eigentlich hätte diese Reise im November/Dezember 2016 stattfinden sollen, leider musste sie kurzfristig aufgrund einer Verletzung storniert werden, super ärgerlich. Aber somit haben wir sie nun nahezu identisch wie ursprünglich geplant im Dezember 2017 durchgeführt und waren absolut begeistert! Wir waren bereits mehrfach in Südafrika unterwegs, waren jedoch Namibia-Ersttäter und da ich bei der Planung der Reise im Sommer 2016 wertvolle und unkomplizierte Tipps (nochmals Danke an dieser Stelle) im Forum erhalten habe, können wir vielleicht mit unserem Reisebericht anderen Reisenden ggf. ein paar Infos (zurück)geben. Am Ende des Reiseberichts finden sich eine Kurzbeschreibung unserer Campsites sowie weitere Informationen über Dinge, die wir als hilfreich oder sinnvoll erachteten.
Unsere Reiseroute:
1.12. Abflug mit Air Namibia ab Frankfurt
2 Nächte Waterberg Wilderness Plateau Campsite
2 Nächte Onguma Tamboti Campsite
1 Nacht Halali Campsite
1 Nacht Gondwana Etosha Safari Campsite
2 Nächte Brandberg White Lady Lodge Campsite
2 Nächte Sophia Dale Base Campsite (Swakopmund)
1 Nacht Mirabib
2 Nächte Desert Quiver Lodge (Sesriem)
1 Nacht Namibgrens Mountain Campsite
1 Nacht Etango Ranch Guestfarm (Flughafen WDH)
17.12. Rückflug mit Air Namibia
Da wir im Vorfeld sehr unterschiedliche Dinge über das Platzangebot für die Koffer/Reisetaschen im Camper gehört hatten und es uns nicht gelang, verlässliche und detaillierte Informationen zu unserem Camper Typen zu bekommen (ich hatte die Frage leider ohne Erfolg auch im Forum gestellt), werden wir auch den Camper detailliert im Nachgang beschreiben, vielleicht stellt sich ja jemand die gleichen Fragen… In jedem Fall hatten wir uns entschieden mit unseren Backpacker-Rucksäcken zu reisen, was sich als recht praktisch herausgestellt hat. Zum Wagen gibt es auch noch einen weiteren Bericht jedoch mit Bildern: Link zum Bericht über den Camper
1.12.
Nach einem doch recht stressigen Tag im home office ging es für uns (Markus und Susanne) um 17.30 Uhr mit dem Taxler unseres Vertrauens zum Flughafen Frankfurt. Der Check-in verlief zügig und ereignislos (ein Ereignis wäre natürlich ein überraschendes up-grade gewesen 😉 ) und bis wir dann durch alle Kontrollen waren, reicht es gerade noch für einen kleinen Snack und ab ging’s ins Flugzeug. Sitzplätze waren ok (12 A,C) Beinfreiheit auch, Mann ist nämlich groß und da ist da immer so ein Problem….Also alles fein, genauso lange bis wir festgestellt haben, dass auf allen anderen Bildschirmen was lief, nur auf unseren nicht. Nach kurzer Rücksprache wurde uns auch jede Hoffnung genommen, dass sich das nochmals ändern würde – also kein Flight Entertainment. Mann war daraufhin etwas unlustig, denn im Gegensatz zu mir ist das mit dem Schlaf (welcher Schlaf???) im Flugzeug bei ihm so eine Sache… Nun gut, auch diese 10 Stunden sollten rum gehen und nach einem kurzen Murren war auch alles wieder in Ordnung, denn schließlich flogen wir ja in den heißersehnten Urlaub!
2.12.
Wir landeten pünktlich in Windhoek, kamen gut durch die Immigration und warteten lediglich etwas auf unsere Rucksäcke. Dann Geld abgehoben, SIM-Karte besorgt und zum Avis Schalter, dort wurden wir bereits von Ashley erwartet, der uns und weitere Gäste in die Stadt fuhr um dort bei Avis Safari Rental unseren Wagen zu übernehmen.
Nach einer ca. 2-stündigen Einführung in unser mobiles Zuhause für die nächsten 2 Wochen fuhren wir zum Spar Supermarkt Maeru. Dort deckten wir uns mit allem Möglichen und Nötigen ein, hatten noch eine sehr nette Unterhaltung mit einem deutschsprachigen Herrn (wir wussten, dass viele deutsche Spuren in Namibia zu finden sind, dass im Supermarkt nahzu an jeder Ecke Deutsch zu hören oder zu lesen war, hat uns echt überrascht), der uns ein paar Infos zu diversen Gepflogenheiten gab und dann ging es los Richtung Waterberg. Nach der Nacht ohne Schlaf fand Markus nun ein wenig Schlaf im Auto und ich freundete mich währenddessen mit unserem Auto an und freute mich auf unsere erste Campsite, die Waterberg Wilderness Plateau Campsite. Nach ca. 4,5 Stunden kamen wir dort an. Bereits die Fahrt zur Campsite begeisterte mich sehr, der Blick auf den Waterberg, der kurvige Weg hoch zum Campsite – wir waren im Urlaub angekommen! 😄
Nach einem sehr freundlichen Empfang wurden wir zu unserem Campsite No. 5 geschickt und Feuerholz wurde uns auch gleich gebracht. Wir haben uns dann noch gleich für den Rhino Drive am nächsten Nachmittag angemeldet und uns dann erst mal sehr gefreut, dass wir an unserem ersten Übernachtungsziel waren, haben uns ein wenig umgesehen und dann angefangen uns erst mal zu organisieren. Die Einkäufe mussten sinnvoll verstaut werden, das Dachzelt aufgebaut werden, das ist ja beim ersten Mal noch etwas holprig, und dann raus aus den Reiseklamotten, Feuer an und lecker gegrillt mit ein paar Gläsern Wein dazu. Endlich in Nambia! Wir entspannten am Feuer und krochen recht erschlagen vom ersten Tag gegen 21.30 Uhr in unser Zelt.

3.12.
Wer ein 2x2 m Bett gewöhnt ist, muss sich auf weniger als 1,40 m erst mal sortieren – aber es ging erstaunlich gut! Um 6 Uhr hat uns das Sonnenlicht und Vogelgezwitscher geweckt. Den Tag haben wir langsam angehen lassen. Die ersten 2 Kaffee haben wir mit Rusks in unserem Dachzelt genossen und weiter gefaulenzt, dann hat Markus ein super leckeres Frühstück gezaubert, Omelette mit allerlei Leckereien gespickt und eine tollen Obstsalat als Dessert.
Diverse Campsites haben sich geleert und somit ist die morgentliche Pavianpatroullie angerückt um die Mülleimer, die zwar mit Hilfe von Drahtgitter gesichert sind (hilft nicht viel), nach Essbarem zu durchsuchen. Wir haben das beobachtet und amüsant war zu sehen, dass das Ganze echt System hatte. Nach einem entspannten Vormittag haben wir uns auf den Weg in Richtung Rezeption und Restaurant gemacht, schließlich mussten wir noch unsere Rechnung für die Übernachtungen den Rhino Drive begleichen. Dort angekommen haben wir uns auf die Terrasse des Restaurants gesetzt. Uns bot sich ein traumhafter Blick in ein Tal welches vom Waterberg begrenzt wurde.

Diesen Blick haben wir lange genossen, beobachtet wie sich kleine Wölkchen aus dem Nichts formierten, wuchsen und dann wieder verschwanden, dazu 2 Rock Shandy, später einen Thunfisch-Salat und Sandwiches – wir waren begeistert. Dann ging es wieder zurück zum Campsite, denn um 15 Uhr sollte der Rhino Drive beginnen.

Um 15 Uhr wurden wir abgeholt, insgesamt waren wir 6 Personen. Es ging runter ins Tal, neben den obligatorischen und immer wieder gerne gesehenen Warzenschweinen fanden wir die 4 in dem Reservat lebenden Breitmaulnashörner. 1 Bulle, 2 Weibchen und ein Junges. Unglaublich beeindruckende Tiere, immer wieder!



Zurück im Camp haben wir uns an die Vorbereitung des Abendessens gemacht. Nebenbei haben wir den Status unserer Batterien geprüft und bemerkt, dass unsere Batterie No. 1 (Motor) massiv schwächelte laut Anzeige. Ein Versuch den Motor zu starten war ergebnislos. Die Batterie war tot. Recht irritiert haben wir unserem Campsite Nachbarn davon erzählt und dieser hat uns freundlicherweise gleich angeboten uns am nächsten Morgen Starthilfe zu geben, was wir natürlich dankend angenommen haben. Avis konnten wir nicht erreichen, unser Handyempfang war quasi nicht vorhanden….letztendlich haben wir eine What’s App Nachricht verfasst und gehofft, dass sie irgendwann gesendet wird. Nach der ersten Aufregung, haben wir uns wieder entspannt. Letztendlich alles kein Problem solange weitere Wagen in der Nähe sind. In Mirabib hätte uns das nicht passieren dürfen….. Nach einem weiteren schönen Abendessen am Feuer sind wir für deutsche Verhältnisse wieder sehr früh ins Zelt, um 21 Uhr war die Nachtruhe im Camp eingezogen.


4.12.
Nach einem frühen Frühstück haben wir alles abgebaut und verpackt, um 8 Uhr bekamen wir Starthilfe vom netten Nachbarn und dann ging es auch direkt los, bloß den Motor schön laufen lassen, erst nochmals zur Rezeption, den auf dem Rhino Drive vergessenen Hut abholen und dann ab auf die Piste Richtung Hoba Meteorit, unsere nächste Station. Beim Verlassen des Camps haben wir auf dem Pad am Fuße des Bergs nochmals 2 der 4 Nashörner bewundern können, die völlig entspannt neben dem Pad her trotteten.

Zwischenzeitlich konnten wir auch Avis erreichen und hatten vereinbart, dass wir in Grootfontain bei Dunlop die Batterie checken und ggf. tauschen lassen. Nach einer interessanten Fahrt zum Hoba Meteoriten - 1. längere Fahrt auf Gravel und wir wunderten uns über Fahrspuren, die wirklich über zig-Kilometer in übelsten Schlangenlinien vor uns her führten, da muss jemand mächtig getankt haben… - kamen wir beim Hoba Meteoriten an. Ein beeindruckender Brocken lag da vor uns.

Nach einer kurzen Erfrischung fuhren wir dann weiter nach Grootfontain zum vereinbarten Batteriecheck. Es stellte sich dann schnell heraus, dass die Batterie getauscht werden muss. Es wurde auch recht schnell erledigt, vorher musste noch das passende Werkzeug mit entsprechender Verlängerung für den Schraubenschlüssel gefunden werden, aber alles klappt wunderbar und nach einer knappen Stunde war die Sache erledigt und wir fuhren mit einer neuen Batterie zum Spar und kauften noch ein paar Dinge für die nächsten Tage ein. Danach ging es zur Onguma Tamboti Campsite. Ein schönes Haupthaus mit Restaurant und Pool empfing uns, an der Rezeption wurden wir von Samuel sehr freundlich begrüßt und erhielten gleich einige Informationen und auf unsere Frage hin die Empfehlung den Sundownder-Drive auf dem Gelände von Onguma zu machen, diese haben wir dann auch gleich für den Folgetag gebucht. Schnell noch Feuerholz für den Abend bestellt, mit Blick auf das Wasserloch einen Rock Shandy genossen und dann haben wir unsere Campsite bezogen. Die Campsite ist durch den Zufahrtsweg geteilt, an diesem Abend war auf jeder Seite jeweils 1 Camp belegt, wir waren also quasi alleine. Die Campsite war riesig, mit kleinem Häuschen in dem sich das eigene Badezimmer mit Dusche, separatem WC und Spültisch befand. Sehr schön.

Das Badezimmer mussten wir uns teilen.... 🤨
Wir haben uns also als Grillen gemacht, hatten die Rechnung jedoch ohne die Termiten gemacht. Gerade als alles fertig war, „überfielen“ uns die Termiten in Scharen. Wir hatten so etwas schon mal in Südafrika erlebt und hatten daher eine Ahnung, wie der Abend verlaufen würde…also gerettet was zu retten war von unserem Dinner, Schotten dicht gemacht und ab ins Zelt um dort mit Stirnlampe zu picknicken. Es war ein recht lustiger Abend 😉 . In der Nacht zog dann ein Gewitter auf und es regnete und das nicht zu knapp.
5.12.
Nach dieser Nacht haben wir den Tag wieder langsam angehen lassen. Erst mal geschaut, ob viele der abgeworfenen Flügel der Termiten noch vorhanden waren (in und um das Auto), dann die Matratze aus dem Zelt gezogen und zum Trocknen in die Sonne gelegt und dann ab zum Pool.

Dort haben wir ein Weber-Männchen beim fleißigen Nestbau beobachtet, das Kerlchen hatte noch einiges zu tun. Nach einem sehr entspannten Tag holte uns Bennie um 17 Uhr zum gebuchten Sundowner-Drive ab. Wie sich herausstellte, hatten wir einen privaten Sundowner-Drive, da wir die einzigen Gäste waren. Gleich bei der Einfahrt in Private Game Reserve von Onguma haben wir eine hübsche Afrika-Graseule gesehen. Wir haben die Natur bewundert, die Landschaft wechselte ständig, am Horizont sahen wir die Silhouetten mehrerer Giraffen, die entlang des Begrenzungszauns von Etosha zogen (leider zu weit entfernt für mein Objektiv), Gnu- und Zebra-Herden und einige Riesentrappen zogen an uns vorbei. Der starke Regen der vergangenen Nacht machte einige Wege schwer passierbar, das wiederum machte einige Passagen recht spannend. Nach einem kühlen Gin Tonic und leckeren Snacks zum Sonnenuntergang machten wir uns wieder auf den Rückweg.
Zurück an unserer Campsite haben wir uns diesmal ein paar Nudeln mit Würstel-Tomatensauce gekocht und dann alles für den nächsten Tag vorbereitet, denn schließlich sollte es am nächsten Tag ja früh losgehen....
....Fortsetzung folgt....