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Reisebericht · namibia-forum.ch

Unsere erste Reise durch Namibia

von zeitungsleser · 23 Teile

Teil 116. Juli 2015

Tag 1:

Wir landen kurz nach 6 Uhr in Windhuk, steigen aus dem Flugzeug aus. Ich schaue in den noch dunklen Himmel und habe das Gefühl, den Mond mit der Hand vom Himmelszelt pflücken zu können, so nah wirkt er. Das habe ich noch nie gesehen. Gerade mal 30 sec in Namibia und schon so beeindruckt. Das geht gut los.
Die Passkontrolle verläuft zügig und reibungslos, wir holen unser Gepäck. Auch das geht schnell und wir begeben und zur Gepäckkontrolle und schieben unsere Koffer durch die Röntgenanlage. Klar, kann ja sein, dass wir auf dem ca. 20 m langen Weg Sprengstoff, Drogen, Nashörner oder andere verbotene Substanzen oder geschützte Tiere nach Namibia einschmuggeln wollen. Wir kommen zwar gerade aus dem Flugzeug und in Frankfurt/M. wurden wir gefilzt, aber sicher ist sicher. Wer kann schon wissen …
Nach dem Passieren der Sicherheitsschleuse betrete ich den Raum, in dem Angehörige und Freunde bereits sehnsüchtig auf ihre Lieben warten.
Ich komme rein und ein Wahnsinnsempfang erwartet mich. Ca. 50 Hereros in ihrer Festtracht jubeln mir zu singen her(er)o(t)ische Lieder und ich bin schwer beeindruckt. Das hat sich der Reiseveranstalter also richtig was kosten lassen. Wäre doch nicht nötig gewesen … denke ich mir so, bis ich bemerke, dass der Jubel nicht mir sondern Big MAMMMMMMA (mit mindestens 6xm) gilt, die uns bereits in Frankfurt ob ihrer körperlichen Fülle einerseits und ihrer prächtigen grünfarbenen Tracht und ihrer Kopfbedeckung, die uns an eine spanische Torerofrau andererseits erinnert hat, aufgefallen war und die auf Platz 11 C der lebendige Beweis dafür ist, dass auch Fluege.de-Maskottchen Rainer „Calli“ Calmund Economy-Class reisen könnte, denn der Sitz ist breit genug.


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Big Mammmmmma war im Auftrag der Hereros gerade in Deutschland, um der deutschen Regierung die Formulierung (und damit verbundenen Millionenzahlungen) „Völkermord an der Hereros und Namas vor ca. 100 Jahren“ abzuringen. Ich kommentiere es hier an dieser Stelle nicht.
Im Paradegleichschritt (!) marschiert das ca.50köpfige Hereroempfangskommando aus der Flughafenempfangshalle. Ich bin erneut schwer beeindruckt … und das nach gerade mal 20 min Namibia!


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Unsere Fahrt zum Hotel teilen wir im Taxi mit einem Deutschstämmigen, der in Windhuk wohnt und der uns erste Infos zum Land gab. Im Hotel angekommen, freuen wir uns auf unser Bett, werden aber enttäuscht, denn dies dürfen wir frühestens 11 Uhr beziehen, denn die anderen noch schlafenden Gäste wollen partout nicht ihr Bett mit uns teilen – freche Brut!
Wir streben (trotz Sonntag!) also dem nahen Supermarkt zu und machen uns einen ersten Eindruck vom namibianischen Angebot.
Schwer beeindruckt bin ich von der Schönheit der namibianischen Frauen. Richtig hübsche Dinger … stolz … und besonders beeindrucken mich ihre Frisuren.
Gegen 11 Uhr streben wir dem Guesthouse zu und sind froh, eine Stunde ruhen zu können.
Der Nachmittag verläuft unspektakulär und zeitig versinken wir iu unseren Betten.

Die kleine Gabi (52) ist traurig, dass sie, obwohl bereits ca. 12 h in Afrika, noch immer keinen Löwen gesehen hat …

Teil 216. Juli 2015

Tag 2

Frisch und froh gelaunt beginnt unser Tag. Der Kaffee ist durchschnittlich, das Frühstück ebenfalls. Ist uns aber wurscht, denn heute beginnt tatsächlich unser Namibia-Urlaub. In den vergangenen Jahren haben wir nicht wenige südostasiatische Länder bereist, dieses Jahr war Tapeten- bzw. Kontinentwechsel angesagt und die Wahl fiel auf Namibia. 100 Jahre nach dem offiziellen Ende der deutschen Kolonialherrschaft war es höchste Zeit, im Südwesten Afrikas mal nach dem Rechten zu sehen. In khakifarbenen Hosen und mit entsprechender Kopfbedeckung machten wir uns also auf die Reise ...
Unsere Einweisungstante ist pünktlich und wir sitzen beisammen und lauschen der Informationsflut. Unserem Reiseorganisationsonkel (BEREISE NAMIBIA) werde ich eine sehr kritische Mail schreiben, denn eine 20-Tage-Reise in 20-min-Eilzugtempo auf englisch durchzusprechen, wenn man noch nie in einem fremden Land war, das geht gar nicht! Man behält nichts und hat ohnehin keine Vorstellung, wenn man noch nie vor Ort war. Besser wäre es, man bekäme Infos für die nächsten 3-5 Tage und würde Ähnliches dann nach 3-5 Tagen am nächsten Ort für die kommenden Tage durchgehen. Schließlich würde das auch der Arbeitsmarktsituation vor Ort gut tun, denn an Arbeitskräften mangelt es weiß Gott nicht hier.
Wir starten gegen 14 Uhr, nachdem wir unser Auto bei HERTZ (empfehlenswert, alles zügig und reibungslos) abgeholt und im Supermarkt noch paar Besorgungen (Wasser, Rotwein, Bier … also quasi nur das Notwendigste!) gekauft hatten.

Unsere erste Station hieß FARM HEIMAT. Auf dem Weg von Windhuk dorthin hätte ich beinahe Pumpas Brüder („König der Löwen“) überfahren.
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Zum Glück ist mein Sohn inzwischen fast 25 und es hätte ihn im Fall der Fälle nicht so ganz schlimm getroffen.
Zugegebenermaßen klang FARM HEIMAT im Vorfeld für mich reichlich albern. Vor Ort jedoch erklärt mir Farmer Rainer, wie es zu dem Namen kam. Plötzlich finde ich es gar nicht mehr albern und Rainers Art und Erzählweise ist einfach nur beeindruckend. Ein Multitalent! Er hat nicht nur Kennung vom Landwirtschaftlichen, er hat auch Ahnung von Politik, von namibianischer Geschichte, vom Alltag in Deutschland, ist ein absolutes Techniktalent UND … er erklärt uns den südlichen Sternhimmel in einer Art, wie es wohl kein Anderer hätte tun können. Erstmals in unserem Leben sehen wir neben vielen anderen Sternbildern das legendäre „Kreuz des Südens“ und innerlich summe ich die zweite Strophe von Hans Albers` „La Paloma“.
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5300 ha (!) bewirtschaften sie und ich denke mir, dass sie 1945 in der sowjetischen Besatzungszone im Rahmen der Bodenreform damit 53x (!) enteignet worden wären, denn alle, die mehr als 100 ha besaßen, mussten dies damals den Russen abgeben. Und so richtig kann ich mir heute immer noch nicht vorstellen,wie groß das tatsächlich ist.
Er verfügt über einen 144 km langen Zaun um seine Farm. Ich weiß, dass die Mauer um Westberlin seinerzeit 161 km lang war – booooaaah … denke ich mir.
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Auch seine Frau Marianne und Tochter Mareike sind außerordentlich liebenswerte und kluge Menschen. Es macht Spaß, sich mit ihnen zu unterhalten, wir wären gern länger als einen Tag geblieben und ärgern uns etwas, dass wir erst am frühen Abend gekommen sind. Aber unsere Autoanmietungszeit war 12 Uhr tatsächlich die mit Abstand günstigste (für Neulinge: eine halbe Stunde früher oder später anmieten kann extreme! Preisunterschiede bedeuten).
Bei Familie Seifart haben wir übrigens zum Diner unser erstes Zebrasteak gegessen. Exotisch und gut!
Aber die kleine Gabi (52) hat immer noch keinen Löwen in Afrika gesehen … noch nicht mal am südlichen Sternenhimmel

Teil 316. Juli 2015

Tag 3

Zeitig brechen wir auf, denn einige km Fahrstrecke liegen vor uns. Vorher will ich jedoch noch das Seifartsche Familienmuseum sehen, was mir Rainer gern zeigt. In einem Nebengebäude, von Rainer nur „altes Haus“ genannt, fangen meine Augen an zu leuchten. Hier schlägt jedes Trödlerherz höher, an vielen Stücken kann ich mich gar nicht satt sehen. Beeindruckend bspw. das Foto von Rainer in Uniform. Er leistete seinen Wehrdienst in den 1970ern für Südafrika (Namibia war damals noch nicht unabhängig).
Auf geht’s und auf uns wartet die Station ANIB LODGE und unsere 1. Safari (ja, für Touristen eben … wissen wir doch selbst!).
Das Fahren auf namibianischen Straßen macht Spaß, schnell gewöhnen wir uns auf der linken Fahrspur daran, allein unterwegs zu sein und staunen über den starken Verkehr, wenn uns innerhalb von 5 km 2 Autos entgegen kommen …
Kurz nach Mittag treffen wir in der Lodge ein. An einem außerordentlich schönen Termitenhügel halten wir an und machen Fotos (Gabi hat dabei die Idee, später unseren Freunden zu sagen, dass ich kacken war und solch einen großen Haufen gemacht hätte).


Wir in Afrika – und mit unserem Konterfei geschmückte Termitenhügel müssen die Beweise für unsere reisefaule Verwandtschaft sein, dass wir tatsächlich hier waren.
Der Swimmingpool der Lodge weist gerade mal 15° (!) auf. Wir beschließen daraufhin, ihn zu boykottieren. Schließlich steht Afrika nicht für Kälte … da hätten wir ja gleich nach Grönland fahren können.
Am späten Nachmittag brechen wir zu unserem ersten „Sundown“ auf.
Stolze 390 N$ (namibische Dollar) = ca. 30 € kostet der Spaß. Nicht gerade ALDI-Preise, aber was solls? Umsonst ist der Tod und selbst der kostet das Leben …
Wir werden nicht enttäuscht, sehen Springböcke (die liegen auch bei Lidl und ALDI in der Tiefkühltruhe, springen dort aber leider höchstens noch in den Einkaufswagen), Oryx (wie schreibt man diese Viecher eigentlich?), Strauße, Erdmännchen (können leider nicht reden wie bei Ice-Age, dafür insgesamt authentischer!) und Giraffen. Letztere in einer Herde von 8 Tieren und es gelingt uns tatsächlich, bis auf ca. 10 m an die possierlichen Tierchen ranzukommen, ehe diese grob gepunkteten Viehcher dann feige und charakterlos in der namibianischen Steppe verschwinden. Dennoch: Für paar Fotos hat gereicht und die Daheimgebliebenen sollen ruhig mal neidisch werden …

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Der rote Wüstensand fasziniert uns. Um welchen einzustecken, fehlt mir gerade das passende Behältnis, aber das hole ich nach! So etwas Ungewöhnliches haben wir bislang noch nicht gesehen. An der Ostsee sieht er einfach nur schön gelb aus.
Den Sonnenuntergang erleben wir auf einem Hügel bei trockenem südafrikanischem Rotwein, Gin-Tonic, namibianischem Lagerbier, Chips, Biltong (getrocknetes Fleisch – für die mitlesenden Unwissenden) und Gesprächen mit Österreichern, Schweizern, Südafrikanern, Franzosen, Bayern und natürlich Einheimischen, die alles gut vorbereiten und sehr aufmerksam sind.
Bei einem Safari-Preis von 390 N$ schlagen wir natürlich bei den Getränken ordentlich zu (schließlich müssen wir das Geld ja zumindest ansatzweise wieder rein kriegen) und leicht betütert sinken wir später in unser Bett, nachdem wir an der Hotelbar noch das Schneckentempo von WLAN getestet haben, um den Angehörigen kurze Grüße von der Südhalbkugel zu senden.
In der Nacht meldet sich unser Wasserhaushalt, denn das doch relativ salzige Biltong zieht doch ganz schön Wasser, sodass der Körper nachlegen muss.
Und die kleine Gabi (52) hat immer noch keinen Löwen gesehen …

Teil 416. Juli 2015

Tag 4

Kurz nach dem Frühstück machen wir eine Miniexpedition zu Fuß in die Ausläufer der Kalahari, wollen noch einen von unserer Unterkunft sichtbaren besonders hohen Termitenhügel (mind. 2,20 m) fotografieren und erschrecken uns vor einem Schwarm Vögel, der sich ob unserer Störung bedroht fühlt und auffliegt.
Ca. 4 h Fahrt stehen heute vor uns, LITTLE SOSSUS LODGE heißt unser nächstes Ziel und die Fahrt gestaltet sich bis auf die Durchquerung des Gebirgszuges und das Passieren des Tsaris-Passes (von dort aus eine herrliche Aussicht ins Tal!) eher eintönig, sodass auch mal Gabi fahren darf. Sie kriegt 5 min, muss danach wieder auf der linken Seite Platz nehmen. Frauen gehören eben nicht ans Lenkrad!
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(AUAAA!!!)

Kurzer Tankstopp, kurzer Schwenk in den Supermarkt, dann geht’s weiter.
Gegen 14 Uhr kommen wir in der o.g. Lodge an und beziehen unser Quartier für 2 Nächte. Grobe Feldsteine wurden hier zusammengebaut, sowohl Schlafraum als auch Bad sind außerordentlich großzügig angelegt.


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Wir fühlen uns wohl, das Auto direkt nebem unserem Häuschen. Äußerlich sehen die Häuser aus wie die ehemaligen Wohnhäuser der Farmmitarbeiter.
15:30 Uhr startet unsere Jeep-Tour „Such die Tiere!“ Angekündigt werden uns die üblichen Verdächtigen und der Fahrer gibt sich Mühe, möglichst viele zu finden. Erstmals sehen wir Zebras, diesmal jedoch nicht auf dem Teller sondern noch im unverarbeiteten Zustand in der Wildnis grasen. Auch hier können wir uns zwei ausgewachsenen Giraffen bis auf ca. 8m nähern, schöne Motive warens und Gnus sehen ja wirklich richtig toll aus.


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In Dokumentationen über die Wildnis Afrikas nehmen sie ja eher die undankbare Rolle des Löwensnacks ein.
Dann gibt’s draußen noch ein wenig Romantik mit Sonnenuntergang und solchem Frauenkram. Mir sind Biltong und südafrikanischer Rotwein wichtiger … Im Gespräch mit unserem Fahrer (43, 2 Töchter) erfahren wir, dass er noch 35 (!) Geschwister bzw. Halbgeschwister väterlicherseits hat. Da kann sich Dieter Bohlen mit seinen 6 Nachkömmlingen mal ne Scheibe abschneiden. Und ich frage mich, warum Namibia gerade mal 1,9 Mio Einwohner hat, wenn es hier solche Männer gibt.
Es ist verdammt inzwischen kalt geworden (knapp über 0° C) und bereits 19 Uhr ists stockdunkel wie im Bärenarsch. Wir ziehen uns um, verbringen noch bisschen Zeit an der Lodge-Bar und beobachten die Einheimischen beim Arbeiten.
In Anbetracht des frühen Aufstehens am kommenden Tag (Sossusvleis rote Dünen stehen auf unserem Plan) geht’s nicht so spät in die Falle. Wir schlafen tief und fest.
Und die kleine Gabi (52) ist immer noch traurig … noch nicht mal LöwenZAHN haben wir bisher gesehen.

Teil 517. Juli 2015

Tag 5

An dieser Stelle vielleicht mal die Anmerkung, dass wir einen Toyota RAV4 angemietet haben. Lieber wäre uns zwar der VW Touareg gewesen, aber der war grad nicht vorrätig. Wir reisen zu zweit, haben genügend Platz und fühlen uns ganz gut in ihm aufgehoben.
5:30 Uhr klingelt der Wecker, wir wollen unser Lunchpaket 6 Uhr abholen und sofort aufbrechen. Die Frontscheibe unseres Autos weist Frost auf, die Scheibenwischer haben ganz schön zu tun. Draußen sind mittlerweile 2°C, so unsere Anzeige im Autoinneren.
Auf der Schotterpiste fahren wir in Richtung Westen unserem Ziel entgegen. Der Weg ist extrem staubig und hier in Namibia stellt sich die Frage des Sicherheitsabstandes offenbar nicht. Um nach vorn etwas zu sehen, muss man eh warten, bis die Staubwolke verflogen ist, das sind dann schon mal in aller Ruhe mehr als 100 m. Es macht mir riesigen Spaß, als erster im Auto unterwegs zu sein und die nachfolgenden so richtig einzudrecken … der Urlaub hat also noch andere schöne Nebenerlebnisse, die ich wohl zuletzt als Kind ausgelebt habe. Namibias Straßen sind toll!

Kurz nach 7 Uhr erreichen wir unser Ziel und passieren den Eingang. Noch ahnen wir nicht, dass wir auf der Rückreise hier beim Rausfahren abkassiert werden. Ist jedoch mit 2x80 N$ zzgl. 10 N$ fürs Auto mit insgesamt 170 N$ noch akzeptabel.
Ca. 60 km (?) fahren wir bis Düne 45, dort stoppen wir und stehen staunend vor dem in der Morgensonne rot leuchtenden Sand. Es sind angenehme 8°C, erträgliche Temperaturen, um den Aufstieg zu wagen. Wir reihen uns in die Schar der Aufstiegswilligen, die morgens deutlich höher ist als über den Tag. Diese Art von Massentourismus mag ich ganz und gar nicht, aber aus organisatorischen Gründen steigen wir tapfer mit nach oben. Unsere Schuhe sinken schnell in den Sand ein, es läuft sich fast wie an der Ostsee, allerdings geht’s hier ständig nach oben, währenddessen es an der See eben immer am Meer lang geht.
Ach ja … das Meer. In Kürze steuern wir Swakopmund an, beide freuen wir uns wie kleine Kinder darauf.
Jetzt jedoch werden die Zähne zusammen gebissen und wir steigen nach oben. Ich setze mir immer kleine Ziele, zähle meine Schritte, immer bis 50, ehe ich wieder von vorn beginne. Der Aufstieg ist schaffbar, ich sehe keinen umkehren. Interessant nebenbei, dass man kaum schwitzt. Liegt wohl an der außerordentlich geringen Luftfeuchtigkeit.
Auf dem Kamm (sagt man das bei einer Düne eigentlich auch?) machen wir die obligatorischen Fotos in allen möglichen Posen und überlegen, wie kleine Kinder den steilen Berg hinunterzurennen bzw. hinunterzukugeln. Letztlich entscheiden wir uns für das langweiligere Absteigen und fotografieren uns unten in verschiedenen Posen, immer darauf bedacht, die Düne noch höher und steiler erscheinen zu lassen, um mehr Anerkennung von den Reisefaulen zu kriegen.


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Wir trinken eine Flasche Wasser leer und fahren weiter in Richtung DEAD VLEI. Unser Kartenmaterial, das wir vom Veranstalter bekommen haben, ist erbärmlich. Bis jetzt siehts nicht nach einer Weiterempfehlung für ihn aus.
Wir kommen an und sind etwas irritiert, denn dort sitzen lediglich vier Eingeborene und scheinen sich zu langweilen. Erinnern mich in ihrer Arbeitsmotivation irgendwie an DDR-Verkäuferinnen bzw. -Kellner. Weder findet man ein Hinweiszeichen, dass man mit dem Jeep weiterfahren kann, noch werden uns die Tickets durch die Eingeborenen angeboten. Da wir aber blickige Menschen sind, durchschauen wir sie und lösen mutig 2 Tickets, um sie aus ihrer Lethargie zu lösen.
Eins kostet 110 N$ und mit 300 N$ und der Bitte um 2 Tickets scheinen die beiden Chefverkäufer (der andere scheint als Traktorist dort tätig zu sein, dem vierten konnte keine Aufgabe zugeordnet werden, Typ Touristenbeobachter) hoffnungslos überfordert. Es dauert sage und schreibe 6:30 min (kein Scheiß!), ehe beide beratschlagt haben, wieviel dem biestigen Käufer, der das Geld noch nicht mal passend hat, herausgegeben werden soll. Sie einigen sich tatsächlich auf 80 N$. Aber damit nicht genug. Nun wird noch auf beiden Karten das heutige Datum handschriftlich eingetragen. Auch das dauert seine Zeit … Eine in der Nähe stehende Frau bemerkt: „Wir haben die Uhr, die Afrikaner die Zeit erfunden.“ Ganz Unrecht hat sie nicht.
Kurz darauf starten wir mit 7 anderen Touristen im Jeep. Am Ziel angekommen, stapfen wir durch weitere rote, braune und gelbbraune Dünen und fragen uns, warum wir dies eigentlich tun? Sieht ja schließlich eine wie die andere aus. Und auf allen läuft es sich gleich.
Plötzlich sehen wir die Antwort: Vor uns liegt majestätisch einerseits und gespenstisch unwirklich andererseits der ausgetrocknete See mit seinen vielen abgestorbenen Bäumen im Inneren. Von oben sieht er aus wie eine Eislaufbahn.
Wir laufen hinunter und machen Fotos ohne Ende.


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Beide sind wir der Meinung, dass die Einheimischen hier ruhig noch paar ausgebleichte Rinderschädel mit Hörnern dazupacken könnten. Das würde das Ganze quasi abrunden und touristenfreundlicher machen. Sozusagen Klein Texas bzw. Klein Arizona im Süden Afrikas. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Wir beschließen, unsere Tour nach gefühlten 300 Fotos zu beenden.
Bei der Fahrt im Toyota zum Ausgang erblicken wir wieder Tiere, stellen aber bereits jetzt fest, dass wir diese schon längst nicht mehr so euphorisch wie an den ersten drei Tagen wahrnehmen. Sollte sich etwa bereits jetzt schon sowas wie Alltäglichkeit eingeschlichen haben? Wir hoffens mal nicht!
Am Ausgang zahlen wir brav unseren Obulus, tanken voll (Benzin kostet hier umgerechnet ca. 84 Cent pro Liter) und kaufen im Shop Corned Beef, gekochten Mais in der Dose (igittigitt!) und Weißbrot, denn wir wollen partout nicht einsehen, hier für das Diner 350 N$ p.P. zu zahlen.
In der Lodge angekommen, stellen wir fest, dass es gerade mal 14 Uhr ist und wir beschließen, ein Nickerchen (Schreibweise beachten, ehe es Beschwerden und Entrüstungen hagelt!) zu machen. Ein wenig zwickts doch hier und da und da ist man für etwas körperliche Ruhe dankbar und empfänglich.
Wir verzehren unser mitgebrachtes Essen und sind mit dem Tag ganz zufrieden.
Abends sitzen wir kurz im Foyer, leider der einzige Ort, an dem man ins www kann.
Und leider hat die kleine Gabi (52) immer noch keinen Löwen gesehen. Noch nicht mal LÖWENBRÄU.

Teil 617. Juli 2015

Tag 6

Manches, was man hier erlebt, lässt sich unmöglich Tagen zuordnen, deshalb mal hier was vielleicht nicht so Anheimelndes, für Erstreisende aber wohl nicht unwichtig:
Die ganz individuelle Nasensteinproduktion hat in Namibia Hochkonjunktur. Offenbar liegts an der extrem trockenen Luft. Salzhaltige Nasenspülungen sind also keine sinnfreie Investition, wenn man hierher reisen möchte.

Unser Tag beginnt früh. Ohne dass wir uns den Wecker gestellt haben, wachen wir gegen 6:30 Uhr auf und sind blitzmunter. Das Frühstück ist gut, selten habe ich solch gut gemachtes Rührei gegessen. Mag banal klingen, ist aber so! Auch der angerührte Quark sagt uns beiden sehr zu, wirklich aromatisch mit vielen frischen Früchten und richtig gut! Was uns hier jedoch außerordentlich missfällt, sind die vielen Spatzen, die hier ein- und ausfliegen und direkt (!) auf dem Frühstücksbüffet landen und sich dort aus dem Müsliglas bedienen und alles vollscheißen. Auch auf unserem Tisch landen sie noch während wir essen, kacken die weiße Decke voll und verabschieden sich mit lautem Gepiepse. Die beiden diensthabenden Kellner unterhalten sich draußen über den Eiweißverlust der namibianischen Vögel im Rückenflug oder sonstwas. Trotz meiner Bitte, das Essbare abzudecken, machen sie das, was Afrikaner am besten können: Lächeln und mir ihre schönen weißen Zähne zeigen. Okay, bald ists geschafft, dann gehört das Frühstück der Vergangenheit an.
Auto ist gepackt, Kreditkarte begleicht die wenigen Getränke und ab geht’s … Heute geht’s nur paar km in Richtung Norden nach SOLITAIRE GUESTFARM, quasi Zwischenstation, ehe wir nach Swakopmund aufbrechen. Unterwegs sehen wir am Straßenrand die außerordentlich ungewöhnlichen Nester der Webervögel, die ihren Eingang unten haben und die wirklich toll und sehr dekorativ aussehen.

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Gabi sucht diese Dinger schon seit wir sie bei Rainer in der FARM HEIMAT erstmals gesehen haben. Die Nestbauer sind wahre Meister, man kriegt die (verlassenen) Nester nicht so einfach vom Baum ab. Ich will helfen, hebe einen abgebrochenen Ast auf und will eins abschlagen. Plötzlich passierts: Ich steche mir eine der ca. 5 cm langen Dornen des Baumes (eignen sich hervorragend als Zahnstocher) ins rechte Auge. Ich schreie auf und spüre, wie das Blut läuft. Zum Glück traf mich der Dorn einen halben cm oberhalb des Auges im Lid. Dieses ist ca. 5 mm aufgerissen und man könnte meinen, es sei ein Schmiss aus Studententagen. Ists aber nicht!

Unternehmen Vogelnestklau wird abgebrochen, wir geben uns der namibianischen Natur geschlagen (eigentlich sah es ja auch potthässlich aus und sowas braucht ja auch kein Mensch trösten wir uns) und fahren weiter.
Kurze Zeit später taucht unser Tagesziel auf. Wir wollen einen kleinen Abstecher in den Ort machen, man empfahl uns, unbedingt die Bäckerei an der Tankstelle aufzusuchen, die sei für ihren Apfelkuchen weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannt. Lohnt sich tatsächlich, schmeckt saugut! Der Bäcker, ein Schotte, verstarb im Januar 2014 und wurde ca. 10 m vor seiner Bäckerei auf dem Platz vor der dortigen Lodge beerdigt. Man schien ihn sehr zu lieben …
Wir lassen volltanken, bewundern die dort aufgestellten Oldtimerwracks, die abends dort mit Standlicht (!) parken und fahren in unsere Unterkunft.


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Dort empfangen uns zunächst 4 zottlige, übergewichtige Dorfköter, an denen die chinesische Fleischindustrie definitiv Interesse bekunden würde. Die Dame am Empfang ähnelt besagter Big Mammmmmma von Tag 1, hier nur hellhäutig.
Unser Zimmer ist sehr geräumig, wirkt sehr ansprechend im Stile der Kolonialzeit (naja … bisschen Fantasie muss man schon mitbringen).
Wir verleben einen ruhigen Nachmittag, Gabi ist zum Fotoshooting auf dem Gelände unterwegs, ich habe Matratzenhorchdienst.
Das abendliche Büffet ist toll. Wir essen Kudu (die Viecher mit den großen gebogenen Hörnern), verschiedene leckere Salate und zum Dessert Milktart – ein göttliches Zeug! Und die kleine weibliche Bedienung (19) ist ähnlich wie das Milktart … und flink und hübsch und lustig und aufmerksam und rundum gelungen. Hat mich zu ihrem 20. Geburtstag im September eingeladen ... schade, dass ich arbeiten muss.
Wir beschließen, bald schlafen zu gehen und wollen die Gardinen im Bungalow offen lassen … vielleicht hat ja ein Löwe mit der kleinen Gabi (52) Erbarmen und lässt sich von ihr beobachten.

Teil 718. Juli 2015

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Tag 7

Der Reiseberichterstatter war heute faul und hat Urlaub gemacht.


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Teil 819. Juli 2015

Tag 7

Vor uns liegen heute knapp 300 km Fahrstrecke bis nach SWAKOPMUND, aber ich freue mich darauf. Auto fahren gehört immer schon zu meinen Lieblingsbeschäftigungen und auch unsere USA-Reise vor 7 Jahren (Südwest-Tour) bestand größtenteils aus Autofahren.
Wir verabschieden uns von unseren Gastgebern und geben Gas.
Die Fahrt verläuft weitestgehend unspektakulär, allerdings denke ich gerade daran, dass der aktuelle deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt (der wird sich wundern, beim Ego-Googeln seinen Namen hier im Namibia-Forum zu finden!) wahrscheinlich schon längst auf derartige Routen eine Vergnügungssteuer erhoben hätte, denn die Berg-und-Tal-Schotterpisten erinnern an Rummel-Achterbahnen und wir haben tierischen Spaß, wenn es an der höchsten Stelle im Bauch kribbelt und man das Gefühl hat abzuheben. Oft wissen wir gar nicht, wie es hinterm Hügel weitergeht, aber da wir ja die Dreckwolke der entgegenkommenden Fahrzeuge schon kilometerweit im Voraus erkennen, ist das Risiko kalkulierbar.
Nach ca. 30 km sehen wir zwei Strauße mitten auf der Schotterpisten-Fahrbahn. Sofort habe ich die Idee, meiner gleichnamigen Kollegin via Whats-App Bilder zu schicken mit der Frage, welche Tiere ich wohl gerade jage. Doch dazu brauche ich Beweisfotos. Ich pirsche mich also mit dem Auto an die beiden heran (ha ha … ranpirschen mit dem Auto!) … jetzt ist Teamwork angesagt: Ich fahre, Gabi muss mindestens einen der beiden „abschießen“, sonst weiß meine Kollegin gar nicht, was ich damit meine. Letztlich gelingen Gabi und auch mir paar verwendbare Schüsse. Wir überlassen die beiden wieder ihrer Tagesbeschäftigung und fahren weiter.

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Wenige km später erspähen wir links in Fahrtrichtung eine fünfköpfige Zebrafamilie, die relativ nahe steht und somit gut zu fotografieren ist. Weit in der Ferne können wir in der Steppenlandschaft immer wieder verschiedene Herden ausmachen und via Fernglas gut erkennen.


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Plötzlich kriege ich Durst. Richtigen Durst. Und hier sind 0,8 Promille erlaubt. Ich bitte Gabi, mir eine Dose TAFEL LAGER zu öffnen, was ihr gelingt und mich fast sitt macht. Für Unwissende: „sitt“ ist ein Kunstwort aus einem Ideenwettbewerb Mitte der 1990er Jahre, es ist die Ergänzung zu „satt“ und bedeutet „nicht mehr durstig“ (Schließlich sollen die hier Mitlesenden ja auch gebildet werden und diesem Auftrag komme ich gern nach). Nach einer zweiten Dose (souverän von Gabi mit dem Daumen der linken Hand geöffnet) verspüre ich keinen Durst mehr und Gabi hat ihre Mitfahrberechtigung für die Namibia-Reise unter Beweis gestellt.
Vor uns liegen noch immer zwei Pässe und das Kuiseb mit seinen schroffen, zerklüfteten Felsformationen.
Im Vorfeld unserer Reise las Gabi „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ (von Henno Martin, gibt’s bei ebay oder anderswo für ca. 6 € gebraucht).
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Den Spuren der beiden Protagonisten wollte sie nun auf ihrer Reise einige km folgen. In den Bergen jedoch verlief sich die Spur, da bspw. die Ausschilderungen zu Martinshöhle oder Karpfenkliff leider nicht auffindbar waren.

Zugegebenermaßen erweist sich ein nicht geringer Teil der Strecke als wenig aufregend, nackte Felsen durchziehen die Landschaft, weit und breit nichts als Dreckpiste, Felsen und sonst nichts weiter.
Interessantes Detail: Die „Pistenraupe“


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, die im Auftrag der namibischen Regierung für die Straßenwartung unterwegs ist und massenhaft Dreck aufwirbelt, durch den wir ihr folgen müssen, ehe wir sie endlich überholen können. Wir machen einmal kurze Pinkelpause (der von mir erwählte Strauch dachte bestimmt, es sei schon Weihnachten) und fahren Swakopmund entgegen. Vorher passieren wir die Straßeneinengung (eine Art Steg aus Eisen), die uns in den Distrikt führt. Weiter durch das Kuisebtal, die Brücke über den staubtrockenen Fluß, die nur durch ihre Länge vermuten lässt, dass es hier doch hin und wieder Wasser gibt.

Wir passieren eine riesige Flamingo-Kolonie an der linken Straßenseite (bestimmt an die 1000 Tiere)


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kurz vorm Ziel und machen einen kurzen Zwischenstopp in WALFISHBAY, essen dort im LEMON TREE leckeren Fisch bzw. Sushi (pro Gericht umgerechnet ca. 9 €, sehr zu empfehlen!), fahren kurz zum Hafen … ENDLICH DAS MEER! Der Atlantik liegt vor uns.
Wir entscheiden uns aber doch, zuerst unser Quartier aufzusuchen, da ich ziemlich müde bin. Gewählt haben wir VERONIKAS GUESTHOUSE.
Auf dem Weg von Walfishbay nach Swakopmund befahren wir die Küstenstraße und sehen mit eigenen Augen, dass das Meer sozusagen direkt auf die Wüste trifft und sozusagen fast nahtlos in diese übergeht. Irgendwie beeindruckend!
Quasi nahtlos an den Strand schließt sich die Wüste an, lediglich durch die Asphaltstraße (die schon in der Wüste liegt) unterbrochen. Die Kosten für die Wartungsarbeiten dieser Straße, die eher schmal aber in einem sehr guten Zustand ist, sind sicher beträchtlich.


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Unsere Unterkunft finden wir recht schnell, der Gastgeber (ein Franke) begrüßt uns und ich mache mich erst mal flach. Bisschen geschlaucht bin ich schon …
Am Abend dann laufen wir ein wenig den Strand entlang in Richtung alter Ortskern. Vor uns der Atlantik – riesig und scheinbar endlos … ein beeindruckendes Gefühl, wenn man sonst in einer Großstadt mitten im Landesinneren wohnt.
Über ihn kamen einst die sogenannten Entdecker, auf ihm fuhren die ersten Schiffe, die hier die ersten Kolonisten an Land brachten (war paar km weiter südlich in der sog. Lüderitzbucht, als sich dort einst der Bremer Tabakhändler an Land setzen ließ).
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Wir sind von den wunderschönen Häusern, die in unmittelbarer Strandnähe zu finden sind, total beeindruckt. Das passt hier architektonisch alles prima zusammen und kaum einer würde wohl auf Namibia tippen, wenn man ihm Fotos dieser Silouette bzw. dieses Häuserensembles vorlegen würde. Hätten wir definitiv so nicht erwartet. Hat durchaus ne Menge von einem Seebad.
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Wir spazieren der Seebrücke zu, kriegen aber im dortigen Restaurant keinen Platz mehr und weichen in Kückis Pub (von jedem Reiseratgeber empfohlen) aus. Besoffene Schweizer bevölkern den Thresen und halten ihr Gegröle auch noch für unterhaltsam. Da wir jedoch schon berufsbedingt den Umgang mit sozialen Randgruppen gewohnt sind, lassen wir uns nicht abschrecken und irgendwo sind Schweizer ja auch so ne Art Menschen und wollen nicht immer nur das Matterhorn, das 2015 seinen 150. Jahrestag seiner Erstbesteigung begeht, sehen.
Wohlschmeckender Fisch und 2 Bier vom Fass für 370 N$ sind zwar kein Schnäppchen, aber es war gut!
Wir schlenkern in unsere Unterkunft und während ich diese Zeilen hier tippe, träumt die kleine Gabi (52) möglicherweise vom ersten Löwen, den sie auch hier noch nicht gesehen hat.

Teil 919. Juli 2015

So, nun probiere ich mal, obs was mit Bildern wird. Alle gehören zu Tag 1

Teil 1020. Juli 2015

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Tag 8

Der Tag beginnt mit Stromsperre! Tolle Sache. Swakopmund hat keine Energie. Das wäre in der zweitgrößten Stadt Deutschlands wohl nicht vorstellbar.
Unsere Kaffee ist dennoch heiß und das Frühstück ist so naja … la-la. Wir haben definitiv schon besseres gehabt. Wir warten auf das Auto, das uns zur heutigen Katamaranfahrt abholen soll. Es wird 8 Uhr und nichts passiert … es passiert weiterhin nichts. Unser Quartiermeister (passt doch für ne ehemals deutsche Kolonie, oder?) ruft in Walfishbay an und ich erfahre, dass die Tour erst morgen stattfindet.
Also da kriegt G. (ab sofort ist mir das Nennen ihres Namens von ihr untersagt worden) noch eine zweite Aufgabe (die erste war das Öffnen der beiden Bierdosen) und die geht schief! Soll mal noch einer sagen, Frauen wären auf solchen Touren nützlich …
Es ist Sonntag und wir stehen ein wenig doof da. Nur wenige Läden haben offen, aber wir sind ja nicht zum Einkaufen hier und entscheiden uns blitzschnell um.
Auf dem Friedhof braucht man als Besucher keinen Strom, wir fahren dorthin. Mich interessieren vor allem die Gräber aus der Kolonialzeit bzw. die, die während des 1. Weltkrieges hier gefallen sind. Aus ihrer Inschrift erfährt der Wissensdurstige in Kurzform viel aus dieser Zeit und manchmal auch die Todesumstände. Wir verweilen ca. 1 Stunde auf dem Friedhof und beschließen, nun das Museum anzusteuern.
Die Sache hat allerdings einen kleinen Haken: Auch dort gibt es keinen Strom. Der fehlt heute nahezu ganztags. Nichtsdestotrotz ziehen wir los. Am Eingang erfahren wir, dass wir heute statt der sonst üblichen 25 nur 20 N$ zahlen müssen und außerdem morgen mit dieser Eintrittskarte noch einmal Zutritt haben. Das ist ein guter Deal, wir sind begeistert.

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Vom Museum sind wir es auch. Es beherbergt eine Tierabteilung, eine Abteilung, in der Erklärungen zum lokalen Fisch- bzw. Walfang mit wirklich sehenswerten historischen Fotos gezeigt werden, eine Geologieabteilung (zugegebenermaßen nicht ganz so mein Interessengebiet), eine Völkerkundeabteilung, in der viel Sehens- und Lesenswertes zur Geschichte und Kultur der hier ansässigen Stämme zu finden ist und natürlich eine Menge zur Kolonialzeit. Alles mit richtig guten Fotos und originalen Ausstellungsstücken illustriert. Und wer will, kann auch aktiv sein in einer Mitmachabteilung (zwar für Kinder konzipiert aber durchaus auch für Erwachsene geeignet). Das Museum ist absolut sehenswert und für jeden Swakopmundbesucher ein MUSS!
Draußen warten unzählige Souvenirhändler mit mehr oder (vorwiegend) weniger schönen Dingen auf potenzielle Käufer. Schön anzusehen sind aber auf jeden Fall die jungen Himba-Frauen, die sich dort (und auch woanders) außerordentlich natürlich zeigen und weitestgehend so in Erscheinung treten, wie sie einst das Licht der Welt erblickt haben. Ihre gesamte Körperhaut haben sie mit einer rotbraunen Substanz eingerieben und die Freischwinger sind (zumindest für Männer) nett anzuschauen.

Wir gehen zum Mittagessen ins „Deutsche Haus“ - die Fischgerichte (und wahrscheinlich auch alle anderen) sind sehr empfehlenswert!
Mit unserem Auto fahren wir durch den Ort, der uns ob seiner wunderschönen Häuser (fast alles sehr gepflegte Einfamilienhäuser) sehr gut gefällt und wir uns eigentlich gar nicht vorstellen können, gerade in Namibia zu sein.
Wir fahren hinunter ans Wasser und genießen die salzige Meeresluft, den Wind und das Rauschen der Wellen. Wir mögen das Meer, haben uns auf diese Etappe unserer Reise sehr gefreut. Leider ist der Atlantik aufgrund der kalten Wassertemperaturen (weniger als 15°C) und der starken Strömung zum Baden völlig ungeeignet.

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Der Nachmittag verläuft unspektakulär, wir ruhen ein wenig und bummeln noch ein bisschen durch den Ort (und finden dabei im Ortskern den Übungsraum des „Swakopmunder Männergesangsvereines von 1902“), ehe wir am Abend in unserer Unterkunft eine Flasche CRAIGHALL (trockener südafrikanischer Weißwein) trinken.

Immerhin hat die kleine G. Heute den Swakopmunder LIONS CLUB (befindet sich in direkter Friedhofsnähe) gesehen. Aber die nennen sich leider nur so und haben keine Haustiere …

Teil 1123. Juli 2015

Tag 9

Überpünktlich werden wir von Captain Hans (ca. 55; lebt in 3. Generation in Swakopmund, Vorfahren stammen aus Hamburg, sieht aus wie der von Klaus & Klaus, der vor kurzem im RTL-Dschungelcamp war) abgeholt.
Unsere Katamarantour beginnt pünktlich, wir sind neben den drei Mann Besatzung zehn Gäste an Bord, die darauf brennen, möglichst viel von Flora und Fauna (das sind NICHT die beiden Besatzungsmitglieder!) zu sehen und kurzweilig unterhalten zu werden.
Das erste Tier ist bereits an Bord. Eine Robbe, die genau weiß, dass Captain Hans ein guter Mensch ist und immer paar Fische für die Robbe(n) - später wird sich eine zweite an Bord dazu gesellen - in der Hosentasche hat.

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Wir stechen in See. Captain Hans erzählt ne Menge Maritimes rund um Namibia, wir lauschen andächtig und staunen. Unsere Tour beginnt im Hafenbecken und wir erfahren u.a., dass sich dort vor Zeiten die Wale, die sich aus Süden kommend nach Norden zur Paarung begeben haben und dann auf ihrem Weg wieder zurück an eben jener Stelle ausgeruht haben, die deshalb den Namen Walfischbucht trägt. Lang ists her und weil man ihnen den Garaus gemacht hat, gibt’s dort inzwischen so gut wie keine mehr und nur der Name erinnert an alte Zeiten.
Die Küste hier heißt übrigens Skelettküste und wer jetzt an Schiffbrüchige oder Überreste meuternder Matrosen auf dem Meeresboden denkt, liegt falsch. Die hohe Anzahl der hier liegenden Schiffswracks gab ihr diesen Namen.
Vorbei geht’s an mehreren Austernfarmen, die sich mitten im lang ausgestreckten Hafenbecken, das eher einer Bucht gleicht, befindet. Wir erfahren, dass die Austern aus Chile importiert werden und hier in namibischen Gewässern optimale Bedingungen vorfinden.
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In diesen kalten Gewässern gedeihen nur männliche Austern, die ohnehin viel besser schmecken als weibliche (also wie bei den Menschen auch, wenn man das aufs Aussehen überträgt). Bei 22°C wechseln die Austern ihr Geschlecht und werden weiblich – sozusagen Warmduscher.

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Wir sehen einen hier eher selten anzutreffenden Pinguin (seine Gene signalisieren ihm noch Sardinen in dieser Bucht, die gibt’s allerdings schon lang nicht mehr), eine Robbe, die gerade einen kleinen Hai verspeist, rosa Flamingos und noch andere Tierchen.
Plötzlich empfängt Captain Hans einen Funkspruch: Buckelwal gesichtet, setzt sich ab aufs offene Meer. Hans`Jagdehrgeiz wird gepackt, seine beiden Matrosen setzen Segel und nun geht’s raus auf See. Der Wind frischt auf und es wird ungemütlich. Vorsorglich liegen Decken bereit, unter Deck gibt’s Schnaps. Der Kapitän ist eben ein Hamburger (das „a“ wie „a“ und nicht wie „ä“ sprechen).
Leider ist der Wal zu schnell (oder Hans zu langsam), wir sehen ihn nicht.
Hans kehrt um, wir passieren eine Robbenkolonie, die regelmäßig gezählt wird und der man stets um die 60 0000 Robben zuordnet. Hans erzählt nebenbei, dass es in Namibia mehr Robben als Menschen gibt.


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Den Katamaran hat er übrigens selbst gebaut und noch dieses Jahr will er damit (erneut) über den Atlantik bis nach Rio de Janeiro segeln. Verrückter Typ! Dabei gibt’s in Namibia schon so wenige Menschen … Er wickelt noch reichlich unterhaltsames Seemannsgarn ab und bringt uns wohlbehalten in den Hafen zurück. Wir lassen uns in unsere Unterkunft fahren und legen uns bisschen hin.
Nachmittags besuche ich nochmals das Museum, bin erneut sehr angetan davon. G. (die Klarnamennennung hat mir Gabi ja untersagt) shoppt durch diverse Swakopmunder Geschäfte. Nach einer Weile treffen wir uns an der Butchery (Fleischerei/Metzgerei) neben SUPERSPAR.


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War eine Empfehlung unseres Quartiermeisters und wir kaufen dort Biltong (Trockenfleisch). Ein wirklich guter Tipp, den wir hiermit gern weitergeben. Springbock ist übrigens unser Favorit und wer sich das Stück im Ganzen geben lässt, hat deshalb mehr davon, weil es nicht so schnell austrocknet.
Den Abend verbringen wir im BRAUHAUS, das bis auf den letzten Platz ausgebucht ist. Allerdings gelingt es uns mit unserer personengebundenen Cleverness und unserem weltmännischen Auftreten, noch zwei Plätze zu ergattern. Das Essen ist uneingeschränkt empfehlenswert, das Bier sowieso.
G. kränkelt seit paar Tagen schon ein wenig, sie schläft früher ein, ich dambere (ein typisch sächsischer Begriff für „gammeln“) noch ein wenig vor mich hin, ehe ich auch zu ruhen beginne.
Und wieder war es nichts mit Löwen. Noch nicht mal SEElöwen.

Teil 1224. Juli 2015

Tag 10

Wir können noch nicht ahnen, was der heutige Tag für uns bringen soll. Und vorab: Schön ist was Anderes!
Das karge Frühstück nimmt nur kurze Zeit in Anspruch, Koffer sind gepackt und es geht los. Nochmal kurz in die Apotheke zum Halstablettenkauf, danach auf die C35 Richtung Norden.

Zunächst fahren wir die Küstenstraße und beschließen spontan, eine Tour mit dem Schiff in unsere Route aufzunehmen. Wir gehen an Bord und ahnen nicht, dass der Kapitän sein Patent offenbar auf dem Rummelplatz an der Losbude gewonnen hat. Er setzt das Schiff auf Grund, mit letzter Kraft können wir uns vom sinkenden Schiff durch einen beherzten Kopfsprung in die brandende 12° kalte Flut retten und erreichen gemeinsam mit unseren Koffern, die ich in der linken, die Kameraausrüstung in der rechten Hand halte (G. war für die Rettung der Bierbüchsen zuständig), das rettende Ufer und wachen neben dem Skelett einer Robbe auf. Die Fotos, die wir nach dem Erwachen aus unserer Bewusstlosigkeit gemacht haben, beweisen unser Erlebtes.
Wir klopfen uns den Sand ab und ziehen weiter.

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(Zum besseren Verständnis für Ungläubige: Dieser Abschnitt wurde gesponstert von Baron von Münchhausen, die Fotos allerdings sind echt.)

Die nun folgende Strecke ist eintönig, die vergangenen Reiserouten waren interessanter. Die Piste ist einfach nur öde.
Hinter einer Kurve treffen wir auf eine Himba-Familie. Ein Buschmann mit ca. 15 Frauen (der hats gut!) und ebenso viele kleine Kinder (um die kümmern sich seine Frauen). Sie sitzen dort alle fast nackig im Gras bzw. bieten ihre selbstgefertigten Souvenirs an.
Sowas habe ich mir in Afrika gewünscht, gern würde ich mehr über ihr Leben erfahren und einfach mit ihnen plaudern (sofern das mit Händen und Füßen möglich ist). Allerdings ist ihr Auftreten tatsächlich fast ausschließlich für vorbeifahrende Touristen und weist nichts Ursprüngliches mehr auf. Ihre Souvenirpreise sind unterirdisch und noch ehe ich den Fotoapparat zücke, höre ich schon das Wort „Money“. Ich habe keine Lust mehr, begebe mich zum Auto, leider hat G. nur ein Foto schießen können und der Buschmann will jetzt Kohle. Er lehnt meinen einziffrigen Obulus ab, mehr war mir jedoch sein rüpelhaftes Auftreten nicht wert.
Unsere Tour geht weiter, insgesamt sinds heute wieder um die 380 km. Kurzer Tankstopp in der Pampa dann geht’s weiter.
Das Unglück soll in weniger als 10 min seinen Lauf nehmen.
Plötzlich ein undefinierbares Geräusch von hinten unten und danach Höllengeräusche. Wohl das gesamte Kiesbett schlägt in die Radkästen. Das Auto scheint uns um die Ohren zu fliegen. Ich lasse ausrollen und G. springt als erste aus dem Auto.
Verdammt! Das rechte Hinterrad besteht nur noch aus einer qualmenden Felge.

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Der Reifen ist nur noch rudimentär erkennbar. Davon habe ich geträumt. Weitab von der Zivilisation, allein in der Pampa und dann noch mit einem mir unbekannten Auto. Und manchmal werden Träume (hier: Albträume) wahr.
Was nun? Als erstes greife ich zum Fotoapparat, um der sensationslüsternen und nach Katastrophen gierenden Forumsgemeinde Anschaulichkeit präsentieren zu können (stimmt wirklich!). G. ist in ihrem Denken schon weiter und sucht nach dem Wagenheber.

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Mit etwas Mühe gelingt es uns, den RAV4 aufzubocken (gar nicht so einfach auf Sandboden) und das Rad zu wechseln.
Von vier in dieser Zeit an uns vorbeifahrenden Autos halten drei, fragen nach und bieten freundlicherweise ihre Hilfe an.
Als Nichtbetroffene sahen wir das am Anfang unserer Reise auch, fragten ebenfalls nach, ob wir helfen können. Der Betroffene, ein Deutschstämmiger, meinte jedoch ganz cool: „Habs nicht so weit, sind nur noch 100 km, hab grad daheim angerufen, gute Weiterfahrt ...“ Hm … Namibia eben!
Unsere Tour geht weiter, ich fahre vorsichtiger, obwohl ich mir auch vorher keiner Schuld bewusst bin. Drei Kontrollleuchten brennen, davon eine in rot. Wir müssen dringend in eine Werkstatt. Und das hier in der Pampa. Ich habe keine Idee, wie wir das realisieren wollen ...
Unser Ziel rückt zum Glück näher, noch vor Sonnenuntergang erreichen wir es. Ein sehr schön in eine Gebirgskette eingebettetes Camp mit großzügig angelegten Zelten bzw. Übernachtungsplätzen. Im Zelt stehen Betten, Strom gibt’s nicht, dafür eine Petroleum-Lampe und ein gen Himmel offenes Bad, einfach so in die Natur am Fuße eines Felsens gemauert. Toll! So was von romantisch … passt zu ner Hochzeitsreise (allerdings nicht unserer!). Von diesem Ambiente sind wir begeistert.

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Wir müssen HERTZ informieren, müssen sehen, wie man bzgl. des Autos dort entscheidet. Ich stoße an meine Englisch-Grenzen, denn das Formulieren solcher fachlichen Probleme gelingt mir nicht. Ich mache mir Notizen, um auf das Gespräch vorbereitet zu sein.

Plötzlich – wie aus dem Nichts- in ca. 100 m Entfernung zwei Elefanten. Beide mit schönen langen Stoßzähnen. Ich nähere mich bis auf ca. 30 m einem der beiden und mache Fotos. Die aufgeregte Campmannschaft versucht mit Klatschen und Rufen die ungebetenen Gäste zu vertreiben. Die Rüsseltiere sind wenig beeindruckt, beim gemächlichen Durchqueren des Camps stößt einer der Elefanten im Vorübergehen einen beheizten Badeofen um, ehe die Herde (ich erfahre später, dass es acht Tiere waren) dann im Tal durch einen ausgetrockneten Fluss verschwindet.
Toll – unsere ersten wilden Elefanten … und gleich so nah.

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Nebenan campt eine holländische Familie. Ich erkläre dem Familienoberhaupt mein Englisch-Problem, er ist außerordentlich hilfsbereit und erledigt für mich das Telefonat mit HERTZ. Morgen sollen wir ein anderes Auto kriegen, der Fahrer kommt damit aus Windhoek, muss fast 500 km (!) zurücklegen. 7 Uhr soll er (angeblich) starten, d.h. vor 12 Uhr ist nicht mit ihm zu rechnen.
Die Sonne ist untergegangen, noch ist es nicht stockdunkel (geht übrigens verdammt schnell hier). Wir platzieren uns vor dem Zelt, holen Bier und Rotwein aus dem Auto, setzen uns und lassen den Tag Revue passieren.
Zwei junge freundliche Mädchen aus dem Camp bieten uns Diner für 129 N$ p.P. an. Wir sagen zu (am Folgetag erscheinen dann 190 N$ p.P. auf unserer Rechnung) und gesellen uns zu den beiden anderen Durchreisenden, die bereits im „Speiseraum“ (offen, mit Blick in den Sternenhimmel, scheißkalt!) sitzen. Das Essen ist unterdurchschnittlich, der Reis verklumpt, das Fleisch süßlich angemacht (gar nicht unser Fall), der Eisbergsalat überaus ungewöhnlich zubereitet und draußen wird’s schweinekalt.
Stockdunkel ists eh geworden, wir trollen uns unserem Nachtlager zu und putzen uns unter sternenklarem Himmel die Zähne. Das „Kreuz des Südens“ sehe ich leider nicht.
Für die kleine G. (52) erfüllt sich ein Traum: Sie sieht ihren ersten Löwen (leider nur auf der Streichholzschachtel, die wir benötigen, um im Zelt mit der Petroleumlampe Licht zu haben).

Die Nacht wird unangenehm, es ist sehr kalt, die Betten sind sehr kurz, ebenso die Decken. Ich fühle mich an meine Wehrdienstzeit vor mehr als 30 Jahren erinnert. Die von außen hörbaren und undefinierbaren Geräusche sorgen nicht zwingend für ein inneres Gefühl von Ruhe und Wohligkeit. Am Morgen erfahren wir, dass zwei Schakale hier des Nachts einen Hahn gerissen haben. Muss so um die 10 m von unserem Zelt passiert sein.
Bin froh, dass die Nacht gegen 5:45 Uhr vorbei ist und steige mit kalten Knochen aus dem Bett (dieses allerdings war von der Auflage her gut)

Teil 1327. Juli 2015

Tag 11

Wir gehen frühstücken, sehr einfach und übersichtlich und in einer schlechten Jugendherberge ist es auswahlreicher.
Wir warten auf das Austauschauto, wissen aber, dass es dauern kann.
Wir begeben uns auf Spurensuche, wollen der gestrigen Elefantenherde folgen und suchen nach deren Fußabdrücken. Diese sind einfach zu finden und wir gehen ca. einen halben Kilometer, ehe wir wieder umkehren und Fotoimpressionen der hiesigen Natur anfertigen.
Getrocknete Elefantenkacke brennt übrigens wie Zunder. Selbst ausprobiert!
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Und inzwischen haben wir uns gewisse Kenntnisse in der Kackeunterscheidung diverser Tiere angeeignet; können Elefanten- von Zebrakacke und Klippschliefer- von Ziegen- bzw. Schafskacke oder Kuhfladen, die hier aufgrund der Wasserknappheit nicht flüssig sondern quasi wie aus ner großen Tube kommen (Näheres gern per PN), unterscheiden. Die Viecher lassen ja überall ihre Ausscheidungen rumliegen und man muss aufpassen, nicht allzu viel davon an der Sohle kleben zu haben.
Da unsere Unterkunft für die kommenden Gäste gereinigt werden soll, muss der Reiseberichterstatter seine Notdurft im Freien erledigen. G. macht in einem unbeobachteten Moment vom „großen Geschäft“ ein Foto, das der Forumsgemeinde nicht vorenthalten werden soll.

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Wir warten und warten und warten … und 13 Uhr trifft der Fahrer mit dem Austauschauto endlich ein. Er bringt einen kleinen VW mit und nach unserer Reise wird eine Korrespondenz mit HERTZ folgen müssen, denn für den gebuchten Preis ist dieser Pfützenhubber (wie man ihn im Sächsischen nennen würde) natürlich viel zu klein und wir sind etwas angesäuert.
Der Fahrer erklärt uns, dass kein anderes Auto verfügbar war. Nun ja …
Die Übergabe und das Umpacken des Gepäcks dauern fast eine Stunde, es sind eine Menge Formalitäten zu erledigen. Beim Anblick der Reste des geplatzten Reifens incl. Felge muss der Autoüberbringer schmunzeln.
Um 13:57 Uhr setzen wir unsere Reise fort, haben ein eher ungutes Gefühl. Einerseits wegen des viel kleineren Autos andererseits wegen der hier deutlich schlechteren Straßenlage und Federung. Aus Zeitgründen müssen wir nun auf die Besichtigung der Höhlenmalerei, die quasi fast auf dem Weg liegt, verzichten. Schade!
Unsere heutige Tour führt uns zur GROOTBERG LODGE.
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Die Buckelpisten, die wir befahren müssen, sind das bislang unrühmlichste Zeugnis namibischer Straßenbaukunst. Wir zittern uns von Kilometer zu Kilometer und gebranntes (besser: vom Gummi VERbranntes) Kind scheut das Feuer.
Die Landschaft wird mit den mehr gefahrenen Kilometern abwechslungsreicher und erinnert uns an die Canyons in Utah und Arizona. Eine wirklich beeindruckende Landschaft hier, in der man tolle Indianerfilme drehen könnte. Kindheitserinnerungen werden wach und wir sehen vor unserem geistigen Auge Gojko Mitic und Pierre Brice würdevoll vorbei reiten und hören gedanklich die Filmmelodie zu „MacKenna`s Gold“.

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An einer etwas größeren Ansiedlung halten wir an, weil es hier einen bislang ungekannten Menschenauflauf gibt. Wir sehen einen Sportplatz und mehrere hundert Kinder, die sich dort geordnet austoben. Im Gespräch mit einem britischen Lehrer erfahren wir, dass die britische Schule eine Patenschaft zu einer namibischen pflegt und man sich alle zwei Jahre besucht und hier zu Vergleichswettkämpfen trifft. Tolle Sache!
Wir fahren an vielen Straßenständen vorbei, an denen die in der Nähe wohnenden Leute verschiedenen Krimskrams (vorwiegend diverse Mineralien/Gesteinsproben, selbst gebastelte Püppchen, Knochen- bzw. Fellreste von toten Tieren und anderen Schnulli) anbieten. Manche Stände sind verwaist, das dort liegende Angebot wurde bereits stark von der Sonne ausgebleicht. FOTO
Wir fahren weiter und erreichen gegen 17 Uhr die GROOTBERG LODGE. Unser Auto müssen wir am Fuß des Berges abstellen, wir werden mit einem Geländewagen, der mich sehr an meine Militärdienstzeit erinnert (er sieht einem P 3 recht ähnlich), abgeholt und nach oben gefahren. Der Anstieg ist gigantisch. Oben angekommen erwartet uns der bislang schönste Ausblick unserer bisherigen Tour. Mir fehlen die Worte. Das kann man nicht beschreiben, man muss es selbst sehen. Von der Bergspitze blicken wir in das von den Naturgewalten über Jahrmillionen geschaffene Tal. An den zum Tal gehörenden Bergen kann man einzelne Etappen der Erdgeschichte anhand von Ablagerungen ohne große Mühe ablesen. Absolut beeindruckend!
Unser Zimmer (in einem kleinen Häuschen) liegt direkt am Rande des Abgrundes. Wir blicken in eine schier unglaubliche Tiefe.
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Der Preis für eine Nacht hat es jedoch in sich: Stolze 220 € kostet die Bude für eine Nacht (Doppelzimmer). Und wir bleiben zwei! Oje … nur nicht darüber nachdenken!
Das Diner ist toll, das Bier erstaunlich günstig (0,3 l Tafel Lager für 16 N$).

Mit dem Ende des Diners tritt das „Verdiente Volkskunstkollektiv Grootberg“ auf. Kinder (ca. 9-14 Jahre) aus einem Schulchor, die hier zu zwölft den Gästen Freude bringen und typisch afrikanische Lieder mehrstimmig (klingt wirklich super, hab selbst mal im Chor gesungen) darbieten. Wer sich an den Song „Der ewige Kreis“ aus KÖNIG DER LÖWEN erinnert, hat eine Vorstellung, wie es klingt. Das Besondere daran ist, dass sie nicht nur singen, sondern dass Bewegung, Rytmik (schreibt man tatsächlich seit der Rechtschreibreform so) und Tanz ganz selbstverständlich zu dieser Gesangsdarbietung gehören. Die Lebensfreude merkt man den jungen Leuten an. Das Publikum honoriert den Auftritt mit Beifall und einer kleinen Zuwendung für die jungen Künstler.
Der Tag neigt sich dem Ende und morgen besuchen wir eine Himba-Siedlung.
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Und vielleicht begegnet der kleinen G. ja unterwegs ein Löwe.

Teil 1427. Juli 2015

Tag 12

Kurz vor 8 Uhr nimmt uns der Guide für den Ausflug in Empfang. Wir erfahren, dass mit uns insgesamt 8 Touristen zur Himba-Siedlung fahren.
Zur Auswahl stehen 3 Ausflüge (Elefantentracking, Nashornsuche und Himba-Siedlung) und da ich optimistisch bin, noch genügend Elefanten und Nashörner im Etosha-Park zu sehen, haben wir uns für den Besuch dieses so typisch afrikanisch aussehenden Volksstammes, dessen Äußeres uns schon seit der ersten Begegnung beeindruckt hat, entschieden.
Die Fahrt ist relativ kurz, nach ca. 50 km biegen wir von der „Hauptstraße“, die wie fast alle Straßen eher einer Schotterpiste gleicht, ab. Unser Guide zeigt uns Behausungen in typisch lokaler Bauweise (da wollen Europäer bei Wind oder Regen bestimmt nicht rein)
und die größte Schule der Region (250 Kinder). Es ist eine Grundschule und die Kinder gehen hierhin, sobald sie 3 Jahre (!) alt sind. Sie bleiben (wegen des oft sehr langen Weges) von Montag bis Freitag in der Schule, zahlen nur für Essen & Trinken, die anderen Kosten übernimmt der Staat.
Es scheint gerade Pause zu sein und die Kinder benehmen sich sehr ordentlich, es macht Freude, sie zu beobachten. Sie spielen miteinander und haben es sich nicht zur Aufgabe gemacht, die anwesenden Lehrerinnen zu reizen und pädagogisch herauszufordern.

Unsere Fahrt führt nun bereits durch unwegsames Gelände, wohl keiner hätte hier Fahrmöglichkeiten vermutet. Über richtig große Steine (teilweise 70 cm hoch) und ausgetrocknete Flussbette und extrem unwegsames Gelände passieren wir Hindernisse, bei denen der Durchschnittsautofahrer nicht einmal davon träumen würde, diese zu meistern. Unser Guide macht seine Sache auch als Fahrer gut. Er zeigt uns Elefantenspuren, aber wir wissen, dass die Rüsseltiere heute mit der anderen Touristengruppe unterwegs sind, rechnen also nicht mit ihnen.
Im unwegsamen Gelände begegnet uns die erste Himba-Frau, ihr ca. ein Jahr altes Baby auf den Rücken gebunden. Sie lächelt uns freundlich zu, wir fahren weiter. Es dürfte nicht mehr weit sein.
Die Landschaft verändert sich noch einmal in eine „blaue Lagune“ Oase mit Palmen, Papageien und Pawianen auf den Felsen.
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Wenige Minuten später fahren wir am „Klassenzimmer“ der Himba-Kinder vorbei. Es ist eine unter einem Baum aufgestellte Tafel (so wie man es aus einem afrikanischen Dokumentarfilm kennt), auf der noch mit Kreide das gestrige Datum steht, außerdem wenige einfache Worte in der Himbasprache und in Englisch. Als „Stühle“ dienen größere Steine, die es hier zuhauf gibt.
Noch 200 m und wir sind da. Wir sehen kleine Hütten, die traditionell aus dünnen Ästen bzw. einer Art Schilf bestehen, die Zwischenräume werden von Hand mit Lehm bzw. Kuhdung verschlossen. Eine prima Arbeitsstätte für die auserwählten Kinder von „Die strengsten Eltern der Welt“.
Zwei junge Frauen (sehr gut gewachsen und mit zwei gut sichtbaren Vorteilen, wie mein Kennerblick sofort bemerkt) sitzen vor ihren Hütten und sind beschäftigt. Auf dem größeren Platz vor den ca. 20 Hütten, die sich am sanften Hang entlang erstrecken, spielen ca. 7 kleine Kinder (2 bis 4 Jahre), die neugierig auf das haltende Auto zurennen. Wir wollen aussteigen, doch unser Guide unterweist uns noch, den Kindern keine Gummibärchen oder Ähnliches zu geben und die Bewohner nicht zu füttern. Kurz muss ich an die Verbotsschilder im Zoo denken.
Fotografieren ist erlaubt, um Erlaubnis brauchen wir die Bewohner also nicht zu fragen. Das klingt gut, denn hier gibt’s wirklich viele schöne Motive (ja, genau!) und die Dorfbewohner sind alle freundlich und posieren gern für Aufnahmen.
Die Frauen, um die herum einige Kinder spielen und toben, sind mit dem Essen kochen beschäftigt, eine Himbeer-Mutti bietet mir an zu kosten.
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Das mach ich doch gern! Der Papperschmatz sieht aus wie Grießbrei, schmeckt auch fast so, hat lediglich statt der süßen hier eine salzige Note. Mehr gibt’s nicht zu essen, aber den Kindern scheints zu schmecken.
Der Dorfplatz füllt sich, es kommen immer mehr Dorfbewohner (jüngere Männer und Frauen und Kinder) und begrüßen uns freundlich, die meisten mit Handschlag. Ohne zu murren stehen sie für unsere Fotoaufnahmen bereit, sind geduldig und wirken sehr bescheiden und angenehm.
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Wir fragen, ob wir auch in die kleinen Rundhütten reinschauen dürfen, es wird uns freundlich gewährt. Im Hütteninneren ist es angenehm kühl, die Einrichtung ist sehr spartanisch. Neben einem Schlafplatz (hier hat die Frau und max. 1-2 kleine Kinder Platz) gibt es lediglich noch eine kleine Ecke, in der persönliche Dinge stehen bzw. liegen. Die Fläche ist nicht größer als 4-5 qm, nach oben führt ein rundes Spitzdach. Die Hütten sind nicht höher als ca. 2,20 m.
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Wir fotografieren wie die Weltmeister, die Kinder (ca. 2 bis 4 Jahre, vom Geschlecht her kaum zu unterscheiden wegen ihrer ähnlichen Frisuren; außerdem rennen sie fast vollständig nackig rum) wollen immer sofort die Fotos sehen und sind durchaus mit der Technik vertraut, wissen recht gut, wie sie die Fotos auf dem Smartphone berühren und verschieben müssen, um möglichst viele zu sehen. Nicht nur mich erheitert das.

Ein kleines schmutziges Mädchen (2) hat es mir besonders angetan, sie fremdelt absolut nicht und ist sehr zutraulich.
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Ich nehme sie auf den Arm und sie plappert himbaistisch drauflos und erzählt mir, dass ihr die größeren Dorfjungen gestern den Himba-Grießbrei weggegessen haben (oder so ähnlich).
Ich wische ihr die kleine Rotznase ab, reinige ihre Lippen vom Sand und wir laufen den Dorfplatz entlang.
Unser Guide hat 4 junge Frauen (13 bis 22) aufstellen lassen (oh je, wie auf ner Völkerschau um 1860!) und erklärt an deren Schmuck und den Kleidungsstücken deren Bedeutung. Mensch, das ist ja ne halbe Wissenschaft!
Geduldig lassen die Himbafrauen und -mädchen alles über sich ergehen. Ich habe sogar das Gefühl, sie sind stolz darauf, dass uns das erklärt wird. Und auch ich muss feststellen, dass ich schon Unansehnlicheres habe anschauen müssen.
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Im Anschluss daran zeigt uns die 22jährige Himbeer-Mutti (die tatsächlich schon mindestens ein Kind hat, wie man ihrem Körperschmuck entnehmen kann; bis zu 15 Kinder gebärt eine Himbafrau während ihres Lebens übrigens), wie ihre rotbraune Körperbemalung entsteht. Alles kommt aus der Natur und die Zubereitung ist wirklich interessant! Ein wenig irritiert bin ich dann aber doch. Denn nach Aussage unseres Guides waschen sich die Himbafrauen nicht. Besagte Vorführhimbafrau zeigt uns, wie man „Frauen-Himba-Deo“ herstellt: Dazu nimmt sie besondere kleine Holzstücke, zündet diese mit anderen Holzstückchen an und hält sie sich als Räucherstückchen unter die Arme. Mehr nicht! Okay, Räucherware hält sich länger … aber ein bisschen enttäuscht bin ich dann doch.
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Wer die Möglichkeit hat, sich das mal vor Ort anzusehen, der sollte es unbedingt tun.

Mit meiner kleinen dreckigen Himbaprinzessin auf den Schultern (ihr macht das einen Riesenspaß) nähere ich mich nun der Verkaufsmesse auf dem Dorfplatz. Im Kreis auf der Erde sitzend bieten die Männer und Frauen ihre selbst gefertigten Souvenirs an.
Im Angebot heute: Stachelschweinstachelketten, Buttertöpfchen für die perfekte Himba-Frau, schöne bunte Armringe und -bändchen (bei denen Wolfgang Petry neidisch daherblicken würde!), geschnitzte Elefanten und Affen und alles, was man als guter Himba eben so braucht. Alles ist jedoch schweineteuer (noch teurer als in Souvenirshops!) aber trotzdem machen sie guten Umsatz.
Plötzlich stehen sie zusammen aufgestellt auf dem Dorfplatz und fangen an zu singen und zu tanzen. Wir schauen fasziniert zu und haben das Gefühl, dass die hier nach unserem Empfinden so primitiv lebenden Menschen ein glückliches und erfülltes Leben haben.

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G. meint, dass sie auch Himba werden möchte, außerdem ists hier, wo die wohnen, so schön warm. Und in Anbetracht der Tatsache, dass jeder Himbamann 5 Frauen hat, würde ich unter gewissen Rahmenbedingungen (feste Behausung, Brauereidirektleitung ins Haus, Geländewagen, Tankstelle in der Nähe, pünktliche Gehalts- bzw. Rentenzahlung, ordentlicher Fernsehempfang und HALLO PIZZA in Rufweite) vielleicht auch mal drüber nachdenken, den Wohnort zu wechseln und Himba auf Probe zu werden.
Wir werfen 50 N$ in den Spendentopf in der Dorfplatzmitte und fühlen uns gut.
Wir verabschieden uns und ich nehme meine kleine schmutzige Prinzessin mit ins Auto. Sie wehrt sich nicht, wahrscheinlich wäre sie sogar mit mir mitgegangen.
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Und ein paar Baby- bzw. Kleinkindsachen meines Sohnes hätte ich ja noch … und Spielzeug sowieso.
Wir sind uns absolut sicher, uns für das richtige Ausflugsangebot entschieden zu haben, wenngleich es stolze 1100 N$ gekostet hat (Elefantentrecking auch 1100, Nashornsuche 1250). Ein Teil davon geht jedoch in Form von Lebensmittellieferungen auch direkt an die Himbas. Davon konnten wir uns bei der Verabschiedung von ihnen selbst überzeugen, als unser Fahrer Säcke mit Nahrungsmitteln übergab. Finden wir gut!
Kurzer Stopp am fast ausgetrockneten Flussbett zum Mittagessen. Wenige Minuten zuvor haben wir große wilde Affen auf den Felsen herum klettern sehen. Ich beobachte die Umgebung und sehe am Fluss in ca. 300 m Entfernung einen außerordentlich großen Gorilla auf- und abspringen. Dieses Motiv will ich mir nicht entgehen lassen und ich behalte meine Beobachtung für mich. Ich verabschiede mich von den anderen zum Pinkeln und vorsichtig nähere ich mich meinem Ziel. Wie groß ist jedoch meine Enttäuschung, als ich bemerken muss, das es ein (schwarzer) Mann ist, der dort sich (ganz nackig) und seine Sachen wäscht. Fotografiert habe ich ihn trotzdem, mache mir ja schließlich nicht umsonst den Weg …

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Rückzu sammle ich noch paar Palmensamen, ehe ich dann relativ still ins Auto klettere und mein Erlebnis für mich behalte.
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Wir beschließen den Tag mit einem wiederum tollen Diner.
Und es kann doch nicht so schwer sein, hier in Afrika mal solch einen verdammten Löwen zu finden … die kleine G. ist schon ganz hibbelig.

Teil 1527. Juli 2015

Tag 13

Beim Auschecken bemerken wir, dass wir über 300 N$ zuviel zahlen sollen. Wir reklamieren und empfehlen an dieser Stelle jedem Touristen, seine Rechnungen im Hotel bzw. in den Lodges sorgfältig zu prüfen!
Noch was zum Preis der GROOTBERG LODGE: Umgerechnet ca. 220 € für DZ pro Nacht ist mit Sicherheit ein deutlich überdurchschnittlicher Preis in Europa. Und für Namibia erst recht. Und ohne krümelkackerisch zu werden: Dafür kann man vergleichbaren europäischen Service erwarten. Leider Fehlanzeige! Duschbad und löslicher Kaffee auf dem Zimmer wurden nach dem ersten Tag nicht nachgefüllt, die Unterkünfte sind nicht abschließbar und zum Aufladen von Handy bzw. Laptop muss man seine elektronischen Geräte gänzlich ohne Sicherung bzw. Nachweis an der Rezeption abgeben. Und wofür TRIPADVISOR 2013 dafür 4,5 von 5 möglichen Sternen vergeben hat, wird wohl für immer deren Geheimnis bleiben (vielleicht sitzt ja Sepp Blatter im Aufsichtsrat).
Und sollte jemand der hier Lesenden in die GROOTBERG LODGE fahren, so kann er mich kontaktieren. Ich verrate ihm/ihr dann, wie er/sie ins www kommt. Denn die dort angegebene Möglichkeit und das Passwort bringen nicht den gewünschten www-Zugriff.

Heute geht’s Richtung Etosha und der Tag lässt sich zusammenfassen mit: Eine längere Fahrt ohne nennenswerte Erlebnisse.
Tankstopp in einer direkt an der Straße liegenden Ansiedlung.. Gegenüber der Tankstelle befindet sich (gleich neben einem Barbier an der Straße, dessen einziges (!) Arbeitsgerät ein Haartrimmer ist) eine Reifenreparaturwerkstatt. Als Werbung für die Firma wurde dort sozusagen als vertrauensbildende Maßnahme gezeigt, was den Kunden erwartet. Ich habe es auf dem Foto festgehalten.
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Der Straßenbelag wechselt und nach längerer Zeit fahre ich mit dem Auto mal wieder auf Asphalt. Schade eigentlich, jetzt kann ich keinen mehr eindrecken. Die staubhaltige Luft wird weniger …
Uns begegnen unterwegs viele Pumpas am Straßenrand. Leider sind sie sehr scheu, lassen sich nicht bzw. nur sehr schwierig fotografieren.
Und wenn mir einer vor den Kühler rennen sollte, so wäre ich auch nicht böse. Grills gibt’s ja in jeder Lodge und ein leckeres Steak …

Unsere Lodge erreichen wir gegen 17 Uhr (und das trotz falscher Angaben auf der Reisekarte durch den Veranstalter ERLEBE NAMIBIA. Mit denen werde ich nach Reiseende nicht nur deshalb noch korrespondieren müssen).
Auch hier im ETOSHA SAFARI CAMP gibt’s wieder nur Diner für 250 N$ und keine andere Möglichkeit, etwas à la carte zu essen (schon 2-3 Gerichte würden eine Alternative darstellen!). Alles nach dem Motto: Friss für 250 N$ oder stirb! Und es geht uns nicht ausschließlich um die 250 N$ sondern darum, dass wir abends nicht immer ein 3-4 Gänge-Menü wollen! Sind ja nicht zur Mast hier!
Von den Lodges sind wir, zumindest was die Essenversorgung angeht, enttäuscht. Das grenzt nicht nur an Nepp, das IST Nepp! Unser Essen haben wir wieder selbst mitgebracht, haben es im Supermarkt unterwegs günstig eingekauft.
Wir dinieren hier nicht, trinken nur Bier. Das schmeckt gut und ist preislich mit 22 N$ für ein großes Bier vom Fass akzeptabel!
Und die beiden Gitarrespieler machen tolle Musik, das passt zu Afrika.

Internet in Namibia ist ein Kapitel für sich. Entweder es gibt keins oder man muss viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel Zeit mitbringen. Und ein Passwort an der Rezeption für Wi-Fi bedeutet noch längst nicht, dass man auch online kommt (bereits mehrfach selbst erlebt!).
Auf dem Zimmer trinken wir noch die bereits offene Flasche südafrikanischen Rotwein, ehe wir kurz nach 23 Uhr zum Einschlafen kommen.
Und die kleine G. träumt bestimmt von einem oder auch mehreren Löwen.
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Teil 1627. Juli 2015

Tag 14

Vorab: Heute endlich klappts mit dem bzw. den Löwen … aber das kann die kleine G. am Morgen noch nicht wissen. Und nun der Reihe nach:

Wir brechen um exakt 8:10 Uhr auf, verlassen das Camp und müssen nur ca. 30 km bis zu unserer heutigen Unterkunft (ETOSHA RESTCAMP, 20 km direkt hinter dem südlich gelegenen Andersson-Gate des Etosha-Parks) fahren. Die Einfahrt am Tor zum Nationalpark (Andersson-Gate) erfolgt zügig.
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Das Camp befindet sich auf ehemaligem Militärgelände, das mittlerweile umgebaut wurde und seit ca. 1955 nun touristisch genutzt wird.
Unterwegs sehen wir bereits so viele Tiere hier wie auf unserer gesamten bisherigen Reise nicht. Und noch auf der Hinfahrt zum Camp sehen wir nur 2 Meter (!) neben der Schotterpiste drei faule Löwen liegen, von denen einer nach einigen Minuten sogar kurz aufsteht, ehe er sich zum Dösen wieder flachmacht. Man könnte sie streicheln. Vielleicht aber nur einmal.
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Die kleine G. ist glücklich! Endlich hat sich ihr Traum erfüllt! Und als wir keine 10 Meter weiter noch weitere 5 Löwen (!) schlafen bzw. dösen sehen, könnte man fast meinen, wir kennen die hier lebenden ca. 300 bereits alle mit Vornamen.

Das Einchecken und die dann folgende Einweisung an der Rezeption und die Zimmersuche im Camp ist ein namibisches Erlebnis der besonderen Art. Von der Rezeptionistin erhalten wir die 723. Kopie der 189. Kopie der 348. Kopie des Camps. Freundlicherweise kreist die Dame am Empfang mit einem rosa Textmarker in affenartiger Geschwindigkeit während ihrer geschätzten 200 Einweisungen pro Tag alle wichtigen Gebäude ein, sodass wir am Ende ca. 12 rosa Kringel (natürlich alle ohne Bezeichnung, eben nur rosa Kringel: kann sich ja jeder auf Anhieb alles merken) haben. Außerdem eine Wegbeschreibung zu Haus 63 (unser Nachtquartier), natürlich auch mit rosa Strichen (womit sonst?) auf der 723. Kopie der 189. Kopie der 348. Kopie, auf der man die Straßen und Wege gestochen scharf erkennen kann. So etwa muss es sich anfühlen, wenn man nur noch 10% Sehkraft und seine Brille vergessen hat.
Aber damit noch nicht genug. Haus 63 ist einfach nicht zu finden. Nach ca. 15 min die Auflösung: Die Türen der Hauseingänge sind Doppeltüren, d.h. hinter der ersten verbirgt sich eine zweite Tür (das weiß man aber nicht). Und die Hausnummer steht nicht etwa auf dem Haus (evtl. über oder neben der Tür) – nein, die steht auf der ersten Tür. Und die Putzkolonnen sind sowas von listig und clever, das glaubt man nicht: Sie öffnen Tür 1 bis zum Anschlag, um zu signalisieren, dass das Haus gereinigt und bezugsfertig ist. Bedeutet: Die Hausnummer ist stets unsichtbar: „Na los, nun gib dir mal Mühe, Touri, und suche deine Unterkunft!“ Zauberei in Namibia … und die Touris sollen sich mal nicht so haben!
Mein Blutdruck reagiert weniger erfreut. Ich bin von soviel hirnloser Dummheit nur noch genervt, zumal die Wegbeschreibung der Empfangstussi auch noch falsch bzw. megaumständlichst war.
Auch hier wieder das Angebot des abendlichen Diners für 200 N$, wir lehnen dankend ab, ernähren uns heute Abend von Beef aus der Büchse (schmeckt toll!), vom Frühstück mitgenommenen Brot und 2 Bechern Fertignudelsuppe, die man einfach nur mit heißem Wasser aufgießen muss. Das gibt’s vom Wasserkocher, der sich im Zimmer befindet. Dazu gibt’s trockenen südafrikanischen Rotwein.

Das Zimmerinnere ist okay. Und ENDLICH finden wir im Zimmer „Das neue Testament“ (steht aufm Kühlschrank).
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Ich habs schon vermisst und überlege an dieser Stelle gerade, ob ich meinem Sohn fassbare Erklärungen hinterlassen habe, wie er mit meiner Sammlung umgehen muss, falls das Flugzeug doch nicht wieder in Frankfurt ankommt.

Wir beschließen, keine Zeit ungenutzt verstreichen zu lassen und begeben uns wieder zum Auto, um den ETOSHA-PARK zu erkunden. Den ganzen Nachmittag sind wir unterwegs, fahren von Wasserloch zu Wasserloch (das Aussteigen ist strengstens und bei hoher Strafe untersagt!) und sehen unendlich viele Tiere: Giraffen, Gnus, Zebras, Springböcke, Kudus, Oryx, Wüstenfüchse (?), Elefanten, Strauße, allerlei Vögel und und und. In einem diensthabenden System (24 Stunden, 7 Tage die Woche) sorgen die Tiere rund um die Uhr dafür, dass die Touris nicht leer ausgehen und stets sauffreudiges Getier am Loch vor die Linse kriegen.
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Springböcke und Zebras sind an der Straße bzw. auf dem Weg mit ca. 2 Meter Abstand zum Streicheln nah, sie lassen sich nicht stören und wir passieren sie. Man könnte ihnen fast aufs Hinterteil klopfen.
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17:35 Uhr (kalendarischer Sonnenuntergang) müssen wir wieder im Camp sein, dann schließt nämlich das Tor. Um 17:20 Uhr fahren wir ein, wollen den Sonnenuntergang am lodgeeigenen Wasserloch erleben. Wir ziehen los und sind beeindruckt: 6 Elefanten (4 große, 2 kleinere), mindestens 11 Giraffen und unzählige Springböcke, ca. 10 Zebras, eine große Oryxfamilie, unzählige Vögel, 2 fuchsähnliche Wesen und sicher noch andere Tiere stehen zum abendlichen Saufen am Wasserloch. Dieses wird von 3 Scheinwerfern aus sicherer Entfernung angestrahlt und um selbiges herum lagern fotoschießwütige Touristen aus allen möglichen Ländern mit allen möglichen und unmöglichen Fotoausrüstungen. Wir verharren ca. eine Stunde in dieser angenehmen Ruhe, fotografieren mit 4 verschiedenen Kameras in unterschiedlichen Programmen und aus unterschiedlichen Positionen heraus und trinken unseren Rotwein halb aus. Uns gefällts hier gut.
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Für den späten Abend nehmen wir uns vor, das Wasserloch nochmals zu besuchen. Da sollen die Löwen und die Nashörner kommen (so sagts unser selbst organisiertes Kartenmaterial).
Morgen früh wollen wir bereits kurz nach 7 Uhr das Camp verlassen und den Etosha-Park von West nach Ost (ca. 170 km) durchqueren.
22:30 Uhr kommen wir vom Wasserloch zurück. Nur noch 4 durstige Rüsseltiere dort. Der Löwe und das Nashorn sollen nur nicht glauben, wir wären auf ihr Kommen angewiesen. Wir können auch ohne die beiden einschlafen. Gute Nacht!

Teil 1729. Juli 2015

Tag 15

Unser Vorhaben, den Park bereits gegen 7 Uhr zu verlassen, scheitert. Wir schlafen etwas länger, genießen das wirklich gute Frühstück (gebratene Würste mit Koriander sind der Hammer!) und machen uns gegen 8:30 Uhr in die Spur.
Wir ahnen noch nicht, was uns am Ende des Tages erwartet. Dies wird wieder Probleme bringen.
Unser Tag führt uns zunächst quer durch den Nationalpark, wir fahren viele Wasserlöcher an und kontrollieren, ob die im Park lebenden Tiere auch ihren Dienstplan einhalten und rund um die Uhr die Wasserlöcher zur Touristenerfreuung besetzen. Und irgendwie finden sich tatsächlich an jedem Wasserloch (manche, die auf unserer Karte eingezeichnet sind, sind jedoch trocken, ursprünglich gabs hier 40 natürliche, von denen nur noch 13 existieren, die anderen jetzt noch vorhandenen werden durch Bohrungen gespeist) die jeweils Diensthabenden ein, manchmal jedoch nur in Wochenendnotbesetzung. Klar, es ist Sonntag, dafür haben wir Verständnis. Schließlich läuft bei RTL „Beate und Irene auf Reisen – das hat die Welt noch nicht gesehen“ und auch die Tiere wollen sich an den beiden wahnsinnig wunderlichen wabbligen westdeutschen Weltenbummlerinnen (Vera ter Veen wäre stolz auf diesen Stabreim) erfreuen. Vielleicht tauchen die ja demnächst hier in Namibia auf und da können die Etosha-Tiere die beiden dann schon mit Namen begrüßen.

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Auch heute begegnen uns viele Tiere, manche sehr, sehr nahe am Auto, fast in Reichweite.
Von den „Big Five“ haben wir bislang leider nur Löwen und Elefanten gesehen. Wir trösten uns: Man kann nicht alles (auf einmal) haben. Als wir vor plötzlich am Straßenrand mehrere Autos halten sehen, gesellen wir uns dazu und suchen den Horizont mit dem Fernglas ab. Ich bin mir sicher, ein einzelnes Nashorn am Waldrand gesehen zu haben und wir drehen um, um auf einem in diese Richtung führenden Weg näher an das Tier zu kommen. Wir befahren eine schreckliche Schotterpiste ca. 6 km, ehe wir uns entschließen, doch wieder umzukehren, weil wir Rhino längst gesehen haben müssten. Offenbar führte der Weg doch etwas vorbei.
Auf der Rückfahrt zur Hauptstraße nehme ich rechterhand plötzlich wieder diesen hellen Fleck (fast weißen) wahr und wir halten an. Er erweist sich als ein großer Elefant (offenbar ein Bulle), ist jedoch so weit entfernt, dass wir nichts Näheres in Erfahrung bringen.

Auf der Hauptstraße fahren wir weiter in Richtung HALALI. Klingt lustig und für unsere Ohren vertraut. Und tatsächlich: Dieser Ort wurde nach dem Jagdende benannt, er soll bedeuten, dass hier das Jagen vorbei ist und nunmehr der Nationalpark den Tieren einen weitestgehend von Menschenhand unveränderten Lebensraum bieten soll. Unverändert ist jedoch relativ, denn der bestehende Zaun führt trotz der Größe des Parks zu ungewollten und manchmal sehr weitreichenden Veränderungen im Ökosystem. Und zum Beispiel sind die von allen Besuchern so geliebten Elefanten durchaus eine gewisse Bedrohung für die hiesige Pflanzenwelt. An dieser Stelle möchte ich unbedingt auf das 2009 erschienene Buch „Verjagt … verweht … vergessen … Die Hai//om und das Etoschagebiet“ (von Reinhard Friederich / Horst Lempp) verweisen. Wir haben es uns hier gekauft (stolze 383 N$, aber jeden N$ wert, deutsch, 458 Seiten, viele Bilder und Fotos, einfach faszinierend) und streiten uns ständig, wer es lesen darf. Es gibt einen unglaublich guten Einblick in das (ehemalige) Leben der Hai//om im und um das Etoschagebiet. Außerdem wird hier die Pflanzen- und Tierwelt hervorragend beschrieben und bebildert und tolle Kolonialzeitgeschichten gibt’s darin auch zu lesen. Informativ und unterhaltsam zugleich – KAUFEMPFEHLUNG!
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(Dafür krieg ich keine Provision)

Unsere Fahrt führt uns weiter nach Goas. Laut der Eintragungen auf unserer Parkkarte sollen hier Elefanten zum täglichen Umtrunk anzutreffen sein. Schon vor Erreichen dieses Wasserloches nehmen wir in Form von unsagbar vielen frischen, fast noch dampfenden Elefantenknödeln, die sich jedoch auch sonst überall im Park befinden, wahr, dass hier viele Elefanten auf der täglichen Durchreise sind. Und schon von Weitem sehen wir eine große Elefantenherde.
Wir steuern den Halteplatz an und sind fasziniert. Vor uns steht eine 26 Elefanten große Herde, die ihren Durst am Wasserloch stillt. Ein fantastischer Anblick, der noch dadurch erhöht wird, dass außerdem Giraffen, Springböcke, Zebras, Oryx, jede Menge Vögel und möglicherweise weitere von uns nicht wahrgenommene Etosha-Bewohner saufen. Und plötzlich nähert sich eine weitere Rüsseltierherde, bei der ich mindestens 15 Tiere zähle. Insgesamt befinden sich nun sage und schreibe mindestens 41 große und kleine Benjamin Blümchens (es können durchaus noch paar mehr gewesen sein, die sind ja ständig in Bewegung und da kann man sich ja auch verzählen) am Wasserloch. Wir genießen den Anblick (mindestens 3 ganz winzige Elis sind dabei, die sich ganz schön tapsig benehmen) und fotografieren quasi mit Dauerauslöser. 197 Fotos werden es, wie wir beim späteren abendlichen Anschauen feststellen.
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Plötzlich setzt sich die Herde in Bewegung und will ins Unterholz. Unser Auto steht möglicherweise im Weg. Die Rüssler kommen direkt auf uns zu.
Noch ists unterhaltsam, allerdings verlassen wir schlagartig unsere Sitzplätze, die wir beiderseits links und rechts des Schiebedachs eingenommen haben, als sich die Herde bis auf weniger als 5 m (!) nähert. Wir schließen eiligst die Fenster und das Schiebedach und hoffen, dass die grauen Riesen gut gelaunt sind und uns nicht als Störenfriede betrachten. Die Leitkuh (erkennbar am Sender, den sie um den Hals trägt) hat sich unserem Auto inzwischen bis auf Rüsselgreifentfernung (weniger als 30 cm, wirklich!) genähert.
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Mir wird ganz anders und ich hoffe, heil aus dieser Situation rauszukommen. Direkt neben bzw. hinter dem Auto trollen sich die anderen Elefanten von dannen. Wir haben etwas Fantastisches live gesehen und tolle Fotos gemacht.

Unsere Reise führt weiter Richtung Osten (Lindquist-Gate) und hier und da sehen wir noch was Lebendiges in Etosha rumhopsen. Allerdings ist das Elefantenerlebnis nicht mehr zu toppen. Auch nicht durch einen einzelnen, unglaublich großen Bullen, den wir noch in einiger Entfernung von der Straße aus sehen und der G.`s Fotokünsten ne Menge abverlangt.

Um 17:35 Uhr müssen wir raus sein und ich würde gern noch das Fort und das Museum in Namutoni sehen. Ich drücke auf die Tube und wir kommen noch so an, dass das Besichtigen des Museums (letztlich verzichtbar) und des ehemaligen Forts (ebenfalls verzichtbar, allerdings hat man vom Turm einen schönen Ausblick) möglich ist.
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Um 17:15 Uhr fahren wir auf das Lindquist-Gate zu.
Das war also Etosha. Schön – finden wir beide.

Unser Fahrzeug muss noch wie alle anderen, die den Etosha-Park verlassen, von möglichen Krankheitsüberträgern befreit bzw. desinfiziert werden. Der Mann mit dem Desinfektionsmittel wartet bereits, fängt mit seiner Arbeit an und ich zeige die Papiere, die zum Verlassen des Parks notwendig sind im Wächterhäuschen.
Ich will gerade ins Auto einsteigen, als er mir mitteilt, dass am Auto vorn links ein Plattfuß ist. Ich glaube an einen Scherz, schließlich habe ich beim Fahren nichts bemerkt. Aber er hat recht. An der Flüssigkeit, die er auf jeden Reifen aufgetragen hat, bilden sich an einer Stelle, aus der so etwas wie eine Stecknadelkuppe ragt, Bläschen.
So eine Scheiße, denke ich.
Zum zweiten Mal innerhalb von nur 5 Tagen! Da wird sich HERTZ aber freuen. Ich habe eine Reifenversicherung ohne Selbstbeteiligung gebucht – was bin ich clever! Trotzdem ist meine gute Laune äußerst überschaubar. HERTZ wird’s weniger freuen. Aber das ist mir grad sowas von wurscht … das kann sich keiner vorstellen.
Wieder müssen wir dieses vierrädrige Mistvieh aufbocken, wieder ein Ersatzrad aufziehen.
Und als wir bemerken, dass es nur eine „Bemme“ (eigentlich nennt man im Sächsischen so ein Butterbrot, abwertend wird es jedoch auch für einen abgefahrenen Reifen oder wie hier für ein temporär verwendbares Ersatzrad gebraucht) ist, sind wir gleich doppelt bedient.
Es geht dennoch schnell (man entwickelt ja in Namibia eine gewisse Übung im regelmäßigen Radwechsel), wir fahren anschließend langsam zu unserer MOKUTI-Lodge und wissen, dass wieder ein Telefonat mit HERTZ folgen muss.
Wir werden herzlich empfangen und sehen in der 20jährigen Praktikantin Frederike (deutsche Mutter) unsere Chance, was das HERTZ-Telefonat angeht. Da Sonntag ist, erreicht Frederike keinen, aber wir genießen jetzt unser Diner (Lamm, köstlich gegrilltes Kudu-Steak und fantastische Würste mit Koriandergeschmack, herrliche Dips und Soßen und auch sonst kulinarisch für Leib und Seele alles zu 100% im Einklang).
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Unsere Empfehlung für diese Lodge!
HERTZ kann uns mal! Wir haben Urlaub!

Übrigens: Hätte die kleine G. nicht beim Einfahren 8 (!) Löwen auf einmal gesehen, dann wäre es wohl nichts damit geworden. Leider blieb es ein einmaliges Erlebnis, weitere Löwen haben sich erfolgreich vor uns getarnt.

Teil 1829. Juli 2015

Tag 16

Gegen 7:15 Uhr stehen wir auf, unser Zimmer wird vom Morgenlicht erhellt. Auf den lodgeeigenen Wiesen tummeln sich handzahme Antilopen – ein schöner Anblick.
Das Frühstück ist hervorragend und wir würden für diese Lodge mindestens 4* vergeben. Swimmingpool, Fitness-Raum und diverse andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und Erholung sind hier nutzbar.
Frederike hat noch keinen erreicht, probierts in meiner Gegenwart noch einmal und HERTZ geht ans Telefon. Eigentlich alles relativ unproblematisch, HERTZ hat in der nächsten größeren Ansiedlung (Tsumeb, ca. 100 km entfernt, für namibische Verhältnisse ein Katzensprung) einen Vertragspartner. Lediglich die bevorstehende Fahrt von immerhin fast 100 km mit der „Bemme“ und bei max. 80 km/h geben uns zu denken.
Dennoch: Uns bleibt nichts anderes übrig, wir starten. Vor uns liegen heute mehr als 420 km. Glücklicherweise vorwiegend auf Asphalt.

Die Fahrt verläuft erfreulicherweise ohne Zwischenfälle, wir erreichen Tsumeb und nach einigem Hin und Her (unsere Reifengröße ist nicht verfügbar, man muss sie bei anderen Händlern – es gibt mehrere hier im Ort – erwerben) gelingt es der HERTZ-Partnerwerkstatt, unser Reifenproblem zu lösen.
Den eingefahrenen 6 cm langen Dorn (corpus delicti) lassen wir uns aushändigen, er wird in unserem Fotoalbum Erwähnung finden, dieses dumme Teil!
Die 90 min, die man in der Werkstatt benötigt, nutzen wir für eine kleine Exkursion in die örtliche Einkaufsmeile. Dort schlendern wir durch Geschäfte und kaufen BILTONG (bislang den preisgünstigsten, den ich hier sah).
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Fasziniert sind wir übrigens von den namibischen Supermärkten, die sich eigentlich durch nichts vom europäischen Standard unterscheiden. Im Gegenteil: An der Kasse arbeiten oft hübschere und freundlichere Kassiererinnen und man bekommt seine Einkäufe auch noch unaufgefordert eingepackt. Es macht Spaß, hier einzukaufen oder einfach nur das Warenangebot in Augenschein zu nehmen. Brot ist bspw. extrem günstig, für 500g Weißbrot zahlen wir 6,99 N$ (ca. 0,52 €).

Unsere Fahrt setzt sich nach Pannenbehebung fort (2041 N$ kostet der Spaß, Rechnung geht direkt an HERTZ), wir steuern CAMP WATERBERG an.
Unterwegs kommen wir an einer namibischen Goldmine (ihr Name: B 2) vorbei.
Eine gute Gelegenheit, unsere Urlaubskasse aufzufüllen. Spontan fragen wir den dortigen Wachhabenden, ob man den Betrieb besichtigen kann. Prinzipiell ja, allerdings nur in Gruppen und nach Voranmeldung. Das mit der Gruppe würden wir ja noch hinkriegen (schließlich reisen wir zu zweit), aber es scheitert an der fehlenden Voranmeldung. Wir überlegen, wie wohl Egon Olsen das Problem gelöst hätte aber leider fällt uns nichts ein. Und so machen wir lediglich 3 Fotos und begeben uns dann wieder auf die B 1 Richtung Otjiwarongo.
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Überall am Straßenrand sehen wir Pumbas Schwestern (oft mit Nachwuchs, 2-3 Ferkel) und es gelingt uns endlich, noch paar schöne Warzenschweinfotos (von vorn, mit schönen Stoßzähnen, die man auch Gewehre nennt) zu schießen.
Der Tag neigt sich seinem Ende und quasi mit Sonnenuntergang erreichen wir das RESTCAMP WATERBERG. Wir erfahren, dass der Eintritt hier ebenso viel kostet wie im ETOSHA-PARK (pro Tag 80 N$ p.P. zzgl. 10 N$ pro Tag fürs Auto) und müssen dies hinnehmen. Vor den herumlaufenden Pavianen warnt man uns ausdrücklich.

Unsere Unterkunft ist für 4 Personen ausgelegt (2 Schlafzimmer, 2 Bäder), ein geräumiges Häuschen mit großem Aufenthaltsraum, Wasserkocher und Geschirr.
Wir legen unsere Sachen ab und begeben uns in Richtung Restaurant. Früher war dieses Restaurant hier die deutsche Polizeistation (extrem geräumig), wie die sehenswerten historischen Fotos an den Wänden (ca. 50 Stück, großformatig) Auskunft geben.
Beide haben wir echten Bierdurst. Und namibisches Bier schmeckt richtig gut! In der Bierstube (vielleicht sitze ich ja grad auf dem Platz des ehemaligen Polizeipräsidenten) schauen wir uns mit Hilfe unseres Laptops die Fotos der letzten beiden Tage an, löschen die weniger gelungenen, trinken paar Bierchen, lernen südafrikanische Touristen kennen, die uns nach unserem Himba-Erlebnis ausfragen und lassen die heutigen 420 km sanft ausklingen …
Schade, dass sich unser Urlaub unwiderruflich dem Ende zuneigt.
Für morgen haben wir noch keinen Plan. Warum auch? Schließlich haben wir noch paar Tage frei …
Im Bett liegend beginnt wieder der Streit, wer „Verjagt … verweht … vergessen ...“ weiterlesen darf.
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Ich unterliege, muss warten, bis G. eingeschlafen ist und schnarcht, danach darf ich.

Teil 1929. Juli 2015

Tag 17

Nach dem Aufwachen überlegen wir, wie wir den heutigen Tag gestalten wollen. Die hier angebotenen regionalen Ausflüge empfinden wir mit 450 N$ als überteuert, wir sind uns einig, das hiesige Gebiet rund um das riesige WATERBERGMASSIV auf eigene Faust erkunden zu wollen. Mehrere Wanderwege stehen zu Auswahl, allerdings unterscheiden sich unsere Wanderinteressen (sofern man bei mir von Interesse fürs Wandern reden kann) erheblich.
Wir ziehen einfach los. An einer Wanderweggabelung entscheiden wir uns spontan, nach oben zu steigen. Vor uns läuft eine deutsche Familie, diese haben einen namibischen Guide engagiert, der sich jedoch lieber mit uns unterhält, weil seine Gruppe zu schrill ist und auch zu wenig Respekt vor der Natur hat.
Wir laufen immer weiter nach oben. Der Weg ist plötzlich kein Weg mehr, nur noch große Steine (wahre Felsenkinder), die bergan führen, liegen vor uns. Hin und wieder sind mit weißer Farbe Füße auf eben jene Felsenkinder gemalt, sie signalisieren dem wanderwütigen Touristen den Weg nach oben. Der Aufstieg ist wirklich steil, wir müssen aufpassen, nicht daneben zu treten, das könnte böse Folgen haben, wenn man unglücklich auftritt und sich dabei den Fuß verknackst (dummerweise wird dies G. in einigen Minuten beim Abstieg passieren).
Wir fangen an zu schwitzen, sind aber mit unserer Kondition nicht unzufrieden. Die anderen machen aller paar Minuten Pause, wir laufen stetig nach oben. Auf dem Gipfel angekommen, bietet sich ein wunderschönes Panorama.
Wir kommen mit dem Guide ins Gespräch, er erzählt uns, wie groß dieses WATERBERGMASSIV ist, weist uns in das sich vor uns erstreckende Gebiet ein und wir lauschen seinen Geschichten. Die Gruppe, die ihn gebucht hat, steht etwas unbeholfen in einiger Entfernung. Wenige Meter unter uns sind 1975 zwei österreichische Bergsteiger ums Leben gekommen (so ganz ungefährlich ist die Strecke also nicht), eine Gedenktafel ist am Felsen angebracht von der zweiten sieht man nur noch die 4 Löcher, wo sie einst befestigt war.
Nach ca. 20 min Aufenthalt auf dem Plateau (wir fotografieren in einer Entfernung von ca. 30 m Luftlinie eine Pavian-Affenherde auf einem anderen Felsen) steigen wir wieder ab.
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Dies ist anstrengender als der Aufstieg, denn es staucht ganz schön. Wir durchqueren den Wald, sehen Klippschliefer, viele Vögel und auch einige Paviane. In unserer Unterkunft angekommen, machen wir uns kurz frisch und fahren zum deutschen Friedhof (letzte Beerdigung 1929), der sich ca. 3 km unterhalb unserer Unterkunft befindet. Auf dem Weg dorthin müssen wir jedoch feststellen, dass er für unseren Pfützenhubber unpassierbar ist. Wir könnten aufsitzen und in Anbetracht der Probleme, die wir schon hatten, brechen wir das Unternehmen ab.
G. will trotz ihres verstauchten Fußes (noch ists nicht ganz so schlimm, aber am Abend werden die Fußschmerzen unerträglich) allein durch den Wald hoch zu unserer Unterkunft laufen. Ich fahre mit dem Auto, werde den Rot-Kreuz-Suchdienst beauftragen, wenn sie nach 2 Std. nicht oben ankommt.
Der Nachmittag gestaltet sich unspektakulär, nach G.`s Eintreffen ruhen wir ein wenig. G.`s Fuß schwillt kontinuierlich an. Sie setzt sich mit kalten Umschlägen vor die Tür, betrachtet ihre Fotos und muss dauernd die frechen und aufdringlichen Paviane, die ständig hier herum stromern und extrem aggressiv sind, verjagen.
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Kurz besuchen wir noch einen Löwen mit schöner Mähne und stolzer Haltung (sein Revier ist das Foyer des Camps) und machen paar Fotos zur Erinnerung.
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Kurz vor Sonnenuntergang nehme ich noch einmal die Besichtigung des deutschen Friedhofs in Angriff.
Auf ihm ruhen bis vier Ausnahmen gefallene deutsche Soldaten, die hier bei der Schlacht um Waterberg (1904) ums Leben gekommen sind. Der Friedhof sieht sehr gepflegt aus, auf allen Grabsteinen (es dürften um die 50 sein) wurden die Namen der Toten mit schwarzer Farbe erneuert, auf den Gräbern liegen große rote Steine, wie sie für die hiesige Region typisch sind. Die namibische Kriegsgräberfürsorge kümmert sich vorbildlich. Ich trage mich in das am Eingang liegende Buch ein und verlassen den Friedhof nach ca. 20 min wieder. Derart historische Stätten finden weltweit mein Interesse.

Den Abend lassen wir bei namibischer Braukunst ausklingen. 0,5 l kosten hier 25 N$, bei 0,3 l sinds 18 N$, woanders ists sogar noch günstiger.

Teil 2030. Juli 2015

Tag 18

Gegen 4 Uhr in der Früh werden wir unsanft geweckt. Jemand klinkt und rüttelt an unserer Tür und klopft an die überaus große Fensterscheibe, die einem Schaufenster gleicht. Ich laufe vorsichtig aus dem Schlafzimmer und schaue Richtung Fenster. Direkt davor sitzt der Chef der Pavianbande und will sich die auf dem Fensterbrett (innen) liegenden Orangen, Kekse und Bananen klauen (die hatte ich bewusst als Lockmittel ausgelegt, um ein schönes Fotomotiv zu kriegen; allerdings rechnete ich nicht damit, dass die Bande um diese Uhrzeit kommt).
Ätsch, die kriegst du nicht!
Als er mich erblickt, ergreift er die Flucht (okay, ich bin noch unrasiert), mit ihm flüchtet die ganze Bande von 10 Affen.
Unsere Koffer sind schnell gepackt, auch das Frühstück geht schnell und wir brechen zu unserer vorletzten Tour auf. Heute geht’s zu MIDGARD COUNTRY ESTATE (ca. 85 km nordöstlich von Windhoek). Die Fahrt auf der Asphaltstraße verläuft reibungslos, ein bisschen Wehmut breitet sich bereits jetzt aus, denn nach dieser Station geht’s nach Windhoek, von da in Kürze wieder heim.
Doch auf der D 2102, die direkt zu MIDGARD führt, glauben wir unseren Augen nicht zu trauen. Um genau 13:30 Uhr springt vor uns entlang der Straße und in einer Entfernung von weniger als 20 m ein Leopard. Er rennt weg, schaut sich mehrmals nach uns um und läuft dennoch auf der Straße statt in die von uns nicht einsehbaren Grasbüschel zu springen. Nach ca. 50 m tut er es dann doch, leider gelingt uns nur ein Bild seines Hinterkörpers, ehe er dann im hohen Gras verschwindet, nicht ohne sich noch einmal umzudrehen.
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Nun wären es also schon 3 der BIG FIVE. Nicht schlecht!

Man erwartet uns bereits und wir werden mit Namen begrüßt. Offenbar sind wir heute die einzigen Gäste. Das stimmt uns nicht zwingend optimistisch, denn es könnte ein Zeichen dafür sein, dass uns Kritikwürdiges erwartet.
Unser Zimmer (im ersten Stock) ist jedoch eine Wucht! Ca. 40 qm groß, Klimaanlage ist clever in der Mitte der Decke angebracht (erlebt man nicht allzu oft), Bad zusätzlich, außerdem ein knapp 20 qm großer Balkon und eine schöne Aussicht auf die Anlage.
Toll, so soll es sein!
Unterhalb des Balkons befinden sich gerade ca. 15 Mitarbeiter dieser Hotelanlage offenbar in einer Arbeitsbesprechung und irgendwie muss ich gerade daran denken, dass der ehemalige Bundespräsident Lübke seit seiner Reise nach Liberia 1962 ja mit dem Ausspruch „Sehr geehrte Damen und Herren, meine lieben Neger“ in Verbindung gebracht wird. Vielleicht stand er ja damals auch auf einem Balkon …
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Ich freue mich jedenfalls, dass das Internet hier endlich einmal funktioniert (auch in akzeptabler Geschwindigkeit) und erledige meine Post.

Nach einer Stunde erkunden wir das weitläufige Areal und ich werde den Verdacht nicht los, dass Hans-Dietrich Genscher gerade hier gewesen sein muss.
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Innerhalb der Hotelanlage befinden sich u.a. eine Hafenbar (!) und ein Automuseum, in dem u.a. zwei TRABANT P 601 stehen. Und ich muss mich nach 25 Jahren mal wieder in einen setzen. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei …



Das abendliche Buffet ist großartig. Selten habe ich solch eine tolle Kürbissuppe gegessen. Und alles Andere passt auch. Bestnote von uns.

Teil 2130. Juli 2015

Tag 19

Der letzte Tag mit dem Mietwagen beginnt. Bis 12 Uhr muss er bei HERTZ in Windhoek sein.
Die Fahrt verläuft ohne Probleme, zum letzten Mal genießen wir die Fahrt auf der Holperpiste und freuen uns, das Eintrittsgeld für die Berg- und Talbahn auf dem Rummel zu sparen.
Kurz vor Windhoek finden wir am Straßenrand einen prächtigen Oryx-Schädel, aus dem die beiden Hörner (ausgesprochene Prachtstücke) ragen. Wir machen Fotos und stellen fest, dass sich die Hörner ganz leicht vom Knochen ziehen lassen. Was für Prachtstücke! Wenn wir die als Andenken mitnehmen könnten, das wäre wohl sowas wie ein krönender Höhepunkt unserer Reise. Aber wir wissen es noch nicht …
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Wir erreichen gegen 11 Uhr unser Hotel UTOPIA BOUTIQUE in Windhoek und sind froh, dass unser Zimmer schon bezugsbereit ist, weil wir so das Auto leer packen und die Koffer in unserem Zimmer lagern können. Das Zimmer ist einfach und sauber, die Hotelanlage sehr überschaubar.
Gegen 11:45 Uhr treffen wir bei HERTZ ein und unser Auto wird überprüft. Die Formalitäten erledigen sich zügig (der gleiche Mitarbeiter, der es uns vor 3 Wochen übergeben hat, nimmt es wieder in Empfang und freut sich, dass wir und das Auto wieder heil auf dem HERTZ-Hof stehen (wahrscheinlich freut er sich sogar mehr, dass alles mit dem Auto i.O. Ist). Unsere erste Namibia-Autofahrt ist nunmehr bereits Geschichte. Schade … trotz all der Pannen!

Wir laufen die Straßen Windhoeks entlang und beschließen, das auf dem Hügel befindliche Nationalmuseum zu besichtigen. Vorher gehen wir in die ebenfalls auf dem Hügel befindliche Kirche, jedoch nicht um zu beten sondern um einen Kassensturz zu machen. Eine Kirche eignet sich dafür gut, hier wird uns wohl keiner beim Geld zählen beobachten und ggf. überfallen, wenn wir in den Kirchenbänken sitzen. Mit dem Verlassen des Gotteshauses werfen wir unser einzelnes Geld in die Spendenbox. Ein Kinderfest steht demnächst hier an, da lassen sich prima Lutscher dafür kaufen.
Zum Museum: Es kostet keinen Eintritt und mit dem Außenfahrstuhl fahren wir bis in die 5. Etage. Herrlicher Ausblick auf Windhoek, können wir nur wärmstens empfehlen (schon allein deshalb!). Das Museum übrigens auch.
Es ist in 3 Etagen untergliedert und behandelt die koloniale Zeit, die Zeit der nationalen Befreiungsbewegung mit der folgenden Unabhängigkeit und als drittes die Gegenwart. Letzteres ist für uns nicht so spannend, die beiden vorigen Ausstellungsräume finden wir gut gemacht.

Wir laufen abwärts und machen Halt am GOETHE-Zentrum. Dies befindet sich nur wenige Meter unterhalb der Kirche. Hier kann man u.a. Deutsch lernen. Der Widerspruch an sich ist, dass hier ein Bayer tätig ist. Aber vielleicht befindet der sich ja grad in der Lernphase.
Den Lesesaal kann man unangemeldet nutzen, wir setzen uns (neben 5 wissbegierige namibische Kinder, ca. 9 bis 13 Jahre alt) und schmökern in Büchern, die sich mit Namibia befassen. G. liest etwas über das ursprüngliche Windhoek und das alltägliche Leben in Katutura. Ich lese etwas zur Kolonialgeschichte (Hans-Dietrich Molzio: Das waren noch Zeiten) und bin mir sicher, daheim günstige Onlineangebote diesbezüglich zu ersteigern, um mich fortführend damit zu befassen. Wenn man irgendwo war, entwickelt man zu dem, was man dann liest, einen ganz anderen Bezug.
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Wir machen noch einmal kurz dort halt, wo an einer breiten Straßenseite namibische Souvenirs angeboten werden und diesmal kaufen wir bei den dort sitzenden Himba-Frauen für G. 3 wirklich schöne Armbänder für zus. 150 N$. Ursprünglich wollten sie dafür 300 N$ haben, für o.g. 150 N$ springen noch paar männerfreundliche Fotos beim Anlegen der Bänder durch eine Himmmmmba-Frau (mindestens E, deshalb 5xm) raus. Im Himba-Dorf waren die Armbänder deutlich teurer, dort war man nicht bereit, unter 100 N$ pro Stück zu gehen.

Gegen 15 Uhr ziehen wir weiter, tingeln durch paar Geschäfte und kehren in die Gaststätte „la Marmite“ (30 Meter unterhalb vom Zoo) wieder ein, die bereits an unserem ersten Tag unseren Hunger und Durst sehr gut gestillt hat.
Auch heute essen wir wieder sehr gut (ich Hecht, G. Springbockfilet) und nach Verlassen der Gaststätte grüßt uns ganz freundlich eine hübsche, junge, dunkelhäutige Frau und lächelt uns zu, ehe sie dann in die Gaststätte geht. Kurze Zeit später wird uns klar, dass sie uns vor 3 Wochen bedient und wiedererkannt hat (unser Wiedererkennungseffekt muss also durchaus gegeben sein).
Wir warten nun auf ein Taxi, das uns ins Hotel bringen soll. Aber Taxi und Namibia, das passt in etwa zusammen wie Schwein und Stabhochsprung. Es dauert eine halbe Ewigkeit, dann hält ein junger Fahrer an. Selbstverständlich bejaht er unsere Frage, ob er den Weg zu UTOPIA kennt. Ich zeige ihm den Stadtplan und den Ort unseres Hotels. Aber genau so gut hätte ich ihm etwas zur chinesischen Grammatik erklären können (was ich jedoch nicht kann), er hätte danach auch gesagt, dass er es verstanden hat.
Das nun Folgende will ich mal abkürzen: Der Tourist (bislang noch nicht in Windhoek gewesen) erklärt dem Taxifahrer (vermutlich dort aufgewachsen), wie man mithilfe eines Stadtplanes (während der zügigen Fahrt, Schriftgröße der Straßennamen max. 2 mm, vom namibischen Wüstensand schmutzige Brille, Schrift kaum erkennbar, Straßenzustand nicht eben) zum gewünschten Ziel kommt. Einziger Vorteil: Im Auto wars wärmer als draußen.

18 Uhr treffen wir im Hotel ein und sind noch am Überlegen, Joes Bierhaus zu besuchen.
Ich lese meine Mails. Auch der Zoll hat mir bzgl. der Oryx-Hörner geschrieben. Die Antwort ist schwammig und in der letzten Zeile steht: „Soweit die vorstehende Antwort fachliche Ausführungen enthält, sind diese aus rechtlichen Gründen unverbindlich.“ Hm, also quasi eine Antwort aus der Rubrik „Antworten, die Sie sich schenken können“.

20:15 Uhr beschließen wir, doch lieber faul zu sein ...

Teil 2201. Aug. 2015

Tag 20

Unser letzter Urlaubstag, ehe es morgen heim geht.
Das Frühstück ist so la la , der wirklich gute Kaffee verdient jedoch eine besonders positive Erwähnung.
Wir chartern uns ein Taxi und fahren gegen 9:30 Uhr in die Stadt. Bewusst hatten wir am Ende unseres Urlaubes noch 2,5 Tage Windhoek vorgesehen, sind aber mittlerweile der Meinung, dass es auch 1,5 Tage getan hätten, zumal wir zu Urlaubsbeginn auch schon in der Stadt waren und erst am zweiten Tag unser Auto geholt haben.

Wir lassen uns bis zur Christus-Kirche oberhalb der Fidel-Castro-Straße fahren und suchen das Reiterdenkmal. Es steht inzwischen gut versteckt im Innenhof der Alten Feste, abgeschirmt vor neugierigen Besuchern.
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Eine schöne hohe Reiterskulptur, so will ichs mal etwas unpolitisch benennen, denn ich kann die Namibier durchaus verstehen, dass sie ein anderes Denkmal an den ehemaligen Standort des Reiterdenkmals gestellt haben.
Wir machen paar Fotos und ziehen weiter bergab auf die INDEPENDENCE AVENUE, um dort ein wenig zu flanieren. Nichts Besonderes, nichts Erwähnenswertes.

Doch! Etwas fällt mir hier im Land ungemein positiv auf: Raucher scheints hier entweder nicht zu geben oder aber sie haben soviel Anstand, dass sie dies nicht rücksichtslos in der Öffentlichkeit tun. Es ist sehr angenehm zu sehen, dass auch junge Menschen offenbar kein Gefallen am blauen Dunst finden.

Wir laufen Richtung Einkaufszentrum und beschließen, etwas zu essen. Unsere Wahl fällt auf Sushi (lieben wir beide) und G. trinkt ihr erstes Savanna Dry Cider (Schlabberwasser für Frauen; 6% - davon träumt die FDP-, sehr zu empfehlen, meint sie).
Die Sushizubereitung dauert mehr als 45 min, das gefällt mir gar nicht. Auch die obligatorischen Mini-Brötchen vor dem Essen hat die Bedienung vergessen, über 20 min hängen wir mit schmachtendem Blick an der bereits auf dem Tisch stehenden Butter und hungern (trotz Übergewicht) vor uns hin.
Wenn man die lange Wartezeit bei der Bestellung erwähnt hätte, wäre es noch in Ordnung, so jedoch nicht. Deshalb gibt’s auch kein Tip. Das Sushi selbst war jedoch gut.

Wir schlendern noch ein bisschen rum und werden an der Kreuzung zur Fidel-Castro-Straße zum wiederholten Mal von jungen Männern angesprochen, die ihre Kindheit in einem DDR-Kinderheim verlebt haben.
„Ich bin auch Deutscher, stamme aus Schwerin“, ruft mir ein tiefschwarzer Namibier zu. „Klar, sehe ich doch“, will ich antworten, ehe ichs mir anders überlege.
Sie sprechen tatsächlich sehr gut deutsch und erklären uns, dass es zu diesem deutsch-namibischen Geschichtsabschnitt demnächst hier eine Ausstellung geben soll, für die sie nun Geld sammeln. Sie zeigen uns (offenbar gefakte) Spendenlisten mit angeblich 20 €, 200 N$ und anderen relativ hohen baren Zuwendungen und bitten uns, uns auch einzutragen. Wir sind aber schon vorgewarnt (u.a. von Farmer Rainer -siehe auch Tag 2- und auch durch zwei in der Christus-Kirche ausliegende Zeitungsartikel, in denen vor diesen Betrügern gewarnt wird – manchmal sind Kirchenbesuche ganz nützlich ...) und lehnen weitere Gespräche dankend ab.
Wir lassen uns ins Hotel fahren (30 N$) und legen uns aufs Ohr.

Am Abend lassen wir uns zu Joe`s Bierhaus kutschen. Ist nur 3 km von unserem Hotel entfernt.
Das Bierhaus selbst ist eine echte Attraktion, sollte man tatsächlich gesehen haben, wenn man hier urlaubt. Urige Atmosphäre, richtig gute Stimmung.
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Das Essen jedoch ist allenfalls mit Note 3 zu bewerten. Ich bekam ein anderes Fischgericht, als ich bestellt hatte und G., die sich die gemischte Platte mit Springbock, Kudu, Krokodil und Zebra bestellt hatte, war zwar nicht unzufrieden, aber wir haben hier in Namibia schon deutlich besser und auch günstiger gespeist. Trotzdem sollte man das Bierhaus gesehen haben. G. trinkt erstmals in ihrem Leben Glühwein im Juli.
Zwei Stunden später lassen wir uns heimfahren (30 N$) und freuen uns aufs Bett.

Morgen wird’s heimgehen (uns grauts schon vor dem Flug), nach unserer Rückkehr werden wir ein kurzes Fazit unserer Reise ziehen.

Teil 2306. Aug. 2015

Tag 21

Unser letzter (Halb)Tag bricht an. Wir packen unsere Koffer und überlegen, was wir mit der restlichen Zeit anfangen wollen. Wir werden 17:30 Uhr abgeholt, vor uns liegen noch gut 8 Stunden.
Wir lassen uns in die Stadt fahren, deponieren unser Gepäck an der Rezeption. Der Bahnhof ist unser Ziel. Der Taxifahrer schwächelt erneut bei den Ortskenntnissen, muss die namibische Polizei fragen.
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Ich leihe ihm zum Stadtplan lesen meine Lesebrille und er stellt fest, dass er wohl auch eine braucht.
Es gibt zwar nicht viel am Zielort zu sehen aber wir fühlen uns ob des Bahnhofsinneren 40 Jahre zurück versetzt. So ähnlich habe ich kleinere Bahnhöfe noch in Erinnerung.
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Die vor dem Bahnhof stehende Lok dient uns als Fotoobjekt. Leider ist das Bahnhofsmuseum geschlossen, es hat nur Mo-Fr offen.
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Wir nehmen Kurs auf die Innenstadt, wollen uns dort noch die Zeit vertreiben. G. hat
noch einen Beutel mit 2 Paar Stoff- und 1 Paar Turnschuhen (2x neu und einmal gut erhalten), die sie nicht wieder mit zurück nehmen und hier an Arme spenden will. Wir halten Ausschau nach Bedürftigen, können jedoch kaum welche erkennen.
An einem Handyschalenverkaufsstand steht eine junge Frau, ihr Baby liegt in ihrer Nähe. Ich gehe zu ihr und frage sie, ob sie die 3 Paar Schuhe gratis möchte. Sie bejaht sofort und freut sich. Von nebenan kommt ihr Standkollegin und ich höre nur das Wort „Cinderella“, was sie zu ihr sagt. Ich nehme ihr Baby auf den Arm, G. macht paar Fotos und Cinderella betrachtet die Schuhe und bedankt sich. Wir freuen uns auch.

Wir ziehen weiter, müssen noch über 1000 N$ auf den Kopp kloppen und biegen in die Poststraße ein. Irgendwie muss ich hier beim Anblick der vielen hübschen jungen Frauen an Rainer Brüderle denken. Hier würde er ein wahres Eldorado für seinen Geschmack finden und wenn er paar Dirndl einpackt und her kommt, könnte er hier seinen Fetisch ausleben. Ich werd ihm wohl mal schreiben …

Wir laufen ziellos rum und werden noch einmal von den ehemaligen namibischen DDR-Kindern angesprochen. Diesmal antworte ich auf russisch, dass ich sie leider nicht verstehen kann. Nach 10 s ist der namibische Versuch, deutsche Touristen übern Tisch zu ziehen, gescheitert. Wir müssen lachen und trinken einen Eiskaffee.
Zum Mittagessen gehen wir in THE GOURMET, was sich in der Poststraße befindet.
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Ich lasse mir die Fischplatte (180 N$), G. ein Straußensteak (185 NS, exellent!) servieren. Wir sind sehr zufrieden.
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Unser noch vorhandenes Geld setzen wir in einem Supermarkt um, kaufen verschiedene Sorten Biltong und eine Riesenpackung Gebäck, das es bei uns nicht gibt.
Mit dem Taxi lassen wir uns zurück bringen. Für die jeweiligen Touren bezahlen wir zusammen zwischen 30 und 40 N$ und finden das preislich in Ordnung.
5,65 N$ sind übrig geblieben.
17 Uhr sind wir abholbereit, aber auch 18 Uhr (mit 30 min über der angegebenen Zeit) ist noch keiner da. Ich rufe an und erlebe einen überraschten Gesprächspartner, der von einer Abholung zweier abreisender Touristen nichts weiß.
Toll gemacht, ERLEBE NAMIBIA!
Er ordert einen Fahrer, dieser trifft 18:25 Uhr bei uns ein. Die Straße zum Flughafen wird aktuell als große Baustelle ausgeschrieben, er fährt absolut unterirdisch, um uns rechtzeitig abzugeben.
Wir kommen rechtzeitig an, beim Einchecken passiert mir ein Missgeschick: Ich vergesse, mein Taschenmesser aus dem Handgepäck in den Koffer zu legen. Prompt findet es die aufmerksame Beamtin mit dem Röntgenblick. Sie erklärt mir freundlicherweise, dass ich es mitnehmen kann, wenn ich mein Handgepäck quasi als Koffer noch mit aufgebe. Das mache ich und somit habe ich im Flugzeug gar kein Gepäck. Auch nicht schlecht.
Im Airportladen kaufe ich mir noch für 4 N$ eine ALLGEMEINE ZEITUNG, nun sind nur noch 1,65 N$ übrig. Clever kalkuliert zu Urlaubsbeginn!

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Der Flug vergeht wie im Flug, der Hinflug kam uns trotz der Freude auf den bevorstehenden Urlaub deutlich länger vor. Cola-Rotwein und Whisky sorgen für einen wohligen sanften Dämmerzustand. Pünktlich landen wir morgens in Frankfurt.

Unsere erste Reise durch Namibia von zeitungsleser

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/286671-unsere-erste-reise-durch-namibia

Stand: letzter Berichtsteil vom 06. Aug. 2015

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