seit fast 3 Mon. sind wir nun schon wieder zurueck aus Botswana, unsere 4. Afrikareise. Die Erinnerungen an das Erlebte sind aber noch sehr frisch. Ach war das schoen!
Wir waren vom 11.09. bis 15.10. unterwegs, 31 Tage davon mit dem Bushcamper. Dieses Jahr stand der KTP und die Parks in Botswana im Fokus. Start war wieder in Windhoek, dann ging es durch den KTP und der Mabua-Section nach Norden, ueber den Boteti und durch den Makgadikgadi NP zum Nxai Pan NP . In Maun trafen wir dann auf unsere lieben Reisegefaehrten „BJmaniac“ - Petra & Siggi, und gemeinsam ging es durch den Moremi und Chobe bis nach Kasane. Eine schoene Zeit. Einige Location kannten wir bereits von der ersten grossen Botswanareise vor 2 Jahren. Wir wollten diese Gegenden noch einmal besuchen, diesmal um einiges gelassener. Waehrend uns bei der letzten Reise die Tiefsandpisten noch die Angst- und Schweissperlen auf die Stirn trieben, machte es diesmal richtig Spass. Ich hoere noch immer das Motorengeraeusch, wie sich der Bushcamper durch den Sand wuehlt ...
Fuer uns war es wieder eine ganz besondere Reise. Auch wenn sich unser Loewen-Sichtungsglueck in Grenzen hielt und wir einen Start mit Hindernissen hatten, wurden wir totzdem mit schoenen Erlebnissen und fuer uns besonderen Sichtungen beglueckt. Es war keiner krank, wir hatten keine groessere Panne und wir waren ein super Team. Allerdings hatten wir auch einen unschoenen Vorfall gleich zu Beginn der Reise.
So eine teure Reise ist keine Selbstverstaendlichkeit und kein Wellnessurlaub, manchmal sogar das Gegenteil. Aber fuer uns ist es Wellness fuer die Seele und die Sehnsuechte. Familie und Freunde verdrehen inzwischen die Augen wenn sie von unseren Plaenen hoeren, aber wir lieben nun mal diese Reiseart und das Campingleben. Das Fahren im Bush, das Lagerleben. Aber vor allem die Tiere und die einzigartigen Landschaften und Begegnungen faszinieren uns .
Die Buchungen im KTP auf SA-Seite haben wir in Eigenregie gemacht, die Camps in Botswana hat Tara von Botswana Footprints fuer uns uebernommen. Ihren Service koennen wir uneingeschraenkt empfehlen. Der Kontakt war auesserst herzlich und es hat alles bestens geklappt.
Den Bushcamper haben wir dieses Mal bei Savanna Car Hire gemietet. Oneway, von Windhoek bis Kasane. Ein tolles Auto. Auch wenn wir nicht ganz ohne Probleme gereist sind (dazu spaeter mehr), so wuerden wir diesen Wagen sofort wieder mieten. Mit Savanna mussten wir im Nachhinein zwar ein ernsteres Wort reden, aber inzwischen sind wir wieder versoehnt. Der Reiseboom im suedlichen Afrika bringt nicht nur Positives mit sich. Nach 5 Reisen sehen wir inzwischen einige Dinge kritischer, vieles Andere im Gegenzug aber auch gelassener.
Ich habe mir sehr lange ueberlegt, ob ich wieder einen RB schreiben soll. Der Stil und der Ton hier im Forum haben mir schon mal deutlich besser gefallen. Aber ich denke mir meinen Teil und gut ist! Nun, es gibt also doch einen Bericht. Erstens fuer mich selbst, es macht mir Spass und dient als Nachbearbeitung des Erlebten. Aber auch als Danke an viele Gleichgesinnte und Afrikaverrueckte wie mich, und an die fleissigen Schreiberlinge, mit ihren inspirierenden Berichten und sachlichen Informationen. Wer diesen x-ten 0815 RB nicht lesen mag, muss es ja nicht. Einfach nicht anklicken oder ignorieren und alle sind gluecklich, so einfach ist das.
Photographische Hoechstleistung gibt es ebenfalls nicht, unter den ggb. Umstaenden bin ich ueber jedes einzelne Foto froh und guecklich. Grundsaetzlich bin ich eh nur eine Urlaubsknipserin. Bis zur Haelfte der Reise waren wir leider mit „sehr leichtem“ Foto-Equipment unterwegs. Ich muss sagen, es war auch mal schoen, nicht immer alles nur durch die Linse zu sehen...
11./12.09.17 - Ankunft in Windhoek - welcome in Africaaaa! - Pension Steiner
Endlich ist er da, der Tag an dem es wieder auf die andere Seite des Teiches geht, rueber nach Afrika. Nach 10 Std. Flug und puenkltlich zur afrik. Morgendaemmerung geht es ueber die Auslauefer der Namib und die roten Duenen der Kalahari. Das Umsteigen in J´burg laeuft glatt, auch unsere Koffer sind mit an Bord auf dem Weiterflug nach Windhoek. Goo.le maps aus der Luft. Wenn mich nicht alle Sinne getaeuscht haben, fliegen wir genau ueber die noerdliche Mabuasehube-Region. Jede Menge Salzpfannen sind zu sehen.
Wie fuer alle Wiederkehrer, bedarf dieses Bild wohl keiner weiteren Erlaueterung...
Wir sind wieder da!
Am Airport geht dann alles ratz fatz. Waehrend die meisten Passagiere noch mit den ueblichen Formularen beschaeftigt sind, stehen wir bereits nach 15 Minuten, mit Taschen und den richtigen Stempeln im Pass, in der Halle. Um groesseres Chaos zu vermeiden, haben die Einreisebehoerden zumindest heute die biometrische Erfassung der Reisenden aufgehoben. Vielleicht ist es doch besser, die ganze Sache in der Nebensaison noch mal zu ueben.
Samuel, der Fahrer von Savanna erwartet uns bereits. Schnell noch zum ATM draussen vor dem Eingang und schon geht’s Richtung Stadt. Auf dem Weg die ueblichen Verdaechtigen: Baboons, Polizei und weisse Bakkies. Alles auf der falschen Seite. Und es sieht alles gruener aus als vor 2 Jahren.
Unser Zimmer in der Pension Steiner duerfen wir schon beziehen, obwohl es grad mal mittag ist. Das bestelltes Fleisch und die Wuerste von der Klein Windhoek Schlachterei ist auch schon da. Wir sollen es morgen ja nicht vergessen mitzunehmen, meint das Maedel von der Reception noch zu mir. Wir hatten es uns vorsichtshalber schon am Vortag hierher liefern lassen. Man weiss ja nie. Dann rufen Dusche und Koje. 12 Std. Economy steckt man nicht mehr so leicht weg, auch wenn SA mit die Beste Airline ist, die wir in den letzten Jahren geflogen sind. Spaeter dann das erste Savanna und ein kleiner Rundgang! Sieht irgendwie alles etwas verlassen hier aus. Auch andere Gaeste sehen wir nicht.
Am spaeten Nachmittag treibt uns der Hunger ins nahe gelegene Craft Cafe. Dort essen wir eine Kleinigkeit auf der Terrasse. Das reicht uns heute.
Fuer Souveniers haben wir heute noch kein Auge. Ausserdem hatte ich eigentlich nur ein Vogelbestimmungsbuch kaufen wollen, aber das gibt es hier leider nicht. Und die kleine Buecherei um die Ecke hat leider schon zu. Dumm gelaufen. Leider hatten wir keine Moeglichkeit mehr, es uns vorher schicken zu lassen. Das waere vor dem Abflug nicht mehr angekommen, wenn es denn ueberhaupt bei uns angekommen waere.
Zurueck in der Pension gibt’s noch ein Absacker-Savanna und ein Bier im Garten. Morgen frueh um 08:00 werden wir von Samuel abgeholt. Schoen, dann kommen wir ja frueh los und koennen noch eine Sundowner-Fahrt auf Bagatelle mitmachen.
Tja, dachten wir ... es sollte aber anders kommen. 😵
LG, Elsa
Teil 310. Jan. 2018
13.09.17 – Windhoek – Bagatelle Kalahari Game Lodge
Um kurz vor 7 sitzen wir schon beim Fruehstueck und ich bekommen erst einmal ein schlechtes Ei serviert. Da wissen wir noch nicht, dass das heute das kleinere Uebel sein wird. Noch bevor die Eier am Tisch sind, kam uns der faule Duft entgegen. Ich bringe sie postwendent wieder zurueck in die Kueche. Ausser mir merkt das wohl keiner, obwohl die ganze Bude stinkt. Das Buffet ist ok, aber der Hunger ist mir erst einmal vergangen. Na ja, ein starker Kaffee tut es auch. Fuer weniger oder gleiches Geld hatten wir schon mal bessere Unterkuenfte. Es ist sauber und ok, aber mehr auch nicht. Die Zimmer koennten eine Auffrischung gebrauchen. Die Innenstadtlage ist ein Pluspunkt, allerdings gibt es grad eine grosse Baustelle gegenueber.
Wir packen unsere 7 Sachen und deponieren sie im Aufbewahrungsraum. „Denk dran, das Fleisch duerfen nachher nicht vergessen!“, rufen wir uns noch gegenseitig zu. Um kurz vor 8 werden wir zu Savanna gebracht. Das Gepaeck wollen wir spaeter nach dem Einkauf abholen.
Da steht ja unser Bushcamper schon vor der Tuer. Super Teil!
Waehrend ich fuer den Papierkram zustandig bin , will DH sich schon mal unserem Wagen widmen. Aber halt, es ist gar nicht unser Bushcamper der da steht. Unserer steht noch dreckig hinten im Hof. Er ist gestern nachmittag erst zurueckgekommen und wird noch durchgecheckt und gewaschen. Eine Weile wird es wohl noch dauern. Na toll... warum holt man uns dann schon so frueh ab?
Im Office bekommen wir von Valerie noch ein paar Infos und Erklaerungen. Sie kennen wir uebrigens schon von unserer Reise 2013, da war sie noch bei African Tracks beschaeftigt.
DH wird langsam ungeduldig und schaut den Jungs hinten im Hof ueber die Schulter. Nach der Wagenwaesche wird erst das ganze Geruempel vom Vorgaenger aus der Kuechenklappe entladen und nach und nach kommen dann die neuen sauberen Sachen aus dem Lager. Da wir eh nur dumm rumstehen, schauen wir uns schon mal alles selber an, helfen beim Einladen des Equipments und dem Befuellen des Wassertanks und der Kisten. Wir hatten, w.m., um einen grossen 60 ltr. Engel Kuehlschrank gebeten und bekommen ihn auch. Normalerweise ist der Grosse wohl nur in den Landcruisern eingebaut. Der Kuehlschrank ist schon kalt, auch das sep. Gefrierfach und wird mit Spanngurten auf die freie Flaeche hinter den Sitzen gezurrt und angeschlossen. Daneben haben wir noch genuegend Platz fuer sonstige Dinge. Tagesrucksaecke, Toolbox, leere Taschen, Wasserkanister und Schuhe.
Der Bushcamper hat 101.000 KM auf dem Buckel, macht aber einen guten Eindruck. Das Dachzelt ist zwar schon etwas abgenutzt, aber die Zipper scheinen zu funktionieren und es hat keine Loecher oder Risse. Ueber die vielen stratches an beiden Seiten der Fahrerkabine sind wir ganz froh, dann muessen wir im Busch nicht bei jeden vorbeischrammenden Ast in Panik geraten.
Es folgt dann noch einmal eine richtige Einweisung und um 10.45 Uhr verlassen wir endlich den Hof. Nun schnell zur Maruea Mall zum Einkauf. Haette Savanna uns informiert, dass der Wagen erst spaeter fertig ist, haetten wir diese 2 Std. schon fuer den Einkauf sinnvoll nutzen koennen.
Um 12.35 Uhr fahren wir vor die Pension und laden schnell unser Gepaeck ein . Erst einmal alles hinten reinschieben und Klappe zu. Rucksaecke und Kleinkram verstauen wir neben dem Kuehlschrank. An der Tankstelle gegenueber tanken wir noch schnell voll, denn der Tank ist nur 1/3 befuellt. Ein Glueck sind wir schnell auf der B1. Jetzt nix wie raus aus der Stadt und so schnell wie moeglich Richtung Sueden. Urspruenglich hatten wir geplant, gemuetlich ueber Dorbabis zu fahren, das koennen wir jetzt knicken. Wir sind viel zu spaet dran.
Wir sind grad ein paar KM raus aus der Stadt raus, auf der Hoehe einer Polizeistation auf der B1, da faellt es uns ein: das Fleisch! Scheeiii.... Wir wenden am Strassenrand und fahren das ganze Stueck wieder zurueck zur Pension. Ich stopfe das Fleischpaket in den Engel und schnell geht’s wieder los. Boah, was fuer ein Stress. Was hatten wir gesagt? Denk an das Fleisch! Es ist heiß, wir haben nix gegessen oder getrunken und sind noch nicht vom Fleck. Natuerlich sind an allen Kreuzungen alle Ampeln auf rot . An der 3. Kreuzung, wir stehen gerade, fuchtelt auf einmal ein junger Bursche an DH Fahrertuer. Er reisst die Tuer auf und haelt DH irgendwelche bunte Zettel vor die Nase. Ich, vom Beifahrersitz aus, bruelle ihn an, reflexartig auf Portugiesisch natuerlich und der Typ verschwindet wieder. DH zieht die Tuere wieder zu. Das ganze dauert vielleicht 2-4 Sekunden. Die Ampel geht auf gruen und wir fahren los. Wir kommentieren diese Ablenkungsmasche an den Ampeln noch etwas belustigt, denn wir kennen das alles von Rio. Blos nicht drauf eingehen, ignorieren und weiterfahren. Und immer mit zentralverriegelten Tueren fahren. Geht beim Anfahren eigentlich bei fast jeden Auto schon automatisch. Nur nicht bei unserem Hillux, da muss man noch aufs Knoepfchen druecken. Ca. 2-3 km weiter ueberholt uns ein weisser Bakkie, der Fahrer macht irgendwelche Handzeichen und deutet nach hinten auf die Kabine. Alles klar amigo, tschuess und winke-winke! Du kannst uns mal. Wir ignorieren es und fahren weiter. Endlich sind wir raus aus der Stadt, der Verkehr nimmt ab und und die Landschaft wird oeder. Dann bemerke ich, dass es an der hinteren Beifahreseite etwas rauscht. Es zieht auch etwas. Da faellt sofort der Groschen. Die hintere Tuer ist nicht richtig zu und mein Tagesrucksack, der hinter meinem Sitz klemmte, ist nicht mehr da. Ich kann es noch garnicht glauben. Wir halten an und steigen aus. 40 Jahre Brasilien und viele andere Reisen ohne Schaden ueberstanden. Da muss man zur Premiere zum 3. Mal nach Windhoek kommen. Es ist uns sofort klar, wie die Sache gelaufen ist. Der Typ mit den Zetteln an der Fahrerseite war das Ablenkungsmanoever, waherend ein zweiter ganz leise die hintere Tuer oeffnet und sich das erste schnappt, was greifbar ist. Und das war mein Rucksack. Mit Kamera und -tasche, das ganze Gedoens an Kabeln, SD-Karten, Ladegeraeten, meine einzige Jacke, eine Ersatzlesebrille sowie die Tracks4Africa Botswana + Namibia Papierkarte.
Da unser Wagen keine automatische Zentralverriegelung hat, koennen wir jetzt nicht mehr genau nachvollziehen, ob DH in dem ganzen Stress des Zurueckfahrens, Fleisch einladen und wieder losfahren dann auch wieder auf den Knopf gedrueckt haben. Wir wissen es einfach nicht. Es kann aber auch sein, dass die Tueren doch verriegelt waren. Als der Typ anfingt an der Tuer rum zu fuchteln, griff DH reflexartig zur Verriegelung und dabei kann es passiert sein, dass die Tueren wieder entriegelt wurden. Wir vermuten allerdings , dass es die erste Variante war. Dumm gelaufen, wir wissen es. Ihr koennt euch nicht vorstellen, wie wir uns darueber geaergert haben. Selbst schuld. Man sieht, 3-4 Sekunden reichen dafuer.
Mir wird ganz schlecht. Erst recht, als mir dann klar wird, dass wir eigentlich Glueck im Unglueck hatten. Denn beim erneuten Losfahren, diesmal mit Fleisch, hole ich aus dem besagten Rucksack noch unsere ganzen Papiere und Reiseunterlagen, Voucher und Geld raus und packe diese Sachen in meine Handtasche. Diese ist immer zu meinen Fuessen, egal wo, mit einem Karabinerhaken am Sitz befestigt. Haette ich das nicht gemacht, waere der Urlaub jetzt wohl zu ende gewesen bevor er ueberhaupt begonnen hatte. Ich mag gar nicht daran denken.
Wir fahren weiter. DH versucht mich zu troesten, was aber nicht so richtig gelingt. Ich weiss nicht ob ich losheulen soll oder froh sein soll, dass es nicht schlimmer ausgegangen ist. Zurueck nach Windhoek zu fahren, zur Polizei und Anzeige erstatten erscheint uns ueberfluessig. Wir werden nur eine Zahl mehr sein in derer Statistik, wenn ueberhaupt. Aendern wird das eh nichts. Die Typen stehen bestimmt schon wieder an irgendeiner Kreuzung und suchen sich das naechste Opfer. Es ist so, wir kennen das Thema nur zu gut.
Nun fahren wir also in den Urlaub und haben keine Kamera mehr! Yess... Dann faellt mir ein, dass im anderen Rucksack noch die kleine alte Digikam ist. Ein Glueck hatten wir diese ueberhaupt eingepackt. Und das Ladekabel dazu auch. Der Urlaub ist gerettet, na ja, so ein bisschen fuer den Moment jedenfalls. Irgendwo unterwegs halten wir einen einem neuen Einkaufscenter, dort kaufe ich 3 sauteure SD Karten. Irgendwie muessen wir ja jetzt weiterdenken, nachdem uns bewusst ist, dass wir hier in der Budnik auch nicht an eine neue Kamera kommen. Nach einer Flasche Cola und einem igitt Sandwich kommen wir dann langsam wieder runter.
Jetzt wollen wir nur noch ankommen. Wir hatten uns diesen ersten Tag doch so anders vorgestellt. Bei schoensten Sundownerlicht kommen wir endlich auf Bagatelle an. Die traumhafte Landschaft laesst uns das Geschehene wenigsgten fuer eine Weile vergessen.
Wir bekommen Campsite #4.und sind begeistert. Jetzt erst einmal Stuehle raus (dafue muessen aber erst gefuehlt 100 Einkaufstueten aus dem Canopy geraumt werden) und das erste Savanna geniessen, nein, zelebrieren ist eher angesagt. Bis wir heute mit dem Aufbauen, Auspacken, Einrauemen und sonstige Gedoens fertig sind, ist es schon dunkel. Also alles im Stirnlampenlicht. Beim staendigen rein- und wieder rausklettern aus der Kabine bricht auf einmal die Aluleiter aus der Befestigungschiene im Einstig ab. Ich stuerze, natuerlich vollbeladen, zwischen die Tritte der Leiter und schramme mir ordentlich das Schienbein. Ein Glueck ist es keine offene Wunde, aber ein Bluterguss wie aus dem Bilderbuch. Dann... der Kuehlschrank fuehlt sich etwas warm an. Egal, spaeter, jetzt nicht. Es reicht.
Es ist so schooooeeen hier. Langsam kommen wir an. Spaeter fahren wir zum Abendessen noch einmal in die Lodge und lassen es uns gutgehen. Ziemlich kaputt fallen, ach nee, steigen wir dann irgendwann in unsere Betten im Faltdach. Die gewohnten Geraeusche sind auch wieder da. Wir sind wieder da, in Africcaaaa....
Unser Fazit des Tages: Das Fleisch war schuld!
Sorry, heute war es etwas Textlastig. Ab morgen sieht die Urlaubswelt wieder besser aus, na ja, so ein bisschen zumindest...
LG, Elsa
Teil 411. Jan. 2018
14.09.17 – Ein etwas anderes Rahmenprogramm auf Bagatelle oder „der letzte Schuppen hinten links “ in Mariental
Ein Rascheln im Grass weckt uns bei Sonnenaufgang. Auch die Vogelwelt ist schon aktiv. Wir haben erstaunlich gut geschlafen, unser Dachzelt ist wirklich bequem und kuschelig. Es herrscht noch etwas Chaos ueberall, weil noch nicht alles seinem Platz gefunden hat. Wir klappen die Seitenfenster runter und gucken ein Weilchen in die Landschaft. Ich liebe diese Farben und die Morgenstimmung. Hinter unserer Campsite auf den Huegel sind jede Menge Strausse unterwegs.
Mit der Sonne kommt die Waerme. Wir duschen ausgiebig (das ging gestern abend voellig unter..) und machen Fruehtsueck. Ein (oder das?) Eland kommt vorbei und zupft sich sein Fruehstueck in den Bauemen direkt neben uns. Dazwischen kruschten wir ueberall so ein wenig rum bis wir die meisten Sachen fuers erste untergebracht haben. DH ist ein Meister im Suchen, egal wie gut er die Sachen ordnet oder versteckt. Er sucht immer.
Unser Kuehlschrank ist derweil lauwarm, zumindest das Hauptfach. So eine Sch.... Das Fleisch ist G.s.D. noch einigermassen gefroren, gut so. Ein Glueck habe ich mir bei Savanna zeigen lassen, wie man den Engel an und ausstellt und auf was man achten muss. Wir druecken hier und da, an und aus, er springt auch kurzfristig wieder an um dann 5 Minuten spaeter wieder aus zu gehen. Wir putzen auch das Solarpainel auf dem Dach und stellen uns zur Sonne gerichtet. Die Batterie muesste nach der gestrigen Fahrt eigentlich voll sein.
Krisensitzung ist angesagt. So koennen und wollen wir nicht weiterfahren. Ohne Kuehlschrank durch Botswana geht gar nicht. Und die Einstiegsleiter muss auch repariert werden. Wir sind zwar ziemlich gelenkig und fit, aber 4 Wochen lang ohne die Leiter in die Kabine steigen ist dann doch etwas too much. Also fahren wir vor zur Lodge. Von der Reception rufe ich bei Savanna an und schildere unsere Probleme. Man kann uns nicht wirklich helfen, oder will es nicht. Die Lodge hat einen Elektriker/Mechaniker samt Gehilfen, die inzwischen zu uns gestossen sind. Nun werkeln und fummeln 3 Mann am Wagen rum. Simultan telefonieren wir mit Hr. Geschke, der Chefmechaniker von Savanna. Ich diene derweil als Uebersetzer hin und her, irgendwann wird mir das aber zu bunt und ich uebergebe das Telefon. Nun geht es auf Afrikaans untereinander weiter. In der Zwischenzeit versuche ich mich um unser 2. Problem zu kuemmern, die Leiter. Der Securityman, der inzwischen auch zu uns gestossen ist, erklaert uns wo wir in Mariental eine Werkstatt finden koennen, die Alu schweissen kann. Denn hier in der Umgebung hat keiner die Mittel dazu. Inzwischen liegt unsere Bordbatterie zerlegt auf dem Boden, Kabel hier und da, fragende Blicke von allen Beteiligten. Am anderen Ende der Leitung immer noch Hr. Geschke. Ein Glueck bekommt er genau mit, was hier abgeht. Fast 3 Stunden lang geht das so. Nicht dass es nachher heisst wir haetten ...
Irgendwann einigt man sich, dass unser Kuehlschrank direkt an die Batterie kurzgeschlossen wird. Dafuer muss aber die komplette Innenbeleuchtung der Kabine, sprich die LEDs am Bett sowie am Einstieg und in den Aussenfaecher lahmgelegt, bzw. gekappt werden. Ok, damit koennen wir leben, hauptsache der Engel laeuft wieder. Man koennte jetz wild spekulieren, wo das Problem liegt. Gebrochenes Kabel beim Einbauen des Kuehlschrank, ausgelutschte Batterie, der Kuehlschrank selbst, ein Kurzer...
Die Batterie wird wieder eingebaut und der Kuehlschrank faengt langsam an zu kuehlen, wenn denn der Motor an ist. Alle Jungs bekommen ein grosszuegiges Trinkgeld, auch die, die nur die Zange hielten und mit dem Kopf nickten. Nur gemeinsam ist man stark, oder?
Es ist bereits nach mittag und wir muessen noch nach Mariental. Vor dem Losfahren bemerkt einer der Jungs, dass unsere Reifen doch etwas mehr Luft vertragen koennten. Wie jetzt? Wir hatten gestern, als wir auf die D1268 auf Gravel kamen den Luftdruck auf 1,8 reduziert. Asphalt wuerden wir ja die naechsten Tage keinen mehr sehen. Wir checken die Reifen und sehen, dass wir nur knapp ueber 1,2 -1,4 drin haben. Allerdings stellen wir dabei auch fest, dass die Anzeige am Luftdruckmessgeraet kaputt ist und wir somit bei jedem Checken einen anderen Wert angezeigt bekommen. Nun ist uns klar, dass wir gestern zuviel Luft abgelassen haben. Wir hatten uns auch etwas gewundert, dass es laenger dauerte als gewohnt und wir extrem weich fuehren. Wir fahren kurzerhand mit dem Mechaniker der Lodge in deren Werkstatt und pumpen die Reifen dort wieder hoch. Danach fahren wir endlich los.
Wir kurven den halben Nachmittag in Mariental rum, von Werkstatt zu Werkstatt, von Hinterhof zu Hinterhof, von Autohaus zu Autohaus. Man schickt uns von Hinz nach Kunz und keiner kann uns helfen, weil keiner ein Schweissgeraet fuer Aluminium hat. Auch ein neues Messdruckgeraet kriegen wir nirgends gekauft.
Ziemlich entnervt, schwitzig und hungrig machen wir uns dann wieder auf den Weg zurueck. Bevor wir wieder auf eine Hauptstrasse finden, erinnere ich mich, irgendwo da hinten links, vor dem Fluss soll noch ein groesser Schuppen sein. Ein letzter Versuch, wenn wir schon mal in der Naehe sind. Ich weiss gar nicht mehr was fuer eine Werkstatt das war, jedenfalls hat der Besitzer ein grosses Herz und schenkt uns sein altes manuelles Messdruckgeraet. Ich falle ihm fast um den Hals vor Freude. Grad als wir weiterfahren wollen, ruft er uns zurueck. Er haette da noch eine Idee wer uns helfen kann mit dem Schweissen. Er schickt seinen Kumpel mit seinem Bakkie los, wir sollen ihm folgen. Im wohl letzten Hinterhof, den wir noch nicht kannten, werden wir dann fuendig und bekommen tatsaechlich unsere Leiter wieder geschweisst. Wir sind gluecklich.
Puenktlich zum Sundowner kommen wir wieder auf unser Campsite auf Bagatelle an. Der Kuehlschrank laeuft, die Leiter ist geschweisst, wir haben ein neues Luftdruckmessgeraet. Was wollen wir mehr. Und Mariental haben wir auch noch kennen gelernt.
Wir ziehen uns nur kurz um und fahren vor zur Lodge zum Abendessen. Wir goennen uns erst einmal ein kaltes Bier und ich einen Rock Shandy. Doppelt bitte. Waehrend wir beim relatif guten Wifi unsere emails checken, kommt uns eine Idee. Wir bestellen schnell ueber Amaz... eine neue Kamera. Petra & Siggi koennten sie mitbringen, sie fliegen doch erst in 10 Tagen. Ein Glueck kennt DH das Passwort fuers Konto. 10 Minuten spaeter ist die Kamera bestellt. Waehrend DH sich schon ueber das Buffet hermacht, skype ich mit Petra und mache die Sache klar. Der Tag ist gerettet und wir koennen in den Geniessermodus switchen.
Eines ist sicher, ich werde nie vergessen wie es zu dieser neuen Kamera gekommen ist. Hierbei handelt es sich uebrigens nur um eine Bridgekamera, eine Lumix FZ 200. Aber sie ist mir genauso wichtig wie die groesseren Exemplare den versierteren Photographen.
Ab jetzt wird alles gut! Und nach Bagatelle muessen wir noch einmal kommen und von vorne anfangen.
Ab heute haben wir endlich richtig Urlaub! Und was macht man im Urlaub? Genau, den Tag langsam angehen. Fruehstueck mit allem, was dazu gehoert und Springboecke im Hintegrund.
Wir geniessen diese wundervolle Umgebung. Dann packen wir zusammen und begleichen in der Lodge unsere Rechung. Alle waren super nett und mega hilfsbereit und wir waeren gerne laenger geblieben. Auch das Haus-Eland und der Sprinbock am Abendtisch haben wir kennengelernt, nur fuer die Erdmaennchen hat es nicht gereicht. Wir kommen bestimmt wieder, denn wir haben ja einiges nachzuholen.
Nun muessen wir Strecke machen. Bis zur C20 sind wir wieder auf Gravel unterwegs, aber diesmal mit richtigem Reifendruck. Wir sind ja wieder bestens ausgestattet. Fuer das Zwischenstueck bis Stampried erhoehen wir den Druck. Kurz hinter dem Ort muessen wir dann wieder Luft ablassen. Es ist sehr windig und ich werde dabei am Strassenrand regelrecht sandgestrahlt. Die erste Polizeikontrolle haben wir ebenfalls hinter uns.
Die Fahrt entlang des Auob Trockenflusses ist schoen, wenn auf ie Dauer auch etwas eintoenig. Wir werden ziemlich oft von anderen Wagen ueberholt und fragen uns, warum man auf Gravel so rasen muss. Da braucht man sich nicht ueber die Unfallstatisktik wundern.
In Gochas tanken wir voll. Unser Bushcamper hat ja nur einen 140 ltr Tank. Da muss man doch etwas genauer auf den Verbrauch achten, als bei den anderen Bushcampern, die 160 ltr haben.
Kurz vor Twee Rivers faellt uns noch einmal die Bestellung unserer Kamera ein. Oh man, das war ja eine Aktion. Aber sind da auch ein Ladegeraet und die entsprechenden Kabel mit dabei? Da haben wir in dem ganzen Stress ueberhaupt nicht drauf geachtet, hauptsache schnell den „jetzt kaufen“-Button druecken. Ohne Kabel und Ladegeraet nuetzt uns auch keine neue Kamera, also muessen wir das jetzt noch unbedingt klaeren. Jetzt oder nie. Aber wie, wenn man irgendwo im „off“ ist? Ein Glueck kommen wir kurz drauf an der Kalahri Game Lodge vorbei. Nix wie hin und hoffen, dass sie Internet haben. Ja, sie haben und wir bekommen sogar noch kuehle Getraenke aufs Haus serviert. Dann haben wir endlich alles in trockenen Tuechern und schicken auch Petra & Siggi noch einmal letzte Info, bevor wir fuer die naechsten 10 Tage untertauchen. Der Manager der Lodge bietet uns an, fuer einen special price heute hier zu bleiben. Wir lehnen dankend ab und sagen, dass wir eine Buchung in Mata-Mata haben. Seine Offerte kommt nicht ohne Grund, denn es ist bereits 16:00 Uhr und um 16:30 Uhr schliesst die Grenze! Im Turbogang verlassen wir die Lodge und und kommen genau um 16:30 an den Grenzposten. Die Fahne wird gerade eingeholt. Der Grenzwaechter winkt uns zu, wir sollen schnell durchs Tor fahren und dann erst ins Office gehen. Wenn das Tor einmal zu ist, dann gibt’s kein wenn und aber mehr. Vorschrift ist Vorschrift.
Geschafft. Die Lady im Office des Camps ist dafuer die Ruhe in Person. Als sie sieht, wo wir wohnen, geht das ganze Prozedere noch 10 Minuten laenger. Aber small-talk ist ja immer nett und alle freuen sich. Waehrend des ganzen Urlaubes muss ich mindestens 10 x versprehen, dem einen oder anderen beim naechsten Besuch ein Neymar-Fussballtrikot mitzubringen.
Das Camp ist fast voll, wir koennen uns aber noch einen Platz aussuchen. Wir bleiben im mittleren Bereich, vis à vis des Hides, unter den Baeumen stehen. Hinten am Zaun ist zwar noch Platz, aber von hier aus koennen wir das Wasserloch besser beobachten. Ausserdem sind ueber uns in den Baumen viele Webervogel-Nester, da ist auch immer was los.
Da haben wir ja grad noch Glueck gehabt, kaum im Urlaubsmodus angekommen, troedeln wir schon um ein Haar zu viel rum. Nun erst einmal ein Savanna und ein Windhoek Lager aus einem eiskalten Kuehlschrank! Im Shop muessen wir uns dann noch fuer teures Geld einen SA-Stromkabel-Adapter holen. Uns wundert es, dass so ein Adapter nicht in der Ausstattung des Bushcampers vorhanden ist, denn diese Autos kommen doch hier staendig durch.
Am Wasserloch ist derweil tote Hose. Weiter hinten, bei den Chalets, entdecken wir die ersten Oryxe. Wir machen es uns gemuetlich und bereiten unser erstes Braai vor.
Und dann, wie aus dem Nichts, ist Erdmaennchenalarm! Quer ueber die Campsite . Nicht 1, sondern mindestens 15-20 Stueck. Wie geil ist das denn!!!
Sie kommen Grueppchenweise aus Richtung Hide zu uns herueber, ueberall wuseln welche rum, auch bei unseren Nachbarn. Die kleinen Kerlchen sind sowas von witzig und „maedchenmodus an“ sueesss! “maedchenmodus aus“. Wir hatten erst vor ein paar Monaten den Film „Die Waechter der Wueste“ gesehen und sind hin und weg. Es wird gejagt, gespielt, gebuddelt, geknuddelt und geputzt. 2 Waechter halten Stellung. Das geht eine halbe Stunde lang so, dann sind sie wieder so schnell weg wie sie gekommen sind.
Es ist zu schoen, dafuer verpasse ich auch gerne Loewen am Wasserloch, wenn denn welche dagewesen waeren.
Danach kommen wir endlich zum braaien. Heute gibt es zur Feier des Tages das beste Elandfilet, was wir bis heute gegessen haben. Wir hatten uns alle moeglichen Gamefleischsorten in 2x200 gr. Portionen einvakummieren lassen. Und es ist richtig klasse. Auch Wuerste, Salami und Schinken. Trotz unserer Kuehlschrankkapriolen war alles bis zum Ende immer perfekt und roch noch frisch.
Nach dem Essen ziehen wir mit einem Amarula zum Hide. Auch wenn keine „Grossen“ anzutreffen sind, man kann auch mit den Kleinen Unterhaltung haben. Nach dem ersten tierischen highlight des Tages, die Erdmaennchen, sehen wir zum ersten Mal eine Wildkatze. Sie spielt und huepft hinter den Faltern im Flutlicht her, keine 5 Meter vor uns. Zuerst hatten wir sie gar nicht gesehen, so gut ist sie durch ihre Farbe getarnt. Fuer ein Foto ist es mit der kleinen Digi leider schon zu dunkel, ausserdem waere wahrscheinlich eh nur das Schwanzende drauf. Ich hoffe, ihr glaubt es mir auch so!
Spaeter am Abend wird es richtig frisch und in der Nacht fallen ein paar Tropfen. Und wir hoeren die ersten Loewen! Zwar ziemlich weit enfernt, aber es ist schoen zu wissen, sie sind da! Morgen geht es weiter nach Urikaruus.
Bei Sonnenaufgang wird ueber uns im Baum die Vogelwelt aktiv. Auch das Camp erwacht langsam, Gaskocher rauschen und der erste Duft von Speck und Eiern zieht ueber den Platz. Irgendwann in der Nacht habe ich nochmal die Loewen gehoert, aber immer noch ziemlich weit weg. Wir beobachten eine Weile das Campleben von unserem Logenplatz aus. Das ist das Schoene am Dachzelt, man kann alles von oben ueberblicken. Das haben wir damals im Bushcamper von Asco entwas vermisst.
Es ist noch recht frisch als wir fruehstuecken. Am Wasserloch die ueblichen Verdaechtigen: ein paar Schabrackenschakale, jede Menge Tauben, Strausse und etwas weiter weg ein einzelnes Oryx, wie bestellt und nicht abgeholt.
ich habe es tatsaechlich mal geschafft, den hier ganz aufs Bild zu kriegen, auch wenn er grad bloed guckt
Heute sind es nur 50 km bis Urikaruus und die Strecke selbst ist der Gamedrive. Von Wasserloch zu Wasserloch. Die Landchaft ist ein Traum. Die Piste gut zu fahren und nicht viel Verkehr. Die Duenen linkerhand sind wuenderschoen und wir halten Ausschau nach Loewen oder sonstigen Katzen. Aber gar nicht so einfach, denn das Licht ist grell und die Duenen teilweise recht fern. Meinem linken Arm droht langsam der erste Sonnenbrand.
Aber dann! Ich glaube ist es war zwischen Sitsas und Craig Lockhart! Auch wenn es sehr weit weg ist, erkennen wir durch die Fernglaeser 4 Loewinnen, schlafend (was sonst ) zwischen den Graesern am Duenenhang. Auch wenn das folgende Foto grottenschlecht ist, fuer mich ist es wieder ein ganz besonderer Moment. Erst etwas spaeter erkennen wir, dass es sogar 5 Loewinnen sind. Der Tag ist gerettet, egal was noch folgt.
Wir beobachten sie eine Weile, auch wenn sie sich kaum bewegen. Faul wie Loewen nun mal sind. Aber bei der Hitze und Sonne wuerde ich draussen auch nicht rumlatschen. Irgendwann muessen wir uns dann doch losreissen und fahren weiter. Ich bin gluecklich.
An einem grossen Baum kurz vor Dalkeith entdecken wir 2 Sekretaere. Wir stellen uns in den Schatten und beobachten sie eine Weile. Wirklich wunderschoene Voegel. Vor allem fliegen sie nicht so schnell weg, so dass sie es ganz aufs Foto schaffen.
Und dieser hier sitzt auch gleich nebenan. Ueberhaupt, wir sehen erstaunlich viele Greifvoegel. Meistens allerdings zu sehr weit weg fuer ein g´scheites Foto.
Liebe Experten der Vogelwelt: wie heisst dieser hier?
Rund um Dalkeith treffen wir auf jede Menge Giraffen. Immer so elegante Tiere. Uns faellt auf, dass viele hinten an den Flanken ausgeblichen sind. Hat das eine Bedeutung (z.B. Alter ) oder ist es Zufall? Einfach nur ausgeblichen denke ich ist es nicht, dann waere die Rueckenpartie ebenfalls ausgeblichen.
An den weiteren Wasserloechern ist nicht viel los. Es ist schon mittags und entsprechend heiß. Aber: wir halten schliesslich auch auf fuer Gnus und Oryxe! Bei denen ist eh immer was los und einer sorgt immer fuer Zoff.
Springboecke sind hier nicht unbedingt von Aussterben bedroht, deswegen sind wir auch nicht traurig, dass sein Kumpel heute abend bei uns auf dem Grill liegt
Fuer uns eine Premiere ist auch die Kapcobra. Ganz schoen gross war dieses Exemplar mit ca. 1,5 Meter. Sie kreuzte die Pad vor unserem Auto. Durch ihre gelbe Farbe konnten wir sie schon von Weitem ausmachen. Eine Weile ist sie neben dem Auto. Als sie den Vorderkoerper anhebt und anfaengt zu zuengeln, schliessen vorsichtshalber das Fenster. Dann verschwindet sie in einem Erdloch.
Dann kommen wir nach Urikaruus. Wir hatten Glueck und konnten eine Nacht hier ergattern. Die einmalige Anlage ist wirklich toll gelegen und man koennte es hier durchaus ein paar Tage laenger aushalten. Wir bekommen das erste Chalet rechts. Kein Nachbar zur Rechten und trotz Baum noch direkten Blick zum Wasserloch. Inzwischen gibt es hier einen neuen Ranger, er heisst Jock und weist uns sehr freundlich ein.
Da es noch frueh ist, laden wir nur kurz das Noetigste aus dem Auto. Vor allem die Kuchensachen. Waehrend wir ausladen muss einer immer das Tor halten, da es sonst automatisch wieder zufaellt. Wegen der Loewen! Und bevor man wieder zum Auto geht ist es ratsam die Gegend noch einmal abzuscannen, vor allem auch unter dem Auto. Das Springbockfilet hatten wir heute morgen schon vor Abfahrt mariniert. Es steht ein nagelneuer Kuehlschrank in der Kueche und wir nutzen ihn natuerlich um alle unsere Frischwaren mal richtig zu kuehlen. Ueberhaupt ist die Kueche mit allem Noetigsten ausgestattet und alles sieht ziemlich neu aus.
Dann fahren wir noch einmal los Richtung Kamqua. Eine riesige Springbockherde mit einem einzelnen Gnu kreuzt den Weg, wir muessen eine ganze Weile warten bis wir weiterkommen.
Puenktlich zum Sundowner kommen wir zurueck nach Urikaruus. Ist das schoen hier. Auf der Terrasse trinken wir erst einen Gin-Tonic, bevor wir mit dem Braai anfangen.
Waehrend wir Feuer machen steht Jock, der Ranger, auf einmal bei uns in der Kueche. Er wollte nicht rufen und keinen Krach machen , denn am Wasserloch trinkt gerade ein LEO!!! In dem gleichen Minute entdecken wir ihn auch. Damit hatten wir in dem Moment ueberhaupt nicht gerechnet, denn es war eine ganze Weile ueberhaupt nichts los am Wasserloch. Es ist leider schon ziemlich dunkel und die Kamera hatte ich schon beiseite gelegt. In letzter Minute mache ich noch dieses schlechte Beweisfoto, bevor er abzieht.
Das nennen wir Glueck: der 4. Leo bei der 4. Reise. Wir koennen ihn leider nur ca. 2-3 Minuten lang mit dem Fernglas beobachten, dann verschwindet er entgueltig in der Dunkelheit. Wow. So ist das mit den Tieren, wenn man es nicht erwartet, dann sind sie auf einmal da.
Da schmeckt das Springbockfilet gleich nochmal um einiges besser, auch der Wein. Und der Amarula.
Wir sitzen noch lange am Feuer. Als es dann richtig kalt wird, geht’s in die Betten in der oberen Etage. Auch heute nacht hoeren wir Loewen.
Loewen, Leo , Kapcobra... Es freut sich die Elsa
Teil 717. Jan. 2018
17.09.17 – Urikaruus – Two Rivers KTP/Botswana
So gegen 3 Uhr nachts werden wir durch ein lautes und sehr nahes Gebruell aus dem Schlaf gerissen. 1 x lang, 3-4 x kurz. Loewen! Einer zumindest muss direkt neben dem Chalet sein, ein zweiter antwortet von der Duene hinter dem Rangerchalet. Wir sitzten wie angewurzelt im Bett, sogar DH, der sonst eher die naechtlichen Aktionen verschlaeft. Mit der Taschenlampe leuchte ich die Umgebung ab, kann aber nichts erkennen. Auch aus den anderen 3 Chalets sehen wir Lichter. Einer hat ein Flutlicht dabei, da kann man bis Mata-Mata leuchten. Am Wasserloch ist nichts zu sehen. Wahrscheinlich haben sie dort getrunken und ziehen bereits weiter. Jedes neue Gebruell hoert sich dann etwas weiter weg an .
Es ist eisig kalt und vor lauter Aufregung kann ich nicht mehr einschlafen. Es sind genau diese Momente, fuer die wir (auch) ins suedl. Afrika kommen und uns immer in Erinnerung bleiben werden. Ein Glueck liegen wir heute im Chalet unter richtig dicken und warmen Decken. Bei Sonnenaufgang sehen wir durch das grosse Fenster die ersten Tiergruppen zum Wasserloch laufen. Das Thermometer zeigt 7 Grad an. Im Chalet, nicht draussen!
Wir geniessen den Luxus einer heissen Dusche. Beim Fruehstueck, auf der Veranda eine Etage tiefer, ist es noch richtig kalt. Ich trage 3 Shirts uebereinander, denn meine einzige Jacke ist ja futsch. Die Veranda liegt um diese Uhrzeit leider noch voellig im Schatten.
Es ist wunderschoen hier. Wir dehnen das Fruehstuck ziemlich aus und beobachten dabei die einzelnen Tierherden, die nach Rang und Ordnung ans Wasserloch kommen.
Was ist das hier fuer ein Schoener? Ich versuche es mal: ein Martial Eagle /Kampfadler? Leider habe ich die Vorderseite nicht zu sehen bekommen.
Leider muessen wir uns heute wieder von hier verabschieden.
Wir raeumen unseren „Engel“ wieder ein, verabschieden uns von Jaques und fahren weiter Richtung Twee Revieren.
Mit dem Kuehlschrank haben wir uns nun arrangiert. Er kuehlt gut, solange wir fahren. Wir stellen ihn ziemlich kalt ein und legen zusaetzlich einige kleine Wasserflaschen ins Eisfach. Somit haben wir immer kaltes Wasser und spaeter wenn sie gefroren sind, helfen sie die Kuehle laenger zu bewahren. Ueber Nacht kann er somit die Temperatur relatif gut halten. Hauptsache das Fleisch taut nicht jedesmal ab. Das klappt ganz gut. Allerdings muss man schon sehr ueberlegt den Kuehlschrankinhalt einrauemen, damit er moeglichst wenig geoffnet wird. Es laesst sich trotzdem nicht vermeiden, dass man ihn manchmal in der groessten Nachmittagshitze dann doch einmal komplett ausraemen muss. Wenn z.B. der Gin + das Tonic mal wieder ganz unten drin liegen. Aber Uebung macht den Meister.
Die Strecke ist landschaftlich wirklich einmalig und der weisse Sand auf der Pad zudem auch schoen zu fahren. Verkehr ist kaum. Es wird wieder schnell heiß.
Unterwegs halten wir immer mal wieder an, nicht nur an den Wasserloechern. Es gibt die eine oder andere tierische Strassenblokade. Die erste ist eine Erdmaennchenkolonie. Wir schauen ihnen eine ganze Weile zu, es ist einfach zu lustig. Jahrelang hofft man auf eine Sichtung und dann auf einmal so viele, wir zaehlen sie schon nicht mehr. Sie sind hervorragende Unterhalter. Der Oberwaechter scheint etwas muede zu sei. Er kommt immer mehr in Schraeglage und kippt irgendwann sogar um. Das wiederholt sich sogar noch 2x, bevor die Bande dann weiter zieht.
Je naeher wir uns Twee Revieren naehern, desto schlechter wird die Pad. Nicht uebelstes- aber nerviges Waschbrett. Landschaftlich ist es hier weiter unten im Sueden nicht mehr ganz so schoen, mir fehlen die Baeume. Aber die kahle Duenenlandschaft hat auch was. Oben auf dem Huegel, wo das Museum ist, hat man eine schoenen Rundumblick. Hier machen wir einen kurzen Boxenstopp, essen unsere Brote und schauen uns in dem kleinem Museum um.
Es ist Mittagshitze und weit und breit sind keine Tiere zu sehen. Genau hier standen wir vor 10 Jahren schon einmal, als wir auf unserer 1. Afrikareise einen 2-taegigen Abstecher hier in den KTP machten. Eine Nacht in TR und einige km das Nossob Flussbett hoch haben damals schon gereicht um zu der Erkenntniss zu kommen, hier muessen wir auf jeden Fall noch einmal herkommen. Ich hoffe der naechste Besuch wird nicht so lange auf sich warten lassen.
In Twee Revieren gehen wir kurz in den Shop, besorgen uns noch Eier, Holz und ein paar Kleinigkeiten und ich finde auch eine gute Botswana-Papierkarte. Ihr wisst ja, meine ganzen Karten sind doch in Windhoek verblieben.
Wir kommen zum Grenzposten, holen dort alle noetigen Stempel ab und tragen uns wieder in saemtliche Buecher und Listen ein. Dann geht’s zur nahe gelegen Two Rivers Campsite auf Botswanaseite. Waehrend es in Twee Revieren auf SA-Seite recht trubelig vor sich geht, fast wie in einem Dorf, sind wir hier in diesem Camp voellig alleine. Unsere site 4 liegt schoen, mit Weitblick, am hinteren Ende. Keine Menschenseele weit und breit. Nur wir und 2 Fuchsmangusten, die uns nicht mehr von der Seite weichen.
Wir schlagen unser Lager auf, weihen auch unsere Haengematte endlich ein und machen "happy-hour" mit einem eiskalten Gin-Tonic.
Die Ablutions sind, sagen wir mal, in einem recht bescheidenen Zustand. Die Duschboiler sind halb aus der Wand gerissen und es sieht aus, als wenn hier schon sehr lange keiner mehr nach dem Rechten geschaut hat. Eine Dusche geht, natuerlich kalt und die Toiletten tun es auch noch grad. Den Hebel am besten nicht zu fest bedienen, sonst faellt er auch noch ab. Also heisst es noch in den warmen Nachmittagsstunden duschen gehen. Auf dem Weg zurueck zur Campsite entdecken wir auf den anderen 3 sites verdaechtig viele Spuren im Sand. Fuer einen Schakal zu gross, fuer einen Loewen zu klein. Aber dazwischen gibt es ja noch andere 4-Beiner mit Tatzen. Nur so viel dazu, dass die Campsite "fenced" ist.
Zuerst finden wir es etwas spooky, so ganz alleine hier zu stehen, aber dann fangen wir an zu geniessen. Wie war das nochmal, mit den ganzen ausgebuchten Camps in Botswana …? (kopfschuettel...)
Ab heute heisst es also, abends haben wir draussen nichts mehr zu suchen, ausser noch am Feuer zu sitzten . Und das in der Naehe des Autos. Es ist recht windig geworden und wir haben Muehe, unseren Kocher am Laufen zu halten. Einer der 2 Brenner tut es nicht richtig, vielleicht war aber auch die Gasflasche nicht voll. Heute gibt es deswegen schnelle Kueche aus der Pfanne. DH baut einen Windschutz und muss nebenbei die aufdringlichen Mangusten vertreiben. Auch wenn sie putzig und so schlau aussehen, sie koennen ganz schoen laestig werden. Das kommt davon, wenn die Leute sie mit Essensresten oder Knabberzeugs anziehen. Wir tun den Tieren damit nichts Gutes, im Gegenteil.
Nach dem Essen sitzten wir noch ein Weilchen draussen bis es dunkel ist, dann verziehen wir uns mit einem Amarula ins Oberdeck, oeffnen die Seitenfenster und schauen noch eine Weile in die Dunkelheit. Heute nacht hoeren wir nur die barking Geckos, ansonsten ist es sehr ruhig. Wir bleiben heute die Einzigen auf dieser Campsite. Und wir haben keinen Besuch. Erstaunlich dass die morgendliche Buschzeitung doch immer was anderes erzaehlt.
LG, Elsa
Teil 819. Jan. 2018
18.09.17 – Two Rivers – Rooiputs /KTP
Nach einer ruhigen Nacht gehe ich mit einen Kaffee erst einmal die Buschzeitung lesen. Es gibt neue Spuren, vermutlich aber nur Schakale. Die Voegelwelt ist wirklich sehr beeindruckend. Jetzt, wo wir durch die vielen Birder im Forum etwas sensibilisiert wurden, „sehen“ wir bewusst viel mehr Voegel als auf vergangenen Reisen. Am meisten fallen uns die vielen Greifvoegel auf, von denen sehen wir wirklich sehr viele. Also ich kann schon verstehen, dass man im suedl. Afrika schnell zum Birder werden kann. Ich bleiben trotzdem bei den Grossen und verschone euch mit Bildern von unscharfen Schwanzfedern.
Unser Tagesziel, Rooiputs, ist nicht weit. Deshalb lassen wir heute alles sehr gemuetlich angehen. Ausserdem ist DH nicht so der Fruehaufsteher. Es ist immer noch sehr windig und der eine Gaskocher zickt wieder rum. So viel Gas haben wir noch gar nicht verbraucht und die Flasche fuehlt sich wirklich leerer an. Heute gibt es Ruehreier mit leckerem Black Forest Schinken dazu. Dem "Fleisch" haben wir inzwischen verziehen. Die beiden Mangusten sind auch wieder da. Irgendwann gibt es mit der Kelle eine ueber die Ruebe, dann ist wieder fuer 10 Minuten Ruhe.
Wir packen zusammen und fahren noch einmal kurz nach Twee Revieren, weil wir etwas vergessen haben. Danach geht es Richtung Rooiputs.
Bei Leeudril ist nichts los, ein Schakel hier, ein Strauss da. Und jede Menge Tauben. Wir kommen spaeter noch einmal her. Dann fahren wir weiter nach Kij Kij. Bekanntelich soll es da ja oefters Katzen geben. Und YES, ein Loewenpaar liegt im Schatten eines Baumen. Die einzige Action besteht natuerlich nur darin, sich von rechts nach links zu drehen und wieder zurueck. So sind sie nun mal. Ein paar Springboecke und 2 Schakale, die sich an ihnen vorbei zur Wasserstelle trauen, lassen die beiden voellig kalt. Die Wasserstelle ist uebrigens augetrocknet. Wie wir spaeter erfahren , schon seit einigen Tagen.
Obwohl es erst spaeter Vormittag ist, entscheiden wir uns, gleich zur Campsite nach Rooiputs zu fahren. Es koennte ja sein, dass sie schon frei ist. Und so ist es. Unsere site 1, die erste auf der rechten Seite, liegt sehr schoen. Wir haben einen phantastischen Blick und einen Schattenbaum haben wir auch. Und einen A-Frame. Das gefaellt uns. Ein Jammer dass wir hier nur eine Nacht buchen konnten. Den Longdrop teilen wir uns mit den Nachbarn. Die sites liegen soweit auseinander, dass man vom Nachbar eh nichts mitbekommt.
Wir schlagen das Lager auf und machen uns einen Drink. Wir werden erst spaeter noch einmal losfahren und geniessen derweil das Lagerleben und bereiten das Essen vor. Es ist bereits sehr warm. Immer wieder kommt Wind auf und wir haben Muehe mit dem Kocher. Wir befestigen unser Sonnensegel am A-frame und schaffen so eine windgeschuetzte Ecke.
Unser Vorgaenger hat eine kleinen Behaelter mit Wasser fuer die Voegel aufgestellt. Auch 2 kleinere Schakale suchen diese Wasserstelle immer mal wieder auf. Wir sind immer etwas hin und her gerissen, ob es gut ist, da einzugreifen. Aber als Tierliebhaber bringt man es manchmal einfach nicht uebers Herz, den Kleintieren, die auch sonst auf den Campsites anzutreffen sind, bei der Hitze ein wenig Abhilfe zu verschaffen.
Am spaeten Nachmittag fahren wir nochmal los und sind ueber 2 Stunden unterwegs. Die Gegend hier um Rooiputs ist landschaftlich wieder einmalig schoen. Nur die Pad staubt dermassen, dass man bei ueberholenden Fahrzeugen komplett in eine weisse Wolke verhuellt wird.
Bevor es zurueck zur Campsite geht, bleiben wir nochmal laenger bei Kij Kij stehen, denn inzwischen ist ein zweites Loewen-Maennchen dazu gekommen und es kommt langsam Bewegung in die Szenerie.
Hach... was bin ich schoen!
Punktlich zum Sundowner sind wir zurueck auf der Campsite. Ein Sonnenuntergang mit Seufzfaktor.
Als es dann dunkel ist verziehen wir uns ins Dachzelt und hoeren noch lange den naechtlichen Geraeuschen zu. Da wir in Loewengebiet sind haben wir abgesprochen, dass wir nachts nur gemeinsam „raus“ gehen. Und dann auch nur "ums Eck".
Mit einem Gin-Tonic in der Hand, gruesst Elsa
Teil 921. Jan. 2018
19.09.17 – Rooiputs – Nossob /KTP
Bei Morgengrauen muessen wir „mal raus“. Doch in dem Moment hoeren wir Loewengebruell. Noch ist es ziemlich weit weg. Wir warten ob es naeher kommt oder sich entfernt. Und es kommt naeher, und das sehr schnell. Genau in unsere Richtung. Er bruellt in einer Tour. Wir oeffnen das Canvas der Fenster und bleiben auf unserem Logenplatz. Vergessen dabei komplett was wir draussen eigentlich wollten. Dann endlich sehen wir ihn. Ein Glueck ist es schon so hell, dass mir ein Foto gelingt, auch wenn ein sehr schlechtes. Ich war einfach zu aufgeregt und die Kamera dazu noch falsch eingestellt. Ein grosses Loewenmaennchen. Wow..
Er kommt genau ueber unsere Campsite . Bleibt an jedem Baum und Strauch stehen, riecht und bepieselt ihn. Und er bruellt. Es ist so laut, dass es einem kalt ueber den Ruecken laeuft.
Er hoert auch unser Fluestern im Dachzelt, bleibt stehen, guckt und laeuft dann langsam weiter zu unseren suedafrikanischen Nachbarn. Dort legt er sich vor ihre Bushlapa. Er beobachtet was, ist in Lauerstellung. Erst einige Zeit spaeter sehen wir warum. Zwei Loewinnen laufen etwas weiter weg ueber die Campsite 3.
Nun trauen wir uns auch raus. Der Loewe ist abgelenkt. Es passiert auch nichts weiter, er liegt einfach nur da und schaut in die Richtung, wohin die beiden Loewinnen verschwinden. Unsere Nachbarn sind erst mal gefangen in ihrem Bodenzelt.
Da wir auf Gamedrive und anschliesend gleich weiter nach Nossob wollen, ziehen wir uns nur kurz an, klappen das Dachzelt ein und fahren los. Zunaechst erst einmal in Richtung unserer Nachbarn, wo inszwischen schon 2 weitere Autos stehen. Der Loewe liegt immer noch da, genau vor ihrer Tuer und es sieht aus, als ob er laenger dort liegen bleiben wird. Wir wissen ja was passiert, wenn Loewen sich erst einmal liegen. Lange und nichts.
Bei Leeudril ist schon wieder nichts los. Nur ein paar Greifvoegel und natuerlich Tauben.
Dann fahren wir halt nach Kij Kij. Aber unsere gestrigen Loewen sind heute morgen nicht da. Dafuer ein Straussentreffen. Und natuerlich Schakale, die verzweifelt an der Wasserstelle nach dem kuehlen Nass suchen. Aber es ist immer noch staubtrocken. Genau wie die Pad. Die Autos ziehen eine lange, weisse Wolke hinter sich her.
Wir warten bis wir wieder Durchblick haben und fahren auch langsam weiter nach Norden. Von anderen Autos versuchen wir Abstand zu halten und lassen sie ziehen. Die haben es eh alle eiliger als wir. Ein paar km vor Melkvlei begegnen wir einem Loewenpaar, direkt an der Pad. Sie nehmen von uns kaum Notiz , queren die Pad und laufen auf der anderen Seite die Duene hoch. Dort legen sie sich hinter Straeucher, wo wir sie nicht mehr sehen koennen. Es scheint als wenn die Loewin Junge hat. Der Loewe ist noch ein juengeres Maennchen und seine blonde Maehne noch nicht ausgewachsen.
2 x Loewen vor dem Fruehstueck, das nennen wir einen gelungenen Start in den Tag. Nun gibt es erst einmal ein ausgiebiges Fruehstueck am „unfenced“ Picknickplatz bei Melkvlei. Auch wenn es hier gestattet und normal ist, dass man aus dem Auto aussteigen kann, sollte man die Umgebung trotzdem im Auge behalten. Rundum ueberall so schoenes Loewengras... Also heisst es Ausschau halten nach Ohren im Grass oder weisse Schwanzspitzen. Waehrend des Fruehstuecks unterhaelt uns die Voegelwelt.
Es wird immer heisser und wir haben noch ein Stueck zu fahren bis Nossob. Entsprechend wenig Tiere sehen wir an den kommenden Wasserloechern. Ueberall stehen kleine Tiergruppen in den Schatten der Baueme.
Im Nossob Rest Camp finden wir noch einen ruhigen und zumindest etwa schattigen Platz am Zaun. Im hinteren Bereich, wo es zum Pool geht, stehen die Wagenburgen Backe an Backe.
Im Shop bestellen wir fuer nachmittags frische Roosterkoeks. Unsere fast leere Gasflasche koennen wir hier leider nicht befuellen. Wir haben ja noch die 2. Flasche und mit der kommen wir locker bis Maun. Die heissen Mittagsstunden verbringen wir am sehr frischen Pool. Wir unterhalten uns mit 2 Suedafrikanern, die frueher hier ihren Dienst absolviert haben. Es ist interessant Geschichten zu hoeren, die nicht in Reisefuehern oder im www. Stehen.
Anschliessend schmeissen wir den Grill an. Es gibt leckere Boerewors und Restspaetzle von gestern. Da wir heute keine Lust mehr aufs Fahren haben, vertroedeln wir den restlichen Nachmittag auf der Campsite. Sichern Fotos, machen klar Schiff im Auto und unterhalten uns mit den Nachbarn. Einer schenkt uns eine Flasche Rotwein und wuenscht uns Glueck auf dem Nossob-Mabua Trail. Er erzaehlt uns, dass die Nachbarn zur rechten Seite sich dort festgefahren haben und die Nacht im Bush verbringen mussten, bevor sie am naechsten Morgen von einem anderen Fahrzeug geborgen wurden. Zunaechst macht uns das ein wenig Angst. Erst spaeter sehen wir um welchen Wagen es sich handelt. Ein tiefliegender 2x4 Subaru. Wir fragen uns, was so ein Auto in der Mabuasehube Region zu suchen hat und sehen unser Challange in 2 Tage schon lockerer entgegen.
Den Abend verbringen wir mit Savanna & Knabberzeugs am Hide und werden dort lange von einem Loewenpaar „in love“ unterhalten.
Und „in love“ geht es die ganze Nacht durch, auch direkt bei uns hinter dem Zaun. Wir schlafen im Alle-halbe-Stunde-Takt.
LG, Elsa
Teil 1023. Jan. 2018
20.09.17 – Nossob /KTP
Das war eine Nacht, Schlaf gab es nur im Stundentakt. Wir lieben ja Loewen ueber alles, aber sie haetten ja auch mal eine Pause einlegen koennen... Als es hell wird, ist endlich Ruhe. Dafuer geht das Geklapper im Camp los. Aber wir wollten ja eh frueh aufstehen. Wir schmieren uns Brote und machen uns einen Tee, dann geht es zum Morning-Gamedrive Richtung Polentswa.
Beim noerdlichen Ausfahrttor stehen 2 Autos. Als wir gerade durch das Tor fahren wollen, setzt das Vorderauto zurueck. Da wir noch nicht wissen warum, fahren wir weiter und als ich das Tor hinter uns schliessen will, entdecke ich sie: Loewen. 2 Loewen und 3 Loewinnen liegen im Gras zwischen Straeuchern, direkt am Zaun. Also auch wieder zurueck. Wieder innerhalb des Camps koennen wir aussteigen und recht nahe an den Zaun gehen. Die beiden Loewen sind ziemlich entspannt (na, warum wohl...?), 2 Loewinnen doesen vor sich hin und die 3. Loewin beoabachtet uns aufmerksam . Sie verfolgt jede unserer Bewegungen. Sie liegen ca. 10 Meter von uns entfernt.
Fat cat...
Loewe muesste man sein... das ist ein Leben
Am Tor staut es sich nun, immer mehr Autos halten. Wir konnten sie eine Weile lang gut beobachten und raeumen nun das Feld.
Die Lanschaft Richtung Norden ist traumhaft schoen, wir sehen jede Menge Gnus, Springboecke und Strausse. Und nateurlich wieder einige Greifvoegel. Katzen sehen wir keine. Geht ja auch nicht, die liegen ja vor dem Tor bei Nossob. Spaeter zurueck im Camp erfahren wir von unserem Nachbarn, dass auf der linken Seite des Tores auch 3 Loewinnen lagen. Ausserdem erzaehlt er uns, dass er auf dem Weg hierher bei Melkvlei einen Toilettenstopp machen wollte. Seine Frau sei zum Toilettenhaeuschen gelaufen und sei ganz aufgeregt und keidebleich wieder zurueck gekommen. Drinnen sass ein Leopard! Also ist die Sperre am Eingang auch nicht unbedingt sicher. Gestern sind wir beide einfach gedankenlos, ohne vorher zu gucken, dort reingelaufen.
Je noerdlicher wir kommen, desto bumpiger wird die Pad. Wellblech vom Feinsten und ziemlich nervig. Der Grader, den wir gestern auf dem Weg nach Nossob ueberholt haben, ist hier noch nicht im Einsatz gewesen.
Beim Bedingt Wasserloch machen wir Fruehstueckspause und gucken den Gnus zu. Wie immer gibt es ein Tier, das fuer action sorgt und alle in Aufregung versetzt.
Da wir morgen einen langen Ritt bis Bosobogolo in der Mabua-Section haben, fahren wir zurueck ins Camp und geniessen das Lagerleben. Wir haben auch einen Campsite-Wechsel vor uns und sind heute Nacht auf einer der neuen Premium-Campsites im hinteren Bereich. Hier haben wir unsere eigenen Ablutions, Wasser und Strom. Alles recht neu, gepflegt und grosszuegig.
Urspruenlich hatten wir fuer diese Nacht eine Buchung auf Matopi 2, als Unterbrechung auf dem Weg nach Mabua. Wir wir hatten vorab keine 2 Naechte in Nossob bekommen. Kurz vor der Reise gab es doch noch eine Luecke so konnten wir dann doch 2 Naechte bleiben. Matopi 2 habe ich dann kurzfristig storniert.
Waehrend DH eine Siesta haelt, erkunde ich das Camp, schaue am Wasserloch vorbei (nichts los...) und gehe nochmal in den Shop. Ich kaufe Roosterkoeks und , nachdem ich mit einem Ranger gesprochen habe, noch einmal 3 Gallonen Wasser. Zur Sicherheit. Wir unterhalten uns eine Weile und er erzaehlt, dass im Camp Wassermangel herrscht. Die Pumpe ist kaputt und wir duerfen auch kein Wasser auffuellen. Wer dabei erwischt wird, muss zahlen. Jetzt frage ich mich, wie man das kontrollieren will, wenn man auf der Campsite den Tank befuellt. Auch in der Mabua-Section gebe es kein Wasser.
Spaeter grillen wir. Heute ist Kudu-Tag. Das Fleisch ist wirklich erstklassig, denn Kudu kann sonst auch mal nur so la la sein. Anschliessend wird im Camper noch ein wenig gerauemt und besser verstaut, denn die morgige Piste verspricht spannend zu werden.
Am Abend gehen wir noch einmal zum Hide. Das Loewenpaar ist auch heute wieder da. Ansonsten kommen nur abwechselnd ein paar Schabrackenschakale.
Auf eine ruhige Nacht. Elsa
Teil 1124. Jan. 2018
21.09.17 – Nossob – Bosobogolo/Mabuasehube
Heute konnten wir gut schlafen. Es ist nachts immer schoen frisch, sodass wir die Decken brauchen und die Fenster schliessen. Und das, obwohl wir tagsueber ca. 33 - 36 Grad haben. Heute stehen wir wieder frueh auf, fruehstuecken aber noch in aller Ruhe und machen uns dann abfahrbereit. Getankt hatten wir gestern schon und auch den Reifendruck noch etwas reduziert. Der bevorstehenden Tagesetappe gehen wir mit noetigen Respekt entgegen, aber eigentlich haben wir keine Bedenken und und hoffen nur, dass uns nicht zu viele Autos entgegen kommen. Voweg sei schon mal gesagt, dass wir in den insgesammt 6,5 Std, die wir unterwegs, kein einziges Auto sehen und somit uns auch keines entgegen kommt!
Heute morgen sind am Wasserloch und auch am Gate keine Loewen zu sehen. 5 km hinter Nossob kommt die Abzweigung zum Nossob- Mabua Trail. Dort kommt uns eine grosse Gnuherde entgegen. Diese lassen wir erst alle passieren, bevor wir das Nossob Trockenflussbett kreuzen und die ersten sanften Duenen erreichen.
Die ersten 30 km des Trails sollen die schweirigsten sein, wobei nach 20 km die hoechste Duene zu queren ist. Auf den ersten Duenen koennen wir schon etwas ueben, vor allem den Schwung, um ohne ein Abwuergen des Motors bis auf dem Duenenkamm zu kommen.
1 x sind wir zu langsam und bleiben auf halber Strecke stehen. Wir fahren einige Meter zurueck um dann einen neuen Anlauf zu starten. Dabei muss man dann allerdings auch aufpassen, nicht zuviel Schwung zu bekommen. Bei einigen Duenen geht es direkt hinter dem Kamm gleich in eine Kurve. An einer Stelle haette es uns gleich nach der Kuppe fast aus der Spur in die Buesche geworfen, wir waren zu schnell. Danach haben wir oben immer kurz angehalten und geschaut, wie es weitergeht und nach entgegen kommenden Fahrzeugen Ausschau gehalten. Meistens kann man dabei die naechsten 1-1,5 km gut ueberblicken. Nur 1 x muessen wir kurz den Low4 einlegen, ansonsten laesst es sich gut fahren. Kurz vor und hinter den Duenen ist der Trail manchmal ziemlich zerfahren, vermutlich von sich kreuzenden oder auch festgefahrenen Fahrzeugen. Es gibt ja Mutige und Leichtsinnige, die sich auch in eher "ungeeigneten" (diplom. ausgedrueckt) Fahrzeugen hierher wagen.
Die Landschaft gefaellt uns, obwohl wir kaum Tiere sehen. Ein paar Oryx , Gnus, Springboecke und Mangusten. Ansonsten ist der Blick und die Konzetration auf den Track gerichtet, deswegen machen wir unterwegs auch nur wenig Fotos. Zwischendurch fasziniert uns immer mal diese tolle Graslandschaft. Ich liebe diese Farben.
Nach 3,5 Std. erreichen wir die Matopi Campsites. Zuerst kommt man an Matopi 1 vorbei, dort halten wir kurz an. 11 km weiter liegt Matopi 2, wo wir eine Mittagspause einlegen. Wir sind froh, nicht hier uebernachtet zu haben. Ein Nichts im absoluten Nichts. Heiss, 1 Schattenbaum, ein dreckiger Longdrop, Feuerstelle, kein Wasser, keine Sicht.
Wir setzen uns mit unseren Stuehlen in den Schatten des Autos, essen eine Kleinigkeit und fahren nach einer halben Stunde weiter. Wir sehen keine Notwendigkeit, die Strecke Nossob -Mabua hier fuer eine Uebernachtung zu unterbrechen. Obwohl wir nur bis Bosobogolo fahren, kann man es auch bis Mabuasehube gut in einem Tag schaffen. Matopi waere fuer uns nur ein Notplatz.
Nach weiteren 2,5 Std. erreichen wir die Bosobogolo Pan. Die Strecke ab Matopi war wesentlich einfacher zu fahren, auch wenn stellenweise noch etwas tiefsandig und ziemlich bumpy. Das Steuer habe ich heute ausnahmsweise die ganze Strecke DH ueberlassen.
Nach genau 6 Std. Fahrt kommen wir auf unserer Campsite Bosobogolo 1an, die wunderschoen auf einer leichten Anhoehe liegt.
Wir haben eine tolle Sicht auf die Pan, wo wir viele Tiere ausmachen koennen. Strausse, Oryxe, Gnus und sehr viele Trappen. Es gibt ein A-Frame, ein Longdrop und eine Vorrichtung fuer eine Eimerdusche sowie ein Spuelbasin. Der Platz macht ein gepflegten Eindruck, obwohl der Muell schon ein paar Tage lang nicht entsorgt wurde. Wasser gibt es nicht. Aber viele lichte Baueme, unter denen man am Nachmittag noch etwas Schatten findet und sehr viele bunte Voegel. Und alle moeglichen Spuren im Sand gibt es auch. Es gefaellt uns auf Anhieb gut hier und wir goennen uns zum Ankommen und Relaxen einen kuehlen Gin-Tonic.
Am spaeten Nachmittag fahren wir noch einmal los und umfahren die Boso-Pan. Viele Tiere sind nicht zu sehen, nur die ueblichen Verdaechtigen. Waehrendessen stuermen Guinea Fowls unsere Campsite. Wir hoeren sie schon von Weitem als wir zurueck kommen.
Bevor es dunkel wird haben wir dann auch schon gegrillt. Nach dem doch etwas anstrengenden Fahrtag machen wir uns dann ziemlich frueh im oberen Deck lang.
Nachts werden wir durch ein lauteres Geraeusch direkt neben dem Auto geweckt. Im Schein der Taschnlampe sehen wir eine grosse Eule (Uhu?) auf dem A-Frame sitzen. Immer wieder fliegt sie weg und kommt dann wieder. Auch mehrere Schakale laufen ueber die Campsite. Sonst ist es sehr ruhig.
LG, Elsa, die euch die fotographische Ausbeute der gefiederten Fraktion erspart. Es waren eh nur noch Schwanzfedern drauf...
Teil 1226. Jan. 2018
22.09.17 – Bosobogolo Pan – Mabuasehube Pan
Bewusst haben wir als naechtliche Besucher nur die Eule wahrgenommen, aber offensichtlich waren auch Vierbeiner unterwegs.
Der Longdrop und die Trockendusche liegen sehr idyllisch, allerdings auch schoen nah am unuebersichtlichen hohen Gras. Die Klobrille jedenfalls ist der Beweis, dass das Oertchen nicht nur von Zweibeinern aufgesucht wird. Sie ist ringsum total zerbissen.
Waehrend des Fruehstuecks unterhalten uns die verschiedenen Voegel, vor allem von den „Violet eared Waxbills“ (ihr seht, ich uebe ein wenig) sind wir begeistert, diese Farben sind einfach irre. Das einzige Foto von ihnen habe ich in einem „alle-Vogelbilder-sind-Mist-Frust-Moment“ wohl geloescht. Dafuer schaffe ich es aber, eine ganze Gackeltrappe aufs Foto zu bekommen. Na ja, zumindest fast ganz.
Hier gefaellt es uns besonders gut. Auch wenn die Tierwelt hier nicht gerade ueppig verteten ist, so ist es die Landschaft die einen in den Bann zieht. Und diese Ruhe. Wir haben seit gestern morgen nur ein einziges Auto gsehen, das waren unsere Nachbarn auf Boso 2, ein paar km weiter.
Wir packen zusammen und machen uns auf den Weg zur Mabuasehube Pan. Wir nehmen den Umweg ueber Monamodi und Lesholoago. Auf dem Weg sehen wir die Reste eines Kills im Baum und am Boden viele Nara-Melonen.
In Afrika haengen die Weihnachtskugeln das ganze Jahr im Baum...
Beide Pans haben ein kuenstliches Wasserloch, welches jetzt auch Wasser hat. Aber es hat kaum Tiere, ein paar Strausse, 2 riesige Warzenschweine, hier und da ein Schakal. Es ist sehr heiß. Bei Monamodi beobachten wir einen grossen stattlichen Kudubock. Er wirkt sehr scheu und traut sich nicht ans Wasserloch. Erst als wir uns etwas entfernen wagt er sich vor.
Ziemlich weit draussen am Rande der Pan entdecken wir 3 Vierbeiner, die ziemlich buckelig wirken. Erst durch das Fernglas erkennen wir, dass es Loeffelhunde sind. Unsere ersten! Leider sind sie fuer ein Foto viel zu weit weg und naeher rankommen koennen wir auch nicht. Sie sehen schon sehr lustig aus mit ihrem Buckel und grossen Ohren. Wir fahren auch an den beiden Campsites vorbei, die etwas oberhalb der Pan liegen. Eine Sicht auf die Pan haben sie nicht und man muesste mit dem Auto die wenigen 100 Meter bis zur Pan fahren.
Auf dem Weg nach Lesholoago sehen wir einige Springboeckchen.
Auch hier ist am Wasserloch ist nichts los. Ein Camper hat auf einem Stativ seine Wildcam aufgebaut. Ausser Tauben und einem Schakal wird er wohl in den heissen Mittagsstunden auch nicht mehr drauf haben.
An den beiden Campsites kommt man von Osten her kommend direkt dran vorbei. Sie liegen sehr schoen, obwohl sie wenig Schatten haben. Dafuer haben sie aber eine schoene Sicht ueber die Pan, vor allem bei Sonnenuntergang.
Anschliessend fahren wir zur Mabuasehube Pan, wo wir fuer die naechsten beiden Naechte Campsite 3 beziehen.
Zumindest hatten wir das vor, denn auf unserer site steht bereits ein Auto. Auf meine Anfrage hin, ob sie hier nur Mittagspause machen stellt sich dann heraus, nein, sie stehen schon seit 2 Tagen hier und bleiben auch noch eine weitere Nacht. Wir checken gegenseitig die Buchungen und Voucher und muessen leider feststellen, dass wir beide gueltige Buchungen haben. Unsere Buchung ist allerdings aelter. Es ist eine schweizer Familie auf monatelanger Reise durchs suedliche Afrika und sie haben in Botswana bereits 3 Doppelbelegungen von Campsites gehabt. Vater und Tochter sitzen gerade beim taeglichen Unterricht. Disziplin und Lernen muss sein, auch bei 35 Grad im Schatten in Mabuasehube. Sie erwaehnen, dass site 2 schon seit 2 Tagen nicht belegt ist. Also einigen wir uns, dass wir auf die 2 gehen und morgen dann umziehen. Sollte heute doch noch jemand kommen, ruecken wir halt auf 3 zusammen. Im Nachhinein war es ein schlechter Deal, denn site 2 ist in einem katastrophalen Zustand, zumindest der A-Frame. Der Betonblock auf dem es steht broeckelt und hat riesige Loecher, in denen die vielen Zwergmangusten und Erdhoernchen hausen. Der ganze Boden ist von den Guinea Fowls und sonstigen Getier vollgeschissen. Die Muelltonne ist bis oben hin voll und wohl seit Tagen nicht geleert. Der Longdrop und die Dusche, die sich beide sites teilen, sind in Ordnung. In der Dusche glaenzt auch ein neuer Duschkopf. Das scheint wohl die einzige Investition oder Verbesserung gewesen zu sein, die Inter-Tourism vorgenommen hat. Sie haben dieses Camp im Juli privatisiert und erst einmal die Preise angehoben.
Zunaechst suchen wir uns ein Schattenplatz unter dem Baum und goennen uns einen kuehlen Drink. Die Viecher suchen sich den Schatten unter dem Auto.
Anschliessend bereiten wir das Essen vor . Es ist sehr windig und so bleibt uns nichts anderes uebrig, als die Kartoffeln in der Kabine zu kochen und das Fleisch in einer kleinen Nische am Baum zu braten. Zum Sonnenuntergang zieht eine ganze Horde Guinea Fowls ueber den Platz und machen maechtig Spektakel. Langsam kuehlt es etwas ab und die Farben werden schoener.
Nachdem wir alles verrauemt und abgewaschen haben, machen wir es uns im Oberdeck gemuetlich, klappen die Fenster runter und gucken in die tolle Landschaft der Pan. Kaum liegen wir oben, zieht die erste grosse Hyaene durch das Camp.
LG, Elsa
Teil 1326. Jan. 2018
23.09.17 – Mabuasehube
Ja wo sind sie denn, die Loewen von Mabuasehube? In unserem Camp waren sie heute nacht zumindest nicht, nur 2 Hyaenen statteten uns einen Besuch ab. Natuerlich gerade in dem Moment, wo frau "mal eben raus" musste.
Gestern abend spaet kamen noch unsere Nachbarn von Campsite 1 mit 2 Autos zur Dusche gefahren. 2 Personen leuchteten die Umgebung ab, waehrend die anderen duschten. Im ersten Moment dachten wir, dass wir doch noch die Campsite raeumen muessten.
Ohne Fruehstueck fahren wir heute morgen auf Gamedrive. Wir sehen einige Springboeckchen, Trappen, Springboecke, ein Straussenpaar und eine grosse Schlange. Ansonsten ist es sehr ruhig und tierarm. Ob es an der Hitze liegt? Auch Voegel sehen wir kaum, die Guiena Fowls zaehlen wir jetzt mal nicht dazu. Auch bei Monamodi und Lesholoago ist tote Hose. Die Pisten rund um Mabua sind ziemlich bumpy und mein DH hat keine Lust eine groessere Runde zu drehen. Es ist sehr heiß. So beschliessen wir, heute ein „off“-Tag einzulegen. Einfach mal nichts tun, in der Haengematte liegen und das Lagerleben geniessen. Es ist ja nicht so, dass man dabei garnichts tut. Morgen haben wir dafuer wieder eine laengere Strecke vor uns.
Als wir vom Gamedrive zurueckkommen, sind die Schweizer schon weg und wir wechseln auf site 3. Hier ist es richtig schoen und wir geniessen die tolle Sicht auf die Pan, wo vereinzelt ein paar Tiere vorbeiziehen. Hier ist auch nichts vollgeschissen. Dann holen wir das Fruehstueck nach. Wir lesen, sichern Fotos, bereiten Essen vor und beobachten die Kleintierwelt. 2 Mangusten kleben uns wieder an den Fersen und lassen sich nur schwer vertreiben.
Es ist wieder sehr windig, ein Glueck bei der Hitze, aber das erschwert wieder etwas das Kochen. Der eine Brenner zickt immer noch rum. Beim naechsten Mal muessen wir mal an einen Windschutz denken.
Nachmittags, nach der Kuechenarbeit, gehen wir duschen. 1 x5ltr Kanister Wasser reicht fuer 2 Personen, mit Haarewaschen und Spuelung! Hach, wir werden immer besser!
Dann folgt der obligatorische Sundowner. Punktlich dazu kommt die Guinea Fowls Parade.
Wir hatten ueberlegt, ob wir noch eine 4. Nacht hier in der Mabuasehube-Section bleiben sollten. Aber wir denken, es ist gut so. Wir tun uns etwas schwer mit der Einschaetzung. Nicht dass wir enttaeuscht sind, aber vielleicht hatten wir einfach die Erwartungen hier zu hoch angesetzt. Vielleich lag es auch ein wenig an der Hitze, dass wir weniger Tiere gesehen haben. Waeren wir 10 Minuten spaeter oder frueher irgendwo gewesen, wer weiss, was uns da alles vor die Fuesse gelaufen waere. So ist das mit den Tieren und dem Sichtungsglueck. Landschaftlich hat es uns gut gefallen, es ist rauher, wilder und urspruenglicher, nicht mit dem restlichen KTP zu vergleichen. Und es ist abgeschiedener. Es ist keine Gegend wo man mal eben hin faehrt.
Puenktlich zur Dunkelheit kommt die Hyaene und schleicht ueber die campsites. Site 2 bleibt auch diese Nacht wieder frei.
LG, Elsa
Teil 1427. Jan. 2018
24.09.17 – Mabuasehube – Kang - Kalahari Rest Camp
Auch diese Nacht blieb es ruhig, nur die Voegel holen uns morgens aus dem Schlaf. Der Tag verspricht unspektakulaer zu werden. Zumindest dachten wir das. Wir haben eine laengere Strecke vor uns und das Thermometer klettert bereist. Also wollen wir zeitig aufbrechen, denn wir wissen noch gar nicht, wo wir heute landen werden. Entweder in Kang oder in Ghanzi. Das heisst aber nicht, dass wir das Fruehstueck ausfallen lassen und tischen auf, was unser "Kuehl-Engel" noch hergibt. Wir geniessen noch einmal diese herrliche Morgenstimmung an diesem wundervollen Ort . Die Buschzeitung gibt heute morgen nicht viel her, auch nicht an der Wasserpfuetze neben der Dusche. Keine Katzen.
Dann machen wir uns auf den Weg, ueber die „lecker“ Ruckelpiste bis Monamodi. Das tut nicht so richtig gut nach dem Fruehstueck mit Ei & Co . Egal ob langsam oder schnell, es ruckelt in einer Tour. Zum ersten mal muss ich fast den „huuagooo...“ rufen.
Bevor es zum Ostausgang geht, fahren wir nochmal einen kleinen Schlenker zur Monamodi Pan. Alles beim alten, nix los, ausser Voegel, jede Menge Guinea Fowls und 2 Warzenschweine.
Am Gate die uebliche Prozedur, Buecher und Listen fuellen. Wir erkundigen uns nach dem Zustand der Piste bis Hukuntsi. „Very deep sand“ sagt einer der Officer, „very easy“ sagt der andere. Also gut, nehmen wir die Mitte. T.i.A.
Als wir auf die Gravelroad nach Norden kommen, erhoehen wir den Reifendruck etwas. Die Piste ist breit und gut zu fahren, immer an der Cutline entlang. Ab und zu kreuzen ein paar Springboecke. Dann kommt die Abzweigung. Geradeaus geht es Richtung Kaa-Gate und nach rechts, Richtung Nordwest, geht es nach Lokgwabe und Hukuntsi. Jetzt wird die Piste schmaler und tiefsandiger und ziemlich monoton.
Doch dann... Von Weitem sehen wir schon, dass irgendwas im Schatten am Rande der Piste liegt. Erst als wir naeher kommen sehen wir, dass es zwei Gruppen von jeweils ca. 10-15 Wildhunden sind, die in ca. 30 Meter Entfernung voneinander im Sand liegen. Wie ge... ist das denn! Wir koennen es kaum fassen.
Wir halten direkt neben ihnen, schalten den Motor ab und beobachten sie sehr lange. Einige schlafen, die Jungtiere spielen und andere wiederum beobachten uns sehr aufmerksam. 2 juengere Tiere rangeln um eine Wurzel und es ist sehr lustig ihnen dabei zuzugucken. Auch das Gefiepe ist zu niedlich. Irgendwo hier in der Naehe haben sie bestimmt ihr Bau. Man koennte ihnen endlos zusehen, aber so langsam braten wir im Auto.
Schweren Herzens fahren wir weiter. Aber nach ca. 50 m haelt DH an, er muss ganz dringend dem Busch guten Tag sagen. Als er aussteigt sage ich sage noch zu ihm, geh nicht so weit weg vom Auto. Im Rueckspiegel sehe ich dann, wie sich ein paar Wildhunde erheben, ziemlich neugierig in unsere Richtung kommen und sich hinter das Auto stellen. Ein Glueck ist DH schnell wieder zurueck. Als dann nichts mehr passiert, ziehen die Wildhunde zu ihrem Schattenplatz zurueck. Hier konnte man sehr genau sehen, dass wir Menschen bei ihnen kein Interesse wecken, solange man im Auto sitzt. Bewegen wir uns aber draussen, wird man zur potentiellen Beute.
Wir haben vor 2 Jahren schon einmal Windhuende beim Kazikiini Camp gesehen, aber das hier uebertrifft alles und ist DIE Sichtung des Urlaubs. Dafuer verzichten wir doch glatt auf Loewen!
Aber das brauchen wir garnicht! Denn diese liegen keinen km weiter! Hey, wir koennen unser Glueck kaum fassen! Im Augenwinkel sah ich eine Bewegung unter einem Busch und rufe laut Haaaallllt! DH tritt vor Schreck in die Bremsen, natuerlich total falsch hier im Tiefsand. Wir rollen ein paar Meter zurueck und da liegen sie.
Die Loewin beobachtet uns sehr genau. Er nicht, er bleibt cool. Dafuer hat er Witterung aufgenommen, vielleicht die Wildhunde. Da wir ihnen sehr nahe stehen, lassen wir die Fenster lieber geschlossen.
Und wir dachten, wir wuerden heute einen ziemlich oeden Tag haben! So kann es kommen. Ein Glueck sind wir heute von Mabua losgefahren und nicht erst morgen. Irgendwann muessen wir uns dann leider auch von diesen beiden losreissen. Ein gebuehrender Abschied von Mabuasehube.
Was dann folgt ist eine ziemlich lange und teils tiefsandige Strecke bis Lokgwabe.Wir schwimmen nur so dahin. Irgendwann nehmen wir sogar eine Puffotter zwischen die Raeder (ein Glueck nur zwischen und nicht unter) . Im ersten Moment dachten wir es waere nur ein Ast gewesen. Es ist stuermisch geworden und der orangerote Sand weht ueber die Piste. Uns kommen in den ca. 2 Std. bis Hukuntsi nur 3-4 Autos entgegen. Ab Lokgwabe veraendert sich die Landschaft, wir kommen in Farmgebiet und sehen einige Rinder.
Dann haben wir auf einmal wieder Teer unter den Raedern, was fuer ein komiches Gefuehl. Bis Kang ist es recht unspektakulaer, diesmal wirklich. Das uebliche Szenario am Strassenrand. Wir sehen auch viel abgebrannte Flaeche.
In Kang suchen wir zunaechst den Kang Ultra Stopp auf. Die Puma Tankestelle kurz davor ist allerdings etwas billiger, also kehren wir nochmal um. Unsere Gasflasche koennen wir hier leider nirgends fuellen lassen, erst in Maun .
Auch wenn es noch frueher Nachmittag ist, beschliessen wir heute in Kang zu bleiben. So koennen wir morgen bis Maun durchfaren und dort unseren Einkauf taetigen. Da uns die Campsite im Kang Ultra Stopp viel zu nahe an der Zivilisation und der Strasse liegt, fahren wir die paar km weiter bis zum Kalahari Rest Camp. Wir bekommen die Campsite Jackal zugewiesen, direkt neben den Ablutions. Wir sind die einzigen Camper.
Wir richten uns ein. Es ist bruellend heiß und der Baum auf unserer site spendet nicht wirklich viel Schatten. Jetzt erst einmal eine kalte Cola, das tut auch mal gut. Die Kueche bleibt heute kalt. Wir machen uns nur ein paar Kaesewurfel und wollen zum Abendessen zur Lodge. Ausserdem muessen wir dringend ins internet. Mails checken, nach dem Geschaeft gucken und ein Lebenszeichen nach hause schicken.
Um die heissen Mittagsstunden etwas zu ueberbrucken gehen wir duschen und etwas Waesche waschen. Der Ablutionblock hat bestimmt schon bessere Tage erlebt, aber es ist schoen kuehl darin.
Es hat kein Strom, auch auf unserer Campsite nicht. Wir melden das zwar, aber passieren tut trotzdem nichts. Benoetigen tun wir ihn ja nicht unbedingt, aber unser Engel koennte mal wieder eine richtige Kuehlung ueber Nacht gebrauchen.
Spaeter , in der Lodge essen wir sehr lecker auf der Terrasse. Es sind einige Gaeste da. Wir fragen uns, warum man den ganzen Boden schwarz-grau gestrichen hat. Wir fuehlen uns wie in einer Bratpfanne.
Das wifi ist sehr maessig, aber wir schaffen es trotzdem noch einmal mit Petra & Siggi zu skypen. Ihr wisst ja, die Kamera! Sie fliegen in 2 Tagen nach Windhoek und wir verabreden uns fuer den 30.09. in Maun.
Auf dem Ruckweg zur Campsite begegnen wir dem Haus-Gnu!
LG, Elsa, die immer noch ganz begeistert von den Wildhunden ist
Teil 1529. Jan. 2018
25.09.17 – Kang – Maun - Sedia Hotel Campsite
Der Tag ist diesmal wirklich unspektakulaer. Ein reiner Fahrtag. Da wir ausgeruht sind, koennen wir ganz entspannt den 550km langen Ritt nach Maun in Angriff nehmen.
Nach dem Fruehstueck bezahlen wir unsere Rechnung in der Lodge und fahren los. Unterwegs sehen wir das Uebliche: fiese Loecher am Strassenrandl, Kuehe, Ziegen, Esel, Menschen, Bakkies und verbrannte Erde. Ca. 6,5 Std. waren wir unterwegs. Die Strecke zieht sich. Die Rastplaetze laden nicht zum halten ein.
Am fruehen Nachmittag sind wir in Maun. Wir wollen diesmal eine neue Campsite ausprobieren und fahren das Sedia Hotel an. Obwohl es eine grosse und trubelige Anlage ist, so ist der hintere Bereich der Camper eigentlich ganz ruhig. Der vordere Bereich bleibt den Gruppen reserviert, dort stehen auch jetzt 3-4 Overlander. Im unteren Bereich, direkt am Thamalakane River steht dafuer kein einziger Camper. Wir beschliessen also gleich hier zu bleiben und stellen uns im Schatten der Makalani-Palmen auf die Wiese. Unschoen ist allerdings der hohe Zaun davor und vom River sieht man nicht wirklich viel. Aber es ist gruen und ruhig und es hat Wasser und Strom. Die Overlander begegnen uns nur im Ablutionblock und am Pool.
Da wir keine Lust zum Kochen haben, gehen wir in der Lodge essen. Das Restaurant liegt direkt am Pool, wo bei dem heissen Wetter natuerlich noch einiges los ist, aber das stoert uns wenig. 2 grosse Rock Shandy geht runter wie nichts. Man bietet uns die Teilnahme am Buffet an, was wir dankend ablehnen. Wir essen stattdessen Salat und Fisch von der Karte , noch bevor die Meute zum Essen kommt. Nach dem langen Fahrtag sind wir froh, endlich in die Waagerechte zu fallen.
Morgen frueh werden wir in Maun weitesgehend unsere Vorraete fuer die naechste 14 Tage ausffuellen. Am 30.09., wenn wir wieder in Maun eintreffen, ist Botswana Day und Feiertag.
Am Abend treffen noch 2 weitere Camper ein, von denen wir aber nichts mitbekommen. 2 Security-Maenner laufen nachts den Zaun ab. Morgens sitzten sie in dicken Maenteln gehuellt unter einem Baum neben unserem Stellplatz. Gehoert haben wir sonst nur viele Hunde.
LG, Elsa
Teil 1601. Feb. 2018
26.09.17 – Maun – Khumaga/Boteti - Tiaans Camp
Als wir aufstehen, sind die Overlander schon alle abfahrbereit und wir haben das Waschhaus fuer uns alleine. Es haengen Plakate aus, die auf die Big Party zum Botswana Day hier auf der Hotelanlage hinweisen. Everybode ist welcome, es gibt Musik, Essen, Feuerwerk & Show.... Oha, somit steht fest, dass wir in 4 Tagen nicht noch einmal hierher kommen werden. Ansonsten ist die Anlage wirklich nicht schlecht und die Campsite auf gruenem Rasen sehr angenehm, wenn es nicht voll ist. Leider sieht man wenig vom Fluss. Wir fruehstuecken in aller Ruhe.
Unsere Outdoorkueche
Anschliessend fahren wir bei Tara von Botswana Footprints vorbei, das Buero liegt auf dem Weg in den Ort. Sie und ihr Team haben fuer uns alle Camp-Buchungen gemacht . Wir bedanken uns fuer den super netten Kontakt sowie die professionelle Abwicklung. Gleich neben dem Office ist ein gut ausgestatteter Liquoer Store, so koennen wir hier gleich den kompletten Nachschub an „fluessiger Nahrung, Prophilaxe & Desinfektion“ mit an Bord nehmen. Danach machen wir uns auf zum Grosseinkauf beim Spar + Choppies. Es ist nicht ganz einfach, fuer fast 3 Wochen das Essen zu planen. Frische Lebensmittel koennen wir nur in Grenzen mitnehmen, das heisst, dass auch genuegend Dosenfutter auf den Speiseplan kommt. Nur den Wasservorrat und das Fleisch wollen wir noch am letzten Tag holen, bevor es dann in den Moremi geht.
Nun muessen wir noch unsere Gasflaschen fuellen lassen, was zu einer Odyssee wird. Den einen Laden gibts nicht mehr, der andere hat nicht auf und den neuen Laden kennt niemand. Auch bei Ryleys Garage kann uns keiner so richtig weiterhelfen. Ich haette es nicht fuer moeglich gehalten, aber man kann sich in Maun tatsaechlich verfahren, trotz Navi. Man schickt uns von Hinz nach Kunz. Teilweise sogar zu Fuss, weil es hiess, gleich hinter der Ecke. Dass „gleich hinter der Ecke“ auch mal 1 km sein kann, daran haben wir in dem Moment nicht gedacht und so bin ich mittags um 12:30 Uhr schon voellig platt. Dann faellt uns ein Zettel ein, den ich an der Tankstelle neben dem Sedia Hotel aufgegriffen hatte. Es gibt wohl auch eine neue Gas-Auffuellstation, CookIn, direkt neben der Maun Lodge. Waeren wir mal gleich dorthin gefahren, denn dort koennen wir endlich unsere Flaschen befuellen. Unsere Vermutung, dass beide Gasflaschen von Anfang an nicht voll waren, bestaetigt sich. Wir haben unmoeglich in 14 Tagen 2 x4-KG Flaschen gebraucht.
Wir sind froh als wir endlich aus Maun raus sind. Vor dem Vet-Fence wandert unser Fleisch noch schnell in unseren Schmutzwaeschebeutel. Die A3 Richting Gweta-Nata hatten wir schon mal besser in Erinnerung. Auch wenn das erste Teilstueck neu asphaltiert ist, so ist das naechste Stueck bis zur Abzweigung nach Motopi in einem ziemlich schlechten Zustand. Die Folgen des Hochwassers nach den ausgiebigen Regenfaellen Monate zuvor. Es ist Loch an Loch, an den besonders schlimmen Stellen liegen zahlreiche Autowracks am Seitenstreifen und dank eines LKWs , der vor uns faehrt, sehen wir wie tief die Loecher sind und koennen entsprechend ausweichen. Eine Slalomfahrt. Weiter Richtung Gweta soll es noch viel schlimmer aussehen. Aber zu aller Freude sehen wir auch die ersten Zebras am Strassenrand.
Bei Motopi verlassen wir die A3 Richtung Sueden, wir ueberqueren den Boteti und dann geht es ziemlich entspannt bis nach Khumaga.
Das Tiaans Camp ist gut ausgeschildert und um 15:00 Uhr, nach 2 Std. Fahrt, stehen wir vor den Toren dieser kleinen gruenen Oase am Boteti. Wir werden sehr herzlich von einer Deutschen empfangen, eine Bekannten von Heike, die ein paar Monate hier aushilft. Heike ist zum Einkauf nach Maun gefahren. Wir hatten nicht reserviert und sind entsprechend geschockt, als es heisst, es sei keine Campsite mehr frei. Nach einem gemeinsamen Blick auf die Dispo und ein wenig Schieben, siehe da, finden wir dann doch noch einen Platz fuer 2 Naechte. Wir bekommen eine schoene grosszuegige site am hinteren Ende des Platzes.
Es gibt genug Schattenbaueme und wir haben auch ein grosses Sonnendach, unter welches wir mit hochgeklappten Dach aber leider nicht passen. Die ganze Anlage ist sehr schoen angelegt, alles blueht und gruent und es hat viele Voegel. Neben Sprenger auf den Rasenflaechen gibt es auch einen netten Pool, sogar mit eigenen Schattendach, zur Abkuehlung. Nach dem heutigen Grossstadt-Stress genehmigen wir uns erst einmal 2 eiskalte Savanna am Pool zum Ankommen. Es ist ueber 35 Grad heiss und alle Bewegungen folgen ab jetzt in nur noch in slow-motion. Fuer die Anmeldung zum Abendesen sind wir schon zu spaet dran, aber fuer den kommenden Abend lassen wir uns vormerken. Heute gibt es dafuer Nervennahrung aus der eigenen Kueche, Spaetzle mit Gorgonzola.
Danach lassen wir es uns gutgehen, duschen im aussert huebsch gestaltetetn Badehaus und haengen den Abend dann auf dem Oberdeck des Haupthauses ab. Dort sitzen wir mit Fernglas, Foto und einem kuehlen Bier und Blick auf den Boteti und warten auf die ersten Elefanten unseres Urlaubs.
Sie laessen zwar lange auf sich warten, aber einer kommt dann doch zum Trinken ans Ufer.
LG, Elsa
Teil 1702. Feb. 2018
27.09.17 – Khumaga/Boteti - Tiaans Camp
Heute machen wir Urlaub vom Urlaub, sprich wir haben nichts vor ausser chillen. Fuer mehr ist es zu heiß und auf Game-Drive fahren wir morgen erst wieder, wenn es durch den Makgadikgadi NP nach Norden geht.
Wir fruehstuecken und beoabchten dabei die Voegel. Danach waschen wir ein paar Sachen durch und machen es uns anschliessend am Pool bequem. Wir unterhalten uns mit unseren Campsite-Nachbarn , tauschen Erfahrungen aus, lesen und kuehlen uns zwischendurch im sehr kuehlen Pool ab.
Tiaan ist waehrenddessen mit seinem Gehilfen am werkeln. Sie bauen ein neues Geruest fuer die Solaranlage. Bei der „Musik“ der Motorsaege ist DH nicht zu halten und leistet Tiaan Gesellschaft. Die beiden tauschen sich ueber die gaengigen Arbeiten und Ausbesserungen auf einem Lodgegelaende aus. Wir wissen nur zu gut, was das alles fuer Arbeit ist und wie schwierig es ist, die entsprechenden Arbeitskraefte zu bekommen. Tiaan erzaehlt uns spaeter wie alles entstanden ist, die Gebauede, die Wasserversorgung, die ganzen Anschaffungen. Ein Blick hinter die Kulissen von Kollegen ist immer sehr interessant.
Zwischendurch gehen wir auf die Aussichtsterrasse. und schauen auf die andere Uferseite. Nur sehr sporadisch kommen ein paar Elis, trinken und ziehen sich dann wieder zurueck in den Busch. Wir sehen sehr viele Voegel.
Die Frau graebt mit einer Schaufel im Sand, ob sie Wurzeln ausgraebt oder getrocknete Kuhfladen einsammelt?
Von der Dachterrasse sehen wir auch den Ferryman bei der Arbeit
Es kommen neue Gaeste an, die aus dem CKGR gefluechtet sind. Verheerende Buschbraende hat es dort gegeben, es ist alles schwarz und verkokelt. Kaum Tiere und fuerchterlich heiß. Die Frau ist voellig aufgeloest, Auto, Klamotten und Fuesse sind schwarz vor Ruhs. Da keine Campsite mehr frei ist, nehmen sie das letzte freie Chalet. Sie hatten erst in 3 Tagen hier gebucht.
Spaeter essen wir mit Heike, der Freundin und Tiaan zu Abend, es schmeckt sehr gut und wir unterhalten uns sehr nett.
Tianns Camp ist wirklich eine schoene, kleine Oase, wir haben uns hier sehr wohl gefuehlt und sind erholt fuer die Weiterfahrt. Wir hatten heute zum ersten Mal etwas mehr Zeit, die Eindruecke und Erlebnisse der vergagenen Tage sacken zu lassen.
Am spaeten Abend werden wir noch durch eine kurze Regenschauer geweckt. Es sieht nach einem Wetterwechsel aus.
LG, Elsa
Teil 1802. Feb. 2018
28.09.17 – Khumaga – Makgadikgadi /Nxai Pan NP – South Camp
Schon beim Fruehstueck ist es drueckend warm. Waehrend DH schon mal zum Tor faehrt und den Reifendruck reduziert, gehe ich unsere Rechnung begleichen. Dann verabschieden wir uns und fahren zur Ferry. Der Ferryman ist gleich zur Stelle und mit seiner perfekten Einweisung steht unser Camper nach wenigen Minuten auf dem wackligen Etwas. Am Ufer des Botetis, der uebrigens gut Wasser fuehrt, sehen wir heute morgen nur Rinder und Kinder sielen.
Tiann meinte, seit es auf der anderen Seite das grosse Buschfeuer gab, kommen weniger Elis zu diesen Flussabschnitt. Seit Tagen seien sie ueberwiegend weiter noerdlich vorzufinden, wo es gruener ist.
Waehrend wir rueberschippern, wird kassiert (P 150,- oneway) und Buch gefuhrt, mit Namen und Ausweisnummer. Es muss schliesslich alles seine Richtigkeit haben, auch das ist TIA.
Am Gate zum Makgadikgadi wecken wir den Parkangestellten aus seinen Traeumen und erkundigen uns nach dem Zustand der Piste.
Blick zurueck auf Tiaans Camp
Gleich nach Parkeinfahrt kommt man an der Campsite des NP´s vorbei. Rundherum ist alles abgebrannt, auch ein kleiner Teil des Gebauedes ist in Mitleidenschaft gezogen. Dementsprechend sieht alles sehr trist und wenig einladend aus. Wir sehen die Reste eines Zebras und einen leeren Panzer einer Schildkroete und jede Menge Geier.
Es ist erschreckend, wie gross die abgebrannte Flaeche ist. Erst nach ein paar km wird es wieder gruener und die ersten Tiere zeigen sich. Eine grosse Gnuherde kreuzt vor uns die Piste und wir sehen mehere kleine Zebraherden.
Irgendwann kommen wir dann zum Fluss runter. Es gibt so viele ausgefahrene Tracks und Nebenpisten, dass unser Navi ueberfordert ist und den Drehwurm kriegt. Also fahren wir nach Gefuehl. Natuerlich landen wir dann ab und zu im Tiefsand oder im Wasser und muessen wieder wenden.
An einer Stelle kommen wir beim Wenden im dicksten Tiefsand maechtig ins Schwitzen, wir spueren wie sich unsere Raeder langsam aber sicher immer mehr eingraben. Dank Low-4 und abwechselnden Rueck- und Vorwaertsgang suhlen wir uns wieder raus und sehen zu, dass wir den Abhang wieder hochkommen. Dabei sah vorher alles so harmlos aus. Ab da weigert sich DH nochmals runter ans Ufer zu fahren. Von oben hat man eh die schoenere Sicht auf den Flussverlauf. Keinen einzigen Eli sehen wir, nur jede Menge Kudus, Impalas, Voegel, ein paar Crocs, Geier und Zebras.
Das letzte Drittel der Strecke bis zum Phuduhudu Gate ist recht eintoenig und ziemich ruppig zu fahren. Am Horizont sehen wir eine dunkle Wolkenfront. Das extrem heisse Wetter kuendigt tatsaechlich einen Wetterwechsel an.
Fuer die 9 km auf der A3 auf Asphalt sparen wir uns das Aufpumpen der Reifen. Am Gate des Nxai Pan NP checken wir nochmals den Reifendruck und tragen uns in die Buecher ein.
Diesmal wollen wir die Nebenstrecke nehmen und sind gespannt. Vor 2 Jahren ging es ueber die Hauptpiste im extremen Tiefsand bis zur Abzweigung zu Baines Baobab. Damals stand uns der Angstschweiss auf der Stirn. Es war unsere Tiefsandpremiere und wir haben sie gemeistert. Uns wundert es, dass man damals nicht von einer Nebenstrecke gesprochen hat. Kurz nach dem Gate biegen wir links ab auf die Alternativpiste. In der Tat ist sie am Anfang deutlich besser zu fahren, wir sehen auch kein weiteres Auto.
Auf Hoehe des Abzweigs zu Baines Baobab treffen wir dann wieder auf die Hauptpad und das extrem tiefsandige Teilstueck bis South Camp meistern wir ohne Probleme. Uebung macht den Meister. Hach, das war doch diesmal richtig easy und wir freuen uns, dass wir zur Begruessung auch gleich einen Eli am Wasserloch kurz vor dem Camp sehen. Vorgewarnt durch die Infos im Forum umfahren wir auch vorsichtig das grosse Loch am Rande der Piste auf Hoehe des Wasserlochs.
Diesmal stehen wir auf campsite 5, direkt vor dem Ablutionblock. Auf campsite 2, wo wir beim letzten Mal standen, ist kaum noch Schatten. Die Elis haben dort wohl noch die letzten Baeume platt gemacht und der Platz liegt jetzt ziemlich in der Sonne. Wir sind froh um den Schatten auf campsite 5. Wir muessen zwar ein bisschen schattenwandern, haben aber die Elis zur Unterhaltung direkt vor unserem Platz. Wie nicht anders erwartet, sind 2 Elis am Abwassertank am Schluerfen.
Zunaechst schlagen wir das Lager auf und goennen uns ein kaltes Bier und Savanna. Erst nach und nach treffen andere Camper ein. Wir bereiten das Essen vor, gehen duschen und fahren dann mit einem Sundowner-Drink zum nahe gelegenen , einzigen Wasserloch.
Dort ist gerade Pool-Party! Eine grosse Eli-Herde, ein paar Zebras mit Jungtieren, Gnus und Sprinboecke. Dazwischen huschen ein paar Schakale und Guines Fowls rum. Diesem tierischen Treiben koennen wir stundenlang zugucken.
Unsere SA-Campnachbarn kommen und stellen sich neben uns. Sie steigen aus, machen die Heckklappe auf und fangen an Getreanke zu mixen. Und machen keine Anstalten, wieder ins Auto zu gehen. Aber hallo, da platzt mir der Kragen! Ich gebe ihnen deutlich zu verstehen, dass sie sofort wieder ins Auto steigen sollen und frage sie, was sie denn machen wuerden, wenn auf einmal ein Tier hinter ihnen steht waehrend sie auf das Wasserloch gucken. Dumme Blicke kommen als Antwort. Sie steigen uneinsichtig ins Auto und wuerdigen uns keines Blickes mehr. Ich frage mich immer wieder, warum es Menschen gibt, die sich strickt weigern einfache und klare Regeln zu befolgen. Im KTP haben wir eine aehnliche Situation beobachtet. Ich habe sie, wenn auch aus der Ferne, fotographiert und im Camp gemeldet.
Die Sonne geht heute leider hinter den Wolken unter und wir machen uns auf den Weg zurueck ins Camp.
Auf dem letzten km davor werden wir von 2 Elis aufgehalten, die partout kein Auto an sich vorbeilassen. Jedesmal wenn unser Vordermann einen Versuch startet, gehen die Elis mit wedelnden Ohren auf Angriff. Erst ein paar Minuten nach dem ewig gleichen Spiel erkennen wir den Grund fuer ihr Verhalten. Von links und noch ziemlich weit weg kommt die restliche Herde angetrottet. Erst als auch das letzte Familienmitglied ueber die Pad ist, raeumen die beiden das Feld und die Autos koennen vorbei. Das ganze dauert so ca. 10-15 Minuten.
Als wir im Camp ankommen ist es schon fast dunkel. Abendessen gibt es heute im Schein der Stirnlampe. In der Ferne sehen wir Blitze und Donnergrollen naehert sich. Das Lagerfeuer lassen wir ausfallen und nehmen den Amarula mit aufs Oberdeck. Wir klappen die Fenster runter und beobachten das Naeherkommen des Gewitters. Durch die Blitze ist es draussen fast taghell, es donnert ohne Ende und irgendwann kommen auch gefuehlte 10 Tropfen runter. Zwischen den Donnern hoeren wir die Elis am Tankloch schluerfen.
LG, Elsa
Teil 1904. Feb. 2018
29.09.17 – South Camp /Nxai Pan
Der heutige Tag steht ganz im Fokus der Tiere und des Lagerlebens. Nachts hat es noch ein paar Tropfen geregnet und es war recht stuermisch. Unser Dachzelt-Vordach klapperte die ganze Zeit. Erst am Morgen liess der Wind nach und von den schwarzen Wolken ist nichts mehr zu sehen. Draussen ist es erstaunlich ruhig und die Luft wieder glasklar. Wir hoeren kein Schluerfen. Wo sind die Elis?
Wir stehen recht frueh auf und fahren ohne Fruehstueck zum Wasserloch. Dort ist heute Arche Noah Tag. Hunderte Springboecke, Gnus, Zebras, Impalas, die ueblichen Schakale und das ganze Flattervieh. Auch die grossen, die Strausse, sind zahlreich vertreten. Nur die ganz Grossen fehlen, kein Eli oder Giraffe weit und breit zu sehen. Bei dem gedeckten Tisch kann ich mir kaum vorstellen, dass nicht irgendwo am Rande des Bushs Katzen liegen und dem Treiben zuschauen. Aber es scheinen alle satt zu sein, die Nacht war wohl erfolgreich.
Wir beobachten fast 2 Stunden lang das tierische Treiben, dann treibt uns Menschen der Fruehstueckshunger und die immer heisser werdende Sonne zurueck ins Camp.
Auf dem Weg sehe ich Ohren im Gras. Sehr weit weg, aber eindeutig Ohren. Es sind 3 Loeffelhunde. Damit hatten wir jetzt garnicht gerechnet. Leider ist meine kleine Digi mit der Entfernung etwas ueberfordert, aber unscharfe Fotos kann ich ja gut, vor allem von besonderen Sichtungen.
Immer noch ist weit und breit keine Elis zu sehen. Alle weg, wie in Luft aufgeloest. Auch im Camp ist keiner.
Die naechtsten Stunden verbingen wir im Camp. Wir fruehstuecken ausgiebig und spannen anschliessend das Sonnensegel auf , sowie die Hangematte. Wir sorgen fuer Prophilaxe, sichern Fotos und schauen den Voegeln hinterher. 3 Tokos sind staendig in der Naehe und sorgen fuer Unterhaltung. Wir haben das ganze Camp fuer uns alleine.
Zum Vorkochen der Kartoffeln muessen wir mit dem Kocher in den Vorraum des Ablutionblocks ziehen, es ist sehr windig. Am fruehen Nachmittag grillen wir dann unsere Spiesse im Windschatten des Autos und anschliessend fahren wir noch einmal zum Wasserloch.
Diesmal ist es anders herum. Alle Tiere sind weg, nur 3 Elis sind da. 2 suhlen sich im Wasser , der dritte haelt sich etwas abseits.
Irgendwann, noch vor Sonnenuntergang ziehen die 3 auch ab.
Wir fahren noch eine kleine Runde noerdlich des Wasserloch. Ohne grosse Sichtungen und kehren dann ins Camp zurueck, wo inzwischen die „Schluerfer“ wieder am Werk sind. Am Abend machen wir Lagerfeuer, hoeren den naechtlichen Geraueschen zu und freuen uns einfach, hier sein zu duerfen.
Nachts laufen mehrere Elis durchs Camp. Es ist immer wieder erstaunlich, wie leise sich diese Kolosse bewegen koennen. Auf einmal stehen sie einfach da. Morgen beginnt der 2. Abschnitt unserer Reise. Wir freuen uns.
LG, Elsa
Teil 2005. Feb. 2018
30.09.17 - Nxai Pan – Maun /Island Safari Lodge Campsite
Heute ist Independence Day, oder wie alle sagen: Botswana Day, der 51! Die Geschaefte werden mittags schliessen (wann genau weiss man nicht, jeder sagt was anderes...) und bis Montag ist langes Wochenende angesagt. Da der Feiertag auf ein Samstag faellt, wird der Montag noch als zusaetzlicher Feiertag deklariert. Wir wollen frueh in Maun ankommen und noch die restlichen Lebensmittel und Wasserreserven aufstocken. Gegen 14:00 haben wir uns mit Petra & Siggi vor dem Airport verabredet.
Wir stehen relativ frueh auf und fruestuecken noch in aller Ruhe. Die Elis sind zum Abschied auch da. Heute Nacht haben wir weit entfernt Loewen gehoert.
Bevor es wieder auf den Tiefsand geht, fahren wir noch einmal kurz zum Wasserloch. Es koennte ja sein dass.... Aber leider ist tote Hose. Also machen wir uns auf den Weg. Irgendwie verpassen wir die Abzweigung zur Hauptpiste und fahren somit die ganze Zeit auf der Nebenstrecke bis zum Gate. Das erspart uns den extremen Wuehlsand auf der Hauptpiste und ist landschaftlich sehr schoen, da etwas offener. Wir begegnen nur einer Straussenfamilie.
Am Gate pumpen wir die Reifen wieder auf und nehmen die loechrige A3 unter die Raeder. Es ist uns ein Raetsel, warum so eine Hauptverbindungsstrecke Maun-Nata nicht schon laengst wieder neu ausphaltiert wurde.
Um 12:00 Uhr sind wir in Maun und fahren direkt zum Delta Spar. Wir parken direkt hinter dem Spar auf einem grossen offen Parkplatz. Es ist ueberall ganz schoen was los und wir parken den Bushcamper so, dass man sich nicht unbemerkt an ihn zu schaffen machen kann. Wir holen noch ein paar Lebensmitel und Wasser und sind nach 20 Minuten wieder am Auto. So berauschend war das Angebot hier nicht und uns fehlen noch immer ein paar Kleinigkeiten. Waehrend wir am Einladen sind, hoeren wir unsere Namen. Welch Ueberraschung, Petra & Siggi sind da! Es folgt eine herzliche und kurze Begruessung. Wir kennen uns ja noch nicht persoenlich, nur virtuell. In den Monaten vor der Reise hatten wir allerdings Zeit uns ueber Skype zu beschnuppern und fest zu stellen, dass wir uns gruen sind und gemeinsam auf Reise gehen koennen.
Die beiden sind gerade von Ghanzi kommend in Maun eingetroffen und muessen auch noch so Dies & Das besorgen. Da auch wir noch Fleisch benoetigen, fahren wir noch einmal zum Choppies. Die „Beef Boys“ haben leider geschlossen, also muessen wir uns mit dem Angebot vom Choppies und dem gegenueberliegenden Spar zufrieden geben. Anschliesssend wird noch getankt.
Bevor wir zur Campsite fahren, wollen wir noch unseren Delta Scenic Flight fuer morgen frueh festmachen. Gegenueber des Airports macht uns letztendlich Mack Air das beste Angebot und wir lassen unsere Kreditkarten gluehen.
Um den grossen Feiertagsrummel etwas zu umgehen, wollen wir heute zur Campsite der Island Safari Lodge. Mit etwas Glueck erhalten wir noch Plaetze am Thamalakene-Ufer. Wir waren vor 2 Jahren schon einmal hier und fanden den Platz ganz nett. Die Overlander stehen zum Glueck etwas weiter oberhalb und stoeren uns nicht. Wir suchen uns 2 einigermassen gerade Plaetze und schlagen das Lager auf. Und wir stehen wieder, wie schon vor 2 Jahren, unter dem Affenbaum. Hier wurden unsere ersten Broetchen geklaut. Irgendwann kommt ein kleines Miet-Womo. Das deutsche Paar behauptet, das sei ihr Platz, sie haetten hier schon die letzte Nacht gestanden. Das Lodge-Management weiss nichts davon und der Platz ist auch nicht als belegt markiert. Sie quetschen sich dann zwischen uns, weil dort der Stromanschluss ist, den sie benoetigen. Uns ist es egal, es kann uns nicht stoeren. Wir raeumen jedenfalls diesmal nicht das Feld.
(Foto von Siggi)
Nun zu viert goennen wir uns die ersten gemeinsamen Savannas dieser Reise. Es sollen noch viele folgen. Siggi ist heute der Weihnachtsmann und uebergibt mir meine neue Bridge! Tja, so kann man zu einer neuen Kamera kommen.
Am gegenueberliegenden Ufer des Thamalakane tobt der Baer. Die Locals feiern ausgelassen und mit lauter Musik ihren Feiertag. Am und im Wasser.
Zum Abendessen gehen wir vor zur Lodge. Im Gartenrestaurant, direkt am Fluss gelegen, essen wir Fisch (einen Okavango „Dream“, statt Bream) & Veggi-Lasagne. Es gibt viel zu erzaehlen.
Morgen muessen wir frueh aufstehen und stellen vorsichsthalber lieber den Wecker.
LG, Elsa
Teil 2106. Feb. 2018
01.10.17 – Maun – Moremi NP /South Gate Campsite
Noch bevor der Wecker klingelt sind wir wach. Obwohl wir ohne Fuehstueck losfahren wollen, mache ich doch noch schnell einen kleinen Expresso und geniesse dabei das Licht der aufgehenden Sonne ueber den Thamalakane. Diesmal sind keine Meerkatzen da.
ready to go
Wir fahren ca. 15 Min. bis zum Airport, wo wir unsere Wagen sicher auf dem bewachten Parkplatz abstellen koennen. Ein Angestellter von Mack Air bringt uns zur Passkontrolle und dann werden wir auch schon nach kurzer Wartezeit zu unserer kleinen Cessna gebracht. Unser Pilot erklaert uns die Flugroute und weist uns kurz in die Sicherheitsvorkehrungen ein. Ganz schoen spannend so ein kleiner Hopser, das ist ja noch richtig alte Flugkunst.
Der einstuendige Rundflug ist wirklich sehr beeindrueckend. Das Farbenmosaik der Lanschaft, des Wassers und dazu die Tiere, wenn auch im Miniformat, sind wirklich einmalig schoen. Zunaechst ist es etwas diesig und wir fliegen mit Gegenlicht , spaeter ist es dafuer umso schoener.
(Siggis Foto)
(Siggis Foto)
(Siggi Foto)
Es ist garnicht so einfach durch die Scheiben zu fotographieren. Erst nach einigem Rumprobieren finde ich die richtige Kameraeinstellung dazu. Manchmal nervt es allerdings, staendig zu knipsen. Viel schoener ist es, diese Impressionen so aufzusaugen. Zum Schluss haette ich ein frisches Lueftchen um die Nase gebrauchen koennen, aber es ging noch alles gut.
Wir landen sicher und gluecklich wieder in Maun, obwohl es die letzten 2 Minuten etwas komisch in der Kabine geklappert hat. Unser Pilot konnte auch nicht deuten, woher das Geraeusch kam. Hauptsache wir kommen auf normalem Wege wieder runter.
Nach dem spannenden Flug wollen wir noch fruehstuecken, bevor es in den Moremi geht. Nachdem das Bon Arrivé geschlossen hat, landen wir in einem Café- und Biergarten auf der gegenueberliegenden Strassenseite. Dort hat es auch Wifi und wir koennen noch so „Dies & Das“ erledigen und klaeren, bevor wir die naechsten 12 Tage im off sind.
Gestaerkt geht es dann los Richtung Norden. Auf der Aussfahrtsstrasse aus Maun decken wir uns noch mit genuegend Feuerholz fuer die naechsten Tage ein.
Anders als erwartet , finden wir die Gravelpiste bis zum South Gate des Moremi garnicht mal so schlecht. Waschbrett, teils auch sandige Abschnitte und ab dem Abzweig nach dem Kazikiini Camp stellenweise auch tiefe potholes (oder wie Nina sagt „Elefanten-Badewannen“ ), aber alles nicht schlimmer als vor 2 Jahren.
Noch vor dem Gate sehen wir die ersten Tiere. Elis, Kudus, jede Menge Geier an einem Riss, viele Impalas im Schatten der Baeume und auch die ersten Zebras. Wir sehen in einiger Entfernung auch dunkle Rauchsaeulen. Botswana erleben wir dieses Jahr allerdings richtig gruen.
Kurz vor 14:00 Uhr sind wir am South Gate. Wir tragen uns wieder in Buecher und Listen ein, kaufen noch eine neue Map und suchen dann unsere campsite MQ#4 auf. Ziemlich kahle Baeume werfen ziemlich wenig Schatten auf unseren Platz. Egal, erst einmal was Kuehles trinken und ankommen.
Kaum sitzen wir, kommt uns ein ziemlich aufgeregter und voellig aufgeloester Suedafrikaner entgegen, barfuss, Schlamm bis an die Knie. Sein Interesse gilt vor allem erst einmal unseren Autos, bevor er uns mitteilt, dass er dringend einen Wagen mit Winch benoetigt. Sein Toyota „got stuck“ irgendwo Richtung Black Pools, nur ein „paar“ km von hier entfernt. Er braucht also Hilfe. Und unser Savanna Bushcamper hat die noetige Winch dazu. Wir bitten ihn, uns eine halbe Stunde Zeit zu geben, um kurz was zu trinken und schnell eine Kleinigkeit zu essen.
(Siggis Foto)
Wir muessen mit beiden Autos fahren. Unser Savanna hat ja keine Rueckbank und somit muessen der Suedafrikaner und seine Frau bei Petra & Siggi mitfahren. Die Rueckbank und der Fussraum ihres Bushlores ist zwar mit Wasserkanistern vollgestellt, aber irgendwie quetschen sich die beiden da noch rein. Sie fahren vorraus.
Ab und zu bleiben sie stehen, der Suedafrikaner steigt aus, dreht die Karte von links nach rechts, von oben nach unten und steigt wieder ein. Uns ist klar, der arme Kerl hat ueberhaupt keine Ahnung wo wir sind und wo wir hin muessen. Also einfach weiter fahren. Und wir fahren und fahren und fahren... 10, 20, 30, 40 km.... und die Sonne geht immer tiefer. Ich sehe uns schon im Busch uebernachten. Siggi hat auf dieser Strecke gleich seine Feurtaufe im Tiefsandfahren. Keine Zeit zum Ueben. Und das macht er fuers erste Mal ueberhaupt richtig gut! Die Black Pools Gegend ist landschaftlich richtig toll und wir sehen so einige Tiere.
Manche erkennt man erst beim 2. Hinsehen
Irgendwann entdecken wir endlich den Toyota, alle 4 Raeder im tiefen schwarzen Matsch. 50 Meter rechts daneben ein grosser Hippo-Pool mit vielen grossen Hippos drin. DH meint, den kriegen wir da nie raus. Die beiden stecken seit heute morgen 10:00 Uhr hier fest und alle Versuche, den Wagen zu bergen, sind gescheitert. Trotz eigener Winch und Bergungsseile. Ein vorbei kommendes Auto hat die beiden dann mit ins Camp genommen. Und dort trafen sie auf uns.
(Siggis Foto)
Wir bringen den Savanna in Position. Ein Glueck haben wir bei der Wagenuebernahme und der Einweisung in die Winch gut aufgepasst. Beide Winches werden eingehakt und mit ein paar Anfangsschwierigkeiten bekommen wir den Wagen endlich rausgezogen.
(Siggis Foto)
(Siggis Foto)
(Siggis Foto)
(Siggis Foto)
Grosse Erleichterung bei allen Beteiligten. Und die beiden Pechvoegel koennen wieder lachen. Auch die Hippos nebenan grunzen. Darauf gibt es ein Bier.
(Siggis Foto)
Da es immer spaeter wird verabschieden wir uns und fahren zurueck. Anhand der Karte und des Navis stellen wir fest, dass wir auf dem Weg hierher einen grossen Umweg gefahren sind , statt den direkten Weg zu nehmen. Unser Nachmittags-Rettungs-Game-Drive wurde somit fest 60 km lang. Bei schoenstem Sonnenuntergangslicht fahren wir zurueck ins Camp, wo wir genau bei Eintreten der Dunkelheit eintreffen.
(Siggis Foto)
(Siggis Foto)
Fuers Braaien ist es inzwischen viel zu spaet, die Kueche bleibt heute deshalb kalt. Wir unterhalten uns noch eine Weile bei einem Glaeschen Wein. Oder 2. Das war ein ereignisreicher Tag und entsprechend frueh verschwinden wir dann in den Oberdecks.
LG, Elsa
Teil 2207. Feb. 2018
02.10.17 – South Gate – Third Bridge /Moremi
Nach dem gestrigen vollen Programm lassen wir es heute etwas relaxter angehen. Das erste gemeinsame Camper-Fruehstueck steht auf dem Plan, bevor wir uns auf den Weg nach Third Bridge machen. Einen Zaungast haben wir auch, ein sehr neugieriger Toko. Nachts haben wir entfernt Lowengebruell gehoert. So wissen wir wenigstens, dass es sie auch hier gibt.
Als wir beim Fruehstueck sitzten, gehen unsere Suedafrikaner schon wieder auf Achse. Er haette uns ja mal die verprochene Flasche Jaegermeister vorbeibringen koennen ... Heute wollen sie noch einmal die Black Pools erkunden. Zack und „wech“ sind sie. Auf den Jaegermeister warten wir noch heute.
Auch wenn wir gestern bei den Black Pools etwas busy waren, so war es letztlich doch ein ausgedehnter Game-Drive. Deshalb wollen wir heute auf direktem Wege Richtung Third Bridge aufbrechen. Nicht dass wir die beiden wieder irgendwo aus dem Dreck ziehen muessen.
Am spaeten Vormittag machen wir uns auf den Weg. Unterwegs begegnen uns Elis, die ploetzlich und unerwartet vor dem Auto oder nebem einem stehen, Kudus, Impalas, Baboons, als Baum getarnte Giraffen, Leierantilopen, Warzenschweine und jede Menge Ferdervieh.
Spannend sind natuerlich auch wieder die 2 Bridges und die ersten Wasserloecher vor Third Bridge. Wir sind ueberrascht, wieviel Wasser es hat und wie gruen es ist. Vor 2 Jahren war es ueberall staubtrocken.
Am fruehen Nachmittag checken wir in Third Bridge ein, auf der gleichen campsite wie letztes Mal, MT#3, unter dem grossen schattenspendenden Leberwurstbaum.
Die heissen Mittagsstunden haengen wir dann gemuetlich bei kalten Drinks auf der campsite ab, und bevor es am Nachmittg noch einmal auf Pirsch geht, gibt es das erste gemeinsame Braai. Wir haben auch den ersten elefantoesen Besuch auf der Campsite.
Uns gefaellt die Gegend um Third Bridge sehr gut. Wir fahren die verschiedene Loops ab und halten an den einzelnen Wasserstellen. Es gibt immer was zu entdecken, ob gross oder klein. Und das Grunzen der Hippos ist Musik fuer unsre Ohren.
Abends, beim Lagerfeuer & Wein, bekommen wir wieder Besuch von 2 Elefanten. Sie machen sich an den Aesten des Leberwurstbaumes zu schaffen und kommen uns ziemlich nahe. Wir interessieren sie aber wenig. Natuerlich war zu dieser Zeit die Kamera schon im Wagen verstaut, aber Siggi schafft es noch diesen tollen Moment festzuhalten.
(Siggis Foto)
(Siggis Foto)
Nachts laufen Hippos ueber unseren Platz. Wir sehen ihre Schatten.
LG, Elsa
Teil 2308. Feb. 2018
03.10.17 – Third Bridge /Moremi
Um 06.30 Uhr geht’s zum ersten Game-Drive des Tages. Wir halten uns ueberwiegend suedlich von Third Bridge auf, am Rande der Wasserlaeufe und der Wasserloecher.
Wir sehen Gnuherden, viele Wasservoegel, eine groessere Bueffelherde, Letchwes , Impalas, Crocs, Hippos, Giraffen, Kudus, Warzenschweine, Nilgaense, Sattelstoerche und natuerlich auch schoene Landschaft.
Danach geht es zurueck ins Camp , wo wir dann ausgiebig fruehstuecken und die naechsten Stunden einfach so vertroedeln. Die Maenner beschaeftigen sich mehr mit Technikgedoens, sichern Bilder … Wir Frauen kuemmern uns mehr um das leibliche und eigene Wohl.
Es ist sehr wam und wir sind froh um den grossen Lebenwurstbaum ueber uns und sein Schatten. Wir haben auch Zeit endlich im Wagen und Kabine mal wieder Ordnung zu schaffen, obwohl zuviel davon auch nicht immer gut ist. DH sucht bis zum Ende der Reise immer irgend etwas, dabei ist der Wagen doch wirklich nicht gross.
Wir verbringen den Nachmittag bei gemuetlich Beisammensein, ausgedehnten Gespraechen und anschliessenden Grillen. Dann besprechen wir auch unsere weiteren Tagesettappen bevor es dann nochmal zu eine kurzen Game-Drive geht, allerdings ohne besondere Sichtungen.
Inzwischen sind auch die Foris „CuF“s eingetroffen. Sie stehen ab heute fuer einige Naechte auf campsite 2, rechts neben uns. Wir tauschen uns etwa aus, ueber Erlebtes und Gesehenes und auch ueber die Maengel an ihrem Savanna Landcruiser Bushcamper. Es ist uns ein Raetsel, wie man eine Kabine und auch den Tisch schwarz lackieren kann, der Wagen sieht von hinten aus wie ein Sarg und wir koennen uns vorstellen, welche Hitze er anzieht.
An unserem Bushcamper entdecken wir zwischendurch hinten eine leichten Plattfuss. Wir koennen nichts feststellen und pumpen den Reifen wieder auf. Wenn er morgen wieder runter ist, muessen wir wohl noch einen Reifenwechsel vornehmen.
Abends sitzen wir noch eine Weile am Lagerfeuer und trinken noch das eine oder andere Glaeschen Wein. Inzwischen kristallisiert sich auch heraus, dass wir 4 uns gut verstehen und wir ganz bestimmt eine schoene gemeinsame Zeit verleben werden.
Heute warten wir auf die Elis, aber sie kommen nicht. Dafuer gibt es auf campsite linkerhand Hippo-Alarm. Wir hoeren sie durchs Gestruepp galoppieren. Es ist erstaunlich wie schnell diese Kolosse sind. Die campsites liegen zwischen 2 Wasserlaeufen und entsprechend oft kreuzen die Hippos das Gelaende.
LG, Elsa
Teil 2420. Feb. 2018
04.10.17 – Third Bridge – Xakanaxa /Moremi
Wir werden wach durch die ersten Autos die ueber die nahe gelegene Third Bridge ruppeln. Da wir heute keine lange Strecke vor uns haben, sparen wir uns den Morning Gamedrive und fruehstuecken in aller Ruhe. Es ist noch schoen frisch und wie immer morgens, weht ein angenehmes Lueftchen. Bis auf die Hippos haben wir nachts keine weitere Schatten auf unserer Campsite ausmachen koennen. Auch unser Reifen sieht gut aus, keine Ahnung weshalb der gestern so platt war.
Nach dem Fruehstueck verabschieden wir uns von „CuF´s“ und nehmen die legendaere Bridge unter die Raeder. Ein hollaendisches Paerchen schliesst sich uns an. Sie sind Newbies und haben etwas Schiss, als Erste durchs Wasser zu fahren. Nach einem kurzen Briefing, ob links oder rechts oder doch lieber durch die Mitte, duerfen wir als Erste durchfahren. Es ist ja nicht unsere erste Durchfahrt, sodass wir diesmal ziemlich entspannt an die Sache rangehen.
(Foto von Siggi)
(Foto von Siggi)
(Foto von Siggi)
Auch Siggi nimmt das Wasser und die Rueppelbruecke ganz locker. Alles halb so schlimm, auch wenn das bei Petra auf dem Foto anders aussieht. Die Hollaender sind sichtlich erleichtert als sie auf der anderen Seite ankommen.
Wir sehen unterwegs viele Letschwes, Impalas und Greifvoegel.
Bevor es zur 4. Bridge geht, machen wir einen Schlenker zu den (Zungenbrecher) Magwxexhlana Pools. Eine wunderschoene Gegend mit vielen Wasservoegeln, Crocs und einigen Giraffen. Am hinteren Ende ist eine sehr schoen gelegene Group-Campsite , wo wir dann leider wenden muessen. Schwarzer Mud und Wasser versperren uns den Weg.
Die eigentliche 4. Bridge ist gesperrt, warum koennen wir nicht genau erkennen. Das war sie allerdings vor 2 Jahren auch schon und wir muessen die Umfahrung ueber die alte Bruecke nehmen.
Davor hat es eine ziemlich grosses Loch. Aber unsere Driver meistern das mit unserer Einweisung natuerlich perfekt. Es ist unglaublich, wieviel Wasser hier noch steht. Und es blueht ueberall. Damals haben wir alles trocken erlebt.
Direkt hinter uns kommen auch „CuF´s“ ueber die Bridge. Sie sind auf Game-Drive und in der gleucklichen Lage, noch einige Tage hier verbringen zu duerfen.
In Wuehlsand geht es dann weiter.
Auf dem Weg nach Xakanaxa kommen wir dann durch dichten Mopanewald. Gefuehlt hinter jeden 2. Busch versteckt sich ein Eli. Ploetzlich stehen sie einfach neben dir.
Ich weiss nicht, welche Gespraeche diese beiden hier fuehren, der eine ist jedenfalls ein Po-Schnueffler. Und es sind 2 Jungs, lassen wir sie lieber mal alleine...
Und unter den groesseren Bauemen sind es nicht alles nur Aeste, die sich bewegen, sondern ganze Giraffenfamilien.
In der groessten Mittagshitze checken wir auf Campsite XA#5 in Xakanaxa ein. Auch wenn man keine Sicht auf das Wasser hat, so ist die Kulisse mit den hohen Graesern einmalig schoen. Erst recht am spaeten nachmittag. Und es wimmelt vor Voegeln darin.
Wir suchen uns erst einmal ein schattiges Plaetzchen und goennen uns kalte Getraenke. Wir haben auch einen Geburtstag zu feiern und somit gibt es gleich mal ein oder zwei Savanna mehr.
(Foto von Siggi)
Anschliessend gibt es Lunch, oder besser gesagt, alles was der Engel so ohne grossen Aufwand hergibt.
Am Nachmittag machen wir dann eine Bootstour. Leider ist das Boot um 16:00 Uhr schon belegt, sodass wir nur um 15:00 Uhr fahren koennen. Da es noch sehr heiß ist, ist auch unser Sichtungsglueck auf und am Wasser eher bescheiden. Trotzdem, die Landschaft entschaedigt allemal. Wir sehen viele Voegel und Crocs, sowie das eine oder andere Hippo. Und das goldene Gras... ein Traum.
Wir koennen inzwischen verstehen, warum man in Botswana leicht zum Birder werden kann. Nicht nur weil unser Katzensichtungsglueck noch gleich 0 ist, aber weil die Vogelwelt wirklich einmalig ist. Ein wenig Geduld muss man allerdings dafuer schon mitbringen. Wir koennen ja noch etwas ueben, auf den naechsten Reisen. Hoffe ich...
Den spaeten Nachmittag vertroedeln wir auf unserer Campsite und beobachten dabei die Tierwelt um uns. Ausser den vielen Kleinvoegeln im hohen Gras sind natuerlich auch die schlauen Meerkatzen nicht weit. Sie sitzen in Lauerstellung im Baum ueber uns und warten , dass wir „ein Fehler“ begehen. Auf der Nachbar-Campsite machen sich derweil die Warane ueber den Muell her, den die Meerkatzen vorher aus den Schwingtonnen entleert haben.
(Foto von Siggi)
(Foto von Siggi)
(Foto von Siggi)
Xakanaxa ist ja bekannt fuer seine Elefantenbesuche, aber heute haben sie wohl frei. Dafuer sehen wir nach dem kitschigen Sonnenuntergang und bei Eintreten der Daemmerung bereits den Vollmond aufgehen. Sonst bleibt es ziemlich ruhig und wir sizten noch lange bei Wein am Lagerfeuer.
Goodnight Botswana. Elsa
Teil 2522. Feb. 2018
05.10.17 – Xakanaxa – North Gate /Moremi
Heute weckt uns die Vogelwelt im hohen Gras, wildes Gezwitscher von allen Seiten. Besuch hatten wir heute Nacht keinen, jedenfalls steht nichts in der Buschzeitung.
Unsere Nachbar-Campsite ist leer geblieben. Wie so einige in den verschiedenen Camps, wie wir auch dieses Jahr wieder feststellen konnten. Eine komplizierte Sache, diese Buchungsituation, da wird sich in naher Zukunft wohl auch nichts aendern, zumal verschiedene Faktoren da eine Rolle spielen. Vielleicht ist es aber auch ganz gut so.
Nach einem leckeren Fruehstueck machen wir uns auf den Weg nach North Gate.
vorbei auch am Xakanaxa Airstrip
Zunaechst geht es aber zu den Paradise Pools, die ihrem Namen alle Ehre machen. Allerdings gibt es nicht ueberall ein Durchkommen, denn groessere „Pfuetzen“ bremsen uns aus. An manchen Stellen gibt es zwar Reifenspuren, aber der Untergrund ist uns zu muddy, sodass wir nichts riskieren wollen. Es ist auch so wunderschoen und wir fahren kreuz & quer solange wir koennen.
das koennte man auch Dead-Tree-Island nennen...
Wir sehen jede Menge Voegel, hektsiche Guinea Fowls, Impalas, Warzenschweine, Hippos, Letschwes und Meerkatzen. Das kann auch nicht jeder: ein Kingfischer und 2 Hippos zusammen auf einem Foto! Ich gestehe, den Kingfischer habe ich erst spaeter entdeckt. Er sass einfach da im Weg.
Naechster Halt ist dann beim Dombo Hippo Pool. Natuerlich gibt es hier jede Menge Hippos und Voegel. Unterwegs sahen wir auch einige Elis und kleinere Impalaherden den Track kreuzen. Die Piste ist gut zu fahren, schoen heller Sand, stellenweise aber tiefe Elefanten-Badewannen. Kurz nach der Regenzeit ist diese Piste sicherlich kein Zuckerschlecken.
Beim Hippo-Pool legen wir einen Lunchstopp ein. Es ist bruetend heiß, aber der Bushlore Bushcamper hat ja eine praktische Markise, die zum ersten Mal ausgefahren wird. 35 Grad im Schaten, klebrige Kaesewuerfel, warmes Nutellabroetchen und Tee. Dazu Hippo-Grunzen und das baehhh-baehhh des Go-Away-Bird. Dafuer lassen wir jedes Sternemenu stehen.
Der Weg nach North Gate /Khwai zieht sich ganz schoen hin. Unterwegs beschliessen wir noch einen ShortCut einzulegen, obwohl wir vor dieser Gegend etwas Respekt haben. Wir haben uns hier schon einmal ziemlich verfranst. Nicht nur wir, sondern auch das Navi hatte den Drehwurm und manchmal hatten wir sogar gar kein Signal. Diesmal finden wir aber den Hauptrack problemlos wieder, ohne dass wir 3x vor der gleichen Wasserstelle stehen. Die tierische Ausbeute war allerdings etwas mager und vom Mopanewald links und rechts hat man irgendwann auch genug. Schoener und offener wird es wieder kurz vor North Gate am Khwai. Auf der offenen Ebene sehen wir Zebras, Impalas, Kudus, Waterbucks, jede Menge Voegel und Warzenschweine und zum ersten Mal auch Klunkerkraniche. Was fuer schoene Voegel.
Zielscheibe
verletztes Zebra
Wir checken auf Campsite MK#5 ein, wo wir letztes Mal schon standen. Man hat es doch tatsaechlich geschafft, das Campsite-Nummernschild wieder an den Baum zu nageln. Sonst ist alles wie erwartet schrottig. Man mag gar nicht so ganu dran denken, wieviel man hier fuer eine Nacht zahlt. Die Tisch-Bank-Kombi ist noch etwas mehr zerfallen und die Muelltonne noch zerbeulter. Aber wir haben 10 Blaetter mehr Schatten, das ist doch schon mal was. Der Ablutionblock ist ok und sauber. Allerdings gibt es nur bei den Maennern warmes Wasser, was uns aber nicht stoert. Dann gehen wir halt bei den Maennern duschen.
Die frechen Baboons sind auch schon da und schleichen um uns herum. Heute heisst es genug Vorrat an Steinen fuer das Katapult anzulegen. Die Bister sind echt penetrant und letztes Mal habe wir hier unser Brot und 2 Paprikas eingebuest, als sie in unser Verdeck vom Asco-Bushcamper eingedrungen sind. DH macht gleich Jagd auf sie. Es soll sich gleich rumsprechen, dass wir gewappnet sind. Als wir zum Duschen gehen, verriegeln wir alles, das Dachzelt bleibt zugeklappt und die Zipper sind alle mit Draht gesichert. Als wir zurueck sind, entdecken wir natuerlich ihre Spuren an allen Fenstern. Saubande! Erfolg hatten sie diesmal nicht! (hum... noch nicht...)
Da unsere Driver heute von der Fahrerei genug haben, drehen wir nur noch eine kleine Runde bis zur Bridge und zum Office. Endlich mal wieder shopping, auch wenn es nur Essenzielles ist: Wasser, Karten und Schmuck. Am Khwai-Ufer entpuppen sich die vielen dunklen Felsen als eine grosse Hippo-Familie und ein einzelner Eli grasst gegenueber der Campsite. Die Bruecke ist wie ueblich von den Baboons ins Beschlag genommen.
in der Mitte bei den toten Baumstaemmen ist Campsite MK#3
Anschliessend lassen wir es uns beim Lagerleben gutgehen und bereiten das Essen und das Lagerfeuer vor. Vor der Daemmerung ziehen sich die Baboons auf ihre Schlafbaeume zurueck. Irgendwo weiter weg ziehen die Elis durchs Unterholz. Wir koennen sie leider nur hoeren. Auch wir haben irgendwann die noetige Bettschwere und verschwinden mit einem Amarula als Betthupferl in den Oberdecks. Dann kommen die Hyaenen. Nachts werde ich mehrmals wach und sehe sie an den Autos entlang schleichen.
LG, Elsa
Teil 2624. Feb. 2018
06.10.17 – North Gate/Khwai – Dizhana /Mababe
Nachts regnet es und wir hoeren Siggi, der er unsere Stuehle unter die Tische schiebt. Morgens kommen die Baboons wieder von ihren Schlafbaeumen herunter. Dann beginnt das Strolchen ueber die Campsites. Zuerst der „Chef“, ein Riese, dann folgt sein Harem und die Kinderschar in allen Altersklassen. Direkt hinter unseren Autos ist der „Kaefig“ fuer den Muell. Er ist bereits total zerbeult und der Deckel ist mit einem dicken Draht befestigt, damit die Baboons ihn nicht aufbekommen. So sollte es zumindest sein. Wir haben gestern abend auch unseren Muell dort deponiert. Ploetzlich schrecken wir hoch, als der Chef-Baboon wie wild an diesem Muell-Kaefig ruettelt und die Klappe einfach aufbiegt, als waere sie aus Pappe. Ich wuerde das nie schaffen, unglaublich was fuer eine Kraft er hat. Den Muell zerflueckt er komplett. Erst als er abmarschiert, wagen sich die Weibchen und die Kleinen in die Naehe.
Heute geht es ohne Fruehstueck auf Game-Drive, am Sueduefer des Khwai entlang. Landschaftlich wunderschoen, aber wo sind all die grossen Tiere? Beim letzten Besuch wimmelte es vor Elefanten und Zebras, heute nada, niente. Wir sehen aber jede Menge Voegel und die ueblichen Verdaechtigen, wie Kudus, Impalas, Waterbucks und das eine oder andere Zebra. Und Katzen? Erst recht nicht. Das Wetter ist heute etwas komisch, sehr diesig und schwuel-warm. Bei uns wuerde man sagen, da kommt Regen.
Nach dem Game-Drive fahren wir zur Campsite zurueck, fruehstuecken und machen uns dann auf den Weg nach Dizhana. Im Khwai Vilage kaufen wir noch ein paar Getraenke (sogar eisgekuehltes Savanna) und Holz.
Bei der Abmeldung am Gate haben wir uns noch ueber die aktuelle Lage der Wasserdurchfahrt kurz hinter Khwai informiert. Es gibt eine Umfahrung, ein paar hundert Meter vorher geht es rechts ab. Dort sollten wir dann auf keinen Fall die Bruecke nehmen, sondern durchs Wasser fahren. So so.. Da wir neugierig sind, wie die eigentliche Wasserdurchfahrt dieses Jahr aussieht, fahren wir zuerst dort hin und ignorieren zunaechst die Abzweigung der neuen Umfahrung.
rechts gehts zur neuen Umfahrung
Das Wasser steht in der Tat sehr hoch, rechts am Baum vorbei ist es ebenfalls recht tief und vor allem sehr muddy. Auf der gegenueberliegenden Seite steht ein Monstermobil, mit deutschem Kennzeichen. So wie es aussieht uebernachten sie sogar hier.
Wir fahren also wieder zurueck und nehmen die detour. Dann stehen wir vor der besagten Bruecke und einer tiefen Wasserdurchfahrt. Und jetzt? Ueber die Bruecke, hiess es, sollen wir in keinen Fall fahren. Warum ist uns nicht ersichtlich, aber einen Grund muss es ja haben, wenn man uns ausdruecklich davor warnt. Die Bruecke sieht neu und stabil aus. Siggi und DH testen die Tiefe des Wassers und auf Schenkelhoehe ist immer noch nicht die tiefste Stelle erreicht. Was nun? Also warten wir bis einer kommt und zuerst durchfaehrt.
Nach einer Weile kommt ein Safari-Auto, ohne Gaeste und faehrt natuerlich sofort durchs Wasser. Das sah aber ganz schoen tief aus. Also doch die Bruecke?
Siggi traut sich als erster rueber. So koennen wir ihn evtl. mit der Winde bergen, sollte was schief gehen.... Es geht aber alles gut und wir schaffen es dann auch rueber. Zwar mit etwas Herzklopfen, aber hauptsache rueber. Die Bruecke ist ganz schoen schmal und eng, da ist etwas Vorsicht angesagt.
Jetzt fragen wir uns natuerlich , was dieser Zirkus mit der Bruecke sollte? Aber wahrscheinlich ist es wieder so, der eine sagt das, der andere dann genau das Gegenteil.
Okavango Air Rescue - unterstuezen wir gerne und sind froh, ihren Service nicht in Anspruch nehmen zu muessen
originelle Brueckenbemalung
Auf halber Strecke nach Mababe, kurz hinter der 90 Grad-rechts-Kurve, biegen wir kurz entschlossen Richtung Magotho ab. Der Sandtrack ist zwar etwas tief, aber gut zu fahren. Es muss auch hier in den letzten Tagen geregnet haben, der Sand ist schwer.
Die Gegend um die Magotho Comm. Campsite ist rauh, ganz klar Elefanten-Verwuestungsgebiet. Die sehr rustikalen und „ohne alles“ Campsites sind verteilt ueber das Gelende. Eigentlich recht schoen, inkl. Wildlife hautnah. Sie liegen sehr grosszuegig unter groesseren Baumgruppen. Es gibt mehrere kleine Tracks die dann auf den Haupttrack am Ufer treffen. Dort fahren wir linkerhand weiter bis man auf die Cutline nach Norden trifft. Eine schoene Ecke fuer Game-Drives. Elis, Hippos, Giraffen, Warzenschweine, Crocs und Greif- und andere Voegel ohne Ende. Wie wir jetzt wissen, ist dieses ein Konzessionsgebiet und steht unter Verwaltung der Community und darf nur mit einem Permit befahren werden. Zu dem Zeitpunkt wussten wir das zwar nicht, aber da wir eine Buchung fuer Dizhana hatten, die im Konzessionsgebiet liegt, waren wir dann doch ganz legal unterwegs.
Eine der Campsites
ein Monstercroc
An der Cutline entlang fahren wir nach Norden und treffen dort wieder auf die Gravelroad nach Mababe.
Hinter Mababe ist die Weiterfahrt wieder durch eine groessere Wasserdurchfahrt gesperrt. Links gibt es eine Umfahrung, die es in sich hat. Schwarzer Tiefsand, im Zick-Zack durch den Busch. Wir kommen dabei auch durch das gesperrte und verwahrloste Camp Dijara. Es liegt direkt am Wasser. Dort kommen wir dann auch nicht mehr weiter, Wasser versperrt uns den Weg. Wir muessen ein Stueck zurueckfahren.
rechts sieht man einen Teil der uebriggebliebenen Daecher von Dijara
Irgendwann endet die Umfahrung wieder auf der Haupt-Gravelroad.
Nach einigen km kommt rechts die Abzweigung nach Dizhana und kurz darauf sind wir im Camp. Dizhana steht unter Verwaltung der Community. Ein freundlicher Mitarbeiter begruesst uns und weist uns den Weg zu unserer Campsite. Er entschuldigt sich fuer den Zustand der Huetten, wo Toilette und Dusche untergebracht sind. Die Baboons haben das Grasdach auseinander genommen.
Wir stehen auf Campsite #2. In der Mitte steht ein grosser wunderschoener Schattenbaum. Der ganze Boden liegt voller lavendelfarbener Bluetenblaetter. Wie ein Teppich.
Um den Baumstamm herum gibt es eine Art Hochtisch fuer die Kuechenarbeiten, sowie eine Spuele. Neben dem Donkey stehen auch Solarpainels, aber sie scheinen nicht mehr zu funktionieren. Zum Duschen ist es auch so warm genug. Vom „Oertchen“ und der Freiluft-Dusche hat man freie Sicht in den Busch. Es steht sogar ein grosser Spiegel da. Huch... ich glaube, wir sind schon richtig im „out in Africa“-Modus, lieber nicht reingucken! Spiegel sind im Busch eh voellig ueberbewertet.
Keine 100 m von unserem Platz enfernt liegt ein Hippo im Schatten. Es ist durch einen Kampf am Ruecken verletzt und bewegt sich nicht viel. Trotzdem sollten wir es immer im Auge behalten.
Wir richten uns ein und machen „happy-hours“. Dabei haben wir immer das Hippo im Auge. Anschliessend bereiten wir ein Huehnchen-Curry und spaeter sitzten wir noch lange am Lagerfeuer.
Das Hippo sehen wir nicht mehr. Wir werden 2 Naechte hier sein und morgen bleiben die Autos stehen . Ein Chill-Tag steht auf dem Programm, bevor es dann nach Savuti geht.
Nachts hoeren wir entfernt Elefanten vorbeiziehen.
LG, Elsa
Teil 2725. Feb. 2018
07.10.17 – Dizhana /Mababe
Heute ist nur Lagerleben angesagt, ein Tag zum Nichtstun. Die rastlosen Zeiten haben wir bereits hinter uns gelassen und wir geniessen es immer mehr, auch mal einen Tag (oder auch 2) Pause einzulegen. Es gibt so viele Eindruecke und Erlebnisse zu verarbeiten, da ist auch mal ganz schoen, einen Tag unverplant und nicht hinter dem Steuer zu verbringen. Auf Game-Drive sind wir ja eigentlich sonst immer, auch wenn es nur von A nach B geht.
Vom Campangestellten erfahren wir, dass wir heute auf eine andere Campsite umziehen koennen, falls wir wollen. Sie liegt direkt am Hippo-Pool, mit schoenem und freien Blick. Na klar wollen wir.
Nach dem Fruehstueck laufen wir eine Runde durch das Camp, schauen an den anderen Campsites vorbei und auch unsere neue Campsite 5. Der Platz liegt etwas erhoeht unter schoenen Schattenbauemen. Es gibt ein Donkey, eine grosse Feuerstelle, jeweils Dusch- und Klohaeuschen mit Weitblick und direkt davor ein grosser Pool, in dem das Hippo liegt. Dahinter nur Busch. Superschoen. Wir ziehen sofort um. Nur zwei weitere Campsites sind belegt. In Botswana nennt man das „fully booked“.
Das ist unser "Bad" auf Campsite 2
Campsite 3 liegt auch sehr schoen
Unsere neue Campsite 5
unsere "Kueche" faellt hier etwas kleiner aus
das stille Oertchen
die Dusche, dahinter das Oertchen
unser "Hof-Hippo"
Wir troedeln den Tag so dahin. Es ist knackig warm, aber dagegen helfen ja kuehle Getraenke und ein nasses Handtuch im Nacken. Wir beobachten der Tierwelt um uns herum. Es gibt jede Menge Wasservoegel, Warzenschwein, Gaense, 2 Giraffen ab und zu kommt auch ein Eli ans Wasser. Das Hippo liegt den ganzen Tag im Wasser und dreht sich nur von links nach rechts. Meistens haelt es die Wunde unter Wasser.
(Foto von Siggi)
(Foto von Siggi)
Am spaeten Nachmittag machen wir Essen und anschliessend backt Petra das erste Brot im Potjie. Es waren wohl ein paar gluehende Briketts zu viel drunter und drueber, so ist das Brot auf der Unterseite dann doch etwas schnell "dunkel" geworden. Schmecken tut es sehr trotzdem.
(Foto von Siggi)
(Foto von Siggi)
Dann folgt ein Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch, obwohl es etwas bewoelkt ist. Im Busch hoeren wir eine kleinere Elefantenherde vorbeiziehen und eine Gruppe Letschwes grast in der Naehe.
Abends sitzen wir am Lagerfeuer. Dann wird das Hippo aktiv. Es kommt an Land und faengt an, vor unserer Campsite zu grasen. In der Daemmerung koennen wir es noch gut erkennen. Spaeter, als es dann richtig dunkel ist und das Geraschel immer naeher kommt, wird mir etwas mulmig und ich bin etwas unentspannt. Waehrend die anderen noch ruhig am Feuer sitzten, bin ich mit der Stirnlampe hinter dem Auto. Irgendwann ist meine „Sicherheitsgrenze“ ueberschritten und ich verabschiede mich ins Oberdeck. Dann doch lieber ein Eli ganz nah, anstelle eines verletzten Hippos.
In der Nacht kommen ein paar Elis ans Wasser zum Trinken. Morgen geht es weiter nach Savuti.
LG, Elsa
Teil 2827. Feb. 2018
08.10.17 – Dizhana /Mababe – Savuti /Chobe
Good morning Africaaa...
Ein letztes Fruehstueck vor Traumkulisse. Unser Hippo ist nicht zu sehen, es hat sich wohl in eine andere Ecke verzogen. Dafuer kommen noch einmal 2 Elis kurz ans Wasser.
Ein anderer Campangestellter kam gestern nachmittag noch auf einen kurzes Gespraech vorbei und erzaehlte uns, dass sie Probleme mit der Wasserpumpe haben. Es gibt wohl Streit und Unstimmigkeiten innerhalb der Community. So wird gemunkelt, dass der Angestellte der uns vorgestern begruesste, aus Rache die Wasserleitungen der Pumpe manipuliert habe und somit kein Wasser auf die Campsites kommt. Ein Glueck hatten wir alle noch vorher die Dusche ausgiebeig genutzt, sodass wir immer noch genuegend Wasser in unserer Zuleitung fuer die kleine Waesche und Zaehneputzen haben.
Nach dem Fruehstueck verabschiedene wir uns von ihm, seiner Frau und dem kleinen Maedchen und machen uns auf den Weg nach Mababe. Zum Abschied laeuft uns noch einmal eine kleine Eli-Gruppe ueber den Weg.
Unterwegs auf der Umfahrung sehen wir 2 Elefantenkadaver und Geier, sowie eine Gruppe Mangusten. Hier sehen wir auch, wo wir vorgestern falsch abgebogen sind. Statt geradeaus zu fahren, sind wir rechts Richtung Dijara Camp gefahren.
Einge km hinter Mababe kommt rechts die Abzweigung nach Savuti. Die Sandpiste laesst sich gut fahren, sie ist breit und die „Elefantenbadewannen“ sind trocken. Wir begegnen auch mal wieder einem Auto.
Am Mababe-Gate erledigen wir die Formalitaeten. Vor uns steht ein Wagen mit Haenger von Bushways und Petra und ich muessen sofort an Bele denken. Es sind aber nur der Fahrer & sein Gehilfe. Wir fragen die beiden nach dem Zustand der Marsh- und der Sandridge Road, denn die Herren im Office sind sich wieder nicht einig ob die eine oder die andere besser ist. Beide waeren ok, meinen sie, die Marsh-Road natuerlich sehr pumpy. Wenn wir wollen, braeuchten wir ihnen auch nur folgen. Obwohl wir gleich nach ihnen losfahren, sehen wir nach 1 km nur noch eine Staubwolke und weg sind sie.
(Foto von Siggi)
Die Marsh-Road sind wir schon einmal gefahren und das war damals wirklich nicht funny. Nach dem vielem Wasser am Anfang des Jahres koennen wir uns vorstellen, dass sie jetzt nicht besser und noch viel ausgewaschener ist als zuvor. Somit entscheiden wir uns diesmal fuer die Sandridge Road. Die ersten km bis zur Gabelung geben ein Vorgeschmack auf den Zustand der Marsh-Road, und das sind die harmlosesten km.
links die Sandridge Road - rechts die Marsh Road
Die Sandridge Road ist gut zu fahren. Stellenweise ist sie wirklich sehr tiefsandig und es geht durch dichtes Buschland. Wir sehen nur wenig Tiere, ausser ein paar Kleinvoegel nur noch eine Straussenfamilie. Auf der Marsh-Road sieht man auch nicht mehr, denn das Gras ist zu beiden Seiten teilweise mannshoch.
Vor Savuti treffen beide Roads wieder aufeinander und die letzten km bis zum Camp haben es nochmal in sich. Schoenster Schwimmsand. Natuerlich sind wir wieder viel zu frueh in Savuti. Gefuehlte 35 Grad im Schatten. Am fruehen Nachmittag auf dem schwarzen Sand der Campsites anzukommen ist kein Vergnuegen. Savuti ist eine Hass-Liebe. Man kann das Camp verteufeln, aber auch durch seine Wild- und Abgeschiedenheit lieben. Ich weiss immer noch nicht, zu was ich mehr tendiere. Oder ist es einfach nur ein Nachhaengen der Legende Savuti? Welche Elefanten- und Loewenverrueckte kennen Savuti nicht schon durch unzaehlige Buecher und Erzaehlungen seit frueher Jugend oder gar Kindheit? Ich glaube ich muss da noch einmal hin ...
Unsere Campsite CV#3 liegt recht nah am trockenen Savuti-Channel, ist aber genau wie CV#1+2, ein schwarzer Sandkasten der Spitzenklasse. Helle „Begeisterung“ in allen 4 Gesichtern. Es ist die einzige Campsite die wir kennen, auf der man sich tatsaechlich festfahren koennte. Dicker, tiefer Sand, ein hoher Schattenbaum, Feuer- und Grillstelle . Ein Glueck hat es ein paar Buesche, die am Nachmittag etwas Schatten geben. Dort versuchen wir uns spaeter zu verkriechen.
Um die Laune zu heben, genehmigen wir uns erst einmal einen kalten Drink.
Danach fahren wir noch einmal los. Am besten gleich zum Wasserloch kurz hinter der Bruecke. Wie nicht anders zu erwarten, begruessen uns dort die Elis. Welche Freude!
Wir ziehen den Sundowner-Drink vor und bleiben eine Weile am Wasserloch stehen. Anschliessend fahren wir noch eine Loop westlich des Wasserlochs. Auch dort sehen wir ein paar Elis an 2 Wasserloechern , sowie einige Gnus und einen Kadaver. Es ist immer noch sehr diesig und schwuel-warm. Irgendwann kommt ganz bestimmt der Regen.
Unsere Campsite von der anderen Seite des Channels gesehen
das Savuti Camp
Zurueck auf der Campsite plazieren wir die Autos direkt an den Bueschen und die Tische dazwischen. Vor die Tuer kommt die Wasserschuessel fuer die Fuesse. Wenn die Fuesse im Laufe der Reise noch nicht dreckig genug waren, hier werden sie es garantiert. Der schwarze Sand setzt sich in jede noch saubere Ecke. Dann bereiten wir das Essen vor. Heute gibt es Nervennahrung: Spaetzle mit „alles-drin“-Sauce. Dann kommt auch der angekuendigte Regen. Schon bei der Abfahrt von Dizhana sahen wir dunkle Wolken. Ein kurze heftige Schauer, dann ist es auch schon wieder vorbei.
Als wir aufs Oberdeck gehen, hoeren wir einmal kurz und recht weit entfernt Loewengebruell. Schoen zu wissen, dass es sie wirklich gibt, denn inzwischen glauben wir schon kaum daran. Es ist kaum zu fassen, aber wir haben noch immer keine Katzen gesehen.
LG, Elsa
Teil 2902. März 2018
09.10.17 – Savuti /Chobe
Kein Besuch heute Nacht. Es blieb ruhig. Nur der Generator der Lodge, bzw. des Savuti Camps, laeuft schon wieder. Obwohl er der Aufreger Nr. 1 allgemein ist, stoert er uns nicht weiter, wir koennen da sehr gut „ausklicken“. Aufregen tun wir uns nur ueber Sachen, die wir veraendern oder beeinflussen koennen, alles andere wird unter T.i.A. verbucht. Und uebrigens, Campsite 1 + 2 sind heute nacht leer geblieben! Mit die begehrtesten Plaetze ueberhaupt.
"Die Festung - die Ablutions" - Loewen halten diese Tore auch nicht mehr fern (Foto von Siggi)
Nach dem Fruehstueck geht es auf Game-Drive. Heute drehen wir unsere Runden mal getrennt, so kann jeder fahren wie und wie lang er will. Zuerst zum Wasserloch, mal schauen wieviele Elis (was sonst) heute da sind.
Danach fahren wir nach Sueden Richtung Marabou-Pan, zunaechst eine Weile am Channel entlang. Kurz hinter den Kudu Hills wagen wir die Abfahrt runter ins Trockenflussbett und bleiben um ein Haar fast stecken, als wir an einer Stelle wenden wollen.
Wir wissen nicht ob es am Wetter liegt oder ob es einfach Pech ist, aber wir sehen sehr wenig Tiere. Katzen oder Loewen schon mal gar nicht. Nur Giraffen, Tsessebes, Gnus, Warzenschweine und natuerlich ….Elis. Ach ja, Voegel natuerlich auch und ich bin sehr stolz, endlich einen der bunten Piepmaetze aufs Foto zu bekommen. Aber auch die ersten Hornraben begegnen uns.
Wir bleiben eine ganze Weile an der Marabou-Pan stehen und schauen einer Eli-Herrenrunde zu.
Danach fahren wir langsam wieder Richtung Camp, wo wir am spaeten Vormittag wieder eintreffen. Kurze Zeit spaeter sind auch Petra & Siggi wieder da.
Die heissen Mittagsstunden verbringen wir mit so dies & das. Ausgiebig duschen, ein paar Sachen waschen, fuer den Fluessigkeitsausgleich sorgen, Auto ausfegen (zu Fegen gibt es immer was..), essen, schwaetzen … Die Fuesse kuehlen wir derweil in der Waschschuessel unter dem Tisch.
Am Nachmittag fahren wir noch einmal Richtung Quarry Hills und Harveys Pan los.
Wo ist das legendaere Savuti-Loewenrudel? Wir sind etwas enttaeuscht, dass wir auch diesmal so wenig Tiere hier sehen. Savuti ist halt ein Garant fuer Elis, und die haben wir ja nun in Massen gesehen. Das Camp selbst ist wie schon gesagt so eine Sache. Es liegt halt auf dem Weg und ein Stopp hier ist fast ein Muss auf dem Weg nach Norden. Lieber nicht an die $100,- denken, die man hier fuer eine Nacht bezahlt. Nie wieder Savuti sagen wir am Abend. Oder irgendwann doch noch einmal? An der Legende muss doch etwas dran sein, vielleicht muessen wir es doch noch einmal versuchen. Irgendwann, vielleicht laeuft dann auch der Savuti wieder.
In der Zwischenzeit freuen wir uns auf die morgige Weiterfahrt nach Linyanti. Am Abend kuehlt es endlich etwas ab, es fallen noch einmal ein paar Tropfen. Dann schmeckt der Wein auch wieder.
Tschuess, aus der Hoelle Savutis Elsa
Teil 3002. März 2018
10.10.17 – Savuti – Linyanti /Chobe
Auch wenn wir heute keine lange Tagesetappe vor uns haben, so stehen wir recht frueh auf. Die Strecke ist Neuland fuer uns und wir wollen den Tiefsand moeglichst nicht in den heissen Mittagstunden fahren.
Bei der Abmeldung am Gate erfragen wir den Zustand der Pisten. Das haetten wir uns eigentlich sparen koennen, denn wir koennen es uns wieder aussuchen. Der eine sagt das, der andere das Gegenteil. Die direkte und kuerzere Route ist aber bekanntlich die etwas schwierigere. Auch wenn Siggi mehr auf Abenteuer aus ist, wollen wir Frauen heute lieber etwas entspannter unterwegs sein. Jetzt haben wir es ohne Ein- und Ausbuddeln bis hierher geschafft, da muessen wir zum Ende nicht nochmal alles auf eine Karte setzen. Ausserdem haben wir Zeit. Also nehmen wir die laengere Strecke ueber Ghoha.
Der Himmel ist heute wie reingewaschen. Die letzten Tage war es ueberwiegend diesig und der Himmel eher weiss als blau, heute dafuer strahlen die Farben wieder, auch wenn es noch Wolken hat.
Am Wasserloch hinter dem Camp zieht heute Morgen eine grosse Gnu-Herde entlang. Elis sind natuerlich auch da, im schoensten Licht zum Abschiedsfoto. Ach, Savuti kann ja doch ganz idyllisch sein...
Am Airstrip vorbei geht es Richtung Ghoha-Gate. Die Piste ist gut zu fahren, es gleicht zwar einer Achterbahnfahrt, aber es macht Spass. Unterwegs schrecken wir einige Kudu-Damen auf sehen auch eine groessere Eli-Herde weit hinten im trockenen Buschwerk. Heute gibt es mal kein Anhalten fuer sie.
Auf Hoehe der Ghoha-Hills kommen wir auf ein Stueck laestigen Gravel. Das sind wir ja ueberhaupt nicht mehr gewohnt, wir moegen lieber Sand! Wunderschoen sind aber die Baobabs direkt gegenueber der Hills.
Wir passieren das eine oder andere Wasserloch, bevor wir ans Ghoha-Gate kommen. Es ist immer witzig an den Gates. Entweder die Jungs sind froh ueber die kurze Abwechslung und dem kleinen smal-talk oder aber sie sind sichtlich genervt, dass wir sie in ihrem „dolce far niente“ gestoert haben. Und Kulis sind meistens Mangelware. Inzwischen besizte ich nur noch 2 von urspruenglichen 6.
Kurz hinter dem Gate drehen wir links ab, dann geht es nur noch geradeaus auf zunaechst tiefem orange-roten Sand bis nach Linyanti. Die rechte Spur ist deutlich besser zu fahren, hoffentlich kommt uns auch hier keiner entgegen.
Nach der Abzweigung, wo es rechts Richtung Kachikau geht, wird die Piste schoener zu fahren. Der Sand ist wieder heller, die Sicht weiter und es gibt ein paar Elefanten-Badewannen zu queren. In manchen steht auch noch ein wenig Wasser, wahrscheinlich durch den Regen der letzten Tage.
An manchen Stellen gibt es auch richtig schoenen Schwimmsand und unsere Driver und Autos koennen wieder zeigen, was sie koennen. Teilweise lagen gruene Zweige und Aeste in den Spuren, vermutlich hatten sich dort welche festgefahren.
Ein sich langsam bewegender Stein in der Spur entpuppt sich beim naeheren Betrachten als Leoparden-Schildkroete. Unsere erste ueberhaupt!
Es ist immer noch Vormittag als wir am Gate in Linyanti ankommen. Vom Gate bis zum nahe gelegenen Camp fahren wir ein kleines Stueck durch Maerchenwald.
Wir haben Campsite CL#1 und was sollen wir sagen, es ist einfach nur wow hier! Schattenbaeume, genuegend Platz, eine traumhafte Sicht, Voegel ohne Ende, vereinzelte Hippos im Wasser, entfernt ein paar Elis. Schon wieder so ein Chill-Platz! Was fuer ein Kontrast zu Savuti.
Dann wollen wir es uns hier mal wieder richtig gutgehen lassen, auch wenn wir nur eine Nacht bleiben. Da man hier nicht viel auf Game-Drive gehen kann, tun wir das spaeter vom Stuhl aus, mit Fernglas und Foto und einem kuehlen Getraenk in der Hand. Zunaechts gibt es aber ein ausgedehntes 2. Fruehstueck.
(Foto von Siggi)
Wir werden sofort von Voegeln belagert. Ueber uns in den Baeumen sitzten die Tokos und um uns herum hopsen Crested Barbets, Spechte, Glanzstare, Frankolins und Sqirrels. Am Wasser jede Menge Ibisse, Gaense, Schlangenhalsvoegel, Loeffler. Das reinste Birderparadies. Irgendwo gibt es immer was zu gucken. Auch Impalas und Kudus grasen in der Naehe des Wassers.
(Foto von Siggi)
Spaeter gibt es ein richtiges leckeres Essen und auf der Glut backt Petra dann noch tolle Roosterkoeks fuer morgen frueh.
(Foto von Siggi)
Bevor es dunkel wird, gehen wir duschen . Die Ablutions sind ok, etwas runtergekommen, aber hauptsache wir koennen uns die Schwaerze von Savuti runterwaschen.
Dann folgt ein Sonnenuntergang der Extraklasse und wir bleiben noch lange am Lagerfeuer sitzen.
Bei der Anmeldung am Campeingang hatte man uns vor einem Problem-Eli gewarnt. Wir haben ihn nicht zu Gesicht bekommen. Wie Petra spaeter von anderen Reisenden erfahren hat, die wir in Savuti haetten treffen sollen, koennen wir von Glueck reden, dass wir diesem Eli nicht begegnet sind. Sie hatten leider das Pech, dass sich dieser Eli an ihrem Auto zu schaffen machte und sie somit ihre Plaene aendern und zur Reparatur zurueck nach Kasane mussten.
Heute ist mal wieder so ein Tag, an dem wir sagen koennen: hach, was geht es uns doch gut! Good night Africaaa!
LG, Elsa
Teil 3103. März 2018
11.10.17 – Linyanti – Ihaha /Cobe
Heute wird uns zum ersten Mal bewusst, dass sich unsere Reise, vor allem die schoene gemeinsame Zeit, langsam dem Ende naehert. Wie schrecklich ist das denn... Jetzt, wo wir richtig in Fahrt und so ein tolles Team sind ... Unsere Speigeleier mit Speck muessen wir wieder im Windschutz brutzeln, es ist jeden Tag recht windig ( ein Glueck ) sodass die Kocherei immer etwas muehsam ist. Das naechste Mal (? = !!! grins) muessen wir uns irgendwas als Windschutz basteln.
Unsere Nachbarn, mit einem Avis Safari Rental, an dem sie gestern den ganzen Nachmittag rumgeschraubt und einen Reifen gewechselt haben, reisen frueh ab. Kurz darauf entern die Baboons ihre Campsite. Bisher hatten wir sie noch gar nicht entdeckt.
offenbar waren heute Nacht doch Elis in der Naehe
Nach dem Fruehstueck geht es dann wieder auf die Piste, die wir gestern hergefahren sind. Die Nebenpiste, am Linyanti entlang, soll durch die Laster ziemlich zerfahren sein. Man raet uns davon ab. Auf dem Stueck bis zum Gate, im Maerchenwald, sehen wir Bueffel und Giraffen.
Gerstern war uns gar nicht aufgefallen, dass es auch hier gebrannt hat und ein weites Stueck nur aus verkohlten Gerippe besteht. Aber die ersten frischen Blaetter kommen schon durch.
Dann biegen wir rechts ab Richtung Kachikau. Die Strecke zieht sich, aber sie ist gut zu fahren.
Schon von Weiten sieht man die Huegel und die 2-3 verschiedenen Spuren. Welche nehmen wir diesmal? Es waere gut wenn man sich darueber schon im Vorfeld klar ist, welche man nehmen will. Aber leichter gesagt als getan. Im letzten Moment sieht es auf der anderen Spur doch besser aus und das Lenkrad wird noch einmal mit Schwung rumgerissen.
(Foto von Siggi)
Wie schon beim letzten Mal, sehen wir kaum Tiere. Es ist bruellend heiß und nur vereinzelt sehen wir eine Giraffe, ein paar Steinboeckchen oder ein Kudu die Piste kreuzen.
Dann merken wir, dass wir uns der Zivilisation naehern. Es liegt Muell auf der Piste. In Kachikau halten wir am Craft Center & Bottle Store. Boah... auf einmal so viele Menschen.....
(Foto von Siggi)
Fuer die Safari-Gruppen in den grossen Autos wirken wir wie Exoten. Wir werden gefragt, wir wir so gelebt haben in der kleinen Kiste (damit meinen sie unsere Bushcamper). Wir fragen sie auch nach ihrem Ziel. Als Antwort kommt "Okavango".
Wir decken uns schnell mit kalten Savannas & Cola ein ( unsere sind leider aus) , pumpen die Reifen auf und dann der Schock: wir treffen aus Asphalt. Auch wenn wir recht bald an der idyllischen Chobe Riverfront entlang fahren werden, so fuehlen wir uns jetzt grad etwas fehlt am Platz und aus der Realitaet gerissen. Breite asphaltierte Strassen mit Buergersteig, Kreuzungen, jede Menge Schilder, vor allem Geschwindigkeits- und Stopp-Schilder, Kinder in Uniformen, Ziegen, Shops (auch Bele´s Shop in Mabele entdecken wir!) und die erste recht neue Tankstelle.
zum ersten Mal sehen wir Baobabs bewusst mit gruenen Blaettern
bluehende Jacarandas
und Flamboyants
Schnell erreichen wir Ngoma Bridge. Wie unterscheidlich doch die Landschaft von einem Jahr zum anderen aussehen kann. Diesmal ist alles so gruen. Aber auf Namibia-Seite wird auch diesmal wieder gekokelt. Am Gate legen wir unsere Buchung fuer Ihaha vor, reduzieren wieder den Reifendruck und fahren runter zur Riverfront. Ach wie schoen kann rosaroter Tiefsand doch sein!
An der Riverfront hat die Arche Noah gerade die Tore geoeffnet.
Zebras, Impalas, Crocs, Giraffen, Geier, Pelikane, Kudus, Baboons, Voegel in allen Groessen. Echt Wahnsinn. Nur die Grossem fehlen. Ok, noch stehen wir nicht im Eli-Entzug.
Wir hoppeln die Riverfront ganz langsam entlang, mal unten am Wasser, dann wieder etwas weiter oben. Der Hunger macht sich bemerkbar, also gibt es Savanna & Cola mit Klebekaese & Kekse. Ein Glueck haben wir den Engel in greifbarer Naehe. Auf dem linken Arm, auf der Sonnenseite, kuendigt sich ein Sonnenbrand an.
Dann erreichen wir das Ihaha Camp. Wir haben eine Buchung fuer Campsite CI#3, was uns ueberhaupt nicht schmeckt, da es dort keinen Schattenbaum gibt. Wir fragen am Gate, ob wir tauschen koennen. Natuerlich heisst es erstmal geht nicht, man ist schliesslich fully booked. Ja ja, das kennen wir .... Aber wir koennen uns solange bis einer kommt auf Campsite 2 stellen, dort gibt es viel Schatten.
Dass Campsite 2 ein ganz fuerchterlicher Baboon-Baum ist entdecken wir erst ,als wir dort ankommen. Aber gut, genug Schatten hat es und das ist uns jetzt erst einmal wichtig. Die Baboons vertreiben wir einfach und ohne Gegenwehr ziehen sie ab. Wir parken die Autos und setzen uns in die Schattenhoehle. Es „duftet“ nach Baboonkacke, ausserdem sind ueber Tretminen. Egal. Wir machen es uns im Schatten bequem, bei kuehlen Getraenken.
Spaeter inspizieren die Maenner unsere gebuchte Campsite und wir ziehen dann um. Das Licht wird langsam schoener und die Temperature ertraeglicher. Und tatsaeschlich bekommt Campsite 2 doch noch ihre richtigen Besitzer. Gegenueber auf Namibia-Seite brennt es an einigen Stellen in der Naehe der Doerfer. Im Fluss vor uns sind ein paar Locals mit ihren Einbaeumen beim Fischen.
Die bewaffnete Patrouille bleibt aus. Wie wir spaeter erfahren, sind sie zur Unterstuetzung der Anti-Poaching-Truppe nach Kasane abkommandiert worden. Jedenfalls bleibt es am Abend ruhig und wir haben auch keine weiteren Besucher. Letztes Mal haben wir noch unsere Kreditkarten und einen Ausweis in der Keksdose versteckt und haben gehofft, dass die Nacht schnell vorbei geht. Diesmal wollen wir, dass sie gar nicht endet.
Ein happy-hour folgt dem naechsten und dann wird Reste-Essen gemacht. Unsere Kuechenkiste lichtet sich langsam und ein paar Sachen wandern schon zu Petra & Siggi rueber, die ja noch weitere 3,5 Wochen unterwegs sein werden. Neid....
(Foto von Siggi)
Und wieder geht in Africaaa die Sonne unter...
LG, Elsa
Teil 3204. März 2018
12.10.17 – Ihaha /Chobe Riverfront – Kasane
Leider muesen wir diesen herrlichen Platz heute schon verlassen. Wir haetten es hier durchaus noch laenger ausgehalten. Aber der Morgen steht ja noch im Zeichen eines letzten Game-Drives an der Riverfront entlang. Trotzdem sind wir ein bisschen bedrueckt, weil sich heute eigentlich unsere Wege trennen sollten. Aber nur eigentlich...
Es gibt ein letztes Fruehstueck in der ersten Reihe, mit allen Resten die der „Engel“ noch so hergibt. Vor uns grast eine grosse Herde Impalas.
(Foto von Siggi)
(Foto von Siggi)
Auch wenn unser Kuehlschrank nicht so kuehlte wie er sollte, so haben wir es trotz der naechtlichen „Warmphasen“ ganz gut im Griff gehabt. Nichts ist verdorben. Man muss halt nur ein wenig besser planen: vorher ueberlegen was man rausholt, wo was liegt, braucht man spaeter noch was, dann gleich mit rausholen, und vor allem schnell sein. Gut, das klappt nicht immer. Meistens liegen die Tonic-Dosen dann ganz unten drin und man muss das ganze Geruempel dann doch einmal raus- und wieder einraeumen. Es ist von Vorteil, wenn man Mitreisende hat, die immer kalte Getraenke haben! Wir hatten immer 2-3 kleine Wasserflaschen im Eisfach, die uns dann als Kuehl-Akkus dienten. Der groessere, 60 l Kuehlschrank mit den getrennten Faechern, war schon ideal fuer die lange Reise in der heissen Jahreszeit.
Wir packen zusammen und bevor es los geht, gibt es noch die letzten gemeinsamen Fotos mit Traumkulisse und unseren treuen Begleitern. Das war wirklich eine tolle Zeit!
Die Riverfront zeigt sich von ihrer schoensten Seite und heute sind sogar die Elis da. Zufaellig entdecken wir auch eine riesige Bueffelherde. Leider liegen die Tiere alle und wir kommen nicht naeher an sie heran. Es muessen hunderte sein. Inzwischen haben wir uns damit abgefunden, dass wir keine Katzen zu Gesicht bekommen zu haben. Welcher Fluch liegt da ueber uns? Wir muessen wohl noch weiter ueben... oder in den KTP fahren!
(Foto von Siggi)
Nach Serondela geraten wir dann in eine Eli-Blockade. Wir sind bereits einigen kleineren Herden auf dem Weg zum Wasser begegnet, sie haben sich aber nicht an uns gestoert.
Aber dann werden wir von einer grossen Gruppe, ueberwiegend Kuehe mit ihren Jungen, zum Anhalten gezwungen. Wir koennen weder vor noch zurueck. Sie stehen ueberall, hinter jedem Busch, vor und hinter unseren Autos. Wir sehen nur Grau, egal aus welchem Autofenster wir schauen. Das Herz rutscht uns etwas in die Hose. Nein, stimmt nicht, nicht etwas, sondern richtig. Sobald wir den versuchen ein paar Meter zu fahren, werden wir von den Halbstarken und jungen Bullen ohrenwedelnd in die Schranken verwiesen.
(Foto von Siggi)
Scheinangriffe sollte man immer ernst nehmen, also bleiben wir einfach stehen. Und das ziemlich lange. Hinter uns stehen bereits weitere Autos. Wir lassen Petra & Siggi die Vorfahrt, aber auch sie kommen nicht weit. Also heisst es warten. Da wir etwas unentspannt sind, gibt es von dieser Situation nur wenig Fotos. Irgendwann startet Siggi dann noch einmal einen Versuch und wir tasten uns cm-weise voran. Dann kommt der Moment, wo es heisst, schnell Gas geben und durch. Geschafft. Das Herz rutscht nur langsam wieder dahin wo es hingehoert.
Dann geht es die letzen km bis zum Gate und kurz darauf erwartet uns in Kasane buntes Treiben auf den Strassen.
Wir suchen zunaechst eine Tankstelle auf. Diesel gibt es aber nur an der Engen-Tankstelle kurz vor Kazungula. Dort pumpen wir dann auch ein letztes Mal in diesem Urlaub die Reifen auf. Unser 140 Liter Tank hat uns problemlos von Maun nach Kasane gebracht und wir haben sogar noch 10 Liter drin. Alles haengt natuerlich auch davon ab, wieviele Game-Drives man faehrt und vom jeweiligen Fahrstil. Urspruenglich hatten wir Bedenken gehabt und in Erwaegung gezogen, uns noch einen Reservekanister anzuschaffen. Da Savanna Car Hire diese aber verbietet, haben wir es nun einfach drauf ankommen lassen. Alle Sorgen umsonst.
Eigentlich hiess unser heutiges Ziel Senyati Safari Camp. Ein letztes Mal Elefanten in einem netten Camp zum Abschluss, bevor wir morgen den Wagen abgeben. So war der Plan. Wir sind uns allerdings einig, dass wir soeben einen schoenes Elefanten-Erlebniss als gebuehrenden Abschluss hatten und beschliessen nun, heute schon in Kasane zu bleiben. Fuer die kommende Nacht haben wir bereits eine Buchung im Kasane Selfcatering. Da sie aber heute keines der beiden Zimmer frei haben, checken wir kurzerhand nebenan in der Chobe River Cottages ein, wo auch Petra & Siggi die naechsten 3 Naechte einquartiert sind. So koennen wir die restliche Zeit bis zu unserem Abflug noch gemeinsam verbringen.
Die Wohnungen sind wirklich sehr schoen und gross und liegen in einem schoenen, fast tropischen Garten, sogar mit Pool. Solange die Zimmer noch nicht bezugsfertig sind, gehen wir mit einem kuehlen Savanna auf das Aussichtsdeck, welches im Schatten grosser Baeume direkt am Chobe liegt.
Dann beginnt die grosse Raeumerei, alles aus dem Auto ins Zimmer schaffen. Hier koennen wir dann in Ruhe packen. Morgen mittag kommt ein Mitarbeiter und Fahrer von Savanna den Wagen abholen. Die beiden sitzen gerade im Bus von Windhoek nach Kasane. Wehmuetig rauemen wir unseren Bushcamper leer, er war uns ein treuer Begleiter und unser zu Hause in den letzten 31 Tagen. Wir geben ihn nur ungern wieder her. In der Zwischenzeit sieht es im Zimmer aus, als haette die Bombe eingeschlagen. Wie kann das alles im Bushcamper seinen Platz gehabt haben und vor allem, wie soll das ganze jetzt in 2 Koffer passen?
Zwischen Raeumen, Duschen, saubere Klamotten finden und einem letzten Schluck zur Desinfektion aus der Whiskyflasche machen wir auch eine kleine Siesta. In richtig bequemen Betten. Anschliessend gehen wir gemeinsam zum Spar und kaufen noch ein paar Sachen, die mit auf die Reise nach Hause gehen. Petra & Siggi decken sich derweil fuer die kommenden Tage ein, ihre Reise geht ja noch weiter.
Abends gehen wir im schoenen Innenhof & Garten des „Old House“ gleich um die Ecke zu Abend essen.
Morgen frueh muessen wir fertig packen, dann unser Zimmer im "Kasane Selfcatering" beziehen und die Wagenabgabe machen. Fuer den Nachmittag steht dann noch eine Abschieds-Sundowner Tour auf dem Chobe auf dem Programm.
LG, Elsa
Teil 3305. März 2018
13.10.17 – Kasane
Auch wenn wir gut geschlafen haben, fuehlt sich alles etwas falsch an. Die naechtlichen Geraeusche, der gewohnte Griff zur Stirnlampe unter dem Kopfkissen, unserer gemuetliches Dachzelt und das morgendliche Rausgucken fehlen. Immer wieder im Urlaub wird uns bewusst, wie minimalistisch man doch eigentlich leben kann und wie gut man mit „Wenig“ zurecht kommt. (Die Vorleistung in Form von vielen $$$$ lassen wir jetzt mal aussen vor).
Ein leckeres und ausgedehntes Fruehstueck gibt es heute bei Petra & Siggi nebenan, ohne vorherigen Game-Drive.
(Foto von Siggi)
(Foto von Siggi)
Danach muessen wir unsere Taschen packen (ich hatte mich uebrigens im letzten Beitrag vertan, wir haben nur Faltaschen, keine Koffer, denn die haetten im Bushcamper ja gar kein Platz) und es passt auch tatsaechlich alles wieder rein. Anschliessend ziehen wir um nach nebenan, ins Kasane Selfcatering. Das Zimmer ist recht klein, schon etwas in die Jahre gekommen aber ganz nett eingerichtet, auch mit Kuechenzeile. Wir haben sogar ein Silbertablett mit einer Karaffe Liquoer und Gebaeck zur Begruessung dort stehen. Die Gastgeber, ein kanadisches Ehepaar was schon sehr lange hier lebt, ist aeusserst nett und zuvorkommend. Alles sehr persoenlich. Wir haben eine kleine Veranda mit Fruehstueckstisch und schauen in einen schoenen Garten. Das Aussichtsdeck und der Pool darf nebenan bei den Chobe River Cottages mitbenutz werden.
Mittags findet dann die Wagenabgabe im Hof statt. Die 2 Fahrer von Savanna werden den Wagen wieder nach Windhoek bringen. Wir gehen mit ihnen noch einmal die Sache mit dem Kuehlschrank und der Batterie durch und zeigen ihnen was damals in der Bagatelle Kalahari Ranch von den Elektrikern gemacht und wo die Leiter neu angeschweisst wurde. Auch ein Gummi vom Scheibenwischer hat sich geloest (vielleicht war es aber auch ein Toko der ihn zerrupft hat). Ansonsten ist technisch an dem Wagen nichts auszusetzten. Auch die Reifen, die bereits bei Uebernahme nicht mehr neu waren, sind ganz geblieben und sehen immer noch akzeptabel aus. Zumindest meinen die Fahrer, dass sie noch eine weitere Reise drauf bleiben werden. Der Plattfuss, den wir bei Third Bridge hatten, keine Ahnung was damit war. Wir haben ihn wieder aufgepumpt und gut wars. Wir haben danach keinerlei Probleme mehr damit gehabt. Ich habe einen Klos im Hals, als die beiden mit unsere Bushcamper dann vom Hof fahren.
Am Nachmittag werden wir zur Boots-Tour abgeholt. Die Tour haben wir direkt in der Unterkunft gebucht und fahren zunaechst zur Agentur, gegenueber dem Spar, um dort die Bazahlung abzuwickeln. Danach geht es zur privat Jetty, wo unser kleines Boot liegt. Getraenke gibt es nicht an Bord, also haben wir unsere eigenen mit.
Ist das schoen, mal gefahren zu werden und einfach nur zu gucken. Wir sehen Voegel in allen Groessen und Formen, jede Menge Monster-Crocs, Bueffel, Warane, Hippos, Letschwes, Waterbucks und natuerlich auch Elis, wenn auch diesmal bedeutend weniger als letztes Mal.
Hippo mit Karies
Zum Abschluss dann der „most famous sundown“ von Botswana.
Auch wenn wir hier am bekanntesten Hotspot schlechthin sind, koennen wir nicht behaupten, dass wir Menschenmassen gesehen haben. Sicher, es waren schon einige Boote unterwegs, aber wir fuehlten uns jetzt dadurch nicht gestoert, da sich doch alles ein wenig verteilt. Viel mehr empfanden wir damals die grosse Menschenmassen z.B. in Chobe Safari Lodge als ein no-go, wenn man gerade aus dem Busch kommt. Das hat uns erschlagen und wir haben dann das Weite gesucht.
Zur geschmacklichen Abwechslung haben wir heute Abend im Indischen Restaurant & Beer Garden, direkt gegenueber vom Spar gegessen. Nicht zu scharf, denn morgen geht es in den Flieger. Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung zu Fuss bis zu unserer Unterkunft. Auf der Veranda haben gab es dann das letzte Beisammensitzen bei einen guten Tropfen Wein zum Abschied. Petra & Siggi machen morgen die Tour zu den Vic Falls und werden frueh abgeholt. Und wir werden unsere lange Heimreise antreten.
Eine wunderschoene und erlebnisreiche Reise geht leider zu Ende. Ich sage noch nicht tschuess. Morgen kommen noch ein paar Worte ...
LG, Elsa
Teil 3406. März 2018
14.10.17 – Kasane – J´burg - Rio
Der schlimmste Tag der ganzen Reise ist gekommen. (Na ja, der erste war nun auch nicht so toll... aber dann relatif schnell verdraengt) Ein bekanntes Zitat drueckt es ziemlich gut aus, ich passe es hier mal fuer uns an :
„ Wir hatten Botswana noch nicht verlassen, aber als ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach... „
Unser Flieger geht erst um 13.00 Uhr, somit koennen wir ausschlafen, in Ruhe fruehstuecken und unsere letzten Sachen packen. Wir koennen bis um 11.00 Uhr im Zimmer bleiben. Dann bringt uns ein Taxi zum Airport. Wir sind geflasht von dem grossen modernen Gebaeude. Aber wir waeren nicht in Afrika, wenn nicht wenigstens einmal kurz der komplette Strom ausfaellen wuerde.
Alles klappt problemlos und aus der Luft blicken wir noch einmal auf den Chobe, den Busch den wir die letzten Wochen durchquert haben und die weissen Salzpfannen.
Da SAA unseren Nachtflug nach Sao Paulo gestrichen hat, haben wir auf deren Kosten einen Stop-over in J´burg. Am naechsten Vormittag geht es dann per Tagesflug weiter nach Sao Paulo und anschliessend nach Rio. Auf dem Flug von J´Burg Richtung Westen ueberqueren wir bei schoenstem Wetter den Sueden Namibias und sehen auch das Oranje-Delta am Atlantik. Am spaeten Abend des 15.10. landen wir dann muede, aber gluecklich und gesund zu Hause.
Das war Botswana quer durch! Durch das Land der grauen Riesen! Ich hoffe euch hat es Spass uns auf diesem Abenteuer zu begleiten.
Und wie immer, wenn ich aus dem Urlaub komme, haben ich da schon wieder so eine Idee … Bis zum naechsten Mal, Elsa & DH