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Reisebericht · namibia-forum.ch

Caprivi satt

von fotomatte · Jan. – Feb. 2019 · 27 Tage · Selbstfahrer · 34 Teile

Über diesen Reisebericht

Vier Wochen bin ich mit meinem Bruder unterwegs, mit dem ich schon 2013 und 2016 in Namibia war. Mit einem gemieteten Hilux und unseren eigenen Bodenzelten fahren wir von Windhoek in den Etosha-Nationalpark, wo wir gezielt nach Paradieskranichen suchen und dabei sowohl ein Spitzmaul- als auch ein Breitmaulnashorn zu Gesicht bekommen. Weiter geht es ins Buschmannland zur Nyae Nyae Conservancy, wo uns ein Platten im Tiefsand die Weiterfahrt verzögert, dann über die Okavango-Panhandle nach Drotsky's Cabins, wo wir mit dem Boot gezielt eine Pel's Fishing Owl aufspüren.

Im Mahango- und im Kwando-Gebiet ziehen sich Klunkerkraniche, Löwen und Elefantenherden durch die Tage, dazwischen ein Python direkt im Camp und stundenlange Vogelbestimmung über Gesang und Silhouette. Am Sambesi und in Kasane wechseln wir mehrfach zwischen Namibia und Botswana, fahren mit unterschiedlich guten Guides Boot auf Chobe und Sambesi und verbringen einen ganzen Tag in der Buffalo Core Area, wo uns Büffelherden, ein Fischotter und weitere Klunkerkraniche begegnen.

Starkregen lässt uns den Abstecher an den östlichen Kwando streichen, später fliehen wir spontan vor tagelangem Regen weiter nach Westen ins Damaraland und Erongo-Gebirge, statt wie geplant weiter im Caprivi zu bleiben. Am Ende steht eine Vogelliste von 362 Arten und eine runde, rundum gelungene Reise mit meinem Bruder.

Diese Zusammenfassung wurde automatisch erstellt und vom Autor freigegeben.

Teil 107. März 2019

Hallo,

seit zwei Wochen bin ich wieder zurück von meiner Campingtour.
Vier Wochen bin ich zusammen mit meinem Bruder, mit dem ich schon 2013 und 2016 unterwegs war, durch den nordöstlichen Teil Namibias sowie zwei kleinen Abstechern nach Botswana gefahren.

Nachdem ich letztes Jahr alleine im Süden getourt bin und es mir, bedingt durch die mittlerweile jahrelange Dürre dort, ob des Mangels an Vegetation und damit einhergehend geringer Zahlen an Insekten und folglich auch an Vögeln, schon damals klar war, dass die nächste Reise ins grüne Namibia gehen muss, nun also wieder einmal der Caprivi-Zipfel. Der Landstrich, der an permanent wasserführenden Flüssen gelegen ist und so komplett anders als der Rest des Landes ist.

Der Flug: Wieder mal mit Air Namibia. Solange es die noch gibt und ich somit einen Direktflug nach Windhoek wählen kann, werde ich das auch machen. Der Preis war gut ( 650.- Euro ), beim Check-in konnten wir Plätze an den Notausstiegen ergattern. Der Abflug erfolgte mit einer Stunde Verspätung, zuerst kam die Crew nicht beizeiten, dann musste ein Lufthansatechniker eine offensichtlich nicht korrekt schliessende Türe checken. Müssig zu erwähnen, dass unsere Entertainment-Bildschirme schwarz blieben, mich stört das aber nicht. Headsets wurden erst gar nicht ausgegeben. Warum auch?

Das Auto: wie 2016 gebucht bei Safari Car Rental. Leider war kein "Expedition" mehr zu haben, die fuhren da wohl schon im Kaokoveld rum. 🤪 Letztlich war es ein Hilux 2.8 TD Automatik mit Campingausrüstung, das Dachzelt haben wir wieder abbauen lassen, da wir beide es vorziehen, in unseren eigenen Bodenzelten zu schlafen.

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Notcamp im Buschmannland

Der Preis ist zur Low Season mit entsprechendem Rabatt bei früher Buchung konkurrenzlos günstig. Wir haben unter siebzig Euro pro Tag bezahlt.
Nur einmal hat uns der Wagen im Stich gelassen. Morgens in einem Camp in Katima sprang das Auto nicht mehr an, die Batterie war papp, obwohl das Auto ans Stromnetz angeschlossen war und der Fridge eigentlich hätte nicht ziehen dürfen. Aber beide Batterien waren leer. Das Auto sprang aber sofort beim Überbrücken an. Den Fehler habe ich natürlich bei Rückgabe an Vincent gemeldet.

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Kleines Auto, grosser Baum. Buschmannland

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Vor dem Abstieg ins Ugab Rivier. Divorce Pass

Die Route: Ankunft am 23. Januar früh morgens. Nach Autoübernahme und Grosseinkauf Fahrt zu unserer einzigen vorgebuchten Campsite, dem Teufelsbach River Camp etwa fünfzig Km nördlich von Windhoek an der A 1. Momentan etwas schwierig zu finden wegen der umfangreichen Strassenbauarbeiten, ich musste erst Irmela anrufen und mich einweisen lassen.
Für mich mittlerweile wie heimkommen und ideal gelegen. Da das Camp immer nur an eine Gruppe vergeben wird, sind wir natürlich alleine hier. Die ungewohnte Hitze, bis über vierzig Grad, knockt mich fast aus. So trinken wir in Ruhe Tee und räumen dann das Auto richtig ein. Obwohl schon die ersten Vögel gesichtet werden, verzichte ich komplett aufs Fotografieren. Es ist mir zu heiss, ich bleibe im Schatten. Abends schmeissen wir die ersten Oryx-Steaks auf den Grill. Das Fleisch habe ich wieder bei der Klein-Windhoek-Schlachterei vorbestellt, es ist wie gewohnt allererste Sahne.

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Bald gehen wir schlafen, denn im Flieger gelingt mir das nicht und ich bin entsprechend müde. Da es nicht nach Regen aussieht, stellen wir beide kein Zelt mehr auf und legen uns einfach so auf unsere Matten in den Schlafsack.
Wie ich vom Duschen komme, sehe ich eine kleine schwarze Blindschlange bei meinem Camp. Ich versuche sie in die Hand zu nehmen, sie ist aber schon teilweise in einem Ameisenbau verschwunden und sträubt sich.
Zwei Sternschnuppen werden noch mit Wünschen bedacht, dann schlafe ich herrlich. Es kühlt gut ab und gegen Morgen taut es, sodass mein dünner Schlafsack fast zu dünn ist.

Die weitere Tour geht zuerst für drei Tage in den Etosha NP, dann weiter über Grootfontein ins Buschmannland in die Nyae Nyae Conservancy, von dort über Dobe an die Panhandle zu Drotzky´s Cabin. Weiter über die Mahango Core Area an den Kwando nach Nambwa, dann nach Katima, zum Mubala Camp und das Chobe River Camp letztlich nach Kasane.
Nach zwei Nächten in Kasane und einer Nacht in Ihaha geht es wieder zurück nach Namibia. Den Stopp am östlichen Kwando streichen wir wegen Starkregen, fahren nochmals zwei Nächte an den Kavango, um die Buffalo Core Area zu erkunden und beschliessen dann spontan, vor dem Regen zu flüchten und die letzten drei Nächte ins Damaraland zu fahren.
Durch diesen eigentlich nicht vorgesehenen Schlenker haben dann zum Schluss 5239 km aufm Tacho gestanden, praktisch exakt das Gleiche wie letztes Jahr.

Die Tour ist ja zu allererst den Vögeln gewidmet, und wir haben dieses Mal viel Zeit darauf verwendet, all die Lerchen, Prinien, Cisticolen und Pieper zu identifizieren. Dabei sehr hilfreich war die Sasol App, denn oft kamen wir nur über die Gesänge weiter, etwa auch bei den Nightjars. Ebenso ist es ganz hilfreich, nicht sofort und automatisch jeden kleineren schwarzen Vogel einfach als Drongo abzuhaken. 😗 😵
Durch diese Fleissaufgabe sind wir bei über dreihundertsechzig Arten, die einwandfrei bestimmt wurden, gelandet. Für uns ein neuer Rekord, der nur schwer zu toppen sein wird.


Kosten: 130.- Nam$ pP


Viele Grüße,
Matthias

Teil 207. März 2019

24. Januar: auf nach Norden

Mit dem Hellwerden sind wir auf, und den Morgenkaffe geniessen wir da, wo schon gleich die Sonne hinscheint, denn es hat ordentlich abgekühlt.
Wir packen ein und fahren zum Farmhaus, wo wir uns noch mit Irmela unterhalten, aber schon bald fahren wir zurück auf die A 1 Richtung Norden.
In Otjiwarongo tanken wir voll, nein, wir versuchen es, aber das Betanken des Doppeltanks dauert ewig und nach einer dreiviertel Stunde brechen wir ab. Im Superspar kaufen wir ein paar Dinge, welche wir gestern nicht bekommen haben, und dann fahren wir weiter über Outjo ereignislos bis zum Andersson Gate.
Hier checken wir ein für drei Tage Etosha Nationalpark. Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich so schnell nicht wieder hierher komme, aber Andreas war noch nicht hier, und er will unbedingt die Blue Cranes sehen.
Wir fahren durch bis Okaukuejo und stellen auf dem immer wieder begeisternden Staubplatz 😵 unsere Zelte auf. Nach einem Imbiss gehen wir eine Runde Abkühlung suchen im Pool, denn es hat nun am Nachmittag satte 43 Grad.
Als das Licht weicher wird, fahren wir noch eine Runde in den Park. Wir steuern nach Norden Richtung Okondeka.

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Auch den Springböcken ist warm und sie liegen im Schatten, nur die Neugeborenen wackeln durch die Gegend. Rumliegen ist soo langweilig.

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Der Greater Kestrel- Wüstenfalke sitzt ebenfalls im Schatten, zwischendurch muss er mal bissel stretchen, dass die Gelenke geschmeidig bleiben.

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In Okondeka liegen vier, fünf Löwen verteilt im Gelände, später kommt noch eine Löwin mit ihren zwei halbwüchsigen Sprösslingen ans Wasser. Mehr begeistern uns aber ein paar Caspian Plover- Wermutregenpfeifer, von denen einer schon ins Brutkleid gemausert hat.

Ein kleines Stück fahren wir noch weiter, und wir finden eine Ludwig´s Trappe. Diese, selten genug, flüchtet nicht sofort, sondern ist eifrig auf Insektenjagd.

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Ludwig´s Bustard

Die Sonne steht schon tief, wir müssen umdrehen. Nur kurz halten wir nochmals bei den Löwen sowie später bei einem Hasen, in dessen Pupille sich die untergehende Sonne spiegelt.

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Nun aber hurtig, und auf die Minute pünktlich rauschen wir durchs Gate.

Das Camp ist etwa zur Hälfte belegt. Wir nehmen erstmal einen Sundowner, dann braten wir wieder ein paar Steaks. Mit dem Eindunkeln fangen ein paar Bellgeckos sowie zwei verschiedene Ziegenmelker an zu singen. Im letzten Licht rauschen einige Trupps Nachtflughühner niedrig über uns hinweg. Sie fliegen zum Wasser, und schon wenige Minuten später fliegen sie wieder zurück.
Nachdem wir den Abwasch erledigt haben, schlendern wir noch zum Wasserloch. Ein alter Elefantenbulle, der uns heute nachmittag schon über den Weg gelaufen ist, schöpft Wasser.

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Er wird einer von insgesamt drei Elefanten sein, die wir im Etosha NP entdecken werden, alles ältere einzelgängerische Bullen.
Es hat hier noch überhaupt nicht geregnet, es gibt keinerlei frisches Grün, und so sind viele Tiere abgewandert.

Drei, vier Schleiereulen fliegen immer wieder durch den Himmel, der von den Flutlichtern erhellt ist, und ein paar Nightjars versuchen ebenso Insekten zu fangen.

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Fiery-necked Nightjar- Rotnacken-Nachtschwalbe

Direkt an der Mauer, keine zwei Meter von uns entfernt, huschen zwei Small spotted Genets durch die Steine.


Kosten: 300.- Nam$ pP


Viele Grüße,
Matthias

Teil 309. März 2019

25. Januar: auf der Suche nach den Blue Cranes

Noch bei Dunkelheit trinken wir unser morgendliches Heissgetränk und bauen die Zelte ab, um pünktlich zur Gate-Öffnung durchs Tor zu fahren.
Wir halten uns Richtung Osten, um dann gleich nach Norden Richtung Pan abzudrehen.

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Im schönen flachen Morgenlicht sitzt der Black-shouldered Kite- Gleitaar direkt neben der Strasse an.

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Ein typischer Vogel im Park ist der Northern Black Korhaan- Weissflügeltrappe.

Wir fahren die Sackgasse zurück und nehmen dann die Hauptstrasse Richtung Halali. Wir kommen nicht weit, ständig müssen wir halten.

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Ob die Tüpfelhyäne hochträchtig ist oder sich nur über die Massen voll gefressen hat?

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Schon lange wollte ich ein Foto von den Namaqua Doves- Kaptäubchen mit offenen Schwingen haben, wo man die schöne rote Flügelunterseite sehen kann.

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Bei Ondongab stolziert eine Löwin am Zebraspalier vorbei und ist sich ihrer königlichen Würde durchaus bewusst.

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Das ist einer von den Vögeln, die wir erst nachträglich bestimmt haben, denn eigentlich haben wir ein paar Schwalben fotografiert, als direkt neben uns dieser kleine Heckenhopser angefangen hat zu singen. Ein paar Fotos geschossen und dann weiter um die Schwalben gekümmert, ist uns erst Tage später beim Sichten der schon entstandenen Bilder aufgefallen, dass wir den Rufous-eared Warbler- Rotbackensänger noch gar nicht auf die Liste gesetzt haben. Dabei war es für uns Beide eine Erstsichtung.

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Das eigentliche Objekt unserer Bemühungen: eine Red-breasted Swallow- Rotbauchschwalbe.

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Dann endlich mal wieder ein Europäer auf Winterflucht, ein männlicher Western Red-footed Falcon- Rotfussfalke.

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Auch typisch für Etoscha: African Pipit- Spornpieper.

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Der Spornpieper ist vor der Überzahl der Red-headed Finches- Rotkopfamadinen geflüchtet.

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Es ist neun Uhr vorbei, und leider ist das schöne Morgenlicht schon wieder vorbei, es wird ständig greller- und wieder heiss. Da freut sich der noch nicht ausgefärbte Martial Eagle- Kampfadler über die Brise auf seinem Ansitz.

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Öfters gesehen, aber nie gescheit erwischt: ein Fiscal Shrike- Fiskalwürger.

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Erst auf den zweiten Blick haben wir bemerkt, dass der Spotted Dikkop- Kaptriel nicht alleine ist.

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Double-banded Courser- Doppelbandrennvogel

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Bei Homob stehen wir eine ganze Weile und schauen dem Secretarybird- Sekretär beim Trinken zu.

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Unterm berühmtesten Baum von Etosha liegen über dreissig Gnus im Schatten.

Es geht nun gegen Mittag und ist brüllheiss geworden. Die Farben taugen schon eine Weile nichts mehr, und so beschliessen wir durch zu fahren.
In Halali checken wir ein, auf dem Campingplatz stehen vier, fünf weitere Autos. Wir suchen uns einen Platz direkt am Zaun und kochen direkt ein veritables Mittagessen, welches wir im Schatten einnehmen. Nach dem Abwasch gehen wir uns wieder im Pool abkühlen, dabei beobachten wir, wie in dem schönen Baumbestand einige Vögel herumhopsen, etwa eine ganze Familie Southern Violet Wood Hoopoes- Steppenbaumhopfe.
Wir ziehen uns um und schlendern zurück ans Auto, um die Kameras zu holen und hängen uns den Baumhopfen an die Fersen.

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Viele Grüße,
Matthias

Teil 411. März 2019

weiter der 25. Januar:

Neben den Baumhopfen sitzen noch weitere Vögel unter den vor der Sonne schützenden Blätterdächern.

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Monteiro´s Hornbill-Monteirotoko

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Die hätte ich hier nicht vermutet, und Andreas freut sich sehr über die für ihn neuen Bare-cheeked Babbler-Nacktohrdrosslinge.

Natürlich fallen wir auf, wie wir mit den Ferngläsern und Kameras unter den Bäumen rumstrolchen, und ein älterer Arbeiter spricht uns an, ob wir eine Owl sehen möchten. Direkt neben dem Pool sitzt eine Zwergohreule nur etwa drei Meter hoch in einem alten Mopane und verschläft den Tag. Da sie den Kopf abgewendet hat, machen wir keine Fotos, werden aber später nochmals wieder kommen.
Dann wird es Zeit, weiter Ausschau nach den Blue Cranes zu halten, und wir beschliessen weiter in östlicher Richtung zu fahren, denn dort gibt es grössere offene Flächen.

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An einigen Stellen gehen immer wieder Regenschauer nieder, bei uns bleibt es trocken.

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Pale Chanting Goshawk-Singhabicht. Dieses Exemplar ist fast komplett ins Alterskleid durch gemausert, nur am Hals erkennnt man noch einen Fleck, der den jungen Vogel verrät.

Tatsächlich entdecken wir zwei Paradieskraniche. Leider sind sie recht weit entfernt, aber wir beobachten sie im Spektiv und erkennen, dass beide Vögel beringt sind.

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Wir fahren bis zum Etosha Lookout, um dann langsam wieder zurück zu fahren.

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Wir haben Glück, die Kraniche sind nun direkt neben der Strasse und sind auf Insektensuche. So nehmen sie keine Notiz von uns.

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Zuerst sehen wir zwei Vögel, dann links neben uns drei weitere, die allesamt unberingt sind, und letztlich kommen noch zwei weitere beringte und zwei unberingte Vögel dazu, sodass wir zum guten Schluss von neun Kranichen umringt sind. Und alle in guter Entfernung bei schönem Licht. Wir schiessen uns die Finger wund, und Andreas bemerkt: "Och, des iss ja einfach mit den Cranes." 🤪 Von den vier beringten können wir die Ziffern ablesen, die werde ich später wieder ans Kranichprojekt melden.
www.nnf.org.na/CRANES/bluecraneproject.htm

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Die Tiere ziehen gemeinsam mit einigen Springböcken und Zebras.

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Diese niedrig bewachsenen Grasebenen bevorzugen die Kraniche. Allerdings sollten sie jetzt eigentlich paarweise in der Fläche verteilt sein und sich der Kükenaufzucht widmen. Dass diese Vögel nicht mit der Brut beschäftigt sind, ist auch eine Auswirkung der extremen Trockenheit, denn die Kraniche brüten in feuchten Senken, wo sie Schutz vor Räubern finden. Gibt´s kein Wasser, schreiten die Tiere gar nicht erst zur Brut. Das ist natürlich bei der winzigen Population tragisch.

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Nachdem wir die Kraniche gebührend gewürdigt haben, fahren wir zurück ans Wasserloch Rietfontein, um hier so lange als möglich den Abend zu geniessen. Ein Zweihorn steht im Wasser und trinkt. Das Tier ist in einem beklagenswerten Zustand, die Beckenknochen stehen hervor und jede Rippe ist zu zählen.

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Nachdem das erste R. verschwunden ist, erscheint ein weiteres "schwarzes" R., das so gar nicht seinem Namen gerecht wird und sich schön eingekalkt hat. Dieses Tier ist deutlich besser genährt.

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Man hört Löwen brüllen, und bald kommt ein einzelnes Männchen über die offene Fläche gelaufen. Er dreht sich immer wieder um, da stecken wohl noch weitere Löwen im Busch.

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Ein weiteres Zweihorn betritt die Szene, aber irgendwas ist hier anders. Na klar, das ist ein Breitmaul, mein erstes überhaupt.

Man weiss nun überhaupt nicht, wohin man schauen soll, um uns wuselt es nur so.

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Das Breitmaul ist nicht alleine angereist und bringt die komplette Familie mit.

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Doch neben den ganzen Säugern gibt es ja auch noch Vögel, etwa einen Lanner Falcon sowie eine Gymnogene. Die deutschen Namen spare ich mir, im einen Fall ist er identisch, im anderen idiotisch.

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Nun betreten weitere zwei Löwen die Szene.

Es ist nun schon sieben Uhr durch, und wir müssen zurück nach Halali, damit wir rechtzeitig ins Camp kommen.
Wir fahren los, und die beiden anderen Autos, die auch hier gestanden haben, folgen uns.

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Im Camp besuchen wir zunächst die Eule. Sie hat sich mittlerweile etwas umgesetzt, ist aber immer noch sehr müde.

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African Scops Owl-Zwergohreule

Wieder bleiben wir nicht unentdeckt, so in direkter Nähe zum Restaurant, und eine Schweizerin kommt und fragt, was wir denn sehen. Sie freut sich sehr, als wir ihr die kleine Eule zeigen.
Nach dem Abendessen schnappen wir uns jeder ein Savanna und begeben uns zum Wasserloch. Es ist heute schon den ganzen Tag sehr windig, und so entdecken wir in kurzer Zeit drei Skorpione auf dem Weg.
Am Wasserloch selbst verschwindet gerade eine Hyäne, als wir kommen. Das war es dann auch, und als wir ausgetrunken haben, gehen wir ins Bett.
Ich wache nicht auf vom Lärm umkippender Mülleimer, scheinbar sind die Honigdachse nicht mehr hier.


Kosten: 300.- Nam$ pP


Viele Grüße,
Matthias

Teil 514. März 2019

26. Januar: was machen eigentlich die Blue Cranes?

Heute hat ein eigenartiger Schlonz den Himmel verdeckt, so haben wir es nicht gar so eilig das Camp zu verlassen.
Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren nochmals zurück Richtung Salvadora.
Auf der grossen Pläne vor dem Abdreh stehen wieder die Kraniche in der Landschaft verteilt, heute zählen wir derer zehn.

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Den Vogel NCK hatten wir gestern noch nicht registriert.

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Direkt vor Salvadora liegen diese zwei Faulpelze in der trüben Morgensonne.

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Der Rest vom Rudel hat den Platz von den Gnus übernommen. Von den Gnus selbst ist weit und breit nichts zu sehen.

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Darüber haben wir uns sehr gefreut, wieder mal ein Europäer. Ein männlicher Montagu´s Harrier- Wiesenweihe.

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Bei Charitsaub sitzen einige weitere europäische Greife verteilt, einige rütteln über dem Grasland. Lesser Kestrel- Rötelfalke.

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Schakale haben wir auffällig wenige gesehen.

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Leider taugt das Licht heute nicht wirklich, es ist trüb und ziemlich dunkel. Trotzdem versuche ich mich an ein paar Flugstudien der European Bee-eater- Bienenfresser.

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Wie geschrieben verwenden wir einige Zeit beim Bestimmen von Lerchen. Die Sabota Lark- Sabotalerche ist noch vergleichsweise einfach, der massive Schnabel ist charakteristisch.

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Marico Flycatcher- Maricoschnäpper

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Die Lesser Grey Shrikes- Schwarzstirnwürger sind allesamt sehr scheu, nur selten bleibt einer sitzen.

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Die Grey-backed Finchlark- Nonnenlerche ist einfach zu bestimmen, aber nicht ganz so einfach zu fotografieren. Selten einmal halten sie auch nur eine Sekunde still.

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Scaly-feathered Finch- Schnurrbärtchen. Hier gefällt mir einmal der deutsche Name besser.

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Er posaunt seinen Revieranspruch lauthals hinaus. Deshalb wird er oft Gackeltrappe genannt.

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Diese Lerche ist schon etwas schwieriger. Karoo Long-billed Lark- Langschnabellerche.
Die Lerche ist sogar noch schwieriger als gedacht, denn es ist eine Spike-heeled Lark, oder Zirplerche.

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Direkt daneben sitzt eine Red-capped Lark- Rotscheitellerche, natürlich wieder einmal nur von hinten.

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Nur weil wir sehr langsam fahren, bekommen wir die Löwin mit, die direkt am Bankett liegt und schläft. Weil wir anhalten, räkelt sie sich, steht kurz auf und dreht sich auf die andere Seite.

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Es ist nach wie vor stark bewölkt, so beschliessen wir nach einer kurzen Pause direkt durch zu fahren bis nach Namutoni.
Bei Okerfontein steht ein einzelner Elefantenbulle und mampft langsam auf seinen abgerissenen Ästen rum.

Viele Grüße,
Matthias

Teil 627. März 2019

weiter der 26. Januar:

Wir checken in Namutoni ein, und ich bin gespannt, wie sich das Lager hier so präsentiert, denn im Forum wird ja gerade dieses Camp regelmässig schlecht bewertet. Das letzte Mal war ich hier anno 2005.
Wir fahren auf den verhältnismässig kleinen Campingplatz, es sind etwa fünf oder sechs Plätze belegt, und wir können uns unseren Stellplatz frei auswählen. Als Erstes fällt auf, dass die Plätze hier Gras bieten, das hebt Namutoni deutlich über Halali und vor allem Okaukuejo.
Wir bauen unsere Zelte auf, dann vespern wir. Anschliessend statten wir dem Pool einen Besuch ab, auch wenn es immer noch stark bewölkt ist. Danach folgt ein Rundgang durchs Fort. Hier allerdings ist der Verfall offensichtlich, die Treppe auf die Empore ist gesperrt. Wenn man den Turm besteigt, kann man auch sehen, weshalb. Der ganze Boden ist flächig eingestürzt. Vom Turm aus kann man aber mit den Ferngläsern in den Schilfbereich am Wasserloch Einblick nehmen, was uns ein paar Arten wie etwa Lesser Moorhen, Zwergteichhuhn oder Black Crake, Schwarzralle beschert.

Wir kehren zurück und beschliessen, noch eine kleine Runde zu fahren. Zunächst steuern wir das Klein Namutoni Wasserloch an, es hat einiges an Geflügel, aber das Licht ist mies. So entsteht nicht ein Foto. Wir fahren dann noch den kleinen Loop, den DikDik-Drive.
Ein paar Impalas, ein oder zwei Giraffen, einige Tokos und Grey Louries sind die bescheidene Auswahl.

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Ach ja, und Suicide Chicks, die hier brav den Dung von Grosssäugern zerlegen, um ein paar Insektenlarven zu erhaschen.

Das kann doch nicht sein, dass wir kein einziges DikDik gesehen haben.
Wir fahren nochmals eine Runde, und diesmal stehen sie überall, letztlich zählen wir über zehn dieser kleinen Antilopen.

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Einzeln,

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oder zumeist paarweise wuseln sie rechts und links der Strasse durchs Gebüsch.

Langsam fahren wir wieder zurück, und mit einem Getränk begeben wir uns zum Hide, um den Sundowner mitzunehmen, denn tatsächlich findet die Sonne kurz vor dem Horizont eine Lücke.

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Zurück auf unserem Platz kochen wir unser Nachtmahl, dann erledigen wir das Geschirr. Nach einem Absacker kriechen wir in unsere Zelte, und erstmals wache ich in der Nacht auf, weil in der Nähe Löwen brüllen.


Kosten: Camping 300.- Nam$ pP


Viele Grüße,
Matthias

Teil 729. März 2019

Sonntag, der 27. Januar; einmal Andoni retour

Eigentlich könnten wir Etosha hinter uns lassen, denn Blue Cranes haben wir ja gesehen, das eigentliche Ziel unseres Besuchs also ist erfüllt.
Ich möchte Andreas aber noch die Andoni Plains zeigen, wo sich die Kraniche vor der Brutzeit aufhalten.

Im Morgengrauen stehen wir auf, das Wetter sieht gut aus, die Wolken sind abgezogen. Mit Gateöffnung rollen wir nordwärts.
Wir kommen nicht weit, Kranichalarm.

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Drei unberingte Vögel sind mit ihrem Frühstück beschäftigt.

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Die Vögel werden von der gerade aufgegangenen Sonne schön beleuchtet.

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Tawny-flanked Prinia, oder Rahmbrustprinie. Zitting Cisticola, oder Zistensänger Danke, maddy.

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Wenige Meter weiter ist alles rosa, die flache Lagune ist voller Flamingos.

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Lesser Flamingo, Zwergflamingo.

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Überwiegend sind es Lesser Flamingos, es sind aber auch ein paar der grösseren Greater Flamingos darunter. Ferner jede Menge Limikolen, darunter viele Säbelschnäbler. Auch ein paar Reiher stehen dabei.

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Beim nächsten Wasserloch Klein Okevi finden wir einen Little Sparrowhawk, oder Zwergsperber.

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Gross Okevi liegt verlassen da, aber bei Tsumcor stochert eine Painted Snipe, Goldschnepfe im Schlamm.

Wir biegen wieder auf die Strasse in nördlicher Richtung. Weit vor uns sind zwei Fahrzeuge zu sehen, und plötzlich läuft ein Tier hinter dem letzten Auto über die Strasse. Es ist weit, bestimmt mehr als zweihundert Meter, aber auch ohne Glas sehen wir sofort, dass da eine Katze quert. Der Blick durchs Fernglas bringt Gewissheit, ein starker Leokuder.
Schnell bringe ich die Distanz hinter uns, und wo der Leo vermutlich ins Gebüsch geschlüpft ist, suchen wir langsam rollend das Gelände ab. Ein paar Meter weiter finden wir ihn, leider ziemlich verdeckt. Einmal schaut er uns an, dann verschwindet er endgültig.

Wir nehmen den Umweg über Stinkwater.

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Oje, wieder eine Lerche. Hier stehen wir länger, und letztlich gibt erst der Gesang letzte Gewissheit.
Fawn-coloured Lark, Steppenlerche.

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Er sitzt leider nicht frei, dafür ist die Bestimmung einfach, ein Martial Eagle, oder Kampfadler.

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Hat er nicht einen feinen Moustache, der kleine Scaly-feathered Finch.

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Warzenkeiler. Diese Schweine haben wir auffällig selten gesehen.

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Dann erreichen wir das Andoni-Wasserloch, und neben Zebras, Springböcken und Gnus hat es weitere zwei Kraniche.

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Wir sind begeistert, dass sich die Vögel so fotogen zwischen die Gnus begeben.

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Die Rückfahrt hält einen Red-crested Korhaan, oder Rotschopftrappe bereit.

Dann hängen wir noch die Runde um die Fisher Pan dran. Dass wir eigentlich um zehn Uhr das Camp geräumt haben müssten, übergehen wir geflissentlich.

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Kalahari Scrub-robin, Kalahariheckensänger.

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Ground Agama

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Capped Wheatear, oder Erdschmätzer.

Das Licht ist nicht mehr schön, und wir beschliessen, nicht mehr wegen jedem Vogel zu halten.

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Bei Twee Palms fahren wir aber doch noch schnell rein, und da liegt doch tatsächlich ein brütender Kranich. Sein Partner steht nicht allzuweit davon entfernt im Gras. Was für ein schöner Abschluss. Heute haben wir sieben Kraniche gefunden, und mit den zehn Vögeln der beiden Vortage steht der Zähler bei siebzehn Exemplaren, davon fünf beringten. Also überschlägig über die Hälfte der namibischen Gesamtpopulation. Den Teil der Reise können wir also schon mal als Erfolg verbuchen.

Nun fahren wir ins Camp und brechen die Zelte ab. Es ist mittlerweile Mittag durch, und der Camp Attendant erscheint und erwähnt , dass wir ja eigentlich seit zehn Uhr hätten geräumt haben müssen. Ich bin mir nicht sicher, ob er nun ein Trinkgeld erwartet und frage einfach mal: Now, what can we do? Dabei schaue ich so unschuldig wie es mir nur möglich ist. Er meint dann, es wäre ja kein Ding, das Camp ist ja fast leer, aber er kann es sich nicht verkneifen, noch ein paar Mal darauf hinzuweisen, dass Check-out-time um Zehn ist...

Dann verlassen wir Namutoni, fahren das kurze Stück bis zum Von-Lindequist-Gate, checken aus dem Park aus und fahren weiter ins sonntäglich verschlafene Tsumeb.


Viele Grüße,
Matthias

Teil 802. Apr. 2019

weiter der 27. Januar:

Wir rollen durch das ausgestorbene Tsumeb, gönnen unserem Vehikel mal wieder ein paar Liter Diesel und fahren dann zum Museum, das natürlich auch geschlossen hat. Aber mein Objekt der Begierde steht ohnehin im Freien und ist über den Zaun weg zu sehen.

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C 1´Tenderlok der OMEG, eine 600 mm Schmalspurlok

Wir fahren weiter in östlicher Richtung, und kurz vor Grootfontein biegen wir links ab zur Maori Campsite.
Dort checken wir ein und stellen unsere Zelte auf.

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Die Southern Masked Weaver, Maskenweber sind gerade mit dem Nestbau beschäftigt. Dies ist ausschliesslich Sache der Männchen.

Es ist ein weiterer Gast anwesend. Er fährt einen Landi mit Braker Kennzeichen, und ich frage ihn mal, wo in der Wesermarsch er denn zuhause ist. Wir schnacken bisschen und stellen fest, dass wir einen gemeinsamen Freund haben, der direkt an der Grenze zwischen Ammerland und Wesermarsch wohnt.
Wir beschliessen unser Nachtmahl zusammen am Feuer zuzubereiten, und spinnen dann noch eine ganze Weile Safarilatein.
Es ist schon lange dunkel, bis wir schlafen gehen. So lange halten wir eher selten durch, aber wir müssen morgen ja auch nicht früh raus.


Kosten: Maori Campsite 125.- Nam$ pP


28. Januar: unterwegs ins Buschmannland

Die Sonne scheint, und wir frühstücken zusammen mit Uwe. Wir müssen aber immer mal wieder unterbrechen, denn es sind einige Vogelarten hier auf Maori unterwegs.

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Herrlich glänzt der Diederick Cuckoo in der Morgensonne.

Wir packen zusammen und fahren in den Ort, um ein paar Lebensmittel zu ergänzen.
Dann fahren wir ein Stück auf der B 8 bis in Höhe Roy´s Restcamp, dort biegen wir auf die breite Sandpad Richtung Tsumkwe ab.

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Es ist wieder mächtig warm geworden, und die Vögel sitzen in den kühleren Baumkronen. So ist auf diesem Bild nicht nur der Bradfield´s Hornbill zu sehen.

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Weit reicht der Blick über stellenweise noch schöne, dichte Wälder mit grossen Bäumen, aber über weite Strecken ist der Primärwald schonungslos gerodet worden.

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Wenn er fliegt, ist er leicht zu identifizieren, der Wahlberg´s Eagle.

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In Fahrtrichtung Osten baut sich eine schöne Gewitterwand auf, und da fahren wir geradewegs drauf zu.

In Tsumkwe suchen wir das Büro der Nyae-Nyae Conservancy auf, denn hier soll man sich anmelden, wenn man übernachten möchte. Wir werden wie gute, alte Freunde mit Handschlag begrüsst, und dann einfach weiter geschickt, wir sollen direkt vor Ort bezahlen.

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Im Hof steht ein schön blauviolett blühender Baum, den ich noch nie gesehen habe, ich habe auch keinen Namen dazu. Ein Jacaranda. Danke, maddy.

Dann verlassen wir Tsumkwe in südlicher Richtung, und sofort geht es durch Tiefsand. Erstmals muss ich hier den Allrad zuschalten. Die Spur geht durch eine offene Savannenlandschaft mit einzelnen, kleineren flachen Seen, und hier pulst das Leben. All zu lange können wir uns aber nicht aufhalten, denn wir haben noch ein ganzes Stück zu fahren bis zu unserem anvisierten Camp, von dem wir nur so ungefähr wissen, wo es liegt.

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Hier hat es unlängst ordentlich geregnet, und stellenweise fahren wir durch eine Seenlandschaft. Hier aber haben wir gehalten, weil direkt vor dem Auto eine Harlequin Quail, Harlekinwachtel wegfliegt. Erstsichtung!

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Capped Wheatear, Erdschmätzer.

Der Weg um die Pfanne zieht sich, und zwei Verbindungen nach Osten in Richtung unseres Nachtlagers stehen zwar auf der Karte des Navis, in echt aber existieren sie nicht. So müssen wir immer weiter um die Pfanne herumfahren, das bringt uns aber eher weiter weg vom Camp, und die Sonne steht auch nicht mehr so hoch.

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In der Pfanne selbst sind noch nicht all zu viele Vögel, ein Zeichen, dass es erst unlängst geregnet hat. Die Vögel müssen erst noch zufliegen, aber ein Trupp Open-billed Storks, Klaffschnäbel hat sich bereits eingefunden.

Als wir endlich um die ewig langgezogene Pfanne rum gefahren sind, wird die Pad immer mehr zugewachsen. Die Dornbüsche stellen sich uns in den Weg, und es quietscht überaus hässlich, wenn die Zweige an der Karosserie entlang schrammen. Dazu kommt, dass wir noch ein gutes Stück zu fahren haben, wir werden wohl in die Nacht kommen. Das macht das Fahren nicht gerade entspannt.

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Dafür passieren wir nun immer wieder mal einen mächtigen Baobab, aber wir halten nur kurz für ein Foto, dann muss es schon wieder weiter gehen.
Die Sonne geht unter, wir fahren ohne Sundowner weiter. Wir kommen an ein Wasserloch, hier steht ein einzelner Elefantenbulle. Er ist überhaupt nicht erfreut uns zu sehen und attackiert sofort mit wehenden Ohren und laut trompetend. Ich setze zurück, und als er endlich abzieht, fahren wir weiter in die beginnende Dunkelheit.
An einem weiteren Wasserloch trinkt eine ganze Herde Gnus, die sofort das Weite suchen, als sie uns bemerken. Die wenigen Tiere, die wir bis jetzt gesehen haben, flüchten alle, sobald sie das Auto bemerkt haben. Ob hier gewildert wird?
Es ist mittlerweile dunkel, also ganz dunkel geworden, und da die nunmehr nur noch schlecht im Scheinwerferlicht zu sehende Fahrspur auszumachen ist, zeige ich auf eine Wegkreuzung auf der Karte und teile Andreas mit, dass ich maximal bis zu dieser Kreuzung fahre, aber keinen Meter weiter.
Wir kommen endlich an besagte Kreuzung, und wir befinden uns bei der Community Dkokhoe.
Hier stelle ich den Wagen ab, ich fahre keinen Schritt weiter.
Zwei Männer kommen, begrüßen uns sehr freundlich und erklären uns, dass dieser Platz praktisch als Reception dient, der eigentliche Campsite ist ein paar Kilometer zurück im Busch, aber wir dürfen gerne, wenn wir nicht mehr weiter wollen, hier übernachten. Nein, wir wollen nicht mehr weiter!
Wir bauen flugs die Zelte auf, dann vespern wir, denn zum Kochen haben wir wirklich keine Lust mehr.
Ich bin ziemlich platt und schlafe schnell ein.


Kosten: 70.- Nam$ pP


Viele Grüße,
Matthias

Teil 907. Apr. 2019

29. Januar; Nyae-Nyae Consevancy

Eigentlich sollte es heute weiter gehen nach Botswana zu den Tsodilo Hills, aber schon gestern war für uns klar, dass wir hier noch wenigstens einen Tag dranhängen müssen.

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Zum Sonnenaufgang geniessen wir ein Heissgetränk und lauschen dem üppigen Vogelkonzert.
Während wir frühstücken, kommen auch die beiden jungen San von gestern Abend zurück, und wir bezahlen die Übernachtung sowie den Eintritt für die Conservancy in Höhe von 30.- Nam$.
Wir lassen uns erklären, wo genau die richtige Campsite zu finden ist und sagen eine weitere Übernachtung zu.
Dann packen wir zusammen und fahren los, um uns die Campsite anzuschauen. Den Weg, den uns das Navi anzeigt, kann man nicht mehr fahren, er ist total zugewachsen. Also wieder zurück am Dorf vorbei, so erreichen wir den Platz von der anderen Seite. Er liegt sehr malerisch am Rand einer grossen Lichtung mit Wasserloch, unter einem riesigen Baobab, an dessen Stamm eine Beobachtungsplattform gebaut worden ist. Es gibt eine nagelneue Trockentoilette, eine Eimerdusche sowie einen noch jungfräulichen Braaibereich. Ein toller Platz.
Mehrmals passieren wir wahre Giganten von Baobabs. Ein paar Mal halten wir und bestaunen die Bäume.

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In einer ausgefaulten Astlochhöhle hockt eine schläfrige Barn Owl, Schleiereule und will hier wohl den Tag vertrödeln.

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Da es ja jüngst geregnet hat, sind überall Blumen aufgegangen und werden von Insekten aufgesucht, wie hier von einem Blister Beetle, oder Ölkäfer.

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Wohl ein Malvengewächs.

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Und immer wieder gigantische Baobabs.

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Ganz sicher bin ich nicht, es sollte aber ein African Cuckoo sein. Die Unterschiede zu seinem europäischen Vetter sind marginal.

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In der Pad vor uns saugen Mengen von Schmetterlingen Mineralien vom Schlamm. Wir stellen den Wagen ab, und ich gehe auf Schmetterlingsjagd. Hinten Brown-veined Whites, davor Red Tips ( vermutlich).

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Spotted Joker

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Red Tip

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Yellow Pansy Weibchen

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Am ehesten wohl ein Suffused Acraea.

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Common Diadem

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Die überaus attraktive Unterseite vom Common Diadem.

Es ist wieder heiss geworden, und das Lauern in der Hocke oder fast am Boden liegen strengt ganz schön an. Bevor ich einen Hitzschlag erleide, gehe ich zurück zum Auto. Das rechte Vorderrad macht einen ziemlich schlaffen Eindruck, wir haben einen Platten.
Nachdem auch Andreas wieder eingetrudelt ist, bocken wir den Wagen auf und wechseln das Rad. Wir haben uns ein Stück Ast sauber eingebohrt. Gut, dass uns die Schmetterlinge ausgebremst haben, ich weiss nicht, ob ich in dem tiefen Sand den Platten sonst bemerkt hätte.
Mit nun nur noch einem Ersatzrad möchte ich nicht die nächsten Tage durch den Busch fahren, und wir beschliessen, das Stück vollends zurück nach Tsumkwe zu fahren.
Wir passieren wieder die frisch entstandenen flachen Tümpel, in denen sich allerlei Vögel gesammelt haben.

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Reiherstelldichein.

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In einer kleinen Scheune finden wir den örtlichen Tyre Repair, und für 150.- Nam$ lassen wir den havarierten Reifen wieder genesen.
Wenn wir schon mal da sind, tanken wir gleich noch voll. Allerdings verkneifen wir uns das Befüllen des Doppeltanks, denn soviel Zeit wollen wir hier nicht zubringen. Es gibt einige Nussverkäufer, die, nachdem wir keine geschnitzten Nüsse brauchen, sich aufs Betteln verlegen.

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Wir fahren wieder zurück in südlicher Richtung zu den flachen Teichen. Hier sitzt ein Brauner Schlangenadler auf einer Baumspitze. Damit ist der örtliche Drongo gar nicht einverstanden, und wie ein Stuka stürzt sich der kleine Singvogel immer wieder auf den Greif, bis es diesem zu blöd wird und er Luft unter die Schwingen nimmt. Na also, geht doch, denkt sich der Drongo.

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Das Licht ist immer lausiger geworden, und nun fängt es auch noch zu regnen an. Den Limikolen ist dies egal, und die African Snipe, Afrikanische Bekassine stochert unbekümmert vor uns im Schlamm.

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Die Painted Snipe hält sich mehr im Wasser auf.

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Aus dem Augenwinkel gewahre ich eine Bewegung, ein Blick durchs Glas, und ich kann mich nur mühsam beherrschen. Da vor uns schleicht eine Dwarf Bittern, oder Sturms Zwergrohrdommel durchs Gras. Ich rangiere das Auto um, damit wir freies Schussfeld haben. Leider wird es immer dunkler. Hinter der Dommel filzt noch ein Lesser Moorhen, Zwergteichhuhn den Uferrand.

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Mit dieser für uns besonderen Sichtung lassen wir es gut sein und fahren wieder zurück bis zur Djokhoe Campsite, denn heute wollen wir auf jeden Fall noch bei Tageslicht das Lager aufbauen und mal wieder ordentlich kochen.
An der Campsite hat es aufgehört zu regnen, wir stellen die Zelte auf, weihen den nagelneuen Grill ein, geniessen einen Sundowner zur rechten Zeit, zu der sogar die Sonne nochmals rauskommt.
Goldbugpapageien fallen im Baobab über uns ein, das ist wohl ihr Übernachtungsbaum.
Wir setzen uns noch auf den Hide, bis es dunkel ist, Wild kommt aber nicht ans Wasserloch. Kein Wunder, da es ja geregnet hat, finden sie nun genug Wasserpfützen im Busch.
Mit auf dem Feuer erhitzten Wasser füllen wir die Eimerdusche und gönnen uns den Luxus einer warmen Dusche.
Nachts wache ich auf vom Kichern einer Hyäne.


Kosten: 70.- Nam$ pP für die Campsite


Viele Grüße,
Matthias

Teil 1010. Apr. 2019

30. Januar; vom Buschmannland an den Kavango

Im ersten Licht entern wir wieder den Ausguck und geniessen den erwachenden Morgen. Ein vielstimmiges Vogelkonzert wird gegeben, das Wasserloch aber bleibt verwaist.

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Noch dauert es bis die Sonne aufgeht.

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Das Camp ist malerisch unter dem Baobab gelegen.

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In direkter Nachbarschaft liegt dieser Urahn eines Baobabs, der zwar einen weitgehend ausgefaulten Stamm hat, trotzdem aber sich bislang erfolgreich gegen das Sterben sträubt.

Wir frühstücken gemütlich in der wärmenden Sonne, dann kommen auch die zwei jungen San wieder angetrabt. Wir zahlen die Gebühr und unterhalten uns noch etwas. Der Jüngere, der gut Englisch spricht und über den die Konversation läuft, erklärt uns noch den weiteren Weg, denn es soll viel Wasser auf der weiteren Strecke geben. Dazu malt er mir eine Skizze in mein Notizbuch, und so bin ich nun im Besitz eines Bushman Paintings.

Dann verlassen wir diesen schönen Platz und passieren das Dorf, um weiter Richtung Osten zu fahren.
Dabei gewahren wir viele Lesser Spotted Eagles, Schreiadler. Einige kreisen in der beginnenden Thermik, einige hocken auf Bäumen rum, die meisten aber sitzen am Boden und machen zu Fuß Jagd auf Termiten, die heute Nacht geschwärmt sind.

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Schreiadler. Lateinisch hört er auf den Namen Aquila pomarina, der Pommernadler.

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Der nasse Sand ist übersät mit roten Samtmilben, Red Velvet Mites, sowie mit den abgestossenen Flügeln der Termiten, die sie nach ihrem Schwärmflug nicht mehr brauchen.

Dann kommen wir an eine Stelle, wo die Fahrspur nicht mehr auszumachen ist, ein flacher See deckt alles zu. Die vermutete Pad erweist sich als falsch, der Hilux wird immer langsamer und stoppt schliesslich. Um uns nur Wasser. Ich habe eigentlich keine Lust auszusteigen, vom Freischaufeln ganz zu schweigen.
Mit L 4 und dem eingeschalteten Difflock schaffe ich es gerade so, rückwärts wieder freizukommen.
Der neuerliche Versuch auf einer anderen Route lässt sich meistern.

Wir passieren das Dorf Makuri, hier gibt es einen weiteren Campsite, den wir uns auch anschauen. Der Platz hat ebenso einen riesigen Baobab sowie die gleichen, nagelneuen Einrichtungen zu bieten, allerdings fehlt die schöne Aussicht.

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Aufgrund des Regens blühen nun flächig diese Lilien auf dem sonst blanken Sandboden.

Wir kommen an die Strasse, die nach Gam führt und folgen dieser, bis mir die Richtung anhand des Sonnenstands komisch vorkommt. Ja klar, wir fahren in die falsche Richtung. Hätte ich mal meiner Bushmanzeichnung vertraut, die zeigt deutlich an, dass wir zunächst nach links müssen.
Dann erreichen wir wieder die C 44 und fahren das Stück bis Dobe, wo wir die üblichen Grenzformalitäten über uns ergehen lassen. Da laut dem grossen Buch heute erst ein Auto hier passiert hat, also nicht gerade wirklich der Bär steppt, sind wir auch bald auf der botswanischen Seite.

Wir fahren bis Quabi, dem nächsten Dorf. Hier müssen wir uns etwas orientieren, denn die Hinweisschilder sind verwirrend. Wir fragen ein paar Männer, die in der Dorfmitte rumsitzen, nach dem rechten Weg. Dafür fragen sie, ob wir nicht eine Frau mit ihrem Kleinkind mitnehmen könnten. Ich räume den Beifahrersitz frei, und eine African Mom mit Kind und Gepäck quetscht sich auf den Sitz. Sie möchte bis ins nächste Dorf Quangwa, um dort den Gottesdienst in der Kirche zu besuchen, dann wird sie wieder zurücktrampen.

Nachdem wir sie in der Dorfmitte in Quangwa abgesetzt haben, geht die Fahrt einsam weiter. Ab und an passieren wir einzelne Elefanten, hin und wieder einen Schreiadler.
Richtig Leben kommt auf die Strasse allerdings in Form von Hunderten, nein Tausenden Schmetterlingen, die an Pfützen sitzen und saugen. So viele Schmetterlinge habe ich noch nie gesehen, ein paar Mal halten wir, aber so richtig zufriedenstellend zu fotografieren ist das Gewimmel nicht.

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Alles Bläulinge. Wenigstens drei Arten kann ich bestimmen, neben einem Grass Jewel Blue ( der mit der orangenen Binde ) und zwei Hintza Blues ( die beiden Grossen ) einige Dotted Blues.

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Hauptsächlich alles Broad-bordered Grass Yellows, links noch ein Common Orange Tip, dazu ein paar Yellow Pansys.

Die Fahrt über die Buschpiste zieht sich, und es ist schon Nachmittag, als wir endlich die Teerpad bei Gumare Richtung Shakawe erreichen.
Aber auch hier geht es nicht wirklich schneller voran. Zwar ist das erste Stück in einem recht passablen Zustand, das ändert sich aber bald, und die Strasse besteht mehr aus Löchern denn aus Teer. Oft fährt man auf der Gegenspur, oder auf dem sandigen Randstreifen beiderseits der Pad. Dabei muss man sich noch mit dem Gegenverkehr arrangieren.

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Donkeykarre unterwegs.

Die Strecke über die verschiedenen Etshas zieht sich, und wir brauchen deutlich länger als veranschlagt. So ist es kurz vor Sechs Uhr, als wir endlich bei Drotzky´s Cabins auf den Hof fahren. Hier schickt man uns gleich weiter, denn die Campsites haben eine eigene Reception. Stimmt, hatte ich vergessen.
An der richtigen Reception wollen die Leute grade Feierabend machen. Wir klären nur das Nötigste, was das Camp betrifft. Das Wichtigste jedoch ist für mich für morgen früh eine Bootstour klar zu machen. Ich frage nach Otto, und der Manager sagt, das wäre kein Problem, da Otto morgen on duty wäre. Abfahrt um Sieben, wäre das okay? Aber klar doch, ich freue mich.

Wir bauen die Zelte auf, dann gehen wir zum Bootssteg, um schonmal bissle Flussluft zu schnuppern.
Über uns hockt ein Crested Barbet im Baum und trillert minutenlang sein monotones Lied.

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Es ist soo schön, wieder hier zu sein.

Unablässig fliegen Reiher auf und ab, diverse Schwalben fangen Mücken, ein Riesenfischer hockt neben dem Steg. Eine herrliche Ruhe überkommt uns, und nachdem die Sonne unter gegangen ist, gehen wir zum Camp zurück.
Wir haben die schönste Campsite, denn wir sind die einzigen Gäste.
Während wir unser Nachtmahl brutzeln, fangen die geliebten Bell Frogs zu klickern an, Coucals lassen ihre abfallende Tonleiter erklingen und die Hippos grunzen.

Wir sitzen noch eine Weile am Feuer, und die ortsansässige Woods Owl singt dazu. Ich liebe diese Geräuschkulisse.
Zufrieden und voller Vorfreude auf die morgige Bootsfahrt gehen wir zu Bett.


Kosten: 200.- Pula pP


Viele Grüße,
Matthias

Teil 1123. Apr. 2019

31. Januar; Birding Boat Cruise mit Otto

Die Boat Cruises von Drotzky´s Cabins haben für Ornis einen gewissen Ruf, denn hier ist es fast garantiert, dass man die sonst eher selten zu findende Pel´s Fishing Owl zu Gesicht bekommt. Aber eben nur fast, denn bei meinem Erstbesuch vor anderthalb Jahren mit Bele und den Muckels haben wir zwar gesucht, aber nicht gefunden. Diese Scharte gilt es nun auszuwetzen.

Pünktlichst vor sieben Uhr stehen wir gerichtet parat, und auch Otto ist pünktlich.

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Zwei Minuten später wandern die ersten Fotos des Tages auf den Chip. Die Sonne scheint, es ist windstill und schon angenehm warm, also beste Voraussetzungen für einen guten Start in den Tag. Malachite Kingfisher, Malachiteisvogel.

Dann besuchen wir einen besonderen "Freund" von Otto, einen White-backed Night Heron. Der sitzt aber typischerweise im dichtesten Gestrüpp direkt überm Wasser, sodass ich nicht mal einen Versuch unternehme, ein Bild zu schiessen.
Aber es geht nun Schlag auf Schlag.

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Large Golden Weaver, Goldweber Männchen beim Nestbau.

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Woodland Kingfisher, Senegalliest. Diese sehr lautstarken Vögel balzen gerade und sind überall, wo es grössere Bäume hat, zu hören. Für mich eine der ganz typischen Stimmen im Caprivi.

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Giant Kingfisher, Riesenfischer Männchen. Wohl ein noch nicht durchgefärbter Jungvogel.

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Reed Cormorant, Riedscharbe

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Otto unternimmt, das freut mich sehr, keinen Versuch, einen Fish Eagle anzuködern, und nachdem wir die erste grosse Kurve des Kavango hinter uns haben, gibt er Gas, denn wir müssen ein ganzes Stück fahren, um zu den grossen Bäumen zu kommen, wo sich die Eulen tagsüber verbergen.

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Wir kommen nicht allzu weit, denn ein Männchen einer Little Bittern, Zwergrohrdommel hockt dekorativ im Papyrus.

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Weiter geht es mit Blue-cheeked Bee-eaters, Blauspinten.

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Wir steuern in eine kleine Bucht, die vollkommen bedeckt ist mit Waterlilies, Seerosen. Natürlich hat es die dazu gehörigen Lilytrotters, Blaustirnblatthühnchen.

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Unsere Aufmerksamkeit gilt aber eigentlich diesem blauen Huhn. Allen´s Gallinule, Afrikanisches Sultanshuhn. So schön frei habe ich dieses Huhn noch nicht vor der Linse gehabt. Entsprechend euphorisiert geht es weiter.

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Brown-throated Martin, Afrikanische Uferschwalbe

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Wir können schon die grossen Bäume sehen, wo hoffentlich die Eulen auf uns warten, doch zuvor müssen wir in eine kleine Lagune einfahren. Long-toed Lapwing, Langzehenkiebitz.

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White-faced Ducks, Witwenenten stehen vor uns auf.

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Water Dikkop, Wassertriel.

Im flachen Wasser geht es mit dem Boot nicht weiter, und so steigen wir aus und platschen durch Wasser und Matsch bis zu den grossen Bäumen. Hier verrenken wir uns die Hälse und suchen die Baumkronen ab. Otto findet eine Eule, erst nach einer ganzen Weile bemerken wir, dass direkt daneben ein weiteres Tier sitzt. Aus unserer Position sieht man leider nicht allzu viel, und so probieren wir es von der anderen Seite. Und tatsächlich finden wir eine Lücke in der Baumkrone, die uns einen fast ungestörten Blick auf beide Fischeulen bietet.
Der linke Vogel hat einen halb gefressenen Fisch im Fang.

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Pel´s Fishing Owl

Wir setzen uns auf den Boden und fotografieren etwas exzessiv, abwechselnd wandert das Fernglas ans Auge, um die Eulen richtig zu beobachten. Die sind nur mässig an uns interessiert, ausser dem Schliessen der Nickhaut oder einem Gähnen passiert nicht viel.

Nach zwanzig Minuten brechen wir wieder auf und lassen die Eulen in Ruhe. Wir sind happy, der Trip hat sich voll gelohnt. Und er ist ja noch nicht vorbei, die Rückfahrt steht noch aus.

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Red-shoudered Widow, Stummelwida

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Wir fahren durch einen kleinen, schilfbestandenen Kanal, der sich plötzlich öffnet. Der Blick wird frei auf eine Grasebene, auf der allerlei Reiher stehen, darunter auch ein Slaty Egret. Leider ist er zu weit weg für ein ordentliches Foto, aber es ist das erste Mal, dass ich überhaupt ein Bild schiessen kann.

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Slaty Egret, Braunkehlreiher.

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Zum guten Schluss bekommen wir noch einen Diederick Cuckoo geboten, dann ist unsere Zeit um.

Wir haben drei äusserst kurzweilige Stunden mit Otto verbringen dürfen, der mit grosser Geduld und viel Gespür das Boot perfekt ins Licht gefahren hat.
Zum Abschied erzählt uns Otto noch, in welchem Baum die Wood´s Owl für gewöhnlich den Tag verschläft.

Zurück auf unserer Site genehmigen wir uns ein ausgiebiges Frühstück, das haben wir uns nun verdient.


Kosten Boatcruise: 825.- Pula. ( 275.- Pula pro Stunde ) plus 150.- Pula für 10 Liter Sprit


Viele Grüße,
Matthias

Teil 1228. Apr. 2019

weiter der 31. Januar;

Während unserem ausgedehnten Frühstück beratschlagen wir, was wir heute noch anstellen wollen, denn es ist ja noch nicht mal Mittag.
Wir sind uns schnell einig, dass wir die angedachte Autofahrt zu den Tsodilo Hills drangeben und hier im Camp bleiben. Wir sind ja die einzigen Gäste, und so können wir ungestört das Camp filzen, was sich denn so an Vögeln finden lässt.

Wir sind gestern schon vor aufdringlichen Meerkatzen gewarnt worden, und unser Frühstück bleibt nicht unentdeckt.

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Es sind sehr viele Mütter mit noch kleinen Klammeraffen unterwegs, aber wir passen auf. "Mir gäbet nix."

Es trifft sich gut, dass Otto vorbei kommt. Zusammen suchen wir den Schlafbaum der Woods Owl auf, aber sie ist heute aushäusig. Dafür präsentiert uns Otto eine andere Eule.

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Da sitzt doch tatsächlich eine Fischeule, auch sie hat einen Fisch gefangen. Leider hält sie nicht lange aus, es gelingen nur zwei Bilder, dann fliegt sie weiter in den Wald.

Otto lässt uns alleine, und wir stromern bis zur hintersten Campsite. Dort schlagen wir uns durchs Unterholz bis ans Wasser durch.

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Red-eyed Dove, Halbmondtaube

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In dem kleinen Kanal paddeln zwei African Pygmy Geese, Zwerggänse durch die Seerosen. Sie nehmen keine Notiz von uns.

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Im Schilf ist ein männlicher Thick-billed Weaver, Weissstirnweber dabei, aus zierlichsten Grashälmchen ein Nest zu bauen.

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Ferner finden wir noch ein Weibchen vom Golden-tailed Woodpecker, Goldschwanzspecht.

Dann kehren wir zu unserer Site zurück, kochen schön bei Tageslicht unser Dinner, um dann den Abend wieder am Bootssteg ausklingen zu lassen.

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Die Affen haben zwischenzeitlich unser Lager gefilzt, ob nicht doch was zu stiebitzen wäre. Lediglich die Ceres-Saftkartons operieren sie aus dem mit Draht gesicherten Mülleimer und zerreissen diese in zahllose Schnipsel.

Nach Sonnenuntergang entzünden wir ein Feuer und geniessen die überaus friedliche Stimmung hier. Bis auf Hippogrunzen und Froschgeklicker hört man nur das Knistern des Feuers.


01. Februar; morgendliche Überraschung

Da wir heute nur einen kurzen Transfer bis zur Mahangu Safari Lodge zu bewältigen haben, nutzen wir das schöne Morgenlicht, um nochmals das weitläufige Campareal abzugehen.

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Und dabei finden wir doch tatsächlich eine Fischeule, wiederum mit Fisch. Ob es der selbe Vogel wie gestern ist, oder vielleicht der Partner, wissen wir nicht, aber wir sind bissle stolz, auch ohne Otto fündig geworden zu sein.
Jedenfalls können wir nun guten Gewissens aufbrechen zu neuen Zielen.

Wir packen zusammen, und so gegen zehn Uhr verlassen wir Drotzky´s. Dass es uns hier ausserordentlich gut gefallen hat, versichern wir sowohl in der Reception wie auch im Hauptgebäude, wo wir unsere Rechnung bezahlen.

Dann fahren wir das kurze Stück bis zum Grenzübergang. Auf botswanischer Seite müssen wir noch die Strassengebühr bezahlen, da das in Dobe nicht möglich ist. Auf namibischer Seite werden wir erstmals überhaupt beim Betreten des Gebäudes mit einer Laserpistole? auf Fieber kontrolliert, wir liegen aber beide unter 37 Grad und können passieren. Auch werden wir erstmals nach einem Gelbfieberimpfpass gefragt. Meine Entgegnung, dass wir so etwas nicht besitzen, wird mit Achselzucken registriert.

Nun liegt nur noch das kurze Stück durch die Mahango Core Area vor uns. Wir überlegen kurz, ob wir gleich einen Gamedrive machen, verwerfen diesen Gedanken aber, denn es geht nun auf Mittag zu, die Sonne steht hoch und die Farben taugen nichts. Lieber wollen wir auf dem Gelände der Mahangu Lodge den Vögeln nachstellen.


Viele Grüße,
Matthias

Teil 1330. Apr. 2019

weiter der 1. Februar:

Bei der Mahangu Safari Lodge können wir uns die Campsite aussuchen, wir sind mal wieder die einzigen Gäste.
Nachdem wir die Zelte aufgestellt haben und einen kleinen Snack genommen haben, schnappen wir die Kameras und schlendern übers Gelände.

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African Paradise Flycatcher Männchen, oder Paradiesschnäpper. Diese kleinen, quirligen Vögel sind nicht leicht zu erwischen, und dass sie sich immer im Halbdunkel des dschungelartigen Bewuchses aufhalten, macht die Sache nicht einfacher.

Nachdem wir uns im Pool erfrischt haben, wollen wir noch eine Runde durch den Mahango Park fahren.

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Gleich beim ersten Lookout auf die Floodplains stehen drei Wattled Cranes, Klunkerkraniche. Leider ist es ziemlich bewölkt, die Farben taugen nicht wirklich, aber die Vögel sind nicht allzu weit entfernt und nehmen von uns keine Notiz. Normalerweise sind sie sehr scheu.
Später sehen wir weitere sechs Kraniche, je ein Paar mit ihrem flüggen Jungvogel.

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Die Büffel sehen meist recht übellaunig aus.

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Ein Pärchen Double-banded Sandgrouses, Nachtflughühner tippeln über den Sand. Mittlerweile kommt die Sonne wieder durch.

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Wir geniessen es, mit dem Spektiv die Schwemmlandebene des Kavango abzuglasen, denn viele kleinere Vögel, etwa Limikolen, kann man mit dem Fernglas nur schlecht ansprechen.

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Wir fahren noch ein Stück weiter Richtung grosser Baobab und finden eine Gruppe Roan-Antilopen.

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Wunderschöne Tiere, zusammen mit den Sable-Antilopen sind sie jedesmal ein Highlight hier im Mahango Park.

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Auch ein Paar Reedböcke stellt sich in Positur.

Dann fahren wir langsam zurück, denn wir wollen den Sundowner auf dem Aussichtsturm vom Mahangu Camp geniessen. Zwar kann man von hier nicht direkt der Sonne beim Versinken zusehen, dafür wird das gegenüber liegende Ufer schön ausgeleuchtet, und meistens lassen sich dort auch immer einige Tiere spotten.

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Sunset am Kavango.

Nachdem die Sonne unter gegangen ist, genehmigen wir uns auf der Plattform überm Wasser zwei GTs, bevor wir zurück zu unserem Camp gehen, um unser Nachtmahl zu bereiten.
Das wird heute eine Premiere, denn wir haben uns bei Safari Car Rental einen Poitjie geliehen, der wird heute eingeweiht. In guter Erinnerung an das herrliche Stew, zu dem ich vor Jahresfrist bei den Kalachee-Brüdern eingeladen war, schnippeln wir allerlei Gemüse, Kartoffeln und die zwei letzten Oryxlendensteaks klein, um dann alles auf der Glut vor sich hin köcheln zu lassen.

Während wir so mit unserem Stew beschäftigt sind, kommt plötzlich aus dem Dunkel die Nachtwache und fragt uns, ob wir gerne eine Schlange sehen würden, eine grosse Schlange. Was für eine Frage, natürlich ja. Na, dann sollten wir uns aber etwas beeilen. Schnell schnappe ich noch die Kamera, und ab geht´s im Laufschritt hinterher.
Auf einem freien Stück zwischen den Chalets kriecht ein gut anderthalb Meter langer Felsenpython zielstrebig Richtung Wasser.

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Mir gelingen vier Fotos, und dann ist der Python im Gras verschwunden. Ich freue mich sehr, denn es ist mein erster Python, und es war ein Wunsch von mir endlich mal eine richtig grosse Schlange zu sehen. Obwohl, das war natürlich ein Jungtier, Pythons können über vier Meter lang werden. Trotzdem war das schon eine ordentliche Portion, wenn man sonst nur Kreuzottern und Schlingnattern gewohnt ist.

Noch viel mehr freue ich mich, dass niemand den Versuch unternommen hat, die Schlange zu töten.

Zurück am Feuer ist dann auch langsam unser Essen fertig, und wir sind uns beide einig: das Stew ist phänomenal geworden. Und das Beste daran: die Portion ist so gross, dass für morgen schon gekocht ist.


Kosten: Mahangu Safari Lodge Camping 185.- Nam$ pP


Viele Grüße,
Matthias

Teil 1404. Mai 2019

02. Februar; ein ganzer Tag Mahango Core Area

Pünktlich um 6.00 Uhr wird der Grenzübergang geöffnet, dann kann man auch in den Park einfahren. Das Office ist um diese Zeit noch nicht besetzt, das kennen wir schon, wir werden also die Gebühr von 40.- Nam$ pP beim Verlassen entrichten.
Wir fahren gleich durch bis kurz vor den Grenzposten Mohembo und biegen dann nach links ab. So haben wir die Sonne, wenn sie denn mal aufgegangen ist, eher im Rücken.

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Sonne ist hier allerdings noch überhaupt kein Thema, als wir einen Eurasian Golden Oriole, Pirol beobachten.

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Wir fahren Kwetchi an und geniessen hier die friedliche Stimmung und den Sonnenaufgang.

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Etwas später kommen wir um eine Ecke, und da stehen zehn Wattled Cranes vor uns in einer sumpfigen Wiese. Sie halten nicht aus und erheben sich gleich in die Luft. Auf die letzten beiden Kraniche komme ich noch zu Schuss, wie sie über dem Papyruswald entschwinden.

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Ein schwarzer Greif kommt angeflogen und landet vor uns auf dem Boden. Relativ schnell ist klar, dass wir einen melanistischen Gabarhabicht vor uns haben. Das ist für uns beide eine Erstsichtung. Der Habicht sitzt so da und dreht den Kopf hin und her.

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Er ist offensichtlich an dem links von ihm über den Boden krabbelnden Pillendreher interessiert. Er nähert sich zu Fuss...

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und der Käfer ergreift die Flucht. Der Greif braucht dank seiner Grösse etwas länger, um hinterher zu kommen.

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Völlig gebannt verfolgen wir, wie der Gabar den Abstand verringert, wir erwarten jeden Moment, dass er den Käfer greift.

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Der so plump erscheinende Mistkäfer schlägt aber immer wieder Haken, die der Vogel so schnell nicht parieren kann, und so werden wir Zeuge einer recht ungewöhnlichen Jagd, die für den Käfer glücklich endet, denn er entkommt. Der verdutzte Vogel sitzt wieder auf dem Sand und orientiert sich neu.
Ich wusste bis dato nicht, dass sich Habichte, der ja der Grösse nach eher ein Sperber ist, auch an Insekten vergreifen.
Auf jeden Fall ein grandioses Erlebnis für uns.
Und wir sind begeistert, dass unsere Fotos durchaus ansehnlich geworden sind. Mit meiner alten Lumix hätte ich hier jedenfalls nichts Brauchbares zu Wege gebracht.

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Nun aber tatsächlich: eine Tawny Flanked Prinia, Rahmbrustprinie. Dahinter sitzt ein Trauerdrongo.

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Wir wollen uns nun einmal das potentielle Habichtfutter näher ansehen, denn Pillendreher hat es hier enorm Viele.

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Mengen von Käfern sitzen auf den frischen Elefantendunghäufen und versuchen ein Stück vom Kuchen zu ergattern. Diese Stücke rollen sie dann zu perfekten Kugeln, um diese zu verstecken und darin ihre Eier zu legen.

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Die Kugeln sind oft deutlich grösser als die Käfer selbst. Rückwärts schieben sie die Pillen durch die Gegend, was durchaus wie eine Sisyphusarbeit anmutet.

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Da das mit dem Gabarhabicht so gut gefunzt hat, probiere ich es gleich mal mit einem fliegenden Nektarvogel.

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Purple-banded Sunbird, Kleiner Bindennektarvogel.

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Eine Dusky Lark, Drossellerche. Diese Lerche brütet in Zentralafrika und verbringt den Sommer hier als eher seltener Gast. Für uns jedenfalls eine Erstsichtung.

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Dank des schon etwas zerschlissenen Gefieders bin ich nicht ganz sicher, es sollte aber ein African Pipit, oder Spornpieper sein.


Viele Grüße,
Matthias

Teil 1505. Mai 2019

weiter der 02. Februar; Westteil Mahango Core Area

Nachdem wir die durchgehende Hauptpiste erreicht haben, beschliessen wir auch noch den eher seltener befahrenen Westteil dran zu hängen. Diese Piste ist nicht ausgebaut und stellenweise ziemlich verbuscht. Dazu kommt, dass man öfters mal aussteigen muss, um die von Elefanten ab- und umgebrochenen Büsche von der Spur zu entfernen.

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Wir finden eine kleine Gruppe European Roller, Blauracken, die -selten genug- nicht sofort türmen und sich auf brauchbare Distanz verpixeln lassen.

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Wie bei der heimischen Gabelracke explodiert das Gefieder regelrecht in diversen Blautönen, sobald die Schwingen geöffnet werden.

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Beim Wasserloch Thingwerengwere stehen zwei halbstarke Bullen und bespritzen sich mit Schlamm.

Es geht nun auf Mittag zu, und wir beschliessen zurück zu fahren, um endlich was zu Essen und ein Nickerchen zu halten.
Danach kühlen wir uns wieder im Pool ab, bevor wir nochmals eine Abendrunde im Park drehen wollen.
Leider hat es ziemlich zugezogen.

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Auch wenn das Bild nichts Besonderes ist, zeige ich hiermit eine weitere Erstsichtung: ein Bearded Scrub-Robin, Brauner Bartheckensänger.

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Schade, dass der schlonzige Himmel alle Farben schluckt, so kommt der Broad-billed Roller, Zimtracke nicht wirklich zur Geltung.

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Der alte Büffel hat eine offene Wunde am Hinterlauf, und dort picken auch noch die Gelbschnabel-Madenhacker drin rum.

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Green-winged Pytilia, oder Buntastrild Weibchen.

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Normalerweise sind die Emerald-spotted Wood Doves, Bronzeflecktauben ziemlich scheu, dieses Exemplar war aber sehr zutraulich und hat uns bis auf unter zwei Meter ausgehalten. Andreas hat sich beschwert, dass wir zu nah dran waren für seine grosse Linse.

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Weibchen vom Violet-eared Waxbill, Granatastrild.

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Wieder mal eine singende Tawny-flanked Prinia, Rahmbrustprinie.

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Um die Burchell´s Glossy Starlings, Riesenglanzstare zu fotografieren, ist der bedeckte Himmel von Vorteil, denn bei Sonne saufen die Farben schnell ab.

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Recht häufig und weit verbreitet ist der Marico Flycatcher, Maricoschnäpper.

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Nun kriegen wir auch noch das Männchen von der Green-winged Pytilia vor die Linse.

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Zur Abwechslung mal kein Vogel, sondern ein noch recht junges Kudu mit seinen überproportional grossen Lauschern.

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Der Long-billed Crombec, Langschnabelsylvietta hält nicht für den Bruchteil einer Sekunde still, und bei allen Bildern ist immer ein Halm im Weg. Grrr.

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Alt- und Jungvogel Little Bee-eater, Zwergspint.

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Zum Abschluss der heutigen Vögelei finden wir noch eine Pearl-spotted Owlet, Perlkauz, der uns neugierig beäugt, als wir uns per Pedes an ihn ranschleichen.

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Da heute sonnenuntergangsmässig nichts Spektakuläres zu erwarten ist, fahren wir sogar schon etwas vor Gateschliessung raus, nicht ohne wieder unsere tägliche Roan zu würdigen.

Dann fahren wir zurück ins Camp, machen es uns wieder auf dem Deck überm Fluss gemütlich und geniessen anschliessend unser Stew.
Wir sind uns einig, der Aufenthalt hier auf der Mahangu Safari Lodge und im Mahango Park hat sich mal wieder voll gelohnt.
Morgen aber wollen wir weiter fahren an den Kwando.


Viele Grüße,
Matthias

Teil 1614. Mai 2019

Sonntag, 03. Februar; auf in die Kwando Core Area

Der Tagesstart hält sich nicht an den "Sonntag", denn es regnet leicht. So bleiben wir liegen, bis es richtig hell ist.
Zum Frühstücken haben wir zunächst keine rechte Lust, denn alles ist feucht, so vertrödeln wir einige Zeit mit Auto einräumen, Akkus laden, der Abwasch von gestern Abend steht auch noch an.

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Auch die Little Bee-eater, Zwergspinte kommen nur mühsam in den Tag und kuscheln lieber noch etwas.

Langsam hört der Regen auf. Zwar scheint die Sonne nicht wirklich durch die dicke Bewölkung, aber es wird zunehmend wärmer, so können wir wenigstens in aller Ruhe frühstücken.
Nachdem wir fertig sind, sind auch die Zelte schon wieder abgetrocknet, und wir können einpacken.
Dann zahlen wir unsere Rechnung und fahren nach Divundu.
Hier kaufen wir Milch und Joghurt ein, und unser Gefährt erhält Diesel, dann machen wir uns auf den Weg stracks Richtung Osten.

Mittlerweile ist es wieder richtig warm geworden, und die Sonne dampft immer mehr die Wolken weg.
Wir erreichen die New Susuwe Ranger Station, wo wir uns ins grosse Buch eintragen und ein Permit für zwei Tage bezahlen.
Dann fahren wir die Pad in den Wald hoch und hier schalte ich wieder den Allrad zu, denn sofort wird es tiefsandig.
Der Wald um die alte, verfallene Militärstation Fort Doppies gefällt uns besonders gut, denn es gibt hier einen alten Baumbestand und entsprechend viele Vögel.

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Eine ganze Familie Red-billed Woodhoopoes, Grüne Baumhopfe marodiert in den Bäumen umher.

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Flugstudie.

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Blühende Feuerlilien setzen ein paar bunte Akzente im Unterholz.

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Blue Pansy.

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Dann bemerken wir hoch oben in einer Baumkrone einen schwarzen Vogel, den wir zunächst als Trauerdrongo abtun. Beim Blick durchs Fernglas irritiert aber das Rot ums Auge, sicherheitshalber schiesse ich ein Notfoto, und später identifizieren wir den "Drongo" als einen Retz´s Helmet Shrike, Dreifarbenwürger. Erstsichtung, läuft. 😎

Wir fahren weiter, und nachdem wir den Wald verlassen haben, geht es durch mit hohem Gras bestandenes Buschland ohne besondere Sichtung weiter bis zum Nambwa Camp.
Hier checken wir für zwei Nächte ein. Wir erhalten Platz Nr. 2, könnten aber jeden anderen Platz belegen, denn wir sind wieder alleine hier.
Ich belege gleich wieder die kleine Plattform, um hier mein Zelt aufzustellen. Dann vespern wir eine Kleinigkeit.

Das Licht wird weicher, und wir fahren noch eine Runde Richtung Horseshoe und ins Grasland südlich davon bis knapp vor die botswanische Grenze.

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Über den Gesang des Orange-breasted Bush Shrike, Orangewürger, den wir aus dem fahrenden Auto gehört haben, finden wir tatsächlich den zugehörigen Vogel. Leider ist er sehr scheu und überhaupt nicht daran interessiert, für uns zu posen. Eher filzt er Busch um Strauch nach Insekten, meistens sehen wir ihn nur von hinten.

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Der verlassen daliegende Horseshoe.

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Wir fahren um eine Ecke beim Hide am Horseshoe und landen fast in einer Dreierfamilie Wattled Cranes. Die Kraniche hätte ich hier mitten im Wald nicht vermutet.

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Sie stolzieren dann ins offene Gelände und filzen frische Elefantendunghäufen. Offensichtlich gibt es hier was zum Einwerfen.

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Was im Mahango Park noch nicht gelungen ist, hier scheint dann die Sonne ungetrübt, um der Zimtracke einen glanzvollen Auftritt zu verschaffen.

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Wenn sie sitzen, sind die orangefarbenen "Schulterklappen" nicht deutlich zu sehen, aber sobald sie fliegen, sehen die Red-shouldered Widows, Stummelwidas sehr auffällig aus.

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Das Licht wird immer schöner, und die Landschaft am Kwando weiss uns wieder einmal zu gefallen.

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Coppery-tailed Coucal, Angola-Mönchskuckuck.

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Die Sonne ist schon weg, als wir, exakt an der selben Stelle wie drei Jahre zuvor, wieder auf die hier wohl ansässige Black-bellied Korhaan, Schwarzbauchtrappe treffen.

Nun müssen wir uns etwas sputen, um noch bei Licht ins Camp zurück zu fahren.
Nach einem verspäteten Sundowner grillen wir ein schönes Game-Fillet auf der Glut.
Eigentlich könnte man nun nach dem Essen schön am Feuer sitzen bleiben, aber endlich zeigt sich der Himmel einmal wolkenlos, und so schnappe ich mir Kamera und Stativ und suche mir einen schönen Punkt, um ein paar Sternenbilder zu schiessen.

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Das neonfarbene Strichle hat ein blinkender Leuchtkäfer hinterlassen.

Später sitze ich noch eine Weile vor meinem Zelt auf der Plattform überm Wasser und lausche den Xylophonfröschen, während die Glühwürmchen vorbeiblinkern.


Kosten: Nambwa Camp 250.- Nam$ pP


Viele Grüße,
Matthias

Teil 1721. Mai 2019

04. Februar; Kwando Core Area

Mit dem Hellwerden verlassen wir das Camp, um am Kwando entlang flussaufwärts zu fahren und die frühen Morgenstunden im Wald um Fort Doppies zu verbringen. Wir erhoffen uns dann rege Gesangstätigkeit der Waldvögel, um ihnen dann gezielt nachstellen zu können.

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Noch vor Sonnenaufgang lassen wir das Camp Nambwa, welches sich in dieser Waldinsel befindet, hinter uns.

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Green-backed Heron, Mangrovenreiher

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Immer wieder führt die Fahrspur an den Fluss und bietet schöne Aussichten.

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Mächtige Leberwurstbäume stehen am Ufer, im Sand fährten sich Löwen, Antilopen und natürlich Elefanten.

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Am Ufer finden sich verschiedene Vögel ein um zu rasten oder um nach Beute Ausschau zu halten. Pied Kingfisher, Graufischer Weibchen.

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Kaum hat der Eisvogel den Ast geräumt, wird er schon wieder belegt. Banded Martin, Gebänderte Uferschwalbe.

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Der Great Egret, Silberreiher ist wohl fertig mit dem Brutgeschäft, der Schnabel jedenfalls ist schon wieder gelb, aber die Schmuckfedern auf dem Rücken trägt er noch.

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Eine Gruppe Meyer´s Parrots, Goldbugpapageien sitzen in der Morgensonne und widmen sich der Gefiederpflege.

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Nach dem melanistischen Gabarhabicht finden wir eine weitere Rarität, einen leuzistischen Wattled Plover, Senegalkiebitz. So etwas habe ich noch nie gesehen, ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Entsprechend verwundert ob des Vogels waren wir.

Auf dem Weiterweg, kurz bevor man eine steile Böschung hoch in den Wald fährt, huschen fünf Löwen, drei Löwinnen mit zwei Halbstarken, vor uns über den Weg. Sie kommen vom Wasser und wollen sich nun wohl in den Schatten des Waldes zurück ziehen. Leider sind sie sehr scheu und es gelingt uns kein Bild.

Nachdem wir uns vergewissert haben, dass die Löwen nicht hier unter den Bäumen liegen, steigen wir aus, geniessen das morgendliche Konzert und versuchen ein paar der Sangeskünstler zu erwischen.

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Die gehören aber nicht dazu, sie sind meist stumm. White-fronted Bee-eater, Weissstirnspint.

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Auch er ist kein grosser Sänger, beobachtet aber genau unser Treiben. Noch nicht ausgefärbter Martial Eagle, Kampfadler.

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Noch nicht im Prachtkleid befindet sich die Yellow Wagtail, Schafstelze, die in drei Monaten zurück in Europa sein wird, um hier zu brüten.

Insgesamt ist es sehr schwierig, die Sänger vor die Linse zu bekommen, denn meistens sitzen sie weit oben in den Baumkronen, aber das Konzert ist sehr vielstimmig. Es hallt sehr schön unter dem Blätterdach, fast wie in einer Kirche.
Wir beschliessen, morgen nochmals einen Anlauf zu nehmen und dann nicht so lange am Fluss rum zu trödeln, vielleicht waren wir schon wieder etwas zu spät dran.

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Red Lechwe Bock.

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Cardinal Woodpecker, Kardinalspecht Männchen.

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Zum späten Vormittag fahren wir zurück ins Camp, unterwegs nehmen wir aber noch den allgegenwärtigen Yellow-billed Hornbill, Gelbschnabeltoko mit.

Es ist drückend schwül geworden, und am Himmel schiessen die Cumulustürme in die Höhe. Es sieht nach Gewitter aus.
Wir frühstücken in aller Ruhe, bevor wir eine Siesta halten.

Am Nachmittag und Abend wollen wir nochmals Richtung Horseshoe fahren.


Viele Grüße,
Matthias

Teil 1831. Mai 2019

weiter der 04. Februar:

Nachdem wir uns zurück auf unserer Site wieder restauriert haben, erkunden wir mit Glas und Kamera den Campbereich, denn hier unter den grossen Bäumen hat es natürlich auch jede Menge Vögel und anderes Getier.

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Als Erstes finde ich auf einer Nachbarsite eine dünne, etwa meterlange Peitschenschlange, eine Western Stripe-bellied Sand Snake. Sie liegt regungslos auf dem Wurzelanlauf eines Baumes. Zunächst vermute ich, dass sie sich sonnt. Erst später entdecke ich runde dreissig Zentimeter oberhalb am Baumstamm den vermutlichen Grund, weshalb die Schlange hier ausharrt.

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Hier verharrt ein Streifenskink ebenso reglos nach dem Motto: wer sich zuerst bewegt, hat verloren.

Es beginnt zu donnern, und bald darauf fängt es tatsächlich zu regnen an. Ich eile zurück zu meinem Zelt und schmeisse schnell das Überdach drüber. Im Auto warten wir den Schauer ab, und gleich drauf schaue ich nach, ob die Reptilien noch vor Ort sind. Aber auch sie haben sich vor dem Regen in Sicherheit gebracht.

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Die Sonne bricht erneut durch die Wolken, und ich mache ein paar Aufnahmen von den attraktiven Feuerlilien. Erst nach einer Weile bemerke ich den kleinen Falter, der sich farblich hervorragend angepasst hier versteckt.

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Leider fehlt ihm seit einer Attacke eines Vogels der charakteristische Zipfel am Hinterflügelende, sodass die Artzugehörigkeit für mich nicht mehr feststellbar ist. Ein Scarlet der Gattung Axiocerses.

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Leider gelingt mir nicht viel mehr als ein Belegbild vom Red-chested Cuckoo, Einsiedlerkuckuck. Mal wieder eine Erstsichtung.

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Gegen halbvier Uhr fahren wir wieder los Richtung Horseshoe. Gerade noch kommen wir rechtzeitig an die Lagune, um den Abzug einer fünfunddreissig kopfstarken Gruppe von Rappenantilopen zu erleben.

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So ein grosses Rudel von Sables habe ich zuvor noch nicht gesehen.

Wir fahren weiter um den Horseshoe herum, leider hat sich der Himmel komplett bewölkt.

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Grey-headed Kingfisher, Graukopfliest.

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Dafür sind heute Elefanten hier, um zu saufen und zu baden.

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Wir schauen dem Treiben eine ganze Weile zu und fahren dann nochmals eine Runde in die Grasebenen Richtung Botswana. Hier fällt auf, dass die einzeln stehenden, grossen, alten Kameldorne alle schon braunrote Blätter haben. Die Rinde der Bäume ist geschält.
Diese Bäume werden kaum weiter leben können, hier macht sich der seit Jahren zunehmende Elefantenbesatz bemerkbar.

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Eigentlich sollte man auch mal die hier allgegenwärtigen Hartlaub´s Babbler, Weissbürzeldrosslinge verewigen, zumal man sie in Namibia nur hier entlang der nördlichen Landesgrenze finden kann.

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Zum Abschluss finden wir einen weiteren Woodland Kingfisher, einen Senegalliest.

Da der Himmel weiter bewölkt ist, gibt es keinen Grund, heute den Platz am Lagerfeuer nicht einzunehmen. So sitzen wir unter dem grossen Leberwurstbaum, lauschen den Fröschen und den Hippos und geniessen unseren letzten Abend hier in Nambwa.


Viele Grüße,
Matthias

Teil 1903. Juni 2019

05. Februar; auf zu neuen Ufern.

Im ersten Licht des erwachenden Tages sitze ich vor meinem Zelt, es ist kurz vor sechs Uhr, man merkt deutlich, dass die Tage kürzer werden.

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Was für eine friedliche Stimmung, das Wasser liegt absolut ruhig vor mir, natürlich sind die Water Lilys noch alle geschlossen.

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Zwanzig Minuten später leckt die Sonne über den Horizont.

Wir frühstücken und packen zusammen, denn wir wollen ja nochmals im Wald nach besonderen Vögeln Ausschau halten.

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Auch wenn es fast aussichtslos scheint, versuchen wir noch die Southern Black Tit, "Mohrenmeise" zu erwischen, die hoch über uns in den Zweigen rumturnt. Aber so steil von unten werden das natürlich keine befriedigenden Bilder.

Wir verabschieden uns vom Caretaker und fahren wieder in den Wald um Fort Doppies.

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Hier finden wir eine Kurrichane Thrush, Rotschnabeldrossel. Die habe ich zwar schon einmal gesehen, aber noch nicht fotografiert. Zunächst war der Vogel sehr scheu, aber wir haben nicht abgelassen und sind immer hinterher, bis er sich mal auf einem Ast in Bodennähe bei akzeptablen Lichtverhältnissen gesetzt hat.

Als nächstes finden wir einen kleinen Sunbird, der um die offenen Blüten eines Teakholzbaumes herumschwirrt. Wir brauchen eine Weile, bis wir sicher sind, dass das ein Shelley´s Sunbird ist, ein ausgesprochen seltener Nektarvogel.

Bei einem weiteren Stopp finden wir mal wieder "Drongos". Kleine, einheitlich schwarze Singvögel mit einem deutlich gefurchten Stoss, die gerne auf Totholzstummeln ansitzen und von dort aus Jagdflüge auf Insekten unternehmen.

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Es ist eine Familie, bestehend aus den Elternvögeln und zwei gerade flügge gewordenen Jungvögeln, die aber immer noch gefüttert werden wollen. Irgendwas irritiert, und nach einer Weile schnallen wir, dass das Southern Black Flycatchers, also Drongoschnäpper sind. Gut, ab auf die Liste unter "neu".

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Während die Elternvögel recht scheu sind, gelingen uns wenigstens von den Juvos brauchbare Fotos.

Es ist mittlerweile schon späterer Vormittag und wieder gut warm geworden, so packen wir zusammen, besteigen unser Vehikel und mahlen uns durch den tiefen Sand zurück zur Susuwe Ranger Station, um auszuchecken.
Kurz nach uns kommt ein Cruiser der Nambwa Lodge an, um hier Gäste aufzunehmen. Der Fahrer fragt uns, ob wir die Löwen gesehen hätten. Ja sage ich, gestern morgen, unten am Fluss, drei Katzen mit zwei Cubs. Nein nein, meint der Fahrer, jetzt gerade eben, denn im Wald würden direkt auf unseren Reifenspuren die frischen Tapser der Katzen stehen, und er wäre ja höchstens ein paar Minuten hinter uns gewesen. Er hat sie aber auch nicht gesehen, es dürften aber wohl die selben Tiere von gestern sein.
Nach diesem Intermezzo machen wir uns auf und nehmen die Teerpad bis nach Katima Mulilo unter die Räder, wo wir pünktlich auf die Minute um High Noon eintreffen.
So suchen wir als erstes den schattigen Innenhof vom Café@Caprivi Adventures auf, wo wir uns einen leckeren Burger mit Fritten gönnen, dazu gibt´s einen Milkshake.

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Einen frisch geschlüpften Citrus Swallowtail, der hier kurz Station macht, lasse ich nicht undokumentiert.

Nachdem wir eingekauft und getankt haben, fahren wir ein Stück aus der Stadt raus zur Namwi Island Lodge. Wieder sind wir die einzigen Gäste auf der grossen Anlage, und wir stellen unsere Zelte direkt an der Abbruchkante zum Sambezi auf. Korrekterweise am Hippo Channel, denn Hippo Island trennt uns vom Hauptstrom.
Wir hängen den Fridge ans Stromnetz, dann erkunden wir das Gelände mit den schönen, grossen, alten Bäumen, denn hier soll es recht einfach sein, sowohl die Turakos wie auch die riesigen Trumpeter Hornbills vor die Linse zu bekommen. Sagt mein Bruder, der vor gut einem Jahr hier war, allerdings über Weihnachten, und da waren die Bäume voller Früchte, deshalb waren die Vögel anwesend. Nun sehen die Bäume alle eher abgeerntet aus, entsprechend werden meine Hoffnungen auf den Trompeterhornvogel enttäuscht. Die Turakos hören wir zwar, aber sie halten sich in den dunkelsten Ecken der Bäume auf.

Wir gehen uns erstmal abkühlen im schön angelegten Pool, danach kochen wir.

Ein weiterer Gang übers Gelände bringt wenigstens einen weiteren Sunbird auf die Liste.

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Collared Sunbird, Bindennektarvogel.

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Fantastisch, wie der kleine Vogel metallisch schimmert, wenn er sich ins Abendlicht dreht.

Den Abend lassen wir am Ufer ausklingen mit einem schönen Ausblick auf den Channel.

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Nachts unterhalten uns eine Wood Owl sowie ein Nightjar, den wir aber nicht einordnen können. Wenigstens haben wir ihn einmal kurz im Strahl der Taschenlampe gesehen.


Kosten: Camping Namwi Island Lodge: 200.- Nam$ pP


Viele Grüße,
Matthias

Teil 2007. Juni 2019

06. Februar; Sambezi hier, Sambezi dort

Schon beim Erwachen des Tages stehen wir mit einem Morgenkaffee an der Abbruchkante des Flusses und geniessen die friedliche Morgenstimmung. Nebelschwaden wabern über dem träge fliessenden Wasser.
Eine Rohrweihe schaukelt übers Schilf, Kuhreiher ziehen in kleineren Gruppen stromaufwärts, ein Finfoot wechselt die Uferseite, leider viel zu weit für ein Foto, aber im Spektiv schön anzuschauen. Später jagen sich zwei Half-collared Kingfisher niedrig übers Wasser. Während ich sie mit dem Fernglas beobachte, habe ich plötzlich Wasserringe im Bild sowie eine runde Kopfsilhouette. Völlig entspannt tollen da zwei Otter miteinander im Wasser rum. Sie kommen immer näher und schwimmen dann bei uns vorbei, dabei immer mal überprüfend, ob wir gefährlich werden könnten.
Nachdem wir gefrühstückt haben, sind auch die Zelte abgetrocknet und wir packen ein.
Dann versuchen wir nochmals, die Turakos zu Gesicht zu bekommen. Wir hören sie zwar, sehen sie aber immer nur kurz, wenn sie von einem Baum zum nächsten flattern.
Wir bezahlen im Office und wollen losfahren, aber der Hilux macht keinen Mucks. Auch die zweite Batterie, mit der wir versuchen zu überbrücken, ist leer. Der Besitzer wollte grade in die Stadt fahren und stellt sein Vehikel, ein rotes Mercedes-Coupé vor den Hilux. Doch um an die Batterie zu kommen, muss man erst den Fahrersitz ausbauen. Wir überbrücken die Batterie, und sofort springt der Motor an.

Wir überlegen, ob wir nach Katima zurück fahren sollen, um die Batterie checken zu lassen.
Als wir die Namwi Island Lodge verlassen, hockt tatsächlich ein Turaco in einem Baum und verabschiedet uns. Beim Versuch ihn zu fotografieren ( den Motor lassen wir natürlich laufen ), mache ich Bekanntschaft mit einer Art afrikanischen Brennessel, die allerdings deutlich mehr Feuer hat wie die heimische Art.

Wir fahren nach Katima zu einem Repairshop direkt neben dem Café. Ich stoppe den Motor und starte erneut, er springt ohne Problem an. Wenigstens wird also während der Fahrt geladen, okay.
Wir gehen wiederum ins Café, essen eine Kleinigkeit, weil es hier so lecker schmeckt, und fahren dann auf der B 8 in südöstlicher Richtung, um schon bald in Richtung Sambezi nach Nordosten abzubiegen. Vor drei Jahren war das hier noch eine rumpelige Sandpad, nun ist eine perfekte, geteerte Autobahn entstanden.

Wir steuern die Mubala Lodge an, wo wir eine schöne Campsite direkt über dem Fluss erhalten. Dazu gehört ein eigenes Ablutiongebäude, Schattenbäume sowie eine Grasfläche zum zelten.

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An der Reception begrüsst uns ein Brown-hooded Kingfisher, Braunkopfliest.

Wir stellen die Zelte auf, hängen den Fridge ans Stromnetz und ziehen den Stecker, der von der Batterie kommt, sodass diese sich nicht mehr entladen kann.

Dann erkunden wir das weitläufige Gelände, das über einen schönen Baumbestand verfügt. Dieser ist bei der Anlage der Cottages weitgehend erhalten worden.
Wir hören gleich wieder Turakos schackern.

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Shalow´s Turaco, Schwarzschnabelturako. ( Warum er so heisst, kann ich nicht nachvollziehen ). Besser: Langschopfturako

Auf dem Boden steht ein Kreisregner, der das Gras bewässert, und dahin fliegt der Turako immer wieder, um zu trinken.
Nach einer Weile entspannt er sich total und lässt sich frei und offen sitzend ( gemessen an Turako-Massstäben ) nach Belieben fotografieren, fast kommt es uns vor, als würde er es geniessen, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen.

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Aber es gibt jede Menge weitere Vögel hier, die den Wasserregner zu schätzen wissen.

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Golden-tailed Woodpecker, Goldschwanzspecht Weibchen.

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? LBJ Terrestrial Brownbul, oder Laubbülbül. Danke Uwe und maddy.

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Black-backed Puffback, Schneeballwürger.

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Balzender Paradise Flycatcher, Paradiesschnäpper.

Vor drei Jahren waren wir auf der Campsite der Kalizo Lodge, die es so leider nicht mehr gibt. Sie wurde von Gondwana übernommen und zu einer Luxusabsteige konvertiert. Wir möchten aber nochmals die schönen Graslandebenen dort sehen, und da das Navi die Kalizo Lodge noch kennt, folgen wir einfach der Beschreibung.

Wir finden die offene Graslandschaft wieder, doch ein ganzer Teil ist nun eingezäunt und in eine Reisplantage umgewandelt worden.

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Neben der sandigen Fahrspur sitzen eine ganze Truppe von Southern Red Bishops, Oryxwebern und ein paar Firefinches, die die Grassamen abpicken.

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Schon lange wollte ich mal die knallroten Oryxwebermännchen auf eine brauchbare Distanz vor der Linse haben.

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Nördlich der Lodge kommen wir wieder ans Ufer des Sambezi, und hier wartet ein Water Dikkop, Wassertriel auf den Abend.

Von hier aus kann man die neuen, futuristisch anmutenden Zeltchalets sehen, und mit dem Fernglas kann man gut erkennen, dass die Lodge geschlossen ist. Ob das neue Konzept aufgeht?

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Hier blühen die schönen, gelben Sumpfgladiolen. Als ich für ein Foto einen störenden trockenen Pflanzenstengel abbrechen will,
entdecke ich am Grund des Halmes ein Chamäleon. Wahrscheinlich ist es genauso erschrocken wie ich.

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Selbstverständlich habe ich die Ansitzwarte des Reptils belassen.

Auf dem Rückweg möchten wir noch bei einem Sumpfloch nachschauen, ob wir ein seltenes Huhn entdecken können, ausserdem verleitet das schöne Abendlicht mit den dekorativen Wolken zu ein paar Fotos.

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Die Spotted Crake haben wir nicht gefunden, dafür ist eine männliche Steppenweihe vorbei geschaukelt.

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Pallid Harrier, Steppenweihe.

Zurück am Auto muss ich mit Schrecken feststellen, dass ich wohl den Wagenschlüssel verloren habe, vermutlich ist er beim Fotografieren aus der Hosentasche gerutscht. Wo sollen wir jetzt den Schlüssel in dem Gras suchen?
Zufällig entdecke ich den Schlüssel gar nicht weit vom Wagen in der Fahrspur, auf dem vorletzten Foto ist er sogar zu sehen.

Glücklich machen wir uns auf den Heimweg. Dort bereiten wir das letzte Fleisch von der KleinWindhoek Schlachterei zu, es ist nach über zwei Wochen immer noch hervorragend.


Kosten: Mubala Lodge Camping 215.- Nam$ pP



Schöne Feiertage,
Matthias

Teil 2117. Juni 2019

07.Februar; eine unterkühlte Bootstour auf dem Sambezi

Es ist dunkel, trübe, wolkenverhangen, kühl und sieht nach Regen aus. Das ist insofern etwas schade, als wir für heute Morgen eine Birdingboatcruise bestellt haben, nachdem uns die Managerin versprochen hatte, dass sie einen guten, vogelbewanderten Guide hätten.
Wieder geht es pünktlich um 7.00 Uhr los, und schon bald bin ich froh, dass ich wenigstens eine lange Hose angezogen habe, denn der Fahrtwind kühlt zusätzlich. Dann beginnt es auch noch zu nieseln.
So dauert es eine gute Stunde, bis ich die ersten Bilder schiesse.

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Der African Darter, Schlangenhalsvogel und der Reed Cormorant, Riedscharbe hocken auf ihrem Ausguck und verspüren auch noch keine rechte Lust ins Wasser zu gehen.

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Die Rückansicht vom Darter ist zweifelsohne attraktiver.

Wir finden eine Rohrweihe, die im Schilf hockt, aber die Belichtungszeiten sind unterirdisch.
Zwischenzeitlich frage ich mich, ob das wirklich eine gute Idee war, wieder eine Dreistundentour zu buchen, denn ich friere im Fahrtwind. Afrika im Hochsommer, achja.
Wir schippern immer weiter den Kanal flussaufwärts, bis wir den Hauptstrom erreichen.
Und ganz schnell wird uns beiden ganz warm, denn auf einer flachen Sandbank, die gerade so vom Wasser überspült wird, sitzt ein Trupp von African Skimmern, Scherenschnäbeln.
Der Guide weiss genau, was er zu tun hat, und bringt uns langsam an die über fünfzig Vögel ran.

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Bei den Scherenschnäbeln sitzt auch eine Whiskered Tern, Weissbartseeschwalbe im Schlichtkleid.

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Ein paar Vögel fliegen auf und pflügen in typischer Manier mit dem Unterschnabel durchs Wasser.

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Auch der Guide ist erstaunt, dass doch noch ein Trupp dieser Vögel hier ist, denn der Sambezi ist in den letzten Tagen deutlich gestiegen, und die letzten Sandbänke sind nun überflutet.
Da haben wir mal wieder richtig Glück gehabt.

Wir folgen nun dem Fluss abwärts und steuern in einen blinden Seitenarm, der einen schönen Bestand an Waterlilies aufweist.

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Andreas entdeckt es zuerst, und auch der Guide ist begeistert, denn er hat den Vogel erst einmal vor über zehn Jahren gesehen, während seiner Ausbildung am Chobe. Lesser Jacana, oder Zwergblatthühnchen.

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Das Hühnchen ist wenig scheu und kommt immer näher. Wenn doch nur das Licht etwas besser wäre.
Trotzdem hat sich mit diesen beiden Sichtungen die Stimmung an Bord grundlegend gebessert.

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Die Fotos der balzfliegenden Pin-tailed Whydah, oder Dominikanerwitwe sind allesamt für die Tonne. Erst als sich der Vogel auf einen Halm setzt, gelingen wenigstens ein paar Belegbilder.

Auch wenn das meine unterkühlteste Bootstour war, die ich bislang in Afrika "genossen" habe, hat sie sich doch gelohnt, und der Guide, dessen Name ich leider vergessen habe, hat wirklich einen guten Job gemacht.

Nach gut drei Stunden sind wir zurück, wir bezahlen unsere Rechnung, packen die Zelte ein, schauen nochmals nach dem Turako, aber das Licht ist immer noch schlecht.
Dann verlassen wir die Mubala Lodge und fahren zurück zur B 8 und folgen dieser weiter Richtung Grenze.
Kurz davor biegen wir links ab zum Camp Chobe, das mittlerweile auch von Gondwana übernommen wurde und nun vornehm Chobe River Camp heisst.
Wir checken für den Campingplatz ein, die vier Plätze sind leer, wir können uns einen Stellplatz aussuchen.
Nachdem die Zelte aufgestellt sind, erkunden wir die Gegend. Überm Chobe gaukelt wieder mal eine Rohrweihe, und neben unserem Platz sitzt ein Käuzchen.

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Pearl-spotted Owlet, Perlkauz.

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Spotted Flycatcher, Grauschnäpper.

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Lesser Moorhen, Zwergteichhuhn Jungvogel.

Mittlerweile haben sich die Wolken aufgelöst, es ist warm geworden und wir beschliessen, den Pool zu testen.

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Vom Pool aus sieht man auf den Chobe River, der hier nur ein dünnes Rinnsal darstellt. Hier tummeln sich mal wieder zwei Otter, die sich einen Spass draus machen, uns zu ärgern. Wie die Kameras noch ungenutzt herum lagen, haben die Otter miteinander gespielt und nach uns geschaut. Wie wir die Kameras in Position gebracht hatten, sind sie abgetaucht. Aber die Wasserkringel sind schön scharf geworden...

Nachdem wir uns im Pool erfrischt haben, haben wir uns auf eine Liege im Schatten eines Baumes gelegt und etwas gedöst.
Irgendwas fiept anhaltend, und ich brauche eine Weile, bis mir das komisch vorkommt, und ich durch die halb geschlossenen Augen blinzle. Direkt über mir sitzt ein Perlkauz. Ich wusste doch, dass mir das Gefiepe bekannt vorkommt.

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Perlkauz.

Wir schlendern zurück und bereiten unser Abendessen zu. Heute gibt es mal Spaghetti mit roter Sosse.
Als wir fertig mit Kochen sind und der Tisch gedeckt ist, gibt es einen unglaublichen Himmel als Dinnerkulisse.

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Nachts wache ich auf vom Gewimmer einiger Hyänen.



Kosten: Chobe River Camp 195.- Nam$ pP


Viele Grüße,
Matthias

Teil 2220. Juni 2019

08. Februar; auf zum Wochenendtrip nach Botswana

Früh morgens hört man von der botswanischen Seite die seltsamen, tiefen Bässe von ein paar Ground Hornbills.

Aus alter Tradition, es ist mein dritter Aufenthalt hier, gehen wir zur Lodge, um schön gemütlich mit phantastischer Aussicht auf den Chobe zu frühstücken.

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Auf dem Weg zur Lodge nehmen wir den im flachen Morgenlicht ansitzenden Magpie Shrike, Elsterwürger mit.

Seit der Übernahme durch Gondwana haben die Preise massiv angezogen, für das jetzt nicht übermässig überbordende Buffet werden 165.- Nam$ aufgerufen. Erst viel später bemerken wir, dass Beauty, die Dame an der Kasse, uns aber 960.- Nam$ abgezogen hat, also 630.- $ zu viel.
Auch sonst gefällt uns Manches nicht, etwa die Boardwalks, die jetzt zu den Aussichtsdecks und der Jetty führen. Der allergrösste Fauxpas allerdings ist, dass man die Treppe im Hauptgebäude rausgesägt hat und man nun nicht mehr oben im zweiten Stock sitzen kann mit dieser grandiosen Aussicht auf die Riverfront.
Mir hat es hier zu Zeiten, als die Liebenbergs das Zepter geschwungen haben, besser gefallen.

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Chobe River Camp

Nach dem Frühstück schlendern wir zurück zur Campsite, packen zusammen und fahren die paar Kilometer über eine total ausgefahrene Piste zurück zur B 8.
In den Büschen rechts und links singen die Thrush Nightingales, Sprosser, aber natürlich zeigen sie sich nicht.

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Dafür bekommen wir einen African Golden Oriole, Schwarzohrpirol vor die Linsen.

So früh morgens ist nicht viel los an der Grenze, und so sind wir bald drüben auf der botswanischen Seite. Hier müssen wir etwas warten, da eine Reisegruppe vor uns ist. So bekommen wir live mit , wie ein Truck mit Autoanhänger über einen hohen Randstein heizt und dabei ein Reifen der Tandemachse platzt. Der Fahrer hält kurz, besieht sich den zerfetzten Reifen und fährt einfach weiter. Von vier Rädern sind ja immer noch drei intakt.
Nach so viel Kurzweil sind wir bald mit den nötigen Papieren versehen, einmal über die Seuchenmatte gestiefelt, dann noch der Blick in den fleischlosen Engel, das war´s, wir sind wieder in Botswana.

Wir nehmen die Transitroute nach Kasane, die uns einige querende Elefanten, ein paar scheue Ground Hornbills, Impalas sowie

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einen Dark Chanting Goshawk, Graubürzel-Singhabicht beschert.

In Kasane waren wir beide zuvor noch nicht, hier ist alles Neuland für uns. Wir steuern direkt die Chobe Safari Lodge an, weil diese am nächsten zum Entrance Gate des Nationalparks gelegen ist.
Wir checken für den Campingplatz ein. Dieser entpuppt sich als wenig idyllisch, es sind eher kleine Stellplätze an einem Hang mit geschotterten Flächen, die durch die Regenfälle der letzten Tage teilweise ausgespült sind. So wird das Aufstellen der Zelte etwas tricky.
Danach erkunden wir das weitläufige Gelände der Lodge.

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So einen Mistkäfer habe ich noch nie zuvor gesehen, er ist zwar deutlich kleiner als seine normalen, schwarzen Verwandten, aber farblich spielt er in einer eigenen Liga.

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Dann fliegt ein wahrer Schmetterlingsgigant vorbei, der im Flug metallisch blau aufblitzt. Es dauert eine ganze Weile, bis er sich auf den feuchten Boden setzt, um zu saugen. Es ist ein Veined Swordtail, ein Ritterfalter.

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Es wird zum Geduldspiel, bis ich auch die Oberseite des Falters so abgelichtet bekomme, dass man den blauen Glanz erkennt. Je nach Lichteinfall sehen die Flecken einfach weiss aus.

Wir gehen einkaufen, versorgen uns mit Pulas und steuern als Nächstes die Garden Lodge an. Inspiriert durch die begeisterten Erfahrungen von Guggu und Leofant wollen wir hier eine private Cruise mit "Johnny B. Good" als excellentem Guide für morgen klar machen. Die Lady an der Reception informiert uns, "that we no longer do work together with John ... , but we do have another very good guide." Schade, aber wir buchen trotzdem für morgen früh, sieben Uhr, eine dreistündige Private Boatcruise auf dem Chobe.

Danach fahren wir zur Mowana Lodge, da man hier im grosszügigen Garten, der direkt an den Chobe grenzt und der flussaufwärts ins weitläufige Gelände des Golfplatzes führt, einige sonst selten zu findende Vögel sichten kann.

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Auf Anhieb finden wir die gesuchte Collared Palm-Thrush, Morgenrötel.

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Erstmals gelingt mir ein Bild vom Brown Pansy, leider ist das Exemplar schon etwas abgeflogen.

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Black-backed Puffback, Schneeballwürger mit erbeuteter Gottesanbeterin.

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noch nicht bestimmter Bläuling, evtl. ein Purple-brown Hairstreak oder ein anderer Hypolycaena.

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noch nicht bestimmter Bläuling, evtl. ein Bush Scarlet oder ein naher Verwandter.

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Brown-throated Weaver, Braunkehlweber.

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Nun mal die Oberseite von einem Blue Pansy Weibchen.

Nach diesem recht erfolgreichen Spaziergang fahren wir eine Runde durch den "Backyard" von Kasane, wo wir oberhalb der Mülldeponie wieder an die Umgehungsstrasse gelangen. Auf der Müllhalde tummeln sich Mengen von Marabus. Wir fahren nach Navi noch eine Runde nach Süden in den Wald, wo uns bald eine Herde Elefanten den Weg versperrt. Nun kann ich eine längere Strecke rückwärts fahren üben, drehen kann man hier nicht.
Dafür finden wir einen Amethyst Sunbird als Neusichtung, der die schönen pinken Blüten eines Teakholzbaumes besucht.
Ein Gewitter zieht auf, und so fahren wir zurück zum Camp.
Hier braten wir uns eine Boerewors.

Den Sundowner wollen wir an der Strandbar nehmen, aber ein Blitz hat die Stromversorgung unterbrochen, also geht die Kasse nicht und wir können keinen GT bekommen.

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Blue-cheeked Bee-eater, Blauwangenspint.

Heute ist Freitag, der Platz ist nur mässig belegt, und trotzdem ist es ganz schön laut. Vor allem die Südafrikaner mit ihrem Kompressoren und mobilen Klimaanlagen nerven gewaltig.


Kosten: Chobe Safari Lodge 105.- Pula pP


Viele Grüße,
Matthias

Teil 2324. Juni 2019

09. Februar; eine Bootfahrt, die ist lustig... Ach ja?

Nach der gestrigen Gewittereinlage ist der Himmel heute morgen blank geputzt, so sind wir früh auf und schon gegen halbsieben Uhr in der Garden Lodge. Der noch recht junge Guide rüstet gerade das Boot auf, so lauschen wir den Vögeln, die hier im Schilf singen. Wenigstens zweierlei Arten Reed Warbler, Rohrsänger sind dabei, ein Bild gelingt mir nicht.

Pünktlich um 7.00 Uhr legen wir ab, und nun beginnt das übliche Abtasten: was hat der Guide so drauf, wie geht er mit dem Boot um? Und der Guide möchte wissen, was uns denn so besonders interessiert. Äähm, also zuerst möchte ich stromabwärts fahren, zu den Klippen, denn da sitzen die Rock Pratincoles. Mir geistert da ein fantastisches Foto von Guggu durch den Kopf.
Stromabwärts, oh je, das wäre schwierig, wegen Untiefen und so. Trotzdem kann ich ihn überzeugen, mal, auch wenn es völlig gegen seine Gewohnheit verstösst, die Richtung bachabwärts einzuschlagen, dann werden wir schon sehen.

Und wir sehen sofort: da sitzen sechs Rock Pratincoles auf dem ersten Felsen.
Etwas schüchtern nähert sich der Guide.

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Leider liegt der Felsen mit den Weissnackenbrachschwalben noch im Schatten.

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Ich glaube, der Guide ist froh, dass die Brachschwalben nicht lange aushalten.

Na gut, dann fahren wir halt, so wie es üblich scheint, flussaufwärts in Richtung Nationalpark.
Hier werden die anfänglichen Zweifel über die Fähigkeiten des Guides eher bekräftigt, als er uns einen Half-collared Kingfisher für einen Pygmy Kingfisher verkaufen will. Der kleine Eisvogel sitzt noch im tiefen Schatten, die Bilder sind für die Tonne.

Nun schippern wir im normalen Tourimodus durch die diversen Kanäle, hier Lechwes, dort hinten Elefanten, Hippo links, Krokodil rechts. Wir erklären ihm wiederholt, dass wir eher so an Vögeln interessiert sind.

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Ja genau, sowas. Allen´s Gallinule, Afrikanisches Sultanshuhn.

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Typisches Chobe-Allerlei mit Nilgänsen, Seidenreiher, Glockenreiher und Langspornkiebitz.

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Der Black Heron, Glockenreiher ist mir doch ein extra Bild wert, so nah hatte ich den noch nie.

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Open-billed Stork, Klaffschnabel.

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Endlos lange schippern wir ereignislos durch die Chobelandschaft, und wir sind beide schon etwas angefressen über den fehlenden Enthusiasmus von unserem Bootsführer. Auf die Vögel müssen wir ihn aufmerksam machen, wie etwa diesen Retz´s Helmet Shrike, Dreifarbwürger.

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Lesser Moorhen, Zwergteichhuhn Weibchen.

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Chobe ohne African Fish Eagle, Schreiseeadler geht gar nicht.

Dann ist endlich die Zeit um, wir schippern wieder dem heimischen Hafen zu.

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Auf dem selben Ast wie heute Morgen sitzt nach wie vor der Half-collared Kingfisher, Kobalteisvogel. Sonne scheint hier immer noch keine hin, aber es ist nicht mehr ganz so dunkel.
Und zwei Minuten später, schon in Sichtweite unseres Stegs, gibt es doch noch ein Highlight.

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Da fliegt ein grosser Greif in einen der hohen Uferbäume und baumt auf. Wir ermahnen den Guide, ganz langsam das Boot treiben zu lassen. Ja, da hockt ein African Harrier-hawk, oder eine Gymnogene. Zwar mal wieder "nur" ein Jungvogel, aber das ist uns egal, wir feuern aus allen Rohren.

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Der Vogel lässt uns sehr nahe ran, bevor er doch auffliegt, und gleich drauf sind auch wir wieder zurück am Steg der Garden Lodge.

Wir verabschieden uns vom Guide, der noch einiges lernen muss, wenn er an die Qualitäten eines John oder Otto heranreichen will, aber er ist ja auch noch jung.
Wir bezahlen die Bootstour und lassen uns noch eine Quittung ausstellen für den Nationalparkeintritt, denn wir möchten nun die Chobe Riverfront unter die Räder nehmen.


Viele Grüße,
Matthias

Teil 2401. Juli 2019

weiter der 09. Februar; zurück an die Chobe Riverfront.

Ohne Verzögerung fahren wir direkt bis ans Gate des Nationalparks. Hier will man von der Bestätigung, dass wir heute schon im NP waren, nichts wissen, denn es handelt sich um verschiedene Eintrittspreise. Während man mit dem Boot 70 Pula pP bezahlen muss, sind es auf dem Landweg 120 Pula pP. Den Betrag anrechnen, nein, sowas geht grundsätzlich nicht.
Also zahlen wir erneut unseren Obulus und fragen gleich mal, um wieviel Uhr denn am nächsten Morgen das Gate öffnen würde.
Also geöffnet wird um 5.30 Uhr , aber man solle doch bitte nicht vor sechs Uhr auftauchen, damit man dann auch alle Papiere und Unterlagen gerichtet hätte..... Aha.

Wir entern unseren Wagen und fahren direkt an die Riverfront.

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Mit dem weissblauen Himmel stellt sich direkt Urlaubsstimmung ein.

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Common Sandpiper, Flussuferläufer.

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Wir treffen auf eine Grossfamilie Streifenmangusten. Während sich die lieben Kleinen im Sand balgen, geben sich die Erwachsenen der Fellpflege hin.

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Wir fahren einen grossen Schlenker über die Puku Flats, denn dies hier soll die einzige Stelle in Botswana sein, wo man Pukus zu Gesicht bekommen kann. Das Gras steht sehr hoch, Pukus sehen wir keine, und auch von den so gerühmten Unmengen Antilopen, Elefanten und Hippos werden wir verschont. Aber Vögel gehen immer..., so wie dieser Southern Carmine Bee-eater, Karminspint, der sich einen dekorativen Termitenhügel als Ansitz gewählt hat.
Immer wieder startet er von hier und schnappt sich recht erfolgreich ein Insekt nach dem anderen aus der Luft. Hier hat es eine Spitzkopfschrecke erwischt.

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Nach dem rituellen Totschlagen schmeisst er das Insekt so lange in die Luft, bis er selbiges genau Kopf voran in den Schnabel bekommt und es dann verschlucken kann.

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In einem riesigen Dürrständer hockt ein Osprey, Fischadler und überblickt sein weites Reich.

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Es ist nun schon früher Nachmittag, und mittlerweile ziehen einige Herden Elefanten ans Wasser.

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Immer wieder kann man schöne Aussichtspunkte anfahren und die Ruhe geniessen. Da wir erst später in den Park eingefahren sind, haben wir nur wenige andere Autos gesehen. Meistens waren es Lodgefahrzeuge, die schon auf dem Rückweg waren.

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Ein weiterer Karminspint hat sich eine niedrige Ansitzwarte über dem Grasmeer ausgesucht.

Wir kommen nach Serondela, und hier stellen wir das Fahrzeug in den Schatten und bereiten uns ein Frühstücksmüsli zu. Wird ja auch so langsam mal Zeit.

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Dann fahren wir weiter in westlicher Richtung. Zwei African Marsh Harrier, afrikanische Rohrweihen schaukeln in typischer Manier vorbei.

Bei Kabulabula verbringen wir einige Zeit damit, uns die verschiedenen weissen Reiher anzusehen, denn die Silberreiher sind zum Teil noch im Brutgefieder, andere haben schon wieder zurück gemausert. Dann gibt es die Seidenreiher mit den schwarzen Beinen und den gelben Zehen. Und hier gibt es auch die Intermediate Egrets, Edelreiher, die nicht ganz einfach von gelbschnäbeligen Silberreihern zu unterscheiden sind, zumal, wenn sie in hohem Gras stehen und man die Farbe der Beine nicht genau sehen kann. Warum ich dann aber nicht ein einziges Foto von so einem Edelreiher gemacht habe, weiss ich auch nicht.

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African Stonechat, Schwarzkehlchen.

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Wir fahren bis zum Nanyanga Stretchpoint mit einem Baobab. Hier turnt ein Jacobin Cuckoo, Jakobinerkuckuck durch die Büsche.
Nun drehen wir bei und fahren zurück. Dabei nehmen wir die landeinwärts gelegene Piste. Vielleicht finden wir ja hier eine der so zahlreich vorkommenden Katzen, denn bislang haben wir noch keinen Räuber sichten können.

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Grosskatzen belästigen uns auch weiterhin nicht, dafür zieht jetzt Herde um Herde Elefanten zum Wasser. Dieses Exemplar mit gekreuzten Säbeln war mir dann doch ein extra Bild wert.

Kurz hinter Serondela bemerke ich eine Schlange im Gras, doch kaum habe ich zurück gesetzt, flüchtet der grosse Python ins Unterholz.

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Dafür kommt ein kleiner Village Indigobird, Rotschnäblige Atlaswitwe immer näher angetrippelt und pickt die Samen neben der Fahrspur.

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Das Licht wird nun zum Abend hin immer brillanter, und auf jeder Lichtung steht Wild um zu Äsen. Giraffen und Impalas.

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Diese Marabus haben schon ihren Übernachtungsplatz bezogen.

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Mit einem letzten Blick auf den Chobe verabschieden wir uns für heute aus dem Nationalpark, der mir landschaftlich sehr gut gefallen hat.

Wir fahren in den Ort, um den Wagen aufzutanken. Andreas steht beim Tankwart, so beobachte ich etwas den Abendhimmel. Da fliegen zwei Falken, die mir riesig vorkommen, grösser als ein Lanner. Ich rufe Andreas, es sprintet zum Auto und holt sein Glas, und er bestätigt meine Zweifel, denn da fliegen zwei Bat Hawks, Fledermausaare. Cool, haben wir erst einmal in Xakanaxa gesehen.

Wir fahren zurück zur Chobe Safari Lodge und kochen dann unser Nachtmahl.
Auf der Site direkt oberhalb der unseren ist eine Südafrikanische Grossfamilie mit beeindruckender Ausrüstung gelandet. Es gibt extra Luftpumpen, natürlich motorgetrieben, um die ganzen Matratzen aufzupumpen, einen Aussen- und einen Innenkühlschrank und natürlich eine komplett über die ganze Site reichende Illumination. Wir sind froh, dass das hier unsere letzte Nacht sein wird, morgen werden wir in Ihaha nächtigen.


Kosten: wieder die 105.- Pula pP für die Campsite.


Viele Grüße,
Matthias

Teil 2510. Juli 2019

10. Februar; entlang der Chobe Riverfront bis Ihaha

Heute ist Sonntag, und da wir ja gegen sechs Uhr am Gate vom Nationalpark sein wollen, stehen wir noch bei Dunkelheit auf und packen zusammen. Das gestalten wir durchaus etwas lauter, als es sein müsste, aber wir finden, unsere südafrikanischen Nachbarn sollen auch was von uns haben, da sie uns gestern Abend bis weit nach Mitternacht "unterhalten" haben.

Um fünf nach Sechs stehen wir am Gate und begehren Einlass. Die Lady, die uns gestern gesagt hat, dass wir erst etwas später kommen sollen, muss uns nun handschriftlich auf einem Zettel eine Bestätigung schreiben, dass wir ordnungsgemäss den Park befahren und erst beim Verlassen die Gebühren zu zahlen haben, denn die Gute hat den Rechnungsblock vergessen.

Wir fahren direkt runter an den Chobe.

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Noch scheint die Sonne nicht hierher, aber einen Glockenreiher bei der Arbeit nahebei haben wir noch nicht gesehen.

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Wir freuen uns sehr über die Sichtung, während ein paar Lodgefahrzeuge an uns vorbei rumpeln.

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Durch das Bilden der "Glocke" hat der Reiher keine Spiegelung auf dem Wasser und kann seine potentielle Beute besser erspähen.

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Es gibt tatsächlich Grossräuber am Chobe, ein Vierertrupp Hyänen durchstreift das hohe Gras.

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Schön, dass mittlerweile die Sonne die Szene beleuchtet.

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Mal wieder eine Greater Painted Snipe, Goldschnepfe. Hatten wir ja seit dem Buschmannland keine mehr gesehen.

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Leider sitzt der White-browed Coucal, Weissbrauen-Spornkuckuck etwas verdeckt. Gleich drauf verkriecht er sich ins Innere des Busches.

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Schlangenhalsvögel geniessen die wärmenden morgendlichen Sonnenstrahlen.

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Auf der namibischen Seite kontrolliert ein Fischer in seinem Einbaum die gestern Abend gestellten Netze. Während diesseits des Flusses Nationalpark ist, leben auf der anderen Seite einige Leute in Dörfern direkt am Wasser mit und vom Fluss.

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Marabus warten noch auf die Wärme des Tages und die beginnende Thermik.

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Ebenso haben sich die Weissrückengeier noch nicht zum Aufbruch entscheiden können.

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Dafür ist der Lesser Kestrel, Rötelfalke fleissig über dem Grasland am Rütteln,

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während ein Black-breasted Snake Eagle, Schwarzbrust-Schlangenadler mühelos seine Kreise zieht.

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Das flache Licht macht sich gut, um auf die vorbei schaukelnde Afrikanische Rohrweihe zu Schuss zu kommen.

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Bei unserem gestrigen Umkehrpunkt Nanyanga sitzt ein männlicher Eastern Red-footed Kestrel, Amurfalke in einem abgestorbenen Baum und ergreift nicht wie so oft direkt die Flucht.

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Hier lehne ich mich weit aus dem Fenster und ernte hoffentlich nicht den Widerspruch von franzicke, wenn ich behaupte, dass hier eine White-winged Tern, Weissflügel-Seeschwalbe vorbeifliegt. Natürlich ist der Vogel noch im Schlichtkleid.

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Kurz bevor wir Ihaha erreichen, turnt wieder ein schwarzweisser Kuckuck durchs Gebüsch. Diesmal ist es aber ein Le Vaillant´s Cuckoo, Kapkuckuck.

Dann checken wir in Ihaha ein. Das nimmt einige Zeit in Anspruch, weil der zuständige Mensch irgendwo unterwegs ist, sagt seine weibliche Vertretung. Die Vertretung geht aber nicht soweit, dass sie uns einchecken könnte, also warten wir.
Nachdem die tatsächlich zuständige Person aufgetaucht ist, füllen wir die üblichen Listen aus und bezahlen die Übernachtung. Sehr "witzig" finde ich, dass zur üblichen Gebühr 10 Pula Bed Levy fällig werden. Für das eigene Zelt, den eigenen Schlafsack, auf so eine Idee muss man erst mal kommen.

Wir suchen uns eine schöne Site mit direktem Blick auf den Chobe, setzen uns in den Schatten und frühstücken in aller Ruhe.

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Die wird nur kurz unterbrochen durch einen vorbeisegelnden Tawny Eagle, Raubadler. Unser Erster hier am Chobe, die scheinen deutlich weniger häufig zu sein hier.


Kosten: Ihaha Campsite 260.- Pula pP plus 10.- Pula Bed Levy pP.


Viele Grüße,
Matthias

Teil 2612. Juli 2019

weiter der 10. Februar; der Teakholzwald südlich von Ihaha.

Nach dem Frühstück wollen wir die Gegend südlich von Ihaha, also weg vom Wasser, erkunden.

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Die Pad führt in einen recht ursprünglichen, mit alten Teakholzbäumen bestandenen Galeriewald, wo wir sogleich fündig werden. White Helmet Shrikes, Brillenwürger.

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Leider ist das Licht nun zur Mittagszeit recht grell, und so direkt schräg von unten ist auch nicht die ideale Fotoposition, aber ein Belegbild von der langschwänzigen Eastern Paradise-whydah, Spitzschwanzparadieswitwe muss sein.

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Swallow-tailed Bee-eater, Schwalbenschwanzspint.

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Im Wald selbst ist das Licht weicher, dafür sind die Racket-tailed Roller, Spatelracken nicht mehr im besten Gefiederzustand. Trotzdem freuen wir uns sehr über die Sichtung, denn bei Nambwa, wo wir bislang immer erfolgreich waren, haben wir die Vögel dieses Mal nicht zu Gesicht bekommen. Somit haben wir auf dieser Tour alle fünf möglichen Rackenarten auf der Liste stehen.

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Ich weiss nicht mehr, wie und warum ich diesen Vogel überhaupt entdeckt habe, denn er sitzt immer gut gedeckt in der Baumkrone, das Foto taugt auch höchstens zur Erinnerung, aber es ist eine weitere Erstsichtung: Broad-tailed Paradise Whydah, Breitschwanzparadieswitwe. Somit haben wir auch alle vier möglichen Whydahs voll. Die Liste füllt sich.

Der Wald wird offener, die Bäume mutieren zu Büschen. Wir kommen an eine Weggabelung, und wir hören Elefanten trompeten. Also nehmen wir die rechte Spur und kommen gleich an ein kleines Wasserloch, wo gerade die kleine Herde eintrifft.

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Die grösseren Tiere stillen ihren Durst und bespritzen sich dann mit Schlamm, während der jüngste Sproß noch nicht so richtig weiss, was er hier machen soll. Er tapst etwas unbeholfen zwischen den anderen Familienmitgliedern umher.

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Als diese aber dann mal genug haben und die tiefste Matschmulde freimachen, legt sich der kleine Dumbo in den Modder und schiebt sich durch die Pampe. Offensichtlich weiss er sein komisches Anhängsel im Gesicht noch nicht richtig einzusetzen.

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Wahre Zebraliebe.

Wir fahren zurück ins Camp und legen uns etwas hin, um dann spätnachmittags ein weiteres Wasserloch im Wald aufzusuchen, welches wir auf der Mittagsrunde nicht allzuweit vom Camp entdeckt haben.
Wir stellen uns an einen strategisch günstigen Platz und malen uns aus, wie schön das wird, wenn bald, im schönsten Abendlicht, der Leopard, oder doch wenigstens ein paar Löwen, zum Trinken ans Wasser kommt.

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Die Zeit bis dahin vertreiben wir uns mit den hier ansässigen Little Bee-eaters, Zwergspinten, die unermüdlich ihre Runden drehen und immer wieder den selben Ansitz anfliegen, ob mit oder ohne Beute.

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Eine Banded Martin, Gebänderte Uferschwalbe nutzt unseren Aussenspiegel als Ansitzwarte.

Von Säugern aber bleiben wir verschont, und als die Zeit voran schreitet und wir zurück müssen, um pünktlich im Camp zu sein, möchte die Schwalbe ihren Platz gar nicht räumen. Sie fährt ein ganzes Stück mit, bevor sie dann doch davon fliegt.

Wir geniessen einen ruhigen Abend auf unserer Site mit einem schönen, weiten Blick über das unendlich scheinende Grasmeer.
Kurz bevor es ganz dunkel ist, gehen wir zum Ablution Block um zu duschen. Blöd nur, dass es hier kein Licht gibt. Es ist zwar alles vorhanden, von Solarzellen auf dem Dach über Leitungen und Schalter bis zu den Glühbirnen, aber funktionieren tut nichts.
Da wir unsere Lampen dabei haben, ist das nicht weiter tragisch, aber wirklich unterhalten scheint die Anlage nicht zu werden.
Unterm Dach fliegen einige Fledermäuse umher.

Nachts werde ich ein paarmal wach, zweimal kommt eine Patrouille vorbei und leuchtet mit Scheinwerfern die Gegend ab, leider auch in unsere Zelte. Wesentlich angenehmer ist die Störung durch brüllende Löwen ganz in der Nähe sowie durch lachende Hyänen.


Viele Grüße,
Matthias

Teil 2719. Juli 2019

11. Februar; wir tingeln durch den Chobe NP und landen wieder im Mubala Camp.

Mit dem ersten Licht stehen wir auf, denn wir wollen nachschauen, ob wir die Löwen finden, die ganz in der Nähe gewesen sind.

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Friedlich liegt der Chobe im Morgenlicht da, von Löwen ist weit und breit nichts zu sehen.

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Dafür zeigen sich heute mal die Hühnchen, laut rufend begrüssen sie den jungen Morgen. Red-billed Francolin.

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Im Sand der Fahrspur hudern einige Double-banded Sandgrouses, Nachtflughühner.

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Ein weiteres Huhn hockt oben auf einem Termitenhügel und gackert laut seinen Revieranspruch über die Pläne. Swainson´s Francolin.

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So am frühen Morgen zieht es kaum Tiere ans Wasser, die Ebene vor uns ist leer.

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Wir drehen nochmals eine Runde durch den Wald südlich von Ihaha. Auf der Pad sind überall deutlich die Abdrücke von zahlreichen Elefanten, von groß bis klein, in den Sand gedrückt.

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Und viele Bäume hier müssen die ständige Anwesenheit von zu vielen Elefanten "bezahlen", entweder mit abgerissenen Ästen, oder sie werden gleich ganz umgedrückt.

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Greater Blue-eared Glossy Starlings, Grünschwanzglanzstare.

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Wir kommen wieder zu dem Wasserloch im Wald, wo gestern die Elefanten waren. Heute sind "nur" ein paar Vögel hier, wie dieser Hamerkop.

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Emerald-spotted Wood-dove, Green-winged Pytilia, Cape Turtles, Blue Waxbills und Yellow-fronted Canaris. Oberhalb der Pytilia sitzen noch drei Guineafowls und saugen Mineralien.

Dann fahren wir zurück ins Camp, wo wir gemütlich in der Sonne sitzend frühstücken. Danach bauen wir die Zelte ab und fahren, meistens am Fluss entlang, Richtung Ngoma Gate. Einige Schlenker in den Wald unternehmen wir zusätzlich, denn wir haben keine Eile. Dass wir bis elf Uhr auschecken müssen, übersehen wir grosszügig.

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Wir finden einen ganzen Flock Eastern Red-footed Kestrels, Amurfalken und beobachten sie beim Insektenfang.

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Es macht Spass, die flinken und überaus wendigen Falken im Flug zu fotografieren, wie dieses Männchen.

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Schimpfender Brown-crowned Tchagra, Damaratschagra.

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European Bee-eater, Bienenfresser.

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Die überaus hübschen Blüten des Teakholzbaumes blühen gerade und sind ein Magnet für alle Sunbirds.

Mit zwei Stunden Verspätung erreichen wir das Gate, und wir quasseln einige Zeit mit dem netten Officer, der wissen möchte, wie es so läuft in Ihaha. Er erzählt uns dann, dass die örtlichen Ranger gar nicht glücklich sind mit dem Gebaren von Kwalate, und sie sammeln Geld, um hier, direkt hinterm Gate, ein neues Camp aufzubauen. Ich bin gerade so richtig in Diskussionslaune und frage ihn, warum denn BWNP die ganzen Camps, die ja vor nicht allzu langer Zeit staatlich waren, verhökert hat (und das wie etwa im KTP immer noch weitermacht). Erst wiegelt er ab, dann gibt er doch zu, dass das wohl ein Fehler des Ministeriums war. Ich sage ihm auch, dass ich nicht glaube, dass sie hier in direkter Nähe zur Strasse und fernab vom Chobe, mit einem Camp wirtschaftlichen Erfolg haben werden. Trotzdem spenden wir einen kleinen, symbolischen Beitrag. Dafür ist keine Rede mehr von der etwas grosszügig ausgelegten Check-out-Time.
Zum Abschluss macht er uns noch auf eine unterm Dach schlafende Wood Owl aufmerksam, die wäre jeden Tag hier.

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African Wood Owl, Woodfordkauz.

Dann geht es schnell und wir sind am botswanischen Grenzübergang. Nach dem üblichen Prozedere mit der Bürokratie mit freundlichen Beamtinnen rumpeln wir über die Brücke zurück nach Namibia, um hier wiederum das bürokratische Prozedere zur Einreise mit wie üblich brummeligen, eher abweisenden Beamten über uns ergehen zu lassen.

Wir überlegen kurz, ob wir erneut im Chobe River Camp zelten wollen, aber es sieht nach Regen aus, und so fahren wir weiter Richtung Katima, um dann wieder beim Mubala Camp zu landen. Wieder bekommen wir den schönen Stellplatz direkt überm Sambezi.

Nachdem wir uns im Pool erfrischt haben, drehen wir noch eine Runde übers Gelände, aber Fotos entstehen keine dabei. Es hat zugezogen, und Vögel sind auch keine dekorativ hindrapiert.
So genehmigen wir uns ein kaltes Bier auf der Veranda überm Fluss, später essen wir jeder ein Steak mit Pommes. Für den Preis von 140.- Nam$ ist es okay, aber kein Vergleich zu dem Fleisch der KWS. Von der netten, jungen holländischen Managerin, die das Glück hatte, hier geheiratet zu werden und nun nicht mehr nach Europa zurück muss, bekommen wir ein weiteres Bier spendiert, und so gehen wir nach einem Sundowner ohne sichtbaren Sonnenuntergang etwas betüdelt in die Zelte.
Nachts pladdert der Regen runter.


Kosten: Mubala Camp 215.- Nam$ pP



Viele Grüße,
Matthias

Teil 2824. Juli 2019

12. Februar; Flucht vor dem Regen-zurück an den Kavango

Bleiern graut der Morgen, und schon bald kommen die Blitze in immer kürzeren Intervallen immer näher. Und dann fängt es an zu regnen. Es ist kein deutscher Schnürlregen, sondern ein tropischer Aufguß. Es pladdert nur so, also schnell das Überdach geschlossen und nochmal eine Runde in den Schlafsack gekrochen, was soll man sonst Anderes machen?

Nach einer guten Stunde hört der Regen wieder auf, es reisst auf, ganz langsam drückt die Sonne durch.
Während wir frühstücken, diskutieren wir das weitere Vorgehen. Wir sind uns einig, wir fahren weiter bis an den Kwando zum relativ neuen Mukolo Camp, um von dort mal in den Mudumu NP zu schnuppern.

Wir packen zusammen und verabschieden uns von dem jungen Managerpaar. Dann fahren wir über die völlig überdimensionierte, frisch geteerte Strasse zurück zur B 8 und weiter nach Katima. Hier kaufen wir ein und tanken den Wagen voll, bevor wir nochmal in das schöne Café@ Caprivi Adventures einlaufen und uns was Gutes tun. Die Sonne sticht nun gnadenlos, und Richtung Westen-unserer Richtung- braut sich die nächste Gewitterfront zusammen.

Wir fahren geradewegs in das Wetter, bald hinter Katima geht die Welt unter, mehr als 40 Km/h sind nicht drin, wenn man nicht Wasserski fahren möchte.
In Kongola pladdert es weiterhin, wir tanken erneut und beschliessen, dass es keinen Sinn macht, ins Mukolo Camp zu fahren, denn hier steht mittlerweile alles unter Wasser.

Also fahren wir weiter auf der B 8 Richtung Divundu. Es regnet weiter wie aus Kübeln, trotzdem sehen wir einige Tiere. Ein Rudel Impalas grast unbeeindruckt neben der Strasse, später sehen wir zweimal einen Elefantenbullen.
Inzwischen hat es aufgehört zu regnen, und bald ist sogar die Strasse wieder trocken. Andreas fährt das monoton lange Asphaltband entlang, selten mal überholen wir einen Truck, die irgendwelche Metallblöcke geladen haben und auf dem Weg nach Walvis Bay sind.

Im letzten Moment kann ich Andreas auf eine Schlange auf der Pad hinweisen, die sich hier sonnt. Gerade noch bringt er sie zwischen die Räder, aber wir überfahren sie nicht. Natürlich will ich wissen, was das für eine Spezies ist und wir wenden. Da kommt uns auch schon der gerade überholte Truck entgegen. Er hat die Schlange voll erwischt, das Foto erspare ich euch hier. Es war eine schöne, satt grüne Boomslang. Es bleibt mir nur noch, den Kadaver von der Strasse zu holen, damit nicht auch noch ein Greif, der sich den Körper holen möchte, als weiteres Opfer des Strassenverkehrs endet.

Kurz vor Divundu liegen acht Sables im Gras und käuen wieder.

Wir rollen über die Brücke und biegen nach links ab Richtung Shametu Lodge. Hier checken wir für zwei Nächte ein, denn den nächsten Tag möchten wir in der Buffalo Core Area verbringen, und da liegt diese Lodge strategisch recht günstig.

Wir bekommen die Site Nr.1, es ist ein grosszügiger Platz fürs Auto und unsere zwei Zelte. Weiter gibt es eigene Ablutions, in der Dusche hängen sogar frische Handtücher, sowie eine kleine Lapa mit Küchenzeile. Das ist perfekt, denn es fängt wieder zu regnen an.
Wir schnibbeln Gemüse und Kartoffeln, braten zwei gewürfelte Steaks an, machen Feuer und trinken ein Savanna dazu- heute gibt es nochmals einen Poitjie.
In Regenpausen stellen wir die Zelte auf, dann duschen wir, während unser Gericht langsam vor sich hin schmurgelt.

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It´s Poitjie-time.

Nachdem wir gegessen haben, erkunden wir das Gelände und geniessen unten am Fluss den Abend. Der Tag verabschiedet sich spektakulär.

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Es nieselt nur noch leicht, dafür sind jetzt Tausende Termiten in der Luft und beginnen ihr kurzes Leben als geflügeltes Insekt.

Eine Schleiereule fliegt vorbei, dann gehen wir zurück zu den Zelten und legen uns hin.


Kosten: Shametu Lodge 205.- Nam$ pP


Viele Grüße,
Matthias

Teil 2925. Juli 2019

13.Februar; ein Tag in der Buffalo Core Area.

Die Prognose der Wetter-App verspricht heute weiteren Regen, und der Himmel sieht entsprechend aus.
Trotzdem fahren wir zeitig los und ziehen bei der Lady am Eingang unser Permit. Ein Ranger kommt rein und erzählt was von Löwen beim Picnic-Spot, jetzt gerade eben vor einer Viertelstunde.

Na, die werden sicher nicht mehr da sein, aber wir nehmen sicherheitshalber die Fahrspur dorthin unter die Räder.

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Bei Pica Pau, den Ruinen des südafrikanischen Militärcamps stehen eine ganze Herde Büffel im Unterholz und glotzen uns an wie eine Herde Weissbunte im Allgäu. Es hat angefangen zu regnen, deshalb glänzt die Hornwehr der Tiere besonders schön.

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Am Picnic-Spot sind natürlich keine Löwen mehr, aber wir sehen die frischen Abdrücke der Pranten im feuchten Sand. Etwas weiter in den Floodplains steigen wir aus und scannen die weiten Ebenen vor uns.

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Wolken ziehen vorüber, der Regen hat wieder aufgehört.

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Die Zwerggans schwimmt um den Silberreiher rum und versucht offensichtlich, irgendwelche Kleinlebewesen, die der Reiher beim Herumstaksen aufscheucht, abzugreifen.

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Vor uns zieht eine grosse Herde Büffel aus den Schwemmlandebenen zurück in den Wald, der Park macht seinem Namen alle Ehre.

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Einige Crocs liegen am Ufer und warten auf die Sonne, um ihre Körpertemperatur hochzufahren, aber da können sie heute lange warten.

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Der Pied Kingfisher, Graufischer hat sich einen niedrigen Ansitz gewählt.

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Wir fahren bis sich die Fahrspur verliert, das Navi zeigt an, dass wir im Bereich der botswanischen Grenze sind. In einem stinkenden Modderloch liegt ein Büffel, der dann doch aufsteht, als wir vorbeirumpeln.

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Der Himmel hat wieder zugemacht, der nächste Regen ist im Anmarsch. Zwei Seeadler unterhalten sich, wenn ich das Bild sehe, habe ich direkt den Schrei im Ohr. Feinste Caprivi- Musik.

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Gleich drauf ergiesst sich ein weiterer Wasserfall, da bleiben die Little Bee-eater auch lieber sitzen.

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Als es wieder weitgehend aufgehört hat mit dem Regen, fahren wir zurück in Richtung Floodplains. Hier stehen ein paar Riedböcke im Gras und äsen, während dahinter eine typische Dreierfamilie Wattled Cranes vorbeistolziert. Insgesamt sehen wir heute neun Kraniche.

Während wir den grossen Vögeln zuschauen, haben wir auf einmal einen kleinen Säuger im Fernglas, da ist doch tatsächlich ein Fischotter auf Landgang.

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Es geht gegen Mittag, und wir beschliessen den Wald südöstlich der Rangerstation Nova de Marc zu erkunden. Hier war ich noch nie.
Der Ausflug lohnt sich, denn wir finden eine Familie Arnot´s Chats, Arnotschmätzer, die fehlen uns bislang noch auf dieser Tour.

Hinter uns klebt plötzlich ein grüner Truck, ich lasse ihn vorbei. Es ist eine Anti-Wilderer-Einheit mit bewaffneten Soldaten.

Wir fahren bis zum Wasserloch an der Delta Pan, hier ist aber nichts los. Wir bleiben eine Weile stehen und nutzen die Zeit für einen Lunch.

Dann rumpeln wir auf der ziemlich verbuschten Spur wieder zurück, und bald habe ich wieder den Militärtruck im Schlepp. Ich lasse ihn vorbei, die Soldaten sind nicht mehr an Bord.

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Burchell´s Glossy Starling, Riesenglanzstar.

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Noch mehr langschwänzige Glanzstare, diesmal sind es aber Meve´s Glossy Starlings, Mevesglanzstare.

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Ein typischer Impala-Kindergarten. Einige Aufseherinnen wachen über den gesamten Nachwuchs der Herde, während diese unterwegs im Busch ist.

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Die Kudukuh schaut auch etwas bedröppelt drein, der Rotschnabelmadenhacker filzt unbeirrt das Fell nach Zecken.

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Die nächste Ladung Nass kündigt sich an, die Belichtungszeiten sind bei diesen Verhältnissen nicht zufriedenstellend, ständig bei geschlossenen Fenstern rumzustehen geht uns langsam auf den Geist, und so beschliessen wir, langsam zurück Richtung Ausgang zu fahren, obwohl wir noch zwei Stunden Zeit hätten.

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Bei dem Wetter hat sich das Hippo wohl schon früher für einen Landgang entschieden.

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Die African Jacanas haben eine ähnliche Strategie wie die Zwerggans, auch sie hoffen auf vom Hippo aufgescheuchte Tiere.

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Der nächste Regen pladdert runter, als das Gröbste durch ist, beobachten wir diesen Brown Snake Eagle, Braunen Schlangenadler. Er sieht auch nicht gerade glücklich aus, und auf Thermik oder sich sonnende Schlangen braucht er heute nicht zu hoffen.

Trotz dem Regen hat uns unser Ausflug auf die andere Seite des Kavango gut gefallen, es ist eine schöne Ergänzung zur Mahango Core Area. Allerdings sind die "Strassen" im Park deutlich anspruchsvoller zu fahren.

Nun lassen wir es gut sein und fahren zurück zur Shametu Lodge. Wir wärmen unser Stew nochmals auf, denn heute gibt es Resteessen.

Den Abend lassen wir wieder unten am Wasser ausklingen, dabei sehen wir noch einen African Finfoot, der unterhalb der Popa Falls am Schilf längs schwimmt. Den habe ich am Kavango auch noch nie gesehen, sondern bislang nur am Sambezi.


Kosten: Parkeintritt 40.- Nam$ pP plus 10.- Nam$ fürs Auto.
Shametu Lodge 205.- Nam$ pP


Viele Grüße,
Matthias

Teil 3029. Juli 2019

14. Februar; Flucht vor dem Regen.

Die Wetterprognose verspricht weiteren Regen, und so sehr wir uns für das Land und die Leute hier freuen, uns selbst reicht es. Zudem haben wir beide das Gefühl, dass wir es hier jetzt gesehen haben, denn so richtig was Neues gibt es nicht mehr. Klar, wir könnten nochmals in den Mahango-Teil des Bwabwata NP fahren, aber eigentlich haben wir für diesmal den Caprivi satt.

Wir studieren die Landkarte, und eigentlich könnten wir noch ein paar Wüstenvögel für die Liste brauchen. Also, wir packen zusammen und fahren nach Rundu.

Hier besuchen wir nochmals all die Stellen, wo wir vor sechs und vor drei Jahren schon mal waren. Aber hier ist die Zeit nicht stehen geblieben. Mit Unterstützung aus Europa, und hier natürlich besonders aus Deutschland, sind viele schöne Ecken von damals einer EU-gerechten Agrarsteppe gewichen. Alles begradigt, nivelliert, platt gemacht. Keine Löcher und Tümpel mehr, wo das pralle (Vogel)Leben auf Einen niederprasselt, sondern ein Muster-Milchvieh-Projekt plus Maisanbau etc pp.

Das Einzige, was geblieben ist, sind die riesigen, wilden Müllablagerungen. Plastiktüten, Dosen, Flaschen, Autoreifen, alles in kofferraumgrossen Häufen in die Landschaft drapiert. Das törnt uns total ab. Wir fahren noch die Strecke zur Fähre nach Angola, aber hier gibt es jetzt eine Ponton-Brücke.

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Die letzte Zwerggans kann nicht undokumentiert bleiben, wobei die Kunst darin besteht, all den Plastikmüll, der auch hier rumschwimmt, nicht aufs Bild zu bekommen.

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Der letzte Braune Schlangenadler, dann haben wir genug gesehen.

Wir fahren eine Tanke an, dann holen wir uns in einem Imbiss ein paar heisse Meat Pies, und danach heisst es Gummi geben. Wir fahren zurück auf die B 8 und ziehen beim ersten Parkplatz raus, um die Pasteten zu essen. Sofort werden wir von einer ständig grösser werdenden Kinderschar umringt. Zuerst wollen sie was zu essen, dann Sweets, dann Schreibsachen, schliesslich Geld. Dabei kleben sie uns an den Scheiben.

Als wir fertig gegessen haben, machen wir, dass wir weg kommen. Ereignislos passieren wir den Vet Fence und rollen weiter bis nach Grootfontein.
Hier steuern wir wieder die Maori Campsite an.

Die Sonne scheint, und unsere Zelte sind in kürzester Zeit wieder trocken, denn heute morgen mussten wir diese tatsächlich das erste Mal nass einpacken.

Wir grillen ein schönes Elandsteak und sitzen dann noch längere Zeit am Feuer, während mindestens vier Fiery-necked Nightjars um uns herum "singen".


Kosten: Maori Campsite 125.- Nam$ pP


Viele Grüße,
Matthias

Teil 3128. Aug. 2019

15. Februar; das Damaralnd ruft.

Wir frühstücken in der Sonne, da fliegt ein Black Cuckoo vorbei. Leider findet er keine Zeit, um mal innezuhalten und uns eine Chance für ein Foto zu geben, aber nun: damit haben wir auch die Kuckucke, die man zu dieser Jahreszeit erwarten kann, fast alle auf der Liste.

In Grootfontein kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten nach, dann rollen wir auf leerer Strasse die schöne Strecke durch die Otaviberge. Eine männliche Wiesenweihe schaukelt in typischer Manier vor uns über die Pad.

Nach Otavi wird es dröge, durch langweiliges Farmland geht es bis nach Otjiwarongo, wo wir im örtlichen, bestens sortierten Spar ein paar von den überaus leckeren Samosas als Mittagssnack erstehen. Dann nehmen wir die Strasse nach Outjo unter die Räder und weiter Richtung Khorixas. Beim Abdreh zur Fingerklip biegen wir ab und nehmen die breite, ausgefahrene Sandpad D 2743, um an den oft gepriesenen Ugab-Terrassen und eben der Fingerklip vorbei zu fahren. Aber ehrlich, diese Gegend begeistert uns nur mässig, was vielleicht auch an der grellen Mittagsbeleuchtung liegen mag. Jedenfalls schafft es nicht ein Motiv auf den Chip.

Hinter Khorixas fahren wir wieder auf Gravel weiter nach Westen, vorbei an den versteinerten "Wäldern" links und rechts der Pad. Endlich gehts nach links weg auf die D 2612 Richtung Twyvelfontein und weiteren Sensationen.
Wir stoppen beim Aba Huab Camp und checken hier für eine Nacht ein.
Nachdem wir uns eine schöne, schattige Campsite rausgesucht haben und unsere Stühle und den Tisch aufgebaut haben, machen wir uns noch auf den Weg Richtung Weltkulturerbe, biegen aber kurz davor ab Richtung Lodge, um uns an den hier ebenfalls zu findenden Felsgravuren etwas die Beine zu vertreten. Die Sonne ist schon hinterm Berg, so bleiben die Gravuren unbeachtet, aber ein paar Vögel turnen hier durchs Geäst.

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Während das Weibchen vom Violet-backed Starling, Amethystglanzstar schön still hält und sich fotografieren lässt, ist der Herr Gemahl dem lichtscheuen Gesindel zuzurechnen.

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Wie immer nicht einfach machen es einem die Meisen: Carp´s Tit, Rüppellmeise.

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Pale-winged Starling, Bergstar.

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Im flachen Licht der Abendsonne streicht ein Martial Eagle, Kampfadler über die mit ein bisschen Gras bestandene Ebene.

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Im schönen Gegenlicht stolzieren ein paar Rüppell´s Korhaans, Rüppelltrappen durch den Grasflaum. Von dem wird kaum ein halbes Jahr später nichts mehr zu sehen sein.

Zurück im Camp giessen wir uns einen schönen Gin Tonic auf, den haben wir uns heute verdient. Morgen werden wir nicht soviel Strecke machen, sondern mehr Landschaft geniessen, so jedenfalls lautet der Plan.


Kosten: Aba Huab Camp 150.- Nam$ pP plus 20.- Nam $ fürs Auto.



Viele Grüße,
Matthias

Teil 3230. Aug. 2019

16. Februar; via Doros-Krater und Divorce Pass zum Brandberg

Wir stehen früh auf und rollen noch vor Sonnenaufgang vom Campgelände, um dann südwärts zu fahren, vorbei an den Basaltsäulen und dem Verbrannten Berg, zwei der meist überschätzten Sehenswürdigkeiten im Land.

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Im ersten Sonnenlicht plustern sich die Rüppelltrappen nach der Kühle der Nacht auf.

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Lange Schatten, weite Sicht.

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Auch die Lark-like Bunting, Lerchenammer geniesst die wärmenden Strahlen.

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Nach dem Verbrannten Berg degeniert die Pad schnell zu zwei ausgefahrenen Fahrspuren, die Landschaft wird minütlich spektakulärer.

Wir kommen nicht wirklich schnell voran, denn oft müssen wir halten und aussteigen, um die Landschaft auf uns wirken zu lassen, es ist so schön hier. Und so ruhig!
Tiere allerdings, in Form von Wild, sehen wir zunächst gar nicht, keine Gemsböcke, keine Springböcke, nichts. Allerdings steht hier auch kaum mehr ein Halm. Und doch, wenn ich die Bilder heute ansehe und mit den aktuellen vom August vergleiche, fällt mir der samtene Flaum auf, der noch in den Ebenen wächst.

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Wieder mal bremst uns ein Flock Lerchen aus. Oje, auf welchen Namen die wohl hören. Gesehen haben wir sie vorher noch nicht, und erst jetzt zuhause habe ich sie bestimmt, es sind Stark´s Larks, also Starks Kurzhaubenlerchen.

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Lieber ein paar Fotos mehr gemacht, damit man auch kleinere Details erkennen kann.

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Im Süden kriecht langsam der Brandberg übern Rand.

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Eine weitere Lerche stoppt uns: wir meinen, es sollte eine Karoo Long-billed Lark sein, aber es gibt eine Unterart ssp. kaokensis und eine ssp. damarensis. Welche es ist, können wir nicht klären. Im Deutschen ist das einfacher, da heissen alle Long-billed Larks einfach Langschnabellerche.

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Über weite Strecken "nur" Landschaft und rote Steine.

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Diesen steilen Anstieg muten wir dem Wagen nicht zu und erklimmen das Plateau zu Fuß. Hier hat jemand, ausgehend von einem Wohnaufbau eines Trucks, ein veritables Gebäude erstellt. Aber das ist lange her, alles Verwertbare ist entfernt worden, nur noch die leere Hülle zeugt von einem vergangenen Traum, den sich hier mal jemand realisiert hat.

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Namaqua Sandgrouse, Namaflughuhn.

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Lange Zeit fahren wir über strauch- und baumlose Steppe. Ein paar Strausse, und völlig unerwartet eine Gruppe Erdmännchen, die weit entfernt auf einem Sandhügel stehen und sichern, sind alles, was wir an grösseren Tieren zu Gesicht bekommen. Später sichten wir noch eine Herde Springböcke sowie einen Familienverband Bergzebras.
Nachdem wir das Goantagab Rivier gekreuzt haben, wird die Landschaft steiniger, und die Pad rumpeliger. Wir fahren auf den Divorce Pass zu, lässt uns das Navi wissen. Der Name des Passes sagt mir nichts, ich bin gespannt.

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Das steilste, und schwierigste Stück ist der Abstieg ins Ugab Rivier. Ganz langsam lasse ich den Wagen Stein über Stein runterrollen, hoch möchte ich hier definitiv nicht fahren.
Im Rivier angekommen, folgen wir der Fahrspur aufwärts, über weite Strecken durch dichte, enge Tamariskenbestände, die fürchterlich am Wagen längsschrammen. Im immer mal wieder feuchten Sand stehen frische Abdrücke von Elefanten, die Verursacher selbst sehen wir nicht, was mir hier in dem engen Dschungel ganz recht ist.

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Einmal entfernt sich die Spur vom Rivier und man fährt nochmals ein Stück durch Berglandschaft am Fuße des Brandbergs, bevor ein letztes Stück oberhalb des Riviers bis zur White Lady Lodge zurück zu legen ist, dann haben wir die heutige Strecke geschafft.
Es ist heiss, und so stürzen wir uns erstmal ins kühle Nass des Pools.

Dann fahren wir auf den Campground und belegen die grosse Site Nr.1.

Später machen wir noch mal im Abendlicht einen kurzen Gamedrive, aber mittlerweile bläst ein regelrechter Sandsturm über die Ebene, der uns die Freude nimmt, und Vögel sind auch keine zu sehen, die haben vor dem Sturm irgendwo Unterschlupf gefunden.

Im Camp zwischen den Bäumen ist der Wind erträglich und so sitzen wir noch geraume Zeit am Feuer.


Kosten: Brandberg White Lady Lodge 150.- Nam $ pP plus 40.- Nam $ fürs Auto.


Viele Grüße,
Matthias

Teil 3303. Sept. 2019

17. Februar; Vögel am Brandberg

Heute ist unser letzter voller Tag im Land, und den wollen wir nochmals bestmöglich nutzen. Da unsere nächste Übernachtung im Erongo-Gebirge angedacht ist, haben wir also nicht wirklich eine grosse Strecke zu fahren.

Noch im Dunkeln reaktivieren wir das Feuer, um einen Kaffee zu brauen, parallel dazu bauen wir die Zelte ab, und im ersten Licht fahren wir eine der zahllosen Pisten, die auf die Nordseite des Berges zuführen.

Leider hat der Oststurm gestern Abend eine Menge Wolken mitgebracht, das Fotolicht ist nicht berauschend.

Im Rivier haben wir die erste Sichtung.

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In einem grossen Kameldorn sitzen zwei African Hawk Eagles, Habichtsadler.

Vorsichtig pirschen wir uns mit dem Wagen näher.

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Wolkenverhangener Blick nach Norden. In Bildmitte links das grüne Band markiert den Verlauf des Ugab Riviers.

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Ein paar mal treffen wir auf die so typischen Trappen, wenn wir anhalten und aussteigen, hört man sie von überall her rufen.

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Wie immer sehr scheu sind die Fiscal Shrikes, Fiskalwürger.

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Plötzlich wuselt es am Boden ums Auto rum, vier Burchell´s Courser, Rostrennvögel suchen am Boden nach Fressbarem.

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Da hat sich doch der kleine Exkurs schon gelohnt, Erstsichtung! Zumal die Vögel ja überaus hübsch anzuschauen sind.

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Und auch landschaftlich gefällt es uns hier ausserordentlich gut.

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Den sieht man hier regelmässig: Mountain Chat, Bergschmätzer.

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Zwar kein Vogel, aber die Dassie rat, Felsenratte wird ebenso gewürdigt.

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Mehr so ein Suchbild, aber den Bokmakierie sehen wir auf dieser Tour erstmalig. Und er flötet so schön.

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Einen prächtigen Ansitz hat sich dieser Black-breasted Snake Eagle, Schwarzbrust-Schlangenadler rausgesucht.

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Die Annäherung zu Fuss quittiert er mit Flucht.

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Überaus häufig sind die Cape Turtles, Kapturteltauben, und so wird es mal Zeit, auch ihnen ein paar Bilder zu widmen. Mit ihrem "work harder, work harder" -Gesang sind sie eine der typischen Stimmen eines jeden Morgens.

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Ebenfalls kein Vogel, aber Schakale haben wir erstaunlich wenige gesehen während der letzten vier Wochen.

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Ein Pärchen Gabar Goshawk, Gabarhabichte sitzt in einem kleinen Baumkrüppel an, oben sitzt das Männchen.

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Einen der Beiden treffen wir weiter unten im Rivier nochmals an.

Damit belassen wir es, und wir fahren auf der D 2359 nach Uis, wo wir ziemlich exakt mittags ankommen. An der Tanke gönnen wir dem Fahrzeug ein paar Liter Sprit und müssen uns ziemlich gegen zwei Small Miners wehren, die uns ihre Schätze aufdrängen wollen, bis es selbst dem Tankwart zu viel wird und er sie davon jagt.
Dann sind wir an der Reihe mit Auftanken und wir fahren zum Cactus Café, wo wir ein leckeres, wenn auch spätes Frühstück einnehmen.

Nachdem wir restauriert sind, fahren wir ein Stück die C 36, biegen dann bei Okombahe auf die D 2306 und schliesslich auf die D 2315 ab ins Erongo-Gebirge.
Auf einem Gipfelblock erahne ich einen dunklen Spot, aber auch mit dem Spektiv können wir nicht zweifelsfrei klären, ob hier unser erster, und wohl einziger Verreaux´s Eagle, Felsenadler hockt, es flimmert zu stark.

In Omandumba checken wir ein, und natürlich frage ich, ob wir Peter´s Höhle haben können. Es ist sonst niemand da, wir haben die freie Wahl, also nehmen wir diese tolle Unterkunft, die für einen Zeltcamper schon sowas wie Glamping darstellt.

Wie wir diese in eine Felswand integrierte, halboffene "Hütte" ansteuern, bemerken wir, dass wir nun genau auf der anderen Seite des Adleransitzes sind, diesmal deutlich näher. Und der Adler sitzt noch an Ort und Stelle. Und ja, es ist ein Felsenadler. Spätestens, als er die Schwingen ausbreitet und an der Felswand längs segelt, ist auch Andreas überzeugt.

Später finden wir noch einen Booted Eagle, Zwergadler, so haben wir nochmals ein paar Arten für die Liste generiert.

Etwas schwermütig wird mir dann schon, als wir unsere letzten Vorräte in Sachen Gin, Tonic und Zitrone aufbrauchen und einen letzten Sundowner geniessen. Dann das letzte Mal Feuer machen, das letzte Fleisch gegrillt. Eigentlich wären wir so perfekt eingespielt, wir sollten einfach weiter fahren...

Unter uns huscht eine Black Mongoose über die Felsen, später singen ein paar Bellgeckos für uns. Das macht den Abschied nicht gerade
leichter.
Wir schlafen auf der offenen Veranda im oberen Stock, und nachts nerven tatsächlich ein paar Mossies. Wo die wohl herkommen?


Kosten: Omandumba 150.- Nam$ pP.


Viele Grüße,
Matthias

Teil 3413. Sept. 2019

18. Februar; zurück auf Anfang.

Nun ist er also da, der unwiederbringlich letzte Tag. Wir haben die Vorräte ziemlich gut eingeteilt, und so verbrauchen wir zum Frühstück das letzte Müsli im letzten Yoghurt.
Dann benutzen wir die geniale Freiluftdusche, das Wasser ist angenehm lauwarm.

Da wir früh dran sind und heute nichts Grosses mehr vor haben, unternehmen wir noch einen letzten Spaziergang, aber Fotos sind keine mehr entstanden. Irgendwie ist meine Motivation aufgebraucht.

Nachdem wir uns bei den Mädels im Farmhaus verabschiedet haben, fahren wir über die D 2315 weiter nach Osten.

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Für ein Paar segelnde Habichtsadler halten wir dann aber gerne nochmals an.

In Omaruru biegen wir auf die C 36 ab. Als wir dann die B 2 erreichen, war es das mit Sand und Gravel pads, ab sofort rollen wir auf Teer. In Okahandja ändert die Strassennummer auf B 1, die in Teilen schon zur Autobahn und damit zur A 1 mutiert ist.
Wir passieren Teufelsbach und grüßen kurz rüber.
In Klein Windhoek tanken wir voll und gönnen dem Wagen eine Wäsche, um den fest gebackenen Schlamm aus der Nyae Nyae Conservancy endlich loszuwerden.

Bei hochsommerlicher Hitze erreichen wir den Hof von Safari Car Rental, räumen das Auto aus, machen die Übergabe. Vincent erzähle ich von dem Batterieproblem, er will sich drum kümmern. Insgesamt waren wir sehr zufrieden mit dem Wagen.

Dann werden wir an den Flughafen gebracht. Hier treffen wir auch Uwe aus der Wesermarsch wieder und wir erzählen uns von unseren Erlebnissen. Trotzdem bleibt viel Zeit übrig, die Uhr tickt langsam. Wir gönnen uns einen Burger mit Fritten und ein letztes Bier. Da wir keine namibischen Noten mehr haben, möchten wir mit Kreditkarte zahlen. Andreas´Karte funzt nicht, auch an den Bankautomaten kann er kein Geld ziehen. Ich probiere meine Karte mit dem eben solchen Erfolg. Letztlich muss der Waiter einen Euroschein akzeptieren. Weltflughafen Hosea Kutako.

Es gibt nur noch einen Platz am Notausgang, den überlasse ich Andreas. Den Flug überstehe ich wie gewohnt ohne Schlaf, mehr wie in einem Dämmerzustand.

Zurück in Deutschland verseckelt mich die Deutsche Bahn mal wieder, in Mannheim ist der Anschluss weg, der nächste Zug beschert mir eine weitere Stunde Wartezeit im idyllischen Bahnhof von Baden-Baden.

Nun, diese kleinen Unzulänglichkeiten sind längst vergessen ( und nur kurz für diesen Bericht nochmals erinnert ), aber was noch immer im Kopf rumgeistert, ist eine absolut fantastische, runde Reise mit meinem Bruder mit einer Vogelliste von 362 Arten. Ob wir das werden toppen können, irgendwann?


Ich bedanke mich bei euch Allen, den treuen Lesern meiner fedrigen Anekdoten. Danke für die bereichernden Kommentare, die Klicks, die PNs.

Viele Grüße,
Matthias

Caprivi satt von fotomatte

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/297253-caprivi-satt

Stand: letzter Berichtsteil vom 13. Sept. 2019

Die Rechte am Text und an den Bildern liegen beim Autor. Ausdruck für den eigenen Gebrauch.