die religiösen Kenntnisse sind ebenfalls überschaubar, aber immerhin vorhanden und so beschränkt sich seine Führung oft darauf, uns an verschiedene Orte zu bringen und sie uns mit seinem netten Akzent als „wundersöhn“ vorzustellen. Trotz eines Studiums in der DDR ist seine Aussprache schwer verständlich. Im Wesentlichen beschränkt sich die Stadtführung auf die Anfahrt folgender vier Orte:

Ho Phra Keo: Der ehemalige Königstempel wurde 1565 erbaut und enthielt ursprünglich den berühmten Smaragdbuddha, den die Siamesen 1779 nach Eroberung zurück nach Bangkok holten. 1828 wurde der Tempel wie fast alle anderen zerstört. 1936-1942 wiedererrichtet, enthält er heute ein Museum.

00410071-VientianeHoPhraKeoTempel.JPG

Ho Phra Keo Tempel

00450082-VientianeHoPhraKeoTempel-2.JPG


00400069-VientianeHoPhraKeoTempelTrommelhaus.JPG

Trommelhaus

00480089-VientianeHoPhraKeoTempelgeschnitzteBaumwurzeln.JPG

geschnitzte Baumwurzeln im Ho Phra Keo Tempel mit unserem leicht adipösen Guide

Wat Si Saket: Die Außenwand zieren über 2000 Buddha-Statuetten aus Keramik und Silber. Der 1818 errichtete Tempel ist der einzige, der die siamesische Eroberung 10 Jahre später überstanden hat und somit der einzige in Vientiane, bei dem es sich nicht um eine Rekonstruktion handelt. Bei dieser Gelegenheit bemerken wir, dass die Sittenvorstellungen, die in den Reiseführern zu finden sind, mit der Realität nichts zu tun haben. Als Barbara eine Frage über Rekonstruktionen stellen wollte, fiel ihr der Guide ins Wort und erklärte erst einmal den angeblichen Irrtum, dem sie unterlag. Ausbesserungsarbeiten nenne man Rekonstruktionen, Restaurationen seien die kompletten Neubauten. Thomas vorsichtiger Versuch der Begriffserklärung wurde mit einem leicht beleidigten Verweis auf das Studium der deutschen Sprache abgewürgt. Auch sonst fuhren er und ein Teil der weiteren Guides uns gerne über den Mund. Letztlich kam es die ganze Reise über zu einem Tausch der Rollenklischees, indem wir uns angewöhnten, nur noch stur zu lächeln und ergeben zu dem Unsinn zu nicken, den unsere Führer bisweilen oder des Öfteren verbreiteten.

00520097-VientianeWatSiSaketTrommelhausundStupa.JPG

Wat Si Saket Trommelhaus und Stupa

00560104-VientianeWatSiSaketBuddhastatuen.JPG

Wat Si Saket Buddhastatuen

00620119-VientianeWatSiSaket.JPG

Wat Si Saket

00630121-VientianeWatSiSaketBibliothek.JPG

Wat Si Saket Bibliothek

Die goldene Stupa That Luang: Das Wahrzeichen von Laos stammt aus dem 16. Jahrhundert, wurde aber durch siamesische Eroberung und Naturgewalten 1828/1896 zerstört. Die Franzosen nahmen 1900 und 1930 den Wiederaufbau vor. Die Spitze besteht aus 9,999 kg massivem Gold.

00950161-VientianePhaThatLuangStupa(GoldeneStupa).JPG


00970169-VientianePhaThatLuangStupa(GoldeneStupa)-2.JPG


01000176-VientianePhaThatLuangStupa(GoldeneStupa)Spitzeaus9,999kgGold-2.JPG


Triumphbogen Patuxai: Der 49 Meter hohe Monumentalbau war ursprünglich dem Sieg über Frankreich gewidmet, nach 1975 war er namenlos, ehe man ihn 1995 der Machtergreifung aus dem Jahr 1975 weihte.

01010196-VientianePatuxaiMonumentTordesSiegers.JPG


01040206-VientianePatuxaiMonumentTordesSiegersShopimInneren.JPG

Patuxai Monument von innen - natürlich ein Shop

01050210-VientianeBlickvomPatuxaiMonument.JPG

Blick vom Patuxai Monument

01080218-VientianeBlickvomPatuxaiMonumentObersterGerichtshof.JPG

Blick vom Patuxai Monument mit oberstem Gerichtshof

Anschließend verlassen wie Vientiane und fahren über die Nationalstraße 13 nach Vang Vieng. Hier zeigt das Land ein gänzlich anderes Gesicht.

Teil 614. Apr. 2020

Janusköpfiges Laos II

01130231-FahrtnachVangVieng.JPG

Fahrt nach Vang Vieng

Dabei lernen wir sehr viel darüber, wie Laos und vergleichbare Länder funktionieren, wobei die Entwicklung in Laos noch am Anfang steht. Symptomatisch war das Dorf Ban Lak 52, was so viel bedeutete wie Dorf Kilometer 52 – von Vientiane aus gerechnet. Dörfer und freie Landschaft gingen ineinander über, ohne dass wir irgendeinen Unterschied bemerkten, weil überall zumindest eine Häuserreihe an der Straße entlang gebaut war, unzählige Geschäfte vor und in jedem Haus. Dazu gehört etwa auch ein Outlet-Store für Geisterhäuschen.
01140234-FahrtnachVangViengVerkaufvonGeisterhäusern.JPG


Der Geisterglaube ist in der laotischen Bevölkerung immer noch tief verwurzelt. Man ist überzeugt, dass Buddhas goldene Regeln nicht ausreichen, das Leben zu meistern. Der Mensch hat tausend Ängste, folglich braucht er tausend Götter. Nationalstraße bedeutet eine Geschäftschance, so dass sich die Bevölkerung um jedes Stück Land reißt. Daher stehen die Gebäude direkt an der Straße und das Leben spielt sich dort und mangels baulichen Abstandsgebots auf der Straße ab. Dahinter lagen die Felder. Eine Bauplanung gibt es nicht.
Guide-Weisheit des Tages: "Kommunismus, das ist, dass sich jeder ein Stück Land nehmen kann, das ihm gefällt und dann ist es sein Eigentum".

In Laos waren die Motorradfahrer besonders jung, ab 9 oder 10 Jahre und meist ohne Helm, die gesetzliche Altersgrenze liegt bei 16. Überall an der Straße wurde gekocht und die Köchinnen hoben beim Vorbeifahren die Deckel um ihre Speisen zu zeigen und zum Halten zu animieren.

Wir besuchten einen Gemüsemarkt, der aber hauptsächlich totes und halbtotes Tier verkaufte, so z.B. ein gehäutetes, aber im Übrigen vollständiges Faultier. Da deren Jagd illegal ist, konnten wir es nicht photographieren. Gemüse gab es auf dem Gemüsemarkt nicht so sehr viel, stattdessen viel Geflügel, Fische, Frösche.

01170244-FahrtnachVangViengGemüsemarkt(aufdemesvielFleischgab).JPG


01190246-FahrtnachVangViengGemüsemarktGegrillteBananen.JPG


01200247-FahrtnachVangViengGemüsemarktGefüllteEiermitKräutern.JPG


01180245-FahrtnachVangViengGemüsemarktIndenKörbenwurdenlebendeTiereverkauft.JPG

Tierverkauf

Die meisten Gemüsesorten sollten Auberginen gewesen sein, aber wir hatten den Verdacht, dass unser Guide, alles, was er nicht kannte, als Auberginen bezeichnete. In einem Imbiss machten wir Mittagspause. Es gab Klebereis mit gebratenem Gemüse und Suppe. Es war höllisch scharf, den Chili konnte nur Thomas verzehren. Guide und Fahrer setzen sich, wie alle späteren Fremdenführer, separiert und beachteten uns bis zum Ende der Mittagspause nicht mehr. Zuletzt besichtigten wir einen Fischmarkt, der beidseitig der Nationalstraße gelegen war. Verkauft wurde keine Frischware, sondern getrockneter, geräucherter, gebratener und eingelegter Fisch in jeder Größe und Variation.

01270271-FahrtnachVangViengFischmarkt.JPG


01260268-FahrtnachVangViengFischmarkt(FischeimNamNgumgefangen).JPG


01290270-FahrtnachVangViengFischmarktgetrockneteFische.JPG


Das berühmt-berüchtigte Vang Vieng entpuppte sich als ziemlich hässliches Nest in toller Landschaft. Die vielen Bars mit Che Guevara Postern u.ä. zeugten von der jüngsten Vergangenheit als internationaler Hotspot junger Abenteuertouristen. Vor einigen Jahren hatten viele Todesfälle betrunkener oder sonst zugedröhnter Rucksacktouristen beim Autoreifenrafting international für Schlagzeilen massiven Veränderungen geführt. Unser Hotel war traumhaft gelegen.

01540308-VangViengSilverNagaHotel.JPG

Vang Vieng Silver Naga Hotel
01310275-VangViengBlickausdemZimmer.JPG

Blick aus dem Zimmer

Wir machten einen Spaziergang durch den Ort,

01360285-VangVieng.JPG


01370287-VangVieng.JPG


01400292-VangVieng.JPG


kamen zu einer wackeligen Holzbrücke und überquerten diese zwischen verschiedenen Mopedfahrern hinüber zur „Partyinsel“.

01420293-VangViengBrückefürFußgänderundRollerüberNamXong.JPG

Brücke für Fußgänger und Roller über Nam Xong

Wir fanden ein Schild „Blaue Lagune, 1 km.“ und dachten, das wäre vielleicht ganz schön. Wir folgten ihm zu einem Hügel mit einem Aussichtspunkt, zu dem eine Treppe führte.

01530307-VangViengPhaPhouak-2.JPG


Da wir fünf Minuten vor Torschluss ankamen und zu dem Zeitpunkt keine Tickets mehr kaufen wollten, kehrten wir um. Ein noch weitreichender Entschluss. Wir entschieden uns, die Runde zu verlängern und gingen diesmal über die breitere Holzbrücke ein Stück weit flussabwärts zurück. Allerdings fuhren dort sogar Autos, was die Brücke einigermaßen schwanken ließ. Dafür gab es schönes Eindrücke und Farbenspiele im Dreivierteldunkel.

01550312-VangViengBrücke-auchfürAutos-überNamXong.JPG

Brücke - auch für Autos

01580315-VangVieng.JPG


01600572-VangViengBlickausHotelzimmerNamXongFluss.JPG

Teil 715. Apr. 2020

Do. 2.3.2017 Abenteuer in Vang Vieng
Das Frühstück war durchschnittlich und asiatisch: Reissuppe, gebratener Reis, Gemüsecurry, gebratene gelbe Nudeln, Pancakes, Obst. Der heutige Tag war als Wandertag mit drei Höhlenbesichtigungen angekündigt und der Guide warnte etwas vor den Strecken, es waren aber für uns alle nur gemütliche Spaziergänge. Zunächst ging es am kleinen Nam Song-Flüsschen entlang. In diesem wurde viel gewaschen, gebadet und mit Netzen gefischt.

01670331-VangViengNamSongFluss.JPG


01680332-VangViengNamSongFluss.JPG


Zuerst erreichten wir die Pha Thao-Höhle. Diese war unbeleuchtet, weshalb man uns Stirnlampen (mit überwiegend defekten Stirnbändern) aushändigte. Da die Gehhilfen, Leitern sollte man sie nicht nennen, beim Aufstieg einigermaßen wackelten und der Boden sehr uneben war, war das Tragen hinderlich.

02050411-VangViengPhaThaoHöhle.JPG


Aber was tut man nicht alles, wenn eine „amazing“ (so ein handgeschriebenes Werbeschild) Tropfsteinhöhle lockt?

01660328-VangVieng.JPG


Die Höhle selbst war tatsächlich außergewöhnlich. Die Stalaktiten und Stalagmiten waren ungewöhnlich schön, weil noch nicht durch Berührung mit den Händen und der damit einhergehenden Fettübertragung geschwärzt und verdorben. Die private Betreiberfamilie hatte die Höhle vor einigen Jahren zufällig auf ihrem Grundstück gefunden. In der Regenzeit wohl teilweise nur schwimmend erreichbar, schlecht gesichert und unbeleuchtet, wird sie hoffentlich noch lange in gutem Zustand bleiben.

01750345-VangViengPhaThaoHöhle.JPG


01790352-VangViengPhaThaoHöhle.JPG


01860368-VangViengPhaThaoHöhle.JPG


01960393-VangViengPhaThaoHöhle.JPG


01970394-VangViengPhaThaoHöhle.JPG


Ausgerechnet der unter Arachnophobie leidende Thomas allerdings fand mit seiner Taschenlampe sehr viele große Spinnen.

02010403-VangViengPhaThaoHöhle.JPG


Anschließend folgten wir dem Nam Song und kamen schließlich zu einigen Reisfeldern, wobei wir aus der Ferne eine erste Wasserbüffelherde zu Gesicht bekamen.

02160435-VangVieng.JPG


Wir wanderten durch ein Reisfeld zum sogenannten Elefantendorf. Dieses von 17 Familien bewohnte Dorf war vor 3 Jahren elektrifiziert worden. In kürzester Zeit wurden mit einer einzigen Ausnahme alle traditionellen Häuser durch langweilige moderne Unterkünfte ersetzt, die mitunter klimatische Probleme bereiten sollen.

02210440-VangViengElefantendorfvor3Jahrenelektrifiziert.JPG


02250445-VangViengElefantendorfLetztestraditionellesHaus.JPG

Letztes traditionelles Haus

Der Dorfname leitet sich von einem elefantenförmigen Tropfstein in der heiligen Tham Xang-Höhle ab, in der sich zugleich eine Buddha-Statue und ein (in unseren Augen unsäglich hässlicher) Abguss eines Buddha-Fußabdrucks befinden.

02340456-VangViengElefantendorfThamXangElefantenhöhleNamensgebenderTropfstein.JPG

Namensgebender Tropfstein

02330457-VangViengElefantendorfThamXang.JPG


Dies war also unser zweites Tagesziel. Höhle war allerdings übertrieben, so dass wir nur wenige Minuten verweilten.
Nach kurzem Fußweg über eine Bücke

02410469-VangVieng.JPG


holte uns unser Fahrer ab und brachte uns zurück zum Hotel für eine ausgedehnte Mittagspause.

Teil 816. Apr. 2020

Da wir zweieinhalb Stunden Zeit hatten, beschlossen wir, den gestern ausgelassenen Aussichtspunkt nachzuholen. Unser Guide bestärkte uns darin. Er sei noch nie dort gewesen, es solle aber sehr schön sein. Aus Angst vor den für den Nachmittag angekündigten Strapazen zog es Barbara vor, sich im Hotel auszuruhen. Schnell erreichten wir den Ticketstand und lösten uns den Zugang. Im Internet heißt es, man brauche 10-15 Minuten nach oben. Bereits nach wenigen Metern ging es über wenig vertrauenserweckende Leitern ziemlich steil bergauf

02460477-VangViengPhaPhouak.JPG


zu einem Höhlensystem,
02450476-VangViengPhaPhouak.JPG


das wir aber ausließen, um zuerst zum Aussichtspunkt zu gelangen. Auf dem Rückweg wäre ja ohnehin noch Zeit, so dachten wir zu diesem Zeitpunkt. Die folgende Kletterei war schlicht lebensgefährlich. Es gab einige wenige, zum Teil schlecht instandgehaltene Holz- und Bambusleitern über Felsspalten und Abgründe.
02470478-VangViengPhaPhouak.JPG


Ansonsten war es ungesichertes Klettern, das unserer Höhenangst wenig zugutekam. Thomas wollte umdrehen, kletterte aber brav und in ständiger Angst vor den, wie wir später nachlasen, tatsächlich zwischen den Karstfelsen lebenden Schlangen und Spinnen Florian hinterher. Florian traute sich bald nicht einmal mehr, die Hände zu lösen, um den Photoapparat zu zücken. Denn um nicht abzurutschen, musste man sich an Felsspitzen und Wurzeln festhalten oder sogar hochziehen. Daher fehlen Bilder der spannenderen Stellen. Vereinzelt überholten uns jüngere Leute in Kletterausrüstung, auch der Überholvorgang war ein Balanceakt und nicht an jeder Stelle möglich. Der eine oder andere Mutige tänzelte aber über die über die Spalten gelegten Sprossenleitern, während wir uns nur auf allen vieren hinüberschoben. Der Weg war an einigen Stellen mit Absperrband und Lebensgefahrhinweisen gesichert. Leider war es stellenweise zerrissen und uns nicht immer klar, welcher Weg nun gesperrt und welcher der Richtige war. 1-2 Mal verkletterten wir uns daher auch und mussten die erlaubte Route wiederfinden. Die Aussicht auf dem Gipfelplateau war nicht sonderlich gut, weil von Bäumen überwachsen.

02520485-VangViengPhaPhouak.JPG


Um über diese zu blicken, musste man noch auf eine mannshohe Felsplattform klettern. Hier war es nun Florian, der streikte und Thomas so nervös machte, dass er sich zwar noch dorthinauf traute, sich aber nicht mehr zum Aufstehen überwinden konnte, so dass uns eine wirklich gute Panoramaaufnahme versagt blieb.

02500482-VangViengPhaPhouak.JPG


02510484-VangViengPhaPhouak.JPG


Der Rückweg schien etwas leichter, wohl weil wir nun nicht im Ungewissen waren, was uns erwartete.

02550488-VangViengPhaPhouak.JPG


Florian hatte hingegen etwas mehr Probleme, weil er endgültig realisierte, dass es sich um das gefährlichste Abenteuer handelte, auf das wir uns jemals eingelassen hatten. Die Höhle besichtigten wir nicht, denn es war keine Zeit mehr übrig. Unsere Kletterei dauerte statt der angekündigten 20 bis 30 Minuten 1:45 h. Das stellte sich insofern als günstig heraus, als dass wir im Internet herausfanden, dass die Höhle riesig und labyrinthisch ist und nur mit Führer und Stirnlampen betreten werden kann. Hinweise auf all das, etwa beim Ticketkauf, gab es nicht. Offenbar befand sich dort auch die gesuchte blaue Lagune. Von den dort angeblich immer auf Kundschaft wartenden einheimischen Führern hatten wir jedenfalls nichts bemerkt, sie hielten wohl Mittagspause. Wir hetzten in erbärmlichen Zustand zum Hotel und wechselten unsere Sachen.
Wir fuhren nun zur Tham Chang-Höhle, die in den letzten 25 Jahren zum großen Boom der Region beigetragen hat. 1994 wurde zur Höhle ein Restaurant gebaut, vier Jahre später folgte die Elektrifizierung. Im Gegensatz zum heutigen festen Mauerwerk mit hoher, recht steiler Treppe,
02700561-VangVieng.JPG

musste man damals noch über eine Bambusleiter zur Höhle gelangen. Oben gab es einen schönen Aussichtspunkt.
02720515-VangVieng.JPG

Wir staunten nicht schlecht, als uns der Guide erzählte, dass man von diesem Punkt vor zehn Jahren noch keine Häuser sehen konnte. Die Höhle selbst diente im 19. Jahrhundert als Schutzbunker vor plündernden Chinesen.

02750517-VangViengThamChangHöhle.JPG


02760518-VangViengThamChangHöhle.JPG


02800524-VangViengThamChangHöhle.JPG


02830531-VangViengThamChangHöhle.JPG


02860537-VangViengThamChangHöhle-2.JPG



Mit ihrer Erkundung war der körperlich mit Abstand anstrengendste Tag unserer Reise zu Ende gegangen. Dank der ‚Mittagspause‘ waren wir völlig fertig.

Teil 917. Apr. 2020

Fr. 3.3.2017 Verbrannte Erde

Heute steht ein Landtransfertag an, interessant wird es trotzdem.

Das Frühstück ist schlechter als am Tag zuvor. Es scheint vor allem Vortagsreste zu geben. Pancakes waren ausgegangen, ebenso der gebratene Reis. Wir nehmen stattdessen Klebreis und Omelette. Barbara hat schlecht geschlafen, weil eine Wagenladung Koreaner angekommen ist, die einen Großteil der Nacht unglaublichen Lärm gemacht haben. Beim Frühstück drängeln sie und sind gierig, so dass wir auch kaum Obst abbekommen – kaum wird etwas gebracht, lädt einer das ganze Tablett auf seinen Teller und verteilt es intern an den koreanischen Tischen.

Auf der Fahrt nach Luang Prabang doziert unser Guide (wieder) über jedes verschlafene Dorf, bzw. erklärt, welche ausländische Regierung in welchem Jahr die jeweilige Grundschule gestiftet hat; sehr aktiv sind die Schweizer, aber auch Korea und Schweden fallen häufiger. Diesbezüglich weiß er alles. Im Kasi-Distrikt halten wir, weil er uns ein Dorf (Ban Phatang) zeigen will, dass vor einem Jahr elektrifiziert wurde.

03030597-KasiDistriktBanPhaTang.JPG


03070602-KasiDistriktBanPhaTang.JPG


Die dortige Schulhütte haben die Koreaner gespendet. Die Fahrt durch die Berge ist einigermaßen halsbrecherisch. Florian wird schlecht vom Autofahren. Die am Straßenrand über den Hang gebauten Häuser erwecken auch kein Vertrauen, ebenso wenig wie die ständig auf der Schnellstraße herumlaufenden Kinder, Köter und Nutztiere oder gar der Gegenverkehr.

03150620-unterwegsHäuserüberdemAbgrund.JPG


03290646-unterwegsSchulkinder.JPG

Schulanfänger auf der nationalen Schnellstraße. Für vernünftige Bilder sind wir zu schnell unterwegs

Wir sind froh, weder bei Regen, noch bei Dunkelheit fahren zu müssen und bedauern unseren Fahrer, der heute Nacht noch zurückfahren muss. Der Guide erzählt vergnügt von den Horrorunfällen, die sich hier regelmäßig ereignen. Schon um 11:00 rasten wir im seinen für seinen Ausblick berühmten Restaurant, Phoun Khoun.

03160631-PhounKhounAussichtspunkt.JPG


03190625-PhounKhounAussichtspunkt.JPG


Leider haben wir von dem wunderbaren Bergpanorama wenig, denn die Luft ist sehr rauchig. Überall kommen wir an Brandrodungsflächen vorbei.

03380665-KiuKachamTrockenreisfelderdurchBandrodung.JPG


03390667-KiuKachamBrandrodung.JPG


Ob der steilen Hanglage kommt es besonders schnell zur Erosion, weshalb die Felder auch nur wenige Male bestellt werden können, ehe der Boden zerstört ist. Laos hat ein Viertel seiner Fläche in den letzten Jahren durch Brandrodung geschädigt oder vernichtet. Wir fragen uns, wie Klimaschutzanstrengungen irgendetwas bewirken sollen bei dem, was nicht nur in Laos an Brennstoff sinnlos in die Atmosphäre gejagt wird. Umweltschutzbemühungen von außen werden leider als Eingriff in die nationale Souveränität verurteilt, denn zwei Drittel der Bevölkerung leben vom Ackerbau. Jährlich gehen so in Laos ca. 300.000 ha Wald verloren. Einen weiteren Stopp gibt es im gleichnamigen Dorf Phoun Khoun. Wir besuchen einen weiteren Markt. Wieder sehen wir ein gewildertes Faultier, diesmal noch nicht gehäutet.

03300648-PhounKhounBauernmarkt.JPG


03310651-PhounKhounBauernmarkt.JPG


03330653-PhounKhounBauernmarkt.JPG

Faultier auf dem orangenen Tisch links

Unser Guide steckt wie immer in alle möglichen Warenkörbe seine Hände und nimmt mit, was ihm gefällt, hauptsächlich Nüsse, um dann einfach weiterzugehen. Auf den Fahrten futtert er fasst ununterbrochen, ebenso bei den Besichtigungen. Das Dauerschmatzen ist weniger störend als der sich regelmäßig ausbreitende Geruch. Mittagspause machen wir in Kiu Kacham. Da unsere vegetarische Suppe aus Fleischsud zu bestehen scheint, lassen wir sie stehen. Wir lassen uns mal wieder etwas Reis mit Gemüse machen. Wirkliches Gemüse gibt es nicht, nur Spuren von Grünzeug unter den Reis gemischt. Der Preis stimmt auch nicht und ist zu hoch. Immerhin sehen wir drei Mitleidende vom Frühstück wieder. Die kleine Frauengruppe hatte die Koreaner auch über sich ergehen lassen. Nach einer weiteren ermüdenden oder auch beängstigenden Fahrt erreichen wir Luang Prabang. Kurz nach uns kommen wieder die drei Frauen aus Vang Vieng an.

03450681-LuangPrabangTheSanctuaryHotel.JPG


03480684-LuangPrabangTheSanctuaryHotel.JPG


03500783-LuangPrabangTheSanctuaryHotel.JPG

The Sanctuary Hotel

Nach dem Einchecken in die wunderschöne Anlage beschließen wir, einen Spaziergang zu machen. Luang Prabang stellt sich als atemberaubend heraus.

Teil 1018. Apr. 2020

Luang Prabang wurde 1353 vom laotischen Fürstensohn Fa Ngum, ein von den Khmer unterstützter Schwiegersohn des Angkor-Herrschers, als Hauptstadt des ersten laotischen Reichs gegründet. 1560 wurde die Hauptstadt jedoch in das heutige Vientiane verlegt, weil die Residenz den angreifenden Burmesen in die Hände zu fallen drohte. Da wir noch zwei Tage hier verbringen, kommen die kulturellen Highlights erst später (dennoch: Vorsicht, Bilderschwemme). Da es in absehbarer Zeit Dunkel wird, gehen wir die Haupstraße entlang, bis wir in den Marktbereich kommen.

03530689-LuangPrabang.JPG


03540690-LuangPrabang.JPG


03570695-LuangPrabangMarkt.JPG

Auf dem Tagmarkt werden die Einkäufe mit den überall zwischen den Ständen fahrenden Rollern erledigt.

Wir laufen zum Mekong, umrunden an dessen Uferschleife die Altstadt und kehren über den Nachtmarkt zurück.

03620706-LuangPrabang.JPG


03650709-LuangPrabang.JPG

Vor den Häusern und an allen möglichen Ecken dösen Hunde vor sich hin.

03690716-LuangPrabang.JPG


03700721-LuangPrabang.JPG


03720717-LuangPrabangMekong.JPG


03730727-LuangPrabangMekong&NamKhanBambusbrücke.JPG

Mündung des Nam Khan in den Mekong

03800736-LuangPrabang.JPG


03810738-LuangPrabang.JPG

Verwirrende 'Oldtimershow'


03850746-LuangPrabangNamKhanBambusbrücke.JPG

Interessantes Spiel, bei dem der zugeworfene Ball im Rückwärtssalto gefangen oder gekickt werden soll.

03880839-LuangPrabangMekong&NamKhanBambusbrücke.JPG



03910750-LuangPrabangNachtmarkt.JPG



03920751-LuangPrabangNachtmarkt.JPG

Eingang zum Nachtmarkt

03950755-LuangPrabangNachtmarkt.JPG


Dort machen wir auf einer Anhöhe halt und warten die hereinbrechende Dunkelheit ab. Die Atmosphäre ist bezaubernd. Auf der Terrasse haben wir einen wunderbaren Blick über den Nachtmarkt hinweg zum ehemaligen Königspalast, in dem heute das Nationalmuseum untergebracht ist. Außerdem sehen wir den vielleicht schönsten Sakralbau von Laos im Dunklen, den Haw Pha Bang, in dem die Buddha-Staue Pha Bang, das laotische Nationalheiligtum, verwahrt wird und nur zum Neujahrsfest in feierlicher Prozession zu einem Kloster überführt wird.

03960757-LuangPrabangNachtmarktNationalmuseum.JPG

Nationalmuseum

04000764-LuangPrabangHawPhaBang(TempelderBuddhaStatue).JPG

Haw Pha Bang (Tempel der Buddha Statue)

Wir werden von vier Jugendlichen angesprochen; diese wollen uns als Versuchsobjekte für ihre Englischhausaufgaben benutzen, nämlich Touristen zu interviewen: wo sie herkommen, wie lange sie bleiben und dergleichen. Anschließend wollen sie noch ein Photo von uns machen. Sie sind von Barbaras weißem Haar fasziniert und wollen alle Bilder mit ihr haben. Als wir ihnen sagen, dass wir kein Facebookprofil haben, wird uns nicht geglaubt. Thomas wird derweil von Mücken gestochen. Trotzdem ist es ein malerischer Ausklang eines ziemlich gruseligen Tages.

04030765-LuangPrabangNachtmarktHawPhaBang.JPG


04040769-LuangPrabangNachtmarkt.JPG


04060771-LuangPrabangNachtmarkt.JPG

Teil 1120. Apr. 2020

Sa. 4.3.2017 Wasserspiele in Luang Prabang

Wir stehen um 4:45 auf, weil wir um 5:30 den Bettelgang der Mönche beobachten wollen. Es wird eine desaströs-ernüchternde Erfahrung. Die Reiseveranstalter, Guides und sogar das Hotel überschütten die Gäste mit Anweisungen dazu, das Ritual als Touristen nicht zu stören. Wir halten uns daran, so dass sich unsere Beobachtungen darauf beschränken, den Niedergang dieser kulturellen Tradition zu dokumentieren. Die Kleidungsordnung (Knie bedeckt für alle) wird grundsätzlich ignoriert. Wer nicht spenden will, soll dennoch knien, da man nie auf Augenhöhe mit den Mönchen stehen soll; wer nicht knien will, soll sich entfernt aufhalten, außerdem soll man sparsam und keinesfalls mit Blitz photographieren. Die Realität bestand aus einer photogeilen Meute, welche das Rinnsal der Mönche von allen Seiten bedrängte und teilweise sogar anfasste. Die Mönche kämpften sich durch ein Blitzlichtgewitter. Stimmung hatte das überhaupt keine und es wundert auch nicht, dass inzwischen nur noch ein Bruchteil der dortigen Mönche diesen Pflichtgang überhaupt vollzieht. Wieder einmal waren aber die asiatischen Touristen im Durchschnitt sehr viel unverfrorener - ausgenommen einige westliche Backpacker, die den Mönchen sogar den Weg versperrten, um Frontalbilder von vorne zu machen.

04110779-LuangPrabangBettelgangderMönche.JPG


04120781-LuangPrabangBettelgangderMönche.JPG


Anschließend genießen wir ein schönes Frühstück mit gebratenen Nudeln, gebratenem Reis mit Gemüse (leider etwas kalt), gebackenen Kartoffeln, geschmorten Tomaten, Joghurt, Obst. Höhepunkt sind neben der malerischen Frühstücksterrasse aber eindeutig die frischen Crêpes mit hausgemachter Papayamarmelade und Honig.
Wir unternehmen eine Stadtbesichtigung mit Marktrundgang

04170790-LuangPrabangMarkt.JPG


04180791-LuangPrabangMarkt.JPG


04210794-LuangPrabangMarkt.JPG


und besuchen verschiedene Tempel. Die Stadt profitiert von dem staatstragenden Kompromiss, dass Marxismus und Buddhismus keinen grundlegenden Widerspruch aufweisen sollen. Zu nennen sind zunächst der älteste bewohnte Tempel der Stadt Wat Visoun (1513)

04330816-LuangPrabangWatVisoun(1513).JPG


04360821-LuangPrabangWatVisoun(1513).JPG


04370825-LuangPrabangWatVisoun(1513)FrühstückshausundTrommelhaus.JPG

Wat Visoun (1513) Frühstückshaus und Trommelhaus

und Wat Aham (1818), in dem uns der Guide an einem Verkaufsstand Geisterfiguren für das Neujahrsfest zeigt.

04420829-LuangPrabangWatAham.JPG


04440835-LuangPrabangWatAham.JPG


Die schönste Tempelanlage ist aber der goldene Stadttempel Wat Xieng Thong.

04580867-LuangPrabangWatXiengThong.JPG


Dass dieser vom König erbaut wurde, beweisen die 17 Spitzen auf dem Dach. Kleine Kapellen werden von sehr schönen und interessanten Mosaiken wie dem Flammenbaum des Lebens oder dem Kreis des Lebens verziert (für die ikonographischen Details hilft Tante google oder der Reiseführer eigener Wahl).

04770893-LuangPrabangWatXiengThongTripitakaBibliothek-2.JPG

Wat Xieng Thong Tripitaka Bibliothek

04810900-LuangPrabangWatXiengThongFlammenbaumdesLebens-2.JPG

Wat Xieng Thong Flammenbaum des Lebens

04850868-LuangPrabangWatXiengThonggoldeneStupa-2.JPG

Wat Xieng Thong goldene Stupa

04510860-LuangPrabangWatXiengThongGrabkapelleUrnenwagen-2.JPG

Wat Xieng Thong Grabkapelle Urnenwagen

Anschließend besuchen wir das Nationalmuseum. Es soll als originalgetreu erhaltene Residenz der letzten königlichen Dynastie einen Einblick in die Geschichte des Landes geben. Da das Museum wie alle weiteren laotischen und kambodschanischen Museen noch in der museumspädagogischen Steinzeit verharrt, ist es eher langweilig. Man sammelt zusammenhanglos das, was man in die Finger bekommt, sortiert es nach Ähnlichkeit, nicht nach geographischem, kulturellem oder epochalem Zusammenhang. Entscheidend ist außerdem die Quantität, nicht die Qualität der Stücke. Beschriftungen existieren allenfalls rudimentär und den Kontext der aus dem Zusammenhang gerissenen Stücke kann sich der geneigte Besucher selbst erschließen. Photos sind verboten.

04281066-LuangPrabangNationalmuseumundHawPhaBang.JPG

Nationalmuseum und Haw Pha Bang.

04310809-LuangPrabangNationalmuseum.JPG


04320812-LuangPrabangNationalmuseum.JPG


Nachmittags fuhren wir zum Kuangsi-Wasserfallpark, ...

Teil 1222. Apr. 2020

Nachmittags fuhren wir zum Kuangsi-Wasserfallpark, der nicht nur einen beeindruckenden Wasserfall zu bieten hatte, sondern unterhalb und zwischen den Stromschnellen zahlreiche Bademöglichkeiten bot. Wir verzichteten darauf, unsere Badesachen mitzunehmen und bereuten diesen Entschluss nicht, als wir sahen, wie überlaufen diese Mischung aus berühmter Sehenswürdigkeit und Naherholungsgebiet war.

05200985-KuangsiWaterfallPark.JPG


Von den Menschenmengen abgesehen handelte es sich um eine traumhafte Örtlichkeit.

05010930-KuangsiWaterfallPark.JPG


05050942-KuangsiWaterfallPark.JPG


05060943-KuangsiWaterfallPark.JPG


05080949-KuangsiWaterfallPark.JPG


05110955-KuangsiWaterfallPark.JPG


05140965-KuangsiWaterfallPark.JPG


05160973-KuangsiWaterfallPark-2.JPG


Angebunden war außerdem ein Rescue-Center für aus der Gefangenschaft befreite asiatische Schwarzbären, das man dort besuchen und dessen Arbeit man mit Spenden unterstützen kann. Es befanden sich leider sehr viele Tiere auf eng begrenztem Raum, manche übel mitgenommen mit fehlenden Gliedmaßen und dergleichen, aber man spürte das ernsthafte Bemühen, sie aufzupäppeln.

04920913-KuangsiWaterfallPark.JPG


04940918-KuangsiWaterfallPark.JPG


Am Abend steht noch ein Besuch des königlichen Balletts an. Unser Guide besorgt uns recht schöne Plätze. Masken, Kostüme und Musik sind ob ihrer Fremdartigkeit sehr interessant, da man aber nicht viel von dem, was im Schneckentempo auf der Bühne (nicht) passiert, mitbekommt oder versteht, wird es zu einer sehr langatmigen und ermüdenden Veranstaltung. Selbst Barbara als Fachfrau kann dem fast nichts abgewinnen. Hinzu kommt das erschreckende tänzerische Niveau, bei dem sich die Körperbeherrschung weit unterhalb eines mitteleuropäischen Kinderballetts bewegt. Die Frauen müssen sich ohnehin fast nicht bewegen, die Männer haben überwiegend schon ersichtliche Probleme damit, auf einem Bein zu stehen. Die Trommler verpassen ihre Einsätze, weil sie während der Aufführung mit ihren Smartphones herumspielen. Dennoch wollen wir diesen kulturellen Einblick im Nachhinein nicht missen.

05220988-LuangPrabangKöniglichesBalletttheater.JPG


05251000-LuangPrabangKöniglichesBalletttheater.JPG


05261001-LuangPrabangKöniglichesBalletttheater.JPG


Da der Abschied unseres ersten Guides allmählich nahte, mussten wir uns frisches Bargeld besorgen – eine kleine nächtliche Odyssee und ein Probelauf für das Kommende. Direkt neben unserem Hotel befand sich ein ATM. Der war etwas kompliziert, trotz Wörterbuch, gelang es Florian nicht, Geld abzuheben. Er holte Thomas aus dem Hotel dazu. Gemeinsam gelang es uns, durch das Menü zu finden, Geld bekamen wir aber nicht. Als wir im Hotel an der Rezeption nachfragten, beschied man uns, dass die Angestellten dort auch seit Tagen kein Glück gehabt hätten, weil dem Automaten das Geld ausgegangen sei. Also beschlossen wir, noch einmal zum Nachtmarkt zu laufen, weil wir dort an einer Kreuzung eine Batterie von ca. 7 ATM’s unterschiedlicher Banken gesehen hatten.

04090775-LuangPrabangATMs.JPG


Florian wollte scherzhaft wissen, welchen ATM wir nehmen – Thomas: „den zweiten von rechts“. Dieser zeigte kein Visalogo, so dass wir uns anderweitig umsahen. Der Automat rechts außen nahm die Karte so langsam an, dass Florian schon um die Kreditkarte fürchtete. Die Karte kam sofort zurück, der Automat hatte offenbar auch kein Geld mehr. Alle weiteren ATM’s waren in irgendeiner Weise außer Funktion, so dass wir dann doch den zweiten von rechts probierten – und dort Erfolg hatten.

Teil 1323. Apr. 2020

So. 05.03.2017 Bootsrennen auf dem Mekong
Dieses Mal sitzen wir beim Frühstück (6:30) draußen, dort hat es weniger Mücken als im Salon. Das Frühstücksbuffet ist wieder sehr gut, nur wird heute erst alles nach und nach aufgebaut, weil wir so früh dran sind. Um 8:00 starteten wir bereits in das Tagesprogramm.

Bevor es zu heiß wurde, bestiegen wie den heiligen Phou Si-Tempelberg.

05291004-LuangPrabangWatThammothayalan-PhouSiBerg.JPG


05361020-LuangPrabangWatThammothayalan-PhouSiBerg.JPG


05421028-LuangPrabangWatThammothayalan-PhouSiBerg.JPG


An diesem Tag fand eines der vielen Feste statt, weshalb schon viel Betrieb war und Opfergaben in Form von Geldscheinen in die Tempelanlagen gebracht wurden.

05341015-LuangPrabangWatThammothayalan-PhouSiBerg-Geldopfer.JPG

Wat Thammothayalan Geldopfer

Auch einen Buddha-Fußabdruck gibt es hier, nicht so haarsträubend hässlich wie im Elefantendorf, aber auch kein Motiv. Mehr Spaß machte es, die Novizen zu beobachten, die sich an Trommeln und Becken verausgabten.
https://youtu.be/Y47JqPJxoOc

Bei YouTube ansehen ↗

Der Klostereintritt erfolgt gerade aus ärmeren Familien heraus meist mit 9 Jahren. Wie alle Marktverkäufer haben sie Smartphones, auf die sie sich stürzen, sobald die Dienspflichten erledigt sind.

Wir steigen weiter hinauf. Trotz des Nebels kamen wir in den Genuss eines schönen Panoramablicks über Luang Prabang.

05511041-LuangPrabangPhouSiBerg.JPG


05491037-LuangPrabangPhouSiBerg.JPG


05531048-LuangPrabangPhouSiBerg.JPG


Unser Guide gab sich gewohnt dialektisch. Auf Barbaras Frage, ob ein bestimmter Baum abgestorben sei, antwortete er: „Ja, dieser Baum ist tot. Er lebt noch“. (Guide-Spruch des Tages)

05561056-LuangPrabang'Ja,derBaumisttot.DerBaumlebtnoch.'.JPG

Zombie-Baum

Den Höhepunkt eines jeden Aufstiegs bildet die vergoldete Stupa von Wat Chom, zu der es eine schöne Legende gibt, die wir aber leider nicht mehr zusammenbekommen und auch über google nicht finden.

05461043-LuangPrabangThegildedStupaPhouSiBerg.JPG


Hinunter geht es zu dem Plateau, von dem aus wir den Blick über den Nachtmarkt hatten. Auf dieser Höhe befindet sich noch ein Schmuckstück, das mit den anderen Prachtbauten gegebüber fast ein wenig unscheinbar wirkt.

05591067-LuangPrabangWatPaHouak.JPG

Wat Pa Houak

Anschließend liefen wir hinunter zum Bootssteg am Mekong, um unsere Bootsfahrt zu den berühmten Höhlen von Pak Ou zu beginnen. Wir staunen nicht schlecht, als wir erfuhren, dass das riesengroße Boot uns allein transportieren sollte.

06711303-Mekong.JPG


Wegen der Strömung sollte die Hinfahrt 2 Stunden, die Rückfahrt 1 Stunde dauern. Den Bootsführern schien das zu lange und so versuchten sie ständig, einander zu überholen, schnitten den Weg und zwangen zum Abbremsen. Ausgelöst oder befördert hatte dieses Gebaren vermutlich ein Vorfall ganz zu Beginn.
Unser ‚Kapitän‘ ging kurz nach dem Start auf die Toilette und überließ das Steuer seiner augenscheinlich überforderten Gehilfin, die wir Quax tauften, auch wenn sie viel zierlicher war als weiland Heinz Rühmann. Ihre nautischen Fähigkeiten beschränkten sich darauf, das Steuer gerade zu halten. Und so ließ sie uns ungebremst in einen anderen, überholenden und uns den Weg abschneidenden Kran krachen, der daraufhin ziemlich lädiert wirkte, genauer einen klaffenden Riss Mitte der linken Bootswand aufwies. Der Kapitän übernahm schnell das Steuer, tat so, als wäre er die ganze Zeit dort gewesen, während die jeweiligen Assistentinnen von Bordseite zu Bordseite einander beschimpften und der andere Bootsführer wild auf den großen Riss in der Außenwand hinwies. Unser Kapitän gab keine Reaktion zu erkennen und fuhr einfach weiter. Die kommenden Manöver schwankten zwischen Wettbewerb und Vergeltung. Wir schnitten einem überholenden Boot den Weg ab, das sich damit revanchierte, uns bei nächster Gelegenheit so an das Ufer zu drängen, so dass wir trotz des breiten Flusses zu einer Vollbremsung gezwungen wurden.

05691100-Mekong.JPG

Die Bordwand zu photographieren trauten wir uns nicht, um nicht weiteren Ärger zu provozieren, daher nur dieses Bild der Verfolgungsjagd durch das von unserem gerammte Boot.

Das Uferansichten waren schön, aber, wenn man nicht gerade an ein solches gedrängt wurde, vergleichsweise unspektakulär.

05631091-Mekong.JPG


05731105-Mekong.JPG


05761112-Mekong.JPG


05781114-Mekong.JPG


05861139-Mekong.JPG


05881143-Mekong.JPG


05901147-Mekong.JPG


Einen ersten Halt machten wir im Ban Sang May. …

Teil 1424. Apr. 2020

Einen ersten Halt machten wir im Ban Sang May. …

05941164-Mekong-Anlegesteg.JPG


Einwohner und Mönche waren sehr geschäftig, um für ein bevorstehendes Buddhafest den Tempel zu streichen.

06041181-BanSangHay.JPG


06071184-BanSangHay.JPG


Dort lernten wir die Reisschnapsbrennerei

05991201-BanSangHay-Schnapsbrennerei.JPG


06001171-BanSangHay-AnleitungzumSchnapsbrennen.JPG


und die Webkunst kennen.

06131192-BanSangHay.JPG


Die Produkte wurden natürlich auch verkauft, wobei das Tuch eigentlich überall extrem kratzig war.

06151196-BanSangHay.JPG


Der Reisschnaps hingegen fiel vor allem wegen der teilweise nicht importfähigen (Grusel-)Einlagen - Schlangen, Skorpione und allerlei andere Kriechtiere - auf.

06011173-BanSangHay-Schnäpsemitdiversen(tierischen)Besonderheiten.JPG


Bald fuhren wir weiter. Die heilige Höhle Tham Thing bei Pak Ou war kleiner, als wir erwartet hatten, und kann nur vom Wasser aus erreicht werden.

06211217-HöhlenvonPakOu-ThamThing.JPG


06221220-HöhlenvonPakOu-ThamThing.JPG


Über steile und teilweise sehr schmale Treppen ging es in die Kalksteinfelsenhöhlen. Wir kämpften alle etwas mit der Höhenangst, weil uns das Gedränge und Geschiebe ziemlich riskant erschien.

06291229-HöhlenvonPakOu-ThamThing.JPG


Das galt vor allem für die erste, nicht sehr tiefe Höhle, die übervoll von Buddhastatuetten war. Es handelt sich um Opfergaben, die ständig ergänzt werden. Die Statuen sind also zwischen frischgefertigt und 200 Jahre alt und 3cm bis 1,5m groß. Alles durcheinander, ebenso wie das Herstellungsmaterial. Die Darstellungsform ist hingegen nicht frei, sondern genau vorgegeben mit 32 Haupt- und 88 möglichen Nebenstellungen, sogenannten Mudras, die jeweils eine genaue Bedeutung haben.

06341238-HöhlenvonPakOu-ThamThing.JPG


06311231-HöhlenvonPakOu-ThamThing.JPG


06351240-HöhlenvonPakOu-ThamThing.JPG


06361241-HöhlenvonPakOu-ThamThing.JPG


Danach stiegen wir weiter hinauf zur großen Grotte Tham Phoum. Dort wurde es weniger stressig, sie war aber sehr dunkel und kaum erleuchtet. Auch dort gab es viele Buddhastatuen.

06551272-HöhlenvonPakOu-ThamPhoum.JPG


06601279-HöhlenvonPakOu-ThamPhoum.JPG


06611281-HöhlenvonPakOu-ThamPhoum.JPG


Früher lebten dort buddhistische Einsiedler. Barbara rannte vor und da sie keine Taschenlampe dabei hatte, bekam sie nicht nur von den Erläuterungen nichts mit, sondern auch die alten Höhlenmalereien nicht zu Gesicht.

06621284-HöhlenvonPakOu-ThamPhoum-Höhlenmalerei.JPG


Denn die Grotte war schon in vorbuddhistischer Zeit eine Kultstätte, in der die Flussgeister des Mekong verehrt wurden.

Wir machten uns auf den Rückweg und photographierten noch etwas die Umgebung,

06451258-HöhlenvonPakOu-ThamPhoum.JPG


ehe die schnelle und völlig ereignislose Fahrt flussabwärts begann.

06651294-Mekong-Gefängnis.JPG

Gefängnisanlage am Mekong

Nachdem wir wohlbehalten nach Luang Prabang zurückgekehrt waren, verabschiedeten wir unseren Guide, der noch zurück nach Vientiane musste. Für die Fahrt zum Flughafen sollte uns tatsächlich noch ein neuer Guide zugewiesen werden. Wir nutzten den dadurch freien Nachmittag für eine Erkundungstour auf eigene Faust. …

Teil 1526. Apr. 2020

Wir gingen über die Sisavang-Vong-Brücke, von der wir zunächst dachten, sie hätte keinen Fußgängerweg, ehe wir ein etwas klapprig wirkendes Seitengestell bemerkten,

06731306-LuangPrabangSisavang-Vong-Brücke.JPG


um in die Außenbezirke zu gelangen, weil wir noch ein paar entferntere Sehenswürdigkeiten erkunden wollten. Zunächst mussten wir länger auf Barbara warten, die einige Mühe hatte, sich der wackligen Holzkonstruktion anzuvertrauen, zumal die Spalten und Löcher zwischen den Brettern durchaus beachtlich waren.

06741307-LuangPrabangSisavang-Vong-Brücke.JPG


Auf der anderen Seite liefen wir durch das deutlich ärmlichere und weniger touristisch frequentierte Gebiet zum Wat Tao Hai, wo wir zwar zu spät waren, die Herstellung des handgeschöpften Papieres zu beobachten, aber wieder ein Trommelkonzert bewundern durften.

06751309-LuangPrabangWatTaohai.JPG


Über den etwas verfallen wirkenden, aber noch bewohnten Wat Phan Luang,

06791319-LuangPrabangWatPhanLuangRatsoudaram.JPG


der für seine Rennbootproduktion bekannt ist,

06781317-LuangPrabangWatPhanLuangRatsoudaram.JPG


spazierten wir weiter zum Wat Pa Kha, einem an einem laut Reiseführer „lauschigen Hain“ gelegenen Waldtempel.

06841326-LuangPrabangWatPakhaXaingaram.JPG


Von lauschig war aber nicht viel zu spüren. Zwei ungemütlich wirkende Hunde begannen drohend zu knurren, als wir uns dem Eingang näherten, so dass wir schnell umdrehten.

Wat Ponsaath

06861331-LuangPrabangWatPhouSa-AtPhattiyamongkhoun.JPG


06871334-LuangPrabangWatPhouSa-AtPhattiyamongkhoun.JPG


war wiederum den Besuch wert, denn wir genossen einen tollen Ausblick über den Mekong.

06881332-LuangPrabang.JPG


Wir überlegten, ob wir zurückgehen oder aber zur entfernteren Brücke weitermarschieren sollten, um einen Rundweg abzuschließen. Barbara fragte kurzerhand ein englisch wirkendes Paar (auf „Do you speak English?“ folgte ein leicht indigniertes „I am English“). Trotz dieses etwas steifen Beginns erklären sie uns, dass die Brücke gut zu überqueren sei, die Taxe aber 10.000 Kip betrage. Barbara war das egal, sie wollte die erste Brücke keinesfalls mehr betreten. Das andere Konstrukt erwies sich zwar als eine nur saisonale Bambuskonstruktion, da sie aber nur 2-3 Meter über dem Wasser verlief, war sie dennoch wesentlich weniger furchteinflößend.

06901339-LuangPrabangNamKhan-Bambusbrücke.JPG


06911340-LuangPrabangNamKhan-Bambusbrücke.JPG


06921346-LuangPrabangNamKhan-Bambusbrücke.JPG


Nun waren wir wieder in der Altstadt und besichtigten die Hauptstraße entlang alle bislang ausgelassenen Tempel, wobei wir manch künstlerische Scheußlichkeit zu Gesicht bekamen. Recht schlicht war der Wat Pak Khan, eine Stiftung wohlhabend gewordener Händler.

06981351-LuangPrabangWatPakKhanKhammungkhun.JPG


06991352-LuangPrabangWatPakKhanKhammungkhun-Wohnhäuser.JPG


Wat Souvannakhili stellt eines der seltenen erhaltenen Beispiele für den nordostlaotischen Xieng-Khouang-Stil dar.

07031359-LuangPrabangWatSouvannakhiri.JPG


07021357-LuangPrabangWatSouvannakhiri-Meditations-undAusstellungshaus.JPG


Im Wat Wat Sibounheuang überlegen wir, dem Abendgebet beizuwohnen, aber obwohl es eigentlich erlaubt ist, wollen wir nicht stören, weil die Andacht schon begonnen hatte. Andere Touristen zeigen sich weniger rücksichtsvoll.

07061363-LuangPrabangWatSibounheuang.JPG



Wat Syrimoungkoun Xaiyaram ist architektonisch völlig untypisch mit nur einer Seitengalerie und hohen Seitenwänden.

07081368-LuangPrabangWatSyrimoungkounXaiyaram.JPG


Wir filmen das Abendgebet wiederum nur von außen, aber etwas entgeistert über den Einzug moderner Beleuchtungstechnik.
https://youtu.be/OvyCHU9WGtc

Wat Sop reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück und beherbergt heute die höhere Mönchsschule.

07111370-LuangPrabangWatSopSickharam.JPG


In unterschiedlicher Gefühlslage nach den zahllosen Tempeln am Ende eines ohnehin extrem langen Tages – Barbara begeistert, Thomas schwer genervt und Florian apathisch, erreichten wir endlich den letzten Tempel auf unserer Liste, Wat Sensoukharam. Dieser wird nicht nur im nordlaotischen Stil von zwei goldenen Löwen bewacht, sondern ist auch der am reichsten mit Goldschmuck verzierte Tempel Luang Prabangs.

07141375-LuangPrabangWatSensoukharam.JPG


07171378-LuangPrabangWatSensoukharam.JPG


Abschließend gingen wir ein letztes Mal über den Nachtmarkt und gaben unser überschüssiges Geld aus, da wir am nächsten Tag das Land verlassen würden. Wir aßen ein paar Crêpes mit Avocado und Salat bzw.- Ananas und Erdbeeren. So viel Auswahl haben wir noch nirgendwo gesehen

03940753-LuangPrabangNachtmarktCrêpeAvocadoSalat.JPG

Frei nach dem vulkanischen Motto "unendliche Crêpes in unendlichen Variationen!"

Am Ende spendeten wir einem alten Bettler unsere restlichen Kip in der vergeblichen Hoffnung, er möge in seiner Musik innehalten.

04080773-LuangPrabangNachtmarktStraßenmusiker.JPG


Da Bettelei dort für alte Leute die größtmögliche Erniedrigung darstellt, ist die Not in solchen Fällen sehr groß, weshalb zu Gaben angeraten wird. Es gibt kein Sozialsystem, was nicht nur im fehlenden Wohlstand, sondern auch in der religiösen Vorstellung, dass Leid und Behinderung selbstverschuldet sind und erduldet werden müssen, gründet. Laos gilt mit 3 Mio. Tonnen Sprengkörper als das am stärksten bombardierte Land der Welt, ein Drittel der Sprengkörper ist nicht detoniert, so dass es nach wie vor zu zahlreichen Unfällen kommt. Umgerechnet gingen auf jeden Landesbewohner 2,5 Tonnen Bomben nieder.

Teil 1627. Apr. 2020

Mo. 06.03.17 Hütchenspiele mit den Reisepässen

Heute gönnten wir es uns, auszuschlafen, weil es kein Vormittagsprogramm gab. So frühstückten wir erst um 8:00 und bedauerten, das schöne Hotel verlassen zu müssen. Vor dem Auschecken um 12:00 unternahmen wir aber noch einen Spaziergang in das westliche Viertel, das wir noch nicht gesehen hatten.

07191381-LuangPrabang.JPG


07271394-LuangPrabangSchule.JPG

Schule

07331403-LuangPrabangGesundheitsministerium.JPG

Gesundheitsministerium - zur Zeit vielleicht besonders interessant.

Wir besuchten den rituell wichtigsten Tempel der Stadt, Wat That Luang, welchen Missionare des Inderherrschers Ashoka schon im 3. Jh. v. Chr. gegründet haben sollen.

07281395-LuangPrabangWatTatLuang.JPG


07291398-LuangPrabangWatTatLuang.JPG


07311400-LuangPrabangWatTatLuang.JPG


07321401-LuangPrabangWatTatLuang.JPG

Im Wat That Luang wurde Barbara wieder einmal von zwei begeisterten und sehr jungen Novizen angesprochen, die Selfies mit ihr wollten. Leider vergaßen wir zu fragen, ob auch sie mit einem Photo einverstanden wären.

Anschließend kamen wir an dem 1372 gegründeten und 1972 wiederrichteten Wat Monorom,

07221388-LuangPrabangWatManorom.JPG


07251391-LuangPrabangWatManorom-Opfergaben(Reis).JPG

allgegenwärtige tägliche Reisopfergaben

dem mit über 100 Mönchen größtem Kloster Luang Prabangs, vorbei, gefolgt vom 1548 gegründeten und 1910 restaurierten Wat Mahathat

07381414-LuangPrabangWatPhramahathatRajbovoravihane.JPG


07371413-LuangPrabangWatPhramahathatRajbovoravihane.JPG


07361410-LuangPrabangWatPhramahathatRajbovoravihane.JPG


und den auf einer Terrasse über letzterem gelegenen Wat Ho Siang aus dem 19. Jh.

07401417-LuangPrabangWatHosianVoravihane.JPG


07411422-LuangPrabangWatHosianVoravihane.JPG


Im Wat Ho Siang beobachteten wir eine Szene mit einer Gruppe Novizen, in der ein vielleicht 10-Jähriger einem schätzungsweise 15-Jährigen das Smartphone stibitzte. Der Ältere stürzte sich auf den Jüngeren und würgte ihn, bis er das Smartphone wieder herausgab.

Um kurz nach 12:00 wurden wir von unserem neuen Guide abgeholt. Er half uns noch beim Check-In, sprach ausgezeichnetes Deutsch, war sehr freundlich und zuvorkommend und wusste augenscheinlich auch mehr zu sagen als unser eigentlicher Laos-Guide, dessen Wissen sich ja meist auf die neuesten Bauprojekte und die Versicherung, dass etwas „sehr sööhn“ sei, beschränkt hatte. U.a. konnte er uns die erfreuliche Mitteilung machen, dass wir wegen der vielen Menschen am Schalter wahrscheinlich mit einem Airbus statt der üblicherweise eingesetzten Propellermaschine fliegen würden.

07451426-LuangPrabangFlughafen.JPG

Flughafen Luang Prabang

Er behielt Recht. Im trotzdem relativ leeren A321 bekamen wir trotz der kurzen Flugzeit von 90 min. sogar ein belegtes Brötchen für Vegetarier, unser Reisebüro hatte gute Arbeit geleistet. Die Einreisedokumente für Kambodscha füllten wir noch im Flugzeug aus. Wir merkten allerdings gleich nach der Ankunft den erheblichen Klimaunterschied zum noch tropischeren Kambodscha. Florian und Barbara fühlten sich regelrecht erschlagen.
Zum Wohlbefinden trugen die Einreisemodalitäten nicht gerade bei. Wir mussten Visaanträge, Reisepässe, Gebühren etc. einer Gruppe von Beamten abgeben, welche die Pässe mit den anderen Unterlagen einfach auf einem großen Haufen zusammenwarfen. Es kam immer mal ein Beamter, der einen Stapel zum Bearbeiten sortierte und für die nächste Gruppe holte. Für jeden Handgriff gab es einen eigenen Beamten. Jeder war nur für einen bestimmten Stempel, Eintrag, etc. verantwortlich. Es war die Karikatur einer dysfunktionalen Fließbandverwaltung, denn alles dauerte sehr, sehr lange. Die Damen und Herren bemühten sich auch nicht, eine Eingangsreihenfolge einzuhalten, so dass wir ganz weit nach hinten geschoben wurden. Die Ausgabe der Reisepässe war gleichfalls konfus. Eine chaotische Menschenmasse drängte sich vor der Ausgabe, in der ein einzelner Beamter die bei ihm eingehenden Passierscheine A 38, äh … Pässe öffnete, hochhob und die Namen oft mangels Sprachkenntnissen oder wegen der Lautstärke der Menge unverständlich ausrief. Weder war die Identifizierung so ganz einwandfrei, noch gelangten die Inhaber ohne großes Schieben und Stoßen an ihr Dokument. Mehrfach war der vermeintlich Glückliche dann doch noch nicht dran. Nachdem wir auch das überstanden (Thomas‘ Pass ließ über eine weitere halbe Stunde auf sich warten) und die Einreisekontrolle hinter uns gebracht hatten, konnten wir endlich zur Gepäckausgabe. Auf dem Gepäckförderband lief längst ein anderer Flug, aber nebenstehend fanden wir als letzte Passagiere alle unsere Koffer abgestellt vor.

Teil 1728. Apr. 2020

Nach Passkontrolle und Kofferabholung fanden wir unseren Guide recht schnell. Optisch ein ziemlicher Kontrast: ein dürres Männlein, statt unseres feisten laotischen Hamsters, dessen Bäckchen immer voller Nüsse gewesen waren. Er sprach auch sehr viel leiser, außerdem aber sehr undeutlich, so dass wir manchmal sehr wenig verstanden. Er lachte viel und irritierte mit seinem ständigen „jajaja“, wenn ihm die Worte oder Gedanken ausgingen. Sein Wissen war dafür erheblich breiter, so dass wir es nunmehr mit tatsächlichen Führungen zu tun bekamen. Er brachte uns zu unserem Fahrer und fahrbaren Untersatz, einem auch für dortige Verhältnisse abenteuerlichen Ding, das wir „das Vehikel“ tauften.

10521975-UnserFahrer.JPG

Das Vehikel und sein sympathischer Fahrer

Wir hofften und zweifelten, dass es die nächsten drei Tage durchhalten würde, denn es quietschte sehr, ruckelte hin und her und brach gerne etwas zur Seite aus. Wir wurden später von so jeglichem anderen Fahrzeug überholt und wütend angehupt, auch weil die Blinker etwas unzuverlässig waren. Möglich war das alles nur, weil im Schnitt ohnehin niemand mit mehr als 40 km/h ‚vehikelte‘. Ampeln waren, so unser Guide, noch eine recht neue Einrichtung und für die Mehrzahl der Fahrer hauptsächlich Dekoration. Abgebogen wurde nach Lust und Laune, unabhängig von Spur und Verkehrsaufkommen nach dem Motto ‚Irgendjemand wird schon halten‘.
Sodann fuhren wir zu unserem Hotel - Siem Reap Memoire d'Angkor Boutique Hotel

07511434-SiemReapMemoired'AngkorBoutiqueHotel.JPG


07471430-SiemReapMemoired'AngkorBoutiqueHotel.JPG


07501433-SiemReapMemoired'AngkorBoutiqueHotel.JPG


und verabredeten uns für 19:15. Sie wollten uns abholen und zum Phare-Zirkus bringen. Während Barbara sich ausruhte, nutzten Thomas und Florian die verbleibenden zwei Stunden für eine Stadterkundung, für die sonst kaum Gelegenheit sein würde.

07541441-SiemReap.JPG


07551443-SiemReap.JPG


Der Verkehr war gegenüber Laos eine große Steigerung und echte Herausforderung, Thomas meinte „wenn ich länger hier bleiben müsste, würde ich einen Herzinfarkt bekommen“. Zu Fuß konnte man keine 5 Meter laufen ohne gefragt zu werden, ob man ein Tuk-Tuk brauche. Dennoch schafften wir es, die Pub-Street und den Psah Chas (alter Markt) zu besuchen. Auch eine kleine, für Kambodscha aber sehr beachtlich LGBTI-Szene gibt es dort, an der wir kurz vorbeiliefen.

07561445-SiemReapPubStreet.JPG

Pub Street

07621452-SiemReap.JPG


07651456-SiemReap-GetieramSpieß.JPG

Getier am Spieß

07571446-SiemReap.JPG


07591449-SiemReapPsarChas-AlterMarkt.JPG

Alter Markt
07611451-SiemReapPsarChas-AlterMarkt.JPG


Kambodscha schrumpfte im 20. Jahrhundert zum kleinsten Flächenstaat Südostasiens. Damit verbunden ist eine recht starke ethnische Homogenität von über 90% direkten Nachfahren der Khmer. Das Land ist ob fehlender Infrastruktur schwer zu bereisen, auch weil es immer noch mit chinesischen Plastikminen verseucht ist, die nicht strategisch ‚sinnvoll‘ verteilt oder auch nur verzeichnet wurden, sondern bloß von den Roten Khmer zur Terrorisierung der eigenen Bevölkerung eingesetzt wurden. Dennoch beträgt die Bevölkerung heute wieder 15,5 Mio Einwohner, nachdem es bei Vertreibung der roten Khmer nur noch 5,2 Mio gewesen war. Entsprechend hoch ist weiterhin das Wachstum bei sehr junger Altersstruktur. 40% der Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre, nur 3 % älter als 65.
Der abendliche Zirkusbesuch entpuppte sich als das Showhighlight der Reise. Artistisch gut mit sehr guten Hauptdarstellern, eine durchgängig erzählte, schöne Geschichte um (In-)Toleranz hatte der Phare etwas von einem asiatischen Cirque du Soleil. Hiermit also eine ausdrückliche Empfehlung für jeden, der mal dort hingelangt. Auch mit ökologischen Problemen beschäftigen sie sich, insbesondere gegen Plastikabfälle. Für den Eintrittspreis gibt es daher auch eine Trinkflasche für die weitere Reise, die man an ausgewählten Orten auffüllen lassen kann (sogar unser Hotel nahm an der Aktion teil). Allerdings waren die äußeren Umstände schon bemerkenswert. Barbara wurde schon bei der Fahrt in der Dämmerung in die äußeren Viertel etwas mulmig, uns störten hingegen vielmehr die Mückenschwärme. Die Reisebusführer sprühten kurzerhand alle Gäste beim Aussteigen dick mit DEET ein. Der Zirkus selbst wirkte nicht sehr stabil konstruiert, es hatte etwas von einer hölzernen Arena ohne Fluchtwege. Sollte jemand an einen Platz gesetzt werden, musste die Reihe erst einmal geleert werden. Auch gab es mehrere Stromausfälle während der Vorstellung. Dafür waren Film und Photo erlaubt, was Florian ausgiebig nutzte, bis schließlich die Kamera einfach kaputtging.

07721468-SiemReapPhare,TheCambodianCircus.JPG


07731469-SiemReapPhare,TheCambodianCircus.JPG


07801484-SiemReapPhare,TheCambodianCircus.JPG


07821486-SiemReapPhare,TheCambodianCircus.JPG


07831487-SiemReapPhare,TheCambodianCircus.JPG


07901499-SiemReapPhare,TheCambodianCircus.JPG


Zurück im Hotel probierten wir alles Mögliche mit der Kamera und recherchierten im Internet. Wir stellten fest, dass eine echte Reparatur notwendig sein würde. Das Telefonbuch gab einige mögliche Adressen, wir gingen davon aus, morgen früh eine neue kaufen zu müssen. Da Angkor Wat auf dem Plan stand, gerieten wir gehörig unter Druck. Nichtsdestoweniger fielen wir um 0:30 todmüde ins Bett.

Teil 1829. Apr. 2020

Di. 07.03.17 Siem Reap-Rally und Angkor Wat-Marathon

Wir frühstücken um 6:15 (Brötchen, Croissants, Obst/Gemüse und Honig), um bei Geschäftsöffnung schon vor den entsprechenden Kamerageschäften anzustehen. Frisch gestärkt stürzen sich Florian und Thomas in den morgendlichen Straßenverkehr. Die beiden im Internet gefundenen Läden sind auch schnell erreicht, haben jedoch noch geschlossen und keine offiziellen Öffnungszeiten aushängen. Daher gingen wir zum Hotel zurück, um etwas über die durch das Schaufenster erahnten Modelle zu recherchieren. Das professionellste Kamerageschäft öffnete zuerst. Man teilte uns mit, dass – wie wir schon ahnten – eine schnelle Reparatur nicht möglich sei. Wir entschieden uns schnell für ein noch relativ aktuelles Modell von Canon. Mit dem Bezahlvorgang begann das Drama. Um den von dem Geschäft erhobenen Zuschlag für Kreditkartenzahlung zu umgehen, versuchten wir die Summe bei einem ATM abzuheben. Auf beiden Karten war das Limit für Abhebungen zu niedrig. Auch nachdem wir einen anderen ATM gesucht hatten, standen wir vor dem gleichen Problem. Wir kamen daraufhin am Hotel vorbei, wo inzwischen schon unser Guide eingetroffen war. Wir fuhren mit ihm zum Kamerageschäft, um zähneknirschend den Zuschlag zu zahlen, wobei unser Guide erfolglos einen Rabatt zu verhandeln suchte. Die Kreditkartenzahlung im Geschäft funktionierte auch nicht. Also gingen wir mit dem Guide zu einer Bank, um Geld abzuheben. Die konnte uns überhaupt kein Geld auszahlen. Letztlich gelang es uns dann aber am ATM dieser und einer weiteren Bank jeweils mit beiden Kreditkarten insgesamt vier Teilbeträge abzuheben, mit denen wir die Kamera bezahlen konnten. Geringfügig günstiger als in Deutschland war der Kauf immerhin noch.

Mit neuer Kamera gerüstet und einiger Verspätung machten wir uns auf den Weg nach Angkor Thom, der von Jayavarman VII. um 1200 als neue Hauptstadt des Angkorreichs gegründeten Königsresidenz. Allerdings mussten wir zu diesem Zweck erst einmal Lichtbildausweise anfertigen lassen, die dann am Eingang, den unser Guide als „Checkpoint Charlie, he he he“ bezeichnete, gelocht wurden. Für den Massenandrang ist man inzwischen gerüstet:

07931506-SiemReap.JPG


07941507-SiemReap.JPG


Hier machte unser Guide, der auch durch seine beiden 10cm-langen Fingernägel auffiel, einem leicht snobistischen Merkmal des aufgestiegenen Mittelstandes, das als Beweiszeichen des Verzichts auf körperliche Arbeit dient, die man ihm aber ohnehin nicht geglaubt hätte, zum ersten Mal seine wahre Bestimmung deutlich, die eines begnadeten Aphoristikers: „Loch an Datum – heute. Zweiter Tag, zwei Locher, dritter Tag, drei Locher, hehehe“ (Guide-Erläuterung des Tages I). Nach Vertreibung der Khmer begann der Wiederaufbau der Klöster, auch die Angkor-Ruinen werden, wie man sehen wird, weiter genutzt.
Wir beginnen die Besichtigung Angkor Thoms vom südlichen Eingangstor aus, welches das besterhaltene ist. Die linken Figuren der Brücke stellen 54 Götter dar, die rechts 54 Dämonen.

07981511-AngkorThomSüdlicherEingang.JPG


Das Tor selbst weist Gesichter in jede Himmelsrichtung auf.
08011516-AngkorThomSüdlicherEingang.JPG


Es besteht auch die Option verschiedener Transportmittel.
08061525-AngkorThom.JPG



Wir besuchen den synkretistischen Staatstempel Bayon nach Angkor Wat die berühmteste dortige Tempelanlage.

08081527-AngkorThomBayonTempel.JPG


08101529-AngkorThomBayonTempel.JPG


08111531-AngkorThomBayonTempel.JPG


08201546-AngkorThomBayonTempel.JPG


Er hat 54 Türme. 54 ist eine besondere Zahl wegen ihrer Quersumme 9. Die Bedeutung der Zahl 9 scheint unserem Guide etwas unklar, ist aber auf jeden Fall „sehr gutt“. Auch die 54 Götter und 54 Dämonen sind „sehr gutt“, weil darüber hinaus ihre Addition 108 wiederum die Quersumme 9 aufweist. Die 54 Türme des Bayon haben jeweils 4 Gesichter,
08351575-AngkorThomBayonTempel.JPG

zusammen also 216 Gesichter, deren Quersumme 9 = „gutt“ ist. Leider wurden in den Kriegen des 20. Jahrhunderts viele Köpfe geplündert und verkauft.
Sowohl die historisch-mythologischen Ereignisse wie auch die zeithistorischen Veränderungen der Bausubstanz goutierte unser Guide immer wieder gerne mit einem gepflegten „Kopf ab, hehehe“.

08001514-AngkorThomSüdlicherEingang.JPG


Besonders aufmerksam machte er uns auf eine Reliefdarstellung der Zubereitung von Speisen, etwa gegrilltem Fisch; mit todernstem Gesicht erläuterte er „hier wird Schwein in heißes Wasser gekocht. … Essen!“ – er machte verdeutlichende Bewegungen mit den Händen (Guide-Erläuterung des Tages II).
08141535-AngkorThomBayonTempel.JPG


Phallus-Symbole gehörten zu seinen Lieblingsobjekten.
08291565-AngkorThomBayonTempel-2.JPG


Schönere Objekte findet man zu tausenden.
08321570-AngkorThomBayonTempel.JPG


Auch Touri-Mönche mit ihren Novizen lassen sich die Gelegenheit zum Photographieren nicht entgehen.
08341576-AngkorThomBayonTempel.JPG


Vieles besteht auch nur aus Ruinen.
08381579-AngkorThomBayonTempel.JPG


Nach einem letzten Blick auf den Bayon-Tempel,
08391581-AngkorThomBayonTempel.JPG


machen wir uns auf den Weg zum Baphuon ...

Teil 1930. Apr. 2020

Anschließend erstiegen wir den Baphuon, einen monumentalen hinduistischen Tempelberg, der ursprünglich um 1055 errichtet wurde.


08441593-AngkorThomBaphuonTempelGopura(Torturm).JPG


08451594-AngkorThomBaphuonTempelGopura(Torturm).JPG


08531610-AngkorThomBaphuonTempelTerrassemitGopura(Torturm)undsteinernerStegmitPavillon.JPG

Angkor Thom Baphuon Tempel Terrasse mit Gopura (Torturm) und steinerner Steg mit Pavillon.

Er war Mittelpunkt der damaligen Khmer-Hauptstadt Yasodharapura. Ab 1960 und nach der Unterbrechung des Pol Pot-Regimes nach 1995 richtete man den völlig eingestürzten Bau in einem grandiosen Puzzlespiel wieder auf.
Wir und gingen weiter

08561616-AngkorThom.JPG

Größenverhältnis Florian-Baum

zum Köngispalast, von dem lediglich der innere Tempel, der im 11. Jahrhundert von Suryavarman I. errichtete Phimeanakas erhalten ist, weil die anderen Bauwerke aus Holz errichtet waren.

08621632-AngkorThomPhimeanakaszentralerTempeldesKönigspalasts.JPG


Erhalten waren aber zwei Schwimmbecken, ein kleineres für die 200 Eunuchen und ein sehr großes für die 1000 Konkubinen des Herrschers,

08631631-AngkorThomKönigspalast.JPG


wobei die Konkubinen Zutritt zu den Eunuchenbecken hatten, aber nicht umgekehrt. Vertiefungen an den Schwimmbadrändern deutete unser Guide als Sitzspuren der Konkubinen. Bei einer sehr tiefen Kuhle sagte er dann „Da auf diese Stein sehr große Loch, vielleicht dicke Frau, hehehe“ (Guide-Erläuterung des Tages III). Er lachte über seine Witze gerne so ausdauernd, dass er sich kaum halten konnte.
08641634-AngkorThomKönispalast(DickeFrau-hähähä).JPG

Guide zeigt auf den Platz der dicken Frau

Wie man auf Verstöße gegen diese Ordnungsregeln reagiert habe, beantwortete er gewohnt martialisch: „Kopf ab, hehehe“.

Wir besuchten endlich noch die Terrassen der Elefanten
08651635-AngkorThomTerrassederElefanten.JPG


08661639-AngkorThomTerrassederElefanten.JPG



und des Leprakönigs.
08671636-AngkorThomTerrassedesLepra-Königs.JPG


Die Terrasse der Elefanten ließ König Jayavarman VII. am Anfang des 13. Jahrhunderts erbauen, von wo aus die königliche Familie Paraden, Prozessionen und Spiele auf dem Großen Platz ansehen konnte. Der Name der geringfügig älteren Terrasse des Leprakönigs leitet sich von einer auf ihr befindlichen Statue her, einer angeblichen Darstellung des Königs Yasovarman I. (899–910), der die erste Stadt in Angkor errichten ließ und schließlich an Lepra verstarb. Tatsächlich stellt die Statue wohl den hinduistischen Todesgott Yama dar. Möglicherweise wurden hier die Leichname der Königsfamilie und hoher Würdenträger rituell verbrannt.

Hernach fuhren wir zum von vielen Würgfeigen überwucherten Tempel Ta Prohm, für den Indien ein größeres Restaurationsprojekt initiiert hat. Diesen um 1300 errichteten Bau hatte Jayavarman VII., der größte Bauherr von Angkor, seiner Mutter geweiht. Er soll nicht vollständig restauriert, sondern im halbverfallenen Zustand belassen werden.
08721646-TaProhmTempel.JPG


08831661-TaProhmTempel.JPG

Stützpfeiler, damit die Wurzeln nicht das Gemäuer niederreißen.

08851669-TaProhmTempel.JPG


Nun brachte man uns zu einer Touristenabsteige, in dem wir uns ein grotesk überteuertes Mittagessen andrehen lassen mussten. Das Essen selbst war durchschnittlich, aber in Ordnung. Unterwegs konnten wir einen Wasserbüffel sichten. Der Guide fing an, etwas von Automarken zu murmeln, er kam auf BMW zu sprechen, das bedeute in Kambodscha ein „Bauer mit Wasserbüffel“. Das sollten wir noch öfter, auch von verschiedenen Guides in Vietnam, hören. Nach dem Mittagessen stand endlich Angkor Wat an. …

Teil 2001. Mai 2020

Die in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts unter Suryavarman II. errichtete Tempelanlage Angkor Wat gilt als das größte Sakralbauwerk der Welt. Wir nahmen den östlichen Eingang zur Anlage, den Ta Kou-Entrance.

08911679-TaKouEntrance(Osteingang).JPG


Der beeindruckende Zugang zum Hauptkomplex verfügt über 5 separate Zugänge. Die äußeren besaßen Treppen und waren für das Volk,

08941682-AngkorWatEingängefürdasVolk.JPG


das Herrschertor in der Mitte bestand aus einem nackten Vorsprung. Unser Guide wollte natürlich wissen „Wie kommt König hier hoch? Muss hüpfen wie Frosch? Klettern wie Spiderman?“ (Guide-Rätsel des Tages – Auflösung nach dem Bild).

08951684-AngkorWatEingangfürdenKönig.JPG


Die Lösung lautete: Elefanten! Wenn der König zum Tempel kam, ritt er auf einem Elefanten und konnte von dessen Rücken in passender Höhe nicht ab-, sondern aussteigen.

Wir begaben uns ins Zentrum und schauten uns die 800 Meter lange „Galerie“ an.
08961687-AngkorWatGallerie(Länge800Meter).JPG


08971689-AngkorWatGallerie(Länge800Meter).JPG


Um den Tempel ganz zu ersteigen,
09221734-AngkorWatobereTerrasse.JPG


musste man sich in eine Schlange einreihen, da immer nur 100 Personen für den Aufstieg zugelassen waren und man sich entsprechend einen Ausweis holen und wieder abgeben musste.
09061707-AngkorWatAnstehenfürdieobereTerrasse.JPG

Wie schon bei einer anderen Besichtigung wollte der Guide auf uns warten und riet auch Barbara von der Ersteigung ab. Die überall sehr steilen Treppen sollten übrigens bewirken, dass man in demütiger Haltung hinaufsteigen musste, wie Barbara zutreffend mutmaßte.
09081709-AngkorWatsteileTreppen.JPG


Nun aber war sie zunächst hinter uns und verschwand sehr schnell, so dass wir vermuteten, dass sie anderes besichtigen und auf den Rat des Guides hören wollte. Wir verloren sie dadurch komplett aus den Augen. Als wir nach einer guten halben Stunde endlich kurz vor dem Anfang der Warteschlange anlangten, tauchte sie auf der anderen Seite der Absperrung auf und sagte uns, dass sie die Aussage des Guides als Besteigungsverbot für alle aufgefasst hatte. Florians Vorschlag, sich noch in die inzwischen noch längere Schlange einzureihen, lehnte sie ab, vielleicht, weil auch nicht mehr so viel Zeit von der Vorgabe des Guides übrig war. Wir hatten oben einen netten Ausblick und eine gute Möglichkeit, den mittleren Turm zu besichtigen, mehr aber eigentlich nicht.

09111715-AngkorWatobereTerrasseHauptturm.JPG

obere Terrasse Hauptturm

09211731-AngkorWatBlickvonderoberenTerrasseRichtungSüd-Osten.JPG

Blick von der oberen Terrasse Richtung Süd-Osten

09141720-AngkorWatBlickvonderoberenTerrasseRichtungWesten.JPG

Blick von der oberen Terrasse Richtung Westen

09151723-AngkorWatBlickvonderoberenTerrasseRichtungWesten(nördl.BibliothekimHintergrund).JPG

Blick von der oberen Terrasse Richtung Westen (nördl. Bibliothek im Hintergrund)

Als wir – von einigen Höhenangstproblemen begleitet – den Abstieg geschafft hatten, erklärte Barbara, dass sie sehr verärgert sei, es bei ihrem einzigen Angkor Besuch es nicht bis ganz oben geschafft zu haben. Über den westlichen Tempelbereich begaben wir uns Richtung Ausgang.

09241740-AngkorWatSouthThousandGodLibrary.JPG

Angkor Wat South Thousand God Library

09261742-AngkorWatkochenderMönch.JPG

kochender Mönch

09271744-AngkorWat.JPG


Noch besser gefiel uns die Kulisse vor dem Tempel, wo wir plötzlich doch viel Zeit hatten, weil wir den Sonnenuntergang über Angkor genießen sollten, der wetterbedingt allerdings ausfiel.

09311755-AngkorWatEhrenterrasse.JPG

Ehrenterrasse

09331756-AngkorWatProzessionsstraße(nördl.undsüdl.BibliothekimHintergrund).JPG

Prozessionsstraße

Wir konnten dort schöne Photos machen, leider wollte Barbara, noch immer sauer, nicht mit aufs Bild.

09371762-AngkorWat.JPG


09401771-AngkorWat.JPG


Wir lernten wenigstens, dass Mönchsgruppen Touristen sind wie alle anderen auch.

09351765-AngkorWat.JPG


09361774-AngkorWat.JPG


So teilten wir uns also in drei 'Gruppen' auf, den Guide, der weiter pausierte, Barbara, die ihrer eigenen Wege Richtung Ausgang ging und Thomas und Florian, die einen großen Erkundungsrundgang unternahmen.

09431777-AngkorWatNördlicheBibliothek.JPG


09461783-AngkorWatSüdlicheBibliothek.JPG

Südliche Bibliothek

09481787-AngkorWat.JPG


09501793-AngkorWatHochzeitspaar.JPG

Lesbische Hochzeit

Da der Sonnenuntergang ausfiel, machte es wenig Sinn, dass wir so das Tempelgelände zu früh verließen. Trotzdem war auch Florian inzwischen ziemlich genervt und beschloss, dass ein gegenseitiges Ignorieren für den Rest des Tages wohl das Beste sei. Wir konnten immerhin noch eine interessante Szene beobachten, in der eine Gruppe Affen einem photographierenden Touristen den Souvenirbeutel klaute und die Kleinodien auf ihre Essbarkeit hin untersuchte. Den verzweifelten Versuchen des Photographen, seine Tasche mit einem Stock bewaffnet zurückzuerobern, begegnete das Alphamännchen mit imposanten Drohgebärden, die den Photographen hinreichend einschüchterten.
09541799-AngkorWatDiebischeAffen.JPG


09571804-AngkorWatDiebischeAffen.JPG


Beim Hinausgehen zeigte sich die Sonne dann doch wieder, dennoch setzten wird den Rückweg fort.

09591806-AngkorWat.JPG


09601807-AngkorWatzentralerTorbau.JPG

zentraler Torbau
09631814-AngkorWatzentralerTorbau.jpg


Guide-Story des Tages: „Es gibt auch Schnee im Sommer in Kambodscha. Hier ist der Schnee allerdings Staub, hehehe. Vater von Freund hat Auto mit kaputtem Unterboden. Der Vater fuhr mit schwarzem Haar los und kam mit weißem Haar an. Weiß von hellen Staub, hehehe“. Man muss sich den Freundesvater wohl als einen modernen Fred Feuerstein vorstellen, der das Fahrzeug mit Fußantrieb in Gang hielt und entweder sehr sportlich oder am Ende einer jeden Fahrt fix und fertig war. Fix und fertig waren jedenfalls auch wir nach nur vier Stunden Schlaf und den ganzen Tag unterwegs …

Teil 2102. Mai 2020

Mi. 08.03.17 Männer sind von Natur aus schön, Frauen …

Nachdem unser Kameraprobleme gelöst war, konnten wir uns dieses Mal auf ein entspanntes Frühstück freuen. Um 6:45 aßen wir vom leider sehr vegetarierunfreundlichen Buffet Brötchen, Obst und etwas Käse. Mangels großer Alternativen sortierten wir aus den gebratenen Nudeln die Krabben aus. Für Nichtvegetarier entsprach das Hotel hingegen seinem Ruf, auf tripadvisor zu den bestbewertetsten Unterkünften der Welt zu gehören. Direkt im Anschluss mussten wir schon unsere Zimmer räumen, konnten die Koffer aber im Hotel deponieren.

Unsere heutige Erkundungsreise führte uns zuerst zum Prasat Preah Khan, dem zentralen Kloster- und Universitätsbau einer vorläufigen Angor-Hauptstadt aus dem 12. Jahrhundert, die Jayavarman VII. errichten ließ, nachdem er die Cham zurückgeschlagen hatte. Eigentlich ist der Flachtempel aber ein weiterer Ahnentempel, diesmal seinem Vater gewidmet.

09761838-PrasatPreahKhan.JPG


09771840-PrasatPreahKhan.JPG


09811852-PrasatPreahKhan.JPG


Der Guide fand wieder ein irgendwie seltsames Vergnügen daran, uns immer wieder die Lingams zu erklären, die jeweils zu 1/3 die verschiedenen Hauptgötter symbolisieren. Ein Lingam ist daher zu einem Teil rund, acht- und viereckig.
09831855-PrasatPreahKhan.JPG


09851859-PrasatPreahKhan.JPG


09891864-PrasatPreahKhan.JPG

Stupa

09911870-PrasatPreahKhan.JPG


09991882-PrasatPreahKhan.JPG


10011889-PrasatPreahKhan.JPG


09971880-PrasatPreahKhan.jpg



Weiter ging es zum Prasat Neak Pean (Tempel der sich windenden Schlangen). Dieser im späten 12. Jahrhundert unter Jayavarman VII. erbaute Heiltempel ist auf einer Insel in einem riesigen künstlichen Staubecken gelegen. Der Pfad dorthin war für einige europäische Besucher eine Herausforderung, obwohl er eigentlich nicht besonders schmal war.

10121912-PrasatNeakPean.JPG


Viele Dinge gingen unverständlicherweise verloren - Kopfbedeckungen, Schals, Kinderspielzeug - und eine Frau fiel fast in das Wasser, das zum Glück heutzutage keine Krokodilpopulation mehr enthält. Die wurde nämlich vor längerer Zeit schon verspeist. Wir wunderten uns über die vielen rosafarbenen Gebilde an den zahllosen Wasserpflanzen. Es soll sich dabei nach Auskunft unseres Guides um Wasserfroschgelege handeln.

10141916-PrasatNeakPeanWasserfroscheier.JPG


10071900-PrasatNeakPean.JPG


10091904-PrasatNeakPean.JPG


Wir betraten den Heiltempel mit seinen Wasserbecken, darunter vier peripheren, die nach Personengruppen differenziert genutzt werden durften. Sie besaßen jeweils einen Wasserspeier, es gab einen Menschenkopf, einen Pferdekopf, einen Löwenkopf und einen Elefantenkopf.

10101905-PrasatNeakPean.JPG


Das zentrale Becken, 60x60 Meter, symbolisiert das Urmeer mit einem Heiligtum in der Mitte, das den Göttersitz Meru darstellt.

10111909-PrasatNeakPean.JPG


Zu den peripheren Becken verlaufen vier Kanäle für die vier größten Flüsse der Erde.

Unser nächster Stop führt uns in eine ganz andere Zeit- und Stilepoche ...

Teil 2203. Mai 2020

Der nächste, Shiva geweihte Tempel war der unter Rajendravarman II. (944-968) erbaute östliche Mebon, der 952 eingeweiht wurde. Dieser war stilistisch sehr interessant, da aus der Prä-Angkor-Epoche und noch aus kleinen Ziegelsteinen errichtet. An dieser Stelle lohnt sich ein Blick zurück. Im 2. Jahrhundert war das erste indisch geprägte Königreich Südostasiens, Funan, gegründet worden. Dieses eroberten die Khmer im 6. Jahrhundert und begannen mit eigenen Reichsgründungen. Rajendravarman II. verlegte den Hauptsitz zurück in die Angkor Region. Dies erklärt wohl auch die indischen Denkmalprojekte in der Region.

10151917-ÖstlicherMebon.JPG


10181924-ÖstlicherMebon.JPG


10201926-ÖstlicherMebon-2.JPG


10211927-ÖstlicherMebon.JPG




Die zahlreichen Löcher in den Fassaden dienten in früheren Zeiten dem Edelsteinschmuck.

10221928-ÖstlicherMebonIndenLöchernwarfrüherEdelsteinschmuck.JPG



Weiter ging es zum immerhin 23km von Angkor Wat entfernten Banteay Srei-Tempel, einem besonders kunstvollen Bau ebenfalls aus dem 10. Jahrhundert, ebenfalls für Shiva errichtet. Der zierliche Tempel wurde von einem Herrscherenkel und Königslehrer errichtet und gilt als einzige bedeutende Tempelanlage, die nicht, wie ihm allein eigentlich vorbehalten, von einem Herrscher in Auftrag gegeben war. Für uns war es mit die schönste Anlage.

10301944-BanteaySreiTempel.JPG


10331949-BanteaySreiTempel.JPG


10351951-BanteaySreiTempel.JPG


10361952-BanteaySreiTempel.JPG


Auch deshalb wirkt er weniger wuchtig. Unser Guide erklärte uns, dass dieser heute Frauentempel genannt werde, weil er so schön sei, wie Frauen.

10401960-BanteaySreiTempel.JPG


10431963-BanteaySreiTempel.JPG


10441964-BanteaySreiTempel.JPG


10471967-BanteaySreiTempel.JPG


Es handele sich aber wohl um einen Übersetzungs- oder Translationsfehler. Er kommentierte die Sache so „Frauen sind durch Make-Up schön. Männer sind von Natur aus schön.“ (Guide-Scherz des Tages I)

Wir machen eine Mittagspause, diesmal nicht so im engsten Touristengebiet, daher verträglichere Preise (d.h. dieses Mal nicht auf westeuropäischem Hauptstadtniveau) und für uns eine sinnvollere Auswahl: für Florian gab es einen Kokosshake, für Thomas einen Cashewshake und für Barbara einen Obstteller.

Unser Weg führte uns nun zu einem Zuckerpalmendorf, wo wir einen kurzen Halt machen, um das Einkochen von Zuckerpalmensirup zu beobachten, der als Grundstoff für Bonbons genutzt wird. Wir probieren den Sirup, der dadurch gewonnen wird, dass die Früchte und Samenstränge der weiblichen und männlichen Palmen 3 Tage lang mit Werkzeugen geknetet werden, ehe man sie aufschneidet und den Sirup zum Kochen ausfließen lässt.

10531976-Zuckerpalmendorf.JPG


10551978-Zuckerpalmendorf.JPG



Ein letzter Tempel stand noch auf dem Programm, ehe wir zurück zum Hotel und unsere Koffer für den Weiterflug holen mussten. …

Teil 2304. Mai 2020

Als letzter Tempel steht noch Banteay Samré aus dem frühen 12. Jahrhundert auf dem Programm. Der Vishnu geweihte Tempel heißt übersetzt Festung der Samré, eines legendären lokalen Volksstammes. Vor der Anlage sehen wir einen sehr schönen Cashewbaum.

10591991-Cashewbaum.JPG


Der Tempel selbst wurde nach einer damals neuen Methode als erste komplette Tempelanlage zwischen 1936-1945 rekonstruiert. Sie liegt etwas abseits der üblichen Touristenpfade, gehört aber zu den schönsten und besterhaltenen Bauten der klassischen Angkor-Zeit und wurde zeitgleich mit Angkor Wat errichtet.

10631985-BanteaySamreTempel.JPG


10671999-BanteaySamreTempel.JPG


10692002-BanteaySamreTempel.JPG


10722007-BanteaySamreTempel.JPG


10782021-BanteaySamreTempel.JPG


Wie an allen anderen Anlagen gab es viele Stände, an denen Sehenswürdigkeiten kunsthandwerklich für allerlei touristische Mitbringsel vermarktet wurden.
10792022-BanteaySamreTempel.JPG



Nun vehikelten wir zurück zum Flughafen. Der Zahnriemen hielt wider Erwarten tatsächlich bis zum Ende unseres Aufenthalts durch. Dennoch mussten wir im Hotel noch mal etwas auf unseren Guide und den Transfer zum Flughafen warten. Guide und Fahrer erhielten aber ein ordentliches Trinkgeld, denn von dem eigenwilligen Humor und den mitunter recht misogynen Sprüchen des Guides abgesehen waren sie wirklich freundlich und hilfsbereit gewesen. Zu unserer Überraschung erhielten auch wir kleine Abschiedspräsente in Form von Halstüchern. Auf der Fahrt gab es noch das Bonmot des Tages. Wie sehen ein 5 Sterne-Hotel, an dessen Platz früher ein Gefängnis gelegen war: „Früher Gefängnis, heute 5-Sterne-Hotel- 5-Sterne-Gefängnis für Touristen, hehehe“ (Guide-Scherz des Tages II). Das wiederholte er mehrfach, bis er sich nicht mehr einkriegen konnte und lauthals loslachte, begleitet von Schenkelklopfen und bedrohlichem Vor- und Zurückwerfen seines dürren Halses.

Als wir die kleine Flughafenhalle für die Inlandsflüge - für Auslandsflüge der Millionen Touristen gibt es natürlich eine Riesenanlage - betraten, waren zwar schon einige Passagiere vor Ort, aber noch kein Schalter offen.
10802023-SiemReapFlughafen.jpg


Als es losging, gab es dann etwas Schwierigkeiten mit unseren E-Tickets. Da wir bloß 3 E-Ticketnummern für die 7 Flüge hatten, wussten wir nicht, welche Nummer zu welchem Flug gehören sollte. Es wurde viel probiert, Kollegen wurden zur Verstärkung gerufen und Florian wurde langsam panisch. Irgendwann konnten sie das Rätsel lösen, dass nämlich unser Flug mit Cambodian-Airlines über Vietnam-Airlines gebucht worden war. Als wir nach vielen Entschuldigungen und für uns sprachlich weitgehend unverständlichen Erklärungen unsere Bordkarten hatten, waren wir erleichtert. Die Handgepäcks- und Personenkontrolle lief dagegen problemlos, nur schaffte Barbara für weitere Schreckmomente: Sie wurde von der Security zurückgerufen, weil sie lediglich die Handtasche, nicht aber das Handgepäck mitgenommen hatte. Wir hörten etwas Hörbuch, als dann aber das Boarding losging, konnte Barbara ihre Bordkarte nicht mehr finden. Sie sagte, dass sie vergessen habe, die Karte nach der Personenkontrolle wieder aus der Schachtel zu nehmen und eilte mit Florian zurück zum Sicherheitscheck. Dort war das Ticket gescannt worden, es musste also noch vorhanden gewesen sein. Trotz allen Suchens und der Mithilfe des Personals wurden sie nicht fündig, so dass Florian wieder zu hyperventilieren drohte. In der Zwischenzeit hatte aber Thomas die Karte unter Barbaras Sitz gefunden. Sie hatte sie einfach fallenlassen und dann bei der Suche nach einer Erklärung sich selbst eine falsche Erinnerung suggeriert.
Das Flugzeug war eine Propellermaschine, für uns ohne Erfahrung auf kurzen Auslandsstrecken etwas neues.
10812024-SiemReapFlughafen.JPG

Der Flug war sehr ruhig, wohl der angenehmste der gesamten Reise, wenn auch ziemlich laut. Wir saßen in Reihe 1 bzw. Barbara hinter uns in Reihe 2 und freuten uns, endlich einmal keine Visaanträge ausfüllen und nicht immigrieren zu müssen.

Unsere neue Reisebegleitung, die uns am Flughafen Phnom Penh, abholte, war wieder das genaue Gegenteil der vorherigen. Kein sympathisch-alberner Clown, sondern ein Bauer, allerdings ein promovierter Agrarökonom, der anders als die bisherigen und die meisten späteren Guides niemals in Deutschland gewesen war, sondern an einer Fernuni studiert hatte. Er sprach ein nahezu perfektes und von allen das beste Deutsch, das er auch immer noch weiter zu verbessern suchte, war aber anders als die bisherigen Guides sehr steif und förmlich, stellte sich formvollendet als Herr Ra und den Fahrer als Herrn Tee vor. Er war deutlich älter und wirkte wie ein „wilhelminischer Verwaltungsbeamter“ (Barbara).

Da wir erst so spät ankamen, wurden wir nur noch schnell ins Hotel gebracht, das wir im Dunklen auch nicht mehr verließen.

10832026-PhnomPenhPatioHotel.JPG


10822025-PhnomPenhPatioHotel.JPG

Ein wieder sehr, sehr langer Tag näherte sich dem Ende …

Wir besuchten lediglich die Dachterrasse, um einen Blick auf das nächtliche Panorama zu erhaschen.

10892035-PhnomPenhPatioHotel.JPG


Das Hotel selbst war sehr interessant, eine ungewöhnliche, sehr moderne Architektur mit einigen Extras, wie z.B. extrem vielen kleinen Geckos und Eidechsen, die Thomas schon am Empfang an den Wänden auffielen und die man nicht belästigen sollte, weil sie dem Mückenschutz dienen.
Im Zimmer fiel uns die große Lautstärke der umgebenden Bars unangenehm auf. Wir hofften, dass sich das zeitig geben würde. Ganz interessant sah die unmittelbare Umgebung mit den engen Gassen aber schon aus.

10842027-PhnomPenhPatioHotel.JPG


10862030-PhnomPenhPatioHotel.JPG


10872038-PhnomPenhPatioHotel.JPG

Teil 2406. Mai 2020

Di. 09.03.2017 Hase und Igel in Phnom Penh

Vor dem Terror der Roten Khmer war Kambodscha auch als die asiatische Schweiz bekannt. Heute finanziert sich die Hälfte des Staatshaushalts aus Entwicklungshilfe, es gibt immer noch 40% Analphabeten. Die Bevölkerung hat mit einem Jahreseinkommen von 1230 $ in den letzten Jahren zwar spürbar einen Wohlstandszuwachs erfahren, es ist immerhin doppelt so hoch wie in Laos, das merkt man sehr, aber die 80% agrarische Bevölkerung sind davon weitgehend abgeschnitten geblieben. Die Stadt hingegen wirkt mehr als Vientiane wie eine moderne Metropole, zumindest die Innenstadt, die wir zu Gesicht bekommen.
Die Nacht ist wie befürchtet unruhig. Ab 4:30 stehen wir endgültig senkrecht in den Betten: Vor dem Hotel ist es sehr laut, im Hotel dringt von den Fluren großes Gepolter herein und von den Straßen ein beständiger Alarm diverser Fahrzeuge mit Sirenen und Martinshörnern. Ein recht leckeres Frühstück mit Baguette, Käse, Obst, Joghurt, einer Käsewaffel mit Honig, Karottenkuchen und Bananenbrot gibt es erst um 6:45.

10912040-PhnomPenhAusblickvonHotel-DachterrasseWatLangka.JPG


10932043-PhnomPenhAusblickvonHotel-DachterrasseUnabhängigkeitsdenkmal.JPG


10942045-PhnomPenhAusblickvonHotel-Dachterrasse.JPG

Blick von der Frühstücksdachterrasse

Endlich sehen wir unser Hotel Patio auch im Tageslicht
10952048-PhnomPenhHotelPatio.JPG



Unser Guide holte uns zu einer Tuk-Tuk-Fahrt durch die Stadt ab.
10962050-PhnomPenhTucTuc-Fahrt.JPG


Es war recht interessant und aufregend, so dicht im Verkehr zu sein. Wir merkten jetzt die Verkehrssteigerung gegenüber Laos sehr deutlich. In Südvietnam und noch schlimmer in Nordvietnam würde sich das weiter steigern. Phnom Penh, heute 1,8 Mio Einwohner, wurde 1434 nach dem Fall Angkors durch einen siamesischen Vasallenkönig gegründet. 1866 machte man die Stadt wegen ihrer strategisch günstigen Lange zur Hauptstadt. Sie hat sich von der Zeit der Roten Khmer, die sie zu einer leeren, stinkenden und verseuchten Geisterstadt machten, noch nicht vollständig erholt, bietet vielmehr mancherorts noch immer ein Bild des Elends. 1979 hatten vietnamesische Truppen die Roten Khmer aus der Hauptstadt vertrieben. Allerdings ist das vietnamesische Eingreifen immer noch Grund für Spannungen, die, so glauben zumindest die Südvietnamesen, von China noch befeuert werden – divide et impera. Wir hielten am Königspalast
11002059-PhnomPenhKönigspalastEingang-2.JPG



und konnten dabei einen kurzen Blick auf das Justizministerium gegenüber werfen,
10982056-PhnomPenhJustizministerium.JPG

in dem früher die oberste Verwaltungsbehörde der französischen Kolonialmacht untergebracht war, und auch auf den obersten Gerichtshof.
10992057-PhnomPenhObersterGerichtshofKambodschas.JPG


Im Königspalast begann ein Hase und Igel-Spiel. Unser Guide lotste uns geschickt um die riesigen Touristenströme herum, so dass wir immer schon vor Ort waren, wenn die abgehetzten Touristen eintrafen und wir uns dann wieder leise davonmachten. Das Ganze war recht beeindruckend koordiniert. Außerdem verfügte Herr Ra über ausgezeichnete Sachkenntnisse. Der einzige kleine Schönheitsfehler war, dass er diese Kenntnisse etwas zu gerne an den Mann oder die Frau brachte und er mehr Zeit für seine Voraberklärungen als für die eigentlichen Besichtigungen einräumte.
11172076-PhnomPenhKönigspalast.JPG


Dennoch gelangen sehr schöne Photos frei von den überbordenden Menschenmengen, die immer knapp hinter uns heranwogten. Gut gefiel uns z.B. die Fassade der 1917 errichteten Thronhalle, dem Gebäude für Krönungsfeierlichkeiten, Staatsempfänge und dergleichen.

11022062-PhnomPenhKönigspalastThronhalle.JPG


11032066-PhnomPenhKönigspalastThronhalle.JPG


11062084-PhnomPenhKönigspalastThronhalle.JPG


Es gab ein eigenes Gebäude für die Festgelage, den Mondlichtpavillon, in dem früher das königliche Ballett auftrat,
11142070-PhnomPenhKönigspalastPreahThineangChanChhaya-Mondlichtpavillon.JPG


einen königlichen Ruheraum,
11072065-PhnomPenhKönigspalastHorSamranPhirunköniglicherRuheraum.JPG


eine eigene Wartehalle für die Gäste vor einer Audienz
11092077-PhnomPenhKönigspalastHorSamrithPhimeanWartehalle(vorne)-DamnakChanBüros(rechtshinten).JPG

Hor Samrith Phimean Wartehalle (vorne) – Damnak Chan Büros (rechts hinten)

und eine Tanzhalle.
11122068-PhnomPenhKönigspalastPhochaniPavillon(Tanzhalle).JPG

Phochani Pavillon – Tanzhalle

Ein Teil des Palastareals war allerdings als königlicher Privatsitz abgesperrt, da der König auch heute noch dort residiert.
11152074-PhnomPenhKönigspalastKhemarinPalastköniglichePrivatresidenz.JPG


Wir begaben uns in das Areal des königlichen Tempelklosters und erreichten die berühmte Silberpagode vor den Besucherströmen.

11222100-PhnomPenhKönigspalastPreahVihearPreahKeoMorakotSilberpagode(wegenFußboden).JPG


11232086-PhnomPenhKönigspalastPreahVihearPreahKeoMorakotSilberpagode(wegenFußboden).JPG


Sie trägt ihren Namen wegen der über 5000 Bodenkacheln zu einem Gewicht von je 1,125kg mit einem Silberanteil von 42%, was ein Gesamtgewicht von über 7,5t Silber bedeutet. In der Mitte befand sich ein großer Buddha aus 90 kg Gold, verziert mit über 2000 Diamanten, von denen 4 25 Karat, 5 20 Karat und der Rest ca. 7 Karat hatten. Schließlich stießen wir auf Uniformierte und unser Guide zeigte uns darunter den burmesischen Verteidigungsminister. Er stellte im Hinblick auf den hohen Besuch die süffisante Frage, ob am Abend alle Buddhastatuen und Kunstschätze noch vorhanden sein würden und deutete an, dass es nicht unüblich sei, dass solch hoher Besuch gerne etwas aus kambodschanischen Museen mitgehen ließe, das ihm gefalle. Auch sahen wir ein napoleonisches Reiterstandbild König Norodoms I., der 1863 die territoriale Integrität Kambodschas rettete, indem er sein Land den Franzosen auslieferte und damit einer Zerschlagung durch Siam zuvorkam.

11312094-PhnomPenhKönigspalastPreahVihearPreahKeoMorakotStatueKönigNorodoms-2.JPG


11322096-PhnomPenhKönigspalastPreahVihearPreahKeoMorakotStatueKönigNorodoms.JPG


11292113-PhnomPenhKönigspalastKöniglicheStupa.JPG

Königliche Stupa

Nach dem Besuch des Königspalasts ging es ein kleines Stück weiter zum Nationalmuseum.

11392121-PhnomPenhTucTucFahrt.JPG


11402122-PhnomPenhNationalmuseum.JPG

Nationalmuseum

Es besaß sehr viele interessante Exponate – vor allem aus Angkor –, war jedoch wieder einmal museumsdidaktisch in den älteren Bereichen nahezu vorsintflutlich aufbereitet, jedoch mit immerhin ein paar allgemeinen Tafeln und einem Audioguide, für den wir natürlich keine Zeit hatten. Nach einer kleinen Einführungsrunde bekamen wir von unserem Guide nur 30 min, um das Museum auf eigene Faust zu erkunden.

11412124-PhnomPenhNationalmuseum.JPG


11432128-PhnomPenhNationalmuseum.JPG


11462131-PhnomPenhNationalmuseum-2.JPG


11492134-PhnomPenhNationalmuseum.JPG


11522139-PhnomPenhNationalmuseum.JPG


11482133-PhnomPenhNationalmuseum.JPG


11532140-PhnomPenhNationalmuseum.JPG


11562145-PhnomPenhNationalmuseum.JPG


Das war viel zu wenig, aber dem engen Reiseplan geschuldet, der für Phnom Penh leider nur einen halben Tag vorsah. Hier hätten wir sicherlich intervenieren sollen und einen Zusatztag buchen. Allerdings war es hinsichtlich bewilligter Urlaubslänge ohnehin alles sehr knapp und wir hatten auch für einen späteren Zeitpunkt einen Zusatztag gebucht, der keinesfalls eine Enttäuschung war …

Teil 2507. Mai 2020

Nichtsdestoweniger hätten wir lieber für den zentralen Markt, auf dem uns unser Guide für eine Dreiviertelstunde alleine ließ, deutlich weniger Zeit eingeplant. Wahrscheinlich wünschen die meisten Touristen aber eine solche Zeitaufteilung. So etwas sollte individuell abgesprochen werden.

11602152-PhnomPenhZentralmarkt.JPG


11622155-PhnomPenhZentralmarkt.JPG


11662159-PhnomPenhZentralmarkt.JPG


11682161-PhnomPenhZentralmarkt.JPG


11712164-PhnomPenhZentralmarkt.JPG


Zum Abschluss durften wir noch eine halbe Stunde im Hotel verschnaufen, ehe wir zum Mekong gebracht wurden. Dort würden wir in ein Schnellboot gesetzt werden, dass uns nach Vietnam brächte. Es stand also eine Grenzüberquerung auf dem Seeweg an. Der Weg zum Bootssteg – wir waren zeitlich knapp dran, erwies sich als schwierig, weil die Metallrampe sehr steil und die schmale Treppe an der Seite auf absehbare Zeit von ankommenden Passagieren blockiert war. Thomas blieb zurück, weil ihn das Profil seiner Schuhe fast nicht halten konnte und er keine Chance sah mit seinem Koffer sturzfrei nach unten zu gelangen, er aber andererseits wegen des Krachs die anderen rufend nicht erreichen konnte. Schließlich kehrte Florian aber um, dessen eigener Koffer aber kaputt ging, indem auf der steilen Rampe das Griffgelenk des Koffers unter seinem Gewicht brach.

11742168-SchnellbootfahrtaufdemMekongKönigspalast.JPG


11772173-SchnellbootfahrtaufdemMekong.JPG


Die Schnellbootfahrt führte über eine malerische Strecke den Mekong entlang, die Frau unseres Guides wollte von ihren Feldern aus winken, aber wir sahen sie nicht.

11822185-SchnellbootfahrtaufdemMekong.JPG


11852191-SchnellbootfahrtaufdemMekong.JPG


Die Hütten außerhalb der Stadt waren oft nur Verschläge.

11882194-SchnellbootfahrtaufdemMekong.JPG


11812184-SchnellbootfahrtaufdemMekong.JPG


12002219-SchnellbootfahrtaufdemMekong.JPG


12012220-SchnellbootfahrtaufdemMekong.JPG


bis wir nach ca. 3 Stunden die vietnamesische Grenze erreichten.

Unsere bisherigen Guides hatten uns darauf hingewiesen, dass, je mehr wir uns der Grenze näherten, desto seltener der Anblick von Hunden werden würde, da die Vietnamesen angeblich über die Grenze hinweg Raubzüge für ihre Kochtöpfe durchführen würden. Wie dem auch sei, während die Emigration aus Kambodscha nur wenig mehr als 5 Minuten dauerte,

11932206-SchnellbootfahrtaufdemMekongKambodschanischeGrenzeAusreise.JPG

Kambodschanische Grenzstation
11952210-SchnellbootfahrtaufdemMekongKambodschanischeGrenzeAusreise.JPG

Die Grenzschützer züchteten auch Kampfhähne

mussten wir, als wir für die Immigration nach Vietnam erneut anlegen mussten, deutlich länger warten. Nur Barbara durfte wegen ihres fortgeschrittenen Alters mit zwei Grenzposten auf dem Boot bleiben.
11972213-SchnellbootfahrtaufdemMekong.JPG

Die Bootscrew erledigte für alle Passagiere die Einreiseformalitäten, was wohl recht kompliziert gewesen sein soll. Wir hatten eher den Eindruck, als sei die Behörde verwaist und es musste erst einmal ein Beamter herbeigeschafft werden. Die einzigen Bewohner der Grenzstation schienen eine schwangere Katze und ein hinkender Kater zu sein. Warum wir für das Prozedere überhaupt aussteigen mussten, blieb ein Rätsel, denn außer in einem Warteraum zu sitzen, bis uns unsere Bootsführerin wieder abholte, hatten wir nichts zu tun und bekamen keinen Beamten zu Gesicht. Im Aufenthaltsraum wartete noch eine Großgruppe Italiener, die niemanden fanden, der den dortigen Imbiss/Kiosk in Betrieb nehmen konnte.
11992217-SchnellbootfahrtaufdemMekongVietnamesischeGrenzeEinreise.JPG

Heckansicht der Grenzstation

Auf vietnamesischer Seite nahm der Bootsverkehr merklich zu. Viele Schiffe waren so überladen, dass sie so tief im Wasser lagen, dass das gesamte Deck unter Wasser stand.
11802183-SchnellbootfahrtaufdemMekong.JPG


12042225-SchnellbootfahrtaufdemMekong.JPG


Ein Tankstop auf dem Wasser wurde notwendig.
12022221-SchnellbootfahrtaufdemMekongTankstopp.JPG


Immerhin bekamen wir einen schönen vietnamesischen Sonnenuntergang über dem Mekong zu sehen.

12062228-SchnellbootfahrtaufdemMekong.JPG


12102233-SchnellbootfahrtaufdemMekong-2.JPG


12112234-SchnellbootfahrtaufdemMekong.JPG


Vietnam hat heute 95 Mio. Einwohner und damit die zehnfache Bevölkerungsdichte von Laos. Die Bevölkerung wächst weiter, wenn auch nur mit der Hälfte der Geschwindigkeit von Laos oder Kambodscha. Es gibt schon aufgrund der Bevölkerungsdichte große Umweltprobleme, hinzu kommen ökologische Kriegsschäden, die Abholzung, Brandrodung, Wilderei und natürlich noch eine recht schmutzige Industrie. Die Lebenserwartung bewegt sich aber bereits auf einem mit Mitteleuropa vergleichbaren Niveau. Das BIP betrug 2016 2173 $ pro Kopf, also knapp das Doppelte von Kambodscha oder das Vierfache von Laos. Allerdings gibt es ein massives Stadt-Land-Gefälle, obwohl die Armutsrate von 60% 1993 auf 11,5 % heute gefallen ist.
Das Ufer war jedenfalls sehr viel dichter besiedelt

12072229-SchnellbootfahrtaufdemMekong.JPG


12082230-SchnellbootfahrtaufdemMekong.JPG


Soziale Probleme existieren in Form grassierender Korruption, verbreiteter Drogenkonsum, im Vergleich zu den Nachbarn erhöhter Kriminalität und einer Aidswelle, die alle nur halbherzig bekämpft werden. Interessanterweise gehörten aber zur vietnamesischen Hotelbadezimmerausstattung zum Teil aber Kondome. In der Dämmerung näherten wir uns endlich dem Ufer, wobei Barbara ein besonders prächtiger Bau auffiel und sie von uns wissen wollte, um was es sich dabei handele. Wir hatten natürlich keine Ahnung, jedoch stellte Thomas die Vermutung auf, dass es sich um unser Hotel handeln könnte. Tatsächlich war es das Victoria-Hotel Chau Doc.

12142246-ChauDocunserHotel.JPG

Ansicht vom nächsten Morgen

Wir stiegen am hoteleigenen Bootssteg aus und wurden mit einem besonders leckeren Begrüßungsdrink und von unserer neuen Guide empfangen. Leider bekamen wir, wohl wegen der späten Ankunftszeit und in Anbetracht der Tatsache, dass wir nur eine Nacht blieben, die schlechtesten Zimmer: gleich im ersten Stock und zur Straßenseite. Wir fürchteten zu recht wieder einmal um unseren Nachtschlaf, freuten uns aber über das luxuriöseste und schönste Etablissement der Reise.
12122236-ChauDocVictoriaHotel.JPG

Teil 2609. Mai 2020

Mi. 10.03.2017 Vietnamesische Verkehrsschulung
Unsere neue Guide, Chau, war eine sehr junge Frau, frisch von der Universität und überzeugte südvietnamesische Großstädterin. Ihr lag es weniger, das Programm soweit möglich zu verdichten und so hatten wir mehr Pausen und etwas spätere Startzeiten. So begaben wir uns erst um 7:15 zum Frühstück. Wir schauten uns wohl zu lange und vorsichtig um, denn schnell wurden wir an einen Tisch gewiesen, den mit großem Abstand schlechtesten und hässlichsten Platz im Restaurant, obwohl eigentlich noch mehr als genug Platz war. Wie immer fehlte uns der Mut, diesmal um um einen anderen Tisch zu bitten. Das Frühstück war sehr opulent, aber nicht besonders vegetarierfreundlich. Dennoch gab es natürlich auch für uns neben dem üblichen Baguette und Obst diesmal sehr leckeren Käse und Pfannkuchen mit hausgemachter Ingwer- bzw. Passionsfruchtmarmelade.

Da wir noch Zeit hatten, versuchten wir nun an Bargeld zu gelangen. Auf der Suche nach einem ATM wollten wir die Einkaufspassage gegenüber dem Hotel ansteuern. Das gestaltete sich ob des unglaublichen Verkehrsaufkommens äußerst schwierig. Als wir es geschafft und einen Automaten gefunden hatten, wurde unsere Mühe nur teilweise belohnt, denn statt der gewünschten 3,5 Mio Dong, wollte er uns nur 2 Mio auszahlen.
12162244-ChauDocwirsindMillionäre.JPG

‚Millionäre‘

Im ersten Stock sahen wir noch eine Spielhalle mit Videospielen, sehr bunt, sehr laut, sehr fremd.
12152242-ChauDocimEinkaufscenter.jpg


Um 9:30 startete endlich das Tagesprogramm mit einer kleinen Bootsfahrt von der hoteleigenen Anlegestelle zu einer Fischfarm.
12172245-ChauDocAnlegestelleunseresHotels.JPG


12202251-ChauDocBootsfahrt.JPG


Die Farmer züchteten unter dem Hausboden Pangasius. Es wurde recht interessant erklärt und eine Fütterung demonstriert.
12212253-ChauDocFischfarmPangasiusFischeunterdemHaus-Fütterstelle.JPG


Die Aufzucht dauert etwa 11 Monate, in der die Farmer eine Gewichtszunahme von 50g auf ca. 1-1,5 kg pro Fisch erreichen. Sie füttern mit einer Mehlmischung aus Reis- und Fischabfällen, die durch eine Art Fleischwolf gedreht wird,

12222259-ChauDocFischfarmMaschinezumHerstellendesFischfutters.JPG


12232260-ChauDocFischfarmMaschinezumHerstellendesFischfutters.JPG


wobei feste Brocken entstehen,
12242255-ChauDocFischfarmFutter-BreiausReismehlundFischmehl.JPG


die sie in die ca. 5 Meter tiefen Aufzuchtbecken werfen.
12462292-ChauDocBaueinesneuenFischaufzuchtbeckens.JPG



Anschließend fahren wir noch weiter zum Dorf Chau Giang,
12302267-ChauDocChauGiang.JPG


das von einer muslimgläubigen ethnischen Minderheit, den Cham, bewohnt wird, die einstmals eine führende Hochkultur waren, die sogar das Khmer-Reich von Angkor eroberte. Heute gehören ihnen nur noch einige zehntausend Menschen in versprengten Enklaven an.
12342272-ChauDocChauGiang.JPG


12332271-ChauDocChauGiangPegelstände.JPG

Die Hochwasserstände der vergangenen Jahre

Wir sehen uns eine verschlossene Moschee an, die natürlich von reichen ausländischen Glaubenbrüdern finanziert unverhältnismäßig prächtig aus der umliegend doch überwiegend vorherrschenden Verwahrlosung oder zumindest bitteren Armut heraussticht.
12392279-ChauDocChauGiangMubarakMoschee.JPG

12422285-ChauDocChauGiangMubarakMoschee.JPG


Anschließend kehrten wir zum Hotel zurück und begannen unsere nächste Busetappe von Chau Doc nach Can Tho.
Eine gewisse Abwchslung bieten Flussarme und Kanäle
12482297-FahrtnachCanTho.JPG


Und all die zur Straße offenen Handwerksläden.
12492298-FahrtnachCanTho.JPG


Die Fahrt war an sich recht langweilig und die Strecke nicht gerade schön, aber unser Fahrer machte uns nun endgültig mit dem vietnamesischen Verkehr vertraut. Obwohl er ziemlich raste, gingen andere Verkehrsteilnehmer noch deutlich schneller und aggressiver zu Werke. Jedoch wurden wir, als wir gerade das Gefühl hatten, dass die Fahrt etwas langsamer und entspannter geworden war, von der Polizei herausgewunken. Wir hatten ebenso wie Chau keine Ahnung, was los war und waren entsprechend etwas beunruhigt; hinterher erfuhren wir, dass der Fahrer eine Strafe wegen Geschwindigkeitsüberschreitung erhalten hatte. Er bekam ein sehr umfangreich ausgefülltes Formular in rosa Farbe ausgehändigt, weil er wohl 59km/h statt 50km/h gefahren war. Der Fahrstil ließ anschließend keinen Unterschied erkennen. Als wir auf einen Zebrastreifen zufuhren, den zwei Jungen mit Fahrrädern überqueren wollten, begann er laut zu hupen, und als wir den Zebrastreifen erreichten, fuchtelte er wild mit den Händen, um die Jungen vom Zebrastreifen zurück neben die Straße zu scheuchen. Chau erklärte uns, dass man in Vietnam zum Überholen hupen und die Hupe so lange drücken muss, bis der Überholvorgang abgeschlossen ist. Entsprechend infernalisch ist der Krach auf den Straßen, denn alle wollen überholen – von allen Seiten. Weiterhin keine Aussicht auf hinreichend Schlaf.
Nach einer hitzebedingten kurzen Rast im neuen Hotel, dem zweitschlechtesten der Reise, machten wir uns auf eigene Faust auf den Weg zu einer kleinen Stadterkundung durch Can Tho,
12542308-CanTho.JPG

bevor die Roller heranbrausen …

12552309-CanTho.JPG


12582312-CanThoSchulkinder.JPG

Abholung von Schulkindern

12592313-CanTho.JPG


12602315-CanTho.JPG

Straßenhändler im Wortsinn

12652323-CanThoMarkt.JPG


12662324-CanThoMarkt.JPG


Auf dem Alten Markt trafen wir schließlich schon wieder auf ein Ehepaar, dem wir bereits auf dem Flug nach Phnom Penh und morgens auf der Fischfarm sowie bei anderen Gelegenheiten begegnet waren. Sie hatten auch bei Dao gebucht, aber eine andere Hotelkategorie und auch nicht ganz die gleiche Strecke. In einem Einkaufszentrum suchten wir nach einer SD-Karte für Barbara, wurden aber in den Elektronikläden nicht fündig.

12702329-CanTho.JPG


12712330-CanTho.JPG


12732332-CanTho.JPG


12752336-CanThoHandypause.JPG

Wenn man ohne Smartphone keine ganze Fahrt schafft …

Zurück am Hotel, von dem wir nachdrücklich abraten, war es Zeit, Schlafen zu gehen.
12762338-CanThoNinhKiều2Hotel.JPG

Teil 2710. Mai 2020

Do. 11.03.2017 Schwimmender Markt in Can Tho

Wir frühstücken um 6:15, denn heute wollen wir einen schwimmenden Markt besuchen, dessen Handelsverkehr in den frühen Morgenstunden stattfindet. Es gibt Brötchen, Muffins, Obst und Omelette. Um 7:30 startet unsere Bootsfahrt.

12772341-CanThoSchwimmenderMarkt.JPG


Nach wenigen Minuten kommt es zu einem kurzen Stopp. Unser Steuermann musste in den Mekong tauchen, um die Schiffsschraube zu befreien, in der sich eine Plastiktüte verfangen hatte. Das scheint recht häufig vorzukommen, die Boote besitzen jedenfalls alle eine kleine Kabine, in der sich der jeweilige Bootsführer umkleiden kann. Als wir den Markt wenig später erreichten, befand dieser sich schon fast in Auflösungserscheinungen, denn wir waren zu spät dran. Der Nachteil der jüngeren, hedonistischer veranlagten Reiseleitergeneration. Dennoch sahen wir noch einen Rest des interessanten Handelsgeschehens in einer ungewöhnlichen Atmosphäre, außerdem haben wir vom Wasser aus einen Blick auf eine Millionenstadt, in der altes und neues sehr nahe beisammen stehen.

11782175-SchnellbootfahrtaufdemMekong.JPG


12792344-CanThoSchwimmenderMarkt.JPG


Der Markt ist letztlich ein Sammelpunkt von Schiffen, an dem Käufer und Verkäufer zusammenkommen.

12812348-CanThoSchwimmenderMarkt.JPG


12852353-CanThoSchwimmenderMarkt.JPG


12922361-CanThoSchwimmenderMarkt.JPG


Interessierte Käufer fahren das Schiff an und der Handel beginnt, woraufhin unmittelbar die Ware vom einen auf das andere Schiff verladen wird. Die Transaktionen erfolgen von Bord zu Bord, angereicht

12892358-CanThoSchwimmenderMarkt.JPG


12962366-CanThoSchwimmenderMarkt.JPG


oder geworfen.

12952365-CanThoSchwimmenderMarkt.JPG


Nicht jeder hat viel anzubieten.

12912360-CanThoSchwimmenderMarkt.JPG


Wie überall gibt es Vor-Ort-Gastronomie

12942364-CanThoSchwimmenderMarktFahrendeKöchin.JPG


Allmählich löst sich das Geschehen auf …

12982369-CanThoSchwimmenderMarkt.JPG


Das jeweilige Produktangebot des Verkäufers wird auf einem weithin sichtbaren Bambusspieß ausgewiesen,

13042410-CanThoSchwimmenderMarkt.JPG


Verkäufer sind die am Flussnetz ansässigen Bauern, Käufer sind kleinere und größere regionale Abnehmer, die Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch für ihr jeweiliges Gewerbe einkaufen, z.B. Restaurants oder Zwischenhändler.
Nachdem wir die allmähliche Auflösung des morgendlichen Marktgeschehens beobachtet haben, fahren wir zu einer Anlegestelle.

13072381-CanThoSchwimmenderMarkt.JPG

Motel, echt?
13082411-CanTho.JPG

13122386-CanTho.JPG


Von dort geht es weiter zu einer traditionellen Nudelfabrik, die noch alles in Handarbeit herstellt. Es werden dort aus 70% Reis- und 30% Maniokmehl bis in die Mittagszeit Fladen gefertigt,

13162393-CanThoNudelfabrik-2.JPG


13172394-CanThoNudelfabrik.JPG


diese anschließend in der Sonne getrocknet,

13202396-CanThoNudelfabriktrocknenderNudelplatten.JPG


geschnitten

13242404-CanThoNudelfabrikschneidenderNudelplatten.JPG


und verpackt. Die kleine Fabrik produziert täglich 800 kg, zum Neujahrsfest bis zu 1000kg.
Da die Einnahmen für den Kauf von Brennmaterial nicht ausreichen, werden Stoffreste verfeuert, die sie kostenlos bekommen können.

13192395-CanThoNudelfabrikStoffrestealsBrennstoff.JPG


Es ist ein Knochenjob. Vom Flussufer zur Nudelfabrik bekamen wir einen Eindruck vom Leben der einfacheren Bevölkerung. Recht eindrücklich war eine private Kita, die letztlich nur aus einen großen vergitterten Raum bestand, in dem ein Fernseher liefen und in dem die Kinder sich weitgehend selbst überlassen waren, während der Betreuer teilnahmslos auf den Bildschirm starrte. Eine reine Verwahranstalt.

13142388-CanThoKindertagesstätte-2.JPG


Außerdem sehen wir auf dem Weg kreative Einbruchsicherung: in die Umgrenzungsmauern eingemauerte Glasscherben
13152390-CanThoSicherheitszaun.JPG

und das kleinste Kätzchen, das wir je zu Gesicht bekommen haben.
13262413-CanTho.JPG


Unsere Guide gab uns auf dem Rückweg ein Stück von einem Reiswaffel-Bananencracker zu probieren, den sie sich am Wegesrand gekauft hatte. War lecker. Anschließend kehrten wir zum Hotel zurück und traten zur Fahrt nach Saigon an. ...

Teil 2811. Mai 2020

Nach den letzten beiden zwar interessanten, aber nicht gerade unbedingt attraktiven Zielen nun also endlich Saigon! Unsere Unterkunft war das wunderschöne Grand Hotel.

13322446-SaigonGrandHotel.JPG


Casino ist nichts für uns, aber schon imposant.
13312444-SaigonGrandHotel.JPG


13362424-Saigon.JPG


13302419-SaigonGrandHotel.JPG


13292418-SaigonGrandHotel.JPG


13282417-SaigonGrandHotel.JPG


Nachdem wir unsere Sachen abgestellt hatten, machten wir einen Spaziergang. Schon die Hotels sind geschichtsträchtig und ein toller Anblick

13482434-Saigon.JPG


13492436-SaigonGrahamGreenDerStilleAmerikaner.JPG


Auf dem Weg zur Uferpromenade

13442431-Saigon.JPG


13462432-Saigon.JPG


waren wir angesichts des Verkehrsaufkommens so hilflos, dass ein Einheimischer herüberkam, um uns auf die andere Seite zu helfen. Dieser versuchte anschließend sehr penetrant, uns eine Bootsfahrt zu verkaufen. Touris auf diese Weise zu ködern war wohl seine Verkaufsmasche. Uns war klar, dass für die Überquerung irgendeine Gegenleistung erwartet werden würde, aber was sollten wir tun, vor ihm weglaufen und die Straße nicht überqueren? Recht interessant ist die Statue von Trần Hưng Đạo,

13512440-SaigonTranHungDaoStatue.JPG


der zwischen 1257 und 1288 drei chinesische Eroberungsversuche unter Kublai Khan abwehrte, was bis heute als größte militärische Leistung der vietnamesischen Geschichte gilt.
Für die meisten historischen Gebäude wie die am 1. Januar 1900 eröffnete Oper

13522443-SaigonOpereröffnet1.1.1900.JPG


würde am nächsten Tag noch genug Zeit mit der Führung sein.

Den Rückweg schafften wir an einer durch einen Kreisverkehr etwas leichteren Stelle und suchten nun ein Restaurant auf, das Chau empfohlen hatte. Es sah ansprechend aus und wir konnten tatsächlich einmal gut essen. Florian bekam vietnamesischen braunen Reis mit Cashew und Basilikum sowie einen Erdbeer-Zuckerrohr-Saft, Thomas hausgemachten Tofu mit Zitronengras, in dem der Chili etwas fehlte, sowie einen auszeichneten Avocado-Smoothie, Barbara schließlich gebratene Glasnudeln mit Gemüse und Tofu und ein Hibiskus-Frappé.

Anschließend kehrten wir ins Hotel zurück, um im Dunkeln (21:00) über die dann für den Verkehr gesperrte Fußgängerzone zu flanieren. Die berauschend-herrliche Atmosphäre dort lässt sich mit Bildern nur sehr ungenügend einfangen.

2455-SaigonFußgängerzone.JPG


13532451-SaigonFußgängerzone.JPG


13552454-SaigonFußgängerzone.JPG


13572457-SaigonFußgängerzoneRathausimHintergrund.JPG


13582458-SaigonFußgängerzoneRathaus.JPG


Halb Saigon war auf den Straßen, es war ein sehr schönes, sehr stimmungsvolles Erlebnis, bei dem wir vor allem die einheimische Jugend etwas beobachten konnten.
Aber obwohl unser Zimmer diesmal im 9. Stock war, war es wieder sehr laut.

13352447-Saigon-2.JPG


13372448-Saigon.JPG


13402450-SaigonTranHungDaoStatue.JPG


Langsam summierte sich unser Schlafdefizit und uns wurde klar, dass wir, wenn es so weiterginge, am Ende der Reise mehr als urlaubsreif sein würden.

Teil 2913. Mai 2020

Fr. 12.03.2017 Saigon im Schweinsgalopp

In Saigon, das auch als Paris des Ostens bekannt ist, erwirtschaftet man heute das Dreifache des vietnamesischen Durchschnittseinkommens. Die eigentliche Gründung erfolgte erst 1698, 1862 wurde Saigon Kolonialhauptstadt, nachdem Tu Duc in Hue seine drei südlichsten Provinzen an Frankreich abtreten musste. Nach der nordvietnamesischen Besetzung 1975 drohte ein Ausbluten, da 1978 ein Verbot jeglichen privaten Handels und Enteignungen folgten. Es kam zu einer Emigrationswelle über die Landesgrenzen hinweg, vor allem auch der Ausländer, insbesondere Chinesen. Die Reformen von 1986 machten die Stadt seit den 1990er Jahren zum Wirtschaftszentrum des Landes. Die Bevölkerung beträgt heute mindestens 8,5 Mio. also das Doppelte Berlins, hinzu kommt wohl eine riesige Zahl nicht registrierter Einwohner, vielleicht sogar in noch mal annähernd gleicher Zahl.

Um 7:30 gab es ein außerordentlich gutes Frühstücksbuffet. Wir probierten je nach Neigung Sushi, gebratene Nudeln, gebratenes Gemüse, Pfannkuchen, Kuchen, Obst, Brot oder Brötchen mit endlich einmal gutem Käse. Erst um 11:30 starteten wir mit der Saigon-Besichtigung. Chau war immer noch verschlafen, denn sie hatte sich natürlich sofort in das Partyleben stürzen müssen, wie sie uns lächelnd erzählte. Leider etwas unprofessionell.

Wir starteten am Tempel des Jadekaisers,

13602461-SaigonTempelderJadekaisers.JPG


13612463-SaigonTempelderJadekaisers.JPG


13642468-SaigonTempelderJadekaisers.JPG


dies wurde eine Besichtigung in unbeschreiblichem Klima(oder: wer zu spät kommt, den bestraft das Leben): Der hyperkommerzialisierte Quatsch war völlig überlaufen, zudem bekam man kaum Luft, sowohl wegen der Menschenmassen als auch der Unmengen an Räucherstäbchen.
13692475-SaigonTempelderJadekaisers-derJadekaiser.JPG


Er gilt als schönster taoistischer Tempel Vietnams und wurde 1909 von chinesischen Einwanderern erreichtet. Die zahlreichen Figuren des taoistischen Pantheons auf unseren Bildern im Nachhinein zu identifizieren gelang uns nicht.

13722479-SaigonTempelderJadekaisers-derJadekaiser.JPG


13672472-SaigonTempelderJadekaisers.JPG


Links fanden wir zwei Räume. Der vordere Raum gehört allen Göttinnen, die zwölf Frauenstatuen an den Seiten stehen für die Jahre im chinesischen Kalenderzyklus.
13742482-SaigonTempelderJadekaisers.JPG


Die Holzreliefs des hinteren Raums bilden die Qualen der taoistischen Hölle ab und werden vom Höllenkönig und seinen Pferden bewacht.
13682473-SaigonTempelderJadekaisers.JPG


Als wir endlich wohlbehalten – im Brandfall sicherlich eine riesige Todesfalle – wieder draußen waren, gingen wir weiter zur Kathedrale Notre Dame, die jedoch wegen sonntäglichen Gottesdiensts für uns geschlossen blieb,

13842498-SaigonNotreDameCathedral.JPG


13862501-SaigonNotreDameCathedral.JPG


und zur alten Hauptpost, deren verschiedene Weltzeituhren schon seit Jahren nicht mehr gestellt worden waren.

13792491-SaigonHauptpostamt.jpg


13802492-SaigonHauptpostamt.JPG


13812493-SaigonHauptpostamt.JPG


13822494-SaigonHauptpostamt.JPG


Dieser schöne Bau wurde in den 1890er Jahren von Gustave Eiffel entworfen.


Weitere Impressionen unserer Stadtbesichtigung:
Rathaus
13892504-SaigonRathaus.JPG


Oper
13872503-SaigonOper.JPG


Fußgängerzone – jetzt am Tage unbelebt
13902505-SaigonFußgängerzone.JPG


Markt
13912506-SaigonMarkt.JPG


13922507-SaigonMarkt.JPG



Der wichtigste Punkt unserer Stadtbesichtigung war der Wiedervereinigungspalast.
13942510-SaigonWiedervereinigungspalast.JPG


Ursprünglich 1869 als Sitz des französischen Gouverneurs errichtet, wurde er 1962 durch einen rebellierenden Fliegeroffizier bombardiert und zerstört. Der Neubau erfolgte im Stil der 1960er Jahre, von den sechs Stockwerken sind zwei unterirdisch angelegt.1975 nahmen ihn Nordvietnamesen ein. Dort wurde die Wiedervereinigung besiegelt. Wir unterhielten uns recht angeregt mit Chau über die Situation im Land. Auch die Polizei bekam ihr Fett weg, besonders die nordvietnamesische („Mafia mit Genehmigung“).

Staatlicher Bankettsaal
13952515-SaigonWiedervereinigungspalastStaatlicherBankettsaal.JPG


Kabinettraum
13962517-SaigonWiedervereinigungspalastKabinettraum.JPG


Konferenzsaal
13972519-SaigonWiedervereinigungspalastKonferenzsaal.JPG


Vice-Presidents Reception Salon
14012530-SaigonWiedervereinigungspalastVice-PresidentsReceptionSalon.JPG


Ambassadors Chamber
14032533-SaigonWiedervereinigungspalastAmbassadorsChamber.JPG


Kinosaal
14062538-SaigonWiedervereinigungspalastKinosaal.JPG


Auf weitere Bilder zu den derart ausgestatteten Räumen, etwa das Präsidentenbüro, sein Wartesaal etc. kann aus Ermüdungsgründen verzichtet werden. Interessant ist aber wieder die
Dachterrasse
14082543-SaigonWiedervereinigungspalastHelikopter.JPG


14092544-SaigonWiedervereinigungspalast.JPG


Als wir auf der Dachterrasse einem exzentrisch exaltierten älteren, wohl britischem Herrn in lilafarbener Hose und leider viel zu kurzem bunten Frauenhemd begegneten, bewunderte unsere Guide dessen Mut und die Freiheit des Westens, so herumzulaufen wie man wolle, was in Vietnam, in der die traditionelle vietnamesische Familie mit ihren Sittenvorstellungen das Leben dominiere, nicht möglich sei. Homosexualität ist tabuisiert, anders als in Kambodscha.

Vom Dach aus stiegen wir schließlich in den Luftschutzkeller, einem interessanten Gewirr von Gängen und Ruinen, wie die anderen Räume historisch beibehalten.
Bunker Kommandozentrale
14102548-SaigonWiedervereinigungspalastBunkerKommandozentrale.JPG

Bunker Kommunikationszentrale
14112550-SaigonWiedervereinigungspalastCommunikations.JPG


14122552-SaigonWiedervereinigungspalastHighfrequencycommunications.JPG



Da wir anschließend immer noch Zeit hatten und Barbara interessiert war, gingen wir ins Kriegsreliktemuseum, einem Propagandamuseum der nordvietnamesischen Siegermacht, das Chau wieder zu interessanten Überlegungen über die Rollenverteilung von ‚gut‘ und ‚böse‘ im Vietnamkrieg inspirierte. Uns verschaffte es einen Eindruck vom Lebensgefühl der jungen großstädtischen Elite sowie vom Fortbestehen des Nord-/Südgegensatzes auch im Denken der Menschen, die im vereinigten Land geboren sind. Sie meinen sich noch immer vom Norden besetzt und werfen den Amerikanern noch immer vor, sie im Stich gelassen zu haben, und zwar aus ihrer Sicht kurz vor Zusammenbruch der nordvietnamesischen Armee. Das Museum selbst enthielt eine sehr interessante Dokumentation über die amerikanischen Kriegsphotographen, natürlich vor allem mit ihren schrecklichsten Aufnahmen. Florian wurde so übel, dass er sich nicht mehr alles ansah. Darüber hinaus war es leider wirklich primitiv-plumpe Agitprop, die dort zelebriert wurde als befänden wir uns noch in den 80er Jahren. Florian notierte als Fazit, dass der Museumseintritt die einzige Geldausgabe der Reise war, die er bereute. Chau wartete mit einigen Freunden oder Bekannten bei einem Kaffee auf uns. Sie hatte das Museum zwei Mal besuchen müssen wegen ihrer Ausbildung, weigert sich aber die Siegerpropaganda zu unterstützen und das Gebäude zu betreten. Thomas bemängelte wieder einmal die Museumsdidaktik, fand den Besuch aber als lehrreiche Erfahrung lohnend.

Obwohl wir so spät gestartet waren, hatten wir doch in kurzer Zeit viel gesehen, mussten aber wiederum noch am selben Tag die Stadt verlassen. Die Fahrt zum Flughafen ging schneller als erwartet. Chau durfte nicht mit hinein und zeigte uns von außen den Schalter. Da dieser nur vietnamesisch beschriftet war, fragte Florian beim Flughafenpersonal nach. Man wies uns in die Schlange ein, wir hätten noch viel Zeit. Am Ende der Schlange stand eine Frau mit Headset in der Hand und einem Lautsprecher am Gürtel und rief gelegentlich Flüge auf, deren Check-In auslief und deren Passagiere dann die Absperrungen umgehen und sich an den Anfang der Schlange durchwühlen sollten. Unser Check-In verlief fast problemlos, allerdings galt hier eine Sonderbestimmung, dass keine Kameras im Koffer transportiert werden durften, weshalb wir diesen noch einmal öffnen mussten. Nachdem wir die Sicherkontrollen passiert hatten, fanden wir, wie auch sonst an jeder Straßenecke, einen Spa mit diversen Massageangeboten. Duty-free auf vietnamesisch.

Der Flug nach Hue wurde von leichten Turbulenzen beeinträchtigt, aber mit einer butterweichen Landung versüßt. Hue war seit dem 17 Jh. Ausgangspunkt des Wirkens des Nguyen-Clans und wurde folglich 1802-1945 vietnamesische Hauptstadt. Hue hat heute 340.000 Einwohner, wurde aber 1968 in der Schlacht um Hue stark beschädigt. Unser neuer Guide holte uns ab, der 61-jährige Mr. Min, ein ausgezehrter, linientreuer Eiferer mit viel militärischem Schliff. Er stellte damit den größtmöglichen Kontrast zu Chau dar und Thomas war binnen kürzester Zeit überzeugt, einen Kriegsveteranen vor sich zu haben. Auf dem Weg zum Hotel erzählte er viel komisches Zeug. Vietnamesisch sei eine Dialektsprache wie deutsch und Hue sei wie Heidelberg: viele Touris, viele Unis, gutes Medizinstudium, seltsame Aussprache (= Guide-Spruch des Tages).
Zu unserem Befremden erläuterte er den Hauptunterschied zu Deutschland mit der Gemütlichkeit Vietnams, wo nicht alles „zack-zack“ gehe. Da er seinerseits sehr auf ‚zack‘ war, konnten wir uns ein Lachen kaum verkneifen, insbesondere als wir sahen, wie er das Hotelpersonal mit unseren Koffern scheuchte.
14142703-HueHotelMondial.JPG


14152556-HueMondialHotel.JPG


14162557-HueMondialHotel.JPG


Wir hatten wieder einmal die Schrottunterkunft des Hauses abbekommen. Es war sehr laut im Zimmer und als wir auf den Balkon gingen, um die Ursache herauszufinden stellten wir fest, dass unser Balkon als Abstellfläche nicht nur unserer, sondern auch der beiden benachbarten Zimmerklimanlagen genutzt wurde. Die Balkontür ließ sich nicht mehr schließen. Florian ging zur Rezeption. Der Rezeptionist war ungläubig-amüsiert, versprach aber, einen Angestellten vorbeizuschicken. Der junge Mann zog brav vor dem Zimmer die Schuhe aus, besah sich dann die Tür von allen Seiten – es fehlte nur noch, dass er sie beschnüffelte – und stellte schließlich verdutzt und konsterniert fest, dass sie klemmt. Mehr als diese uns nicht ganz neue Tatsache nach unten durchzugeben, konnte er aber nicht tun, er musste jemand anderen vorbeischicken. Ein ebenso junger Mann kam mit Hammer, Schraubendreher und anderem unpassendem Werkzeug und hämmerte so lange damit gegen die Tür und den Rahmen, dass Florian fürchtete, dass die Tür herausfallen würde. Er sah uns schon in ein anderes Zimmer umziehen. Leider blieb sie dann doch im Rahmen stecken, ehe sie herausfallen konnten, nachdem der Angestellte gleichzeitig ohnmächtiges Zuschlagen und planloses Anhebeln mit einem großen Schraubenschlüssel kombiniert hatte. Wir würden natürlich nicht das Risiko eingehen, sie noch einmal zu öffnen, hatten aber ohnehin kein Bedürfnis, den Klimaanlagen Gesellschaft zu leisten.

Teil 3015. Mai 2020

Sa. 13.03.2017 Mit dem Vietkong auf Bildungsreise durch Hue oder Lost in Translation

Zur Abwechslung war es einmal nicht der Fahrzeuglärm der Straße, der uns nicht schlafen ließ, nein diesmal begann bereits um 4:30 ein nervtötendes Musikgedudel, das bald wieder von Autohupen unterstützt wurde. Um 7:30 frühstückten wir sehr ordentlich gebratenen Reis mit Ei, Grüne Tomaten, Salat, Crêpes, Kuchen, ehe wir uns auf den Weg zur Königsstadt machten.

Eine Besiedlung des Landes ist seit der Altsteinzeit nachweisbar. 111 v. Chr. begann eine 1000jährige chinesische Besatzung. Nach einer weiteren kurzen Annexionsphase im 15. Jahrhundert zersplitterte das Gebiet in die Herrschaftsräume rivalisierender Clans mit ihren Warlords, ehe es 1802 dem Nguyen-Clan gelang, das Land unter ihrer Herrschaft zu einen. Mit dem Bau der Zitadelle begann der vietnamesische Kaiser 1804. Unser Guide erzählte uns auf der Fahrt viel über Zahlensymbolik, bei der die Zahl 9 mal wieder eine große Rolle spielte – etwa 4+5=9 heilige Kanonen, sie stehen für die 4 Jahreszeiten und die 5 Elemente. Beim Flaggenturm und anderen kaiserlichen Bauten findet man regelmäßig 3 Ebenen oder Stufen, die für die Erde, die Menschen und den Himmel stehen, über denen der Kaiser thront.

14252568-HueDieverboteneStadtFlaggenturm.JPG

Flaggenturm

Durch ein Tor ging es in die innere,
14262569-HueDieverboteneStadtMittagstor.JPG


die purpurne verbotene Stadt.
14292574-HueDieverboteneStadt.JPG


Recht interessant wurden wir über das Leben der kaiserlichen Familie informiert. Wollte eine seiner Frauen die verbotene Stadt verlassen, musste sie nicht nur um Erlaubnis fragen, sondern bekam eine genau bemessene Zeit zum Ausgehen zugestanden und ein Eunuch notierte am Ausgang die genauen Zeiten. Nach Verstreichen der Frist suchte man sie, fand man sie dann, bedeutete es „Frau kaputt, Kopf ab“, gleich welchen Grund die Verspätung hatte, so unser Guide (Guide-Martialität des Tages I). Wir fühlten uns in der martialischen Ausdrucksweise an Angkor erinnert, nur dass Mr. Min selbstverständlich niemals lächelte oder gar lachte. Es wirkte eher so, als wolle er uns seine Fakten einbläuen, in die Schädel hämmern.

14322578-HueDieverboteneStadt.JPG



Im Thế Miếu Tempel
14362585-HueDieverboteneStadtThếMiếuTempel.JPG


werden seit 1822 die Kaiser der Nguyen-Dynastie verehrt. Vom ersten Kaiser in der Mitte aus wurde nach rechts gerade, nach links ungerade weitergezählt, was etwas mit dem Gleichgewicht von Yin und Yang zu tun haben soll.

14382588-HueDieverboteneStadtThếMiếuTempel.JPG


Die Türen sind zum Schutz der Kaiser vor den Geistern stets verschlossen.
Draußen trafen inzwischen auch die lokalen Musiker ein und hatten ihren ersten traditionellen Auftritt des Tages…
https://youtu.be/APUgb-49csA

Im Hưng Tổ Miếu Tempel werden die Eltern des Gia-Long Kaisers verehrt.

14412592-HueDieverboteneStadtThếMiếuTempel.JPG


14462599-HueDieverboteneStadtHưngTổMiếuTempel.JPG


Insgesamt hat die verbotene Stadt sehr viel Schönes zu bieten.

14482602-HueDieverboteneStadt.JPG


14612623-HueDieverboteneStadt.JPG


14532610-HueDieverboteneStadtRoyalTheatre.JPG

kaiserliches Theater

14632627-HueDieverboteneStadt.JPG


14642628-HueDieverboteneStadt.JPG


14492604-HueDieverboteneStadtKaiserpalast.JPG

Kaiserpalast

Der Kaiser, eigentlicher Name Nguyễn Ánh, war Begründer der Kaiserdynastie, hatte die Hauptstadt nach Hue verlegen lassen und mit dem Bau der Zitadelle angefangen. Anschließend besuchten wir den wunderschönen Lesepavillon, der als einziges Gebäude erhalten und nicht rekonstruiert ist.

14572617-HueDieverboteneStadtTháiBìnhLâuEmperor'sReadingRoom.JPG


14582619-HueDieverboteneStadtTháiBìnhLâuEmperor'sReadingRoom.JPG


14592621-HueDieverboteneStadtTháiBìnhLâuEmperor'sReadingRoom.JPG


Profaner sind die Unterkünfte der kaiserlichen Ehefrauen
14652629-HueDieverboteneStadtDasInstitutbeherbergtdieFrauendesKönigs.JPG



Nachdem wir die verbotene Stadt verlassen hatten, besuchten wir das Mausoleum des Tự Đức, der 1847 bis 1883 geherrscht hatte.

14682634-HueLăngTựĐứcTuDucGrabmal.JPG


14692635-HueLăngTựĐứcTuDucGrabmalLuuKhiemLake.JPG


„Hier ist alles traurig“, sagte Mr. Min, weil es das Leben des Kaisers auch so gewesen sei. Er habe zwar über 100 Frauen, aber keine Kinder gehabt. „Er sagte, alle Frauen kaputt, keine durfte sagen, Kaiser kaputt“. In Wirklichkeit war er wohl infolge einer Pockenerkrankung impotent oder zeugungsunfähig. Während das Mausoleum, in dem immer die Schar der Witwen bis an ihr Lebensende ihr Dasein fristen musste, von außen rot und gelb gestrichen war, war innen alles schwarz.

14702636-HueLăngTựĐứcTuDucGrabmal.JPG


14712637-HueLăngTựĐứcTuDucGrabmalLuuKhiemLake.JPG


Seine Lebensgeschichte ließ der Dichterkaiser in traurigen Worten auf einem Stein verewigen.

14782646-HueLăngTựĐứcTuDucGrabmalSteinmitGeschichtedesLebens.JPG


14792647-HueLăngTựĐứcTuDucGrabmalSteinmitGeschichtedesLebens.JPG



Der Bau der 12 ha großen Grabanlage selbst stand unter keinem glücklicheren Stern, den die geplante Bauzeit von sechs Jahren unterschritt der Baumeister „zack-zack“ um die Hälfte, indem er unter anderem 26.000 Arbeiterleben opferte. Man gab ihm daher den traurigen Namen Palast der Bescheidenheit und auch der Leichnam ist dort nicht bestattet, weil der Kaiser Angst vor Plünderern hatte. Er liegt an einem geheimen Ort begraben, denn alle Leibwächter, die die Bestattung besorgt hatten, wurden getötet („Kopf ab“), so dass bis auf den zuständigen General, der bis an sein Lebensende schwieg, niemand übrig war, der das Geheimnis verraten konnte.

14752641-HueLăngTựĐứcTuDucGrabmal.JPG


14802648-HueLăngTựĐứcTuDucGrabmal.JPG


14832652-HueLăngTựĐứcTuDucGrabmal.JPG


Tu Duc selbst hatte sich nach Fertigstellung in sein Mausoleum zurückgezogen und nutzte es als Residenz. Herr Min zeigte uns ein Schlafzimmer mit 3 Schlafplätzen neben dem des Kaisers.
14932668-HueLăngTựĐứcTuDucGrabmalSchlafplatz.JPG

Für jede Nacht wurden also vier Frauen aus dem Harem ausgesucht. Um bevorzugt ausgewählt zu werden, bestachen die Frauen angeblich den zuständigen Eunuchen. Eine befand sich beim Kaiser, drei weitere „auf der Reservebank. Zum Einwechseln“. Da der Kaiser jede Nacht vier Frauen beglücken musste, habe er immer sehr viel Opium benötigt, was die starke Opiumabhängigkeit begründete. Daneben befand sich ein Schlafzimmer für die Tänzerinnen. Diese mussten immer bereit sein, auf Verlangen zu tanzen. Erschien eine zu langsam, dann hieß es „alle Frauen Kopf ab. Kaputt!“ (Guide-Martialität des Tages II).
Der Unterhaltung diente die Theaterbühne.
14922665-HueLăngTựĐứcTuDucGrabmalTheaterbühne.JPG


Anschließend hatten wir eine Mittagspause zu halten, in der wir zum Essen in ein Lokal gesetzt wurden. Man muss Herrn Min zugutehalten, dass er uns ein sehr ordentliches Essen zubereiten ließ. Das war nicht selbstverständlich, denn wie fast überall auf der Reise war man auf Vegetarier nicht vorbereitet (wie viel einfacher ist doch Namibia für Vegetarier – eine verblüffende Erkenntnis dieser drei Wochen). Wir begegneten auf dem Weg einem jungen amerikanischen Touri in Soldatenkleidung, den unser Guide sofort abfing, nach seinem Dienst und seiner Einheit befragte und nach angeregtem Plaudern mit Schulterklopfen verabschiedete. Das wäre wohl eher ein Reisender nach seinem Geschmack gewesen als unser Grüppchen.

Teil 3117. Mai 2020

Nach dem Mittagessen fuhren wir zum interessanten Mausoleum des Khai Dinh (Beförderer von Frieden und Stabilität).

14952674-HueLăngKhảiĐịnhMausoleum.JPG


14962676-HueLăngKhảiĐịnhMausoleum.JPG


Der homosexuelle Herrscher regierte von 1920 bis 1931. Herr Min bezeichnete ihn jedoch als Transvestiten. Die steil in den Hang gebaute Anlage wirkte wie eine Betonmischung aus vietnamesischem Kaiserpalast und Versailles.

14982679-HueLăngKhảiĐịnhMausoleum.JPG


15032685-HueLăngKhảiĐịnhMausoleum.JPG


15062688-HueLăngKhảiĐịnhMausoleum.JPG


Thomas hüpfte die Treppen hinauf und wieder hinunter für allerlei Photos, weil es sich nach verschiedenen Kommentaren des Guides über verweichlichte, unmännliche Westeuropäer nicht mehr für voll genommen sah. Der Guide sah es als Challenge, versuchte mitzuhalten und blieb ob der unerwarteten Fitnessdemonstration keuchend und verblüfft stehen.

15042686-HueLăngKhảiĐịnhMausoleum.JPG


14992680-HueLăngKhảiĐịnhMausoleum.JPG


Der Herrscher hatte Frankreich selbst besucht und liebte die französische Kultur, weshalb dieser Einfluss überall zu spüren war. Da der Bau erst nach dem frühen Tod des tuberkulosekranken Kaisers fertiggestellt werden konnte, blieb die Größe der Anlage hinter den Planungen und anderen Mausoleen zurück. Ein wesentlicher Grund der langen Bauzeit lag in den reichhaltigen und kunstvollen Verzierungen.

15092692-HueLăngKhảiĐịnhMausoleumGrab.JPG


15132696-HueLăngKhảiĐịnhMausoleum.JPG


15142690-HueLăngKhảiĐịnhMausoleum.JPG


Damit hatten wir das Kulturprogramm abgeschlossen und fuhren zurück zum Hotel, von dem aus eine einstündige Fahrt mit der Fahrradrikscha beginnen sollte. Mit diesem Transportmittel waren wir noch deutlich näher am Verkehr als mit dem Tuk-Tuk.
15162702-HueFahrradrikscha.JPG


15282729-HueFahrradrikscha.JPG


15302734-HueFahrradrikscha.JPG


15352742-HueFahrradrikscha.JPG


Bei YouTube ansehen ↗



So ganz wohl war uns nicht, zumal die Transportmittel allesamt erhebliche Unfallschäden aufwiesen.
Florians Fahrer versuchte in leider gänzlich unverständlichem Englisch, ihn auf die wesentlichen Sehenswürdigkeiten hinzuweisen. Der Fahrer wiederum verstand seine Nachfragen gar nicht.

15172711-HueFahrradrikschaPhuCamKathedrale.JPG

Phu Cam Kathedrale
15252724-HueFahrradrikschaUnsereLiebeFrauvonderimmerwährendenHilfeKirche.jpg


Unsere Liebe Frau von der immerwährenden Hilfe Kirche
15262725-HueFahrradrikschaUnsereLiebeFrauvonderimmerwährendenHilfeKirche.JPG


15362747-HueFahrradrikscha.JPG


15432758-HueFahrradrikschaProvinzverwaltungssitz.JPG

Provinzverwaltung

Thomas Fahrer blieb von vorneherein stumm, so dass er übermüdet etwas gegen das Einschlafen ankämpfen musste. Barbaras Fahrer versuchte wohl, soweit wir mitbekamen, ihr etwas auf Deutsch zu erklären, sie verstand aber nichts, wohl schon deshalb nicht, weil sie es für Englisch hielt. Als Thomas Fahrer am Fluss halten wollte, um etwas Ausschau zu halten und zu zeigen, durfte er das nach Zurechtweisung durch den Chefpiloten nicht, wir müssten weiterfahren und für so etwas sei überhaupt keine Zeit.

15472768-HueDenkmaldertotenSoldatenamParfümfluss.JPG


Es ging schnell auf den Rückweg und Florian war sehr irritiert, als sein Fahrer begann, vom Trinkgeld zu reden und von einem Hotel Winnetou, was er erst hinterher als Hotel finish tour entschlüsseln konnte. Auf das Trinkgeld hatte sie wohl Herr Min schon eingestimmt, um sie leistungswilliger zu machen. Obwohl er deutlich gemacht hatte, welche Route er im Sinn hatte, schienen die Fahrer einiges abzukürzen und beendeten die Fahrt mit uns sprach- und dadurch wehrlosen Touris schon nach weniger als einer Dreiviertelstunde, obwohl wir für eine volle Stunde bezahlt hatten. Den uns vorher von Herrn Min eingeschärften Trinkgeldbetrag einzubehalten, trauten wir uns leider nicht, weil wir ihn nicht bloßstellen wollten. Eigentlich hätte die Fahrt auch erst in Hoi An stattfinden sollen, aber Herr Min als lokaler Operator befand es – wohl prinzipiell sinnvoll – für besser, dass in Hue zu unternehmen.

Weil der Fluss und die Aussicht nicht weit vom Hotel weg waren, entschlossen wir uns, das Versäumte durch einen ausgiebigen Spaziergang nachzuholen.
15492769-HueParfümfluss.JPG

hier der bekannte Parfümfluss

15522774-Hue.JPG


15502771-HuePausenhofgegenüberderSekundarschule.JPG

gewaltiger Baum auf dem Pausenhof gegenüber der Sekundarschule

15512772-HuejungerRollerfahrer.JPG

auch im dichteren vietnamesischen Verkehr sind schon die Kinder motorisiert

Herr Min hatte uns überflüssigerweise für den nächsten Morgen einen Kofferservice bestellt, auch diesen hatten wir wohl zu nutzen. Dafür funktionierte unsere Zimmerkarte nicht mehr, sie musste an der Rezeption neu programmiert werden. Abschließend warfen wir noch vom angebauten Treppenhaus einen letzten Blick über die Stadt.

15552781-HueSonnenaufgang.JPG


Danach ging Barbaras Zimmerkarte ebenfalls nicht mehr und musste ebenso neu programmiert werden.

Thomas fragte sich, wie er die nächsten Tage aushalten sollte, denn ihm ging der Guide unbeschreiblich auf die Nerven, weshalb er sich etwas fernhielt, um nicht alles hören zu müssen. Herr Min glaubte, undeutliche Aussprache durch Lautstärke kompensieren zu können, so dass wir uns im Kommandoton angebrüllt fühlten. Das erleichterte das Überhören nicht. Seine Darstellungen schwankten zwischen Chauvinismus, Machismus und einer Lust an Gewaltdarstellung, alles gepaart mit einer unfreiwilligen Komik sowie teilweise naiv-kindlichen Ausdrucksweise, die es schwer machten, ernst zu bleiben. Auf der anderen Seite zählte er eindeutig zu den gebildeteren und engagiertesten Guides dieser Reise, der sehr darum bemüht war, alles zu unserer Zufriedenheit zu organisieren, wobei er seine Antizipationsfähigkeit unserer Wünsche leider etwas überschätzte. Letztlich irgendwie schade. Für die richtigen Touris sicher ein sehr guter Guide.

Teil 3219. Mai 2020

So. 14.03.2017 Eigentore über dem Wolkenpass (Hoi An I)

Wir konnten zwar etwas besser schlafen, wurden aber wieder früh durch den Lärm geweckt und gingen um 7:00 zum Frühstück. Anschließend erwartete uns eine Überraschung. Herr Min hatte sich über Nacht in eine Frau Min verwandelt. Nein, er schickte eine seiner Angestellten als Vertretung und entschuldigte sich wortreich über ihr Mobiltelefon, dass ihm beruflich etwas dazwischen gekommen sei und er die nächsten Tage keine Zeit für uns habe. Wahrscheinlich hatte er gemerkt, dass wir nicht so gut zu ihm passten und die Personalaufteilung getauscht. Das bestätigte unsere Einschätzung seiner prinzipiellen Fähigkeiten. Mit der uns zugewiesenen Dame harmonierten wir wesentlich besser, leider war sie aber nicht ganz so kompetent wie er. Dennoch bedauerten wir den Wechsel am Ende nicht, denn mit ihr lernten wir noch einen weiteren Typus kennen, den mütterlich-beschützerischen Guide. Sie vertrat aber eher konservative Werte und grenzte sich bewusst von den jungen großstädtischen und südvietnamesischen Frauen wie unserer Saigoner Reisebegleiterin ab. Es war sehr lustig, wie sie immer wieder absolute Gegenpositionen zu Chau einnahm, ohne zu wissen, dass wir eine derartige Führerin gehabt hatten. Man konnte über Bräuche und Traditionen, Küche und Gemüsepflanzen oder den Reisanbau viel von ihr erfahren, alles Dinge, die sie in der jungen Generation vergessen glaubte. Da sie selbst viel anbaut, wohl sogar gewerblich, buddelte und zog sie mitunter interessante Pflanzen am Wegesrand einfach mit Wurzeln aus der Erde, um sie bei sich zu pflanzen – auch in archäologischen Stätten. Leider sprach sie vergleichsweise schlecht Deutsch und sobald es interessant und komplex wurde, wurde die Verständigung schwierig. Englisch ging noch weniger.

Auf dem Tagesprogramm steht heute die Fahrt nach Hoi An. Unsere neue Guide zeigt uns im Vorbeifahren viele Dinge aus dem Alltagsleben am Straßenrand. Recht interessant sind die überaus zahlreichen Friedhöfe.

15572785-UnterwegsLeichenwagen.JPG

Leichenwagen

15612794-AmFußdesWolkenpassesFriedhof.JPG


Es handelt sich meist um private Friedhöfe einzelner Familien. Sie erklärt uns auch den Reisanbau und erzählt das wohl sehr bekannte und wichtige Kindermärchen eines Bären, den ein Bauer, zu dem er gekommen war, besänftigte, indem er ihm von seiner Ernte abgab. Der Bär hatte das Vorrecht, sich seinen Ernteanteil schon bei der Aussaat auszusuchen. Er wählte alles was oben wächst, woraufhin der Bauer Süßkartoffeln anpflanzte, so dass der Bär nur das oberirdische Grünzeug abbekam. Im nächsten Jahr verlangte er daher das, was unten wächst, weshalb der Bauer Reis anbaute, so dass der Bär wieder leer ausging. Im Folgejahr verlangte er von oben und von unten zu bekommen. Was baute der Bauer an? Mais. Ob man sich so die Fruchtfolge einprägen soll?
15592792-AmFußdesWolkenpassesVerarbeitungvomEukalyptusholz.JPG

Eukalyptusverarbeitung am Fuß des Wolkenpasses

Am Wolkenpass machen wir einen Photostop und begegnen erneut unseren ‚Mitreisenden‘.
15622796-WolkenpassLăngCôViewPoint.JPG


15632797-WolkenpassLăngCôViewPoint.jpg


15652801-WolkenpassLăngCôViewPoint.JPG


Der Wolkenpass stellte bis 1400 die Grenze zwischen dem chinesisch geprägten Dai Viet und dem indisch beeinflussten Champa-Reich dar, ehe die Vietnamesen ihr Reich nach Süden ausdehnten und die Cham vertrieben.

Auf dem Gipfel legen wir am Zolltor aus dem 19. Jahrhundert wie so viele andere eine Rast ein,
15672805-WolkenpassHaiVanQuanTiertransport.JPG

Zolltor und Schweinetransport

die wir nutzen, ein bisschen die Gegend zu erkunden und Bilder zu machen.
15682806-WolkenpassHaiVanQuan.JPG


15692809-WolkenpassHaiVanQuan.JPG


15732815-WolkenpassHaiVanQuan.JPG


15742816-WolkenpassHaiVanQuanSchreinzurVerehrungdesBerggeists.JPG

Schrein zur Verehrung des Berggeists

Die Stimmung dort ist sehr speziell mit dauernden Wetterumschwüngen. So schnell aufziehende Wolken und Nebel haben wir noch nirgends zuvor gesehen.
15762821-WolkenpassHaiVanQuan.JPG

Das kommt auf Bildern natürlich nur schlecht raus.

15782825-Wolkenpass.JPG

jenseits des Passes

Anders als die anderen Guides nötigte sie uns keine Bewirtungen auf, die wir nicht wollten, entschuldigte sich im Gegenteil sogar dafür, dass der Fahrer seine Pausenzeiten einhalten müsse. Wir pausieren an einer Marmorwerkstatt, in der Touristen allerlei Scheußlichkeiten erwerben und sich die größeren Stücke per Schiffstransport in die Heimat schaffen lassen können. Es gibt sogar eine Weltkarte mit belieferten Orten, Stücken und ihrem Wert, auch eine größere Anzahl an deutschen Städten war darunter.
15862840-Marmorbearbeitung.JPG


15882842-Marmorbearbeitung-2.JPG


15902844-Marmorbearbeitung.JPG


15922846-Marmorbearbeitung.JPG


An den Straßenrändern sahen wir oft aufgemalte Telefonnummern. Da es in Vietnam keinen ADAC gibt, werben so die lokalen Mechaniker um Kunden, die einen Defekt erleiden.
Da sich unsere Guide für unseren bisherigen Reiseverlauf interessierte, gaben wir ihr unseren Plan vom Reisebüro. Leider entdeckte sie dabei, dass dieser kürzer war als ihr vorgegebener Tourenplan. Es gelang uns nicht, ihr überzeugend zu vermitteln, dass unser Plan nicht vollständig, sondern nur eine Grobskizze war, so dass wir uns mit dieser Aktion um die auf ihrem Plan stehenden zusätzlichen Aktivitäten brachten. Dabei entging uns das wohl sehr interessante Cham-Museum mit den Funden aus My Son in Da Nang.

15812829-UnterwegsĐàNẵng.JPG

Blick auf Đà Nẵng

15822832-Unterwegs.JPG


15842837-UnterwegsĐàNẵng.JPG


Gleiches galt wohl für die Xa Loi-Türme, bei denen wir nicht sicher waren, ob hier nicht auch ein Stop geplant war.
15932847-XaLoiTurm.JPG


Die Straßen in Richtung der Metropole waren durchflutet von infernalischem Lärm, denn an bestimmte Verkehrsschilder hielt sich grundsätzlich niemand
15852839-UnterwegsVerkehrsschilderandiesichkeinerhält.JPG


Wir fuhren also mehr oder weniger nach Hoi An durch. Dort verblieb als Tagespunkt eine Besichtigung der Innenstadt. Für Thomas brachte das einige Mühen mit sich, denn wir sollten unsere Wertsachen nicht beim Fahrer im Auto lassen, so dass er den Rucksack mit großem Laptop und allem weiteren Inhalt tragen musste.
16002860B-HoiAn.JPG


Um durch die Stadt zu spazieren, braucht man übrigens ein Permit.
15942851-HoiAn.JPG


15952852-HoiAn.JPG


15972858-HoiAn.JPG


15982859-HoiAnMarkt.JPG


Da der Post sonst zu umfangreich wird, muss die genauere Besichtigung des wunderschönen, wenn auch extrem touristisch erschlossenen Weltkulturerbestädtchens noch etwas warten …

Teil 3321. Mai 2020

Hoi An, was friedvoller Versammlungsort bedeutet, beherbergt heute 75.000 Einwohner. Von den Cham im 4. Jahrhundert gegründet und zur Versorgung ihrer Hauptstadt im Landesinneren genutzt, verlor sie nach dem Untergang des Reichs ihre Bedeutung. Um 1600 kam es zu einem Wiederaufstieg zum internationalen Warenumschlagplatz an der Seitenstraße. Hoi An wurde zum größter Hafen Südostasiens – zunächst zentral für den Japanhandel, nach Abschottung Japans mit Außenhandelsverbot als Sitz der europäischen Handelsgesellschaften Im 18. Jh. verlor die Stadt wegen einer Versandung des Hafens erneut ihre Bedeutung, jedoch begünstigte dies den Erhalt des Stadtbildes.
Als erstes besuchten wir die Versammlungshalle der Chinesen aus Fujian. Es gibt eine ganze Reihe solcher Versammlungshallen, je nach chinesischer Heimatregion.
16022864-HoiAnVersammlungshallederChinesenausFujian.JPG


16032865-HoiAnVersammlungshallederChinesenausFujian.JPG


16052867-HoiAnVersammlungshallederChinesenausFujian-2.JPG


16082871-HoiAnVersammlungshallederChinesenausFujian.JPG


16102874-HoiAnVersammlungshallederChinesenausFujian.JPG


16112875-HoiAnVersammlungshallederChinesenausFujian.JPG


Die Decken waren voller Räucherspiralen, an denen Wunschzettel der Spender mitsamt ihren Heimatadressen zu finden waren.

16132876-HoiAnVersammlungshallederChinesenausFujianRäucherspiralemitWünschen.JPG


Eine Spirale kostet 25$ und brennt zwei Monate, es war daher interessant, die Herkunftsadressen der Besucher aus aller Welt zu lesen. Unangenehm war, dass man ständig aufpassen musste, nicht von der herabrieselnden Asche verziert zu werden, ein aussichtsloses Unterfangen. Thomas wurde gleich mehrfach erwischt. Ein weiteres Detail: Weil die Häuser immer offen standen, dienten Truhen für Wertgegenstände zugleich als Bett, um die eigenen Habseligkeiten besser schützen zu können.

16202885-HoiAnVersammlungshallederChinesenausFujianTruheundBett-2.JPG


Opferaltar und Schutzgeistermythologie für die Seefahrer sind recht interessant.

16152882-HoiAnVersammlungshallederChinesenausFujianSchutzgöttinderSeeleuteThienHau.JPG


16162881-HoiAnVersammlungshallederChinesenausFujianHelferThiênLýNhãn(der1000Meilensieht).JPG

Helfer Thiên Lý Nhãn (der 1000 Meilen weit sieht)

16172880-HoiAnVersammlungshallederChinesenausFujianHelferThuậnPhongNhĩ(der1000Meilenhört).JPG

Helfer Thuận Phong Nhĩ (der auf1000 Meilen hört)
Es gab auch eine Halle für die chinesischen Gesamtvereinigungen, die aber wenig spektakulär kaum einen Blick lohnte.

16222889-HoiAnVersammlungshallederchinesischenVereinigungen.JPG


Anschließend gingen wir über die malerische zentrale Straße

16282897-HoiAn.JPG


16302901-HoiAn.JPG


zum Privathaus Tan Ky, einstmals eines der reichsten Kaufmannshäuser der Stadt. Es stammt aus dem späten 18. Jahrhundert und über den Hinterausgang gelangt man direkt auf die Uferstraße.

16312902-HoiAnHausTanKy(ProgressShop)HauseinerKaufmannsfamilieerbautimspäten18.Jh-Stilmix.JPG


Wir inspizierten u.a. den Haustempel für die Ahnen,

16322903-HoiAnHausTanKy(ProgressShop)HauseinerKaufmannsfamilieerbautimspäten18.Jh-Stilmix.JPG


die Schlafplätze der Frauen und Kinder

16352907-HoiAnHausTanKy(ProgressShop)HauseinerKaufmannsfamilieerbautimspäten18.Jh-Stilmix.JPG


sowie die Markierungen der letzten Hochwasserstände mitsamt beängstigenden Bildern.

16362908-HoiAnHausTanKyHochwasser(ProgressShop)HauseinerKaufmannsfamilieerbautimspäten18.Jh-Stilmix.JPG

Markierungen rechts zu sehen

16402911-HoiAn.JPG

Durch den Hinterausgang

Anschließend durften wir noch eine Weberei und Schneiderei besuchen. Wir konnten sehen, wie die Arbeiterinnen anhand von Photovorlagen Bilder aus Seide stickten, wobei sie für eine Arbeit ca. 3 Monate brauchen. Sie waren sehr auf Publikumsbesuch ausgelegt und stellten u.a. einen elektrischen und einen Handwebstuhl aus. Im Obergeschoss konnten wir die Seidenraupenzucht besichtigen, photographieren war allerdings verboten. Man erklärte uns auch den Lebenszyklus der Raupen, leider war es aber recht voll und eng, so dass wir weit hinten standen und nicht alles verstanden. Jedenfalls wird der Raupenkokon bei 70° gekocht und der Faden gezogen, wobei sich ein Kokon zu einem 1000 Meter langen Seidenfaden nur per Hand aufwickeln lässt. Um Rohseide zu gewinnen, müssen die Fäden anschließend mehrfach verdrillt werden. Für gewöhnliche Seide wird ein Faden gleichzeitig aus 25 Kokons gezogen und gemeinsam auf ein Rad gewickelt. Das Geschäftsmodell des Hauses war das Angebot der Schneiderei von Maßanzügen, die auf den nächsten Tag zu fertigen sie anboten. Wir konnten uns zunächst dazu nicht durchringen, auch nicht zu dem Angebot unserer Guide, uns zu einem anderen Maßanzugsschneider zu bringen.

16412913-HoiAn.JPG


Nunmehr spazierten wir zur japanischen Brücke, die den japanischen und chinesischen Teil der Stadt miteinander verbindet. Die Stadt wickelte in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts einen Großteil des japanischen Außenhandels ab, als sich das Land abschottete, aber noch nicht jeglichen Handel verbot. Nach 1644 dominierte dann nach Rückzug der Japaner ganz die chinesische Kultur.

16452918-HoiAnJapanischeBrücke.JPG

Die mehrfach zerstörte Brücke wurde Ende des 16. Jahrhunderts errichtet, die heutige Form stammt aus dem Jahr 1763. Die taoistische seitliche Brückenpagode dient der Verehrung des Herrschers des Schwarzen Himmels, Bac De Tran Vu, der den Norden überwachen und den Drachenriesen Cu besänftigen soll.

Touristenfreundlich wird nachmittags die Altstadt zur Fußgängerzone, so dass wir trotz des großen Andrangs recht angenehm durch die Straßen flanieren konnten.
16262895-HoiAn.JPG


16392912-HoiAn.JPG


16422914-HoiAnEdelsteinKunstMuseum&Weinbar.JPG

Edelstein Kunst Museum & Weinbar

16472921-HoiAn.JPG


16512925-HoiAnHandwerk.JPG


16532928-HoiAn.JPG


16542929-HoiAn.JPG


16572934-HoiAnHochzeitspaar.JPG

traditionelles Hochzeitspaar

Dennoch trafen wir irgendwann unseren Fahrer und wurden zum Hotel gebracht. Wir waren besonders gespannt, denn wir waren mehrfach umgebucht worden. Das eigentlich vorgesehene Hotel gehörte zu den wenigen der Reise, die schon bei unserer frühen Buchung ausgebucht gewesen waren, aber auch in das Ersatzhotel konnten wir, wie uns unser Reiseveranstalter schon nach Kambodscha gemeldet hatte, nicht einchecken, weil es kurzfristig von der Regierung für eine Tagung des Polizeiministeriums requiriert und alle Buchungen storniert worden waren. Entsprechend neugierig waren wir auf die neue Unterkunft, die uns zudem mehrere Nächte beherbergen sollte.
Bei der Ankunft entschuldigte man sich zuerst dafür, dass es zwischen 18:00 und 21:00 wegen Feierlichkeiten etwas lauter werden könnte, da es eine geschlossene Festveranstaltung mit Musik geben würde. Tatsächlich begann der DJ ab 16:30 mit ziemlich nervenden Proben. Hinter unser Zimmer grenzte ein Hühnerstall und der Hahn krähte mit der Musik um die Wette. Pausierte die Musik, verstummte auch er zeitweise. Dennoch war es eine an sich wunderbare Unterkunft;

16582937-HoiAnKoiResortHotel.JPG


16602940-HoiAnKoiResortHotel.JPG


wir konnten sie noch am gleichen Abend mit der bis dahin vorgesehenen vergleichen, denn diese hatte uns zur Entschädigung auf ein Abendessen eingeladen und war zwar auch schön, aber bei weitem nicht so einladend. Um 18:00 machten wir uns also auf den Fußweg zum nahegelegenen anderen Hotel und konnten dabei auch einmal die kalkbemalten Bäume am Straßenrand vor den Häusern näher betrachten. Unsere Guide hatte uns erklärt, dass dies dazu diene, den Teufel daran zu hindern, in die Häuser zu gelangen. Die heutige Jugend und auch die jungen Reiseleiter würden den Touristen aber aus Unwissenheit den Quatsch erzählen, der Kalk diene ästhetischen Zwecken oder solle Ameisen abwehren. Eine falsche Rationalisierung der Spätgeborenen also.

Das Abendessen war wirklich gut und reichlich, allerdings mussten wir die völlig überteuerten Getränke selbst zahlen. Thomas hatte schon so etwas geahnt, als es keinen Hinweis gab, dass ein Getränk oder alkoholfreie Getränke inklusive seien. Im Ergebnis hätte man bei einer mobilen Garküche für den Preis eines Getränks ein ordentliches Essen bekommen. So konnten wir aber in aller Ruhe Kürbissuppe, Salat, besondere Frühlingsrollen (nicht aus Reispapier), einen Hauptgang bestehend aus Reis, Gemüse und frittiertem Tofu (nicht besonders, für Thomas in der Konsistenz sogar eklig) und als Nachtisch Obst genießen und die schöne Atmosphäre der hereinbrechenden Dunkelheit und der angehenden Lampions über dem Wasser bewundern.

16612942-HoiAnKoiResortHotel.JPG

Blick zu unserem Hotel Hoi An Koi Resort
16622947-HoiAnKoiResortHotel.JPG


Schon im Dunklen kehrten wir zu unserer Hotelanlage zurück, die so besonder schick wirkt.
16642950-HoiAnKoiResortHotel.JPG


16652951-HoiAnKoiResortHotel.JPG

Teil 3422. Mai 2020

Mo. 15.03.2017 My Son oder 100 € pro Person sparen durch Zusatztag

Wir frühstückten um 7:00. Es gab ein reichhaltiges Frühstückbuffet. Zusätzlich zum Üblichen gab es Pfannkuchen oder in der Theorie auch Crêpes, Muffins, Obst mit Chili-Salz, Nüsse und einen sehr leckeren Roseningwer. Allerdings war das Verhalten der Köche reichlich bizarr. Es waren immer recht viele fertige Pfannkuchen vorhanden, so dass diese schon kalt wurden. Nachdem sich Barbara einen Crêpe aus der Pfanne hatte geben lassen, entdeckte Thomas, dass es auch einen Teller mit fertigen Crêpes gab, der Koch weigerte sich aber, Thomas einen zu geben. Als Florian nach Crêpe fragte, bekam er auch nur ein „no“ zur Antwort. Als der Pfannkuchenbäcker kurzzeitig weg war, versuchte es Florian erneut beim benachbarten Eierkoch. Der schaute verstohlen hinter sich, gab aber schließlich einen heraus. Barbara konnte auf diese Weise auch noch welche (man beachte den Plural!) bekommen. Thomas blieb chancenlos, bei den frischen wie den fertigen, bekam aber etwas von Barbara ab. Auch wenn die Auswahl sehr groß war, konnte uns das Frühstück nicht restlos überzeugen, denn die Qualität war nicht immer die beste. So waren beispielsweise die Säfte extrem mit Wasser gestreckt. Auch die Bedienung ließ es an Contenance missen. Ein junger Angestellter wurde von seiner Vorgesetzten recht rüde beim Abräumen herumgestoßen, so dass er mehr als einmal das schon gestapelte Geschirr zu verlieren drohte. Nicht auszudenken, was sie getan hätte, hätte er tatsächlich bei den Rempeleien einmal das Gleichgewicht verloren.

Heute stand der Grund für die ausgedehnten drei Übernachtungen in Hoi An auf der Tagesordnung. Wir hatten mit einem Ausflug zu den nahegelegenen Ruinen von My Son einen zusätzlichen Reisetag gebucht, um ein weiteres Weltkulturerbe zu besichtigen. Merkwürdigerweise wurde die Reise durch den zusätzlichen Tag sogar spürbar günstiger. Wir vermuten, dass dies mit günstigeren Flügen zu tun hatte.
Barbara fragte unsere Guide, ob sie das Klima in Deutschland, als sie dort lebte, auch als so anstrengend empfunden habe, wie sie umgekehrt das vietnamesische Klima. Die Frage war zugegeben recht kompliziert, die Antwort, die sie erhielt, dafür umso typischer: „Ich habe in Deutschland viel Butter gegessen“ (Guide-Antwort des Tages). Später konnten wir immerhin noch herausfinden, dass ihr Schnee unbekannt gewesen sei, dieser zwar schön aussehe, ihr aber zu kalt sei.
My Son war das religiöse Zentrum des hinduistischen Cham-Reichs von Amaravati, 20 km von der Hauptstadt Simhapura (Löwenstadt) entfernt. Dort wurde Shiva verehrt und die Asche der verstorbenen Herrscher aufbewahrt. Die ersten Holztempel lassen sich aus dem 4. Jahrhundert nachweisen, die Verwendung von Stein begann im 7. Jahrhundert. Den Höhepunkt erreichte die Bautätigkeit zur Blütezeit des Reichs im 10./11. Jahrhundert, diese schönsten Anlagen (die sog. Gruppe A) sind jedoch bei Flächenbombardements völlig zerstört worden. Schon im 11. Jahrhundert setzte der Niedergang durch Plünderungen ein, denn das Champa Reich wurde sowohl von den Khmer wie den Vietnamesen bedrängt. Die letzten Kultstätten wurden im 13. Jahrhundert eingeweiht, nach weiteren vietnamesischen Vorstößen und Zerstörungen mussten die Cham die Stadt schon im 14. Jahrhundert aufgeben. Die einzelnen Bauwerke sind allerdings kaum genau zu datieren.
Die Besichtigung von My Son war eine ausgezeichnete Idee. Landschaft und Atmosphäre waren schon recht außergewöhnlich, zugleich war es viel ruhiger als in Angkor. Es war auch sehr interessant, die Wiederaufbau- und Restaurationsarbeiten zu beobachten, denn leider war diese Ruinenstadt ein weiteres Opfer des Vietnamkrieges geworden, die Amerikaner hatten die dort verschanzten Vietkong bombardiert und die Hinterlassenschaften der Cham-Hochkultur dabei fast völlig zerstört. Die Besucherwege sollen noch immer wegen Minengefahr nicht verlassen werden. Für uns schloss sich ein Kreis, denn wir hatten ja ein bereits ein Dorf der heute verschwindend kleinen, inzwischen muslimischen Minderheit der Cham besucht und in Phnom Penh auch Zeugnisse ihrer Eroberung Angkors gesehen.
Nach der Ankunft in My Son fuhren wir leider erst einmal zwei Kilometer mit einem Shuttle zu den Ruinen, den schönen Weg hätten wir lieber zu Fuß gemacht.

16692957-MySonMehro-HeiligerBerg.JPG

Mehro - Heiliger Berg

Unsere Guide war recht zügig unterwegs, so dass wir uns fast ein wenig gedrängelt fühlten. Sie erzählte uns dennoch eine ganze Menge über die Historie, wobei leider die überwiegenden zeitgeschichtlichen Ausführungen sehr von nordvietnamesischer Geschichtsklitterung durchdrungen waren. Außerdem buddelte sie wieder Pflanzen aus, um sie bei sich zu kultivieren.

16712961-MySonGruppeB,C&D-Vorhalle(D2),Eingangspavollon(C2)undHaupttempel(C1).JPG

Gruppe B, C & D - Vorhalle (D2), Eingangspavollon (C2) und Haupttempel (C1)

16732963-MySonGruppeB,C&D-C1-Haupttempel.JPG

Gruppe B, C & D - C1 – Haupttempel
16752965-MySonGruppeB,C&D-C1-Haupttempel.JPG


17063011-MySonGruppeB,C&D-C1-Haupttempel.JPG


16782970-MySonGruppeB,C&D-RückseitedesHaupttempel(C1).JPG

Gruppe B, C & D - Rückseite des Haupttempels (C1)

16852978-MySonGruppeB,C&D-Vorhalle(D1).JPG

Gruppe B, C & D - Vorhalle (D1)

16902990-MySonGruppeB,C&D-einederVorhallen.JPG

Gruppe B, C & D - eine der Vorhallen

16912991-MySonGruppeB,C&D-Vorhalle(D2).JPG

Gruppe B, C & D - Vorhalle (D2)

16983001-MySonGruppeB,C&D-B5-ZurAufbewahrungvonKultgegenständen.JPG

Gruppe B, C & D - B5 - dient der Aufbewahrung von Kultgegenständen

17033008-MySonGruppeB,C&D.JPG



Gruppe A
17143026-MySonGruppeA.JPG


17163029-MySonGruppeA.JPG



Gruppe G
17193036-MySonGruppeG.JPG


17213039-MySonGruppeG.JPG


17233041-MySonGruppeG.JPG


17273048-MySonGruppeG.JPG



Gruppe E
17293051-MySonGruppeE-E7.JPG


17323055-MySonGruppeE-E7.JPG



Gruppe F: Begonnene Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten nach der Bombardierung
17333056-MySonGruppeF.JPG


17363060-MySonGruppeF.JPG



Am Ende unseres Rundgangs konnten wir eine neue Ausgrabungskampagne bei der Mittagspause beobachten.
17393066-MySonGruppeKArchäologenbeiderArbeit.JPG


17413070-MySonGruppeKArchäologenbeiderArbeit.JPG


Da wir nicht so viel Zeit in My Son bekamen, wie wir gerne gehabt hätten, kamen wir bereits am frühen Nachmittag zum Hotel zurück und hatten den Rest des Tages tatsächlich einmal Freizeit. Anders als vom Reiseveranstalter vorgeschlagen, gingen wir aber nicht an den gerade ohnehin gesperrten Strand, sondern ließen uns mit dem Hotelshuttle noch einmal nach Hoi An fahren, um es in aller Ruhe noch einmal allein erkunden zu können. Der Fahrer gab uns Name und Nummer eines Taxiunternehmens, das uns auf Hotelkosten zurückbringen sollte. In der Stadt rangen wir uns doch durch, noch einmal die Schneiderei aufzusuchen und Thomas und Florian suchten sich Stoffe für jeweils einen Maßanzug aus, die bis zum nächsten Nachmittag fertig sein sollten, damit sie zur Not noch einmal geändert werden könnten. Für uns war das recht aufregend, aber in Summe angenehmer als ein Einkauf im deutschen Kaufhaus. Dazu waren die Preise unschlagbar, so dass wir uns ohne Zögern für die hochwertigste Seide entschieden.

Anschließend spazierten wir durch die allmählich ihre abendliche Beleuchtungspracht entfaltende Altstadt.
17463081-HoiAn.JPG


17473082-HoiAn.JPG


17493084-HoiAn.JPG


17503085-HoiAn.JPG


17523088-HoiAn.JPG


17543092-HoiAnMarkthalle.JPG

Markthalle

Die Rückfahrt zu organisieren war dann etwas schwierig. Wir wurden nach einem Taxi gefragt und wir versuchten zu erklären, dass wir ein Taxiunternehmen suchten, das ein Vertragspartner unseres Hotels sei. Als dann aber ein Taxi eines falschen Unternehmens geholt wurde, mussten wir energisch werden und so musste der Fahrer unverrichteter Dinge wieder abziehen. Als wir schließlich eines fanden, begann eine etwas abenteuerliche Fahrt. Der Fahrer schien mit dem Hotelnamen nichts anfangen zu können und wir hatten zunächst das Gefühl, in eine falsche Richtung gefahren zu werden und prüften das mit dem Navi. Im Hotel schien er sich dann mit den Formalitäten doch gut auszukennen. Besonderer Hotelservice war statt eines Betthupferls eine schöne einheimische Gutenachtgeschichte auf dem Laken. Die für gestern angekündigte Musikveranstaltung fand doch erst heute statt und war recht laut, endete aber zum Glück frühzeitig.

Teil 3525. Mai 2020

Di. 16.03.2017 Wir spielen Landwirte und Köche

Heute frühstückten wir um 7:30. Das Buffet war etwas beschränkter, so war das Angebot an Nüssen kleiner und das Crêpes-Problem lösten sie durch Verzicht auf Fertigung. Wir verbrachten einen entspannten Vormittag, denn das Programm ging erst um 10:30 los. Heute sollte es eine Kulturpause geben. Wir wurden zu einem Dorf gefahren, das von Gemüse- und Kräuteranbau lebt. Auf dem Weg sahen wir allerhand ländliches, vor allem aber viel Fischzucht.

17573096-HoiAnFischzucht.JPG


17593163-HoiAnFischzucht.JPG


Eigentlich war das als Fahrradtour gedacht, aber Barbara hatte sich das aus klimatischen Gründen schon bei der Buchung nicht zugetraut. Angeblich hätte es eine ruhige Tour werden sollen, wir waren dann aber nicht wegen des für unsere Maßstäbe eher frühlingshaft-frühsommerlichen Klimas, sondern wegen des Verkehrs froh, auf dieses Vergnügen verzichtet zu haben. Florian war genervt vom Kommandoton unserer Führerin sowie den Floskeln „Schauen Sie“ und „Das isso“. Besonders folgender Tagessausblick stellte uns vor Rätsel: „Dieses Dorf ist sehr berühmt. Haben viele Touristen. Lernen kochen und dann machen Fußmassage. Haben viele Dinge, das sind sehr gut für Touristen.“ (Guide-Ankündigungsrätsel des Tages)
In der Kochschule erhielten wir zunächst einen ausgezeichneten Begrüßungsdrink.
17693115-HoiAnKochschule.JPG

Unsere Guide übersetzt das Programm. Sie sprach in der ersten Person Plural, so dass wir uns nicht so viel dabei dachten, als sie von der Zubereitung von Fleischgerichten sprach. Als sie dann noch nach Allergien und irgendetwas, das wir vielleicht nicht essen, fragte, und Barbara sie darauf hinwies, dass wir ja . wie mehrfach mit ihr besprochen - Vegetarier sind, schlug sie sich mit beiden Händen auf den Kopf und begann eine Diskussion mit der Kochschule. Florian vermutete spitz, sie habe wohl zu wenig Papaya gegessen; sie hatte uns nämlich nachdrücklich eingeschärft, dass der Verzehr von Papaya vor Alzheimer schütze. Da nun erst einmal neu eingekauft werden musste, haben wir den Spaziergang durch die Gärten des Dorfes vorgezogen.
17613102-HoiAnGemüsedorf.JPG

Man zeigte uns viele Pflanzen, das meiste kannten wir von Rühlemanns, etwa Thaibasilikum, Thaizitronenbasilikum und Vietnamesische Melisse haben wir hin und wieder auch auf dem Balkon.

17703116-HoiAnGemüsedorf.JPG


17643106-HoiAnGemüsedorfgrünePapaya.JPG

grüne Papaya

17653107-HoiAnGemüsedorfErdnusspflanzen.JPG

Erdnusspflanzen

17733121-HoiAnGemüsedorf.JPG


17743123-HoiAnGemüsedorfZitronengras.JPG

Zitronengras

17763125-HoiAnGemüsedorfKumquatPflanze.JPG

Kumquat

17773126-HoiAnGemüsedorf.JPG


Am Ende sollten wir noch ein Beet anlegen,

17833133-HoiAnGemüsedorfPflanzenalsUntergrunddesBeetes.JPG

Pflanzen als Untergrund des Beetes – natürlicher Dünger

3135-HoiAnGemüsedorfErdeüberPflanzenuntergrund.JPG

Erde drüber

17863138-HoiAnGemüsedorfSetzlingewerdenausanderemBeetgeklaut.JPG

Setzlinge aus anderem Beet klauen

17873139-HoiAnGemüsedorfBeetbegradigen.JPG

Beet begradigen

17883144-HoiAnGemüsedorfSetzlingeeinpflanzen.JPG

Setzlinge einpflanzen

wobei Thomas mit einer antiquierten und ziemlich unangenehmen Holzkonstruktion die Bewässerung übernehmen ‚durfte‘.
17903151-HoiAnGemüsedorfWasserträger.JPG

17913153-HoiAnGemüsedorfBeetgießen.JPG


So macht man das also ... Für die nächste Gruppe wurde das Beet natürlich wieder ausgegraben, alles in allem also eine sinnlose Trockenübung, weil bloße Scheinpflanzung.

In der Kochschule begannen wir mit dem Zerkleinern der Zutaten für eine Marinade (Zitronengras, Zwiebeln, Frühlingszwiebeln), hernach brachte man uns das Zerkleinern und Zubereiten der Kurkumawurzel bei. Da man dabei kräftig mit der flachen Seite des Hackmessers auf sie einschlagen musste, spritzte es recht ordentlich.
17673112-HoiAnKochschule.JPG


Wir produzierten zwei Varianten, eine vegetarische für den Tofu, den man noch eingekauft hatte, und eine mit Austernsoße für das Fischgericht der anderen Gruppe. Auf je zwei bereits angegrillte Bananenblätter träufelten wir etwas Marinade, dann kam Tofu, anschließend wieder Marinade. Das wurde in einem Blatt eingeschlagen und in das zweite, ebenfalls durch den Grill erweichte Blatt gerollt. In Alufolie eingepackt grillten wir das Hauptgericht. Anschließend wurden wir in die Kunst der Frühlingsrollenzubereitung eingeweiht, wobei auch hier eine vegetarische Variante bereitgestellt wurde. Diese aßen wir als Vorspeise. Anschließend gab es Omelette mit Fisch und Shrimps, wobei Florian erst scharf intervenieren musste, damit er die vegetarische Omelettevariante ohne Shrimps machen durfte. Tatsächlich erhielten wir drei Omelette, von denen nur eins wirklich vegetarisch sein konnte. Daher machten Florian und Thomas noch je ein weiteres. Barbara fand die Kochveranstaltung unpassend („selbst kochen kann ich auch zuhause“) und beteiligte sich nicht recht. Wohl weil sie das zuhause auch nicht gerade schätzt. Zum Omelette reichte man Salat mit Kräutern.

Danach gab es den Tofu mit Suppe und als Überraschung des Hauses von der Mutter des Chefkochs für die Vegetarier einen phantastischen Tofu-Champignon-Topf mit Sojasauce. Die verstand sich noch auf traditionelle vegetarische Küche, es schmeckte einfach unglaublich. Den Abschluss mit etwas Obst, Drachenfrucht, Ananas und grüner Orange hätte es schon nicht mehr gebraucht. Hinterher offerierte man tatsächlich noch eine Fußmassage. Da Thomas und Florian keine Massagen mögen verzichteten sie daraus, so dass man Barbara zugleich eine Kopfmassage bot.
17963162-HoiAnMassagenachdemEssen.JPG


Nach der Rückkehr ins Hotel ließen wir uns mit dem Shuttle wieder in die Stadt bringen, um unsere Anzüge abzuholen. Zum Glück musste nichts geändert werden. Während eines weiteren Spaziergangs, beobachteten wir einen sehr unorthodoxen Ananastransport mit einem dreirädrigen, völlig überladenen Anhänger, der mit einem Roller gezogen wurde. Einzige Verbindung mit dem Roller war aber, dass Fahrer und Beifahrer mit einer Hand den Anhänger festhielten. Danach fuhren wir mit dem Taxi zurück. Der sehr junge Fahrer schaffte es, ununterbrochen mit dem Handy zu telefonieren und als ob der Verkehr nicht schon schwierig genug war, benutzte er zwischenzeitlich während des Fahrens mit der anderen Hand noch sein Funkgerät. Im Hotel angekommen gab es auch noch Schwierigkeiten mit der Abrechnung, denn für den Fahrer war die Liquidation der Rechnung durch das Hotel unverständlich, aber ein Hotelangestellte sagte uns, wir sollten einfach auf unsere Zimmer gehen, er kläre das.

Teil 3628. Mai 2020

Mi. 17.03.17 Barbaras Geburtstag in Hanoi.

Heute mussten wir schon um 5:00 aufstehen. Da Thomas, der zuletzt leicht angeschlagen gewesen war, alles komplett durchgeschwitzt hatte, sprangen wir dennoch schnell unter die Dusche. Nach dem Auschecken begaben wir uns um kurz vor 6:00 zum Frühstück. Obwohl noch nicht viel da war und das Buffet erst langsam gefüllt wurde, konnten wir gut essen. Nüsse und Obst waren besser als zuletzt. Bereits um 6:30 wurden wir für die Fahrt zum Flughafen abgeholt und so verließen wir das schöne Hoi An mit etwas Bedauern, denn wir hatten uns hier trotz der kurzen Nächte mit dauerkläffendem Hund und durchkrähendem Hahn endlich etwas erholen können.
Unsere Führerin begleitete uns zum Check-in am Flughafen, was alle anderen bisher, ohne dass wir sie darum gebeten hatten, abgelehnt hatten, weil es verboten sei. Ob das nun stimmt oder nicht, unsere fürsorgliche Reiseleiterin wollte sichergehen, dass wir auch in das richtige Flugzeug stiegen. Wir verabschiedeten uns von ihr recht herzlich, trotz aller sprachlichen Hürden waren wir im Großen und Ganzen wirklich zufrieden gewesen.

Da wir recht spät am Flughafen ankamen, mussten wir nicht mehr lange warten, obwohl der Flug etwas Verspätung hatte. Der Flug selbst war sehr unruhig, umso überraschter waren wir über die butterweiche Landung. Bei unserer Ankunft in Hanoi erwarteten uns allerdings erstmalig Regen und außerdem der schlechteste unserer sieben Guides.
Hanoi wurde als chinesische Provinzhauptstadt planmäßig errichtet und erhielt schließlich 886 eine Zitadelle. Die alte Zitadelle machte 1010 König Ly Thai To zu seiner Residenz und damit seiner Hauptstadt. Im Chaos der Jahrhunderte sank Hanoi jedoch in die Bedeutungslosigkeit hinab, und erst mit Ankunft der Franzosen 1883 erfolgte ein Ausbau der 150.000-Einwohnerstadt zur Metropole mit europäischem Flair. 2009 zählte die Stadt 6,5 Mio. Einwohner. Da wir bei unserem straffen Zeitplan natürlich keine Rücksicht auf das Wetter nehmen konnten, begannen wir sogleich mit der Stadtbesichtigung. Das Wetter unterstrich den scharfen Kontrast zu Saigon noch mehr.
17973167-Hanoi.JPG

Das Treiben auf den Straßen war genau so lebhaft wie im Süden, aber es schwang ein starker Unterton von Aggressivität darin, auch bei den Verkehrsteilnehmern. Gebäude und Atmosphäre waren düster und wuchtig, nicht verspielt und elegant wie in Saigon.
3166-Hanoi.JPG


Um dem Regen zu entgehen, begann unser neuer Guide mit dem ethnologischen Museum, das die zahlreichen großen, kleinen und kleinsten Volksstämme des Landes sehr gelungen vorstellte.
17993170-HanoiEthnologischesMuseum.JPG


Das Museum war modern, gut aufgebaut und museumsdidaktisch hervorragend und informativ präsentiert. Diesbezüglich das mit Abstand beste der Reise. Allerdings war noch ein Großteil der Gebäudefläche ungenutzt. Insgesamt leben in Vietnam 54 Ethnien, aber 86% der Bevölkerung gehören zu den Viet-Hauptvölkern.

18013178-HanoiEthnologischesMuseumTransportvonFischreusenaufeinemFahrrad.JPG

Transport von Fischreusen auf einem Fahrrad

18053186-HanoiEthnologischesMuseum.JPG


18073190-HanoiEthnologischesMuseumBüffelkarren.JPG

Büffelkarren
Es gibt wirklich viel zu sehen und man kann lernen ohne einfach nur vom Material erschlagen zu werden.

Anschließend besuchten wir das Ho Chi Minh-Mausoleum.
18123201-HanoiHoChiMinhMausoleum.JPG


Die Wachen davor werden alle 2 Stunden abgelöst, müssen aber 2 Schichten am Tag übernehmen und haben auch dazwischen keine Freizeit, sondern müssten in der Zwischenzeit das Stillstehen weiter üben – so berichtete zumindest unser Guide, ohne sich dabei Ironie anmerken zu lassen.
18133202-HanoiHoChiMinhMausoleum.JPG


18143199-HanoiNationalAssemblyBuilding.JPG

National Assembly Building

18163205-HanoiPresidentialPalace.JPG

Presidential Palace

Anschließend liefen wir zur bekannten Einsäulenpagode, die zwar recht unscheinbar war, aber nicht so hässlich, wie wir nach der Lektüre unserer Reiseführer erwartet hatten, die von einer Besichtigung eher abraten.
18193209-HanoiEinsäulenpagode.JPG


Recht interessant war dann der sogenannte Literaturtempel, über 800 Jahre hinweg Vietnams Zentrum für konfuzianische Bildung. Im 11. Jahrhundert als Tempel gegründet, wurde er schon 1176 zur Nationalakademie, einer Universität, in der allerdings ausschließlich die Söhne des Herrschers studieren konnten. Hierbei habe es sich um eine eigene Universität für den Sohn des Kaisers gehandelt, allerdings wurden die Bauten später erweitert, um mehr Studenten unterrichten zu können. Ab dem 15. Jahrhundert nahm sie bis zu 300 Studenten auf, die hier binnen drei Jahren ein Doktorat erlangen konnten. 1807 wurde die Nationalakademie nach Hue verlegt, als Regionalakademie konnten hier aber noch bis 1915 Prüfungen absolviert werden.
18223213-HanoiLiteraturtempelzweistöckigesTorzumLiteraturtempel(mittefürdenKönig-linksTordesErworbenenTalents-rechtTorderGewonnenTugend).JPG

zweistöckiges Tor zum Literaturtempel (mitte für den König - links Tor des Erworbenen Talents - recht Tor der Gewonnen Tugend)

Der I. Hof mit seinen Teichen und Seitenwegen soll harmonisch wirken und damit die Ausgewogenheit der polarisierenden Kräfte darstellen.
18263218-HanoiLiteraturtempel.JPG


18273219-HanoiLiteraturtempel.JPG


Der II. Hof enthält ein Wahrzeichen Hanois, den Pavillon des Sternbildes der Literatur.
18283221-HanoiLiteraturtempelPavillondesSternbildesderLiteratur(KhuêVănCác).JPG


Der III. Hof beherbergt neben einem quadratischen Teich, der Quelle des Himmlischen Lichts
18303226-HanoiLiteraturtempel.JPG

82 von Schildkröten getragene Kandidatenstelen, jeweils mit den Namen der Doktoren eines Jahrgangs in chinesischen Schriftzeichen (älteste aus dem Jahr 1442, jüngste 1779).
18323229-HanoiLiteraturtempel82vonSchildkrötengetragenenKandidatenstelen.JPG


Durch das Tor des großen Erfolgs gelangt man in den zentralen IV. Hof, dessen Seitengebäude der Verehrung der 72 wichtigsten Schüler des Konfuzius dienten.
18363235-HanoiLiteraturtempelSeitengebäudezurVerehrungder72wichtigstenSchülerKonfuzius.JPG

Auf der Stirnseite befinden sich das Haus der Zeremonien
18343232-HanoiLiteraturtempelGroßesHausderZeremonien.JPG


18383237-HanoiLiteraturtempelGroßesHausderZeremonien.JPG


und die Halle des Großen Erfolgs.
18403239-HanoiLiteraturtempelHalledesGroßenErfolgs.JPG



Im letzten, V. Hof befanden sich ursprünglich die Lehrräume und das Wohnhaus der Tempelwächter, ab der Aufnahme anderer Studenten im 15. Jahrhundert deren Schlafsäle.
18413244-HanoiLiteraturtempelfrüherWohnhausdesTempelwächters.JPG


Am Hofende befinden sich eine Zeremonienhalle
18433247-HanoiLiteraturtempelZeremonienhalle.JPG


und ein zweistöckiger Tempel mit Altären dreier Königsstatuen.

18483254-HanoiLiteraturtempelKhai-Thanh-TempelStatuedesKönigsLyThanhTong.JPG

Statue des Königs Ly Thanh Tong

18493255-HanoiLiteraturtempelKhai-Thanh-TempelStatuedesKönigsLyNhanTong.JPG

Statue des Königs Ly Nhan Tong

18503256-HanoiLiteraturtempelKhai-Thanh-TempelStatuedesKönigsLeThanhTong.JPG

Statue des Königs Le Thanh Tong

Anschließend checkten wir in unser Hotel Hanoi Boss Legend ein.
18553323-HanoiBossLegendHotel.jpg


18543261-HanoiBossLegendHotel.JPG


Bei nach wie vor anhaltendem Nieselregen sollten und wollten wir nun die Innenstadt auf eigene Faust erkunden ...

Teil 3730. Mai 2020

Bei nach wie vor anhaltendem Nieselregen sollten und wollten wir nun die Innenstadt auf eigene Faust erkunden. Unser Guide empfahl uns eine Route die sich als besonders hässlich herausstellen sollte. Außerdem war sie so lang, dass wir etwas in Zeitnot gerieten und durch den unglaublichen Schmutz auf den Straßen ruinierten wir Schuhe und Hosen dauerhaft. Barbara was not amused, zumal sie heute ihren 77. Geburtstag feierte.

18573262-Hanoi.JPG


18653274-Hanoi.JPG


18673276-HanoiGeisterhausgeschäft.JPG

Geisterhausgeschäft

18613267-HanoiReparaturandenStromleitungen.JPG


18713281-HanoiSt.JosephKathedrale.JPG

St. Joseph Kathedrale
18723282-HanoiSt.JosephKathedrale.JPG


Obwohl die Stadt nur ein Viertel der Bewohner Saigons hat und laut unseres Guides sehr ruhig sein soll, empfanden wir den Verkehr als besonders grauenhaft und den Lärm als infernalisch. Im Gegensatz zum Süden wurde hier nämlich nicht nur kurz angehupt, um das Überholen anzuzeigen, sondern die Verkehrsteilnehmer blieben bis zum Ende des Überholvorgangs voll auf der Hupe, so als ob sie ihre Autos und Roller damit antreiben könnten. Da jeder jeden von jeder Seite zu überholen suchte, kann man sich die Geräuschkulisse vorstellen. Auch in kleinen Fußgängergassen wie dieser wurden die Roller zur Höchstleistung getrieben.
18703279-Hanoi.JPG

Bei einer solchen Gelegenheit erwischte ein die Fußgänger im Slalom umfahrender Raser Thomas, aber zum Glück nur am Jackenärmel, so dass er nicht um- oder mitgerissen wurde. Da Florians Cousine einige Zeit später in Hanoi das gleiche erlitt – auch da blieb es bei einer leichten Verletzung – und ein anderer Bekannter deutlich schwerer verletzt wurde, ist dies eine ausdrückliche Warnung: Auch die engen Gassen sind sehr gefährlich, weil ständig Kollisionsgefahr mit von hinten heranrauschenden Rollern besteht.
Erst als wir einen großen See erreichten, wurde es etwas angenehmer.
18763286-HanoiNgocSonTemple.JPG


Hier, bereits in der Nähe unserer Hotels – übrigens ebenfalls das mit Abstand schlechteste der Reise – trafen wir auch auf ein schwules Hochzeitspaar, das vor dieser berühmten Kulisse seine Hochzeitsbilder vor einer Unmenge touristischer und einheimischer Schaulustiger anfertigen ließ und die immer neuen Anweisungen der Photographin tapfer ertrug. Da erst 4 Jahre zuvor unregistrierte Partnerschaften eingeführt wurden und praktisch keine Sichtbarkeit besteht, war es kein Wunder, dass das hunderte Leute anzog.
18803290-HanoiHochzeitspaar.JPG


Wir mussten uns etwas beeilen, denn um 16:45 wollte uns unser Guide am Hotel abholen, um uns zu Fuß zum Wasserpuppentheater zu bringen. Den Rückweg sollten wir alleine bewältigen, denn er war vor allem auf Arbeitsvermeidung aus. Man müsse auch nur vom Hotel bis zur zweiten Kreuzung laufen. Dem Fahrer hatte er bereits freigegeben, ohne irgendetwas davon mit uns abzustimmen. Wir hatten aber nichts dagegen, denn die Rundumbetreuung der anderen war ohnehin fast etwas zu viel gewesen. Die Reiseleiterin aus Hoi An hätte aber sicher die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Nachdem wir die zweite Kreuzung erreicht hatten, wollte uns unser Guide demonstrieren, wie leicht wir zurückfänden und sagte nur „Erste Kreuzung. Zweite Kreuzung, schon sind wir da. Kein Problem“. Aber hier war noch kein Theater, so dass wir an der nächsten Kreuzung abbogen. Jetzt verkündete er freudestrahlend „Hier links. So, wir sind hier. Puppentheater“. Hier war aber immer noch keins. Erst nach einem weiteren Abbiegen kamen wir an. Hier waren wir bei unserem Spaziergang auch schon gewesen und nun überzeugt, allein wesentlich sicherer zum Hotel zurückzufinden.
Wir standen vor dem Eingang, bis der letzte Besucherstrom herauskam. Das Theater arbeitet im Akkord, es gibt täglich fünf Vorstellungen im Takt von 1h 10min. Die eigentliche Vorstellung dauert ca. 45 Minuten, so dass nicht viel Zeit für den Aus- und Einlass bleibt. Die Akteure sind durch die Akkordarbeit wohl auch einigermaßen abgestumpft. Nach einer musikalischen Einführung folgte eine Nummernrevue mit Puppen im und auf dem Wasser. Das ganze hatte seinen optischen Reiz, aber das Prinzip wiederholte sich natürlich sehr schnell und da auch keine verständliche durchgehende Geschichte erzählt wurde, verlor ein Großteil der Zuschauer rasch das Interesse. Es wurden Zwischentexte gesprochen, aber nur auf Vietnamesisch und ohne englische Übertittel o.ä.. Es war zudem insgesamt recht laut und trotz der optischen Schauwerte hatten wir uns vom weltberühmten Wasserpuppenballett, das auch schon in Deutschland gastiert hatte und im deutschen Fernsehen live übertragen worden war

18813291-HanoiWasserpuppentheater.JPG


Die musikalische Begleitung gefiel noch am besten.
https://youtu.be/67DRCr7MHYk

18833294-HanoiWasserpuppentheater.JPG


18903305-HanoiWasserpuppentheater.JPG


Bei YouTube ansehen ↗



Bei YouTube ansehen ↗



Zurück im Hotel reinigten wir uns von dem angesammelten Schmutz und begaben uns wagemutig unter die Dusche. Wir hatten befürchtet, das Bad zu überfluten, weil die Kante an der Tür so niedrig war. Es kam aber so wenig Wasser, dass trotz eines miserablen Ablaufs keinerlei Gefahr bestand. Dafür konnte man die Temperatur nicht regeln. Sie wechselte von heiß auf kalt und selbst auf ganz kalt und ohne zu regeln konnte man Gefahr laufen, sich etwas zu verbrühen. Irgendwie schafften wir es sogar noch, die Haare zu waschen.
Als wir im Bett saßen, klopfte es. Als Thomas öffnete, wollten ihm die Hotelangestellten zum Geburtstag gratulieren. Er wies ihnen den Weg zu Barbaras Zimmer. Barbara kam kurz darauf zu uns, um ihre Geburtstagstorte mit uns zu teilen, die die Küche rührenderweise gebacken hatte. Nachdem wir so früh gefrühstückt hatten, waren wir froh, noch etwas zu bekommen, denn an ein anderes Abendessen war nicht mehr zu denken.

Teil 3801. Juni 2020

Do. 18.03.2017 Eine Seefahrt, die ist lustig … oder seekrank nur auf der Autobahn

Heute frühstückten wir um 6:30 – bzw. versuchten es zumindest, denn Auswahl und Qualität waren grauenhaft. Es gab für uns nicht viel, wir versuchten es mit Pfannkuchen, die dick, trocken und zäh wie Leder waren und gaben auf. Das kleine Obstangebot war komplett fade und geschmacklos. Jedes Flugzeugfrühstück ist um Längen besser. Erneut dankten wir im Stillen für die Geburtstagstorte, denn die war immerhin süß gewesen. Immerhin hatte man einen guten Ausblick auf das trübe Hanoi.

19013318-HanoiBossLegendHotel.JPG


Nach dem Frühstück mussten wir schnell auschecken, was nicht so ganz einfach war, weil Aufzüge wie Rezeption völlig überlaufen waren. Jedoch mussten wir, wie uns der Guide eingeschärft hatte, unbedingt um 7:30 los, da für die 170 km Fahrt zur Halong Bucht Viereinhalbstunden veranschlagt waren und unsere Dschunke nicht auf uns warten würde.
Unser neuer Fahrer war eine Katastrophe, ein aggressiver Raser, bei dessen riskanten Überholmanövern wir jedes Mal schweißnasse Hände bekamen, obwohl uns der Urlaub schon einigermaßen desensibilisiert hatte. Zum Thema Schweiß noch das Guide-Rätsel des Tages: „Vietnamesen arbeiten recht viel. Schweiß. Wenn Schweiß getrocknet, alles Geld weg. Darum Vietnamesen mehr essen, weniger wohnen“. Gerne hören wir uns Lösungsansätze an …

Barbara war mittlerweile aschfahl im Gesicht und umklammerte dauerhaft den Vordersitz. Die Frage, ob wir nicht eigentlich eine großzügig kalkulierte Fahrzeit hätten und deshalb nicht so hetzen müssten, wurde mit einem barschen Verweis darauf, dass das Schiff nicht warten würde, abgekanzelt. Vietnam hat jeden Monat wohl ca. 2.000 Verkehrtote. Als der Fahreridiot meinte, vor einer Brückenzufahrt noch schnell überholen und wieder einscheren zu müssen, hätten wir uns gut dazugesellen können, weil der Vordermann keine Lücke aufmachte und wir vor dem Brückenpfeiler eine Vollbremsung hinlegen mussten …
Der Tag begann so verregnet wie der letzte, unser Guide nervte etwas mit seinem Zweckoptimismus. In jeder Regenpause sagte er entweder, dass es heller würde oder dass bald die Sonne schiene, was natürlich beides nicht eintrat. Die Pausenankündigungen stimmten auch nicht so ganz, schließlich hielten wir aber an einem riesigen Outletcenter für vietnamesischen Kunstramsch mit angeschlossener Behindertenwerkstatt als Verkaufsförderungsmaßnahme. Das muss man leider so brutal sagen, denn kaffefahrtmäßig wurden wir durch die Behindertenwerkstatt geschleust, damit wir auch ja in den Verkaufsräumen zuschlagen sollten. Dort durften wir eine halbe Stunde beäugen, was wir keinesfalls und schon gar nicht so völlig überteuert - wir hatten die gleichen Fabrikstücke im Süden für weniger als die Hälfte der Preise gesehen - kaufen wollten. Da er Zeiten so gar nicht einschätzen konnte, sagte uns unser Guide weniger als 15 Minuten vor Ankunft, dass es jetzt noch eine Stunde dauern würde. Gegen 11:10 waren wir dann dank der mörderischen Fahrweise auch schon da. Grund gab es dafür keinen, außer dass Fahrer und Guide früher Feierabend haben wollten.

Im schönen Bootshaus unserer Reederei bekamen wir einen leckeren Zimttee als Begrüßungsgetränk vorgesetzt. Weniger einladend gestaltete sich die Gepäckverladung, denn Thomas Koffer blieb unbeachtet stehen. Auch als weitere Passagiere eintrudelten, wurde deren Gepäck immer vorgezogen. Auf der anderen Seite hinderte man uns daran, uns selbst um den Koffer zu kümmern. Natürlich hatte es inzwischen auch wieder zu Nieseln begonnen, so dass der Koffer im stärker werdenden Nieselregen zu durchweichen begann. Barbara weigerte sich später aufs Schiff zu gehen, bevor Thomas Koffer an Bord war. Wir quittierten das später in dem abschießenden Bewertungsbogen mit einer schlechten Note für den Gepäcksservice, was sofort ausgewertet, bemerkt und nachgefragt wurde. Man entschuldigte sich wortreich und versprach sich beim Landen besondere Mühe zu geben, was sie auch tatsächlich taten.

Während wir also im Bootshaus saßen, die Zeit voranschritt und Thomas Koffer durchnässte, fragten wir, wann das Schiff ablege, woraufhin wir die Antwort erhielten, dass uns unser Guide am Montag um 11:15 abholen wird. Thomas versuchte klarzustellen, dass er die heutige Abfahrt meine. Wir erhielten zur Auskunft, dass es losginge, wenn alle an Bord sind. Thomas: „Also gibt es keine feste Abfahrtszeit?“. Guide: „Ja, genau, wenn man nicht bis 12:00 eingecheckt hat, gibt es Probleme.“ Auf Nachfrage, was das bedeutet, sagte er, dass das Schiff um 13:00 ablegen muss und Verspätete mit einem kleinen Schiff hinterhergefahren werden, was sehr teuer sei. Wir gaben die weitere Klärung auf, waren uns aber nun sicher, dass die Autobahnraserei völlig sinnlos gewesen war, weil wir fast eine Stunde vor Check-In-Beginn und zwei Stunden vor Ablegen der wunderschönen Aphrodite-Cruise angekommen waren.

19663424-HalongBuchtAphroditeCruise.JPG


19113341-HalongBuchtAphroditeCruise.JPG


19133343-HalongBuchtAphroditeCruise.JPG


Auf dem Schiff wurde uns anlässlich der Sicherheitseiweisung gleich mitgeteilt, dass auf dem Schiff Diät verboten sei.
Die Crew sollte Wort halten. Von den vielen Kilos, die wir während unseres Urlaubs verloren hatten, würden wir in den kommenden beiden Tagen einiges wettmachen. Es begann mit einem Mittagessen in Form eines 5-Gänge-Menus.

19103335-HalongBuchtAphroditeCruise.JPG


Die Dekorationen waren kleine und größere Kunstwerke
19893451-HalongBuchtAphroditeCruise.JPG

hier noch in der Vorstufe

Während des Essens steuerte unser Boot auch schon auf die erste Anlegestelle zu, eine große Tropfsteinhöhle, welche die Franzosen 1901 entdeckt und die Vietnamesen 1994 für Touristen zugänglich gemacht hatten.
19193353-HalongBuchtHangSungSotHöhle.JPG


Die Höhle war tatsächlich riesig, aber keinesfalls ein ästhetischer Genuss, was natürlich an der knappen Zeit und der völlig aus der Kontrolle geratenen Touristenschwemme, vor allem aber an der kitschig-bunten Neonausleuchtung der Höhlen lag.
19263364-HalongBuchtTransferboot.JPG

Beiboot für die Transfers

19283366-HalongBuchtHangSungSotHöhle.JPG

auf die Rückkehr ihrer Touris aus der Hang Sung Sot-Höhle wartende Schiffe

19373383-HalongBuchtHangSungSotHöhle.JPG



19433391-HalongBuchtHangSungSotHöhle.JPG


19443393-HalongBuchtHangSungSotHöhle.JPG

Das berühmte Motiv, um das Kollegen und Vorgesetze Florians im Vorhinein schon gebeten hatten

19483398-HalongBuchtHangSungSotHöhle.JPG


19563411-HalongBuchtHangSungSotHöhle.JPG


Wir hatten nur eine Stunde, was angesichts des schwierigen Fortkommens mit zum Teil echtem Stau sehr knapp war, so dass man nirgends etwas genauer betrachten konnte. Zudem fühlten wir uns gehetzt, weil wir unsere Guide im Gewimmel nicht aus den Augen verlieren durften, um nicht am Ende auf der Insel zu stranden.
Zurück auf dem Schiff genossen wir etwas Zeit auf dem Sonnendeck bis eine Küchenvorführung beginnen sollte.

19723435-HalongBucht.JPG


19773444-HalongBucht.JPG


19833459-HalongBucht.JPG


19863464-HalongBucht.JPG


19873469-HalongBucht.JPG


Zu dieser Vorführung gab es natürlich für jeden einen Snack und auch die Frühlingsrollen, deren Zubereitung dort demonstriert wurde, sollten probiert werden.
Dem anschließenden alkoholischen Trinkspiel entzogen wir uns.

19913472-HalongBuchtAphroditeCruiseVictor(Viet)beimTrinkspiel.JPG

Unser Liebslingssteward Victor (Viet) beim Trinkspiel

Keine halbe Stunde später wurde auch schon zum Abendessen gerufen, natürlich in Form eines 5-Gänge Menus. Wir ließen dennoch nichts stehen, denn das Essen war wirklich ausgezeichnet! Nach dem Dessert überreichte die Crew einem jungen Paar noch eine große Hochzeitstorte mit Feuerwerk und einer ausgehölten und geschnitzten Melone „Honeymoon“. Sie wussten zwar keinen Platz mehr für die Torte zu finden, mussten aber natürlich dennoch probieren. Während des Abendessens gewitterte es stark, sogar so heftig, dass das Personal erschrak und eine Serviererin eine Kollegin fast zu Boden gestoßen hätte. Wir mussten hoffen, dass sich das Wetter besserte, denn der morgige Tag galt ganz der atemberaubenden Halong-Bucht.

Teil 3904. Juni 2020

Fr. 19.03.2017 Eine Insel mit `nem hohen Berg … oder Privatkreuzfahrt mit eigenem Stewart

Heute Morgen stehen wir schon um 5:40 auf, da wir am Tai Chi-Kurs um 6:15 teilnehmen wollen. Leider konnten wir keinen Tagesanbruch erleben, denn es war schon hell, obwohl die Sonne erst um 6:00 aufgehen sollte. Das Tai-Chi war ganz interessant, für uns stieg der Schwierigkeitsgrad der Übungen aber zu schnell an. Zudem war Thomas über die Partnerübungen, die er mit einem Fremden machen musste, recht unglücklich.
Direkt im Anschluss gab es das erste Frühstück. Wir aßen weniger, denn wir waren uns sicher, dass es heute wieder viel geben würde. Interessant waren insbesondere die Windbeutel. Obwohl das Schiff gut belegt war, waren wir die einzigen Passagiere, die für zwei Übernachtungen eingecheckt hatten. Weil die anderen Passagiere später wieder zurück zur Küste gebracht werden mussten und daher ein anderes Programm hatten, wurden wir auf ein riesiges Tagesausboot transferiert. Wir staunten nicht schlecht, dass wir die Dschunke ganz für uns allein haben sollten. Die Besatzung wurde ergänzt durch einen Privatkoch und einen Privatstewart, Victor, die mit uns auf das andere Boot kamen.
Ausflugsboot
20033620-HalongBuchtunserAusflugsboot.JPG

Koch – den Platz teilte er sich allerdings mit einer ziemlich frechen Ratte
20043499-HalongBuchtunserpersönlicherKochfürheute.JPG


Victor hatte sich bereits gestern bei der Koch- und Trinkshow großartig produziert, war aber eigentlich unheimlich nett und sympathisch und außerdem ganz froh über den etwas ruhigeren Tag. Er nannte sich Victor, denn wie das gesamte Schiffspersonal hatte er sich einen europäischen Namen aussuchen müssen, weil die vietnamesischen zu schwer für uns Europäer seien. Irgendwie fanden wir diese Unternehmensphilosophie fragwürdig. Da wir mit ihm später noch Mailkontakt hatten, erfuhren wir auch seinen richtigen Namen: Viet. Nicht sehr kompliziert, genau so wenig wie sein Allerweltsnachnamen, den man auch in den USA zigtausendfach findet.

Zu Beginn servierte er uns Tee, Muffins, Plätzchen und Obst auf dem Sonnendeck. Wir hatten doch gerade erst gefrühstückt?

20053513-HalongBuchtSonnendeckunseresAusflugsbootes.JPG


20163524-HalongBucht.JPG


Unser erstes Ziel war ein schwimmendes Fischerdorf. Von den 7 derartigen Dörfern ist es das letzte, das noch Fischzucht betreibt, der Rest ist nur noch Touristenfassade. Gezüchtet werden sowohl Speise- als auch Zierfische für Aquarien.
20173525-HalongBuchtKajak&BootsausfluginletztesFischerdorf.JPG


Nach einem Besuch der Fischzucht erkundeten Florian und Thomas das Dorf per Kajak. Barbara traute sich das nicht, weshalb sie und Viktor in einem Bambusboot kutschiert wurden.
20393563-HalongBuchtKajak&BootsausfluginletztesFischerdorf.JPG


Dafür, dass es für Thomas das erste Mal in einem Kajak war, ging es sehr gut, es machte viel Spaß, die Umgebung war traumhaft und nur ganz zum Schluss wurde wir etwas nass.
20203530-HalongBuchtKajak&BootsausfluginletztesFischerdorf.JPG


20283543-HalongBuchtKajak&BootsausfluginletztesFischerdorf.JPG


20303547-HalongBuchtKajak&BootsausfluginletztesFischerdorf.JPG


20373557-HalongBuchtKajak&BootsausfluginletztesFischerdorf.JPG


20463580-HalongBuchtKajak&BootsausfluginletztesFischerdorf.JPG


Anschließend fuhren wir zu einer ‚privaten‘ (einige Schnellboote kamen u.a. vorbei) Bucht, wo wir unseren 6-Gänge-Lunch zu uns nehmen sollten. Das Essen war lecker und zum Glück überwiegend einigermaßen leicht. Anschließend durften wir etwas verdauen,
20533601-HalongBucht.JPG


20553605-HalongBucht.jpg


20563610-HalongBucht.JPG


während die Dschunke Ti Top-Island ansteuerte,

20733659-HalongBuchtTiTopIsland.JPG


ein nach dem russischen Raumfahrer, der 1961 mehrfach die Erde umrundet hatte, benanntes Eiland mit einer hoch gelegenen Aussichtsplattform.

20613622-HalongBuchtTiTopIsland.JPG


20623624-HalongBuchtTiTopIsland.JPG


Auf diese kletterten wir zu dritt, während Viktor warten wollte. Schon auf dem Weg nach oben machten viele chinesische oder taiwanesische Touristen deutlich, wie begeistert sie davon waren, dass Barbara die Kletterei in Angriff nahm. Einige fassten sie auch an, um sie ein wenig hochzuschieben. War zwar gut gemeint, aber irgendwie war das Drücken in den Hintern übergriffig. Nach einem kurzen Aufenthalt oben wurde der Abstieg zu Barbaras Triumphzug, als eine große entgegenkommende Touristenhorde ihr die Daumen hochstreckte, anerkennend nickte oder auch in uns unverständliche Sprache anfeuerte und applaudierte. Wir waren uns recht sicher, dass einige dieser Leute (Japaner?) älter waren als sie, aber für die Asiaten war ihr weißes Haar immer wieder eine große Besonderheit und offenbar Zeichen außergewöhnlich hohen Alters.

20643627-HalongBuchtTiTopIsland.JPG


20663631-HalongBuchtTiTopIsland.JPG


Anschließend gingen wir noch ein bisschen am Strand spazieren, das Wasser lud aber nicht zum Baden ein. Eher schmuddelig, steil abfallende Küste, scharfe Umgrenzung.

20723642-HalongBuchtTiTopIsland.JPG


Barbara nach einem Wassertest
20713640-HalongBuchtTiTopIsland.JPG


Nachdem wir Viktor in einem Meer von Menschen gefunden hatten, brachte uns das Tagesboot zur eigentlichen Dschunke zurück. Bei der Kochdemonstration gab es heute rohe Frühlingsrollen und anschließend wieder ein wunderbares Abendessen.

20753650-HalongBuchtKochkurs.JPG

Endfassung des Kürbiskunstwerks
20773656-HalongBuchtAphroditeCruise.JPG


Die Freude wurde ein bisschen durch die Mitreisenden getrübt, denn dieses Mal war keine Hochzeitsgesellschaft, sondern eine Gruppe wohlhabender vietnamesischer Paare an Bord, die das Ganze zu einem recht lauten und unappetitlichen Trinkgelage eskalieren ließen, bei dem uns die Bordstewardessen leidtaten. Die Partnerinnen ließen sich kaum etwas anmerken und waren selbst sehr angetrunken. In Deutschland wären wir wohl bei so einem Verhalten eingeschritten, hier sahen wir es aber nicht als unsere Aufgabe an, zumal am Nebentisch eine Managerin der Reederei saß, die zwar höchst missbilligende Blicke herüberwarf, aber nichts tat
Nach dem Essen suchte Florian Victor auf, der nach seiner E-Mailadresse gefragt hatte. Er hatte auf der Fahrt ein Video zu unserem Fischerdorfbesuch gedreht und bereits geschnitten, das er uns per Mail schicken wollte. Inzwischen hatte er es auch schon bei youtube eingestellt. Wir werden es zum Abschluss auch noch mal Hochladen, da es einen schönen Schlusspunkt für die Gesamtreise bildet. Über das Trinkgeld, das er bei der Gelegenheit für den Tag bekam, war er freudig überraschte. Florian blieb gleich zu einem Squid-Fischen da, der Abendaktivität auf der Suche nach Kalmaren. Leider war Florian ausgerechnet der einzige Gast, dem mit der Bambusangel ein Fang gelang. Die Fische sollten eigentlich nur zum Ansehen eingeholt werden, er blieb aber so lange liegen, bis er sich nicht mehr rührte. Dann wurde er zurückgeworfen und sollte sich wieder erholen, wovon Florian aber nichts mitbekam. Ihm war das recht unangenehm. Da die anderen Gäste erst später erschienen waren und Victor dann verschwand, fühlte sich Florian verpflichtet, sie auch noch einzulernen. Thomas hatte derweil aufgeräumt und soweit möglich gepackt, geduscht, sich bettfertig gemacht und begann sich zu sorgen, weil aus den verabredeten 5 Minuten Abwesenheit über eine Stunde geworden war. Morgen sollte ja die Rückreise anstehen.

Teil 4007. Juni 2020

Sa./So. 20.3./21.3.2017 Ein zerrüttetes Nervenkostüm im Rückreisemarathon

Auf das Tai-Chi verzichteten wir freiwillig, leider gab es aber wetterbedingt wieder keinen Sonnenaufgang zu bestaunen. So abgefüllt wir waren, frühstückten wir auch angesichts der bevorstehenden Reise nur sehr wenig. Danach machten wir uns auf zur letzten Exkursion, den Kajak-Höhlen von Hang Luon. Vier Mitreisende hatten sich heute entschlossen, tatsächlich eine Kajaktour zu buchen. Wir waren froh, das schon gestern gemacht zu haben, denn die Tour war kurz und mit 15$ pro Person gebührenpflichtig. Allerdings gab es Probleme auf ein Boot zu kommen, denn unsere Guide führte nur die Kajakfahrer und verschwand mit diesen, die andere war abgetaucht, um die Trunkenboldinnen und -bolde, mit deren Erscheinen wir nicht gerechnet hatten und die wohl wieder ziemliche Probleme bereiteten, zu versorgen. Als Nicht-Problemtouristen und Ohne-Kajak-Buchern standen wir mit ein paar anderen ziemlich verloren herum. Schließlich konnten wir aber alle auf ein Bambusboot und wurden durch die Höhle in die Lagune gefahren, nachdem die Managerin, die als Testtouri dabei war, die Sache in die Hand nahm.

21113716-HalongBuchtHangLuonBucht.JPG


20833670-HalongBuchtHangLuonBucht.JPG


21103713-HalongBuchtHangLuonBucht.JPG


Und erstmals bekamen wir sogar die Sonne zu Gesicht.

20803665-HalongBuchtHangLuonBucht.JPG


Auf den Felsen lebt eine Affenpopulation, die ihre Größe wohl den Fütterungen durch die Touristengruppen, die dort im Dauerbetrieb durchgeschleust werden, zu verdanken hat.

20923683-HalongBuchtHangLuonBucht.JPG


20973688-HalongBuchtHangLuonBucht.JPG


Man konnte Obst kaufen und damit die Affen anlocken und füttern.
20953686-HalongBuchtHangLuonBucht.JPG


Da man aber nicht sehr nah an das Ufer herankam, artete es eher in ein die Affen Bewerfen aus. Wegen der zum Teil nicht sehr gut gezielten Würfe kamen die Affen bald runter und ins Wasser.
https://youtu.be/i-vrj2yaGww
Der gesamte Ausflug bestand aus Hinfahrt, Halt bei den Affen und Rückfahrt. Auf den anderen Booten herrschte Ballermann-Atmosphäre. Jedenfalls machten sie gruppenorganisiert ein Riesenspektakel, auch mit Megaphonen,
https://youtu.be/GuTfccuS6Ic
versuchten ihre Boote zum Kentern zu bringen und ähnliches. Leider waren wir, wie bei solchen Situationen üblich, mit der Aufnahme zu spät dran für den Höhepunkt. Aber auch das gibt noch einen Eindruck der ausgelassenen Stimmung:
https://youtu.be/VglYFbwZEO4
Zurück auf dem Boot hatten wir noch etwas Zeit bis zum Check-Out, ehe es das zweite Frühstück an Bord gab. Wir staunten nicht schlecht, als dort noch einmal richtig aufgefahren wurde und auch wir langten entgegen unserer Vorsätze ordentlich zu, da eigens für uns noch einmal vegetatische Frühlingsrollen und vegetarisches Sushi vorbereitet worden waren. Wir verabschiedeten uns von der Halong-Bucht, die uns nicht nur einen würdigen Abschlusshöhepunkt beschert hatte, sondern in der wir uns binnen zweier Tage auch ganz ordentlich erholt hatten. Diese Erholung sollten wir dringend benötigen.
Als das Schiff anlegte,
21133720-HalongBuchtEinfahrtindenHafen.JPG

wartete der der Guide des Grauens schon auf uns. Auf der Rückfahrt besuchten wir kurz eine Perlenfarm, auf der uns gezeigt wurde, wie in eine Muschel chirurgisch eine Plastikperle eingesetzt wird, um die herum sich dann binnen 5 Jahren eine Zuchtperle bildet. Die ‚Ernte‘ wurde uns auch gezeigt und Barbara fragte, was dann mit der Muschel passiert. Unser Guide antwortete „Muschel nicht essen, wegwerfen. Muschel schon tot. Perle rausnehmen, Perlmutt verwenden, Muscheln werden dann gegessen“. (Guide-Dialektik des Tages)

Die weitere Rückfahrt gestaltete sich ebenso gruselig wie die Hinfahrt. Nach eineinhalb Stunden gab es wieder eine lange Pause für den Fahrer, wieder in einem Ramschpalast für Seidenstickerei, Schmuck, Marmorstatuen, Süßwaren und ähnliches. Dieser Ramschpalast hatte sogar eine Art Busbahnhof, an dem man, nachdem man sich durch die Verkaufshallen gekämpft hatte, auf der anderen Seite auf seine Abholung durch die jeweiligen Fahrer warten konnte.
21173728-FahrtnachHanoiWarteplatzfürTouris.JPG


Auf der Autobahn nach Hanoi lief der Verkehr recht zügig, was den Fahrer dazu antrieb, so schnell zu fahren, dass über die gesamte Fahrt hindurch durchgängig das Warnsignal für Geschwindigkeitsüberschreitung im Wageninneren piepte, was uns neben dem Fahrstil und der für den Verkehr schwer erträglichen Geschwindigkeit von über 85 km/h in dauerhafte Nervosität versetzte.

In Hanoi, das wir viel zu früh erreichten, stand u.a. noch der Besuch des Hoan-Kiem-Sees auf dem Programm (See des zurückgegebenen Schwertes). Das war nun natürlich genau der Ort, zu dem uns unser Guide schon beim ersten Mal für das Erkunden auf eigene Faust gelotst hatte. Dort besuchten wir den Schildkrötenpavillon, die Brücke der aufgehenden Sonne sowie den Jadeberg-Tempel.

21403769-HanoiNgocSonTemple.JPG


21223740-HanoiNgocSonTemple.JPG


21243743-HanoiNgocSonTemple.JPG


21283747-HanoiNgocSonTemple-2.JPG


21293748-HanoiNgocSonTempleOpfergaben.JPG

Opfergaben - unser Guide, der alle Mönche für korrupt hielt, meinte, sie würden von diesen unterschlagen und ihre fetten Wänste stopfen.

21333755-HanoiNgocSonTemple.JPG


Der Name des Sees und der Bauten geht auf das 15. Jahrhundert zurück, als der Sage nach eine riesige, im See lebende goldene Schildkröte dem armen Fischer Le Loi ein magisches Schwert lieh, welches ihn unbesiegbar machte. Damit gelang es ihm, im 10jährigen Kriegsverlauf 1418–1428 die Besatzungstruppen der chinesischen Ming-Dynastie zu vertreiben und 1428 König zu werden. Nach seinem Triumphzug begab sich Le Loi zu dem See, um den Göttern zu danken. Die goldene Schildkröte verlangte nun – wie in der Artus-Sage die Herrin des Sees Excalibur – das Schwert zurück. Noch bevor sich der König entschied, löste sich das Schwert aus der Scheide, stieg zum Himmel empor und verwandelte sich in einen großen jadefarbenen Drachen, der über dem See schwebte und dann in die Tiefe stürzte. Der Drache wurde zum Schutzgeist des Sees und Le Loi ließ auf der Insel in der Seemitte den dreistöckigen Schildkrötenturm, das Wahrzeichen Hanois errichten.

21233742-HanoiNgocSonTemple.JPG

die mythologische Schildkröte, die auch im Wasserpuppentheater auftrat

Trotz zahlreicher Menschen war es dort recht schön. Anschließend stand noch ein Altstadtspaziergang/Stadtführung an, der recht kurz war und nur einen Teil dessen abdeckte, was wir auf eigene Faust erkundet hatten. Seine Erläuterungen beschränkten sich weitgehend auf schlechte Witze: „Hier Apotheke. Verkaufen auch Wasser. Wasser ist auch Medizin. Medizin für Durstkrankheit, hö hö hö“ (Guide-Witz des Tages).

21423771-Hanoi.JPG


21453776-HanoiMüllaufderStraße.JPG


21473778-Hanoi.JPG


Der Verkehr war natürlich wieder recht laut
https://youtu.be/b2CiurMtCC4
und verdichtete sich bald zu einem kompletten Stau mit dann infernalischem Lärm.

21543786-HanoiVerkehrschaos.JPG


Ein Markthallenbesuch blieb uns nicht erspart,
21483779-HanoiSeltsameSandalenpräsentation.JPG

dann sollten wir sagen, was wir noch sehen wollen würden. Ein paar schnell nach Konsultation des Reiseführers gemachte Vorschläge lehnte der Guide als entweder unrealistisch oder nicht lohnend ab und beschloss, uns zum Flughafen zu fahren. Wahrscheinlich hätten wir vorschlagen können, was wir wollen, wir wären immer auf Widerspruch gestoßen. Nachdem sie uns abgeladen hatten, düsten Fahrer und Guide ohne großen Abschied wieder davon. Offenbar wollten sie die lästige Kundschaft so schnell wie möglich loswerden, aber auch wir waren froh, ihnen unversehrt entronnen zu sein.

Natürlich waren wir jetzt, viel viel zu früh, bis zum Öffnen des Check-Ins waren es drei, bis zum Abflug sieben Stunden!!! Zum Glück fanden wir in der ziemlich vollen Wartehalle eine Ecke mit freien Sitzen. Das Glück währte nur kurz, denn leider gesellte sich schnell eine ziemlich penetrante Großfamilie in unsere Nähe, die u.a. den Sitz neben Barbara mit 2 Personen belegte, wobei eine alte Frau Barbara sehr unsanft immer mehr zur Seite schob und mit den Ellenbogen in die Rippen stieß. Barbara wollte sich angesichts des raren Platzangebots nicht umsetzen, beschwerte sich aber trotzdem über den ständigen Essensgeruch, die Schmuddeligkeit und die aufdringlichen Kleinkinder. Ob der Schmuddeligkeit sinnierte sie außerdem furchtbar klischeemäßig über die möglichen Krankheitserreger, welche die Mitglieder dieser Familie übertragen könnten. Florian war sich nicht sicher, was mehr nervte, beschloss irgendwann aber einen Umzug einfach durchzuführen, als eines der Kinder einen besonderen Zeitvertrieb darin gefunden hatte, unter den Sitz zu krabbeln und Barbara von dort in den Hintern zu kneifen. Das war alles andere als heimlich oder leise, aber Eltern und Großeltern waren bestenfalls amüsiert und unterbanden es nicht. Soviel zum Thema asiatische Zurückhaltung. Die neuen Plätze waren in Ordnung, aber bald begann der Check-In und nachdem wir unser letztes Wasser aus Saigon – in Hanoi waren Fahrer und Guide auch mit der Wasserausgabe knauserig gewesen – ausgetrunken hatten, gingen wir zur Personenkontrolle.

Wir kamen nicht weit. Die ohnehin nicht unbeträchtliche Schlange wurde von einem wütend schimpfenden Araber aufgehalten. Er brüllte die Frauen an der Ticketkontrolle an „My luggage, my luggage, where is my luggage?“ Dann knallte er seinen Pass samt Ticket so heftig auf einen Tisch, das alles andere hinunterpurzelte. Die Frauen versuchten vergeblich, auf ihn einzureden, ihn zu beruhigen und zu erklären, dass sie ihn nicht verstünden und jemanden holen lassen wollten. Er schrie unverdrossen weiter nach seinem Gepäck. Als er irgendwann sanft weggeführt und wir abgefertigt worden waren, mussten wir uns bei der Passkontrolle einreihen. Dort begegneten wir ihm wieder, zum Glück aus einer gewissen Entfernung. Auf den Passbeamten redete er auch unermüdlich ein und klopfte ihm ständig auf die Schulter. Uns wurde allmählich mulmig, denn wir befürchteten, vielleicht mit einem Irren in einen Flieger zu müssen oder schlimmeres. Als wir in der Personenkontrolle wieder hinter ihm anlangten, konnten wir beobachten, wie er ständig murmelnd sich vor allen möglichen Leuten tief verbeugte. Manchmal drehte er sich aber auch zu verschiedenen Personen um und machte Kopf-ab-Zeichen. Auch Florian und Thomas starrte er an und fuhr sich mit dem Zeigefinger über die Kehle. Uns wurde immer unangenehmer zumute, aber immerhin hatte das den Effekt, dass er oft vorgelassen wurde, weil wir nicht die einzigen mit diesem Gefühl waren.

Später saß er zusammengesunken neben der Handgepäckkontrolle und war nicht ansprechbar. Das Personal fragte ihn, ob er Hilfe benötige. Er verstand sie nicht. Eine Security-Bedienstete photographierte daraufhin erst einmal seinen Pass und sein Flugticket. Das beruhigte uns, denn wir konnten erkennen, dass er offensichtlich einen anderen Flug gebucht hatte. Später konnten wir nur noch aus der Ferne erkennen, dass er in einen separaten Raum gebracht worden und dort von einer ganzen Gruppe Beamter befragt wurde, die außerdem sein Handgepäck geöffnet hatten und es intensiv untersuchten.

Nach insgesamt mehr als sieben Stunden Wartezeit konnten wir endlich das Flugzeug besteigen. Wir freuten uns auf einen erholsamen Flug, denn der Kapitän begrüßte die Fluggäste damit, dass ein besonders ruhiger Flug zu erwarten sei, weil „good weather conditions“ herrschten. Weit gefehlt, schon wenige Minuten nach dem Start begann die Maschine stark zu rumpeln. Nach 18 Stunden eines anstrengenden Tages schliefen Barbara und Florian dennoch ein und verpassten eine Stunde heftigster Turbulenzen über Bangladesch. Schließlich wurde es so stark, dass sie wieder aufwachten. Florian sah, wie stark die Tragflächen beansprucht wurden und hatte von da an schlicht Angst. So etwas hatte noch niemand von uns erlebt, auch nicht Barbara mit vielen Jahrzehnten Flugerfahrung. Thomas versuchte krampfhaft, sich mit den Bordmedien abzulenken, aber das Vibrieren war so stark, dass man oft über längere Zeit dem Bild mit den Augen nicht mehr folgen konnte. Nach drei Stunden beruhigte es sich etwas, aber als wir gerade aufatmeten, ging es von vorne los, erneut für drei Stunden. Später schwächte sich das ab, aber nicht ganz. Thomas sollte keine Minute Schlaf bekommen. Am Ende hatte er mit Findet Dori, Warcraft – The Beginning und Mad Max – Fury Road immerhin drei Spielfilme gesehen. Vermutlich wäre alles nicht so beunruhigend gewesen, hätte der Kapitän nicht einen besonders ruhigen Flug angekündigt.

Als wir endlich gelandet waren, wollten wir mit unseren von Autofahrt, Flughafenaufenthalt und Rückflug zerrütteten Nervenkostümen nur noch so schnell wie möglich heim. Am Hauptbahnhof angekommen, bekamen wir gerade noch einen Zug mit Umstieg in Friedberg, wo wir im letzten Moment merkten, dass wir in den falschen Zugteil eingestiegen waren, weil die Anzeige nicht stimmte. So wechselten wir vorsichtshalber den Zugteil und sahen den anderen tatsächlich rückwärtsfahren.

Nachdem wir in Frankfurt und Friedberg noch mit dem Berufsverkehr konfrontiert gewesen waren, erlebten wir nach insgesamt 36 Stunden auf den Beinen beim Aussteigen in Linden einen surrealen Moment. Nach drei Wochen fast ununterbrochener Geräuschkulisse einfach Stille. Es war kein Mensch auf der Straße, kein Auto fuhr, kein Geräusch, erst recht kein Hupen war zu hören. Nur unsere Koffer rumpelten über die Straße, als wir weitergingen. Wir fühlten uns in einem postapokalyptischen Endzeitszenario. Die Lindener Normalität, dieses Fehlen von Menschen, Lärm, Bewegung und wegen des neblig-grauen Wetters auch von Farben brachte ein erstaunliches Kontrastempfinden, geradezu einen Schock.
Daheim konnten wir endlich 16 Stunden schlafen und dabei vielleicht von der Halong-Bucht träumen.
https://www.youtube.com/watch?v=RyElmkKG--A

Fazit: Wir haben in drei Wochen sehr, sehr viel gesehen. Die Reise war hervorragend organsisiert, auch wenn die Qualität der Guides extrem schwankte. Es war aber recht erhellend, so extrem gegensätzlichen Charakteren zu begegnen. Für Phnom Penh hätte man aber auf jeden falls noch einen zusätzlichen Tag gebraucht, für Hanoi einfach einen fähigen und willigen Guide. Falls jemand vergleichbares plant, sollte man sich aber bewusst sein, dass dieses Programm schlaucht. Wir waren am Ende der Reise absolut urlaubsreif und jeder von uns hatte unbeabsichtigt +/- 6 Kilo oder ~10% seines jeweiligen Körpergewichts verloren.

Indochina: Hinter den Bergen bei den 7 … Guides! von Flotho

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/299342-indochina-hinter-den-bergen-bei-den-7-guides

Stand: letzter Berichtsteil vom 07. Juni 2020

Die Rechte am Text und an den Bildern liegen beim Autor. Ausdruck für den eigenen Gebrauch.