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Reisebericht · namibia-forum.ch

Die Loeffels auf Safari im ewigen Eis Antarcticas

von loeffel · Dez. 2018 – Jan. 2019 · 18 Tage · Geführt · 22 Teile

Über diesen Reisebericht

Von Ushuaia aus brechen wir im Dezember 2018 zu einer rund zweiwöchigen Expeditionskreuzfahrt entlang der Antarktischen Halbinsel auf, an Bord der MS Midnatsol von Hurtigruten. Meine Frau ist auf einen Rollstuhl angewiesen; für sie gibt es eine barrierefreie Kabine, und weil Anlandungen mit dem Zodiac für sie nicht möglich sind, organisiert das Expeditionsteam eigene Bootstouren für uns beide. Über die Drakepassage geht es zu den Südshetlandinseln und in die Caldera von Deception Island, bevor wir auf Half Moon Island die ersten Zügelpinguine sehen und auf Danco Island eine große Kolonie Eselspinguine erleben.

Die Tage prägen Anlandungen bei wechselndem Wetter, wegen Treibeis spontan geänderte Ziele und immer wieder Zodiac-Fahrten zwischen Eisbergen, Buckelwalen und einer Gruppe Orcas, die wir zum ersten Mal überhaupt zu Gesicht bekommen. Weihnachten feiern wir mit rund 600 Mitreisenden und Crew im Atrium des Schiffs, an Silvester steht eine seltene Eis-Anlandung in der Wilhelmina Bay an, bei der wir auf meterdickem Meereis stehen. Dazwischen bleibt Zeit für Vogelbeobachtung an Deck und den Besuch der chilenischen Station Gonzales Videla mit ihrer Pinguinkolonie.

Zur Heimreise durchqueren wir noch einmal die Drakepassage bei hohem Wellengang, passieren mit gebührendem Abstand Kap Hoorn und legen wieder in Ushuaia an. Was als kaum realistisch erscheinender Traum begann, wird zur eindrücklichsten Reise, die wir bisher gemacht haben.

Teil 108. Jan. 2019

Die Loeffels auf Safari im ewigen Eis der Antarktis

Mitreisende gesucht … für eine gewagte Reise, in bitterer Kälte, in monatelanger Dunkelheit, konstanter Gefahr, ungewisser Rückkehr bei niedrigem Lohn, ABER für Ehre und Anerkennung im Erfolgsfalle…


Zugegeben, es war nicht diese berühmte Anzeige des Polarforschers Sir Ernest Shackleton, die den Anstoß für unsere Antarktisreise gab.
Vielmehr hat ein sehr gutes Angebot anlässlich der ersten Südpolarsaison 2018/19 eines neu gebauten Schiffes diesen lang gehegten Traum wahr werden lassen. Denn eigentlich hatten wir die Antarktis schon aus Kostengründen für uns abgehakt, auch Beates Rolli lies diesen Traum völlig absurd und unrealistisch erscheinen.
Jetzt dieses Angebot – sollen wir wirklich ? Recherche ergibt: Ja, mit Rolli machbar, nur eben die Anlandungen mit Schlauchboot nicht. Aber das ist OK für Beate. Eine barrierefreie Kabine gibt es noch, die Reisekasse sagt „Ja“ und mein Arbeitgeber auch. Also schnell buchen, nicht länger darüber nachdenken, machen.
Das war im Sommer 2017.
Dann im Februar der Schock: Die Reise wird storniert, das Schiff wird nicht rechtzeitig fertig. Es gibt aber Alternativangebote: Entweder die Reise 1 Jahr später mit dem neuen (dann hoffentlich fertigen) Schiff mit 25% Ermäßigung. Oder wie geplant 2018/19, dann aber mit einem anderen Schiff und 50% Ermäßigung. Da überlegen wir nicht lange. Wir wollen 2018/19, es gibt noch barrierefreie Kabinen für die Weihnachtsreise und über die 50% freut sich die Reisekasse.
Jetzt heißt es warten, in Reiseberichten schmökern, die berühmten Antarktisexpeditionen von Amundsen, Scott und Shackleton nachlesen, auch ein sehr gutes deutschsprachiges Buch über die Antarktis als Reiseziel gibt es. Viel Lesestoff also für viel Wartezeit …

Dann ist es für uns endlich soweit:

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Aber die Anreise ist lang – erst rund 48 Stunden später betreten wir die MS Midnatsol, unser Zuhause für die nächsten rund zwei Wochen.
Es dauert also alles und erfordert Geduld.
Aber für euch gibt es schon mal ein paar Appetithäppchen:

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Viel Spaß auf dieser Safari der etwas anderen Art 🙂

Teil 209. Jan. 2019

19. - 21.12.18: Die Anreise

Wie schon geschrieben – rund 48 Stunden benötigen wir für die Anreise von Frankfurt über Buenos Aires nach Ushuaia, dem Start und Ziel unserer Expeditions-Seereise.
Abflug in Frankfurt am späteren Abend, im Laufe des nächsten Vormittags erreichen wir unser Hotel in Buenos Aires, haben hier den Rest des Tages Freizeit (Schlafen, Duschen, Stadtbummel, Essen gehen). Am nächsten Morgen geht es in aller Herrgottsfrühe weiter, und nach 3½- stündigem Flug erreichen wir gegen Mittag Ushuaia. Hier gibt es mit dem Transferbus noch eine Orientierungsfahrt mit Blick auf die südlichste Stadt der Welt:

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Dann haben wir wieder zwei Stunden Freizeit für einen Rundgang durch die Haupteinkaufsstraße in Ushuaia.

Hier auch schon mal ein wichtiger Hinweis:
DA geht's zu den Pinguinen:

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Auch einen ersten Blick auf unser Schiff können wir erhaschen:

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Dann gegen 17 Uhr ist es endlich soweit, wir dürfen aufs Schiff und sind ruckzuck eingecheckt und in unserer Kabine.
Endlich ausruhen ? Von wegen. Das Bordprogramm schreibt noch jede Menge „Pflicht-Termine“ vor: Ausgabe der Expeditionsjacken (knallrot mit neongelben Kapuzen), Abgabe der medizinischen Fragebögen. Das ist sehr wichtig, ohne wird die Mitfahrt verweigert. Aktuell müssen sie sein und vom Hausarzt abgestempelt und unterschrieben.
Dann wäre da ja noch die Einteilung in die Bootsgruppen für die Anlandungen. Nachzulesen an der Pinwand auf Deck 7. Wir finden uns als die „Orca Whales“, Gruppe 10 von 15 . Den entsprechenden Sticker bekommen wir morgen.

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Essen wollen wir ja auch noch was, das offene Buffet hält jede Menge Verlockungen bereit.
Und um 19 Uhr starten wir mit der Fahrt durch den Beagle-Kanal zu unserem Abenteuer ans Ende der Welt …

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Adios Ushuaia
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hola Beagle-Kanal
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erste Schiffsimpressions-Spielerei:
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Teil 309. Jan. 2019

So, damit wir bald im Eis landen, schicke ich noch ein Kapitel hinterher:

22.12.18: Drake-Passage

Gegen zwei Uhr nachts wache ich auf – das Bett wackelt. Aha, wir sind also in der Drake-Passage angekommen. Aber alles halb so wild, und recht schnell schlafe ich wieder ein.
Am Morgen berichtet der Kapitän, dass wir zügig vor einer Sturmfront herfahren, um ihr nach Möglichkeit zu entkommen. Momentan haben wir für die Drake-Passage sehr angenehme Bedingungen mit moderaten 6-Meter-Wellen, kein Problem.
Der Magen meines Loeffelinchens ist da leider ganz anderer Meinung, beruhigt sich im Laufe des Tages aber zum Glück wieder …
Ich selbst bin seefest und finde das ganze einfach nur mega ...

Heute ist ein Seetag. Das heißt aber nicht, dass nichts zu tun ist.
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Der Blick ins Tagesprogramm zeigt jede Menge Termine, von denen das IAATO-Briefing der wichtigste und damit vorgeschrieben ist (IAATO = International Association of Antarctica Tour Operators). Hier erfährt man als Antarktis-Tourist, was bei Anlandungen zu beachten ist, zusätzlich gibt es Infos, wie das ganze hier auf dem Schiff organisatorisch umgesetzt wird. Ohne dokumentierte Teilnahme kein Landgang.
Das von der IAATO zur Verfügung gestellte Einführungs-Video ist dabei so liebevoll gemacht, dass ich es euch an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte:

Bei YouTube ansehen ↗



Bei allen Terminen bleibt aber noch Zeit für ein paar Schiffsimpressionen
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und auch ein wenig Birdwatching (Schwarzbrauen-Albatrosse).
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Der Steuermann ist übrigens nicht besoffen:
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Der erste großartige Sonnenuntergang der Reise beschließt diesen schaukeligen Seetag.
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Teil 410. Jan. 2019

23.12.18 Der erste Tag im Eis – Half Moon Island Teil 1

Am gestrigen Nachmittag haben wir den 60sten Breitengrad Süd überquert und befinden uns nun offiziell in der Antarktis. Laut Antarktisvertrag gehört alles ab 60° Süd zur Antarktis und steht unter besonderem Schutz.

Heute morgen befinden wir uns bei den Südshetland Inseln, durchfahren die Passage zwischen Nelson Island und Robert Island und biegen in die Bransfield Strait ein.
Geisterhaft erscheinen beide Inseln aus dem Nebel, schemenhaft steigen Eis und Fels im Nebelgrau vor uns auf. Nahezu alle Passagiere sind auf den Außendecks, ein großer Moment für alle 😁 . Das erste für uns sichtbare Zeichen der Ankunft in der Antarktis. Es ist nasskalt und recht windig, und trotzdem: 460 Passagiere freuen sich nun auf den wirklichen Beginn unseres gemeinsamen Antarktis-Abenteuers.

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Die Aufregung steigt, wir werden heute unsere erste Anlandung haben. Half Moon Island ist unser Ziel. Die Insel liegt in einer geschützten Bucht vor Livingston Island.

Hier werden wir anlanden:
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Laut Zeitplan sind die Orca Wale erst gegen 18:30 Uhr dran. Aber eine besondere, gestern abend beim Briefing angebotene Überraschung sorgt für Beate und mich schon weit früher für Aufregung:
Das Expeditionsteam hat angeboten, für Beate und mich eine eigene Bootstour zu machen. Anlandungen sind für Beate ja nicht möglich, aber das Team hat keine Probleme damit, Beate mitsamt Rolli auf ein Zodiac zu verfrachten und mit uns eine Tour zu machen 🤩 🤩 🤩 . Unsere Euphorie über dieses Angebot kennt keine Worte 🤩 .
Es klopft an unserer Kabinentür: Jane vom Expeditionsteam bringt passende Gummistiefel für Beate. Wir hatten ja mit sowas nicht gerechnet, deshalb hatte Beate bei der Ausgabe der Stiefel gar keine abgeholt.
Es klopft wieder: Jetzt ist es Marie vom Expeditionsteam: Sie bringt einen wasserfesten Overall für Beate, die ja auch keine wasserfesten Hosen dabei hat. Eine Leihgabe in Größe L von der Crew.
Wir sollen uns um 15 Uhr beim Tenderpit einfinden. Eine halbe Stunde vorher fange ich an, Beate einzupacken. In dem Riesenoverall finde ich sie kaum wieder. Auch ich brauche ja ewig, um mich antarktistauglich einzutüten. Das Ergebnis habt ihr ja in der ersten Bildersequenz schon gesehen.
Bis wir dann in voller Montur an den Tenderbooten sind, sind wir schon schweißgebadet 😏 .
Vom Boot aus fahren wir die Anlandebucht entlang und ich kann schon mal vom Boot aus einen Blick auf die ersten Landgänger werfen. Ein Abenteuer, das mir ja später noch bevorsteht.
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Wir sind auch die ersten überhaupt, die eine Robbe zu sehen bekommen: Eine Crabeater Seal.
Keine Sorge, sie schläft, das rote ist kein Blut, das sind Schneealgen. Auch sowas gibt es.
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Beate ist megaglücklich, und ich mit ihr. Das hätten wir uns nie träumen lassen.
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Nach der Tour wollen wir den Overall wieder abgeben, aber es heißt: Behaltet ihn, das war nicht die letzte Tour.

Später bin ich dann dran mit Landgang. Dafür gibt es einen zweiten Teil.

Teil 511. Jan. 2019

23.12.18 Der erste Tag im Eis – Half Moon Island Teil 2

Gegen 18:30 Uhr werden endlich wir Orca Wale für unsere erste Anlandung aufgerufen.
Ich habe mich schon in mein gelb-rot-schwarzes Polar-Anlande-Outfit geworfen, bin ja von heute Mittag auch schon geübt.
Das dick eingepackte Ergebnis kennt ihr ja schon, das Bild entstand hier, und wegen des heute wehenden schneidenden Windes auch gleich mit „Maximal-Outfit“ 😎 .
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Auch mit so einem Anlande-Tenderboot und der Einsteigeprozedur bin ich schon vertraut, während es für meine Mit-Orcas die Premiere ist.
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An der Anlandestelle gibt es von einem Mitglied des Expeditionsteams grundsätzlich für die neu angekommene Gruppe ein kurzes Briefing, in dem die Anlandestelle und die Besonderheiten wie Wege, Tiere, Verhaltensweisen kurz erläutert werden. Ganz wichtig: Die Uhrzeit, an der wir wieder an der Anlandestelle sein müssen. Nichtbeachtung wird zu einem ernsten Einzelgespräch mit dem Leiter des Expeditionsteams führen, Wiederholungstäter können im Extremfall sogar von weiteren Anlandungen ausgeschlossen werden 😈 .
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Heute hat das Team See-Elefanten entdeckt, eine dicke Empfehlung, da sie so weit südlich selten anzutreffen sind und wir im weiteren Verlauf der Reise sicher keine mehr sehen werden.

OK hier sind sie also, drei Damen beim Schönheitsschlaf.
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Leider ist kein Bulle dabei, so einen hätte ich gerne mal in freier Natur gesehen.
Ansonsten gibt es Skuas, die großen antarktischen Raubmöwen:
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Und es gibt hier auch die ersten Pinguine.
Auf Half Moon Island brütet eine Kolonie Zügelpinguine. Leider sind wir für Küken noch zu früh, es wird noch fleißig gebrütet:
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Bis zu 400 Meter hoch marschieren die Kerlchen zu ihren Nestern:
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Da es in der Antarktis keine Landraubtiere gibt, haben die Tiere keine Scheu vor uns. Laut IAATO-Vorgaben haben Besucher einen Mindestabstand von 5 Metern zu den Vögeln einzuhalten. Für die Pinguine als Nicht-IAATO-Mitglieder gilt diese Regelung umgekehrt natürlich nicht … 😛
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An der Anlandestelle liegt das Wrack eines Wasserversorgungsschiffes aus der Zeit der Walfang-Industrie.
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Immer wieder werden wir im Laufe unserer Reise auf solche stummen Zeitzeugen dieser unrühmlichen Periode der Antarktis-Geschichte treffen. Aber auch diese Relikte menschlicher Aktivitäten sind als Freilichtmuseum laut Antarktis-Vertrag geschützt und dürfen weder betreten noch beseitigt oder gar zerstört werden. Alles bleibt so, wie es zum Zeitpunkt der Inkraftsetzung dieses Vertrags war und unterliegt nur noch den Einflüssen der Natur.

Nach etwa 90 Minuten ist der Ausflug beendet und wir fahren zur Midnatsol zurück. Hier wartet nicht nur Beate, sondern auch das reichhaltige Abendbuffet auf uns hungrige Antarktis-Abenteurer.

Teil 612. Jan. 2019

24.12.18 Deception Island

Deception Island wird nicht ohne Grund oft als einer der Höhepunkte einer Antarktisreise genannt.
Die gesamte Insel ist ein aktiver, eingebrochener Vulkan und eine der größten und beeindruckendsten Kraterinseln der Erde. Und sie ist der einzige Vulkan, in dessen Caldera man mit einem Schiff einfahren kann. Nur eine schmale Öffnung im Kraterrand, genannt Neptunes Blasebalg oder engl. Neptunes Bellow, gewährt einem Schiff Einlass in den als Port Foster benannten Kratersee.
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Viel gäbe es über diese Insel und ihre Geschichte zu erzählen (Stichwort Walfang-Industrie), was aber den Rahmen dieses Reiseberichtes bei weitem sprengen würde.

Die Einfahrt in die Caldera ist als besonderes Ereignis im heutigen Tagesprogramm für 7 Uhr morgens angekündigt, entsprechendes Gedränge herrscht zu dieser frühen Stunde schon auf den Außendecks.

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Das Wetter ist leider auch heute ziemlich trübe und mit ein paar Schnee-und Graupelschauern auch etwas ungemütlich. Kalt ist es aber nicht. Als sonnenverwöhnter Namibia-Reisender muss man da einfach umdenken …

Es gibt auf dieser Insel verschiedene Anlandepunkte. Das Expeditionsteam entscheidet sich für die Telefon Bay, eine Bucht, die durch die letzten Vulkanausbrüche zwischen 1967 und 1970 landschaftlich komplett umgestaltet wurde und landschaftlich sicher zu den interessantesten der Insel gehört.
Wer hier wegen des Namens auf eine Telefonzelle hofft, geht leer aus: Er stammt von einem Kohlefrachter dieses Namens, der in Port Foster 1908 auf Grund lief und hier in der Bucht ein Jahr später wieder instandgesetzt wurde.
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Der vom Expeditionsteam vorgeschlagene und abgesteckte Rundweg erscheint mir für die zur Verfügung stehende Zeit recht sportlich und anspruchsvoll bemessen. Das bestätigen mir später auch Mitreisende, die völlig abgehetzt wieder an der Anlandestelle ankommen.
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Da bin ich froh, bereits nach kurzer Zeit einfach an einem Aussichtspunkt stehengeblieben zu sein und die Landschaft auf mich wirken zu lassen. Ich fühle mich an Island erinnert und bei Sonnenschein müssen die Farben und Kontraste unbeschreiblich sein ...
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Auch mit der hier als „Streckenposten“ stationierten Jane vom Expeditionsteam halte ich ein Schwätzchen. Sie ist so dick eingepackt, dass sogar ihre ankommenden Verwandten sie nicht erkennen: „Hi, this is Jane under all this ...“ 😄

Heute ist ja Heiligabend, was an Bord der Midnatsol später gefeiert wird. Dafür folgt dann ein eigenes Kapitel.

Teil 713. Jan. 2019

24.12.18 Heiligabend in der Antarktis

Weihnachten in der Antarktis – das ist schon etwas ganz besonderes und einmaliges. Nie im Leben hätten wir auch nur im entferntesten daran gedacht, so etwas jemals erleben zu dürfen.
Die ganze Reise über ist das Schiff schon weihnachtlich dekoriert, überall finden sich Weihnachtsbäumchen, Figuren und andere weihnachtliche Dekoration:
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Es gibt sicher kaum einen abgelegeneren Ort auf dieser Welt, um mit rund 600 Menschen aus aller Herren Länder gemeinsam Weihnachten zu feiern. Rechtzeitig werden alle mit einem kräftigen „Ho Ho Ho“ über sämtliche Lautsprecher vom Weihnachtsmann in das deckübergreifende Atrium des Schiffes gebeten.
Um 17 Uhr beginnt der heilige Abend mit einem gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern im Atrium des Schiffes. Das ist schon stimmungsvoll, wie von Deck 4 bis Deck 9 alle an den Geländern versammelt englische, deutsche, norwegische Lieder singen, begleitet vom „Weihnachtsmann“ Stig am Akkordeon und den Young Explorers mit diversem Küchengeschirr. Eine eigenartig feierliche, und auch ein wenig melancholische Stimmung macht sich breit, nicht nur bei mir.
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Nach dem abendlichen Weihnachtsbuffet mit norwegischen Weihnachtsspezialitäten trifft man sich auf Panoramadeck 8. Hier verteilt der Weihnachtsmann all die Geschenke, die zu diesem Zweck abgegeben wurden.
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Später – es ist schon nach 23 Uhr - treibt es mich noch einmal auf das Außendeck. Die Wolkendecke ist aufgerissen, zum ersten Mal auf dieser Reise trifft das Licht der tiefstehenden Sonne auf Eis – eine magische Lichtstimmung:
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Ist das ein Vorspiel auf das, was uns noch erwartet ? Mit diesen erwartungsvollen Gedanken gehe ich zurück in unsere Kabine, während die Midnatsol immer weiter Richtung Süden ins Eis vordringt …
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Teil 813. Jan. 2019

25.12.18 Unterwegs nach Enterprise Island

Am frühen Morgen wache ich auf. Es scheint ungewohnt hell durch die Jalousie, und tatsächlich: Dieser Morgen empfängt uns mit blauem Himmel und Sonnenschein.
Keine Frage, ich muss raus. Mal kurz Hose, Vliesweste, Jacke, Schal und Mütze über den Schlafanzug, Fototasche geschnappt und raus aufs Außendeck. Es ist 5 Uhr.
Blauer Himmel, Eis, und die ersten „richtigen“ Eisberge, was will der Antarktisbesucher zu früher Stunde mehr ?
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Ein paar Fotos, ein wenig Smalltalk mit anderen „Earlybirds“ und um halb sechs liege ich wieder in meiner kuscheligen Koje.

Für heute ist an Außenaktivitäten „nur“ eine nachmittägliche Bootstour mit den Tenderbooten vor Enterprise Island geplant. Die Insel liegt auf 64° 32' Süd, 62° West vor der Danco-Küste des Grahamlands im Norden der Antarktischen Halbinsel, nördlich der Nansen-Insel bei Wilhemina Bay. Bis dorthin ist es noch ein Stück, und den Vormittag verbringen wir ganz entspannt draußen auf dem Außendeck. Beim Anblick der gigantischen Eiswelt in strahlendem Sonnenschein ist nun jedem unmissverständlich klar: Jetzt sind wir so richtig in der Antarktis angekommen.
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Als dann auch die ersten (Buckel-)Wale auftauchen, gibt es kein Halten mehr:
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Von dieser Traumkulisse bei ebensolchem Traumwetter können wir uns nicht losreißen, und die Kamera glüht:

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Der Traum setzt sich fort mit der nachmittäglichen Bootsfahrt, für die ich wieder ein eigenes Kapitel brauche.

Teil 913. Jan. 2019

25.12.18 Enterprise Island Bootstour

Am Nachmittag sind wir vor Enterprise Island angekommen.
Eine traumhafte Kulisse für die anstehenden Bootstouren.
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Wie immer ist zunächst das Expeditionsteam unterwegs, um die Lage vor Ort zu sondieren und die geplanten Routen festzulegen.
Hier kehren sie gerade von ihrer Erkundungstour zurück:
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Hier entdecken wir auch den größten Eisberg auf unserer Reise. Er ist größer als die Midnatsol:
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Die wahre Entfernung unseres Schiffes zu diesem Koloss offenbart erst die Weitwinkelaufnahme:
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Über unsere Bootstour brauche ich gar nicht so viel zu erzählen. Heute sind Beate und ich wieder mit eigener Tour unterwegs. Wir teilen uns diesmal allerdings das Boot mit drei Familienangehörigen des Bootsführers, was für uns absolut OK ist.
Die „normalen" Boote sind deutlich voller:
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Zudem ist es auch eine gute Gelegenheit für ein gemeinsames Foto auf so einem Tenderboot:
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Vom Tenderboot/Zodiac aus eröffnet sich uns eine völlig neue Perspektive auf die bizarre Eiswelt:
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Das hier sind Blauaugen-Kormorane:
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Das Wrack des norwegischen Fabrikschiffs Guvernøren, das im Jahre 1915 bei einem Brand hier angelandet wurde, um Besatzung und Ladung zu evakuieren.
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Am späten Abend gegen 23 Uhr zieht es mich wieder aufs Außendeck – das Licht der tiefstehenden Sonne zaubert wieder phantastische Lichtstimmungen:
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Ein Traumtag in der Antarktis geht zuende.

Teil 1014. Jan. 2019

26.12.18 Danco Island Anlandung

Heute sind Anlandungen und Bootstouren bei Danco Island geplant.
Die Insel liegt gar nicht so weit von unserem gestrigen Standort entfernt, etwas weiter südlich und westlich.
Das Wetter hat wieder umgeschlagen, es ist bedeckt, aber trocken und nicht so nasskalt wie vor ein paar Tagen.
Dafür liegt eine eigenartige, fast schon mystische und geheimnisvolle Stille über dem Land.

Wir, die Orca Wal Gruppe, sind heute die ersten, wir werden um 9 Uhr aufgerufen.
Was gibt es zu sehen ? Pinguine, Pinguine und noch mehr Pinguine, denn auf Danco Island gibt es eine große Kolonie von Eselspinguinen.
Also – jetzt kommen alle Pinguin-Fans auf ihre Kosten:

Schon vom Schiff aus zu sehen:
Auf dem Pinguin-Highway ist die Hölle los
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Eine Bootstour gab es ja auch noch. Die kommt im nächsten Kapitel.

Teil 1115. Jan. 2019

26.12.18 Danco Island Bootstour

Am Nachmittag findet für uns Orca Wale die angekündigte Bootstour statt. Heute bin ich mit der Gruppe unterwegs, für Beate haben wir heute nichts geplant.
Zeitgleich sind die Kayakfahrer auf dem Wasser, bunte Farbtupfer in dieser endlos scheinenden eisigen Welt.
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Ursprünglich hatte ich auch Interesse an einer solchen Kayaktour, die optional angeboten wurde. Angesichts der dafür aufgerufenen rund 300,- Euro für eine Tour schienen mir aber die normalen Bootstouren für mich vollkommen ausreichend … 😗

Es liegt immer noch eine mystische Stimmung über der Landschaft:
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und jede Menge Treibeis in der Bucht:
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Eis, Eis und nochmal Eis:
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Ein paar Pinguine kreuzen unseren Weg:
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Neben den ganzen Brustschwimmern gibt es tatsächlich auch vereinzelte Freistilschwimmer …
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Am späten Abend reißt die Wolkendecke auf und es gibt wieder Lichtstimmungen zu bewundern:
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Teil 1216. Jan. 2019

27.12.18 Neko Harbour oder doch was anderes ?

Heute Morgen lockt mich das durch die Jalousie einfallende Licht wieder früh nach draußen:
Bereits um 4:34 Uhr entsteht das erste Bild, weitere folgen. Was für ein Farbenspiel zu dieser frühen Stunde:
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Um fünf Uhr liege ich wieder im Bett, die nächste Sequenz entsteht um 7 Uhr:
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Wir sind unterwegs nach Neko Harbour, einer Anlandestelle wieder etwas weiter südlich unserer gestrigen Anlandestelle. Das besondere: Der geplante Anlandepunkt befindet sich auf dem Festland. Bisher hatten wir immer „nur“ vorgelagerte Inseln als Anlandepunkte.

Bei Traumwetter entstehen Bilder ohne Ende, diese unglaubliche Eiswelt übt eine magische Faszination auf uns aus:
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Es ist nicht kalt, im Gegenteil: Es reicht sogar für ein paar Bilder ohne Jacken, Mützen und Schals:
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Dann die Durchsage: Neko Harbour klappt nicht. Wegen Treibeis kann unsere für heute geplante Anlandestelle nicht erreicht werden. Zum ersten Mal muss Plan B angewendet werden. Damit ist der ausgegebene Zeitplan ebenfalls hinfällig. Denn das Ziel von Plan B muss erst angesteuert und dann ausgekundschaftet werden. Kein Problem, denn zu sehen gibt es unterwegs genug, und es wird uns auch nicht langweilig:
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Später dann die nächste Durchsage: Auch Plan B klappt nicht. Die Anlandestelle wurde von Pinguinen übernommen, Anlandung unmöglich.
Wir sind also heute der antarktischen Natur gnadenlos ausgeliefert 😉 , also geht es weiter mit Plan C.
In der Hoffnung, dass dieser durchführbar ist. Aber keine Sorge, das Expeditionsteam hat auch noch D, E, F, … im Gepäck.

Ob Plan C greift, verrate ich im nächsten Kapitel.

Teil 1317. Jan. 2019

27.12.18 Neues Ziel: Gonzales Videla

Endlich die erlösende Durchsage: Plan C klappt. Wir sind herzlich eingeladen, die chilenische Militärbasis Gonzales Videla zu besuchen. Es handelt sich um eine im Sommer besetzte Militärbasis, wobei aber keinerlei militärische Aktivitäten stattfinden, es geht um reine Präsenz. Zudem ist die Station heute eine „inaktive“ Forschungsstation, die Vorräte und Notfallausrüstung bereithält. Die Station liegt am Waterboat Point der Antarktischen Halbinsel auf rund 64° 50' Süd, 62° 51' West. Wir werden also tatsächlich das antarktische Festland betreten, denn es herrscht Ebbe. Bei Flut wird die schmale Landzunge überspült und das Gelände der Station wird dann zu einer Insel 🤪 .
Uns erwarten 15 Militärangehörige der chilenischen Marine und eine Kolonie aus 3000 Eselspinguinen. Der Witz dabei: Zum Zeitpunkt der Errichtung der Station gab es hier gar keine Pinguinkolonie. Die haben dann das von Schnee und Eis befreite Stationsgelände für sich entdeckt und kurzerhand zu einer Brutkolonie umfunktioniert 😎 .
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Eine weitere erfreuliche Nachricht für uns: Es wird für Beate und mich heute Nachmittag eine weitere Bootstour geben. Wenn wir wollen. Welche Frage, natürlich wollen wir. OK, da dies sich aber mit dem geplanten Stationsbesuch unserer Orca Wale-Gruppe überschneiden wird, soll ich mich einfach einer früheren Gruppe anschließen.
Gesagt, getan. Als einziger Orca unter lauter amerikanischen Seals betrete ich das antarktische Festland und habe damit jetzt auf alle Kontinente dieser Erde einmal meinen Fuß gesetzt 😎 🤩 .

Zum Südpol sind es von hier aus immer noch 2900 km 😮 :
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Auf eine Innenbesichtigung der Gebäude verzichte ich. Überall bilden die Seals lange Schlangen an den Eingängen, und für Schlangestehen ist mir die recht knapp bemessene Besuchszeit zu schade. So entstehen ein paar Bilder der Außenanlagen, und die Pinguine sind sowieso viel interessanter:
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Waterboat Point ist eine Historic Site, es gibt eine Gedenktafel. Die Pinguine haben aber auch diese historische Gedenkstätte völlig respekt- und gnadenlos für sich vereinnahmt:
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Bei den Pinguinen hier in der Militärbasis herrscht auch militärisches Gehabe 🤩 :

Stillgestanden!
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Jawoll!
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Später gibt es dann noch die exklusive Bootstour für uns. Auch dafür brauche ich ein neues Kapitel.

Teil 1417. Jan. 2019

27.12.18 Ein Gamedrive zu Wasser

Wieder auf der Midnatsol angekommen, lohnt sich für mich das Umziehen nicht. Im Schweiße meines Angesichts „verpacke“ ich mein Loeffelinchen in den übergroßen Overall, und dann geht’s auch schon zum Tenderpit auf Deck 3.

Heute sind wieder zwei Familienmitglieder des Bootsführers mit dabei, und wir sind die einzigen in der Bucht. Alle anderen machen ja die Anlandungen bei den Chilenen.

Der erste Bewohner der Bucht ist mindestens so neugierig wie wir:
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Und ansonsten: Wale!
Wale, Wale und noch mehr Wale!
Wir sind umgeben von Buckelwalen, kaum erscheint einer auf der einen Seite des Bootes, schnaubt es auf der anderen, oder hinten, oder vorne, wir wissen gar nicht wo wir zuerst hinsehen sollen:

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Dabei kommen sie uns so nah, dass einer sogar beinahe das Boot berührt:
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Dabei haben wir fast kein Auge mehr für die bizarren Eisberge, die es hier ebenfalls gibt:
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Es herrscht eine große Euphorie auf unserem Boot, denn wir erleben ganz exklusiv diese Wale, und selbst der Bootsführer hat so etwas noch nicht erlebt. Eigentlich sollen wir langsam zur Midnatsol zurückkehren, aber der Bootsführer schindet von der Brücke noch einmal 20 Minuten heraus.

Aber irgendwann müssen wir doch zurück, sind mehr als glücklich. Unsere Mitreisenden begrüßen uns, hatten das Spektakel aus der Ferne vom Schiff aus beobachtet.

Für den Abend hat der Kapitän noch etwas besonderes vor. Die Midnatsol ist auf Erkundungsfahrt zum Lemaire-Kanal, eine der spektakulärsten Schiffspassagen in dieser Region. Wenn die Eisbedingungen es zulassen, möchte er mit uns durch diese Meerenge fahren.
Schon beim Anblick der Einfahrt im spätabendlichen Licht stockt uns der Atem: Was für ein atemberaubender Anblick, unwirklich, mystisch, geheimnisvoll. Sind wir noch auf der Erde ? Oder ist das doch eher Mittelerde oder ganz etwas anderes ?

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Leider ist die Passage doch zu vereist, so dass die geplante Durchfahrt durch den Kanal nicht stattfinden kann. Aber immerhin: Wir haben mit über 65° Süd den südlichsten Punkt unserer Reise erreicht, als das Eis uns zur Umkehr zwingt.

Und weil die Durchfahrt nicht möglich ist, gibt es für morgen wieder einen Plan B.

Teil 1518. Jan. 2019

28.12.18 Melchior Islands

Die Melchior Islands als Plan B haben heute offenbar Teile der Crew etwas überrascht. Anders ist der kleine Schreibfehler an der Anzeigetafel nicht zu erklären:
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Die Inseln liegen zwischen Anvers Island und Brabant Island, den beiden größten Inseln des Palmer Archipels vor der Antarktischen Halbinsel.
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Heute sind nur Bootstouren geplant. Also ein ganz entspannter Tag bei bedecktem Himmel, aber trockenen, nahezu windstillen und recht angenehm temperierten Wetterbedingungen.

Hier auf einer der Inseln gibt es die argentinische Melchior Station, die aber aktuell nicht besetzt ist.
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Ein Esels- und ein Zügelpinguin teilen sich einen kleinen Felsen:
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Ansonsten gibt es natürlich wieder Eis, das auch bei bedecktem Himmel alle möglichen Weiss- und Blautöne annimmt:

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Auch ein paar mehr oder weniger neugierige Robben gibt es:
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Tatsächlich treffen wir hier auch zum ersten Mal auf Individualreisende mit dem antarktischen Pendant zu Hilux und Dachzelt 😗 :
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Teil 1619. Jan. 2019

29.12.18 Explorer Day

Schon relativ früh kommt heute morgen die Durchsage: Die geplante Bucht Orne Harbour klappt nicht – mal wieder zu viel Eis.
Na schön, während also nach einer Alternative gesucht, diese angefahren und erkundet wird, nutze ich die Gelegenheit für ein paar fotografische Spielereien an Deck:

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Dann wieder eine Durchsage: Das neue Tagesziel ist gefunden, eine Bucht ohne Namen (daher der heutige Titel „Explorer Day“), gut geeignet für Bootstouren. Für das ursprüngliche Ziel geplante Anlandungen finden heute nicht statt.

Die Bucht ohne Namen bietet auch vom Schiff aus schon mal ein paar nette Motive:

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Und dann sind wir wieder mit dem Tenderboot unterwegs.
Ein Fahrt ins Blaue im wahrsten Sinne des Wortes:

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Ein riesiger Pinguin aus Eis:
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Und dann ist die Bootstour leider auch schon wieder zu Ende:
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Und weil der Abend wieder extrem bilderlastig wird, gibt es dafür ein neues Kapitel.

Teil 1720. Jan. 2019

29.12.18 Explorer Day Teil 2

Der weitere Nachmittag verläuft entspannt. Was macht man so als Antarktisfahrer, wenn mal nichts los ist ?
Für uns ganz klar: Erst mal Siesta. Dann lockt die Bar auf Deck 8 wie jeden Tag mit einem Nachmittagssnack, Kaffee und Kuchen. Dann mal wieder kurz raus aufs Außendeck 6 zum Gucken …

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… und um 18 Uhr hält Fritz, einer der Zoologen vom Expeditionsteam, einen Vortrag über die Meeresvögel der Antarktis.
Um 20:15 sind wir dran mit Abendessen im Restaurant auf Deck 5.

Ab 21 Uhr wird es wieder spannend. Wir durchfahren den Neumayer-Kanal, eine Meerenge zwischen den Inseln Anvers und Wiencke.
Wieder drängeln sich viele auf Außendeck 6, die Fotos zeigen warum:

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Nach der Durchfahrt ist der Tag noch nicht vorbei. Was der Himmel bei der Fahrt durch den Neumayer-Kanal schon angedeutet hatte, setzt sich am späteren Abend spektakulär fort:

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Teil 1821. Jan. 2019

30.12.18 Damoy Point/Dorian Bay

Der heutige Anlandepunkt auf Wiencke Island wurde uns schon vor ein paar Tagen als ein besonderer Ort angekündigt. Warum ? Man hat hier die in dieser Unendlichkeit aus Wasser, Eis und Fels die einzigartige Möglichkeit, Postkarten zu verschicken. Denn tatsächlich gibt es hier ein vom ein United Kingdom Antarctic Heritage Trust betriebenes Postamt. Es gilt als südlichstes Postamt der Welt und verschickt eingehende Post über die Falklandinseln.

Leider dürfen wir diese Historic Site nicht besichtigen. Pro Tag dürfen maximal drei Kreuzfahrtschiffe mit jeweils maximal 500 Passagieren - von denen nur jeweils 60 gleichzeitig an Land sein dürfen - hier sein. Wir gehören heute nicht zu den Glücklichen.
Tatsächlich sind wir nicht allein:

Das hier ist die MS Hamburg.
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Statt dessen kommen Mitarbeiter des Postamt zu uns aufs Schiff, nehmen Postkarten entgegen und verkaufen Souvenirs.
Außerdem bekommt jeder Reisepass – von der Rezeption organisiert – einen schicken Stempel von Port Lockroy in den Reisepass:

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Von dem ganzen bekommen wir nichts mit. Denn zeitgleich finden heute Anlandungen ganz in der Nähe statt, am Damoy Point.
Schon vorher ist die Schneeschuh-Wandergruppe dort unterwegs. Schneeschuh-Wandern ist eine der zusätzlich angebotenen Aktivitäten. Wir können die Gruppe vom Schiff aus beobachten:

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Dann sind auch wir unterwegs.

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Das hier ist ein Blick auf Port Lockroy:

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Neben vielen Pinguinen gibt es hier auch zwei Schutzhütten, eine britische und eine argentinische. Beide dürfen nicht betreten werden.

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Die Young Explorers haben hier auch eine originalgetreue Kopie des Zeltes aufgebaut, das Roald Amundsen bei seiner Südpol-Eroberung am Pol zurückgelassen hatte:

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Dann nehme ich mir wieder viel Zeit an der Pinguin-Kolonie ...

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... und beobachte, wie sie sich gegenseitig Steinchen als Nistmaterial unter den Hintern wegklauen. Da ist Nachbarschaftsstreit vorprogrammiert.

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Zurück an Bord stellen wir fest, dass sich doch recht viel Treibeis rund ums Schiff angesammelt hat.

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Am späteren Abend gibt es noch ein wenig Lichtstimmung:

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Und einen Weissgesichts-Scheidenschnabel, der als typischer Kleptoparasit offenbar nicht nur in den Pinguin-Kolonien, sondern auch an Bord auf etwas Lukratives hofft:

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Teil 1923. Jan. 2019

31.12.18 Wilhelmina Bay Teil 1

Der letzte Tag des Jahres. Das ist uns eigentlich gar nicht so richtig bewusst. Wir leben seit Beginn der Reise irgendwie losgelöst von Zeit und Raum, so kommt es uns vor. Die Tatsache, dass wir auf dieser Reise bewusst auf Telefon, TV, Internet verzichten, verstärkt diesen Eindruck noch. Einen Hell-Dunkelrhythmus gibt es ja auch kaum, und so bringt lediglich das Tagesprogramm hier auf der Midnatsol eine gewisse Struktur in den Tagesablauf.

Wie geplant befinden wir uns in der Wilhelmina Bay. Am Anfang der Tour waren wir schon einmal hier, allerdings bei Danco Island ganz am Anfang der Bucht.
Jetzt sind wir fast bis ans Ende durchgefahren, und das hat einen ganz besonderen Grund:

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Das Expeditionsteam möchte mit uns etwas ganz besonderes machen. Etwas, das nur selten durchgeführt wird: Eine Eis-Anlandung! Das hintere Ende der Bay ist noch komplett vereist, und sofern die Bedingungen es zulassen, werden wir heute auf dem Eis stehen.
Besondere Aktionen benötigen natürlich auch besondere Vorkehrungen. Das fängt schon damit an, das die Midnatsol mehr als 3 Seemeilen, also über 5 Kilometer entfernt von der Eiskante festmacht, damit die durch das Schiff entstehenden Wellen das Eis nicht aufbrechen.
Auch ist das Expeditionsteam ausgiebig auf Erkundungstour, um das Eis zu untersuchen, eine mögliche geeignete Anlandestelle festzulegen und dann einen sicheren Bereich festzulegen.

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Dann die erlösende und freudige Durchsage: Es klappt 🤩 ! Das Eis trägt, ist über einen Meter dick, und so kann das Expeditionsteam als ganz besonderes Schmankerl die Eisanlandung in dieser traumhaften Kulisse bei ebensolchem Wetter durchführen.

Allerdings nur in kleinen Gruppen, so das die verschiedenen Boote immer erst eine kleine Tour durch die Eisberge machen und dann anlanden, oder umgekehrt.

Unser Boot ist zuerst zwischen den Eisbergen und -schollen unterwegs.

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Heute ist Andrea vom Expeditionsteam unsere Bootsführerin. Sie ist so vollständig verpackt, dass ich sie zunächst gar nicht erkenne.

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Aber: die Spiegelung auf ihrer Skibrille enthüllt ihre Sicht auf Boot und Landschaft:

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Natürlich werden die Eisschollen auch wieder von Pinguinen und Robben genutzt:

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Diese Crabeater hatte wohl Glück bei einer Begegnung mit einem See-Leoparden:

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Dann ist es soweit: Wir sind dran mit der Eis-Anlandung. Im nächsten Kapitel.

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Teil 2024. Jan. 2019

31.12.18 Wilhelmina Bay Teil 2

Vorsichtig nähert sich unser Boot der Eiskante. Auch die kleinen Tenderboote sind in der Nähe des Eises langsam und vorsichtig unterwegs, damit die Wellen keinen Einfluß auf das Eis und seine Tragfähigkeit nehmen. Wir werden aufgefordert, nach dem Aussteigen sofort einige Meter Abstand zur Eiskante zu nehmen. Sicher ist sicher.

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Auch beim obligatorischen Briefing direkt nach der Anlandung werden wir aufgefordert, unbedingt innerhalb der vorgegebenen Absperrung zu bleiben, nur hier ist das Eis geprüft und für sicher befunden.

Nur etwas Eis und viel Wasser unter den Füßen zu wissen, das ist schon ein ganz merkwürdiges Gefühl. Aber abgesehen davon – was für ein Erlebnis in dieser grandiosen Kulisse:

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Kaum zu glauben, aber die Gletscherkante ist noch viele hundert Meter von uns entfernt.

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Tiere gibt es auch ein paar:

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Unter anderem auch eine Ansammlung Antarktischer Küstenseeschwalben:

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Noch ein Beweisfoto für die Loeffel'schen Annalen:

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Dann ist der Spaß leider auch schon wieder viel zu schnell vorbei und wir müssen zurück.

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Der Nachmittag vergeht ganz entspannt. Ich nutze solche Gelegenheiten immer gerne für Schiffsimpressionen:

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Andere hingegen lassen sich den heute sehr angenehmen antarktischen Wind um die Nase wehen:

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Später – wir sind schon wieder unterwegs - auf dem Panoramadeck: Wieder einmal ziehen ein paar Wale an uns vorbei. Aber Moment – die Finnen sehen irgendwie anders aus. Und tatsächlich: Einer taucht zum Atemholen kurz aus dem Wasser – und es ist ein Orca. Oh Mann, eine Gruppe aus sieben Orcas zieht an uns vorbei, und meine Kamera liegt in der Kabine. Ich hechte zwei Decks runter zu meiner Kamera und bin kurz darauf im T-Shirt auf dem Außendeck. Aber die Orcas sind schon an uns vorbeigezogen, mehr als ein Beweisfoto gelingt mir nicht mehr.

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Trotzdem: Unsere ersten Orcas, noch nie zuvor haben wir welche gesehen.

Der letzte Abend des Jahres bricht an.

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Natürlich gibt es heute Abend eine Silvesterparty auf dem Panoramadeck 8.

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Die Crew gestaltet den Abend mit einigen Showeinlagen und hat sichtlich Spaß an der Sache, wie wir Passagiere auch.

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Der Countdown wird vom Kapitän auf der Brücke heruntergezählt und das neue Jahr mit dem Schiffshorn und natürlich mit Sekt begrüßt.

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Und da ist es nun, das neue Jahr 2019 – was für ein Jahreswechsel.

Teil 2125. Jan. 2019

1.1.19 – 5.1.19 Abschied von der Antarktis

Während auf Deck 8 noch fröhlich gefeiert wird, wendet sich die Midnatsol schon Richtung Nord.
Heimlich, still und leise, und von uns Passagieren nahezu unbemerkt, nimmt sie Abschied von der Antarktis und steuert die Südshetland-Inseln und danach die Drake Passage an.
Am Morgen beginnt das Schiff wieder zu schwanken, ein untrügliches Zeichen, dass wir wieder in der Drake Passage angekommen sind.
Auch die heutige Rückgabe der Gummistiefel und Bootsgruppen-Patches hat etwas endgültiges.
Ich bin nicht der einzige, der dies mit Wehmut erledigt. Auch Beates übergroßen Overall gebe ich nun wieder ab.

Das Schwanken ist stärker als auf der Hinfahrt, es ist von 7-8 Meter Wellen die Rede. Aber das Wetter ist an beiden Tagen trotz des starken Windes recht schön, und wir werden von vielen Meeresvögeln begleitet. Viele verbringen viel Zeit auf dem Außendeck am Heck, um die Vögel zu beobachten. Vor allem Fritz, der Zoologe vom Expeditionsteam, ist über viele Stunden dort anzutreffen und kann sich von „seinen“ Vögeln kaum trennen.

Beate beruhigt ihren Magen mit Reisetabletten und bleibt zeitweise lieber in der Kabine. Aber alles halb so schlimm, der Appetit ist nicht beeinträchtigt.

Ich hingegen verbringe Stunden beim „Birden“:

Kapsturmvögel:
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Riesensturmvögel:
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Schwarzbrauenalbatros:
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Wanderalbatrosse;
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Auch einige Vorträge besuchen wir in den letzten zwei Tagen noch. Plattentektonik, Funktion des Schiffes, Charles Darwin, Shackleton, Präsentation der Brücke (vom Kapitän), ein kunterbuntes Angebot, es ist eigentlich für jeden etwas dabei.
Besonders interessant ist ein Vortrag von Steinar, einem Mitarbeiter des Expeditionsteams. Er gewährt einen Einblick in die Dreharbeiten der BBC-Dokumentation „Frozen Planet“. Er selbst war gut fünf Jahre an den Dreharbeiten über die Eisbären von Spitzbergen beteiligt. Da hat er natürlich einiges zu erzählen, und sein Vortrag ist fast noch spannender als die Dokumentation selbst (die wir im Verlauf der Reise so nebenbei natürlich auch gesehen haben).

Ein letzter Höhepunkt wird für den 2.1. gegen 15 Uhr angekündigt: Die Passage von Kap Hoorn.

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Aus politischen Gründen dürfen wir nur bis auf 3 Seemeilen an das Kap heranfahren. Trotzdem gibt es wohl keinen, den es drinnen hält:

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Und hier ist es, das sagenumwobene Kap Hoorn:

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Trotz der Entfernung sind der Leuchtturm und das Denkmal für die hier ums Leben gekommenen Seeleute deutlich auszumachen.

Den Abend verbringen wir mit Packen, Essen, Austauschen von Kontaktdaten mit einigen sympathischen Mitreisenden, und schon mal Verabschiedung von lieben Mitreisenden, die nicht mit uns zurückreisen.

Der Rest ist schnell erzählt. Am nächsten Morgen sind wir wieder in Ushuaia, von wo aus wir am Vormittag nach Buenos Aires fliegen.
Natürlich nicht ohne Stempel vom Tourismusbüro:

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In Buenos Aires verbringen wir noch einen sehr lustigen Abend mit unseren netten Reisebekannten, die wir hoffentlich bald hier in Deutschland wiedersehen werden.
Der Rückflug ist genau so lang und nervig wie alle Langstreckenflüge, und nach über 13 Stunden wird uns in Frankfurt bewusst, dass wir wohl langsam zu alt werden für solch lange Flüge in der Holzklasse …
Vor allem aber wird uns nach und nach bewusst, dass wir eine unvergessliche Reise hinter uns haben, die unsere kühnsten Erwartungen übertroffen hat und mit nichts von dem vergleichbar ist was wir auf unseren bisherigen Reisen schon erlebt haben. Eine Reise für die Ewigkeit, in unseren Köpfen und in unseren Herzen.

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Ich bin der Albatros, der am Ende der Welt auf dich wartet.
Ich bin die vergessene Seele der toten Seeleute,
die zum Kap Hoorn segelten, von allen Meeren der Erde.
Aber sie sind nicht gestorben im Toben der Wellen,
denn jetzt fliegen sie auf meinen Schwingen für alle Zeit in die Ewigkeit,
wo am tiefsten Abgrund der antarktische Sturm heult.

Sara Vial


ENDE

Teil 2212. Feb. 2019

Aus aktuellem Anlass hole ich den Reisebericht nochmal hoch:
Wir haben heute das Explorer Log Book von Hurtigruten bekommen.
Jetzt kann ich euch abschließend die gefahrene Route zeigen:

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Und noch ein paar ergänzende Infos zu Fragen, die so im Laufe des Reiseberichts aufgekommen sind:

Zusammensetzung der Passagier-Nationalitäten:
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Und natürlich das Wetter, vielleicht verliert die von vielen vermutete Kälte mit diesen Infos etwas an Schrecken:
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Die Loeffels auf Safari im ewigen Eis Antarcticas von loeffel

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/296900-die-loeffels-auf-safari-im-ewigen-eis-antarcticas

Stand: letzter Berichtsteil vom 12. Feb. 2019

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