Nach langem Hin- und Herüberlegen habe ich mich jetzt doch dazu entschlossen, unsere dreieinhalbwöchige Namibia- Ersttäter- Klassiker- Lodge Rundtour niederzuschreiben. Ich denke, dass es für neue Ersttäter durchaus hilfreich sein kann. Auch ich habe bei unserer Reise vom Forum, den Erfahrungsberichten und den Antworten profitiert und möchte mich auf diese Weise bedanken. Unser Fotobuch über die Reise ist bereits fertig und die Caprivi Tour für Herbst 2020 fast fertig geplant und gebucht. Also kann ich auf diese Weise auch ein wenig in Erinnerungen schwelgen und die tolle Reise Revue passieren lassen.
Ich habe noch nie einen Reisebericht geschrieben und bitte um Nachsicht bei Tippfehlern oder nicht vorhandenen Vogelbestimmungen. Nobody is perfect. Ich werde versuchen, dass ich den Kommentaren und Fragen recht schnell nachkomme, aber da wir beide berufstätig sind, kann es hier durchaus zu Verzögerungen kommen. Mein Prolog wird etwas länger dauern, aber dann geht’s recht schnell zur Reise über - Nicht Interessierte können den Teil gerne auslassen.
Wir sind ein Paar rund um die 45 und kommen aus Karlsruhe. Wir lieben das Reisen und das Entdecken per Mietwagen, zu Fuß oder per Rad. Wir lieben die Natur und die Tierwelt. So waren wir bereits in Neuseeland, Island, USA, Singapur, Australien, La Réunion, Mauritius, Madeira, um nur wenige Ziele zu nennen.
Lebe deinen Traum:
Eine Safari zu machen, war schon immer mein Kindheitstraum. Früher wollte ich hierfür nach Kenia, da ich dort zu Schulzeiten eine Brieffreundin aus Nairobi hatte. Der Dokumentarfilm „Omulaule heisst schwarz“, den ich im Jahr 2003 in einem kleinem Frankfurter Art-House Kino sah, bestärkte mich hingegen darin, in das ehemals deutsche Land zu reisen und dort eine Safari zu erleben. Das Schicksal der namibischen Kinder aus dem Film, die in der ehemaligen DDR aufwuchsen, berührte mich sehr, und ich kann jedem diesen Film wirklich nur ans Herz legen.
Als ich erfuhr, dass meine Bekannte recht spontan nach Namibia flog, musste ich endlich handeln und damit aufhören, diesen Traum immer weiter in die Zukunft zu verschieben.
Wir buchten einen Direktflug über Air Namibia am 16.10.2017- Reisezeitraum 19.09.- 12.10.2018 - ja und mir sind zum ersten Mal beim Knopfdruck – Flug buchen- die Tränen runtergelaufen. Ich war echt bewegt und selbst über mich erstaunt. Traum ist und bleibt eben Traum!
Die Reiseplanung: In den letzten Jahren haben wir schon einige Bildvorträge über Namibia besucht. So kannten wir die Highlights aus Bildern. Daheim lagen auch schon einige Bildbände über das Land bereit. Ich habe mir alle Reiseführer aus der Bibliothek ausgeliehen und dieses tolle Forum entdeckt.
Gregor vertraut mir seit Jahren bei der Reiseplanung und so lastete auch hier die Flug- , Hotel und Ausflugsbuchung eher auf meinen Schultern. Er lässt mich machen und ist dann immer glücklich mit meiner Wahl;-). Nur dieses Mal fühlte ich mich ehrlich gesagt etwas überfordert und erschlagen von der Weite. Ich wollte schließlich den perfekten Traumurlaub verbringen. Ich war hin und hergerissen - eigentlich sind wir mit einfachen Dingen zufrieden und brauchen keinen Luxus, aber diese teuren Megatraumlodges wecken schon Begehrlichkeiten und ich verlor etwas die Bodenhaftung;-) Und so versuchte ich, eine gewisse Balance zu finden. Beim ersten Wurf waren es zu lange Fahrtstrecken- Greg wollte die große Runde fahren und noch am liebsten zu den Victoria Falls. Glücklicherweise riet mir das Forum von dieser Mammuttour ab und ich konnte auch Greg vom Gegenteil überzeugen. Er war aber schon sehr enttäuscht, die Victoria Falls zu streichen. Daher holen wir das nächstes Jahr nach.
Sinnvolle Tips aus dem Forum für Individualreisende Wir haben alles selbst gebucht und standen so manches Mal vor Schwierigkeiten. Es gibt sehr viele wertvolle Tips im Forum und ich möchte nur einige herausfiltern, die mir unheimlich bei der Reiseplanung geholfen haben und ich auch nun für die neu geplante Caprivi Route bekam: - Falls man einen Reiseanbieter nimmt, kann man diesem die Hotel- Wunschliste zusenden und dieser bucht alles durch. Vorteil ist, dass dieser unter anderem dann gefragt ist, Alternativen zu finden, wenn beispielsweise überraschend eine Lodge schließt (ich habe bsp. von der Ameib Lodge Schließung im Forum erfahren und mussten dann kurzfristig selbst nach einer Alternative suchen) - Oft standen wir auf Wartelisten, da die großen Reiseveranstalter ihre Hotelkontingente blocken. So bekamen wir nicht immer die gewünschten Unterkünfte. Es brachte mich zeitweise zur Verzweiflung, da ich nie erwartet hätte, dass wir bei 11 Monaten Vorausplanung Probleme bekommen würden - völlig verrückt! Sasa gab mir den super Tip bei deutschen Reiseveranstaltern zu schauen und ich konnte die ausgebuchte Vingerklip tatsächlich über Neckermann im Internet selbst buchen. Danke Sasa - darüber war ich sehr glücklich. - Sasa gab uns auch den Tip, dass man bei den Reiseveranstaltern Vormerkungen machen kann. Wenn beispielsweise der Reisezeitraum noch nicht offiziell freigeschaltet ist, kann man sich vormerken lassen und erhält somit ein Vorrecht auf die Hotelbuchung. - „Weniger ist mehr“- wird hier häufig erwähnt. Packt das Programm nicht zu voll, denn man kann auf den Lodges auch entspannt den Tag am Pool, bei Gamedrives, Wanderungen, Sundownern verbringen. Unser Programm sieht für manche sicher auch gehetzt aus, aber für uns war es ok. Manchmal fanden wir es auch schade, so schnell wieder weiterzufahren. - Lodges in maps me, einem offline Navi eingeben, dass man im Notfall die Unterkunft findet (Danke Gabi für den Tipp; es war nur ab und zu bissel verwirrt, half aber trotzdem immens)
Packen: - Denkt an den internationalen Führerschein - nur Gregs EC Karte ist namibiatauglich und so testete ich daheim meine Visakarte mit dem PIN Code, damit auch ich vor Ort abheben kann (ich habe noch eine Kreditkarte mit Unterschrift). - bei Bootstouren ist eine warme Jacke und Handschuhe Gold wert, da es in Lüderitz und Swakopmund durchaus kalt sein kann - Fliegenklatsche (war sehr hilfreich, da man so ungeliebten Tieren einen Schub in die richtige Richtung nach draußen geben konnte- sorry -bzw. gegen Mücken) - Taschenlampe oder Stirnlampe (v.a. auf Lodgegebiet angedacht; aber auch in den Städten gibt’s immer wieder Stromausfälle- unbedingt immer dabei haben!! Dazu später mehr) - Taschenmesser mit Flaschenöffner für unterwegs - Fernglas (war wirklich Gold wert) - Gasspray (dieses hatte ich aufgrund der letzten Überfälle im großen Gepäck drin. Allerdings fragte man mich explizit am Flughafen danach und ich musste es ausdrücklich wegschmeissen. Dieses würde ich vor Ort kaufen) - Grosses Outdoor Handtuch (wurde letztendlich für den Autositz bei langen Fahrtstrecken gebraucht, da ich allergisch auf das Kunstleder reagierte) - Hygienesprays und Feuchtigkeitstücher - Immodium, Augentropfen, Ceterizin und Creme bei Hautausschlag - Mückenschutz und Stichheiler (letztendlich hatten wir 3 Stiche). Würde beim nächsten Mal das Peaceful Sleep vor Ort kaufen. - Die von Applegreen geliehene MTC Karte, die ich gleich am Flughafen aufgeladen hatte. Danke nochmals dafür! Das hätten wir unbedingt gebraucht: - Nasensalbe (wir hatten beide Nasenbluten), Hautcremes, Labello (wegen trockener Luft) - Medikament bei Magenkrämpfen
Unsere Route: • 20.9. Auas Safari Lodge • 21.9. Bagatelle Kalahari Game Ranch • 22.9. Quiver Inn Guesthouse • 23.9./24.9. Canyon Village war gebucht, aber erhielten kurzfristig ein kostenloses Upgrade in die Canyon Lodge • 25.9/26.9. Hansa Haus Guest Haus, Lüderitz • 27.9. Duwisib Guest Farm • 28.9./29.9. Elegant Desert Lodge • 30.9.-2.10. Namib Guesthouse, Swakopmund: • 3.10. Ameib Lodge geschlossen; Ersatz Hohenstein Lodge • 4.10. Twyfelfontein Country Lodge • 5.10. Vingerklip Lodge • 6.10. Kaoko Bush Lodge • 7.10. Etosha Dolomite • 8.10. Etosha Okaukuejo Waterhole Chalet • 9.10. Etosha Halali • 10.10. Emanya@Etosha • 11.10. Okonjima Plains Camp • 12.10 Abflug
Das Auto: Greg buchte wie immer über Cardelmar und zwar einen Toyota Fortuner. Die Autovermietung war direkt am Flughafen - Avis. Meine größten Befürchtungen vor der Abreise waren: • Reifenpanne-am Besten im Etosha • Toilettengänge im Etosha • Überfälle
Die nächsten Tage startet unsere Reise nach Namibia., natürlich mit Bildern. Allen einen schönen Abend, Silke
Teil 215. Apr. 2019
Der Abflugstag: 19.09.2018 via Air Namibia
Greg war bereits am Vortag auf ein Meeting mit Übernachtung gereist und versprach mir, dieses wirklich pünktlich zu verlassen Das machte mich schon ein bisschen nervös.
Ich hatte am Abflugtag frei und konnte in Ruhe packen. Jeder von uns durfte tatsächlich 2 Koffer a 23kg; ein Handgepäckstück a 10kg sowie eine Laptoptasche mitnehmen. Da wir keine Dachzelter sind, brauchten wir das bei weitem nicht. Wir hatten • 2 große Koffer (meiner wog 15kg) • einen kleinen Koffer (Kamera, Kamerareiniger, Tablet, Fernglas, 2 Reiseführer) • einen weiteren leeren Koffer (da waren unsere Jacken und ein leerer kleiner Rucksack drin; in diesen Koffer sollten die unzähligen Souvenirs reinwandern - diesen gaben wir mit auf), • 1 Umhängetasche • einen großen Wanderrucksack (dieser war völlig unnötig, da wir kaum wanderten) Klamottentechnisch war ein leichter Rock sowie Outdoorshirts und Flip Flops bei langen Autostrecken Gold wert. Die Unterhosen habe ich wegen Staubfreiheit in Zipbeutel gepackt.
Greg kam pünktlich. Den ganzen Tag über war ich absolut entspannt- endlich ging es los. Nun wurde Greg plötzlich nervös und sagte immer: „Das wird unser größtes Abenteuer“.
Um 14:30 Uhr nahmen wir die Straßenbahn und um kurz nach 15:00 Uhr den Direktzug von Karlsruhe zum Frankfurter Flughafen, den wir um kurz nach 16 Uhr erreichten. Wir wechselten via Bus in das Terminal 2. Beim Check- In Schalter fragten wir nach Notausgangsplätzen. Wir wurden gefragt, ob wir gut englisch könnten, bejahten und ergatterten diese, ohne einen Aufpreis zahlen zu müssen.
Wir hatten noch genügend Zeit und schlenderten durch gewisse Geschäfte- alles war in Oktoberfestlaune. Eine Blaskapelle marschierte trompetend auf dem Gang, Mozartkugeln wurden als typisch deutsches Mitbringsel betitelt und von Asiaten gekauft. Greg trank Espresso und studierte endlich die Landkarte.
Die Passkontrolle war ein Novum für uns- als erstes scannten wir den Pass - die erste Schiebetür ging auf, dann wurde man fotografiert und danach ging die weitere Schranke auf und wir liefen an der Grenzpolizei vorbei. Moderne Welt! Dann ging es ganz entspannt durch den Nacktscanner.
Im Air Namibia Terminal wurden ein großzügiges Angebot von Zeitschriften und Zeitungen ausgelegt. Krass fand ich aber, dass dem Zeitungsausleger teils die Zeitungen direkt aus der Hand gerissen wurde und er gar nicht die Möglichkeit hatte, erstmal alles in Ruhe auszulegen. Manche ergeierten sich so bestimmt 5 Zeitschriften. Im Nachhinein denke ich, dass es vielleicht eher die Bustouris waren? Auch war ich erstaunt über den unterschiedlichen Kleidungsstil: Outdoor- und Safariklamotten versus Frauen in Lackballerinnas/ Stöckelschuhen und schöne Kleidchen; Herren in Anzügen. Ich empfand das schon befremdlich.
19.20 Uhr ging das Boarding recht geordnet nach Sitzreihen los, Abflugszeit war 20:10h. Wir stellten fest, dass wirklich der Grossteil der Bildschirme an Bord nicht funktionierte, was uns nicht störte, da wir nachts üblicherweise schlafen. Zudem waren wir erstaunt, dass wir nicht die sonst übliche Einweisung in den Notausgang bekommen haben. Sehr angenehm fand ich die Zweiersitze in den Außenreihen, so dass man recht ungestört sitzen bzw. schlafen kann. Uns wurde warmes Essen serviert und wir tranken Schlummerwein dazu. Nach einem kurzen Schlaf wurden uns die Einreiseformulare ausgehändigt und Greg füllte unsere aus. Danach folgte ein Frühstück,
... so das wars für heute- bald sind wir gelandet und es geht richtig los;-).
Viele Grüße Silke
Teil 316. Apr. 2019
1. Tag: 20.09. Auas Safari Lodge, Pavillon 3; 97 km Windhoek Flughafen- B6 nach Windhuk- B1 Richtung Süden- D1463 zur Auas
Wir landeten gegen 06:20 Uhr in Windhoek. Der erste Eindruck von Namibia: Boar ist das kalt hier. (Gegen 09:00 Uhr zeigte uns das Auto-Thermometer gerade mal 10 Grad an).
Am Einreiseschalter wirkten die Einreisedamen bissel streng und es bildeten sich schon Warteschlangen. Manche Touris wurden zurückgeschickt, da sie das Formular unvollständig ausgefüllt hatten. Auch ich wurde gebeten, dass „Employee“ näher zu präzisieren.
Ich hob in der Flughalle die ersten 3.000 NAD ab und lud meine von Applegreen geliehene MTC Karte auf. Greg ging zur AVIS / Budget Autovermietung, die wir über cardelmar gebucht hatten. Dort wurde er belehrt: „If you leave the Auto full of Dreck, you have to pay.“ Ich fragte noch explizit nach einem Nachtfahrverbot- das gab es bei diesem Vermieter nicht. Wir überlegten ja, ob wir nachts zum Sossusvlei Gate fahren sollten. Ein Fahrer brachte uns zum Parkplatz der Autovermietung. Uns erwartete ein Toyota Fortuner- für uns ein richtiges Schiff! Mit dem Auto waren wir sehr zufrieden und für unsere Lodge Zwecke zu zweit auch völlig ausreichend.
Wir erhielten eine kurze Einweisung. Uns wurde erklärt, wie man das Reserverad unter dem Wagen abmontiert. Der schwarze Mitarbeiter amüsierte uns mit Sätzen wie: „If you wanna use the Wagenheber, .. You know, I love this german word „Wagenheber. It is such a nice word.“ Greg prüfte die Reifen und bemängelte zudem einen kleinen Steinschlag an der Windschutzscheibe.
Darauf folgte eine Power- Point Einweisung mit 4 anderen Neulingen bei Kaffee und Keksen. Wir wurden auf die schlechtesten Straßen hingewiesen, die hohe Todesrate (50 fach so hoch wie in Deutschland) und die Geschwindigkeitsbegrenzungen (60-80 auf Gravelroads, 120 auf Asphalt). Er meinte, man müsse hier besonders auf die freilaufenden Tiere achten, die sich mögen, gegenseitig besuchen und daher hoerfür auch die Straße queren müssen. Immer wieder ließ er beiläufig deutsche Worte einfließen-echt putzig.
Endlich ging es los. Auf in den Linksverkehr. Greg setzte versehentlich die Scheibenwischer beim Blinken in Betrieb;-). Trotz Vorerfahrung- immer wieder dasselbe Spiel;-). Auf dem Weg in die Stadt begrüßten uns die ersten Bärenpaviane und wir staunten bei der Überquerung des Flusses Bismarck- wie cool.
Wir fuhren durch Windhoek und hielten in „The Groove“, da wir an vorherigen Supermärkten vor Aufregung vorbeifuhren. Wow wie schick hochpoliert und leer alles ist. Ich bezweifle, dass sich Einheimische leisten können, hier einzukaufen. Greg zog noch Geld aus dem Bankomat. Der Supermarkt war bestens ausgestattet und mit großer Freude entdeckte ich auch mein geliebtes Magnum- Mint- yippieh! Wir kauften im Supermarkt Wein, Wasser, Snacks und ein Mitbringsel für die Kids meiner Freundin (von Dory) ein. Ich entdeckte einen kitschig dekorierten Weihnachtsbaum und so etwas wie Faschingsmasken.
Weiter ging es- raus aus der Stadt. Wir fuhren vorbei am kostenpflichtigen Heroes Acre. Wir bogen nach links auf die erste Gravelroad an. Greg hielt, um auf 4X4 umzustellen. Eine weiße Autofahrerin hielt neben uns an, lächelte und sagte im akzentfreien Deutsch: „Das ist unnötig. Hier müssen Sie noch nicht umstellen, das geht auch so.“ Grins, gleich als Ersttäter geoutet.
Es ging über staubige einsame Straßen, vorbei an Warzenschweinen, mit dem Blick auf die Berge. Ist das schön hier.
Am Hotel Gate werden wir vom Gate- Öffner begrüßt, der dann die Hand auf drei unterschiedliche Weisen berührte. Das war etwas außergewöhnlich und Greg nannte ihn den Handstreichler. Unsere Personalien wurden aufgenommen.
Auf dem Weg zur Lodge sahen wir unseren ersten Strauß hinter Büschen und waren hin und weg. Johanna begrüßte uns mit leckerem O-Saft. Wir reservierten auch gleich den Nachmittagsgamedrive, da wir die ersten Tiere sehen und in Afrika ankommen wollten. Es war erst 11:45 Uhr und da das Zimmer noch nicht fertig war, schlenderten wir etwas über das Gelände. Alles wirkte so positiv. Bald konnten wir in das von mir gewünschte Zimmer - in der vorderen Reihe mit Ausblick in die Prärie (Pavillons 1-6) einchecken. Greg hatte vor, sich umgezogen an den Pool zu legen. Ich verschwand zwei Minuten auf Toilette, und siehe da… Greg hatte zuvor auf der Bettkante gesessen, sein Oberkörper lag aber mittlerweile auf dem Bett und er schlief tief. Ich legte mich auch hin, schickte kurze Zeit die Room- Checkerin weg und war auch durch die Fegegeräusche auf der Terrasse gestört. Greg bekam von allem nichts mehr mit. Daher kann ich jetzt auch die häufigen Warnungen, nach einem Nachtflug keine langen Strecken mehr zu fahren, absolut nachvollziehen.
Ich stellte vorsichtshalber den Wecker, denn ich wollte voller Tatendrang über das Gelände wandern; Greg war es zu heiß und dementsprechend unmotiviert. Als wir den Einstieg in die Wanderung nicht gleich fanden, gab ich mich geschlagen und genossen stattdessen um 15 Uhr unsere erste Kaffee- Kuchen Time in Namibia. Ich finde das echt ein super Angebot der Lodges, das umsonst bereitzustellen. Wir entspannten uns auf den Poolliegen und ich beobachtete Strauße und Vögel.
Unser Game Drive mit Frederik startete um 16:00 Uhr. Sehr erfreut waren wir darüber, dass wir allein mit ihm unterwegs waren. Er erklärte viel, aber wir waren wohl teils zu müde und zu aufgeregt, um alles aufzunehmen. Wir waren so entzückt- wir sahen Antilopen, 2 Giraffen mit Giraffenkindern, Strauße und Gnus. Alles so frei, alles so wild. Es war einfach mega. Wir fuhren zu einem schönen Sundownerplatz. Frederik deckte den Tisch- es gab getrocknetes leckeres Biltong- Fleisch, Chips und Cidre. Wir sahen, wie es entfernt regnete- Frederik war glücklich über die beginnende Regenzeit. Er hatte 9 Jahre für einen deutschen Lodge Besitzer gearbeitet, der ihn wie einen Sohn behandelte. Daher sagte auch er so deutsch- englische Sätze wie: „ I love Fleisch“. Auf dem Rückweg sahen wir weitere Giraffen, die die Blätter von den Bäumen aßen und hörten nach Sonnenuntergang die Schakale heulen. Das war echt aufregend. Frederik lachte immer wieder, wie wir uns begeistert über jedes Tier freuten und das motivierte ihn. Er nahm sich statt zwei sogar drei Stunden für uns Zeit, was wir wirklich sehr lieb von ihm fanden. Im Nachhinein (nach dem Etosha) hatte die Lodge nicht so viele Tiere, aber der Drive war individuell und wirklich gelungen. Wir denken gerne daran zurück.
Als wir an der Lodge zurückkamen, bemerkte Greg, dass er versehentlich das Autolicht angelassen hatte und glaubte, dass es kein Problem sei. Es gab Spinat Quiche- Streifengnu mit Babykartoffeln, Karotten- Tiramisu und südafrikanischen Wein zum Abendessen. Wir wurden gefragt, ob man den Zimmerofen anfeuern sollte. Da es doch sehr kühl wurde, bejahten wir. Glücklich schliefen wir ein.
Teil 418. Apr. 2019
2. Tag: 21.09. Bagatelle Kalahari Game Lodge: Savannah Dune Chalet 227 km D1463- C23 über Dordabis- C15 /M33, dann M45 und D1268 /Abfahrt 09:50 Uhr, Ankunft 14:00 Uhr
Um 07:00 Uhr frühstückten wir sehr lecker- es gab frisch zubereitetes Rührei sowie Obstsalat mit Erdbeeren und Ananas. Wir waren zunächst alleine im Frühstücksraum und kamen mit dem Kellner ins Gespräch. Er sagte uns, dass er aus der Kalahari stammt, aus dem Gebiet der Bagatelle Lodge. Was für ein Zufall, denn sie war unser heutiges Tagesziel, und wir wollten früh dort ankommen.
Um 08:50 Uhr waren wir startklar, aber unser Auto nicht. Welch Schreck. Die Batterie war leer. Die Verbindung mit der Kälte der Nacht ließ wohl die Batterie schwach werden. Wir gingen zu Johanna an die Rezeption, die Frederick zu Hilfe rief. Er erschien mit 2 Kollegen und dem Safari-Fahrzeug, um zu überbrücken. Zuerst mussten wir den Fortuner aus dem Unterstand schieben. Ich beobachtete das Ganze sichtlich nervös und da ich nichts gewinnbringendes beitragen konnte, ging ich zurück ans Wasserloch zum birden und zum Nerven beruhigen. So beobachtete ich rotbäuchige und blaue Vögel und einen Strauß. Ich sah schon die schlimmsten Szenarien, denn schließlich hatten wir eine längere Tagesetappe vor und wir wollten noch einen Kalahari Gamedrive machen.
An der Reperaturfront ging es währenddessen so weiter: Frederik manövrierte sein Fahrzeug so nahe heran, dass die Starthilfe-Kabel angeschlossen werden konnten. Die Kabel waren offensichtlich schon älter, und eine der Zangen hing nur noch an 3 Drähten am Kabel. Prompt riss es. Die Männer flickten es sehr geschickt wieder zusammen, und nach einiger Zeit versuchten sie, zu starten. Erst als Greg den Allrad-Antrieb deaktivierte, sprang der Fortuner endlich an, und wir konnten glücklich und sehr dankbar gegen 09.50 Uhr die Lodge verlassen. Gerne wären wir länger geblieben.
Fazit Auas Safari Game Lodge: Die Lodge liegt ca. 45 km südöstlich von Windhoek im 12.000 ha großen Auas Schutzgebiet. Sie besteht aus nur 16 Zimmern und man ist auch auf meine Wunschreservierung, nämlich einen Bungalow in der vorderen Reihe (1-6 ) eingegangen. Dort hatte man einen schönen Panoramablick auf die Auas Berge. Es war alles gepflegt und sauber. Die Zimmer waren groß und der Kachelofen ein großes Plus. Es gibt ein kleines Wasserloch, zu dem abends einige Tiere kamen, tagsüber war aber recht wenig los. Man kann wandern, Räder können leider nicht mehr wie angegeben ausliehen werden. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich und es wirkte auf uns alles sehr persönlich. Das Essen war sehr lecker, morgens gab es sogar einen selbstgemachten Obstsalat mit frischen Erdbeeren. Der Gamedrive war super persönlich. Auch die Starterhilfe am Morgen fanden wir unglaublich nett. Wir würden diese Lodge auf dem Weg in den Süden weiterempfehlen, da man gleich als Ersttäter einen schönen Afrikaeindruck gewinnt! Es hat uns wirklich super gefallen und wir werden die ersten positiven Eindrücke nie vergessen.
Vor der Lodge fragte uns ein Auas Mitarbeiter, ob wir ihn ein Stück in Richtung seines Zuhauses mitnehmen könnten. Kurzer Blickkontakt mit Greg- wir fühlten uns sicher und getreu dem Motto- jeden Tag eine gute Tat nahmen wir ihn mit. Leider war sein Englisch zu schlecht, um mit ihm über das Leben in Namibia zu sprechen. Zunächst ging es entlang der Berge. Die Landschaft änderte sich ständig- mal blühte es, mal war es karg. Mit unserem Mitfahrer an Bord, war ich gehemmt, diese herrliche Landschaft zu fotografieren. Unser Mitfahrer öffnete an meiner Stelle das erste Gatter (oh wie hatte ich mich innerlich darauf gefreut). Gemeinsam fuhren wir insgesamt 31 km bis zu seinem Zuhause. Unvorstellbar! Wie oft muss dieser Arbeiter wohl diese Strecke laufen? Hier ist ja kein Verkehr oder wartet er täglich auf abreisende Touristen? Wir konnten das Rätsel nicht lösen.
Wir bogen auf die gut asphaltierte Straße ab und trauten unsere Augen nicht- drei Rennradfahrer. Wir sahen weitere trampende Männer, Rinder, Esel und blütenfressende Ziegen.
Wir fuhren am Turm von Klein Auas und an einigen kunstvollen Webervogelnestern vorbei. Eigentlich sollte man nicht von unten fotografieren, da wohl Schlangen rausfallen könnten. Naiv fotografierte ich fasziniert diese riesigen Bauten.
Die zwei Orte Dordabis und Uhlenhorst waren nichtssagend und bestanden aus einer kleiner Häuseransammlung. Dort sahen wir aber die ersten zwei Plattmacher;-), die Fahrzeuge, die für die Begradigung und das Walzen der Straßen zuständig sind. Wir waren von der Landschaft geflasht.
Teil 519. Apr. 2019
Um 14:00 Uhr kamen wir in der Bagatelle an. An der Rezeption war viel los und wir überbrückten die Zeit mit einem leckeren Begrüßungs- Saft. Als wir endlich an der Reihe waren, erhielten wir folgende Instruktionen: - Wir sollten ausdrücklich nur den Weg vom Hauptgebäude schnurstracks zu unserem Savannah Bungalow laufen wegen gefährlicher Tiere auf dem Gelände. - Wir dürfen nicht wandern. Dabei wollte ich eigentlich zum Sundowner Punkt wandern. Wie schade. Um gar nicht erst in Versuchung zu geraten, wurde uns eine Wanderkarte verweigert Der Ton war barsch und unfreundlich. Wir erhielten auch keine Info über die Existenz des Wasserlochs. Ich hatte es vergessen und wir somit schlichtweg übersehen. Wir überbrückten die Zeit, bis das Zimmer bezugsfertig war- Greg trank Kaffee und ich fotografierte allerlei Lodge Tiere, wie beispielsweise Strauße und einen Pfau. Ich wollte die bekannten Erdmännchen sehen und fragte an der Rezeption nach. Unwillig wurde ich an eine Stelle geführt und mir wurde geschwind eines gezeigt. Da wir ja nicht rumlaufen sollten, wurde ich umgehend wieder zum Hauptgebäude begleitet. Ich war schlichtweg enttäuscht Es wirkte auf uns alles sehr rummelig und unpersönlich und wir sehnten uns bereits jetzt nach der kleinen Auas.
Freunde f+rs Leben:
Das Beweisfoto:
Das Haus war ready und so fuhren wir zu unserem Häuschen, das wirklich sehr schön und großzügig war.
Teil 619. Apr. 2019
Wir freuten wir uns auf den Nature Drive durch die Kalahari. Dieser sollte um 16 Uhr starten. Viele hatten diesen Ausflug gebucht und so stürmten die Touris regelrecht die Jeeps. Wir waren zu zurückhaltend und so blieben noch 7 Dumme übrig, aber kein Auto. Unser Führer suchte tatsächlich geschlagene 15 Minuten seinen Jeep und somit starteten wir später als die anderen Gruppen. Wir Verbliebenen wunderten uns schon über die schlechte Organisation. Endlich konnten auch Greg und ich die Sitzplätze hintereinander auf Außenplätzen einnehmen.
Das Bagatelle Gelände ist riesig. Beim Anblick dreier Giraffen durften wir sogar kurz aussteigen. Das war schon ein besonderer Moment, so frei mit den Tieren in der Natur zu sein. Sie wirken so majestätisch, bewegen sich so grazil und traben so schön davon.
Wir jagten rasant über einige Hügelkuppen. Wir waren begeistert vom Anblick der roten trockenen Kalahari und den Salzpfannen. Der Guide aber nervte uns, denn er wollte so gar nicht reden oder stoppen, selbst als die Tiere sehr nah am Wegesrand standen. Ich rief des öfteren „Stop“, um ihn überhaupt mal zum Halten zu bewegen. Die Mitfahrer waren mir dafür sehr dankbar, da auch sie Frischlinge in Namibia waren. Überhaupt sahen die Gäste die Tiere oft vor dem unmotivierten und lustlosen Fahrer. Wir sehnten uns Frederik herbei und uns wurde bewusst, was für ein Glück wir am Vortag hatten.
Wir sahen springende Oryxe, Gnus, Giraffen, flüchtende Zebras, Springböcke und Antilopen und waren fasziniert über die rasanten Strauße. Der Guide hielt an einem verlassenen Straußeneinest und entnahm ein Ei für die Buschmänner. Der arme Strauß wird bei seiner Rückkehr verdutzt sein.
Am Ende fuhren wir durch die Salzpfanne und erfreuten uns an drei Giraffen.
Wir fuhren zum Sundownerpoint, einem tollen Webervogelnest in Hasenform. Natürlich stießen wir als letzte zur lärmenden Großgruppe. Romantisch war es hier nicht. Der Sundowner Snack war bereits vernichtet und es gab nur eine beschränkte Getränkeauswahl. Ich hatte schlechte Laune - liebloser uninformativer Gamedrive, nichts zu Essen, kein Sonnenuntergang, Massenabfertigung. Natürlich düsten wir wieder als erstes davon. Ich ärgerte mich über den misslungenen Gamedrive, da ich die Landschaft und auch die Tierwelt dort grandios fand. Vielleicht kann ja jemand meine Stimmung nachvollziehen.
Das Abendessen wurde draußen am offenen Feuer serviert- es wirkte wirklich sehr schön und romantisch. Es war ein Mix aus Bedienung und Büffet. Wir entschieden uns für Butternut Soup, leckeres Kudu mit Couscous, Reis, Zucchini, Salat; Crème brûlée. Das Essen war wirklich herausragend.
Teil 719. Apr. 2019
3. Tag: 22.09. Keetmannshoop, Qziver Inn Guesthouse Abfahrt 10:10- Ankunft 14:10 Uhr/ 348 km hauptsächlich die B1
Die ersten Tage war es immer bedeckt- umso mehr freuten wir uns beim Aufwachen über den ersten blauen Himmel in Namibia.
Um 07:30 Uhr gab es ein Frühstück- Büffet (Toast, Rührei und enttäuschendes Dosenobst). Frisch gestärkt liefen wir verbotenerweise zu den Dune Chalets und machten auf dem Gelände Fotos. Schließlich müssen ja auch diese Bewohner zum Hauptgebäude und es liefen alle Touris sorglos rum. Vielleicht hatten wir uns zu einschüchtern lassen?
Der Blick von den Dünenchalets:
Passt gerade zu unserer Jahreszeit:
Wir stöberten noch ein bisschen im Souvenirshop und kamen mit einem Paar aus Mühlacker ins Gespräch. Gegen 10:10 Uhr fuhren wir weiter und freuten uns darauf, durch den Köcherbaumwald zu latschen (unser Hummeldumm Lieblingssatz)
Fazit: Bagatelle Kalahari Game Lodge Da ich mich soooo auf diese teure Lodge mit den durchweg positiven Bewertungen gefreut hatte, war ich schon enttäuscht. Wir fanden sie zu groß, unpersönlich, zu rummelig und überteuert. Die coolen, noch teureren Dünenchalets mit Weitblick waren meines Erachtens mittlerweile durch die zubetonierte Stelzen verschandelt. Traumhaft war der große Pool und auch unmittelbare Tierbestand, der natürlich auf dem roten Dünensand super fotogen gewirkt hat. Auch das leckere Abendessen unter freiem Himmel war wirklich ein Erlebnis, beim Frühstück hätte es ruhig frisches Obst und Brot geben können. Wir bereuten ein wenig unsere Entscheidung, nicht die Kalahari Anib Lodge oder Lapa Lapa Lodge (mit umwerfenden Wasserloch), die ebenfalls zur Diskussion standen. Für uns stimmte das Preis-Leistung Verhältnis nicht. Wir waren erstaunt, als wir später erfuhren, dass andere Gäste am nächsten Tag anreisten und keinerlei Anweisungen und Verbote erhielten. Diese liefen somit völlig unbekümmert herum. Wir fanden das alles suspekt.
Bei uns ist einfach nicht der Funke übergesprungen. Die kalahari selbst ist mega!
Teil 819. Apr. 2019
Endlich fuhren wir wieder auf der schönen Schotterpiste. Wir haben uns schon richtig eingegroovt und sahen einige Erdmännchen. Wir kehrten kurz im Bastion Farmyard Coffee Shop ein und tranken Fanta bzw. Kaffee. Nach einer längeren Fahrtstrecke kann man in dieser grünen Umgebung hier sicher gut einkehren.
Wir folgten der geteerten öden endlosen B1- Linkerhand sah man einen endlosen Gebirgszug und eine Zugstrecke. Die Umgebung war flach und savannenhaft. Unterwegs sahen wir Affen, Pferde, Ziegen und Schafe.
In Mariental tankten wir das erste Mal bzw. ließen tanken und unsere Scheiben wurden geputzt.
Gegen 14:10 Uhr errichten wir die wichtigste Kleinstadt des Südens- Keetmannshoop mit rund 22.000 Einwohner). Die Besitzer des Quiver Inn waren wortkarg. Sie stellten sich nicht mal vor und uns wurde auch kein Saft angeboten. Ganz ungewohnt. Das Zimmer der Stadtpension lag ruhig, war sauber und für den Zweck absolut okay.
Wir spazierten kurz durch die Stadt, die nicht sonderlich einladend wirkte. Das sehenswerte kaiserliche Postamt sowie zwei Kirchen waren leider verschlossen
Wir fuhren gegen 16:15 Uhr 15 km nordöstlich von Keetmanshoop zur Gästefarm Gariganus, um den Permit für den Köcherbaumwald und den Giant´s Playground für 170 NAD zu kaufen. Auch diese Besitzer waren etwas wortkarg. Ist das der südliche Charme? Auf dem Grundstück trieb sich ein zutrauliches Warzenschwein rum.
Als erstes besichtigten wir den Giant´s Playground und ich durfte endlich mein erstes Farmtor hierfür öffnen. Ich hatte auf der Reise eigentlich mit mehr zu öffnenden Toren gerechnet. Im Nachmittagslicht wurden die riesigen Felsbrocken schön angestrahlt und sie wirken wie von Riesenhand in die Landschaft gestreut. Der kleine Rundwalk von ca 20 Minuten war ganz nett. Es gab auch vereinzelte Köcherbäume.
Danach ging es zum Köcherbaumwald. Der Köcherbaum ist eigentlich eine Aloenart, die bis zu 8 Meter hoch werden kann und ist vor allem durch Ihre Fähigkeit der langfristigen Wasserspeicherung gekennzeichnet. Früher höhlten die San die Äste der Bäume aus und die das Pflanzenmark umgebende Rinde diente als Köcher für die Pfeile. Manche der 300 Aloen sind 200 Jahre alt und erst mit Alter von 20-30 Jahren beginnen sie im Juni gelb zu blühen. Sie wachsen fast immer in schwarzen Felsformationen.
Wir mussten an das Buch Hummeldumm denken und so latschten wir durch den Köcherbaumwald und hüpften von einem Bein aufs andere. Zwei große Asiatenbusladungen schafften es, die mystische Atmosphäre des Waldes mit Lärmen zu zerstören. Sie rannten uns immer wieder geschickt ins Bild oder standen im Weg. Das war etwas nervig. Nur ein entzückender kleiner Klippschliefer wagte sich raus und die Asiaten nahmen von diesem glücklicherweise im Bäumerausch keine Notiz. Die Köcherbäume selbst fand ich im Sonnenuntergangslicht echt so schön angestrahlt; der Stamm sieht so anders aus, wie wir es eben kennen. Wir kamen in wahre Fotoflashs und genossen das Licht und die Bäume. Richtung Ausgang sahen wir weitere Europäer, die sich wohl vom Lärm abgehalten fühlten und es gar nicht erst in die Tiefen des Waldes wagten. Schade darum. Im letzten Licht fuhren wir gegen 18:45 Uhr heim.
In Keetmannshoop liefen wir zum nahegelegenen gut besuchten Schützenhaus, das überall in Deutschland hätte sein können. Die Inneneinrichtung war kurios- Oktoberfestbierkrüge, Teller vom Frankfurter Römer, Schützenpokale und Inschriften mit „Gut heil“. Wir gönnten uns eine Butternutsoup als Vorspeise. Ich aß Rouladen, die letztendlich besser schmeckten als sie aussahen. Greg aß Rumpsteak. Die Beilagen waren nicht so dolle, da sie verkocht waren. Wir fanden es auch mal wieder schön, nicht direkt in der Lodge zu essen, sondern in einem Restaurant.
Fazit: Viele rasen ab der Kalahari bis zum Fish River durch- wir waren super froh, den Köcherbaumwald so ausgiebig zum Sonnenuntergang zu erleben und den Tag so entspannt ausklingen zu lassen! Ein wunderbares Erlebnis.
Teil 922. Apr. 2019
4. Tag 23.09.2018 Tag Fish River Canyon:
Abfahrt: 0850 Uhr - Ankunft 12:50 Uhr/ 151,60 km Um 07:30 Uhr gab es englisches Frühstück mit Würstchen vom Wild, was ja so gar nicht mein Fall ist. Ein am Nebentisch sitzendes chinesisches Paar fragte, ob die Würstchen "german" sind. Insgesamt waren wir froh weiterzufahren. Sicherheitshalber tankte Greg nochmal voll, während ich im Supermarkt nebenan unsere Snackvorräte aufbesserte. Nach einer kurzen Irrfahrt durch Keetmanshoop, die uns weitere Eindrücke der Stadt vermittelte, ging es über die asphaltierte langweilige B4 Richtung Lüderitz, beidseitig sah man Weidezäune.
Endlich ging es auf die Sandpiste C12 Richtung Fish River Canyon und wir fühlten uns sogleich wieder heimisch;-). Schon jetzt wissen wir, dass wir viel lieber gravel fahren, da man das das Gefühl der Weite viel mehr spürt.
Wir durchquerten auf einer kleinen Furt den wasserführenden Fluss "Löwen" , stoppten an einer Destillerie am Naute Damm und Greg bestellte sich einen Espresso, Wir kamen mit der Besitzerin, deren Vorfahren Kolonisten waren, ins Gespräch. Sie sprach völlig akzentfreies Hochdeutsch;-) Es ist sehr grün mitten im Nirgendwo und es wird dort erstaunlicherweise Wein angebaut.
Süsser Hund im Restaurant:
Wir fuhren auf der C37 in den Gondwana Park, der auch als „klein Etoscha des Südens“ bezeichnet wird. Er ist zaunfrei und es gibt neben Antilopenarten sogar Bergzebras und vier Spitzmaulnashörner, die wir aber nicht zu Gesicht bekamen.
Wir hielten am Canyon Roadhouse. Dieses ist aufgrund der vielen dekorativ schönen Oldtimer bekannt. Aus dem Motorraum eines Wracks ragt ein Köcherbaum. Im Innenraum des Restaurants sind lustige Blechschilder und weitere Fahrzeuge, wie beispielsweise ein Krankenwagen, zu bestaunen. Greg war hin und weg, denn er war absolut ahnungslos gewesen und somit gänzlich überrascht. Wir setzten uns an die Bar, die rundum mit allerlei deutschen Autokennzeichen geschmückt war. Wir bestellten unseren ersten Rockshandy sowie einen Apfelstrudel. Wir unterhielten uns sehr nett mit dem Personal, fragten sie nach namibischen Worten und versuchten die Klick Sprache nachzusprechen, was uns mißlang und die Kellner sehr amüsierte.
Wir fuhren weiter. Es war wenig los, so dass Greg die Weite Namibias mit dem wilden Westen verglich. Riesige Staubwolken warnten uns bereits von weitem vor entgegenkommenden Autos. Als wir aneinander vorbeifuhren, wurden wir dermaßen eingestaubt, dass wir sekundenlang nichts mehr sahen. Unglaublich.
Teil 1022. Apr. 2019
Ursprünglich hatten wir das Canyon Village gebucht und wurden wegen Überbuchung kurzfristig upgegradet. Gegen 12: 40 Uhr erreichten wir die traumhafte Canyon Lodge. Ein Oryx erwartete uns direkt am Parkplatz. Die kleinen Häuschen liegen inmitten von rotbraunen Felsen, Felsen dienen teilweise auch als Außenwände. Wir waren hin und weg von unserem einsamen Häuschen Nummer 25, das sich an vorderster Front befand und eine tolle Aussicht in die unendliche Weite bot. Ich hatte es explizit reserviert und war superglücklich mit der Wahl, denn wir fanden es das beste und einsamste.
Wir spazierten über das einzigartig schön angelegte Gelände und waren immer wieder geflasht: Der Poolbereich hatte eine superschöne Weitsicht. Dort befand sich auch ein Kühlschrank des Vertrauens- man durfte Getränke rausnehmen und sollte im Gegenzug die Zimmernummer aufnotieren. Klippschliefer tummelten sich auf dem Gelände und gelbe Vögel nisteten in Bäumen Wir gingen kurz zur Kaffee und Kuchen/Kekstime und genossen nach unserem Spaziergang die endlose Weitsicht auf der Terrasse unseres Häuschens. Es war wieder einmal etwas windig und kühl und es schaute nach Regen aus.
Wir nahmen um 17:45 Uhr am kostenlosen, wirklich empfehlenswerten Sundowner Walk teil. Eine Angestellte trug den Snack die kleine Anhöhe hinauf. Der Walk führte an einigen Felsformationen vorbei und dauerte ca 8 - 10 Minuten. Von oben hatte man einen umwerfenden 360 Grad Blick auf die Landschaft, das Canyon Village und das Gelände der Lodge. Oben stand erstaunlicherweise ein prall gefüllter Kühlschrank mit alkoholischen und antialkoholischen Getränken bereit und die Angestellte richtete den Snack an, der aus Käse, Cracker, Chips, Nüssen und Camembert bestand. Wir waren nur eine kleine Gruppe von acht Personen: 2 Berliner, 2 Schweizer aus Winterthur, die Magdeburgerin Silvia mit ihrem Mittelfranke Manni aus Dieburg. Greg und ich teilten uns lieber aus Furcht vor dem Rückweg ein Glas Wein. Die Angestellte erzählte uns, dass sie ursprünglich aus dem Norden kommt, drei Kinder hat, die sie nur alle zwei Monate für zwei Wochen sehen kann.
Leider gab es aufgrund einer Wolkenfront wieder keinen Sundowner und mittlerweile glaube ich, dass die traumhaften Sonnenuntergänge ein Märchen sind, um Touristen nach Namibia zu locken.
Da ich die Bilder tagsüber vom Sundownerpoint schöner fand, füge ich diese ein;-)
Die Stimmung unter uns war super entspannt, so dass wir uns kurzerhand entschlossen, zusammen zu Abend zu essen- wie eine lustige Reisebusgruppe 😉. Die Konstellation passte gut und das Reisen verband. Uns wurde von zwei weiteren Traumzielen vorgeschwärmt, die wir ebenso auf der Must-Do Liste haben: Costa Rica und die Galapagos Inseln. Auch stellten wir fest, dass zwei Paare ebenso den Ritt über Ai- Ais , Rosh Pinah nach Lüderitz wagen wollten und es war beruhigend, dass es noch andere Verrückte gab.
Es gab wieder einen Mix aus Bedienung und Büffetessen und so speisten wir überbackene Aubergine, Kudusteak mit Kartoffeln und Karotten sowie Griessauflauf.
Es war wirklich ein schöner gemeinsamer Abend, verließen als letzte das Restaurant und verabschiedeten uns mit bester Laune.
Teil 1124. Apr. 2019
5. Tag 24.09.2018 Tag Fish River Canyon:
Fahrt 10-16 Uhr / 94,5 km
Heute ließen wir es gemütlich angehen, da der Canyon eh erst 2,5-3 Stunden nach Sonnenaufgang ausgeleuchtet ist. Also keine Hektik, gemütlich frühstücken und losfahren.
Wir hielten am Hobas Camping, um uns den Permit für 170 NAD zu besorgen. Von dort führt eine 10 km lange Autostrasse direkt zum Hauptaussichtspunkt Der Fish River Canyon gilt als drittgrößter Canyon der Welt und ist bis zu 160 km lang, 27 km breit und bis zu 550 m tief. Wir genossen die umwerfende Aussicht am Hauptaussichtspunkt und liefen entlang des Canyonrandes zum Hikers Point, wo auch die 86km geführte Wanderung beginnt. Da man wirklich keinen Schatten im Grund entdecken konnte, wäre das für uns nichts. Der Fischfluss hatte vereinzelt noch Wasser und so konnte man den Flussverlauf nachvollziehen. Wir trafen Manni und Silvia und sind mit ihnen bei netten Gesprächen zurückgelaufen. Ich testete die Toiletten am Hauptaussichtspunkt, die erstaunlicherweise sauber waren.
Vom Hauptaussichtspunkt aus biegt man nach ca zwei km auf einer Strasse nach rechts ab, um am östlichen Canyonrand zu weiteren vier Aussichtspunkten zu fahren und evt. ein wenig zu laufen. Diese wurden von vielen gar nicht angefahren, aber wir fanden auch diese Ansichten grandios.
Greg reizte es auch, zu einem 12 km entfernten Aussichtspunkt zu fahren, der nur mit Allrad zu erreichen war. Na denn- wer weiß, was noch alles auf uns zukommt und vorherige Übung schadet ja bekanntlich nicht. Schlaglöcher, Steine, hoch und runter- für uns was das schon aufregend. Auf der gesamten Strecke sahen wir auch nur ein weiteres Auto. Die Aussicht war eher enttäuschend, so dass sich dieser einstündige Umweg nicht lohnt. Für die Aussichtspunkte haben wir uns wirklich sehr viel Zeit genommen. Greg kannte den Grand Canyon und war trotzdem vom Fishriver begeistert.
An der Lodge genossen wir wieder Kaffee und Kuchen. Greg ist zum entspannten Lodger geworden und so lief ich alleine zum Sundownerpoint, um die Aussicht bei besserem Licht zu genießen. Oben angekommen war es echt richtig windig und ich hatte ein bisschen Angst, weggeweht zu werden. Ich schlenderte noch etwas über das Gelände.
Da es heute schon wieder so zugewölkt war, verzichteten wir auf den Sundownerwalk.
Zum Essen gab es: Kudu Capaccio- Oryx Steak mit leckerer Süßkartoffel- Karotte- Orangen Salat- Maiskolben- Schokokuchen und dazu noch einen Rockshandy. Greg hielt mich vom Souvenirkauf ab, dabei fand ich den Flaschenhalten, den ich ja bereits bei Lauras Bericht entdeckt hatte, sehr cool.
Nachts machte Greg die ersten Versuche der Sternenfotografie und wir hörten ungewohnte Tiergeräusche. Irgendwann schritt aus dem Nichts ein einsamer Oryx durch die Nacht- ein besonderes Erlebnis.
Teil 1227. Apr. 2019
6. Tag: 25.09.2018 Hansa Hotel, Lüderitz 538km / Abfahrt 09:10 Uhr-Ankunft 18:50 Uhr kurz vor Sonnenuntergang /Zeit gelassen)
Nach dem Frühstück fotografierte ich gelbe Vögel, die ihre Kids in den Nestern versorgten. Die Klippschliefer versteckten sich leider - zum Glück habe ich am ersten Tag ein paar Bilder gemacht. Wehmütig verließen wir diese Traumlodge und fuhren erst um 09:10 Uhr los.
Wir hatten gezögert, ob wir den langen Umweg über Ai- Ais und den Oranje auf uns nehmen sollten. Wir fragten uns, ob wir uns damit einfach unnötig stressten. Wir können nur soviel sagen: Es war für uns eine absolut einsame und landschaftlich wunderschöne Traumstrecke, die wir zur schönsten unserer Tour krönten.
Anfangs war die Landschaft lange Zeit zaunfrei. Man sah Gerölllandschaften sowie vereinzelte Köcherbäume. Es war geradezu wüstenhaft karg.
Wir fuhren einen 12 km langen Abstecher nach Ai- Ais, einer grünen Oase inmitten einer großartigen Mondlandschaft, die am Ende des Canyons liegt. Hier entspringt eine 60 Grad heiße Quelle, die rheumatische Beschwerden lindern soll. Der Fluss war ausgetrocknet, das Camp menschenleer und so gönnten wir uns nur ein Magnum Mint aus dem Supermarkt.
Weiter ging es auf einsamen Staub- und Schotterpisten durch wüste und karge Gebiete Richtung Süden zum Zusammenfluss des Fish River und dem Oranje, dem längsten Fluss Südafrikas (1.860 km Länge). Außer uns schien in dieser lebensfeindlichen Umgebung niemand unterwegs zu sein. Wir fuhren diverse Kuppen hoch und der Ausblick auf diese endlose Weite faszinierte uns. Wir genossen die Fahrt und immer wieder bat ich Greg anzuhalten, um Fotos zu machen. Greg wartete absolut geduldig.
Es war ein Highlight, als wir das erste Mal den immerblauen Fluss Oranje sahen und wir liebten es, an diesem entlang und durch das fruchtbare grüne Tal zu fahren. Immer wieder stießen wir auch auf Paviane, die aber schnell wieder wegrannten. Berge, Weite, Pisten und der Fluss boten eine fantastische unvergessliche Szenerie. Teils waren die Pads sehr sandig und wir spaßten ahnungslos- „fast wie auf dem Karakorum Highway im Pamir“. Der Vergleich hinkt natürlich- das wissen wir auch;-)
Zeitweise haben wir wegen Straßenbauarbeiten Zeit verloren. Wir winkten den Arbeitern immer freundlich zu und diese uns zurück. Leider scheint es eine Asphaltstrasse zu werden, was wir als schade empfinden, denn wir liebten dieses sandige und abenteuerliche Fahren- das macht hier ja gerade den Reiz aus.
Irgendwann hatte diese schöne Strecke ein Ende und wir kamen zur Nationalparkkontrolle. Als wir auf unsere Nachfrage erfuhren, dass es nur 4 km zur Fähre nach Sendelingsdift sind, genehmigte ich Greg diesen kurzen, letztendlich netten Abstecher. Er hatte echt die Ruhe weg und wir fuhren also erneut zum Grenzfluss Oranje, an dessen Ufer sich einige Paviane jagten. Der Fluss war an dieser Stelle wirklich nicht breit und so erschien es uns sogar recht einfach, gar nach Südafrika zu schwimmen. Die Mini Autofähre, die immer nur 2 Allradfahrzeuge nach Südafrika transportieren kann, erinnerte uns an die kleine Fähre von Neuburgweiher. Weder auf dem Hin- noch auf dem Rückweg interessierten sich die Grenzposten für uns.
Wir kehrten um und auf dem weiteren Weg sahen wir Kanuveranstalter, die auf dem Oranje entlangpaddelten. Nach einem kurzen Tankstop in Rosh Pinah konnte man dann auf einer Asphaltstrasse recht zügig durchdüsen. Nun war es nimmer so spannend und mir fielen erschöpft die Augen zu. Wir stärkten uns nach 160 km am Bahnhof Aus ein- es gab Strawberry Cheese Cake und Passion Fruit Cheese Cake- uns war es fast ein wenig zu heavy und Greg bekam noch die Hälfte von meinem Stück ab.
Aus Zeitgründen ignorierten wir die Garub Wasserstelle und waren voller Glücksgefühle, als zwei Wildpferde am Straßenrand entlang liefen. Insgesamt sahen wir auf der Strecke 10 Wildpferde. Wir konnten unser Sichtungsglück kaum fassen und empfanden es als magischen Moment, da es nur noch so wenige Wildpferde gibt und sie ja vom Aussterben bedroht sind, denn der Bestand ist wohl unter 100 Tiere gesunken. Angeblich können die Pferde 5 Tage ohne Wasser auskommen.
Wir fuhren lange entlang einer verlassenen Eisenbahnlinie und stellten fest, dass wir vor lauter Fahrerei wohl einen perfekten Sonnenuntergang am Meer verpassen. Vor Lüderitz kamen Sanddünen und einige Schilder warnten vor Wind und Sand und es gab auch tatsächlich Sandverwehungen auf der Strasse.
Teil 1328. Apr. 2019
Weiter im Bericht unseres Mammutfahrtages: Da es jetzt in die Nacht geht, habe ich ein paar Bilder von den Folgetagen dazugefügt, damit es nicht zu textlastig wird.
Wir passierten die Ruinen der alten Diamantenstadt Kolmannskuppe, die wir am nächsten Tag besuchen wollten.
Wir kamen im beschaulichen Lüderitz, einer Kleinstadt am Atlantik kurz nach Sonnenuntergang an. Wir checkten im Hansa Hotel ein. Cecily empfing uns freundlich und informierte uns über die Stadt, Restaurants und die Ausflugsmöglichkeiten. So ausführlich und nett wurden wir bisher noch nicht begrüßt. Wir fühlten uns willkommen und sicher.
Zimmerausblick:
Es war dunkel und wir waren hungrig. Ich wollte unbedingt zur besseren Orientierung zum Bootsanleger, da wir früh morgens eine Bootstour nach Halifax vorgebucht hatten. Wir liefen los und bestaunten die deutschen Kolonialbauten.
Wir fanden den Jetty recht schnell und liefen nicht gerade zielstrebig umher. Die Restaurantsuche gestaltete sich schwierig und so wollte mich dann per Handynavi zum Ritzi leiten lassen. Auf einmal gab es Stromausfall und da teils das Trottoir etwas uneben und aufgerissen war, leuchteten wir uns den Weg per Handy Taschenlampen. Wir spaßten: „Jetzt sind wir in Afrika“. Mittlerweile waren für uns die Stromausfälle auf dem Land fast selbstverständlich, aber in einer Kleinstadt wie Lüderitz erwarteten wir es nicht. Wir liefen hungrig durch die Dunkelheit- Greg vor mir, als ich deutlich den Namibier in seiner Kapuzenjacke kommen sah. Er schlug Gregs Hand von unten, das Handy fiel auf den sandigen Boden, der Dieb schnappte es sich schneller und rannte davon. Wir waren völlig aufgelöst, ich kreischte nach Hilfe, Greg schrie ebenso und wir rannten im Affekt dem Dieb hinterher. Ein Typ, der auf Treppen saß, rannte ebenso plötzlich dem Dieb hinterher. Ich dachte zuerst, er will uns helfen, steckte aber wahrscheinlich mit ihm unter einer Decke. Sie verschwanden in der Dunkelheit- und Greg und ich mit. Als wir außer Atem stehenblieben, schaute ich mich um- völlige Dunkelheit, ein Bauzaun keine Menschenseele. Ich meinte zu Greg, dass wir hier lieber schleunigst abhauen, da wir jetzt völliges Freiwild wären. Wir ärgerten uns über unsere eigene Naivität und Leichtsinnigkeit, waren aber froh, dass wir nicht mehr zu Schaden kamen, keine Messer oder andere Waffen im Spiel waren und wir unverletzt waren. Naja, Gregs Handy mit den unendlich vielen ungesicherten Namibia Selfies trauerten wir ziemlich hinterher. Wir waren schon etwas geschockt und zitterten etwas.
Wir gingen zur Polizeistation. Der Polizeibereich war mit Hilfe von Gittern geschützt und Constable Johannes nahm die Anzeige entgegen. Er teilte uns mit, dass er uns nur einen Bericht mitgeben kann, wenn wir die Serialnumber des Handys hätten. Er meinte, dass die deutsche Versicherung für den Schaden haften würde. Wir konnten es uns kaum vorstellen. Er versprach uns am nächsten Tag in Handyreperaturshops zu gehen, da oft Diebe versuchen, den Händler um Entsperrung zu bitten. Gregs Handy war per Fingerabdruck geschützt. Johannes war recht nett und ließ es sich auch nicht nehmen, uns sicher heimzubegleiten.
Uns ist der Hunger vergangen und wir klingelten bei unseren Vermietern, da Greg die Simkarte sperren wollte. Cecily bereute, uns nicht vorgewarnt zu haben, denn Überfälle und Diebstähle hätten zugenommen und auch Ihrer Tochter wurde das Handy geraubt. Natürlich denkt man im Nachhinein, was man alles hätte anders machen können, bsp. Taschenlampe mitnehmen, mit dem Auto fahren etc. Aber es bringt ja letztendlich nichts.
Abends lasen wir folgendes im Iwanowski Reiseführer folgenden Sicherheitshinweis: „Bedrückend ist die hohe Kriminalitätsrate. Viele Geschäfte haben selbst tagsüber ihre Tür vergittert und öffnen sie nur für Kunden, die davor stehen. Abends sollte man auf keinen Fall durch die Straßen gehen, sondern direkt vor das Hotel und Restaurant fahren.“ Oder auch im Domont stand: „Obwohl Lüderitz verträumt und beschaulich wirkt, sollten Besucher keinesfalls in Versuchung geraten, nach Einbruch der Dunkelheit spazieren zu laufen. Die Kriminalität ist aufgrund der vielen Arbeitslosen in den Townships sehr hoch.“ Wir hatten uns durch das vertraut heimelige deutsche Gut sicher gefühlt. Ich schrieb abends immer schön während des Urlaubs Reisebericht, aber den Überfall selbst habe ich als letztes -erst 6 Monate später- verfasst. Ich wollte mich mit diesen negativen Gedanken während der Reise nicht belasten.
Teil 1429. Apr. 2019
7. Tag 26.09. Hansa Haus Lüderitz 95 km
So richtig wohl fühlten wir uns beim Aufwachen nicht. Der Schreck von gestern steckte uns noch in den Knochen, aber auf in den Tag- es wird schon alles gut gehen. Wir genossen die umwerfende Aussicht auf die Felsenkirche und Lüderitz von unserem geräumigen Eckzimmer aus.
Das Frühstück fiel mangels Auswahl aus- in der Pension gab es nur richtig harte Kekse und Zeit zum Einkaufen hatten wir keine mehr.
Wir hatten heute um 8:00 Uhr die Bootstour nach Halifax Island zu den Brillenpinguinen über Penguin Tours gebucht. Anstelle zum Anleger zu laufen, fuhren wir unter den neuen Umständen lieber zeitig los, damit wir noch einen Parkplatz finden. Wir waren eine Kleingruppe (6 Deutsche, 2 Spanier und 2 Franzosen).Der Skipper sprach fließend deutsch und ermutigte uns während der Fahrt, aufzustehen, zur Reling zu laufen und uns einhändig festzuhalten- das war auf dem kleinen Boot gar nicht so einfach, da man jede Welle spürte. Mir war das nicht ganz geheuer und so setzte ich mich lieber wieder hin. Auf dem Weg zur Insel sahen wir Flamingos, Robben und auch 5 Delfine. Auf den Halifax Islands lebt eine Kolonie von ca 1200 Brillenpinguinen (laut Reiseführer Dumont. Ich hatte aber in Erinnerung, dass der Skipper uns etwas von 6000 erzählte. Was ist denn richtig?)
Das Boot wiegte sich im Takt der Wellen und wir beobachteten die putzigen Tiere. Uns wurde heiße Schokolade gerei cht. Dieses Jahr hat die Crew leider hier noch keine Wale gesehen und auch uns blieb dieses Sichtungsglück verwehrt. Ein weiterer Skipper, der in Urlaubszeiten das Boot steuern sollte, war ein erfahrener Seebär und bemerkte, Gregs bekanntes aufkommendes Unwohlsein auf See. Erfolgreich lenkte der Skipper Greg mit einem Gespräch ab, so dass Schlimmeres verhindert wurde. Greg war ihm dafür sehr dankbar. Der Skipper erzählte ihm, dass sie sogar noch altdeutsche Schrift in der Schule gelernt hatten und daheim alle in der Familie drei Sprachen (Afrikaans, Deutsch und Englisch) perfekt sprachen. Manchmal mixten sie die Sprachen auch, so dass in einem Satz durchaus alle 3 Sprachen vorkommen können. Er bedauerte, dass Lüderitz nicht so sehr vom Tourismus profitieren kann, da doch viele eher die Verbindung Fishriver- Helmeringhausen- Sossusvlei wählen. Während Greg sich unterhielt, war ich einfach superhappy- ich genoss selig die Meeresluft und die Tiere und bekam von Gregs Kränkeln nichts mit- Uuuppps- ja ich hatte dann schon ein schlechtes Gewissen. Pünktlich um 10 Uhr war die Tour dann beendet- insgesamt ein ganz netter Ausflug für 450 NAD.
Wir fuhren in die 15 km von Lüderitz entfernte Geisterstadt Kolmanskuppe und kamen dort gegen 10:30 Uhr an. Wir mussten vor der Führung unbedingt noch schnell was frühstücken und bestellten im anliegenden Cafe zwei Sandwichs. Wir warteten und warteten und wunderten uns, warum das so lange dauert. Ahhhh- es war ein warmer Toast mit Pommes. Für mich ist fettes und warmes Essen am Morgen eine Zumutung, aber auch ich hatte Hunger und so blieb mir kaum was anderes übrig. Wir mussten es unter Zeitdruck ziemlich herunterschlingen. Um 11:00h begann pünktlich die interessante fast einstündige Führung mit Gisela. Zu Beginn machte sie uns gleich auf die vielen blühenden gelben Blumen aufmerksam, die es normalerweise so gar nicht gibt Im Mai hatte es einen Tag geregnet und das war das faszinierende Ergebnis.
Gisela erzählte uns die Geschichte vom kurzen Diamantenrausch in Kolmanskuppe: Kolmanskuppe entstand innerhalb von 2 Jahren inmitten der Namibwüste. Die heutige pittoresk verfallene Diamantenstadt war 1911 eine der modernsten Siedlungen 20% der Weltdiamanten-produktion kamen 1914 alleine aus diesem Gebiet. Bis zum ersten Weltkrieg wurde 1t Diamanten gefördert, dann war das Vorkommen erschöpft und neue Diamantenfelder wurden entdeckt. In den 1920 er Jahren wohnten hier 300 erwachsene Europäer, vorwiegend Deutsche mit rund 44 schulpflichtigen Kindern. Die 800 ungelernten Arbeiter aus dem Stamm der Ovambo lebten außerhalb der Stadt und so war es eigentlich schon eine frühe Form der Apartheid. Es gab dort 1911 schon Strom. Sie hatten ein Kasino, ein Krankenhaus, eine Schlachterei, eine Bäckerei, eine Turnhalle, eine Kegelbahn und sogar eine Eisfabrik. Jedes Mitglied eines Minenarbeiters erhielt pro Tag als Luxusgut eine halbe Stange Eis für den Kühlschrank, 20 l Wasser pro Tag und gratis Milch. Hier gab es auch das beste Röntgengerät seiner Zeit, da viele die Diamanten schluckten, um sie rauszuschmuggeln. Auffällige Personen durchleuchtete man dann. Die letzten Bewohner verließen 1956 Kolmanskuppe. Danach entnahmen Lüderitzer dort Türen, Fenster und Fußböden für ihren eigenen Hausbau; Vandalen zertrümmerten Türen und Wände. Erst seit 1980 ist die Stadt geschützt und es darf nichts mehr mitgenommen werden.
Wir besichtigten gemeinsam diverse Räumlichkeiten- die Kegelbahn, die Eisfabrik die Schlachterei sowie das Haus des Ladenbesitzers. Nach der Führung liefen wir durch das Museum. Wir besichtigten das Haus des Lehrers, des Buchhalters und des Minenverwalters. Teils waren die Häuser schon sehr marode und manche Häuser durfte man auch gar nicht mehr wegen Einsturzgefahr betreten Ich war tief beeindruckt von den aufwendigen Bauten, den bunten Bordüren, den schönen Holzdielen, den schönen Farben und dem Luxus, der einfach in der Luft liegt. Es schien alles so aufwendig und liebevoll gestaltet zu sein. Einmal setzte ich mich in eine mit Sand prall gefüllte Badewanne und vertraute naiv darauf, dass sich keine Schlange eingenistet hatte Es faszinierte mich auch, wie die Wüste ihr Reich zurückerobert. Wer weiß, wie lange man die Häuser noch besichtigen kann- irgendwann werden sie wohl eines nach dem anderen zusammenfallen. Beim Durchschlendern fragte ich mich, wie das Leben damals so war und wäre gerne in einer Zeitmaschine zurückgereist. Die Zeit rannte uns davon und ich bedauerte es, dass wir nicht alle Häuser bis zur Schließung um 13 Uhr besichtigen konnten, auch wenn sie sich ähnelten. Aber der Wind wirbelt nachmittags eh dermaßen den Sand auf, dass das Fotografieren im Freien schier unmöglich ist und somit ist die Schließung auch durchaus sinnvoll. Als eine der letzten Besucher verließen wir diese einzigartige Geisterstadt.
Danach fuhren wir erstmal auf die Polizeistation. Constable Johannes war nicht da. Falk hatte uns die Serialnummer des Handys mitgeteilt und Greg bekam die Anzeige gleich mit. Tatsächlich erstattete die Hausratversicherung 200€. Johannes rief mich im Laufe des Tages an, berichtete von einem wohl gestohlenen und gefundenen Handy und schickte mit per whats app Bilder durch. Die Hoffnung war groß, aber es war nicht unseres. Schade. Ich fand es trotzdem sehr nett, wie er sich darum kümmerte und auch heute noch schaut er ab und an meine Bilder im whats app Status an. Ich finde das ganz amüsant.
Nach der Polizeistation fuhren wir erstmal heim und Greg checkte vorsichtshalber das Internetbanking.
Teil 1529. Apr. 2019
Wir fuhren weiter zur Lüderitzbucht, beobachteten dutzende Flamingos und vertraten uns am Diaz Point die Beine. Es war total windig und das Aussteigen bei den Buchten war manchmal schwierig, da man die Autotür kaum aufbekam. Aus Sicherheitsgründen hatte ich meine gro9e Kamera daheim gelassen und vermisste diese.
Am Spätnachmittag fuhren wir nach Lüderitz. Ein bisschen verunsichert durch das nächtliche Erlebnis kehrten wir trotzdem auf einen Kaffee auf der Terrasse im Cafe Essenszeit ein, dass sich direkt an der Waterfront mit Blick auf den Steg befand. Am Supermarkt lungerten uns zu viele rum-wir trauten uns nicht rein und verschoben den Einkauf auf den nächsten Tag. Wir waren schon sichtlich migenommen und hofften darauf, dass das schlechte Gefühl bald verflog.
Danach besichtigten wir aus dem Auto heraus die Stadt mit ihren schönen deutschen Jugendstil Kolonialbauten und fuhren am Görke Haus, der Turnhalle, der Lesehalle, der Kegelbahn, dem Hartmann Haus und der Reichs Apotheke vorbei. Wir besichtigten die sehenswerte Felsenkirche, die zwischen 17 und 18 Uhr geöffnet hatte. Kaiser Wilhelm II hatte das hübsche Glasfenster gespendet, seine Frau Augusta die Bibel auf dem Altar. Man sah sogar den preußischen Adler sowie einige altdeutsche Inschriften. Über dem Eingangsportal stand: „ Der Herr segne deinen Eingang und Ausgang“.
Cecily hatte uns das Crayfish Restaurant des Nest Hotels empfohlen und wir haben dort super lecker gegessen. Von dort hatte man einen tollen Blick auf die beleuchtete Felsenkirche und den Steg. Leider war der Handyakku so gut wie leer, so dass ich diesen schönen Moment nicht per Foto festhalten konnte.
Fazit Hansa Haus: Das blaue historische Hansa Haus ist aus dem Jahr 1909 und zentral gelegen, Zimmer Nummer 4 war ein schönes geräumiges Eckzimmer mit 4 Betten und Blick auf das Meer und auf die Stadt mit der Felsenkirche. Bedauerlicherweise gab es kein Frühstück, aber man konnte sich in einer Küche, Kaffee und eigenes Frühstück zubereiten. Die Gastgeber sind sehr freundlich und hilfsbereit, Sie haben für uns die Penguin Tour gebucht und ließen Greg nach Deutschland telefonieren. Wir können es wirklich weiterempfehlen.
Teil 1630. Apr. 2019
Grrrr, System schon weder abgestürzt, also mache ich den Teil wieder auf zweimal. 8. Tag: / 27.09.2018 Duwisib Guesthaus 360km; Fahrtag 10:20- 16:20
Morgens sperrte Greg doch noch vorsichtshalber sein Bankkonto und fühlte sich so besser.
Als erstes machten wir bei blauem Himmel eine kurze Fotostop- Autofahrt durch die Stadt. Kurz raus, Fotos und weiter- mehr wollten wir hier nimmer. Nicht dass wir nochmals beraubt werden. Schon seltsam- so unsicher hatten wir uns noch nie gefühlt. Ich habe eigentlich keine Angst.
Ich glaube es ist einfach dieser Schreck, der uns bei etwas alltäglichem verunsichert hat - schaut euch mal in Deutschland um- jeder hat das Handy in der Hand, läuft zur Haltestelle, sitzt in der Bahn, fotografiert- und keiner hat Angst, dass es geklaut wird. Auch in Karlsruhe gab es mal einen stundenlangen Stromausfall und auch damals liefen hier alle mit der Handytaschenlampe rum. Ich saß damals im Kino und der Film stoppte. Das Geld wurde zurückerstattet, die Leute steckten in der Tiefgarage fest, die Schranke musste abmontiert werden und in den Restaurants blieb die Küche kalt – dafür wurden Kerzen angezündet. Nur eine kleine Anekdote am Rande…
Es war für mich fast eine Mutprobe im Spar Salamiwurst, Schinken, Brot, einen Muffin sowie Getränke und Cracker einzukaufen. Greg wartete im Auto. Wir fuhren Richtung Ortsausgang und Flamingobucht, frühstückten belegtes Brot und beobachten die schönen grazilen Tiere im Wasser.
Wir waren erleichtert, diesen Ort des Überfalls mit den schlechten Erinnerungen gegen 10:20 Uhr zu verlassen und wieder on Tour in die Natur zu sein. Ich bin immer noch zwiegespalten- es ist wirklich ein schöner Ort der deutschen Kolonialgeschichte. Vielleicht ist es die bessere Alternative, in Klein Aus Vista zu übernachten und von dort Kolmanskuppe morgens und Lüderitz am Nachmittag zu besichtigen. So wäre die Oranje Fahrt entspannter geworden und man hätte auch keine Zwischenübernachtung zum Sossusvlei benötigt.
Richtung Aus sahen wir keine Wildpferde auf der Straße und zweifelten, ob sich der Weg zur Garub Wasserstelle überhaupt lohnt. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir ein einsames Pferd und waren im nächsten Moment geflasht, als wir an der Wasserstelle auf ca 60 Tiere stießen. Man rätselt ja, woher diese Tiere kommen- evt. sind sie Nachkommen von Schutztruppenpferden oder gar aus dem Duwisib Gestüt. Sie sind an die Wüste adaptiert und können so Wasser bis zu 6 Tagen speichern. Am Parkplatz schleckten sie an den Autos rum- bei uns kamen Erinnerungen an Kroatien hoch, wo wir diese Schleckspuren Tage später noch erkennen konnten. Sie standen direkt an der Toilette, waren uns sehr nah und wirkten zutraulich. Ein weiteres Touripaar streichelte und fütterte die Tiere. Sie erdulden dies wohl, um Kräfte zu sparen. Ich empfand es als Segen, diese Tiere in dieser hohen Anzahl anzutreffen. Als Pferde Laie beschreibe ich den Zustand mal als ganz gut. Wir haben sogar ein Fohlen gesehen. Hoffentlich überlebt es, denn die Tiere werden oft von Hyänen angegriffen.
Nach 120km kerzengerader Teerstrasse tankten wir in Aus.
Teil 1730. Apr. 2019
Wir bogen links auf die Gravel C13 ab und später links auf die so viel gelobte Panoramastrasse D707- links die roten Dünen, rechts die Tiras Berge, rote Piste, ausgedorrte Grasbüschel. Wir waren noch von unserer aufregenden Oranje River Strecke so geflasht, dass wir die Strecke schön, aber nicht so atemberaubend wie erwartet fanden. Die Landschaft war mal bergig, mal ockerfarben. Wir sahen einige Oryxe und Strauße. Ein Oryx sprang sogar geschickt durch den Weidezaun.
Ich stieg immer wieder fürs Fotos aus, bis Greg die Geduld verlor und weiterfahren wollte. Wir beobachteten noch wahnsinnigere Touristen als wir, die sogar über einen Weidezaun stiegen, um das perfekte Weidenfoto zu bekommen. Es ist sicher ein tolles Erlebnis, in den einsamen abgelegenen Lodges entlang der Straße zu übernachten, vielleicht ein anderes Mal. Der letzte Teil der D 707 gefiel uns fast am Besten- es war grüner und wir fuhren auf eine Berglandschaft zu. Bei Betta bogen wir auf die D826 Richtung Schloss Duwisib ab. Greg überzeugte mich, zuerst zum Schloss zu fahren, das von der Sonne angestrahlt wurde. Es stand so herrlich im Nichts. Besichtigt haben wir das bollwerkartige viereckige Schloss am Rand der Namibwüste nicht. Es wurde auf Wunsch eines deutschen Offiziers und seiner amerikanischen Frau 1909 errichtet. 20 Ochsenwagen benötigten 2 Jahre, um das Material von der Lüderitzbucht zum 300 km entfernten Schloss zu transportieren. Aufgrund des Ausbruches des ersten Weltkrieges lebten das Paar nur fünf Jahre dort.
Im Guesthaus servierte uns der Besitzer auf unsere Nachfrage netterweise Kaffee auf unserer Terrasse. Ein schöner Ort und jaaa endlich machten wir tatsächlich Sonnenuntergangsfotos.
Das Abendessen wurde an einer langen Tafel serviert. Der gesprächige Gastgeber gesellte sich zu seinen zehn deutschen Gästen und erzählte von den Schwierigkeiten des Farmlebens. Es war ein gemütlicher und geselliger Abend mit einem leckeren Abendessen (Kürbissuppe, Oryx Gulasch, Oryx Auflauf, Salat, Kartoffeln, Reis und Karottenkuchen).
Greg versuchte sich ein wenig in Sternenfotografie. Ich entdeckte in der Ferne ein undefinierbares Tier (Löffelhund?). Wir verzogen uns ins Häuschen und hörten ein schnaubendes Tiergeräusch.
Fazit Duwisib Castle: Ein sinnvoller Stop, wenn man von Lüderitz kommt, da der Weg in den Sossusvlei weit und die Straße auch wellblechartig ist. Vom Guesthaus hat man einen wirklich schönen Blick auf das Schloss und nachts einen tollen Sternenhimmel. Der Besitzer ist gastfreundlich und vermietet nur sieben Doppelzimmer. Es war sauber und es gab leckeres Essen. Wir fanden es einen lohnenswerten Abstecher, denn wo sonst findet man ein solches Schloss in der einsamen Wüste?
Teil 1802. Mai 2019
9. Tag 28.09.2018 Elegant Desert Lodge 250km
Morgens genoss ich die Ruhe des Sonnenaufgangs. Wie schön war die Umgebung angestrahlt! Vieh wurde von Schäfern weggetrieben.
Nach einem kurzen Frühstück verließen wir bereits gegen 9 Uhr das Guesthaus. Wir freuten uns, daß es endlich Richtung Dünen geht.
Auf der Fahrt sahen wir Oryxe und in der Ferne Zebras. Es wurde deutlich heißer, der Verkehr merklich stärker, die Straße ausgefahren.
Um 12:00 Uhr ereichten wir die Elegant Desert Lodge. Unser Zimmer war noch nicht bezugsfertig. Wir durften das Gepäck dort lassen, denn wir konnten es nicht abwarten, gleich zum 40 km entfernten Gate des Sossusvlei fahren.
Teil 1902. Mai 2019
Greg wollte mehr über die Straßenbeschaffenheit und den Weg wissen, da wir immer noch haderten, ob wir die 40 Kilometer Autofahrt in der Nacht zum Gate wagen sollten. Die Autovermietung hatte uns ja für Nachtfahrten die Erlaubnis gegeben, aber im Forum wurde eindrücklich davor gewarnt, da es schnell zu Wildunfällen kommen kann und es nicht ungefährlich ist
Am Gate angekommen, sagte Greg, dass wir nur schauen wollen und so mußten wir keine Gebühr zahlen. Greg war es schlichtweg zu heiß und hatte keine Lust mehr, zu den roten Sanddünen zu fahren. er wollte lodgen. Letztendlich ließ er sich für den Sesriem Canyon breitschlagen. Die Straße dorthin war etwas wellblechartig. Der Sesriem Canyon lag schön beleuchtet in der Nachmittagssonne und es war durchaus nett durch die die 1km lange und 30m tiefe Schlucht zu laufen. Die meisten kommen nach dem Dünenbesuch dorthin, so dass auch einige Busse da waren, deren Passagiere aber teilweise fußfaul nur von oben in die Schlucht schauten. Ich war zufrieden, wenigstens die Schlucht schon abgehakt zu haben und hoffte auf einen intensiven Dünentag am nächsten Tag
An der Tankstelle gönnten wir uns natürlich noch ein Magnum Peppermint.
Wir kamen rechtzeitig zur Kaffee und Kuchen Zeit in der Lodge an, entspannten bis zum Abendessen um 19 Uhr.
Es wurde unter freiem Himmel serviert. Neben uns saß eine ostdeutsche Reisegruppe, die panisch mit der Handytaschenlampe die Wiese nach Kleinkrabbeltieren ableuchtete und mich mit ihrem Geleuchte auch nervös machte. Man merkte, dass sie sich teilweise gegenseitig annervten und sich aus dem Weg gingen. Sie fragten sich, was wohl dieser weiße Streifen am Nachthimmel sei und waren ganz aus dem Häuschen, dass es die Milchstraße sei. Wir waren froh, nicht in einer Gruppe zu reisen- wir wären wohl recht schnell genervt. Es ist so unkompliziert, selbst unterwegs zu sein und wollten das nicht missen, selbst entscheiden zu können, wann man aussteigt und wie lange man an einem Ort sein möchte. Das ist einfach pures Glück und dieses genossen wir täglich aufs Neue.
Teil 2004. Mai 2019
10. Tag 29.09.2018 Elegant Desert Lodge 229 km
Der Wecker klingelte um 5 Uhr. Nach einem kleinen Frühstück fuhren wir um 5:40h los, da wir um 06:15 Uhr zur Gateöffnung am Sossusvlei sein wollten. Greg traute sich die nächtliche Autofahrt zu und wollte unbedingt die Schatten der Dünen sehen. Die Fahrt durch die Dunkelheit war schon gruslig und wir hatten 4 Augen sperrangelweit offen- wir sahen kein einziges Tier, wurden aber von einem wahnsinnigen Raser überholt. Problemlos erreichten wir um 06:17 h als drittes Auto das Gate, das erstaunlicherweise verschlossen war. Ups… Gateöffnung war offiziell erst um 6:45h- sorry Greg. Naja, dafür waren ganz vorne. Unsere Autonummer wurde notiert, das Gate ging um 6:40 Uhr auf, alle rasten los und wir mit. Niemand hielt sich hier an die 60er Geschwindigkeitsbegrenzung. Würde hier die namibische Polizei eine Radarfalle aufstellen, könnten sie reich werden.
Wir fuhren durch die älteste Wüste der Welt, die Namib. Der Namib Naukluft Park umfasst 50.000km² und ist Afrikas größtes Wildschutzgebiet und das viertgrößte weltweit Die trockenste Wüste Namibias besticht mit den höchsten Dünen der Welt. Die roten Dünenriesen ragen bis zu 385 Meter hoch auf und morgens und abends gibt es herrliche Schattenspiele. Aber genug der Superlativen.
Zunächst war das Tal zwischen den Dünen um einiges breiter als erwartet und erst gegen Ende verengte es sich. Uns begleitete beharrlich der Schatten unseres Autos.
Parkbewohner erklommen bereits die Düne 45, wir aber fuhren erstmal die 60 km lange Teerstraße bis Sossusvlei durch. Dort entschlossen wir uns spontan, die letzten 5 Kilometer in das Dead Vlei selbst zu fahren. Ohne Luft abzulassen, fuhren wir problemlos die Sandstrasse mit 2,0 bar Richtung Dead Vlei Parkplatz. Es gab nur eine sandigere Stelle und wir blieben glücklicherweise davon verschont, steckenzubleiben und uns aus dem Sand ziehen zu lassen.
Am Parkplatz folgten wir einer Gruppe und bestiegen mit ihnen die Düne Big Daddy- oder kommt da erst Big Mama??? Egal- es war ganz schön steil und anstrengend auf dem unter uns einsinkenden Sand zu laufen. Eigentlich wandere ich viel, aber hier kämpfte ich schon ein bisschen mit der Wärme, der Luft und- oh nein- einem aufkommenden Sandsturm.
Wir beobachteten die Tok Tokki Käfer, die sich von einer Seite die Dünen hochkämpften, hinter dem Kamm Richtung Deadvlei rollten, um die dort durch Nebel entstandene Feuchtigkeit in ihrem Körper aufzunehmen. Clevere Tierchen. Die Sicht auf den Deadvlei und den Hidden Vlei war toll, aber immer mehr Leute gaben aufgrund des Sandsturms auf und stiegen ab. Zum Schluss waren 4 kleine Negerlein übrig und auch Greg appellierte an meine Vernunft, denn es machte keinen Sinn und Spaß mehr, gegen den starken Wind und den aufgewirbelten Sand zu kämpfen. Man hatte zeitweise wirklich das Gefühl weggeweht zu werden. Nebel kam auf. Somit ging es mit Riesenschritten wie durch Tiefschnee die Dünen hinunter Richtung Dead Vlei- ein großer Spaß. Unsere Wanderschuhe waren voller Sand und wir leerten sie erstmal aus. Greg bemerkte meinen aufkommenden Sonnenbrand am Oberarm und ermahnte mich, mich trotz des bedeckten Wetters vorsichtshalber einzucremen.
Ich hatte mich so auf die Bilder mit ausgetrockneten Boden, abgestorbenen Kameldornbäumen mit gebleichtem Stamm und die roten Dünen gefreut. Aber jetzt traute ich mich kaum beim Sandsturm zu fotografieren. Zugegebenermaßen wirkte das Dead Vlei bei Sandsturm und Nebel schon extrem mystisch.
Auf dem 2 km langen Rückweg zum Auto orientierten wir uns an einer Reisegruppe, denn die Strecke war kaum zu erkennen und wir wären fast falsch gelaufen. Erstaunt stellten wir fest, dass es eine direkte, ebene Strecke ins Dead Vlei gab und man gar nicht über eine Düne steigen musste. Uns fehlte eine eindeutige Beschilderung. Im Auto sahen wir dann, dass sich durch den Sandsturm an meinem eingecremten Oberarm eine zentimeterdicke Sandschicht gebildet hatte, die sich selbst mit Feuchtigkeitstüchern schwer entfernen ließ. Auch war der Sand in den Zähnen und im Ohr sehr unangenehm.
Das Wetter hatte sich weiter zugezogen. Wir fuhren zurück Richtung Sossusvlei, bemerkten gleich, dass wir keine Fahrspuren mehr sahen und wohl auch hier kurz vom Weg abgekommen sind. Das war schon ein bissel gruelig und so fuhren wir brav zurück zum Parkplatz, um abfahrenden wegweisenden NWR Bussen zu folgen Diese halfen erstmal einem anderen Autofahrer, der sich eingegraben hatte, aus der Patsche. Darauf folgten wir den Bussen. Die Passagiere saßen im offenen Bus und so waren sie dem Wind und peitschendem Sand schutzlos ausgeliefert. Sie sahen etwas mitgenommen aus und versuchten sich mit Schals zu schützen. Ich hätte nicht mit ihnen tauschen wollen. Wir bezweifelten, ob wir ohne abfahrende Autos, den Weg gefunden hätten und fanden es bei den Wetterverhältnissen nicht ungefährlich.
Wir waren etwas wetter- deprimiert und beratschlagten die weitere Planung. Ich hoffte auf Wetterbesserung und wollte nicht aufgeben. Nachdem man zeitweise keinerlei Dünen mehr erkennen konnte, kämpfte sich leicht die Sonne wieder durch. Greg blieb im Auto, denn er hatte keine Lust mehr- der Sand war in den Augen, Ohren, überall. Ich lief vom Sossusvlei Parkplatz minimalst Richtung Hidden Vlei- es war immer noch neblig, menschenleer und ich wollte mich nicht verirren, so dass ich den Parkplatz lieber nicht aus den Augen verlor.
Das Wetter besserte sich etwas- der Himmel wurde blau, die Sonne brutzelte heiß auf unsere Haut, aber der Sandsturm blieb leider. Wir hielten an der 170 m hohen Düne 45, wo der Wind den Sand über die Düne fegte, den Sossusport mit der pyramidenartigen Düne und der Elim Düne, wo ein einsamer Oryx durch die Wüste zog.
Am Ausgang bezahlte Greg die 170 NAD (Auto mit 2 Personen) und wir erfuhren, dass sie bereits am frühen Morgen aufgrund des Sandsturms und den damit verbundenen Gefahren keinen mehr in den Park hereingelassen hatten. Krass, so kann das Wetter die beste Planung zerstören- ich hatte damit nicht gerechnet. Ich hatte mich ja insgeheim auch schon geärgert, dass wir nicht einen Teil bereits am Vortag besichtigt hatten, da gestern perfektes Wetter war. Nicht auszudenken, wenn wir erst nach dem Frühstück losgefahren wären und vor einem verschlossenen Gate gestanden hätten.
Fazit Sossuvlei Für uns war die Namib ein absolutes unvergessliches Highlight, so dass wir uns noch vor Ort entschlossen, wiederzukommen, um die Wüste ohne Sandsturm zu erleben. Es fühlt sich einfach noch unvollständig an, da wir nicht alles sehen konnten. Wir wollten bei der zweiten Reise unbedingt im Park, nämlich direkt in der Sossus Dune Lodge übernachten, aber die vorgeschlagenen .650€ pro Nacht mit Frühstück finden wir unangemessen. Somit entschieden wir uns jetzt gegen den Zeitvorteil. Wir haben jetzt über einen Veranstalter bereits eine Lodge gebucht, die 5 km vom Eingang entfernt ist, da wir unbedingt die faszinierenden Schatten der Dünen wiedersehen möchten. Wir fanden, dass mit dem endgültigen Sonnenaufgang auch ein wenig der Zauber verschwand. Vielleicht sollte man auch vernünftigerweise nur bis zur beliebten Düne 45 oder der vielgelobten verlassenen Elim Düne fahren, da man bis zum Dead Vlei schon viel Zeit verliert. Prinzipiell würde mich auch eine Ballonfahrt reizen, aber Greg würde mit der Höhenangst die Megakrise bekommen und so bleibt es eben ein Traum. Vielleicht wird es ein Helikopterflug? Hat jemand gute Erfahrungen mit einem Anbieter gemacht bzw. hat bereits mal bei der Sossusvlei Lodge gebucht?
Greg tankte und der Tankwart notierte sich mit dem Kugelschreiber die Höhe des getankten Benzins einfach auf seine Hand und begleitete Greg zur Kasse, wo er mit Kreditkarte bezahlte. Wir gönnten uns wieder ein Magnum Peppermint und wurden von einer Busreisenden angesprochen, ob wir in dem Kleingruppenbus seien. Wir erwiderten, dass wir individuell zu zweit reisen. Das machte sie ganz sprachlos, dass wir bei den Straßenverhältnissen alleinreisend sind und meinte, dass sie durch das Rumpeln im Bus ganz schön nervig rumgeschaukelt werden würde. Fraglich ist, ob ihr dann im Nachhinein Namibia gefallen hatte.
Gegen 14:30 Uhr erreichten wir wieder die Lodge, rechtzeitig zur geliebten und bereits gewohnten Kaffee und Kuchen Time. Wir wollten uns noch ein wenig auf die Terrasse setzen, aber ein riesiges Krabbeltier hatte sich breitgemacht. Was ist das denn? Ich bin auch kein großer Freund von Krabbeltieren- der Gedanke, dass dieses mein Bein hochklettert, lässt mich etwas hysterisch werden. Ich drängte das Tier mit Hilfe einer Fliegenklatsche zu unseren Nachbarn. Sorry;-). Somit hat die Fliegenklatsche ihren Zweck erfüllt und kommt bei der nächsten Reise wieder mit.
Das ist eine Dikpens = Sattel(heu)schrecke - danke Logi;-)
Das Abendessen war nicht so gut- mein Fleisch war trotz meines Wunsches von well done, fast roh. Ich würgte einen Bissen runter und ließ es liegen. Greg fands ok und aß es. Ich hätte wirklich darum bitten sollen, es nochmals auf den Grill zu legen und ärgerte mich etwas darüber. Wir ließen uns vom Personal das Kreuz des Südens und andere Sternenkonstellationen zeigen. Nach einer kurzen Sternenfotografie flogen wir ins Bett.
Hoffe, ich konnte euch ein wenig mit den Bildern von unserer Faszination rüberbringen.
Allerseits ein schönes Wochenende!
Teil 2104. Mai 2019
11. Tag 30.09. Namib Guesthouse 511 km
Letztendlich war das bisher geschriebene immer mein Reiseberichtteil. Eigentlich wollte ich für das Forum unsere Reiseberichte zusammenführen, was aber organisatorisch noch nicht so wirklich geklappt hat. Greg fällt das Schreiben recht leicht, er findet oft die passenden Worte und ich mag seinen Schreibstil. Gerade an diesem Tag driften unsere Berichte emotional sehr auseinander und ich musste echt lachen, seinen und meinen Teil im Vergleich zu lesen. Daher werde ich jetzt einfach zum Vergleich beide Teile hier mal veröffentlichen.
Seine Sichtweise:
Schon mitten in der Nacht musste ich zweimal raus, die Steaks sprachen mit mir.... Ich fühlte mich sehr unwohl. Zum Frühstück nahm ich Cola zu mir, was meine Gefühlslage allerdings nur unzureichend verbesserte.
Wir verließen die Lodge und fuhren durch den Namib-Naukluft-Park Richtung Solitaire, einem Kreuzungspunkt mehrerer Straßen. Solitaire besteht aus einer Lodge und einem Camping-Platz, es gibt eine Tankstelle. Die zahlreichen Autowracks erinnerten an das Canyon-Road-House. In der Bäckerei "McGregory" gönnten wir uns einen selbstgemachten Apfelkuchen. Ich bevorzugte eine weitere Cola.
Für die weitere Fahrt nach Walvis Bay und die Atlantik-Küste hatten wir einen Umweg eingeplant. Die Pässefahrt über den Spreetshoogte- und den Gamsberg-Paß wurde mehrfach als landschaftlich sehr reizvoll gepriesen. In der Tat boten sich tolle Aussichten. Der Spreetshoogte-Paß erwies sich als wesentlich einfacher zu befahren als erwartet: zu unserer Überraschung war die Auffahrt mit Knochensteinen gepflastert. Die weitere Fahrt führte uns durch das weite Farmland einer Hochebene. Wir fuhren auf der D 1265, als mich ein seltsames Gefühl beschlich. Ich sah in den Seitenspiegel, etwas flog von unserem Wagen weg. Dann: ein starkes Ruckeln, mehrere schwarze Teile flogen über die Straße, und ich lenkte den Wagen an den linken Straßenrand, wo er zum Stehen kam. Wir stiegen aus und waren entsetzt: aus heiterem Himmel, ohne ersichtlichen Grund, war unser rechter Hinterreifen geplatzt !!!
Der Anblick war erschreckend: nur noch Reste des Reifens hingen an der Felge. An eine Reparatur war nicht zu denken. Bei der Übernahme hatte man mir gesagt, ich könne Tag und Nacht die Notruf-Nummer kontaktieren. Es klingelte, keiner nahm ab. Auch war nach der nächsten Kurve keine Lodge. Ich kramte in meinen dürftigen Erinnerungen an die Fahrzeugübernahme und machte mich also an den Reifenwechsel. Das Ersatz-Rad befand sich unter dem Fahrzeug. Es gelang mir nach einiger Zeit, es herunter zu lassen. Ab jetzt wurde es kritisch: jetzt galt es, den Wagenheber anzusetzen. Doch wo genau war der entsprechende Punkt?
Aus dem Nichts hielten 2 Jeeps, Silke hatte ihnen gewunken. Engelsgleich stiegen 5 junge Leute aus, wie sich schnell herausstellte aus Hessen. Sie hatten Erfahrung mit Reifenwechseln, sie wirkten sehr professionell. Wir waren sehr froh, dass sie uns halfen. Die Unsicherheit blieb, wo nun genau der Wagenheber anzusetzen war. Doch es klappte !! Mit vereinten Kräften gelang der Reifenwechsel, sie hatten sogar einen Druckprüfer dabei. Wir waren sehr erleichtert und sehr dankbar. Nach einem Gruppenfoto setzten wir alle unsere Fahrten fort. Zwischenzeitlich hatte noch ein weiteres Fahrzeug gehalten und Hilfe angeboten. Das alte Rad warfen wir einfach in den Kofferraum.
Nach kurzer Fahrt passierten wir den "Tropic of Capricorn", den südlichen Wendekreis.
Nach 30 km zog ich nochmals die Nieten des neuen Reifens fest.
Wir verließen die Hochebene über den landschaftlich reizvolleren Gamsberg-Paß, der weitere Weg führte uns über schier endlose Schotterpisten nach Walvis Bay.
Wir erreichten die Küste sehr erleichtert, denn eine weitere Reifenpanne auf der knapp 300 km langen Anfahrt hätte uns wohl vor ernsthafte Schwierigkeiten gestellt. In Swakopmund erreichten wir nach kurzer Suche das Namib Guesthose, das in einer Wohngegend etwas außerhalb des Stadtzentrums lag und wo uns Wachmann Benny begrüßte. Ein sicheres Gefühl. Von den Franzosen im Nachbarzimmer konnten wir uns einen Adapter ausleihen. Unser Zimmer verließen wir an diesem Abend nicht mehr, und nach so einem aufregenden Tag konnten wir richtig tief schlafen.
Meine Sichtweise:
Wir standen um 6:30 Uhr auf. Greg lag mein Steak ziemlich im Magen und ihm war unwohl. Er litt die ganze Nacht unter Montezumas Rache. Ich ging voraus zum Frühstück- Greg kam nach, aß eine trockene Scheibe Toast und trank 2 Colas dazu.
Wir hatten ja eigentlich einen langen Fahrtag nach Swakopmund vor uns und wollten ursprünglich Umwege fahren. Greg wollte diesen Ritt trotzdem durchziehen und so fuhren wir erstmal Richtung Büllsport. Immer wieder sahen wir auf dem Weg Affen, die so schnell wegrannten, dass ich immer zu langsam mit dem Fotografieren war. Die Landschaft war recht grün und auf den Strommasten sahen wir riesige Webervogelnester.
Wir kehrten in Solitaire ein, um in Gregs Bakery den Apfelkuchen to drive mitzunehmen. Diesen wollte ich später an der Passhöhe vom Spreetshoogte verspeisen. Greg war nicht nach Kuchen, da er immer noch gegen die Übelkeit kämpfte. Für ihn gab es Cola. Ich streunerte noch ein bisschen umher und begab mich auf die Pirsch nach Erdmännchen Die Suche blieb recht erfolglos- nur ein Erdhörnchen verschwand sofort in einem Loch Also durfte mich Greg mit den Autowracks fotografieren;-)
Wir näherten uns der schönsten Bergpiste Namibias, nämlich der Panoramaroute über den Spreetshoogte Pass (1.780m) und den Gambsberg (2.334m). Greg liebt als Rennradfahrer Pässe und so war dieser Umweg Pflichtprogramm. Er freute sich auf die ersten Pässe Afrikas. Der Spreetshoogte ist der zweithöchste Pass Namibias und führt aus der Namib hinauf ins Hochland. Teils hat er Steigungen bis 23 Prozent und von unten sieht man schön, wie sich die gut geteerte Passstrasse in Serpentinen hochzieht. Der Pass war insgesamt gut zu befahren. An der Passhöhe waren Einheimische mit Reifenpanne und wir befürchteten, dass er fingiert war und fuhren vorsichtshalber weiter. Hätten wir diesen blöden Lüderitz- Überfall nicht erlebt, wären wir auch hier viel entspannter gewesen. Nach der Passhöhe änderte sich der Fahrbelag auf Gravel.
Schade Ich hoffte auf eine Apfelkuchenpause an der nächsten Passhöhe. Wir fuhren entspannt Richtung Gambsberg, genossen die Landschaft und die Aussichten bis… ja bis bei km 215 unser Auto mitten im Nirgendwo eierte und zum Stillstand kam. Greg versuchte sogleich, das Auto zu starten, ich war schon ausgestiegen. Mist- wir hatten hier mitten im Nirwana eine Reifenpanne. Der Reifen war zerrissen und auf dem Boden zog sich eine schwarze Spur entlang.
Wir müssen wohl den Reifen wechseln. Wir hatten ein wenig Angst, denn ich hatte wenige Tage zuvor im Forum von schweren Raubüberfällen auf Touristen gelesen. Hier wären wir die perfekten Opfer, völlig schutzlos ausgeliefert. Hier kamen wir so schnell nicht weg und hier könnte uns auch keiner bei einem Raubüberfall helfen, da wir seit Ewigkeiten schon kein Auto mehr gesehen haben. Sollte ich vorsichtshalber mal die Fotokarten, Kreditkarten und Ausweise in Sicherheit bringen? Greg rief mit meinem Handy die Autovermietung an. Ich fragte ihn nach dem Grund, da es doch klar sei, dass wir den Reifen wechseln müssten. Er erwiderte, dass in den Unterlagen vermerkt war, dass in Emergencies die Agentur sofort angerufen werden sollte. Hm. Es war sonntags und somit ging auch in Afrika niemand ans Telefon. Ehrlich gesagt bin ich kein Autofahrer und habe von Reifenwechsel keine Ahnung. So versuchte ich mich in dieser Situation nützlich zu machen und lief die Strasse bis zur Kuppe hinauf in der Hoffnung, ein Wohnhaus oder eine Lodge zu entdecken Nichts. Es half ja nichts- wir mussten ran. Das Reserverad war unter dem Auto angebracht. Ich erinnerte mich an die Unterweisung des Autovermieters, wie der Reifen runtergeht und Greg führte diese erfolgreich um. Greg fragte mich, ob ich eine Decke oder so hätte. Ich bot ihm ein Handtuch an, unwissend für was er es braucht. Zudem hatte er das gleiche in seinem Koffer. Im Nachhinein können wir sehr darüber lachen. Der Banker, der sich nicht dreckig machen will und erstmal eine Decke braucht, auf die er sich legen kann. Ich hoffte darauf, dass wir das schon irgendwie gemeinsam schaffen. Nach ca 15 Minuten entdeckte ich zwei herankommende Dachzeltautos und das erste hielt glücklicherweise auf mein Heranwinken sogar. Ich hatte so gehofft, dass jemand vorbeifährt und mir war fast klar, dass Touris landschaftlich schöne Routen fahren. Sie hatten verständlicherweise beim Heranfahren auch erstmal die Lage gecheckt, ob das eine Fake- Panne ist und beschlossen, dass ich zu vertrauenserweckend und touristisch wirke. Somit fuhren sie langsamer und hielten. Gott, war ich dankbar. Ich fragte sie, ob sie Deutsche seien. Es wurde bejaht. Ich fragte sie, ob sie einen Reifen wechseln können. Er schaute aufs Auto und meinte trocken: „Ihr habt ein richtiges Problem“. Ja, er kann. Die 2 Autos waren gemeinsam unterwegs- 5 Hessen- 2 Mädels, 3 Jungs - 2 Jungs mit Ahnung, ein Fotograf;-). Greg ließ geschickt das Handtuch verschwinden- es war ihm dann doch offensichtlich peinlich und der Fahrer legte sich ohne zu zögern unters Auto. Die anderen holten Wagenheber und Kompressor und drehten erstmal die Musik auf. Ich war diesen rettenden Engeln so dankbar, und die Musik beruhigte bei all der Aufregung immens. Der kaputte Reifen wurde abgemacht. Greg schaute zu und versuchte sich das fürs nächste Mal zu merken, wo man den Wagenheber ansetzt etc. Der neue Reifen wurde in einer Bestzeit drauf gemacht und der Reifendruck aller Reifen wurde fachmännisch überprüft. Der dritte Mann im Bunde machte Beweisfotos. Ein weißer Namibier hielt an und fragte, ob wir Hilfe brauchen, aber da war schon alles geregelt. Wir bedankten uns recht herzlich und wollten sie auch noch auf einen Drink in Swakopmund einladen, was sie aber dankend ablehnten. Und Wein oder so hatten wir leider zum Verschenken auch keinen im Auto. Falls das einer von euch liest. Vielen lieben Dank- ihr habt echt noch ein Freibier auf der Berger offen. Aus Datenschutzgründen poste ich jetzt das Beweisfoto unserer Engel mal nicht. Wir räumten unsere Koffer auf die Rückbank und packten den alten Reifen in den Kofferraum. Alles in allem hatte uns die Panne eine Stunde gekostet.
So ohne weiteres Reserverad fuhr es sich aber schon bissel komisch auf der schlechten Gravelroad- jetzt durfte bloß keiner mehr kaputtgehen. Nach so einer Panne fallen einem plötzlich viel mehr die kaputten, achtlos weggeworfenen Reifen an der Fahrstrecke auf. Wir fuhren den Gambsberg wieder hinunter Richtung Wüste- diesen fand ich landschaftlich sogar noch spektakulärer. Greg war nach all der Aufregung verständlicherweise schon fast bissel genervt, als ich trotz allem noch in Fotografierlaune war und immer wieder halten wollte- aber es war halt auch sooo schön.
Als wir auf die Strasse stießen, die nach Walvisbay (von Sesriem kommend) führt, verschlechterte sich der Straßenzustand erheblich- das Wellblech wurde noch viel schlimmer- es rumpelte gewaltig und wir bangten echt um den nächsten Reifen. Jetzt soll bitte nichts mehr passieren- naja, zumindestens waren wir halbwegs wieder in der Zivilisation, so dass uns irgendjemand im Notfall helfen könnte. Ich dachte nach und schaute in meine Handygalerie- ich hatte es doch richtig in Erinnerung- unsere Autovermietung hatte diese Strecke zu den gefährlichsten Unfallstrassen Namibias erklärt- diese Erkenntnis war nicht gerade beruhigend. Die Strecke durch den Naukluft Park wurde landschaftlich wieder schöner und die Sichten auf die Naukluft Wüste waren echt atemberaubend. Ab Walvisbay atmeten wir dank der guten Asphaltstrasse endlich auf- rechts und links sahen wir Dünen und vor uns das Nebelloch Swakopmund, was seinem Namen alle Ehre machte.
Wir waren erleichtert, als wir um 19 Uhr endlich bei der Unterkunft ankamen- 296 km mussten wir noch nach der Reifenpanne hinter uns bringen! Was für ein Megaritt. Das Wachpersonal war erstaunt beim Anblick unseres zerfetzten Reifens und gab uns den Schlüssel fürs Zimmer.
Wir waren beide müde und fertig und beschlossen, das Abendessen ausfallen zu lassen. Irgendwie liegt ein Fluch auf den Städten;-) In Lüderitz aßen wir in der ersten Nacht nichts wegen des Überfalls und hier wegen der Reifenpanne. Wir fanden keine europäische Steckdose und hatten keinen namibianischen Stecker. Ich sprach unsere französischen Nachbarn an, die gerade beim Ausgehen waren und diese liehen uns bis zu ihrer Rückkehr spontan ihren Adapter. Ich wartete zunächst auf sie, war dann aber zu müde. Ich legte den Adapter vor ihre Tür mit einer französischen Kurznachricht und ging schlafen. Als ich sie kurz danach heimkommen hörte, stand ich doch noch auf und bedankte mich persönlich.
Fazit: Trotz riesigen Umwegs und Reifenpanne fanden wir die heutige Mammutstrecke traumhaft und würden diesen Umweg jederzeit wieder fahren!
Off Topic: Man sollte nichts von Autopannen schreiben. Greg wartet gerade im Regen auf den ADAC, da das Auto streikt. Ist uns hier noch nie passiert;-(
Teil 2205. Mai 2019
12. Tag 1.10.2018 Namib Guesthaus, Swakopmund
Der Wecker klingelte mal wieder früh und bereits um 7 Uhr trafen wir unseren französischen Nachbarn aus Aix beim Frühstück, der völlig entzückt über meine französische Nachricht und meine Marseille au-pair Vergangenheit war. Er wollte uns das Tug empfehlen, wo sie gestern mit Wartezeit noch einen Platz bekommen hatten und war erstaunt über meine deutsche Planung, dass ich dort bereits vor Monaten für heute Abend einen Platz reserviert habe. Wir lachten viel und es war echt nett, sich auf französisch zu unterhalten- schade, dass sie schon abreisten. Greg freute sich über die deutsche Leberwurst am Büffet, das kaum Wünsche offen ließ.
Wir fuhren in die zweitgrößte Stadt Namibias, nämlich nach Walvis Bay mit 60.000 Einwohnern. Die Stadt wirkt nicht besonders einladend und ist sehr industriell geprägt. Dort hatte ich über Levo Tours den Delfin und Robben Bootsausflug zum Pelicanpoint gebucht. Greg hatte ein wenig Bammel vor einer erneuten Bootstour und der damit verbundenen Übelkeit und ich versprach ihm, dass es evt. unsere schönste Bootstour sein könnte. Ich schätze an Greg, dass er sich immer wieder auf etwas einlässt, auch wenn es nicht unbedingt seines ist. Levo Tours legt am Industriehafen ab und ich wählte diesen Anbieter, da dort wohl eher Individualreisende buchen. Aber es kommt ja immer anders als man denkt und so waren wir letztendlich die zwei einzigen Individualtouristen zusammen mit einer lauten Berge und Meer Bustouriladung.
Billy war unser Kapitän und begrüßte uns mit den Worten: „vor 70 Jahren war ich Billy the Kid, heute nur noch Billy.“ Greg war ahnungslos und umso erfreuter, als gleich nach den Start die Robbe an Bord sprang und sich von Billy mit Fisch füttern ließ;-). Es wird ja sehr kontrovers diskutiert und teils als Zirkus bezeichnet. Dies empfand ich nicht so, da die Robben zwar schon auf den Fisch hoffen, aber ja nicht dazu gezwungen werden, an Bord zu springen. Ich fand es ein tolles Erlebnis, der Robbe so nah zu sein und die Öhrchen aus nächster Nähe betrachten zu können. Sooo süß.
Billy servierte uns sogleich einen Welcome Aperitiv. Auf der Fahrt war es echt neblig und unangenehm kalt. Am Pelican Point lagen tausende Robben faul im Sand und röhrten, was das Zeug hielt. Schakale streunten umher, zeitweise begleiteten uns freudig springende Delfine. Billy ließ uns angenehm viel Zeit zur Beobachtung. Wir sahen auch Kayakfahrer, die sogar noch näher am Geschehen waren.
Wir fuhren an einer beeindruckend großen Öl- Plattform vorbei und die Arbeiter winkten uns zu.
Windgeschützt wurde im Schatten angolanischer Schlepper das Essen ausgebreitet. Greg aß eine Auster, die er bißfest fand und ihm besser als die französische mundete - ich blieb bei Chicken, Brötchen und Samosas und trank dazu Sekt. Amüsiert beobachtete ich das Geschehen an Bord- Die Männer aßen beherzt die Austern, die Busdamen jedoch fanden die Austern eher zäh und ihr Gesichtsausdruck verhieß nichts Gutes- eine spukte aus, eine andere wagte nur einen Happen, wiederum eine andere zerlegte die Auster gegen Billys Willen in Kleinstteile. Er fand das frevelhaft- man solle sie in einem Rutsch essen Auf dem Nebenboot saß ein Pelikan an Deck, der leider nicht zu uns flog.
Nach der Pause stritten die Busfahrer um die Decken- sie wollten dieselben haben, wie sie bereits vor der Pause hatten. Und eine Mitreisende zischte energisch- „Das ist doch scheißegal, die sind doch alle gleich!“ So eine Busreise kann auf Dauer echt anstrengend sein;-). Auf der Heimfahrt wurde nicht Greg, sondern erstaunlicherweise Billy seekrank.
Trotz Bustouris war für uns diese Tour ein Highlight und wir werden diese wohl auch 2020 gerne wiederholen- evt. bei einem anderen Anbieter.
Danach mussten wir dringend unser Reifenproblem lösen und fuhren zu Avis, die uns beim Anblick des irreparablen Reifens gleich zum Reifenhändler „Best Drive“ weiterschickte. Ratz fatz war alles geregelt und wir erhielten unseren neuen Ersatzreifen. Wir mussten diesen bezahlen, bekamen diesen aber wieder von der Versicherung erstattet.
Erleichtert fuhren wir gleich mit einem besseren Gefühl in die Lagune von Walvis Bay und beobachteten tausende Flamingos. Wir hatten Spaß daran, entlang der Promenade zu rennen und die Flamingos in die andere Richtung schnell wegtippeln zu sehen. Es soll ca 20.000 Flamingos in der Lagune geben. Auch hier hatte es in letzter Zeit einige Autoaufbrüche und Überfälle gegeben- also sollte man prinzipiell vorsichtig sein.
@ Netti: Extra für Dich;-)
Sicherheitshalber besichtigten wir Swakopmund, das „südlichste Nordseebad der Welt oder Deutschlands“ ohne große Kamera. Bei unserem 10 minütigen Fußmarsch zum Meer bemerkten wir, dass tagsüber die Straßen außerhalb der Hauptstraße seltsamerweise recht menschenleer waren. Wahrscheinlich nutzt man wohl eher das Auto. Wir liefen zum Wahrzeichen der Stadt- dem hundertjährigen Jetty und wurden direkt von den Nussschnitzern belagert.
Dann ging es an der Hauptstraße entlang, am Woermann Haus vorbei. Wir sahen einige vergitterte Läden, deren Eingang per Kamera geschützt war und in die man nur mit Klingeln gelangte. Im cool eingerichteten Village Cafe, das auch bei Einheimischen beliebt ist, kehrten wir zu Kaffee und Kuchen ein. Uns hat es dort super gefallen.
Wir schlenderten durch die Fußgängerzone, zum ehemaligen Bahnhof (heute Luxushotel), dem 21 m hohen rot-weißen Leuchtturm und dem Perlhuhn Park. In Swakopmund gibt es viele Lokalitäten mit deutschen Namen und wers braucht kann Schwarzwälder Kirsch und Haxen essen.
In Antons Cafe trafen wir ein deutsches Paar mit ihren 2 Kleinkindern wieder, die wir zuvor in der Bagatelle, Keetmanshoop, Fish River Canyon, Kolmanskuppe und dem Bahnhof Aus gesehen hatten. Ich fragte das Kindergartenkind, was ihr in diesem Urlaub bisher am Besten gefiel. Ihre Antwort: „Das ich hier am Tablet immer lange Kindersendungen schauen darf!“ Ups…. Der Vater meinte etwas bedröpelt und entschuldigend, dass man den Kindern ja auch etwas Gutes tun müsste, damit sie ihren Spaß hätten. Nun denn…ohne Worte
Es wurde recht schnell kalt. Wir zogen uns daheim geschwind um, nahmen unsere Jacken mit und fuhren mit dem Auto zum Tug, das in einem alten Schiffsrumpf untergebracht ist. Wir hatten einen super Nischenplatz mit Aussicht auf den Sonnenuntergang am Meer und saßen auch etwas geschützt vom Lärm der anderen Restaurantbesucher. Ich aß Kingklip und für Greg gabs Austern. Sehr lecker und empfehlenswert. Wir kommen wieder!
Zufrieden schliefen wir nach dem rundum gelungenen Tag ein.
Teil 2309. Mai 2019
13. Tag/ 02.10.2018 Namib Guesthouse Swakopmund 123 km
Wir standen um 7:10 Uhr auf und wurden nach dem Frühstück von der Fahrerein Laetiti abgeholt, die zum Team der Living Desert Tours gehört. Alle Gäste wurden zur Kamelfarm gebracht, die gerade einige Jungtiere hatte.
Unser Guide hieß Douglas, sprach deutsch und führte eine recht große Gruppe von 3 Geländebussen an. Uns fiel ein Vater- Sohn Gespann auf, das wir auch in den Folgetagen immer wieder trafen. Der Sohnemann hatte eine Megakamera, mit der er perfekt die Tiere ranzoomen konnte und mich echt neidisch machte. Sein Vater war gehbehindert und konnte leider nicht immer aussteigen, da ihn das Laufen im Sand anstrengte. Einerseits war Namibia bestimmt eine Tortur für ihn, andererseits bewunderte ich, dass er diese Strapazen trotz allem auf sich nimmt und sich Afrika stellt. Douglas versuchte dann netterweise manche Dinge direkt am Auto zu erklären und der Sohnemann zeigte seinem Vater die Aufnahmen der ausgegrabenen Kleintiere.
Douglas und sein Team gingen sehr umsichtig beim Ausgraben vor. Sie erkannten genau, wo sie graben und stochern mussten, um uns die kleinen Wüstenbewohner zu zeigen.
So fand Douglas recht schnell die Blindschleiche, die Zwergpuffotter, aber auch den meeeggggaaaasüßen, sehenswerten, farbigen Palmato-Gecko mit seinen Kulleraugen und Schwimmfüsschen.
Wir beobachteten ein Chameleon, das gemächlich auf uns zuwackelte und deren klebrige Zunge blitzschnell nach einem Köder- Mehlwurm schnappte.
Es wurde auch die Dancing white Lady ausgegraben, die mit 44 Umdrehungen pro Sekunde die Düne runterrollt. Es wurde immer darauf geachtet, dass ihr Schatten gespendet wurde. Andere Anbieter verzichten auf das Ausgraben, denn dadurch wird ihr 1m lange Wohntunnel, der mit Seide kunstvoll stabilisiert ist, völlig zerstört. Sie benötigt 2 volle Tage für den Neubau, da sie etwa 10 l Sand bewegen muss und in dieser Zeit schutzlos ist. Darüber bin ich etwas zwiegespalten, ob das wahre Tierliebe ist.
Auch ein Skorpion, der in einem Swakopmunder Haus gefunden wurde, wurde wieder in die Freiheit der Wüste entlassen. Skorpionstiche können ja tödlich enden und so war ich frph, dass mir einer gezeigt wurde, da ich mich nicht mehr ad hoc an das Aussehen erinnerte.
Douglas erzählte einiges über die Tiere, die Entstehung von Dünen und demonstrierte uns die Magnethaftigkeit des Dünensands. Krönender Abschluss der Tour ist eine Fahrt durch eine herrlich bunte Dünenlandschaft, immer mit Bedacht darauf, dass man in den bereits existierenden Fahrtrinnen fährt, um keine weiteren Menschenspuren zu hinterlassen. Es erinnerte mich an eine Achterbahnfahrt- Dünen hoch, steile Dünen rasant wieder runter, Schräglage. Nach einem Pipistup- Frauen rechts, Männer links hinter die Dünen- folgte der obligatorische Dünen Fotostop, wo Mitfahrer die Sendung mit der Maus Tiere- Elefant und die Maus- in Szene setzten;-). Die Tour endete pünktlich um 13 Uhr.
Fazit der Tour: Ohne unsere erfahrenen Führer hätten wir diese Kleinen nie zu Gesicht bekommen. Gerade der Gecko und das Chameleon hatten es mir total angetan. Alles in allem ein Ausflug, der informativ und kurzweilig war und man einmal erlebt haben sollte.
Wir kauften beim NWR Office den Permit für den Welwitschia Drive, da wir die 2000 Jahren alten Welwitschias und die Mondlandschaft sehen wollten. Greg schloss mich im Auto ein, während er den Permit kaufte. Ich bewegte mich im Auto und die Alarmanlage dröhnte los- da saß ich peinlich berührt im Wagen und konnte nichts ändern. Ich stieg aus, lief sogar kurz noch ins Gebäude rein, da ich hoffte, Greg zu sehen, der mit dem Autoschlüssel die Sirene zum Schweigen bringen könnte. Aber er war nicht zu sehen und so wartete ich draußen bedröppelt bei Höllenlärm auf ihn.
Die beschilderte Rundfahrt führt durch den nördlichen Teil des Namib Naukluft Parks. Die ersten zwei Haltepunkte versäumten wir- wahrscheinlich hielten andere Autos direkt am Schild, so dass wir es übersehen. Erkennbar sind immer noch die Jahrzehnte alten Fahrspuren der ersten Ochsenwagen. Ich fand den Drive nicht wirklich spannend, nur die Ausblicke auf die Mondlandschaft gefielen mir.
Nachdem wir noch die Scherben und den Müll der südafrikanischen Truppen aus dem Jahr 1915 passiert hatten, wurde die Pad zur Welwitschia zusehends schlechter, so dass wir aus Angst vor einer erneuten Reifenpanne lieber umdrehten. Schade, aber irgendwie hatte uns der Drive auch nicht sooo gepackt und hofften auf Welwitschias im Damaraland.
Stattdessen kehrten wir auf einen Drink ein in der uns empfohlenen Oase Goanikontes. Wir liefen eine kleine Runde durch den angelegten Zoo, der mich mit Schafen, Ziegen, Vögeln, Hasen und Alpakas eher an die deutsche Heimat erinnerte.
Die Besuch der Damen Toilette war aber recht lustig- eine Henne saß direkt neben dem Waschbecken und gackerte vor sich hin. Ein bissel Respekt hatte ich schon beim Händewaschen.
Wir fuhren abends zu unserem reservierten Lokal Jetty 1905, das sich am Ende des Stegs befindet. Auf dem Parkplatz geriet Greg etwas mit dem Parkwächter aneinander, da er den deutschen Wohlfühlsicherheitsabstand nicht einhielt. Greg fühlte sich einfach zu sehr an die Lüderitz Situation erinnert.
Im Restaurant wurden wir mit den Worten begrüßt- „ You´ ve got the best place in the restaurant.“ und wurden an den vorderen Mitteltisch mit direktem Blick auf das Meer geführt. So muß es laufen, wenn man einen romantic place bestellt;-). Unfassbarerweise war es sogar mal nicht neblig und wir hatten einen tollen Sonnenuntergang am Meer. Leider litt ich während des Tages ein bisschen unter Magenkrämpfen, so dass ich nur eine Butternut Suppe und einen Salat aß. Greg aß Austern und leckeren Kingklip Fisch und fand es superlecker. Im Restaurant selbst fanden wir es recht laut und uns hatte das Tug letztendlich mehr überzeugt.
Während des Essens tat Greg seine Überreaktion gegenüber dem Parkwächter leid. Er fragte am Ausgang nach, ob auf dem Parkplatz ein offizieller Parkwächter sei und das wurde bestätigt. Greg entschuldigte sich beim Parkwächter und erklärte, dass er schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Der Parkwächter entschuldigte sich ebenso und meinte, er wollte ihm keine Angst einjagen. Somit alles gut.
Greg machte mir daheim noch eine Wärmeflasche fertig, die im Zimmer bereit lag. Diese half mir beim Einschlafen.
Teil 2411. Mai 2019
14. Tag/ 03.10.2018 Hohenstein Lodge 232 km
Wir haben heute entspannt ausgeschlafen und frühstückten erst um 8 Uhr, denn wir hatten Zeit und keine riesige Fahrstrecke vor uns. Fazit Namib Guesthouse Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Das Personal war freundlich, hilfsbereit und sie konnten auch deutsch. Das Frühstück ließ keinerlei Wünsche offen. Das Guesthouse ist recht zentral gelegen und man kann, wenn man will, alles fußläufig erkunden. Auch der Wäschereiservice vor Ort hat wunderbar funktioniert und war sehr preiswert. Wir würden es auf alle Fälle weiterempfehlen!
Wir nutzten das erstaunlich gute Wetter mit blauem Himmel für eine kurze Fotostop Autotour durch Swakopmund. Ziel war der rot- weiße Leuchtturm, der alte Bahnhof und die Perlhühner.
Wir waren uns die letzten Tage unschlüssig, auf welchem Weg wir zu unserer nächsten Übernachtung, der Hohenstein Lodge fahren sollten. Ausgeschlossen werden konnte die Fahrt über: - die Robbenkolonie am Cape Cross, da wir genügend Robben in Walvis Bay gesehen hatten. - die immer noch geschlossene Ameib Ranch, so dass uns leider der Anblick der Felsformationen Bull ´s Party, Elephant´s Head und die Felszeichnungen in der Philipps Cave verwehrt wurde.
Wir haderten allerdings mit einem Zwischenstop an der Spitzkoppe, da im Erongo kurz davor mehrere Überfälle auf Touristen stattgefunden hatten. Ich hatte tagesaktuell den Überfall eines deutschen Paares im Forum gelesen, deren Brutalität uns echt geschockt hatte und es sicher ein Horrorerlebnis ist, dies durchmachen zu müssen. sutiv1194 hatte den Überfall selbst erlebt und im Forum wie folgt beschrieben: „Noch kurz zum eigentlichen Vorfall: Die Angreifer sind erschreckend gewaltbereit auf uns losgegangen, konnten binnen einer Sekunde die Beifahrertür öffnen und versuchten meine Freundin mit Gewalt aus dem Auto zu zerren. Ein zweiter Mann schlug mit einer Axt auf den Hinterreifen ein, ein dritter Mann mit einem Knüppel auf die Fahrerscheibe. Innerhalb der darauffolgenden ca. 30 Sekunden konnten wir uns wehren, das Auto neu starten und fliehen. Bei unserem Fluchtversuch mit defektem Reifen folgten sie uns mit runtergelassener Scheibe und gezückter Axt noch einige Kilometer bis uns Gott sei Dank andere Fahrzeuge entgegen kamen und stoppten. Hätten diese Fahrzeuge nicht gestoppt, möchte ich nicht wissen, wie die Geschichte weiterverlaufen wäre... Wir haben körperlich keinerlei Schaden genommen. Entwenden konnten uns die Angreifer auch nichts. Zu Verdanken ist das jedoch keiner ausgeklügelten Taktik sondern vielmehr ein paar richtigen Reflexen, einer Flasche Pfefferspray im Handschuhfach und einer gewaltigen Portion Glück!!!“
Auch wir hatten nach dem Lüderitz Vorfall etwas von unserer Unbekümmertheit eingebüst und hatten nun ein komisches Gefühl, diese Fahrtstrecke durch den Erongo zu fahren. Wir entschlossen uns, trotzdem den Weg zur Spitzkoppe zu wählen und vor Ort das Bauchgefühl entscheiden zu lassen, ob wir mit unserem Gepäck im Auto dort anhalten oder gleich wieder weiterfahren.
Wir fuhren von Swakopmund auf der teergepflasterten, viel befahrenen B2 hinter etlichen LKWs und auch Wohnwägen her, auf deren Hänger sich Geländewagen befanden. Wir fuhren auf die D1918, bogen kurz darauf auf die D3176 und fuhren direkt auf das Spitzkoppenmassiv zu. Die Pad war recht wellblechig. Wir fuhren an einigen Verkaufsständen vorbei, immer wieder winkten uns Kinder oder bunt gekleideten Herero Frauen zu und zeigten hochhaltend ihren Schmuck oder ihre selbstgemachten Gegenstände.
Das Spitzkoppenmassiv wird das Matterhorn Namibias genannt und besteht aus der kleinen Spitzkoppe (1.580m) und der großen Spitzkoppe (1.728m). Am Gate bezahlten wir den Permit in Höhe von 185 NAD.
Wir fuhren zum Felsentor (Rock Arch), der wunderschön in der Sonne lag. Wir überlegten kaum- wir fühlten uns trotz Gepäck im Auto sehr sicher und so spazierten wir zum Felsenbogen. Greg hatte bei der Hitze zunächst gar keine Lust auf Wandern und seine Unlust ließ er sich kurz anmerken, aber dann genossen wir beide unheimlich den atemberaubenden Blick auf die Felslandschaft des Spitzkoppengebiets.
Danach fuhren wir zu den Rock Pools und staunten über die runden Kugeln.
Wir fanden es hier beide landschaftlich unglaublich toll und genossen diese Landschaft auch bei einer kleinen Rundfahrt über das Gelände mit den einsamen Campingstellplätzen. Wir verzichteten bei der Hitze auf das Bushmans paradise- aber man kann ja manchmal nicht immer alles machen und so haben wir auch einen Grund, wiederzukommen. Wir überlegten uns, dass es sinnvoll sein könnte in der Spitzkoppenlodge zu übernachten, da es hier bestimmt einen überwältigenden Sternenhmmel zu bestaunen gibt. Man sollte wirklich das Spitzkoppengebiet unbedingt besuchen- wir waren heilfroh, dass wir diesen kleinen Umweg doch gewagt hatten.
Wir fuhren weiter auf der D3176 und spürten deutlich das Wellblech. Wir kamen an Ziegenherden, Baracken und an schneeweißen Sträuchern voller Straßenstaub vorbei. Einmal winkte uns ein Mann auf dem Weg zu sich her- wir fuhren allerdings aus Sicherheitsgründen misstrauisch vorbei.
Wir bogen auf die D1930 und erreichten um 15 Uhr die Hohenstein Lodge, wo wir von Johanna mit einem Aperitiv begrüßt wurden. Bei der Anfahrt zur Lodge war Greg zunächst skeptisch, aber das Zimmer mit Blick auf den Hohenstein war einfach nur fantastisch. Die Hohenstein Lodge war die zweite Wahl- Logi, aus dem Forum hatte diese uns als Ersatz für die bereits gebuchte, aber plötzlich geschlossene Ameib Ranch, empfohlen. Herzlichen Dank dafür, denn Du hast mir somit einen wunderschönen unvergesslichen Moment geschenkt!
Wir nahmen Kaffee, Kuchen und Kokoskekse zu uns. Greg war es heiß und so sprang er sogar das erste Mal überglücklich in den Pool. Er freute sich riesig- so kannte ich ihn gar nicht- ein Nichtstuer und Lodger!!! Er wollte weder die drei Lodge Trails noch den Sundownerwalk laufen. Nein Greg wollte tatsächlich Urlaub machen und relaxen…. Naja, es sei ihm gegönnt, schließlich ist er der alleinige Fahrer und muß sich so tagtäglich auf die Fahrtstrecke konzentrieren, während ich als Beifahrer einfach nur genießen darf.
Ich hingegen hatte immer noch Hummeln unterm Hintern und wollte ein wenig wandern. So ging ich alleine aufs Zimmer und wurde von meinen Karlsruher Nachbarn auf eine Giraffe aufmerksam gemacht, die direkt vor unserer Terrasse stand. UNGLAUBLICH MAGIC!!! Ich sah eine weitere Giraffe mit ihrem Kind und wir beobachteten entzückt die drei. Ich fand das wirklich mega und wünschte mir den am Pool lodgenden Greg herbei. Er erhörte mich wohl, kam und sah die drei gerade noch, da sie bereits weiterzogen.
Ich war mega euphorisch und konnte Greg trotzdem nicht überzeugen, sich zum 90 minütigen Damara Walk aufzuraffen. Ich vergewisserte mich beim Besitzer über eine gute Wegbeschilderung, da ich insgeheim schon Bedenken hatte, mich alleine zu verlaufen oder nach Sonnenuntergang im Dunkeln noch rumzuirren.
Ich freute mich bereits wie Bolle beim Anblick des ersten freilaufenden Strausses und entdeckte zwei weitere Sträusse in einem Gehege.
Nach nur 10 Minuten sah ich zwei Giraffen- was für ein MAGIC MOMENT. Ich war völlig geflasht und voll Adrenalin, hier alleine ungeschützt in der Wildnis mit diesen edlen Tieren zu stehen. Wir musterten und beobachteten uns gegenseitig und ich vermisste Greg in diesem unbeschreiblich schönen Moment. Nach ein paar Minuten trabten sie in meine weitere Marschrichtung davon, so dass wir uns bereits nach wenigen Minuten wieder begegneten. Wahnsinn- welch Glücksmomente-ich freute mich enorm und fotografierte. Sie taxierten mich und ich war von diesen edlen, klugen und vorsichtigen Tiere fasziniert. Leider trabten sie bald in die Weite davon und es sollte auf dem Weg kein Wiedersehen mehr geben, da der gut ausgeschilderte Weg in eine andere Richtung zeigte
Der Hohenstein leuchtete herrlich in der Abendsonne und ich beobachtete noch eine große Springbockherde.
Voller Euphorie kehrte ich zu Greg zurück. Ich schrieb Netti per whatsapp von meinem unvergesslichen Giraffen Erlebnis und sie fragte mich „ und wenn der Löwe gekommen wäre“. Ich anwortete: „Da gibt’s wohl keine.“. Si erwiderte: „Jaaa, da habe ich auf Onguma auch gedacht.;-)Afrika ist überall,-)!!“
Im Souvenirshop kaufte ich mein erstes Souvenir, das es redlich verdient hat- eine Giraffe, die mich immer an diesen unglaublichen Moment erinnern soll. Bis dato war ich gar kein Giraffenfan, aber auf dieser Lodge war es um mich geschehen. Das Abendessen wurde auf der Terrasse serviert und netterweise wurden die Individualtouristen wurden von den Gruppenreisenden separiert. Es gab eine leckere Spinatquiche, Antilopengulasch mit Reis und Pudding.
Unser Nachbartisch sprach mit dem Chef des Hauses über die Tiere der Farm. Er erzählte, dass sie seit gestern ein Tier (war es ein Zebra?) verloren hätten, da es Leoparden oder Geparden gerissen hätten. Nur gut, dass ich vorher nichts von deren Existenz wusste- mir wurde beim Gedanken, auf diese während der Wanderung zu plötzlich zu stoßen, ganz anders. Der Lodge Besitzer versicherte aber, dass diese sich verstecken, sie kaum zu Gesicht bekommt und sie eh kein Interesse an Menschenfleisch hätten. Somit hatte Netti ja Recht behalten: Afrika ist überall!
Teil 2512. Mai 2019
15.Tag/04.10.2018 Twfelfontein Country Lodge 295 km
Wir schliefen schlecht, da es keine Klimaanlage gab und es unheimlich heiß im Zimmer wurde. Um 06:15 Uhr stand ich auf, genoss den Sonnenaufgang, das Licht und die herrliche Ruhe. Was für ein Traumurlaub!
Beim Frühstück stärkten wir uns mit leckeren Pancakes und frischen Obstsalat.
Wir checkten aus und die Rezeptionistin las unsere Zimmerrechnung vor: - one Red Wine - one White Wine - one Coke - one Giraffe Sie lachte schallend. Während Greg bezahlte, lief ich hingerissen zu drei Straußen, die dekorativ über die Terrasse stolzierten. Sooo schön! Ich schmolz mal wieder dahin….
Bei der Ausfahrt schrie ich laut auf: „STTTTOOOPPPP GIRRRAAAFFFEEEE“. Diese lief gerade am Weg entlang. SOOOOOOO TOOOOLLLL- leider drängten abfahrende Gäste zur Weiterfahrt und so verließen wir gegen 08:45 Uhr voll positiver Erlebnisse die Hohenstein Lodge.
Fazit Hohenstein Lodge: Die Lodge bietet schöne Zimmer ohne Klimaanlage an. Jedes Zimmer hat eine Terrasse mit Blick auf den 2.316 m schönen Hohenstein. Eigenständig kann man 3 verschiedene Wanderungen machen. Gerne wäre ich noch mehr gewandert, aber wir fanden es schon megaheiß. Viele verbringen die Tage auf der Lodge, um eine 2 Tages Tour (Absolute Erongo) zu erleben, die aus einer Wanderung und einem Besuch bei Mineralienschürfern besteht. Das Personal war sehr freundlich und das Essen sehr lecker. Wir wurden zu Beginn sogar gefragt, ob wir veganes oder vegetarisch Essen bevorzugen oder Lebensmittelallergien haben. Uns hat die Lodge sehr gut gefallen, was natürlich auch am Giraffenerlebnis lag.
Wir ließen den Brandberg links liegen und machten somit auch keine zweistündige Wanderung zur White Lady Felsmalerei. Als nettes Zwischenziel hielten wir im Cactus Tea Garden, einer kleinen Wohlfühl-Oase in Uis. Wir befürchteten wegen eines Bus-Parkplatz-Schildes das Schlimmste, waren aber dann doch die einzigen Gäste. Greg aß leckeren Apfelkuchen.
Beim Tanken wurden Greg von einem Einheimischen Mineralien angeboten- seine Mine wurde geschlossen und jetzt versucht er somit, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Wir wurden in Namibia nie angebettelt, sondern es wurde immer versucht, uns etwas zu verkaufen.
Wir fuhren weiter ins Damaraland und da war es dann- das Vorsicht Elefanten Schild- gespannt hielten wir Ausschau nach den Wüstenelefanten und ich vermutete hinter jeder Kurve ein Exemplar.
Wir genossen die Sicht auf die von der Nachmittagssonne angeleuchteten roten Hügel, sahen aber leider keine Wüstenelefanten.
Um 14:30 Uhr kamen wir endlich in der Twyfelfontein Country Lodge an und checkten ein.
Auf dem Weg lief dieser schöner Felsagame den Felsen hoch. (Danke Logi für die Tierbestimmung)
Wir fuhren recht zügig weiter zu den Felsmalereien von Twyfelfontein, die ca 2400 bis zu 6000 Jahre alt sind und Greg unbedingt sehen wollte. Die Felsmalereien wurden mit Quartzsteinen in den Sandstein geritzt und gehören zum UNESCO Welterbe, da es ungewöhnlich viele Zeichnungen an einem Platz sind. Aus Angst vor Schädigungen muss man von einem einheimischen Führer begleitet werden. Elisabeth führte unsere sechser Gruppe- uns begleitete ein englischsprachiges junges sehr interessiertes Paar, das am selben Tag bereits die Führung zur white Lady gemacht hatte sowie ein französisches Paar, das aber kurz darauf die Führung wegen Hitze abbrach. Wir sollten zu Beginn über die Länge der Tour entscheiden und wir entschieden uns einstimmig für die lange Lions Tour. Wir liefen recht zügig und betrachteten die Felsmalereien, die perfekt im schönen Nachmittagslicht lagen. Es war keine sogenannte Fußföhnerwanderung- durchaus musste man mit Springen Absätze überwinden oder aufwärts laufen. Durch die Megahitze war es recht schweißtreibend. Es wurden vor allem Giraffen, aber auch Antilopen, Zebras und Oryxe dargestellt, um somit das Jagdwissen weiterzugeben. Auch sahen wir die einzige Felszeichnung, die einen Löwen mit einem langen Schwanz zeigte und somit Namensgeber unserer Tour war. Trotz Führung kann ich als Banause den Felsmalereien immer noch wenig abgewinnen.
Zum Abendessen gab es ein umfangreiches und gutes Buffetessen. Neben uns saß eine Familie mit einem Grundschulkind und einem Kindergartenkind. Statt sich um ihre Kinder zu kümmern und zu unterhalten oder Essen zu holen, waren die Eltern in Whatsapp und Internet vertieft.
Greg und ich entschieden uns spontan gegen die Buchung der morgigen Wüstenelefantentour. Greg wollte sich morgen in der Vingerklip Lodge erholen und argumentierte, dass wir ja eh bald so viele Elefanten sehen würden. Als Gegenleistung musste er mir versprechen, dass wir im Etosha täglich früh aufstehen und früh losziehen.
Alles in allem hat man meiner Meinung nach nichts verpasst, wenn man die Gegend rund um Twyfelfontein auslässt- der Erongo allerdings war für uns ein Highlight, so dass wir 2020 auch 2 Nächte dort bleiben.
Teil 2616. Mai 2019
16. Tag 05.10. 2018 Vingerklip Lodge 178 km
Heute standen wir wieder früh auf, denn wir wollten ausreichend Zeit für die Vingerklip Lodge haben. Um 7:00 Uhr gingen wir bereits zum Frühstück- Der english Breakfast Lover Greg war superhappy, aber Schleckermäulchen wie mich waren sehr enttäuscht über abgepackte Marmelade und ranzige Butter. Ich hätte bei der Hotelgröße erwartet, dass alle Gäste auf ihre Kosten kommen.
Wir fuhren Namibias Z- Sehenswürdigkeiten ab und bezahlten den Permit in Höhe von 100 NAD, um die Orgelpfeifen und den Burnt Mountain zu besichtigen. Die 5m hohen und millionenalten Orgelpfeifen ragen aus einem Flussbett auf und konnten mit Islands Basaltsäulen nicht mithalten.
Am verbrannten Berg war die Aussicht ganz nett und wir erfreuten uns beim Anblick von Welwitschias. Beides kann man aber unserer Meinung nach getrost auslassen.
Wir hielten am Living Museum der Damara und buchten die Traditional Village Tour für 180 NAD. Es war wenig los. Ein sympathischer junger Führer, der auch teilweise deutsch sprach, zeigte uns eine Schmiede. Die Medizinfrau erklärte uns, dass Lorbeerblätter bei Bauchweh helfen. Das Auflegen von Elefantenkot auf schmerzenden Stellen (bsp. Rücken, Knie) hätte ebenso heilende Wirkung. Der Führer reichte Greg den Elefantenbollen und Greg griff beherzt zu.
Uns wurden die Spielregeln des Spieles Owela erklärt, eine Art Backgammon, das stundenlang dauern kann. Das Spielbrett besteht aus Vertiefungen im Sand und Kieselsteine dienen als Spielsteine. Am Ende der Führung wurde Feuer gemacht und es gab es einen Tanz und Gesangsauftritt der Bewohner- naja, auch so was muss man mal zur Abwechslung gesehen haben.
Beim Verlassen des Dorfes bat uns unser Führer, ob wir eine Frau mit ihren zwei Kindern nach Khorixas mitnehmen könnten, da die Mutter mit ihrem kranken Kind dringend ins Hospital müsste. Wir tauschten Blicke aus und entschieden uns dafür. Im Auto reichte ich Ihnen Wasser und auch Kekse, die sie gierig aßen. Die Mutter sprach kein Englisch und ich spielte auf der Fahrt mit der dreijährigen bis zu ihrem Einschlafen Fingermännchen. Wir verzichteten auf unseren geplanten Abstecher zum Petrified Forest, da wir ja nun auch Verantwortung trugen, diese schnellstmöglich zum Arzt zu bringen. So spannend soll dieser ja auch nicht sein. In Khorixas schauten wir intensiv nach Hospital Schildern, sahen keines und baten unseren Gast, uns zum Hospital zu lotsen. Sie schaute uns verständnislos an und uns wurde klar, dass sie wohl nur ein Taxi brauchte. Ich schenkte ihr noch Wasser und Kekse, aber sie bedankte sich mit keinem Wort, stieg aus und lief davon. Wir hatten in diesem Moment zumindest ein „Thank you“ oder eine dankende Geste erwartet und waren darüber schon ein bisschen überrascht. Aber trotzdem- nicht ärgern- jeden Tag eine gute Tat.
Wir verließen Khorixas auf der C39 Richtung Osten und nach ca 49 km ging es links ab. 18 km lang ist die eindrucksvolle Pad D2743 zur Fingerklippe, an deren Seiten sich unzählige meterhohe weiße Termitenhügel spektakulär aneinanderreihen.
Gegen 14 Uhr erreichten wir die Vingerklip Lodge, die nur 11 Doppelbungalows vermietet. Wir waren beeindruckt von den schönen Häuschen, der traumhaften Lage und der spektakulären Aussicht auf die unendlich weite karge Landschaft. Wir fühlten uns auf den ersten Blick superwohl und es ist Gregs Traumlodge!
Den Rest des Tages verbrachten wir mit lodgen, denn Greg ließ sich nicht zum Wandern überreden- wir lagen entspannt am Pool, beobachteten die kreischenden Affen, die sich über die Hausdächer der Lodge jagten. Greg fand sogar die Zeit zu lesen- ach ja, wir haben tatsächlich Urlaub;-).
Die Affen:
Greg war wie immer unwissend und verstand nicht, warum ich nicht im Hauptrestaurant essen wollte, sondern ihn dazu drängte, bei der Hitze zum höhergelegenen Eagles Nest zu laufen. Greg mutiert in Namibia zu einem richtigen Faultier;-). Aber er lief mit, schließlich hatte ich das Essen vor Monaten schon oben reserviert. Auch beim Anblick der Treppe moserte er rum, hatte dann aber erstaunlicherweise gar nicht mit Höhenangst zu kämpfen.
Oben angekommen fehlten uns fast die Worte- welch Mega Aussicht, welch Landschaft. Greg erinnerte es an das Monument Valley. Es ist einfach toll da oben – wir waren beide hin und weg. Der Koch drängte uns dazu, einen Blick auf die verlassene traumhafte Honeymoon Suite mit eigenem Mini Pool zu werfen. Schon sehr schick und Zweisamkeit pur.
Wir liefen oben ein wenig spazieren- es war einfach toll, dort oben den Sonnenuntergang zu erleben.
Das Restaurant ist recht klein, aber wir hatten Glück- ein erwarteter Reisebus mit 13 Gästen verspätete sich aufgrund einer Autopanne, so dass wir in ruhiger, familiärer, gemütlicher Atmosphäre zu sechst im Restaurant aßen. Nicht auszudenken, wie laut, eng und warm es mit der Reisegruppe gewesen wäre. Mit uns genossen somit nur ein Vater- Sohn Gespann sowie ein französisches Paarchen das Grillfleisch. Wir probierten zum ersten Mal erstaunlich leckeres Zebra.
Auf der Terrasse unterhielt ich mich mit der Kellnerin Audrey, die vor sich hin sang. Sie erzählte mir, dass sie in der Lodge nur Teilzeit arbeitete, da sie in Namibia berühmte Künstlerin sei und bereits 4 Alben veröffentlicht habe. Sie tourte bereits durch Kenya und ihr Traum wäre eine Deutschland-Tour, da sie die Deutschen so freundlich fände. Es war ein nettes Gespräch. Sie sagte, dass sie eigentlich für alle- also auch für die Reisegruppe nach dem Abendessen singen wollte.
Die Reisegruppe kam aber erst in der Nacht an und die Gäste hatten keine Lust mehr, in der Dunkelheit nach oben zu laufen. Der Koch grillte im Eiltempo und schleppte das Essen eigenhändig für die Gruppe runter, da der Transportaufzug seit Tagen außer Betrieb ist.
Audrey sang spontan auf der Terrasse für uns und rührte mich damit echt zu Tränen. Wir haben heute wirklich einen absolut gemütlichen Wohlfühlabend miteinander in schöner Atmosphäre verbracht. Ein wirklicher Glücksmoment heute. Uns wurde mal wieder bewusst, welch Glück wir haben, einen Urlaub in Namibia verbringen zu dürfen.
Teil 2718. Mai 2019
17. Tag/06.10.2019 Kaoko Bush Lodge 235km
Wir standen früh auf und ich entdeckte diesen Gesellen auf unserem Balkon.
Nach einem leckeren Frühstück mit einer großen Auswahl an Marmeladen, wollten wir zur 35m hohen Kalksteinsäule, dem wunderschönen Vingerklip. Wir wählten die längere Variante, die North Terrace Wanderung, die nicht nur zum Vingerklip, sondern auch ganz außen rund um den Tafelberg führt. Wir fanden diesen Blick auf die unendliche Weite sowie die Felsformationen schlichtweg atemberaubend. Was für eine Landschaft!
Am Tafelberg haben wir einige wilde Affen aufgeschreckt, die kreischend davon sprangen. Wir waren wohl genauso erschrocken und so ganz geheuer waren uns die Affen nicht. Greg vermutete noch weitaus gefährlichere Artgenossen.
Vermutlich hätte die kürzere Variante- nämlich Hin und Rückweg zum Vingerklip- auch ausgereicht, aber ich musste mich dringend wieder bewegen.
Während Greg aufs Zimmer zum Duschen ging, musste ich trotz aufkommender Hitze zum Abschied noch hoch zum Eagles Nest, um diese traumhafte Aussicht ein letztes Mal zu genießen. Ich duschte danach noch schnell und kurz vor 10 Uhr fuhren wir schweren Herzens los. Wir fanden es echt schade dass es mit der zweiten Übernachtung nicht geklappt hatte. Diese hätten wir gerne zum Entspannen gehabt.
Fazit Vingerklip: Einfach traumhaft. Die Vingerklip Lodge hat 11 Doppelbungalows mit unglaublicher Weitsicht auf die tolle Landschaft. Die Anlage ist gepflegt und hat 2 Pools. Das Personal war unheimlich freundlich und wir liebten das Eagles Nest. Gerne kommen wir irgendwann wieder. Worte können nicht beschreiben, wie wohl wir uns fühlten.
Die Fahrt über die C39, D2744 und C35 war bis auf einige riesigen Termitenhügel recht unspektakulär.
In Kamanjab wollten wir Bargeld abheben und wurden auf einen Spar mit integrierten Geldautomat aufmerksam, vor dem viele Autos mit Dachzeltautos und Touriautos standen. Ich blieb als Wache im Auto und beobachtete das Geschehen. Die Eingangstür des Spars wurde auch hier per Einlasssummer für Greg und weitere Touristen geöffnet, während Himbas und Einheimische abgewiesen wurden. Das finde ich schon befremdlich. Greg kam raus, winkte mich zu sich und wir kauften noch last minute Keksnachschub, denn 5 Minuten später war der Spar geschlossen. Der Geldautomat war übrigens leer, aber die Kassiererin gab uns gegen Entrichtung einer Gebühr aus der Kasse Bargeld.
Um kurz nach 13 Uhr kamen wir in der Kaoko Bush Lodge an.
Diese war zwar nichts Besonderes, aber wir hatten ja heute noch etwas Besonderes vor;-). Als uns das Zimmer gezeigt wurde, flitzte eine große bunte Felsagame (?) an der Wand entlang. Ich erschrak und sie sagte leicht verächtlich- „ it`s just a lizzard“. Ja - ich weiß- wir sind in Afrika und die Eidechse ist der beste Raum- und Insektencleaner überhaupt. Dennoch war ich von der Vorstellung, dass dieses große Ding, nachts über mein Gesicht rennt, nicht entzückt. Greg und ich schafften es mit meiner richtungsweisenden Fliegenklatsche, ihr den Weg nach draußen zu zeigen.
Teil 2818. Mai 2019
weiter im Text- 17. Tag/06.10.2018 nachmittags
Greg war relativ ahnungslos, aber ich war bereits recht aufgeregt, als wir auf der Teerstrasse C40 zur Cheetah Farm fuhren. Wir waren um 15:30Uhr da, 30 Minuten vor der gebuchten Tour. Der Besitzer bat uns zur Lodge zu fahren, dort zu warten, bis man uns um 16:00 Uhr abholen würde. Es war ausgestorben- kein Personal, keine durstlöschende Bar, ein versiefter Pool. Gemütlich und einladend ist es nicht und ich war froh, dass wir hier nicht, wie kurzzeitig angedacht, abgestiegen sind. Eine Schweizer Familie stieß zu uns und wir kamen ins Gespräch, bis wir um 16:20 Uhr vom wortkargen, eher unsympathischen Besitzer verspätet mit einem Transporter mit Anhänger abgeholt wurden. Wir stiegen als erstes zu und weitere Camper des Geländes stießen nach und nach hinzu.
Wir erreichten das Hauptgebäude, wo Ziegen frei rumliefen. Das Gelände der Geparden war von einem Zaun geschützt und sie schienen nervös wegen der Ziegen zu sein. Ein Gast streichelte eine Ziege und musste sich daraufhin die Hände desinfizieren, um nicht ins Beuteschema der Geparden zu geraten. Der Besitzer schlug immer wieder mit einem Stock auf die Ziegen ein- mit uns wunderten sich auch andere Gäste über das tierunfreundliche Verhalten. Man fühlte sich irgendwie unwohl. Wir setzten uns in den Garten und er erklärte uns, dass wir die Geparden aufgrund einer Gesetzesänderung, die vor 3 Wochen in Kraft trat, nicht mehr streicheln dürften. Das war aber absolut ok.
Wir machten Fotos von uns mit den Geparden- ich kam vor Aufregung richtig ins Schwitzen, denn ich mißtraute den zahmen Katzen etwas- hoffentlich tickt keiner aus und beißt zu. Einmal posierte Greg gelassen hinter einen Geparden, als plötzlich ein anderer Gepard sich heranschlich und sich hinter Greg setzte, so dass er zwischen beiden eingekeilt war. Da war mir schon beim Fotografieren mulmig, aber Greg blieb cool.
Zeitweise war der Besitzer gar nicht da, aber wohl jemand aus seinem Team, der sich mehr als diskret im Hintergrund hielt. Nach dem Fotoshoot erhielten die Katzen Frischfleisch und wir schauten Ihnen beim Essen zu.
Wir stiegen wieder auf den Transporter und fuhren in das weite offene Farmgelände. So ungeschützt lachten wir „Futter für die wilden Katzen kommt“. Das gelbe Gras leuchtete förmlich in der Nachmittagssonne und die Geparden taxierten uns, rannten zeitweise neben dem Auto her. Das war schon eine angespannte Stimmung und ein besonderes Erlebnis. Wir fanden es toll. Der Farmer stieg aus und warf den Geparden richtige Fleischbrocken zu. Diese schnappten sich im Sprung ihre Beute und flitzten blitzschnell davon. Der letzte Gepard war ein kleines Schusselchen- ihm entflutschte das Fleischstück und schien daraufhin völlig demotiviert und traurig. Der Farmer holte das Fleischstück, warf es erneut, der Gepard erwischte es gerade noch und raste glücklich davon.
Wir kehrten zur Lodge zurück und bekamen Getränke gereicht. In einer Gesprächsrunde erklärte der Farmer das Geparden-Projekt sowie seine Probleme und stellte sich den Fragen der Gäste. Ich war etwas abgelenkt, da ich meine ersten kleinen Dik-Diks sah. Das Geld wurde einkassiert und um eine Spende gebeten.
Fazit: Wir waren zwiegespalten. Einerseits war es schon ein unvergessliches besonderes Erlebnis, diesen Großkatzen so nah zu kommen, auch wenn es natürlich nicht die wilde Natur ist und sie zugefüttert werden. Dieses Erlebnis wollten wir wirklich nicht missen. Andererseits fanden wir das Gelände etwas heruntergekommen und den Besitzer absolut unsympathisch. Gerade die Stockhiebe gegen Ziegen und Hunde störten uns immens, so dass wir glauben, dass es ein einmaliges Erlebnis bleiben wird.
Im letzten Licht fuhren wir heim und bekamen einen Schrecken, als Tiere die Straße querten. In der Kaoko Bush Lodge trafen wir die nette Schweizer Familie der Gepardentour wieder und verbrachten einen unterhaltsamen Abend. Das Dinner war recht einfach und die Kellner etwas genervt, dass wir so lange Sitzfleisch mit den Schweizern hatten.
Beim Schlafengehen wurden wir immer aufgeregter und freuten uns wie Bolle auf den Etosha. Wir können es uns kaum vorstellen und glauben, dass wir tatsächlich Elefanten, Giraffen und Zebras sehen.
Teil 2919. Mai 2019
18. Tag/ 7.10.2018 Dolomite Camp 241 km
Das Frühstück in der Lodge war mehr als spartanisch- es gab nicht mal Marmelade. Stattdessen aßen wir scrambled eggs und trockenes Brot. Die Spannung in den letzten Tagen wuchs- und heute sollte es endlich in den Etosha gehen- wir freuten uns wahnsinnig darauf. Wir tankten kurz in Kamanjab, fuhren die Teerstraße C35 Richtung Etosha. Noch auf dem Weg entdeckten wir sogar noch eine Giraffe. Yippieh- wir hoffen, dass weitere folgen.
Gegen 09:30 Uhr erreichten wir das Galton Gate- es gab keinerlei Warteschlangen, alles war sehr entspannt. Greg verneinte die Frage nach Waffen und Drohnen. Im Besucherzentrum überzeugte mich Greg davon, das Etosha Buch zwecks Tierbestimmung zu kaufen, und für Neulinge wie uns war es wirklich sehr hilfreich. Wir haben uns dazu entschieden, den Etosha von West nach Ost zu queren, im Park zu übernachten, um so den größtmöglichen Eindruck von der Natur, den Tieren und den Wasserlöchern zu bekommen. Der Westteil wurde erst 2011 der Öffentlichkeit freigegeben und nur hier sieht man Bergzebras, Pferdeantilopen und Paviane. Wir fuhren völlig aufgeregt los- was wir wohl als erstes sehen? Wir bogen um die Ecke und sahen… den Plattmacher. Greg ulkte ein wenig und sagte „Also diese Tierwelt ist sooo beeindruckend.“ Kaum hat er es ausgesprochen, sahen wir die ersten Hartmann Zebras am Straßenrand, dann folgten Kudus, Strauße und eine Giraffe, einfach so am Wegesrand stehen. WAHNSINN.
Am Renostervlei waren einige Zebras und auch die Wappentiere Namibias- Oryxe.
Auf dem weiteren Weg beobachteten wir Giraffen, wie sie die Blätter vom Baum fraßen. Im Laufe des Urlaubes wurde ich richtig zum Giraffenfan. Wir waren fast alleine unterwegs, fuhren sehr langsam und waren einfach nur geflasht von den Eindrücken und ersten Tiersichtungen.
Am ockerfarbenen Rateldraf waren einige Tierarten vereint- Hartmann- und Flächenzebras, Oryxe, Dik Diks, Paviane und Oryxe. Ein Zebra windete sich auf dem Rücken hin und her. Andere Zebras tranken im Wasser und streckten uns ihren schönen Arsch entgegen. Ich liebe die schön gemusterten Zebraärsche.
Am weißen Klippan sahen wir Zebras, Giraffen, Oryxe, Springböcke und Strauße. Eine Giraffe trank mit gespreizten Beinen.
Auf der Fahrt tröpfelte es ein wenig und gegen 13 Uhr kamen wir am Dolomite Camp an. Wir wurden samt Gepäck per Hoteljeep nach oben gefahren. Leider kann man selbst nicht hochfahren, so dass man vom Fahrdienst abhängig ist. Runter laufen (ohne Gepäck) ist unproblematisch. Die Anlage ist gepflegt und keine Massenunterkunft. Greg war erschöpft und wollte sich kurz ausruhen. Ich lief über das Lodgegelände. Nur von wenigen Chalets hatte man eingeschränkte Sicht auf das Wasserloch. Der Infinity Pool war recht schön und einige erfrischten sich.
Greg und ich hatten Hunger und wollten schnell was essen, aber leider konnte man nichts to go kaufen und wir hielten ein Käse-Tomaten- Schinken- Sandwiches für eine rapide Lösung. Wir waren die einzigen Gäste, kurz darauf folgten 2 Briten. Wir mußten auf unser Sandwich geschlagene 45 Minuten warten und ich war kurz vor einer Explosion, schlicßlich wollte ich raus, um Tiere zu sehen. Auch die Briten reagierten recht ungehalten.
So die nächsten Tage werde ich nun stückchenweise am Etosha arbeiten- mit ein paar Tagen Unterbrechung, wenn ich in Athen bin.
Teil 3020. Mai 2019
weiter am 07.10.2018- nachmittags
Endlich ging es weiter- ich will endlich Fantis sehen! Am hauseigenen Wasserloch Dolomietpunt war einiges los- Oryxe, 3 Giraffen, viele Zebras. Hm irgendwie wirken Zebras superlangweilig, gucken und stehen wie Salzsäulen da; sie sind richtige Opfer. Na, aber so ein bei Muttern trinkendes Zebrababy fand ich aber schon auch süüüüßßßß!
In Duineveld waren nur Perlhühner unterwegs und wir sahen Elefantenkot. Unterwegs sahen wir immer wieder Giraffen am Straßenrand: Giraffen, die die Straße überquerten; Giraffen die über die Weite liefen. Wir genossen es sooooo- was für ein Paradies!
Am Nomab waren Oryxe und Zebras.
Genug der Zebras- Ich will endlich Fantis sehen und meine Hoffnung liegt auf Olifantsbad- da muss es doch klappen. Dort liefen wir über einen schönen langen Holzsteg bis zum Beobachtungsposten und sahen zwei Elefanten beim intensiven Schlammbad. Endlich!
Man konnte sie von dort oben so perfekt beobachten und ich verspürte beim Anblick der Elefanten nur pures Glück. Sie tranken, nahmen ein Schlammbad und bespritzten sich mit dem runzeligen faltigen Rüssel mit Sand, so dass sie ganz eingesaut waren. Die anderen Tiergruppen (bsp. Gnus, Zebras, Oryxe, Giraffen) warteten ehrfurchtsvoll in gewissen Abstand zu den Elefanten auf ihr Verschwinden, damit auch sie endlich an der Reihe kamen. Nur ein kleiner Vogel und ein mutiges Warzi wagten es ans Wasserloch. Wir beobachteten fasziniert die Elefanten, wie sie im schönsten Nachmittagslicht einsam, federleicht und geräuschlos ohne Trompeten in die Prärie an den Zebras und Giraffen vorbeischritten und verschwanden. Greg mahnte aufgrund der längeren Heimfahrt zum Aufbruch, aber wir hätten geflasht hier voll Glück stundenlang sitzen können.
Wir machten auf dem Rückweg zum Nomab Wasserloch- hier wimmelte es mittlerweile nur gerade so von Giraffen- Hammer, wie sie uns wieder beobachten und wir fühlen uns wie Zootiere. Auch waren wieder die Langweiler Zebras mit coolen Streifenärschen vor Ort.
In Duineveld herrschte gähnende Leere. Wir sahen noch ein einsames Kudu und eine Giraffe im Sonnenuntergangslicht.
Ich überzeugte Greg noch einen Abstecher am Dolomietpunt zu machen. Wir sahen einen Schabrackenschakal, Zebras, Giraffen, Paviane, Springbock, Impalas, einen Löffelhund und dann- ebenso einsam im Sonnenuntergangslicht- Greg zwick mich mal- ein NH. Oh mein Gott- ich war voller Glückshormone. Mir fehlen echt die Worte, was ich gefühlt habe beim Anblick des ersten NHs. Das hat sich ja mal so richtig gelohnt. Ich will eigentlich gar nicht ins Camp- kann man die Nacht denn so gar nicht aufhalten?
Wir gingen essen und saßen an einer langen Tafel- Reinhard war wieder mit seinem Sohn da und sie waren auch vom Etosha begeistert. Neben uns saßen die Sandwich Briten, die nach Südafrika ausgewandert sind und sie waren absolut überzeugte Pro Brexit Verfechter. Das Essen war okay- es gab Butternut Soup, Kudu, Beeren- Cheesecake. Es war das beste Essen von allen Etosha Camps. Allerdings durften wir wegen Löwengefahr nicht zu unserem Zelt laufen und mussten warten, bis nach und nach die Gäste per Jeep zu ihren Bungalows gebracht wurden. So verging einige Zeit und mich störte diese Abhängigkeit vom Fahrdienst.
Ich freute mich schon auf den morgigen Tag und unsere nächsten Sichtungen und schlief völlig glücklich ein.
Teil 3121. Mai 2019
8.10.2018 Okaukuejo Camo
Wir standen früh auf- schließlich wollen wir ja das volle Etosha Erlebnis. Beim Frühstück sahen wir wieder das Vater-Sohn Gespann und warteten gemeinsam genervt auf den Fahrdienst, der unsere Koffer nach unten befördern sollte. Leider ist das alleine, fast unmöglich und wir fühlten uns etwas der Freiheit beraubt, nicht fortzukommen.
Um 07:30 Uhr sind wir endlich losgedüst- wir waren froh, weiter ziehen zu können und waren in freudiger Erwartung auf das vielgelobte Okaukuejo Camp.
Fazit Dolomite Camp: Im Park die wohl am schönsten gestaltete und ruhigste Lodge mit dem besten Essen und schönem Pool. Allerdings hatte man kein nächtliches Wasserloch- Feeling, keine Wasserloch- Aussichtsplattform und der Fahrdienst war sehr zeitintensiv. Manche packen auch nur eine kleine Tasche und nehmen diese in die Lodge, damit man eben ein wenig unabhängiger ist.
Also- auf in den Tag und zum Gamedrive. Zuerst ging es natürlich an das Dolomietpunt Wasserloch. Leider war, wie schon erwartet, kein Nashorn mehr da- stattdessen sahen wir aber viele Vögel (unter anderem Riesentrappen), Zebras, Impalas und 2 Schabrakenschakale.
Am Klippen standen viele Zebras tief im Wasserloch, stillten ihren Durst und streckten uns ihren Hintern zu. Sie teilten das Wasserloch mit Springböcken und Schwarznasen- Impalas und im Hintergrund stand eine Elenantilope.
Auf der Weiterfahrt schrie ich „Stooooppp“, denn da saß ein Gelbschnabeltoko im Baum. Es folgte eine Weißflügeltrappe und einige Strauße.
Am Rateldraf beobachteten wir eine Giraffe beim Trinken sowie gut genährte Hartmann Zebras Kudus folgten am Straßenrand.
Am Renostervlei fanden wir 2 Strauße, Oryxe, Zebras und Kudus vor. Zebras gibt es im Westteil im Überfluss.
Wir sahen wieder einen Schabrackenschakal, der uns musterte und sich auf die Strasse legte. Auch sahen wir immer wieder neugierige Giraffen.
Am Jakkalswater sahen wir Streifenzebras, Oryxe, Strauße und einige Streifengnus.
Am Okawao waren wir völlig alleine und beobachteten 2 Giraffen, Kudus, Zebras, Impalas, Oryxe, Springböcke Streifengnus. Und dann konnten wir unser Glück kaum fassen- Gänsehauterlebnis- da kam auf einmal ein schwarzes NH ans Wasserloch. Wahnsinn! Es war richtig viel Bewegung am Wasserloch und ein unglaublich schönes Erlebnis, all diese Tiere gemeinsam am Wasserloch zu beobachten. Und dann kam auf einmal aus dem Nichts ein zweites schwarzes NH- wir trauten unseren Augen kaum. Im Hintergrund gingen sie aufeinander zu, vorne liefen Giraffen ins Bild. Der pure Wahnsinn. Daheim sahen wir, dass eines der NH einen Verband hat. Wir waren von der Szenerie geflasht und glücklich, das so nah (ca 10-15-m Entfernung) miterleben zu dürfen. Eines der schwarzen NH stieg gemächlich ins Wasser und die Hälfte des Körpers färbte sich deutlich durch das Wasser dunkler. Auch kam nun eine große Zebraherde dazu und nach 30 Minuten zogen die NHs davon. Dieses pure NH Glück genossen wir 30 Minuten völlig alleine und die nichtsahnenden Touris, die uns entgegenkamen, waren bestimmt auch über die Giraffen und Zebras erfreut und ahnten nichts von unserem Glücksmoment.
Wir mussten noch an mein Lieblingswasserloch im Etosha, zum Olifantsrus. Ich mag es einfach, dass man hier aussteigen darf und die Tiere so nah betrachten kann. Ich war zunächst enttäuscht- eine riesige Gnuherde war im Wasser, Zebras und Oryxe. Aber wo sind die Fantis? Wir sahen einen Sekretär dahinschreiten. Aber da- Unruhe- in der Ferne konnte man drei Elefanten ausmachen und sie schienen tatsächlich ans Wasserloch zu kommen. Einer überholte von links kommend. Die Tiere verschwanden vom Wasserloch und überließen dieses den Elefanten. Teils kamen die Elefanten uns sehr nah an den Beobachtungsstand und auch sie schienen uns zu beobachten. Beide Seiten hatten wirklich ihren Spaß. Sie tranken, beschlammten sich und grinsten vor sich dahin. Gegen Ende war es eine Megaschlammschlacht- die Fantis gaben alles. Wir fielen beide in einen glückseligen Fotoflash und man aus den Bilder ein richtiges Daumenkino machen- zu lustig. Diese Tiere sind aber auch zuuu toll- ich konnte mich kaum losreißen, aber Greg mahnte nach über 90 Minuten Fantiglück zur Weiterfahrt. Es war ja auch schon fast 1 Uhr.
Bis nächste Woche- sorry- dann werde ich auch auf die Kommentare eingehen;-) Morgen gehts nach FFM auf Seminar und dann ab zur Akropolis. LG Silke
Teil 3228. Mai 2019
06.10.2018 Okaukuejo Camp
Greg war nicht mehr so geduldig, als ich die nächsten Wasserlöcher aufschrieb, so dass ich mir etwas unsicher bin mit den nächsten Namen.
Am Tobiroen waren Zebras und Giraffen. Danach folgten einige inaktive Wasserlöcher ohne Tiere.
Wir fuhren nach Sonderkop. Ein paar Elefanten waren schon zusammen mit Zebras, Straußen und Springböcken am Wasserloch.
Greg fielen müde die Augen zu- aber ich musste ihn vor Aufregung wecken- von links näherte sich geräuschlos aus dem Nichts eine kleine Elefantenherde bestehend aus 9 Tieren, einem riesigen Elefanten und auch kleinen Elefanten. Sooo traumhaft schööön, ihr umsichtiges Sozialverhalten gerade mit den Kleinen zu beobachten. Sie bildeten ein richtiges Knäul im Wasserloch, die kleinen tranken auch bei ihrer Mama. Wie immer hielten die anderen Tiere einen gewissen Abstand zu den Elefanten und warteten geduldig. Auch hier schauten wir 45 Minuten zu. immer wieder kamen Autos und fuhren teils auch recht schnell und desinteressiert wieder weiter.
Wir genossen die Fahrt, sahen Springböcke und Giraffen, aber auch einen Schakal, der sich zusammen mit Geiern ein Zebra teilte. Es wurde landschaftlich richtig schön und grün bei Sprolieswood, ein dekorativer Baum. Ein Erdhörnchen erblickten wir auch noch am Straßenrand. Wir hatten an diesem Tag angefangen, Giraffen zu zählen- bis zum Camp waren es 25.
Gegen 17 Uhr kamen wir in Okaukuejo an. Wir checkten ein und ich schaute mir die Angestellten am Check-In an- schließlich hatte ich ja noch einen Auftrag. Da bemerkte ich, dass wir an der falschen Schlange standen und wechselte diese aber nicht. Als wir an der Reihe waren, sprach ich Meriam von der Seite an und übergab ihr das Foto von Laura und ihrer Mutter, die sich unheimlich freute und das Foto immer wieder anstrahlte. Leider konnten /durften wir keine Wasserloch- Chalets Wünsche äußern. Ich ging erstmal noch auf die Toilette und Greg checkte die Nahrungsmittel- Lage im Shop, da wir gemütlich in unserem Wasserloch Chalet mit Blick aufs Wasserloch vespern wollten. Greg begrüßte mich trocken: „Hier ist es wie in der DDR!“ Ich schaute mich um- alles ausverkauft. Es gab nichts mehr- so ein Mist. Kurz darauf folgte die riesige Enttäuschung mit unserem Waterhole Chalet. Ich hatte es mir aus den Forums Berichten so romantisch vorgestellt- Vesper und Weinchen auf der eigenen Terrasse mit direktem Blick auf das Wasserloch. Wir aber waren megaweit entfernt und hatten aus dieser Perspektive sicherlich keinerlei Chance, irgendein Tier im Sitzen zu sehen.
Ich war genervt, dass wir dafür soviel gezahlt haben und alles so anders wie gewünscht lief. Ich hatte mich soooo auf diese Übernachtung gefreut und fand es eine einzige Enttäuschung. Im Restaurant nahmen wir eher schlechtes wie rechtes Büffetessen zu uns.
Wir gingen zum gut besuchten Wasserloch. Stative wurden in Position gebracht, Reisegruppen unterhielten sich gnadenlos laut, besonders unangenehm fiel eine französische Reisegruppe auf. Individualreisenden schwiegen oder flüsterten. Es war eine gewisse Unruhe, Menschen kamen und gingen. Greg holte die Weinflasche- vielleicht besserte sich so meine Laune. Zum Sonnenuntergang besuchten einige Giraffen, Zebras und Springböcke das Wasserloch.
In der Dunkelheit streunten Schabrakenschakale umher. Gegen 20:20 Uhr stockte uns der Atem, als tatsächlich ein NH mit seinem Baby ans Wasserloch kam und die zwei rund 15 Minuten im Wasser badeten- ist das wirklich wahr? Unglaublich! Sie gingen aus dem Wasser, um sich dann 5 Minuten später wieder für 10 Minuten im Nass zu abzukühlen.
Es kamen Giraffen ans Wasser und- nein, das gibt’s doch gar nicht, ein drittes NH kam von links aus dem Nichts. Die 2 Alten begrüßten sich schmusend an Land. Wow wir beobachteten die NHs rund eine Stunde, bis wir uns gegen 21:15 Uhr erneut die Augen rieben. Ehrfurchtsvolles Flüstern „Lions“. Ich glaub es nicht. Da sind die NHs im Wasser und 5 Lions trinken am Wasserloch.
Nach 10 Minuten waren die Löwen weg und auch die NHs zogen davon. Wahnsinn- das ist Natur, ich war total geflasht. Eine gewisse Zeit war nichts mehr am Wasserloch los. Aber da- es ging uns durch Mark und Bein, ein Tier schrie und wurde wohl qualvoll von den Löwen in einiger Entfernung zerfetzt. Ruhe am Wasserloch- minutenlang lauschten wir dem Todeskampf und den Schreien zu. Gänsehaut- ein unvergesslicher Moment.
Nach 20 Minuten tauchten drei andere NHs auf- diese hatten kein Kind dabei.
Die Löwen kehrten zurück und tranken gleichzeitig mit den NHs. Ein Wahnsinnsabend. Greg ging zuerst ins Bett und ich folgte ihm ein paar Minuten später, da ich auch völlig müde war.
P.S. Da wir ja auch erstmal mit der Kamera in der Nacht ein wenig rumexperimentierten, sind die Fotos nicht perfekt, aber sie vermitteln doch einen kleinen Eindruck;-).
Teil 3329. Mai 2019
20. Tag / 9.10.2019 Halali Camp 270km
Wir starteten bereits vor 7:00 Uhr zu einem kleinen einstündigen Before Breakfast-Drive. Wir ließen das Wolfnes Wasserloch aus, da wir direkt auf Lauras Empfehlung nach Okondeka wollten- leider war der Zauber des Sonnenaufgangs schon vorbei. Das Wasserloch war ebenso inaktiv wie Adamax, Natco und Leubron (alle 3 laut Etosha Führer eigentlich aktiv) und somit war die Fahrt nicht megaergiebig. Das Licht allerdings war in der Früh sehr schön und so sahen wir Springböcke, Schabrackenschakale und Giraffen.
Am Okaukuejo Wasserloch waren Springböcke, Gnus und, Oryxe, Zebras und Kudus.
Wir frühstückten zügig, denn wir wollten weiter. Fazit Okaukuejo: Das Wasserloch Okaukuejo war schon toll, aber ich fand unser Waterhole Chalet völlig überteuert und auch recht nutzlos. Sicherlich hätte uns ein normales Doppelzimmer genügt. Eigentlich darf es auch nicht sein, dass der Shop dermaßen ausverkauft ist, so dass man sich selbst nichts zubereiten kann. Ansonsten ist es ein Großbetrieb und recht rummelig.
Wir fuhren gegen 9:30 Uhr Richtung Etosha Pfanne und waren vom Ausblick auf das „Meer“ echt begeistert. Das war schon sehr sehenswert.
Am Wasserloch Nebrownii waren unzählige Zebras, Springböcke und Oryxe,
Am Gemboksvlakte wurde ein Traum wahr- 3 Löwen am Wasserloch. Einige Herden (Springböcke, Zebras, eine Giraffe, Strausse, evt. ein Kapfuchs?) standen wie eingefroren da und hofften, dass die Löwen endlich verschwinden, damit sie selbst endlich ans Wasser kommen. Auch fünf Schabrackenschakale warteten geduldig auf ihren Anteil der Beute. Ich ärgerte mich etwas über das misslungene Fotomotiv, denn ein Löwe lag direkt demonstrativ neben einem Scheishaufen und die zwei anderen an einem Betonblock. Die Löwen lagen recht faul da, ab und zu streckte sich einer und schaute auf die Herden. Wahrscheinlich suchte er sich ein Opfer aus, aber das schien anzudauern, so dass wir ungeduldig nach einer halben Stunde weiter fuhren.
Olifantsbad machte seinem Namen alle Ehre. Auch hier waren viele Springböcke, Kudus eine Giraffe und ganz viele Fantis und Fantibabys. Yippieh! Ich war echt selig, das Familienleben und diese Minifantis zu beobachten, wie sie bei der Mama tranken, sich am Wasser erfreuten und rumtollten. Auch das Rüssel- Rücken- Schmusen und das Rüssel-Rüssel-Schmusen gefiel mir- solche liebevollen Familientiere. Selbst die Kleinen ahmen die Erwachsenden damit schon nach;-) Mir fiel es hier furchtbar schwer, nach über einer halben Stunde weiterzufahren.
In Aus waren die Tiere aus- nur vereinzelte Kudus waren da. Ondogab war entgegen des Etosha Buches inaktiv. Wir fuhren zurück nach Kapupuhedi- wir liebten den Blick auf die Etosha Pfanne, die hier so nordseehaft und durch die Grasbüschel so dünenmäßig wirkte. Hier gab es nur vereinzelte Oryxe, Springböcke und Strauße. Auch ohne viele Tiere, wirkte die Landschaft einzigartig schön- grün, vereinzelte Bäume, Nordseefeeling. Besonders gefiel uns die Strecke Sueda- Salvadora und Charitsaub. Auch in Rietfontein waren nur die üblichen Verdächtigen (Gnus, Zebras und Springböcke) und keine Spur von Löwen oder Fantis.
Wir liebten die Strecke entlang der Etosha Pfanne. Gegen 15 Uhr kamen wir bereits in Halali an und checkten ein. Auf dem Gelände sprangen Erdhörnchen rum und wir sahen einige blaue Vögel. Im Supermarkt gab es glücklicherweise einiges an Vorräten und wir waren sehr positiv überrascht- wir gönnten uns sofort ein Magnum Mint und kauften für unser Abendvesper Käse, Brot und Savannah Dry.
Unser Bush Chalet war recht großzügig mit Küche, Wohnzimmer, Grill, Kühlschrank, 2 Zimmer, Klima und die Handtücher waren sogar in Schwanenform geknotet- das hatten wir auf dieser Reise sonst nirgends Von allen NWR Unterkünften spürte man sogar einen Hauch von Liebe.
Greg hatte durch die Hoppelei auf den Strassen Rückenschmerzen und wollte sich ein wenig strecken und ausruhen. So lief ich allein mit einem kleinen Umweg in der glühenden Hitze Richtung Wasserloch, wo kein Tier zu sehen war, so dass ich nach einigen Minuten den Rückweg antrat. Wahrscheinlich ist das hier das absolute Verarscher Wasserloch und wir werden hier gar nichts sehen. Langsam verstand ich, warum die erfahrenen Formis draußen übernachten und sich diese überteuerten Unterkünfte im Park nicht antun. Ich war schon wieder bissel genervt. Grrr. Ich ging zurück und tatsächlich war Greg wieder abfahrbereit und machte mich überglücklich. Yippieh- auf geht’s zu neuen Abenteuern! Hey, wir haben heute noch gar kein NH gesehen- vielleicht begegnet uns ja noch eines.
Wünsche allen einen schönen Feiertag! Die nächsten Tage gehts weiter.
Teil 3430. Mai 2019
es geht weiter- Halali Nachmittag und Abend
Auf dem Weg nach Goas schritt tatsächlich ein NH durch den Busch- super!!! Was für ein Glück. Auch stand eine Kuhantilope am Wegesrand.
Am Wasserloch Goas war ein riesiges Bus- Verkehrauskommen- was war denn hier los? Wir sahen es zuerst nicht- ahhh ein Tüpfelhyänenpaar. Wir wollten zum hinteren Aussichtspunkt fahren, da dort weitaus weniger los war, brachen die Route aber wegen der schlechten Straßenqualität ab. Gerade als wir gedreht hatten, kamen uns plötzlich alle Tourbusse rückwärts entgegen und verfolgten regelrecht die Tüpfelhyäne, die uns leid tat. Wir fanden das schon übertrieben krass. Die Tüpfelhyäne ging wieder ins Wasser und Ihre Silhouette spiegelte sich schön. Wir fragten uns, ob sie schwanger ist, der Bauch zeigte jedenfalls enorme Rundungen an.
Nach 5 Minuten fuhren alle Autos davon und so profitierten wir alleine vom Auftritt des schwarzen NHs, das an das Wasserloch schritt und genossen eine Viertel Stunde das Schauspiel.
Noniams hingegen war völlig unergiebig.
Es war Zeit heimzufahren. Greg wollte keine weiteren Runden drehen und so fuhren wir auf dem selben Weg hinter einer Herde Springböcke her, die sich schön gleichmäßig über die Strasse verteilten.
Eine Giraffe stand auch am Wegesrand und – Stop Gregor- zurück. Da saß im schlechten Licht eine Gabelracke, die einzige des Urlaubes, aber immerhin. Gegen 18:00 Uhr fuhren wir durch das Tor von Halali. Wir hatten heute übrigens 11 Giraffen gesehen.
Wir fuhren zum Halali-Wasserloch und sahen noch eine Rotschnabelfrankolin (Danke Logi;-)
?Wieder gähnende Leere am Wasserloch- das ist ja echt ein Witz. Ich blieb da, während Greg das Auto heimfuhr und das Abendbrot holte. Ringsum waren einige Sitzbänke auf verschiedenen Ebenen angelegt - versuchen kann man es ja. Nach und nach kamen immer mehr Gäste, setzten sich und schauten ins Nichts. Pünktlich zum Sonnenuntergang gegen 18:28 Uhr kam von links aus dem Nichts völlig geräuschlos eine Elefantenherde mit Jungtieren, wie im Dschungelbuch trabten sie hintereinander her und die weit über 20 Tiere verteilten sich rund ums Wasserloch Die erwachsenen cleveren Tiere strömten direkt zum Frischwasserquelle und tranken von da direkt. Nur einer verrichtete halt mal direkt daran sein Geschäft. Was ein Lump. Wir trauten unseren Augen kaum, als wir sahen, dass von hinten rechts ein NH ebenfalls im schönsten Abendlicht zum Wasserloch trabt. Zunächst trinkt ea recht ungestört weiter hinten, während die Elefanten ringsum Spaß haben. Dem NH wird’s zuviel der Elefanten und trabt davon- ah ne, es wendet nochmals und sucht sich eine andere Stelle. Nur ein kleiner Minielefant rennt immer wieder in seine Richtung und versucht sein Wasserloch zu verteidigen, aber das Nashorn bleibt cool. Die Herde macht ihre Show, sie baden, tauchen unter Wasser, jagen sich, drücken sich spielerisch immer wieder gegenseitig unter Wasser, kuscheln, trinken, necken sich. Gerade die kleinen sind megasüss. Es macht sooo Freude, Ihnen zuzuschauen- großes Kino. Ich bin im Megafotoflash. Die Sonne geht langsam unter und ich habe Gänsehautfeeling. Die Herde geht wieder, einige verweilen noch kurz am Wasserloch, um noch etwas Wasser zu trinken. Die Kleinen stolpern tollpatschig über ihre Füße und werden liebevoll wieder per Rüssel hochgezogen. Erst gegen 19:15 Uhr mit dem letzten Licht verließen die letzten Elefanten das Wasserloch. Immer wieder drehen sich Elefanten zu uns um, schwangen ihre Rüssel beifallheischend in unsere Richtung, als würden sie eine Reaktion/Applaus unsererseits erwarten. Ja, ihr Süßen- ihr habt volle Arbeit geleistet und mein Herz erwärmt.
Wir warteten- vor uns hängte sich eine Fledermaus in den Zaun. Stille, Ruhe, erwartungsvolle Spannung. Eigentlich war ich ja eh schon glücklich- NH und Elefantenshow. Mehr brauche ich doch eigentlich nicht. Ich war glücklich und zufrieden, hier zu sein- alles richtig gemacht.
Sehr kurz erscheinen Schiesser Zebras, die aber sofort verschwinden, als aus der Dunkelheit ein weiteres NH auftaucht. Das NH lief äußerst fotogen über den Steg des Wasserlochs und zeigte sich in seiner ganzen Pracht. Die Silhouette spiegelte sich in der Wasserfläche. Ich stelle fest, dass ich die NHarten schlecht voneinander unterscheiden kann. Es dreht sich gemächlich in alle möglichen Positionen, trinkt, badet kurz und bietet uns ebenso 45 Minuten Show. Die Fotos klickern. Unglaublich, besser wie jedes Kino- Das NH verschwindet Richtung Büsche und stoßt fast mit den lauernden Hyänen zusammen, die es wild anfauchen. NHs sind wohl halb blind und in aller Seelenruhe trottet es nach links weg.
Es ist unglaublich- 2 Minuten später ist wieder Elefantentrubel am Wasserloch. Wieder laufen sie direkt zum Frischwasserlieferant, aber statt uns ihren Hintern herzustrecken, schauen sie in unsere Richtung. Manchmal denke ich, besuchen uns die Elefanten im Zoo. Auch hier wird wieder der Rüssel geschwungen in unsere Richtung gedreht. Elefanten scheinen echt Spaß am Leben zu haben.
Greg ging müde heim. 20 Minuten war nichts los am Wasserloch- Rekordzeit. So nahm ich mehr die Besucher des Wasserlochs wahr. Gerade die Reisebustouris nervten mich. Sie verhielten sich recht egoman und waren regelrechte Störenfriede. Bierflaschen wurden aus der Kühlbox genommen, laut und klirrend zugeprostet und mit Stirn- und Taschenlampen Tiere geblendet oder diese mit Blitz fotografiert. Individualtouris wiesen sie zurecht, dass sie Lampen ausmachen sollten bzw. einfach mal ruhig sein sollen.
Plötzlich taucht eine NHmutter mit ihrem Kind auf-Ist das denn die Möglichkeit- das kann doch alles nicht wahr sein. Es wird geflüstert- teils sind es dieselben Besucher wie in Okaukuejo. Auch jetzt sind wieder die Nashörner zeitgleich mit 9 Fantis am Wasserloch- die Fantis an der Wasserquelle, die Nashörner gegenüber. Sie lassen sich gegenseitig in Frieden. Innerhalb von 5 Minuten tauchen 3 Elefantenfamilien auf- es ist unglaublich!
Ich schaute ihnen ein wenig zu. Es war mittlerweile 21:50 Uhr und mir fielen nach diesem Kino ebenso langsam die Augen zu. Ich folgte Greg äußerst ungern-schließlich haben wir morgen noch einen Tag Etosha und dieser muss genutzt sein
Ich sag nichts mehr gegen das Wasserloch, ich bin restlos begeistert. Ich war rundum glücklich und innerlich irgendwie von dem heutigen Abend völlig aufgedreht. Wir haben 5 Nashörner heute gesehen- das ist doch der Wahnsinn hier. An diese Momente werde ich wohl mein Leben lang denken.
Teil 3502. Juni 2019
21. Tag/10.10.2018 Emanya@Etosha Lodge 295km
Wir fuhren nach einem kurzen Frühstück bereits um 07:30 Uhr wieder aus Halali raus. Die Straße am scheinbar aktiven Nuamses Wasserloch war schlichtweg schlecht und tierlos. So genossen wir die Fahrt entlang der Etosha Pfanne. Nur am Etoshas Lookout kann man etwas in die Pfanne hneinfahren und der Anblick auf die trockene Weite mit Nordseebüschel ist einzigartig. Ein Mann war dort aus dem Auto gestiegen- ist das dort eigentlich offiziell erlaubt? Letztendlich gibt es ja keinen Schutz für den Menschen.
Wir genossen den Morgen und sahen eine Kuhantilope und Strausse. Wir liebten es, immer wieder zur Pfanne zu schauen, einzelne Bäume und Büsche wirkten sehr kunstvoll.
Am Batia Wasserloch war zwar nicht los, aber in der Nähe des Wasserloches sahen wir viele Gnus, Zebras und Kuhantilopen, die die Gnus zu ärgern schienen, denn diese jagten daraufhin die Kuhantilopen, die actionreich in die Luft sprangen.
Auf dem schönen Weg nach Okerfontein erblickten wir hinter Bäumen zwei Elefanten. Viele fuhren an ihnen vorbei, aber wir erfreuen uns immer noch über Tiersichtungen am Wegesrand. Immer wieder sahen wir auch Zebras oder auch Elefanten fotogen durch die Pfanne laufen, Wir waren begeistert von der Landschaft und schon allein deswegen lohnte sich die Fahrt, auch wenn es nicht so mega tierreich war. Das Okerfontein Wasserloch war tierlos, aber in der Nähe waren wieder einige Gnus und auch Zebraherden, die in aller Gemütsruhe die Strasse querten oder schmusten. Die Kleinen tranken bei der Mama.
Jetzt musste ich aber wirklich dringend auf Toilette und das mitten im Etosha. Und als Greg etwas schneller um die Ecke fuhr, bremste ich ihn durch ein lautes „Stoooooppppp“!!! Direkt vor der Toilette querte doch tatsächlich ein Elefant die Straße und blieb direkt am Wegesrand stehen.
Na hoffentlich bleibt er da hinten und zerlegt meine Toilette nicht. Ich hatte ja einige Horrorgeschichten gelesen und die Toilette war zwar zugegebenermaßen kein Augenschmaus, aber mit Hygienetüchern lassen sich auch ein fehlendes Waschbecken und fehlende Seife leichter ertragen.
Wir fuhren am tierleeren Ngobib einem Wasserloch vorbei und stoppten auf der Straße hinter einen PKW. Elefanten ruhten sich direkt an der Strasse unter einem Baum aus und der Vordermann wagte es tatsächlich und fuhr los. Uns stockte der Atem und wir beobachteten das Geschehen. Das Auto fuhr langsam vorbei, es wurde aus dem Auto eifrig fotografiert und die Herde gefilmt.
Diese erhob sich und kam uns zügig auf der Straße direkt mit bedrohlich wehenden Ohren entgegen. Ups. Panisch sagte ich:“Greg sie kommen!!!Versuch zu wenden!!!“ Greg blieb erstaunlich ruhig. Da wir alleine waren, konnte Greg problemlos rückwärts fahren und lenkte uns kurvig hunderte Meter sicher aus der Gefahrenzone. Glücklicherweise gab es keine Schlaglöcher. Ja, jeder kuscht vor den Elefanten, auch wir. Daheim stellte ich erstaunt fest, dass die Beifahrerin aus dem Vorderauto verrückterweise ausgestiegen ist und unsere Flucht fotografierte. Das Aussteigen ist im Park aus Sicherheitsgründen für Mensch und Tier verboten und bereits am Parkeingang sind Verhaltensregeln angebracht. Im Forum sagte man mir, dass ich das am besten gleich im Park gemeldet hätte und es daheim dafür zu spät sei. Schade- ich fand deren Verhalten leichtsinnig und unmöglich.
Die Elefanten verließen die Fahrstrasse durch ein leicht bewaldetes Gebiet Richtung Wasserloch und wurden von neugierigen Schwarznasenimpalas aus dem sicheren Schatten der Bäume beobachtet
Wir warteten immer noch voller Adrenalin auf die Fantis am Wasserloch. Ein weiteres Auto war am Wasserloch und die Insassen behaupteten, dass sich Löwen versteckt hätten, die wir aber nicht sahen. Die Elefantenherde kam anmarschiert und der erste Elefant trötete furchterregend. Die zwei Löwen kamen aus ihrem Versteck und trollten sich gemächlich unter einen Schattenbaum.
In Kalkheuwel waren Zebras zu sehen.
Das Chudop Wasserloch hat eine fotogene Riedgrasinsel, wo auf der einen Seite 4 Elefanten tranken und sich auf der anderen Seite auch viele trinkende Zebras, Steinböckchen und Kudus aufhielten.
In Koasaneb Wasserloch sahen wir unter einem grünen Baum, etwas entfernt eine Löwenfamilie im Schatten ausruhen und bekamen diese leider nicht so richtig vor die Linse.
Greg hatte Hunger und so fuhren wir weiter nach Namutoni, wo wir sogleich den Shop stürmten. Wir reihten uns mit 2 Magnum Peppermints ein, als plötzlich von hinten eine Stimme ertönte:„ Silke?“ Ich schaute etwas verdutzt drein und konnte so schnell gar nicht begreifen, wer mich hier kennen könnte. Natürlich war es Gabi aus dem Forum- es gab ein großes Hallo. Vor der Reise hatten wir festgestellt, dass wir meist dieselbe Route mit teils den gleichen Übernachtungen fuhren- nur waren wir ihnen meist einen Tag voraus. Wir waren uns sehr sympathisch und verschoben den Plausch auf abends in der Emanya Lodge, da wir alle 4 im Tierfieber waren.
Wir schauten uns das von deutschen Schutztruppen in den Jahren 1902/1903 errichteten weiße Fort an. Am Wasserloch war nur ein großer Vogel, der sich mit seinem Schnabel im Gefieder kratzte und daher nicht sehr fotogen war.
Wir fuhren Richtung Twee Palms und sahen einige Palmen. Am sumpfigen Wasserloch selbst stehen 2 Palmen und ein Elefant und ein Zebra versanken richtiggehend im Loch.
In Tsumcor waren unendlich viele Tiere da- ca 12 Giraffen, Kudus, Zebras, Oryxe, Elenantilopen und zwei Elefantenherden. Wir waren völlig geflasht. Hier tranken sogar Zebras, Giraffen und Elefanten gemeinsam. Um 15:20 Uhr rissen wir uns schweren Herzens los. Die Fahrt zum Adoni Wasserloch dauerte uns dann letztendlich zu lange, so dass wir wendeten und erneut am Tsumcor vorbeischauten, um eine größere Elefantenherde zu beobachten.
In Groot Okevi und Klein Okevi war wenig los.
Greg musste in Namutoni auf Toilette und ich fotografierte die zahmen Mangusten mit ihren roten Näschen.
In Klein Namutoni waren eine Giraffe, Oryxe und Schwarznasenimpalas. Es waren einige Autos da und wir hörten, wie sie untereinander auf deutsch per Mikro kommunizierten. Anscheinend wurde ein Leo gesichtet und auf einmal fuhren alle weg, fanden den Leo aber augenscheinlich doch nicht.
Beim Dik Dik Drive sahen wir die kleinen 5-6kg schweren Antilopen. Die Päarchen leben bis zu ihrem Tod beisammen, nur wenn der Partner stirbt, suchen sie einen neuen.
Wir machten erneut einen Abstecher nach Klein Namutoni. Dort standen mittlerweile einige Autos und eine Elefantenherde gab ein richtiges Schauspiel. Die Kleinen waren mal wieder zuckersüß, erfreuten sich am Wasser und tauchten öfters mal unter.
Landschaftlich und tiermäßig gefiel uns der Tag sehr. Heute hatten wir den Fanti Rekord gebrochen und auch 54 Giraffen gezählt- allein in Tsumcor gab es 12.
Um kurz nach 17:30 Uhr fuhren wir los- schließlich mussten wir heute leider den Park verlassen. Am Gate waren die Mitarbeiter des Parks bestens gelaunt, fragten uns, woher wir kämen. Ihr „Bis morgen“, mussten wir leider verneinen. Auf der Teerstraße rollten mir traurig die Tränen runter.
Wir sahen noch einige Wildschweine und kamen gegen 18:30 Uhr in der Emanya Lodge an.
Wir whatsappten mit Gabi und Fridolin und verabredeten uns zum Abendessen. Netterweise wurden die zwei für uns gedeckten Einzeltische zusammengestellt. Wir verstanden uns auf Anhieb, quatschten wild drauf los und verbrachten so einen schönen unkomplizierten Abend mit einem wirklich leckeren Essen. Der „ Amarula-Song“ der Angestellten brachte uns aber eher zum Schmunzeln.
Teil 3603. Juni 2019
Fazit ETOSHA: Mit 22.700 ha entspricht der Park etwas mehr wie die Fläche der halben Schweiz. Die beste Zeit für Tierbeobachtungen ist von Juni bis Oktober, da in der Trockenzeit die Tiere auf die künstlichen Wasserstellen angewiesen sind.
Wir durchquerten den Park innerhalb von 3,5 Tagen von West nach Ost und nächtigten in 3 staatlichen Camps mit Wasserlöchern. Dolomite Camp im Westen, Okaukuejo im Mittelteil, Halali im Osten und direkt vor den Toren Etoshas in der Emanya@Etosha Lodge. So bekam man einen hervorragenden Einblick in alle Ecken Etoshas und wir nutzten die Wegstrecken als Gamedrives. Für Ersttäter fanden wir das die beste Option. Die Camps im Park sind zwar einerseits überteuert, aber die Wasserlöcher in Halali und Okaukuejo waren natürlich unschlagbar. Vielleicht sind uns unbekannte Lodges wie Hobatere, Etosha Village oder auch Onguma gute Alternativen. Für 2020 haben wir das Etosha Village und Halali gebucht und verzichten dieses Mal auf Okaukuejo. Wo wir im Ostteil übernachten werden, ist noch unklar- ich finde Onguma als kurzen Übernachtungsstop echt zu schade.
Wir waren begeistert, so nah an die Tiere ranzukommen und mit dem eigenen PKW durch den Park zu fahren. Es hatte etwas Entschleunigendes das Tierverhalten zu beobachten: • geräuschlose fürsorgliche, gutgelaunte, kuschelnde, badende, respektvolle Elefanten. Sie sind eindeutig die Obersten in der Hierarchie- selbst Löwen kuschten vor ihnen • aufmerksam und am Geschehen interessierte und beobachtende Giraffen • behäbige, meditative, ruhige Nashörner • angsteinflössende Löwen, die immer für eine Grundspannung am Wasserloch sorgten • die ängstlichen Zebras, die eine Opferrolle einnahmen
22. Tag/11.10.2018 Okonjima Plains Camp 338km
Heute konnten wir fast ausschlafen und frühstückten um 07:30 Uhr mit Gabi und Fridolin. Ich besuche gerne spezielle Städteevents in verschiedenen Ländern und sie erzählten mir vom spannenden Kuhkampf im Wallis und dem Schwingerfest. Die Streetparade und den Basler Morgenstraich kenne ich ja bereits. Vielleicht schaffen wir es ja, uns bald bei einem dieser Events oder im Schwarzwald / der Schweiz zum Fotobuchaustausch wiederzusehen. Es passte einfach zwischen uns und die Stimmung war sehr harmonisch.
Wir verquatschten uns etwas und fuhren nach einem gemeinsamen Abschiedsfoto gegen 09:15 Uhr los. Wir legten einen Zwischenstop am Otjikoto See ein und bezahlten die 100 NAD Eintritt. Als sich die deutsche Schutztruppe 1915 zurückziehen musste, versenkte sie den Grossteil Ihrer Ausrüstung im See, um diese nicht den nachrückenden südafrikanischen Truppen zu überlassen. Nur einige Stücke wie beispielsweise ein Munitionstransporter, Maschinengewehre, Kanonen und unzählige Waffen wurden geborgen, während der Geldsafe unbekannten Inhalts noch verschollen ist Naja, eine weitere Z Sehenswürdigkeit. Sehenswert waren die Phyton Bäume-ein Baum verästelt sich so in einen weiteren Baum, umschlingt diesen, bis er diesen abtötet. Auch gibt es dort die ungewöhnlichen Bäume mit grünem Stamm, deren Namen ich nicht kenne.
Manchmal liefen Menschen mitten auf der Strasse, aber ansonsten war die Teerstraße einfach öde und langweilig. Wir tankten und meldeten uns am ersten Gate von Okonjima an. Okonjima ist Sitz der African Foundation, eine Organisation, die 1992 gegründet wurde, um Namibias Raubtiere vor der Ausrottung zu bewahren und ihre Verhaltensweisen zu studieren. Heutzutage gibt es weltweit 7000 Geparden, 2.500 leben in Namibia und davon nur 5 Prozent in geschützten Nationalparks. Africat versucht in Gesprächen mit Farmern, diesen Alternativen aufzuzeigen, statt die Tiere zu töten. Auf Pirschfahrten kann man Leoparden und Geparden, die meist ein Funk Halsband zur Aufenthaltsortbestimmung tragen, näherkommen. Nach dem zweiten Gate sahen wir Geparden und Leoparden-Warnschilder- da wurde uns schon ein wenig mulmig. Nach dem dritten Gate sahen wir Warzis, mehrere Giraffen, Zebras, Kudus und Steinböckli. Die Fahrt zum Hauptgebäude zog sich und wir wurden vom Personal sehr freundlich und lustig empfangen. Wir entschieden uns gegen den vorgeschlagenen Cheetah Drive/Walk am Nachmittag, da wir ja bereits Cheetahs erleben durften. Stattdessen buchten wir den Morning-Leopard Drive für 700NAD.
Bis zur gebuchten Garden Lodge fuhren wie weitere Minuten. Wir richteten uns ein und waren über das fehlende Moskitonetz erstaunt.
Zum Ausgangspunkt der Wanderung musste man leider fahren - Greg war es zu heiß und ich wollte nicht alleine losziehen. Wir liefen zurück zum Hauptgebäude und genossen unsere vorerst letzte Kaffee und Kuchen Time. Greg las entspannt in der Lounge und ich saß erwartungsvoll in der prallen Sonne vor dem Wasserloch- Warzis, Wild Dogs und Steinböckchen gaben sich die Ehre
Wir blieben hier entspannt bis zum Sundowner mit Savannah Light und einem Malawi Shandy.
Danach gab es ein leckeres, immer schön angerichtetes Abendessen. (Greg hat die Speisekarte mitgenommen). Die Bedienungen waren wieder superfreundlich.
Der Heimweg zu Fuß war aufgrund der schlechten Beleuchtung gar nicht so einfach- zudem versagte der Handy Akku und somit unsere Lichtquelle. Wir hatten nicht erwartet, dass wir nicht mehr zwischenrein zurück in das Zimmer kommen und hatten die Taschenlampe vergessen. Das war ein bisschen nervig. Im Zimmer- sorry- tötete Greg zwei Riesenspinnen und ich ging auf Moskitojagd. Das Surren nervte- eine bekam ich, die andere nicht und hoffte darauf, dass sie keine Malaria überträgt.
Teil 3703. Juni 2019
So, iich möchte endlich fertig werden und schiebe daher gleich den nächsten Morgen hinterher.
23. Tag /12.10.2018 Abflugstag morgens 275 km
Um 05:15 Uhr klingelte erst unser Wecker und zusätzlich klingelte uns um 5:30 Uhr unser Telefon- Wake Up Call aus den Federn. Um 6:00 Uhr frühstückten wir mit anderen Gästen Kaffee und Muffins. Wir waren etwas verschrocken über die wachsende Teilnehmeranzahl am Leo Drive und erwarteten missmutig eine Massenabfertigung. Aber wir wurden sogleich positiv überrascht, denn wir waren nur zu sechst mit schweizerischen Reisebustouris im Jeep und jedes Auto fuhr zudem in eine andere Richtung davon, so dass wir bei einem Sichtungsglück doch alleine wären. Unser Führer Mathew hielt erstmal an, um den Zauber des Sonnenaufgangs zu genie0en. Dann klärte er uns auf, dass wir nur eine 50% Chance hätten, Leos zu sehen, da das Gebiet mit 22000ha riesig sei und auch nicht alle Leos ein Funkband besitzen. Er machte uns auf Vögel, Kudus und Impalas aufmerksam und ich fotografierte und freute mich bereits an dem, was ich sah.
Eine verächtliche Stimme tönte von hinten: „Sie sind wohl erst hier angekommen in Namibia?!!“ Greg erwiderte:“Nein, wir sind schon länger hier.“ Und ich fügte schnippisch hinzu:“ Ja, und wir können uns immer noch über jedes Tier freuen.“ Der Ton macht einfach die Musik und so reagierte ich dementsprechend. Und zugegebenermaßen hatte sich während des Urlaubs eine gewisse Aversion gegen Bustouris gesteigert- aber egal.
Mathew fuhr durch die weite Landschaft, ab und zu stieg er mit seiner Wünschelrute auf die Motorhaube und nahm die Piling auf.
Links vermutet er Leos und je näher wir einem der 6 getrackten Leos kämen, desto stärker würde das Signal und das damit verbundene Geräusch werden. So ein wenig erschien mir das schon als Humbug, aber nach kurzer Zeit wurde das Signal tatsächlich stärker und die 10 jährige Saskia sollte in der Nähe sein. Echt krass- wir fuhren in der völligen Wildnis einige Sträucher und Busche um, teilweise schlug er diese auch mit seinem Stock nieder und meinte, dass man hier eh vorhatte, das Gebiet zu entbuschen- also warum nicht gleich;-). Na dann geht’s los –„Achtung links- Ast- ducken!“;-). Es war schon ein bissel abenteuerlich, Das Signal wurde lauter, aber der Leo schien sich zu bewegen und so stieg die Spannung. Wir drehten um und sahen sie ganz versteckt im Dickicht liegen. Mathew war das nicht nah genug und fuhr gnadenlos weitere Bäumchen um, damit wir sie besser sahen. Saskia ließ sich kurz fotografieren, hatte aber sichtlich keine Lust auf uns und lief davon. Mathew meinte, dass es hier eigentlich sinnlos ist, da das Gebiet zu unwegsam sei. Naja, wenigstens einen Leo hatten wir gesehen.
Wir fuhren weiter und Mathew bekam relativ schnell ein neues Signal. Noah, der 18 monatige Sohn Saskias, sei in der Nähe und wir spürten ihn recht schnell auf, da er ungeschützt da lag. Noah war schlichtweg ein Traum, ein richtiger Poser, wie er im Bilderbuch steht- mal legte er verträumt den Kopf auf seinen Pfoten ab, mal streckte er sich ausgiebig, mal lag er auf dem Rücken, mal wälzte er sich, mal legte er sich zur Seite. Wie ein Topmodel wechselte er seine Pose und ließ uns genug Zeit für Fotos. Ich ahnte nicht, dass Leos so beweglich sind und war völlig hingerissen von dem kleinen Leo, der auf uns ganz tiefenentspannt wirkte und sich ungestört fühlte. Es war wirklich ein besonderes Erlebnis, einem Leo in ca 8-10 m Abstand zu begegnen und selbst völlig ungeschützt zu sein.
Leider mussten wir wieder zur Lodge zurück. Bevor wir das Gate der Lodge passierten, sahen wir ungeschützte Arbeiter im Leo Bereich. Hm- naja, es muss ja erledigt werden, aber sind diese wirklich vor den Leos sicher? Die Gates Sperren erinnerten Greg ein wenig an Jurassic Park- hier war es eben der Leo Park. Im Bereich des Lodgegeländes hielt Mathew nochmal an, damit wir eine Zebrafamilie sowie Oryxe, Warzis und Vögel beobachten konnten- der Abschied aus dem tierreichen Afrika fällt mir immer schwerer.
Pünktlich um 09:30 Uhr erreichten wie die Lodge, frühstückten ausgiebig und waren richtig traurig, später am Tag abzufliegen. Im Zimmer stellten wir fest, dass die Putzfrau bereits das Zimmer gereinigt hatte, obwohl wir ja abreisten und noch nicht fertig gepackt hatten. Seltsam, aber ich kann es nun auch nicht ändern und wir packten alles zusammen. Meine Jeans ließ ich im Zimmer- vielleicht freut sich ja noch jemand darüber. Wir waren 15 Minuten über der Check out Zeit und mussten aber trotz eindringlicher Warnung keine Konsequenzen spüren. Wir fuhren um 10:45 Uhr wieder die 23 km zur Hauptstraße raus und sahen letzte Affen. Tschüüüüßßßß Afrika- wir kommen wieder!!!
Fazit Okonjima. Das Gelände und die Lodge ist groß und die Wege lang, so dass man selbst bei Wanderungen ein Auto benötigt. Im Zimmer war zwar Peaceful Sleep vorhanden, aber kein Moskitonetz, was ich bei der Preiskategorie schon erwartet hätte. Die Mitarbeiter waren supernett und lustig und das Essen wirklich super. Es ist recht grün und auf dem Gelände sind einige Tiere. Der Leo Drive hat uns super gefallen, war spannend und wir können hier einen Besuch auch weiterempfehlen.
Good n8
Teil 3804. Juni 2019
23. Tag /12.10.2018 Abflugstag mittags
Wir ignorierten den Schnitzermarkt von Okahandja und düsten direkt durch bis nach Windhoek. Jeder hing seinen Gedanken nach und wir waren traurig, dass es die letzte Fahrt ist. Die öde Teerstraße macht einem dernAbschied ein wenig leichter.
Die Hauptstadt Windhoek ist 45 km vom Flughafen entfernt, hat rund 400.000 Einwohner und wird von den Bewohnern aufgrund Ihrer Übersichtlichkeit auch als Dorf bezeichnet. 2% der Bewohner haben als Muttersprache Deutsch gelernt- es gibt Brezeln, Buletten und einige Ortsschilder haben deutsche Namen, beispielsweise Molkte Strasse, Schuster Strasse, Gartenstrasse, Bahnhofsstrasse.
Wir fühlen uns wegen Überfallgefahren in Städten nicht mehr so wohl und konzentrierten uns daher auf das Nötigste.
Wir fuhren erstmal zu Joes Beerhouse und waren erstaunt über die vielen Warnschilder von Autoaufbrüchen am eigenen Parkplatz. Das Beerhouse war recht originell und es gab viel zu entdecken. Greg trank Cola und ich ein Abschieds Rockshandy.
Wir parkten an der Christuskirche und mit unserem ganzen Gepäck im Kofferraum waren wir etwas unentspannt. Wir hofften, dass der von uns bezahlte Parkwächter einen guten Job macht. Wir besichtigten das Wahrzeichen der Stadt, die Christuskirche. Sie wurde von 1907-1910 als Symbol des Friedens gebaut. Kaiser Wilhelm II hatte wie in Lüderitz die Glasfenster hinter dem Altar gespendet, seine Frau Augusta die Bibel. In der Kirche selbst gibt es noch eine Ehrentafel mit deutschen Namen, die in der Kolonialphase verstorben sind.
Wir liefen zum Tintenpalast, der 1913 errichtet wurde und früher Sitz der deutschen Kolonialregierung war, Heute tagt darin das Parlament. Leider war der Park beim Tintenpalast gesperrt, nur vereinzelte Absolventen trauten sich und posierten für Fotos Überall blühten lilane Jakarandabäume..
Greg und ich schlenderten noch kurz durch das Independence Memorial Museum. Dieses wurde von Koreanern erbaut, 2014 eröffnet und zeigt den Weg Namibias auf dem Weg in die Unabhängigkeit. Wir entdeckten ein Genscher-Foto und aßen ein letztes Magnum Mint im schönen Dachterrassencafe. Dort hat man eine tolle Sicht auf den Tintenpalast, die Christuskirche und die lilanen Bäume. Dieser Abstecher war überaus lohnenswert. .
Im Namibia Craft Center kaufte Greg eine Namibia Fahne und ich ein Armband. Hier gibt’s allerlei Souvenirs, Bücher, Schnitzereien, Schmuck, sogar Christbaumschmuck (Engel, Sterne, Weihnachtsmänner etc) und Krippen.
Auf der Dachterrasse der Heinitzburg aßen wir Käsekuchen, Apfelstrudel und tranken Milchkaffee. Hier wars ein bissel schicker und man hatte einen tollen Blick auf die Stadt, die nebenan gelegne Sanderburg sowie das bergige Umland. Es war schon fürs Abendessen eingedeckt und wir hatten Glück, noch einen Tisch zu bekommen. Die Milch im Kaffee flockte und als wir das dem Kellner sagten, mussten wir den Kaffee fairerweise nicht bezahlen.
Letztendlich benötigten wir für dieses Programm ca. 4 Stunden und fanden das völlig ausreichend. Wir waren froh, hier nicht übernachtet zu haben und hatten auch nicht das Bedürfnis, Weiteres ansehen zu wollen.
Schwermütig fuhren wir zur Tankstelle und wurden sogleich von der schwarzen Tankwärtin angestrahlt, Sie fragte uns nach Klopapier, Kulis, Wasser oder Kosmetika und als Nicht-Camper hatten wir nichts. Greg und ich wollten unsere Schuhe in Namibia lassen und so fragten wir sie, ob sie diese vielleicht brauchen könnte. Sie strahlte über beide Ohren, nahm es dankend an und verschwand mit ihrer Beute glückselig. Uns berührte das sehr und gerade Greg nahm es ziemlich mit. Wir hätten von vorneherein anders planen sollen- wir hätten echt die ganzen Kosmetika, Duschgels etc. der Lodges mitnehmen und in kleine Tüten verpackt an der Tankstelle oder unterwegs abgeben sollen. Auch hätten wir von vorneherein mehr Kleidung mitnehmen sollten, von der wir uns eh trennen wollten. Man freut sich einfach dort über vieles, was für uns selbstverständlich ist.
Wir gaben unser Autochen ab und der Autovermieter freute sich über unsere letzten Kekse. Das Einchecken dauerte nur 5 Minuten und auch die Security war superschnell. Alles problemlos. Der Duty Free Shop war leider geschlossen, aber ich fand dann in dem Souvenirshop tatsächlich noch ein Armband. Am Gate schrieben wir noch beide ein wenig Tagebuch und man spürte dass wir so gar keine Lust auf den Heimflug hatten. Wir merkten plötzlich, dass wir einen kleinen Koffer nicht eingecheckt hatten und eigentlich zuviel Handgepäck dabei hatten, aber das interessierte beim Einsteigen in den Flieger niemand.
Der Rückflug verlief problemlos, die Bahn wiederum zickte wegen Streckensperung… und so dauerte die Rückfahrt mit Bummelzügen ewig.
So unglaublich - das wars! Finito!
DANKE, dass ihr mich alle auf unserer ersten Tour begleitet habt und ich hoffe, es hat euch ein wenig gefallen! DANKE auch an alle Danke Drücker!
Mal schauen, ob ich heute noch das Fazit der Reise schaffe- ansonsten folgt es sehr sehr bald;-).
Teil 3905. Juni 2019
Fazit:
Wir kommen wieder- das sagt doch schon alles, oder? 😉. 😄
In 2020 werden wir den Sossusvlei, Swakop, Erongo und Etosha wiederholen, aber den Caprivi, die Victoria Falls und den Waterberg neu erkunden. Bis auf 2 Übernachtungen- Etosha Ost sowie Victoria Falls habe ich seit Wochen alles gebucht
In Gedanken habe ich auch eine dritte Tour in mind (Palmwag, Grootberg , Epupa Falls und KTP) - aber mal schauen, wie sich die Preise weiter in die Höhe entwickeln und wir haben auch noch andere Fernreiseziele.
Was hat uns denn nun so verzaubert? - Die wunderbare einzigartige Tierwelt- vor allem im Etosha - Die Weite, die Leere und die unterschiedlichen Landschaften (die Namib und die Kalahari, der Erongo, der Fish-River Canyon) - Das entspannte Leben auf den Lodges - Die Gespräche unterwegs
Was würden wir anders machen? Ja, es war ein Monstertrip- wir sind viel gefahren- aber wir wollten das alles nicht missen. Wir haben einen kurzen Einblick in ein riesiges Land erhalten, dass man in 23 Tagen natürlich nur zu einem kleinen Teil sieht. Wir verstehen durchaus, dass viele zu Doppelübernachtungen raten, aber als Ersttäter will man erstmal einen groben Überblick bekommen und Highlights sehen, um daraufhin entscheiden zu können, ob es einem gefällt und ob man wiederkommt. Man hat keine Vorstellung davon, was einen erwartet und wie abwechslungsreich oder entspannt ein Lodge- Leben sein kann bzw. welche Ausflüge man in der Umgebung unternehmen kann.
Wir fanden unsere Tour als Ersttätertour nahezu perfekt. Ich gebe aber zu, dass wir es bei der zweiten Tour entspannter angehen lassen und viele Doppelübernachtungen haben. Das wird bestimmt ganz ungewohnt. Für uns waren die Fahrtstrecken auf den C und noch besser den D Straßen einfach immer ein besonderes Erlebnis, denn nur dort erlebt man Weite und Einsamkeit. Asphalt ist einfach nur stinklangweilig und mehr nicht.
Wie schon zu Beginn der Reise vermutet, sollte sich die Gegend rund um Twyfelfontein am streichwürdigsten entpuppen, da ich einfach nichts mit Felsgravuren anfangen kann. Aber ich finde als Ersttäter sollte man es mal gesehen, haben. Nochmals hinfahren würde ich nimmer.
Ähnlich geht es mir mit dem Otjitotongwe Cheetah Park Erlebnis (verbessert). Das Okonjima Konzept hatte mich mehr überzeugt. Wir hatten ansonsten leider keine natürliche Sichtung von Leoparden oder Geparden und somit war das als Ersttäter trotz alledem schon ein Highlight.
Weitere Änderungen? Natürlich näher ans Sossusvlei Gates und den Waterberg einplanen.
Wie wäre jetzt im Nachhinein die perfekte 23 Tage Aufteilung für Ersttäter?
1 Ü Auas Safari Lodge-1Ü Kalahari Anib Lodge- 1Ü Keetmannshoop- 2 Ü Canyon Lodge- 2 Ü Klein Aus Vista- 2 Ü Desert Quiver Camp- 3Ü Swakopmund-2 Ü Erongo- 2 Ü Vingerklip Lodge 4Ü Etosha-2 Ü Waterberg-1Ü Okonjima Ich weiß- es ist viel Rumfahrerei,-aber somit hätte man einen guten Einblick
Was würden wir Ersttätern raten? - setzt euch mit Reifenwechseln auseinander;-) - nehmt immer eine Taschenlampe mit, da es überall zu Stromausfällen kommen kann
Die schönsten Fahrtstrecken? - Für uns vor allem der Drive untenrum – vom Fish River über Ai- Ais bis nach Rosh Pinah (letztes Stück nimmer sooo spannend) - Die Fahrt über den Spreetshoogte und Gamsberg - Die Fahrt durch den Erongo
Die größte Lodge - Enttäuschung, da auch eine unheimlich hohe Erwartung 1. Bagatelle Kalahari Game Ranch- uns einfach zu rummelig und unpersönlich 2. Okaukuejo Waterhole Chalet- aber das Wasserloch ist und bleibt mega- wenn man ein Doppelzimmer bucht, ist man wahrscheinlich besser dran
Der Reisebericht und die Reaktionen:
Ich habe mich an so mancher Stelle mit Formulierungen – besonders im Etosha- schwer getan. Letztendlich war der Bericht- bis auf die Reifenpanne- doch nur aus meiner Feder entstanden. Greg muss es immer noch ins Reine schreiben und ist noch immer auf der Hohenstein Lodge hängengeblieben.
Mir war es nicht bewusst, dass es soviel Zeit kostet, den Bericht zu erstellen, aber das Formulieren und Bilder Einfügen ist unheimlich zeitintensiv. Zwischen neuen Urlaubsplanungen, arbeitsintensiven Wochen und privaten Verpflichtungen ist es ein Balanceakt immer wieder weiterzuschreiben. Manchmal habe ich bei anderen Reiseberichten aufgrund einer langen Dauer den Faden verloren, da die Verfasser einfach verständlicherweise nicht immer die Zeit finden. Das fand ich oft schade, da die Berichte super interessant waren. Jedem, der hier jemals einen Reisebericht eingestellt hat, zolle ich Respekt vor dieser Arbeit, da sie auch so das Forum am Leben halten. Jeder hat seinen eigenen Schreibstil und wenn es einem nicht passt, sollte man das Lesen dieses Berichtes bleiben lassen und zu einen anderen Bericht wechseln.
Ich habe mich sehr über viele positive Reaktionen gefreut. Manchmal hätte ich mir mehr Reaktionen oder Fragen gewünscht, aber andererseits war ich auch froh darüber, da ich sonst gar nimmer nachgekommen wäre. Greg schreibt viel sachlicher und ich sehr emotional- ich weiß. Ich habe mich über Hilfestellungen gefreut, wie ich die Schnelligkeit des Hochladens verbessern kann oder auch an einem Abschnitt weiterarbeiten kann und über Hilfe bei Tierbestimmungen. Für all die Komplimente und Hilfen dieser Mitfahrer sowie die heimlichen Danke Drücker habe ich mich total gefreut. Greg und ich hatten keine unbeschwerten sorgenfreien letzten Monate und so war es auch für mich eine gewisse Ablenkung, mich in positive Gedanken nach Namibia zu flüchten. Unsere Gedanken waren oft woanders.
Ich will hier nicht hetzen oder eine erneuteLawine lostreten, aber ich will doch noch zu etwas Stellung beziehen, da ich mich sehr über eine Nachricht geärgert habe und ich mich frage, ob Mobbing bzw. Überheblichkeit gegenüber anderen/ Fremden im Forum sein muss und angebracht ist. Ich nenne auch bewusst keine Namen. Ich wurde veräppelt und mir wurde eine falsche Tierbezeichnung genannt, die ich sogleich im völlig übermüdeten Zustand mitten in der Nacht geändert hatte. Daraufhin erhielt ich eine persönliche Nachricht: “leider bin ich davon ausgegangen, daß Du meine Ironie bemerkst und mal in ein Bestimmungsbuch schaust oder was Ihr jungen Leute so als Bestimmungshilfe verwendet, Apps oder so....da Du so euphorisch berichtest...Hoffentlich bist Du im wahren Leben nicht auch so leichtgläubig “.
Nein zugegebenermaßen habe ich keine Apps oder sonstiges und habe leichtgläubig auf Forums- Hilfe und Ernsthaftigkeit vertraut. Ich habe gerade keinen Kopf für Ironie und ich hatte auch nachts vollkommen müde nicht mehr ausgiebigst recherchiert. Es stimmte mich traurig- da schreibt man durchaus mit einer emotionalen Ersttäter- Euphorie den Reisebericht und wird dann als- jung, naiv, leichtgläubig und dumm abgestempelt. Auch wenn nicht all diese Worte erwähnt wurden, habe ich das herausgelesen. Schön, wenn man zwischen 45 und 50 noch jung ist.
Ich werde mir meine vielleicht manchmal kindliche und positive emotionale Lebensfreude nicht nehmen lassen. Ich gebe allen und jedem eine Chance Ich finde so eine Reaktion unglaublich schade und verletzend- wir kennen uns nicht im wahren Leben und jemand beurteilt mich aufgrund meines Schreibstils und der Fotos und wertet mich ab. Da bin ich – man höre und staune- eindeutig zu alt für diese Kinderkacke und kann nur den Kopf schütteln.
Ich verstehe, wenn manche nach so einer Reaktion den Reisebericht nicht zu Ende schreiben oder das Forum verlassen. Der Umgang mit Ersttätern wurde schon oft diskutiert und oft habe ich mich auch rausgehalten.
Ich möchte zum Nachdenken des Tuns und der Worte anregen- verletzen sollte man andere nicht.
Viele Gedanken gingen mir durch den Kopf und auch ich könnte verletzende Worte wählen, aber ich will mich nicht auf dieses Niveau einlassen. Das ist würdelos.
Respektvoller Umgang sollte in allen Altersklassen vorhanden sein und es ist doch egal, wie viele Reisen man nach Namibia unternommen hat. Uns verbindet doch alle die Lust auf Reisen und Abenteuer! Und auf der nächsten Reise werde ich mich bestimmt wieder an Bäumen und Tieren erfreuen, deren Namen ich nicht kenne;-). Ob ich dann nochmals in die Tasten haue oder dies dann als Word Datei außerhalb des Forums mache, werde ich kurzfristig entscheiden.
So, aber nun damit genug- DANKE DANKE DANKE für all eure Danke Drücker, Kommentare und Hilfen Ich habe euch gerne mit auf Reisen genommen und ihr wart super Mitfahrer!!! DDDDDDDAAAAAAAANNNNNNNKKKKKKKKKKKKKKEEEEEEEEEEE