während unseres 3-wöchigen Aufenthalts in Kasane im November 2016 hatten wir einen Ausflug nach Zimbabwe eingeplant, um uns zwei bzw. drei Unterkünfte von African Bushcamps anzusehen.
Die Tiersichtungen hielten sich stark in Grenzen, das hatte damit zu tun, dass es an einigen Stellen bereits geregnet hatte und die Tiere zu diesen Plätzen unterwegs waren, um frisches Grün und genügend Wasser zu finden. Es ist also diesmal eher ein Reise- und Unterkunftsbericht.
Sonntag 13.11.2016
Gegen 09:15 werden wir von der Garden Lodge abgeholt und an den Grenzübergang Kazungula gefahren. Die ca. 8 km sind schnell bewältigt und schon bald stehen wir vor der Grenzstation in ZIM. Ach wie ist das schön, wenn einem der Ablauf so vertraut vorkommt 😵 Vor dem Haus der Grenzabfertigung hat sich bereits eine Schlange gebildet, in die wir uns einreihen. Es ist ja nicht so, dass wir eine Busladung von Touristen vor uns haben, die nach VicFalls wollen. Nein, nein, das altbekannte Problem ist: Es gibt zwar drei Schalter, aber nur einer ist für die Einreise zuständig. Während also an Schalter 1 zwei Beamte fleissig die Einreiseformulare ausfüllen, in Listen eintragen und abstempeln, unterhalten sich die Jungs an Schalter 2 und 3, lachen viel und haben ihren Spass 😈 😈
Ach ja, nicht zu vergessen: Die Touristen, die endlich den Anfang der Schlange erreicht haben bekommen erst einmal Einreiseformulare in die Hand gedrückt, die sie ausfüllen müssen. Das tun sie dann auch und dürfen sich zur Belohnung wieder am Ende der Schlange einreihen. Komischerweise finden sie das gar nicht lustig und die Stimmung ist irgendwie „im Keller“. Dazu kommt noch, dass es im Grenzhaus ziemlich schwül und stickig war, angenehm geht irgendwie anders! Wir haben glücklicherweise noch Formulare vom letzten Mal übrig. Die hatten wir bereits am Morgen ausgefüllt und können uns deshalb eine zweite Runde in der Warteschlange ersparen.
Nach einer halben Stunde haben wir die Einreiseprozedur hinter uns gebracht und werden von unserem „neuen“ Fahrer Fortune begrüsst. Unser Gepäck befindet sich bereits im Minibus, wir laufen nur noch zum Grenztor. Fortune fragt: „Hat man euch ein kleines Stück Papier gegeben?“ Wir schauen ihn irritiert an. „Was meinst du? Wir haben unser Visum im Pass und das war´s!“ „Ok, normalerweise braucht ihr noch einen Passierschein, mal schauen, ob sie uns auch ohne den durchlassen.“ Mit Schaudern stelle ich mir vor, wie wir uns noch mal in die Schlange einreihen müssen, weil jemand vergessen hat, uns diesen Schein zu geben. Die Leute am Tor betrachten uns kritisch, Fortune redet in der Sprache Shona etwas ausführlicher mit Ihnen, dann kommt ein kurzes Kopfnicken und wir dürfen endlich „offiziell“ nach ZIM einreisen und in den Minibus steigen.
Die Fahrt zum VicFalls Airport ist ausgesprochen kurzweilig. Fortune erweist sich als guter Gesprächspartner und wir haben wirklich interessante Gespräche. Ausserdem übt er mit uns einige Worte in der Sprache Shona, diese Lektion nehmen wir gerne an. Gegen 11:00 erreichen wir unser Ziel. Ich muss sagen, wir sind beeindruckt! Wer den alten Airport noch kennt, der wird den umgebauten, modernisierten Flughafen kaum wiedererkennen. Ich finde, die Gebäude sind richtig gut geworden und die Klimaanlage im Innern funktioniert prächtig. Nachdem uns Fortune zum Schalter von Safari Logistics gebracht hat, verabschieden wir uns von ihm, erhalten unser Flugticket und warten am benachbarten Restaurant. Bald erscheinen zwei Touroperator aus Südafrika. Jetzt müssen wir noch auf eine französische Reisegruppe warten, deren Zubringer-Flug sich verspätet hat. Als die eintreffen, wird unsere Gruppe noch von Yvonne, einer Mitarbeiterin von African Bushcamps, komplettiert, dann setzt sich unsere kleine Karawane in Bewegung. Wir passieren die Gepäckkontrolle und bald darauf marschieren wir am Flugfeld entlang zu unserer Maschine.
Der Flieger wird beladen, die 10 Passagiere klettern in die Maschine und um 12:15 rollen wir zur Startbahn. Der reguläre Flugplan der Safari Logistics Maschine lautet: VicFalls – Hwange – Kariba – Mana Pools – VicFalls. Also ist der Somalisa Airstrip der erste Landepunkt auf unserem Flug. So denken wir zumindest. Wir starten bei sonnigem Wetter und nehmen die ca. 35 Minuten zum Hwange in Angriff. Das Land unter uns leuchtet in gelben und braunen Tönen, man sieht, dass alles ziemlich ausgedörrt ist.
Eine halbe Stunde später gehen wir in den Sinkflug über, allerdings hat sich das Wetter inzwischen geändert und vor uns hat sich eine dunkle, drohende Wolkenwand aufgebaut. Blitze zucken unaufhörlich zur Erde hinab und man sieht dichte Regenschleier. Das Flugzeug fängt an, „herumzuhüpfen“ und wir sind froh, dass wir in keiner kleinen 4-Sitzer-Cessna sitzen. Während ich mir noch so meine Gedanken mache, ob das eine gute Idee sei, weiter in den Gewittersturm zu fliegen, dreht die Maschine plötzlich ab und wir entfernen uns von den dunklen Wolken. Der Pilot sagt etwas zu den Passagieren, die hinter ihm sitzen und diese Info wird Stück für Stück – wie bei der „stillen Post“ nach hinten weiter gegeben. Unser Flugzeugführer hat entschieden, dass eine Landung viel zu riskant sei und dass wir jetzt einen Ausweichflughafen anfliegen werden. Das ist eine gute Idee! Man kann sehen, dass alle Insassen sehr froh sind, diese „Mutprobe“ nicht mitmachen zu müssen.
Eine Viertelstunde später erreichen wir den Hwange National Park Airport und landen dort, jetzt wieder bei schönstem Wetter. Der Flughafen sieht absolut verlassen aus, noch nicht einmal das kleinste Flugzeug ist irgendwo geparkt, wir sind also die einzigen Gäste. Der Pilot geht ins Flughafengebäude und kommt bald darauf zurück. Im Schlapptau hat er einen Angestellten, beide schieben einen Gepäckwagen vor sich her. Jetzt bekommen wir auch eine Erklärung:
Der Somalisa Airstrip hat keine eigene Wetterstation. Als der Pilot vor dem Start bei der Station Hwange anfragte, wurde ihm sonniges Wetter bestätigt. Das stimme ja auch, leider konnte niemand vorhersehen, dass ein Gewitter genau über dem Somalisa Airstrip sein Unwesen treiben würde!
Wie soll es jetzt weiter gehen? Somalisa konnte nicht angeflogen werden, der Pilot muss aber die französische Reisegruppe nach Kariba fliegen. Also werden alle, die nach Somalisa wollen, hier ausgeladen. Nun erweist es sich als Glücksfall, dass wir Yvonne bei uns haben. Mit ihrer freundlichen, sehr sympathischen Art beruhigt sie uns erst einmal und führt dann ein paar Telefonate, während die andere Gruppe wieder das Flugzeug besteigt und weiterfliegt.
„Alles kein Problem“ sagt Yvonne und lächelt uns an. „Ich habe alles organisiert.“ Es kommt gleich ein Fahrzeug, das bringt uns zur Hwange Safari Lodge. Dort werden wir erst einmal zu Mittag essen. Von Somalisa aus ist inzwischen unser Guide gestartet. Der holt uns in der Lodge ab und bringt uns zum Camp. Hmmm… das hört sich doch alles sehr gut an. Eine Viertelstunde später erscheint tatsächlich unser „Taxi“ und bringt uns zur Lodge, die sich nicht weit entfernt vom Flughafen befindet. Die Hwange Safari Lodge ist mit ihren 100 Zimmern nicht unbedingt eine Traumunterkunft, aber für unsere Zwecke ist sie absolut ausreichend. Gegen 14:00 erreichen wir die Lodge, Yvonne geht sofort los, um für uns noch ein Lunch zu organisieren. Während wir in einem Aufenthaltsraum mit Blick auf ein schönes Wasserloch unser Lunch bestellen und warten, vertreibt uns Yvonne die Zeit. Ich möchte es noch einmal sagen: Sie ist eine wirklich angenehme Gesprächspartnerin, die mit ihrer lustigen Art schlechter Stimmung absolut keine Chance gibt.
Obwohl wir die einzigen 5 Gäste sind und nur zwei verschiedene Gerichte (= Burger) bestellt haben, scheint die Küche überfordert zu sein. Wir überlegen schon, ob es vielleicht ein Fehler war, nur Burger zu bestellen, weil die Kühe noch gejagt werden oder weil nur ein Pfanne vorhanden ist ? Irgendwann macht sich Yvonne auf den langen Weg in die Küche, um nachzuhaken und tatsächlich! Nur wenige Minuten später kommt unser Essen! Applaus, Applaus 😗
Die Burger schmecken gar nicht so schlecht und mit einem vollen Magen steigt der „Gute-Laune-Pegel“ in der Gruppe zusehends. Als dann gegen 16:00 Guide Lewis vom Somalisa Camp auftaucht, um uns abzuholen, sind wir absolut entspannt. Lewis hat eine Begleiterin dabei. Sie ist ein Touroparator aus Kanada und wollte eigentlich mit „unserer“ Maschine weiter nach Mana Pools fliegen. Da wir jedoch umkehren mussten, fuhr sie mit Lewis, sie hatte ja nichts Besseres zu tun. Auch dieses Problem wird von Yvonne geregelt. Die Dame aus Kanada soll mit uns zurück fahren und am nächsten Morgen ausfliegen. Bei kühlem, inzwischen regnerischem Wetter starten wir zu unserem Trip in den Hwange. Es ist also nicht wirklich ein Gamedrive, sondern halt ein Transfer, auf dem wir ein paar Vögel und Impalas sehen. Gegen 18:00 sind wir endlich im ersten Camp unserer Reise angelangt und man erwartet uns bereits mit feuchten Tüchern, die uns beim Aussteigen überreicht werden.
Für uns ist es interessant, die Entwicklung von Somalisa zu beobachten. Als wir im März 2010 dieses Camp zum ersten Mal besuchten, bestand es aus 6 Zelten mit Bucket Shower und Open-Air Badezimmer. Der Pool an der Main Area war unbenutzbar, denn die Elefanten hatten ihn schon längst als Wasserloch in Beschlag genommen. Damals sass man direkt neben dem Pool und war von den Elis nur durch ein paar Baumstämme, die auf der Erde lagen, getrennt. Bei unserem zweiten Besuch in 2012 war bereits ein „Viewig Deck“ dazu gekommen und die Main Area war etwas vergrössert und modernisiert. Im Vergleich zu unserem aktuellen Besuch in 2016 hat sich alles noch einmal komplett verändert. Das „neue“ Somalisa besteht jetzt aus 7 Grossraumzelten mit Tür, Veranda, Innen- und Aussendusche und einem integriertem Santärbereich. Alles in allem ist es jetzt um einiges luxuriöser als in früheren Zeiten, die Zelte von damals haben sich in Chalets mit Zeltwänden verwandelt. Trotzdem hat sich das Camp durchaus noch den Charme der Vergangenheit zumindest zum Teil bewahrt und die Elis oder sonstige Tiere können immer noch überall herum wandern. Auch die Main Area hat sich noch einmal verändert, jetzt mit Pool / Wasserloch für die Elis und einem erhöhten separaten Pool für die Gäste.

Direkt in Sichweite, aber trotzdem getrennt, befindet sich Somalisa Acacia, bestehend aus zwei „normalen“ Zelten, sowie zwei Familienzelten. Das ehemalige Somalisa Camp – jetzt Somalisa Expeditions – wurde an einer anderen Stelle neu aufgebaut, denn es gibt immer noch genügend Gäste, die diese Unterkunft den luxuriösen Zelten vorziehen. Das kann ich durchaus verstehen, auch wenn uns das aktuelle Somalisa gut gefallen hat.
Nach der Begrüssung werden wir in die Main Area gebeten, können uns erst einmal hinsetzen und erhalten einige Infos zum Camp und zum Tagesablauf. Dann führt man uns zu den Zelten. Wir richten uns ein und werden zum verabredeten Zeitpunkt, nämlich um 19:00 zum Sundowner bzw. Dinner abgeholt. Zur Erinnerung: Wenn es dunkel ist, sollte man unbedingt auf den Guide warten, auch wenn die Main Area gar nicht weit weg ist. Uns Gästen fehlt in der Regel das Gespür, um wilde Tiere rechtzeitig in der Dunkelheit zu entdecken und den Sicherheitsabstand zu wahren.
In der Main Area angekommen, werden wir von Yvonne nach unseren Getränkewünschen gefragt. Dann unterhalten wir uns bei einem Glas Rotwein. Was Yvonne betrifft, kann ich leider nicht neutral berichten. Wir beide haben innerhalb kürzester Zeit ein sehr inniges Verhältnis, das sollte sich in den folgenden zwei Tagen fortsetzen; allerdings musste Ruth nicht wirklich eifersüchtig werden 😉
Um 19:30 werden wir zum Dinner gerufen. Das Essen ist sehr gut, der Wein sowieso und die Zeit geht wie im Flug vorbei. Zwei Stunden später sind wir bereits wieder in unserem Zelt und bereiten uns für die Nachtruhe vor. Wir liegen bereits im Bett und können an der Wasserstelle, die sich vor unserem Zelt befindet, einige Impalas sehen, sonst ist es – bis auf die nächtlichen Geräusche des Busches – herrlich ruhig. Bald darauf sind wir bereits im Land der Träume, untermalt werden diese von einer monotonen Krötenmusik, denn die Regenzeit hat begonnen und viele, viele Kröten haben sich am Wasserloch eingefunden, um miteinander in einen Gesangswettstreit zu treten. Tja, wer nah an der Natur sein will, der muss auch so etwas ertragen können.
Montag 14.11.2016
Wie so oft bin ich bereits wach, bevor um 05:30 der Wecker klingelt. Raus aus den Federn und den neuen Tag begrüssen! So etwas muss man mir nicht zweimal sagen. Ruth ist auch schon erstaunlich wach, normalerweise braucht sie ein paar Minuten, um in den „Actionmodus“ zu kommen, aber heute geht alles sehr schnell. Um kurz vor 06:00 finden wir uns zum Frühstück ein, kurz darauf kommt Guide Lewis und die zwei Touroperator-Mädels aus Südafrika. Eine ältere Lady aus den USA taucht auf, damit ist unsere Safarigruppe auch schon komplett. Um kurz vor 06:00 sitzen wir bereits im Fahrzeug und freuen uns auf diesen Gamedrive. Mit Lewis bin ich innerhalb einer Stunde ein Herz und eine Seele. Wir beide verstehen uns prächtig, das macht die Gamedrives für mich natürlich noch ein wenig netter.
Wir fahren durch einen – ziemlich trockenen – Wald, passieren Ray´s Pan mit dem Wasserloch, aber es ist kein Wild zu sehen. Nur ein paar Vögel sitzen ab und zu am Rand der Piste. Wir fahren und fahren, aber es ist nichts Vierbeiniges zu entdecken.
Nach 1 ½ Stunden werden wir fündig. Drei halberwachsene Löwen liegen in der Nähe der Pad. Na, wenigstens etwas! Wir verlassen die Piste und nähern uns den Katzen. Sie sind etwas unruhig. Uns ignorieren sie zwar, aber sie heben immer wieder die Köpfe, wittern und schauen in eine bestimmte Richtung. Wir können nicht erkennen, was sie da vielleicht sehen.
Zwanzig Minuten später geht es für uns weiter. Ein Stück weiter hören wir den schrillen Ruf eines Southern Black Korhaan. Ich mag sein Balzverhalten. Dann fliegt er hoch in die Luft und landet fast senkrecht. Das erinnert an einen Helikopter. Wir können den Vogel auch sehen, aber er denkt gar nicht daran, für uns eine Show abzuziehen. Wir erreichen ein Wasserloch. Grössere Tiere ? Fehlanzeige. Einige Tauben sitzen am Rand und ein paar Schwalben fliegen knapp über der Wasseroberfläche, um Insekten zu fangen. Leider ist meine Linse nicht geeignet, diese Action aufzunehmen. Lewis steigt aus und zeigt uns ein Elfenbeinstück, das einmal zu einem Stosszahn gehörte. Wir dürfen es alle begutachten, dann wird es wieder an seinen Platz zurückgelegt. Ehrlich gesagt wundert es mich, dass dieses Stück nicht schon längst einen Liebhaber gefunden hat.
Ein Kudu lässt sich kurz im dichten Buschwerk blicken, ein Stück weiter sitzen vier Magpie Shrikes (Elsterwürger) im Baum. Sie müssen sich gut festhalten, denn ein heftiger Wind fährt durch ihr Gefieder. Etwas später zeigt sich ein Yellow-Billed Hornbill auf einem Ast. Er sucht nach Insekten und lässt sich von uns nicht dabei stören. Wir erreichen eine flache Pfanne. Oh! Eine Giraffe taucht auf. Das ist heute Vormittag schon ein echtes Highlight 😗
In der Nähe eines Wasserlochs halten wir unter einem Baum, um eine Kaffeepause einzulegen. Ein paar Schritte von hier befindet sich das Ngweshla Camp, hier können wir die Toilette benutzen. Ich laufe hinüber und treffe einen alten Mann mit einem Besen in der Hand. Ich begrüsse ihn höflich auf Shona (das hatte mir Fortune auf unserer Fahrt nach VicFalls beigebracht), doch er schaut mich nur missbilligend an. Habe ich vielleicht undeutlich gesprochen? Ich wieder hole meine Begrüssung – keine Reaktion. Dann antwortet er mir mit gebrochenem Englisch: „Ich spreche kein Shona, ich bin Ndebele!“ Aha! Aber immerhin hat er sehr wohl verstanden, welche Sprache ich spreche. Ich lächle ihn trotzdem an und wünsche ihm auf Englisch einen schönen Tag. Jetzt ist er zufrieden und seine Miene hellt sich etwas auf. Mir wird wieder einmal bewusst, dass in Afrika nicht das Volksbewusstsein, sondern das Stammesbewusstsein an erster Stelle steht. Eine ähnliche Erfahrung habe ich einen Tag später gemacht, als mir eine Angestellte des Camps erzählte, sie wäre eine Venda und – hätte sie einen Shona-Freund – müsste sie es vor ihrer Familie geheim halten. Ich bin in der Geschichte dieser Völker nicht so bewandert, aber es muss wohl mal einen Aufstand gegeben haben, in dessen Verlauf die Shona viele Venda massakrierten und das scheint bis heute nachzuwirken.
Ich kehre wieder zum Wagen zurück und setze die Kaffeepause fort. Am Wasserloch sind zwei Kronenkraniche gelandet. Laut Lewis ist es das erste Paar in dieser Saison. Sie erscheinen immer zu Beginn der Regenzeit und die beginnt ja gerade. Auf unserer Fahrt passieren wir wieder etwas dichteres Buschwerk. Aus dem trockenen Gestrüpp leuchtet überall das knallrot der Fireball-Lillys, das ist ein schöner Kontrast zu dem ansonsten trockenen Land. Einige Kudus, ein paar Vögel, mehr Sichtungen gibt der Vormittag nicht her. Um kurz vor 12:00 erreichen wir wieder Somalisa und werden von einer Gruppe Zebras empfangen. Sie sind etwas scheu, wollen eigentlich gerne zum Wasserloch, aber sie scheinen irgendetwas gewittert zu haben, denn sie bleiben weiterhin in respektvollem Abstand stehen.
... wird fortgesetzt



