von Graskop · Oktober 2015 · 26 Tage · Selbstfahrer · 30 Teile
Über diesen Reisebericht
Im Oktober 2015 sind wir zu zweit gut drei Wochen mit dem Mietwagen durch Südafrika, Botswana und Simbabwe unterwegs, campen im Dachzelt und übernachten in Chalets. Gleich am ersten Tag bekommen wir statt des gebuchten Fahrzeugs einen Doppelkabiner mit zwei Dachzelten - der erste von mehreren kleinen Rückschlägen mit dem Wagen, darunter ein kaputtes Kühlschrankkabel und zweimal eine leere Batterie. Dafür entschädigen uns die Tierbegegnungen: Am Wasserloch der Ivory Lodge im Hwange-Nationalpark beobachten wir aus teils nur einem Meter Entfernung, wie Elefanten miteinander umgehen, Konflikte lösen und aufeinander aufpassen, in Elephant Sands erleben wir Ähnliches. Auf einer Pirschfahrt im Krüger, unweit von Letaba, sehen wir an einem einzigen Tag gleich dreimal einen Honigdachs - nach über 20 Wochen im südlichen Afrika unsere ersten überhaupt. Zwischen Botswana und Simbabwe halten uns Polizeikontrollen und Grenzformalitäten immer wieder auf, mehrfach werden Bußgelder fällig.
Nach dem Panorama-Highway bei Graskop und Dullstrom übergeben wir den Wagen in Johannesburg und fliegen für drei Tage nach Ruanda und Uganda weiter, diesmal geführt mit eigenem Fahrer. Im Bwindi-Nationalpark trekken wir zu einer Berggorilla-Familie; ein junges Weibchen setzt sich vor mich und schnuppert vorsichtig an meiner Kleidung. Eine Bootstour auf dem Lake Mutanda führt uns zu einer ehemaligen Verbannungsinsel und zur einzigen bewohnten Insel des Sees, wo wir mit Dorfbewohnern und Kindern ins Gespräch kommen. Nach der Heimkehr fehlen uns nicht nur die Landschaften und Tiere, sondern vor allem die Menschen, denen wir unterwegs begegnet sind.
Diese Übersicht wurde automatisch erstellt und vom Autor freigegeben.
Teil 102. Nov. 2015
Hallo liebe Forumsgemeinde,
schreib ich einen Reisebericht oder schreib ich keinen? Ich muss mich entscheiden. Bei Einigen von Euch scheinen ja Berichte inzwischen verpönt. Andere lesen wohl auch den Einhundertsiebzehnten immer noch gern. Ich bin hin und hergerissen. Der Schorsch hatt das in der Einleitung seiner Kurzfassung gerade sehr gut beschrieben.
Aber irgendwie macht mir das Schreiben auch mächtig Spaß. Und den Titel hab ich schon seit Beginn der Reise im Kopf. Außerdem wird es Winter und somit die Tage kürzer. O.K. ich hab mich überredet. Ich schreib einen Bericht. 😄
Die Route ab Johannesburg Airport:
Hammanskraal(RSA) - campen De Rust Caravan park Palapye(BW) - campen Itumela camp Serowe(BW) - campen Khama Rhino Nata(BW) - campen Nata Lodge Elephants Sands(BW) - campen Hwange(SIM) - campen Robins camp Hwange(SIM) - campen Sinamatella Hwange(SIM) - campen Ivory Lodge Matopos NP(SIM) - Chalet Maleme Dam Moremi village(BW) - campen Goo Moremi Gorge Kruger NP(RSA) - Chalet Punda Maria Kruger NP(RSA) - Chalet Mopani Kruger NP(RSA) - Chalet und campen Letaba Graskop(RSA) - Chalet Havanna nights Dullstrom(RSA) - Hotel Dullstrom Inn Johannesburg - Safari Club SA Flug nach Kigali(RW) Fahrt zum Lake Mutanda(UG) in die Chameleon Hill Lodge Rückflug von Kigali über Amsterdam nach Berlin.
Teil 203. Nov. 2015
Noch ein paar Worte, bevor es losgeht.
Der Titel: 3 Tage vor Reisebeginn lief ich an einem Buchladen vorbei. Aus dem Augenwinkel sah ich, dass ein neues Buch angepriesen wurde. Es war das neue Werk von Tommy Jaud :Einen Scheiß muss ich! Tommy kam natürlich mit auf die Reise. 😛 Auf die Reise, die ich seit 11 Monaten plante, und die dann mehrmals anders verlief als geplant..... 🤩 Die Fluggesellschaften: Air France, Air Rwanda, KLM Alle haben einen guten Job gemacht! 😎 Die Autovermietung: ZEBRA CAMPER Warum Zebra? Ich hatte die Vorstellung, das ein lokales Unternehmen weiß, worauf es bei einem Auto ankommt, mit dem man in die Wildnis (Wasser, Tiefsand, Geröll) will. Außerdem haben die ein Büro in Vic Falls, sind also auch in Simbabwe greifbar. Und der Preis spielte zum Schluss auch eine Rolle. Zirka ein Jahr vor Reiseantritt habe ich einen Toyota Hilux Trax über deren deutschen Vermittler gebucht. Ein paar Wochen später erschienen hier im Forum 1 bis 2 nicht so schöne Berichte über diese Firma. Danach hatte ich ein wenig Bauchschmerzen, redete mir aber gut zu, dass sie nach solch negativen Schlagzeilen bei mir bestimmt alles besonders gut machen. 😗 Nun ja, ich will hier nicht vor greifen, nur eins noch: Ich werd hier - immer wenn die Sprache auf das Fahrzeug kommt - so neutral als möglich schreiben und möchte hier keine weitere Diskussion über diese Firma entfachen. Vielleicht bin ich ja auch einfach zu mimosenhaft. 😊 Möge sich jeder sein eigenes Urteil bilden.
LG Silvio
P.S. Sorry, aber bis zu den ersten Bildern dauerts noch. 🙁
Teil 303. Nov. 2015
02.10.15 Strecke: Johannesburg - De Rust Caravan park (100km) Campsite: DeRust Caravan Park für 250Rand+80Rand Parkeintritt für Auto und 2P
Nach einem ruhigen Flug Berlin – Paris – Johannesburg mit Air France landen wir pünktlich um 10.00 Uhr. Erstmal wird das übliche Foto: „Hallo Elefant, da sind wir wieder“ geknipst.
Danach geht’s zum ATM. Jedes mal atme ich auf, wenn diese Maschine mir das erste Geld entgegen streckt und freue mich, dass meine Visacard noch funktioniert. Jetzt noch das Auto in Empfang nehmen und der Urlaub kann beginnen. 😎 Wir haben vor zirka `nem Jahr einen Trax bei Zebra camper gemietet. Wir mögen den Komfort den man gegenüber einem Dachzelt hat. Auch das Leiter rauf und runter klettern überlassen wir in unserem Alter lieber den gefiederten Frühstücks-Ei-prodozierenden Freunden. 🤪 Nun ja, dieser Urlaub hatte anderes mit uns vor….
Am Aerportausgang werden Mr & Mrs Graskop auch schon erwartet und los geht’s zur Vermietstation. Durch Zufall haben wir auch den Vertreter der Firma für den deutschsprachigen Raum mit an Bord.
Im Büro der Station wird uns als Erstes mitgeteilt, das wir keinen Trax bekommen da der für uns Vorgesehene in der Werkstatt sei. 🙄 Stattdessen bekommen wir einen Doublecab mit mit 2 Dachzelten. 🤩 Ramona ist den Tränen nahe und ich fühle mich irgendwie hilflos. Unser Vermittler verschwindet in einen Nebenraum. Nicht zum letzten Mal in diesem Urlaub ergebe ich mich einfach meinem Schicksal ohne mich zu wehren. Man erlässt uns noch großzügig die Mautpauschale von 450 Rand und dann geht's zur Autobesichtigung.
Die verläuft für mich wie in Trance. Ich bemerke noch, das der Wasserbehälter nicht voll ist und ein Schlauch zum Nachfüllen fehlt. Aber das geht irgendwie unter. Auf mein Bitten prüfe ich zum Schluss zusammen mit dem Vermittler die Papiere. Die sind in Ordnung, auch für Simbabwe. Feuerlöscher Warnwesten und Warndreiecke sind auch vorhanden. Uns wird nochmals versichert, dass der Trax uns in 5-6 Tagen nachgebracht wird.
Also fahren wir los. Noch schnell ein erster großer Einkauf bei Checkers, den ganzen Kram irgendwie im Auto verstaut und dann geht's Richtung De Rust Caravan Park. Leider müssen wir durch den Feierabendverkehr in Pretoria.
De Rust ist für uns ideales nicht eingezäuntes Camp zum Ankommen. Auf den letzten 3km zum Camp sehen wir schon viele verschiedene Antilopenarten, Strauße, Zebra und auch Elefanten die wohl gelegentlich sogar durchs Camp flanieren. Noch ein wenig in Gedanken vergessen wir leider das Fotografieren. 😠 So gegen 5 kommen wir im Camp an. Schnell das Dachzelt aufgebaut, ein erstes Steak gegrillt und dabei überlegt wie es weitergeht.
Wir beschließen noch einen Tag zu bleiben um das Auto vernünftig einzuräumen, denn auf einen Wagen ohne Schränke waren wir nicht vorbereitet. Außerdem haben wir eine schöne Campsite direkt an einem kleinen Bach. Hier hält man es gut aus. Kurz nach dem Essen verschwinden wir auch schon im Bett. Morgen wird es dann schon fröhlicher, versprochen! Und Tiere gibt es auch. 😉
Teil 404. Nov. 2015
03.10.2015 Relaxen in De Rust
Erstaunlich, die erste Nacht in einem Dachzelt und ich hab echt gut geschlafen.
Also erst mal frühstücken und dabei einen Plan gemacht, wie wir das Auto beladen um anschließend unsere Sachen und die Lebensmittel ohne große Suche wiederzufinden. 😎 Gut, ich geb`s zu, den Plan hat Ramona erarbeitet. Aber ich hab dann bei der Ausführung sehr interessiert zugeschaut.... Na ja, 10min jedenfalls. 😛 Dann wollt ich nicht länger stören und hab mal zum campeigenen Wasserloch geschaut.
Nachdem wir dann den Rest gemeinsam eingeräumt hatten, sind wir gemeinsam über den Campingplatz getingelt und haben uns über kleine Entdeckungen gefreut.
Und dann sehen wir auch etwas Großes. 🤩
Der Waran war bestimmt 1,5m lang und zeigte erstaunlich wenig Scheu. Bis auf zirka 7 m kam er auf uns zu. Das war doch schon mal eine Sichtung über die man sich freuen kann. 😎 Danach wird relaxt - bei einem Buch, ein wenig Wein und ein wenig Bier. Fast unbemerkt bekamen wir Besuch.
Dieser Waran war ein wenig kleiner, zirka einen Meter lang, aber noch zutraulicher als der Erste. Und er entschloss sich dazu, uns Gesellschaft zu leisten. 🤪
Sonst aber war es ein schöner ruhiger Tag, über den es nichts weiter zu berichten gibt.
Daher noch eine Gute Nacht Geschichte: In meinem letzten Reisebericht erwähnte ich, das ich kein großer Freund des Grillens bin. Zu dieser Zeit hatte ich schon den Trax bei ZEBRA gebucht. Und so schrieb mir deren Vermittler folgende Nachricht in den Bericht:
@ Silvio,
freu dich auf deine Küche, mehr sag ich nicht......
Und wir haben uns auf unsere Küche gefreut.
Allerdings wusste ich nicht, das sie so aussehen würde: 😣 😗
LG Graskop
Teil 506. Nov. 2015
04.10.15 Strecke: Hamaanskral – Palapye(Botswana) 470km Campsite: Camp Itumela für 85 Pula pP +25 Pula für Strom
Von Vogelgezwitscher und den ersten Sonnenstrahlen werden wir geweckt.
So schön kann campen in Südafrika sein. Auch mit dem Dachzelt haben wir uns inzwischen arrangiert. Das Sachen finden bereitet uns immer noch Kummer, aber wir nehmen es mit Humor. Wie klein sind doch unsere automobilen Probleme gegen die, welche andere REISENDE 😗 😄 aus dem Forum schon hatten. Gegen 9.00 Uhr verlassen wir das Dinokeng Game Reserve, in dem sich das De Rust Camp befindet.
In Mokopane gehen wir noch mal einkaufen. Wir bekommen alles, außer Alkohol, heut ist nämlich Sonntag. Wie gut, dass wir noch Reserven haben. 😉 Die Stadt ist voll von blühenden Jacaranda
Um 11.00 Uhr sind wir am Grenzübergang Groblers Bridge. Um diese Uhrzeit, noch dazu am Sonntag, rechne ich nicht mit viel Verkehr. Ich werde aber schwer enttäuscht. 🙄 Wie jeden Tag haben wir schon wieder weit über 30 Grad und müssen auf RSA Seite 40 Minuten in der prallen Sonne anstehen. Später stehen wir auch noch 40 Minuten auf BW Seite an, aber da wenigstens im Schatten. Die Straße bis Palapye ist in gutem Zustand. Es gibt nur noch 3 kurze Abschnitte auf denen man neben der Straße fahren muss. Wir campen heut im Itumela. Dort waren wir 2013 schon mal und fanden die rustikale Atmosphäre Klasse. Diesmal wurden wir bitter enttäuscht. Alles ist total herunter gekommen.
Niemand scheint ein Interesse an Campern zu haben.. Nur ein paar Haustiere schauen ab und an vorbei.
Abends geb ich dann noch bei Zebra Bescheid, das wir Morgen in Khama Rhino übernachten. Unser Trax soll nämlich aus Windhoek kommen und so würden sich unsere Wege dort fast kreuzen. Ich krieg auch kurz darauf Antwort, dass der Trax frühestens Übermorgen fertig wird.
Heut lassen wir es langsam angehen. 😎 Gemütlich frühstücken, duschen und Zelt abbauen.
Um 10 Uhr sind wir reisefertig. Ein Blick auf`s Thermometer: 28 Grad. Das scheint heut ein schöner Tag zu werden. 😛
Die Fahrt geht vorbei am schönen alten Bahnhof von Palapye und dann an vielen bunten Häuschen.
90 Minuten später stehen wir schon vor dem Tor von Khama Rhino.
Schnell eine Campsite gebucht und bezahlt und ab gehts.
Inzwischen sind es 38 Grad. Irgend wie sind wir vom Nichts tun total geschafft. 😕
Wir wollen einfach nur ruhig da sitzen. Sollen doch die Tiere zu uns kommen. Ich weiß, das ist im Khama eine total blöde Idee und viele von euch werden jetzt den Kopf schütteln. Aber wir haben im Park keinen Game drive gemacht und also auch keine Rhino`s gesehen. Ein paar Tiere kamen dennoch vorbei.
Keine Angst, ihm ist nur warm!
Der Abend bringt dann endlich ein wenig Abkühlung.
Teil 707. Nov. 2015
06.10.15 Strecke: Khama Rhino – Nata Lodge 370km Campsite Nata Lodge (180 Pula)
Bei einem gemütlichen Frühstück beobachten wir viele Vögel und Hörnchen, die zu unser "Tränke" kommen.
Per SMS hatte ich gestern noch mit dem Autovermieter vereinbart, dass auf dem Campground der Nata Lodge die Autoübergabe stattfindet. Also auf nach Nata! 😎 Bei Paje biegen wir nach links von der A14 ab und schon kurze Zeit später befinden wir uns auf Gravelroad. Es geht durch 2 Dörfer, in denen uns die Menschen freundlich zuwinken. 🙂 Die Strecke ist mit TA4 gut zu finden. In Mabeleapodi aber möchte unser Navi, dass ich mitten durch ein Haus fahre. 🙄 😠 Mach ich aber nicht, denn sonst wäre es wohl mit dem freundlichen Winken vorbei gewesen. 😗 Nach 40km treffen wir dann bei Topisi auf die A1. Bis kurz vor Francistown geht es gut voran. Aber dann kommt eine längere Baustelle. Und in Francistown wird auch gebaut. Je nach Verkehr steckt man da bis zu einer Stunde fest. ACHTUNG! Zwischen Francistown und Nata lauern korrupte Polizisten. 😈 Wir haben uns genau an die Geschwindigkeit gehalten. 😎 Man hielt uns an und zeigte uns auf einem 2x3cm Bildschirm ein Filmchen, welches uns 18kmh zu schnell zeigte. Später wurde uns klar, dass dieses Auto nicht unseres war. Ohne Quittung waren wir da aber schon 200 Pula los... 😐 Auf der Campsite der Nata Lodge angekommen, zeigt das Thermometer 40 Grad. 🤩 Da man als Camper der Lodge alle Einrichtungen nutzen darf, verschwinden wir erst mal im Pool.
Die Campsite selbst ist recht sandig, ist aber bei der Trockenheit hier auch kein Wunder. Duschen und WC sind in 1A-Zustand.
Abends bekommen wir dann noch auf Nachfrage mitgeteilt, dass die Autoübergabe erst morgen Früh statt findet, da der Wagen erst am späten Abend in Nata ankommt. Na gut, fahren wir Morgen halt nicht in den Hwange. Wer weiß, wann wir hier wegkommen. Legen wir also noch einen Stop in Elephant Sands ein. Noch bin ich sauer auf den Autovermieter für diese Änderung meines Plans. 36 Stunden später werd ich sehr glücklich darüber sein!
Teil 808. Nov. 2015
07.10.15 Strecke: Nata Lodge – Elephant Sands 70km Campsite: Elephant Sands (90 Pula pP)
Um 6 Uhr stehen wir auf und gehen erst mal duschen. Schließlich möchten wir unserem neuen Wagen nicht ungepflegt gegenübertreten. 😎 Wir hoffen der sieht es genauso! 🙂
Dann essen wir und warten. Danach gehen wir zum Pool, lesen und warten. Ich beobachte ein paar Vögel und warte.
Übrigens Der hier pfeift, als wenn einem Computer der Strom ausgeht.
Um 9.15 ist er da, unser Trax. Es sind schon wieder 25 Grad. Dementsprechend nachlässig bin ich wieder mit der Begutachtung des Autos. Papiere kontrolliere ich genau, die stimmen. Aber am Wagen fehlen vorn wie hinten die für Simbabwe so wichtigen Reflektoren. Das Nummernschild ist nicht da wo die Nummernschildbeleuchtung ist. Auf Grund der Schilderungen im Forum ist mir klar, das ich damit in Simbabwe nicht ohne Probleme durchkomme. Egal, wir wollen den Trax. Ich find noch einen Spaten, allerdings ohne Stiel. Nehm ich halt den vom Double cab. Sandbleche hat`s auch keine. Sonst scheint alles ok zu sein. So schnell als möglich beginnen wir mit dem umräumen. Das dauert natürlich seine Zeit. Um 12 Uhr sind wir endlich abfahrbereit. In Nata versorgen wir uns noch mit Getränken und Diesel. Vor 14 Uhr sind wir schon in Elephant Sands. Die Zufahrt scheint im Moment nur mit 4x4 machbar. Wir haben erlebt, wie 2 PKW`s zur Lodge geschleppt wurden. Ein Wort zu E.S., das hier in letzter Zeit im Forum ja nicht so gut weg kommt. Die Campsite ist sehr sandig und ohne Schatten. Kann ja aber wohl in der Trockenzeit nicht anders sein. Aber: Das Personal freundlich, das Dinner (Buffet) gut, Dusche, WC und Pool sauber und die Begegnungen mit Elefanten...der Wahnsinn. Ich lass hier einfach für den Rest des Tages mal die Bilder sprechen:
Also für uns war Elephant Sands ein voller Erfolg. Und am kommenden Morgen sollte es noch ein Highlight geben.
Teil 909. Nov. 2015
08.10.15 Elephant Sands – Hwange (Robins camp) 210km Robins camp (105 $ für 1. Nacht campen und 3 Tage Hwange Eintritt)
Gestern machten wir noch eine nette Bekanntschaft. Alina - hier aus dem Forum - bezog mit ihrem Mann die Campsite neben uns. Wir gingen zusammen zum Dinner und tauschten ein paar Afrikageschichten aus. Als ich heut Morgen noch etwas verschlafen aus dem Camper stieg riefen sie: "Wollt ihr Wildhunde sehen?" 🤩 Was für eine Frage! Kurze Zeit später sah ich sie. Gleich neben den Campsites liefen sie hin und her. Bis ich allerdings mit meiner Kamera so weit war hatten sie sich schon fast verabschiedet. 😠
Kurze Zeit später kamen noch mal 3 Tiere zum Wasserloch.
Aber für diese scheuen Tiere war das menschliche Gewusel das sie auslösten zuviel. Nach ein, zwei Minuten waren sie verschwunden. Na, das ist doch mal ein Tagesbeginn. 😎 Darauf erst mal einen Kaffee. Wir haben ja jetzt eine eigene Küche! Nanu, die Gasflasche ist ja schon aufgedreht. Aber irgendwie ist die Flamme kleiner als erwartet und bis das Wasser kocht dauert es ewig. Ein Drehen am Ventil der Gasflasche bringt... nichts. 😈 Die Flasche geht weder weiter zu öffnen, noch lässt sie sich schließen. (Ich bin übrigens Gas-Wasser-Installateur und hab schon mal `ne Gasflasche auf und wieder zugedreht und nein der Knauf ist nicht überdreht) Gut, nicht so schlimm. Ihr kennt ja bestimmt die Vorfreude auf den ersten morgendlichen Kaffee oder Tee? Diese Vorfreude dauert ab heute bei uns doppelt so lang. 🤪 Nach dem Frühstück geht es dann Richtung Simbabwe. Bei 2 Werkstätten versuche ich noch Reflektoren zu erstehen. Kein Erfolg! Kurz vor Pandamatenga halt ich dann noch mal bei einem Landwirt und der hatte so was für seinen Schiffstrailer. Er schenkt mir die Reflektoren.
Diese Hilfsbereitschaft ist immer wieder bemerkenswert.
2 Hornraben verabschieden uns aus Botswana.
An diesem Tag sind wir die Ersten, die den Grenzübergang Pandamatenga benutzen. Nach einer dreiviertel Stunde sind wir in Simbabwe. Kosten: 30$ pro Person, 45$ für Auto und 10$ Strassennutzungsgebühr (wenn ich das richtig verstanden habe) Die Straße ist hier mehr ein Weg.
Schon kurz hinter der Grenze sehen wir die ersten Tiere.
Auch verschiedene Antilopen, Zebra und eine riesige Herde Elefanten sehen wir in größerer Entfernung.
Unser Ziel heute ist das Robins camp im Hwange.
Man kann im Robins camp noch den Glanz vergangener Tage erahnen. Leider, leider ist nichts mehr davon übrig...
Die Bar
Die Campsite
Für TiMoLoKa aus dem Forum haben wir ein paar Sachen mitgenommen die wir hier an ihre Bekanntschaft übergeben. Die Freude darüber ist groß wie ihr seht.
Am Abend sehen wir noch ein paar Tiere außerhalb des brüchigen Zauns und in der Nacht bekommen wir Besuch von Hyänen.
Um 6 Uhr sind wir wach. Nicht schlimm, wir genießen diese 1-2 Stunden bei erträglichen Temperaturen. Gestern hatte es wieder 38 Grad und auch heute werden wir nicht unter dieser Marke bleiben. 🤪 Es wird in Ruhe gefrühstückt, dabei beobachten wir ein paar Zebra und Springböcke außerhalb und Warzenschweine auf unserer Seite des Zauns. Und dann gehts auf nach Sinamatella. Unterwegs machen wir einen Stopp am Little Toms Hide. Dort ist aber nichts los. Die Aussicht haut uns auch nicht aus den Latschen. Also gehts weiter zum Big Toms Hide. Unterwegs sehen wir verschiedene Tiere.
Höhepunkt des Tages sind dann diese Roan, die wir zum ersten Mal sehen.
Die nächsten Bilder zeigen, wie trocken es im Hwange ist.
Am Big Toms Hide gelingen uns ein paar schöne Fotos.
Weiter gehts auf staubiger Straße.
Ab und zu werden wir misstrauisch beäugt.
Um 13 Uhr haben wir unser Tagesziel erreicht.
Fast alle Plätze in erster Reihe sind schon belegt, aber wir bekommen noch einen netten Platz neben einer Gruppe Südafrikaner.
Gut, erst Mal ein kaltes Bier. Ein Griff in den Kühlschrank und.... Was war das? 🙄 Irgend etwas im Kühlschrank ist nicht so wie es sein soll. Hmm... Ich hab`s! Die Temperatur. Der Blick auf die Anzeige bestätigt meinen ersten Eindruck, 21 Grad. Ich bin begeistert! 😈 Das müssen mir die Nachbarn angesehen haben, denn sie fragen ob alles ok ist. Ich schildere ihnen das Problem und 2 min später liegen 3 Südafrikaner in unserem Camper. Weitere 10 min vergehen und dann zeigen sie mir das Problem. Das Anschlusskabel des Freezers wurde geflickt, in dem man die abisolierten Drähte zusammengetüdelt und mit Klebeband fixiert hatte. Hat leider die erste längere Strecke auf Gravelroad nicht überstanden. Und dann gaben sie mir eine kleine Lektion in Sachen Campingausrüstung. Schwups, klemmten sie an ihre Autobatterie einen Lötkolben, den sie vorher aus einem riesigen voll bestückten Werkzeugkasten holten. Eine Viertel Stunde später war das Kabel eingebaut und der Kühlschrank lief wieder. 😛 Und ich hatte bis dahin nicht einmal gefragt, ob sie mir helfen würden. Und natürlich antworten sie auf die Frage, was ich ihnen schuldig bin: Nichts! Sie laden uns in ihre Runde ein und wir haben eine nette Unterhaltung. Am Ende bieten sie uns an, dass wir morgen mit ihnen durch den Hwange fahren und dabei ein wenig das Auto testen. Außerdem wollen sie mir ne Lehrstunde im Offroad-fahren geben. So soll es sein. Abends sehen wir noch viele Elefanten und eine riesige Herde Büffel vorbei ziehen.
Und hier noch ein Nachbar
Teil 1113. Nov. 2015
10.10.15 Sinamatella(34$ ohne Parkeintritt)
Beobachtet von einem hungrigen Dassie machen wir uns heute um 7 Uhr mit insgesamt 4 Autos und 11 Personen auf den Weg.
Meinem Trax wird Position 2 zugewiesen. 🙄 Im sehr ruhigen Tempo geht es verschiedene Schotterpisten entlang. Unsere südafrikanischen Freunde verfolgen eine Strategie. Sie sind der Meinung, wir müssen nur den Büffeln folgen, dann finden wir auch Löwen. 🤩 Nein, Katzen sehen wir heut keine. Aber es sollte trotzdem ein schöner Tag werden. 😎 Auf dem ersten Teilabschnitt der Route sehen wir kaum Tiere.
Die Strecke aber ist sehr schön.
Am Mandavu Damm machen wir eine längere Pause.
Hier ist es wunderschön. Ständig kommen die verschiedensten Tiere zum Wasser. Sie sind aber so weit weg das wir nur ein paar Fotos knipsen.
Wir sehen auch ein paar einheimische Angler.
Von den anwesenden Krokos lassen sie sich nicht aus der Ruhe bringen.
Jetzt zeige ich euch ein ganz tragisches Foto, welches zeigt, wie verletzend manche Fomis Tieren gegenüber sein können. 🙁 Wir haben ja hier mindestens ein Forumsmitglied unter uns, das oft und gern über das Aussehen von Hippos lästert. Das Nilpferd auf dem nächsten Foto muss davon gehört haben. Während der ganzen Zeit, die wir am Damm waren, traute es sich nicht weiter aus dem Wasser als so:
Also denkt in Zukunft daran, das auch Tiere Gefühle haben. 😉 🤪 🤪
Mit Braam fahre ich dann noch eine kleine Runde am Damm entlang und er gibt mir ein paar praktische Tipps zum Thema Offroad fahren.
Gegen 15 Uhr sind wir wieder zurück im Camp. Ich bezahle schnell noch für eine weitere Nacht und dann bestellen wir Dinner im Restaurant. Anschließend wollen wir duschen, das fällt aber aus, da die Wasserpumpe des Camps defekt ist. Egal, es gibt schlimmeres. Nach dem Dinner verschwinden wir heut bald in den Federn. Hatte ich schon erwähnt, das die Temperatur wieder an der 40 Gradmarke kratzte?
Ich koch mir erst mal einen Kaffee, setz mich damit an den Rand des Abhangs und genieße in aller Ruhe die Aussicht. Ein paar Kudu`s und ein paar Impala`s grasen in einiger Entfernung ganz friedlich vor sich hin. Ganz plötzlich spritzen die Impalas auseinander und ein Tier trennt sich von dem Rest der Gruppe. Sekunden später erkenne ich 4 Wild Dogs die den Impala verfolgen. Nach zirka 30 Sekunden hatte ihn der Erste erwischt. Das passiert allerdings schon in zirka 500m Entfernung. Impala und Wildhunde verschwinden hinter einer Böschung. Leider gibt es keine Fotos, es ging zu schnell und es war zu weit weg.
Um 9 Uhr flattern wir davon.
Unser heutiges Ziel ist die Ivory Lodge. Wir fahren die kürzere Strecke außerhalb des Parks.
Am ersten Roadblock kommt es wie es kommen muss. Unsere Nummernschildbeleuchtung ist nicht da, wo das Nummernschild ist.
Das macht 20$. Meine Erklärungsversuche scheitern kläglich. Allerdings wären auch ein paar kalte Getränke als Ersatz für die 20$ möglich. 🤩 Das lehne ich aber ab und bestehe auf eine Quittung, denn ich möchte mir das Geld von meiner Autovermietung zurück holen. (Bei der Autorückgabe wurde mir von A. versprochen, dieses Geld zu erstatten. Bis heute hat sich aber auf meinem Konto nichts getan.) 😈 Am 2. Roadblock werden wir durchgewunken. Gegen 13.00 Uhr werden wir sehr nett auf der Lodge empfangen. Obwohl wir nur campen, dürfen wir den Hide, die Bar und auch den Pool nutzen. Wir melden uns zum Dinner an und beziehen danach die Campsite.
Der Platz hat einen großen Unterstand, Strom und sogar einen Riesen-Kühlschrank. Da wir inzwischen wieder 38 Grad haben, gehen wir erst mal in den Pool. Der liegt sehr schön unter Bäumen und inmitten einer Rasenfläche. Hier gibt es sehr viele verschiedene Vögel. Leider bleibt nur einer lang genug für ein Foto sitzen.
Aber leider gibt es auch eine Menge Fliegen hier und die nerven. So gehen wir wieder zum Auto und lesen ein wenig. Nicht lang und die ersten Eli`s besuchen das Wasserloch.
Gut, dann gehen wir halt wieder zur Lodge, holen uns ein alkoholisches Getränk und gehen zum Hide. Und was wir dort die nächsten 1,5 Stunden sehen, schlägt das Erlebte von Elephant Sands nochmal um Längen! Die Elefanten sind teilweise nicht einmal einen Meter von uns entfernt. Man kann genau ihr Verhalten studieren, sehen wie sie miteinander umgehen, Konflikte lösen und aufeinander aufpassen.
Kurz vor Sonnenuntergang reißen wir uns von diesem magischen Ort los.
Wir müssen noch duschen und uns fürs Dinner fertig machen. Als wir wieder zur Lodge gehen sind alle Elefanten verschwunden... Dafür sind aber hunderte Büffel da, es ist unglaublich. Leider hatten wir da keine Kamera dabei. Das Dinner besteht aus 3 Gängen und ist ein Fest für Augen und Gaumen. Zufrieden rollen wir zurück zur Campsite. Bei einem Amarula besprechen wir, wo es morgen hingehen soll. Die Planung sah vor, von hier aus Richtung Mana Pools aufzubrechen. Wir ändern die Route und beschließen morgen zum Matobo NP zu fahren und dann weiter in den Kruger. Ich weiß, Einige werden jetzt den Kopf schütteln, aber unsere Gründe waren:
-Beim Dinner wurde uns heut gesagt, das in ganz Simbabwe und Teilen Botswanas eine große Hitzewelle im Anrollen ist und für die nächsten Tage sogar bis 45 Grad erwartet werden. Uns machten aber auch die bisherigen Temperaturen schon arg zu schaffen. -Wir hinken unserem Zeitplan 2-3 Tage hinterher. -Ich kann zu diesem Auto irgendwie kein Vertrauen aufbauen.
Also auf Richtung Matobo!! Aber erst Morgen, Gute Nacht!
Teil 1318. Nov. 2015
12.10.15 Ivory Lodge-Matobo (320km) Chalet: Maleme Dam (89$)
Wir frühstücken heute auf dem Hochstand, der direkt am Campground steht. Von hier hat man einen schönen Blick auf das Wasserloch. Leider lassen sich außer ein paar Kudus keine Tiere blicken.
Also packen wir zusammen und machen uns auf den Weg nach Matobo. Bis Bulawayo passieren wir 8 Straßensperren. An 5 davon werden wir angehalten. Gleich dem Ersten springt natürlich unser Nummernschildbeleuchtungsproblem ins Auge. 🤩 Dieses und auch das Andere beginnen sofort nach Dagobert Duck- Manier zu funkeln! Regelrecht enttäuscht ist er, als ich ihm triumphierend mein Strafmandat von gestern zeige und er erkennt, dass wir die Zeche schon bezahlt haben. 😎 Aber ich habe die Rechnung ohne seinen Kollegen gemacht! 😠 Der hat noch ein As im Ärmel. Der Strafzettel gilt nur 24 Stunden, flüstert er meinem Gegenüber zu. Ich seh mir das Ticket noch mal an und da steht doch tatsächlich die Uhrzeit drauf. Mit einem gönnerhaften Lächeln tippe ich auf den Zettel und frage sie gleichzeitig nach der Uhrzeit. 😗 Haaa haaaa, das Ticket ist erst 22 Stunden alt!!! 🙂 Mit enttäuschten Blicken fragen sie trotzdem noch nach einem kalten Getränk. Ich lehne dankend ab 😄 und wir dürfen weiter fahren. An der nächsten Sperre wird nur die Driver`s licence verlangt. An der Nächsten werden wir nur in ein lockeres Gespräch verwickelt. An 2 Weiteren werden die Rücklichter kontrolliert, aber als ich meinen Zettel vorzeige werden wir durchgewunken. Endlich in Bulawayo wollen wir uns Bargeld ziehen und laufen ein wenig durch die Straßen. Dabei entstehen die folgenden Bilder.
Dann gehts weiter. Unser Ziel ist der Campground der Big Cave Lodge. Wir landen aber erstmal bei der Lodge direkt. Die macht einen sehr netten Eindruck.
Hier der Zugang zur Lodge.
Und hier das Hauptgebäude.
Die Campsites sind auch ok. Allerdings ist schon eine Gruppe Overlander da und so entschließen wir uns, in den Park zu fahren und dort das Camp am Malene Dam zu testen. Wir fahren durch den landschaftlich sehr schönen Park und erreichen nach 1,5 Stunden das Camp. Das ist sehr schön gelegen.
Aber das wars dann auch. Überall liegt Müll und die sanitären Anlagen möcht ich hier nicht beschreiben. Wir fahren weiter und finden dann endlich das Office. Hier kann man alle Gebühren(Eintritt und Campsite) bezahlen oder auch ein Chalet mieten. Einfache Chalets( mit Außenklo) kosten um die 40$, also zirka 10$ mehr als ne Campsite. Chalet`s mit WC und Dusche kosten 89$. Wir schauen uns das Ganze mal an. Nr 9 wird uns besonders ans Herz gelegt. Und das Chalet ist Klasse. Tolle Aussicht. Wir finden, nach ner guten Woche Camping haben wir uns das verdient.
Nachdem wir unsere Unterkunft sicher haben wird noch Cecil Rhodes besucht.
Anschließend lassen wir den Abend ruhig ausklingen.
Wir bekommen sogar noch tierischen Besuch.
Teil 1421. Nov. 2015
13.10.15 Matobo-Goo Moremi Village (386km) Campsite: Goo Moremi Gorge (120 Pula pP +50 Pula Auto)
Richtig gut geschlafen haben wir in der letzten Nacht nicht. Da es am Tag wieder an die 40 Grad warm war, hat sich das Chalet auch über Nacht kaum abgekühlt. Nach dem Frühstück mach ich noch ein paar Fotos.
Dann gehts zurück nach Botswana. Wir passieren noch 2 Roadblocks, ohne angehalten zu werden. Am Grenzübergang Plumtree gibt es auch keine Probleme, nach `ner guten halben Stunde sind wir durch. Dann geht's Richtung Francistown auf feinster Tar-Road. Da gäbe es eigentlich nichts zu berichten... Wenn da nicht meine Freunde von der botsuanischen Highway-Patrol wären. Ich fahr also so vor mich hin, da kommt mir ein PKW entgegen. Lässt das Auto vor uns weiter fahren und hält uns an. Polizei! Eine jüngere nette gut aussehende Dame erzählt mir, das ich 18kmh (wieder18 🤩 ) zu schnell gefahren bin. Sie deutet auf eine Kamera, die hinter ihrer Frontscheibe angebracht ist und zeigt mir einen Film. Auf dem ist unser Trax (ja, diesmal war es mit Sicherheit unser Trax) von hinten zu sehen und darunter steht irgendwo: Speed 98. 🤩 Ich sage ihr, dass ich hier 120kmh fahren darf. Sie zeigt auf die Richtung wo ich herkomme und sagt, dass man da nur 80 fahren darf. 😠 Tja, da waren wirklich einige 80er Abschnitte, aber diesmal bin ich mir 100% sicher, mich an alle Begrenzungen gehalten zu haben. Aber wer weiß schon, in welcher Geschwindigkeitszone sie dieses Filmchen gedreht haben? Jedenfalls soll ich wieder 460 Pula bezahlen und sie erklären mir auch gleich noch wie sich die Strafe zusammensetzt: 100 Pula kostet es immer, wenn man von der Polizei angehalten wird und 20 Pula pro zu schnell gefahrenes kmh. Ich sag ihnen das ich nur noch 150 Pula habe weil ich nur durch Botswana durch fahren will. Sie sagt kein Problem, ich solle ihnen 100 Pula geben, dann könnten wir noch für 50 Pula irgendwo essen.... 😣 Prügelt jetzt ruhig auf mich ein, aber ich gab ihnen 100 P um die Sache zu beenden. Eine Quittung bekam ich natürlich nicht. Dafür noch einen netten Rat: Ich solle nicht irgendwo erzählen, das die botsuanische Polizei korrupt wär, schließlich hätten sie mir ja 50 Pula gelassen. 😈 Viele Fomis berichten ja immer recht locker über die Straßensperren in Simbabwe und der Polizei die ihren Job nicht nur als Staatsdiener ausüben. Ich fand diese Begegnungen überhaupt nicht lustig. 😈
Der Rest des Tages ist schnell erzählt. Nachdem wir wieder eine Stunde im Verkehr von Franzistown gesteckt haben, kamen wir dann zügig voran. Den heutigen Campingplatz Goo Moremi Gorge( http://www.safarinow.com/go/goo-moremigorgepalapye/# ) kann ich sehr empfehlen. Große Campsites, jede mit eigenen Sanitäranlagen.
Weiß jemand, was das für Tiere sind ? Sahen irgendwie aus wie Mangusten, nur etwas kleiner und schwarz.
Teil 1521. Nov. 2015
14.10.15 Goo Moremi Gorge-Punda Maria (490km) Chalet Punda Maria (890 Rand)
Über die heutige Etappe gibt es nicht viel zu berichten. Im Goo Moremi Village werden wir nett verabschiedet.
Ein Stück gehts dann noch auf feinsten Sand durch ein, zwei Dörfer.
An einer Tankstelle frühstücken wir und dabei entdecke ich dieses Kunstwerk.
Der Grenzübergang Martin`s Drift ist schnell erledigt. 20 min brauchen wir. Dann geht es einmal quer durch den gesamten Norden Südafrikas.
Am Straßenrand erstehen wir eine Melone die als unser heutiges Abendbrot herhalten muss. Gegen 16.00 Uhr erreichen wir den Kruger.
Auf den ersten Kilometern im Park sehen wir einen Elefanten und ein paar Kudus. In Punda Maria nehmen wir dann ein Chalet. Sieht zwar aus wie ne Reihenhaussiedlung, aber der Campingplatz war schon recht voll und laut. Und so`n richtiges Bett hat schon was.
Um 5.30 Uhr bin ich wach und erkunde ein wenig das Camp. Am Wasserloch bleib ich `ne halbe Stunde sitzen aber es tut sich kaum was. Auf dem angrenzenden Campingplatz ist mehr los. Ich beobachte ein wenig die Leute beim Erwachen. Ist recht amüsant und ein paar mal erkenn ich mich selbst wieder. 🤪 Anschließend geh ich zurück und sehe wie unsere Nachbarn bereits ihr Auto für die Abreise vorbereiten. Allerdings lässt er die Kofferraumklappe offen und verschwindet wieder nach drinnen. 🤩 Da lassen sich die Velvet Monkeys nicht 2x bitten. Ich verscheuch die Affen, schließ die Klappe und mache erst danach ein Foto. Hab aber auch schon gesehen, dass Menschen das in umgekehrter Reihenfolge machen... Zusammen mit dem Nachbarn beobachte ich dann wie die Affen die erbeutete Tüte Chips verspeisen.
Nach einem netten Frühstück im Restaurant geht`s Richtung Mopani. Wir fahren verschiedene Loops und nutzen die Strecke für einen ausgiebigen Gamedrive. 😎 Viele Sichtungen haben wir heut nicht, aber das sind wir ja vom nördlichen Teil des Kruger gewöhnt.
Sogar ein Stachelschwein sehen wir.
Leider ist es tot. 😗 Am frühen Nachmittag kommen wir in Mopani an.
Wir halten es für eines der besten Camps im Kruger. Die Aussicht auf den Damm ist immer wieder wunderschön, überall gibt es etwas zu entdecken.
Und so lassen wir den Abend bei einem Glas Wein ausklingen.
Teil 1723. Nov. 2015
16.10.15 Chalet Mopani
Der heutige Tag ist schnell erzählt. Was soll auch schon im Kruger groß passieren? Man steht früh auf, fährt in den Park, sieht Tiere, verbringt die Mittagsstunden in der Unterkunft, fährt wieder Tiere gucken, zum Dinner ist man wieder im Camp und dann geht's bald ins Bett um morgen früh wieder los zu ziehen. Für mich gibt es nichts Schöneres, aber darüber zu schreiben ist schwierig. Vor allem, wenn man den Tag über kaum Tiere sieht und wenn doch, diese recht unkooperativ hinter Büschen oder in 100en Metern Entfernung stehen. So müsst ihr euch heute mit ein paar Vogelbildern und einem Krokodil begnügen.
Eine kleine Abwechslung gab es dann doch. Als ich am frühen Nachmittag auf der Terrasse des Restaurants saß, standen plötzlich ein paar hübsch gekleidete Mädels neben mir. Höflich fragte ich, ob ich ein Foto knipsen darf. Ja natürlich, und die Dritte von links fragte ob ich sie heirate.
Als ich erklärte, dass ich schon verheiratet bin, antworteten sie im Chor mit einem kräftigem Oohhhhhhh. Ich muss zugeben, als fast 53jähriger fühlt man sich da ein wenig gebauchpinselt. Und sie haben das ganz bestimmt auch ernst gemeint! 😄 😄 😄
Wieder fahren wir auf dem Weg zum nächsten Camp verschiedene Loops. Eine ganze Zeit lang sehen wir nichts. Doch dann bewegt sich in 70 bis 80 Meter Entfernung ein schwarzer Punkt. Auf unserer 7. Afrikareise sehen wir zum ersten Mal einen
Honigdachs!! 🤩
Zufrieden fahren wir weiter. Nach einer halben Stunde läuft 20 Meter vor uns ein großer Schwarzer Punkt über die Straße. Wir sehen einen
Honigdachs!! 😄
Dann passiert wieder eine ganze Stunde lang gar nichts. Plötzlich steht am Wegesrand ein
Honigdachs!! 😄
Das glaubt man kaum Über 20 Wochen haben wir im südlichen Afrika verbracht und noch nie einen Dachs gesehen und hier treten sie im Rudel auf. Anschließend laufen uns nicht mehr viele Tiere vor die Kamera.
Um 11 Uhr kommen wir schon in Letaba an. Wir hatten bei der Ankunft in Punda Maria die 2 Nächte in Mopani und 2 weitere Nächte in Leteba (Chalet) gebucht. Da unser Chalet erst um 13 Uhr fertig ist gehen wir ins Restaurant, trinken ein Glas Wein und essen etwas.
Da kommt plötzlich die nette Dame von der Rezeption und sagt, dass unsere Reservierung erst für Morgen sei und sie heute nichts mehr frei hätte. Wir sollten später noch mal bei ihr vorbei schauen, vielleicht ergäbe sich ja noch was. Ich schau erst sie ungläubig an und dann meine Buchung. Mist, sie hat recht. 😊 Die Dame in Punda Maria hat die Daten vertauscht und ich hab`s nicht kontrolliert. Zum Glück ist noch ne Campsite frei und da es erst 12 Uhr ist, bekommen wir auch noch eine Schöne am Rand des Campingplatzes.
Nach einer ausgiebigen Mittagspause fahren wir dann noch mal raus. Anfangs sehen wir mal wieder nichts.
Die Gegend wirkt wie ausgestorben und die nächste Sichtung bestätigt diesen Eindruck.
Aber dann lassen sich doch ein paar Tiere blicken.
Tja, und dann ist es wie so oft auf Gamedrives. Man ist enttäuscht, dass einem nichts vor die Linse läuft und überlegt vorzeitig zurück ins Camp zu fahren. Und auf einmal ist alles anders.
Auf einmal stand er vor uns und entschädigte uns mit seinen Posen für all das, was wir in den letzten 3 Tagen nicht im Krüger gesehen hatten.
Nach 4 min war alles schon wieder vorbei. Überglücklich fahren wir weiter und sehen bei einer Fahrt entlang des Letaba noch viele Elis, Büffel und Antilopen. Ohne zu fotografieren genießen wir den Anblick. Und so geht schon wieder ein schöner Tag zu Ende.
Teil 1925. Nov. 2015
18.10.15 Chalet Letaba (905Rand)
Da Gestern das Sichtungsbord um Letaba keine Löwen angezeigt 😠 hat haben wir beschlossen heut einen Tagestour nach Satara und wieder zurück zu fahren. Eine Unterkunft oder ein Campingplatz waren für die nächsten 2 Nächte in Satara leider nicht zu bekommen. 🙁 Gleich zu Beginn der Fahrt begleitet uns über mehrere Hundert Meter eine Hyäne.
Später lassen sich auch andere Tiere blicken.
Bei diesem komischen Vogel musste ich erst jemand fragen was das ist. 🤩
Ich kannte Großtrappen immer nur so.
Im Restaurant Satara trinken wir einen Wein und beobachten ein wenig dem Treiben der Touri`s. 😎 Dann gehts ab auf die S100. Nach einer halben Stunde sehen wir in 50m Entfernung viele Autos stehen (Das einzige Mal an 5 Tagen im Kruger). Als wir näher kommen erkennen wir den Grund.
Irgend wie ist mir das zu viel Gewusel. Wir schießen ein paar Fotos und fahren weiter, auch wenn es die einzigen Löwen unserer Reise sind. Auch auf dieser Reise bleibt unser Wunsch einmal eine Löwenfamilie mit cubs zu sehen unerfüllt.
Anschließend begegnen wir dem hier:
Ich kenn mich ja nun bei den gefiederten Kollegen nicht so aus. Kann es sein, dass das ein europäischer Bienenfresser ist? Die gibt es doch so weit im Süden nicht oder? Mehr Fotos hab ich leider nicht.
Auf der Rückfahrt sehen wir wieder viele Tiere, fotografieren aber nur wenig.
Sehr weit weg erblicken wir auch die beiden einzigen Nashörner des Urlaubs. 🙁 Das macht mir ein wenig Sorge, denn auf früheren Reisen haben wir im Kruger immer sehr Viele gesehen.
Zurück im Camp beziehen wir unser Chalet und genießen das wunderschöne Abendlicht.
Diese Beiden hier scheinen dafür gerade kein Auge frei zu haben...
Bis Morgen LG Silvio
Teil 2026. Nov. 2015
19.10.15 Chalet Letaba (905Rand)
Heut erwartet euch wieder ein langweiliger Tag. Tut mir leid! 🙁 Wir fahren früh raus, sehen aber fast nichts. 😠
Gegen 9 fahren wir zurück ins Camp und genießen diesen Tag bei angenehmen Temperaturen auf unserer Terrasse. Die Aussicht ist wunderschön,
und ein paar Vögel kommen uns auch besuchen. Zum Beispiel eine grüne Fruchttaube
und ein Braunkopfpapagei.
Am Nachmittag fahren wir noch für eine Stunde zum Matambeni Hide. Wir sehen Hippos, Wasserböcke, Schildkröten, Büffel und Kudus.
Höhepunkt ist dann aber ein Pärchen Klippspringer, die vor dem Hide posieren. 🤩
Dinner gibt es dann bei schönstem Licht und unter Eli-Beobachtung im Restaurant Letaba.
Mit ein zwei Amarula lassen wir den Abend ausklingen.
Nun ist er gekommen, unser letzter Tag im Kruger. 😮 Und diesmal weiß ich nicht, ob oder wann ich das nächste Mal in den Park zurück kehren werde. 😕 Ein wenig nachdenklich schlendere ich durch das Camp und fotografiere ein wenig Natur. 😐
Buschbock
Leberwurstbaum, Frucht und Blüte
Brown-hooded kingfisher
Und am Ende einen Giant kingfisher
Dann machen wir uns auf den Weg zum Phalaborwa-Gate. Zwei letzte Fotos, dann die letzten Elefanten.
Und schon liegt der Kruger NP hinter uns. Wir wollen heut zum Moholoholo Wildlife Rehabilitation Centre. Ich hatte dieses Center auf einer vorigen Reise eingeplant, es dann aber aus Zeitgründen ausgelassen. Leider waren alle zusammen getragenen Infos darüber zu Hause. Irgendwie hatte ich im Kopf, dass man da auch campen kann. Als wir am Tor für die Touren ankamen, sagte uns der Einlasser, dass die nächste Tour erst um 15 oder 16 Uhr stattfindet. Leider war es gerade erst 11 Uhr. Das es hier auch Unterkünfte gibt, darüber weiß er leider nichts, schickt uns aber zu einem anderen Gate. Dort angekommen, weiß der Türsteher nicht, was ich mit "Campsite" meine. Er versucht jemanden "inside" anzurufen, klappt aber nicht. Daraufhin gibt er mir eine Nummer, die ich in ein, zwei Stunden anrufen soll. Da haben wir keinen Bock drauf und so fahren wir weiter. Und wohin geht die Reise???? Natürlich nach Graskop. Wir mögen diesen Ort sehr und versuchen ihn, wenn möglich, immer in unsere Routen einzubauen. Eine Lieblingsunterkunft haben wir auch. Nun schon zum 3. Mal nächtigen wir im "Havanna nights". Dort gibt es großzügige Self Catering Chalets mit 3 Schlafzimmer für bis zu 6 Personen.
Abends grillen wir dann
und bekommen noch Besuch von einem... Rotbrust- oder Weißbauch-Nektarvogel?
Schnell wird es heut sehr kühl und wir verschwinden früh in den Federn.
Teil 2229. Nov. 2015
21.10.15 Graskop
Heut lassen wir es ruhig angehen. Nach einem gemütlichen Frühstück, es ist schon 11 Uhr, wollen wir in Richtung Bourke’s Luck Potholes um auf dem Markt noch ein paar Andenken zu besorgen. Da wir Gestern bereits gegen Mittag in Graskop angekommen sind hatte unser Auto gute 20 Stunden ohne Unterbrechung Pause. Und wie wird Einem das gedankt? Richtig, es springt nicht an. Alle Batterien sind leer. 😈 Ist aber kein Problem, unser Vermieter gibt uns Starthilfe und wir können los. An den üblichen Sehenswürdigkeiten fahren wir vorbei, auch weil wir schon mehrmals hier waren. Nach einer knappen Stunde sind wir bei den Potholes angekommen und drehen die übliche Runde.
Danach verbringen wir eine weitere Stunde auf dem Markt. Mit Erschrecken stellen wir fest, dass der Markt nun in einigen kleinen gemauerten Hütten untergebracht ist. 😐 Das mag für die Verkäuferinnen ja jetzt angenehmer sein, aber wir finden, dass ganze Ambiente passt nicht mehr. Einige nette Andenken finden wir natürlich trotzdem.
Anschließend geht es noch zu einem kleinen Lunch ins Bushkittchen.
Das ist ein uriges Lokal im Freien wo es nur lokale Gerichte gibt.
Es ist unser zweiter Besuch hier. Der Betreiber scheint inzwischen gewechselt zu haben und die Atmosphäre ist wohl ein klein wenig verloren gegangen. Trotzdem ist es unserer Meinung nach immer noch einen Besuch wert.
Ein angeblich lokaler Shooter: Wodka, Milch, Kondensmilch und Zimt.
Der Waschplatz
Dann gehts wieder zurück nach Graskop.
Unterwegs sehen wir noch ein paar gläubige Kühe.
Wir vertrödeln den Tag und haben kein schlechtes Gewissen dabei. Zum Dinner gehen wir ins Canimambo. Wie immer sehr lecker!
Teil 2330. Nov. 2015
22.10.15 Graskop-Dullstrom (130km) Hotel Dullstrom Inn (650 Rand Zimmer und Frühstück)
Frühstück gibt es heute auf der Terrasse des Havanna nights. Dort gibt es auch zu jeder Zeit kostenlos W-Lan. Wir packen den Rest unserer 7-Sachen zusammen und fahren nach Dullstrom. Zuerst über den Long Tom Pass nach Lydenburg.
Es ist heut sehr regnerisch und so gelingen keine Fotos von den schönen Ausblicken, die man bei Sonnenschein hat. In Lydenburg machen wir eine kurze Pause und freuen uns über die vielen blühenden Jacarandas
Nach 3 Stunden Fahrt sind wir in Dullstrom. Wir fahren durch den Ort und suchen eine Unterkunft. Wir kommen am altehrwürdigem "Dullstrom Inn" vorbei und beschließen spontan dort zu nächtigen.
Check in ist erst um 14 Uhr und so wandern wir ein wenig durch den Ort.
Im Charlie C`s trinken wir einen Wein.
Dullstrom ist ein schöner Ort. Wir saugen noch ein wenig die Atmosphäre auf und gehen dann zurück zum Hotel.
Dann beziehen wir unser Zimmer, recht einfach und ziemlich in die Jahre gekommen.
Ich versuch bei solch alten Gebäuden immer mir vorzustellen, was diese Mauern schon alles erlebt haben. Vielleicht kennt ihr ja das Gefühl, wenn man ein Buch liest und auf einmal in die Handlung dieses Buches eintauchen kann und meint, man wäre mitten drin. Gute Bücher können so etwas bewirken. Alte Gebäude können das auch...
Abends fahr ich noch ne Runde mit dem Trax durch den Ort um die Batterie aufzuladen. Heut Morgen ist er nämlich gerade noch mit der letzten Umdrehung angesprungen.
Zurück im Hotel wartet schon die Polizei.
...Dachte ich, aber die beiden Polizisten sitzen nur im Restaurant und trinken ein Feierabend-Bier. Dinner essen wir im Restaurant am offenen Feuer. Ein schöner Abend, auch weil einige Dorfbewohner heller und dunkler Hautfarbe am Tresen sitzen und sich nett unterhalten. Irgendwie fühlte ich mich an diesem Abend nicht als Touri.
Teil 2401. Dez. 2015
23.10.15 Dullstrom- Zebra camper Jo`burg(240km) Double room Safari Club SA Lodge VORSICHT! VIELE BUCHSTABEN.
Gut geschlafen haben wir heut Nacht nicht. 🙁 Um 2 Uhr gab es ein Riesen-Tohuwabohu vor unserem Fenster. 😵 Mein erster Gedanke war, dass sich jemand an unserem Auto zu schaffen macht. Ich schau aus dem Fenster und seh eine rote Lampe im Auto leuchten. 😮 Da ich durch das Klappen einer Autotür und Stimmen wach geworden bin, denke ich, dass das die Türkontrollleuchte ist, reiß das Fenster auf und lass erst mal `n Brüll los. Da schauen mich 2 verängstigte Augenpaare an und die Münder darunter fragen mich im Duett, wo der Haupteingang vom Hotel ist. Erst jetzt sehe ich, dass hinter unserem Trax noch ein Auto steht. 🤩 Die beiden erzählen mir, dass sie von irgend `ner Sportveranstaltung kommen und hier im Hotel die Zimmer mit der Nummer 4 und 7 vorgebucht haben. Zum Beweis zeigen sie mir die Zimmerschlüssel. Na gut, werden schon keine Einbrecher sein, ich zeige ihnen den Nebeneingang. Die Tür steht sowieso offen. Gute Na.... Halt, was war dann aber das für eine rote Lampe in meinem Trax?
Also Schlüpper an und gucken. 😊 Ah ja, ist nur die Kontrollleuchte der Mainbatterie. Und rot heißt: Meine Batterie ist alle! 😈 Von meiner Magengegend aus breitet sich ein komisches Gefühl im ganzen Körper aus. Das Gefühl ist Wut. Ich würde dieses Auto jetzt gern ein wenig würgen! Leider sind meine Arme zu kurz. Irgendwann schlafen wir dann doch wieder ein.
Und dann ist er da, unser letzter Tag in Südafrika, plötzlich und vollkommen unerwartet. Sind wir nicht Gestern erst aus dem Flieger gestiegen? 😗 Aber da war ja noch was. Morgen Mittag sind wir in Ruanda. Übermorgen will ich wenigstens einen Gorilla sehen, egal aus welcher Entfernung. Yuchhuuu, es ist noch nicht vorbei! 🤪
Also erst mal was essen und `nen starken Kaffee. Die Dame an der Rezeption besorgt mir eine Firma, die mir Starthilfe gibt. Kostet 100 Rand, Rechnung gibt es natürlich keine. Egal, die Kiste läuft. Also auf zu den Zebras. Dort treffen wir gegen Mittag ein. Sachen packen dauert dann zirka ne Stunde. Ich erzähl dem zuständigen Mechaniker(?) alle Probleme, die wir mit dem Wagen hatten und der verspricht, sich um alles zu kümmern. Danach gehen wir ins Büro und erzählen der Dame dort noch mal dasselbe. Außerdem übergebe ich ihr die Quittung der Strafe für die fehlende Nummernschildbeleuchtung und sie verspricht, die 20$ zu überweisen. Auf die warte ich allerdings heute noch. 😗 Fairerweise möchte ich aber anmerken, das Sasowewi mir als er von dem Fall gehört hat, angeboten hat, das Geld aus seiner Tasche "vorzuschießen". Das hab ich aber abgelehnt. Sch... auf 20$. Ich wollte einfach wissen, ob Zebra Jo`burg mir das Geld überweist. Es ist für mich ein Gradmesser dafür, wie diese Firma mit ihren Kunden umgeht.
Damit geht unsere Selbstfahrerreise zu Ende. 🙁 Danke an alle für die netten Kommentare und die vielen Danke Button Drücker!
Ich weiß jetzt nicht genau, ob ich hier weiterschreibe oder `nen neuen Thread eröffne. Eigentlich gehören die 3 Tage Uganda/Ruanda ja nicht in die Südafrika Rubrik. Andererseits gehört es für mich irgendwie zusammen.
Teil 2504. Dez. 2015
Gut, dann berichte ich jetzt hier über unseren 3-tägigen Uganda/Ruanda- Trip. 😎 Diesen letzten Teil der Reise( auch die Flüge) habe ich komplett bei Iwanowski gebucht. Es war unsere erste mehrtägige geführte Tour, noch dazu mit Fahrer. 😕
Von einem Angestellten von Zebra-Camper werden wir zur Safari Club SA Lodge gefahren. Trotz Navi und Beschreibung ist die Lodge nicht so leicht zu finden. Nach anderthalb Stunden kommen wir endlich an. Wir checken ein und ich lass gleich mal vom "Rezeptionist" den morgigen Flug nach Kigali überprüfen. Nach 15 min, in denen sich das Gesicht des Mannes immer mehr verformte, sagte er, er müsse da noch mal was prüfen und ob ich ihm noch `ne halbe Stunde geben könnte. Da es jetzt 15 Uhr ist und unser Flug erst Morgen um kurz nach 7 geht, kann er die haben. 😎 😛 Wir schnappen uns ein Wodka Smirnoff und ein Bier und beziehen unser Zimmer.
So richtig Ruhe hab ich nicht und steh nach 20 min mit allen Reiseunterlagen wieder vor dem Tresen in der Empfangshalle. Da erzählt mir der Kollege, das ein Flug nach Kigali mit dieser Flugnummer erst am Sonntag fliegt. Wie Sonntag, Morgen ist doch erst Samstag??? Ja eben! Ich erkläre ihm, dass ich Sonntag nicht in einem Flugzeug sitzen werde, sondern auf einem Berg in Uganda inmitten von gaaaanz vielen Gorillas! Sein Kommentar: "Well, that`s a good idea!" Meine Antwort: "Yes, i know" Dann lachen wir uns erstmal schlapp. 😄 😄 So langsam gewinne ich meine Lockerheit zurück, auch weil ich merke, das mein Gegenüber sich echt kümmert. Wir verabreden, dass ich vor dem Abendessen wieder nachfragen soll. Hm, das sind noch 2 Stunden. Wir nutzen die Zeit zum Koffer umsortieren. Irgendwann ist es dann Zeit zum Dinner zu gehen und ich schaue vorher an der Rezeption vorbei. Und da erfahre ich, das der Flughafen O. R. Tambo seinem System ein Update gegönnt hat und dabei unser Flug irgendwie im Nirvana verschwunden war. Nun ist er wieder da... Tja, dann kann`s nun endlich losgehen mit unserem Kurztrip zu den Berggorillas!
Ab sofort dann wieder auch mit mehr Bildern! 😎 😗
Teil 2604. Dez. 2015
24.10.15 Johannesburg-Lusaka-Kigali-Lake Mutanda(3717 Flugkm, 150 Autokm) Unterkunft: Chameleon Hill Lodge
Um 4 Uhr ist die Nacht vorbei. Um 5 werden wir zum Flughafen gefahren. Pünktlich um 7.20 Uhr hebt der Flieger ab. Nach einem anderthalbstündigem Aufenthalt in Lusaka landen wir gegen Mittag in Kigali. Die erste gute Nachricht, unsere Koffer sind auch da! 😛 Und die guten News reißen nicht ab. Als wir das Flughafengebäude verlassen, steht dort ein sympathisch lächelnder junger Mann, der ein Schild mit unserem Namen hält. Sein Name ist Didier. Und er wird uns immer sympathischer, er hat nämlich sogar ein Auto dabei.
Unser Fahrzeug für die nächsten 3 Tage, im Hintergrund das Flughafengebäude.
Am Auto angekommen erzählt er uns kurz den Ablauf der 3 Tage. Dann bittet er in den Wagen, denn für die 150km werden wir zirka 5 Stunden brauchen und er möchte gerne die Lodge bei Tageslicht erreichen. Und schon gehts los. Ich wundere mich anfangs, dass wir auf der rechten Seite der Straße unterwegs sind, aber Didier erklärt mir, in Ruanda wird rechts gefahren, später in Uganda dann links. Wir fahren durch Kigali und Ramona und ich sind sofort begeistert. Das alles hier hat so gar nichts mit dem zu tun, was wir im südlichen Afrika bisher gesehen haben. Ich fotografiere wild drauf los.
Immer wieder sehen wir Fussballfans, teilweise zu viert auf einem Motorrad, mit Fahnen und maskiert. Didier erzählt, das heut das Spitzenspiel der ruandischen Liga stattfindet. Das sei so, als würde in Germany Beijeern gegen Borussiiia spielen.
Außerhalb von Kigali halten wir für einen Blick auf die Stadt.
Dann geht die Reise weiter über Berg und Tal, durch viele Dörfer.
Wir sind fasziniert von den vielen verschiedenen Bildern. Nach `ner guten Stunde hält Didier an und fragt uns, ob wir was essen möchten. Ja klar, wollen wir. Aber ich hab doch kein Ruanda-Geld? Kein Problem, er bezahlt erst mal.
Hier bestellt Didier(helles Shirt) uns Essen. Davor steh ich und überlege wohl gerade, welche Auswirkungen das Essen auf meine inneren Organe haben mag. Normalerweise seh ich übrigens vieeel jünger aus, aber nach längeren Flügen dauert es immer ein wenig, bis meine Haut ihre natürliche Straffheit zurück gewonnen hat.
Das Essen ist ein Fleischspieß und eine Art Backkartoffel. Sehr, sehr lecker gewürzt!
Dann geht es weiter zur Grenze. Wir müssen aussteigen und den Übergang zu Fuß überwinden. Die Grenzer auf Ruanda-Seite (schwer bewaffnet) stehen unter freiem Himmel vor einem Schlagbaum und kontrollieren alles, was die Grenze passiert. Säcke werden mit Eisenstangen durchstochen, Schuhe werden einzeln begutachtet und teilweise von ihren Einlagesohlen befreit. Als ich dem Grenzer meinen Ausweis gebe, nimmt er ihn kurz in die Hand, fragt mich ob das mein Pass wäre und gibt ihn mir dann, ohne einen Blick hinein zu werfen, zurück. Auch auf Uganda-Seite bekommen wir schnell unseren Einreisestempel und schon können wir wieder ins Auto steigen und die Fahrt geht weiter. Nun wird die Strasse immer kurviger und bald endet auch der Asphalt. Am Lake Mutanda angekommen wird die Straße zur 4x4-Road und wir müssen uns während der Fahrt ständig festhalten. Deswegen gibt es von diesem Teil der Strecke auch keine Fotos. Aber die Landschaft ist sehr beeindruckend. Gegen 18 Uhr sind wir in der Lodge und werden sehr nett empfangen. Wir sind die einzigen Gäste und man kümmert sich rührend um uns. Didier wird genau so nett behandelt wie wir. Das finden wir toll!! Unser Bungalow ist wunderschön und der Blick auf den See traumhaft.
Um 19 Uhr gibt es Dinner, welches wir zusammen mit Didier einnehmen. Von diesem ersten Tag sind wir begeistert. Trotzdem verschwinden wir um halb Neun in den Betten. Morgen ist unser großer Tag!
Teil 2706. Dez. 2015
25.10.15
ERSTER TEIL
Um 5 Uhr werden wir geweckt. Halb 6 gibt es Frühstück. Vor Aufregung bekommen wir kaum einen Bissen runter. Bewaffnet mit einem Lunchpaket besteigen wir um 7 Uhr unser Auto An wunderschönen Landschaften vorbei geht es zum Bwindi NP in den wir durch das Rushaga Gate einfahren.
Kurz dahinter wird das Auto abgestellt. Die letzten 500m geht zu Fuß einen kleinen Berg hinauf.
Oben angekommen sind wir wohl etwas früh, das Personal ist noch mit der Reinigung beschäftigt.
Nach und nach treffen die Guides und die Träger ein. Als das Briefing beginnt sind wir genau 9 Touris. Man erklärt uns, das nicht mehr als 8 zu einer Gruppe dürfen und wir deshalb in 2 Trupps zu 2 verschiedenen Gruppen wandern werden. Wir werden zusammen mit einem Pärchen aus den Niederlanden der Bweza-Gruppe zugeteilt. Das soll die leichter zu erkletternde Gruppe sein. Sowohl Ramona als auch die holländische Dame haben leichte gesundheitliche Probleme und Didier hatte vorher schon geklärt, das wir in die einfache Gruppe kommen. Wir buchen noch zwei Träger dazu, nicht weil wir so viel Gepäck mitschleppen, sondern weil ich im Vorfeld gehört oder gelesen hatte, dass die Jungs das Geld bitter nötig haben und es oft ihre einzige Verdienstmöglichkeit ist. Ich erkläre ihnen, das sie bei schwierigen Passagen Ramona helfen sollen. Und dann geht's los. Wir fahren zusammen ein Stück mit dem Auto zurück. Plötzlich bekommt unser Führer einen Funkspruch und wir halten an, steigen aus und laufen los.
Nach 20min Fußmarsch sind wir schon an der Stelle, wo unsere Gorilla Gruppe gestern Abend war. Nur leider haben sie sich heute schon ganz früh auf Nahrungssuche begeben. Und wohin? Natürlich auf den höchsten Berg der hier rumsteht. Also nichts iss mit leichte Gruppe, wir müssen uns die Nähe zu den Gorillas hart erarbeiten. 75min geht es immer steil Berg auf. Die Träger nehmen ihren Job ernst und kümmern sich rührend um Ramona.
Trotzdem fällt es ihr zunehmend schwerer. Aber wir haben hier eine tolle Truppe erwischt. Alle nehmen Rücksicht aufeinander. Auch später beim fotografieren ist das so. Natürlich ist es auch von Vorteil, dass unsere Gruppe nur 4 Leute sind. Und dann war es so weit. Auf verschiedenen Bäumen sitzen Gorillas beim Frühstück. Als Erstes sehen wir den Silberrücken. Gute Fotos bekommt man so allerdings kaum hin.
Aber nach einiger Zeit entschließen sich die ersten, die Bäume zu verlassen.
Teil 2806. Dez. 2015
ZWEITER TEIL
Uns wurde vorher erzählt, das die Bwenda Gruppe momentan 2 Cubs hat. Hier erhaschen wir schon mal einen Blick auf ein paar Minnifüße.
Dann setzt sich der Erste vor uns hin und blickt einfach durch uns durch. Wahnsinn..
Einen kurzen Moment später kommt er auf 2m an uns heran und zeigt kurz wer hier der Boss ist.
Dann setzt er sich wieder und wartet ab.
Ich werfe einen Blick zu den Guides, aber die zeigen Daumen hoch, alles ok. Also knips ich weiter. Im nächsten Moment steht er wieder auf und kommt noch einen Schritt näher.
Dann ein kurzer Sprung und mein Nachbar hat seine flache Hand im Bauch...
Durch den "Stubser" fliegt der einen halben Meter zurück, beteuert aber dass das überhaupt nicht weh getan hat. Die Guides behaupten, der will nur spielen, bitten uns aber nun doch ein wenig zurück zu gehen.
Diese Szene ist wohl symbolisch für das ganze Dilemma des Gorillatrekking. Wir Touristen möchten die Gorillas unbedingt in ihrem natürlichen Lebensraum sehen, müssen aber dazu in eben diesen eindringen....
Danach sind wir wieder nur Luft für ihn und er bietet uns ein unbeschreibliches Schauspiel.
Kurze Zeit später taucht rechts von mir ein Teenager-Weibchen auf. Ich geh ein wenig näher, da ändert sie die Richtung und kommt langsam auf mich zu.
Ich wage kaum zu atmen. Sie sitzt genau vor mir, nimmt ganz vorsichtig den Stoff meines Hosenbeins in die Hand und schnuppert daran.
Leider hab ich Depp vergessen mir von den Holländern Kontaktdaten geben zu lassen und so gibt es nur dieses eine Foto davon. Auch danach hatten wir noch ein paar wunderschöne Begegnungen, wenn auch nicht ganz so nah. Und zum Schluss setzte sich sogar noch der Gangleader für uns in Pose.
Dann ist die Zeit auch schon vorbei. Natürlich viel zu schnell. Da Regen droht drängen uns die Guides zu einem schnellen Abstieg. Aber wieder nimmt wirklich jeder auf jeden Rücksicht und man hilft sich untereinander. Geschafft, aber überglücklich stehen wir nach insgesamt 5 Stunden wieder unten an der Straße.
Dort dürfen wir dann unser Lunchpaket verspeisen. Uns knurren zwar nun schon ein wenig die Mägen, aber wir geben unsere kompletten Pakete an unsere Träger weiter und auch die Holländer machen das so. Schön zu sehen, wie die Jungs wirklich alles untereinander aufteilen.
Wir kaufen noch ein paar geschnitzte Gorillas und dann geht es zurück zur Lodge.
Die bunten Häuschen auf dem nächsten Foto sind das Hauptgebäude und die einzelnen Bungalows unserer Lodge, wirklich sehr schön gelegen.
Hauptgebäude
Für heute ist es nun aber genug mit Bewegung. Wir genießen den tollen Ausblick und beobachten das Treiben rund um die Lodge.
Zum Abendessen gibt es frischen Fisch aus dem Lake Mutanda und damit endet ein weiterer eigentlich unbeschreiblicher Tag in Uganda!
Teil 2907. Dez. 2015
26.10.15
Gestern hatte ich mit Lodge-Manager Patrick versucht abzusprechen, dass wir heute einfach nur mal ausruhen wollen und unser Fahrer Didier frei hat. Er riet uns aber zu einer Bootstour auf dem See, bei der wir eine unbewohnte ehemalige Gefangeneninsel und die einzige bewohnte Insel des Sees besuchen werden. Heute noch sind wir froh, auf diesen Rat gehört zu haben!
Heut werden wir das erste Mal von ein paar Sonnenstrahlen geweckt. Ich nutze das gleich Mal für ein Foto von unserem Bungalow, denn das Wetter wechselt hier alle 10 Minuten.
Gegen 9.30 Uhr beginnt unsere Bootsfahrt.
Vorbei an einem Pelikanbaum
Fischerbooten
Bienenstöcken
geht es zur Punishment island
Auf diese Insel wurden in vergangenen Jahrhunderten zum Tod Verurteilte gebracht. Dort gab es keine Nahrung. Man überließ sie einfach ihrem Schicksal. Irgendwann fuhr man dann wieder hin und schleppte ihre toten Körper in eine Höhle. Hier der Eingang
Die Höhle hat sehr salzhaltige Wände und so sind die Leichen teilweise mumifiziert.
Dann geht es weiter nach Mutanda island, die einzige bewohnte Insel des Sees. Unterwegs kommen uns einige Boote entgegen.
Je näher wir der Insel kommen, desto mehr beschleicht uns ein mulmiges Gefühl. Wir haben nämlich außer unserer Fotoausrüstung nichts dabei. Als wir heute Morgen in das Boot stiegen, hab ich unserem Guide Spencer gefragt, ob ich noch mal zurück gehen kann und Geld holen. Er sagte aber das ist nicht nötig. Kaum auf der Insel angekommen, stehen wir den ersten Kindern gegenüber. Keines der Kinder bettelt. Sie stehen einfach nur vor uns und schauen uns mit ihren großen Kinderaugen an.
Wir sind mit dieser Situation ein wenig überfordert, Kontakt zu Einheimischen war für uns bis jetzt eher die Ausnahme. Ramona verteilt erstmal ihre Pfefferminzbonbons an die Kinder.
Dann wandern wir Richtung Dorf und die Menschen um uns herum werden immer mehr.
Zu diesem Haus dort oben soll unsere Wanderung gehen. Es ist die Kirche.
Spencer erklärt mir das Dorfleben.
Immer wieder werden wir von Kindern umringt. Sie wollen fotografiert werden und anschließend das Foto sehen.
In der Kirche angekommen, stößt auch der Dorfälteste zu uns.
Gemeinsam mit Spencer erklären sie uns, das dieses Gebäude unter der Woche als Schule genutzt wird und am Sonntag als Kirche. Das Gebäude ist in keinem guten Zustand. Aber die Dorfgemeinde ist dabei, eine neue Kirche zu bauen. Immer - wenn sie etwas Geld zusammen haben - wird weiter gebaut.
Vor den Grundmauern des neuen Gebäudes unterhalten wir uns eine Zeit lang über das Leben auf der Insel. Am Ende sollen wir uns noch in eine Art Besucherliste eintragen.
Dann machen wir uns auf den Rückweg.
Dieser Besuch auf der Insel beschäftigt uns bis heute. Ich könnte jetzt viele meiner Gedanken hier niederschreiben. Statt dessen zeig ich noch ein Foto.
Nachmittags gehe ich dann zum Manager der Lodge, Patrick, und habe mit ihm ein sehr nettes längeres Gespräch. Ich erzähle ihm, dass wir die ganze Zeit auf der Insel Schuldgefühle hatten. Dafür, dass es uns in unserer Welt viel besser geht. Dafür, dass wir auf ihre Insel gehen und sie begaffen wie eine Touri- Attraktion. Und dafür, dass wir ihnen nichts geben konnten. Er erzählt uns, dass er sich seit Jahren für die Inselbewohner und vor allem für die Kinder einsetzt. Er sammelt Geld und kauft davon Schulmaterial und Arzneimittel. Sein Traum ist es, auf der Insel eine kleine Arzt-Praxis und einen Laden für die nötigsten Dinge einzurichten. Und dann sagt er einen bemerkenswerten Satz: Meine Frau und ich sind alt, wir brauchen doch nicht mehr viel, aber den Kindern muss man helfen, die wollen doch leben. Und Patrick hat noch mehr Baustellen. Er besorgt Kondome und versucht den jungen Menschen, nicht nur auf der Insel, begreiflich zu machen, dass 5 und mehr Kinder pro Familie zu viel sind. Er wird nicht müde den Leuten zu erklären, dass sie das Wasser aus den Quellen abkochen und filtern müssen. Und er sagt mir, dass es richtig war, kein Geld auf der Insel zu lassen. Patrick verspricht mir, wenn wir etwas übrig haben, egal ob Geld oder Sachen, sollen wir es ihm geben, es wird bei nächster Gelegenheit auf der Insel ankommen. Ich verabschiede mich und gehe zurück zu unserem Bungalow. Gemeinsam packen Ramona und ich unsere Koffer aus und wieder ein. Das Zeug, welches den Weg zurück in den Koffer nicht gefunden hat und einen Kuvert übergeben wir beim Abendessen an Patrick. Er verspricht uns Bilder von den Sachen zu schicken die er besorgt. Und 14 Tage später hatte ich die Fotos im Postfach.
Unser vorletzter Tag in Uganda geht zu Ende. Ein Tag, den wir nie vergessen werden.
Teil 3010. Dez. 2015
Heute Morgen werden wir wach und trauen unseren Augen kaum. Strahlend blauer Himmel! Didier sagte uns gestern beim Dinner, dass wir erst um 10.30 Uhr abreisen. Da bleibt nach dem Frühstück genügend Zeit für ein paar Fotos.
die Aussicht
unser Bungalow
die Terrasse mit meinem neuen Freund
alle Bungalows vom Restaurant aus
Häuser in den umliegenden Bergen
und eine Echse
Nachdem wir dann von den Angestellten der Lodge nett verabschiedet wurden, geht es zurück nach Kigali.
Nach guten 2 Stunden Fahrt erreichen wir den Grenzübergang. Wieder müssen wir zu Fuß über die Grenze. Auf Uganda-Seite bekommen wir bei der Passkontrolle einen Zettel, der uns den Grenzübertritt ermöglicht. Dieser Zettel ist zirka 2x2cm groß. Unglaublich. Auf Ruanda-Seite wird unser Auto gefilzt. Wir müssen unsere Koffer öffnen und teilweise auspacken. Selbst die Kultur-Beutel werden begutachtet.
Grenzübergang Ruanda
Nach 30 min fahren wir weiter. Inzwischen ist es wieder bewölkt und es regnet ab und zu.
In Kigali angekommen, fährt Didier mit uns essen. Ein nettes Lokal, indem die Besserverdiener der Stadt verkehren. Anschließend gibt es noch eine Stadtrundfahrt durch die ruandische Hauptstadt.
das neue Kigali
das alte Kigali
Zum Schluss besichtigen wir das Genocide Memorial Centre.
Dann liefert uns Didier am Flughafen ab. Wir waren ja das erste Mal mit einem Guide/Fahrer unterwegs. Wir hatten vorher Bedenken, ob wir damit klar kommen, ständig jemand an unserer Seite zu haben. Didier war ein Glücksfall für uns. Er erklärte uns die Geschichte von Uganda und Ruanda, die Wirtschaft, die Tier- und Pflanzenwelt, immer mit einem witzigen Spruch auf den Lippen. Unsere Fragen beantwortete er immer mit einfachen klaren Worten. Dabei war er nie aufdringlich, ließ uns immer unseren Freiraum. Er hat mit 7 Jahren den Genozid erlebt, Vater und Geschwister verloren. In stillen Momenten war er manchmal wie abwesend. Da konnte man erahnen, dass er Schlimmes erlebt haben muss.
Ich glaub, er war auch mit uns zufrieden. Irgendwie war es am Ende ein fast freundschaftliches Verhältnis. Beim Abschied tauschten wir unsere Telefonnummern aus und er sagte, dass er uns crazy german people nie vergessen wird.
Ein wenig wehmütig marschieren wir ins Flughafengebäude.
Pünktlich startet unser Flug. Er dauert... genau 35 Minuten. Dann landen wir in Entebbe. Es steigen ein paar Leute aus und ein paar Leute ein. Dann geht's über Amsterdam nach Berlin. Zu Hause werden wir dieses Mal nicht nur die afrikanischen Landschaften und Tiere vermissen, sondern auch und vor allem die wundervollen Menschen....
Tja, das war's. Vielen, vielen Dank an Alle die mitgelesen haben. Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Spaß und ich konnte Euch ein paar brauchbare Infos zu den bereisten Ländern geben.