Da wir so viele Informationen aus dem Forum bekommen haben, wollen wir uns natürlich in Form eines Reiseberichtes bedanken. Und da es ja immer wieder dieselben Fragen sind, die man sich vor so einem Urlaub so stellt, versuche ich dies im Bericht auch immer wieder zu berücksichtigen – ihr dürft aber nicht lachen. Immerhin war es für uns das erste Mal. Wir sind ein junggebliebenes Paar knapp über 50 und waren die letzten 2 Jahre immer mit dem Camper in den USA unterwegs. Wir lieben die Natur, tolle Landschaften, Lagerfeuer und Grillen. Gerne wandern oder biken wir ein bisschen und um Städte machen wir eigentlich einen grossen Bogen. Deshalb wollten wir auf jeden Fall auf Campingplätzen übernachten und entschieden haben wir uns für den Bushcamper von ASCO (ein bisschen Komfort darf schon sein 😁 ). Mit der ersten Planung haben wir schon vor fast 1,5 Jahren angefangen und dann auch schon Flug, Camper, Campingplätze und die meisten Aktivitäten gebucht, was oft auch ganz gut so war. Die geplante Tour sah folgendermassen aus und wir waren gespannt, ob auch wirklich alle Reservierungen klappen würden. 10.Juni – Flug nach Windhoek 11.Juni – Windhoek – Pension Steiner 12.Juni – Übernahme Camper – Pension Steiner 13.Juni – Fahrt zur Bagatelle Ranch 14.Juni – Bagatelle Ranch 15.Juni – Quivertree Forest Rest Camp 16.Juni – Canyon Roadhouse 17.Juni – Canyon Roadhouse 18.Juni – Am Oranje entlang nach Rosh Pinah – Amica Guesthouse 19.Juni – Fahrt nach Klein-Aus Vista Campground 20.Juni – Klein-Aus Vista Campground 21.Juni – Klein- Aus Vista Campground 22.Juni – Koiismas Campground 23.Juni – Sesriem Camp 24.Juni – Sesriem Camp 25.Juni – Isabis Camp 26.Juni – Isabis Camp 27.Juni – Swakopmund – Meikes Guesthouse 28.Juni – Swakopmund – Meikes Guesthouse 29.Juni – Meikes Guesthouse 30.Juni – Ameib Campground 01.Juli – Ameib Campground 02.Juli – Ugab Terrace Lodge 03.Juli – Ugab Terrace Lodge 04.Juli – Etosha - Okaukuejo Campground 05.Juli – Etosha - Okaukuejo Campground 06.Juli – Etosha - Halali Campground 07.Juli – Etosha – Halali Campground 08.Juli – Etosha - Onguma Tamboti Campsite 09.Juli – Okonjima Campground 10.Juli – Düsternbrook Campground 11.Juli – Rückflug nach Deutschland
Um es vorwegzunehmen: Alles hat geklappt. Keine einzige Buchung oder Reservierung ging „verloren“. Sogar die Tischreservierungen in Windhoek und Swakopmund haben geklappt. Und die Fahrer waren meist sogar viel früher da wie vereinbart und mussten sehr oft noch auf uns warten. Wir waren total erstaunt über die Pünktlichkeit und Verlässlichkeit in Namibia.
Ach ja, wir haben auch Namen 😛 : Hansi und Nina
Teil 220. Juli 2015
Fazit:
Was haben wir uns vor dem Urlaub Gedanken gemacht über sämtliche Sicherheitsaspekte, die hier diskutiert wurden, die Wasserqualität, Hygiene, Verhalten/Erreichbarkeit in Notfällen, Bargeldversorgung, Umgang mit Kreditkarten, Verlässlichkeit der Buchungen, Qualität des Campers, Ebola, Malaria und sonstige mögliche Krankheiten, das nötige Werkzeug für Notfälle, mögliche „Begegnungen“ mit Spinnen, Schlangen und Skorpionen, Einkaufs- und Waschmöglichkeiten, Sauberkeit der Sanitäranlagen, wie kommt man ins Sossouvlei, wie fährt man mit Allrad, wird es zu kalt oder zu warm, etc. Aber: Don´t worry – Be happy
Und deshalb fange ich meinen Reisebericht mal ganz untypisch mit dem Fazit an.
Bei der Bargeldversorgung haben wir uns für die Sparcard der Postbank entschieden, mit der man theoretisch an allen Automaten mit Visa-Zeichen 10 mal/Jahr ohne zusätzliche Gebühren Geld abheben kann. Ansonsten hätten wir auch noch mit den Kreditkarten Geld abheben können. Die ATMs der Windhoek-Bank wollten die Karte grundsätzlich nicht akzeptieren (mit unterschiedlichen Fehlermeldungen). Bei den ATMs von der First National Bank (FNB) haben wir nie Probleme gehabt.
Normalerweise sind wir immer mit Kreditkarten der Postbank unterwegs (2xVisa und Mastercard). Um noch eine weitere postbankunabhängige Karte zu haben, haben wir noch die kostenlose Mastercard von advanzia dazugenommen. Mit dieser Karte kann man im Ausland ohne zusätzliche Gebühren bezahlen. Zum Geldabheben ist diese Karte nicht geeignet, weil dabei viel zu hohe Gebühren anfallen. Am ATM der Windhoek-Bank am Flughafen in Windhoek habe ich dann mit der Visa-Karte Bargeld bekommen (da hatten sehr viele Menschen vor und nach uns Probleme damit). Als wir am nächsten Tag in Windhoek an einem ATM der Windhoek-Bank Geld holen wollten war dies weder mit der Sparcard noch mit der Visa-Karte möglich. Obwohl wir zum Schluss unter 2.000 N$ waren, war die Summe angeblich zu hoch. Wir wollten dann bei der Bank direkt Geld holen, doch angeblich war unser Tageslimit ausgeschöpft !?! Kurze Panik! Wir haben es dann an einem ATM der FNB versucht und siehe da, no problem. Spasseshalber haben wir es unterwegs immer wieder mit dem ATM der Windhoek Bank versucht und haben dort nie Geld bekommen. Beim ATM der FNB gab es nie Probleme - muss man nicht verstehen. Wir haben an den ATMs keine einzige „brenzlige“ Situation gehabt, haben aber immer nur dort Geld abgehoben, wo nicht zu viele Menschen drumherumgelungert sind und haben vor dem Abheben den Automaten auf Manipulation „untersucht“. Beim Bezahlen mit Kreditkarte waren wir erstaunt, wie „korrekt“ alle Personen mit der Karte umgegangen sind. Wir wurden immer aufgefordert zum Apparat mitzukommen, so dass wir die Karte nie aus den Augen lassen mussten. Es wurde uns immer noch der Betrag gezeigt und gefragt, ob das so in Ordnung ist und erst dann durften wir den Beleg unterschreiben. Lediglich ein Supermarkt kam uns irgendwie suspekt vor und dort haben wir dann bar bezahlt.
Unser „Hauptproblem“ im Vorfeld war die Sicherheit beim Einkaufen, Tanken oder Parken – vor allem beim Ersteinkauf in Windhoek. Wir sind zum SuperSpar in der Maerura Mall gegangen auf den „offenen“ Parkplatz. Es waren jede Menge Menschen unterwegs und wir hatten überhaupt keine Bedenken und auch kein komisches Gefühl, den Camper dort unbeaufsichtigt stehen zu lassen – trotzdem haben wir immer wieder mal während des Einkaufs geschaut, ob noch alles da ist 😄 . Beim Einräumen, nein eigentlich schon beim Einpacken im Supermarkt, haben sich dann einige Jungs angeboten, uns beim Einräumen zu helfen, gegen etwas Trinkgeld natürlich. Aber auch diese Situation fanden wir jetzt nicht schlimm oder bedrohlich. Und das war eigentlich bei all unseren Grosseinkäufen so: weder in Rosh Pinah, noch in Swakopmund oder in Tsumeb hatten wir ein komisches Gefühl oder haben wir uns bedroht gefühlt. In den kleineren Orten, wo wir nur wenig eingekauft haben, ist immer einer beim Auto geblieben, doch das wäre eigentlich nie wirklich nötig gewesen. Klar, dass im Auto nichts sichtbar rumlag und unsere Wertsachen (Geld, Kreditkarten und Reisepässe) hatten wir immer „am Mann“ – aber das machen wir immer und überall so. Und das ganze elektrische Equipment und diverse Fotoapparate waren im hinteren Teil des Campers „versteckt“ also einfach im Camper gelassen. Unterwegs auf den Picknickplätzen und am Strassenrand hatten wir auch keine „dubiosen“ Begegnungen – und da hat man hier ja auch schon einiges gelesen, was man tun oder nicht tun sollte. Ich glaube, wir hätten sogar den ein oder anderen Tramper mitgenommen, wenn wir Platz gehabt hätten. Natürlich wurden wir unterwegs auch immer wieder angesprochen und um Geld, um Unterstützung für eine Jugendfussballmannschaft - nein nichts geben - oder um den Kauf von Souvenirs gebeten. Doch diese Personen waren immer freundlich und höflich und wenn man nein gesagt hat, waren sie auch gleich wieder weg. Und auch auf den Campgrounds – da waren manche schon ganz schön abgelegen (also für unsere Begriffe) – hatten wir kein einziges Mal ein komisches Gefühl. Alles in allem haben wir uns eigentlich kein einziges Mal bedroht gefühlt, und wir hatten auch nie das Gefühl, dass man uns übers Ohr hauen wollte. Ganz im Gegenteil: Als wir ins Sossouvlei gefahren sind, wollten wir uns die Luftablass- und wieder Aufblasprozedur sparen und haben den Shuttle genommen. Der Fahrer hatte kein Wechselgeld und meinte, dass er es uns auf der Rückfahrt geben würde. Na ja, daran haben wir jetzt nicht so wirklich geglaubt. Und was soll ich sagen: Er kam irgendwann auf uns zu und meinte nur, dass wir doch die mit dem Wechselgeld wären und gab uns das bereits abgezählte Geld zurück! Wobei unser Sicherheitsempfinden natürlich durch die Nachricht vom Überfall auf Andi Meier und seine Freundin einen gehörigen Dämpfer bekommen hat.
Wenn wir im Ausland unterwegs sind, nehmen wir grundsätzlich nur Trinkwasser zum Zähneputzen, fürs Kaffee- und Teewasser oder zum Nudeln abkochen. Anfangs haben wir das hier auch so gemacht, doch war uns das irgendwann zu „doof“ und wir haben das Wasser vom Campingplatz genommen (man hat uns immer wieder versichert, dass das alles Trinkwasser sei). Und was soll ich sagen? Nichts passiert.
Das Fleisch war auch immer so lecker, dass wir es – trotz einiger Warnungen hier im Forum – immer medium gegessen haben und auch sonst haben wir fast alles gegessen, was auf den Teller kam. Es war immer gut und immer lecker. Tiramisu und Salate mit Mayo und ähnliches essen wir auch daheim im Sommer nicht. Auch das Fleisch, das wir unterwegs in Meatshops, auf den Farmen oder in Tankstelle gekauft haben, hatte immer eine super Qualität.
Über die Sauberkeit der Sanitäranlagen – sowohl unterwegs als auch auf den Campgrounds - wurde hier schon so viel geschrieben und das können wir wirklich nur bestätigen. Da können sich manche Restaurants in Deutschland eine Scheibe abschneiden.
Ein grosser Diskussionspunkt bei uns waren Spinnen, Schlangen und Skorpione. Mein Göttergatte hat eine Spinnenphobie und wäre er am ersten Abend einer Spinne begegnet, dann hätte er die Abende – und die fangen im Juni ja sehr früh an – im Camper verbracht. Und an alle „Leidensgenossen“ folgende Nachricht: Lediglich am allerletzten Campground ist ihm eine klitzekleine Spinne begegnet und da war er so entspannt, dass auch hier einem Lagerfeuer im Freien nichts im Wege stand. Man hat uns im Vorfeld immer wieder gesagt, dass man diese Tiere wohl eher selten sehen wird und dass es ihnen im Winter viel zu kalt wäre. Das haben wir nicht ganz geglaubt, aber wir können das wirklich so bestätigen. Keine „Tiersichtungen“ in diesem Sektor – Uff, Glück gehabt.
Und so kommt dann auch unser Fazit zustande: Namibia – Don´t worry – Be happy!
Ach und auch noch ein paar Worte zu ASCO – da gibt es ja gerade einen eher unschönen Bericht dazu. Wir haben uns für ASCO entschieden, weil wir den Bushcamper haben wollten. Zum einen wegen dem schönen grossen bequemen Bett, aber auch weil der Camper eine Toilette hat, die wir aber nie benutzt haben 😎 . Und natürlich auch, weil die Beurteilungen alles in allem ganz in Ordnung waren. Gebucht haben wir von daheim aus – bereits diese Abwicklung war vorbildlich. Wir wurden im Vorfeld über alles informiert, was wichtig ist. Und wir haben die „Zusatzversicherung“ mitgebucht – ob die jetzt sinnvoll ist oder nicht – uns hat sie etwas beruhigt. Die Rechnung war in Euro und wurde auch nach der „Euroabwertung“ im Frühjahr nicht angepasst und wir konnten auf ein deutsches Konto überweisen. Vor der Anreise wurden wir gebeten ein Excel auszufüllen mit allen möglichen Infos, unter anderem auch für die Vertragserstellung und die Transfers. Und sowohl der Transfer vom Flughafen zum Hotel, als auch der Transfer am nächsten Tag vom Hotel zur Vermietstation hat reibungslos geklappt. Der Fahrer war sogar wesentlich früher da wie vereinbart. Der Vertrag war vorbereitet – das hat in den USA bisher noch nie funktioniert – und nachdem wir das Sicherheitsvideo gesehen haben und man uns den Camper bis ins kleinste Detail erklärt hatte, konnten wir losfahren. Das Auto war trotz 96.000 Kilometern auf dem Tacho in einem sehr guten Zustand und alle Reifen einschliesslich der Ersatzreifen waren (fast) neu. Wir waren wirklich erstaunt, wie professionell das ASCO managt. Wir hatten die ganzen vier Wochen, die wir unterwegs waren keine Probleme mit dem Auto und mussten – zum Glück – auch keinen Service in Anspruch nehmen. Auch hatten wir keine einzige Reifenpanne. Lediglich auf einem 4x4-Trail war ein Stein im Weg, der die Abdeckung des Wassertanks beschädigt hat und die Aufhängung wurde komplett verbogen. Dumm gelaufen. Die Abwicklung bei ASCO dann wirklich vorbildlich: Der Manager (?) ist zufälligerweise am Camper vorbeigelaufen und meinte nur: „Tja, da war wohl was im Weg – kann passieren“. Und an der Rezeption meinte man dazu nur, dass man nun die Kaution einbehalten werde (1.500 N$) und für diese Belastung wurde dann ein neuer Beleg erstellt (und nicht der provisorisch gebuchte Betrag abgezogen). Mit weiteren Kosten müssten wir nicht rechnen. Das war´s und bisher ist auch nichts weiter abgebucht worden. Wir können uns also wirklich nicht beschweren und würden jederzeit wieder bei ASCO buchen.
Ja und über den Bushcamper ist ja auch schon einiges geschrieben worden und dem können wir uns nur anschliessen: Obwohl es ein Camper ist, ist er super geländegängig. Wir sind einige Trails gefahren und der hat wirklich alles mitgemacht (ok, einmal war es halt einfach etwas eng – und was muss auch der Stein da in den Trail hinreinragen 😗 ). Er hat einen Doppeltank mit 170 Litern Fassungsvermögen – damit kommt man ganz schön weit – einen Wassertank mit 40 Litern – den wir nicht wirklich gebraucht hätten – ein bequemes und grosses Bett, das man nicht erst aufbauen muss und eine Toilette – sofern man diese wirklich braucht. Die Matratze ist echt ok und wir haben anstandslos eine zweite Garnitur Decken und Kissen bekommen. Der Stauraum ist beträchtlich und wir haben unser gesamtes Gepäck und die gesamten Vorräte für vier Wochen untergebracht. Und auch der Kühlschrank bietet genügend Platz für Essen und die Sundowner-Getränke. Die „Geschirrkiste“ umfasst alles, was man braucht und natürlich war auch Werkzeug, ein Kompressor, ein Erste-Hilfe-Kasten, Warndreieck und eine Schaufel mit dabei.
Und was natürlich ganz toll war: Es ist ein Inverter eingebaut mit einem deutschen Stecker, so dass wir immer und jederzeit alle unsere elektrischen Geräte laden konnten, auch wenn wir keinen Strom hatten. Mit dem Camper ist man wirklich stromunabhängig und wir haben deshalb auch oft darauf verzichtet, ihn überhaupt an Strom anzuschliessen. Wir hatten übrigens den Camper mit dem Kennzeichen N 130584W und dort war die Fussklappe mit Silikon fest verschlossen.
Ach ja, noch ein paar Tipps für unterwegs: • Die Namibianer lieben Listen und Registrierungen. Und jedes Mal wird man nach dem Auto-Kennzeichen gefragt – also am Besten die Nummer einmal aufschreiben und dann diesen Zettel immer zur Hand haben oder den Autoschlüssel mitnehmen
• Für den Camper gibt es ein Leintuch, doch das ist ziemlich knapp. Um nicht ständig das Leintuch zurechtziehen zu müssen, haben wir ein passendes Spannbetttuch mitgenommen. Das war Gold wert.
• Und was man ständig braucht sind: Labello, Nasenspray und Handcreme.
So, genug geschrieben, jetzt geht es endlich Auf Pad und ich versuche natürlich auch ein paar (Nichtprofi) Fotos miteinzubauen. Vielleicht hat ja jemand Interesse daran, an unserer Ersttäter-Tour in Namibia mitzufahren. Kalte Getränke gibt es reichlich und auch am Lagerfeuer ist noch Platz genug.
Teil 321. Juli 2015
So, und nun geht es endlich los:
Tag 1: Donnerstag, 11. Juni 2015
Wir sind pünktlich um 5.30 Uhr In Windhoek angekommen. Es ist richtig kalt (minus 2 Grad wird gemunkelt) und wir beeilen uns alle, in die Halle zu kommen. Bereits daheim haben wir das Einreiseformular ausgefüllt (bekommt man über das Tourist-Office in Frankfurt) und so haben wir schnell unser Visum bekommen. Die Koffer waren auch bald da und am Ausgang hat uns auch schon Bruno, unser Fahrer von ASCO begrüsst. Wir haben noch Zeit, um zum ATM zu gehen. Mit der Postbank Sparcard hatte ich kein Glück, aber mit der VISA-Karte hat er 2000 N$ ausgespuckt. Andere Urlauber hatten da wesentlich mehr Probleme. Für eine Telefonkarte war es noch zu früh, also sind wir gleich in unsere Pension Steiner nach Windhoek gefahren worden. Bereits im Vorfeld haben wir gefragt, ob wir überhaupt so früh schon kommen dürfen – wir durften – und da ein Zimmer frei war, konnten wir auch gleich aufs Zimmer gehen. Das war toll – und das ist Service. Wir haben uns etwas frisch gemacht und sind dann gleich frühstücken gegangen. Alles da, was man braucht, es werden sogar Spiegeleier und Rühreier gemacht.
Eigentlich hätten wir uns jetzt gerne hingelegt, aber wir wollten uns noch ein bisschen die Independence Avenue anschauen.
Wir schlendern etwas rum, aber wir sind müde, überall wird gerade gebaut – das lädt nicht wirklich zum Flanieren ein – und zum Shoppen haben wir nicht wirklich Lust.
Im Wernhill Park haben wir dann wenigestens noch die Telefonkarte gekauft. Der Verkäufer war so nett und hat uns – trotz einer riesengrossen Schlange hinter uns – noch alles eingerichtet. Das nenn ich mal Service.
Dann wollten wir noch etwas Geld holen und zwar am ATM der Windhoek Bank. Aber sowohl mit der Sparcard als auch mit der Visa-Karte: Fehlanzeige. Die Summe wäre nicht verfügbar. Naja, dann versuchen wir es halt in der Bank, vielleicht ist der ATM ja auch leer. Man hat in irgendeinem VISA-Büro angerufen und wir haben kein Geld bekommen, weil angeblich das Limit überschritten wäre. ???? Panik!!! Was tun? Ist da heute früh am Flughafen die Karte kopiert worden? Nein, das kann eigentlich nicht sein. Ok, lass es uns mal am ATM der FNB versuchen: Mit der Sparcard: kein Problem. Und jetzt noch mit der VISA-Karte: Auch kein Problem. Seltsam, also ist die Karte wenigstens in Ordnung. Uff, da ist uns dann doch ein Stein vom Herzen gefallen. Und dann hatten wir keine Lust mehr und sind in die Pension zurückgegangen. Während Hansi etwas Augenpflege betrieben hat, habe ich mich an den Pool gesetzt und gleich Freundschaft geschlossen. Eigentlich waren es ja 3 Stubentiger, doch die wollten nie alle zusammen auf ein Bild.
Der Hunger hat uns dann zu einem Take-Away in der Nähe getrieben (gegenüber dem Baumarkt). Dort kann man sich die Komponenten seines „Menüs“ selber zusammenstellen, dann wird das Essen einzeln gewogen, auf den Teller gegeben und zusammen warm gemacht – ganz schön umständlich. Draussen haben wir uns dann hingesesetzt und unser „Festmenü“ so richtig mit Appetit und mit bester Unterhaltung gegessen. Hier herrscht ein Kommen und Gehen, man begrüsst sich lauthals, lacht, sitzt zusammen, telefoniert, schimpft – und wir mittendrin!
Dann mussten wir wieder zurück, weil wir bei Bwana Tucke Tucke die Stadtrundfahrt gebucht haben. Uwe (?), unser Fahrer war viel zu früh da. Und dann ging es los. Ist das toll, sich in einem alten offenen Landrover durch die Stadt fahren zu lassen. Zuerst ging es über ein holprige Piste zum Auas-Blick – Windhoek von oben.
Hier erfahren wir dann erst einmal einiges zu Land und Leuten, den einzelnen Stadtteilen und Namibia im Besonderen. Weiter geht es dann zur Christus Kirche mit Blick auf die „Kaffeemaschine“ und wir lassen uns natürlich einen geschnitzten Schlüsselanhänger mit unserem Namen „andrehen“. Es ist heiss, wir haben vergessen, uns einzucremen, meine Sonnenbrille ist verschollen und Hansi hat seine Mütze vergessen. Prima.
Weiter geht es zum Bahnhof und dann fahren wir durch Katutura, dem Ort, wo niemand sein will. Katutura hat bei uns grossen Eindruck hinterlassen – so viel Elend (?) auf einem Haufen und trotzdem so viele fröhliche Gesichter – das war zumindest unser Eindruck.
Dann geht es zur Rush Hour zurück zur Pension. Irgendwie sind wir ziemlich fertig, aber kurz vor 19 Uhr – natürlich wieder viel zu früh – war unser Fahrer des „sicheren“ Taxis da – wir haben einen Tisch in Joe´s Beerhouse reserviert. Uns hat es dort ausgesprochen gut gefallen und wir fanden auch die Einrichtung sehr urig mit viel Atomsphäre. Gegessen haben wir natürlich die „Game-Platte“, um einmal die wichtigsten Fleischsorten (Kudu, Springbock und Oryx) für die nächsten Wochen kennenzulernen – es hat alles vorzüglich geschmeckt. Aber wir waren so müde, dass wir ganz vergessen haben, das Essen zu fotografieren. Dann haben wir bezahlt (mit Kreditkarte und ich musste mitkommen zum Karten-Apparat) und die Bedienung hat unseren Taxifahrer bestellt, der auch kurz darauf gekommen ist. Jede Fahrt hat 80 N$ gekostet. In der Pension sind wir dann hundemüde ins Bett gefallen – was für ein erster Tag in Namibia.
Teil 422. Juli 2015
Tag 2: Freitag, 12.Juni 2015 - Übernahme des Bushcapers
Ab 7 Uhr gab es Frühstück und dann mussten wir uns beeilen, weil der Fahrer von ASCO uns bereits um 8 Uhr abgeholt hat – natürlich wieder viel zu früh.
Bei ASCO hatten sie schon alles vorbereitet und wir mussten den Vertrag nur noch unterschreiben. Nachdem wir das Sicherheitsvideo gesehen haben und man uns den Bushcamper ganz genau erklärt hat, sind wir noch die vorhandenen Schäden durchgegangen. Der Camper hatte bereits 96.000 km auf dem Buckel, war aber bis auf die vielen Dellen und Kratzer (aber dann kommt es auf eine mehr auch nicht mehr an 😗 ) in einem super Zustand. Die Reifen und auch die Ersatzreifen waren (fast) neu und das Auto war picobello sauber. Wir haben – weil es so kalt war – anstandslos einen zweiten Satz Decken und Kissen bekommen und dann konnten wir auch schon losfahren mit unserem neuen Zuhause. Oh je Linksverkehr - da muss man sich erst einmal dran gewöhnen.
Es ging in den SuperSpar in der Maerura-Mall und was soll ich sagen: Ein Einkaufsparadies, in dem es alles gibt, was das deutsche Touri-Herz braucht (oder auch nicht).
Wir hatten jede Menge helfende Hände, wollten aber auf dem Parkplatz nicht mit dem Einräumen anfangen. Also haben wir nur das Fleisch in den Kühlschrank gelegt und den Rest einfach mal so aufs Bett geschmissen. Wir haben auch noch Wein und Bier gekauft und beim PEP haben wir die restlichen Dinge bekommen, die uns noch gefehlt haben. Jetzt aber nichts wie weg hier, zurück in die Pension.
Dort war dann erst einmal auf- und einräumen angesagt. Wo soll nur das ganze Zeug hin? Unsere Klamotten (viel zu viel) und die ganzen Vorräte für vier Wochen? Nein man muss nicht wirklich Milch für vier Wochen einkaufen und Wasser bekommt man auch überall – Anfängerfehler! Aber irgendwann hatte alles seinen Platz. Uns haben noch einige Campingsachen gefehlt, die wir noch schnell beim Cymot geholt haben – und auch das hat noch in den Camper gepasst.
Zum Essengehen hatten wir dann aber keine Lust mehr, deshalb gab es Vesper mit Wein auf dem Zimmer. Und wir haben dann das letzte Mal für die nächsten vier Wochen Fernsehen geschaut.
Morgen geht es endlich richtig auf Pad. Bisher hat uns Windhoek eher genervt – so viel Verkehr und dann auch noch links, Baustellen ohne Ende und so viele Menschen….
Pension Steiner: Sehr zentral gelegen, rund um die Uhr bewachter Eingang, sicherer Parkplatz, schöner und ruhiger Innenhof mit Pool, Frühstück vollkommen ausreichend, saubere und recht grosse Zimmer, Safe
Teil 523. Juli 2015
So, und jetzt geht es endlich auf Pad.
Tag 3: Samstag, 13.Juni 2015 - Fahrt zur Bagatelle Game Ranch
Wieder früh raus, gefrühstückt und dann endlich losgefahren. Wir wollten aber noch bei Trans Kalahari Meat & Bildtong Supplies vorbei und Fleisch kaufen – aber nach zwei Stunden sinnlosem herumkurven in Windhoek haben wir den Laden immer noch nicht gefunden. => gibt es diesen Laden überhaupt noch? Weil eigentlich müssten wir dort ein paar Mal vorbeigefahren sein.
Aber dann habe ich aus dem Augenwinkel den Biltong&Bites Laden gesehen - wenigstens haben wir jetzt richtig leckeren Biltong in allen möglichen Geschmacksrichtungen 😁 . Jetzt aber nichts wie raus aus Windhoek. Sobald man die Stadt hinter sich gelassen hat, wird der Verkehr zusehends weniger und es ist angenehm zu fahren. Aber auch langweilig. Aber wir sehen unsere ersten Paviane! (auch wenn das Foto leicht unscharf ist - der erste Pavian muss einfach gezeigt werden 😗 )
Natürlich halten wir am Tropic of Capricorn an, um das obligatorische Bild zu machen 😛
Hansi ist froh, als wir endlich in unsere erste Gravel Road abbiegen. Das gefällt ihm (noch) wesentlich besser - aber wie das staubt!
Boh, sind die gross, die Webervögelnester.
Und was ist das für ein komischer Vogel?
Wie kommen aus dem Staunen nicht heraus. Die nächsten zwei Stunden bekommen wir ausser ein paar Springböcken und unsere ersten Oryxe keine Menschenseele zu sehen.
Aber auch jede Menge Termitenhügel - sehen die toll aus.
Und dann sind wir auch schon da: An der Bagatelle Game Ranch.
Wir werden freundlich mit einem Begrüssungscocktail begrüsst und da alles vorgebucht war, sind die Formalitäten sehr schnell erledigt und wir können auf unsere Campsite fahren. Auf dem Weg dorthin springen Springböcke herum - wir der Name schon sagt.
Und dann erst unsere Campsite – ein ganzes Waschhäuschen nur für uns alleine Wow! Wir können es gar nicht fassen. Wir trinken erst einmal unser „Hach, was geht es uns doch gut“-Bierchen und geniessen die Ruhe und unseren ersten richtigen Tag in Namibia.
Der Sonnenuntergang ist traumhaft schön, doch dann wird es auch schon dunkel. Schnell den Grill angeschmissen – wenn das nur so schnell gehen würde – und dann gibt es lecker Fleisch und zum Abschluss noch ein schönes Lagerfeuerchen.
Kalt ist es , aber wir haben das ja gewusst und entsprechende Kleidung eingepackt. Es gibt also kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung. Und für die ganz kalten Nächte haben wir noch eine dünne, leichte, aber sehr warme und kuschelige Fleecedecke eingepackt.
Teil 624. Juli 2015
So und heute kommen wir endgültig in Afrika an.
Tag 4: Sonntag, 14.Juni - Bagatelle Ranch - Part I
Der Wecker klingelt früh, wir haben den Bushmanwalk gebucht - nicht nur wir. Eine ganze Reisegruppe – Mann sind wir froh, dass wir alleine unterwegs sind – kommt ebenfalls mit. Jonathan ist unser Dolmetscher und dann warten auch schon fünf Buschmänner, die ausser ihrem Lendenschurz nichts anhaben auf uns – und das bei der Kälte, die armen. Brrrr
Nach einer kurzen Begrüssung geht es dann auch schon los.
Uns wird in den nächsten drei Stunden gezeigt, wie die San früher gejagt haben, wie sie in der Wüste überleben konnten, was für Heilmittel sie haben und wie sie gelebt haben. Obwohl es natürlich schon alles etwas touristisch angehaucht war, hat uns der Walk sehr gut gefallen, hat er uns doch etwas das Leben der San nähergebracht und auch die für uns so ungewöhnliche Sprache mit den Klicklauten.
Dieser "Bursche" hatte richtig schauspielerisches Talent:
Zum Abschluss sind wir dann noch in ein Schaudorf der San gegangen, wo man uns unter anderem gezeigt hat, wie aufwändig es ist, die schönen Ketten aus Strausseneiern herzustellen. Und natürlich – was für ein Zufall – konnte man gerade diese Ketten dort auch kaufen. Das habe ich aber gerne getan, weil die Ketten sind wirklich schön.
Und zum Abschluss noch ein kleines "Spielchen" - wir sollten das Alter der San schätzen und die San unseres - gar nicht so einfach.
Zurück am Campsite haben wir dann erstmal ausgiebig gefrühstückt und da wir bisher, wenn wir was gebraucht haben, ständig am Suchen und Wühlen waren, habe ich einen Versuch unternommen, etwas Ordnung in das Chaos zu bringen. Schwierig – egal was man braucht, man ist immer am Wühlen und Suchen. Und weil ich gerade noch etwas Zeit hatte, habe ich auch gleich mal einen „Waschtag“ eingelegt.
Ja, jetzt sind wir wirklich angekommen - Fortsetzung folgt.
Teil 725. Juli 2015
Fortsetzung Bagatelle Ranch
Und dann ist auch schon wieder Zeit für unsere nächste Aktivität: Wir haben auch noch den Game-Drive gebucht. Wir sind etwas früh dran, lernen den Hausspringbock kennen und schauen uns etwas die Lodge an. Die gefällt uns sehr sehr gut.
Ach ja, die Hauskatze scheint gespürt zu haben, wie sehr wir unsere Lola vermissen.
Dann kann es endlich losgehen.
Etwa 2 Stunden lang fahren wir durch das Gelände und sehen ersteinmal wieder springende Springböcke.
Natürlich dürfen die Oryxe auch nicht fehlen.
Und dann der erste Kudu - wie auf dem Laufsteg präsentiert er sich uns - und weitere folgen.
Schau, dort ist ein Streifengnu.
nein ganz viele, die laufen vor uns über die Pad - wie schön die sind.
Und dann, unsere allererste Giraffe.
Nein sogar zwei, drei, ..... viele!
Sorry, unsere ersten Giraffen, die müssen ausreichend gewürdigt werden.
Oh, ist das toll. Jetzt sind wir in Namibia angekommen. Wir fahren zurück zur Lodge.
Dort holt Pedro, unser Fahrer, Fleisch für die Cheetahs und dann geht es weiter zum Cheetah-Feeting, das uns auch total fasziniert. Soo schöne Tiere.
Achtung Vegetarier - es wird blutig.
Die Cheetahs sind satt und ziehen sich zurück - und wir fahren weiter.
Nach so viel neuen Eindrücken, ist es jetzt Zeit für den ersten richtigen Sundowner hier in Namibia mit einem fantastischen Sonnenuntergang.
Und zum Abschluss des Tages haben wir noch das Dinner in der Lodge dazugebucht, das nächste Highlight. Als Vorspeise gab es Kudu Carpaccio – schmackofatz - und im Anschluss geht es zum Buffet: Kartoffelgratin – hm lecker – Bohnen und Karotten – lecker – Couscous Salat – saulecker – Chicken – kann ich daheim essen – Kudu Sosatie – yamyam- und gegrillten Springbock – der Hammer. Dazu ein vorzüglicher Weisswein und zum Abschluss Eis mit Schoko/Amarula-Sauce. Das Essen war einfach die Wucht, das hat sich mal richtig gelohnt.
Vorsichtig fahren wir zurück zu unserer Campsite und fallen glücklich, zufrieden, satt und hundemüde ins Bett. Bagatelle Ranch Campground: Es gibt etwa fünf Campgrounds, die ziemlich weit auseinander liegen und jedes hat sein eigenes Sanitärhäuschen. Man bekommt hier regelmässig Besuch von Springböcken, Kudus und Oryxen und zur Einstimmung ist der Platz einfach super. Die angebotenen Aktivitäten haben uns sehr gut gefallen und hier hatten wir das – mit Abstand – beste Essen unserer Reise.
Teil 826. Juli 2015
Tag 5: Montag, 15.Juni 2015 zu den Quivertrees
Schade, dass wir heute schon weiter müssen, hier hat es uns wirklich gut gefallen. Wir geniessen noch etwas diesen wirklich idyllischen Campground und frühstücken in aller Ruhe.
Heute früh haben wir schon etwas mehr Routine beim Ein- und Aufräumen. Trotzdem brauchen wir bis fast 9 Uhr bis wir gefrühstückt und geduscht haben und alles weggeräumt ist . Wir geben noch schnell den Schlüssel ab, bezahlen das Dinner von gestern abend und dann geht es wieder auf Pad.
In Mariental tanken wir das erste Mal und gehen noch eine Kleinigkeit einkaufen und dann geht es auch schon weiter. Die nächsten 3 Stunden fahren wir immer geradeaus auf einer Teerstrassse – ganz schön eintönig.
Aber irgendwann erreichen wir dann doch das Quivertree Forest Rest Camp.
Wir checken ein und fragen nach Fleisch – ich soll später nochmals kommen. Wir können uns einfach einen Platz aussuchen. Hier finden wir einen riesengrossen Campground vor - jetzt wissen wir auch, warum man hier nicht vorbuchen muss - mit jede Mengen Plätzen und ein Sanitärhäuschen für mehrere Plätze – ein ganz normaler Campground halt. Wir haben uns für einen Platz im hinteren Bereich entschieden, gleich bei den Quivertrees. Hier müssen wir uns den Campground ersteinmal Schöntrinken – Prost.
Natürlich schauen wir uns gleich mal die Quivertrees an.
Neben den Quivertrees gibt es hier noch jede Menge Klippschläfer, die wir ausgiebig beobachten. Klippschläfer sind hervorragende Kletterer wie man sieht.
Es gibt aber auch jede Menge anderer Dinge zu "bestaunen":
Da ich wegen dem Fleisch eh nochmals vorgehen muss, gehe ich rechtzeitig zum Cheetah-Feeting um 16 Uhr an die Rezeption. Im Gegensatz zu gestern auf der Bagatelle Ranch leben die Cheetahs hier in einem eher kleinen Bereich und die ganze Reisetruppe darf ins Gehege rein und sogar streicheln ist erlaubt. Achtung, es wird wieder blutig.
So richtig wohl ist mir nicht – hoffentlich riechen die mein Fleisch nicht. Es gibt noch ein zweites Gehege mit weiteren zwei Cheetahs – und auch dort hätte man mit hineingehen dürfen - Nein, danke zuschauen reicht mir. Aber wenigstens habe ich auch heute Miezekatzen gesehen.
Ich gehe zurück zum Campground – zu Fuss etwa 10-15 Minuten – gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang.
Hansi hat schon den Grill angeschmissen – den Springbock heben wir uns aber für morgen auf.
Und während Hansi grillt machen wir noch ein paar Sonnenuntergangsbilder.
Und auch hier wird natürlich ein schönes Lagerfeuerchen entzündet. Und so schlecht ist der Campground dann auch nicht - auf der Bagatelle Ranch wurden wir halt wirklich verwöhnt.
Quivertree Forest Rest Camp: Jede Menge zweckmässige Campingplätze mit Wasser und Strom und gemeinschaftlichen sauberen Sanitärhäuschen. Liegt direkt neben der Strasse – die Autos rasen auch nachts vorbei – und direkt bei den Quivertrees – schöne Fotos möglich. Für Farmgäste stehen unter anderem witzige Igloo-Bungalows zur Verfügung. Das Cheetah Feeting ist immer um 16 Uhr, man kann ins Gehege mit hinein und darf einen der Cheetahs sogar streicheln. Hat mir aber nicht so gut gefallen. Für den Quivertree und Giant´s Playground benötigt man ein Permit, das man an der Rezeption bekommt und 55 N$/Person kostet.
Teil 926. Juli 2015
Tag 6: Dienstag, 16.Juni 2015 - es geht zum Fish River Canyon
Wir haben nun unseren Rhythmus gefunden: Um 6 Uhr stehen wir auf – da ist es meist noch dunkel – aber gerade richtig, um den Sonnenaufgang mitzubekommen und dann wird gefrühstückt. Und zwischen 8 und 9 Uhr kommen wir dann los.
Heute geht es erst einmal zum Giant´s Playground. Wir waren fast alleine hier und dieser Platz trägen den Namen zu Recht. Wow – wer hat diese Steine nur so hingelegt.
Nach Keetmanshoop verlassen wir die „Hauptstrasse“ und nehmen die D608. Diese Pad windet sich in einem endlosen Auf und Ab durch eine phantastische Landschaft und wir treffen keine einzige Menschenseele – fast schon unheimlich.
Dann wie aus dem "Nichts", mitten im "Nichts", die Zufahrt zur Farm Hoas und ein paar Ziegen laufen über den Weg. Woher die kommen und wohin die gehen ist uns nicht so ganz klar.
Nach etwa drei Stunden erreichen wir wieder die "Zivilisation" und weiter geht es zum Canyon Roadhouse.
Hier gibt es jede Menge "alte" Dinge zum Bestaunen:
Wir haben eigentlich den Campground Nummer 12, sind aber zu doof den richtigen Platz zu finden und denken, dass die Betonplatte hinter dem 1.Sanitärhäuschen der Platz wäre. Nein, das geht gar nicht – da haben wir fast ein Jahr im Voraus gebucht und bekommen so einen hässlichen Platz zugewiesen. Also wieder zurück und nach einem anderen Platz gefragt. An der Rezeption war man etwas irritiert – wie der Platz gefällt Ihnen nicht? – gab uns dann aber die Nummer 2. Der war schon besser 😗
Bei der Platzbesichtigung habe ich dann gemerkt, dass wir einfach noch ein Stück weiter hätten fahren müssen, dann hätten wir einen wunderschönen (aber schattigen) Platz gehabt, abseits von all den anderen. Sorry, wir haben das echt nicht geblickt 😵
Wir richten uns ein, eine Katze kommt uns besuchen und dann wird es Zeit für den leckeren marinierten Springbock, den wir gestern eingekauft haben und natürlich wieder ein schönes Lagerfeuerchen.
Wir packen schon heute alles ein, weil wir morgen ganz früh loswollen, ohne Frühstück. Mal sehen, ob das auch klappt.
Teil 1027. Juli 2015
Tag 7: Mittwoch, 17. Juni 2015 - Der Fish River Canyon
Wir fahren gleich morgens um 7 Uhr los in Richtung Fish River Canyon. Unterwegs sehen wir nur ein paar Strausse 😕
Am Camp Hoab gibt es eine Schranke und hier kann man dann auch das Permit für den Fish River Canyon kaufen. (80 N$/Tag und 10 N$ fürs Auto). Das Büro hat ab 6 Uhr geöffnet - man darf von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang in den Fish River Canyon reinfahren. Nach weiteren 12 Km weiter erreichen wir dann den Hauptaussichtspunkt „Hell´s Bend“ – das Licht ist aber zum Fotografieren noch nicht wirklich geeignet. Aber das muss man sich mal vorstellen: Wir stehen hier am zweitgrössten Canyon der Welt (nach dem Grand Canyon) und wir stehen um 7:30 Uhr ganz alleine hier und können die Aussicht in aller Ruhe geniessen. Wow, ist das toll.
Wir fahren weiter zum „Hikers Point“ – hier beginnen die mehrtägigen Wanderungen in den Canyon - und geniessen auch hier die Aussicht ganz alleine für uns.
Hier frühstücken wir auch erst einmal ausgiebig – Frühstück mit Aussicht.
Wir kommen nochmals am „Hell´s Bend“ vorbei und jetzt ist das Licht schon viel besser zum Fotografieren (es ist jetzt etwa 10 Uhr).
Weiter geht es zum nächsten Aussichtspunkt – der wäre für ein Frühstück eigentlich noch viel schöner gewesen – und dann immer weiter.
Wenn den ganzen vormittag über insgesamt etwa 10 Autos unterwegs waren, dann war das sicherlich eher viel. Das haben wir so genossen – fast alleine an so einem phantastischen Ort zu sein und keine Touristenbusse mit hunderten lärmenden und nervenden Touristen um einen herum zu haben. Während es am Grand Canyon von Hörnchen, Vögeln, Bienen und Schmetterlingen nur so wimmelt – mit den entsprechenden Geräuschen dazu – ist es hier mucksmäuschenstill. Absolute Ruhe….
Dann kam die 4x4 Strecke – natürlich musste die sein – Hansi´s Programmpunkt.
Bis auf eine etwas kniffelige Strecke kein Problem – landschaftlich hat sich das aber nicht wirklich gelohnt.
Wir fahren dann zurück und während Hansi die Stille geniesst, mache ich nochmals eine kleine Campgroundrunde, laufe noch auf den Aussichtsberg hoch und geniesse die Aussicht.
Im Camp läuft mir dann noch in aller Ruhe ein Oryx über den Weg. Ich glaube, ich war glaube ich wesentlich aufgeregter wie er (oder 🙂 sie?)
Zum Abschluss dieses schönen Tages beschliessen wir im Roadhouse essen zu gehen.
Wir sitzen bei Kerzenlicht und mit Lagerfeuer verteilt zwischen den alten Autos und Ausstellungsstücken und fanden das alles etwas „unwirklich“: man sitzt hier mitten in Namibia, hat aber eher das Gefühl in einem nett eingerichteten amerikanischen Diner zu sitzen. Es gab Game Carpaccio als Vorspeise, für mich Kudu Steak, Pommes und Gemüse - gute Wahl - für Hansi Spareribs - na ja- und einen leckeren Weisswein.
An der Bar tinken wir noch einen kleinen Amarula-Absacker - das "Zeug" ist so lecker, dass wir beschlossen haben, es nur in homöopatischen Mengen zu uns zu nehmen- treffen den Öschi-Fotografen wieder, dem wir unterwegs schon über den Weg gelaufen sind - und der gibt uns den absoluten Tipp, morgen noch einen Abstecher zur Mountain Lodge zu machen. Schauen wir mal.
Das Essen war gut und wir sinken satt und glücklich in unsere Betten.
Canyon Roadhouse Campground: Hier hat es 12 Plätze mit Wasser und Strom und Grillplatz. Mehrere Plätze teilen sich ein sauberes und vollständig eingerichtetes Sanitärhäuschen. Zum FishRiver Canyon sind es noch 25 km, es gibt einige ausgeschilderte Wanderungen. Ein schöner Campground.
Teil 1130. Juli 2015
Alles anschnallen, es geht endlich weiter.
Tag 8: Donnerstag, 18.Juni 2015 - zum Oranje und dann weiter nach Rosh Pinah
Auch heute fahren wir ohne Frühstück los, wir wollen uns unterwegs ein schönes und warmes Plätzchen suchen. Wir fahren noch schnell an der Canon Lodge vorbei - dem "Geheimtipp" des Österreichers - und sind gespannt, was uns erwartet. Wow, sind die Bungalows schön in die Landschaft integriert! Was uns aber noch viel besser gefällt, das sind die Steinformationen – leider hat hier die „Fotografin“ einen schlechten Job gemacht.
Die nächsten zwei Stunden fahren wir durch eine traumhaft schöne und abwechslungsreiche Landschaft und sind auch heute wieder erstaunt, wie vielfältig das hier alles ist. Aber ein schönes – davon gäbe es einige – und warmes – es ist einfach zu windig – Plätzchen zum Frühstücken ist einfach nicht zu finden.
Es ist so windig, dass sich hier sogar der "Kühlerlüfter" ständig dreht. Unheimlich hier mitten im Nichts und mit den Einschusslöchern. Und dann geht es weiter durch das "Wonderland".
Aber ausser ein paar Bergzebras und diesem Kudu haben wir auch heute nicht viele Tiere gesehen 🙁
Und dann - von jetzt auf nachher – sind wir im Tal des Oranje. Nach den eher „Nicht“ Farben weiss, beige und hellbraun gibt es plötzlich grün und blau. Was für ein Kontrast: ein Fluss, der auch Wasser führt und diese Farben!
Plötzlich entdecke ich eine Pavian-Grossfamilie neben uns im Berg: gut 50 Tiere folgen uns ein Stück weit am Berg entlang, es sieht aus, als ob der Berg leben würde. Sie sind aber viel schneller, wie unsere Fotoapparate. Was für geschmeidige Tiere.
Wir geniessen das Grün und den Oranje. Was für eine Wohltat für Auge und Seele
Und dann geht es wieder ein Stück weit ins Gebirge hinein. Und nachdem wir am Oranje keinen geeigneten Platz gefunden haben fürs Frühstück – gibt es hier ein schnelles und karges Mittagessen, passend zur Landschaft.
Nach ein paar Kilometern geht es dann auch schon wieder zurück an den Oranje, wo eine Brücke über den Fluss führt.
Aber was ist das da vorne?
Eine Grenzkontrolle !?! Ausweis, Führerschein, der internationale, und die Frage ob wir Waffen hätten – natürlich nicht – und Steine. Warum, was sollen wir mit Steinen anfangen? Ach so, die darf man hier ja nicht sammeln. Nein, haben wir auch nicht. Der Grenzbeamte erklärt uns dann, dass er das Recht hätte, unseren Camper zu durchsuchen und macht dies dann auch (eher oberflächlich). Er scheint aber sichtlich amüsiert darüber zu sein, was deutsche Camper so alles mit dabei haben 😄 und wir dürfen passieren.
Unser nächstes Ziel ist Rosh Pinah, eine private Bergbaustadt, die etwa 2.500 Einwohner hat und die hauptsächlich von der Skorpion-Zink-Mine lebt. Wir haben hier das Amica Guesthouse reserviert, weil wir die Strecke bis nach Klein-Aus nicht an einem Stück fahren wollten und weil wir hier keinen geeigneten Campground gefunden haben. Ausserdem müssen wir wieder einkaufen – für die nächsten 10 Tage – und natürlich auch tanken. Der Supermarkt, obwohl auch ein SPAR Markt, führt hier so ganz andere und auch kaum auf Europäer zugeschnittene Produkte, wie in den übrigen Märkten. So haben wir hier das einzige Mal kein Vollkornbrot bekommen. Dann geht es aber endlich weiter zu unserer Unterkunft. Das Amica Guesthouse ist ein nettes kleines Gästehaus inmitten einer Wohnsiedlung. Ausgeschildert ist der Weg zum Parkplatz - und von dort aus kommt man dann in das Guesthouse. Der Parkplatz ist aber nicht abgeschlossen. Ein "komisches" Gefühl hatten wir aber nicht.
Nachdem wir unseren gesamten Hausrat - zumindest hat sich das so angefühlt - ins Zimmer geschleppt haben (so schön ein Guesthouse oder eine Lodge auch ist - es ist einfach eine ständige Umräumerei), geniessen wir den „Luxus“ eines Gästehauses am nachmittag und essen hier auch. Es gibt Kudu Filet mit Gemüse und baked potatoes. Lecker! Und der Nachtisch: ein richtig feiner, weicher, fluffiger, saftiger und nicht zu süsser Schoko Kuchen mit einer Custard Creme ist einfach der Hit. Hmmmmm. Dazu natürlich wieder einen leckeren Weisswein. Wir fallen mal wieder hundemüde und pappsatt ins Bett.
Wir sind jetzt schon eine Woche unterwegs – kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht. Amica Guesthouse: Ein wirklich nettes und einfaches Gästehaus. Hier steigen fast ausschliesslich Arbeiter und Geschäftsleute der Minen ab und manchmal auch ein paar Touris auf der Durchfahrt. Man bekommt hier ein gutes Abendessen und ein ausreichendes Frühstück. Es gab einen Safe, der aber nicht funktionierte. Und man kann hier wirklich schön einen nachmittag am Pool verbringen.
Teil 1231. Juli 2015
Tag 9: Freitag, der 19.Juni 2015 – Fahrtag nach Klein-Aus Vista
Die Bestellung des Frühstücks war etwas gewöhnungsbedürftig. Auf einem kleinen Zettel kreuzt man alles an, was man möchte – und man bekommt dann auch nur das. Wenn man einen Toast möchte, dann muss man den ankreuzen, möchte man Bacon zu den Spiegeleiern, ankreuzen, Tomaten, Pilze oder sonstwas, ankreuzen. Wir haben das System leider erst viel später verstanden und so waren unsere Eier ziemlich „nackt“. Aber wir wurden dennoch satt.
Wir haben Rosh Pinah auf der C13 verlassen – eine typische langweilige Teerpad - und haben unterwegs noch an einem typischen Picknick-Platz angehalten.
Als es dann endlich in die D727 abging, waren wir dann ganz froh. Das gefällt uns schon viel besser.
Mit den Tiersichtungen sind wir nicht wählerisch, wir müssen wohl oder übel das nehmen, was uns vor die Linse läuft.
Diese Strecke führt durch ein – für namibianische Verhältnisse – fruchtbares Tal und es war einfach eine wunderschöne und abwechslungsreiche Strecke. Unterwegs sind uns etwa 2 Autos begegnet und hin und wieder war eine Farm zu sehen.
Aber was ist das? Kürbis? Melone? Zuchini? Wir wissen es nicht, hatten aber auch nicht den Eindruck, das das essbar ist.
Dann: eine Kreuzung – wir fahren auf der D446 in Richtung Aus.
Und hier geht es dann schon wieder auf die B4 zu in Richtung Aus – so wie viele von euch die Strecke kennen, eine kerzengerade Teerpad durchs „Niemandsland“.
Und es ist jetzt genau die richtige Zeit für Kaffee und Kuchen - im Hotel in Aus soll es leckeren Apfelkuchen geben, heisst es - den gab es aber nicht. Lediglich sehr sehr süsse andere Kuchen – hat aber trotzdem geschmeckt.
Hätte aber auch irgendwo in einem deutschen Café in Deutschland sein können.
Dann ging es weiter nach Klein-Aus Vista, wo wir die nächsten drei Nächte auf dem Campground verbringen werden.
Die Rezeption ist sehr schön anzusehen und hier kann man auch Mountain Bikes mieten, um den (sehr anspruchsvollen)Trail zu fahren und einmal im Jahr gibt es hier auch eine Mountainbike Challenge.
Wir melden uns an - und dafür wird natürlich auch wieder die Autonummer gebraucht, die ich immer noch nicht auswendig kann - wir zahlen den Obulus für die Wanderwege, bekommen eine Broschüre dazu - sogar in deutsch - und dann fahren wir los zum Campground.
Der Campground mit etwa 10 Plätzen liegt ein paar Kilometer vom Haupthaus entfernt. Jeder hat seinen eigenen mit einem Windschutz versehenen Platz mit Bänken und einem Feuerring, das saubere Sanitärhäuschen teilt man sich mit den anderen Campern. Man hat Wasser am Platz, es gibt aber keinen Strom. Und jede Site hat einen Baum, der Schatten spendet. Einer hatte einen besonders tollen Baum mit vielen Webervogelnestern. Der Platz war an allen drei Tagen (fast) voll. Und obwohl wir hier nicht alleine waren, hat uns der Platz sehr sehr gut gefallen.
So, alles hergerichtet, dann ist jetzt Zeit für ein „Willkommens-Bierchen“ und dann war chillen angesagt: Strausse beobachten, zusehen, wie die Sonne die Landschaft in alle möglichen Farben hüllt - einfach Campgroundidylle geniessen.
Mit frischem Fleisch versorgt, wurde natürlich auch wieder gegrillt und ein schönes grosses Lagerfeuer entfacht, hach wie wir das lieben.
Teil 1301. Aug. 2015
Tag 10: Samstag, der 20.Juni 2015 – Kolmanskop und Lüderitz
Heute sind wir wieder ganz früh aufgestanden und ohne Frühstück kurz vor 7 Uhr losgefahren. Natürlich nicht ohne den umwerfenden Sonnenaufgang genossen zu haben. Was für tolle Farben.
Heute bin ich mir überhaupt nicht sicher, ob unsere „Planung“ überhaupt so machbar ist. Geplant war nach Kolmanskop zu fahren, ausgiebig zu fotografieren bevor wir an der Besichtigungstour teilnehmen. Dann sollte es nach Lüderitz weitergehen zum Tanken und Einkaufen und mittags wollten wir an der Mole eine Kleinigkeit essen. Zur Verdauung war dann noch die Besichtigung von Lüderitz angedacht und mit ganz viel Glück könnten wir noch auf die Shark Island fahren. Für die Wildpferde in Garub würde die Zeit wohl leider nicht reichen, wenn wir vor Einbruch der Dunkelheit (und das ist nun mal bereits gegen 18 Uhr) am Campingplatz eintreffen wollen. Aber meine Bedenken waren völlig umsonst.
Wir haben gerade mal eine Stunde bis nach Kolmanskop gebraucht. Was für ein tolles Licht, was für eine tolle Landschaft.
"Fata Morgana" und Realität
Und dann, kurz nach dem Airport, ist auch schon unser estes Ziel zu sehen - Kolmanskop.
Wir waren kurz vor 8 Uhr dort und obwohl der offizielle Einlass erst um 8 Uhr ist, durften wir schon hinein. Natürlich erst nach Bezahlung des Permits von 80 N$/Person. Es waren schon einige Fotografen dort.
Angefangen hatte im April 1908 alles per Zufall, als Oberbahnmeister August Stauch und seine Arbeiter wie gewöhnlich die neue Streckenlinie von Lüderitz nach Keetmanshoop vom allgegenwärtigen Treibsand freischaufelten.
Der farbige Bahnarbeiter Zacharias Lewala präsentierte seinem Vorgesetzten einen unscheinbar aussehenden Stein, den er im Sand gefunden hatte. Lewala hatte in einer südafrikanischen Diamantenmine gearbeitet und vermutete, dass es sich um einen Diamanten handeln könnte. Stauch sicherte sich in aller Eile die Schürfrechte. Als er dann die Bestätigung erhielt, dass es sich bei dem Fund Lewalas tatsächlich um einen Diamanten handelte hing er seinen Job an den Nagel, rüstete eine Expedition aus und begann eiligst mit der Diamantenschürfung im Wüstensand.
Die Nachricht von Diamantenfunden in Deutsch-Südwest verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Das Diamantenfieber brach aus. Von überall strömten die Menschen herbei: Bauern verliessen ihre Scholle, Matrosen setzten sich von ihren Schiffen ab, Händler gaben ihre Geschäfte auf, Männer liessen ihre Frauen sitzen. Es hiess, man müsse sich nur bücken, um die Diamanten an der Oberfläche des Sandbodens aufzusammeln.
Hauptquartier wurde Kolmaskop. Schöne Häuser wurden gebaut, alle Materialien aus Deutschland importiert. Ab 1911 gab es elektrischen Strom. In einer Eisfabrik wurde Stangeneis produziert, das jeder Haushalt gratis bekam. Das erste Röntgengerät Afrikas wurde in Kolmanskop aufgestellt.
Stauch verkaufte die Gesellschaft 1920 an die CDM.
Diese beliess alles beim Alten. Das Casino wurde erst 1927-1928 gebaut, wiederum mit aus Deutschland importieren Materialien, einschliesslich einer Kegelbahn.
Als dann 1929 wesentlich grössere Diamanten bei Oranjemund entdeckt wurden, war das baldige Ende von Kolmanskop besiegelt. 1938 wurden die Förderanlagen stillgelegt und 1944 die Verwaltungsbüros nach Oranjemmund verlegt. 1956 verliess der letzte Sicherheitsbeamte die Stadt, die seither von den Wanderdünen zurückerobert wird.
Heute ist der Wüstenboden längst leergeräumt, man fördert die funkelnden Steinchen mit modernsten Geräten aus dem Meeresgrund vor der Küste. Aus August Stauch, dem ersten Diamantenschürfer, war ein vielfacher Millionär geworden. Auch Zacharias Lewala hatte es zu ein wenig Wohlstand gebracht. Doch die Weltwirtschaftskrise und zwei Weltkriege machten aus dem reichen August Stauch einen „armen Schlucker“.
Wir haben uns dann alles in Ruhe angeschaut und gaaaaanz viel fotografiert.
Hier im Casion würde die Tour dann starten.
Der Hunger hat und Kaffeedurst hat uns jedoch in die Cafeteria getrieben und wir haben auf die Führung um 10.30 Uhr verzichtet. Es gab leckeres Omelett für Hansi und ich habe mich auf Pancakes gefreut, die hier in Namibia aber wirklich richtige Pfannkuchen sind.
Und dann sind wir früher wie gedacht, nach Lüderitz weitergefahren
- Fortsetzung folgt -
Teil 1401. Aug. 2015
Fortsetzung Tag 10: Samstag, der 20.Juni 2015 – Kolmanskop und Lüderitz
Kurz vor 11 Uhr erspähen wir dann das Meer und sehen die ersten Zeichen von Lüderitz. Das war jetzt aber wirklich mal ein Katzensprung.
Zuerst suchen wir den Supermarkt, ein Sparmarkt, wenn ich mich recht erinnere. Der ist aber etwas „speziell“: kein grosser Parkplatz davor, sondern eher ein „Stadtmarkt“, geparkt haben wir in einer Seitenstrasse, am Eingang Security, die auch Taschenkontrollen durchführt. Hier bin ich dann alleine einkaufen gegangen, wir haben eh nicht viel gebraucht, weil wir ja bereits gestern Grosseinkauf gemacht haben. Im Gegensatz zu den anderen Supermärkten, in denen wir bisher eingekauft haben, kaufen hier kaum Weisse ein.
Zum Mittagessen war es noch etwas zu früh, so haben wir noch gleich eine kleine „Stadtrundfahrt“ gemacht:
„Auf schwarglänzenden Felsen, etwas erhöht über dem Atlantischen Ozean gelegen, grüssen in Pastelltönen restaurierte Jugendstilvillen über den eisblauen Ozean – nach der trostlosen Wüstenfahrt ein erstaunlicher Anblick.“ So stand es in einem Reiseführer und genauso haben wir das auch empfunden.
„Man könnte sich Lüderitz überall in Deutschland vorstellen – hier, an der Südwestküste Afrikas wirkt es unpassend.“ Und auch uns ging es so.
Lüderitz besitzt eine sehr gute historische Bausubstanz. Die meisten Gebäude wurden in den Jahren des Diamantenbooms zwischen 1908 und 1914 errichtet. Der spätere wirtschaftliche Niedergang von Lüderitz hatte hinsichtlich des architektonischen Aussehens auch etwas Gutes: Es wurden fast keine neuen, unpassenden Häuser zwischen die alten gesetzt. Kein Haus ist höher als 3 Stockwerke. Besonders schöne Zeugnisse der alten Zeit sind u.a. die Kirchen, das Bergamt, der Bahnhof, das ehemalige Krankenhaus auf Shark Island (jetzt das Büro des Fischereiwesens), die Schule, das Woermannhaus, das Gericht sowie das ehemalige kaiserliche Postamt in der Schintzstrasse, und alle Gebäude in der Bergstrasse, wie das KreplinHaus und das Erberlanz-Haus.
Und nun? Eigentlich wollten wir ja an der Mole zu mittag essen, aber dort waren uns viel zu viele Menschen – das sind wir nicht mehr gewohnt - und auch die Parkplatzsituation hat uns nicht so wirklich gefallen und Hunger hatten wir auch noch keinen. Also haben wir beschlossen noch zum Diaz Point zu fahren. Und das war auch gut so. Schon der Weg dorthin hat uns sehr gut gefallen.
Wir waren fast alleine dort. Wir geniessen den frischen Seewind während die Vögel ständig schreien und die Brandung tost. Man kann das Meer sogar riechen. Einfach das perfekte Plätzchen um Vesperpause zu machen. Am Campground war niemand, das wäre auch viel zu windig gewesen.
1488 fuhr Bartolomeu Diaz an der südwestafrikanischen Küste entlang. In der Lüderitzbucht suchte er 5 Tage lang Zuflucht vor schlechtem Wetter. Am heutigen Diaz Point errichtete er ein Steinkreuz, das er dem Heiligen Jacobus widmete. Anlässlich der 500 Jahr Feier der ersten Landung wurde eine Reproduktion des alten Kreuzes enthüllt.
Wir fahren weiter und geniessen diese Idylle.
Bereits gegen 14 Uhr sind wir zurückgefahren. Noch ein letzter Blick auf Kolmanskop und wie immer geniessen wir auch unterwegs die Landschaft.
Da wir soooo früh dran waren, haben wir sogar noch den Abzweig nach Garub genommen – doch wir haben dort kein einziges Pferd gesehen, lediglich diese beiden Oryxe, die dann weitergetrottet sind.
Später an der Strasse haben wir dann jeder Menge Wildpferde gesehen.
So kamen wir schon weit vor Sonnenuntergang am Campground an, es war etwa 16 Uhr. Auch gut. Wie immer war ein Feierabend-Bierchen angesagt, relaxen, Grillen und Lagerfeuer.
Selbst wenn wir also noch die Führung in Kolmanskop mitgemacht hätten, hätte die Zeit ewig gereicht, um einkaufen und tanken zu gehen, Lüderitz anzuschauen, zum Diaz Point zu gehen und auch noch die Wildpferde zu beobachten.
Teil 1502. Aug. 2015
Tag 12: Sonntag, der 21.Juni 2015 - 4x4 Townlandtour
Heute ist Sonntag, also ist ausschlafen und ausgiebig frühstücken angesagt– das ist Urlaub. Und heute ist Straussentag.
Was wir heute machen? Die Townlandtour, eine 4x4Piste auf dem Farmgelände, Hansi´s Programmpunkt. Der Manager von Klein-Aus Vista hat uns diese Möglichkeit, selber mit dem Camper zu fahren, mal in einer Mail vorgeschlagen. Als wir an der Rezeption danach gefragt haben, wussten die nichts. Erst auf Anfrage hat uns dann der Manager die Koordinaten und eine Art Beschreibung dafür gegeben. Hätte ich das vorher gewusst, hätten ich natürlich meinen Garmin mitgebracht. So habe ich die letzten zwei Tage, die Koordinaten von Hand in unser Navi eingegeben. Bin mal gespannt, ob das funktioniert.
Wir sind etwa 3 Stunden in dem Gebiet rumgefahren, haben die schöne Landschaft genossen, haben jede Menge Strausse gesehen - ich sag´s ja: Straussentag.
Die Tour war jetzt nicht besonders anspruchsvoll bis auf ein oder zwei - für uns - kniffeligere Passagen und es hat einfach Spass gemacht.
Lediglich zum Schluss haben wir uns etwas verfahren - oder haben die Wegpunkte nicht gestimmt? - und sind dann einfach nach Gefühl gefahren. Und – ich war noch mit meinem nicht vorhandenen letzten Wegpunkt beschäftigt – hält Hansi plötzlich an und sagt, das kommt mir aber irgendwie komisch vor. Zum Glück: Kurz vor dem Camper hört die Piste plötzlich auf und eine etwa 1 Meter hohe Kante liegt vor uns.
Meine Güte haben wir da Glück gehabt – ich will mir gar nicht ausmalen, wie das ausgegangen wäre.
Dann wurde die Piste so langsam besser und die "Zivilisation" hat uns wieder.
Wir schauen uns noch schnell die Geisterschlucht und die Häuschen an. Das Selbstversorgungshaus in der Geisterschlucht gefällt uns wesentlich besser.
Zurück am Campground haben wir natürlich erst einmal ein „Hurra, wir leben noch"-Bierchen getrunken und wir erholen uns von dem Schrecken.
Und gegen 15 Uhr haben wir uns dann fertiggemacht, um noch den Vista-Trail zu laufen.
Ganz schön anstrengend, aber dafür wurden wir mit einer fantastischen Aussicht belohnt.
Wir müssen uns nun etwas sputen, weil wir keine Lampen dabeihaben und nicht so richtig einschätzen können, wie lange wir dafür benötigen. Zeit für ein paar Bilder war aber schon.
Unterwegs ist uns dann noch der Manager (?) von Klein-Aus Vista auf dem Bike begegnet – Respekt!
Gerade zum Sonnenuntergang sind wir dann in der "Zielgeraden".
Und der abend wird natürlich noch mit einem BBQ und einem Lagerfeuer beendet.
Klein-Aus Vista Campground: Der Campground hat uns ausgesprochen gut gefallen. Um einen grossen schattigen Baum herum hat man genügend Platz für Camper, Lagerfeuer, Grill und alle anderen Dinge, die man so dabei hat. Die Sanitäranlagen sind sauber und ausreichend.
Teil 1603. Aug. 2015
Tag 13: Montag, der 22.Juni 2015 – Auf der D707 nach Koiimasis
Die Busgruppe macht sich bereits morgens um 5.30 Uhr mit viel Lärm abfahrtbereit. Also stehe ich halt auch auf – an schlafen ist eh nicht mehr zu denken, vor allem weil jetzt alle anderen auch schon wach sind und sich ebenfalls für den Tag vorbereiten. Geht das nicht leiser?
Wir geniessen das letzte Frühstück auf diesem tollen Campground und sind schon fast traurig, dass es heute weitergeht. Wir kommen weit vor 8 Uhr los, müssen aber noch tanken gehen. Und wenn einem schon so früh am morgen, der erste Kudu über den Weg läuft, dann ist das doch schon einmal ein gutes Omen.
An der Tankstelle, bzw. dem Shop, kommt das ganze Dorf zusammen und dann wird gemeinsam gebetet und gesungen. Wir sind ganz ergriffen von dieser Szene. Nach etwa 5 Minuten verlassen alle wieder den Shop und der Alltag geht weiter.
Wir tanken und kaufen noch ein paar Kleinigkeiten in dem Shop ein, dann geht’s wieder auf Pad.
Zuerst die auf die C13 – die hat überhaupt keinen Spass gemacht – und dann auf die D707 auf Sand, schon besser. Was für eine Landschaft, wir können gar nicht genug bekommen davon.
Und dann kommt auch schon die Abzweigung zur Farm Koiimasis.
Die nächsten 20 Minuten zuckeln wir durch eine traumhaft schöne Landschaft vor uns hin. Hier ist die Beifahrerin doppelt gefordert: sie muss nicht nur alles dokumentieren, sondern hat auch noch die Aufgabe, die Gatter zu öffnen und zu schliessen. Stress - und das im Urlaub. 🤩
Dann sind wir da, holen Oryx-Steaks und Brennholz und fahren weiter zum Campground. Zahlen sollen wir später, Anke ist etwas in Stress.
Und was soll ich sagen? Der Platz ist einfach gigantisch. Wie schön die einzelnen Plätze im Fels angelegt sind. Jeder Platz mit Feuerring, BBQ und einer überdachten Sitzecke und einem kleinen Sichtschutz.
Und jede Menge Klippschiefer beobachten uns:
Rätsel: Wie viele Klippschliefer sind auf dem Bild zu sehen?
Doch auch Klippspringer sind hier jede Menge zu beobachten:
Und erst die Sanitäranlagen. Auch in den Fels hineingebaut und liebevoll dekoriert. In diesen Platz haben wir uns sofort verliebt.
Hansi zaubert was zu essen und dann geniessen wir diesen tollen Platz. Um 14 Uhr sind bereits alle Plätze belegt – wie gut, dass wir schon lange vorreserviert haben.
Eigentlich wollten wir ja noch den Farmrundweg laufen, aber uns war zu heiss und wir waren zu faul dazu. Wir sind so faul, dass wir sogar an die Rezeption mit dem Camper fahren, um unsere Schulden zu begleichen. "Kurz" umschauen tun wir uns aber noch. Hier gibt es jede Menge zum Anschauen und Bestaunen.
Irgendwann ist es Zeit, den Grill anzuheizen und einen Sundowner zu trinken. Und was soll ich sagen? der Oryx hat vorzüglich geschmeckt.
Und dann hat Hansi endlich auch die Muse seine Kamera auszupacken und Sternenbilder zu machen. Dafür habe dann ich die Verantwortung für das Lagerfeuer bekommen. Au ja, das macht Spass. Ich habe unser ganzes Feuerholz verheizt – und wir hatten eine Menge davon – schliesslich darf das Feuer nicht ausgehen. Was für ein schöner Abend, was für ein schöner – fast schon magischer – Platz.
Koiimasis Campground: Einer der schönsten Plätze unserer Reise. Liebevoll ausgestattetes einfaches Sanitärhäuschen, die Plätze liegen schön zwischen den Steinen. Site Nr. 4 hat ein eigenes Sanitärhäuschen und einen tollen Sundowner-Platz ins Tal „nach hinten“. Und man bekommt hier sehr sehr leckeres Fleisch.
Teil 1704. Aug. 2015
Tag 14: Dienstag, der 23.Juni 2015 - es geht ins Sossouvlei
Wir sind wirklich traurig, dass wir hier nicht noch mindestens eine Nacht bleiben können. Aber das Sossouvlei ruft und hier haben wir natürlich auch schon alles gebucht.
Und dieser kleine Kerl scheint uns den Abschied etwas versüssen zu wollen.
Wir fahren früh los und geniessen noch einmal die Farmstrasse.
Hier würde es zur Lodge abgehen – die Häuser sind auch hier in den Berg hinein gebaut, man sieht sie kaum. Sieht toll aus.
Dann kommt die D707. Wie schön.
Heute sehen wir jede Menge Tiere haben aber auch zwei „unschöne“ Erlebnisse. Hier gerät eine Herde Springböcke in Panik und versucht, über den Zaun zu springen. Einer schafft das nicht und knallt voll gegen den Zaun…. . Diese Bilder haben wir die ganze Zeit vor Augen.
Später kommen wir an diesen Oryxen vorbei – auch sie geraten in Panik und einer läuft voll gegen den Zaun und verheddert sich darin. Zum Glück kann er sich aber befreien.
In Betta tanken und frühstücken wir. Ein schönes Café und ein typischer kleiner Laden mit allem was man so braucht oder eben nicht braucht und nebenan noch ein Campground. Das gefällt uns gut hier.
Dann fahren wir weiter durch die unendlich scheinende Landschaft.
Wir haben eine Ballon-Fahrt gebucht und fahren noch schnell am Büro vorbei, um die Fahrt zu bestätigen. Morgen wäre das Wetter noch gut, am Donnerstag – das wäre unser Tag gewesen – sieht es eher schlechter aus. Eine Kaltfront kommt auf Namibia zu. Aber morgen hätte es noch Plätze, gerne können wir umbuchen. Und das machen wir dann auch. Sie werden uns um 5:45 Uhr vor dem ersten Gate abholen. Alles klar. Und dann weiter nach Sesriem.
Hier haben wir schon einen Campground vorgebucht und hier holen wir uns auch das Permit für das Sossouvlei. Und dann sehen wir die Campsite. Nein, hier wollen wir nicht bleiben, so ein trostloser Campground.
Also fahren wir bald weiter zum Sesriem Canyon.
Der Einstieg ist nichts für Flipflop-Träger.
Wir gehen zuerst nach rechts, doch da wird der Canyon immer weiter und eigentlich unspektakulärer. Also drehen wir um und laufen in die andere Richtung bis zum Ende durch – Endstation. Sieht schon toll aus, vor allem ist es mal etwas ganz anderes wie Wüste und diese endlose Weite.
Es ist immer noch nicht Zeit zum Essengehen, also gehen wir noch zur Elim Düne. Vom Camp aus sind das etwa 10 Minuten zu fahren. Sie ist nicht ganz so hoch, es ist aber trotzdem anstrengend dort hoch zu laufen. Dafür werden wir mit einer genialen Aussicht belohnt.
Zum Glück müssen wir heute abend nicht auf dem Campground grillen. Wir haben in der naheliegenden Sossouvlei-Lodge Abendessen gebucht. Und das war eine gute Idee. Wir müssen zu Fuss gehen, weil ja das Tor um 17:30 geschlossen wird. Das zieht sich dann auch ganz schön. Die Atmosphäre ist super. Es ist auf der Terrasse angerichtet – auch wenn es etwas frisch ist – und alles ist mit Kerzenlicht beleuchtet. Wie schön, aber auch sehr dunkel.
Schon alleine vom Vorspeisenbuffet würde man satt werden. Lauter leckere Dinge. Dann gibt es Fleich und Fisch vom Grill mit allen möglichen Beilagen. Wir halten uns ans Game und probieren: Zebra (na ja –was aber wohl eher am Grillmeister lag), Strauss (hm, das ist gut), natürlich Kudu (ist einfach unser Favorit - bisher) und Impala (wird unser neuer Favorit). Dazu Couscous mit Chacalaca Sauce. Hmmmmm . Zum Nachtisch sehr viel süsses Zeug – ist nicht unseres – aber leckere Schokoladen Chips und eine Käseplatte – wie lange habe ich schon keinen Käse mehr gegessen? Natürlich noch ein guter Wein dazu und somit war der Abend perfekt. Und weil das so gut war, melden wir uns gleich morgen nochmals zum Essen an. Wir laufen zurück zu unserem trostlosen Campground und bereiten schon mal alles für morgen früh vor. Kein Lagerfeuer heute 🙁
Teil 1806. Aug. 2015
Tag 15: Mittwoch, der 24.Juni 2015 - Ballon-Fahrt und Sossouvlei
Um 5 Uhr sollte der Wecker klingeln, doch das war gar nicht nötig. Es ist schon seit etwa 30 Minuten so eine „Unruhe“ auf dem Campground, dass an Schlafen gar nicht mehr zu denken war. Ich frage mich aber, was es bringt, wenn man bereits um 4:45 Uhr am Gate ist – wenn es erst um 5:45 Uhr geöffnet wird. Wir machen uns fertig und laufen schon einmal zum äusseren Gate vor – und was soll ich sagen? Obwohl wir viel zu früh dran sind, ist unser Fahrer schon da – mal wieder.
Wir holen noch weitere Mitfahrer ab und nach etwa 30 Minuten Fahrt sind wir am Take-Off Platz, wo der Ballon schon vorbereitet wird.
Und dann ist es soweit: Die Fahrt kann beginnen.
Rob, unser Pilot (oder ist das ein Fahrer?), sucht nach einem geeigneten Wind, während wir den Sonnenaufgang von oben bewundern dürfen.
Wir gleiten ganz sachte durch die Weite der Landschaft.
Das ist so ein erhabenes Gefühl: so ruhig, so gemächlich – schwer in Worte zu fassen.
Und was eigenartig ist: Ich mit meiner Höhenangst habe überhaupt kein Problem runter zu schauen – Hansi, bei dem ich jedes Mal einen Herzkasper bekomme, wenn er an Abgründen alles für ein gutes Foto gibt, fühlt sich nicht ganz so wohl. Verkehrte Welt.
Wir steigen in die Höhe und sinken dann wieder ab, immer auf der Suche nach dem besten Wind.
Von hier oben kann man auch die unzähligen "Feenkreise" bewundern, über die es die unterschiedlichsten Theorien gibt.
Nach etwa 1 Stunde beginnt die „schwierige“ Suche nach einem geeigneten Landeplatz.
Und dann landen wir auch schon sanft in der Wüste. Wir werden noch zur Strasse gezogen und schliesslich wird der Korb gleich auf dem Anhänger platziert. Punktlandung.
Im Anschluss werden wir mit warmen Tüchern erwartet, um uns frisch zu machen und dann wartet auch schon ein üppiges Champagner-Frühstück auf uns, mittem im Springbock-Valley. Ist eigentlich schon ganz schön dekadent? Ja, aber toll!
Doch irgendwann ist auch das schönste Frühstück zu Ende und wir werden zu unseren Unterkünften zurückgebracht, gegen 10.30 Uhr sitzen wir also wieder an unserem "trostlosen" Campground und überlegen, wie wir den weiteren Tag gestalten wollen.
Teil 1906. Aug. 2015
Fortsetzung Tag 15: Mittwoch, der 24.Juni 2015 - Sossouvlei
Ich weiss nicht, wie viele Gedanken ich mir über die „optimale“ Planung des Sossouvleis gemacht habe. Und nun durch die Verschiebung der Ballon-Fahrt sollen wir in so kurzer Zeit einen neuen „guten“ Plan hinbekommen. Vor allem weil es uns nun wahrscheinlich gar nicht mehr ins Deadvlei zum Sonnenaufgang reichen wird, weil wir morgen auch nicht so wirklich wissen, wieviel Zeit wir für unsere Etappe brauchen. Aber wenigstens bis zur Düne45 wollen wir morgen früh noch fahren.
Wir dösen noch etwas rum, essen später dann noch einen Sesriem-Burger, trinken eine Coke dazu und fahren dann gegen 13 Uhr Uhr los ins Sossouvlei. Die ersten 60 Kilometer auf Asphalt sind einfach nur ermüdend und zum Teil auch langweilig.
Dann kommt der 2x4 Parkplatz in Sicht.
Wir lassen Luft ab, haben noch eine kurze „Diskussion“ wie man im Tiefsand fährt - Untersetzung im 3.Gang - und ab geht’s. Da kann keine Achterbahnfaht mithalten.
Ich kann nebenher sogar noch Bilder machen.
Und natürlich schafft es Hansi problemlos durch die Sandpiste durchzukommen. Willkommen im Sossouvlei.
Das Sossouvlei ist menschenleer und es geht ein angenehmes Lüftchen. Das geniessen wir natürlich.
Dann geht’s weiter und zwar zurück zum Deadvlei. Aber zuerst muss ich diesen Oryx noch fotografieren, auch wenn Hansi meint, wir hätten jetzt schon genug Oryx-Fotos. Kann man nie genug haben - find ich.
Aber wo geht´s bitteschön zum Deadvlei? Folgen Sie den Markern? Welche Marker?
Wir werden kurz abgelenkt bei der Suche: Hat der uns verfolgt?
Sieht das "dämlich" aus, wussten wir beide nicht, dass die sich "hinsetzen".
Marker sehen wir aber immer noch nicht.
Wir folgen jetzt mal der Spur mit den meisten Fussspuren - wir nennen das immer das Lemminge-Prinzip und damit sind wir fast immer gut gefahren.
Aber müssen wir wirklich über diese Düne?
Und uns läuft etwas die Zeit davon – das Gate schliesst um 18:15 Uhr. Also drehen wir schweren Herzens wieder um und gehen zurück.
Wir waren die letzten und wir hätten das ganze Deadvlei für uns alleine gehabt, bei bestem Fotolicht! Und wir sind zu doof das Deadvlei zu finden 😠
Am 2x4 Parkplatz ersteinmal wieder Luft reinlassen – eine aufwendig Prozedur – und dann gehts weiter. An der Düne 45 – wir liegen besser in der Zeit wie gedacht – kurz die Überlegung: Reicht es mir hoch?
Hm, mit Zeitdruck? Ich lasse es sein und das war dann auch ganz gut so. Kurz nach 18 Uhr passieren wir das Gate….
Noch eine kurze Dusche, um den ganzen Sand aus allen Körperöffnungen zu waschen – und dann machen wir uns auch schon auf den Weg zur Sossouvlei-Lodge. Uns läuft schon das Wasser im Munde zusammen, wenn wir an Impala mit Cousous und Chacalaca denken. Ja, wir haben Hunger. Da es heute ziemlich windig und kalt ist – die Kaltfront naht – sitzen wir heute drinnen.
Aber: die Vorspeise kommt nicht an das gestrige Angebot heran und viel schlimmer: es gibt kein Impala heute und auch keinen Couscous. Wenigstens ist Kudu da und ich probiere auch Gnu – lecker.
Das Buffet war toll, keine Frage, kam aber nicht annäherungsweise an das von gestern heran. Ja und dann planen wir den morgigen Tag nochmals komplett um, wir wollen doch noch versuchen ins Deadvlei zu fahren.
Sesriem Campground: Wir müssen gestehen, dass wir dem Platz eigentlich Unrecht getan haben. So schlecht, wie wir ihn jetzt immer empfunden und beschrieben haben, ist er ja eigentlich gar nicht. Wir sind halt die letzten Tage sehr verwöhnt worden. Man hat genügend Platz, es gibt einen Baum, der Schatten spendet, einen Grillplatz, Strom und Wasser und der nächste Platz ist auch so weit weg, dass man noch genügend Privatsphäre hat. Es gibt einen kleinen Kiosk und eine Art Bar, in der man eine Kleinigkeit zu essen und trinken bekommt. Die Sanitärhäuschen sind sauber, aber manchmal arg weit weg.
Teil 2007. Aug. 2015
Tag 16: Donnerstag, der 25.Juni 2015 – Deadvlei und weiter ins Isabis-Camp
Nachdem wir gestern das Deadvlei nicht gefunden haben, wollen wir es heute früh also nochmals versuchen. Da wir aber nicht wissen, wie lange wir letztendlich brauchen, um ins Isabis Camp zu kommen (und ob wir dort überhaupt bleiben wollen), verzichten wir darauf, die 4x4 Strecke selber zu fahren – was ja heisst Luft rein- und wieder rauszulassen - wir werden den Shuttle nehmen. Somit klingelt auch heute der Wecker wieder mitten in der Nacht und wir fahren auch heute wieder ohne Frühstück los – und es ist richtig richtig kalt heute früh. Wir sind an 3.Stelle am Gate und Punkt 5:45 Uhr wird es geöffnet. Und dann geht es ab: sowas haben wir noch nie erlebt: Volle Pulle – Tempo 60? Ha, das geht doch schneller – mit 100 Sachen geht es in die Nacht hinein. Nur so kann man am Vorderman dranbleiben und fährt nicht ganz alleine. Wir werden gleich mal von einem Shuttle-Fahrer überholt und dann geht es weiter. Zum Glück wird es so langsam auch heller und dann – so schnell? – sind wir auch schon da.
Es ist schon ein Shuttle da, der muss nur noch seine Scheiben frei bekommen. So macht Achterbahnfahren fast noch mehr Spass – aber Fotos kann man da keine mehr machen. Die Fahrt soll 220 N$ kosten, wir haben aber nur 400. Der Fahrer nimmt das Geld, steckt es ein und meint, dass wir den Rest später bekommen würden. Ob wir das Geld jemals wiedersehen? Hansi glaubt nicht daran, ich bin mit da nicht so ganz sicher - ich glaube aber ja.
Und – wir sind die ersten und können wieder niemandem hinterherlaufen – das Deadvlei ist tatsächlich in der Richtung, in die wir gestern schon gelaufen sind. Wir hätten nur weitergehen müssen.
Die Big Daddy Düne ist auch schon zu sehen: da sind schon ein paar Menschen am hochlaufen! Wir waren eigentlich die ersten – weil wir ja nicht selber gefahren sind. Wie kann das sein?
Und dann die alles entscheidende Gretchenfrage: Gleich ins Deadvlei oder auf die Düne? Tja, wir treffen die falsche Entscheidung und gehen gleich ins Deadvlei.
Und wundern uns noch mehr: Hier warten jetzt schon, um 6:45 Uhr, eine ganze Meute Fotografen. Und wieder dieselbe Frage? Wie kann das sein?
Ja und da warten wir und warten wir und warten auf das gute Licht und die Sonne.
Inzwischen geht die Sonne auf, was man von der Düne aus schon sehr gut sehen kann.
Die ersten Menschen steigen schon von der Düne ins Deadvlei ab und dort ist immer noch keine Sonne in Sicht.
Was ist also die beste Strategie fürs Sossouvlei? (Und genau das hören wir jetzt auch einen Guide sagen): Abends zum Sonnenuntergang auf die Düne45, das schafft man locker zum Hochsteigen und rechtzeitig ins Camp zurückkommen. Am Morgen dann ins Deadvlei und dort zuerst auf die Big Daddy Düne gehen – da reicht es wirklich ein paar Meter hochzusteigen: das ist machbar und der Sonnenaufgang sollte dort auch wirklich schön sein. Dann kann man in aller Ruhe ins Deadvlei absteigen und hat immer noch genügend Zeit um auf das gute Licht zu warten.
All die „richtigen“ Fotografen sollen jetzt bitte mal weiterscrollen: Um uns die Zeit zu vertreiben und nicht völlig festzufrieren – es ist immer noch a… kalt – versuchen wir von den Fotografen noch was zu lernen: Wir suchen die richtige Perspektive, die richtige Ecke um den Focus zu kriegen (oder so ähnlich), legen uns auf den Boden, stellen uns auf die Zehenspitzen und versuchen … Ja, was machen wir hier überhaupt: Wir fotografieren tote Bäume vor Sanddüne in Salzsee. Punkt! Vielleicht haben wir ja auch zu wenig Kameras dabei – und vielleicht auch nicht die richtigen Objektive?
„Fotografen“ ihr dürft jetzt wieder mitlesen, sorry, ist nicht böse gemeint, war aber wirklich eine ganz spezielle Species. 😗
So, inzwischen ist das „gute“ Licht über die Düne gekrochen und wir können „loslegen“.
Die Zeit drängt und wir gehen schweren Herzens zurück.
Und wer kommt da auf uns zu? Unser Fahrer: Ihr seid doch die mit dem Wechselgeld? Langt in seine Hosentasche und zieht das abgezählte Wechselgeld heraus. Gewonnen! So viel Ehrlichkeit verdient dann natürlich auch ein gutes Trinkgeld. Ehrlich währt am längsten.
Wir fahren zurück ins Camp, trinken einen Café, holen Feuerholz und ein Permit für den Naukluft Park. Ach so, natürlich tanken wir auch noch. Die Tankstelle im Camp nimmt Kreditkarten. Es gibt aber auch eine Engen-Tankstelle an der Kreuzung und die haben alles – wirklich alles – was das Touristenherz begehrt und noch viel mehr. Aber erst einmal müssen wir durch die "Auslasskontrolle". Ich habe ja schon geschrieben, dass es die Namibianer lieben, alles und jeden zu registsrieren. Ja, und wer rausfährt, muss dann auch wieder ausgetragen werden. Kann manchmal ganz schön kniffelig sein 🤪
Dann fahren wir weiter und diese beiden "lekkeren" Kerlchen laufen uns über den Weg.
Und was ist unser erster Stop?
Sieht man doch: Solitaire. Klar müssen wir die ganzen alten Autos fotografieren – wir lieben alte Autos.
Und klar müssen wir hier einen Kaffee trinken und einen Apfelkuchen holen (aber zum Mitnehmen, wir haben erst gefrühstückt). Im Shop – ist der nicht nett? – holen wir noch etwas Fleisch und Wasser und zur Vorsicht tanken wir auch nochmals – die nächsten Tage gibt es nichts mehr.
Und wir sehen hier das erste Mal diese possierlichen Tierchen:
Und dann fahren wir weiter. Unser nächstes Zwischenziel ist der Spreetshoogte Pass. Mit bis zu 22% Gefälle ist der Pass einer der steilsten im südlichen Afrika. Früher war die Fahrt über den Pass nicht ganz ungefährlich, aber inzwischen sind alle kritischen Stellen asphaltiert.
Oben auf dem Plateau-Abbruch wird man mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Ist das nicht toll?
Und dann leuchtet die Tankanzeige!?! Hä? Wir haben doch gerade getankt, das kann nicht sein. Was sollen wir tun? Was könnte das sein? Hätte die nicht vor Solitaire leuchten können – da war eine Werkstatt. Zurückfahren? Und dann? Ausgerechnet hier und jetzt – die nächste Werkstatt ist in Swakopmund, da sind wir in zwei Tagen. Abwarten und Teetrinken war unsere Devise.
Ist euch eigentlich schon was aufgefallen?
Ihr müsst schon genau hinschauen – heute sind Wolken am Himmel. Wir hatten jetzt 15 Tage lang strahlend blauen Himmel ohne ein Wölkchen am Himmel. Die Kaltfront kommt – ausgerechnet jetzt, wenn wir in den Bergen sind. Und dann kommt auch schon der Abzweig zum Isabis-Camp.
Joachim Cranz ist nicht da, aber seine zwei Angestellten schicken uns ins Klipdam Camp, dort würde es Wasser geben. Auch gut.
Wir fahren und fahren und fahren und dann sind wir da: Mitten in der Pampa liegt unser Camp für die nächsten beiden Tage. Wir sind hier ganz alleine, das Camp wird immer nur für eine Gruppe – egal wie gross – vermietet. Schnell alles ausräumen und unser neues Heim ist fertig. Willkommen daheim!
Es gibt hier sogar eine Toilette mit Aussicht und eine Dusche mit Donki. Darüber haben wir schon einiges gelesen, aber das ist unsere erste Bekanntschaft damit.
Heute ist uns aber nicht nach Duschen – vielmehr ist es jetzt an der Zeit sich für den Sundowner vorzubereiten und den Grill anzuschmeissen. Schliesslich müssen wir diesen tollen Platz in allen Zügen geniessen. Nur den Wein müssen wir uns guttrinken – Fehlkauf.
Und die Kaltfront macht sich voll bemerkbar: Trotz Lagerfeuer und 3 Lagen Fleece ist es immer noch recht kalt.
Heute nacht sind wir froh, dass wir eine zweite Garnitur Bettdecken bekommen haben. Zusammen mit unserer Fleece-Kuscheldecke, die wir von daheim mitgebracht haben, ist es auch in der Nacht wohlig warm.
Teil 2107. Aug. 2015
Tag 17: Freitag, der 26.Juni 2015 – Isabis 4x4 Trail
Heute ist eigentlich ausschlafen angesagt, eigentlich. Doch 6 Uhr scheint einfach meine Zeit zu sein. Ausserdem war ich neugierig, was für Tiere sich wohl so früh morgens um uns herum aufhalten werden. Also ziehe ich mich warm an und wage mich nach draussen. Und was soll ich sagen? Was meint ihr, was ich alles gesehen habe?
Nichts. Nada. Nothing. Rien du tou. Kein einziges Tier zu sehen. Ich bereite Frühstück vor und versuche der Sonne hinterherzulaufen, aber es ist einfach zu kalt. So ziehe ich mich in den Camper zurück und trinke meinen Kaffee im Bett. Dann ist die Sonne endlich da und wir trauen uns für ein zweites Frühstück nach draussen.
Wir trödeln den ganzen morgen herum und machen uns auch Sorge um die blinkende Tankanzeige. Wenn das doch was schlimmeres ist? Und wenn wir hier heute liegen bleiben?
Heute ist nämlich der Isabis 4x4 Trail geplant – natürlich Hansi´s Programmpunkt.
Beim Isabis 4x4 Trail handelt es sich um einen für Ungeübte gut zu fahrenden Trail (heisst es). Besonders schwere Umwege sind in einer Karte schwarz markiert. Die Landschaft soll atemberaubend sein: Bizarre Bergketten und Schluchten, grandios ist das Gaub-Flusstal, reichhaltige Vogelwelt (besonders am Klipdam), manchmal kann man Hartmann-Zebras sehen, aber ebenso Kudus, Gemsböcke und Klippspringer. Der Gaub-Fluss kommt in der Regel jährlich einmmal ab, danach bleiben Pools mit Wasser zurück, welche die Tiere anlocken. Die schwarzen Pisten wollten wir nicht fahren und das mit der reichhaltigen Vogelwelt am Klipdam das stimmt schon.
Aber zuerst fahren wir nochmals am Farmhaus vorbei, schliesslich müssen wir ja noch den Campground bezahlen. Herr Crantz ist inzwischen aus Windhoek zurückgekommen. Seine erste Frage war, wie wir diese kalte Nacht überstanden hätten. Das wäre die kälteste Nacht bisher und das würde an der Kaltfront liegen. Er erklärt uns den Trail, rät uns auch dazu, die Route im Uhrzeigersinn zu fahren, dann wären die schwierigen Passagen immer in der Abfahrt. Und legt uns schliesslich doch noch eine schwarze Piste ans Herz, die würde ins Rote Gebirge führen und wäre gar nicht so schlimm – gut zu fahren eigentlich. An ein oder zwei Stellen müsste man etwas aufpassen, da wird es eng und kniffelig, aber ansonsten kein Problem. Ok, wenn er das so sagt, dann machen wir das natürlich auch. Und er würde uns dann auch noch Feuerholz vorbeibringen. Und dann fahren wir los – erstmals wieder in Richtung Campground. Die Wolken am Himmel sind heute wirklich spektaklär. Wow!
Die Landschaft ist wie beschrieben tatsächlich atemberaubend:
Bald wird die Landschaft immer wilder - der Trail auch- und dann kommt der Abzweig zur schwarzen Piste, ins Rote Gebirge. Und wir vertrauen den Worten von Herrn Crantz.
Aber wir – vor allem Hansi – schwitzt inzwischen Rotz und Wasser. So easy ist das dann doch nicht und es wird immer schlimmer. Ich würde am liebsten aussteigen.
Und dann passiert es: wir sitzen auf, Hansi kommt weder vor noch zurück und dann reisst ein Teil der Abdeckung des Wassertanks auf. Oh je. Rückwärts geht gar nichts, also Augen zu und durch, die Abdeckung ist eh am Arsch. Und es kommt eigentlich noch schlimmer.
Für die tolle Landschaft haben wir kein Auge mehr, wenn ich ehrlich bin.
Immer wieder muss Hansi aussteigen, sich den Weg suchen und den ein oder anderen Stein zur Seite räumen.
Diesen Abzweig hat uns Herr Crantz auch noch ans Herz gelegt: Nein danke, wir sind bedient.
Noch ein letzer Anstieg und dann waren wir wieder "oben", auf dem Plateau.
Das sind dann auch die einzigen Tiersichtungen, die wir heute haben – wahrscheinlich sind wir an allen anderen Tieren blind vorbei gefahren.
Und noch einmal eine grandiose Aussicht.
Dann sind wir nach einer etwa 3stündigen Fahrt wieder am Campground. Wir sind so froh, dass nichts passiert ist und dass der Camper noch halbwegs ganz ist. Dieses „Boh, alles gutgegangen“-Bierchen haben wir uns redlich verdient.
Wir bauen das Lager auf und so steht dem Sundowner und einem leckeren Stück Fleisch nichts mehr im Wege.
Wir haben jede Menge Holz bekommen. Hm, reicht das? 😈
Heute abend ist es klar und so richtig kalt. Wir lassen den Abend dann mit einem grossen Lagerfeuer und unter einem grossartigen Sternenhimmel ausklingen.
Wie easy ist denn nun der Isabis 4x4 Trail zu fahren? Der "normale" Part ist sicherlich anspruchsvoll, aber eigentlich gut zu fahren - auch für Anfänger - wenn man ein bisschen Feeling fürs Autofahren hat. Sagt Hansi. Die schwarze Piste hat den Namen sicherlich zu Recht und ich wollte sie nicht mehr fahren. Unser Camper ist zwar wirklich richtig gut geländegängig, aber durch den Wassertank fehlt ihm an dieser Stelle eine gewisse (Boden-) Freiheit. Und das ist uns an dieser etwas engen Stelle einfach zum Verhängnis geworden. Und was wir dann irgendwann auch realisiert haben: Schäden durch solche Ausflüge sind - egal mit welcher "Versicherung" - nicht gedeckt! Herr Crantz holt zwar steckengebliebene Autos wieder raus, aber auf dem Schaden bleibt dann der Fahrer sitzen.
Nachtrag: Und das Isabis Camp – eigentlich ja eher das Klimpdam Camp? Es liegt etwa 15-20 Minuten vom Haupthaus entfernt, mitten im „Niemandsland“. Es gibt Wasser, eine Dusche und eine Toilette, zwei Grillplätze und jede Menge Platz. Es darf immer nur eine Gruppe ins Gelände, egal wie gross diese ist. Feuerholz ist umsonst. Das Camp kostet 50 N$/Person und 80$ pro Fahrzeug. Es gibt auch zwei (?) Selbstversorgerhäuser, die man mieten kann.
Teil 2208. Aug. 2015
Tag 18: Samstag, der 27.Juni 2015 – ab nach Swakopmund Heute haben wir eine recht lange Strecke vor uns und wir wissen noch nicht wirklich wie genau wir fahren wollen. Wir haben das Permit für den Naukluft Park ja schon in Sesriem geholt und haben damit einige Optionen. Deshalb stehe ich auch wieder um 6 Uhr auf. Es ist aber heute so richtig kalt, deshalb bleibe ich noch etwas liegen. Irgendwann muss ich dann aber aufstehen und traue meinen Augen nicht:
Raureif – die ganze Wiese ist weiss – und auch dieser Strauch ist normalerweise nur grün. Das Thermometer zeigt minus 2 Grad, das Wasser ist gefroren und an unseren Weingläsern haben sich Eisblumen gebildet
Aber der Sonnenuntergang hat heute früh was ganz besonders
Da hilft nur eins: ein Lagerfeuer – wir haben das Holz gestern doch nicht ganz verfeuern können. An die Dusche zum warm werden habe ich nicht gedacht, schade.
Herr Crantz empfängt uns mit den Worten: „ihr habt´s überlebt, da bin ich aber froh – die Kaltfront bringt das kalte Wetter mit sich“
Unsere erste Station der Gamsbergpass der bekannteste und wohl auch der schönste Pass Namibias, steht im Reiseführer – Zurecht.
Und diese Strassenführung – da macht das Autofahren richtig Spass.
Keine Menschenseele ist um diese Uhrzweit unterwegs, ausser diese Kerlchen.
Dann wird die Landschaft wieder etwas „ruhiger“.
Aber nur bis wir den Kuiseb Pass erreichen.Und uns bleibt wieder der Atem stehen vor so einer tollen Landschaft.
Wir finden einen ganz tollen Picknickplatz mit einer super Aussicht. Wir haben nämlich noch nicht gefrühstückt.
Aber hier ist es richtig windig – auch wenn der Himmel wieder zu strahlend blau gewechselt hat. Laut meiner Karte soll an der Brücke über die Kuiseb Schlucht nochmals ein Picknickplatz kommen. Also fahren wir weiter.
Hier sollte er sein – aber wo bitte geht es hier zum Picknickplatz. Mist. Aber vielleicht können wir ja am Kuiseb Canyon, an der Henno-Martin-Shelder frühstücken.
Wir fahren und fahren und suchen den Abzweig. Dann kommt das hier:
Hä? Dann sind wir zu weit – Abzweig verpasst. Wir können nun hier nach Süden abbiegen und über Homeb nach Walvis Bay und weiter nach Swakokpmund fahren. Wir sind aber heute etwas entscheidungsunfreudig und auch nicht wirklich unternehmungslustig und ausserdem haben wir Hunger. Deshalb fahren wir weiter
Kurz darauf kommt ein weiterer Abzweig nach Norden, für den wir uns entscheiden. Die Landschaft wird wieder eintönig. Man könnte auch fragen: Welche Landschaft? Aber wenigstens kommt hier endlich mal ein Picknickplatz in Form eines Campingplatzes. Frühstückstime.
Mitten im "Nichts", taucht dann plötzlich diese Erhebung auf, danach wieder "Nichtlandschaft"
Und was die hier wohl machen?
Wir kommen wieder auf eine Hauptstrasse, die C28 und hier würde es zur Blutkuppe weitergehen (4x4 only). Da will Hansi natürlich hin 😉 , aber dafür haben wir in diesem Urlaub leider keine Zeit dafür. Im nächsten Jahr ist die Blutkuppe aber fest eingeplant.
Nach ein paar Kilometern geht aber die Abzweigung zum Welwitschei-Drive ab (auch hierfür braucht man das Permit), und diese Abzweigung nehmen wir. Und es dauert auch nicht lange, bis wir die ersten Exemplare, richtige Prachtexemplare, zu sehen bekommen. Und diese Pflanzen sollen bis zu 1000 Jahre alt werden? Wahnsinn.
Und auch Dollarbüsche gibt es hier:
Und dann – sozusagen aus dem Nichts – taucht die Mondlandschaft auf.
Was für eine Landschaft und das mitten im Nichts. Und wie heiss das hier ist. Es gibt drei Viewpoints, die wir natürlich alle anfahren müssen. 😎
Und dann nähern wir uns auch schon Swakopmund.
Meike´s Guesthouse ist schnell gefunden. Wir werden sehr herzlich empfangen und freuen uns heute nacht auf ein weiches Bett (wobei unsere „Koje“ im Camper auch sehr sehr angenehm ist) und eine warme Dusche. Meike hat uns für heute abend einen Tisch im 22Degree im Leuchtturm reserviert. Unser Fahrer heisst Pelé und natürlich ist auch er wieder viel zu früh da. Während wir in Windhoek eine Karte des „Taxiunternehmens“ bekommen haben, sind hier in Swakopmund die Fahrer bei den Restaurants „gelistet“ und man verlangt dann einfach nach „seinem“ Fahrer. Bezahlt wird erst bei der Rückfahrt. So viel Vertrauen muss sein. Während in Windhoek auch nachts jede Menge los ist auf den Strassen, wirkt Swakopmund wie ausgestorben. Fast schon gespenstisch.
Und was soll ich sagen: Das Essen war super: Game Carpacchio für mich, fritierte Meeresfrüchte für Hansi (und die waren mal richtig lecker), RiesenPrawns für mich und eine Pizza für Hansi, dazu natürlich ein leckerer Weisswein. Ein wirklich sehr nettes und gemütliches Restaurant. Das hat uns sehr gut gefallen. Und verglichen mit dem Tug, wo wir am nächsten Tag gegessen haben und Kuckie´s Pub haben wir hier wirklich am besten und eigentlich auch recht preisgünstig gegessen.
Pelé bringt uns wieder zurück und wir sind dann wirklich froh, wieder „daheim“ zu sein. Und was entdecke ich da?
Eine elektriscche Wärmeflasche, ich glaub´s nicht. Zusammen mit unseren Kuscheldcken, die wir noch zusätzlich geholt haben, ist es nun mollig warm. Auch in Swakopmund ist es kalt.
Teil 2308. Aug. 2015
Tag 19: Sonntag, der 28.Juni 2015 – The Little Five Desert Tour
Für heute haben wir die Little Five Desert Tour bei Living Desert Adventures gebucht. Also müssen wir wieder früh aufstehen. Ab 7:15 Uhr gibt es Frühstück und um 8 Uhr werden wir von Chris abgeholt. Lediglich ein weiteres Pärchen nimmt an der Tour teil. Um diese Zeit ist Swakopmund wie ausgestorben. Und nein, es regnet nicht, das ist der Nebel. Und es ist kalt heute früh – ihr wisst schon die Kaltfront – und sehr sehr nebelig.
Chris ist der Hammer, ein richtiger Entertainer: Er kann toll, anschaulich und witzig erklären, ist schlagfertig ohne Ende und er sieht einfach alles. Zuerst ist es nur ein kleines verängstigtes Häschen - ist das süss 🤩
Dann erklärt uns Chris erst einmal die Dünen, die Zusammenhänge und die Überlebensstrategie der einzelnen Geschöpfe, ich sage nur "Käfermüsli", gell?
Er zeigt uns am Beispiel des Dollarbuschs wie Pflanzen als Wasserspeicher dienen können.
Als nächstes findet Chris einen Gecko – ist der nicht schön? Tja, das ist kein Gecko, das ist eine Eidechse hat mich Hansi gerade belehrt. Ich glaube das sieht man an den Augen - nicht richtig zugehört als uns Chris das erklärt hat 😗
Dann gräbt er eine Eidechse ohne Schwanz aus.
Inzwischen konnte sich die Sonne durchsetzen und der Nebel ist verschwunden. Und somit wird es dann auch immer wärmer.
Und was macht er jetzt schon wieder?
Fehlanzeige!
Dann gräbt und gräbt und gräbt er und zieht dann einen durchsichtigen Gecko aus dem Sand. Er weist uns auf die sichtbaren Blutgefäße und die erkennbare Wirbelsäule hin.
Und da er befürchtet, dass wir das Tierchen nicht richtig fotografieren und danach enttäuscht sind von der Tour, übernimmt er das auch noch für uns.Ist der nicht schön?
Wie auf dem LogoBid 🙂
Dann setzt Chris das Tierchen behutsam zurück und erklärt uns dabei, dass es nicht in ganz feinem Sand leben kann, sondern eine feste Schicht benötigt, da es sonst nicht atmen kann. Deshalb ist diese Behausung nicht gut genug für den Gecko, zu feiner Sand
Hier sieht es schon besser aus.
Wenn er mal nichts findet, dann erklärt er uns halt den Sand – wie die unterschiedlichen Farben der Wüste herkommen: das lila von einem bestimmten Schmuckstein...
... .das schwarz ist Eisen – ja, das kenne ich noch aus dem Physik-Unterricht. In dem Tuch ist ein Magnet.
Was hat er jetzt schon wieder entdeckt? Er gräbt immer tiefer und was findet er da?
Eine White Lady – Wow, was für ein Prachtexemplar.
Und drei Mal dürft ihr raten, wer am nächsten rangeht, um ein gutes Bild zu bekommen? Mein Göttergatte mit der Spinnenphobie!
Auf der Weiterfahrt beobachtet Chris nicht nur die Fahrspur, sondern auch die Dünen und sucht nach Spuren von weiteren Kleinlebewesen. Dann hält er plötzlich an, springt aus dem Auto und rennt die Dünen hoch. Hat er was entdeckt? Nein, Fehlalarm. Schade.
Dann hält er wieder an, rennt auf einen Busch zu und winkt uns zu sich her! Ein Chamäleon – nicht wirklich zutraulich - ausser natürlich bei Chris - und auch nicht wirklich an unserem Wurm interessiert, aber schön anzuschauen.
Auch das Chamäleon wird ganz sachte wieder auf den Boden gesetzt und darf dann wieder seine eigenen Wege gehen.
Nur für Schlangen ist es zu kalt. Wir sehen keine und das macht Chris wirklich wirklich traurig.
Zum Schluss gibt es noch etwas Scenic Drive und wir fahren in die Dünen und geniessen den Ausblick.
Auf dem Nachbarhügel sind Quads unterwegs und Hansis Augen werden immer grösser – QUADS – Neid. „Nina, warum machen wir das nicht?“ Hm, man kann nicht alles machen. 😎
Wir fahren noch ein Stück weiter zu einer anderen Düne und haben noch einen schönen Ausblick auf das Meer.
Und dann fahren wir zurück und sind gegen 13 Uhr wieder in Meike´s Guesthoue.
Das war eine richtig tolle Tour und nicht umsonst ist das mit die beliebteste Tour hier in Swakopmund.
Teil 2409. Aug. 2015
Fortsetzung Tag 19: Sonntag, der 28.Juni 2015 - Swakopmund
Zurück bei Meike´s Guesthouse gehen wir kurz an der Rezeption vorbei.
Wir wollen eigentlich morgen einen Flug ins Sossouvlei machen, haben aber bisher noch nichts gehört. Zuerst fragen wir bei Scenic Air an, dort habe ich meine „Reservierung“ platziert. Es sieht aber schlecht aus, dass sich noch weitere Mitflieger finden lassen. Man kann natürlich auch zu zwei fliegen, doch das ist uns dann doch etwas zu teuer. Meike fragt noch bei weiteren Anbietern an, aber auch dort gibt es im Moment nicht genügend Anfragen. Wir sollen aber morgen früh nochmals einen Rundruf starten. Dann – Hansi habe ich inzwischen raus geschickt – frage ich mal ganz unverbindlich an, ob es hier in Swakopmund denn auch einen Anbieter für die Quad-Touren gibt. Ja, die gibt es und da kann man ganz kurzfristig anrufen und einen Termin vereinbaren. Wirklich? Ja, kein Problem. Und die würden ihn auch hier abholen? Ja klar. Ok – gerne würde ich Hansi diese Überraschung präsentieren.
Wir laufen dann mal los, weil wir uns noch die Stadt anschauen wollen. Vorbei an den Woermann-Arkaden und dem Woermann-Haus geht es Richtung Strand.
Da heute Sonntag ist, haben die ganzen kleinen Läden hier geschlossen. Und auch all die kleinen Restaurants, die ich mir herausgeschrieben habe, haben heute Ruhetag. Lediglich das Café Anton ist geöffnet und dort gehen wir dann hin, um eine Kleinigkeit zu essen.
Was soll ich sagen: Die Menschen kommen in Scharen und kaufen dort Kuchen, Torten, Süsse Stückchen zum Kaffee – wie in Good old Germany. Und so sieht es dann auch aus – eine Karnevalshochburg, mitten in Afrika.
So gestärkt laufen wir weiter: Immer den Leuchtturm oder den Woermann-Turm im Blick einmal durch Swakopmund.
Und hier gelingt mit das erste und einzige vorzeigbare Bild eines Perlhuhns. Diese „Viecher“ treten immer in Scharen auf, machen einen Höllenlärm und lassen sich einfach nicht fotografieren.
Wir kommen zum Strand – das könnte auch an der Ostsee oder in Südfrankreich sein...
...und laufen an der Mole entlang: So eine typische Sonntagnachmittag-Stimmung – die Menschen sind alle relaxed, freuen sich auf einen schönen nachmittag und geniessen die wärmenden Sonnenstrahlen.
Wir laufen weiter am strand entlang zur Jetty - ist das nicht schön hier?
und gehen dann nochmals zurück in die Stadt.
Dort werden wir auch das erste Mal mit der Schultrikot-Masche konfrontiert. Wir standen gerade vor der deutschen Schule, da kam ein älterer farbiger Herr auf uns zu, fragte auf deutsch, woher wir kommen würden, plauderte ein bisschchen mit uns und erzählte uns, dass er früher hier unterrichtet hätte. Ach, das ist ja interessant. Er erzählte noch ein bisschen und verabschiedete sich von uns. Dann kam er auf einmal nochmals zurück, präsentierte uns eine Liste mit Namen und Geldbeträgen dahinter und erzählte uns, dass seine Jugend-Fussballmannschaft demnächst nach Stuttgart (wie raffiniert) kommen würde und dass sie noch Sponsoren für die Trikots benötigen würden. Er zeigte auf die Liste, präsentierte uns irgendwelche Visitenkarten und schaute uns erwartungsvoll an. Uff, was tun? Wir standen gerade vor einer Art Laden und die Frau dahinter hat sehr heftig mit dem Kopf geschüttelt. Also nein, wir sponsern nichts und der Herr ist wortlos gegangen. Wie gesagt, das war die erste – und bestgemachteste – Begegnung mit dieser Masche.
Die Sonne scheint, aber es geht ein richtig frischer Wind. Hoffentlich erkälten wir uns mal nicht. Es gibt noch ein Lekker Eis – und das war mal richtig lecker.....
... und schlendern weiter. Wir haben uns bereits auch diesen langsamen - diesen extrem langsamen - Gang angewöhnt 😄 .
Wir kommen dann gerade richtig zum Sonnenuntergang zurück an die Jetty. Sorry und jetzt wird es kitschig.
Sobald die Sonne weg ist, wird es richtig kalt. Deshalb gehen wir recht früh ins Restaurant The Tug, wo wir einen Tisch reserviert haben. Und das war auch absolut nötig – alle Tische waren gedeckt und überall stand das Reserviert-Schildchen.
Wir haben mal einen richtig schönen Tisch bekommen, mit einer Super Aussicht auf die Jetty. Boh, ist das schön.
Das Essen war gut: Überbackene Austern und Fisch aus der Alufolie für mich, Meeresfrüchte und Prawns für Hansi und natürlich noch ein guter Weisswein dazu. Wie schon gestern geschrieben, war das Essen hier nicht schlecht. Für den Preis – die Preise hier haben durchaus deutsches Niveau – hätten wir uns aber mehr erwartet. Dafür ist natürlich die Aussicht einfach nicht bezahlbar. Somit haben wir hier wirklich einen ganz tollen Abend verbracht. Wir fragen dann nach Pelé unserem Fahrer, der nach wenigen Minuten da ist und uns zurückfährt, für einen Spottpreis: 40N$
Teil 2511. Aug. 2015
Tag 20: Montag, der 29.Juni 2015 – mit dem Quad durch die Dünen - Grins
Heute können wir uns Zeit lassen und sind die letzten und einzigen Gäste beim Frühstück. Frühstück gibt es von 7:15 bis ich glaube 9 Uhr und der Frühstücksraum ist genauso liebevoll hergerichtet wie die einzelnen Zimmer. Es gibt alles, was das Herz begehrt.
Wir telefonieren noch einmal alle Fluganbieter durch, aber es hat sich nichts geändert, es gibt keine zusätzlichen Anfragen. Also werden wir heute nachmittag leider leider keinen Flug ins Sossouvlei unternehmen können. Und dann gebe ich hinter Hansis Rücken das Ok zur Buchung einer Quad-Tour in die Dünen. Um 10 Uhr soll Hansi dann abgeholt werden. So eine Quad-Tour ist nichts für mich. Vor allem würde ich Hansi jeglichen Spass nehmen, wenn ich mitkommen würde. Wir gehen zur Laundry und geben unsere Wäsche ab, das ist keine 5 Minuten vom Guesthouse entfernt. Eigentlich wollten wir ja einkaufen gehen. Also habe ich Hansi erzählt, dass es noch eine geringe Chance auf den Flug geben würde und wir deshalb noch bis 10 Uhr warten müssten – Pinoccio lässt grüssen. Da ich ihn nicht gänzlich unvorbereitet losschicken möchte, erzähle ich ihm also 10 Minuten vorher, dass wir nicht auf den Anruf für einen Flug warten, sondern dass er in 10 Minuten zu einer Quad-Tour abgeholt wird. Er wollte es erst gar nicht glauben, dann hat er sich entsprechend angezogen und dann ist auch schon der Fahrer gekommen. Tschüss und viel Spass! Die nächsten zwei Stunden habe ich es mir auf der Terrasse bequem gemacht und einfach nur die Ruhe genossen. Da sind wir in so einem schönen Guesthouse und sind die ganze Zeit unterwegs. Ist doch viel zu schade.
Und dann kam Hansi zurück – grinsend wie ein Honigkuchenpferd – das hat auch den ganzen Tag nicht mehr aufgehört – und total aufgekratzt. Hansi hat ein „Händchen“ für alles was zwei und mehr Räder hat und das hat sein Guide wohl sehr schnell gemerkt. Man ist wohl schon sehr rasant alle möglichen Dünenkämme hochgefahren, um dann auf der anderen Seite in den Abgrund zu stürzen. So hat sich das für mich angehört. Auf jeden Fall scheinen beide die letzten zwei Stunden sehr viel Spass gehabt zu haben. Was der „Spass“ gekostet hat? 600 N$ für zwei Stunden mit einem Privatguide. Für Hansi DAS Highlight des Urlaubs – kurz vor Isabis natürlich – und bis jetzt.
Wir gehen tanken und passen ganz genau auf, dass der Camper auch wirklich vollgetankt wird. Schliesslich blinkt die Tankanzeige immer noch und wir haben beschlossen das einfach zu ignorieren. Es kann nichts dramatisches sein. Die „kritischste“ Passage haben wir hinter uns. Wir werden nur noch einmal in einem etwas abgelegeneren Gebiet unterwegs sein und werden auch immer genug Tankmöglichkeiten haben. Also: Don´t worry! Dann geht’s weiter zum Spar – Grosseinkauf steht an. Und wir fanden diesen Spar fast besser sortiert wie den in Windhoek. Auch hier haben wir überhaupt keine Bedenken gehabt, den Camper alleine zu lassen. Der Parkplatz war sehr belebt, ein ständiges Kommen und Gehen. Da wäre es aufgefallen, wenn sich jemand am Camper zu schaffen gemacht hätte. Gegenüber vom Sparmarkt gibt es einen einheimischen Meat-Laden. Dort haben wir uns für einen Spottpreis mit Fleisch, Wurst und Biltong eingedeckt. Zurück im Guesthouse bekommen wir dann auch schon unsere frisch gewaschene Wäsche angeliefert – es wird Zeit, dass es weitergeht. Auch heute holt uns Pelé wieder ab – wir haben einen Tisch in Kücki´s Pub reserviert.
Hei, ist das mal eine urige Kneipe. Das gefällt uns.
Ich versuche nochmals mein Glück mit Austern, während es Hansi – mit Dauergrinsen – etwas kalt ist und er eine Fischsuppe nimmt. Als Hauptspeise nehmen wir dann Surf&Turf: Kudu, Calamaris und Prawns – ist auch mal wieder so eine "strange" Kombination, aber lecker .
Wie schon gesagt: am besten haben wir im 22Degree gegessen hier in Swakopmund. Wir lassen uns wieder von Pelé abholen und fallen mit einer schönen warmen Wärmeflasche – ich – und dem Dauergrinsen – Hansi – ins Bett. Morgen geht es endlich weiter.
Meike´s Guesthouse: Hat uns sehr sehr gut gefallen. Die ganze „Anlage“ ist sehr liebevoll mit Blick für´s Detail gemacht. Unser Zimmer – das Perlhuhnzimmer - ist wohl recht neu umgebaut worden und im Moment der ganze Stolz von Meike. Unten ist das Schlafzimmer, das Badezimmer und im Eingangsbereich eine kleine Sitzecke mit Kaffeekocher. Es geht dann noch eine Treppe nach oben, ins Kinderzimmer. Und alles natürlich supersauber. Ach ja, Internet gibt es natürlich auch. Jedes Zimmer hat eine Terrasse und im liebevoll eingerichteten Frühstücksraum steht ein PC mit Drucker für die Gäste zur Verfügung. Meike kennt ich – natürlich – bestens aus hier in Swakopmund und sie versucht wirklich jeden Wunsch zu erfüllen. Für uns erste Wahl, wenn wir das nächste Mal nach Swakopmund kommen. Es gibt ausreichend eingezäunte Parkplätze und die ganze Anlage wird rund um die Uhr bewacht. Zur Innenstadt sind es keine 5 Minuten zu Fuss. Meike meinte, auch wenn es dunkel sei, man kann sich hier so lange „sicher“ auf den Strasssen bewegen, wie die Geschäfte offen haben.
Teil 2612. Aug. 2015
Und es geht weiter, heute ist aber eigentlich "nur" Fahrtag 😵
Tag 21: Dienstag, 30.Juni 2015 – Spitzkoppe und Ameib
Wir geniessen ein letztes Mal das leckere Frühstück hier im Gästehaus. Heute geht es ja endlich wieder weiter. Wir trödeln etwas rum und kommen deshalb erst so gegen 8.30 Uhr los.
Auf der C34 fahren wir aus Swakopmund heraus. Es ist heute wieder richtig kalt und nebelig, so dass wir nicht viel von der „Nichtlandschaft“ zu sehen bekommen. Am Schiffswrack halten wir kurz an und fahren dann weiter bis Henties Bay, ein kleines verschlafenes Nest am Atlantik.
Hier nehmen wir die D1918, der wir etwa 1,5 Stunden durchs Niemandsland folgen. Gähn.
So langsam lichtet sich der Nebel und die Sonne kommt heraus. Gegen 11 Uhr tut sich dann landschaftlich was, die Spitzkoppe taucht auf. Und inzwischen ist es auch richtig warm geworden.
Als erstes fahren wir zur Rezeption. Und was holen wir uns da wohl? Natürlich ein Permit. Das Day-Visit-Permit kostet 40N$/Person plus 50N$ für den Camper. Hier gibt es auch ein paar Chalets, die man mieten kann, ein kleines Restaurant und ein Sanitärhäuschen für den Campingplatz. Das ist alles sehr nett gemacht hier. Und hier könnte man sich auch einen Guide mieten für die „gesperrten“ Bereiche an der Spitzkoppe.
Wir fahren auf dem Gelände herum, geniessen die Gesteinsformationen, die wir so sehr lieben, klettern ein bisschen rum und suchen uns einen schönen Platz zum Picknicken. Die (Camping-)Plätze hier sind einfach der Hit. Schade, dass wir hier nicht bleiben können.
Und so sehen die Toiletten aus 😁
Sind diese Bäume nicht schön?
Am frühen nachmittag müssen wir dann leider weiter – wir haben im Vorfeld lange überlegt, ob wir die Nacht hier an der Spitzkoppe verbringen wollen oder auf Ameib. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen und wir haben uns letztendlich für Ameib entschieden. Rund um Uis sieht man jede Menge solcher "Verkaufsstände": Am liebsten würden an jedem Stand anhalten und jedem Kind etwas in die Hand drücken.
Nach etwa 1 Stunde erreichen wir Usakos und hier geht dann auch die Farmstrasse nach Ameib ab.
Und dann erreichen wir auch schon das Gästehaus. Irgendwie scheint alles ein bisschen in die Jahre gekommen zu sein. Hat aber trotzdem alles einen gewissen Charme. Der Campground ist recht gross und in der Nebensaison muss man hier sicherlich nicht reservieren. Allerdings gibt es lediglich 1 Sanitärhäuschen für den ganzen Platz. Das ist – wenn es voll ist – wohl etwas wenig. Jeder Platz hat einen Feuerring und einen Grillplatz, es gibt Wasser aber keinen Strom. Und es gibt auch einen kleinen Swimmingpool. Ich glaube, wir sind inzwischen aber etwas verwöhnt. Der Platz an der Spitzkoppe hätte uns viel besser gefallen 😗 😗
Endlich gibt es mal wieder ein „Welcome“-Bierchen, was bei der Hitze – inzwischen ist es wirklich so richtig heiss geworden – auch absolut nötig ist. Und das lassen wir dann - gegen die Hitze sozusagen - gleich nahtlos in den Sundowner übergehen.
Wir bereiten alles fürs Grillen vor – Kudu mit Kartoffeln – die Weinvorräte haben wir in Swakopmund auch wieder aufgefüllt und so steht einem Lagerfeuer nichts mehr im Wege. Das ist die erste laue Nacht, die wir hier in Namibia erleben – wir können ohne warme Jacken, nur in einem warmen Shirt am Lagerfeuer sitzen. Jetzt sind wir in Afrika, endlich.
Teil 2713. Aug. 2015
Tag 22: Mittwoch, 1.Juli 2015 – Philipps Cave, Elephant´s Head und Bull´s Party
Hach, endlich wieder ein Frühstück im Freien. Es ist schon morgens recht warm und so beschliessen wir, nach dem Frühstück - also jetzt gleich - zu Philipps Cave zu laufen.
Der Weg ist super gut ausgeschildert und man braucht etwa 2 Stunden für den Hin- und Rückweg, wenn man wie wir ständig anhält, um Bilder zu machen.
Es geht über Stock und Stein und man kommt ganz schön ins Schwitzen.
Belohnt wird man aber unterwegs immer wieder mit einer phantastischen Aussicht auf das Erongo Gebirge . Ich habe Hansi mal besser nicht gesagt, dass es hier alle möglichen Tiere geben könnte. Aber wir haben – mal wieder – nichts gesehen. Wirklich gar nichts.
Und irgendjemand muss es furchtbar langweilig gewesen sein – unterwegs sehen wir sehr sehr viele Bäume und Sträucher, die mit einer Nummer versehen sind.
Dann sind wir endlich an Philipps Cave, ein Felsüberhang, der zu Nationalen Monument erklärt wurde.
Jäger malten Giraffen, Zebras und Strausse an den Fels. Die Zeichnungen sind echt noch gut erhalten, vor allem der Weisse Elefant.
Und die Aussicht ist natürlich einfach genial.
Und der Rückweg bietet ganz neue Perspektiven.
Dann laufen wir vom Campground aus noch kurz zum Rohrdommelsitz. Aber auch hier gibt es nicht allzuviel zu sehen. Schade.
Inzwischen ist es richtig heiss geworden. Also verbringen wird den nachmittag mit Nichtstun auf dem Campingplatz. Nichtstun? Naja, einer muss sich ja um die Wäsche kümmern – aber wo aufhängen, wenn man keine Lust hat, eine Leine zu spannen?
Geht doch – zu irgendetwas muss der Zaun doch gut sein.
Und dieser Vogel hat sich den ganzen nachmittag die Zeit mit unserem Aussenspiegel vertrieben: er hat ihn "geherzt", ist dagegen geflogen, hat sich im Spiegel angeschaut und dann ging das Spielchen von vorne los.
Und dann machen wir uns nochmals auf den Weg zu Bull´s Party und Elephant´s Head. Diesmal aber mit dem Camper. Dann sehe ich auf einmal was im Gebüsch. Stopp! Was ist das? Schau mal, da hinten.
Eine Giraffe.
Und dann gelingt uns doch tatsächlich ein Bild einer ganzen Perlhuhnfamilie, was für ein Glück.
Und was ist das? Ein Papageienbaum?
Dann erreichen wir Elephant´s Head. Warum das so heisst? Hm…
Und da sage noch einer, dass es nur in den USA Balance Rocks gibt. Oder was ist das?
Bei Bull´s Party liegen überall überdimensionale runde Steinkugeln rum. Ja, so lieben wir es.
Eigentlich wollten wir am Elephant´s Head noch etwas rumklettern, haben aber den Zugang nicht gefunden. Da es aber immer noch gut warm war, haben wir vielleicht auch nicht intensiv genug danach gesucht. Wir sind dann lieber noch etwas zwischen den "Steinkugeln" herumgelaufen.
Das Wetter macht uns schon seit ein paar Stunden etwas „Sorgen“ – es ist bewölkt mit Wolkengebirgen und das Licht ist einfach „seltsam“ - deshalb wird es auch nichts mit den rot leuchtenden Felsen beim Sonnenuntergang.
Auf dem Rückweg läuft uns dann noch eine Pavianfamilie über den Weg. Aber wir waren einfach zu langsam.
Zurück am Campground ist dann auch gleich wieder Zeit zum Grillen und ein Lagerfeuer vorzubereiten. Aber natürlich erst nachdem wir ein Savanna Dry zum Sundowner getrunken haben. Dramatische Wolken – dramatische Sonnenuntergänge.
Aber ich bin heute hundemüde, schlafe schon am Lagerfeuer ein. Also krieche ich recht früh ins Bett, während Hansi noch alleine das Lagerfeuer geniesst. Hoffentlich werde ich nicht krank.
Ameib Ranch Campground: Eigentlich ist der Campingplatz ja gar nicht so schlecht. Es gibt auch kleine Pavillons, die man auf dem Campingplatz mieten kann. Von hier aus kann man halt echt viel unternehmen: Philipp´s Cave, Elephant´s Head und Bull´s Party sowie den Rohrdommelsitz haben ich ja beschrieben. Aber es gibt noch weitere Wanderungen auf dem Gelände. Man kann auch Klettern - mit Guide - und es gibt die Möglichkeit mit dem Bike durch das Gelände zu fahren.
Teil 2814. Aug. 2015
Tag 23: Donnerstag, 2.Juli 2015 – es geht zu den Ugab Terrassen
Als ich heute morgen aufgestanden bin, stand noch der Mond am Himmel - wir gehen auf Vollmond zu - kurz darauf dann der Sonnenaufgang.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, das gehört bei uns einfach dazu und dafür stehe ich auch gerne früher auf - geht es dann los. Und wir hätten es hier durchaus noch eine Weile aushalten können.
Heute ist wieder so ein Tag, wo ich überhaupt nicht einschätzen konnte, wie viel Zeit wir brauchen und ob wir überhaupt vor Einbruch der Dunkelheit ankommen werden. Eigentlich müsste es reichen, aber…. . Wir wollten in Christina´s Café gehen, das San-Dorf besuchen, wir mussten einkaufen und tanken gehen und dann ab Omaruru ging es kilometerweit nur noch über D-Strassen voran. Wir werden sehen.
Christina´s Café haben wir verpasst – die Abzweigung ist genau vor dem Gate. Und wir waren so damit beschäftigt, uns über das Gate zu wundern, dass wir schon daran vorbei waren, als wir realisiert haben, dass das das Café gewesen wäre. Egal. Zum Umdrehen hatten wir nicht wirklich Lust. Wir haben auch weiterhin das Erongo-Gebirge in Sicht, dadurch ist die Fahrt erst einmal ganz abwechslungsreich.
Dann gegen 9:30 Uhr waren wir am San Dorf. So früh war man wohl noch nicht so ganz auf Besuch eingestellt. Dieser junge Mann konnte leidlich Englisch und er war dann unser Guide durch das Dorf.
Während wir aus einem „Katalog“ ausgewählt haben, welche „Tour“ wir gerne machen würden, sind dann so nach und nach weitere Bewohner aufgetaucht. Man kann wählen zwischen einem Bushman-Walk (1,5 Stunden), einen ganzen Tag im Dorf oder nur ein kurze Rundgang mit ein paar Demonstrationen. Wir haben uns für den kurzen Rundgang entschieden – der hat 50 N$/Person gekostet.
Die San haben uns gezeigt, wie der Schmuck gemacht wird, den ich so schön finde, alles in mühevoller Handarbeit.
Dann zeigt man uns, wie man Köcher und Pfeile herstellt. Zur Jagd werden die Pfeilspitzen mit Pflanzengift bearbeitet.
Die nächsten drei San sind fürs Feuermachen zuständig - mit den entsprechenden Beschwörungsformeln.
Und schon ist es an. Sofort kommen dann die Kleinen angerannt, um sich am Feuer zu wärmen.
Die Kleinen hatten einen Heidenspass - sie versuchten mit allen Mitteln, unsere Aufmerksamkeit zu erregen:
Natürlich werden wir auch noch ins Fallenstellen eingewiesen.
Und zum Abschluss wird noch getanzt und gesungen.
Wir standen – gebe ich zu – etwas peinlich berührt rum, haben schon interessiert zugehört und Fragen gestellt, aber wir wussten nicht wirklich, ob wir das jetzt toll oder peinlich finden sollten. (Anmerkung: Mittwoch abend kam im Auslandsjournal ein Bericht über die San und deren Leben. Und der Tenor dieses Beitrages war tatsächlich, dass solche „Living Museum“ einen Beitrag dazu leisten, dass die Traditionen der San nicht vergessen werden - die Kleinen sind nämlich voll begeistert dabei – und es sichert den San eine Einnahmequelle. Mit diesem Wissen geht man vielleicht etwas offener in so ein Dorf hinein.) Natürlich habe ich mir noch mehr von den Ketten gekauft und Hansi hat ein schönes Messer gefunden.
Und dann ging es auch schon weiter. Dieses Verkehrsschild hat natürlich Hoffnungen geweckt. Aber das einzige, was wir gesehen haben, war das:
Eine Zeit lang haben begleiet uns noch das Erongo Gebirge und dann kommen wir nach Omaruru.
Hier gehen wir tanken und in einem Shoprite einkaufen.Hier kam dann auch so etwa wie „Afrikafeeling“ auf. Schon allein das Einkaufen war ein Erlebnis. Ich war fast die einzige Weisse im Laden und der Shop wurde mit Karibischen Klängen beschallt. Und alle – da mache ich doch gerne mit – sind im Groove dieser Klänge durch den Supermarkt "getänzelt".
Eigentlich hatte der Supermarkt alles, was man so gebraucht hat. Nur halt leider kein Fleisch.
Und dann hat die Pisten-Odyssee begonnen: zuerst die D2344 dann die D2351 bis zur Ugab Terracce Lodge. Es geht nun etwa 3 Stunden lang durch Weideland. Das waren sozusagen die Highlights.
Ständig müssen Gitter auf und zu gemacht werden. Ich hatte mich hier auf eine schöne Landschaft gefreut. Wie ich darauf komme? Ich weiss es nicht. Die Landschaft war eintönig, es war heiss, ich fühlte mich nicht wohl und ich musste stänig ein- und aussteigen. Nörgel.
Dann endlich kommen die Ugab Terrassen, das Monument Valley Namibias. Und wir sind wieder hellauf begeistert. Was für tolle Felsformationen und erst die Vingerklip, auf wie wir einen ersten Blick werfen können.
Wir haben den Campground reserviert. Wir müssen aber zuerst zur Rezeption gehen, um uns anzumelden. Und die ist bei der Lodge auf dem Berg Dort führt eine richtig steile Piste hoch. Und wenn ich steil schreibe, dann meine ich auch steil. Und wenn man so einen Berg hinauf fährt, was hat man dann? Eine geniale Aussicht. Und wo sind die Bungalows der Lodge? Alle entlang dem Bergrücken mit dieser genialen Aussicht. Wir haben uns auf Anbieb in diese Bungalows verliebt.
Und uns war eigentlich klar, dass der Campground wohl nicht hier oben sein wird. Und wir hatten nicht wirklich die Absicht heute abend wieder herunter zu fahren. Wir wollten hier oben übernachten mit dieser tollen Aussicht. An der Rezeption hat uns Zacharias sehr freundlich begrüsst und unsere erste Frage war dann, wo denn der Campingplatz sei. Unten im Tal natürlich. Enttäuschte Gesichter bei uns. Zacharias hatte bereits so ein schelmisches Lächeln im Gesicht. Er könne uns ein „Special-Angebot“ machen: Für 750 N$ pro Person pro Nacht können wir gerne hier oben übernachten. Oh ja, das wollen wir und grinsen beide wie ein Honigkuchenpferd. Der Manger stand daneben und war sichtlich erfreut über so viel Geschäftstüchtigkeit.
Unser Bungalow ein Traum: in Richtung Sonnenaufgang und diese Seite komplett verglast. Wow!
Und darauf erst einmal ein "Hach, was geht es uns doch gut"-Bierchen. Das haben wir uns verdient 😗
Wir machen uns frisch, nachdem wir den halben Camper wieder mal ausgeräumt haben, und freuen uns dann auf den Sundowner auf der Terrasse mit Blick ins Ugab Tal und die Vingerklip. Und wir laufen auch an der Zipline vorbei, die es hier gibt. Ich habe mir ja ganz fest vorgenommen, das zu machen. Wirklich. Aber das geht praktisch sofort ins Nichts über das Tal hinweg. Never ever mach ich das.
Die Lodge selber ist wirklich sehr sehr liebevoll eingerichtet, man fühlt sich aber immer noch wohl, weil alles doch noch sehr bodenständig ist.
Wir geniessen die tolle Aussicht, beobachten drei Warzenschweine am Wasserloch und dann bewundern wir den Sonnenuntergang. Wir können unser Glück kaum fassen.
Hansi fragt – natürlich – nach der Zipline. Aber es sieht nicht gut aus. Die Personen, die das normalerweise machen, haben noch ein paar freie Tage vor der Hochsaison bekommen. Aber eine Gruppe Südafrikaner hat auch schon gefragt und sie versuchen mal, ob sie eine Notmannschaft zusammenbekommen würden, dann könnten wir uns – nein, nur Hansi – gerne anschliessen. Er gibt uns dann noch Bescheid.
Dann endlich Essen, wir hatten Kohldampf. Die Vorspeise und der Nachtisch konnten jetzt nicht wirklich überzeugen, dafür war das Hauptgericht – Fleisch mit Beilage (wie immer) lecker und mehr wie reichlich. Der Tisch war so liebevoll gedeckt, die Servicekräfte so bemüht. Einfach perfekt.
Und dann die gute Nachricht für Hansi: Man hat genügend Personen zusammenbekommen, morgen früh um 7:30 Uhr trifft man sich für die Zipline. Danach können wir dann frühstücken, sie geben Bescheid.
Auch heute bin ich schon beim Essen fast eingeschlafen, meine Nase ist mir fast davongelaufen und ich fühle mich echt nicht gut. Ich bin so froh, als ich endlich im Bett bin. Aber da bleibe ich nicht lange: Montezuma ruft….. . Was für ein Glück, dass wir heute eine „richtige“ Toilette in Laufnähe haben.
Teil 2915. Aug. 2015
Tag 24: Freitag, 3.Juli 2015 – Die Ugab Terrassen
Sonnenaufgang im Bett – Wahnsinn. Da braucht man ganz sicher keinen Wecker.
Wir müssen uns dann aber etwas beeilen, die Zipline ruft. Hier ist schon alles vorbereitet. Und da geht es dann hinunter. 🤩
Zusammen mit der „Crew“ fahre ich zum Endpunkt der Zipline. Und einmal mehr bin ich froh, dass ich hier stehe und nicht da oben.
Von hier aus gibt es aber auch einen schönen Blick über die Ugab Terrassen.
Einer der Angestellten muss immer testen, ob auch alles in Ordnung ist – und was wenn nicht? 😈
Alles gut, dann kann es ja losgehen.
Hansi fährt als letzter und hat auch heute wieder den ganzen Tag dieses Dauergrinsen im Gesicht. Wenn man ihn nun nach den Highlights des Urlaubs fragt ist auch die Zipline ganz vorne mit dabei.
Die Zipline soll die längste in Südafrika sein. Diese Part ist 880m lang. (Es gäbe noch eine Fortsetzung mit 630 Metern, doch das wäre dann doch zu viel Aufwand gewesen). Die ganze Aktion war dann schon etwas improvisiert, aber toll für alle Beteiligten. Aber was für ein Aufwand hier betrieben wurde, um 5 Personen glücklich zu machen und das für 280 N$ pro Person. Das nenn ich halt mal wieder Dienstleistung.
Und dann geht es endlich zum Frühstück. Und auch hier haben wir alles durcheinandergebracht: Die ganze Mannschaft musste noch auf uns warten, damit wir auch noch Frühstücken können.
So gestärkt, fahren wir zur Vingerklip. Er/sie steht auf dem Gelände der Vingerklip Lodge und so müssen wir einen kleinen Obulus bezahlen, um dort hinzufahren: 20 N$. Es ist schon wieder recht heiss und so ganz fit bin ich auch noch nicht, aber da will ich auf jeden Fall hoch. Und das lohnt sich dann auch. Was für eine Aussicht.
Man kann hier auch noch zu den anderen Formationen laufen, doch dazu fehlt mir heute einfach die Power.
Auf der Rückfahrt fahren wir noch kurz am Campground vorbei. Der wäre sicherlich auch sehr sehr schön gewesen – man darf sich halt nur nicht in die Hütten und die Aussicht auf dem Berg verlieben.
Den restlichen Tag verbringen wir auf unserer Terrasse mit Nichtstun. Dann hören wir ein leichtes Rumoren und ein toller Duft weht über dem Gelände. Die Donkies werden angezündet.
Rechtzeitig zum Sundowner gehen wir vollbepackt mit Kamera und Savanna Dry – unser neuestes Lieblingsgetränk – zum Viewpoint. Hier hat man die Ugab Terrassen und die Lodge noch viel besser im Blick.
Hier sieht man ganz schön die Vingerklip Lodge mit dem Restaurant.
Und dann gibt es endlich Essen: Auch heute ist der Hauptgang – Kudu mit Gemüse und Kartoffeln – das Highlight. Und weil mir immer noch nicht so ganz gut ist, gehen wir auch heute wieder früh schlafen.
Morgen geht es dann endlich in den Etosha 🤪 Ob wir dort endlich Tiere sehen werden?
Ugab Terrace Lodge: Was sicherlich mit ein Highlight auf unsesrer Tour, vor allem weil das so ja gar nicht geplant war. Die Bungalows sind einfach herrlich schön mit einer tollen Aussicht. Wenn man die Bungalows in Richtung Sonnenaufgang" nimmt, dann wird man vom Sonnenaufgang geweckt. Das Personal war sehr freundlich, die Anlage hat uns wirklich gut gefallen und das Essen ist gut. Nachmittag gibt es noch Kaffee und Kuchen und es werden neben der Zipline noch andere Aktivitäten angeboten. Man kann z.B. hier auch Wandern und Mountainbiken.
Teil 3016. Aug. 2015
Tag 25: Samstag, 4.Juli 2015 – Es geht in den Etosha
Auch heute werden wir wieder mit dem Sonnenaufgang geweckt.
Es weht schon ein toller Duft durch den Morgen, also sind auch die Duschen bereits warm. Und am Wasserloch sehen wir eine Kudu-Familie – ist das ein gutes Omen für den Etosha?
Nach einem ausgiebigen Frühstück müssen wir diese herrliche Lodge leider verlassen. Ja, hier hat es uns sehr sehr gut gefallen. Wir werfen noch einen letzten sehnsüchtigen Blick zurück.
Aber: heute geht es endlich in den Etosha.
Wir haben den Etosha ganz bewusst ans Ende unserer Reise gelegt. So haben wir uns die ersten Wochen über jede Sichtung, über jedes Tier, das wir gesehen haben – und das waren bisher ja noch nicht soooo viele – gefreut. Und nun werden wir wohl hoffentlich mehr davon sehen.
Aber zuerst geht es nach Outjo zum Tanken – das hat auch funktioniert - und zum Einkaufen. Tja, das war dann das Problem. Es gibt hier zwar eine richtig deutsche Bäckerei mit Café, aber die Regale des „Supermarktes“ waren leer. Es gab eigentlich ausser Wasser und Bier nichts zum Einkaufen. Na ja, dann müssen wir halt die nächsten Tage von unseren Vorräten leben und etwas improvisieren.
Und dann geht es auf feinstem Asphalt – ja inzwischen freuen wir uns darüber – weiter in Richtung Etosha. Am Anderson Gate dann Stau. Manche Autos müssen alles ausräumen und/oder werden „desinfiziert“. Das dauert natürlich. Doch wir dürfen gleich durchfahren, nachdem wir die Formalitäten erledigt haben. Unsere Ausweise werden verlangt und dann wird alles andere elektronisch! erfasst. Wie fortschrittlich.
Am Anderson Gate ist auch gleich ein Wasserloch, Ombika, an dem oft Löwen zu sehen sein sollen. Aber auch um die Mittagszeit? Hansi ist skeptisch. Doch ich will da unbedingt hin. Schau, gaanz viele Zebras. Sind die schön.
Aber was ist das da unterm Baum?
Wir können unser Glück kaum fassen: Rechts und links der Pad liegt ein Rudel Löwe mit etwa 10-12 Tieren. Keine 10 Minuten im Park und wir sehen gleich sooo viele Löwen.
Und auf der Weiterfahrt dann auch noch Giraffen.
Und dann erreichen wir das Camp Okaukuejo, wo wir 2 Näche bleiben.
Und bekommen erst einmal einen „Kulturschock“ (ja, wir wussten es ja, aber dennoch) 😊 . Das ist ein riesengrosses Camp mit vielen vielen Menschen und Massenabfertigung. Zuerst gehen wir an die Rezeption, wo wir zum einen das Permit für die nächsten Tage bezahlen müssen und wo wir unseren Campingplatz zugewiesen bekommen. Geht alles mit Karte! Wir essen am Kiosk noch eine Kleinigkeit – der Hamburger ist echt ok , das Restaurant hat uns überhaupt nicht angemacht – gehen noch ein paar Dinge einkaufen und machen uns dann auf den Weg zum Campingplatz – wir haben die Nummer 40 am Zaun, dort sind die „schöneren“ Plätze. Natürlich ist der Platz riesig, aber was anderes haben wir auch nicht erwartet. Es gibt ausreichend Sanitärhäuschen und das Wasserloch ist innerhalb von ein paar Minuten erreicht.
Das Begrüssungskomitee wartet schon auf uns – herzlich willkommen bei uns.
Und was mir erst beim Durchschauen der Fotos aufgefallen ist: Es gibt kein einziges Foto vom Campingplatz.
Wir machen uns kurz frisch und gehen dann gleich auf Pad: Dort sehen wir die „üblichen“ Verdächtigen:
Da bekommt das Wort Zebrastreifen eine ganz neue Bedeutung 😁
Aber dann, was ist das? Ganz da hinten unser erster Elefant – der darf dann auch kaum zu sehen sein 😎
In Olifantsbad ist dann eher wenig zu sehen.
Also fahren wir noch weiter bis zum Wasserloch Aus. Auch dort ist eher weniger los.
Und wir wollen schon losfahren. Doch dann auf einmal kommt ein Nashorn mit ihrem Kleinen zum Wasserloch. Wie schön das ist solche Tiere in der freien Natur beobachten zu können.
Doch wir werden „nervös“ und fangen das Rechnen an. Es ist jetzt gleich 16:45 Uhr – das Gate schliesst um 17:25 und es sind 30 Kilometer bis zum Camp, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 60 Kilometern brauchen wir also 30 Minuten. Somit können wir noch 10 Minuten schauen.
Schweren Herzens verabschieden wir uns von diesem Wasserloch, gerne wären wir länger geblieben.
Und was nun folgt ist unser „Höllenritt durch den Etosha“, nichts für schwache Nerven. Die obige Rechnung geht nämlich nur auf, wenn man überall 60km fahren könnte. Und das kann man eben nicht überall. Wir haben also zwei Möglichkeiten: am 1.Tag aus dem Park geschmissen werden, weil wir zu spät ans Tor kommen oder aus dem Park fliegen, weil wir die Höchstgeschwindigkeit nicht einhalten. Wir entscheiden uns für das Letztere: Im „Blindflug“ – weil gegen die Sonne - fahren wir die letzten Kilometer mit gut 100 durch den Park.
Und das schlimmste dabei: Was für tolle Motive hätten wir die letzten 10 Minuten gehabt: Ein stattlicher Löwe ist kurz neben unserem Camper mitgelaufen (ohne Bild).
Dieser Elefant stand einfach so in der Pampa rum.
Und dann eigentlich das Wahnsinns-Motiv: Giraffenherde im Sonnenuntergang.
Wir hatten nur die Uhr im Blick – noch fünf Minuten bis zur Schliessung des Gates – und haben uns nicht die Zeit genommen, dieses Motiv zu geniessen.
Aber wir sind aber sehr langsam und vorsichtig an den Giraffen vorbeigefahren.
Tja, dann um 17:23 Uhr haben wir das Gate passiert. Uff! 🙂 Was aber das Schlimmste war: Das Gate war um 18 Uhr immer noch offen! Wir hätten also noch genügend Zeit gehabt, um unsere Motive auch zu geniessen. 😈
Schnell zum Campground, eine Kleinigkeit essen und dann noch einen Blick aufs Wasserloch werfen. Das war unser Plan. Aber: Unser Platz war besetzt und weit und breit niemand zu sehen, der uns weiterhelfen könnte. Mist. Also bin ich zurück zur Rezeption gelaufen – fahren ging ja nicht wegen den Gates - um nach einem neuen Platz zu fragen. Dort war aber noch die Hölle los: jede Menge Neuankommende. Nach einer Ewigkeit war dann die Reihe an mir: Ja, da wollten Freunde zusammen einen Platz haben und sie könnte uns die Nummer ich weiss nicht mehr am anderen Ende des Platzes geben. Ok, ist auch egal. Am Campingplatz habe ich dann Hansi wild gestikulierend mit den „Campgroundwächtern“ vorgefunden – hätten die nicht mal früher dort sein können? Und Hansi kann halt kein Englisch!
Was wir dann aber alle verstanden haben: Wir sollen auf den Platz 3x gehen, der wäre frei. Und was ist mit der Nummer, die ich bekommen habe? Nein, die haben sie heute schon vergeben. Wir sollen auf die 3x, morgen könnten wir dann, wenn wir wollen auf den anderen Platz gehen. Was für eine Aktion. Inzwischen ist es stockdunkel und wir haben nur noch Hunger. Also schnell noch den Grill angeworfen und was zum Essen gemacht.
Auf das Wasserloch hatten wir keine Lust mehr. Am nächsten Morgen haben wir erfahren, dass sich dort Löwen herumgetrieben haben.
Teil 3116. Aug. 2015
Tag 26: Sonntag, 5.Juli 2015 – Rund um das Camp Okaukuejo
Wir stehen früh auf – was für ein Sonnenaufgang - und gehen erst einmal ans Wasserloch – aber dort herrscht Totenstille.
Schade. Also gehen wir zurück und frühstücken erst einmal. Wir beschliessen, den Platz nicht zu wechseln, weil wir sonst alles wieder zusammenpacken müssten. Ganz im Gegenteil. Wir lassen alles am Platz stehen – wir markieren ihn sozusagen.
Wir fahren an diversen Wasserlöchern vorbei zum Märchenwald und dem Wasserloch Grünewald. Die Wasserlöcher sind aber alle ausgetrocknet und der Märchenwald eine Enttäuschung. Ausser ein paar Giraffen bekommen wir nichts zu sehen, nicht einmal die Springböcke.
Ach stimmt nicht ganz: Es sind ja auch Oryxe, Zebras und Gnus unterwegs und ein paar Springböcke sehen wir auch, wir waren halt etwas enttäuscht an diesem Morgen 😐 . Aber das war ja gar nicht nötig.
Und wir sehen diese interessanten Vögel:
Ach ja, in dem Baum lebt ein Waran - nein, den haben wir nicht selber entdeckt, da hat uns jemand mit guten "Besitzkenntnissen" darauf aufmerksam gemacht. Den hätte man sonst wirklich nicht gesehen 🙂
Dann kommen wir gegen 12:30 Uhr ans Wasserloch Okondeka. Angesichts der Uhrzeit machen wir uns keine grosse Hoffnung. Aber: Hier ist ein Kommen und Gehen: Strausse sind da, dazwischen Springböcke und Oryxe und Kudus, auch die Gnus gehören dazu. Zuerst dürfen die einen ans Wasserloch und dann die anderen. Alles schön geordnet, als gäbe es untereinander eine Absprache.
Es war einfach schön, diesem Kommen und Gehen, diesem Miteinander zuzuschauen.
Am Platz – es gibt doch ein Bild davon - machen wir uns eine Kleinigkeit zu essen, ich gehe zur „Laundry“ – hier steht tatsächlich eine alte Waschmaschine rum, doch leider „out of order“. Also ist handmade angesagt. Und wir führen dann natürlich die Platzdiskussion – wir hätten ja wechseln sollen - und „gewinnen“ – wir bleiben am Zaun stehen und wechseln nicht.
Heute nachmittag werden wir hier am Wasserloch bleiben - Fortsetzung folgt 😎
Teil 3216. Aug. 2015
Immer noch Tag 26: 5.Juli 2015 - Waterhole TV – Part1
Am nachmittag gehe ich mit Wasser, etwas zum Naschen, Sonnenhut und Fotoapparat bewaffnet ans Wasserloch. Die neue Serie „Waterhole TV“ startet hoffentlich bald. Anfangs ist – mal wieder – nur wenig zu sehen.
Ein paar Springböcke haben Durst.
Dann kommen noch ein paar Zebras angetrabt. Hach, wie erfrischend ist das Wasser.
Aber was ist das? Wo? Da links? Wow - eine ganze Herde Elefanten, etwa 25 Tiere, ist auf dem Weg zum Wasserloch.
Die Zebras sind immer noch glücklich und zufrieden im Wasser.
Aber die Elefanten haben auch Durst und wollen ans Wasser
Platz da, jetzt kommen wir:
Das sind zu viele - die ersten Zebras geben nach und verlassen fluchtartig das Wasser. Hilfe, die Elis kommen 🤩
Noch mehr Elefanten drängeln in Richtung Wasser.
Die Zebras haben keine Chance - und auch die letzten mutigen Tiere ergreifen vor so viel Übermacht die Flucht.
So, Kinder! Das Wasserloch ist nun eures, der Badespass kann beginnen. Man sieht den Tieren - vor allem den Jungtieren - förmlich an, was für einen Spass sie dabei haben.
Aber zuerst wird getrunken - Durst!
Und dann gibt es kein Halten mehr - ab ins kühle Nass.
Das ist ein Spass - da wird getobt und es werden Kräfte gemessen. Bis auf das übermütige Tröten des ein oder anderen Jungbullen und dem spitzenden Wasser ist kaum was zu hören. Auch das Publikum ist muksmäuschenstill und starrt gespannt auf die Szenen, die sich da abspielen.
Die ersten entdecken das Sandbad - wow macht das Spass, sich noch voll nass mit Sand zu bespritzen! Was für eine tolle Sauerei 😗
Inzwischen hat sich auf dem Platz herumgesprochen, was hier im "Waterhole TV" geboten wird - die Buschtrommel funktioniert.
Doch dann - wir können es kaum glauben - gekommt die Elefantenherde Besuch von der Verwandtschaft, etwa 25 weitere Tiere kommen dazu.
Nicht alle scheinen sich zu mögen und die ersten Elis treten den Rückzug an.
Doch die meisten Elis scheinen sich zu mögen und haben keine Berührungsängste.
Im Gegenteil, sie werden zum Mitmachen eingeladen: Hey, kommt rein - das ist echt erfrischend hier und wir haben jede Menge Spass. Platz gibt es noch genügend.
Das lassen sich die Neuankömmlinge nicht zwei Mal sagen - Yuhuu! Danke für die Einladung.
Und so beginnt der Badespass von vorne - ab ins kühle Nass.
Dann die Sauerei mit dem Sand 😄
Reicht es euch immer noch nicht? Ganz unbemerkt ist Familie Giraffe aufgetaucht. Auch sie haben Durst und würden gerne ans Wasser gehen.
Doch Giraffen sind wohlerzogen und warten geduldig im Hintergrund, bis sie an der Reihe sind.
Die Elis haben aber noch lange nicht genug.Schliesslich war heute ein langer und heisser Tag und es passiert ja nicht jeden Tag, dass man die Verwandtschaft am Wasserloch trifft.
Doch dann scheinen die Elis endlich genug zu haben, die ersten Tiere treten den Rückzug an.
Darauf hat diese mutige Giraffe nur gewartet. Endlich ans Wasser, endlich trinken.
Doch, hier am Wasserloch gelten andere Gesetze. Man darf erst dann ans Wasserloch, wenn es die Elis ausdrücklich gestattet haben. Also: Verpiss dich, bis wir euch das ok geben.
Ist das klar? Habt ihr das verstanden?
Ja, haben sie. Die Giraffen warten nun geduldig im Hintergrund, bis sie endlich das ok bekommen.
So, habt ihr eure Lektion gelernt? Jetzt seid ihr dran. Bitteschön!
Endlich - die Giraffen haben nun auch lange genug gewartet und haben auch einen langen Tag hinter sich. Sie wollen nun endlich trinken. Sieht halt immer witzig aus. Giraffenyoga sozusagen.
Happy End - aber noch nicht das Ende.
Die Elefanten haben nun endgültig genug und die restlichen Herden ziehen sich zurück. Lediglich die Bullen gehen ihre eigenen Wege.
So lautlos wie sie gekommen sind, sind die Tiere auch wieder gegangen. Was für ein Glück, so eine Vorstellung erleben zu dürfen - "Reality-Tier TV" vom Feinsten.
Doch noch ist die Vorstellung nicht ganz zu Ende: Auch die Oryxe wollen endlich ein Bad nehmen, jetzt, wo die ganze Aufregung vorbei ist.
Und nun haben auch diese Tierchen eine Chance, wahrgenommen zu werden.
Wir haben genug und "zappen". Eine gute Gelegenheit, um ins Camp zurückzgehen und den Grill anzuwerfen. Für den späten Hunger legen wir noch ein paar Kartoffeln in die Glut. Wir wollen nochmals einen Blick ins "Waterhole TV" werfen.
Teil 3316. Aug. 2015
Immer noch Tag 25: Sonntag, der 5.Juli 2015 - Waterhole TV Part2
Hier sind wir also wieder, mit einem Glas Wein "bewaffnet" und hoffen, dass "Waterhole TV - Part2" genausogut wird, wie der 1.Teil.
Wir kommen gerade richtig: Ein Rhino mit ihrem Kleinen ist gerade am Trinken.
Dann kommen zwei Elis dazu, doch das scheint die beiden in keinster Weise zu stören:
Doch was ist das da links? Kaum zu glauben, ein einzelnes Rhino geht zielstrebig zum Wasser und trinkt. Ob das gut geht?
Wer treibt sich sonst noch so hier rum?
Ein Schakal - die sind auf dem Campingplatz inzwischen eine richtige Plage geworden.
Eine Giraffe - die scheint die Rhinos aber nichts auszumachen. Die scheinen etwas toleranter zu sein, wie die Elis heute nachmittag.
Oh, das sind sogar zwei Giraffen - wie schön!
Aber was ist da passiert, während wir die Giraffen beobachtet haben?
Das einzelne Rhino hat sich der Mutter mit ihrem Kleinen genähert.
Ob das eine gute Idee war? Ob das gut geht?
Mama Rhino geht sofort in Verteidigungshaltung - wenn es um ihr Junges geht, versteht sie keinen Spass.
Das scheint auch der einzelne Rhino bemerkt zu haben und sucht das Weite.
Siehst Du Kleines, alles Gut und jetzt gehen wir schlafen, war ein langer und aufregender Tag. 😗
Ja, das gilt auch für uns. Wir gehen zurück zum Camp, wo unsere Kartoffeln natürlich schon längst Brickets geworden sind. Egal, bei so einem spannenden Programm kann man nicht einfach abschalten. Morgen ziehen wir weiter ins Camp Halali, wo wir ebenfalls zwei Tage bleiben werden.
Doch was ist das? Hat da nicht gerade ein Löwe gebrüllt. Also, schnell zurück zum Wasserloch. Doch da ist nichts zu sehen, nur das Brüllen der Löwen ist zu hören. Also gehen wir wieder zurück zum Camp und kriechen in unseren Camper: Und das ist unheimlich: Wir schlafen mit dem Gebrüll der Löwen ein.
Camp Okaukuejo:. Hier hat uns der "Massentourismus" voll erwischt. Das Camp an sich hat alles, was man braucht: Einen Shop, in dem man das wichtigste bekommt, die Rezeption, an der man das Permit bezahlt und sich fürs Camp und die anderen Unterkünfte anmelden muss, ein Restaurant, das uns gar nicht gefallen hat, einen Kiosk, wo man eine Kleinigkeit essen und trinken kann und einen Swimmingpool. Alles ist zweckmässig gemacht und eigentlich schon in Ordnung. Wir waren halt so viele Menschen auf einmal nicht mehr gewohnt. Das Highlight ist aber sicherlich das Wasserloch. Man sitzt im Halbkreis darum herum und nur durch einen Zaun von den Tieren getrennt. Ich würde das nächste Mal vielleicht noch einen Tag in diesem Camp bleiben und dann wirklich den ganzen Tag hier verbringen anstatt rumzfahren. Egal mit wem wir unterwegs gesprochen haben, die besten Sichtungen hatten alle am Wasserloch von Okaukuejo.
Teil 3416. Aug. 2015
Tag 27: Montag, 6.Juli 2015 – es geht weiter nach Halali
Auf dem Platz ist es schon früh morgens sehr „unruhig“. Also stehen auch wir auf, frühstücken und kommen bereits vor 8 Uhr los. Eigentlich wollten wir noch tanken gehen, aber es gibt irgendwelche technischen Probleme. Nicht schlimm. Die Tankanzeige blinkt zwar immer noch, aber wir haben ja erst getankt.
Wir fahren zum Pan Lookout und was sehen wir? Nichts – Salzpfanne und einen Strauss. Das fängt ja gut an 😐
Aber dann: Autos auf der Strasse – und da vorne ein Rudel Löwen. Besser gesagt zwei Löwinnen, die voran laufen und weiter hinten ein stattlicher Löwe.
Die laufen praktisch vor unserem Auto über die Strasse.
Die drei trotten wie von einer Schnur gezogen vor sich hin.
Ja wo trotten die denn hin? Eigentlich können die ja nur zum Wasserloch Sueda oder Salvadora laufen. Also nichts wie hin. So denken nicht nur wir. Aber auch nach 30 Minuten Warten bleiben die drei Löwen dort wo sie sind – irgendwo im Busch versteckt.. Schade, wir beschliessen weiter zu fahren.
Unterwegs sehen wir diese Gnu-Herde.
Und wir versuchen unser Glück an der Wasserstelle Rietfontein. Ja, und wir haben mal wieder Glück: Waterhole TV Part3: Es kommt gerade ein Rhino aus dem Busch. Wir können unser Glück kaum fassen: Schon wieder ein Rhino.
Dieser Rabe beobachtet uns die ganze Zeit und versucht mit allen Mitteln unsere Aufmerksamkeit zu bekommen:
Doch dann kommen von rechts ein paar Elefanten. Nicht so viele wie gestern, aber eine stattliche kleine Familie, und auch ein paar Minis sind dabei.
Und wie nah die an uns vorbei laufen – dieses Mal ist kein Zaun dazwischen. 😊
Schnurstracks laufen sie auf den hinteren Teil des Wasserlochs zu.
Somit können die Oryxe im Vordergrund das Wasser geniessen.
Und die Springböcke dürfen ja eh immer alles 😁
Bei der Gelegenheit müsste ich auch mal - No chance: die nächste Toilette ist in Halali. Und aussteigen ist strengstens verboten.
Hier scheint es auch etwas lockerer zuzugehen, wie am letzten Wasserloch. Auf jeden Fall rennen die Zebras nicht davon.
Dann kommt noch eine Gnu-Herde dazu. Auch ganz dicht an uns vorbei. Wahnsinn. Wir sitzen ganz still in unserem Camper.
Und auch hier kommt man miteinander aus.
Und dann ist es auch schon wieder Zeit weiter zu fahren. Unsere nächste Station ist Halali.,
Das Camp ist nicht ganz so gross wie Okaukuejo und etwas familiärer, aber auch auf Massentourismus ausgerichtet. Früher konnte man sich am Campground wohl einfach einen Platz aussuchen. Das scheint sich aber nicht bewährt zu haben. Jetzt bekommen wir einen Stellplatz zugewiesen, Site 15. Wir müssen etwas suchen, weil der Platz etwas unübersichtlich angelegt ist. Und man hat wohl auch zwischendurch mal die Nummerierungen geändert, so dass auch nicht immer klar ist, was zu welchem Platz gehört. Und das ist hier das Problem: Unser Platz ist in der Mitte einer 5er Gruppe. Das lässt sich aber nur mit Hilfe des Planes und einem Ordner klären. So, damit sind die Verhältnisse fürs erste geklärt. Eine Gruppe, die unseren halben Platz mit in Anspruch genommen hat, ist etwas verärgert und verlangt nach einem weiteren Platz.
Wir „markieren“ unseren Platz erst einmal – man weiss ja nie – und gehen nochmals einkaufen. Als wir zurückkommen haben wir neue Nachbarn. Es stellt sich dann aber heraus, dass auch sie die Nummer 15 hätten. Ähm gerne können sie dort in der Ecke bleiben, aber sie gehen nach einem anderen Platz fragen. Kurz darauf nochmals jemand für die andere Ecke, mit denen wir und der „Platzwart“ nochmals die Verhältnisse klären mussten. Also irgendwie kriegen die das hier nicht so ganz auf die Reihe mit der Platzvergabe.
Wir haben keinen Bock mehr auf diese "Diskussionen" und gehen ans Wasserloch. Das ist hier nur über einen kleinen Fussmarsch zu erreichen und ist auch nicht annäherungsweise so gross wie das gestrige. Aber: Waterhole TV Part 4
Wir haben mal wieder Glück und ein Nashorn lässt sich sehen. Schon wieder ein Nashorn. Es kommt aus dem Busch, trinkt, schaut in die Runde und scheint sich zurückzuziehen.
Aber: Nein, es hat immer noch Durst und überlegt es sich ander. Also geht es nochmals zum Wasserloch zurück.
War es das jetzt? Aber hallo – kann so ein Nashorn so viel Durst haben? Es kann.
Ja, dann reicht es aber und wir können nur noch diesen tollen Sonnenuntergang bewundern.
Am Camp hat sich die Lage beruhigt und jeder scheint seinen Platz gefunden zu haben. Wir essen noch eine Kleinigkeit, zünden unser Lagerfeuer an und kriechen dann hundemüde aber glücklich in unsere Koje. Inzwischen ist es abends so warm, dass wir keine zusätzlichen Jacken mehr brauchen und auch die zweite Decke wird nun nicht mehr benötigt.
Teil 3517. Aug. 2015
Tag 28: Dienstag, 7.Juli 2015 – Rund um Halali
Auch hier ist es schon sehr früh sehr unruhig Also kriechen auch wir aus unserem Camper heraus, gehen duschen und frühstücken. Bevor wir losfahren, versuchen wir alle vier Ecken unseren Platzes zu markieren – wir haben keine Lust mehr auf leidige Diskussionen. Die Tankstelle hat bereits auf, so dass wir unseren Camper volltanken können. Kartenzahlung ist hier möglich. Ein kleiner Rundgang um die Tankstelle ist lohnenswert. Das ist die Wanne zum Reifenflicken.
Unsere heutige „Strategie“: Wir wollen nicht kreuz und quer durch den Park fahren, sondern konzentrieren uns auf ein, höchstens zwei Wasserlöcher. Noniams ist unser erstes Ziel. Hier sollen sich hunderte Zebras aufhalten. Schauen wir mal. Auf dem Weg dorthin können wir unseren Augen kaum glauben: Minutenlang zieht ein Zebra hinter dem anderen über die Strasse. Sie sind nicht zu hören, nur zu sehen.
Sie kommen einzeln rechts aus dem „Wäldchen“ und verschwinden dann links in der Steppe. Wow!
Wir nutzen eine Lücke, weil wir zum Wasserloch wollen. Doch Fehlanzeige. No water in the waterhole. Also fahren wir wieder zurück. Und die Zebrawanderung ist immer noch im Gange. Eines nach dem anderen trottet über die Strasse. Jetzt kommen sie von links und verschwinden rechts 😄
Wenn Noniams ausgetrocknet ist, vielleicht ziehen die dann alle nach Goas? Das soll – gemäss Beschreibung – auch eine sehr gute Wasserstelle sein. Also nichts wie hin.
Waterwhole-TV Part5
Auf der Anfahrt zur Wasserstelle sehen wir wieder die nicht enden wollenden Zebraherden – und wieder bekommt das Wort Zebrastreifen eine ganz andere Bedeutung.
Sie alle zieht es zum Wasserloch. Es ist ein Kommen und Gehen. Wenn die Zebras mit Trinken fertig sind, gehen sie wieder zurück, während die Zahl der ankommenden Tiere nicht nachlässt. Das waren nicht hunderte – das waren Tausende – sag ich mal.
Während wir mit der Beobachtung der Zebras beschäftig waren, hat sich der Fahrer des Autos links von uns auf den Busch konzentriert. Und was macht ein jeder Touri im Etosha, wenn jemand anhält oder angestrengt in eine Richtung schaut? Er schaut auch mal. Erst haben wir nichts gesehen, aber dann: Dort im Gebüsch.
Dort lag ein stattlicher Löwe wohl schon eine ganze Weile rum und hat sich das Schauspiel aus sicherer Entfernung angeschaut. Wahrscheinlich hatte der sein Frühstück schon gehabt. Dann trottete er von dannen.
Goas besteht eigentlich aus zwei Wasserlöchern und wir fahren zum oberen Teil, in der Hoffnung dort nochmals auf den Löwen zu treffen. Und wir haben Glück und können noch einen Blick auf ihn werfen.
Doch dann hat er genug und verzieht sich ins Unterholz. Schade.
Die nächsten 30 Minuten tut sich gar nichts: Kein Löwe mehr, keine Springböcke, gar nichts. Nur die Zebras, die immer noch Tier für Tier ankommen.
Doch dann: Nach und nach kommen 3 Giraffen von hinten aus dem Wäldchen heraus.
Während sich bei uns vereinzelte Springböcke und Schwarznasenimpalas sehen lassen. Haben die nicht nette "Puschels"? Die sind uns noch nie so richtig aufgefallen 🤪
Bei den Tieren am "hinteren" Wasserloch geht es wild durcheinander - die haben keinerlei Berührungsängste: Giraffe mit Zebra
Giraffe mit Kudu
Hier verträgt man sich halt:
Während die Tiere bei uns eher unter sich bleiben. Die Springböcke – wo kamen die nur alle her? - verlassen das Wasserloch und machen den Kudus Platz.
Die Kudus sind sehr vorsichtig, wahrscheinlich riechen sie den Löwen.
Und dann plötzlich - nachdem die Kudus das Wasserloch verlassen haben - kommen Dutzende von Schwarznasenimpalas.
Und dann ist weitgehend Ruhe. Die Giraffen haben sich ins Gebüsch zurückgezogen, die meisten Zebras sind von dannen gezogen, nur ein einzelner Oryx ist noch zu sehen.
Wie hat das Elsa so schön geschrieben: Die ganze Arche Noah hat sich wieder blicken lassen. Ein schönes Bild.
Zeit für uns zum Camp zurückzufahren. Den nachmittag verbringen wir mit relaxen, Postkartenschreiben – ja, so altmodisch bin ich noch – und Tagebuch schreiben.
Während Hansi noch etwas Augenpflege betreibt, mache ich mich auf den Weg zum Wasserloch.
Teil 3617. Aug. 2015
Immer noch Tag 28: Dienstag, 76.Juli 2015 – Waterhole TV Part6
Zuerst war es eher ruhig am Wasserloch.
Doch dann kann die Vorstellung beginnen: 😎 Die Elis kommen und zwar ganz lautlos, plötzlich sind sie da. Nicht so viele wie gestern, aber dennoch schön anzusehen.
Und auch hier haben gross und klein viel Spass mit dem kühlen Nass.
Inzwischen ist auch eine kleine Zebraherde aufgetaucht, die auch ans Wasser möchte.
Das stört die Elis jedoch wenig - erst einmal sind sie dran 🙂
Familienrat: Was meint ihr, sollen wir sie reinlassen?
Komm, wir wollen doch eh bald gehen - lass uns mal nett sein.
Das ist aber lieb von euch - wir haben ja sooooo Durst.
Ja, und was machen wir nun? Lass uns doch mal besser in den Schatten gehen - es ist heiss hier . Und es muss uns ja nicht jeder gleich sehen.
Tschüss, Zebras. Wir sind dann mal da hinten, wenn das wäre.
Das ist doch die Gelegenheit für die Giraffe. Vorsichtig nähert sie sich dem Wasserloch.
Ist da jemand? Ein kurzer Blick nach rechts und nach links
Die Luft schein rein zu sein - wenn sie sich da nicht mal täuscht - also nichts wie ab ans Wasser. Man weiss ja nie, wann die doofen Elis kommen.
Kommt her ihr Springböcke - habt ihr auch Durst? Mich stört ihr nicht.
War da was? Hat da nicht ein Eli trompetet?
Hm, ich geh mal lieber wieder. Das gefällt mir hier nicht
Und so ganz unrecht hatte die Giraffe ja gar nicht - Hier sieht man, dass die Elis immer noch da sind.
Ende der Vorstellung. Ich gehe zu Hansi zurück, der schon auf mich gewartet hat und währenddessen mit der Kamera herumgespielt hat - ist das nicht eine nette Spielerei?
Komm, lass uns einen Sundowner mitnehmen und hoch auf den Hügel gehen - schliesslich gibt es heute was zu feiern - jetzt kommt Kontrastprogramm "Romantic TV" 🙂 .
Hinter dem Parkplatz geht nämlich ein schmaler Pfad hoch auf den kleinen "Hill" - dort wo auch der Sendemasten steht. Und hier gibt es diese schönen Bäume und von hier aus hat man natürlich einen schönen Blick nach unten.
Der hat´s aber eilig - aber er wird es noch schaffen 😄 So sind wir vor zwei Tagen durch den Park gerast 😗 .
Und dann geniessen wir den Sonnenuntergang.
Ist das nicht ein schöner Platz für einen Sundowner. Und was wir zu feiern haben? Heute vor 15 Jahren haben wir geheiratet. Und damals hätten wir es uns nie träumen lassen, dass wir 15 Jahre später hier, mitten in Afrika, an so einem schönen Platz zum Sundowner sitzen werden.
Leider hat es von der Planung her nicht gepasst, dass wir heute an einer schönen Lodge sind. Also müssen wir uns mit dem letzten Stückchen Fleisch und Folienkartoffeln zufriedengeben. Dazu gibt es aber einen richtig guten Wein. Wer braucht schon ein Feinschmeckermenü, wenn Hansi dabei ist, der uns die letzten Wochen schon so lecker bekocht hat? Eben! Und auch dieses Essen war wieder Schmakofatz. 😄 Wir sitzen heute lange draussen in der lauen Nacht und geniessen unser nicht enden wollendes Lagerfeuer. Und wir wissen, dass dieser Urlaub bald zu Ende gehen wird. Seufz 😕
Camp Halali: Dieses Camp hat uns schon besser gefallen wie Okaukuejo. Auch wenn das Wasserloch hier lange nicht so viel zu bieten hat. Es geht hier einfach familiärer um. Die Sanitäranlagen sind auch hier sauber und ausreichend vorhanden. Nur mit der Platzvergabe müssen sie noch etwas üben....
Teil 3717. Aug. 2015
Tag 29: Mittwoch, 8.Juli 2015 – Der letzte Tag im Etosha 😐
Heute früh werden wir sauer: Der „Viehtransport“ 😗 – sorry, so nennen wir die MenschenTransporter mit Aussicht – fängt bereits gegen 5 Uhr – in Worten fünf – Uhr an, abzubauen, und zwar lautstark. Es wird laut gesprochen, gelacht !!! und gepfiffen. Die Damen – ja es sind die Damen – machen einen Heidenlärm in der Dusche. Wie gesagt: morgens um fünf Uhr und: ce sont des francais!!!! Incroyable. 😈 Frechheit. Also machen wir uns auch fertig, aber leise. Schliesslich wollen wir nicht noch mehr Leute aufwecken.
Unser heutiger Plan: Wir bereiten alles fürs Frühstück vor und nehmen es mit ans Wasserloch. Abfahrt hier im Camp um 6:30 Uhr. Unser Ziel: Kalkheuwel. Heute fahren wir der Sonne entgegen.
Zuerst werfen wir noch einen Blick auf Goas, aber dort ist tote Hose. Also fahren wir weiter. Unterwegs sehen wir tatsächlich einen Eli und ein Rhino zusammen. Ist das nicht toll. Ganz nah dran sind die beiden.
Und tschüss
Und noch eine Herde Zebras. Ich kann mich gar nicht sattsehen an Zebras.
Und dann dasselbe Bild, das wir auch gestern schon hatten: Ein Zebra am anderen trottet die Strasse entlang. Wie an einer Schnur gezogen. Wow!
Am Wasserloch Kalkheuwel angekommen steht nur ein weiteres Auto da. Die haben wohl denselben Plan wie wir und sitzen zusammen mit uns den ganzen vormittag hier rum. Wir fangen an, unser Frühstück vorzubereiten: Kaffee mit Milch und Müsli. Alles griffbereit vorne im Auto. Und hier geniessen wir dann das Frühstücksfernsehen: Waterhole TV Part7 Zuerst sind nur wenige Tiere zu sehen: Ein Schwarznasenimpala
meine „Freunde“, die Perlhühner, die ich doch öfter vor die Linse bekommen habe, wie gedacht 🙂
Und dann kommen auch endlich die Zebras, die wir ja unterwegs schon gesehen haben.
Und auch heute sind das bestimmt hunderte von Tiere – nicht so viel wie gestern, aber das Wasserloch ist auch kleiner.
Man kann gar nicht mehr oben und unten, rechts und links unterscheiden.
Doch dann kommt Unruhe, fast schon Panik auf. Die Perlhühner sind ganz aufgeregt und die Zebras laufen panisch davon. Was ist da los?
Da, dort im Gebüsch 🤩
Ein Leopard. Wir sehen ihn für den Bruchteil einer Sekunde und dann ist er auch schon weg.
Die Vögel beruhigen sich wieder, die Perlhühner auch.
Die Oryxe haben wohl gar nichts mitbekommen – sie trotten ganz unbedarft ans Wasser.
Und lerne wieder was dazu: auch die Oryxe knien sich zum Teil hin beim Trinken. Dann ziehen sie wieder davon. Wir wollen mit dem all hier nichts zu tun haben.
Die Impalas – hier noch einer mit „Puschel“ – haben sich wieder beruhigt
Und die Zebras auch.
Ein Strauss – den haben wir schon lange nicht mehr gesehen – traut sich ebenfalls ans Wasserloch.
Und dann kommen die Kudus – die sind aber sehr sehr skeptisch...
... und auf einmal springen sie panisch davon.
Ist der Leopard doch noch in der Nähe? Nichts zu sehen.
Dann trauen sich die Kudus – sehr sehr vorsichtig und immer fluchtbereit – doch noch ans Wasser.
Und auch die Warzenschweine haben Durst – es ist aber gar nicht so einfach die zu fotografieren.
Und dann wird es ruhig am Wasserloch. Nur noch diese Papageien sind zu sehen.
Das ist dann auch das Ende von "Waterhole TV" - die Produzenten fahren weiter ins Camp Namutoni, wo der Ausflug in den Etosha Park dann auch endet 🙁
Hier haben wir, obwohl wir bereits im August letzten Jahres mit den Buchungen angefangen haben, keinen Platz mehr bekommen. Soviel zum Thema, man bekommt immer noch einen Platz. Das war hier aber nicht ganz so schlimm, weil Onguma ja direkt um die Ecke liegt. Und dort haben wir dann unser "Ausweichquartier" bekommen und gebucht. Trotzdem machen wir hier einen kurzen Halt und essen am Kiosk eine Kleinigkeit. Und auch hier, kann man nicht meckern – ist vollkommen ok. Eigentlich wollten wir noch um die Fischer´s Pan herumfahren, doch heute ist es Hansi nicht so gut – die Nase läuft und läuft und läuft. Also verlassen wir bereits um die Mittagszeit den Etosha Park. Auf dem Weg zum Lindequist Gate sehen wir dann noch einen Elefantenbullen, der doch tatsächlich die alten vertrockneten Äste isst, obwohl daneben noch schöne grüne Blätter auf dem Baum sind.
Am Gate müssen wir durch die Disease Control – nein – und dieses Mal stimmt es wirklich – wir haben wirklich kein Fleisch dabei. Dann werden die Autoreifen desinfiziert, wir müssen über ein mit was auch immer getränktes Tuch laufen und dann sollen wir clean sein – Na ja, ob das wirklich hilft?
500 Meter nach dem Gate geht es dann auf der linken Seite ab und zwar zur Etohsa Aoba Lodge auch wenn man nach Onguma möchte (rechts ist der Abzweig zur Mokuti Lodge). Also aufpassen – wir sind auch zu weit gefahren. Nun geht es 13 km weit durch die Farmstrasse. Gleich nach dem Tor „trennen“ sich die Wege. Wir haben auf dem neuen Campground Tamboti reserviert. An der Rezeption angekommen, werden wir freundlichst begrüsst. Man zeigt uns den Swimmingpool und bringt uns zum Campground. Wir können gerne im „Restaurant“ essen oder Frühstücken, müssen uns aber rechtzeitig anmelden. Wir gehen erst einmal auf unseren Platz: Wow – Gras, frisches grünes Gras. Wann haben wir das letzte Mal Gras – grünes Gras – gesehen?
Wir haben ein eigenes Sanitärhäuschen mit allem Drum und Dran. Wahnsinn. Was für ein Luxus. Dabei hatten wir die letzten Wochen doch gar keine Entbehrungen. 😄 Während Hansi sich hinlegt, erkunde ich den Platz. Der Swimming Pool ist schon sehr schön...
... es stehen lauter alte – und deutsche, wir uns erzählt wird – Gerätschaften herum
.. und ich schaue mir natürlich auch noch das „Wasserloch“ an. Sorry, die Sendung Waterhole TV muss heute wegen mangelnder Teilnehmer leider ausfallen. Lediglich ein, nein zwei, Dikdiks lassen sich hier sehen und ein paar Papageien.
Und ich habe uns heute abend fürs Abendessen angemeldet. Unser Kühlschrank ist ziemlich leer. Zurück am Campingplatz schaue ich natürlich erst einmal nach Hansi. Ihm geht es wieder gut. Schlaf ist doch immer wieder die beste Medizin. Er hat sogar alles für ein Lagerfeuer vorbereitet.
Den Sundowner dürfen wir natürlich nicht vergessen 😗
Und dann gehen wir ins „Restaurant“ essen.
Es ist nur noch eine weitere französische Familie da. Eigentlich wollte jeder eine eigene Vorspeise essen – Geräuchertes Game Carpaccio - doch bereits beim Bestellen wurde uns davor abgeraten – zu viel. Das war dann auch gut so.
Als Hauptspeise gab es Beef für Hansi und Kudu für mich mit Pommes. Lecker. Und natürlich wieder einen guten südafrikanischen Wein dazu.
Das Dessert – Pancake, also Pfannkuchen, mit Eis und Honig – war überflüssig und auch nicht ganz so gut. Aber alles in allem ein schönes Dinner in einer tollen Athomsphäre. Und zum Abschluss noch ein – nicht so grosses – Lagerfeuer. Und wieder geht ein schöner Tag zu Ende.
Onguma/Tamboti Campground: Zum Campground gehören etwa 10 Plätze, jeder mit einem eigenen super sauberen und frisch gekachelten !!!! Sanitärhäuschen. Der Platz hat eine eigene Rezeption, einen eigenen Swimming Pool und ein eigenes „Restaurant“. Im offenen Aufenthaltsbereich, kann man sich jederzeit aufhalten und hat Blick auf das Wasserlöchli. Das „Restaurant“ ist im offenen Aufenthaltsbereich und das Essen muss man gut zwei Stunden vorher bestellen. Bei zwei Tischen kommt der „Koch“ dann ganz schön ins Schwitzen. Trotzdem war das Dinner wirklich lecker – unsere Erwartungen wurden weit übertroffen – und uns hat die Atmosphäre dort sehr gut gefallen. Der Platz selber – unserer war auf Gras – hat uns gut gefallen, aber da hat irgendwie der Charme gefehlt. Schade. Aber sicherlich eine tolle Alternative zum Etosha
Und wie war Etosha? Natürlich war der Etosha Nationalpark eines der Highlights. Und unsere "Bedenken", dort keine Tiere zu sehen, waren völlig unbegründet. Wir hatten mit der "planlosen" Rumfahrerei eher weniger Glück. Wir würden - was wir ja zum Schluss auch immer getan haben - wirklich ganz gezielt ein Wasserloch anfahren und dann dort einfach mal bleiben und abwarten. Wie ihr gesehen habt, hat sich meist immer was getan 😎 . Und natürlich wirklich zu den Wasserlöcher in den Camps gehen. Da passiert meistens etwas.
Teil 3818. Aug. 2015
Tag 30: Donnerstag, 9.Juli 2015 – auf geht´s nach Okonjima
Wir stehen wieder mit der Sonne und den Vögeln auf, frühstücken, trödeln rum und kommen letztendlich erst gegen 8:30 Uhr los.
Heute ist mal wieder nur Fahrtag angesagt 😐 Aber auf bester namibianischer „Autobahn“, bis auf die Zufahrtsstrassen alles vom Feinsten, alles geteert. In Tsumeb war einkaufen angesagt – die Zufahrtsstrasse in die Stadt könnte eigentlich auch irgendwo in Frankreich sein. Was für eine Wasserverschwendung 🙄
Nur diese Frau passt da nicht so ganz dazu – das Produkt auf ihrem Kopf schon wieder eher 🙂
Und da drüber könnte man sich wahrscheinlich streiten
Der Supermarkt hat alles, was man nach einigen Tagen ohne Einkaufsmöglichkeit so braucht. Wir füllen aber nur das Nötigste auf, schliesslich sind wir jetzt nur noch 2 Nächte unterwegs 😮 Ja, so langsam geht es wirklich dem Urlaubsende entgegen. In der Zufahrt zum Supermarkt befindet sich ein Meat Shop - daneben ist gleich die Schlachterei – der hat uns jetzt aber nicht so zugesagt, vielleicht waren wir auch etwas zu wählerisch?
Und dann die nächsten zwei bis drei Stunden folgen wir weiter der B1. Die Highlights?
Paviane kreuzen unseren Weg, aber wir sind wieder zu langsam.
Viehhirten, die mit einer roten Fahne auf sich und das Vieh aufmerksam machen - wir haben lange gebraucht, um das zu verstehen.
Tja, und was ist das? Warum steht der da? Und was macht der da?
Ja, auch in Namibia gibt es Geschwindigkeitskontrollen – ist aber auch nötig.
Eigentlich dachten wir, dass gleich nach Otjiwarongo die Zufahrt zur Okonjima-Lodge abgeht, doch das täuscht. Wir müssen noch 50 km auf der B1 fahren, dann ist die Abfahrt zu Okonjima Lodge nicht zu übersehen.
Die machen es aber spannend! Ich weiss gar nicht mehr, wie viele Gates wir hatten und jedes Mal wurden die Daten von uns aufgenommen, einmal sogar telefoniert. Wir hatten zwar eine Bestätigung, doch die Lodge nicht so wirklich !?! Und wenn wir all diese Tiere angetroffen hätten, vor denen hier gewarnt wurde, wow, dann hätten wir weitere richtig tolle Sichtungen gehabt 😄
Das einzige was uns über den Weg lief, waren die Warzenschweine – und ausgerechnet vor denen wurde hier nicht gewarnt.
Dann der Abzweig zu unserem Campground....
... und da hat dann schon Simon auf einem Quad auf uns gewartet, der uns zu unserer privaten Campsite gebracht hat
Camp Chilala. Tja, was soll ich sagen?
Willommen bei „Schöner Campen TV“: Darf ich vorstellen: unser ganz privater Campground mit eigenem überdachten Spülhäuschen....
... einem kombinierten BBQ und Lagerfeuer - da muss man nur einmal das Feuer umschichten und schon kann es nach dem Grillen mit dem Lagerfeuer weitergehen - Ist das nicht praktisch? Und jede Menge Platz für die neue moderne Wohn-/Essecke, aber auch für das komfortable Schlafzimmer ist noch ausreichend Platz vorhanden.
Sollte es tagsüber zu heiss werden – sehr wahrscheinlich - oder regnen – im Moment eher unwahrscheinlich – dann kam man sich unter die geräumige Veranda zurückziehen. Das Dach aus echtem Buschholz und garantiert nach den neuesten ökologischen Richtlinien und durch die besondere Anordnung der Zweige im Wandbereich voll klimatisiert 😗
Es gibt zwei Freilufttoiletten - falls mal Gäste zu Besuch kommen 😄
– oh besetzt 😈 -
mit einzigartigem Panoramablick - wer hat das sonst schon? - und gleichzeitiger automatischer Durchlüftung
Bitte folgt mir nun zu den beiden Freiluftduschen- so kann dann auch hier im "Busch" die Privatsphäre gewahrt werden 😛
Mit dieser formschönen Regendusche, die im Moment voll im Trend liegt.
Und wann habt ihr das letzte Mal mit so einer Aussicht geduscht?
Selbst der Boiler ist nicht zu verachten - echt deutsche Wertarbeit 😗 .
Der strapazierfähige Duschvorhang wird mit seinem futuristisch anmutenden Grünton Akzente setzen und davor ist man vor jedem neugierigen Blick geschützt 😄 Oder doch nicht?
Aber das ist noch nicht alles auf diesem innovativen Luxuscampground: Für den Sundowner gibt es extra einen kleinen Platz auf dem Hügel, ganz für uns alleine 🤪
Meine Güte, dieser Platz ist wie geschaffen für einen gepflegten (fast) letzten Sundowner in Namibia. Doch schaut selber:
Und last but not least – gibt es hier für alle fünf Campingplätze zusammen noch den Private Swimmingpool. Das hat doch auch nicht jeder, odr? 😄
Auf dem Weg dorthin befinden sich noch diese dekorativen Termitenhügel - da wir der Nachbar aber neidisch werden 😈
Und: Der „neueste“ Schrei – Webervögelnester - aber vorsichtig sein beim Sammeln - die Bäume wehren sich 😊
Voilà – unser ganz privater Luxuscampground - Ach ja für eine Voliere ist natürlich auch noch jede Menge Platz - sieht das nicht natürlich aus?
Diese Sendung wurde gesponsert von Windhoek Lager, Savanna Dry, Amarula & Co😄
Wir klären noch mit Simon ab, dass er uns Feuerholz bringt und ob wir an einer Aktivität teilnehmen können. Ja klar, am nachmittag um 15 Uhr , also in einer Stunde, wäre noch Platz bei der AfriCat Tour. Super, da machen wir mit.
Als um 15.30 Uhr dann endlich jemand bei uns vorbeikommt, sind wir eher skeptisch, ob sich das überhaupt noch lohnt. Und auch der Guide würde die Tour lieber morgen früh – ohne Zeitdruck mit uns machen. Alles klar, also dann morgen früh gegen 6 Uhr. Endlich können wir unsere Campground-Schlamper-Klamotten rausholen und unseren tollen privaten Luxuscampground so richtig geniessen. Meine Güte ist das toll hier.
Und dann: Vorwurfsvoller Blick von Hansi: Schau mal da oben – warum hast Du mir das nicht gesagt? Sorry, ich kann doch nicht alles wissen 😊
Natürlich gibt es einen ausgiebigen Sundowner - der ist wirklich ausgiebig - auf unserem eigenen Sundowner-Hügel – ist der nicht toll?
Zurück am Platz wird natürlich gleich die Kombination Grill/Lagerfeuer angeheizt 🤩
ein schöner Hintergrund für unser Resteessen 😎
Dazu gibt es einen leckeren Rotwein - um ehrlich zu sein, der war dieses Mal leckerer wie das Essen, was aber nicht am Koch lag 😛 . Und natürlich auch wieder ein richtig tolles Lagerfeuer.
Und wir hatten heute unsere ersten richtigen Spinnensichtungen. Vor 4 Wochen wäre das das Aus für Lagerfeuer&Co gewesen. Und heute? Hm, da hinten hat es Spinnen, na und? Und man hat sich noch nicht mal die Mühe gemacht, ein schönes Foto zu bekommen 😗
Und was machen wir jetzt mit dem angebrochenen Abend? So ein toller Sundowner-Hügel lädt doch förmlich zu Sternenaufnahmen ein. Gesagt, getan 😎
Wir sind - habt ihr das etwa bemerkt? - total begeistert von diesem Platz und bedauern es wirklich, dass wir hier nur eine Nacht bleiben können. Kurz haben wir überlegt, ob wir hier verlängern – sofern möglich – und dann in einem Rutsch nach Windhoek zur Camperrückgabe durchfahren. Das wäre sicherlich von der Entfernung her möglich, ist uns dann aber einfach zu stressig – da darf dann irgendwie nichts mehr dazwischenkommen und – hm, schäm – wir müssen ja auch noch das mit unserem kaputten Wassertank regeln. Ich denke zwar, dass das eher schnell geht, aber man weiss ja nie. Und wir haben unsere Taschen bei ASCO gelassen, d.h. wir müssen auch noch vor Ort umpacken. Nein, so schön der Platz auch ist, das wird uns zu stressig, das muss nicht sein.
Also bleibt uns nichts anderes übrig, wie wehmütig ins Lagerfeuer zu schauen und den Abend vollends zu geniessen.
Das Fazit für diesen tollen Capground kommt aus "dramaturgischen" Gründen erst morgen. Heute müsste ich zu viel erklären.
Teil 3920. Aug. 2015
Tag 31, Freitag, 10. Juli 2015 – Cheetah Feeding und Fahrt nach Dusternbrook
Unser letzter richtiger Tag in Namibia – heul. 😵
Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker, um 6 Uhr sind wir abfahrbereit und geniessen den Sonnenaufgang.
Um 6:30 Uhr werden wir dann endlich abgeholt.
Na ja, mit der Pünktlichkeit hapert es hier wohl etwas (wir sind verwöhnt). Dann fahren wir zur nächsten Campsite, wo zwei Amis zusteigen. Die sind noch nicht fertig, weil man denen 7 Uhr genannt hat. Hm, das scheint hier nicht so ganz zu funktionieren. An der nächsten Campsite wartet eine Gruppe von etwa 6 Personen – äh, wie sollen die alle hier reinpassen? – aber die haben eine andere Tour gebucht, wie unser Fahrer auf Nachfrage mitgeteilt bekommt. Also geht es endlich zur Rezeption, wo noch ein Pärchen aus Österreich dazusteigt.
Und dann geht es los in den eingezäunten Cheetah- Bereich. Hier werden gefundene oder auf Farmen gefangene Cheetahs wenn nötig aufgepäppelt, wieder an die Freiheit gewöhnt und wenn alles gut geht auch wieder in die Wildnis entlassen. Das funktioniert leider nicht bei allen Cheetahs - die dürfen/müssen dann für den Rest ihres Lebens hier bleiben.
Wir haben ja inzwischen einige Cheetah-Anlagen gesehen und hier haben die Tiere wirklich am meisten Platz und werden auch z.B. so gefüttert, dass sie das Futter nicht mit den Menschen in Verbindung bringen.
Wir erfahren einiges über Cheetahs im Allgemeinen und Besonderen, warum die Cheetahs – im Gegensatz zu den Leoparden – geschützt werden müssen und weshalb sie es in der Wildnis so schwer haben, zu überleben. Dabei kommen wir den drei Tieren hier im Bereich ganz ganz nahe.
Und auch hier ist auf der einen Seite eine gewisse Angst mit dabei – was ist, wenn da jetzt einer ins offene Auto springt – und auf der anderen Seite ist man so fasziniert von den Tieren, dass man sie am liebsten streicheln möchte – geht bei diesen Tieren natürlich nicht – aber man möchte sie noch näher sehen, ihnen noch näher sein. Also reckt man den Hals aus dem Auto heraus, streckt den Arm mit dem Fotoapparat noch ein Stück näher an das Tier heran und weiss eigentlich, dass man das nicht wirklich tun sollte. Aber alles geht gut.
Auch wenn die hier ganz relaxed daliegen, es sind halt doch Raubkatzen und nicht unsere Lolakatze 🙂 .
Nachdem wir die Tiere ausgiebig bewundert haben, fahren wir zu AfriCat und erfahren einiges über deren Arbeit, die einzelnen Tiere, die sie hier gefunden haben und deren Geschichte. 1993 wurde auf Okonjima die AfriCat –Stiftung gegründet, die sich den Schutz und Erhalt der afrikanischen Grosskatzen, insbesondere von Geparden und Leoparden, auf die Fahne geschrieben hat. Oft werden in Namibia wildernde Grosskatzen von Farmern in Käfigfallen gefangen und anschliessend erschossen. AfriCat bietet die Möglichkeit, die gefangenen Cheetahs abzugeben und abholen zu lassen, anstatt sie zu töten. Die Katzen werden dann auf Okonjima gefüttert, versorgt und medizinisch behandelt. Anschliessend werden die Tiere wenn möglich wieder ausgewildert.
Das ehemalige Farmgebäude ist schon seit Jahrzehnten im Besitz der Familie Hanssen, auch heute noch ist der Betrieb familiengeführt. In den 70er Jahren war Okonjima eine Rinderfarm und die Familie hatte – wie auch die angrenzenden Farmer – grosse Probleme mit wildernden Raubkatzen. Zunächst wurde auf dem üblichen Weg, also durch gezielte Jagd und durch Tierfallen versucht, die Viehverluste durch Raubkatzen zu minimieren – mit mässigem Erfolg. Die intensive Beschäftigung mit der Lebensweise der Tiere sowie das Interesse der Touristen an den faszinierenden Grosskatzen führten letztlich zu einem Umdenken und Okonjima entwickelte sich langsam von einer traditionellen landwirtschaftlichen Farm zu einem Naturschutzgebiet und beliebten touristischen Ziel.
Ganz wichtig ist aber die Präventionsarbeit und die Zusammenarbeit mit den Farmern, deren Tiere von den Wildtieren getötet werden. Man versucht sie mit ins Boot zu holen, so dass sie ein gewisses Verständnis für diese Tiere aufbringen und die Farmer lernen durch einfache Massnahmen die Verluste bei ihren Tieren zu reduzieren. Ob es was hilft, wird wohl erst in einigen Jahren zu sehen sein. Auf jeden Fall ist diese Arbeit wichtig und kann auch erste Erfolge vorzeigen. Leoparden werden hier nicht aufgenommen, weil sie „stark“ genug sind, dass sie sich selber in der Wildnis verteidigen können und – im Gegensatz zu den Cheetahs – selber überlebensfähig sind, so erzählt man hier.
Trotzdem gibt es hier einen Leoparden. Der hier lebende Leopard war ein Findelkind der Familie Hanssen, der irgendwann halt nicht mehr kuschelig und klein und süss war, sondern zu einem ausgewachsenen Leoparden wurde, mit dem die Hormone durchgegangen sind. Auswildern hat nicht funktioniert und so hat man ihn wieder in ein Gehege zurückgenommen. Und wir fahren jetzt zur Fütterung von diesem Leoparden. Das Gehege wird mit Fleischstücken präpariert und dann können die Touris in einem Unterstand zuschauen, wie der frisst. Und deshalb ein letztes Mal: Vegetarier bitte wegschauen.
Alles in allem war das eine wirklich tolle Tour mit vielen interessanten Informationen. Gekostet hat die 375 N$ pro Person oder so.
Zurück an der Rezeption erfahren wir eher durch Zufall, dass wir die Tour hier bezahlen sollen. (Simon meinte gestern, er käme dann nochmals irgendwann vorbei und dann könnten wir bei ihm bezahlen – hm). Bei der Gelegenheit haben wir dann auch erfahren, dass der Campground noch nicht abgebucht wurde – obwohl dies angeblich vier Wochen – da waren wir ja schon unterwegs – vor der Ankunft automatisch geschehen würde. Also das mit dem Informationsfluss und den Abstimmungen zwischen den einzelnen Stationen funktioniert wohl noch nicht so ganz hier. Das ist für uns das erste Mal hier in Namibia, dass Absprachen nicht so funktioniert haben. Eigentlich ja kein Problem, aber wir sind nun wirklich verwöhnt und haben gesehen, wie das auch funktionieren kann.
Wir werden an den Campground zurückgefahren, nutzen unsere Freiluftdusche mit Aussicht und machen uns erst einmal ein schönes Frühstück. Ob Simon nochmals vorbeikommt? Natürlich nicht - von dem haben wir nichts mehr gesehen und gehört. Naja.
Gegen 12 Uhr verlassen wir dann sehr traurig diesen schönen Campground.
Okonjima/Chilala Campsite: Ja, was soll ich sagen: ein Campground, den wir so schnell nicht vergessen werden. Traumhaft gelegen und es macht einfach Spass sich hier aufzuhalten. Nicht ganz günstig – 250 N$ die Nacht pro Person versteht sich (2016 noch mehr) , aber eben traumhaft schön. So schön, dass wir hier nächstes Jahr gleich 2 Nächte bleiben werden. Auf dem riesengrossen Gelände sind Wanderwege ausgeschildert und auch Mountainbiken ist möglich. Man kann auf jeden Fall an den AfriCat Touren mitmachen und teilweise – zumindest in der Nebensaison – auch an den anderen Touren, die an der Lodge angeboten werden. Auch das Zubuchen von Frühstück und Abendessen ist – zumindest laut Homepage – möglich. Ich würde mich nicht unbedingt auf die Aussagen von Simon – oder wer auch immer einen begrüsst – verlassen, sondern eher zum Besucherzentrum der Lodge – und nicht der AfriCat – gehen und mich dort für die Touren oder zum Essen anmelden. Wenn man bei der Ankunft nicht rechts zum Campground abbiegt, sondern geradeaus den Berg hinauf fährt, dann kommt man zu einer Art Besucherzentrum. Und dort kann man relativ problemlos alles buchen, zu was man Lust hat – so war unser Eindruck. Ich persönlich komme mit der Homepage nicht ganz klar und fand sie sehr unübersichtlich. Für dieses Jahr wollte ich im Vorfeld Infos zu den angebotenen Touren haben, habe aber entweder keine oder nur unzureichende Antworten bekommen. Eine Buchung sei nur vor Ort möglich, hiess es. Bei der Buchung für das nächste Jahr war ich wohl etwas hartnäckiger – oder man ist im Buchungscenter inzwischen etwas „professionaller“ geworden. Auf jeden Fall habe ich die Bestätigung für die Cheetah-Tracking Tour – da geht man dann in das 16ha grosse Schutzgebiet - bereits jetzt in Händen.
Wir haben etwa 3 Stunden Fahrstrecke vor uns – auf bestens geteerter „Autobahn“.
Der Verkehr wird merklich mehr (auch wenn das hier nicht so aussieht), die Überholmanöver immer riskanter – nein, nicht unsere – und wir sehen auch heute wieder jede Menge Radarkontrollen.
Erwischt 😈
Die Abzweigung nach Dusternbrook ist schnell gefunden, aber dann stehen wir vor dem abgesicherten Tor einer Hühnerfabrik. Hier sagt man dann einfach, dass man nach Dusternbrook möchte und man wird durchgelassen. Das steht so aber auch auf der Homepage. Die Strasse gefällt uns nach 2,5 Stunden Teer natürlich viel besser und wir geniessen die nächsten 20 Minuten.
Und dann sind wir da und werden sehr freundlich begrüsst.
Wir bekommen den Platz Nummer 1 im eingezäunten Bereich zugewiesen. Es gibt noch einen offenen Platz, den haben wir aber - leider - gar nicht angeschaut.
Anfangs hat mir der Platz so gar nicht gefallen, doch ich habe mich schnell mit ihm angefreundet – mit den riesen Bäumen, die hier stehen und Schatten spenden, das hat schon was. Und wenn man ganz genau hinschaut, sieht man auch, dass da am Baum jemand steht - ich - und wie gross die Bäume eigentlich sind 😛
Unsere Site hat viel Platz – im Gegensatz zu den anderen Plätzen – und wir machen uns breit.
Hansi macht Augenpflege, während ich zur Lodge gehe und ausnahmsweise mal unsere mails checke. Nicht dass sich der Flug geändert hat und wir bekommen nichts davon mit. 🤩
Normalerweise versuchen wir in den Ferien immer ganz ohne Internet auszukommen. Bei uns könnte die Welt untergehen, wir würden das wahrscheinlich gar nicht mitbekommen. Auch hier ist ganz klar, dass die Lodge und der Campingplatz schon bessere Zeiten gesehen haben und man sieht dies auch. Trotzdem hat es uns hier sehr gut gefallen.
Der Platz liegt an einem Flüsschen, der auch tatsächlich Wasser hat, und man kann hier nur spazierengehen, oder man wandert auf den ausgeschilderten Wanderwegen.
Schnell ist es dann wieder Zeit für einen Sundowner, unser letzter in Namibia in diesem Jahr – oh wird der uns fehlen. 😊 Währenddessen kümmert sich Hansi um den Grill – das letzte Mal BBQ – und das Lagerfeuer – wir haben noch vier Sack Holz übriggehabt, die müssen weg.
Wir sitzen heute sehr sehr lange am Lagerfeuer, obwohl es echt kalt ist und Hansi macht nochmals Sternenbilder.
Ja, und dann gehen wir ins Bett und kuscheln uns in unsere warmen Decken ein.
Aber ich habe einen ganz schlimmen Fehler für Namibia gemacht – ich habe den Müll liegenlassen. Nachts muss ich mal raus auf die Toilette und bekomme einen Riesenschreck – zwei Augen leuchten mich an: Uff, nichts wirklich schlimmes: nur ein Schakal, der sich über unseren Abfall hermacht. Ich mache den Sack also zu – zu mehr war ich mitten in der Nacht nicht fähig – und gehe wieder ins Bett. Das war der nächste Fehler, jetzt fängt das Geraschel erst richtig an. Ich sehe schon vor mir, wie ich morgen früh auf dem ganzen Platz unseren Müll zusammensuchen darf, war aber echt zu müde, nochmals raus zu gehen. Warum habe ich den Müll nicht weggestellt? Selber schuld.
Dusternbrook Campsite. Hier hat es mir erst auf den zweiten Blick gefallen. Der eingezäunte Platz liegt unter riesengrossen Bäumen, die Schatten spenden. Das hat schon was. Der Platz Nr. 1 ist eigentlich der grösste, der Platz Nr. 3 und/oder 4 hat einen Stromanschluss. Man kann in der Lodge Dinner und Frühstück zubuchen, es gibt Reitausflüge, Game Drives und auch ein Cheetah Feeding. Ein weiterere Vorteil ist halt echt, dass es nur 50 km bis nach Windhoek sind. Wir haben etwa 1Stunde bis nach Windhoek gebraucht. Die Farm liegt also optimal für den ersten oder den letzten Tag und hat bereits etwas Namibia Feeling.
Teil 4020. Aug. 2015
Tag 32, Samstag, 11.Juli 2015 - Rückflug
Ich wache auch heute wieder früh auf und es ist mal wieder a…kalt. Da muss ein Lagerfeuer her – wir haben es gestern nicht geschafft, alles Holz zu vernichten, es waren wohl doch fünf Sack Holz 😗 . Und wie sieht unser Müll aus? Uff, der Schakal war aber gesittet – der hat ja gar keinen Müll verteilt. Heute gibt es also Frühstück am Lagerfeuer – unser letztes Frühstück in Namibia.
Dann hilft aber nichts, wir müssen aufräumen. Inzwischen ist der „Gärtner“ mit seiner süssen kleinen Tochter aufgetaucht und er bekommt eigentlich alles mit, was wir nicht mehr brauchen und das ist eine Menge. Ein kleines Häufchen bleibt aber noch für „Elsa“ übrig, die ihren Camper ja im September übernehmen wird.
Um 12 Uhr kommen wir dann los.
Das letzte Mal Piste und das geniesst Hansi natürlich. Ein bisschen Sand, ein bisschen Wasser, alles nichts schlimmes, aber einfach nochmal schön.
Noch ein paar Paviane....
Und dann geht es 2spurig nach Windhoek hinein. Dass das hier eine Art Autobahn ist, juckt hier aber niemanden, auch nicht die Ziegen.
Wir tanken voll und dann fahren wir bei ASCO auf den Hof.
Wir räumen zuerst um – eigentlich müssten wir jetzt ja weniger Gewicht haben – aber warum wird das immer mehr? Der Manager kommt kurz vorbei, sieht unseren „Schaden“ und meint nur: „Da war wohl was im Weg – kann passieren!“. Ok, kann also nicht zu schlimm sein 😗
Wir geben den Camper zurück und weisen nochmals auf den Schaden sowie die blinkende Tankanzeige hin – da wird wohl Staub im Filter sein (nicht schlimm). Wir hatten die reduzierte Kaution gewählt und wir bezahlen für den Schaden – egal wie hoch die Rechnung letztendlich sein wird – lediglich den Kautionsbetrag: 1500 N$, etwa 100 Euro. Und obwohl ich ja für das Blockieren der Kaution schon einmal unterschrieben habe, wird vor meinen Augen dieser Beleg vernichtet und eine neue Kreditkartenbelastung vorgenommen. Wir waren mal wieder erstaunt, wie penibel genau man das hier in Namibia mit der Kreditkarte nimmt.
Das war´s. Wir warten noch auf eine weitere Gruppe und werden dann rechtzeitig zum Flughafen gefahren.
Und ich muss einmal mehr sagen, dass uns die professionelle Abwicklung bei ASCO von der Angebotserstellung bis zur Rückgabe des Campers sehr gut gefallen hat. Wir waren superzufrieden mit ASCO selber, aber auch mit dem Camper. Und auch mit dem Umgang der Kreditkartendaten gibt es nichts zu bemängeln, wir hatten nie wirklich die Befürchtung, dass da jetzt noch eine Nachbelastung kommen würde. Das hätte einfach nicht zum Verhalten im Büro gepasst.
Der Check-In bei Air Namibia lief sehr sehr schleppend, die waren nur zu zweit oder zu dritt und das hat ewig gedauert. Doch dann waren wir dran: Eine Tasche hatte leider etwas mehr wie 24kg – uff! Also schnell eine Jacke rausgenommen, um den Bauch gebunden und dann hat es hat gepasst – 23,8 kg sind in Ordnung. Das Handgepäck hat hier niemand gewogen – zum Glück! Wir hätten sonst doppelt binden müssen. Der Security Check war einfach nur ein Witz und dann heisst es wieder warten. Pünktlich um 20:35 Uhr starten wir, so dass wie genauso pünktlich in Frankfurt landen. Und dann heisst es auf den ICE nach Stuttgart zu warten – der hat – an einem Sonntag! – 20 Minuten Verspätung. Willkommen im Land der Unpünktlichkeit.
Teil 4120. Aug. 2015
So, 32 Tage Urlaub in Namibia sind hier nun zu Ende.
Ich danke allen Mitfahrern fürs Dabeisein, fürs Danke-Drücken und für die lieben und netten Kommentare. Ich hoffe, dass ich dem ein oder anderen „Ersttäter“ die Angst und Bedenken vor „so einem Land“ nehmen konnte und ich hoffe, dass der ein oder andere Hinweis weiterhilft, wo wir uns doof angestellt haben.
Das Fazit habe ich ja bereits an den Anfang gestellt und die einzelnen Unterkünfte immer im Bericht bewertet (ganz subjektiv).
Aber was mir wirklich wichtig ist: Wie ihr im Fazit lesen konntet, hatten wir am Anfang wirklich sehr viele "Sorgen“, Bedenken, Fragen und viele Dinge waren – zumindest für uns – doch sehr unsicher und unklar. Aber – das habt ihr sicher auch dem Bericht entnehmen können – das ist alles total unbegründet. Wir haben diesen Urlaub wirklich in vollen Zügen genossen und haben uns kein einziges Mal richtig Sorgen machen müssen. Namibia ist wirklich ein ganz tolles Reiseland, das eine vielfältige Landschaft bietet. Wir sind tollen Menschen begegnet und haben dann doch noch sehr viele Tiere sehen dürfen. Don´t worry - Be happy eben 😎
Und wir wurden auch gefragt, mit welcher Kamera wir unterwegs waren. Ähm, das waren drei 😗
Als "immer dabei-Kamera" für die Schnappschüsse während der Fahrt war die Lumix TZ31 unser treuer Begleiter. Sie ist schnell, einfach zu bedienen und hat einen 20fach optischen Zoom. Für die Sternenbilder und für schlechte Lichtverhältnisse war die Canon G16 immer erste Wahl. Und für alles andere war die Nikon D7100 mit dem Nikkor 70-200 1:2,8 G (Tieraufnahmen) und dem Tamron 16-300 3,5-6,3 (fast immer drauf) Objektiv zuständig.
Und was soll ich sagen? Wir kommen nächstes Jahr wieder – dann geht unsere Reise von Windhoek über den Brandberg und Sesfontein hoch zu den Epupa Falls und dann am Kuene entlang mit einem Zwischenstopp im Ongula Traditional Homestead kurz in den Etosha. In Okonkjima werden wir zwei Nächte bleiben und das „richtige“ Cheetah-Tracking mitmachen und dann geht es zurück nach Windhoek. So ist der Plan.
Eigentlich wollte ich noch auf den Camper etwas genauer eingehen, doch dafür hätten wir mehr detaillierte Bilder machen müssen. Haben wir aber nicht.