← Zurück zum Bericht

Reisebericht · namibia-forum.ch

Been there. Done it! Got it? - Namibia Okt. 2017

von Blende18.2 · Oktober 2017 · 18 Tage · Selbstfahrer · 36 Teile

Über diesen Reisebericht

Wir reisen im Oktober 2017 als Selbstfahrer durch Namibia, gut eine Woche lang gemeinsam mit einer befreundeten Familie mit zwei Kindern, danach zu zweit weiter. Von Windhoek geht es über die Kalahari ins Sossusvlei, wo wir stundenlang zwischen den Bäumen des Deadvlei sitzen bleiben, und über die einsame Kuiseb-Route nach Swakopmund. Bei einer geführten Wüstentour lernen wir Gecko, Chamäleon und die kaum sichtbare Namib-Sidewinder-Schlange kennen.

Über Twyfelfontein und die Palmwag-Concession, deren Pisten unser Auto ordentlich durchrütteln, erleben wir am Aub-Canyon den stillsten und schönsten Moment der Reise: eine Elefantenfamilie, die ungestört badet. Auf einer Farm bei Hoada bekommen wir einen ungeschönten Einblick ins Alltagsleben abseits der Städte, bevor uns dort die Mopane-Fliegen fast vertreiben. In Etosha ziehen wir zwei Nächte lang zwischen den Wasserlöchern hin und her, sehen mehrfach dösende Löwen, mehrere Elefantenherden und nachts am Wasserloch von Okaukuejo gleich fünf Nashörner gleichzeitig.

Am Waterberg-Plateau dürfen wir zu Fuß bis auf wenige Meter an ein Breitmaulnashorn-Paar heran, bevor uns auf der Durchfahrt durch Erindi noch ein badender Elefant begegnet und wir in einer Lodge unsere letzte Nacht in Namibia verbringen.

Diese Zusammenfassung wurde automatisch erstellt und vom Autor freigegeben.

Teil 109. Feb. 2018



Hallo liebe Fomis,

es wird endlich mal Zeit hier etwas zurückzugeben, außerdem schiebe ich den Reisebericht schon viel zu lange vor mir her. Jetzt anzufangen bringt auch zusätzlichen Druck, endlich mal alle Fotos fertig zu machen. Ich habe immer noch nur eine Grobauswahl der zweiten Hälfte. Damit ist jetzt Schluß, los geht’s!

Als erstes muss ich noch mal Danke sagen für diese tolle Community, die uns so viel geholfen hat für das erste Mal Afrika und jetzt wieder für unseren anstehenden Botswana Urlaub. Ein paar wenige muss man hervorheben, sorry:
  1. - Die Eulenmuckels: Ich habe das noch mal genau nachgeschaut, es hat keine 22 Stunden zwischen erstem Post und einer Einladung zum Abendessen gedauert. *top*
  2. - Picco: dessen altes Objektiv mich begleitet hat, nach einer schier endlosen Episode, bis es bei mir war.
  3. - Logi/Lillytrotter: wegen unzähliger Antworten und Beiträgen im Forum, die uns stets geholfen haben – Achtung, das gilt ja hier für praktisch jeden, aber die zwei Namen sind schon früh hängen geblieben.
  4. - LolaKatze: Einen ganz speziellen Dank, für unseren „Elefant für die Wand“, aber wieso erklärt sich erst am Ende der Reise. 😉
Und jetzt fangen wir wirklich mal an:
Plötzlich WIR?, ja, wir, das sind Robin und Mara. Sagen wir mal noch Mitte dreißig, hört sich besser an und damit ihr ein Bild vor Augen habt, eines unserer typischen „Langarm-Fotos“.


Die Route:
Gehe ich jetzt nicht länger drauf ein, ich habe eine MyMaps erstellt auf der man alle Unterkünfte, Route etc. sehen kann. Grobe Einstieger-Tour, vielleicht etwas abweichend, da wir nur sehr wenige Tiertage eingebaut haben. Die Route war sehr lang und zu wenig Zeit an fast jedem Ort. Wir würden es wieder genauso machen. Um einfach das Gefühl zu tanken und für einen Überblick war es perfekt.

Google-KarteBeim Laden überträgt dein Browser Daten an Google.Karte laden



Was einen erwartet?!
Naja, unser Tagebuch halt… daher rührt auch der Name des Berichts. Dieser Ausspruch stand auf unserem kleinen Reisetagebuch und hat uns auf der Reise immer begleitet. --- Wir waren da. Wir haben es gemacht! Haben wir es verstanden? (ich glaube das braucht mehr Zutrauen und noch etwas mehr Zeit)

- 2 Teile einer Reise, zuerst im Familienclan, später dann als Zweierteam
- Einsame Campsites, Filmkulissen, lang ersehnte - leicht benebelte - Lodges
- Auge in Auge mit dem Einhorn
- Dumme Anfängerfehler
- Verrückte Italiener
- Tanz und Gesang
- Einheimischen-Besuche ohne Museum
- Leider kaum Video, dafür viel Geknipse. (mehr kann man das kaum nennen)

Da trotz mitgenommener Videokamera nie damit gefilmt wurde, wenigstens ein kleiner Teaser als Einstimmung.

VIMEO - Videolink --- Hier klicken! oder unten das Bild über FLICKR
Namibia 2017 - Teaser by Blende18.2, auf Flickr

Bei YouTube ansehen ↗



Bei YouTube ansehen ↗



Gruß,
Robin

Teil 210. Feb. 2018

Eigentlich wollte ich erst morgen starten, aber da Giraffen-Lisa direkt Druck macht... 😄
@ Lisa, ich erinner mich, dass du schon bei der Routenplanung voll dabei warst. Welche Überschneidungen hast du denn jetzt final mit unserer Route?


Tag 1 - 06.10.: Anreise- Ankunft und Windhoek
>> Sorry, erstmal nur Textlastig. Ab Tag 2 ist’s dann was lockerer.<<

Seit Monaten haben wir uns mit dem Urlaub nicht mehr wirklich beschäftigt. Die heiße Phase des Planens war lange vorbei, die Monate vergehen und dann kommt genau 30 Tage vor Abflug, wie angekündigt, die Zahlungsaufforderung vom Hilltop-Guesthouse in Windhoek. WIRKLICH, in einem Monat geht es los?

Plötzlich ist es wieder da, dieses Kribbeln, die Aufregung, die Vorfreude. So viel muss noch erledigt werden. Mara hat eine Tasche geliehen, ich habe nur Koffer, aber platztechnisch soll es eine Tasche sein. (Sag' mal Robin: Gehört das in einen Reisebericht?) - Ja tut es, lange Geschichte kurz. Auf unserem Dorfplatz findet ein Flohmarkt statt. Vom Balkon aus sieht Mara einen Mann der sich eine Reisetasche anschaut noch bevor es losgeht. Klamotten an und runter geht es, da müssen wir mal schauen. Es stellt sich raus, dass die gute Dame eine schöne Tasche hat. Grün, alt, abgewetzt, keine Teleskopstange, aber Geschichte. Über ein Jahrzehnt war die Tasche im gesamten südlichen Afrika unterwegs. Sie freut sich sehr, dass die Reisetasche da auch wieder hinkommt. Wir uns über den Preis, 8 Euro wollte sie dann doch noch dafür haben! 😎

Der Monat vergeht wie im Flug, oder sagen wir besser bis zum Flug. Am 05.10. geht es nach Frankfurt, wir sind sehr früh da. Nichts riskieren und lieber vor Ort noch ins Cafe. Wir haben einen Flug mit Quatar über Doha. Es ist ein langer Flug, aber Service und Entertainment an Bord machen das wett. Bei knapp über 500 Euro pro Person ist das einfach unschlagbar, der Flug selber ist dann unspektakulär.

Wir landen in Windhoek und man merkt schon, es gibt einfach keinerlei Fotos vom ersten Tag. Wir sind viel zu beschäftigt. Deswegen jetzt mal im Schnellprogramm…
1. Am Flughafen sind wir schnell durch die Kontrolle, das ist gut, da wir dafür mit am längsten auf die Koffer warten, Valentino der uns vom Flughafen abholt kann das nicht stören. Er empfängt uns in der Wartehalle mit einem breiten Grinsen. Wir holen noch Geld (bei VISA wählt man die Option Cheque und nicht Savings, klingt logisch, NICHT!) und eine MTC Karte für unser Dritt-Handy.

2. Valentino unterhält uns auf dem Weg zu Safari-Car Rental mit allen möglichen Infos und wir merken uns für’s nächste Mal, dass er bei seinen Kindern nur der Held ist, wenn er „Sweets“ mitbringt.

3. Die Fahrzeugübernahme macht auch Valentino, er kann alle Fragen beantworten, wir lachen viel und lernen noch mehr. Und das Auto treibt mir ein dümmliches Dauergrinsen ins Gesicht. Ein Hilux 3Liter Expedition mit Automatik, breitem Dachzelt, Highlift, Axt und Schaufel an der Seite, großer Stoßfänger, etc.... ich bin nicht traurig, dass es der etwas übertriebene Expedition der damals günstigste Wagen war den wir bekommen haben. Und für Botswana haben wir ihn wieder. 🙂 (keine Sorge, das ist später auf jedem Foto das einen coolen Vordergrund brauchte)

4. INFO: im entsprechenden Topic habe ich schon unsere Erfahrungen zu SCR gepostet. Kurz gesagt, 100% zufrieden.

5. Ein Foto hat Mara dann doch gemacht, kein unwichtiges… der Kilometerstand bei Übernahme:


Auf nach Windhoek…

Wir fahren also los. Linksverkehr?, wir waren schon oft in England und letztes Jahr erst in Schottland, das ist kein Problem. Und schnell ist unsere Routine wieder da und ich höre von links (daran wiederum muss man sich echt gewöhnen) das vertraute „Rechts lang“, „Links kurz“, was gerade anfangs in der Stadt hilfreich ist. War der Weg nach Windhoek noch easy, kommt mir der Wagen im Stadtverkehr wie ein Schlachtkreuzer vor. Wir fahren sonst Golf. 😉

Nach etwas suchen und ein paar Sackgassen später kommen wir beim Hilltop an und werden freundlich begrüßt von Jamba, dem immer lachenden Security/Einweiser/Einkaufsberater. Wir bekommen das Familienzimmer mit massig Platz, fühlen uns direkt wohl, unsere Fleischlieferung aus der kleinen Windhoek-Schlachterei ist auch schon im Kühlschrank. Wir ordern sofort ein Taxi nach Joes Beerhouse für später und bemerken, dass wir nur noch 2 Stunden haben für den Einkauf. Also fragen wir Jamba wohin am besten. Er schaut uns an, zählt seine beiden Lieblingsläden auf und schickt uns mit den Worten „Aber ihr seid weiß und Deutsche, ihr fühlt euch in der Maeru Mall wohl!“ zum Superspar.

… und Einkaufen?!

Gefragt getan! Wir kaufen so ziemlich alles was uns einfällt und hätten durchaus Geld gespart, wenn wir Zeit gehabt hätten vorher mal zu schauen was eigentlich alles an Ausstattung vorhanden ist. Naja, doppelt hält besser. Man stelle sich nur vor der Weinöffner wäre mal kaputt gegangen oder wir hätten keinen zweiten Dosenöffner. (ich bin mir nicht mal sicher ob wir überhaupt mal eine Dose geöffnet haben) Ein Ümmelchen (kleines, scharfes Küchenmesser) kann ich aber empfehlen.

Einen super Tipp wollten wir auf jeden Fall beherzigen. Obstkisten um alle Einkäufe zu verstauen, wir haben kein Schubladen-System im Auto. Die richtige Kiste gefunden musste ich nur noch einem Angestellten erklären, dass ich 4-5 genau dieser Kisten, aber leer haben wollte. Einfache Nummer, er hat mich angeguckt als ob ich völlig irre wäre, aber nach 5min. ging ich fröhlich mit meinen Leerkisten Mara suchen um stolz meine Beute zu präsentieren. 🤪

Es folgte der Bezahlvorgang und es zeigte sich die unüberwindbare Kluft zwischen Deutschen und Afrikanern. Mein System stand schon fest, alles hatte seinen festen Platz in jeder Kiste. Tetris lässt grüßen… 3 Jungs und eine Dame übernahmen das Einpacken. Ich wollte noch versuchen zu koordinieren, aber das war schnell vergessen. Die freundlichen Helfer schwatzten, lachten, redeten auf uns ein mit der NOCH ungewohnten Frage, „Wo kommst du her, wo willst du hin?“ und packten alles so kreuz und quer ein, dass ich weggucken musste. 😄 Danach bugsierten sie hinterher zu dritt unsere Einkäufe zum Auto. Wir waren in so dicken Lettern mit ANFÄNGER gebrandmarkt, dass ich auch direkt mal beim Trinkgeld abgezockt wurde. Aber egal, wir sind da und es ist alles gut. Es geht los!

Joes Beerhouse

Wir sind gerade noch rechtzeitig zurück eine Viertelstunde bevor unser Taxi kommt. Jamba weist uns ein und wie versprochen haben wir ihm eine Kleinigkeit aus dem Superspar mitgebracht. HARIBO Color-Rado, also Werbung in eigener Sache. 😗 Wir machen uns nur kurz frisch und die obligatorische Ladestation wird aufgebaut.


Dann steht auch schon Levy mit weißem Hut und rotem Taxi vor der Tür. Er wurde nach Levy Strauss benannt, AHA. Und auch er grinst immer breit. Es ist ein kurzer Trip, wir stehen auf der Reservierungsliste ganz oben. Gott sei Dank stand da kein Datum dabei, ich hatte im Februar reserviert für Anfang Oktober!!! 😄

Wir saßen am Tisch mit einem französischen Paar das gerade eine 3 Wochen Tour beendet hatte und tauschten uns etwas aus. Zu Essen gab‘ es Oryx-Carpaccio, marinierte Kudu-Streifen und 2 schöne Steaks, alles sehr lecker. Zwei Castel light zum runterspülen, es könnte einem schlechter gehen. Achja, die Kamera hatte endlich den Weg aus der Tasche gefunden… Joes Beerhouse ist schon ein schräger Laden.








Ein gelungener erster Tag, aber dann ging es schnell zurück, wir waren hundemüde.






Gruß,
Robin

PS. Ab jetzt greift meine Regel. Immer ein neuer Tag, wenn ich einen weiteren Tag aussortiert habe. Aber mit Tag 10 bin ich schon recht weit, dass packe ich morgen evtl., also vielleicht, bestimmt unter Umständen. 😉

PPS. Das "Aha" des Tages war vorhin eine spontane Idee. Aus Fehlern lernt man und ich dachte mir, dass wird einfach mal als Tipps vom Anfänger für Anfänger hier weitergeführt. Eigentlich gibt es jeden Tag mehrere AHAs, vielleicht stelle ich ans Ende des Berichts eine Art Zusatz-Sammlung: "Dumme Fehler zum Nachmachen!" 😉

Teil 311. Feb. 2018

23.04h, es hat gerade noch geklappt, wenn auch nur ein halber Tag, es fehlt auch noch der halbe Tag 10 mit sortieren. Aber wir müssen zu unserer Verteidigung sagen, dass die Muckels uns heute spontan zum Essen nach dem Spiel abgefangen haben, natürlich in weiser Voraussicht, dass wir einen Dortmunder Sieg zu feiern haben. 😎 (toll das Smileys fast immer Schwarz-Gelb sind)

Wir freuen uns sehr, dass sich der ein oder andere einfindet die Reise mit uns noch mal zu erleben. Es macht viel Spaß sich das Tagebuch durchzulesen und aus den Stichpunkten die Erinnerungen aufzufrischen. Hätten wir das vorher gewusst, dann hätten wir auch viel früher angefangen. Andererseits hat man so länger was davon und es überbrückt die Wartezeit bis September.

Weiter geht's...

Tag 2 - 07.10.: Familientreffen
Der Wecker klingelt uns heute früh raus, so wie eigentlich immer. Schließlich ist der Tagesplan vollgeschrieben, so wie eigentlich immer…
Also ran an den Speck, wir fangen erst mal mit dem Chaos im Zimmer an. Gut, dass wir 3 Betten und einen Tisch haben um uns auszubreiten.


Danach geht es raus zum Wagen. Der Kampf beginnt. Das lieber nach hier, Das nach dort. Ne doch nicht, da muss man doch öfter dran, etc. pp. Wir sind die einzigen Camper hier und wahrscheinlich war das witzig anzusehen, wie alle unsere Sachen langsam im Wagen verschwanden. Tetris lässt wieder grüßen, aber diesmal gibt es keine Querulanten die den Plan zerstören und wir kommen zügig voran. Gut geplant ist halb gewonnen und wir ändern tatsächlich wenig über die Reise.

Jede Obstkiste hat ein eigenes Thema: 1. eine Unterwegs-Box mit allem für die Fahrt - 2. Frühstück - 3./4. Boxen für Beilagen, Dosen & Gewürze die wir eher Abends brauchen – 5. Unsere Bad-Box kam dann später dazu, sehr empfehlenswert!!! (so hat man Seife, kleine Handtücher, Zahnpasta, und, und, und.. in einer Box die man immer mitnimmt abends/morgens und überall hinstellen kann, egal ob auf Stock & Stein oder ob man gemeinsame Ablutions hat) 😎

Wir gewinnen also die Schlacht, Victory…


… und haben uns das folgende Frühstück jetzt verdient. Und was für ein Frühstück. Ainer serviert uns alles was das Herz begehrt, wenn was fehlt sollen wir nur fragen, aber hier fehlt einfach nix, auch keine Aussicht. Unter uns breitet sich die Stadt aus mit den irren, lilanen Jacaranda Bäumen.



Dann klingelt unser Namibia-Telefon. Komisch, unsere Freunde haben die Nummer noch gar nicht? --- es ist der Mann vom MCT Laden im Flughafen. Er hat ganz vergessen uns die Codes zu geben um die Karte freigeschaltet zu lassen während unserer Reise. Unsere Telefonnummer, die hat er aber und somit kann er seinen Fauxpas ausbügeln. Irgendwie will das Namibia-Handy allerdings nicht mehr, als Anrufe empfangen. Es werden also Nummern ausgetauscht und er schickt uns die fehlenden Codes per Whatsapp auf eines der deutschen Handys. Oft lesen wir T.i.A. (This is Africa) in Reiseberichten, wenn man einfach mal die Ruhe bewahren muss, weil hier alles etwas anders läuft. Wir werden feststellen, dass auch diese Freundlichkeit hier T.i.A. ist, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass sich in Deutschland einen Tag später der Vodafone Shop meldet, weil Infos zu meiner Prepaid Karte fehlen. 😉


Auf in die Kalahari!
Wir verabschieden uns. Jamba lotst uns wieder vom Parkplatz runter und nach einem kurzen Stop am Superspar und unserer ersten Tankstelle machen wir uns auf in Richtung Bagatelle. Hier wollen wir heute unsere Freunde treffen, die 2 Tage vor uns gelandet sind und mit denen wir die erste Woche unterwegs sein werden.
Dank des Handys und vergessener Einkäufe (komisch, wo wir doch soooo viel Zeit hatten gestern) sind wir später als geplant auf der B1. Heute ist doch ein Dünenritt auf Pferderücken geplant. Natürlich nur unsere Freundin und Mara, ich lasse mir das gerne entgehen. (nach einer Aduktoren-Zerrung beim letzten Versuch, die Biester sind tödlich, aber das ist eine andere Geschichte)

Dennoch bleibt unser Plan bestehen und wir nehmen nicht den direkten Weg. An der D1463 zweigen wir ab und fahren über Dordabis-Uhlenhorst-Hoachanas nach Bagatelle. Unsere erste Gravelroad, anhalten, den mechanischen Reifendruckmesser nehmen und wie gelernt auf 1.8 Bar ablassen. Valentino sagte 2.0 Bar auf Asphalt und wir gehen davon aus, dass der Druck gerade da steht. Der Druckmesser zeigt aber 2.5 Bar an??? – wir trauen der Sache nicht, bestimmt ist der Druckmesser kaputt. Lieber zu viel statt zu wenig.



Also rumpeln wir mit viel zu viel Reifendruck durch die Landschaft, durch eine beeindruckende, wunderschöne Landschaft. Die D1463 ist teils ruppig, es geht mal ordentlich hoch und runter und macht richtig Spaß zu fahren. So haben wir uns das vorgestellt. Wir sehen Warzenschweine, Geier, Erdhörnchen, einen Strauß! *wow* und die viel besungenen Zäune, die ganz Namibia durchteilen.

Gefühlt alle 5 Minuten wechselt die Landschaft. Gelber Sand, roter Sand, Bäume, Graslandschaften, mal Hügel, kleine Berge, flache Pisten... wir haben das oft gehört, wie abwechslungsreich das Land sein soll. Jetzt erleben wir es. Man wundert sich wie schnell und abrupt sich die Landschaft immer wieder ändert.

Natürlich interessiert mich als Hobbygärtner auch die Flora und ich freue mich über die Entdeckung einer… lilanen Knospe. Unser Hauptthema gerade ist, dass dieses Namibia grüner ist als gedacht! (stellt euch hier eine überdimensionale Hand vor die ich mir vor die Stirn klatsche, noch während ich das schreibe 😊 )





…wenn jemand den Namen kennt, bitte. In dem Hobbygärtner-Satz war vielleicht eine Kleinigkeit geflunkert… 😛

Den guten Service hier in Namibia möchte ich natürlich nicht unterschlagen. Ist irgendwo ein geschlossenes Tor muss man nicht lange warten, bis es geöffnet wird.


Weiter geht es auf einem kleinen Stück Asphalt, bis die C15 wieder auf Gravel wechselt ab Dordabis. Gestern Abend habe ich noch die T4A Karte studiert und bereite Mara auf das nächste Highlight vor. Es geht bald den ersten Pass hoch, die Karubeamsberge kommen schon in Sicht und dann geht es dort über den Nauaspforte Pass.

… Quizfrage, warum heißt das Ding wohl Nauaspforte?

Wir fahren und fahren und wundern uns wann es denn mal hochgeht. Die Antwort ist einfach, gar nicht. Es ist tatsächlich einfach nur eine unspektakuläre Senke in den Hügeln durch die man einfach durchfährt, hinten sieht man den „Pass“: 😣



Das Schild zeigt eigentlich nicht die Entfernung zu Bagatelle an, sondern verdeutlicht uns nachdrücklich, dass wir zu spät sein werden. Was soll’s, es war eine schöne Tour und der Weg „hintenrum“ nach Bagatelle hat uns sehr gut gefallen. Es bleibt ja Zeit unser Timing zu verbessern. Die nächsten Tage soll unsere Zeitplanung viel besser werden… NEIN, wird sie nicht. Also gar nicht. Den ganzen Urlaub nicht. Doch, an einem einzigen Tag.

Grund genug ab jetzt ohne Ablenkung durchzufahren, wir geben dem Gaul die Sporen und sehen dann noch einen Rastplatz mit riesigem Webervogelnest. Egal, keine Ablenkung mehr, wir fahren einfach vorbei…


😗

Fortsetzung folgt…

Teil 411. Feb. 2018

Eulenmuckel schrieb:
Wir haben selten so gut vorbereitete Ersttäter kennen gelernt. Da hattet ihr wirklich schon ganze Arbeit geleistet und euch umfassend eingelesen. Neulinge, die sich ihr Fleisch vakuumiert verpackt in die Unterkunft liefern lassen, können ja schon fast unheimlich sein. Da ist es schön zu lesen, dass wir euch trotzdem noch den ein oder anderen Tipp geben konnten.
Gute Planung ist halt alles, aber Tipps waren es nun wirklich einige und nicht nur ein paar. 😉
TinuHH schrieb:Also, wenn wir überhaupt noch Zweifel an der Strecke nach Bagatelle hatten, jetzt nicht mehr! Gebongt, die Strecke werden wir auch nehmen! 🤩
Hallo Martin, mach' das auf jeden Fall. Wir haben festgestellt, jedes Stück abseits der B-Pisten ist es wert. 😎


Fortsetzung Tag 2 - 07.10.: Familientreffen

Die letzten Kilometer lassen wir uns durch die Landschaft treiben und irgendwann fahren wir am Bagatelle Gelände vorbei. Es soll ja im Areal Giraffen geben, also schauen wir forschenden Blickes nach links und rechts. Das Glück ist uns aber leider nicht hold, stattdessen kommt der Eingang der Lodge linkerhand auf.

Wieder begegnen uns eine Reihe strahlender Zähne, wir quatschen etwas und steigen aus dem Auto um das Nummernschild abzulesen… da gab es doch mal diesen Tipp im Forum, dass man sich das Nummernschild aufschreibt und immer parat hat. Müssen wir dran denken. Scheint man ja wirklich immer zu brauchen.

Wir fahren durch’s Tor und unsere erste „Sandpiste“ erwartet uns. Abenteuer pur! (lacht ruhig, aber hier anzuhalten und zu riskieren sich festzufahren, nur um ein Foto zu schießen grenzt in unserer Vorstellung an Wahnsinn, wir wagen es todesmutig dennoch und fühlen uns wie wagemutige Abenteurer) 😄

Die Farben sind einfach verrückt. Völlig unwirklich erscheint uns der rote Sand im Kontrast zum weiß-gelben, ausgedorrten Gras. Unsere ersten Springböcke heißen uns willkommen und tauchen immer mal wieder auf den Dünen links und rechts auf, wie schön.




Beim Check-In erfahren wir, dass unsere Freunde die zwei Einzelbuchungen umgelegt haben auf die große Gruppen-Campsite Nr.6 und wir dort zusammen den Platz haben können. Etwas das wir auch so beibehalten und uns immer die Sites teilen. (bei der Planung haben wir immer jeder eine Site gebucht, man stellt sich diese Plätze ja nicht so ausladend vor, sondern eher wie eine kleine Parzelle)

Die Reisegruppe ist vereint.
Es ist schon kurz vor 16 Uhr, der Ausritt geht in 10min. los, aber Mara entscheidet, dass sie erstmal ankommen möchte und die Pferde-Safari ausfallen lässt. Wir machen uns auf Richtung Campsite und auf dem Weg kommt uns Vanessa entgegnen. Wieder halten wir auf Sand, fast schon Profis. Es reicht nur für eine kurze Begrüßung, sie geht reiten und wir zum Rest der Familie…

… und die wird es jetzt mal Zeit vorzustellen.

Die Familie „Glück“ hat das Glück 7,5 Wochen in Namibia und Südafrika unterwegs zu sein. Ein riesiges Abenteuer, bei dem wir uns den ersten Abschnitt des Weges teilen. Bis Swakopmund sind wir zusammen unterwegs, dort bleiben sie dann deutlich länger mit den Kindern. Wir verzichten auf Namen und Gesichter der beiden, also im Folgenden haben wir folgende Reisepartner:
- Sebastian & Vanessa (Freunde und Familie)
- Der König. 4,5 Jahre und schon Afrika erfahren, ein echter Naturbursche und Maras Patenkind
- Die Prinzessin. 1,5 Jahre mit eigenem Leibwächter (auch der König)


Wir kommen an der Campsite an und die Freude ist groß. Es gibt ja schon so viel zu sehen und zu erzählen. Es prasseln Fragen vom König auf uns ein. „Habt ihr ein Reserverad?“ - Ja haben wir, da guck‘ doch. - „Aber dafür haben wir sogar zwei!“. Wir erzählen von unserem Vogel Strauß… „Aber dafür haben wir eine Giraffe gesehen!“

Es entbrennt ein erbitterter Zweikampf zwischen mir und dem König, jeder will den anderen ausstechen. Irgendwann gebe ich wahrscheinlich klein bei, der Klügere gibt nach. Ich fühle mich aber als Sieger! 😉

Spaß beiseite, es gibt viel zu berichten, irgendwie verschwimmt die Ankunft. Ich weiß noch wir trinken ein Ankunftsbier, anscheinend bauen wir ziemlich direkt das Zelt auf und wir ignorieren Vanessas Auftrag mit dem Essen anzufangen, bzw. überreden wir Sebastian in die Dünen zu marschieren. (es zeichnet sich hier eine weitere Regel für unseren Urlaub ab, gegrillt/gegessen wird meistens nur mit Stirnlampe)

Auch die Kleinsten wollen beachtet werden...


Auf den Dünen werden die Kameras gezückt und die nächste Regelmäßigkeit zeichnet sich ab. Sebastian wird immer als Kletterbaum missbraucht wenn er sich mal für einen guten Winkel hinlegt und ich höre meistens von Kniehöhe ein „Robin, was machst du?“ – Ich fotografiere die Landschaft! - „Warum?“ 😐

Vanessa auf Stone (Stone ist das Pferd…)


Zurück auf der Campsite packt Sebastian das Pflichtbewusstsein und er setzt schon mal die Beilagen auf. Ich bereite den Grill schon mal vor und dann geht es mit Mara noch mal auf die Dünen, wir wollen unseren ersten und einzigen Kalahari-Sundowner nicht verpassen.




Vanessa ist auch wieder glücklich zurück von ihrer Privat-Pferdesafari, als wir ins Camp trudeln. Das Licht ist fast weg und wir holen alles an Lampen was sich finden lässt, bauen den Tisch auf, es wird gegrillt und wir sitzen noch lange im Mondschein (es ist Vollmond, aber Vanessa und Sebastian sind ganz erstaunt, dass der Mond eine volle Stunde später erst auftaucht als gestern??! – Auflösung folgt)



Der morgige Tag wird geplant, wir haben eine lange Tour bis ins Sesriem-Gebiet vor uns und wollen früh los. Irgendwann geht es dann ins Dachzelt.

Die erste Nacht…
… bringt eigentlich gleich zwei AHAs mit sich. Eines zeigt sich mitten in der Nacht. Mara zieht es Richtung Ablutions, der Mond scheint hell, die Grillen zirpen romantisch. Wie friedlich. Sie schlendert rüber, Licht an/Licht aus und dann zurück durch… Stockfinstere Nacht, unheimliches Grillenzirpen kommt aus allen Richtungen. Es ist beängstigend und sie rennt schnell zurück zum Camper.

MERKE: Man verliert alle Nachtsicht wenn man einmal normales Licht anhatte.
Und dann kann selbst Bagatelle Nachts unheimlich werden.
😈

Morgens werden wir wach und bibbern im Zelt. Es sind gefühlt 5° Grad über Nacht geworden. Abends haben wir das ganze Zelt ringsum aufgemacht um in alle Richtungen gucken zu können, der Wind pfeift uns die ganze Nacht um die Ohren und das führt uns abschließend zum:

... achja, von Anfängern für Anfänger. Verhindern lässt sich das leicht. Man macht nur die Seite oder 2 Seiten auf die nicht im Wind liegen. Dann sammelt sich die Wärme besser im Zelt oder man schließt alles komplett, weil man sowieso schläft. 😉


CAMPSITE Bagatelle
Es hat uns hier gut gefallen. Die Ablutions waren groß und sauber. Strom auf der Campsite und alles sehr gepflegt. Abends kommen die Ranger vorbei und schauen einmal ob es an nichts fehlt. Die Gegend ist toll, ein schöner Startpunkt in den Urlaub. Man kann hier gut 2 Tage ankommen. Wir waren zu spät dafür, aber man kann alles an der Lodge mit benutzen, hat also einen Pool zum relaxen, schöne Terrasse mit Bar etc.
Tag 02 by Blende18.2, auf Flickr


Gruß,
Robin

Teil 516. Feb. 2018

Tag 3 - 08.10.: Zum Nachtisch, Landschaft!

Hallo liebe Mitfahrer,

alle einsteigen, heute wird das Gaspedal durchgedrückt. Es steht eine lange Etappe an mit über 300km. Da wir allesamt nicht viel Erfahrung auf Gravel haben und die Entfernungen nicht gut einschätzen können, hatten wir schon geplant früh loszufahren, um auf jeden Fall genug Zeit zu haben.


Der Wecker geht also früh um 6 Uhr morgens und Mara notiert eine neue Erkenntnis auf der Merkeliste. Der Pullover gehört ans/ins Zelt und nicht ins „Badehaus“. Der Morgen ist nämlich bitterkalt und Mara sucht frierend nach etwas langärmligen. Sie wirddann erst beim Toilettengang fündig, da gehört der Pulli übrigens nicht hin. Generell war die Kalahari auf der Reise auch am kältesten.

Es gibt ein schnelles Frühstück, alles wird gepackt und die Besucher unserer Campsite kurz begrüßt, bzw. verabschieden wir uns. Sehr schade, es war eine sehr kurze Stippvisite für uns, die Glücks konnten Bagatelle länger genießen und haben es nicht bereut. Egal, es sind jetzt 2 Übernachtungen als nächstes geplant, das wird etwas entspannter.



Nach dem auschecken geht es auf die Straße, eine richtige Straße. Da gewöhnen wir uns nicht dran, passt irgendwie nicht zu unserer Vorstellung „Safari in Namibia“. Und zumindest für uns macht das alles etwas langweiliger, eintöniger.


Mariental nutzen wir noch mal zum Tanken und Reifendruck-Kontrolle. Der nette Tankwart hört sich unser Problem an, inspiziert unseren mechanischen Reifendruck-Prüfer… dann wird getestet. Er macht Luft rein, ich schaue was mein Gerät anzeigt. Er lässt was ab, wieder Kontrolle. Er versichert uns, dass unser Gerät besser geeicht ist, bzw. überhaupt geeicht ist und wir einigen uns drauf, dass unsere Anzeige ab jetzt unser Maß der Dinge sein wird. 😎

Es ist Sonntag und die Passanten (vor allem die Frauen) haben sich schick gemacht, farbenfrohe Kleider und sehen einfach toll aus. Leider trauen wir uns nie so recht Menschen zu fotografieren.

Es geht unspektakulär weiter bis wir nach ca. 150km links abbiegen müssen. Eine echte Herausforderung. Es kommt ein LKW und!!!... wir müssen ihn durchlassen bevor wir abbiegen können. Spannend was? – NICHT. Das war leider das Highlight der ersten Teilstrecke, da es unser 2. Gegenverkehr des Tages bislang war.

Zum Glück wird es jetzt schnell besser, wir erreichen den Tsaris-Hoogte Pass und ab hier wird die Strecke spannender, es gibt tolle Aussichten und oben auf dem Pass wird es Zeit für einen ersten Stop um sich mal die Beine zu vertreten. Es ist staubig und steinig, dennoch finden sich auch hier ein paar Tiere.


Eine Agame ist mir klar, aber die genaue Bestimmung nicht. Evtl. Erdagame?

Diese hier scheint ihre Farbe etwas dem Untergrund anzupassen. Können die das oder Zufall?

Wir bleiben etwas an diesem schönen Ort, suchen nach Echsen zwischen den Steinen und schauen in die Weite. „Robin was machst du?“ – Ich fotografiere die Landschaft. „Warum?“ – Na weil das einfach toll hier aussieht. „Warum?“ >>> es ist offensichtlich Zeit weiter zu fahren. 😄

Und das lohnt sich ja auch. Es geht wieder runter vom Pass, auch auf dem weiteren Weg gibt es viel zu gucken, irgendwann steht ein „Rollendes Hotel“ am Straßenrand. Maras Omma (Ruhrgebiet halt, sorry) hat uns vor der Reise erzählt wie sie früher mit Oppa in so einem Reisebus die Welt erobert hat. Immer wieder witzige Geschichten, die uns aber nicht unbedingt zu so einer Reise animieren können. 😉

Es dauert auch nicht lange und der nächste Fotostopp muss eingelegt werden. Es gibt Landschaft, unsere ersten Oryx (wenn auch weit weg) und dazu die typische Männer-Fototruppe.






Man beachte die „Bereifung“








Langsam müssen wir mal etwas Strecke machen, wir kennen die Straßen nicht und sind uns zwischendurch auch nicht ganz sicher ob wir noch richtig sind. Fotos werden dann also während der Fahrt gemacht und kaum, dass wir uns am Ziel wähnen wird eine Ziegensperre errichtet. Damit hätten wir jetzt nicht gerechnet, aber man begegnet sich die kommenden Tage häufiger.



Nach dem letzten, erzwungenen Stopp geht es weiter auf der D854, nur 20km Strecke, aber es rüttelt uns zum ersten Mal so richtig durch und das obwohl wir doch das Tagebuch weiterschreiben wollten.

Zum Glück fällt mir eine Diskussion ein, die ich hier mal im Forum gelesen habe. Thema: „Geschwindigkeit auf Wellblech.“ Ich erinnere mich, dass man gar nicht zuuuu langsam unterwegs sein darf, damit man nicht in jedes Wellental eintaucht. OK, Theorie haben wir, es folgt der Praxistest. Mara schreibt bei verschiedenen Geschwindigkeiten den gleichen Satz und dieses Marktforschungsergebnis ist eindeutig. 20km/h ist schlimm, 40-50km/h wird schon besser und ab 60km/h ist es deutlich ruhiger.
MERKE: 60 ist so die Geschwindigkeit ab der man wieder schreiben kann, auch auf Wellblech.

Eine weitere Erkenntnis, als ich vorhin ins Tagebuch geschaut habe um das abzufotografieren, die Idee des „Tip des Tages“ hatten wir wohl schon am dritten Tag. 😮



Fortsetzung folgt heute noch, aber bevor es zu spät wird... erstmal Part 1.

Gruß,
Robin

Teil 617. Feb. 2018

Fortsetzung TAG 3: Hauchabfontein

Endlich erreichen wir Hauchabfontein. Man kommt zuerst am Campingplatz vorbei und fährt gut einen Kilometer weiter bis man am Farmgelände ankommt. Dort erwartete uns schon Kiewit, der die Farm mit seiner Frau vor 1,5 Jahren als Pächter übernommen hat. Er erklärt uns das Gelände, wir unterhalten uns über die natürlichen Pools, die ganzjährig Wasser führen und vom Tsauchab gespeist werden. Er empfiehlt uns ein Bad. Müffelt es etwa, wir haben doch morgens geduscht. 😊

Die Farm ist schön gelegen, in einer atemberaubenden Landschaft. Überall findet man liebevolle Details. Schon per Mail hatten wir nach einem Besuch des privaten Köcherbaum-Waldes gefragt. Es soll die größte Ansammlung in Namibia mit über 2.000 Bäumen sein, aber Kiewits Frau hat sich den Arm gebrochen und er ist die nächsten 2 Tage bei ihr im Krankenhaus. SCHADE!... wieso schade. Für Kiewit kein Problem. „Ihr kommt hier morgen nach eurem Besuch im Sossusvlei kurz vorbei und holt euch den Schlüssel ab.“ 😎

Er erklärt uns kurz wie wir dahin kommen und uns zurechtfinden. Ein paar Benimmregeln und zahlen können wir hinterher in Bar bei seinen „Boys“ wenn wir den Schlüssel zurückbringen. Das ist ja sogar noch besser.
(wenn ihr da mal vorbeikommt immer nachfragen, ist toll da, aber das ist ja erst Tag 5, also später mehr dazu)







Wir laden noch ein paar riesige Bündel Feuerholz in die Autos und dann auf zur Campsite. Wir sind die einzigen angekündigten Gäste heute und bekommen eine große Campsite inmitten und unter mehreren Bäumen. Die Campsites liegen alle mehr oder minder entlang der Pools, auch wenn man ein Stückchen rüberläuft. Stelle ich mir, wenn es mal Mücken hat, als geschickt vor, da man für die Biester vermutlich wieder etwas zu weit weg ist.

Die Autos rangieren wir direkt unter die Bäume und nah an die Feuerstelle und Grillplatz, wie Kiewit es uns geraten hat. Gar nicht so einfach die Wagen so zu stellen, dass auch noch die Zelte Platz finden, da die Bäume teils tief runterhängen. Ein klein wenig Anmach-Holz haben wir wohl produziert. 😣

Direkt vorne an der Campsite hat es noch 2 Stellplätze, man könnte hier problemlos mit 4-5 Autos übernachten und jeder hätte noch reichlich Platz. Der Grillplatz hat fließend Wasser, eine eigene Feuerstelle ist vorhanden, es zwitschert um uns herum und die Ablutions liegen ein Stück abseits und jeweils 3 oder vielleicht auch 5 Campsites teilen sich diese. (es hat 9 Sites) Alles ist sauber, aber Stirnlampe ist angesagt abends, nur der Hinweg wird durch ein paar Sturmlichter Abends erhellt.







Zeit sich die Pools genauer anzuschauen, der König freut sich wie Bolle auf’s Planschen. Auf dem Weg geht es wie im Bilderbuch an der Landschaft vorbei. Leider haben die Pools sehr wenig Wasser in diesem Jahr. Entweder kommt man nicht ans Wasser ran oder hat keinen ordentlichen Ein-/Ausstieg oder es lauert der Bewuchs nur 10cm unter der Wasseroberfläche. Für Erwachsene wäre das evtl. noch gegangen, aber nicht für 4,5 Jahre. Also verzichten wir alle, so gemein sind wir ja nicht. 😈

Zum Glück findet sich noch eine schöne Stelle die ausreicht zumindest die Füße ins Wasser baumeln zu lassen und hier lassen wir es uns eine Zeit lang gut gehen und genießen zwei weitere Besonderheiten Namibias: „Ruhe & Stille“

Auf dem Rückweg sehen wir Pavianspuren im Sand. Kiewit hat uns schon vorgewarnt. Kein Essen oder Kleinigkeiten im Camp stehen lassen. Stühle und Tisch wenn wir weg sind ist ok und GANZ WICHTIG – Paviane lieben Frauenduschgel und Shampoos. Die immer gut wegräumen. Stellen wir uns ganz witzig vor, einshampoonierte Paviane die sich in den Pools tummeln. 🤪






Zurück an der Campsite gibt es wie gewohnt viel zu tun. Familie Glück kümmert sich um die Kinder und suchen in ihrem Prüllberg im Camper Spielsachen, Mückenschutz und was weiß ich. Leider, leider, leider haben wir kein Foto davon. In ihrem Wagen von Savannah hat es ein Schubladen-System. Damit ist die untere Hälfte der Ladefläche blockiert. Oben auf liegt also eine wahllose Sammlung aus Taschen, Klamotten und allem möglichen. Ein Wunder wie die sich zurechtfinden, aber Eltern haben wohl eine besondere Gabe dem Chaos die Stirn zu bieten. 🙂

Die Schatten werden schon wieder länger wie man auf dem Rückweg-Foto gesehen hat, es muss noch gekocht werden, Tische und Stühle werden platziert, die Solar-Tischlampen schon mal rausgeholt und und... und ich hab mich heimlich aus dem Staub gemacht. 😗 - Mich zieht es zu dieser grandiosen Landschaft und komme was wolle, hier wird heute versucht die Milchstrasse zu fotografieren, auch wenn der Mond gestern noch viel zu hell war, vielleicht geht ja was. Also suche ich mir schon mal ein paar geeignete Motive aus und lichte diese auch in schönstem Sundowner-Licht ab.






Als ich zurückkomme steht Mara schon in der „Küche“. Höchste Zeit für mich den Grill zu starten.

Grillen ist mein Hoheitsgebiet. Sebastian ist für Beilagen zuständig. Vanessa organisiert meist etwas Gesundes, Mara hat sowieso irgendwie immer was zu tun (auch wenn ich mich nicht erinnere was sie da in der Pfanne hatte s.u.) und dann müssen wir ja noch den Alkohol für den Abend zusteuern. Also Bierchen für den harten Job am Grill und Wein für die Gemütlichkeit.

Da wir bislang noch keine gesehen haben, gibt es heute zumindest mal Giraffe auf den Teller. (nachdem ich bei der „Kleine Windhoek Schlachterei“ gesagt habe, sie sollen uns 2 Spezialitäten nach eigener Wahl dazulegen, konnten wir ja keinen Rückzieher mehr machen) Schmeckt, aber auch nach nichts besonderem, gut aber kein AHA. Glück gehabt, können wir von unserer Einkaufsliste 2018 streichen!

Uns geht’s also mal wieder so schlecht, dass wir den Abend gemütlich ausklingen lassen und reichlich Feuerholz verpulvern. Die Flammen müssen für den Nachtisch der Kinder geschürt werden: gegrillte Marshmallows. Für uns ist das süße Zeug ja nichts… SO LECKER dieser Süßkram. *mhhh* 😁




Es kehrt langsam Stille ein, die Kinder sind im Bett und eine weitere Regelmäßigkeit zeichnet sich ab. Wenn beide Elternteile mit je einem Kind in den Zelten verschwinden um noch Gute Nacht Geschichten zu lesen und die Kleinen in den Schlaf zu wiegen liegt die Ausfallquote bei ganz exakt 50%.

Wenigstens ist es heute Vanessa die den Kampf gegen das Träumeland verliert und so können Sebastian und ich uns der Herausforderung Milchstraße stellen. Ich krame im Gedächtnis ganz grob die Einstellungen hervor die man so ca. benötigt. Sebastian macht es ebenso und wir besprechen, was wohl das Optimum wäre.

Wir gehen ein Stück vom Feuer weg und es ist STOCKFINSTER! Wo zum Teufel ist denn dieser Mond hin???

Er lässt sich nicht blicken, aber zum Glück habe ich die Gegend ja schon vorher erkundet und so finden wir unser Motiv, die Kameras werden ausgerichtet und diverse Belichtungen des Motivs mit dem schönen, weichen Licht der superhellen LED Stirnlampen ausprobiert. (vielleicht nicht ganz optimal für die Ausleuchtung)

Dennoch darf ich, nicht ohne Stolz, meinen tatsächlich allererster Versuch die Milchstraße zu fotografieren zeigen. 🙂


Last but not least, darf natürlich nicht fehlen, die Erkenntnis, die uns bis zum Ende des Urlaubs am meisten geholfen und unsere langen Fahretappen wesentlich angenehmer gestaltet hat!


Morgen (also Reisezeitrechnung) geht es ins Sossusvlei, worauf wir uns schon riesig freuen.

Gruß,
Robin

Teil 718. Feb. 2018

Herzlich willkommen an Bord Sascha und Konni. Ihr seid gerade rechtzeitig zur nächsten Etappe aufgesprungen.

Tag 4 - 09.10.: Surreales Sossusvlei

Es ist 5.59 Uhr in der Früh. Es liegen ruhig unter den Schatten die Campingplätze von Hauchabfontein. Kleine Nagetiere laufen die Äste auf und ab, Vögel zwitschern und suchen nach kleinen Brotkrumen, die vom letzten Abend übrig geblieben sind. Die Sonne versteckt sich noch hinter dem Horizont, aber schickt erste, zarte Strahlen über die Hügel…

Es ist ein Ort der Ruhe und des Friedens und dann ist es 6 Uhr. --- Damit ist es jetzt vorbei!!! 😄

Der Wecker klingelt, aufgeregte Camper springen aus den Dachzelten. Jeder weiß was zu tun ist und es breitet sich ein kontrolliertes Chaos aus, ein Infernal geschickt choreografierter Arbeitsabläufe. Schließlich geht es heute ins Sossusvlei und da muss man ja schnell sein. Die Männer machen sich an die Zelte. Frauen und Kinder zuerst! ..zum Frühstück und Wegzehrung einpacken. Wenigstens können Stühle und Tische stehen bleiben, wieder Zeit gespart. Wir wissen zwar, dass es eh‘ ein längerer Weg ins Sossusvlei ist ab Hauchabfontein, aber hoffen vielleicht ein bisschen von dem „guten Licht“ noch zu sehen.



Dennoch brauchen wir unsere Zeit und gegen 7.20 Uhr geht es auf die rumpelnde Strecke zum Sossusvlei. Es zieht sich und als wir am ersten Tor ankommen sehen wir schon eine kurze Autoschlange warten, es geht aber recht schnell, also Permits kaufen, Pinkelpause und weiter geht’s.
(Hier holen wir auch unser Permit für den Namib-Naukluft Park und MERKE: „Besser 2 Permits für 2 Autos holen und nicht beide auf einen Zettel schreiben lassen.“)

Der erste Teil des Weges kann uns nicht besonders überzeugen. Das hier eine Asphaltstrecke durch dieses Naturschauspiel führt ist irgendwie komisch. Zum Glück kommen schnell die Dünen in Sicht und die Strecke wird immer interessanter, bis man dann irgendwann mitten durch die Dünen fährt.

Es wird hier Müll getrennt…


… aber man scheint Glas nur für Bierflaschen zu brauchen. 🤨




Die Dünen kommen immer näher.


Und einen kleinen Rest des Schattenwurfes sehen wir noch.


Der alte Baum an Parkplatz 1.


Den Weg bis Parkplatz 1 hätten wir nicht so lang erwartet. Wir sind mindestens 45min. unterwegs und oben auf Dune 45 muss es etwas umsonst geben, da fahren wir wie geplant lieber weiter. Als wir an P1 ankommen sehen wir erst, dass uns unser Gefühl, hier wäre doch recht wenig los, getäuscht hat. Der Parkplatz ist Rappelvoll. Wir haben jetzt 9:30 Uhr und die ersten pumpen schon wieder die Reifen für den Rückweg auf. Die allermeisten sind aber unterwegs zum Deadvlei.

Trecker mit Anhängern sammeln die Touristen an der Sammelstelle ein und shutteln sie über die Tiefsandstrecke zum P2. Unsere Freunde entscheiden sich auch lieber für ein Shuttle, nämlich für uns! 🙂 Ich mache mich also mit Hilfe des Königs daran den Wagen vorzubereiten. Er sucht das passende Stöckchen und darf dann den Luftdruck ablassen. Ich kontrolliere die Arbeit mit meinem, neuem Lieblingsbegleiter, dem mechanischen Luftdruckmesser. Es dauert etwas, aber irgendwann sind wir auf 1,4 bar runter, der Wagen wird mit der Reisetruppe beladen und es geht los.

DEADVLEI
Die Fahrt über juchzt der König vor Freude, wir werden immer mutiger und nehmen die ein oder andere Welle absichtlich mit, auch ohne Not. Nur wenige fahren die Strecke selber heute, auf P2 angekommen sehen wir vielleicht 20 weitere Fahrzeuge, aber dafür eine regelrechte Volkswanderung in Richtung Deadvlei. Wir schließen uns dem Trek an, stapfen den guten Kilometer durch den rötlichen Sand und die Kinder sind für manche Reisegruppe das Highlight der Wanderung. Eine fiese Kuppe geht’s noch hoch und dann stehen wir über dem Deadvlei. Neben mir höre ich den Kommentar vom Reiseleiter unser Wanderbegleiter: „So ihr habt jetzt gleich 10 Minuten hier im Tal, dann müssen wir weiter zu den Dünen.“ --- 🙄 Gott sei Dank machen wir unseren eigenen Zeitplan.







Das Deadvlei ist einer der beeindruckendsten Orte der Reise und hat schon etwas Magisches. Wir verteilen uns durch das Tal und jeder sucht sich Bäume die er fotografieren kann. Ich ziehe mit meinem Begleiter los: „Robin, was machst du?“ – Ich fotografiere den Baum hier. „Aha, und was machst du jetzt.“ – Ich versuche noch einen anderen Winkel… man kann einfach Kindern das Thema Landschaft nicht erklären. Der Prinzessin hingegen muss man das gar nicht. Sie kann da im größten Sandkasten glücklich sitzen und spielt im Sand. 🙂

Das Deadvlei lässt man aber am besten durch Bilder wirken statt durch Worte.











Jetzt wird auch der König erlöst. Tante Mara löst ihr Versprechen ein und die beiden besteigen den Rand von (ich glaube das ist) Big Daddy und wie versprochen darf hier Dünenkullern gespielt werden.

Da stapfen die beiden gerade hoch…


…und der Spaß beginnt.






Und es leben doch noch ein paar Bäume im Deadvlei.






Wir verbringen hier locker 3 Std. bevor es auf den mittlerweile einsamen Rückweg geht. Die meisten Leute sind schon wieder weg und es wird auch schlagartig wärmer. Schon nach dem Kilometer zurück zum Parkplatz wird klar, dass wir beim ersten Besuch hier keine Düne mehr erklimmen werden.

Es gibt ein klein wenig Schatten am P2 und wir ergattern einen Tisch, es gibt ein Picknick mit getrockneter Wurst, Keksen und einem Highlight „Biltong Bacon“. Richtig lecker. Hier kriege ich dann auch meinen ersten Vogel abgelichtet, einen majestätischen Sperling.







Klohäuser an P2. 😁




Nach dem Picknick geht es über die Sandpiste zurück, ein Oryx sagt uns Goodbye und die Dünen entlang des Weges sind jetzt leergefegt. Wir müssen mal wieder Tanken und nutzen die Engen-Tankstelle außerhalb des Parks auch gleich noch mit für einen Stop und es gibt Eis für alle gegen die Hitze. Kinder und Erwachsene = 🤩

Kategorie: Anfängerfehler zum Nachmachen!
Bei der Gelegenheit entdecke ich einen Sonnenstrahl im hinteren Aufbau. Anscheinend hat sich eine kleine Klappe auf unserem Dach geöffnet. Vermutlich durch die Rumpelstrecke, zumindest ist mir das bisher nicht aufgefallen. „Das wäre ja doof wenn es regnet und dann das ganze Wasser in den Innenraum läuft!“, denke ich mir bei ca. 32 Grad!, mitten in der Namib!!, einer der trockensten Wüsten der Welt!!! 😣

Der versierte Reisende kann sich jetzt schon denken, dass dieser Geistesblitz zu einem „AHA des Tages“ führen wird. Allerdings erst viel später auf unserer Reise...









Im Camp zurück ist es schon wieder später geworden für namibische Verhältnisse. Also geht das Campleben wieder los. Zelte aufbauen, etc. Ein Ratatouille wird für Abends vorbereitet und es gibt Springbock. (für uns der klare Fleischfavorit) Ein Tipp sind mit Kräuterbutter gefüllte Brötchen, die man in wenigen Minuten auf dem Grill fertig hat. Sehr lecker und auch mal schnell für den ersten Hunger gemacht. ABER VORSICHT… wir haben einmal aus Versehen zu Chillibutter gegriffen und so speien wir heute noch Feuer. 😈

Während wir so beschäftigt sind sehen wir zum ersten Mal ein Zwitschern in den Bäumen. Ein schöner Gesang dringt aus zwei roten Federbällen die durch die Bäume flitzen. Ich nehme die Verfolgung auf und schaffe wenigstens ein weiteres Bild für die Vogelliste. Während wir dem Zwitschern lauschen mischt sich plötzlich ein schauriges: „Bäähhäääe“ in den Wohlklang. Was ist das denn, hört sich an wie ein Papagei der gerade überfahren wird oder sich sein letztes Mahl noch mal rückwärts durch den Kopf gehen lässt. „Bäähhäääe“ Wir suchen die Bäume ab, aber können nichts entdecken. „Bäähhäääe“ Die roten Bäuche und das schöne Gezwitscher sind weg. „Bäähhäääe“ Und dann endlich finden wir ihn, den grauen Papagei der sich oben in den Bäumen versteckt. „Bäähhäääe“ Wir lachen den ganzen Abend über diesen kaputten Vogel und versuchen seinen Ruf nachzuahmen. 🤪

-Rotbauchwürger-


-Graulärmvogel hinter Ästen-









Die Sandpiste Richtung Parkplatz 2 im Sossusvlei führt uns zum...


Und da es unser letzter Abend hier ist, noch eine kurze Bewertung: Hauchabfontein Campsite

Hauchabfontein hat uns sehr gut gefallen. Die Plätze liegen in einer tollen Landschaft, es hat massig Platz, Schatten und wenn die Pools gefüllt sind, kann man sicher auch diese super nutzen. Die Ablutions sind sauber, es hat warmes Wasser und ausreichend Toiletten/Duschen.

Man kann von hier aus weder den Morgen, noch das Abendlicht im Sossusvlei nutzen. Dazu ist der Weg zu lang, aber es eignet sich dennoch als Basis für diesen Tagestrip wenn man damit leben kann. Dann hat es den privaten Köcherbaum (kommt noch) und man kann auch die Landschaft rund herum erwandern. Und es ist schön dunkel, so dass man die Milchstraße immer sieht. 😎


Gruß,
Robin

Teil 820. Feb. 2018

Tag 5 - 10.10.: Eine neblige Nacht!

Die letzte Nacht war stürmisch, zumindest hat es sich so angehört. So mancher Kontrollblick zur Toilettenpapierrolle die jemand auf dem Tisch stehen lassen hat bestätigt dies eher nicht.

Wir lassen es endlich mal ruhiger angehen, es steht nur eine kurze Etappe an. Wir werden uns für die nächste Nacht trennen. Familie Glück wird einen tollen Tag in Namibgrens verbringen. (ein Tipp wohl auch mit Kindern) Wir haben eine Nacht in der Namib Dune Star Lodge von Gondwana gebucht, um genau zu sein im Namib Dune Star Camp. Dies war Maras Wunschlodge und wir haben diese Übernachtung als erstes gebucht, damit wir den Rest drumherum legen konnten. Warum… ach das zeigen wir euch lieber. 😉



Das Frühstück darf also üppiger ausfallen und so wird mal richtig aufgetischt. Die Reste vom Springbock werden dünn aufgeschnitten als „Roastbeef“, Saft, Kaffee, Marmelade und Rührei. Rührei… „Ich sagte Rührei, Vanessa!“ 😠

Das mit dem Rührei will einfach nichts werden. Kocher leer? – Nein. Kocher kaputt? – es zischt, also wohl nicht. Wir als echte Camping-Profis stehen rätselnd um das Kochgerät. Das verdammte Ei wird einfach nicht warm, also gar nix in der Pfanne. Es guckt uns eine wabbelige, gelb-weiße Pampe mit Kräuterstippen an. Also weiter nachgedacht und die wabbelige, graue Masse im Kopf gewinnt. Es liegt am Wind. Bescheuert, dass man die Gasflamme so schlecht sehen kann, aber der Wind pfeift die einfach weg und die Hitze trifft nicht auf die Pfanne. (alle Camper dürfen jetzt kopfschüttelnd den Raum verlassen, aber wir haben ja gesagt, hier gibt es Tipps für den Anfänger)

Die Lösung ist einfach wie naheliegend. Vanessa kauert im Schutz der Autos mit Gaskocher und Rührei hinter einem der Reifen und langsam breitet sich ein leckerer Duft über dem Camp aus. Das lockt auch eine, ich sag‘ mal Baummaus?! an. Vögel gibt es heute morgen nicht zu sehen, aber an der „Spülstein-Pan“ hat es Riesenameisen. 🙄

Baummaus


Riesenameise am Wasserloch (also knappe 2cm)


Köcherbaumwald Hauchabfontein

Wir packen unseren Kram und verlassen den Platz, wie wir ihn verlassen haben, fast zumindest. Des Königs Plastikspieltiere sind anscheinend der Baummaus gefolgt und bevölkern fortan diese Campsite. So einfach geht erfolgreiches Auswildern. (wenn die mal jemand findet wenn er in Hauchabfontein nächtigt, ihr wisst ja wie ihr mich erreicht) --- Der Köcherbaumwald liegt ca. 8 Kilometer die D845 rauf in nördlicher Richtung. Den Schlüssel haben wir schon gestern geholt und das Tor inkl. Schild, das den Eingang markiert ist gut ausgeschildert.

Unsere Empfehlung ist selber fahren falls möglich, man hat dann einfach Zeit und kann das tolle Gebiet komplett für sich erkunden. Es geht über Stock und Stein eine gut erkennbare PAD entlang. Mal was steiler runter und wieder rauf, mal sanft über die Ebene. Wir sind happy, ist das doch unsere erste, ganz kleine Off-Road Erfahrung. Später geht es direkt über die Felsen zwischen den ersten Bäumen hindurch und dann noch ein kleines, steiles Stück und man steht mitten im „Wald“. 😎



Service läuft auch hier wieder. 😉




Es geht hoch!


Der Weg schlängelt sich noch ein Stück weiter, bis oben auf der Kuppe ein „Wendehammer“ kommt und es den selben Weg später zurückgeht. Hier steigen wir aus und erkunden die Gegend. Vereinzelt sieht man mal Köcherbäume an Hängen stehen, aber das hier ist eine andere Geschichte. Der Wald ist schon beeindruckend und die Stille ist grandios. Wenn man richtig Zeit mitbringt und das als Tagesausflug mitnimmt, dann könnte man hier tolle Wanderungen machen und die Bäume beim Sundowner im Sonnenuntergang ablichten.





Herr Glück hat wieder Glück, das war haarscharf am Bauarbeiter-Dekolleté vorbei…


… aber der Einsatz lohnt sich. ***cool***










Es geht wieder runter und damit zurück. Für den Rückweg übernimmt Mara das Steuer. Das schöne bei uns beiden ist, dass jeder gerne Auto fährt, auch mal längere Strecken und wir auch beide gerne die Herausfordernden Pisten fahren. Und hier in Namibia sind wir beide auch ebenso gerne Beifahrer. Perfekt für uns.
(PS. das sieht man jetzt nicht auf den Fotos, aber auch meine Tor Service-Qualitäten sind beachtlich) 😁



Am Tor angelangt verabschieden wir uns. Wir haben die kürzere Strecke und bringen noch kurz den Schlüssel zurück zur Farm. KURZ ist leichter gesagt als getan. Wir müssen ja auch noch zahlen und es ist niemand zu finden. Wir klingeln, rufen, laufen um das ganze Haus rum, aber nichts regt sich. Wir fahren runter zu den Zeltplätzen, vielleicht ist dort jemand anzutreffen. Aber auch hier ist alles ruhig und keiner zu sehen. Während wir noch die Zeltplätze abfahren entscheiden wir uns dafür einen Zettel zu hinterlassen, dass wir nachträglich überweisen und sehen dann ein “Durchfahrt Verboten“ Schild unter dem ein dezenter Hinweis steht, dass es hier auch zur Farm geht. Na vielleicht sehen wir ja jemanden auf der Strecke… gut ok, wir sehen schon, dass die Route noch ein klein wenig off-road bietet und das wollen wir auch ausnutzen!

Zurück auf der Farm kommt mir der Geistesblitz und ich haue‘ einfach mal beherzt auf die Hupe. Zwei kleine, müde Augenpaare tauchen aus einem Schuppen auf. Na da hätten wir vorher drauf kommen können, Hupen hilft. 🤩

Nach dem jetzt alles geregelt ist nehmen wir die 70km zur Lodge unter die Räder. Es ist schon wieder spät geworden. Unser Shuttle zum Camp von der Lodge aus geht um 16 Uhr, also in etwas mehr als 2 Stunden. Es wird also mal wieder Zeit voran zu kommen. Es geht auf die Autobahn C19 Richtung Naukluftberge. Hier ist mal richtig viel Verkehr und wir finden nicht viel, aber immerhin ein bisschen Tierwelt unterwegs.

C19 in Richtung Naukluftberge


Gabarhabicht


Springbock



Fortsetzung folgt…


Gruß,
Robin

Teil 921. Feb. 2018

FORTSETZUNG - Tag 5 - 10.10.: Eine neblige Nacht!

Endlich kommt die Zufahrt zur Lodge in Sicht. Wir kommen mit unserem Camper vorgefahren und ziehen wieder die Blicke auf uns. Irgendwie scheinen nicht zu viele Camper an den Lodges aufzutauchen. Das gilt für die Gäste, von den Angestellten werden wir mehr als freundlich empfangen. Wir fühlen uns direkt wohl.

Es ist jetzt schon fast 15 Uhr. Wir packen schnell das Nötigste in unsere Rucksäcke für die Nacht und melden uns an der Lodge an. Kurz nach 16 Uhr soll es losgehen. Wenigstens einmal in den Pool, das schaffen wir wohl noch. Nach kurzer Rückfrage wo man sich umziehen kann begegnen uns fragende Blicke. Keine Zeit zu erklären, ist schon gut. Also ab auf die Toiletten. So ein gemauertes Häuschen reicht uns ja mal locker aus. Kurzes Hallo mit dem Liegennachbarn. Man tauscht sich 5min. aus, dann geht es 5min. in den Pool. 15min. etwas trocken werden und dann zurück auf Toilette, wieder umziehen. Ich glaube ich habe schon mal erwähnt, dass wir sehr gut darin sind zu spät zu sein. 😣





Schwarzbauch-Glanzstar Bergstar, danke Uwe. 😉


Maskenweber




Wir beeilen uns zum Parkplatz zu kommen, hier stehen schon Petra und Leonard aus Füssen, die noch auf uns warten, zusammen mit unserem Guide Janko der uns bis morgen früh begleitet. Wir holen unsere Rücksäcke aus dem Auto, hängen die Badeklamotten in die Kabine zum Trocknen und begegnen wieder fragenden Blicken wo unser Gepäck ist? 😕
(die restlichen Gäste kommen alle mit großen Flugkoffern für die Nacht mit)

Namib Dune Star Camp

Wir gesellen uns zu Petra und Leonard. Eine Gruppe mit 6 Holländern ist wohl schon los, das war es dann aber auch und wir sind mit 10 Gästen heute im Camp. Das Camp selber liegt am Rande der Namib-Wüste in den ersten Dünen. Geplant ist heute einfach mal chillen, ein leckeres Essen und morgen früh gibt es noch eine geführte Dünenwanderung mit Janko vorm Frühstück, bevor es zurück zur Lodge geht. Aber dazwischen gibt es noch die NACHT UNTER STERNEN!

Und diese Nacht ist der Hauptgrund warum Mara hier unbedingt hinwollte. In den Chalets kann man die Türen komplett öffnen und das auf Rollen montierte Bett nach draußen schieben auf die Terasse und direkt unter dem Sternenhimmel schlafen! 😎 Da freuen wir uns schon sehr drauf, aber jetzt geht es erstmal los im Safari-Fahrzeug.

Der Weg ist schon spektakulär. Je weiter man fährt, desto roter wird der Sand. Beeindruckend ist der Übergang von leichter Geröll- zur Sandwüste. Oben auf der Bruchkante sieht man den Sand liegen und dahinter erstrecken sich dann direkt die Dünen der Namib. Es ist eine halbe Stunde Fahrt und dann kommt das Camp in Sicht. Mittlerweile quatschen wir munter durcheinander. Janko ist super nett, er hat Familie in Swakopmund und weiß jede Menge über die Wüste und seine Bewohner (wie viel wirklich sehen wir erst am nächsten morgen). Leonard kennt einen der Gondwana-Inhaber und ist nach Jahren endlich der Einladung gefolgt mal die Lodges abzufahren. Wir sind uns alle sofort sympathisch und es ist jetzt schon klar, dass es ein richtig schöner Abend wird. 🙂







Wir vermuten diese Oryx hat das Marketing-Team extra platziert. 🤪


Hier wird das Bett rausgeschoben…


… zu dieser Aussicht. (man kann sich gute Nacht sagen und morgens zum Aufstehen grüßen)


Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben… also unsere Rucksäcke in die Ecke geschmissen, geht es zur Plattform. Janko hat einen kleinen Willkommensdrink organisiert, Rosa und Johanna sind die guten Seelen hier oben und kümmern sich um alles. Der Koch, dessen Namen wir leider vergessen haben, bereitet schon seine 4 oder 5 Gänge vor. Wir lernen die Holländer kennen, nette Truppe. Einer von Ihnen arbeitet bei Gondwana und hat den Rest eingeladen. Da die Holländer nur englisch sprechen und unsere neuen Freunde aus Füssen eher bei Deutsch bleiben, haben sich die Grüppchen für den Abend schnell gefunden. Uns soll es recht sein, also bestellen wir 3 Weißwein-Schorlen und Leonard nimmt einen Gin-Tonic, des Teufels rechte Hand in Longdrink-Form. 😈

Das Panorama von der Plattform aus ist einfach nur WOW!


Natürlich kann Leonard uns zum Sundowner und danach zu etlichen Runden Gin-Tonic überreden, nicht das wir uns wehren würden. Janko hingegen bleibt standhaft. Er hat hier einen Job und ist für die Gäste verantwortlich. Sehr löblich. Wir nutzen noch die letzten Sonnenstrahlen um ein klein wenig die Anlage zu inspizieren und das Licht einzufangen. Es ist erstaunlich wie teilweise Feuerrot der Sand wird im richtigen Licht Abends oder Morgens. Pünktlich mit der heraufziehenden Nacht wanken wir mit schon leichter Schräglage zum Essen.









Kaum sind wir eingetrudelt stellt sich unser Koch für den Abend vor. Er ist ein echtes Bündel Lebensfreude, dass die gute Laune nur so aus ihm raustrieft. 🙂 Ich verstehe mittlerweile fast kein Wort mehr, aber Mara hat etwas besser aufgepasst. Nach einem Appetizer gibt es ein Kürbispüree als Vorspeise und zum Hauptgang geschmorrte Lammschulter, dazu die Kartoffeln „German Cut“ auf die unser Koch besonders stolz ist, da er uns etwas aus unserer Heimat präsentieren kann. 🤨

Wir haben diesen „German Cut“ in Deutschland zwar noch nie gesehen, aber lassen uns natürlich nichts anmerken und prosten ihm mit dem nächsten Gin-Tonic zu… wo ist der Wein hin und wo kommt der Gin-Tonic her? – das stinkt schon fast nach Leonard. (das wir die beiden auf jeden Fall besuchen müssen wenn wir mal in Füssen sind steht mittlerweile auch schon fest)

Leonard-Petra-Ich-Mara-Janko


Der Abend schreitet voran und es wird immer später. Ohne Holland gehen wir zu Bett!, die haben sich schon früher verabschiedet und irgendwann merken sogar wir, dass Janko nur noch hier sitzt, weil wir vier noch nicht gehen wollen. Also ab ins Bett, es wartet ja der Sternenhimmel auf uns. Ich mache noch schnell ein unkoordiniertes Bild der Milchstraße und dann noch eins mit unserer Schlafstatt im Vordergrund.



Janko gibt uns noch den Tipp, dass die Duschen abends noch warm, morgens maximal lauwarm sind, also springen wir noch kurz drunter. Ich beeile mich wirklich und mache nur eine „Katzendusche“, aber die 5 Minuten reichen, dass ich, galant ausgedrückt, vom Bett her nur noch ein benebeltes, sonores, etwas lauteres Atmen vernehme. Ich selber gebe das frei zu. Ich hau‘ mich völlig benebelt ins Bett und bin gefühlt sofort weggetreten. Die Milchstraße und die Sterne decken uns zu, wir kriegen davon aber nichts mehr mit. Soviel also zu der ganzen Vorfreude auf diese spezielle Nacht… schön war’s dennoch. 😄



Ein gutes AHA, des Tages könnte wohl lauten: „Wer anderen einen Gin-Tonic gibt, der wurde vom Teufel direkt geschickt!“, wir haben uns dann aber doch für etwas aus dem pragmatischen Camperleben entschieden.


Das gilt natürlich nicht nur für Rühreier, diese Erkenntnis haben wir noch so manches Mal sinnvoll nutzen können wenn der Gaskocher für Nudeln, Kaffee etc. zum Einsatz kam.


Fazit Dune Star Lodge
Wie gewohnt am Tag der letzten Nacht ein kurzes Fazit. Was wir von der Lodge gesehen haben sah super aus. Freundliches Personal und das Camp war klasse, tolles Essen (das beste das wir hatten). Janko ein toller Guide, der morgendliche Walk ein echtes Highlight. Wir konnten später noch 2 Lodges vergleichen, diese von Gondwana war meilenweit überlegen. Also für uns eine echte Empfehlung mit 4 Sternen ****.

Fazit Namibgrens
Vielleicht interessiert es ja jemanden, ich habe auf dem Blog unserer Freunde ihr Fazit zu Namibgrens gefunden und das nutze ich hier auch für mich als Reminder, da wir auch gerne eine Nacht dort verbracht hätten.
Familie Glück schrieb:
Namibgrens empfängt uns etwas unterhalb des Passes als kleine bewirtschaftete Farm und kurzfristig kommt der Wunsch auf, ein ganz normales Bett unserem Dachzeit vorzuziehen. Allerdings nur so lange, bis wir unsere eigentliche Campsite etwa 1,5 km vom Farmhaus entfernt erreichen. Wir sind total beeindruckt von den kugelrunden Gesteinen und den darin scheinbar natürlich eingebetteten Campsites (Open-Air-Klo und Open-Air-Dusche inklusive). Der König erobert zuerst wie eine Ziege die umliegenden Gesteine bevor er den campsite-eigenen Pool besteigt.

Da wir uns für ein Abendessen im Farmhaus entschieden haben, machen wir uns im Sonnenuntergang auf eine kleine Wanderung durch die Natur. Unten angekommen werden wir mit Mashed Potatoe + Carrots, Curry-Frikadellen und zum Nachtisch Sweet-Potatoe-Auflauf verwöhnt. Bei letzterem sind wir uns allerdings nicht sicher, ob wir Süßkartoffeln essen oder süße Kartoffeln. Egal, es schmeckt!!!
Gruß,
Robin

Teil 1025. Feb. 2018

@ CUF / Flash / GUF >>> Vielen Dank und GUF, dann jetzt auch willkommen an Bord.
(CUF... GUF... Mensch das ist verwirrend hier 😁)
urma schrieb:Hallo GUF,

finde es nicht nett einen fremden Thread/Reisebericht mit eigenen Foto's/Video's - und dann auch noch nicht einmal aus Namibia - zu kapern. Hat den "Geruch" von 'phishing for compliments'.

Nichts für ungut - aber ein eigener Thread im richtigen Unterforum wäre da angebracht.
Hi Urma,
GUF hat die Videos nicht direkt ins Topic, sondern seine Signatur verlinkt. Ist natürlich als direkter Videolink unglücklich. Ich bin mir aber sicher, dass war ein Versehen. Er hat ja schon entsprechende Topics dazu aufgemacht.

----------------------------


>>> So, nu aber. Wenn auch erstmal nur der Morgen des 6. Tages in Namibia. Es ist so viel zu tun dieses Wochenende. Freitag kam spontanes Shopping und ein netter Restaurantbesuch dazwischen. (es gab dann übrigens Gin-Tonic im Restaurant ;))

Und gestern waren wir auf einem Kombi-Geburtstag Patenkind/Papa. Den Abend abgeschlossen haben wir dann wieder mit... Gin-Tonic. Das Schreiben hier hat mich irgendwie animiert... 😄

Dafür aber heute seit 4:56h wach. Ach was war das schade... aber ein tolles Spiel! Jetzt ist Olympia vorbei. Was mache ich den jetzt? - weiter schreiben! 😎


Tag 6 - 11.10.: Puschelschwänze, Rost und Felsen.

Der Wecker klingelt um… gar nicht. Heute werden wir geweckt. Ein Dünenwalk mit Janko steht auf dem Programm. Kurz nach Sonnenaufgang soll es losgehen. Vorab gibt es eine Kanne heißen Kaffee und unfassbar trockene Kekse, die sich sofort im Flüssigen auflösen, wenn man sie in den Kaffee tunkt. Der Kaffee ist eine Wohltat nach dem letzten Abend, wir prosten mit unseren Tassen Leonard und Petra rüber, rollen das Bett rein und haben noch ein paar Minuten Zeit den Sonnenaufgang von unserer Terasse aus zu genießen und dann ein paar Fotos vor’m Walk zu machen.









Richtung Haupthaus sammelt sich die Gruppe. Es sind alle diszipliniert, wenn auch etwas müde. Wir wundern uns allerdings über die Uhrzeit. Hätte das nicht eine Stunde früher losgehen sollen? – Es zeichnet sich jetzt schon wieder ab, dass unser Tagesplan vielleicht nicht so ganz hinhauen wird. 😐 (eigentlich wollten wir doch zwischen 9-10 Uhr in Namibgrens sein und dann zusammen weiterfahren)

Es lässt sich nicht ändern und unsere gute Laune lassen wir uns nicht verderben. Alle haben schließlich ein Grinsen auf dem Gesicht, wegen der tollen Nacht, den „brennenden“ Dünen im Morgenlicht oder weil Janko direkt anfängt seine Benimm-Regeln zu erklären. Schließlich will ja niemand was kaputt machen. (wir finden das super)

Im Gänsemarsch, immer in den Spuren der anderen geht es los und wir erfahren fast zu viel um sich alles zu merken. Bei jeder kleinen Spur fragt uns Janko, was wir sehen. Jeder darf Rätselraten. 🤨 --- da sind kleine Fußspuren, aber dahinter sieht es immer so aus als ob jemand mit einem Staubwedel den Sand verteilt hätte. Alle einigen sich schnell auf kleine Nager und es stellt sich als eine Wüstenmaus heraus, die auf der Flucht ihren Puschelschwanz in eine Richtung schlägt und den verfolgenden Wüstenfuchs (der sich halt auf den Puschel konzentriert) täuscht und dann selber einen Haken in die andere Richtung schlägt. Schlaue Maus und dummer Fuchs. Witzigerweise nutzt der Wüstenfuchs seinerseits genau dieselbe Taktik wenn er flüchten muss, dennoch fällt er selber auf den Trick rein. 🤪

Weiter geht es mit „Bellenden“ Geckos, die Tunnel durch die Wüste graben und an einer Stelle in den Tunnel „bellen“ damit Fressfeinde denken sie wären ganz woanders. In dieser Wüste leben echt nur kluge Tiere wie es scheint.

Janko, unser Erklärbär in typischer Pose.




Vermutlich eine der beliebtesten Attraktionen ist auch hier vertreten, die Dancing White Lady. Auch hier wieder schön, wir sehen die Spuren, der Tanz wird erklärt, der Eingang gezeigt, aber ausgraben und zeigen? – auf gar keinen Fall. Die Spinnen brauchen 4 Tage um ihre, 30cm tiefe, Seidenhöhle zu bauen. Das gehört sich einfach nicht. *top*

PS. Wie findet man den Höhleneingang der White Lady? --- sie tanzt einen Kreis um ihren Bau und wenn man in diesen Kreis ein Smiley-Gesicht malt, dann ist der Eingang da, wo beim Smiley die Nase wäre. Zur Veranschaulichung >>> 🙂









Auch die Pflanzenwelt wird noch betrachtet. Akazien wachsen also bis zu 80m tiefe Wurzeln aus, die so genannte Wasserwurzel. Über die Jahre wachsen sie immer im Wechsel in die Höhe und in die Tiefe. Giraffen laufen gegen den Wind um die Tannin-Abwehr der Bäume zu überlisten, aber Oryxe und andere eher Grasfresser sind nicht so schlau. Janko erklärt auch noch viel über die Idee und Philosophie hinter dem Camp. Dass alles über Solar läuft und das Camp in 14 Tagen vollständig aus der Landschaft verschwinden kann. Klar ist es ein Einschnitt in diese Landschaft, aber man möchte sich zumindest möglichst sauber und harmonisch einbetten. Und wenn man Janko so zuhört, sieht mit welchem Respekt er mit "seiner Natur" umgeht, dann können wir das auch gerne glauben. Er auf jeden Fall tut es. 😎

Nach dem Walk verteilen sich die Grüppchen wieder auf die jeweiligen Autos, die Holländer sind irgendwie schneller weg als man gucken kann... die waren wohl besser vorbereitet. Auf geht es zum Frühstück in die Lodge… dachten wir, aber ein Funkspruch lässt Janko und unseren Fahrer aufhorchen. Seit Monaten sind gestern wieder Giraffen auf dem Gelände gesichtet worden.

„Habt ihr Zeit für einen kurzen Gamedrive, vielleicht finden wir die Giraffen?“
NEIN, wir haben natürlich keine Zeit dafür, weil wir schon wieder zu spät dran sind.
>>> ALSO LOS!

Wir fahren also nur "fast" bis zur Lodge, biegen aber kurz davor links ab und fahren ins Gelände. Alle 4 (Leonhard und Petra sind ja auch noch dabei) scannen die Gegend und den hier recht dichten Akazienwald linkerhand. Selbst Janko und der Fahrer sind aufgeregt, sie wollen uns unbedingt Giraffen zeigen. Also speziell der Fahrer, er stoppt irgendwann und nach kurzer Diskussion, dass da keine Giraffe war gibt er nicht auf, springt aus dem Wagen und läuft hundert Meter bis zum Wald und sucht diesen ab. Er hat da eine Giraffe gesehen!

45min. später, auch trotz vollem Einsatz, wird langsam klar… wir sehen auch heute wieder nicht unsere ersten Giraffen. 🙁









Das Frühstück haben wir vier jetzt auch für uns alleine, es ist etwas geplündert, aber noch alles da was man braucht. Nummern und Email-Adressen werden getauscht, eine gute Reise gewünscht und das soll es dann auch mit unserem Erlebnis „Dune-Star Camp“ gewesen sein. Schön war’s, aber jetzt versuchen wir eigentlich nur noch unsere Freunde zu erreichen, dass sie nicht länger bei Namibgrens auf uns warten sollen, aber natürlich ist an Handynetz nicht zu denken und so verlassen wir uns einfach darauf, dass die Familie Glück irgendwann einfach losfährt und wir uns dann auf Roiklipp sehen werden.

Es muss ja auch noch getankt werden und ich freue mich schon, dass Solitaire jetzt auf unserem Weg liegt. So viel Zeit muss sein, wenn man schon mal zu spät ist. 😗




Fortsetzung folgt…


Gruß,
Robin

Teil 1125. Feb. 2018

FORTSETZUNG (1) - Tag 6 - 11.10.: Puschelschwänze, Rost und Felsen



Solitaire
Wir fahren die C19 hoch, verlassen das Hardap und kommen ins Khomas Gebiet. Direkt an der Kreuzung zur C14 kommt Solitaire in Sicht. Ich wollte hier auf jeden Fall mal kurz anhalten. Zu oft habe ich die tollen Bilder von Solitaire gesehen. Mara hingegen kann mit alten, verrosteten Autos wenig anfangen, freut sich aber auf den Apfelkuchen.

Im Laden checken wir die Regentabelle (sehr interessant, vor allem die Jahresmengen 😮 ) und organisieren ein paar Kleinigkeiten für die Fahrt. Getrocknete Pfirsiche, Biltong und Wasser! Wasser kann man nie genug haben. Man weiß ja nie wann man wieder welches kriegt… deswegen haben wir immer mind. 6-8 Kanister á 5l im Auto, plus Cola, Säfte, etc. Komme was wolle, aber verdursten werden wir nicht. 😉









Hatte ich schon erwähnt, dass ich aus dem Sauerland komme. 😎


Bevor es weiter geht wird die Gelegenheit genutzt und noch etwas mehr Rost fotografiert. Da stellt man einfach ein paar alte Autos in die Gegend und lässt sie verrotten und alle finden es toll. Dazu noch den besten Apfelkuchen Namibias, den wir natürlich auch noch mitnehmen müssen. Marketing klappt hier!

Direkt zu probieren, dafür haben wir mal wieder keine Zeit, aber die Schattenplätze sind eh‘ alle besetzt. Also nehmen wir 3 frische Stücke „to go“ mit, die Glücks haben wir nämlich immer noch nicht erreicht, aber jetzt haben wir zumindest schon ein süßes Mitbringsel als Entschuldigung im Gepäck. Wir bellen vielleicht nicht in Tunnel oder haben Puschelschwänze, aber die Wüstenschläue färbt schon auf uns ab. (was allerdings kein Dauerzustand bleiben wird) 🙂













Wir nehmen wieder Gravel unter die Räder und unser weiterer Weg führt uns nicht wirklich direkt zu Roiklipp, sondern die sehr attraktive Strecke über den Spreetshoogte-Pass und hinten um den Gamsberg rum.



Auf halbem Weg die D1275 hoch klingelt dann gegen 11.15h auch endlich unser Telefon. „Sagt mal wo bleibt ihr?“ --– Seid ihr noch nicht losgefahren? --- „Nein, ihr wolltet vor 2 Stunden hier sein?“ --– Wir haben Kuchen dabei! 😄 … und sind noch vor’m Spreetshoogte Pass. --– „Oh, dann fahren wir jetzt los und passt auf, der ist an der Grenze des Machbaren!“

Aha, na mit der Info ist es ja gut, dass wir kurze Zeit später dieses Schild passieren…


…und dann der etwas steile, aber völlig machbare Spreetshoogte-Pass in Sicht kommt. Der Pass ist ja nicht mal Gravel, der ist doch komplett gepflastert, das ist doch easy. Oben angekommen blicken wir zurück und jetzt verstehen wir zum allerersten Mal, was die vielen Personen, mit denen wir vor unserer Reise gesprochen haben, meinten, als sie von… äh, einen Moment, ich muss hier mal zurückspulen…

…nov eis sla ,netniem ,nebah nehcorpseg esieR reresnu rov riw nened tim ,nenosreP neleiv eid saw ,laM netsrerella muz riw nehetsrev tztej dnu kcüruz riw nekcilb nemmonkegna nebO .ysae hcod tsi sad ,tretsalfpeg ttelpmok hcod tsi red ,….. der ist doch komplett gepflastert! 🤨

Also mal eine ernst gemeinte Frage an alle Mitreisenden. Welche armen Teufel haben denn bitte den ganzen Pass da hoch gepflastert??? Ich kann mir gar nicht vorstellen, was das für eine Heidenarbeit gewesen sein muss.

… Oben angekommen blicken wir zurück und jetzt verstehen wir zum allerersten Mal, was die vielen Personen, mit denen wir vor unserer Reise gesprochen haben, meinten, als sie von Weite gesprochen haben. Hier oben, das hat schin was ganz Spezielles, die Weite kann man auch als Gefühl übersetzen, ein Gefühl von Freiheit, befreit vom Alltag. Zum ersten Mal fühlt es sich so an, als ob man sich hier einfach verlieren könnte.





Faszination WEITE!


Im weiteren Verlauf unserer heutigen Fahretappe verliert sich alles ein bisschen in der Zeitspirale. Das ist aber gar nicht weiter schlimm. Wir wechseln uns mit dem Fahren ab und so kann jeder mal die „Aquariumsicht“ aus dem Fenster genießen und wir lassen heute die Landschaft einfach an uns vorbei ziehen. Ein paar Kudus (die ersten die wir sehen) springen oben auf dem Pass in die Felsen, weg von unserem Wagen als wir um die Kurve kommen. Cowboys treiben ihre Herde über den Pass. Die einzigen Tiere, die wir heute vor die Linse kriegen ist eine kleine Warzenschwein-Familie. Die Strecke um den Gamsberg speichern wir noch ab für ein anderes Mal, wenn es etwas Wasser hat. Die Strecke kreuzt immer wieder ein ausgetrocknetes Flußbett, hier hätte man dann einige Wasserdurchfahrten und sicher eine Menge Spaß oder halt genau das Gegenteil.












Wir sind noch eine ganze Weile unterwegs, schreiben unser Tagebuch während der Fahrt weiter und wirklich nicht zu übersehen finden wir irgendwann auf der C26 die Einfahrt nach Roiklipp. (auf der Karte Mitte des Tages, ca. da wo C26 steht ist auch die Einfahrt) Ab hier dauert es aber gut noch eine halbe Stunde bis man an der Farm ist, ganz wie Lore und Frans es ankündigen auf ihrer Website. Es geht über Stock und Stein die PAD entlang zur Farm.

Fortsetzung folgt…


Gruß,
Robin

Teil 1228. Feb. 2018

FORTSETZUNG (2) - Tag 6 - 11.10.: Puschelschwänze, Rost und Felsen



Rooiklip Gästefarm

Nach dem wir von der „Hauptstraße“ abgebogen sind geht es erst eine noch recht normale Strecke entlang, ich würde mal sagen sowas wie eine 1-spurige D. Es dauert aber nicht allzu lange bis wir den „Highway to Heaven“ erreichen. Kein Wunder, dass es ab hier für die letzten 8km noch eine halbe Stunde dauern soll… darf man doch nur maximal 200 km/h fahren. 😄

Die folgende Strecke ist eine kleine, 8km lange PAD auf der es immer mal wieder Stellen über kahlen Fels hat, bei denen man sehr langsam unterwegs ist, aber nicht alle diese Stellen sind gut einzusehen. Das zwingt uns manchmal zu scharfen Bremsmanövern. Bei Hälfte der Strecke kommt ein dezenter Hinweis auf die Gastgeber.





Auf der Farm angekommen sehen wir gerade noch die Familie Glück zur Campsite hochfahren. Die Wartezeit haben sie sich mit dem sehr schönen Pool vertrieben. In Empfang genommen werden wir von Barbara in bestem Schwyzerdütsch. Sie hat selber mal vor 3 Jahren hier gecampt und unterstützt für 2 Monate auf der Farm und macht hier eine kleine Auszeit. An einem Tisch in der Rezeption, der über und über mit Werkzeug und irgendwelchen kaputten Teilen übersät ist sitzt ein knorriger, braungebrannter, älterer Herr. Nur bekleidet mit sehr kurzen, blauen Sportshorts.

Darf ich vorstellen: FRANS 🙄 Es gibt ein kurzes Hallo mit Mara, mich aber begrüßt Frans mit seiner „Schraubstock-Challenge“. Ein fester Händedruck zeigt wen man vor sich hat und Frans ist ein Meister seines Fachs. Er trifft mich unvorbereitet und ich kann nur noch reagieren, gebe dann aber schnell halbwegs erfolgreich Konter. Frans ist wirklich eine Marke.

Nachdem ich meine Hand befreien kann macht uns Barbara einen eiskalten Farmdudler auf. Lecker! Und jetzt dauert es auch nicht lange bis die gute Seele des Hauses auftaucht.

LORE. Sie begrüßt uns sehr herzlich und erzählt uns viel über die Farm und ihre Geschichte. Sie hat das Land gekauft, weil ihr Sohn (ein Geologe) ihr gesagt hatte, dass das Land etwas wert wäre. Also hat sie ihre sieben Sachen gepackt und hat dieses Stück Land gekauft um hier ein neues Leben zu beginnen. 😎 Anfangs gab es hier nichts außer Steine und Felsen, aber Frans (er war damals der Vorarbeiter) und seine Leute haben die Farm aus dem Nichts hochgezogen. Tja, wo die Liebe hinfällt.

Es steht auch noch eine kleine Station für Forscher auf dem Gelände, die wohl aber schon lange nicht mehr genutzt wird und so teilt man sich das Gelände halt mit dem mürrischen Haus-Oryx, ein paar Pferden und einem einsamen Bergzebra, dass hier Anschluss an eine neue Herde gefunden hat. 🙂







Pferde leider ohne Zebra, das haben wir nur einmal weit entfernt entlangziehen sehen.


Wir schauen uns noch ein bisschen um bevor es zum Pavianschädel geht. Der Pavianschädel ist der Hügel direkt neben den Campsites und sieht im Profil dem Affenkopf ähnlich. (siehe unten) Es steht hier allerlei Schrott rum, allerdings frei nach dem Motto „Ist das Kunst oder kann das weg?“ platziert. Auch wenn der Pool verlockend ausschaut machen wir uns Richtung Campsite auf, wir wollen unsere Freunde nicht noch länger warten lassen. Kurz bevor es losgeht lernen wir noch, dass es sich hier nicht um normale Campsites handelt. Die findet man überall in Namibia, aber nur hier kann man „Felsencamping“ finden. 😉

Hier sieht man hinten den Hügel = Pavianschädel / die rechte Seite (mit viel Fantasie)




Mürrischer Oryx (hinter’m Gatter, weil er wohl beißt)




Wir haben Campsite 1, die hat eine große „Küche“ in den Fels gehauen, Feuerstelle mit einem Halbrund aus Stein und Beton gegossen, Außendusche in den Felsen und einem eigenen Ablution-Block. Und der Ausblick ist der Beste der Campsites, man überblickt die gesamte Landschaft und schaut direkt auf den „Pavianschädel“. Da wir aber alleine sind die Nacht gehe ich natürlich rüber zur legendären Campsite Nr.3 mit dem Außenklo mit Blick... und komme nicht herum die auch mal auszuprobieren. 😄 😗

Campsite 1




Hier geht es zu den Ablutions.


Dusche unter freiem Himmel.


Campsite 2+3


Stilles Örtchen mit Aussicht... 😉








Vor’m Abendessen erkunden wir wieder kurz die Landschaft. Man kann auf den Felsen und drum herum kraxeln, so kann man die gesamte Aussicht genießen. Wenn man so über das Gelände streift sieht der Boden teilweise nass aus. Das viele Quarzgestein hat im richtigen Lichteinfall diesen Glanz. Allerdings muss man auch etwas aufpassen, hier hat es viele natürliche Stufen und größere Steine, die man bei Licht noch gut erkennt, nachts aber sehr aufpassen muss wo man herläuft. (gilt natürlich nur wenn man wieder für Nachtaufnahmen durch die Gegend spaziert 😉 )

Der König ist wieder mit mir unterwegs und heute nutzen wir schon mal die Zeit um etwas Unterricht in Tierspuren zu geben. Wir hoffen ja eine Sidewinder in den Dünen bei Swakopmund zu sehen und da sollte er auch wissen, auf welche Spuren man achten muss. Gut, dass er ein kleines Stöckchen gefunden hat mit dem wir die Spuren in den Sand zeichnen können.









Glänzendes Quarzgestein


Heute heißt es auch: „Später Kochen, dafür Sundowner genießen.“ Und wenn man den Kindern erzählt man hätte das Bergzebra gesehen, dann bekommt man sogar ein Foto wie diese die Landschaft genießen. 😛 Während des Kochens, des Essens und auch des Abspülens flitzt ein kleine, verdammt freche Maus über unsere Anrichte. Hier muss es ja was zu holen geben. Alle jagen begeistert diesen süßen Nager, aber wo seine Höhle liegt finden wir nicht heraus und schnappen kann man die schon gar nicht. Hat ein bisschen was von Tom & Jerry. 🤪

An unserem letzten gemeinsamen Camping-Abend gibt es hervorragendes ZZZ und dazu delikate Matschepampe Nudeln. Auf den Campistes gibt es kleine Eimer für die Essensreste, was uns arg peinlich wird, da wir kaum mehr alles da rein gestopft bekommen. ZZZ, das ist übrigens ziemlich-zähes-Zebra, dass die Glücks einer stolzen Lore abgekauft haben und wir fürchten uns schon alle vor der Frage wie es uns geschmeckt hat. 🤢 😣

ZEBRA-suchende Kinder. (ist vielleicht etwas gemein, aber der König hatte gerade einen Jieper und musste mal abgelenkt werden)






Die heutige Nacht wird etwas unruhig. Mitten in der Nacht werden wir durch eine Art Schreien geweckt. Im Halbschlaf frage ich mich was das sein könnte, bis ich wach genug werde um zu erkennen, dass die Prinzessin schreit und keine gute Nacht hat. Die Eltern sind schon am kümmern und so drehen wir uns wieder um… aber es ist herzzerreißend. (Zähnchen?, wohl eher nicht wie wir noch erfahren werden) Vielleicht doch noch mal Richtung Sternenhimmel gehen… Gedankennotiz, zweites Licht mitnehmen, damit man nicht im Dunkeln zur Kamera zurückstolpern muss, wenn man mit der Stirnlampe die Szene beleuchtet.






FAZIT: Rooiklip
Das fällt leider etwas zwiegespalten aus… hättet ihr uns direkt nach dem Urlaub gefragt, dann hat es uns dort nicht sonderlich gefallen. Mit etwas Abstand hingegen, können wir die Farm wirklich empfehlen. Tolles Feeling in den Felsen, so mit den Ablutions großteils integriert und Freiluft. Die Grillstelle, das Halbrund zum Sitzen und die Arbeitsfläche an der Felswand eingelassen… alles sehr schön gemacht. Die Landschaft ist auch sehr speziell, unsere Gastgeber waren nett und das Farmhaus inkl. Pool ein Ort zum relaxen.

ABER, wir haben hier einen Fehler gemacht. 🙁 Zwar sieht das mit den vielen Fotos jetzt nicht so aus, aber wir sind sehr kurz vor knapp angekommen. In der Farm haben wir praktisch keine Zeit verbracht, außer einem kurzen Gespräch. Auf der Campsite haben wir nur schnell das Zelt aufgebaut und hatten eine halbe Stunde das Gelände anzuschauen, dann kam auch schon die Sonne runter. Im Nachhinein betrachtet, haben wir einfach keine Zeit gehabt hier anzukommen und konnten Rooiklip so gar nicht genießen. Unsere Freunde die viel früher da waren, fanden das dies eine der schönsten Campsites war.

Und da man ja bekanntlich aus Fehlern lernen sollte, haben wir zumindest für den nächsten Urlaub versucht uns mehr Zeit zu nehmen.




Gruß,
Robin


PS. hier noch ein Extra-Tipp zu Rooiklip, die Aktivitäten findet man hier: http://www.rooiklip.iway.na/aktiv-d.html

Drei verschieden Wanderrouten mit Karten, die Farmrundfahrt kann man auch mit eigenem 4x4 machen. Teleskop ausleihen etc.

Teil 1303. März 2018

Martina56 schrieb:
Bei uns geht es leider erst im Mai 2019 nach Botswana...
Dank dieses Forums lässt sich die Zeit ja traumhaft verkürzen.
Willkommen an Bord Martina. Die Wartezeit kann ich dir dann hoffentlich im nächsten Winter auch wieder verkürzen. Jetzt erstmal diesen kalten Tag.


Tag 7 - 12.10.: "Geburtstagskerzen" am Horizont
(so eine typische Fahretappe, wie man sie manchmal einbauen muss)



Die Morgensonne taucht unser Felsplateau in helles Licht und lässt keinen Zweifel, dass es Zeit wird aufzustehen und Frühstück zu bereiten. Da wir auch dazu gestern Abend nicht mehr gekommen sind nutzen wir morgens schnell die Dusche, sehr schnell. Drunter und wieder weg. BRrrrr ist das kalt! (in meinen hinteren Schädelwindungen höre ich noch Jankos Stimme… „…und geht Abends duschen, dann ist das Wasser noch warm…“) Stimmt, da war ja was. 😉

Naja, zumindest nicht viel Zeit verschwendet, dann kann man doch noch schnell beim Frühstück machen helfen ODER man dokumentiert den frechen, schwarzen Vogel mit seinem weißen Helm auf, der ständig versucht etwas abzugreifen. Mal sitzt er hier, dann dort. Kurz nicht zu sehen… ZACK. Hat er was.

Bergschmätzer


Termiten- oder Rostschwanzschmätzer?


Wir packen zusammen und es geht runter zur Farm um uns zu verabschieden. Lore kopiert uns noch unser Permit, auf dass wir ungeschickt beide Autos haben schreiben lassen. Familie Glück weiß noch nicht ob sie den direkten Weg nehmen, wir wollen oben Richtung Mondlandschaft oder unten den Bogen bei Gobabeb vorbei fahren. Frans hört unsere Überlegungen und dann erklärt er uns die jeweiligen Vorteile der verschiedenen Strecken, das hört sich bei Frans ungefähr so an:

„Oben rum fahrt ihr nicht! Da gibt es nichts zu sehen. PUNKT“ // „Wenn man über Gobabeb fährt kann man dem Kuiseb folgen und dann hat man grüne Bäume vor der roten Wüste. Das ist viel schöner. PUNKT“

Ja in Ordnung, das mit der Wüste hört sich ja wirklich gut an. Ich lasse mich zu einem: „Das hört sich gut an, so werden wir es wohl machen.“ hinreißen.

„Unten rum zu fahren ist viel schöner, ich bin da vor 14 Jahren auch mal hergefahren. Ihr macht das so. PUNKT“

OoooK. 🤪 Gefühlt 100x beteuere ich, dass wir wirklich den Weg über Gobabeb nehmen werden und 100x wird betont, dass wir das wirklich so machen müssen.

Jonathan, der mürrische Oryx beäugt die Abfahrt kritisch.


Rotkopfamadine




Schlankichneumon?


Irgendwann kommt Lore dann tatsächlich mit unserem kopierten Permit zurück, von Barbara nehmen wir uns Farmdudler für die Fahrt mit und diesmal sind Sebastian und ich besser auf Frans vorbereitet. Die Verabschiedung besiegeln wir mit einem anerkennenden Nicken. Keiner wollte aufgeben und dann muss man sich halt auf ein Unentschieden einigen, bevor es irgendwann komisch wird. 😐 --- ich glaube ich hatte schon erwähnt, dass Frans eine Marke ist.

Es geht jetzt bis zum Kuiseb Pass, den wollen wir noch in Kolonne nehmen bis zum auf T4A eingezeichneten Aussichtspunkt. Viel passiert erst mal nicht, der „Highway to Heaven“ und 2 Kudus die vor uns in die Büsche flüchten sind die Highlights.

C26




Kuiseb-Pass und Canyon






Oben auf dem Pass beim Aussichtspunkt kann man noch ein Stück höher fahren, wenn man sich über Stock und Stein traut. Haben wir uns aber nicht und auch zum hochlaufen, war es zu viel zu heiß… ich glaube ich hab’s sogar trotzdem gemacht, aber die Landschaft rund um den Pass hat uns nicht so sehr gepackt, also packen wir nach kurzer Pause unseren sieben Sachen und verabschieden uns bis später in Swakopmund.

Mara ist heute am Steuer und wir fahren schon mal vor. Es geht weiter durch die karge Landschaft und auf zum Hochplateau, eine flache Ebene, sehr unattraktiv. Gut, dass wir einen anderen Plan haben… hier oben her zu fahren, da kann man ja kilometerweit gucken und überall ist einfach nur gähnende Leere zu sehen und überhaupt nichts Interessantes. Boah das ist sowas von langweilig hier, da muss man aufpassen, dass der Fahrer nicht… GIRAFFEN!!!!! ertönt mein dezenter Hinweis... also eher ein gellender Schrei durch's Auto.

Da sind welche, toll das man hier soweit gucken kann! 😄 Mara schlittert auf den Seitenstreifen, ich hab meine Kamera schon parat. Nur Sekunden später steht Mara neben mir mit dem Fernglas. Da sind sie… Endlich! Wir freuen uns wie Bolle über unsere 5 „Geburtstagskerzen“ die in der Wüste stehen.



Uns soll es egal sein, wir freuen uns trotzdem. Damit haben wir nicht gerechnet. Unverhofft kommt oft und diese Erinnerung an unsere ersten Giraffen wird lange bleiben. Auch der blaue Fleck auf Maras Bein wird noch sehr lange bleiben. Vor lauter Aufregung haut sie sich die Autotür ins Bein als sie aus dem Wagen springt! 🙄 😣

Mittlerweile stehen natürlich auch die Glücks wieder neben uns. Wir verabschieden uns bis später in Swakopmund… schon wieder.





Zebras im Hitzeflimmern




Unser Weg führt uns an Mirabib vorbei. Die Gegend hier ist wirklich ein Niemandsland. Die Pad ist besonders Anfangs mies und wir kommen überraschend langsam vorwärts. Hier zeigt sich mal wieder, dass man die Entfernungen auch schnell mal unterschätzen kann. Richtung Mirabib wird es aber immer besser und (auch wenn wir über Pferd oder Zebra streiten), kommen wir an einer großen Zebraherde! vorbei. Siehe oben, ich meine mal ehrlich, dass die Streifen haben erkennt man doch. 😛

Beim Tropic of Capricorn haben wir eine tolle Idee und machen ein Foto von uns mit dem Schild. Ich denke wir lösen damit einen Trend aus… googelt mal danach, es gibt schon so viele Nachahmer. 😉
Wir haben hier seit Stunden keinen anderen Menschen gesehen, tatsächlich werden wir bis Walvis Bay auch auf keine Menschenseele mehr treffen. Zur Sicherheit Luftdruck kontrollieren und leicht anpassen, nicht dass wir uns hier noch einen Platten fahren. (auf dem Bild erkennt man ganz gut die vielen großen und spitzen Steine...)





Und jetzt gibt es eine Begegnung der 3. Art über die wir uns noch mit dem ein oder anderen Guide streiten werden. Wir sind jetzt ca. auf halber Strecke zwischen Mirabib und Gobabeb. Also mitten drin im Nirgendwo. Flache Wüste, hier ist nix mehr und dennoch kann man durch das Flimmern nicht sehr weit gucken und dann tauchen Pferde auf. Langsam und gemächlich durch die Wüste ziehend. Drei haben Manieren, gucken links und rechts und lassen uns den Vortritt. Hier gibt es keine Farm, keine Menschen seit 2 Stunden und es sind noch 25km bis zur Forschungsstation.
Sind das jetzt echte Wüstenpferde oder wirklich eine Herde die zu jemandem gehört???


(... ich soll von Mara ergänzen, dass es hier keiner wagen soll uns zu sagen, dass es keine Wüstenpferde sind und unsere Illusionen zerstört. 😄 )


Fortsetzung folgt…

Gruß,
Robin

Teil 1404. März 2018

@ Elsa
Danke für die Blumen, das kann ich ja nur so zurückgeben, auch wenn mein WE so vollgepackt ist, dass ich deinem Tempo gerade nicht folgen kann. 😉 Mirabib oder im Norden der Naukluft am Ende des Tinkas Trail würde ich auch gerne mal bleiben. Ist bestimmt auch traumhaft schön.

@ Ria2005 / Marianne2014
Willkommen in unserer Reisegruppe... wir müssen langsam auf einen Bus umsteigen.
marianne2014 schrieb:
Euer Bericht ist wirklich super! Und für uns sehr interessant, weil wir auch über Gobabeb nach Swakopmund fahren wollen. Die Fahrt am Kuiseb erscheint uns landschaflich sehr interessant, bin also sehr gespannt auf die Fortsetzung. Vor allem wie lange man dazu braucht und wie der Strassenzustand ist.
Das vorab, Zeit braucht ihr. So ganz genau wie lange wir unterwegs waren weiß ich gar nicht mehr genau. Aber 3 Std. ab Abzweig Mirabib bis Walvis Bay musst du schon rechnen und wir sind nur 2mal für ein paar Minuten ausgestiegen.

Straßenverhältnisse waren ab Mirabib eigentlich gut. Ist halt eine PAD, also nix mit Zeit rausholen. Wäre die PAD wie anfangs der Strecke geblieben hätte es mich dann doch genervt, da mussten wir ganz schon um Schlaglöcher kurven.


@ Bilderrätsel
Diverse Suchbilder kommen doch eigentlich noch, dass hier hatte ich als Suchbild gar nicht eingeplant!!! 😄


---------------------------------------------------


FORTSETZUNG - Tag 7 - 12.10.: Geburtstagskerzen am Horizont

Nach der kargen Landschaft ab Mirabib freut man sich richtig wenn Die Forschungseinrichtung Gobabeb zu sehen ist. Die Lage ist nicht schlecht gewählt, in erster Linie für die Forscher sicher wichtig rundherum Wüste zu haben, aber wenn schon länger hier, dann auch mit Blick auf die Dünen der Namib. Man sieht überall in der Wüste Testfelder, auf denen irgendwas erforscht wird. Niederschlagsmengen, Tierzählungen etc.pp. Vieles entzieht sich aber auch der Erkenntnis, was genau da eigentlich gemacht wird. 🤨

Für uns wichtiger ist aber die von Frans angekündigte Namib hinter dem grünen Streifen des Kuiseb. Der Fluß zerteilt an dieser Stelle Steinwüste und Sandwüste. Man selber steht auf der Seite der Steinwüste, in eher grauem Stein und Sand. Die Namib leuchtet Gelb/Orange im Süden und dazwischen zieht der Kuiseb ein grünes Band durch die Landschaft. (siehe die Ansicht von oben von Google-Maps) 😎







Ab hier folgt unsere Strecke über die D1983 dem Verlauf des Kuiseb. Der Weg ist das Ziel, es gibt das eine Highlight und das ist eben der Blick auf die Namib. Wir finden die Strecke auf jeden Fall empfehlenswert, da wir aber auch Namibia in erster Linie wegen der tollen Landschaft bereisen wollten. Zu anderen Routen durch den Naukluft-Park haben wir natürlich keinen Vergleich.

Unterwegs finden sich immer mal wieder kleinere Ansiedlungen der am Kuiseb sesshaften Topnaar. Wir machen verstohlen ein paar weit entfernte Fotos der Wellblechhütten und wollen auch hier nicht zu sehr die Linse draufhalten. (im Nachhinein habe ich mich etwas in das Thema Topnaar eingelesen, wir dachten vor Ort, dass es einfach Siedler sind die nirgends anders hinkönnen als kleine Empfehlung an dich Marianne :))

Wie haltet ihr das eigentlich mit Fotos abseits von Flora und Fauna?
(wenn ich durch Salzburg laufe halte ich ja auch drauf, aber es fehlt halt diese Komponente des gefühlten Gaffens… auf den Philippinen hatten wir jemanden aus unserem Camp dabei und sofort hatte das auch einen anderen Touch, ein anderes Gefühl)

Hauptsächlich möchten wir einfach nicht dem Gegenüber das Gefühl des Gaffens geben. Deswegen finde ich einzelne Ausflüge mit Guides oftmals sehr bereichernd. Aber ich bewundere die Leute die zurückkommen und diesen Kontakt ganz ungezwungen aufbauen können.



Topnaar am Kuiseb






Von anfänglich über 30 Grad wird es langsam aber sicher immer kühler. Für uns das klare Zeichen, dass wir uns der Küste nähern. Das letzte Teilstück ähnelt einer guten, alten Holzachterbahn. Es geht immer hoch und runter, als ob man ständig über die Dünenkämme und dann wieder durch die Täler fährt. Es zeigen sich kleinere Ansiedlungen, mal ein Fußballplatz mit spielenden Kindern dazwischen, aber wenn ich die Strecke auf Google-Maps anschaue ist da nichts eingezeichnet. Ich vermute mal, dass Walvis Bay hier langsam Randgebiete bildet?!

Zumindest findet man auch Kirchen und die Tierwelt zeigt sich wieder in Form von Eseln am Rand. Und dann kommt die Industrie in Sicht. Diese Strecke kommend fährt man an ein paar größeren anlagen vorbei bevor es auf die C14 geht, die für uns nach diesem einsamen Tag fast wie ein Schock wirkt. Plötzlich ist man in einer Stadt, es hat nur noch 16 Grad. Es ist diesig, obwohl schon später Nachmittag und wir sehen zu, einfach nach Swakopmund zu kommen. Am Langstrand entlang ist dann der Blick auf die Wellen und das Meer eine willkommene Abwechslung. (auch deshalb so willkommen, da wir mal wieder spät genug dran sind auch hier keine Fotos zu machen 😊... die Lernkurve ist halt gemütlich unterwegs bei uns)





Diese Wüstenkirche die da so alleine rumstand fanden wir genial... hier würde uns mal ein Sonntag interessieren.


Wir schnappen unser MTC Telefon und setzen uns mit Tanya in Verbindung, bei der wir ein kleines Ferienhaus, direkt am Strand gebucht haben für die nächsten beiden Nächte. Das Treffen wird kurz ausgemacht und dann kommt auch schon Swakopmund in Sicht. Durch Orte fahre immer ich, da greift unsere Routine besser. Also geht es durch die Stadt mit dem wohl bekannten und beruhigendem „Links kurz“, „Rechts lang“, „du hast Vorfahrt“ und „Ampel ist rot“. Eingespieltes Team halt!

Vorne an der Küste sehen wir einen gelben Imbissbus, das Fish&Nice und wer sitzt dort an den Tischen?... natürlich die Familie Glück. Wir halten schnell an und erfahren, dass unsere Idee in Swakopmund Fisch zu essen sich auf den zweiten Abend verschieben wird, es ist schon ein Tisch reserviert für die Wurstbude. 🙁 Die haben wohl einen Spielplatz im Garten und sind fußläufig zu erreichen. (die Glücks haben eine Ferienwohnung nur wenige 100m entfernt zu unserem Häuschen)

Naja, weiter zum Treffen mit Tanya. Sie ist genauso nett wie im bisherigen Mailkontakt, erklärt uns schnell alles was man so wissen muss zum Haus. Sie hat ein paar Kleinigkeiten für uns eingekauft und den Kühlschrank mit ein paar Dingen bestückt, die wir gerne nehmen dürfen. Gewürze und alles was man so braucht ist vorhanden für die Küche und sogar eine Flasche Wein steht bereit für uns. Sie selber ist zwei Tage an der Spitzkoppe in der neuen Lodge, aber direkt nebenan wohnt ihre Schwester. An die können wir uns wenden, wenn etwas ist. „Achja, eine schnelle Frage noch Tanya, kannst du für morgen Abend ein Restaurant empfehlen?“ --- „Ja sicher, geht in die Wurstbude!“ 🙄 😄

Gesagt getan, wir laden eilig unser Auto aus und versuchen den Hilux in der zugehörigen Garage/Schuppen unterzubringen. Rückwärts rein, keine Chance, vorwärts klappt es besser, aber es fehlen uns 15cm in der Länge. Das wird nix… unser Wagen steht ab jetzt also bei Tanyas Schwester auf dem Hof, bzw. kann dann außer dem Wagen dort auch nix anderes mehr stehen. 😉

Es ist jetzt dunkel, Katzendusche ist angesagt, Mara hat es gerade noch geschafft, ich stehe noch unter der Dusche, da klingelt es auch schon und die Glücks stehen in voller Truppenstärke in der Tür. Schön, der Prinzessin geht es besser. Die kleine Hütte wird begutachtet, ich kann mich schnell fertig machen und eine halbe Stunde später sitzen wir in der Wurstbude an unserem Tisch… wie sich herausstellt ist die Wurstbude eine Pizzeria. Klingt logisch. Irgendwie passt hier auch T.i.A. 🤪





Den Nightdowner gibt es zu zweit in unserem "Wintergarten" und Bilder zum Haus, dann erst bei Sonnenschein. 🙂


Den AHA des Tages leiten wir aus der Erfahrung ab, dass…

… wir uns da auf dieser Reise noch mal nicht dran halten werden. Dramatischer als hier, aber dafür dann auch lehrreich.

Gruß,
Robin

Teil 1510. März 2018

Die letzte Woche hat es irgendwie nicht reingepasst. Ehrentag am Montag, dann zwei Tage auf Tagung und sofort danach spielt der BVB zu Hause. (gut, den Donnerstag hätte man sich sparen können...)

Deswegen geht es jetzt auch ohne Unterbrechung durch den gesamten 8ten Tag, unser einziger ganzer Tag in Swakopmund. Falls jemand auf Bilder des Ortes hofft... wir haben es geschafft 2 Nächte in Swakopmund zu bleiben und hatten keine Zeit auch nur einmal die Waterfront zu sehen. 😏


Tag 8 - 13.10.: Schafe beim Schwimm-Unterricht



Es ist mal wieder ein früher Morgen als sich die Sonne hinter den verhangenen Himmel schiebt. Das Licht reicht aus um vom Bett aus einen Blick auf den Strand und das Meer zu erhaschen. Dieses kleine Häuschen ist einfach schön umgebaut und nutzt die gute Lage wirklich so gut es geht. 🙂



Für den heutigen Tag haben wir einen Ausflug zu viert bei Eco-Kayak-Tours zum Pelican Point gebucht. Nachdem die Prinzessin schwächelt fällt die Wahl unserer Begleitung auf Sebastian und den König. Vanessa und Prinzessin machen einen Bummel- und Shoppingtag in Swakopmund.

Wir übernehmen wieder den Taxidienst und holen die beiden an ihrem Guesthouse ab und spätestens jetzt wird klar, dass die Prinzessin wohl keine Zähne bekommt… denn damit kann sie Papa Sebastian kaum angesteckt haben. Er sieht aus wie 3 Tage Regenwetter und das obwohl es doch erst unser erster Morgen in Swakopmund ist. Tja, wenn Strahlemann-König neben einem steht und sich wie Bolle auf die Robben freut… da muss man dann wohl durch.

Wir satteln auf und ich versuche alles Mögliche um den König vom Papa abzulenken, aber anscheinend ist dieser so früh am Morgen nicht dazu zu bewegen. Entlang des Langstrands gibt es viel zu sehen. „GUCK MAL PAPA! – Ein Schiff!“ --- „DA IST EIN GANZ GROßES SCHIFF, PAPA GUCK‘ DOCH!“ --- Aber Papa guckt nicht, er ist ziemlich mit sich beschäftigt und verflucht die gefühlten 100 Schiffe die in Sicht kommen. 😛



Wir kommen am Treffpunkt, dem „Dolphins Cafe“ in Walvis Bay an und auch der Rest der Reisetruppe für heute trudelt nach und nach ein. Zeit schnell die Toilette aufzusuchen und hier „bricht“ 🤢 Sebastian dann endgültig ab. Es macht einfach keinen Sinn.
Der König hat also zwei Optionen: 1. Abbruch und zurück nach Swakopmund / 2. Der König geht mit uns alleine auf die Tour…
... eine große Entscheidung für den kleinen Mann, aber lange hat es nicht gedauert! Tschö‘ Papa und ab dafür!



Es geht mit Jeane und Bernd Richtung Pelican Point. Ich glaube wir waren insgesamt so ca. 10 Leute, wir sitzen aber zu dritt alleine mit Bernd und Maskottchen in einem klapprigen Bus, den er gekonnt über Sand und Spuren bis weit auf den Strand bugsiert. Unterwegs sehen und lernen wir viel über die Tierwelt rund um die Lagune. Besonders freut sich Bernd, dass es seit 4 Jahren das erste Mal wieder Jung-Flamingos hat, die man sehr gut am grauen Federkleid erkennen kann. (es hatte wohl seit langem mal wieder genug Wasser im Etosha, dass die Jungtiere dort durchgekommen sind) 😎



Kleine Flamingos fressen die keratinhaltigen Algen die auch das Wasser in den Salzfeldern rosa färben und sind dementsprechend viel stärker eingefärbt, als ihre großen Brüder, die Krebse fressen und eher unter den Flügeln leicht rosa gefärbt sind. Aber neben den fast 140.000 Flamingos die man im Juli 2017 entlang der Küsten gezählt hat sehen wir auch Pelikane, Schakale die sich vor’m Wind geschützt in den Fahrspuren am Strand legen und natürlich die Salzanlagen und Felder unterwegs. Das Licht ist mies und es gibt auch keine Fotostopps. Mit seinem Kleinbus würde Bernd sich im Sand sofort festfahren, also gibt es nur „Kunst durch dreckige Scheiben“.







Der alte Leuchtturm wurde zu einer Lodge umgebaut… irgendwie würden wir hier nicht sein wollen.


Die Spur verlassen wir nur für Schakale… 😉






Am Pelican Point angekommen werden „künstliche Büsche“ für die Damentoilette am Strand platziert und dann kommt die große Modenschau. Es gibt dicke Pullis, Anoraks, wasserfeste Hosen, Handschuhe für Hände und Fotokameras und neues Schuhwerk. Beim Gang ins Wasser schnalle ich auch warum der Rest die Socken ausgezogen hat… 😣

Wir kriegen den „Sanderling“ und der König kommt in die Mitte. Ich setze mich nach hinten, dann hab‘ ich ihn im Griff und muss nicht paddeln, weil ich ja die Kamera meistens nutze. (man muss aber sagen, dass der Strahlemann den ganzen Ausflug superlieb war… ein Vorzeige-Patenkind)





Der König mit seinem gelben Paddel, das lieben die Robben!








Die Robben kennen die Nummer, kommen ganz nah an die Boote dran, werden aber nicht angefüttert. Sie spielen einfach mit den Paddeln und man kann sie etwas animieren in dem man die Paddel leicht auf das Wasser legt, hin und her bewegt und „Komm, komm, komm“ ruft. 🤨 Da kommt man sich schon was blöde vor, aber na gut… es funktioniert auf jeden Fall. Und für den aufmerksamen Leser, der sich fragt warum der Titel heute „Schafe beim Schwimm-Unterricht“ lautet: Video klicken, man denkt man paddelt mitten durch eine Schafsherde.

Video - Eco Kayak Tour by Blende18.2, auf Flickr


Nach gut 1,5 Std. bei den Robben sind wir zurück am Strand, es gibt Kaffee, Plätzchen und belegte Brötchen, alles wird wieder zusammengepackt und dann geht es wieder am Strand zurück zum Treffpunkt. Unterwegs erzählt uns Bernd, dass es hier Seegras gibt, das wie Spargel zubereitet wird und extrem salzig schmeckt. (wir haben später gegoogelt und es müsste Red Seaweed sein?!) Auf jeden Fall halten wir an, holen uns etwas davon ins Auto und das Zeug schmeckt wirklich als hätte jemand Salzwasser in Form gepresst! 😵











Es geht zurück nach Swakopmund. Da unser nächster Großeinkauf ansteht setzen wir den König nur kurz ab und dann geht es zum Superspar um alles nötige zu holen. Direkt gegenüber liegt der Namaqua Meat Market bei dem wir uns zuerst wundern, dass es alles nur tiefgekühlt kriegen, aber dann auf Anfrage doch alles frisch geschnitten und eingeschweißt wird. Wir nehmen immer 2 Steaks von so ziemlich allem. Springbock, Kudu, Oryx… mhhh lecker.

Die Wartezeit ist allerdings was länger und so widmen wir uns dem Biltong Regal, also der Biltong-Wand. Es hängt hier alles voll damit. Wir nehmen ein klein bissel was mit. Kleine Tütchen mit Chilli, davon hätte es mehr sein sollen, aber wir wussten ja nicht wie scharf das ist. GENIAL. Natürlich auch Biltong-Bacon, immer empfehlenswert und dann Biltong am Stück. Springbock und Kudu und dann noch mal mehrere Stücke Springbock für daheim. (was soll ich euch sagen, wir essen immer noch davon!!!) 🤪

Erst morgen Abend werden wir feststellen, dass man sich nicht immer versteht, auch wenn man dieselbe Sprache spricht. Steaks werden anscheinend als dünne Lappen geschnitten, was wir noch öfter feststellen. Wir haben uns etwas anderes vorgestellt und dicker ist auch einfacher zu grillen auf Feuer. Schade, denn Freundlichkeit und Qualität in dem Laden ist super… wir waren nur zu ungeschickt uns ordentlich auszudrücken. 🙁

Auf dem Weg zurück zum Haus kommt Hunger auf und wir halten beim Fork `n Nice für eine Portion Fish&Chips. Wenn man in Swakopmund ist muss man dort mal halten. Übertrieben lecker und das Pommesgewürz ist unvergleichlich. Das hätte ich am liebsten direkt eingesackt. Während wir da so sitzen hören wir ein „Da sind Robin und Mara!“ --- der kleine Kerl hat wirklich Augen wie ein Adler. 4 Punkte bewegen sich auf uns zu, vorneweg der König und die Glücks machen ihren Standard-Stopp beim Fork `n Nice. (machen die 4 Tage in Reihenfolge während sie in Swakopmund sind) --- den Kranken geht es zwar etwas besser, aber nix riskieren vor der Desert-Tour morgen, also einigen wir uns auf Fisch zum Abend zu viert.

Mal ein Fremdfoto, da ich den irgendwie nicht drauf hatte. The Namibian


Zurück an der Cottage schließe ich die Tür auf und die Disko geht los. Rote Alarmleuchten, schriller Sound… an die Alarmanlage hatten wir besser doch so gut gedacht. 😮 🙄 😣 Hektisch wird der Knopf zum Abschalten gesucht. Wir hoffen wir waren in der Toleranzzeit bevor der Sicherheitsdienst ausrückt. Sind wir, werden wir auch noch öfter sein. Wir machen nämlich nachts die „Beams“ an und zweimal rennt irgendeine Katze, oder was weiß ich, dadurch und mitten im Tiefschlaf geht die Anlage los. Das machen wir nicht noch mal, man kann die ja auch aus lassen.
Vor dem Abendessen haben wir etwas Zeit und räumen unsere Einkäufe weg. Ein paar Fotos vom Haus und sogar ein kleiner Strandspaziergang ist noch drin.



















Für den Abend hat Vanessa einen Taxifahrer direkt vom „Swakopmund-Speed-Circuit“ gebucht. Den Namen haben wir vergessen, ist aber auch keiner den man sich merken muss. Der Hinweg war ja noch halbwegs gesittet, zurück ballert der Kerl durch die Straßen als ob er die Formel 1 gewinnen möchte. 🤩

Dennoch kommen wir unfassbar underdressed im Ocean Cellar an. (vom Foto nicht verwirren lassen, Vanessa hatte doch tatsächlich ein Kleid dabei) Wir haben schon versucht halbwegs ordentliche Sachen rauszufischen, aber wir sind halt eher auf Camping eingestellt. Egal, wir gönnen uns die viel gelobten Swakopmunder Austern, genau 3 Stück als Vorspeise, für jeden eine. Mara kennt das schon, aber für Vanessa und mich ist es Auster #1. Kann man machen, aber hat mich nie gereizt und wird auch so bleiben. ABER, sie schmeckt, da kann man nicht meckern.





Mit dem abschließenden Thema Essen beschäftig sich auch unser AHA des Tages. Das begleitet uns die ganze kommende Woche und daher ist es hier gut aufgehoben. Unser Tipp an euch… Fleisch immer etwas dicker kaufen und klar sagen was man will.


FAZIT: Quaint Seaside Cottage
Wie immer zur letzten Nacht ein Fazit zur Unterkunft. Das kann man kurz machen, es war super. Tolle Location vorne am Strand. Sauber, herzlich eingerichtet und es hat Platz für 4-6. Also empfehlenswert, Hauptsache man lässt Nachts die „Beams“ aus. 😉

FAZIT: Kayak Eco Tours
Wir haben uns bei Jeane und Bernd wohlgefühlt. Die Tour würden wir sogar empfehlen, man kann das mal gemacht haben, gerade wenn man mit Kindern vor Ort ist, ist es ein schöner Ausflug für einen halben Tag. Es gehört für uns aber nicht in die Kategorie „Muss man gesehen haben“ und wär auch nichts, was wir noch mal machen müssten. Für mal gesehen haben ok.

Gruß,
Robin

Teil 1612. März 2018

Doppelpost... 🤪 (egal)

Tag 9 - 14.10.: Müsli - Plankton - Hollywood

Müsli, Plankton und Hollywood? - Ihr habt es natürlich sofort erraten, es geht heute in die Dünen rund um Swakopmund!



Einen letzten Morgen verbringen wir zusammen mit Familie Glück und mit von der heutigen Partie ist Marius von „Close-Up Safaris“ auf einer Tour zu den berüchtigten Little Five der Wüste. Gegen 08:40h kommt Marius mit seinem Jeep bei unserem kleinen Strand-Domizil vorgefahren, die Glücks sitzen auch schon in voller Mannstärke im Auto, wie schön das alle wieder halbwegs auf dem Damm sind und dabei sein können.

Marius wohnt immer 50/50 in Namibia und Deutschland, wo auch seine Familie in Berlin lebt. Somit spricht er auch deutsch, lieber aber englisch. (wie ich merke, da ich vorne neben ihm sitze und immer wenn wir fahren und es im Auto eh zu laut ist, fällt er ins Englische mit mir >> dafür erfahre ich von ihm aber auch unheimlich viel).
Für Kinder und Familie aber natürlich doppelt super, so hat man einen privaten Guide und keine Sprachbarrieren. 😎

Gut ist auch, dass Marius selber Kinder hat und somit die erste halbe Stunde genauso stoisch wegsteckt wie der Rest im Auto. Die Prinzessin hat nämlich eine ganz klare Abneigung zum Thema: „Ohne Kindersitz im Auto muss man dennoch stillsitzen.“ Und das lässt sie auch jeden lautstark wissen. Irgendwann fügt sie sich diesem Schicksal und mit der, dann endlich eintretenden, Stille der Wüste taut auch unser Guide Marius zusehends auf. Spätestens ab dem ersten Stop oder eher Unterrichtsstunde war dann Ruhe und Faszination, statt Geplärre, der ständige Begleiter im Auto. 🙂

Los geht es mit Marius' kleiner Wissensstunde zum Thema: >> Der Kreislauf der Wüste <<

Aber vorher eines der versprochenen Suchbilder für Euch: „Welches Tier ist hier zu sehen?“
(Seid fair zu euch selber, erst Suchen und dann weiterlesen, wer zu weit weiterliest spoilert sich selber. / bin ja mal gespannt @freshy 😛 )


Unsere Tour fängt mit einem Wüstenmüsli zum Frühstück an. Das sind diverse Pflanzenteile und abgestorbenes Material, dass der Wind in die Wüste treibt. Die Kleinsten ernähren sich davon und somit startet dieses trockene Müsli die Nahrungskette. Ebenso dazu zählen Tiere die der Wind mit sich trägt, die eigentlich hier nix verloren haben. Heuschrecken z.B., die einfach vom Wind mitgerissen werden und dann in der Wüste landen. Wir finden diverse Beinchen, die einzigen Überbleibsel, da diese wohl von den Wüstenbewohnern verschmäht werden.

Marius hält den Wagen an und sucht die Dünen ab, bis er findet was er gesucht hat und wir sehen unser erstes Tier an diesem Tag. Einen Silberfisch… 😎 🤨 - Ja und nein. Marius kennt einen besseren Namen. Das Plankton der Wüste, Lebensgrundlage für die wiederum etwas größeren Bewohner dieser kargen Landschaft.





Eines der Highlights, das auch das Plankton der Wüste frisst, finden wir, besser gesagt Marius, auch noch bei diesem Stop. Natürlich erst nachdem wir eine recht klare Ansage bekommen haben wo wir hintreten dürfen und wo nicht. Man will ja nicht aus Versehen auf etwas drauftreten oder etwas kaputt machen.

Er versammelt uns bei einem „Halbmond“ im Sand, der als einziges auf den Unterschlupf eines Wüstenbewohners schließen lässt. Marius gräbt einen jungen „Palmato Gecko“ aus. Zumindest mal ganz kurz. Grundsätzlich fasst nur er irgendwas an und er lässt die Tiere generell, und den kleinen Kerl hier im Speziellen, schnellstmöglich zurück und erklärt uns dann hinterher die Details. Gemerkt habe ich mir, dass er keine Augenlieder hat und sich die Augen mit seiner Zunge sauber leckt. Respekt! – ich komme nur bis zur Nasenspitze. 🙄



Wir steigen wieder ein und Marius bugsiert uns mit ca. 0.8bar auf den Reifen sicher durch die Dünen. Wir alle schauen natürlich aufmerksam ob wir was entdecken können. Tun wir natürlich nicht, außer hier und da mal eine andere Desert-Tour. Drei große Fahrzeuge mit gut 25 Leuten in der Gruppe, da hätten wir keine Lust drauf und Marius mag diese neuen Anbieter auch nicht, weil die Fahrzeuge zu schwer sind und zu viel kaputt machen. Außerdem halten die sich oft nicht an die einfachsten Regeln, wie z.B., ein Wüsten-Chamäleon packt man nicht an! Anders als die Geckos die wieder im Sand verschwinden haftet der Geruch den Chamäleons an und sie werden ihn nicht los. Das wiederum lockt die Jäger an und dank der Bilder von Touris mit den Tieren auf der Hand werden die Chamäleons immer weniger.

Eines entdeckt er aber dennoch und ganz in der Nähe eine der schon erwähnten, herbeigewehten Heuschrecken. Es ist also Fütterungszeit. Wir bilden einen engen Halbkreis mit genügend Abstand, damit das Chamäleon nicht gestresst wird. Umzingelt man es (siehe 25 Leute Gruppe) hat es keinen Fluchtweg mehr und findet dass dann gar nicht mehr lustig. „Stellt eure Kameras auf Dauerfeuer, dass geht jetzt Blitzschnell!“ 😮 --- wir warten gespannt!

Während wir Fotos machen, muss Papa Sebastian als Kletterbaum herhalten. 😄




Und dann geht es los, ich habe mir mal die ganze Reihe angeschaut um das auszuwerten. Das Bild wurde im Burstmode mit 18 Frames pro Sekunde aufgenommen. Ab dem Augenblick in dem man das erste Mal die Zunge sieht, bewegt sich diese fast unmerklich für 5 Frames. Bei Frame 6 ist sie dann komplett ausgefahren und hat die Heuschrecke schon erwischt. 1 Frame später sind nur noch 3/4 der Zunge zu sehen und wiederum 1 Frame später ist die Heuschrecke schon halb im Maul.

Der spannendste Moment hat sich also in ca. 2/18 einer Sekunde abgespielt. (=11 Hundertstel)

Ich muss ja zugeben… ich bin auf dieses Foto schon mächtig stolz. 😊


Man beachte hier die Zweifarbigkeit. Links in der Sonne noch Muster, Rechts auf der „Schattenseite“ fast rein weiß. Einfach coole Tiere.


Ein echtes Highlight unserer Tour. Es wird uns jetzt schon klar, wie spannend das alles wird. (wir hatten lange vor die Tour gar nicht zu machen… 5 Std. wegen kleinen Reptilien in die Wüste fahren, wozu?)

PS. Wer hier eher der Disney-Fan ist und Happy Ends liebt, der darf getrost das kleine Video hier klicken. 😉
Video Chamäleon by Blende18.2, auf Flickr


Marius taut auch immer mehr auf, man kann da gar nicht alles wiedergeben was er so erzählt hat. Er steckt einfach voller Themen und Meinungen, zu Politik, dem Naturschutz und dem Wandel im Land. Er ist engagiert in diversen Gremien zum Schutz der Namib und berät im Zuge dieser Funktion auch die Regierung, bzw. versuchen er und seine Kollegen zumindest ihr Bestes wie er etwas betrübt erklärt.

Währenddessen hält er immer mal an, entweder um einen Käfer zu fangen als Futter für weitere Chamäleons oder um seinen Hut wieder einzusammeln, den er regelmäßig aus dem Fenster schmeißt. 😐 Irgendwie will er einen der Ferraris der Wüste, eine „Schaufelschnauzen-Eidechse“ einfangen. Es erschließt sich uns aber nicht wie er das anstellen will. Die Viecher sind so wahnsinnig schnell, der fängt doch niemals eines unter seinem Hut und dann noch aus einem fahrenden Auto raus gezielt. Etwas suspekt isser ja schon, der Marius. 😗

Des Rätsels Lösung?! –-- Wenn die Echsen einen Schatten wahrnehmen, graben sie sich blitzschnell ein, da sie glauben, dass ein Raubvogel unterwegs ist. Marius Hut mimt, in diesem kleinen Kammerspiel hier, den Raubvogel und er versucht einfach nur zu sehen wo genau sich eine eingräbt. Es dauert bestimmt ein Dutzend Versuche, aber dann hat er sich eine Stelle gemerkt, springt aus dem Auto (während wir uns etwas verdutzt anschauen 😳) und buddelt wie verrückt, bis er die kleine Eidechse zu fassen kriegt. Wie gesagt, er handelt erstmal und erklärt uns dann hinterher die Details.





Kommen wir zurück zu unserem Suchbild vom Anfang, habt ihr das Tier entdeckt?
Es handelt sich um eine „Peringuey-Otter“, die Namib-Sidewinder. Man sieht nur einen kleinen Teil des Kopfes und die Augen. Direkt unterhalb der weißen Blüte ziemlich mittig.



Anbei mal rangezoomt aus besserem Winkel.






Nach der einzigen Schlange die wir in Namibia zu Gesicht bekommen fährt Marius mit uns zu seinen Lieblingen. Seit Monaten besucht er diese kleine Vogelfamilie, es ist die einzige in der Nähe und überhaupt die einzige die er hier mal hat brüten sehen in all den Jahren. Er kennt die Kleinen noch als Eier im Nest und die Vögel kennen und Vertrauen ihm. Wieder mal das Thema Respekt. Er fährt mit uns zu einer Düne weit oberhalb des Nests, die Vögel kommen von ganz Alleine. Die 25 Leute Truppe kommt 15 Minuten später an. Umstellen mit 3 Fahrzeugen das Nest und alle rennen direkt drum herum. Marius quittiert das mit einem: „Ich kenn‘ ja den Besitzer… den werde ich heute wohl noch mal sprechen müssen! 😠

Zurück zu den Vögeln. Es sind Bodenbrüter, die Jungtiere haben keinen Eigengeruch und die Eltern bringen den Unrat etc. immer mind. 50 Meter weit weg um mit keinen Gerüchen das Nest zu verraten. Mehr weiß ich nicht @ Fotomatte (und generell alle Vogel-Experten), jetzt bist du/seid ihr dran. Die Eulenmuckels haben Sonntag auch schon auf dich verwiesen, so ganz sicher waren sie sich nicht. Schmätzer? – evtl. aber für den Namib-Schmätzer eigentlich zu hell?! O-Ton: "Der Matte kann das klären!" 😉

Der, jetzt noch, als Wüstenvogel benannte Piepmatz (die beiden auf der Hand, der andere ist zwar auch ein komischer Kauz, aber das ist Marius 😜)


TracTrac Chat / Namibschmätzer (danke Maddy)



… der Tag wird ganz schön lang, ihr merkt schon wie begeistert wir von dieser Tour waren. Da muss ich einfach weiter ausholen, da ich das hier Geschriebene auch später noch für unser Fotobuch zur Erinnerung nutzen möchte. Im Hier und Jetzt wird’s auch schon wieder später, also leider doch eines dieser unbeliebten:

FORTSETZUNG FOLGT…


Gruß,
Robin

Teil 1714. März 2018

@ maddy / fotomatte / Daxiang
Danke für die Aufklärung und Bezeichnungen... also Namibschmätzer ist wohl am wahrscheinlichsten im Deutschen.

Der Englische Name "Tractrac Chat" gefällt mir aber auch besser... noch etwas besser aber fotomattes Bezeichnung TicTric&Trac 😄

@ freshy
Ja der arme Sebastian hat beim fotografieren gerne alles gegeben und sich auf den Boden geschmissen, dass wurde sofort ausgenutzt. Die Fotos kennen wir bis heute nicht!!! 🙄 (mit beiden Kindern zu Hause kommt Vanessa nicht dazu das Fotobuch fertig zu stellen) Nächstes Wochenende sehen wir uns und dann verlange ich einfach irgendwas mal zu sehen.

@ TinuHH / Esthi71 / __Thomas++D++82
Thx again und Thomas, freut euch drauf, die Tour ist was Besonderes. 🙂

@ Annick
Dann sattel' mal auf, willkommen an Bord.

-----------------------------------------------------

FORTSETZUNG - Tag 9 - 14.10.: Müsli - Plankton - Hollywood

Unsere Tour geht weiter und Mr. Hollywood will mit uns hoch in die Dünen für eine kleine Pause. Ahja, jetzt wird wohl auch das Hollywood in der Überschrift erklärt und so ist es auch. Ich denke fast jeder Namibia-Reisende wird früher oder später in der Recherche darüber stolpern, dass in der Mondlandschaft und rund um Swakopmund der 4. Teil der MadMax Serie, „Furyroad“, gedreht wurde.

Marius und viele andere Guides aus der Gegend waren in dem Filmprojekt involviert. Er hat vorab Locations gescoutet und war Fahrer für die Kamerafahrzeuge. Das haben fast ausschließlich lokale Guides gemacht, da die Fahrt auf lockerem Sand so kontrolliert der typische Hollywoodianer wohl eher nicht drauf hat. 😉

Und natürlich hat er Dünen gebaut… es waren für den Filmdreh wohl nicht genügend vorhanden. 🤪 Seine Dünen halten aber nur knapp 2 Monate, dann sind sie im wahrsten Sinne des Wortes vom Winde verweht. „Ist ja kein Wasser in den Dünen!“ --- „Jo stimmt Marius.“….. ÄHHhhh, warte mal, was? Wir sind mitten in der komplett trockenen Wüste. Und da waren wir eben noch in Hollywood und schon sind wir im zweiten Unterrichtskapitel angekommen.

Die Dünen der Namib
Tja was soll man dazu sagen, die Fluß- und Bachläufe sind oberirdisch zwar ausgetrocknet, unterirdisch fließt das Wasser aber noch und da trockener Sand, aus dem auch Marius‘ Dünen sind, nun mal vom Wind einfach abgetragen wird, benötigen Dünen nassen Sand um zu wachsen. 🤩

So sind die größten Dünen, also die mit dem meisten gespeicherten Wasser. Oft kommen hier unterirdische Flüsse an. Das klingt so erschreckend logisch, dass wir uns alle wundern, warum wir da nicht selber mal draufgekommen sind. (also logisch klingt es schon, aber nein, so langweilig, dass wir da drüber zu Hause nachdenken würden, sind unsere Leben dann auch wieder nicht) 😛





Während wir bei der Pause die „nassen“ Dünen erklimmen bereitet Marius schon die nächste Lektion vor. „Fällt euch die schwarze Färbung der Dünen auf?“ --- Nun ja, direkt zu Füßen sieht man das ja eher wenig, in etwas Entfernung fällt das gut auf. Dürfte eher Schatten sein. Marius holt eine Plastiktüte aus dem Auto und streicht damit die Wüste glatt. Als er die Tüte anhebt ist sie voller schwarzer Spänne, winzige Eisenspänne um genau zu sein. In der Tüte steckt ein Magnet und so zeigt Marius Eindrucksvoll woraus die Wüste neben Sand noch so alles besteht. 😎



Marius will uns noch eine Aussicht auf den Ozean zeigen und auf dem Weg dahin zeigt er ein bisschen davon, was man so als Wüstenfahrer können muss. Sehr zur Freude von König-Strahlemann und den Erwachsenen ebenso. 😄

Auf dem Programm stehen noch die Roaring Dunes der Namib. Diese machen einen Sound, wenn die Größe der Sandkörner und Grad der Trocknung, Temperatur etc. zusammenpassen. Nahe der Küste hat es ein paar dieser besonderen Dünen. Eigentlich haben wir dafür keine Zeit mehr, Mara und ich sind ja langsam wieder spät dran und so toll sind solche Dünen nun auch nicht, wir haben ja schon einige heute gesehen.

Egal, jetzt sind wir einmal da. Ich stapfe die Düne hoch und während der Rest der Truppe sich noch wundert, dass man die Straße bis hier oben rauschen hört bin ich schon BAFF. Ich erkläre dem Rest, dass die keine Autos hören, sondern mich. „Ach Quatsch, red‘ nicht!“ Ich halte an und die Autos bleiben auch stehen. Ich gehe weiter und der Verkehr rollt wieder. IRRE!, diese Dünen haben ihren Namen zu recht und dann gibt es kein Halten mehr. Alle Mann (und natürlich auch Frauen, da muss man ja aktuell genau drauf achten…) rauf auf die Düne. Wollen wir doch mal sehen ob wir gemeinsam eine Autobahn hinkriegen. Allen voran natürlich der König… Dünenkullern lässt der nicht aus. 😁





Jetzt kommen wir tatsächlich langsam zum Ende unserer Tour und zum Schluss schließt sich dann auch noch „Der Kreislauf der Wüste“, wir kommen am „Pferdefriedhof“ vorbei. Soldaten haben hier, nach einem Gewaltritt von über 100km durch die Wüste, das Ende von über 1.900 Pferden und knapp 900 Mulis besiegelt.

Der aufmerksame Leser hat mitgezählt und wird feststellen, dass wir doch erst 4 der kleinen 5 der Wüste gesehen haben. Das passt nicht so ganz zu einer „Little Five Tour“. Das ist zum Glück kein Problem, denn die bieten Marius & Caroline auch gar nicht an. Ihre Tour nennt sich „Die Geheimnisse der Wüste“ und davon haben wir viele entdeckt heute, auch wenn Marius sicher noch ein paar für sich behalten hat...

Und die letzte der Little Five? --- Die „Dancing White Lady“ bekommen wir nicht zu sehen. Damit treffen wir schon auf den zweiten Guide (vielleicht die einzigen beiden in Namibia?) der sich weigert einer Spinne vier Tage Arbeit aufzuhalsen, nur damit wir ein Foto am helllichten Tag machen können. Wir finden das große Klasse und können in allen Belangen diese Tour nur wärmstens empfehlen! 😎



Es geht zurück nach Swakopmund und somit rückt ein vorläufiger Tiefpunkt unausweichlich näher… unser Abschied von Familie Glück. 🙁
Die Kleinen sind auf dem Rückweg eingeschlafen und so im Halbschlaf fällt der Abschied leichter. Wir können Ihnen ab jetzt nur noch viel Spaß und Glück auf ihrer langen, weiteren Reise wünschen. Noch 6,5 Wochen sind sie unterwegs in Namibia und Südafrika.

Wir packen unseren Kram zusammen. Regeln die letzten Details zum Check-Out der Cottage, schön das heute keine neuen Gäste kommen, so haben wir unsere Sachen während der Tour noch im Haus lassen können. Es geht jetzt zu unserem nächsten Zwischenstopp, der Omandumba Gästefarm. Und damit auch zum nächsten Zwischenstopp unserer kleinen Reisegruppe hier.

Ein Zwischen-AHA des Tages haben wir als Trostpflaster für euch. Gleichzeitig auch das Fazit für die Tour.


FAZIT: Close-Up-Africa
Das erübrigt sich ja quasi, das liest man im Bericht oben. Eine klare Empfehlung, auch definitiv eine Tour die wir direkt noch einmal machen würden. Es werden auch unterschiedliche Touren angeboten, wenn wir mal wieder nach Swakopmund kommen würde ich die Nachmittags-Tour machen zur Mondlandschaft und Welwitischia. Da waren wir diesmal nicht und mit Marius ist das bestimmt gleich viel interessanter! 🙂

Gruß,
Robin

Teil 1817. März 2018

FORTSETZUNG - Tag 9 - 14.10.: Im Land der Traumfelsen

Wir bleiben bei Tag 9, der Titel ändert sich, nicht aber unsere mittlerweile schon wohl bekannte Art des entspannten Reisens. Wir sind mal wieder spät dran!, also ab dafür und Tanken müssen wir ja auch noch. Dann geht es aber endlich los in Richtung Omandumba. Die erste Teilstrecke führt uns raus aus Swakopmund und die B2 in Richtung Norden.

Eine Kolonne aus LKWs perlt sich die Strecke entlang. Bei interessierter Beobachtung der Einheimischen Piloten fällt schnell auf was da teilweise an Optimismus an den Tag gelegt wird… man muss manchmal schon staunen. 😏

Entlang des Weges finden sich immer mal kleine „Craft-Shops“ am Rand und irgendwann sieht man auch etwas entfernt die Spitzkoppe am Horizont. Die hätte ich gerne noch besucht, aber wir haben diese gegen die Wüstentour eingetauscht und sind jetzt auch nicht sonderlich traurig drum.



Es dauert nicht lange bis es von der B2 zurück auf unser geliebtes Gravel geht, endlich wieder rein in die „Wildnis“, das zumindest ist so das Gefühl, das bei uns immer aufkommt wenn es auf Gravel geht. Die Landschaft wird etwas felsiger, das Erongo baut sich vor uns auf und wir freuen uns über die schöne Landschaft, die uns in den letzten beiden Tagen etwas gefehlt hat. Wir nehmen die direkteste Route über D1930 – D1927 – D2306 – D2315, die uns gut gefällt, speziell das letzte Teilstück ist wunderschön.

Wir kommen unerwartet an ein großes Gate, Omandumba liegt in einer „Community-Area“, ist das die richtige Bezeichnung? Als wir näher kommen geht das Tor auch schon auf, ein Angestellter wartet, dass wir durchfahren. Er ist etwas irritiert als wir anhalten und ihm sagen, dass wir nach Omandumba wollen. Er sagt nicht viel, aber sein Blick ist vielsagend: Er scheint zu überlegen Mr. Wayne zu holen. Mr. Wayne Interessierts. 😄

Das Prozedere machen wir die folgenden Tage ja noch ein paar Mal und irgendwann haben auch wir verstanden, dass er einfach nur das Tor aufmacht und keinerlei Kontrollfunktion ausübt. Zu einem kurzen „Hello“ oder „Bye“ lassen wir uns dennoch bei jeder Durchfahrt hinreißen.

D2315




Ein kurzes Stück den Weg entlang kommt dann die „alte Farm“ von Omandumba in Sicht. Die Familie Rust lebt hier nicht mehr direkt, sie lebt jetzt beim neu entstehenden Bush-Camp auf dem Gelände. Das ist zwar sehr schade, da wir vorher sehr nett geschrieben und hier auf den Kontakt zur Familie gehofft hatten, aber da wir das kurz vor der Reise noch erfahren haben, ist jetzt auch keine negative Überraschung mehr.

Die Verwaltung hat jetzt Telma inne, eine resolute, etwas burschikose Dame, die uns mit den Worten: „Ihr seid aber ganz schön spät dran!“ begrüßt. Ach wirklich?, Fakenews! 😗

Unterstützt wird sie im Moment von der Praktikantin Helen, die für 2 Monate auf der Farm lebt. Eine echte Rennfahrerin wie es scheint. Da sich auf dem Gelände der Farm wohl ein etwas übellauniges, einzelnes Nashorn seit ein paar Tagen rumtreibt und vor 2 Tagen Helen bei einem Farmdrive mit Gästen überrascht hat. Sie hat sich so erschrocken, als das Nashorn direkt beim Auto aufgetaucht ist, dass sie mit den Gästen oben auf dem Wagen mit Vollgas über die rumpelige Pad die Flucht ergriffen hat. Die Gäste waren der Beschreibung nach wohl gut geschüttelt, nicht gerührt. 😄

ABER, gut zu wissen, eine wichtige Information! – wir haben also die Chance unser erstes Nashorn zu sehen. (ach so… das sollte ein Warnhinweis sein 😊)

Jetzt bugsiert uns Telma auch direkt aus der Farm, gibt uns noch Feuerholz mit und dann sollen wir uns sputen. Es sind gute 10km über die Farm und wir müssen uns beeilen, damit wir es noch bei Tageslicht schaffen. Wir kriegen eine eher handgemalte Karte des Geländes und sollen den 3 Elefanten folgen. Alles klar, wird gemacht. Das erste Schild ist schnell gefunden.





Wir verfahren uns etwas, es wird noch später, aber ein Fotostopp an diesem Felsen muss drin sein.


Die Abendstimmung setzt ein 🙂


Überall hat es Tausendfüßler-Überreste und…


… Spuren im groben Sand. Es soll hier Leoparden haben. Passt diese Spur?


Die ganze Landschaft hier ist unwirklich schön. Es kommt einem direkt der Gedanke in den Sinn, dass wenn man schon eine Farm in Namibia haben möchte, dann wäre das einer der Sehnsuchtsplätze. Es gefällt uns hier auf Anhieb so gut, dass wir beschließen morgen früh nach Bulls Party zu starten, damit wir hier den Nachmittag auf dem Gelände haben, da ja heute keine Zeit mehr bleibt.

Der Abzweig zur Bushman Cave kommt etwas später, wir sind uns nicht sicher ob wir auf dem richtigen Weg sind, ein Schild haben wir nicht gesehen, aber es führt eine PAD auf die Felsen zu, die müsste es wohl sein. Dann geht es mitten auf die Steine rauf. Mara muss kurz aussteigen um zu schauen wo genau es weitergeht und dann stehen wir „auf den Felsen“, einem kleinen Plateau und überblicken das Gelände.

ATEMBERAUBEND!

In den Felsen eingebettet liegt die Eremiten-Hütte mit den in die Natur eingebauten Ablutions, Toilette mit Blick und einer Panorama-Dusche auf dem Oberdeck. Es bleibt uns kaum Zeit alles mal schnell zu begutachten, die Sonne steht schon tief, also schnell einen Platz für das Auto suchen… was irgendwie nicht so recht gelingen will. Der Boden will einfach nicht dort gerade sein, wo wir unser Auto gerne stehen hätten. Es wird rangiert und probiert und dann irgendwann einfach stehen geblieben. Hilft nix, Zelt aufbauen, Tisch und Stühle raus und dann ein klein wenig in die Felsen hoch zum Sundowner. 🙂











Wir schaffen es noch den Esstisch im letzten Licht zu decken und unseren Kram auf die Anrichte zu stellen. Dann gibt es wieder mal „Instinkt-Grillen“ im Feuerschein und Mara muss in der Küche das Licht einschalten, aber HEY 🤩 , darin sind wir ja quasi schon Profis mittlerweile.

Die Anrichte.


Unser Esszimmer…




…und die Küche. 😉


Was für ein Tag! Wir sind glücklich, aber geschafft. Die Wüstentour war der Wahnsinn und unser kleines Reich auf Omandumba, fernab jedes anderen Menschen, übertrifft unsere Erwartungen um ein Vielfaches. Die Müdigkeit schlägt aber auch erbarmungslos zu und wir bringen unseren Kram einfach nur noch hoch in die Hütte, Katzenwäsche, Zähne putzen, Spüli in die Spüle und über Nacht einweichen lassen. Wir wollen zwar früh los, aber heute noch zu spülen… dazu reicht Ausdauer und Motivation nicht mehr. Dann fehlt halt morgen früh etwas Zeit.

Irgendwie purzeln wir diese Nacht etwas durch’s Zelt. Da hat wohl jemand nicht gerade eingeparkt… Naaaa GUT! Wenn ich eh‘ wach bin kann ich einer Tradition doch noch Tribut zollen und schaffe wenigstens noch ein kleines Sternenfoto, jetzt wo es um uns herum wieder dunkel genug ist um die Milchstraße zu sehen. 😎



Fehlt nur eines, nämlich unser

… was man ja leicht verhindern kann, wenn man sich an die Tipps hier aus dem Forum erinnert und einfach Steine nutzt um die Reifen drauf zu stellen und so den Boden zu „begradigen“. Das ist mal wieder so ein AHA aus der Kategorie „Tipps, an die wir nächstes Mal denken müssen!“


Gruß,
Robin

Teil 1926. März 2018

marianne2014 schrieb:Hallo Robin,
super schöner und humorvoller Reisebericht mit tollen Fotos, auch sehr interessant für uns, da wir in 5 Wochen losfahren und teilweise die gleiche Strecke zurücklegen wollen. Es wird unsere erste Tour in Namibia sein. Ich hoffe nur, dass ich den Ende des Berichtes vor unserem Abflug lesen kann. 🙂
Dank' dir, aber mit dem Ende des Berichtes wird es wohl knapp. Die letzte Woche war einfach nur vollgestopft.

----------------------

Jetzt muss/kann/darf ich meinen Resturlaub nehmen für 2 Tage. Da habe ich es zumindest endlich mal geschafft wieder weiter zu schreiben. Also heute gibt es einen neuen Tag, dafür uch komplett und morgen soll das Wetter mis sein. Dann werde ich es mir mal genütlich machen und endlich die vielen Reiseberichte nacharbeiten, die ich auf meiner Leseliste habe. 🙂

---------------------------

Tag 10 - 15.10.: Der Tag der toten Maus



21.574665 Südliche Breite, 15.531534 Länge. Es ist 6.53 Uhr. Wir befinden uns im südlichen Afrika, die Farm Omandumba erwacht gerade erst, als die hier herrschende Ruhe und Beschaulichkeit durch einen spitzen Schrei zerrissen wird.

Unser Held schreckt hoch. Der Schrei erklingt aus dem Turm, der hoch oben am Felsen steht. Etwas Schreckliches geht vor sich, er springt auf, erklimmt den steilen Pfad und stürmt den Turm. Er reißt das Tor auf und sieht…

… Mara beim Spülen. 😗

Also eigentlich sieht er Mara wie sie nicht spült, sondern angewidert auf das Spülbecken starrt.
„Da ist ne Maus drin, ich hab die auch schon angefasst!!!“

Und tatsächlich, da schwimmt das totenstarre Vieh. Hatte wohl noch keinen Freischwimmer die Arme. Der Held zieht sein… ach Quatsch, also ich schnappe mir die Grillzange. Die Maus wird rausgetragen und bekommt eine wenig zeremonielle Flugbestattung die Felsen runter. 😊

An diesem Morgen lernen wir etwas über’s Camping (oder nur über uns, ich weiß ja nicht wie’s euch beim campen geht), es wird einem echt alles egal. Ich meine, klar haben wir das Wasser abgelassen und die Sachen unter laufendem Wasser abgespült, aber hey, über die Hälfte war ja schon fertig und abgetrocknet… das machen wir nicht noch mal. Das kommt so wieder in den Wagen. 🙄 😣

Apropos Wagen, in den steigen wir kurze Zeit später ein, fahren wieder den Mini-Trail von den Felsen runter und es geht zurück über das Farmgelände. Wieder halten wir glücklos Ausschau nach dem Nashorn, sehen aber nur ein paar Zaungäste im Gestrüpp. Unser heutiges Ziel ist die Ameib Ranch. Auf dem Weg dahin bewundern wir wieder die Gegend, nehmen auf der D2315 noch mal das Thema Weite mit und grüßen natürlich unseren etwas trägen Torwächter auf Selbiger wieder.



Steinböckchen


Weibliche Männliche Rotschopftrappe (danke Fotomatte)






Kann jemand den Vogel bestimmen? 😛


Heute haben wir ja nur wenig Strecke und kommen schon morgens zu sehr angenehmen Temperaturen an der Ranch Ameib an. Von Bulls Party haben wir so viele Bilder gesehen, da wundern wir uns schon, dass niemand sonst hier ist. Die Ranch ist leergefegt, wir holen unser Permit, es gibt noch eine kurze Erklärung was man so sehen kann und welche Wanderungen möglich sind.

Kurz bevor wir uns aufmachen hören wir noch das bekannte. „Bääheee“, „Bääheee“ und ich schnappe mir noch mal die Kamera um zu sehen ob ich den grauen Papagei heute besser erwische, nicht sonderlich, leider.









Graulärmvogel


Es geht durch eine sehr schöne Landschaft, über enge Sandpisten bis hin zur Bulls Party. Das Beeindruckendste ist nichtmals die schiere Größe der Felsen, sondern vielmehr die völlig verzerrte Größenvorstellung, da einem jegliche Referenz fehlt. Wir sind also schon was länger unterwegs hier, haben schon Fotos gemacht und uns an die Gegend gewöhnt. Mara meint zu mir, ich solle kurz nach da vorne gehen und mich auf den kleinen Stein stellen, dann so tun als ob ich den Großen abstützen möchte. Hier das Bild erst mal als Referenz:



Ich laufe also los und merke schon sehr bald, dass die Steine da vorne viel weiter weg sind als gedacht. Es geht durch eine kleine Senke, in der Mara mich nicht sehen kann und auch sie wundert sich was ich eigentlich so lange mache. Ich soll ja nur kurz darüber gehen. Als ich an den beiden Felsen ankomme, scheinen diese gewachsen zu sein oder ich bin geschrumpft. Selbst der „Kleine“ der beiden ist so groß, dass ich gar nicht erst draufklettern kann. 😮

Wirklich erstaunlich, wir waren bestimmt schon über eine halbe Stunde dort, aber die Größenverhältnisse bekommt man nicht auf den Schirm.











Elephant’s Head (mit etwas Vorstellungskraft kann man einen Elefanten sehen)


Auf dem Rückweg zur Farm sehen wir einen Felsen in dem wir viel mehr einen Elefanten erkennen oder glauben zu erkennen. Dann halten wir noch am „Paradies“ an. Dies ist ein kleiner Walk der zu einem Waldgebiet führen soll in dem man Chancen auf Giraffen hat. Nein, auch hier sehen wir wieder keine… aber die kleineren Bewohner freuen uns auch sehr. Überall sprinten Eidechsen über den Weg oder hüpfen Vögel von Baum zu Baum. Wir bleiben gar nicht so lange, Ziel heute ist es ja gegen späten Mittag zurück auf der Farm zu sein und die Gegend etwas zu erkunden.



Unser Erongo-Elephant im seitlichen Profil. (Rüssel und Kopf links)


Eingang zum Paradies


Namaqua Sandläufer


Schwalbenschwanzspint


Maskenbülbül


Noch ein Sandläufer…


ein undefinierbarer Gecko… Gemeiner Zwerggecko (danke Fotomatte)


und auch hier habe ich keinen Plan. White-browed Sparrow-Weaver / Mahaliweber (danke Maddy/Fotomatte)


Wir verlassen BullsParty, kommen durch ein paar kleine Ortschaften mit interessanter „Kneipenkultur“ und sind früh wieder zurück auf der Farm. Ihr merkt glaube ich schon worauf das hinausläuft. Ich habe ja Anfangs geschrieben, dass wir nur FAST IMMER spät dran waren. Heute sind wir mal entspannt unterwegs. Wieder grüßen wir am Tor und wieder werden wir nur erstaunt angeschaut… ähhh. OK.



Zurück auf der Farm finden wir diesmal auch den richtigen Abzweig, bzw. das zugehörige Schild, fahren aber durch in Richtung der „Nachbar-Campsite“ der drei Elefanten. Ja auch hier soll man 3 Elefanten im Fels erkennen, aber ich erspare uns das. Stattdessen suchen wir die Felsmalereien auf, zumindest die, die leicht auffindbar sind. Twyfelfontein haben wir aus unserer Tour gestrichen, da es morgen eh‘ schon eine sehr lange Route wird. Also haben wir vor Ort unser eigenes, kleines Twyfel und sind alleine hier und haben alle Zeit uns die Zeichnungen anzuschauen. 😎



Namibische Felsagame






Eine Schrecke… welche? Der KEINE Schrecke, sondern Schwarkäfer (danke Fotomatte)


Ein Blick genügt dann auch... man muss ja nicht zu übermütig werden!


Bergstar im Abflug


Durch die Landschaft ziehen sich in paar PADs und wir nehmen eine andere Route Richtung Campsite, dort angekommen schnappe ich mir die Kamera und mache noch ein Panorama der Gegend vom Balkon aus. Wir waren heute viel zu Fuß unterwegs und das kraxeln auf Bulls Party etc. lassen nur einen Gedanken zu = Dusche!

#1 Blöd ist, dass wir das Wasser nicht wirklich warm kriegen, weil es zu viel Wind hat und der Donkey nicht schnell genug heizt.

#2 Toll ist, dass es hier ja sogar 2 Duschen hat, wir also beide gleichzeitig duschen können.

#3 Blöd ist, dass der kleine Ütz Warmwasser bei der unteren Dusche zwischen den Felsen abgezogen wird.

#4 Toll ist, dass die untere Dusche, wie die gesamten Ablutions, schön, mit Sichtschutz, in die Felsen integriert ist.

#5 Toll ist, dass man von der obigen Dusche eine großartige Aussicht hat.

#6 Blöd ist, dass es offensichtlich einen Nachmittags-Drive der Farm gibt, der genau jetzt hier vorbeifährt, unten auf der PAD hält und (ich vermute mal) den Gästen etwas zur Geschichte der Hütte erzählt wird. 🤨 “Und da oben sehen Sie einen der Höhlenmenschen bei der täglichen Körperpflege. Hatten diese Urzeit-Menschen kein Jagdglück, so gab es auch keine Felle aus denen Sie sich hätten Kleidung herstellen können!“ 😄







Nach dieser Begegnung der besonderen Art heißt es Arbeitsteilung. Zelt aufbauen, Grill anschmeißen, Essen kochen und das Esszimmer mit Ausblick aufbauen. Wie immer schnappe ich mir das Fleisch und dann wird das Blut aus dem Beutel in die Flamme gekippt. Heute nicht, es ist ja komplett windig und während ich den Plastikbeutel gerade über die Flammen halte erwischt mich eine Windbö und ich haue mir das ganze Blut über die Hose... völlig egal, denn LEUTE, was soll ich euch sagen… Es ist richtig schön im Hellen zu essen!

Danach bleibt diesmal Zeit zum Abwasch! UND ich kann noch mal unseren „Hausberg“ erklimmen um ein paar Gegenlichtbilder zu machen, nur der direkte Rückweg gestaltet sich schwieriger als gedacht. Ich bin leicht Lost und muss erst mal wieder den Weg zurück finden. Jetzt aber noch schnell zum Beweis Fotos von einem Grill und gedecktem Tisch bei Sonnenschein!









Wieder mal ein toller Tag. Wieder kein Glück bei Giraffen, wieder nicht das Nashorn auf der Farm gefunden, aber die großen Tiere werden wir im Etosha noch sehen, dafür hatten wir heute eine Menge kleinere Tiere und eines fehlt ja noch. Während wir in der Hütte oben stehen und Zähneputzen wandert mein Blick so durch die Hütte, hier kann man ja auch drinnen übernachten. Ich schaue zur Decke und sehe zum ersten Mal, dass hier alles von Fresspaketen einer Spinne vollhängt. Andere Spinnenkadaver, Heuschrecken, einfach alles… eklig. Mindestens genauso eklig wie der Herr des Hauses, der an der Scheibe sitzt, genau neben Maras Schulter. Hier übernachten… Danke, aber nein Danke! Da ist uns unser Zelt doch lieber. 😕

Den Schock überwindet man am besten mit etwas beruhigendem. Also versuche ich mich an Lichteffekten bei der Nachtaufnahme. Mittlerweile bin ich darauf gekommen, dass es besser ist nur einmal kurz den Vordergrund anzuleuchten. Vielleicht 1-2 Sekunden mal aufhellen und dann wieder Dunkelheit. Der Vordergrund überstrahlt nicht so und man lässt den Sternen mehr Raum wirklich zu scheinen. (wenn man dauerhaft den Vordergrund beleuchtet kreiert man ja quasi selber Lichtverschmutzung für das Foto) Ich teste diverse Ideen und das Öffnen des Wagens, dass alle Blinker einmalkurz aufleuchten hat die spannendste Bildwirkung. 😎





Natürlich fehlt noch unser AHA des Tages und hier kann es nur eine Erkenntnis geben. Räumt euren Müll weg, das schadet nur den Tieren vor Ort. Auch wenn man müde ist und keine Lust mehr hat, denn sonst…


FAZIT: Omandumba
Wir können ja nicht viel über die Farm selber sagen, aber ich denke man kann hier alles empfehlen. Es gibt am nächsten Morgen noch ein paar Impressionen des Farmgebäudes selber. ABER, die Campsite, die Landschaft in die man eingebettet ist, das Drumherum und auch hier hätte man einen Tag noch länger einfach nur über das Farmgelände wandern können… Omandumba war unsere mit Abstand schönste Campsite und Übernachtungen in Namibia. 5 Sterne ohne Einschränkungen!

Gruß,
Robin

Teil 2001. Apr. 2018

@ Daxiang
Danke und immer schön, wenn man sieht, dass ihr weiter mitfahrt. 🙂
Eulenmuckel schrieb:
Aber falls ihr uns mal zum Essen einladen solltet, bringen wir wohl lieber unser eigenes Geschirr mit. 😉
Wink mit dem Zaunpfahl?!, wir sind euch eine Einladung ja noch schuldig. 😉
Und was die Sache mit der Hose angeht... ach lies selbst.

------------------------------------------

Tag 11 - 16.10.: Begegnungen

Heute steht unser längster Fahrtag an. Wir haben uns nach langem hin und her und hauptsächlich weil ich die Palmwag Concession so spannend fand‘, gegen eine Zwischennacht im Gebiet rund um Twyfelfontein entschieden und fahren direkt bis zur Palmwag Lodge durch. Obwohl es nur ein Fahrtag war, fällt mir der Titel nicht schwer, denn dieser Tag entpuppte sich als eine Aneinanderreihung von tollen, beängstigenden und lustigen Begegnungen.



Morgens lassen wir uns nicht viel Zeit, die Ablutions werden ein letztes Mal genutzt und bei der Gelegenheit abgelichtet, ich schaue mir so meine Klamotten an und stelle fest, dass die Blutflecken auf der dunklen Hose ja gar nicht so sehr auffallen. Dann ist die auch noch mal gut für einen Tag… 🙄 (Thema –Alles egal- und so…)

Nach einem sehr schnellen Frühstück geht es ein letztes Mal durch das Farmgelände. Unsere letzte Chance auf das Rhino, also wird noch mal tief in die Büsche gespäht. Ein typisches „Bähheee“ – „Bähheee“ ertönt und wieder ist das Bild nur so lala. Ich glaube wir sehen zwei Strichelracken? und ein ziemlich krank wirkender Kudu liegt am Wegesrand… nicht mal mehr bis in den Schatten des nahen Busches hat er es geschafft.









Strichelracke!


Graulärmvogel


Strichelracke!


Auf der Farm checken wir aus und zahlen unseren Deckel. Dann geht es endlich los auf die lange Tour. „Warte mal, Halt. – Wir haben unseren Müll vergessen abzugeben.“ Achja, verdammt. Den wollen wir jetzt nicht mit uns rumschleppen und wir sind ja auch nur ein paar hundert Meter weit, also zurück und Müll abgeben. Nochmal Tschüss und jetzt geht es wirklich los. „Warte mal, Halt. – Wir haben vergessen die gemalte Karte zurückzugeben.“… ja, das war die Einzige, die hatten keine Kopien mehr und uns das *Original* gegeben. VERDAMMT!

Also noch mal zurück. Gut, dass wir es ja nie eilig haben. Hallo – Karte vergessen. – Na gut, jetzt kaufen wir auch noch so ne‘ Nuss und Tschüss! Achja, und wer hat eigentlich gestern das Safari-Fahrzeug bei der Freidusche geparkt? – das war die Praktikantin Helen… hab‘ ich mir schon gedacht. 😄

Dann geht es jetzt mal los. Endlich und endgültig.













Mara übernimmt heute die erste Strecke, wir verlassen die Farm und machen uns wieder zum Torwächter unseres Vertrauens auf. Es geht also über die „Hauptstraße“, ich lasse den Blick schweifen über die Landschaft und…

Begegnung #1: Das Einhorn
… da ist doch was großes Graues? – Da hinten zwischen den Büschen am Hügel. „HALT AN. Da ist das Nashorn!“

Mara guckt mich an als ob sie vorwurfsvoll sagen will, dass ich das Trinken am frühen Morgen sein lassen soll. Aber ich bin auf dieser Reise der professionelle Tierfinder und ich irre mich nicht. In gut zwei-dreihundert Metern Entfernung kann man das Rhino am Hügel stehen sehen. Alles ist hier voller dichter Büsche. Wäre es nicht so exponiert gestanden, wir wären wohl vorbei gefahren.

Ein Stück zurück ist eine kleine Anhöhe zwischen den Büschen und ab jetzt geht alles ganz schnell, weshalb ich direkt mal unsere Rubrik „Anfängertipps zum Nachmachen!“ reaktiviere. Als Erstes schnappt man sich die Kamera. Als Zweites… Nix. Man nimmt einfach nichts anderes mit. Kein Wasser, keinen Hut. Und ganz wichtig, man schlägt sich möglichst schnell in undurchsichtiges Gelände. 😣 😵

Von der Anhöhe sieht man nichts und ich habe 2 Geistesblitze und eine doofe Idee. Von der Straße ziehen sich Felsen in das Gebiet, von da aus kann man erhöht einen guten Überblick erhaschen und Nashörner können nicht Klettern! – die doofe Idee ist, dass diese Felsen uns locker 300m vom Auto entfernen. Wir erreichen die Felsen und ich stelle mich auf einen kleinen Findling um mal zu schauen ob ich was sehen kann. „Mara, du musst auch hierauf kommen.“„Ich hab mir einen Stachel in die Sandale getrieben, den muss ich erst mal…“
„Du solltest ECHT hierauf kommen!

Das Nashorn steht vielleicht noch 30-40m weit weg und seine Ohrenaugen haben uns schon erspäht. Ich ziehe Mara auf den Felsen und da stehen wir nun. Zwei Trottel auf einem kleinen Felsen…



"Hey... wer seid ihr denn?"

(Kleiner Exkurs – Bitte nicht nachmachen, wer hier als Anfänger mitliest lernt hoffentlich etwas!)

Ok, was machen wir jetzt also?
Der Plan ist relativ schnell klar. Ich schaffe es auch den Weg über die Felsen komplett zur Straße zur Klettern. Mara eher nicht, also bleibt sie nah an den Felsen, geht bis zur Straße und dann diese entlang zum Auto und holt den Wagen zu den Felsen. Ich bleibe auf den Felsen und lenke das Rhino ab, damit es auf mich fixiert bleibt, was sehr gut klappt. Mara holt den Wagen und ich nutze die Felsen zu einer kleinen Kletterpartie.



Wir sind wieder sicher im Wagen und drücken das Pedal runter, zuerst nur ein Stück weg vom Rhino. Das Adrenalin ist auf Anschlag und wir müssen runterkommen. Das war definitiv zu viel des Abenteuers. Ich muss direkt an einen vergangenen Tauchurlaub denken und für weitere Begegnungen mit wilden Tieren stellen wir die nächsten Kilometer diverse Regeln und Verhaltensweisen auf, an die wir denken müssen!!

Wir haben schon jetzt durch dieses Intermezzo viel Zeit verloren, die ganze Nummer hat fast eine Stunde gedauert und wir machen jetzt gut Strecke in Richtung Westen. Auf dem Weg kreuzen wir nahe Okombahe den Omaruru River, er ist zwar ausgetrocknet, aber an seinen Rändern zieht sich ein beeindruckender Grünstreifen durch die sonst triste Gegend.



Wir fahren die C36 bis Uis und dann führt uns unser Weg endlich nach Norden. Die C35 verlassen wir nach einem kurzen Stück schon wieder und nehmen die direkte Route, die D2319 hoch die durch den Ugab führt. Das Flussbett lässt sich entlang fahren und wir speichern diese Möglichkeit für einen späteren Urlaub ab. Ganz kurz überlegen wir abzubiegen und das kleine Stück bis zur C35 zurück durch den Fluss zu nehmen, aber die Zeit haben wir nicht. Trotz des verlockenden „Elefanten-Crossing“ Schilder die hier oft am Straßenrand stehen. 😉



Die gerade gewonnene Zeit verplempern wir dann nur ein paar Kilometer weiter, als uns ein Schild am Straßenrand den Weg zu Rock-Paintings weist. Da die Felsen nur ein kleines Stück neben der Straße stehen nutzen wir die Gelegenheit. Ein kleiner Shop steht am Parkplatz. Es werden Kristalle angeboten, aber niemand ist da oder zu sehen. Schade.

Wir schauen uns kurz die Felsen an, aber mal ehrlich… die Echtheit der Malereien bezweifeln wir doch eher. Ich habe nur Fotos der halbwegs Gelungenen gemacht, anderswo finden sich noch weitere Giraffen mit Kulleraugen und ein Wal? 🤪



Das zweite Auto gehört ein paar Südafrikanern, die uns hier haben abbiegen sehen und uns folgten.








Die D2612 in Richtung Twyfelfontein rumpelt ganz schön dahin und wir werden ordentlich durchgeschüttelt. Dann meldet sich auch noch unsere Tanknadel, was bedeutet, dass wir auf der zweiten Hälfte unseres Tanks unterwegs sind. Meiner Recherche nach gibt es noch zwei Tankstellen auf dem Weg. Eine in Twyfelfontein direkt und dann die oben in Palmwag. Von der haben wir öfter mal gelesen, dass die auch nicht immer Diesel haben muss und wenn wir nicht tanken, dann können wir die Concession vergessen. 😐

Also biegen wir schon wieder an einem Schild in Richtung Felsmalereien ab und verlassen unsere Route für einen Umweg zu unserer nächsten Begegnung…

FORTSETZUNG FOLGT…


Gruß,
Robin

Teil 2101. Apr. 2018

Eulenmuckel schrieb:...die Strichelracken stimmen.
ENDLICH mal eine richtige Bestimmung! 😁

Bevor es zum Osteressen geht, noch Part2 des Tages. Part3 ist dann ganz kurz, den schaffe ich heute Abend dann.

----------------------

FORTSETZUNG - Tag 11 - 16.10.: Begegnungen - Part 2

Wir zweigen also Richtung Twyfelfontein ab und irren dort über die PADs. Ich glaube eher nicht, dass man sich hier wirklich verfahren kann, aber wir kriegen das dennoch hin und eine Tankstelle sehen wir auch nicht. Wozu hat man ein Navi dabei? – Und tatsächlich, im Navi ist eine Tankstelle abgespeichert, nur knappe 4km entfernt und die fahren wir jetzt an. Es geht vorbei an Felsen, Fußballfeldern und einer sehr nobel aussehenden Lodge samt zugehörigem Airstrip. Und siehe da, mitten aus dem Nichts taucht die Tankstelle auf. Um genau zu sein ist es eine einzelne Tanksäule, die in eben selbigem Nichts steht. Allerdings sichern Vorhängeschlösser die Zapfhähne und wir haben unsere Panzerknacker-Ausrüstung gerade nicht dabei, hier kommen wir also nicht weiter.

Begegnung #2: Sweets
Ein ganzes Stück weiter sind Wohnhäuser zu sehen. Wir fahren rüber und ich mache mich lautstark bemerkbar, bis eine junge Frau verdutzt aus dem Fenster guckt und mich dann freundlich lächelnd anschaut und fragt ob sie helfen kann. Da ist wieder dieses strahlende Lächeln Afrikas. Kurz erklärt worum es geht schickt sie uns zu der Werkstatt rüber. Da müsste uns geholfen werden können und einen schönen Tag noch. 🙂

Also weiter zur Werkstatt. Hier sind ein halbes Dutzend Leute an alten Bussen, Tourfahrzeugen und Jeeps am schrauben. Die Werkstatt kümmert sich um die Fahrzeuge der umliegenden Lodges und wartet diese. Damit es keiner weit zur Arbeit hat, sind die Wohnungen gleich mit dabei… hier mitten im Nichts. Wir sprechen einen der Mechaniker an „Ah klar, kein Problem. Fahrt ihr schon mal zur Sapfsäule vor.“

Wir fahren vor, stehen dort und warten, dass er endlich kommt. In schönster Mittagshitze läuft er die 200m. Das wir ihn hätten mitnehmen können scheint er nicht in Erwägung gezogen zu haben. Der Tank wird neu befüllt, wir quatschen etwas und er erzählt uns was so die täglichen anfallenden Jobs hier sind. Und natürlich gibt es auch hier eine genaue Dokumentation der Geschehnisse und eine Quittung auf der alles fein säuberlich aufgeführt ist. 😁

Als Dankeschön habe ich zum Glück noch eine großen Beutel Saftgoldbären und wir sagen ihm er solle sich doch in den Wagen setzen und dass wir ihn das kurze Stück zur Werkstatt zurückfahren. Er freut sich darüber von Herzen und ist ehrlich verwundert, dass wir ihn einsteigen lassen?! – die Welt ist manchmal komisch, aber da wohl jeder Vermieter sagt, man solle niemanden im Wagen mitnehmen, ist das vielleicht auch einfach normal so.

Als wir zur Werkstatt kommen springt er aus dem Auto, hält den Beutel in die Luft und brüllt über den Platz
    „Guys… SWEETS!“
🤩













Wir haben zwar keine Tankstelle gefunden, bei der wir auch mal einen kleinen Check-Up hätten durchführen können, aber zumindest Luftdruck etc. haben wir selber geprüft und alles schaut gut aus. Es geht also weiter in Richtung Norden. Die Fotostopps werden jetzt deutlich dünner, also eher sogar nur noch aus dem Auto raus. Zwei Dinge fallen uns dennoch auf dem Weg auf... weiße Bäume stehen oft mitten in den Felsen und kurz nach Twyfelfontein, wo genau das war wissen wir leider nicht mehr, fahren wir noch mal durch Sanddünen. Damit hatten wir nicht gerechnet, aber auf einem kleinen Teilstück hat es links wie rechts große Verwehungen die teils wie halbe Dünen die Felsen verschlucken. 😎





Ein Stück die C39 hoch steht eine Frau am Straßenrand und winkt. Eigentlich nicht einfach eine Frau, sondern:

Begegnung #3: Die alte Dame
Wie es sich für gute Touristen gehört ignorieren wir Gewinke am Straßenrand und brettern erstmal weiter, unser Zeitplan erlaubt keine… „Hey, war das so ein Craft-Shop?“

So einen wollten wir uns doch eh‘ noch anschauen, also machen wir doch kehrt und halten bei der alten Dame und ihrem kleinen Verschlag. Als wir ihr erzählen, dass wir gerade gewendet haben und sie erkennt, dass wir die beiden von eben waren, freut sie sich sehr. Sie hat nur noch eine Hand, erzählt (soweit man sie verstehen konnte), dass sie nach Namibia geflohen sei und hier mit ihrer Tochter/Enkel/Neffen? diesen kleinen Laden betreibt.

Sie zeigt uns Anhänger, Ketten und Dekogegenstände in allen Varianten. Alles ist gefertigt aus Samenkapseln, Bohnen, Ästen und ich denke mir mal, aus Allem was man hier so finden kann. Wir suchen uns ein paar schöne Stücke aus und dann möchte sie uns noch ein paar Kristalle zeigen. Sie sucht einen besonders schönen raus, wie sie erklärt… nix Besonderes und hält ihn gegen das Licht. Nun erkennt man Einschlüsse von dunklem Blau und sie freut sich so sehr, dass wir uns so sehr freuen, dass wir den natürlich auch einpacken und mitnehmen müssen. 😗

Touri-Nepp? – ich meine irgendwo am Rande der Straße ist das schon selber hergestellt, glauben wir zumindest fest dran.

Zu teuer? - ganz ehrlich, es wäre und ist uns egal. Die alte Dame ist so herzlich, die Dinge die wir uns ausgesucht haben sind schön und wir freuen uns drüber.

Sie verabschiedet uns und fragt noch nach etwas Wasser. Wir lassen einen 5l Kanister und etwas Obst da und dann fahren wir weiter, als stolze Besitzer, einheimischer Folklore-Kunst. 😉









Es geht auf die bislang übelste, Kräftezehrendste und mit Abstand rumpeligste Piste des Urlaubs = die C43 hoch in die Berge nach Palmwag. Also meine Herren, die Landschaft ist ja wirklich schön hier, aber wir wollen jetzt langsam auch ankommen und diese Strecke zieht sich ewig hin und will einfach nicht besser werden.

Wir müssen zwischendurch einfach mal anhalten und Fahrerwechsel machen, weil man fast das Gefühl hat, dass Hirn und die Augen würden so durchgerüttelt werden, dass man kaum mehr die Straße richtig erkennt. 😣 😵

Es nervt wirklich, man sieht nichts und niemanden sonst, außer halt diese drei Tiere da vorne am Straßenrand, die sich strecken um Blätter von den Bäumen zu zupfen. Oben aus den Baumkronen raus. QUIETSCH – STOP.

Begegnung #4: Endlich Langhälse
Das gibt es doch gar nicht. Unverhofft kommt oft. 🙂

Da steht hier mitten im Gebirge neben der Straße einfach so eine kleine Giraffenfamilie rum! Na so viel Zeit muss natürlich sein. Diesmal müssen wir uns auch nicht in irgendwelche Büsche schlagen und können einfach nur genießen. Unsere ersten Giraffen, also solche, die man auch mal wirklich sehen und sogar Details erkennen kann. Kein Vergleich zu unseren Geburtstagskerzen aus dem Naukluft-Park. Das mag‘ zwar jetzt noch etwas Zeit kosten, aber die nehmen wir uns natürlich sehr gerne und beobachten eine Zeit lang die Szene.







Glücklich steigen wir in unseren Wagen und ich schaue in die T4A Karte wie lang es wohl noch ist. Es wird nun langsam mal wieder wirklich Zeit, wie eigentlich den ganzen Tag schon. Aha, hier geht es noch ein Stück weiter, dann geht rechts die C40 ab, aber die nehmen wir erst morgen. Wir fahren noch ein Stück weiter. Dann durch den VET-Fence? – warte mal, VET-Fence! „Wo ist das Problem?“ höre ich von links.

Das Problem ist, dass Mister Planungs-Genie übersehen hat, dass wir durch einen VET-Fence müssen für genau eine Nacht in Palmwag und hinten noch Fleisch für 5 Tage durch die Gegend fahren. So was Dummes. Ok, also Fleisch verstecken auf dem Rückweg morgen, mit nach Norden nehmen können wir es ja erstmal!...

Wir kommen am VET-Fence an, werden kurz gestoppt. Ein schnelles, verschwörerisches „Hello“ und ganz wie es unserer kriminellen, skrupellosen Ader entspricht schließen wir den kurzen Dialog mit den Worten:

„Hör mal, wir haben die Karre voller Fleisch. Das dürfen wir ja morgen nicht wieder mit rausnehmen. Ist das echt ein Problem?, weil es ist ja alles eingeschweißt und mit Label aus dem Laden in Swakopmund!“ 🤪


Begegnung #5: Geingob
Mhhh, also nein. Ihr könnt das dennoch nicht wieder mit rausnehmen. Auch keine anderen frischen Tierprodukte, also z.B. unbehandelte Milch oder rohe Eier „Ohja, zwei Kisten Eier haben wir auch noch dabei!“

So ein Mist, heißt alles heute Abend noch anbraten und Eier satt zum Frühstück, weil wir ja morgen schon wieder hier durchkommen… „Ihr kommt morgen schon wieder zurück?“

Es stellt sich heraus, dass Sgt. Geingob (ja, wie der Präsident) morgen auch Dienst hat. Bis wann wir denn zurück wären möchte er wissen. Da wir einen sehr frühen Morgen geplant haben in der Concession, werden wir wohl gegen späten Mittag wieder am Tor sein. Das passt doch wunderbar, er ist nämlich bis 16 Uhr im Dienst und bietet uns an, unser Fleisch und Eier einfach für die Nacht zu lagern. Sgt. Geingob ist ein junger Typ, unkompliziert und uns freut das natürlich sehr. Wir sehen uns dann morgen wieder, ab durch’s Gate und die letzten paar Meter bis zur Lodge. 😎

FORTSETZUNG FOLGT…


Gruß,
Robin

PS. Sorry an jeden der das in erster Fassung gelesen hat. Die Vielzahl an Fehlern und schlechten Formulierungen war ja grausam. Sagt doch was... 😊

Teil 2202. Apr. 2018

@ freshy
Die lockere Art kam aber auch erst jetzt so langsam bei uns auf. Anfangs mussten wir uns schon ganz schön dran gewöhnen. Und nur 2 Nächte weiter wird es (für mich) unentspannt. 😕

@ TinuHH
Das sieht mal mehr als nur abenteuerlich aus. 😄
Es ist übrigens die selbe Tankstelle, kann ich auf deinem Foto gut erkennen.

------------------------------------

FORTSETZUNG - Tag 11 - 16.10.: Begegnungen



Begegnung #6: Rapsody
Wir werden an der Lodge schon erwartet, von Uno. (nein, nicht dem Kartenspiel… die haben doch irgendwo eine Facebook-Gruppe wo die sich die ganzen Namen ausdenken)

Wir fehlten als Letzte noch auf seiner Liste, na kein Wunder. Es ist kurz vor’m Sonnenuntergang. Wir füllen die Unterlagen aus und kriegen noch ein weiteres Schreiben vorgehalten. Eine Verzichterklärung. „Ach, da es hier keine Zäune gibt, entbindet uns das einfach nur von Haftung wenn ihr verletzt werdet oder sterbt… mehr steht da nicht.“ 🤨 😐

Na das ist doch gut zu wissen. Uno erklärt uns etwas die Benimm‘ Regeln. Wir sollen einfach Feuer brennen lassen und dafür sorgen, dass immer Flammen da sind, dann kommt auch kein wildes Tier. Wenn man nachts mal raus muss, dann schaut man halt vorher ob was da ist. Er erzählt uns noch davon, dass vor 2 Tagen ein Löwenrudel in eine Tanzvorstellung geplatzt ist und alle Gäste in die Innenräume mussten. „Haha… das war was, sag' ich euch.“

Ich würde ja denken er verarscht uns, aber Marius, unser Guide aus Swakopmund, hatte uns auch erzählt, dass er letztes Jahr auf dem Campingplatz war, als ein Leopard dort einen Antilopen-Riss verspeist hat.

Na gut, zahlen müssen wir auch noch und ich lege die Scheine auf den Tresen und Uno stimmt ein „Dollar, Dollar Bill Ya’ll“ an. Da kann ich gar nicht anders und steige direkt mit ein. Es folgt eine kurze Reise durch den 90er Rap und wir steigern uns da anscheinend etwas rein. „Mo money, mo problems“ im Duett quittiert Unos Kollege dann endgültig nur noch mit einem fragenden Blick und Mara mit einem Seufzen. 😄

Hier sind ganz klar 2 Leute im Raum die Ahnung haben und 2 ganz offensichtlich nicht. Mindestens 2 Leute hier können auch nicht singen… aber ich lasse mal offen wer das ist. Uno und ich planen derweil unsere Rap-Karriere, während Mara sich weiter um den Check-In kümmert.

Apropos Check-In, die neue Karriere in der Musikbranche muss noch etwas warten. Stattdessen kümmert sich Uno jetzt darum, dass uns jemand Holz an die Campsite bringt und erklärt uns den Weg. Wir haben Campsite 6, direkt neben den Ablutions und leider ohne Landschaftsblick. Egal, dennoch ist die Campsite alles in allem ganz ok und wir haben schon mitbekommen, dass eine Gruppen-Campsite gerade überarbeitet wird und wir machen uns dorthin auf mit einem Wein für den Sundowner. 🙂

10min. bis zum Sundowner reichen uns mittlerweile für Tisch raus, Wein fertig und Dachzelt aufbauen.








Begegnung #7: So klein ist die Welt
Zurück auf der Campsite lernen wir unsere Nachbarn kennen. Die Truppe ist mit einem Kleinbus und Guide unterwegs. Die Aufkleber auf dem Wagen interessieren uns. Es ist eine Wandersafari-Truppe aus Kierspe. Also praktisch um die Haustür wo ich herkomme. Klein ist die Welt. 😉

Wir unterhalten uns etwas und erfahren, dass sie morgen auf eine Wandertour in die Concession starten werden. Das finden wir jetzt schon beeindruckend, wenn ich dann die Regeln vor Ort bedenke, dass man nicht aussteigen darf etc. pp. wundere ich mich im Nachhinein, ob es Ausnahmegenehmigungen oder ähnliches gibt?

Zwischenzeitlich ist anscheinend unser Feuerholz angekommen. Bei dem großen Sack voller Holz machen wir uns auch keine Sorgen mehr, dass wir das Feuer die ganze Nacht brennen lassen könnten. Morgen geht es dann wieder los mit wilde Tiere suchen. Grund genug noch mal unsere neuen Safari-Regeln durchzugehen und das führt uns zu dem




FAZIT: Palmwag Lodge
Wir haben hier von der eigentlichen Lodge nicht viel gesehen. Die Bilder stammen eigentlich vom nächsten Tag, passen aber hier besser zum Fazit. Es sieht auf einen kurzen Blick alles ordentlich und gepflegt aus. Die Campsites sind keine Offenbarung, aber der Level von dem wir gerade kommen ist auch sehr hoch. Im Tagebuch haben wir geschrieben: saubere Ablutions – das was man braucht ist vorhanden – sehr nettes Personal – alles in allem besser als gedacht – und früher da sein um eine der Sites mit Blick zu bekommen. Wir geben 4 von 5 Sternen.







Als nächstes geht es einen halben Tag in die Palmwag-Concession und dann einen Pass weiter auf die Hoada Campsite.



Gruß,
Robin

Teil 2302. Apr. 2018

Gerade noch pünktlich...


Immer mal was Neues, also gibt es heute passend zu Ostern noch ein Suchbild zwischendurch.
So hat jeder die Chance sich daran zu verSUCHEN.

Regeln:
- da es leider keine Spoiler-Option gibt müssen wir das etwas anders machen
- man schreibt einfach nur wie viel man findet und was
- aber,... man sagt nicht wo genau man das gesehen hat, damit andere auch noch Spaß beim Suchen haben. 😉

Also z.B.: 3x Zebra, 2x Ostereier, 2x Oryx, 1x Nashorn




PA170199.jpg




Gruß,
Robin

Teil 2414. Apr. 2018

Tag 12 - 17.10.: Ein magischer Moment





Wir stehen wie so oft früh auf, es warten zwar nur wenige Kilometer auf uns, aber wir wollen ja auch etwas Zeit für die Day-Area in Palmwag haben. Wir kochen Kaffee und schmieren „Pausenbrote“, das Frühstück nehmen wir heute direkt mit auf Safari.

Und nachdem wir ja auf „Löwengebiet“ übernachtet haben und reinfahren werden heute, entschließe ich mich dazu, doch mal eine andere, als die mit Kudublut durchtränkte Hose anzuziehen. 🙄 😉

Jetzt kommt auch zum ersten Mal unser Eimer mit Deckel zum Einsatz. Wir haben oft gelesen, dass ein verschließbares Gefäß und etwas Waschmittel auf den Rumpelpisten ein porentief-reines Ergebnis liefert. Wir packen also alles was passt in den Eimer, Waschmittel drauf, warmes Wasser drüber, den Eimer noch in einen Müllsack zur Sicherheit gestopft und dann geschickt hinten im Hilux eingeklemmt, damit er möglichst nicht umfallen kann. Wir sind gespannt ob das Ergebnis „Weißer Riese“ oder doch nur „Blauer Billig-Eimer“ sein wird. 🤨

Wir fahren zur Lodge, checken aus und treffen wieder auf Uno, der uns kurz die Strecken in Palmwag erklärt und uns rät bis maximal zum Aub-River zu fahren, sonst schaffen wir es kaum durch das ganze Gebiet. (komisch, sind doch nur ein paar Kilometer Strecke… wir tun mal so, als ob wir das auch so sehen)

Uno hat heute etwas länger Dienst und verabschiedet uns mit den Worten: „Ich fühl mich wohler, wenn ich weiß, dass ihr sicher und ohne Probleme die Concession besucht habt. Wäre nett, wenn ihr kurz Bescheid sagt. Dann habe ich einen schöneren Tag!“ – namibianische Freundlichkeit. 🙂

Wir machen uns auf, es sind knapp 17km bis Gate 2, das weiter nördlich der Lodge liegt, aber weit kommen wir nicht. Nach guten 2 Kilometern sehen wir eine kleinere Gruppe Giraffen neben der Straße stehen. Mitten im Schatten der Berge, das schreit nach Fotostopp mit schlechtem Licht.







Angekommen am Gate zeigen wir kurz unser Permit und dann geht es anhand der DIN-A4 Karte auch schon rein ins Gebiet. Wir werden von einem Schakal begrüßt der sich durch die Steine trollt und fahren unsere ersten Meter in ein etwas unwirklich erscheinendes Gebiet. Es hat überall Geröll, die Wege sind eng, es rumpelt und abseits der Piste liegen so viele spitze Reifenschlitzer, dass wir höllisch aufpassen müssen. Eines wird sehr schnell klar, in Palmwag kann man keine Kilometer machen. Wir kommen zum ersten Abzweig und fahren erstmal Richtung Aub River. Es geht noch langsamer voran, aber der Weg ist landschaftlich ein Traum und auch die Faune wacht auf und es zeigen sich ein paar Oryx und Springböcke auf dem Weg.





Benguela Long-billed Lark - danke Maddy!



maennlicher Southern Fiscal - Lanius collaris - danke Maddy!










Wir gucken Landschaft und kommen an unserem Wendepunkt an. Der Aub River, natürlich nur ein ausgetrocknetes Flußbett und wir haben viel länger dank Schneckentempo hier hin gebraucht als gedacht. Wir drehen um und ich sehe ein Schild, dass den Weg zum Aub Canyon ausschildert mit 300m. „Wir fahren auch nur kurz hin, ich mach‘ nen Foto vom Canyon und dann fahren wir direkt weiter, versprochen. Vielleicht hat man ja ne coole Landschaft?!“

Das war einer der besten Entscheidungen des Urlaubs… Nein, das war die BESTE Entscheidung des Urlaubs. Ohne jegliche Erwartung kommen wir oberhalb des Aub-Canyons an die Plateaukante und blicken auf eine kleine, grüne Oase hinab, die sich etwas unwirklich inmitten dieser staubigen, steinigen, etwas trostlosen Landschaft gehalten hat. Und da stehen ein paar Giraffen und 4 der berüchtigten Wüstenelefanten im hohen Gras. 🤩



Dieser Moment lässt sich ganz schwer beschreiben. Es ist so eine friedliche Szenerie, wir werden zwar wahr genommen, aber sind so weit weg, dass man uns ignorieren kann. Irgendwie hat es etwas, es wird jetzt total kitschig: Erhabenes, ein ganz magischer Moment. Wir machen den Motor aus, ich klettere auf die Rückbank und wir beziehen unsere Logenplätze und beobachten einfach nur die sanften, grauen Riesen. Genau das hier haben wir uns vorgestellt, wie es sein sollte, obwohl wir uns das so, wie es jetzt und hier ist, vorher nie so vorgestellt hatten. 🙂

Deswegen kommen jetzt auch einfach Bilder:

Erst mal das weiße Ding aus dem Versteck heraus taxieren…




Etwas schüchtern…


… aber…


… das Wasser ist zu verlockend!






Nach guten 45 Minuten ziehen sich die Elis langsam zurück und verlassen das Tal, ich versuche noch ein Foto mit offenen Ohren zu kriegen und werde on-top noch mit zwei schrumpeligen Hintern belohnt. 😄







In unserer kleinen Reisegruppe gibt es eine klare Verteilung. Mara ist der Elefanten-Fan und ich freue mich am meisten auf Katzen aller Art, besonders Geparde. Aber auch bei mir hat es plötzlich „Klick“ gemacht. Ich bin mittlerweile arg fasziniert von den Elis. 😎

Nichtsdestotrotz, es muss jetzt weiter gehen, fast unser Glück, dass die Elefanten gegangen sind, sonst hätten wir da den ganzen Tag gestanden. Wir fahren zurück und scheuchen ein paar Springböcke auf. Super schlau diese Springböcke, zumindest einer der Truppe. Er weicht nicht nach links oder rechts aus, sondern nutzt unsere Fahrspur zur Flucht, da die ja so schön steinfrei ist. Blöd nur, dass wir den jetzt 10 Minuten lang „verfolgen“ und er immer weiter von seinen Kumpels getrennt wird. Aber es hilft nix. Bleiben wir stehen, dann bleibt er auch mitten auf dem Weg stehen, fahren wir ein Stück haut er immer entlang der Pad ab. 🤪



Nach einer gefühlten Ewigkeit hat er es endlich geschnallt, und stellt sich neben die Pad der Schlaumeier. Wir steuern jetzt stracks auf den Viewpoint V2 an, wir müssen mal raus aus der Karre und das ist nur auf den Viewpoints erlaubt. Von oben hat man einen guten Rundumblick und die Viewpoints sind von Bäumen gesäubert, so gibt es auch keinen Schatten, so verirrt sich auch kein Löwe oder sonst ein Tier hierhin. Man hat von dort einen schönen Blick auf das Awaxas-Wasserloch.







Der weitere Verlauf unseres Palmwag Besuchs läuft eigentlich ziemlich Ereignislos ab. Man kann auf dem Weg Richtung Süden immer mal wieder zum Kawaxab Flussbett/Canyon abbiegen, wir nutzen auch einige der Möglichkeiten, sehen mal ein paar Baboons oder Giraffen vorbeitraben. Es hat die hier typischen Vertreter Oryx und Springböcke und auch Richtung Van Zyl‘s Gat machen wir noch einen Abstecher.











Danach wollen wir es mit Viewpoint V5 versuchen, aber den Aufstieg brechen wir ab, da der Weg irgendwann komplett aus spitzen Steinen und ordentlicher Steigung besteht. Wir wenden den Wagen in einer abenteuerlichen Aktion auf dem schmalen Pfad und machen halt eine Pause auf halber Höhe. Auf dem Weg zum südlichen Gate nutzen wir noch einen letzten Schlenker durch das Flussbett des Uniab und über den Leopard-Trail. Leoparden sehen wir zwar keine, aber dafür ein paar Giraffen direkt an der Pad, womit dann der Safari-Tag so endet, wie er angefangen hat. 😉









Wir sagen nicht Tschüss, sonder auf ein Wiedersehen Palmwag.


Natürlich halten wir kurz noch mal in der Lodge an und Uno freut sich, dass wir wirklich noch schnell reingeschneit sind. (vermutlich freut er sich nicht, dass wir REINGESCHNEIT sind, er kennt vermutlich gar keinen Schnee, aber egal…) Wir quatschen noch etwas, erzählen von unseren Sichtungen und dann geht es auch schon doch noch recht pünktlich irgendwann so um 14.30h zum Vet-Fence.

Es kommt uns ein Auto entgegen und wir merken erst jetzt, dass wir die knapp 7 Stunden im Palmwag kein anderes Fahrzeug, keinen anderen Menschen gesehen haben. 😮

Das erste Mal Nord nach Süd
Da gab‘ es ja noch das Thema Vet-Fence. Wir fahren auf der Nordseite vor und es tut sich was, langsam und gemächlich, aber es tut sich was. Etwas unmotiviert schlurft einer um den Wagen und spritzt die Reifen ab, ein zweiter kommt ans Fenster und deutet uns an, den Wagen hinten zur Kontrolle zu öffnen. Wir hören ein „Die sind in Ordnung, die haben nix dabei! – Die haben mir gestern ihr ganzes Fleisch gegeben.“ Schneller als wir gucken oder Hallo sagen können sitzt auch schon ein Sergeant Geingob bei uns hinten im Auto und räumt erstmal die halbe Rückbank um, damit er Platz hat. „Na, wie geht’s. Gut. Ach das ist schön, fahr‘ mal da vorne zu dem kleinen Shop, da hab ich eure Sachen gelagert.“ 😗 😄

Er hat unsere Eier im Vorrat verstaut und das Fleisch über Nacht im Freezer eingefroren. Wir nehmen glücklich über den reibungslosen Ablauf unsere Sachen entgegen, er wünscht uns einen schönen Tag und wendet sich zum Gehen. Nicht ganz so schnell, ich rufe ihn zurück und erkläre ihm, dass ich das wahrscheinlich bei einem deutschen Polizisten nicht machen würde, aber jetzt wo wir unser Fleisch wiederhaben, ist ja gar kein Platz mehr für das Sixpack, eiskalte Windhoek-Lager in unserem Engel?!

Sergeant Geingob lächelt uns wissend an. „Nana, ich bin ja im Dienst, da trinke ich nix… aber in 2 Stunden hab‘ ich Feierabend.“ Wir wünschen einen schönen Tag und am meisten hat uns gefreut, dass er eigentlich gar nix haben wollte. Es war einfach eine reine Nettigkeit. 🙂

Es geht jetzt nur noch einen kleinen Hopser zur Hoada Campsite, ein weiteres Highlight, auf das wir uns vor der Abreise schon sehr gefreut haben, aber leider nur einen Tag dort bekommen konnten. Gerne hätten wir dort zwei Tage verbracht… zum Glück haben wir das nicht.




FORTSETZUNG FOLGT…


Gruß,
Robin

Teil 2516. Apr. 2018

Fortsetzung - Tag 12 - 17.10.: Hoada Campsite

Die kurze Fahretappe über den Grootberg-Pass entlang der C40 bleibt komplett ereignislos, so freuen wir uns als wir am Rand ein Schild entdecken, dass uns den Weg nach Hoada weist.



Wir werden von Musita empfangen, einer quirligen Dame mit südländischen Wurzeln. Sie erklärt uns die Anlage, wo wir unsere Campsite finden und wir nehmen noch ein Braai-Set mit. Das Schaf hier ist fantastisch erklärt sie uns. Dann fragt Sie noch ob wir morgen einen Walk mitmachen wollen, zu einer Farm. Wir verstehen das als einen der typischen Walks zu einem Eingeborenen-Dorf. Da sind wir nicht so sehr erpicht drauf, also schlagen wir das vorerst aus und nehmen unsere Campsite in Beschlag.

Die Campsite ist sehr schön angelegt und quetscht sich zwischen diverse Findelfelsen. Vorne erwartet einen die Grillstelle mit Warmwasser-Donkie, Küche mit fließend Wasser und Sonnenschutz. Die Ablutions verstecken sich an den Enden kleiner, verwinkelter Wege die in die Mitte der Felsen führen. Die einzelnen Campsites liegen etwas verstreut und man hat durch die Felsen seine Privatsphäre.

Wir räumen den Wagen aus und schnappen uns unseren Eimer, die Spannung ist groß. Die Wäsche wird hervorgeholt und siehe da, das Ergebnis ist „Kleiner, blauer Eimer in dem ein Weißer Riese steckt.“ 😎

Die Wäsche ist sauber und riecht auch wieder gut. Sogar das Blut aus der Hose ist rausgegangen, auch ohne Schleudergang. So eine Eimer-Waschmaschine funktioniert ganz wunderbar, mindestens mal wenn man 7 Stunden über Palmwags Pisten rumpelt.
...
..
.
Wir wollen es uns etwas bequem machen, aber daraus wird nichts. Wir werden fies attackiert, es hat hier überall Mopane Bäume, was eigentlich ganz nett ausschaut, aber ein riesiges Problem birgt.

Mopane Fliegen! 😣

Egal was man macht, die Viecher versammeln sich zu Dutzenden und schwirren einem immer um den Kopf rum, um genau zu sein direkt vor’m Gesicht und den Augen. (das heißt wirklich 2cm vor’m Auge, man wird irre) Wir haben alles an Spray draufgehauen was wir dabei hatten, aber auch nach Rücksprache mit Musita hilft da einfach nix dagegen. Sie probieren seit Jahren alles aus, aber man kann da nix machen. Das verleidet uns den Platz schon ziemlich, man muss es erlebt haben, es ist brutal nervig und die Viecher kommen morgens zwischen 11-12Uhr aus den Bäumen und verschwinden erst wieder nach 18 Uhr. 🙁



Die Ladestation wird installiert, Sonne hat es reichlich…


… und Echsen überall auf den Felsen. / weibl. Namibische-Felsagame


Und das männliche Pendant dazu.


---------------------

Da wir auf der Campsite nicht vor den Fliegen entkommen können, machen wir uns lieber zum Bar und Pool Felsen auf. Vorne an der Rezeption ist der Weg hinauf auf einen der höchsten Felsen der Gegend und dort wurde alles installiert für das Campleben. Es hat Sitzgelegenheiten auf verschiedenen Ebenen. Mal überdacht mit Sonnenschutz, mal als Kreis mit Feuerstelle oder oben an der Bar unter einem großen Baum, um hier den Sundowner einzunehmen.

Die Bar ist leider nicht besetzt, ein Paar treffen wir oben an die zwar Getränke haben, aber auf ein nettes Hallo nicht reagieren. Jeder wie er will. Im Pool haben es sich zwei ältere Damen bequem gemacht. Sie tragen Hüte… mit Fliegennetzen um den Kopf. Auch hier hat es überall die Fliegen. Wir versuchen die Sitze im Schatten, da scheint es für ein paar Minuten etwas besser zu sein, aber dann kommen die Geschwader wieder hinterher und da wir so keine Lust auf Pool haben, auch keine kalten Getränke kriegen entschließen wir uns einfach die Dusche auf unserer Campsite zu nutzen und 18 Uhr abzuwarten, bis die Fliegen verschwinden. (was dann tatsächlich schlagartig auch passiert)













Auch hier hat es überall Echsen! – noch eine männl. Namibische-Felsagame




An unserer Campsite treffen wir Deschka. Er befeuert gerade unseren Donkie und spricht uns auf eine Tanzvorführung von Schulkindern an, die heute Abend über die Campsite zieht. Die werden so gegen 20 Uhr kommen, AHA… wir wissen nicht so recht, was wir davon halten sollen, aber ok. (der erste Gedankengang ist halt, Kohle machen ohne das der Touri weg kann)

Kurz bevor er geht fragt er noch ob wir morgen früh bei dem Walk dabei sind? – Er ist der Guide und wohnt selber dort, bzw. gehört ihm die Farm und seit ca. 3 Wochen haben sie die Besichtigung seiner Farm mit ins Programm genommen. Das hört sich jetzt wirklich interessant an, also authentisches Leben der heutigen Zeit und kein arrangiertes Einheimischen-Dorf. Da sind wir gerne dabei und sagen ihm, dass er uns für morgen früh einfach mit anmelden soll. 😎

Damit wir nicht gerade beim Essen sitzen, wenn die Tanztruppe kommt, beeilen wir uns mit dem Duschen, dem Kochen und Vorbereitungen. Das Schaf und die Würstchen, die so fantastisch sind kommen auf den Grill… fantastisch sind sie leider nicht. Eher zähe Brocken dritter Wahl. Und es ist alles drin was man braucht, auch Wurst und… es ist leider alles schlecht bis ungenießbar. Also hier direkt mal die Empfehlung. Lieber weglassen und sein eigenes Grillgut mitbringen. Abgesehen vom Abend mit dem zähen Zebra haben wir nie so schlecht gegessen in diesem Urlaub. 🤢





Dusch-Besuch… ich schätze eine etwas dicke Glucken-Motte.


Und auch wenn thematisch abweichend… ich habe doch noch ein Bild mit unseren geliebten Sortier-Obstkisten gefunden! 😉


Wie versprochen waren ab 18 Uhr die Fliegen weg und so konnten wir in Ruhe kochen und essen, waren dann auch soweit fertig und beim Absacker als sich eine größere Gruppe unserer Campsite näherte, die Tanztruppe der Kinder ab 11 Jahren aufwärts der nahe gelegenen Schule in Erwee. Die Truppe kam in Begleitung von Deschka und 2 Lehrern. Die Kinder sammeln auf den umliegenden Campsites und Lodges Geld ein für einen Ausflug nach Swakopmund. Die Kinder kommen sonst nicht in die Städte und sie legen sich richtig ins Zeug um sich die Fahrt finanzieren zu können. Jedes Jahr gibt es eine Fahrt der Tanzgruppen.

Das schönste an der Performance war, dass die Lehrer uns ein bisschen erklärt haben, es aber keinen festen Plan der Kinder gab. Sie haben sich immer wieder abgesprochen, was sie als nächstes machen wollen und hatten wirklich sichtlich Spaß dabei. 😎

Wir haben unsere Lampen zusammengesucht um etwas Licht zu machen. Die Mädels hatten Felle an und liefen teilsBarfuß durch die Nacht… Thema Skorpione und so. Die Jungs in Hemden und langen Hosen und Sneakers, aber seht am besten selbst.





Und das Video empfehle ich euch auf jeden Fall auch bis zum Ende zu gucken, denn zum Glück habe ich ein Lied mitgefilmt. Mal ganz unabhängig von der Freude mit der die dabei waren, die waren auch noch richtig gut!!! 🤩
12-07-F Erwee Schulkinder Tanz by Blende18.2, auf Flickr

Unser AHA des Tages bezieht sich mal wieder auf die ganz praktische Seite des Camperlebens. Wir konnten in Swakopmund eine Waschmaschine nutzen und wussten das auch, deswegen haben wir es vorher nicht genutzt, aber eine ganz klare Empfehlung…



FAZIT Hoada
Die Campsites an sich sind schön angelegt, speziell die Dusche wurde leider als Freilufttoilette aller Vögel genutzt und war sehr dreckig. Da könnte man einfach mal drüberfegen bevor neue Gäste kommen, da man nicht einmal wusste wo man sein Handtuch noch hinlegen sollte. Ansonsten aber war die Campsite selber sehr ordentlich. Der Bar/Pool Bereich hatte teils ein ähnliches Problem, war aber grundsätzlich schon sauber und eigentlich toll angelegt. Schade, dass niemand da war, so konnten wir das auch nicht so wirklich nutzen.

Man sollte noch Bedenken, dass durch die Lage in den Felsen die Luft stehen kann, wenn es sehr heiß wird UND dann natürlich die Mopane-Fliegen. Die, dass muss man leider so sagen, haben uns die Campsite in Hoada komplett vermiest. Auch Familie Glück hatte diese Probleme und haben damals ihre 2 Nächte abgebrochen und auf eine Nacht verkürzt.

Ich würde sagen als Stop-Over ok, nicht aber für länger. Das gilt nicht:
1.) Wenn keine Mopane Fliegen da sind...
2.) …oder man eine effektive Methode kennt, die abzuwehren!

Ein großes Plus bekommt sein eigenes Fazit, aber erst nach dem Walk mit Deschka.

Dennoch, leider nur 2-3 von 5 Sternen. Die Nummer mit den Fliegen war zu unserer Reisezeit zu nervig. Und weitere Abzüge gibt es für teils mangelnde Sauberkeit, das sehr schlechte Braai-Paket und weil wir hier nicht noch mal buchen würden. (kann aber auch nur eine N=2 Erfahrung sein)

UPDATE / INFO: Ich habe gerade gelesen, dass die vermehrt auftreten zur Mopane-Blüte, also ist die Belastung auch Jahreszeit abhängig. Schon leichter Wind treibt die Biester mit, die sind ja nur 2mm groß. Und als wir da waren ging dort einfach Null Wind und es war sehr heiß, alles trocken und die fixieren sich auf feuchte Augen und Nasen. Das kann auch alles einfach unglücklich zusammengepasst haben. 😕

-----------
So, genug davon, schließe ich mit einem Traditionsbild… Nachthimmel über Namibia. 🙂




Gruß,
Robin

Teil 2613. Mai 2018

Tag 13 - 18.10.: Elefanten im Glashaus, Wächterkatzen und fremde Bräuche

Unerwartet früh 😗 klingelt das Smartphone, in unserem kuscheligen Dachzelt, dass auf einem 3.0l Hilux aufgeschraubt ist, der mit allem Luxus aufwarten kann. Klimaanlage, Navi, Media-Entertainment System… wir schälen uns aus dem Bett, statten der Dusche mit fließend Wasser und dem Keramikklo im Felsen einen Besuch ab, während gerade frischer Kaffee aufbrüht. Nachdem wir unsere Kamera-Ausrüstung und Gore-Tex Wanderschuhe angezogen haben stoppen wir noch kurz am Engel-Kühlschrank, um 2 kleine Flaschen eisgekühltes Wasser einzupacken.

Wie befreiend, einfach mal dem ganzen Luxus zu entsagen und sich mit dem Camper durch die “Wildnis“ zu schlagen. 🤨

Keine Sorge, jetzt kommt kein Plädoyer für „Lasst uns mal selbstreflektiert an die Nase fassen!“. Das ist nämlich Quatsch, es ist einfach nur ein kleiner Opener für unsere Morgenaktivität auf Hoada, bei der ich nur sagen kann: Machen! 😎



Für heute Morgen steht ein Walk mit Descka zu seiner eigenen Farm an. Also mal ein Einblick, was Leben auf einer Farm in der Wildnis eigentlich bedeutet. Wir treffen uns an der Verwaltung mit 2 weiteren Paaren aus Frankreich und Amerika. Es geht früh los, da es ca. eine Stunde zu Fuß bis zu Desckas Farm ist. Oder besser gesagt, mit Touristen dauert es eine Stunde, alleine schafft er es in 30min und wir brauchen die goldene Mitte und nach knapp 45min kommt die Farm in Sicht.

Schon der Hinweg gestaltet sich interessant, weniger wegen der Umgebung, mehr aufgrund dessen, was Descka erzählt. Die Farmer in der Umgebung sind sehr aktiv wenn es um den Tierschutz geht und sie helfen bei Tierzählungen, halten ein Auge auf die Wildtiere in der Region und nicht ohne Stolz, aber auch gemischt mit etwas Trauer, erzählt er, dass sie vor ein paar Wochen vier Wilderer gestellt haben und diese gefasst werden konnten, leider erst nach der Tat.

“Nur wenn die hier ein Rhino sichten, dass umgesiedelt werden soll, ist verrückt… dann ist das hier wie im Krieg. Hubschrauber, überall Jeeps und viel zu viele Leute.“ stellt er amüsiert fest. 😄

Elefantenschulter mit der Farm im Hintergrund


Die Schulter gehört zu einem Problemelefant, der vor ein paar Jahren hier erschossen werden musste. Wir lernen in dem Zuge, dass die Farmer am meisten Angst vor Elefanten haben, die Community alles vom Elefanten behalten und verkaufen darf (außer das Elfenbein natürlich, dass in staatliche „Verwaltung“ über geht) und das Elefantenfleisch nicht schmeckt! 😉

Auf der Farm lebt Descka mit seiner Familie, sprich Vater, seine drei Mütter… äh, ok… ähem… blöd stammeln können wir ja. 😣 Sein blinder Onkel lebt mit auf der Farm, noch andere Tanten und Onkel, Omma und seine Schwester und natürlich seine eigene Familie. Er arbeitet normalerweise 6 Wochen auf der Campsite und dann 2 Wochen auf der Farm. Diese Touren hat er vor ein paar Wochen vorgeschlagen und für ihn ist es die perfekte WIN-WIN Situation. Sonst kam er 6 Wochen nicht zu Farm, jetzt kann er alle paar Tage nach dem Rechten sehen, verdient noch zusätzlich Geld damit, was er auch dringend braucht, denn er ist der einzige mit einem Job und unterhält die Farm alleine.

Die Häuser oder kleinen Siedlungen liegen immer ein paar Hundert Meter voneinander entfernt, als erstes besuchen wir die kleine Ansiedlung, wo auch seine Omma lebt. Hier gibt es Radio, aber da laufen nur Nachrichten den ganzen Tag, weil Omma diese Musik nicht mag erzählt er die Augen verdrehend. Sogar einen Fernseher wollte er mal holen, aber Omma hält das für Teufelszeug. Wenigstens Glühbirnen hat die aus feinem Sand und Kuhmist erbaute Lehmhütte, aber die werden praktisch nie benutzt… das grelle Licht tut Omma in den Augen weh. 🤩 … es ist einfach herrlich schräg, wie Descka jede dieser Storys mit einer Spur Verzweiflung zum Besten gibt.

Das AKTUELLE Familienauto, also das eine das funktioniert.


Müll?


Stromversorgung


Und das EHEMALIG, beste Auto der Familie. Blau scheint ihre Farbe zu sein


Natürlich spielt sich vieles draußen ab und so sind die Küchen nach außen verlagert und hier hat es auch einen kleinen Kräutergarten. Descka wird von Omma dazu verdonnert sich drum zu kümmern, dass der Arbeiter nicht da war, der den Hof aufräumt… generell verstehen wir nicht so ganz, wieso nicht nur hier, sondern auf der ganzen Farm, nicht mehr Ordnung herrscht. Da der Rest nicht arbeitet, könnte man doch zumindest nicht überall Müll rumfliegen haben, aber es scheint hier keiner so wahrzunehmen. 🙄







Auf der Farm verteilt hat Descka mehrere Ziegenställe. Die sind leichter zu halten erklärt er, da die Dürre der letzten Jahre einen hohen Tribut gefordert hat. Nur noch 5, der ehemals 70, Rinder in seinem Besitz haben überlebt. Wasser war kein Problem, aber es war einfach kein Futter mehr für die Tiere vorhanden. Die hiesigen Großfarmer haben das besser weggesteckt, aber er kann ein Rind für 4.000-7.000 N$ verkaufen, was ok ist, wenn man eine Herde hat… sein Problem ist, dass er gut 10.000 N$ für neue Rinder an die Großfarmer zahlen müsste.

Also sind es jetzt Ziegen, die sind genügsamer, aber es kommt nur 1 von 6 Jungtieren durch. Die meisten werden von Hyänen etc. erwischt. (das hat uns doch gewundert, wir wären nicht auf die Idee gekommen, dass dort in der Nähe Hyänen sind??!)





In den einfachsten Hütten des Anwesens leben Desckas blinder Onkel und seine Schwester, allerdings baut er auch hier gerade an. Das „Gerippe“ eines weiteren Gebäudes steht schon und ist gerade im Bau. Die Schwester backt gerade Muffins in der Außenküche, “Für Lunchpakete, die sie an der Schule verkaufen.“ erklärt Descka. Sein blinder Onkel sitzt vor der Hütte. Er orientiert sich an tiefen Furchen im Boden um von A nach B zu kommen und in und um sein Haus hat es immer Katzen… Katzen hassen Schlangen und greifen diese sofort an. Da sein Onkel die Schlangen selber nicht sehen würde, übernehmen die Katzen die Wächterrolle für ihn. 😎

Descka erzählt uns, dass selbst wenn die Katzen gebissen werden, sie manchmal überleben, weil sie das Gift, fein-literarisch gesprochen, wieder auskotzen können. Naja, bei späterer Recherche habe ich nichts dergleichen gefunden, also lassen wir das mal so stehen. 😉





Ein typischer Kühlschrank mit Verdunstungs-Prinzip






Milchgefässe (Kalebassen - danke KarstenB) aus Kürbissen, wenn man draufklopft hart wie Stein




Hochzeits-Kuhschädel


Zum letzten Bild muss ich kurz ausholen. Bei einer Heirat schenkt der Bräutigam der Brautfamilie eine Kuh. Da muss aber alles dabei sein. Jeder Tropfen Blut wird aufgefangen, alle Knochen müssen vorhanden sein etc., sonst bringt es Unglück. Desckas Frau kommt aus Uis und er musste gleich 2x die WELTREISE! antreten um alles für die Hochzeit unter Dach und Fach zu bringen. Geheiratet wurde dann aber bei ihm… “Dann sind nicht sooo viele Gäste da und es wird nicht zu teuer.“ 😄

Und was hat das jetzt mit dem Schädel auf sich? – der bringt Glück und den bewahrt man auf. Das ist aber nicht seiner, sondern der Hochzeits-Schädel seiner Eltern, der seit 30 Jahren in der Hütte dort baumelt. *ein bisschen creepy ist das schon*

Weiter geht es zum größten Haus der Siedlung, mit Gemüsegarten und da werfen wir auch keinen Blick rein. Zweifellos ist es sein Haus und wir schauen uns in erster Linie den Garten an. Der Zaun ist eigentlich nur Attrappe verrät uns Descka, aber die ganzen Dosen und reflektierenden Objekte sollen die Elefanten abhalten, die gerne alles zertrampeln, überall Schäden anrichten und jegliches Grünzeug wegfressen. Elefanten mögen sie hier wirklich nicht…

Wir bekommen noch frische Peri-Peri aus eigen Zucht geschenkt, verabschieden uns von der Familie und gehen noch zum Herzstück der Farm weiter, der Wasserpumpe.











Eine der Wächterkatzen… die hatte schon nen fiesen Blick drauf


…auch eher außer Betrieb


Angekommen bei der Wasserpumpe (inkl. Elefantenschutz = Stahlturm rund um die Pumpe) fragen wir Descka, ob er nicht eher in der Stadt wohnen würde, da es ja schon hart ist, gerade mit der Dürre, die Farm fast in Eigenregie am Laufen zu halten. Die Antwort hatte was:
„Ich habe mal gehört, wenn du in der Stadt arbeitest und dann deinen Job verlierst und mal kein Geld hast, dann schmeißen die dich aus deiner Wohnung raus!!!- das ist doch verrückt. Nein, ich habe hier ja keine Ausgaben, wir können uns fast autark versorgen, ich brauche nur Diesel um den Generator für die Wasserpumpe am Laufen zu halten, das ist alles.“

Wir gehen da so her und man denkt sich, dass die Hütten etc. für unsere Augen eher so aussehen, als wäre hier vieles zerfallen. Aber wenn man sich mal vor Augen hält, dass er seine ganze Familie vor Ort unterhält, knapp ein Dutzend Gebäude sein Eigen nennt und autark leben kann… das ist viel mehr, als die meisten von uns hier von sich behaupten können. Also Hut ab und Respekt. 😎







Komisch, das hier noch das Lebenselixier aus dem Boden quellt…


… und gleich nebenan die Opfer der Dürre liegen.


Wir verlassen die Farm nicht über den Weg, sondern gehen etwas direkter durch den Busch und hier sehen wir, was Descka uns vorher erzählt hat… die Dürre hat Opfer gefordert und die Knochen der verendeten Rinder begleiten unseren Weg zurück. 🙁



-------------------------------------------

Zurück an der Campsite ist es mittlerweile wieder heiß geworden. Die Mopanefliegen sind auch wieder aufgewacht, also machen wir uns nach einer kurzen Dusche und einem kleinen Frühstück fertig für die Weiterfahrt. Es steht nur eine sehr kurze Etappe bis Kamanjab an, in der Nähe dort verbringen wir den Tag im Onjowewe Filmhaus, zum Ausspannen und mal alles für den Etosha neu zu sortieren.

Das bisschen Zeit auf der Campsite wird aber noch dazu genutzt, ein paar der gefiederten Besucher abzulichten.

Glanzstar… aber welcher?


leicht bekiffter Mahaliweber?


Maskenbülbül



FAZIT: Farmtour mit Descka
Ein toller Einblick in das „wahre Leben“ vor Ort. Wir hatten uns schon vor’m Urlaub geeinigt, dass so etwas wie ein bewirtschaftetes Eingeborenen-Dorf nichts für uns ist. Deswegen waren wir erst skeptisch, aber dieser sehr nahe und authentische, weil echte, Einblick hat sich absolut gelohnt und so lange das angeboten wird, wiederhole ich gerne für Alle die da sind mein Credo vom Anfang: Machen!


Nett verabschiedet wurden wir dann auch noch, von einem sehr aufmerksamen, kleinen Gesellen. 🤩



FORTSETZUNG FOLGT…


Gruß,
Robin

Teil 2716. Mai 2018

FORTSETZUNG - Tag 13 - 18.10.: Eine Villa für Zwei unter Belagerung



Wir nehmen ein kleines Stück PAD unter die Räder zu unserem nächsten Ziel. In der Planung hatten wir zwei Wunschziele, um die herum wir unsere Route aufgebaut haben. Das Dune-Star Camp und das Onjowewe Filmhaus. Vorher machen wir aber noch einen kurzen Stopp in Kamanjab um Vorräte aufzufüllen und zu tanken, wir wollen ja am nächsten Tag keine Zeit Richtung Etosha verlieren. 😉

Kamanjab
Schon der Weg über die C40 ist fraglich… wir sind nirgends so oft vom Straßenrand zum Anhalten aufgefordert worden. Kamanjab entpuppt sich im Endeffekt als Kreuzung, wenn man über die C40 reinkommt ist direkt eine Tankstelle mit kleinem Supermarkt daneben am Ortseingang. Wir halten vor Tür und wollen nur kurz reinschauen und schon haben wir den „Dorf-Vollsten“ (das dachten wir zumindest) neben dem Auto stehen. Er passt drauf auf… aha. Voll nett, weil wir ja immerhin 2m daneben im Shop sind. 😵

Was soll man machen, wir gucken uns um, aber der Laden bietet fast nichts. Wir kaufen etwas Wasser und werden von einer Schnapsfahne vor der Tür erwartet. Für 3min. „aufpassen“ drücken wir ihm das Wechselkleingeld in die Hand und werden beschimpft. Unangenehm hier, wir nehmen Reißaus und schauen ob es nichts anderes im Ort gibt, da auch an der Tankstelle viele komische Gesellen lungern.

Wie schon geschrieben stellen wir fest, dass es ja nur eine andere Straße gibt, nämlich die C35. Und siehe da, hier ist ein weiterer Supermarkt, der ist besser sortiert und wir kaufen ein was gebraucht wird oder lecker aussieht als kleiner Safari-Snack für zwischendurch. Zurück am Auto hält auch nur ein Wagen neben uns und der Fahrer würde gerne US-Dollar für einen guten Kurs eintauschen… nachdem er aber versteht, dass wir den Trick durchaus kennen wünscht er nur einen guten Tag und fährt. 😗 - Direkt neben dem Supermarkt ist auch noch eine Tankstelle, hier sind alle viel freundlicher und man fühlt sich wohl. Und die Tankstelle selber ist auch noch ein großer Shop… auf einen kurzen Blick evtl. sogar der am besten sortierte Supermarkt der Stadt. (sollte man sich merken)

Ich hatte hier im Forum vom Impala-Meat-Market gelesen und für den letzten Abend im Etosha brauchen wir noch ein gutes Stück Fleisch. Auch der liegt direkt neben dem Supermarkt und wir parken den Wagen. Wir steigen aus dem Auto und ein junger Typ kommt auf mich zu „You are a nice guy… I can see that!“ Die ganze Straße guckt zu mir rüber, überall stehen Leute und in allen Gesichtern sehe ich Mitleid und Schelm aufblitzen. Zwei Dinge sind mir sofort klar:
1. Ich habe einen neuen Freund
und 2. JETZT wissen wir wer der „Dorf-Vollste“ ist! 😄

Ich schaffe es ihn abzuschütteln. Mara bleibt am Wagen und ich gehe nach Fleisch gucken. Die Auslage sieht wenig einladend aus, aber auf Nachfrage was noch so da ist…

fliegt die Tür auf und mein neuer Freund torkelt lallend und singend in die Metzgerei, die er in hohem Bogen fliegend Sekunden später wieder verlässt

…und ob er dicker geschnittene Steaks hat zaubert der Metzger eine große Kiste aus dem Kühlhaus hervor mit tiefgefrorenen Oryx T-Bone Steaks. ***OH GLÜCKSELIGKEIT!***

Als ich mit stolzgeschwellter Brust, nach meinem Jagdausflug mit der Beute ins Tageslicht trete wird Mara von mehreren Männern umlagert und ist am Feilschen. Es geht um geschnitzte Makalani-Nüsse und da wir noch keine mit unserem Namen drauf haben, werden kurzerhand unsere 4-5 Buchstaben auf nackte Unterarme geritzt und angefangen die Nüsse zu beschriften. Diese verrückten Kerle, wir gucken glaube ich ziemlich blöde aus der Wäsche, aber die Nüsse sind toll! 😎





Jetzt geht es aber endlich zum Filmhaus, wir kommen pünktlich zur Übernahme des Hauses an, aber niemand ist zu entdecken. Es ist heiß, wir laufen ums Haus, aber es ist keiner da. Auf der Bestätigung gab‘ es eine Telefonnummer fällt uns ein. Irgendwo müssen die ja liegen, aber im wüsten Chaos im Auto suchen wir erst mal. Fündig geworden holen wir das Namibia-Handy raus und wählen… NEIN VERDAMMT. Habt ihr gewusst, dass ein Handy sich komplett entleeren kann, wenn man das mal eine Woche nicht am Strom hat? – So was Verrücktes! 😊

Bringt ja wirklich viel sich ein Telefon für den Fall der Fälle zuzulegen und es dann einfach nie aufzuladen. K-L-U-K, wir sind so klug! – naja, wer den Schaden hat und so, also hole ich unser Solar-Panel raus und wir picknicken in Bruthitze während in unser Handy mit einem schmalen, roten Balken einen kleiner Hauch Leben zurückkehrt. Wir rufen unseren Kontakt Debbie an. Es geht auch nach mehrmaligen Versuchen niemand dran. So ein Mist und jetzt?

Mir fällt ein, dass wir auf dem Weg zum Haus an einem Overlander-Camp vorbeigekommen sind. Vielleicht kann man uns dort helfen. Hin da und wir finden ein leeres Camp vor und ein kleines, gemauertes Haus. Nachdem wir uns lautstark bemerkbar machen kläfft uns ein kleiner Bello entgegen und einige Zeit später taucht eine schläfrige, englische Dame auf, die, wie sich rausstellt, auf den Namen Debbie hört. Sie ist etwas säuerlich, dass wir ihren Mittagsschlaf stören, wie kann man denn nur als angekündigter Gast pünktlich sein. Frechheit sowas! 🤪

Sie schickt uns vor und holt auf dem Weg noch Mr. Kambahe ab, den Hausmeister/Verwalter des Filmhaus. Der wohnt nur einen Felsenhügel weiter und bekommt eine theatralische Abreibung verpasst, dass er uns nicht gesehen hat und „Misses Schlafmütz-Unhöflich“ entschuldigt sich bei uns ob der Unfähigkeit ihres Lakaien. Dann zieht sie von dannen und wir sind froh diese Person los zu sein und werden vom sehr netten Kambahe kurz rumgeführt und bekommen das Gröbste erklärt… er muss noch ein paar Sachen organisieren und kommt gleich noch mal vorbei. Dann nehmen wir euch mal mit auf den ersten Teil der Tour!

Das Filmhaus


”Rezeption“


Küche und hintere Tür


Ein Baum wächst mitten durch’s Haus und innen gibt es eine schmale Steintreppe nach oben ohne Handlauf oder Absicherung


Und jetzt geht es hoch zum Oberdeck!


Uns verschlägt es fast den Atem und hier muss erwähnt sein, dass wir bei der Buchung gefragt haben welche Zimmer wie ausgestattet sind und was noch frei ist. Die Antwort war, dass das Filmhaus immer nur „Single-Party“ vermietet wird, es hier außer uns keine anderen Gäste für die Nacht hat. 🤨

Das Haus ist einfach riesig. Es finden sich alleine 10-12 Schlafplätze im Haus, zusätzlich stehen noch 3 oder 4 ausgestattete Safarizelte auf dem Gelände. Also 20 Personen sind hier echt kein Thema. Wir haben also absolut freie Platzwahl und wenn der Blick von außen schon cool war, dann ist das Oberdeck und damit das eigentliche Haus einfach nur…

… WOW! 🤩


Das Oberdeck, links geht es zum Pool runter


Und auch innen hat es einiges zu bieten


Doch bevor es weitergeht werden wir von Eindringlingen bei unserer Runde gestört. Debbie sagte uns, dass die Ziegen immer die Beete abfressen und durch ein nicht richtig schließendes Tor ist die Bande plötzlich im Hof des Hauses unterwegs. Jäger und Beschützer steht ja in meiner Stellenbeschreibung also die Treppe wieder runter.



Ich versuche mich als Ziegendompteur und unter lautstarkem Brüllen, Klatschen und Elefanten-Scheinangriffen (ich habe eine große Nase und Segelohren…) schaffe ich es die Rüpel in die Flucht zu schlagen, doch kaum drehe ich mich rum sind ein paar ganz freche auch schon wieder durch das Tor geschlüpft. Es geht von vorne los, aber diesmal bin ich schlauer und schnappe mir einen Tisch das nahegelegensten Safari-Zeltes um die Bruchstelle im äußeren Wall zu verschließen, das sieht dann so aus, aber war von dauerhaftem Erfolg gekrönt! 😛



Die Tour geht weiter mit ein paar Details der Hütte, alles ist sehr liebevoll eingerichtet, mit vielen kleinen Details, Eulen leben unter dem Dach… nur kriege ich die nur einmal nachts für Millisekunden zu Gesicht. Auch die heimlichen Hausbesitzer lernen wir auf dem Rundgang kennen. Ein Pärchen Maskenbülbüls gehört das Filmhaus in Wirklichkeit. Die beiden sind wahnsinnig dreist und sitzen schneller an einem unbewachten Longdrink als man fast nur mal kurz wegschauen kann! 😉

Allerlei anderes Getier findet sich natürlich auch noch, Vögel hat es, wieder sehr viele Echsen… Mara sieht eine extrem Große weghuschen. Eher Katzengroß; gibt es dort evtl. kleinere Warane? Und zu guter Letzt flitzen überall diese großen schwarzen Wespen rum, bei denen ich immer an den Film –Das große Krabbeln- denken muss, wenn die Heuschrecken losfliegen mit den Worten: „Los Jungs, KNATTERN!“

Huldigt dem Giraffengott 🤪






Einer der Hausbesi(e)tzer!


Gemütliche Sofaecke mit Fenstern ohne Glas (Glas gibt es generell nirgends, ebenso keinen Strom… es war halt nur eine Filmkulisse)




Maskenweber


männl. Felsagame


In der Zwischenzeit haben wir schon den Pool genutzt, Drinks zubereitet und chillen auf den Liegen auf dem Oberdeck als wir 2 Gestalten zum Haus kommen sehen. Sie kündigen sich nicht an, sondern verschwinden im Untergeschoß? – Ich sehe auch Kambahe gerade wiederkommen und gehe runter mal sehen was die hier wollen. Die beiden stehen in der Küche und interessieren sich amüsiert für unsere aufgestapelten Essensvorräte. (wir hatten mal den ganzen Wagen ausgeräumt um alles neu zu sortieren)

Die beiden sind Handwerker und wollen die „Reling“ reparieren. Wir denken an die umlaufende auf dem Oberdeck und verneinen, da wir ja nur den einen Tag hier haben und das dann doch störend wäre. Die beiden ziehen von dannen und wir laden Kambahe auf ein Bier und nach einem untrüglichen Blick auf Maras Zigarette auch eine solche ein. 🙂

Es wird eine nettes, kurzweiliges Gespräch. Ich weiß nicht mehr wie wir drauf gekommen sind, aber irgendwann versuchen wir ihm zu erklären was ein Stau ist und er guckt uns nur ungläubig an. Er macht den Job seit 5 Monaten und wohnt nebenan mit seiner Mutter und Großmutter zusammen. Auf die Frage ob ihm der Job gefällt und wie lange er den machen möchte antwortet er am liebsten für immer. Ich will es für ihn hoffen. Er ist sehr freundlich und sagen wir mal engagiert bemüht. Bevor er wieder geht zeigt er uns noch das „Penthouse“, da ich auch wissen will, wie man auf die Felsen raufkommt, es geht also weiter mit der Tour.

Das Penthouse


Unsere Residenz für die Nacht


Und mal wieder Ablutions der besonderen Art… rechts steht auch noch eine Badewanne


Im Penthouse findet sich eine Tür durch die man, nachdem der davor stehende Schrank aus dem Weg geschoben wurde, auf einen abenteuerlichen Kletterpfad hoch auf die Felsen kommt. Kambahe zeigt mir den Weg, Mara bricht nach einem kurzen Stück ab, weswegen ich zur goldenen Stunde mit Kamera und Stativ bewaffnet noch mal hochkletter, damit sie den Ausblick zumindest als Foto mal sehen kann...





Von oben sehe ich einen der Handwerker, den Pumpertyp mit Goldkettchen, diesmal mit einem anderen Gesellen im Schlepptau durch ein Tor auf der Rückseite des Hauses das Gelände betreten, wieder unangemeldet. Sie gehen durch den Hintereingang in die Küche und verlassen wenig später das Haus dann wieder. Gerade der eine ist mir nicht geheuer und ich mag‘ es gar nicht, dass hier anscheinend jedermann, jederzeit einfach über das Gelände laufen kann…

…egal, es ist kurz vor’m Sundowner und die perfekte Stelle dafür haben wir uns schon ausgeguckt. In der Sofa-Ecke wird eines der Möbel vor das Fenster geschoben, Wein bereitgestellt und auf den Sonnenuntergang angestoßen. Und PLÖTZLICH wird die Sonne dunkel. Hunderte und Tausende von Vögeln ziehen am Haus vorbei, aus unseren Fenstern betrachtet von rechts nach links. Ein Schwarm folgt dem anderen und es hört gar nicht mehr auf, wir wissen nicht wo die alle hinwollten, aber morgens früh geht das Spektakel dann wieder los, nur morgens in die andere Richtung von links nach rechts??? 😎





Es erwartet uns, oder besser mich, noch eine spezielle Nacht…

FORTSETZUNG FOLGT…


Gruß,
Robin

Teil 2816. Mai 2018

FORTSETZUNG - Tag 13 - 18.10.: Eine Villa für Zwei unter Belagerung

Wie angekündigt kommt mit den letzten, zaghaften Strahlen der Sonne Kambahe noch einmal vorbei. Er schlendert mit einem Kanister bewaffnet von Fackel zu Fackel und taucht das Oberdeck in ein tolles Lichtspiel der flackernden Flammen auf den Felsen. Und auch die Nase hat was zu tun, wird doch Benzin als Brennstoff verwendet. 😵
(das ist aber wirklich mehr als Anekdote zu verstehen, wirklich gestört hat es nicht, der Geruch hängt ja nicht fest dort)





Nachdem er noch den Grill vorbereitet und den Tisch schick eingedeckt hat verabschieden wir uns für die Nacht und machen uns daran zu kochen. Da Licht in der Küche unten Mangelware ist bemühen wir auch hier die beliebte Regel: „Kochen ohne Stirnlampe ist kein richtiges Kochen!“ Es gibt SCHON WIEDER Fleisch, noch ein Stück aus Swakopmund und Mara kann es langsam nicht mehr sehen. Sie bereitet uns ein ganz fantastisches Butternut-Püree zu und sogar ich muss zugeben, dass mir das Püree besser schmeckt als das 15. Stück Grillfleisch diesen Urlaub. Wir beschließen spontan, dass es morgen Abend mal kein Fleisch geben wird! 🙄 😊



Während wir oben am Tisch sitzen, unseren Wein und Kürbis genießen scheppert es in der Küche. Verdammt, wir hatten ja eh‘ schon so ein ungutes Gefühl wegen der ständig, unangemeldeten Besucher über den Tag. Ich schnappe mir die Stirnlampe und springe den Einbrechern über die Steintreppe im Innern des Hauses entgegen. Mara nutzt die breite Treppe außen um sie zu stellen…
… ich stolpere mit meinen Flip-Flops, kann mich gerade noch halten und während ich schon merke, dass ich mir gerade leicht den Fuß verknackse… SO ein Mist!… sehe ich in die tiefdunklen Augen eines ca. wieselgroßen, schwarzen Nager mit einem länglichen, geschmeidigen Körper der ein für ihn viel zu großes Stück Kudu-Billtong versucht aus einer der Vorratskisten zu ziehen. 😠

Verdammter kleiner Dieb. Es erschreckt sich so, dass ihm das Billtong aus dem Maul fällt und unter lautem Getöse die Flucht angetreten wird. Mara kommt um die Ecke und sieht das Chaos. Gott sind wir auch bescheuert alle Lebensmittel draußen rumstehen zu lassen!!!

Anhand zweier Abdrücke von kleinen, spitzen Zähnchen im Billtong erläutere ich Mara was passiert ist und wir beschließen gemeinsam, dass man das Billtong dennoch guten Gewissens essen kann. (gefühlt wird einem ja echt alles egal mit der Zeit)



Eine Ziegenbande belagerte das Haus, Maskenbülbüls tranken aus unseren Gläsern, Leute stromerten über’s Gelände und ein Nachtschwarzer Dieb versuchte unser Billtong zu klauen… lauter ungebetene Gäste den ganzen Tag, jetzt reicht es langsam mit der ganzen Aufregung und es wird Zeit für’s Bett.

-----------------------------------------------

Die Nacht
Ich kann mich auf meine jahrelange Erfahrung verlassen und Mara ist nach wenigen Minuten tief und fest eingeschlafen… ich stehle mich wieder aus dem Bett. Ihr erinnert euch bestimmt, in meiner Stellenbeschreibung steht auch „Beschützer“ drin und ich schiebe mittlerweile eine mittelschwere Paranoia, dass man hier oben im Penthouse schläft, aber überall Leute ins Haus können, die Tür zum Penthouse sich nicht abschließen lässt, was auch sinnfrei wäre ohne Fenster die man schließen könnte.

Ich schleiche mich also auf leisen Sohlen mit meiner Stirnlampe durch’s Haus und fange an die wichtigsten Wertsachen wie zu Ostern im ganzen Haus zu verstecken. Meine Paranoia verstärkt sich und ich suche mir aus unserem Kochbesteck die stumpfe Machete, die ich mit ins Penthouse nehme. Vor die Tür wird ein Beistelltisch geschoben, damit es zumindest sofort laut ist wenn jemand einzudringen versucht und da man direkt neben der Tür theoretisch nur über eine kleine Mauer klettern muss und im Bad steht baue ich aus aller Deko und Badutensilien eine Stolperfalle hinter die Mauer. Perfekt, wenn da jemand drüber steigt scheppert es auch ganz gewaltig. 🤨 😄

Zufrieden lege ich mich hin und trotz meines üblicherweise tiefen Schlafs werde ich Nachts durch verdächtige Geräusche wach. Es knarzt vom Weg zum Penthouse hoch. Ich tappse aus dem Bett, schiebe den Tisch zur Seite und schleiche mich nach draußen. 2 paar Augen starren mich an, breiten ihre Flügel aus und flattern in die Nacht davon. Da sind die Eulen! (wir leben seit etwas über einem Jahr neben einem Vogelschutzgebiet in dem es Steinkäuze geben soll und Eulen stehen oben auf meiner Wunschliste)

Auf Zehenspitzen geht es zurück in den Schlafraum. Ich öffne so leise es geht die große Kiste mit dem schweren Deckel in dem die Zusatzdecken liegen. Unter den akkurat gefalteten Decken und mehreren Laken und Bezügen finde ich... meinen Fotorucksack. 🙄 😗

Ich beziehe Stellung gegenüber dem Eingang zum Eulennest im Penthouse und nur das Objektiv ragt durch die Planen vor den Fenstern hervor. Ich warte bestimmt 1 Stunde in der Hoffnung, dass die Eulen wieder da auftauchen wo ich sie gerade aufgeschreckt habe, aber leider lassen sie sich nicht mehr blicken. Naja, dann kann ich, wo ich eh‘ wach bin noch etwas machen, dass ich bislang verpasst hatte… ein Sternenfoto.



Am nächsten Morgen bin ich trotz meiner etwas kurzen Nacht früh wach… ich muss ja noch einige Spuren beseitigen. Den Tisch wegschieben, das Bad herrichten und wie ein Eichhörnchen die Winterverstecke alle wieder finden… achja und die Machete neben dem Bett hätte auch zu blöden Fragen geführt. 😗

Wir packen morgens unseren ganzen Kram wieder ein. Kambahe lassen wir eine große Kiste Vorräte, frisches Fleisch und.. und.. und.. vor Ort. Er freut sich sehr und findet auch direkt ein paar Dinge er seiner Mutter und Omma mitbringen kann. Wir freuen uns jetzt auf 2 Tage Etosha und Tiere satt, mal sehen ob uns das auch so gefällt wie der bisherige Landschafts-Trip durch Wüste und tolle Landschaften. Seit dem Erlebnis mit den Wüsten-Elefanten hat sich unsere Skepsis schon deutlich gelegt. 🙂

Ein, alle Striche grün leuchtend, voll geladenes Handy liegt im Handschuhfach, man weiß ja nie, wann man mal einen wichtigen Anruf tätigen muss, daher merkt Euch:



Gruß,
Robin

Teil 2929. Juli 2018

Tag 14 - 19.10.: Warten am Zebrastreife auf den Italianicus Ahaicus



Diesen Morgen geht es also los in Richtung Etosha, dieses sagenumwobene Land, wo alle hin wollen die in Namibia sind. Safari machen… wir sind gespannt. Wir haben ja tatsächlich extra wenig Zeit dafür eingeplant, denn ob wir Lust drauf haben, stundenlang im Auto zu hocken um Tiere zu suchen, dass wissen wir noch nicht wirklich.



10:46h passieren wir das Galton Gate, das Prozedere am Gate geht eigentlich recht flott, da wir Glück haben und vor einer größeren Reisegruppe ankommen und somit alleine am Schalter stehen. Noch einen sehr nützlichen Parkplan gekauft (wer den für die Planung braucht, hab‘ ich auch digital… einfach PN schicken).

Und weil ich ja so ein Fuchs bin (nicht so schlau, riech‘ aber so) fällt mein Blick auf ein hoch wissenschaftliches Plakat, auf dem irgendwas von „Fotos machen und helft mit, die Hartmann Zebras…“ – ja, schon klar. Zebras seitlich fotografieren, kriegen wir hin! Machen wir mit!



Wir fahren also los und nach vielleicht 20 Biegungen die ersten Zebras! – Toll. Die müssen wir dokumentarisch natürlich festhalten, hat ja das Plakat gesagt… getan. 🙂







Bis OlifantsRus nehmen wir den Weg oben rum über das Dolomite Camp. Der Anfang des Weges ist sehr bewaldet. Die Tiere verstecken sich effektiv vor uns, aber ein paar Vögel lassen sich blicken und Zebras… hier sind überall Zebras? Wer soll die denn alle fotografieren? – Also nee, so wird das nix. Wir erkennen doch sowieso nicht welche die richtigen nicht. Wir sind also noch kaum eine halbe Stunde im Park und kommen uns schon dämlich vor, dass wir die ersten 4 Zebras noch versucht haben einzeln abzulichten. Das waren vermutlich eh‘ nur ganz normale Zebras… alles Quatsch. Das lassen wir ab jetzt bleiben.

Wer hätte das gedacht, da schaue ich letzte Woche die Fotos durch und muss feststellen, dass die ersten Zebras doch tatsächlich Hartmanns waren. Und wieder einmal fliegt die Flache Hand zur Stirn und wir stellen uns die Frage „Done it! – Got it?“ 😄

Ein Vogel?!


Könnte ein Langzehenrötel – (Monticola explorator) sein


Wie gesagt, viel Wald, aber Tiere keine zu sehen… die verstecken sich anscheinend alle!


Beim nächsten Wasserloch treffen wir auf noch mehr Zebras, aber auch ein paar Schwarznasen-Impalas drängen sich im Schatten, langsam wird es empfindlich heiß. Alles hier ist sehr trocken, die Wasserlöcher führen kaum noch etwas vom lebensspenden Nass. Aber das Vogelglück lässt sich tatsächlich sehen am heutigen Tag, also für unsere Verhältnisse. 😐 Auf dem Weg können wir doch das ein oder andere Federvieh ablichten. Wir setzen unseren Weg fort, wollten eigentlich kurz am Dolomite anhalten, aber da niemand auf uns reagiert und wir wie befohlen im Auto bleiben, fahren wir nach 10min. weiter, an Duineveld und Nomab vorbei zu einem Zwischenstop in OlifantsRus.

Zeit auch die Aufgabenverteilung für die folgenden Tage klar zu regeln. Fahrer fährt, Beifahrer findet die Tiere. Irgendwie sinnvoll soweit. Ich nehme das mal voraus. Mara war schon immer gut im Suchen, nur die Sache mit dem Finden bereitet ihr Probleme. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie oft wir das üben seit fast einem Jahr für den nächsten Urlaub. Immer wenn wir Auto fahren geht es darum wer die meisten Greifvögel sieht.
Für Etosha 2017 halten wir fest… Tiere hat der Fahrer gefunden, mit der Ausnahme von Erdhörnchen, bei den kleinen, niedlichen Gesellen hat Mara wahre Adleraugen. 😎

Endlich mal wieder Zebras


… Zebras satt


Schwarznasen-Impalas – (Aepyceros melampus petersi)


Schlangenadler – (Circaetus gallicus)


Grautoko – (Tockus nasutus)


Auf dem weiteren Weg… immer dasselbe Spiel:
# Anhalten.
# Warten.
# Nett grüßen.
# Etwas länger warten.
# Sich wundern, dass 50-100 Zebras immer in einer Reihe hintereinander herlaufen.
# Warten.
# Sich freuen, dass endlich eines anhält.
# Langsam anrollen.
# Sich ärgern… nein AUSRASTEN!, dass das Zebra hinter dem Wartenden die Idee nicht mitkriegt und weiterläuft.

ZEBRAS NERVEN! ***crazy***

Der Endgegner!


So quälen wir uns also an einem natürlichen Zebrastreifen nach dem anderen vorbei und schauen links wie rechts ob sich andere Tiere zeigen. Aber es sind einfach keine zu sehen… es soll hier doch auch Giraffen geben? – wir entdecken nur wieder Vögel.

Noch’n Vogel?


Garbarhabicht (Micronisus gabar) – na bitte, die größeren kann ich langsam


Ansonsten nur gähnende Leere, nix zu sehen…


Und noch irgendein Vogel… vermutlich immer derselbe. Der folgt uns.


Es ist mittlerweile später Mittag. Nachdem wir schon beim Dolomite-Camp mal Pause machen und eine Toilette aufsuchen wollten, freuen wir uns, als am Horizont Zäune auftauchen. Das müsste unserem Parkplan nach doch OlifantsRus sein, unser Tagesziel, dass wir jetzt erst einmal als Zwischenziel nutzen wollen. Eine Bewegung im Augenwinkel erregt dann doch noch unsere Aufmerksamkeit.

Es gibt hier ja doch Giraffen!


Und natürlich ein Stück weiter noch ein paar Zebras... Klaro!


Zweimal muss auf dem Weg dann doch noch scharf gebremst werden. Ein Baum voller Tokos. Und ich glaube, dass sind die einzigen die nicht sofort flüchten als wir neben ihnen anhalten. Ein kleines Stück weiter finden auch noch einen Steppenfalken. Für uns ist das wirklich ein bisher vogelreicher Tag und es wird noch besser werden. 😎

Gelbschnabeltoko (Tockus flavirostris)




Steppenfalke (Falco rupicoloides)


OlifantsRus gefällt uns auf den ersten Blick direkt sehr gut. Kein riesiges Camp, eher eine kleine Menschen-Oase in der Wildnis. Die alte Elefantenschlachterei hat irgendwie ein gleichzeitig faszinierendes, wie beklemmendes Flair. Es geht zur Anmeldung und der nette Angestellte teilt uns einen Platz direkt am Zaun zu und rät uns wenigstens unsere Stühle und Tische auf den Platz zu stellen, damit er als vergeben markiert ist. Es kommen doch täglich viele Fahrzeuge ohne Anmeldung die noch versuchen unterzukommen. (der Rastplatz im Camp ist dann auch über Nacht gut besucht, anscheinend hat die Methode Erfolg)

Da wir uns sowieso zu einer kleinen Pause entschlossen haben streifen wir etwas über den Platz, schauen uns die alten Schlachtgestelle an und gehen auch mal kurz zum Wasserloch der Anlage. Man wandert über einen langen Steg, überquert den Zaun und landet in einem Turm, der mitten im Wasser steht. Das ist schon toll und wir haben auch Glück, ein paar Tiere sind schon da… ZEBRAS! 😣



Der Ausguck


Blick über das Camp


Das alte Schlachtgestell…


…und die entsprechenden Überbleibsel


Ich lese noch ein bisschen im kleinen Museums-Rondell, aber mache dann doch lieber nur schnell Fotos der Tafeln, in dem Gebäude hat es gute 55 Grad. Also schnell noch ein Abstecher zur Verwaltung, ich hatte dort noch eine Tafel mit Tieren gesehen, die man in der Gegend finden kann und das Sichtungsbuch muss geprüft werden. 🙂

Leider eine kleine Enttäuschung. Es hat Nashörner und Löwen, aber seit 2 Wochen gab es keine Elefantensichtungen im Buch. Vielleicht ist es euch aufgefallen. Bislang gab‘ es keine Elefanten für uns und OlifantsRus macht da keine Ausnahme und seinem Namen keine Ehre. 🙁

Als wir zum Auto zurückgehen spricht uns noch einer der Ranger an. Er ist mit einem Fotografen unterwegs, schon einige Tage und auch wenn die beiden kaum Elefanten entdeckt haben, so haben sie heute doch einen einzelnen Bullen entdeckt der in Richtung des Camps unterwegs war. Er könnte heute Abend am Wasserloch sein. Na das hört sich doch vielversprechend an. 😎

Für den Nachmittag sollen wir am besten nach Jakkalswater fahren, da haben die beiden in den letzten Tagen Nashörner entdeckt. Da sagen wir natürlich nicht Nein, der Plan für den Rest des Tages ist gesetzt und vielleicht können wir bis Ende des Tages noch ein paar Haken an die Tiertafel machen.



Mal sehen… das Rhino sollte wohl noch drin sein.

FORTSETZUNG FOLGT…

Gruß,
Robin

Teil 3031. Juli 2018

FORTSETZUNG - Tag 14 - 19.10.: Warten am Zebrastreife auf den Italianicus Ahaicus



Wir machen uns also auf in Richtung Jakkalswater und, die Strecke wird zwar mit knapp einer halben Stunde angezeigt, aber man braucht ja doch immer länger. Gleich vorab sei gesagt, dass wir hier den Fehler gemacht haben, vorher gar nicht genau zu schauen, wann wir eigentlich zurück sein müssen. So hatten wir grob 18:30h gedacht und geplant wollten wir 18:15h anpeilen. Sicher ist sicher.
Die Gates machten aber erst um 18:54h dicht, also immer drauf achten bevor es los geht!

Wir waren gar nicht lange unterwegs und das Vogelglück blieb uns hold. Neben der Straße entdeckten wir eine glückliche Straußenfamilie. Putzmunter mit 6 Kleinen, zu niedlich. Hier mussten wir natürlich länger stehenbleiben und uns das Treiben anschauen. Da wir uns ruhig verhielten, war auch die Mutter ganz entspannt.



Angekommen bei Jakkalswater und mit den großen Erwartungen auf Rhinos war hier irgendwie nur tote Hose. Immerhin, eine kleine Giraffenfamilie war anwesend und übten sich im Synchrontrinken. Ein Springbock tat sich gütlich an stacheligen Büschen… seine Fressposition sah irgendwie unentspannt aus. 🤪







Wir waren nun doch etwas enttäuscht, aber weiter weg vom Camp zu warten machte keinen Sinn, also zurück und auf mehr Glück hoffen bei Okawao. Das Wasserloch ist näher dran und wenn alle Stricke reißen gibt es ja immer noch das hauseigene Wasserloch bei OlifantsRus. Wir biegen also Richtung Okawao ab und als wir um die Ecke kommen werden wir direkt attackiert! 😮

Locker 50-60 Tiere greifen unser Auto frontal an!

..
Sie stürmen in unsere Richtung, wie von Sinnen!
..
.
Und drehen ganz knapp vor’m Auto nach rechts ab! – Glück gehabt.

Wir waren so perplex, dass wir mit Vollbremsung angehalten haben und nach dem ersten Schock und der Freude überlebt zu haben nur noch die Nachhut auf’s Bild bannen konnten.

Mal ehrlich, sind Perlhühner immer so drauf, dass die zu Dutzenden über die Straße stürmen 😗 😛


Ich denke mal das hier ist ihr General, der hatte alles genau im Blick!


Am Wasserloch dann wieder ein paar übliche Verdächtige wie Giraffe, die drei Springböcke von der Tankstelle und jetzt konnten wir auch Kuhantilopen von der Liste haken. Also zumindest kam noch etwas abwechselnd in unser Sichtungs-Menü. Es zeigte sich Staub am Waldrand und kaum das wir die Streifengänger sahen war es dann wirklich Zeit zu gehen. Nicht schon wieder Zebras! 😣



Kuhantilope (Red Hartebeest)


Nix wie weg!


So, jetzt müssen wir auch langsam zurück, wir haben zwar noch etwas Luft, aber zu sehen gibt es einfach wenig. Auf dem Rückweg scheuchen wir noch etwas die Straußenfamilie vor uns her. Die sollen einfach abbiegen, wir wollen die ja gar nicht stressen, aber sie ziehen es vor auf der Straße vor uns herzulaufen.



Irgendwann überholen wir sie doch, bzw. biegen Sie ab und während wir so durch die Gegend träumen steht plötzlich ein grauer Riese neben uns in den Büschen. 😎

Genüsslich zerlegt er einen kleinen Baum, wir stehen auf der anderen Straßenseite und können unser Glück nicht fassen. Na das ist doch noch ein echtes Highlight. Also Kamera raus und mal ein paar Fotos machen, das muss wohl der einzelne Bulle sein von dem der Ranger erzählt hat.

Schmeckt so ein Baum, aber…


…könnt ihr mal aufhören immer nur Fotos von mir zu machen, guckt doch mal da drüben…


… da kommt schließlich der Rest der Familie! 🤩

Und tatsächlich haben wir es nicht mit einem Einzelgänger zu tun, sondern einer ganzen Herde. Linkerhand kommen sie alle aus den Büschen und kreuzen hinter uns die Straße. Ein Elefant übernimmt dabei anscheinend die Aufpasser-Rolle, er ist immer der letzte der Gruppe und hat uns genau im Blick… und ist ein bisschen nervös.





Der Aufpasser hat uns immer im Blick


Wir rollen Rückwärts neben der Herde her, die jetzt neben der Straße durch die Büsche läuft und der Aufpasser trötet uns an. Klares Zeichen. Unser Fehler! Wir fahren ein Stück vorwärts, wenden den Wagen und fahren auf der anderen Straßenseite wieder langsam näher mit gebührendem Abstand. Das stimmt ihn zufrieden und die Herde zieht friedlich weiter, vermutlich zum Wasserloch.





Hier sieht man einmal fast die ganze Herde zusammen 🙂


Wir folgen noch etwas und erhaschen immer mal wieder Blicke durch die Büsche. Ein Halbstarker präsentiert sich dann doch noch mal in aller Pracht und verabschiedet uns.







Macht es gut!


Da wir
1. Eh schon denken keine Zeit zu haben und
2. Jetzt auch viel Puffer eingebüsst haben bei der Herde..

..entschließen wir uns dennoch zum Camp und nicht noch einmal zum Wasserloch zurück zu fahren. Man sollte sein Glück ja nicht überstrapazieren und wir wissen ja, dass wir gerne mal zu spät unterwegs sind. 😉

Wir sind auf jeden Fall überglücklich. Da rechnet man mit nichts und insgesamt haben wir bei der Herde so ca. 15 Elefanten gezählt, gut gemischt mit ein paar Jüngeren und Halbstarken. Wie schön!!!

Wieder nehmen wir die Straße unter die Räder und sind kaum 2 Minuten unterwegs, als links schon wieder etwas durch die Büsche stapft. Diesmal ohne Vorhut, dieses Mal kommt die ganze Familie auf einmal Richtung Straße getrottet. 😎 🙂







Jetzt können wir unser Glück nun wirklich nicht mehr fassen. Der Ranger am Schalter später im Camp schaut mich mehr als misstrauisch an, als ich 2 Elefantenherden direkt bei Okawao ins Sichtungsbuch schreibe. Irgendwie schien er uns das nicht recht glauben zu wollen, hatten sie doch kaum Sichtungen die letzten Wochen.

Diesmal können wir besser zählen, die Herde besteht aus 11 Tieren, es kommen nämlich noch ein paar Nachzügler…



Guckt der verschmitzt oder freundlich?




Wir werden wieder inspiziert, aber diese Herde ist deutlich entspannter unterwegs. Sie trotten ihrer Wege, ruhig und gemächlich. Wir schießen noch ein paar letzte Fotos…



… und dann wird es schlussendlich doch langsam Zeit, dass wir mal ankommen. Mit einem freundlichen Wink bekommen wir die korrekte Richtung angezeigt und auf dem Weg zurück ins Camp hört man fröhlichen Gesang aus unserem Auto dringen: …wenn die Frühpatrouille naht, wenn die Frühpatrouille naht. Munter schreiten durch die Flur Elefanten mit Bravour,… 😄




Zurück im Camp:
Es hat schon seine Vorteile, wenn man nicht so recht den Zeitenplan kennt. Man ist wenigstens mal früh genug zurück um im Hellen noch den Wagen aufzubauen und alles etwas entspannter angehen zu lassen. Genug Zeit also um zu einem kleinen Plausch zur Nachbarcampsite zu schlendern. Mir ist ein Camper aufgefallen mit einem Aufbau der sich wie eine Art Muschel auseinanderklappt.

Es handelt sich bei den temporären Besitzern um ein junges, italienisches Paar und wir fachsimpeln über die Vor- und Nachteile unserer Fahrzeuge. Wir sind wendiger und haben mehr Bodenfreiheit und Spiel, dafür muss man über die Leiter ins Zelt. Ihr Schlafbereich bietet viel mehr Platz und alles hat viel Stauraum. Mitten im Gespräch, direkt vor meinen Augen verwandelt sich der nette, junge Mann in den „Italianicus Ahaicus“. Er spricht weiter, denn einzig seine beiden Staubklappen sind etwas zu klein geraten. Da hätte er sich mehr oder größere Einlässe gewünscht, damit der ganze feine Sand besser aus dem Innenraum gezo…………….

……. FLASHBACK!!!!!!!!

Es ist Tag 04 unserer Reise, wir sind im Sossusvlei, also geschmeidige 10 Tage her, vielleicht erinnert sich jemand:
Bei der Gelegenheit entdecke ich einen Sonnenstrahl im hinteren Aufbau. Anscheinend hat sich eine kleine Klappe auf unserem Dach geöffnet. Vermutlich durch die Rumpelstrecke, zumindest ist mir das bisher nicht aufgefallen. „Das wäre ja doof wenn es regnet und dann das ganze Wasser in den Innenraum läuft!“, denke ich mir bei ca. 32 Grad!, mitten in der Namib!!, einer der trockensten Wüsten der Welt!!!

Es fällt der Groschen, eigentlich fällt Dagobert Ducks gesamter Geldspeicher. 😄 😊
Ich verabschiede mich nett, frage noch ob wir uns gleich beim Sundowner sehen, gehe verstohlen zum Auto, immer auf der Hut, dass mich auch bloß keiner bei dieser Schmach entdeckt… klettere ins Alu-Canopy und drücke mit etwas Aufwand unsere Staubklappe wieder auf. Kein Wunder, dass seit dem Sossusvlei die Karre sowas von zugesandet ist. Und wir haben uns schon gwundert was plötzlich los ist. Da ja eine Hand schon nicht mehr reicht, die gerade Richtung Stirn schlägt, stellt euch einfach einen Elefantenrüssel vor der mir vor den Kopf klatscht. 😣

Jetzt brauche ich aber wirklich ein Bier und so begeben wir uns zum Sundowner. Auf halber Strecke zum Aussichtsturm im Wasserloch ist eine weitere Plattform mit Sonnenschutz errichtet, die dem Camp als zentraler Sundowner-Point gilt. Hier trifft man sich mit einem kühlen Getränk und verabschiedet den Tag. Sehr chillig, toll gemacht und eine nette Atmosphäre. Ich packe die Kamera aus und versuche mich bei dem spektakulären Himmel inkl. Bonbonfarben und Wolken am Horizont auch mal an einer Belichtungsreihe.

Da ganz rechts wo ein paar stehen ist die Plattform


Meine einzige Mehrfachbelichtung des Urlaubs


Und noch ein Werbebild für SCR… muss ich denen wohl noch schicken. 😎


Heute gibt es bei uns fleischlose Kost, das erste Mal auf seit über einer Woche. Wir sind dem Grillen etwas überdrüssig und so gibt es passend zur Geräuschkulisse Pasta mit Tomatensauce. Welche Geräuschkulisse? – naja, der „Italianicus Ahaicus“ scheint eine Art Formwandler zu sein. Nachts wird er zum „Italianicus Rumwüttikus“. Ich höre mir das Gezeter und Geschreie eine zeitlang an. Mara und ich amüsieren uns prächtig. Typisch italienisches Temperament halt.

Irgendwann höre ich ein wütendes und noch viel lauteres Vaffanculo!!!!

Langsam hört es sich ernst an und ich beschließe mal nachzusehen. Die beiden stehen an ihrem Kühlschrank und er wütet rum. Der Engel ist ausgefallen und das hat er dem Vermieter auch gesagt, aber der meinte ja es ist schon alles gut. Ja *“(‚“?!*# auch, nix ist gut. 😈

Wir versuchen mit ein paar Sicherungen auszuhelfen, aber das bringt nichts. Der Kühlschrank bleibt tot. Es bleibt uns nur die beiden zum Essen und einem Schluck Wein einzuladen und wir bieten ihnen Platz in unserem Kühlschrank zumindest bis morgen früh an. Das stimmt ihn etwas ruhiger, so können wenigstens die wichtigsten Dinge den defekten Kühlschrank überleben.

Die beiden drücken uns 2 kleine Flaschen Wasser und eine Schale Erdbeeren in die Hand.
-- „…ääähh, ja klar. Kühlen wir für euch.“
-– „Super, ohne kaltes Wasser geht gar nicht über den Tag!“

Ist dem klar, dass mal davon ab, dass er uns die einzigen 2 Sachen in die Hand drückt aus seinem Kühlschrank die definitiv nicht gekühlt werden müssen, so ne kleine Flasche Wasser sowieso in 30 Minuten nur noch Zimmertemperatur hat am nächsten Tag. Das Abendessen schlagen Sie aus, auf den Wein kommen wir noch zurück und wir spazieren bewaffnet mit Wasser und Erdbeeren zurück zu unserer Campsite und genießen unsere Pasta bei schöner Ruhe.

Plötzlich ein Schrei, eher ein Triumphgebrüll. Der Italiener taucht im Schein unseres Lagerfeuers auf und erzählt stolz, dass der Kühlschrank wieder läuft. Der dumme Vermieter hat gesagt er solle bei der Elektrik nie auf den Knopf „DANGER“ drücken, aber das hat er jetzt einfach gemacht und siehe da, der Kühlschrank geht wieder. Ist auch ne Methode, funktioniert aber anscheinend. 🤨

Allen Unkenrufen zum Trotz haben wir mit den beiden dann noch einen sehr schönen Abend bei einer Flasche Weißwein im Hide beim Wasserloch verbracht und auch unser Rhino haben wir dann doch noch gesehen.



Die Highlights des Abends zusammengefasst:
- Generell die Stimmung am Wasserloch bei nächtlicher Beobachtung, man ist so nah dran 😎

- Eine Giraffe beim Trinkversuch, schon mühsam wie sie gut eine halbe Stunde lang das Trinken nur andeutet um evtl. Fressfeinde aus der Reserve zu locken. Und dann hat sie doch nicht ihre Angst überwunden und gar nix getrunken.

- Eine Eule die immer ihre Bahnen über dem Wasserloch zog.

- Und ein weiteres Rhino mit vollem Horn und inkl. Jungem (da hab ich aber wegen des roten Lichts schon das Fotografieren aufgegeben… beim Foto oben, habe ich einfach komplett nur rot entsättigt… daraus ist dann ein SW geworden)

Obligatorisch für das Ende eines Abends, oder in diesem Falle eher das Ende einer frühen Nacht, der Versuch den Sternenhimmel abzulichten. Der Vordergrund war allerdings etwas arg hell dafür.



Nachts musste ich irgendwann mal raus aus dem Zelt und auch wenn man eingezäunt ist, hat man schon ein mulmiges Gefühl, wenn man nachts um 3.30h alleine Richtung Ablutions marschiert, da im Camp die Generatoren nachts aus sind. Kein Geräusch mehr, kein Licht. Ich habe irgendwie hinter jeder Ecke mit einem Löwen gerechnet. 😐


Und mit diesem Schlusswort ziehen wir ein sehr positives...

FAZIT OlifantsRus
Hier hat es uns sehr gut gefallen. Das Wasserloch mit dem Turm drin ist toll. Das Camp ist sehr klein und somit noch deutlich beschaulicher als die großen Camps im Park. Personal war nett, die Ranger sehr hilfreich und interessiert (da kommt noch was am nächsten Tag), also rundherum zu empfehlen soweit es uns betrifft.

Ein Tipp noch zum Hide. Er hat 2 Ebenen. Oben kommt man an, man kann aber auch runter gehen auf Augenhöhe zu den Tieren. Lasst das, speziell nachts. Erstens sieht man viel schlechter, da es unten Scheiben hat und diese viel zu dreckig sind, zweitens ist ein Bewegungsmelder angebracht im Treppenhaus der das Licht einschaltet. Wir wollten die Rhinomama mit Jungem auch unten betrachten und das Licht hat sie sofort in die Flucht geschlagen.
--------------------------------

Last but not least, was sonst könnte es sein, das heutige…



Gruß,
Robin

Teil 3117. Aug. 2018

Tag 15 - 20.10.: Der Italianicus Bedankicus ist Löwenfutter!

Wir stehen heute mal sehr früh auf… schon wieder… wie immer. Kaffee aufsetzen, schnell fertig machen, Katzenwäsche und dann geht es auch schon los. Wir haben für den Weg das Essen schon vorbereitet, denn wenn wir schon im Park übernachten, dann wollen wir auch mit Öffnung des Gates raus in Wildnis. 😎

Mit dem Sonnenaufgang geht es also raus aus dem Gate, aber was ist das? – vor uns steht schon einer, dass gibt es doch gar nicht. Außer uns haben wir niemanden im Camp schon fertig gesehen. Mara nutzt den Schockmoment für ein Foto der frühen Sonne und als es losgeht freuen wir uns wie der Wagen nach links abbiegt. Wir wollen rechts lang, also haben wir doch die Pad und den Park erstmal ganz alleine für uns. Aus Richtung Osten kann ja keiner kommen. 😉



Für uns geht es direkt auf die lange Pad in Richtung Ostteil des Parks. Anfang des Weges ist es hier sehr einsam. Tiere sind weit und breit nicht zu sehen, die einzigen Vertreter der Fauna die uns begegnen sind offensichtlich Schlafbäume der Geier und ein einzelner, einsamer Steinbock zeigt sich auch noch auf dem Weg. Die Wasserlöcher links und rechts des Weges sind abwesend… hier findet sich kein Wasser mehr. Tobieroen und Teespoed führen kein Wasser, obwohl es künstliche Wasserlöcher sind. Nur noch trockene Ödnis, wie das Umland. Der Vorteil hier ist, dass man keine Zeit verliert, die Wasserlöcher sind so nah an der Straße, dass es nur 2 Minuten dauert kurz nachzuschauen. Also werden wir das auch weiter so halten.



Bei näherem Hinschauen sind es Kapgeier




Gesagt getan, auch bei Duiwelsvuur versuchen wir wieder unser Glück und es lohnt sich. Hier hat es noch Wasser und eine kleine Herde Kuhantilopen lässt sich blicken und drumherum ist auch noch richtig viel los. Hier habe ich es auch endlich, endlich mal geschafft Vögel im Flug zu fotografieren, aber seht selbst!!!

Kuhantilopen – Red Hartebeest


Und Vögel im Flug satt, nur bei der Bestimmung habe ich noch Probleme… 🤪


Auch wenn wir noch gar nicht lange unterwegs sind gilt die Devise, ein Klo lässt man nicht aus, man weiß ja nie wann wieder eines kommt. Wir steuern also den ersten Picknickplatz an und ersparen den Mitfahrern einfach mal jegliche Details. Interessant ist nur die Technik. Wie stelle ich den Wagen möglichst so hin, dass bei überraschendem Tierbesuch die Flucht ins Auto schnell möglich ist?

Hier gar nicht so relevant, keine Bäume, keine Büsche. Um uns herum nur Graslandschaft, da sieht man schon auf weite Entfernung, wenn was kommen sollte. (Oh Boy…!, wie falsch wir damit liegen zeigt sich viel später am Tag)

Vom Rastplatz sind es nur ein paar Meter bis Sonderkop, der obligatorische Abstecher ob hier was los ist, das Wasserloch liegt ja nah an der Straße und ebenso nah liegt eine Löwin an einem Termitenhügel im Schatten. 🤩

Wie schön, unsere erste Wildkatze, na so kann der Tag doch beginnen. Wir sind hier ganz allein und stellen uns taktisch günstig auf die Pad und beobachten das etwas schläfrige Treiben. Ist uns aber egal, es ist die erste Löwin, da ist man gar nicht so wählerisch.



Wo guckst du denn hin?


Wir folgen ihrem Blick und entdecken unter den Bäumen hinter uns ihren Männe. 🙂
Er bringt sich etwas in Pose und schlendert dann zu ihr rüber. Kurzes beschnuppern und ab geht… die nächste Runde Nickerchen. Wir warten noch etwas ab, aber es passiert nicht viel. Obwohl wir gerade erst am Rastplatz waren, müssen wir schon wieder. Ich schätze mal die Aufregung.





Wir fahren also noch mal kurz zurück, wieder Pinkelpause und klar schauen wir noch mal bei den Löwen vorbei. Hier steht mittlerweile ein weiteres Auto. Es ist der Ranger vom Vortag mit seinem Fotografen und die beiden geben uns Handzeichen und präsentieren stolz ihren Fund. LEUTE, da müsst ihr früher aufstehen, das ist unsere Sichtung. 😛

Zwischenzeitlich hat die Löwin den Schattenplatz gewechselt und auch der feine Herr entschließt sich, es ihr gleich zu tun. Dabei geht er majestätisch genau vor unserem Wagen über die Pad, sind schon tolle Tiere. Zuerst sieht es so aus als geht da was, aber er schaut auch beim neuen Schlafgemach nur einmal kurz nach dem Rechten und dann entschließen sich beiden im Traumland auf Gnujagd zu gehen.









Ein paar Minuten warten wir noch, aber da passiert nichts mehr und wir nehmen glücklich die Pad wieder unter die Räder. Das Wasserloch am Damm soll recht ergiebig gestern gewesen sein, hatten wir im Camp erfahren. Aber mal abgesehen von einem einzelnen Oryx, der uns auch noch die kalte Schulter zeigt, passiert weder auf der Strecke noch am Wasserloch mit dem unausprechlichen Namen „Ozonjuitji m’Bari“ irgendetwas.



Ganz alleine hier ziehen wir weiter über den Damm und damit in den Ostteil des Parks… STOP! –Vollbremsung. (#dramatikmodusaktiviert) 😣

Da war doch gerade was, Mara fragt sich noch was los ist, da sehen wir 2 kleine Fellballen im Rückspiegel über die Straße huschen. Ein Fellknäuel legt sich linkerhand die Böschung runter ins Gras und guckt uns mit großen Augen an. Von Brüderchen oder Schwesterchen oder irgendwelcher restlichen Verwandschaft ist nichts zu sehen und so liegt er da. Nach Weiblein, Männlein nur kurze Zeit später Löwensichtung #3, ein Baby-Löwe. 🤩

Es bleibt Zeit für ein paar Fotos von jeder Seite und dann trollt sich der Kleine ins hohe Gras und wir verlieren ihn aus den Augen. Am Ende des Damms wenden wir nochmal und suchen langsam die Böschung nach dem zweiten oder anderen Katzen ab. Ein Auto nähert sich, wieder der Ranger und er fragt ob wir was gesehen haben, weil wir so suchen. Wir erzählen ihnen von den „Young-Ones“, die beiden bedanken sich, fragen wo genau der eine abgebogen ist und machen Notizen. Sie wollten dann dort etwas verbleiben und schauen ob sie die beiden finden können.







Nächster Halt Picknickplatz am Sprokieswoud. Wieso genau heißt es eigentlich, man solle sein Fahrzeug nicht verlassen. Also nicht falsch verstehen, die Grundidee ist mir schon klar, aber dieser Platz hat einfach mal gar keinen Zaun. Die Toiletten sind so Schnecken, die auch keine Tür haben.Es hat aber einzelne Parzellen mit Steintischen und Hockern, mitten im Gras- und Buschwerk und überall Schattenspendende Bäume. 😐 🤨

Also ob ich hier Halt mache oder einfach auf der Pad macht praktisch keinen Unterschied. Egal, hat dennoch auch etwas Gutes, bei der Gelegenheit erfahren wir, dass es sich ein Löwenrudel bei Okondeka bequem gemacht hat und so entschließen wir uns spontan dazu, die alternative Route über Adamax zu nehmen und uns das mal anzuschauen. Vielleicht haben wir ja wieder Glück.

Der Weg beglückt uns mit einer eher schlechten Pad, aber dafür diverse neue Vogelsichtungen und auch einer sehr schönen Landschaft und endlich auch mal wieder Webervogelnester satt.

Gackeltrappe




Riesentrappe






Auf der Nebenstrecke haben wir bislang noch niemanden gesehen, aber ein Stück voraus stehen zwei Autos beieinander… oh yeah, Sichtung Baby! Das ist ein untrügliches Zeichen, doch kurz bevor wir ankommen fährt einer der beiden Wagen los. Wir rufen ihm kurz rüber, ob sie was gesehen haben.

„No, they have a flat tyre, we’ll help them.“

Machen wir natürlich auch und das fußkranke Fahrzeug wird zwischen uns eingekeilt. Also doch keine Sichtung, aber wartet mal… irgendwie doch. Wir entdecken hier die 3. Unterart des Italianicus, in diesem Falle den Italianicus Bedankicus. Wir machen die Tür auf und es schlägt uns ein
„Thank you, thank you, thank you… you saved our lives!“ entgegen. Ein überglückliches, männliches Exemplar, dass auf den Rufnamen Gianni hört wuselt um uns herum und überschüttet uns mit Lobeshymnen und das wir die beiden gerettet haben. – immer langsam, wir haben erstens noch nichts gemacht und zweitens überleg‘ ich es mir gerade noch. 😈

Das weibliche Exemplar der Spezies hat wiederum die Parkregeln nicht nur verstanden, sondern zur Doktrin erklärt und weigert sich immer noch strikt aus dem Auto zu steigen und sich direkt fressen zu lassen. Das andere Superhelden-Team der Runde sind Axel und Frau. (irgendwie haben sich hier nur die Männer namentlich begrüßt… har har har, mehr Power)

Naja, wie dem auch sei. Wir teilen die Positionen ein. Die Frauen halten Wache, heißt Mara und Axels Frau, denn auch wenn die Italienerin mittlerweile die Schutzzone verlassen hat läuft sie jetzt die ganze Zeit rum und schmeißt mit „Thank You, Thank You“ um sich, aber guckt nicht einmal ob sich Viecher nähern. 🤨

Eigentlich beschreibt den Akt des Reifenwechsels Maras Satz am besten, über den wir hinterher herzhaft lachen mussten.

„Die zwei Deutschen schubsen den Italiener zur Seite und kümmern sich um die Mechanik.“ 😄
Tatsächlich war Gianni nur Zuschauer, Axel und ich hatten uns organisiert und das aufgelöste Nervenbündel neben uns war in dem Zustand nicht zu gebrauchen. Keine Ahnung wie lange die da schon gestanden haben. Also wurde diverses Material aus den Autos geholt, die Karre aufgebockt und dann noch ordentlich Druck von allen Reifen gelassen. 2.8 Bar schien uns etwas übertrieben für die Pisten im Park. 😣



Nach der guten Tat konnte es endlich weitergehen, alle wünschten sich eine gute Fahrt und da Gianni und Anhang sich noch sammeln mussten, sind wir schon mal vorgefahren. Wenn die beiden nicht am Wasserloch auftauchen würden, so die Absprache, dann kommen wir noch mal zurück. Das vorweg, sie kamen dann irgendwann, winkten glücklich und wir waren beruhigt.

Wartet mal ab, die Nummer ist noch nicht ganz vorbei. 😉

Auf dem Weg nach Okondeka konnte dann Mara auch ganz ihrem Tierfinder-Talent frönen und diverse Kleintiere am Rand aufspüren. Ich erwähnte es bereits, Mara hat einen sehr geschärften Blick bewiesen, für exakt ein Tier. Das afrikanische Synonym für „Katzenbaby-Videos“ anschauen… Erdhörnchen. 🙂





Und der allseits beliebte… naja, nen kleiner Vogel halt.


Okondeka
Ich nehme das vorweg, obwohl ich gar nicht viele Bilder davon zeigen möchte, da alle irgendwie ähnlich ausschauen und dank dem enormen Hitzflimmern auch nicht dolle… das war DAS WASSERLOCH der Reise. Ein Wahnsinn. Wir hatten nicht damit gerechnet irgendwann mal so viele Tiere auf einmal zu sehen. Ich ärgere mich nur, dass ich hier kein Video gemacht habe von dem stetigen Treiben und Kommen und Gehen hier. Herden tauchten am Horizont in der ausgedörrten Pan auf und zogen zur Wasserstelle, andere Herden verließen den Platz in Richtung Graslandschaft. Immer zwischendurch tauchten einzelne Giraffen auf und auch das Löwenrudel lag etwas oberhalb in einem großen Gebüsch. (allerdings nur von hohen Safari-Bussen aus zu erspähen)

Egal… wieso sagt man uns da liegt ein kleines Löwenrudel, wenn man sowas sehen darf. Wir waren total fasziniert. 😎

schon auf dem Weg zur Wasserstelle kreuzten diverse Herden die Pad oder liefen sie schnurstracks auf uns zu entlang


das ist nur ein Blick auf zwei der Stellen in Richtung Pan. Eine weitere größere Stelle liegt noch mal rechts davon




Irgendwann ist dann genug und es wurde auch langsam empfindlich heiß. Unser Plan war einen Zwischenstop in Okaukuejo einzulegen und auf dem Weg dahin ist mir noch ein besonderes Vogelexemplar vor die Kamera gekommen (siehe unten) und der Rest der Fauna hat sich unter der Flora im Schatten versteckt.

Zu dem Prozedere in Okaukuejo brauche ich nicht viel zu sagen denke ich. Man wartet halt etwas im „Postamt“, wird verbeamtet und bekommt dann igrendwann einen Zettel mit der Platznummern. Es wimmelt vor Leuten, auf den großen Sites stehen Overlander und ganze Zeltburgen. Wir haben einen Platz in der Mitte, direkt neben den Ablutions bekommen. Schön ist anders, aber wir wollen hier auch nur schlafen. Die Nachbarn sind schon da, ein Schweizer Rentner-Ehepaar, die schon seit Jahrzenten durch Afrika tingeln. Sie sind etwas gestrandet und warten auf den Reperatur-Dienst, der ihren Wagen wieder flott macht.

Nach einem kurzen, netten Plausch und dem Tipp, dass Goas ganz toll sein soll machen wir einen kurzen Abstecher zum verwaisten Wasserloch und entschließen uns dann ohne weitere Pause den Nachmittag in Richtung Halali zu fahren, nicht ohne vorher genau auf die Schließungszeiten der Gates zu achten. 18:56h müssen wir spätestens zurück sein. CHECK. 🙂

Besondere Sichtung: Ein kleiner… schwarzer Vogel diesmal!


Begehrte Schattenplätze






Fortsetzung folgt…

Gruß,
Robin

Teil 3219. Aug. 2018

Tag 15 - 20.10.: Der Italianicus Fassungslosicus und ein lebensmüder Schakal!


Wir fahren heute nach kurzem Zwischenstopp also noch mal los in Richtung Halali. Wir haben uns grob ausgerechnet, dass die Strecke bis Goas sich noch ausgehen sollte und planen eher die Variante schnell hin und dann auf dem Weg zurück mit etwas mehr Ruhe unterwegs zu sein. Morgen werden wir es so weit in den Park hinein definitiv nicht mehr schaffen, da es schon nach Waterberg weitergeht.

Dennoch nehmen wir natürlich die Wasserlöcher am Rande des Weges mit und werden direkt am ersten Wasserloch Nebrowni mit unserem ersten Elefanten des Tages belohnt. Ein alter Bulle ist zusammen mit ein paar Springböcken alleine am Wasserloch und nutzt ein kleines Bad zur Abkühlung. Bei der Wäsche ist er sehr gründlich…

Wasser ansaugen…


…Schwung holen…


… und auch hinter den Ohren waschen! 🙂


Ab hier halten wir uns an den Wasserlöchern die zur Etosha-Pfanne hin gelegen sind, aber entweder sind sie versandet oder es ist nichts von größerem Interesse zu sehen und wir haben keine Zeit zum Warten eingeplant. Wirklich verwundert sind wir allerdings dann bei Salvadora. Wunderschönes Wasserloch, direkt an der Pfanne und es führt auch noch ganz gut Wasser, aber es ist kein Tier zu sehen. Wirklich gar keins!, nicht mal der kleinste Vogel lässt sich blicken. 😐

Kann es sein, dass das Wasser umgekippt ist und die Tiere sich fernhalten? – Anders können wir es uns nicht erklären.

Ein Stück weiter des Weges, am Abzweig zu Goas, nehmen wir noch den Etosha Lookout in Augenschein. Man kann wirklich kaum etwas erkennen. Da liegt diese flache Pfanne vor einem, aber schon nach wenigen Metern verschwimmt alles im Hitzeflimmern. Das Bild zurück zu einem weiteren Wagen zeigt schon ganz schön wie es am Flimmern ist.

Salvadora ohne jegliche Tiere?




Als wir bei Goas ankommen ist am Wasserloch nicht viel los, dennoch müssen wir nicht lange nach der aktuellen Attraktion suchen… 5 Autos die in einer Reihe vor einem Gebüsch stehen sind nun wirklich nicht falsch zu verstehen. Besonders wenn lange Teleobjektive aus den Fenstern ragen. 😉

Klar, da machen wir mit, können aber keinen wirklich sauberen Platz mehr erreichen um den stattlichen Löwen perfekt vor die Linse zu kriegen, aber er liegt da so schön lächelnd und zufrieden unter seinem Baum, ein perfektes Motiv und wir bleiben eine Weile stehen und schauen dem Treiben zu.

Von Zufrieden lächelnd…


… schlägt seine Stimmung sofort um.


Wir können uns schon denken, woran das liegen mag. Es kommen mehr Autos und auch manche die in Anwesenheit eines Löwen halt nicht den ihm gebührenden Respekt zollen wollen. Da darf er auch etwas stinkig sein. Uns wird es zu bunt, mittlerweile stehen 7 Autos und ein Reisebus erste Reihe und 3 Wagen warten hinter uns. Wir verlassen den Platz und sehen wie sich der Löwe in Gedanken an das Festmahl schon verträumt die Lippen leckt. 😈





Wir machen uns grob in Richtung Schlafstelle für die Nacht auf und da es sich langsam dem Abend entgegen neigt wählen wir auch die direkteste Route, wollen aber zumindest Rietfontein noch einen Besuch abstatten, da sind wir auf dem Hinweg nur vorbeigerauscht.

Ein paar Springböcke sind unterwegs, ein paar Vögel und dann entdeckt Mara einen Kudu-Rücken der hinter der Grasnarbe im Wasser zu liegen scheint. DA SOLL NOCH EINMAL EINER SAGEN, MARA WÜRDE KEINE TIERE FINDEN! – FRECHHEIT!!! 😄

>>> nur an der Bestimmung müssen wir noch etwas arbeiten <<< 🤪


So bleiben wir hier doch länger als geplant und mich beschleicht das Gefühl, dass wir evtl., ganz entgegen unserer Gewohnheiten, etwas später zurückkommen heute. Aber das müssen wir ausnutzen. Mal abgesehen von unserer bekloppten Nashorn-Jagd nähe Omandumba haben wir zumindest noch kein Nashorn bei Tag gesehen und stehen hier zuerst auch alleine herum. Seit der letzten Nacht und den Rhinos beim Wasserloch in OlifantRus sind wir dann doch noch faszinierter von diesen Tieren und geben uns ganz der Beobachtung hin.

Das Nashorn spaziert durch das offensichtlich flache Wasser und frisst genüsslich das frische Gras am Rand des Wasserlochs… man beachte das letzte Bild der Serie, ich denke so sieht wohl ein zufriedenes Nashorn aus. 🙂







Der Frechdachs saß plötzlich auf unsere Motorhaube




Zufriedenes Rhino!


Da es wirklich Zeit wird halten wir auf dem Rückweg nur noch für dieses relativ frisch „geschlüpfte“ Springbock-Kalb mit seiner Mutter. Da kann man ja aber auch wirklich nicht vorbeifahren… sowas von Zuckersüß! Ein weiteres „Hundewelpen-niedlich“ Motiv.





Und wie das nun mal so ist bei uns, die Sonnenstrahlen werden wieder mal länger, tauchen die Landschaft in wundervolles Licht und vor uns taucht eine kleine Straßensperre aus drei Fahrzeugen auf. Es ist ganz offensichtlich Paarungszeit bei den Löwen und hier liegt am Ende des Grasfelds neben der Strecke ein Pärchen innig beieinander, schaut etwas rum und legt sich dann schlafen. Irgendwie pennen die immer nur wenn wir ankommen.



Hier sind tatsächlich 3 Löwen drauf zu sehen!


Der belesene Tierkenner weiß, dass ein Löwe, immerhin ist er der König der Tiere, nicht so zwingend monogam unterwegs ist und gerne mal für das Techtelmechtel mehr als nur ein Weibchen dabei hat… dieser Schelm. Auch hier der Fall, aber wir waren schon mehr als überrascht, dass es sich um 3 Löwen handelte und nicht nur um die 2 offensichtlichen. Die sind sowas von gut getarnt im hohen Gras, man glaubt es kaum. Vielleicht 10 Meter von uns liegt die zweite Löwin und hebt ihren Kopf. Man sieht die einfach nicht. 🙄



Jetzt wussten wir zwar wo sie lag und wollten nur mal den Wagen etwas umpositionieren. Dabei sind wir ca. 5 Meter weiter gefahren und konnten sie, obwohl wir ziemlich genau wussten wo sie lag, beim besten Willen nicht mehr erkennen oder hätten auch nur erahnt das sie dort ist, hätten wir sie nicht vor 30 Sekunden noch gesehen. Also merke… vor’m Aussteigen sehr genau gucken. (bei dem Picknickplatz im Westteil hätten wir auch keinen Löwen gesehen der 15m neben der Pad gelegen hätte)

Der Italianicus Fassungslosikicus
Trotz diverser Zeitfresser auf dem Weg zurück wollten wir den Sundowner am Wasserloch noch schaffen, gegrillt wird also wieder im romantischen Schein der Stirnlampen. Angestachelt von der Aussicht auf ein Bier am Wasserloch mit Sundowner und hoffentlich Tieren und auch motiviert durch die vielen Zuschauer und nicht zuletzt, weil es die letzte Chance war, wurde der Rekord im Dachzelt aufbauen mit nur einer Person angegangen.

Es ging um Ruhm und Ehre und ich würde eine solche Zeit mit lädiertem Fuß in Botswana nicht toppen können. Wir haben den Wagen abgestellt. Kameras sortiert, Getränke organisiert, kurze Toilettenpause und Dachzelt aufgebaut und waren ca. 7min. später in Richtung Wasserloch unterwegs. 😎 😁

Maras Vogelbaum… hier zischten ganze Schwärme immer wieder hin und her, zwischen Baum und Wasserloch


Und es ist ein Event, dass die Massen bewegt, aber hey… wir gehören auch zu diesen Massen! Und wen wundert es, es tauchen ja kurz nach unserer Ankunft auch die „Zwei von der Tankstelle“ auf, aber dazu später mehr. 🙂







In der Masse sehen wir zwei vertraute Gesichter. Gianni und Göttergattin sitzen auch schon am Wasserloch. Es ist ein freudiges Wiedersehen. Erst einmal natürlich die Frage ob alles gehalten hat an ihrem Auto – JA, hat es und es fährt sich mit weniger Luft auch komfortabler. Sehr schön. Wir erzählen uns gegenseitig, was wir so gesehen haben und die beiden haben im Osten des Parks auch 4 Geparden gesehen, da bin ich etwas neidisch. Geparden stehen auf meiner Wunschliste schon ganz oben muss ich gestehen.

Die Zeltplätze haben ja wenig Feeling, aber die Hütten am Wasserloch sind schon schick. Wir wissen ja, dass die beiden keine Camper-Ausstattung haben und in Lodges übernachten, vielleicht kann man ja einen Blick in so ein Waterhole-Chalet erhaschen, wenn die beiden eines gebucht haben. Wir fragen nach und siehe da, Gianni erklärt uns, grob übersetzt:

„Ach nein, hier war gar nichts mehr frei und keine Zimmer zu bekommen. Wir wohnen hier nicht, wir wollten nur den Sonnenuntergang am Wasserloch anschauen. Unsere Lodge ist so ca. 65km vor’m Eingang zum Park.“

AHA… es ist jetzt ca. 18:30h, also nicht ganz eine halbe Stunde bis das Gate schließt! 🤨 😗

Es ist schon wieder passiert. Italiener in Afrika sind wie Werwölfe bei Vollmond. Kurz vor Sonnenuntergang verwandeln die sich. 😣

Wir versuchen den beiden zu erklären, dass die hier das Gate Nachts schließen und keinen mehr raus lassen und das die beiden ja auch noch durch das Anderson Gate müssen und wir keine Ahnung haben wie es dort aussieht, denn bis dahin schaffen sie es vermutlich schon jetzt nicht mehr im Hellen. (mal völlig ab von den 65km, die sie dann noch vor sich haben)

„Nein, nein. Das ist schon kein Problem. Wir fahren ja auch eh‘ gleich los.“, erklärt uns ein völlig entspannter Gianni, der personifizierte Italianicus Fassungslosicus.

Wir schauen den beiden hinterher, als sie sich dann eine Viertelstunde bevor das Gate schließt in Richtung Parkplatz aufmachen……… völlig fassungslos. 😮

------------------------------

Aber es gibt ja auch noch andere Dinge hier zu bestaunen, also richten wir unser Augenmerk von dieser seltsamen Spezies den anderen Besuchern der Wasserstelle zu, denen auf der anderen Seite vom Zaun. Ein zweites Nashorn ist aufgetaucht und es gibt Stunk zwischen den beiden, bis sie realisieren, dass das Wasserloch ja groß genug für beide ist.







Sie „belauschen“ sich zwar ständig beim Trinken, aber gehen dann wenig später in jeweils eigene Richtungen davon. Es wird wieder ruhig am Wasserloch und wir machen ein paar letzte Bilder der mittlerweile unwirklich schönen Lichtstimmung hier, bevor es zum Campingplatz geht. 🙂





Mara hat einen tollen, fotografischen Blick für „Giraffen vor Sonnenuntergang“


Bin ich ja schon stolz auf sie, dafür das sie zuerst gar keine Kamera dabei haben wollte, haben wir als Team tolle Fotos mitgebracht.


Nachdem wir gestern einen vegetarischen Tag hatten, schmeckt auch das Gegrillte heute wieder richtig gut. Da wir mit dem Fleisch aus Swakopmund eh‘ nicht so glücklich waren, gibt es heute aber auch das Oryx T-Bone aus Kamanjab. Einfach lecker!

Generell eine gute Idee erst im Dunkeln zu Grillen, der Zeltplatz sieht dann (im Vergleich zu anderen die man so hatte während der Reise) gar nicht mehr so trostlos aus. Und auch wenn Eigenlob stinkt, kam mir für die Safari-Verpflegung am nächsten Tag eine grandiose Idee, die ich ablichten musste…



... Bacon vom Grill – JUHUUU! 😎


Morgen früh sollte es ganz früh rausgehen, also haben wir alles noch den Abend fertig gemacht. Brote geschmiert für den Weg. Alles aufgeräumt, alles abgewaschen, selbst Tisch und Stühle schon verstaut, damit uns nichts aufhält am nächsten Morgen.

Es war mittlerweile 22.40h und als alles fertig war, haben wir uns noch mal mit Kameras und einem Wein bewaffnet durch die mittlerweile ruhig gewordene Anlage Richtung Wasserloch geschlichen. Für uns war es zwar sehr spät, auch nachdem wir gestern so lange „auf Pirsch“ in OlifantsRus ausgeharrt hatten, aber unsere letzte Nacht am Wasserloch wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Schon bei unserer Ankunft war gerade ein Nashorn inkl. Jungem am Wasserloch. Kurze Zeit später sollte sich ein Einzelgänger und dann noch eine Mutter mit Kalb dazu gesellen. Wir hatten also zeitweise 5 Nashörner gleichzeitig am Wasserloch. 🤩

Und natürlich den in der Überschrift schon erwähnten, lebensmüden Schakal. Aus irgendeinem Grund ging er immer wieder auf eine Mutter mit Kalb zu und wurde immer aufdringlicher. Das ging soweit, dass das Nashorn ihn unsanft wegschubste. Er guckte kurz, nur um dann wieder in Richtung Kalb zu marschieren und dann war es vorbei… KRAWUUUUMM!

Die Mutter rastete total aus, rannte auf den Schakal zu, Horn gesenkt und trampelte ihn in den Boden. Mit dem Kalb im Schlepptau spurteten die Beiden danach in heller Aufregung in die Dunkelheit und damit vermeintliche Sicherheit davon! 😏
(vielleicht wollte sie auch einfach schnell den Tatort verlassen - Nashornflucht?)



Das war kurz vor Schubser #1…


… und das hier das traurige Ende des Schakals. Die Geier werden sich morgen freuen.


Nach diesem Mord am Wasserloch war die Idylle dann auch vollends zerstört. Die andere Mutter mit Jungem blieb noch, ebenso der Einzelgänger. Dieser umrundete aber irgendwann das Wasserloch und kam wiederum den beiden zu nahe, was abermals der anderen Mutter nicht gefiel und es gab‘ wieder ein paar Jagdszenen. Es wurde sich noch eine zeitlang misstrauisch beäugt und böse angestarrt, aber irgendwann wurde es allen Beteiligten zu bunt und langsam zogen sich die Nashörner zurück und verschwanden im Dunkel in der Nacht.







Tja, nach so einem langen und tollen Tag, war das dann wohl auch das finale Zeichen für uns aufzubrechen und noch eine kleine Mütze Schlaf abzuholen, bevor morgen gegen 5 Uhr der Wecker klingeln sollte.

Und da es keinen Sternenhimmel heute gibt, mit dem ich hier enden könnte, versuche ich es einfach mit einem Happy-End. Denn kurz nachdem der Vorhang fiel und das Wasserloch still und ruhig da lag, nach ca. einer halben Stunde Koma, hob sich ein kleiner Kopf. Schaute nach links und rechts und unser, vom Wahnsinn beseelter, Schakal rappelte sich hoch und humpelte von dannen. Wir wollen gerne glauben, dass er es geschafft hat, aber da ein Bein offensichtlich gebrochen war… Er hat es bestimmt geschafft! 😗



FAZIT Okaukuejo:
Schwierig. Ambiente und Feeling sind natürlich verglichen mit den grandiosen und einsamen Campsites die man in Namibia finden kann unterirdisch… im Vergleich.
Aber ganz so schlimm wie es auf den ersten Blick schien ist es dann auch nicht. Dennoch für uns nichts, wo wir uns groß aufhalten wollen, aber die Vorteile sind halt auch unumstritten. Den Platz im Park, und damit die Möglichkeit, früh im Park und bis spät an den Wasserlöchern zu sein, bezahlt man hier weniger mit Geld als mit dem Drumherum auf das man verzichtet.

Das Wasserloch mag voll sein, aber bei uns zumindest waren die Leute respektvoll leise. Klar, weniger beim Sundowner, aber in der Nacht hat man da nix gehört von den Rängen. Alles in allem hat es sich eine 3/5 Sternen verdient und ganz klar dem Prädikat: „Wir würden wiederkommen, da alternativlos.“ (…das gilt jetzt einfach mal für alle Camps im Park, also wir würden wieder im Park buchen)

------------------

Und zu guter Letzt, nach dem Merksatz unseres Tages selber müsst ihr nicht länger suchen, es soll aber als Warnung und Motivation gleichzeitig dienen. (damit wir uns an die Löwin im Gras erinnern)



Gruß,
Robin

Teil 3328. Aug. 2018

Tag 16 - 21.10.: Auge in Auge mit dem weißen Riesen… und wir reden nicht vom Wäsche waschen!



Unsere Reise geht langsam ihrem Ende entgegen. Heute Abend geht es noch zum Waterberg, danach eine Nacht in der Nähe von Windhuk, bevor dann der Rückflug ansteht.

Was macht man also? – natürlich das, was ich schon angekündigt hatte. Sehr früh aufstehen, es ist ja schon alles fertig und so viel noch mitnehmen wie irgendwie geht. Da wir ja keine Vorbereitungen treffen müssen bevor es los geht führt uns unser erster Weg direkt zum Wasserloch. Es ist recht ruhig, aber ein einzelner Eli steht schön in der Morgensonne, aber just als wir ankommen ist er gerade auf dem Weg das Wasserloch zu verlassen, wir bleiben also nicht lange.



Es kommt etwas Bewegung in den Campingplatz, aber wir sind natürlich schneller. Wir müssen nur noch das Zelt ein letztes Mal zusammenklappen, ein paar Dinge richtig verstauen, die wir nicht mehr brauchen werden und dann wird der Wagen auch schon gestartet und wir stellen uns als Erste direkt vor’s Gate. Aber was ist das? – da steht doch tatsächlich schon einer.

Unsere Schweizer Nachbarn direkt von der Campsite neben uns haben es schon vor uns ans Gate geschafft und winken uns fröhlich zu. Wir haben nichtmals mitbekommen, wann die schon los sind. 🤨

Seis drum, wir haben uns noch gestern drüber unterhalten, dass er niemals schneller als 30km/h auf Safari fährt… sonst sieht man ja nix. Wir überlassen ihm also das erste Wasserloch, denn zumindest auf den Hauptstrecken kann man dann doch etwas schneller fahren und wir wollen auch nicht in seiner Staubwolke hängen, sondern lieber den Sonnenaufgang genießen.





Schon nach einer kurzen Strecke Richtung Rietfontein zeigt sich, dass das die richtige Entscheidung war. Auf der Straße sitzen zwei Löffelhunde, wie schön, die haben wir auf unserer Liste auch noch nicht abgestrichen. Mit den Riesenohren sehen sie aus wie übergroße Fledermäuse. 😁

Die beiden machen uns schnell Platz, leider sind sie nicht sehr entspannt und ein richtig gutes Foto kriegen wir nicht hin. Genauso wie von unserer nächsten Sichtung. Während wir weiter Richtung Osten unterwegs sind sprintet plötzlich eine Hyäne auf uns zu. Im vollen Sprint läuft sie parallel zur Straße, an unserem Fahrzeug vorbei, kreuzt hinter uns und verschwindet im Busch. Das alles passiert so schnell, dass wir praktisch keine Zeit haben Fotos zu machen und es zeigt sich, dass man immer die Kameras perfekt einstellen sollte. Ich bin noch auf manuellem Modus und da es schnell heller wird habe ich nur weiße Bilder auf dem Sensor, da die Belichtung nicht mehr stimmte. Mara fotografierte 2017 noch alles im AUTO-Modus, was hier unser Glück war, so hat sie doch noch ein Bild auf den Chip gebrannt, das zumindest für dokumentarische Zwecke reicht. 🙂



Löffelhund


Hyäne


Bei Rietfontein werden unsere Erwartungen nicht erfüllt, es lässt sich heute Morgen dort nichts blicken, aber auf dem Weg Richtung Anderson Gate findet sich noch die ein oder andere Herde an der Hauptstrecke und da wir den Weg über Aus, Olifantsbad und Gemsbokvlakte in Richtung Gate nehmen, haben wir noch eine schöne Strecke vor uns. Auf dem Weg nehmen wir auch noch einmal den Weg an Charitsaub und Sueda vorbei und auch wenn die Strecke ab dem Abzweig nach Salvadora wirklich schlecht wird und wir etwas Zeit verlieren lohnt es sich noch.



Wir rumpeln über die Strecke in Schrittgeschwindigkeit, und halten vor einem steilen „Abhang“ in der Piste und während wir uns das genauer anschauen werden wir von links angefaucht??! 😐

Was will der kleine Raufbold denn von uns? – achso, natürlich. Wir übersetzen das Fauchen mit: „Hallo Leute, ihr müsst mich noch auf eurer Liste abstreichen!“

Zebramanguste


…na bitte, jetzt ist er zufrieden 😄


Ein Stück weiter der Piste wollen wir noch zu einem kleinen Wasserloch, auf dem Weg dahin steht ein Wagen an der Seite und ein Kanonenrohr schaut aus dem Fahrerfenster. Beim Anblick dieses Objektivs bin ich mir nicht sicher, was genau der eigentlich fotografiert? – die beiden Falken die auf dem toten Baum vor ihm sitzen oder nur die kleinsten Details einzelner Federn.

Auf jeden Fall ist er nicht sehr glücklich über unser Kommen, was ich im Nachhinein verstehen kann, da wir uns an seinem Motiv vorbeidrücken müssen und wären die Falken losgeflogen, hätten wir uns sicher was anhören können. In der Situation wurde mir das schon klar, also fahren wir soweit wie möglich auf der anderen Seite der PAD und in Zeitlupe vorbei. Ein paar Fotos nehmen wir mit, schließlich fehlen auch die auf der Liste. Dann wiederholen wir die selbe Prozedur und trollen uns. 😗 😣

Ein paar Bäume weiter sehen wir auch noch einen Singhabicht, scheint wieder ein Vogeltag zu werden. Wir halten die Augen offen.

Falken… leider bin ich mir unsicher, welche?




Singhabicht - Southern Pale Chanting Goshawk


Wir nehmen den nächsten Abzweig in Richtung AUS, die ganze Gegend hier unten wird sehr flach, es hat große Grasflächen, hier und da mal einen Wald und die Wasserlöcher führen entweder kaum Wasser oder führen nichts von Interesse, immerhin findet sich wieder ein Vogelbaum… Foto hatte ich nur gemacht um zu Hause zu gucken was da oben auf dem Baum sitzt. Den Toko daneben habe ich erst hier entdeckt. 😉



Noch auf dem Weg nach AUS machen wir uns aber durchaus Hoffnung auf Elefanten, der Busch hier ist völlig kleingetrampelt und überall sieht man die Hinterlassenschaften der Elefanten. An einer Stelle der Straße entdecken wir Spuren der Elefanten. Nur im richtigen Licht gut zu erkennen. Wahnsinn wie flach die Spuren sind und wie perfekt Elefanten ihr Gewicht verteilen.

Bei AUS gefällt es uns sehr gut und es hat ein paar Kudu-Damen am Wasserloch, die immer wieder nervös hochschauen. Hier machen wir unsere erste Pause und genehmigen uns einen Snack. Die Kudus werden unruhiger… Katzen in der Nähe? – nicht wirklich, aber ein Freund der Löwen. Pumba kommt vorbei, singt seinen Song, wir singen mit, dann trinkt er noch einen Schluck und verschwindet auch wieder.

Vögelchen kriegen wir auch noch eins vor die Linse und wenig später lässt sich noch der Hahn im Korb der Kududamen blicken. Prächtiger Kerl und hier zeigt sich, dass wir fotografisch gut harmonieren. Mara macht das tolle Bild wo er zur Kamera guckt, ich kriege ein Detailbild hin, bevor er wieder hinter ein paar Büschen verschwindet. 😎





Hakuna Matata


Glanzstar






Der Rest der Strecke war relativ ereignislos, dennoch gefiel uns der Weg gut und das ein oder andere Tier zeigte sich noch am Rande der Strecke. Auch Mara hatte einiges zu tun, da es doch hier und dort Erdhörnchen zu bestaunen gab. Besonders gefallen hat uns dabei ein kleiner Kerl, der wunderbar demonstrierte, dass die Erdhörnchen ihren buschigen Schwanz haben, um sich selber Schatten zu spenden, wenn die Sonne hoch am Himmel steht. 😄

Riesentrappe


Doppelband-Rennvogel - Double-banded Courser


Schattenhörnchen






Riesentrappe


Der hier hat uns dann doch noch gefreut, den hatten wir noch nicht und somit konnten wir noch ein Kreuz machen auf unserer Liste, auch ganz im Speziellen mit dem Jungvogel dabei. 😘

Kronenkiebitz - Crowned lapwing


Auf dem Weg raus aus dem Park kommt man noch einmal an einem letzten Wasserloch vorbei, Ombika. Welch‘ ein schöner Abschied. Es ist noch einmal richtig etwas los, also stehen wir hier noch ein paar Minuten, machen nur eine kurze Pause und nehmen die Stimmung einfach noch mal in uns auf.

Am Gate werden wir dann von einem Amerikaner mit Riesenhund gestoppt. Also zumindest sieht der Kerl so aus und poltert uns entgegen. Klar kommt jetzt die Fleischfrage, aber wir sind ja vorbereitet und haben gestern das letzte Stück weggegrillt. Umso überraschter sind wir, dass die Frage ergänzt wird nach “Waffen und Munition“. 😮

Da hatten wir vorher nicht drüber nachgedacht, aber macht natürlich Sinn. Auf jeden Fall dürfen wir alle Türen und den Kofferraum öffnen und der Spürhund wird einmal quer durch unser ganzes Auto geschickt… da hätte ich gerne vorher das Kamera-Equipment aus dem Weg genommen, aber ist ja nix passiert.

Der Typ ist irgendwie zu sehr mit böse gucken beschäftigt, sieht aus wie ein Marine auf Steroiden und ist selten unentspannt drauf. Unangenehm, wir sehen mal lieber zu, dass wir weiter kommen.








Ab hier geht es über Asphalt, einziges Highlight sind die Flammenbäume in Otjiwarongo.


Im Endeffekt langweilt uns die Aspahltstrecke aber praktisch sofort und somit gehen wir in eine kurze Pause und schalten zurück ins Programm, wenn wir uns dem Waterberg nähern. 😎

FORTSETZUNG FOLGT…
(ich habe seit Donnerstag die Fäden raus und kann/muss jetzt viele Übungen machen… da musste ich erstmal den Tagesablauf neu sortieren, aber morgen kommt direkt das Ende des Tages. Fotos sind alle fertig, aber das AHA müssen wir noch besprechen und dichten) 🙂


@ frussels
Das ist dann auch der Bericht zu Waterberg

Gruß,
Robin

Teil 3430. Aug. 2018

FORTSETZUNG Tag 16 - 21.10.: Auge in Auge mit dem weißen Riesen… und wir reden nicht vom Wäsche waschen!

Es geht endlich zum Waterberg. Eigentlich wollten wir hier mal 2 Nächte machen, aber das hat einfach nicht mehr reingepasst in unsere Planung, da wir auch näher an Windhuk dran sein wollten vor dem Rückflug. Man sieht den Waterberg schon von Weitem über dem flachen Land aufragen. Ein imposanter Anblick. Aber eigentlich haben wir keine Zeit… mal wieder, denn der Grundsatz heute gilt ja noch. „So viel noch mitnehmen, wie eben geht!“

Endlich biegen wir auf eine Gravel oder besser gesagt Sandpiste ab und da es zeitlich wohl noch passt und wir letzte Nacht von den Nashörnern am Wasserloch von Okaukuejo so fasziniert waren, wollen wir es versuchen bei Waterberg noch einen Rhino-Drive mitzumachen. Unsere Eile resultierte dann in genau einem Foto auf dem Weg, weil ich unbedingt diesen beeindruckenden Termitenhügel aufnehmen wollte und Mara als Größenvergleich brauchte. Das Bild versprüht entsprechend den Esprit von wenig Begeisterung und Missbilligung. 🤪



Unseren Weg zum Camp zu finden fällt uns Anfangs etwas schwer, da wir gar nicht wussten, dass davor noch eine Lodge liegt, die auch irgendwas mit Waterberg heißt, also erstmal da rein und da uns der Wachmann an der Lodge nur mit großen Augen anguckt als wir ihm erklären, dass wir eine Plateu Lodge gebucht haben, wird dann doch schnell klar… hier sind wir falsch.

Also ein Stück weiter gucken und tatsächlich, hier müssen wir richtig sein. Es rumpelt eine recht steile PAD den Berg hoch, an den Campsites vorbei bis zur Rezeption. Die Strecke macht durchaus Laune. 😎

An der Rezeption angekommen geht alles recht fix und auf unsere Nachfrage nach dem heutigen Rhino-Drive wird uns bestätigt, dass im Plateu-Lodge Fahrzeug noch Plätze frei sind und wir buchen das direkt zu und sind überglücklich, dass es heute noch ein Abenteuer für uns zu erleben gibt. Wir hätten zwar lieber einen Walk gemacht, aber der ist nur morgens, dann tut es auch die Tour vom Fahrzeug aus.

Den Berg hoch zur Lodge wird es dann nochmal richtig steil und teils knifflig. Die Kurven sind wirklich eng, bzw. kommen sie einem noch mal deutlich enger vor, wenn das Auto so groß ist. 😐 - zur Lodge selber zeige ich einfach mal die Bilder. Die Aussicht spricht natürlich für sich, man hat einen Mini-Pool und die Zimmer sind ordentlich. Alles in allem gepflegt, aber man sollte keine 4-5 Sterne Lodge erwarten. Sagen wir mal gehobene 3 Sterne für die Lodge selber, Aussicht und Lage kriegt ne 1.

Die letzten 700m wird es sehr steil und eng…




Die Lodge von oben








Verrückt, aber das ist schon das beste Bild mit Aussicht das wir haben… wir hatten mal wieder keine Zeit und haben es dann einfach vergessen. 😣


Tja, die liebe Zeit mal wieder. Es reicht zumindest aus, um einmal kurz im Pool abzukühlen, ein Viertelstündchen auszuspannen und ein paar frische Klamotten überzustreifen. Dann ist es auch schon soweit und wir begeben uns zum Treffpunkt. Wir treffen unsere Reisegruppe, erinnern kann ich mich aber nur noch an 2 Paare. Ein wohlbetuchtes Paar, er setzte sich direkt nach vorne neben den Guide, perfekt Safari durchgestylt in Olivgrün, Ocker und Beige und da ich direkt dahinter saß entging mir auch sein Echt-Leder Swarovski Kameragurt nicht. Viel interessanter war aber ein anderes Paar… 2 Amis. Und wenn die Amerikaner glauben wir alle tragen Lederhosen in Deutschland, dann darf ich hier auch sagen, dass einfach jedes Klischee perfekt erfüllt wurde, dass wir über Amerikaner haben.

Laut, „oh, so wonderful“, und dem, sagen wir mal sehr deutlichem Übergewicht, angemessen und hervorragend gekleidet, ABER sehr witzig und nett. Also nicht falsch verstehen, wir haben uns gut unterhalten und wurden toll unterhalten, aber die beiden erfüllten einfach alle Klischees und waren zu allem Überfluss mit einem VW-Polo unterwegs, wo wir uns wirklich gefragt haben, wie die überhaupt da rein gepasst haben. „Wir kommen gerade aus Windhuk, unsere erste Nacht hier… sind die Straßen im Etosha schlechter als der bisherige Weg?“ (=B1) 😄



Im Safari-Wagen geht es wieder den Berg runter. Uns wird erklärt, dass das eigentliche Plateau nur zu Fuß für Gäste zugänglich ist und abgesehen von Katzen, die Tiere dort oben abgeschottet sind. Aufgrund der schlechten Zugänglichkeit, sind die Tiere auch relativ sicher vor Wilderern, immer hin haben sie knapp 90 Nashörner auf dem Plateau. Das Gebiet in das wir fahren wird von 4 Nashörnern, Giraffen, Zebras und diversen Antilopen bewohnt. Die Katzen wechseln hier in den Gebieten hin und her. Sehr auffällig sind die vielen Personen die wir sehen, Türme mitten im Wald… hier wird einiges getan, um die Nashörner zu schützen.

Wir fahren durch den zumeist recht dichten Busch, dadurch gibt es auch nicht so viel zu sehen, da man nur entdeckt, was direkt vor einem ist. Ich sehe 1-2 interessante Vögel, aber da sich sonst keiner dafür interessiert lasse ich es gut sein, es ist ja ein Rhino-Drive.



Wir sind bestimmt eine halbe Stunde unterwegs, als der Guide auf dem Fahrzeug uns mitteilt, dass 2 der Rhinos gesichtet wurden, diese aber in dichtem Gebüsch versteckt sind. Vom Fahrzeug aus werden wir die eher nicht sehen, ob denn jemand ein Problem damit hätte, wenn wir, auch wenn es ein Drive sein sollte, doch aussteigen und unser Glück zu Fuß versuchen.

Ist ja genau das, was wir wollten und glücklicherweise, ist auch der Rest der Truppe begeistert. 😎

Es kommt noch ein Fahrzeug mit Gästen dazu und plötzlich treten mehrere Tracker aus den Büschen. Wir werden in kleine Gruppen aufgeteilt und es gibt ein paar klare Anweisungen. Die Gruppe bleibt immer zusammen, alle nah dran am Tracker. Wenn er sich bewegt, dann schnell hinterher, keine Lücken aufkommen lassen. In dem Gebüsch hat es 2 Rhinos, dementsprechend muss er aufpassen, dass wir nicht „zwischen die Fronten“ geraten. Ganz schön aufregend.

Wir gehen ins dichte Buschwerk und man sieht wirklich kaum etwas, aber nach etwas Suche dreht sich unser Tracker plötzlich um, scheucht uns wieder zurück in eine Art, uns kreisförmig umschließende Hecke. Er erklärt uns das Rhinos nie durch Hecken oder Büsche angreifen würden. Sie sehen zu schlecht und es ist für sie zu gefährlich. In unserem Heckenkreis sind wir also erstmal sicher und er versucht auf einem Termitenhügel auszumachen wo genau die Nashörner gerade sind.

Und dann steht es da, direkt auf der anderen Seite der Hecke. Kaum zu erkennen, aber man könnte es fast anfassen. Wir hören es atmen und wie man bei Nashörnern weiß… es kann uns ganz bestimmt auch hören. Kurze Zeit später können wir zumindest ein Stück Horn erspähen.



So stand er praktisch immer da, wenn es irgendwo einen Termitenhügel gab 😄


Wir bewegen uns aus unserem sicheren Hafen, um einen besseren Blick zu bekommen. Es gibt eine kleine Öffnung, da aber auch das Rhino zu uns nun kann, darf immer nur eine Person kurz durch die Lücke im Buschwerk schauen. „Klick-Klick-Klick… dann kommt ihr zurück. Kurze Pause und dann darf der Nächste. Wir wollen sie nicht erschrecken.“





Natürlich kennen die Nashörner das Prozedere und sind auch die Menschen in ihrer Nähe gewöhnt. Da es sich bei den beiden um Männlein und Weiblein handelt und nicht um die Mutter mit Kalb können wir uns so nähern. Unser Guide erklärt uns später, dass die Rhinos, solange sie im Busch sind generell nervöser auftreten und man, trotz ihrer Gewöhnung an die Situation, dort sehr vorsichtig begegnen muss. So wundert es auch nicht, dass sich alle Tracker und Guides sichtlich entspannen als die beiden auf die Fläche raustreten und in ihrem Gebaren sehr ruhig wirken.

Wir werden weiterhin aufgeteilt, so dass Fluchtwege immer frei bleiben und die beiden stehen sichtlich entspannt im schönen Licht der langsam sinkenden Sonne. Dabei sind ein paar schöne Bilder entstanden, Mara hat sich mehr darauf konzentriert mich zu fotografieren, wie ich die Nashörner fotografiere.



Auch ein schöner Rücken… 😗


Der zweite Wagen hatte etwas Pech mit den Reifen… immer gut wenn zwei Nashörner 150m daneben stehen


Breitmaulnashorn – White Rhino




Was ein tolles Erlebnis, jetzt sind wir happy und nach einer kurzen Rundtour und ein paar Zebras am Rand, machen wir einen kurzen Stop für ein Getränk und unser Guide erklärt uns ein bisschen über das Verhalten der Nashörner, z.B. das die White Rhinos wesentlich gutmütiger sind als ihre Verwandten und das man bei einem plötzlichen Aufeinandertreffen sich am besten sehr langsam hinter den nächsten Busch bewegt, dann können einen die Rhinos nicht mehr sehen und mit ihrem großen Kurvenradius auch nicht gut angreifen. Auch über Giraffen und alle möglichen anderen Tiere weiß er viel zu berichten, aber wir sind noch zu gefangen im Moment um das alles so komplett wiederzugeben. Wir satteln alle wieder auf und es geht auf den Rückweg zur Lodge.





Man beachte auf dem letzten Foto den Termitenhügel den man da in einiger Entfernung sehen kann. Kurz davor ist ein kleiner Damm oder eine Ausgrabung wofür auch immer, an dem im Augenblick offensichtlich gebaut oder nur Erdaushub für eine andere Stelle organisiert wird.

Warum das jetzt interessant ist? – tja, eigentlich gar nicht, aber zoomen wir mal etwas weiter in das Bild rein, bzw. fahren ein paar hundert Meter näher ran an die Stelle, dann steht dort plötzlich Mutter Nashorn mit ihrem Kalb auf der Strecke. 🤩



Unverhofft kommt oft. Damit hatte auch unser Guide nicht mehr gerechnet und freute sich umso mehr, uns alle 4 Rhinos in diesem Drive/Walk präsentieren zu können. Die beiden sind völlig entspannt, wir verweilen etwas, schauen dem Kalb beim spielen mit einem Ast zu und dann grasen die beiden gemütlich nur ein paar Meter neben uns, auch wenn sich das Kalb, seinem Gesichtsausdruck nach, noch mit der Rolle des Pflanzenfressers anfreunden muss.





Mama, mir schmeckt’s nicht!


So, jetzt sind wir wirklich vollends zufrieden mit dem Tag. Klar, man schaut noch nach links und rechts, aber unser Guide muss nun auch etwas das Tempo anziehen, damit er uns rechtzeitig an der Lodge absetzt, damit sich die Gäste noch vor’m Abendessen etwas frisch machen können. So schieße ich auch etwas lustlos bei voller Fahrt über die Rumpelpiste mein letztes Foto des Tages vom Sonnenuntergang. Heute keine Sternenbilder mehr.



Tja, viel mehr gibt es gar nicht zu sagen. Ich ziehe zum Abendessen das erste Mal in diesem Urlaub außerhalb von Swakopmund eine lange Hose an. Wir sind ja in einer Lodge. Nach der Vorspeise entschuldige ich mich kurz und wechsel wieder auf Kurz… ich schwitze wie ein Iltis. 😊 😛

Das Essen ist gut, nicht überragend, aber solide. Unser Hauptkellner scheint im englischen Königshaus gelernt zu haben. Er ist sichtlich stolz auf seine übertriebenen, exakt ausgeführten Bewegungen. Wirklich eine Schau ihn dabei zu beobachten, aber leider wirkt es auch unfreiwillig fehl am Platz. 😉

Wirklich etwas hierzu schreiben tue ich eigentlich nur, weil es am Restaurant eine kleine Aussichtsplattform hat auf die wir ein letztes Getränk mit rausnehmen und dort auf eine junge Namibianerin und ihren tschechischen Freund treffen. Dies entwickelt sich zu einem der interessantesten Gespräche der Reise, so das was am meisten hängen geblieben ist, mal in der Kurzfassung:
# sie kommt ursprünglich aus dem Norden und bestätigt uns, dass sie immer am meisten Angst vor Elefanten gehabt haben

# es ist das erste Mal, dass sie ihr eigenes Land bereist und sie ist fasziniert, wie schön Namibia ist 🙂

# mittlerweile lebt sie in Windhuk, ist studiert und arbeitet in einem Anwaltsbüro, sie bezeichnet sich als die gebildete Mittelschicht des Landes

# in ihrem Bekanntenkreis schauen alle mit Besorgnis auf die Entwicklungen im Land, speziell Themen wie Enteignung etc., weil sie Angst davor haben, dass ihr Land dieselben Fehler wie Zimbabwe machen könnte. Zimbabwe steht im südlichen Afrika als abschreckendes Beispiel, wie man es falsch macht.

Ich denke das fasst ganz gut den Tenor zusammen. Sehr spannend, dass alles mal aus erster Hand zu hören und eine echte Bereicherung.

FAZIT Waterberg Lodge
Ich habe es ja schon angedeutet und das zieht sich auch durch unser Fazit. Wir wollten hier eigentlich noch ein paar Walks machen, hoch auf das Plateau vielleicht, aber nachdem uns erzählt wurde, dass es zwar toll, aber auch sehr viel Kraxelei ist, wollten wir das vermeiden. Zum einen wegen der mittlerweile doch zunehmenden Hitze und weil wir ja beide auch diesen Urlaub Knielädiert angetreten hatten. Die Lodge an sich ist schon ok und wir hatten auch hier zu wenig Zeit eingeplant, man braucht 2 Nächte um auch etwas machen zu können. Dennoch, wenn schon Lodge, dann eben richtig… mir kam das alles zu sehr wie Ferienhaus vor. Viele Viecher im Zimmer. Sehr heiß in den Hütten. Der Drive hingegen war klasse. Die Landschaft ist toll und wenn man Zeit mitbringt für die Walks und weitere Aktivitäten ist es bestimmt wesentlich schöner. Wir geben für unseren Geschmack eine 3/5 Sternen.

Und so fällt, wer hätte das beim Start der Planung gedacht, unser heutiges Fazit so aus:


Es folgt noch eine Zusammenfassung der letzten beiden Tage, also nur noch ein Teil. Das zu splitten oder auf die Tage zu verteilen wäre dann Quatsch… es ist fast vorbei. Irgendwie schade. 😕

Gruß,
Robin

Teil 3531. Aug. 2018

Tag 17 - 22.10.: @LolaKatze - Vielen Dank, für unseren: Elefant für die Wand!
Es ist morgen, ABER kein früher morgen. Es ist ein ganz entspannter Morgen. Wir stehen auf, schauen mal aus dem Fenster. Ich mache ein Bild vom Sonnenaufgang und wir schlendern hoch zum Frühstück. 🤨 😐

Was ist denn hier los? – wo sind denn die gehetzten Afrika-Erstis hin, die bislang hier unterwegs waren?

Naja, die wissen halt, dass es nur ein kurzes Stück bis zum nächsten Ziel heute ist und da wir den Morning-Walk auslassen, steht heute eigentlich nur noch auf dem Programm, der B1 zur nächsten Lodge zu folgen, dort zu relaxen, den Pool zu nutzen und das vielgelobte Abendmenü zu genießen. Nebenher die Koffer sortieren und das Auto schon mal grob säubern.





Wir checken aus und haben noch einen netten Plausch an der Rezeption mit einem Bewunderer unseres Fahrzeugs, weil alles so neu und gut in Schuss aussieht. Das sieht er nur selten, auch die Ausstattung beeindruckt. Wir präsentieren natürlich voller Enthusiasmus unser Gefährt, dass uns so treue und hervorragende Dienste die letzten 2 ½ Wochen geleistet hat. Zeit haben wir ja heute, das ist auch gut so, denn die brauchen wir hier nur, weil auch das kalifornische Paar mit dem Polo gerade auscheckt und das Gerät ganz offensichtlich überhaupt nicht mit amerikanischen Kreditkarten zurechtkommt. Der Auftrag läuft zwar durch’s Gerät, aber quälende 20 Minuten lang. Merke, immer vor Amis in die Schlange stellen. 😗

Es geht den Hügel runter, die Sandpiste zur C22 und schon kurze Zeit später auf die B1. Mara will gerne ankommen und heute den Tag in Ruhe zu Ende bringen, ich bin aber dafür eine alternative Route zu fahren… „Die habe ich mal im Reisebericht von LolaKatze entdeckt und dann kommt man noch an Erindi vorbei!“

Mara weiß mit Erindi nicht wirklich was anzufangen, aber schon nach wenigen Kilometern B1 ist es uns wieder so langweilig und als wir den passenden Abzweig finden, biegen wir doch noch ein letztes Mal auf Gravel ab und beglückwünschen uns nach 50m zu der Entscheidung. So fühlt es sich wieder „richtig“ an. 🙂



Wir kommen nach kurzer Strecke an ein Gate. Ein Security Guard kommt auf uns zu… wir sind reichlich verwirrt, das hier ist doch eine normale Straße oder sind wir doch falsch abgebogen? 😕

Leider ist der nette Herr am Gate keine große Hilfe. Ich versuche ihm zwar zu erklären, dass wir eigentlich dachten diese Strecke führe zur D2414, aber er sagt uns immer nur „Lodge, ok!“ und gibt uns den Daumen hoch. Was soll’s, wir probieren das halt aus. Nach einem kurzen Stück kommen wir an hohe Stromzäune mit Löwen-Warnschildern dran, zu beiden Seiten der Straße. Rechterhand sehen wir ein Wasserloch, respektive einen ganzen See. Das sieht nach so viel Geld aus, dass wir uns fast sicher sind, dass hier eine Jagdfarm liegt. (Wie wir später feststellen handelt es sich um die Mount Etjo Lodge, die wir zu Hause auch mal nachschauen und der sich besser auskennende Reisende, weiß, dass es sich dabei ganz und gar nicht um eine Jagdfarm handelt.)

Mittlerweile sind wir überzeugt, dass es hier bald nicht mehr weitergeht, aber siehe da. Es gibt ein weiteres Gate und dann sind wir auf der D2414, wo ich eigentlich auch hinwollte. Die Strecke ist schön, nix spektakuläres mehr, aber schön.





Die Strecke steigt etwas an und dann kommen wir an ein großes Gate, den Eingang zum Erindi. Mara ist noch etwas verwundert und ich offenbare ihr, dass wir unseren letzten „Gamedrive“ vor uns haben. Das besondere an den Strecken hier ist, dass die normalen D-Straßen hier mitten durch das Erindi Game-Reserve führen, es sich also um Durchgangsstraßen handelt. Am Gate erfahren wir die Regeln (keine Ahnung ob die das überhaupt vorschreiben können, da es ja eine öffentliche Straße ist, aber wir halten uns dennoch dran). Also maximal 50km/h fahren und man darf weder anhalten, noch aussteigen. Anhalten, weil dann jeder Safari machen würde. Aussteigen, naja, sind halt wilde Tiere unterwegs.

Da freuen wir uns natürlich über die ein oder andere Antilope auf dem Weg und auch ein paar Giraffen lassen sich noch mal Blicken. Wenn man mit dem Thema „Tiere gucken.“ Schon abgeschlossen hat ist das noch mal nett. Kurz bevor es wieder raus geht aus Erindi sehen wir ein Schild, dass das Camp nur ein paar Kilometer entfernt liegt. Da wir eh‘ mal eine kleine Pause brauchen und auch nicht abgeneigt sind, unseren „Gamedrive“ etwas zu verlängern, fahren wir ins Camp.

Hier hat es ein kleines Cafe, die gesuchte Toilette und einen Shop für die Camper den ich sehr putzig und gut sortiert finde. Alles ist schon außerordentlich sauber und gut gepflegt. Ich hatte Erindi immer im Auge vor der finalen Route und die Familie Glück wird hier ihren Namibia-Teil der langen Reise beschließen, da hier auch Kindersafaris angeboten werden. Sie haben dann eines der Waterhole-Chalets.

Ich gehe zur Rezeption und frage nur nach, ob ich mir Infomaterial mitnehmen kann. Wir quatschen etwas, dass unsere Freunde später hier übernachten, dass es dieses Jahr bei uns einfach nicht reingepasst hat, aber das uns die Anlage schon interessiert und die sehr nette Dame lädt uns spontan dazu ein, die Anlage zu inspizieren. „Kein Problem, es sind wenig Gäste da. Schaut euch einfach um, ihr könnt überall hingehen.“ 😎

Damit haben wir nicht gerechnet, und ich sage Mara, sie soll ihre Kamera mitnehmen, während ich meine einpacke. Immerhin hat es hier ein Wasserloch und… naja. Haben ist besser als Brauchen, also lieber mal die Kamera dabei, auch wenn es gerade Mittagszeit ist.

Auch wenn es etwas zu viele Bilder von nur einer Sichtung sind, aber da wir nicht so optimales Elefanten-Glück im Etosha hatten, sei es verziehen. Zudem sind es Maras Lieblinge und es hat mich einfach so gefreut, speziell für Mara, dass wir hier, unverhofft, noch einmal einen dieser sanften Riesen zu Gesicht bekommen, dass dieser Moment noch einmal sehr speziell war.

Danke LolaKatze, denn ohne deinen Reisebericht, wären wir die Strecke nie gefahren. 😘

Und ab hier überlasse ich den Bildern die Bühne…

Ok, da sind Hippos… aber den Strich geben wir uns nicht, denn die sind hier nicht wirklich als Wildlife zu zählen


Im Hintergrund auf dem ersten Bild schon zu sehen, ein Staub-Elefant


Morgens Aronal, Mittags Baumstamm…


… und nachspülen!




Dem wird es zu bunt, wenn der Eli ins Wasser kommt, kein Wunder…


… es wird jetzt mal so richtig geplanscht.


Das ist er, unser „Elefant für die Wand“, der hier ausgedruckt im Großformat hängt






SAUBER!... ich geh‘ dann mal.


🤩 Glücklich, mehr braucht man nicht sagen.

Immanuel Wilderness Lodge
Naja, Wilderness im Namen zu tragen, wenn man mitten in einem Industriegebiet liegt ist dann doch… zumindest fraglich. Die Anlage an sich entschädigt aber dafür. Es ist alles sehr ordentlich, liebevoll eingerichtet. Wir werden von Sabine in Empfang genommen, es gibt eine kurze Einweisung und während alles erledigt wird gibt es ein Begrüßungsgetränk auf der Terrasse.







Unsere Sachen werden in unser Zimmer in einem der Nebengebäude gebracht und wir fangen direkt an, ein komplettes Chaos anzurichten. Deswegen gibt es auch keine Zimmerbilder. 😊 🤪

Es wird praktisch alles einmal komplett ausgeräumt und dann wieder zusammengebastelt. Nachdem wir das gröbste haben ist immer noch genug Zeit den Pool zu nutzen und so kommen wir am letzten Nachmittag der Reise, zum allerersten Mal, in den Genuss an einem Pool zu liegen und einfach abzuschalten.



Abends geht es zum vielversprechenden Menü. Stephan ist Koch und speziell das Essen wird hier hoch gelobt. Es ist auch wirklich gut, aber es ist auch nicht außergewöhnliches auf den Tellern zu finden. Die Atmosphäre im Dämmerlicht und Kerzenschein und die schöne Einrichtung… eigentlich passt alles zusammen. Nur irgendwie springt der Funke nicht über. Es wird immer freundlich gelächelt, aber es die ehrliche Wärme dahinter. Es ist ein Empfinden und so lässt es sich am besten Beschreiben. Dennoch, der Abend ist sehr schön und ein gelungener Abschluss.



Die Mitbewohner hat es mehrere in der Anlage, aber die wissen nicht was Kopf kraulen ist. Reagieren dann sehr komisch und verunsichert, was das soll. 🤨




Stephan bei der Arbeit, gegrillt wird direkt bei den Gästen


Ganz zum Ende doch noch einen Leoparden gesehen…



Gruß,
Robin

Teil 3631. Aug. 2018

Tag 18 - 23.10.: Europa wir kommen!

Der letzte Morgen in Afrika bricht an, Mara packt zusammen und ich gehe zum Auto um den Innenraum grob auszufegen. Während ich da so stehe, nehme ich mir 2 alte Trockentücher und befreie wirklich alles, innen, wie außen, vom Staub. Es hat nie geregnet, eigentlich ist der Wagen nicht wirklich dreckig, nur überall ist Staub. So wird dann also über jede Ecke gewischt, ich steiger mich da etwas rein… sogar die Ablagefächer der hinteren Türen werden schön ordentlich vom Staub befreit. Im Endeffekt dauert das Ganze nur knapp 30 Minuten und wir haben wieder ein außen weißes und innen schwarzes Auto. 😁

Stolz erzähle ich Mara, nachdem sie etwas verwundert schaut, wo ich so lange war, dass wir uns die Autowäsche sparen können. Es kann also direkt losgehen, nur heute streikt unsere Karte, oder das Lesegerät der Lodge… die Besitzerin nimmt es reichlich unentspannt. Irgendwie nicht unsere Vibes hier, aber wir machen uns ja dann auch nur wenig später auf den Weg.



Eigentlich hätten wir gerne für Freunde und Familie Nüsse schnitzen lassen und haben gedacht es findet sich schon jemand irgendwo, ebenso um unsere letzten Vorräte abzugeben, aber egal ob Feuerholz oder Kunst aus Blechen, alle kleinen „Shops“ sehen wir nur auf der anderen Seite der B1, stadtauswärts gelegen. Wir überlegen schon einmal zu drehen, aber besinnen uns eines besseren und fragen dann einfach beim Tankwart nach, ober er Verwendung für unsere restlichen Vorräte hat. Na sicher hat er, ruft noch zwei Leute rüber und sie transportieren unsere letzten drei, kleinen Kisten ab. Na bitte, doch noch wen „glücklich“ gemacht. Dennoch, uns wäre ein kleiner Kunsstand o.ä. lieber gewesen um die Sachen abzugeben.

Es geht noch einmal durch Windhuk, auf der anderen Seite wieder raus auf die B6 Richtung Flughafen, an der ja auch Safari Car Rental strategisch sehr günstig gelegen ist. Alles läuft reibungslos ab, wir fliegen zum späten Mittag, sind gute 3 Stunden vorher am Verleih und der Wagen wird auf eine kurze Probefahrt mitgenommen um zu schauen ob alles ok ist. Wir vertreiben uns die Zeit NICHT im Wartebereich, sondern inspizieren den großen Safari-Truck des Besitzers, mit dem er mehrere Jahre durch Afrika gefahren ist. 😎

Wartebereich


Die Fahrzeuge und der „Boss-Truck“


Unser Wagen kommt zurück, der Leiter der Service-Crew steigt aus… es ist alles ok, aber er hat noch nie einen so sauberen Wagen zurückbekommen betont er mehrfach. 😄

Mara ist so geistesgegenwärtig wie schon am ersten Tag nach der Landung und macht wieder ein Foto des Kilometer-Zählers.



Das war es also!
3.971km Afrika-Abenteuer. Zu zweit allein und mit guten Freunden zusammen. Tolle Begegnungen. Freundliche Menschen. Strahlendes Lächeln. Eindrückliche Momente. Eine Weite und Endlosigkeit wie wir sie uns nicht vorstellen konnten. Ein Land, das fast nur aus verschiedenen Wüsten besteht, aber hinter jeder Ecke abwechslungsreich ist. Tiere in freier Wildbahn, vom riesigen Wüstenelefanten bis zum winzigen, bunten Gecko. Und jede Menge Erinnerungen, dass ist es, was wir aus Namibia mitnehmen werden.

Wir verabschieden uns und werden zum Flughafen gefahren. Während der Fahrt fällt kein Wort mehr. Wir schauen beide in unsere Gedanken versunken aus den Fenstern. Am Flughafen werden ein paar Souvenirs gekauft, der Rückflug ist Ereignislos und erst wieder zu Hause angekommen, sprechen wir über die Rückfahrt zum Flughafen und stellen fest, dass wir beide dieselben Gedanken geteilt haben:


„Warum überhaupt zurück?!“



Gruß,
Robin

Been there. Done it! Got it? - Namibia Okt. 2017 von Blende18.2

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/294769-been-there-done-it-got-it-namibia-okt-2017

Stand: letzter Berichtsteil vom 31. Aug. 2018

Die Rechte am Text und an den Bildern liegen beim Autor. Ausdruck für den eigenen Gebrauch.