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Reisebericht · namibia-forum.ch

Mit "Safari" auf Safari (Namibia 2014)

von Black Lion · Apr. – Mai 2014 · 16 Tage · Selbstfahrer · 15 Teile

Über diesen Reisebericht

Als Selbstfahrer reist Plüsch-Löwin „Safari“ im April und Mai 2014 mit ihrem Ghostwriter und einem gemeinsamen Freund nach Namibia – für den Ghostwriter die erste Namibia-Reise. Erzählt ist der Bericht durchgehend aus ihrer Sicht einer Löwin: Sie nennt die beiden Reisenden liebevoll den schwarzen und den grauen Löwen und begleitet sie mit viel Wortwitz durch zwei Wochen Namibia. Die Reise selbst, ihre Stationen und Fotos sind echt, nur die Löwinnen-Perspektive ist erfunden.

Mit dem gemieteten 4x4 samt Dachzelt geht es von Windhoek über die Düsternbrook nach Swakopmund, mit einer Robben- und Wüstentour zur Sandwich Harbour, weiter über die Felsmalerei White Lady am Brandberg und die Gepardenfarm Otjitotongwe in den Etosha-Nationalpark. Dort wohnen sie nacheinander in Dolomite, Okaukuejo und Halali und fahren Tag für Tag auf eigene Faust Wasserloch für Wasserloch ab. Nach einem Ruhetag bei Otjiwarongo und einem Besuch bei einem befreundeten Farmer geht die Reise auf dem privaten Reservat Erindi zu Ende, mit einem geführten Cheetah Walk und einer letzten Löwen-Fotosafari.

Etosha liefert die großen Momente: eine über drei Stunden dauernde Löwinnenjagd auf Zebras am Wasserloch „Nebrownii“, bei der die Beute den drei Jägerinnen im letzten Moment entkommt, ein knurrender „Grumpy Lion“ im Gebüsch nahe der Straße und ein ganzes Rudel mit vier Junglöwen am Wasserloch. Dazu kommen mehrfach Spitzmaulnashörner, Elefantenherden an den Wasserlöchern und, auf Erindi, zu Fuß verfolgte Geparden. Am Ende zählt „Safari“ stolz 43 gesehene Löwen – aus dem bescheidenen Ziel, „mindestens einen“ zu sehen, ist einiges mehr geworden.

Teil 122. Juni 2014



AFRIKA...

Mein Herzenswunsch war es ja schon immer einmal nach Afrika zu reisen. Schon seit dem Tag, als ich das Licht der Welt erblickte. Zwar konnte ich in meinem bisherigen Leben schon viele andere schöne Orte kennenlernen, wie zum Beispiel Wien, Hamburg, Krakau und einmal sogar Novosibirsk. Aber meine eigentliche Reisesehnsucht hat mich schon immer nach Afrika zu meinen Artgenossen gezogen.
Zu meinem Glück aber, bin ich mit meiner Neugierde auf Afrika und ihre Savannen und Landschaften nicht alleine. Denn um ehrlich zu sein, habe ich meine Reise nach Afrika hauptsächlich dem schwarzen Löwen und seinem genauso verrückten graufelligen Freund  zu verdanken. Und um noch etwas weiter ins Detail zugehen, war diese Reise eigentlich schon seit über 2 Jahren zusammen mit der weißen Löwin geplant. Aber da die weiße Löwin und der schwarze Löwe im letzten Jahr eine kleine Löwin als Nachwuchs bekommen haben, musste sie zum Leidwesen des schwarzen Löwen Zuhause bleiben. Und da man einen Löwen ja unmöglich alleine lassen kann musste der graue Löwe und natürlich auch ich noch mit.

Oh, Verzeihung! Ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt! Mein Name ist "Safari" und ich bin eine absolut reiselustige Plüschlöwin.



Upps... Entschuldigung! Falsches Foto, auch wenn es wunderbar meine Seele wiederspiegelt '^^



Zunächst hier erst einmal unsere Reiseroute:


Mo 21.04.2014	Frankfurt Flughafen
Di 22.04.2014	Düstenbrook Guest Farm, bei Windhoek
                Cats Unlimited
Mi 23.04.2014	Swakopmund, Veronika Bed & Breakfast
                Souvenir-Jagd
Do 24.04.2014	Swakopmund, Veronika Bed & Breakfast
                Delphin-, Robben- und Wüstentour (Laramon Tours)
Fr 25.04.2014	Brandberg White Lady Lodge, Camping
                Wanderung zur White Lady
Sa 26.04.2014	Otjitotongwe Bungalows & Campingplatz
                Geparden Tour (Geparden hautnah)
So 27.04.2014	Etosha, Dolomite Camp
                Game Drive mit Elefanten
Mo 28.04.2014	Etosha, Okaukuejo Camp
                Game Drive mit Löwen =^.^=
Di 29.04.2014	Etosha, Okaukuejo Camp
                Game Drive mit jagenden Löwinnen =^.^=
Mi 30.04.2014	Etosha, Halali Camp
                Game Drive mit Nashörnern
Do 01.05.2014	Game Drive mit Löwenjungen =^.^=
                Onguma Private Game Reserve
Fr 02.05.2014	Bush Walk
                Otjibamba Country Lodge, Otjiwarongo
Sa 03.05.2014	Otjikoko, Camelhorse Safari
                Erindi, Old Traders Lodge
So 04.05.2014	Erindi, Old Traders Lodge
                Cheetah Walk
                Private Game Drive
Mo 05.05.2014	Flughafen Windhoek
Di 06.05.2014	Frankfurt Flughafen




Kapitel 1: "Hilfe meine Kreditkarte!"

21.04.2014

Angefangen hat unsere Reise, so wie jede andere auch, Zuhause. Und da auch noch gerade Ostermontag war, hatten wir sogar noch Besucht da, von welchem man sich natürlich auch nur schweren Herzens verabschieden konnte.

Unsere erste Etappe führte mit zum Flughafen Frankfurt, wo wir unser Auto für 117 Euro für die nächsten 2 Wochen im Parkhaus 8 stehen lassen konnten.

Wenn eine Löwin einen Flughafen betritt, hätte man ja eigentlich erwarten können, dass alle panisch davonrennen. Aber da ich ja eine nette und kinderliebe Löwin bin, war genau das Gegenteil der Fall. Viele Leute drehten sich nach mir um, so als ob sie auch ein Stück von der Freude abhaben wollten, welche ich ausstrahlte. Oder war es doch eher von uns dreien? Ich weiß es nicht. Alles was ich noch weiß ist, dass wir und die beiden netten Damen am Check-In-Schalter, welche uns freundlicher Weise auch noch einen Fensterplatz organisierten, seht gut unterhalten haben. Danach ging es dann noch problemlos durch die Pass- und Sicherheitskontrolle, so dass wir 2 Stunden vor dem Boarding schon am Gate waren. Die Zeit vertrieben wir uns mit Flugzeuge beobachten, letzte Geschäfte verrichten und Handys aufladen (wer wusste schon, wann es dazu die nächste Gelegenheit gibt). Unser Flieger war die neue A330 von Air Namibia mit Entertaimentsystem und anderen Luxuriositäten. Aber da die Sitze in der Economie-Class, besonders für den 1.9 m großen schwarzen Löwen, einfach zu eng waren, war die Nacht dann doch alles andere als bequem. So kamen wir zwar ausgeruht, aber dennoch ein wenig müde nach 9.5 Stunden Flug in der Nacht auf dem Hosea Kutako International Airport an.

22.04.2014

Da wir in der Mitte des Flugzeuges saßen, konnten fast alle anderen Passagiere vor uns das Flugzeug vorne und hinten verlassen und die Passkontrolle im Flughafen erreichen. Zwar wiegten wir uns zunächst im Glück, als auch die Kontrollschalter für Afrikaner, Namibianer und Diplomaten für uns freigegeben wurden. Aber da das Ausstellen des Visums eine halbe Ewigkeit dauern kann, zumindest wenn man eine genauso übermüdete (und vermutlich auch erkältete) Zollbeamtin hat, welche sich darüber hinaus auch noch anderen Fällen an anderen Schaltern zuwendet, waren wir nicht wirklich viel schneller das Diejenigen in der großen Warteschlange. Letztendlich half uns unsere Vorfreude auf Namibia über die Wartezeit hinweg. Und nachdem wir dann auch schnell unser schon wartendes Gepäck vom Laufband gefischt hatten, kamen wir in den eigentlichen Flughafenbereich. Dort erwartete uns auch schon ein netter Namibianer von ASCO und teilte uns erst einmal mit, dass sich die Abfahrt bis ca. 6:50 Uhr, also noch etwas über eine Stunde, verschieben würde, da das Vermietungsbüro erst um 7:30 Uhr aufmacht.



Wir nutzen die Zeit und versuchten erst einmal Geld am ATM zu besorgen. Und das Wort "versuchten" traf die Sache auch so ziemlich auf den Kopf. Zuerst versuchte es der schwarze Löwe mehrmals vergeblich mit seiner Kreditkarte Geld abzuheben. Und auch sein Freund konnte mit seiner Kreditkarte dem Automaten lediglich 500 ND entlocken. Zum Glück hatte der graue Löwe aber von Zuhause noch 1900 ND mit nach Namibia gebracht, so dass wir mit dem Geld uns zumindest schon einmal mit SIM-Karten von MTC am Flughafen eindecken konnten (sollte man unbedingt gleich testen und wenn es nicht geht gleich reklamieren). So hatten wir zumindest einmal wieder Internetanschluss. Mit leichter Verspätung, da wir noch auf ein anderes Touristen-Paar warteten, ging es dann auch mit dem ASCO-Shuttle-Service nach Windhoek.

Dort angekommen erledigten wir die ersten Formalitäten, bis es dann an die Hinterlegung der Kaution ging. Die ADAC-Kreditkarte des schwarzen Löwen wurde kategorisch abgelehnt, da die Kreditkartennummer nicht fühlbar hervorgehoben war. Selbst nach mehrmaligen Nachfragen schmetterte die Bedienstete die Karte ab, da angeblich die Versicherung darauf bestand und die Kartennummer unbedingt mit einem Abpausgerät kopiert werden musste. Aber auch die Kreditkarte des grauen Löwen ging beim Autovermieter nicht, da die Bank die Abbuchung/Reservierung der Kaution nicht mehr akzeptierte, da sie (nach der Abhebung am Flughafen) einen Betrugsversuch vermutete. Erst als wir es schafften Mithilfe einer Internetrecherche eine gültige Hotline Nummer der Bank zu finden, konnten wir die Sperrung aufheben. Die Übernahme des Wagens verlief danach etwas gemischt. Negativ waren die Kühltruhe, das Reifenprofil und das CD-Radio. Nicht nur, dass die Kühltruhe nur 30 l, statt der versprochenen 40 l umfasste. Sie war darüber hinaus auch an der Hauptbatterie des Autos angeschlossen und funktionierte nur, wenn die Zündung an war. Eine zweite Batterie gab es nicht. Darüber hinaus war die Isolierung der Kühltruhe auch so schlecht, dass 3-6 C° erst nach 4 Stunden Fahrt erreicht wurden und dann auch gefühlt nur für 2-3 Stunden gehalten werden konnte. Mehr als zur Kühlung der Getränke war daher nicht zu denken. Bei den Reifen waren es die noch lediglich 6 mm Profil, welche zwar anscheinend noch im Rahmen waren, aber doch unangenehm auffielen und einem die ganze Zeit über leicht bangen ließen, dass der Reifen unterwegs platzt. Und zuletzt war da noch das CD-Radio, welches natürlich weder Bluetooth noch einen Line-In hatte. Zwar bot man uns an für 150 ND einen FM-Transmitter zu leihen, aber da wir ja immer noch knapp bei Kasse waren, begnügten wir uns halt mit Radio und Musik über die Handylautsprecher :/.

Letztlich kamen wir dann so um 9 Uhr endlich vom ASCO-Parkplatz los und stürzten und sehr vorsichtig in den Windhoeker Linksverkehr.

Als erstes steuerten wir den Superspar an und kauften dort für möglichst unter 2000 ND ein, da wir ja nicht mehr Geld hatten. Aber zum Glück sind in Namibia doch einige Dinge günstiger, so dass wir mit ca. 1200 ND uns mit dem nötigsten für die nächsten 2 Tage eindecken konnten. Und, oh Wunder, wurde dort auch die ADAC-Kreditkarte des schwarzen Löwen problemlos akzeptiert. Beflügelt von diesem Erlebnis versuchten wir unser Glück am nächsten ATM (Standard Bank). Und was soll ich sagen, es klappte auf Anhieb ohne Probleme 3 mal 2000 ND abzuheben. Damit waren dann auch unsere Geldsorgen erledigt, so dass wir in der benachbarten Pizzeria/Schnellimbiss um 11:30 Uhr zu Mittag aßen. So um 12:30 Uhr fuhren wir dann auch aus Windhoek raus, da wir ja noch nach Düstenbrook zur Katzentour wollten. Also raus auf die B1, vorbei dann der Kontrollstation und dann nach ca. 40 km links ab auf die D1499. Nach der Durchquerung des ersten kleinen Bachbettes, welches der schwarze Löwe zuvor noch auskundschaften musste, war die Straße plötzlich ca. 8 km vor Düstenbrook gesperrt, wegen Hochwasser. Zum Glück gab es eine feldwegähnliche Umfahrung, über welche wir dann doch noch um 14 Uhr in Düstenbrook ankamen. Da die "Cats Umlimited" Tour auch schon wenig später um 14:30 Uhr starten sollte, haben wir nur kurz eingecheckt und unsere Sachen erst einmal im Auto gelassen.


Und hier noch ein paar Bilder von der Anfahrt 🙂


Die "Cats Unlimited"-Tour selber war für die beiden Hobby-Foto-Jäger grandios. Zunächst ging es, in einem offenen Tourwagen, in das Gepardengehege, wo wir auch gleich von zwei Geparden begrüßt wurden. Der Guide ist dann aber noch bis in die Mitte des weitläufigen Geheges gefahren, so dass von einem Zaun nichts mehr zu sehen war. Dort wurden die zwei Geparde dann mit kleinen Fleischstücken angefüttert, so dass man wunderschöne Fotos schießen konnte. Nur leider gab der Guide, selbst nach Bitte, keinerlei Zeichen, bevor er die Fleischstücke den Geparden zuwarf, so dass wirklich sensationelle Fotos ausblieben.





Nach den Geparden wiederholte sich das Spiel fast gleich dann auch beim Leoparden "Teddi". Hier legte der Guide die Fleischstücke, gut einsehbar auf einen Ast und suchte dann aber erst einmal den Leoparden XD. Naja, seht selbst. ich denke die Fotos sprechen Bände.





Nach der ca. 90 minütigen Tour, ließen wir uns von einem anderen deutschen Paar noch dazu hinreißen, noch den anschließenden Game-Drive mitzumachen. Zu sehen bekamen wir außer Onyx, Gnus, Strauße und Warzenschweine nichts Besonderes.



Und auch von den Hippos im Stausee war außer ein paar Augen und Nasenlöchern nicht wirklich viel zu sehen. Darüber hinaus war nach dem über 2 stündigen Game-Drive auch schon die Sonne untergegangen, so dass das Licht alles andere als optimal war. Als wir dann wieder am Farmhaus ankamen konnte man gerade noch ohne zusätzliches Licht was sehen. Wir also schnell ins eigene Auto und den Weg zum Chalet am Damm angetreten. Zum Glück kannten wir den Weg schon vom Game-Drive, so dass wir diesen dank des integrierten Navigationssystems des schwarzen Löwen auch sicher im Dunkeln fanden. Nur die 5 wilden Pferde, welche uns im Dunkeln den Weg versperrten, verzögerten unsere Ankunft. Da es nun völlig dunkel war, trugen wir unsere ganzen Sachen im Sternenlicht in das kleine Häuschen, bevor wir die Tür schlossen und erst dann das Licht anmachten, um keine Mücken anzulocken. Wir haben dann auch nur das Nötigste ausgepackt und lieber noch etwas Zeit für wunderschöne Sternenhimmelfotos verwendet, bevor wir dann völlig erschöpft um ca. 21 Uhr ins Bett fielen.





Ich hoffe ich konnte bei dem ein oder anderen die Lust erwecken hier ein wenig mitzulesen und "mitzuerleben". Und auch wenn der Reisebericht noch nicht ganz fertig ist, so kann ich jetzt schon versprechen, dass es viele viele schöne Fotos geben wird! Also, bleibt an meiner Schwanzquaste!

Bis zum nächsten Kapitel: "Ein wunderschöner Morgen"
Eure "Safari" =^.^=

Teil 223. Juni 2014

Ihr seid alle hier so nett ^^

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen so alle 3 Tage meinen Reisebericht fortzusetzen, da ich aktuell erst noch in Kapitel 5 stecke und ich vermutlich auch nur ein Kapitel pro Woche schaffe. Aber euch kann man ja nicht warten lassen =D

@loeffel: Wir wären bei der Anfahrt auf Düstnbrook vermutlich auch durchgekommen. Wobei... bei unserem grauen Löwen bin ich mir da mal nicht ganz so sicher...
Jedenfalls war da ein entsprechendes Schild mitten auf der Strasse und wir wollten am ersten Tag in Afrika keinesfalls in einem Flussbett steckenbleiben.
Ansonsten kann es gut sein, dass du mich beim Rückflug zusammen mit meinen beiden Löwen gesehen hast. Als Löwin fällt man eben doch schon etwas auf. Wobei man bei manchen vom Bodenpersonal am Flughafen hätte meinen können, sie hätten noch nie eine Löwin gesehen. Und dabei war ich doch das erste mal in Afrika! Wie die versucht haben mich mit ihren absolut unterirdischen Löwenakkzent aus der Reserve zu locken. Echt peinlich kann ich da nur sagen 😛

@ANNICK: Ja, Verwandschaftsbesuch stand auch ganz groß auf unserer Reise(Wunsch-)liste. Ich hoffe aber du kannst dich noch bis Kapitel 5 gedulden, denn ab da geht es erst richtig los!


Kapitel 2: "Ein wunderschöner Morgen"

23.04.2014

Als wir früh morgens in unserem kleinen Chalet am Damm auf Düstenbrook aufwachten war es kalt, sehr kalt. Vermutlich so irgendetwas um die 7 C°. Und das lediglich unter einer kleinen Flies- und Daunendecke. Aber hart im Nehmen, wie wir Löwen nun einmal sind, gab es eine Katzenwäsche unter kaltem Wasser noch vor Sonnenaufgang. Der Durchlauferhitzer auf der Rückseite der Hütte half nicht wirklich warmes Wasser zu bekommen. Dafür entschädigte jedoch der idyllische Sonnenaufgang, welchen wir unter den etwas misstrauischen Augen der vier Hippos verbrachten.



Jetzt waren wir endlich auch Gefühlt in Afrika angekommen.





Da wir ja nur eine Nacht auf Düstenbrook gebucht hatten, packten wir das "Nötigste" wieder in das Auto und führen im immer noch schönen Morgenlicht zurück zur Farm. Auf der urigen und gemütlichen Terrasse wartete dann auch schon unser Frühstück auf uns.



Nachdem wir uns bei dem Besitzer der Farm versichert hatten, dass die Straße lediglich für normale Kleinfahrzeuge wegen dem Wasser im Fluss nicht passierbar war, fuhren wir die gerade gegräterte normale und kürzere Straße zurück. Und tatsächlich meisterte der schwarze Löwe die beiden Flussdurchfahrten problemlos. Da wir uns am Morgen, entgegen der ursprünglichen Planung, viel Zeit gelassen hatten, nahmen wir nicht den Weg über die C28 ab Windhoek, sondern die schnellere Teerstraße B1/B2 nach Swakopmund. In Usakos passiere es dann auch das einzigste Mal, dass wir falsch Abbogen und uns um 200m "verfuhren", was aber unser Privat-Navigator sofort bemerkte. Aber mal ehrlich, wer rechnet schon damit, dass eine Hauptstraße in einem kleinen Dorf abzweigt?


(Kleine Pause nach Usakos)

Vorbei am Erongo-Gebirge und an der Spitzkoppe wurde die Vegetation immer spärlicher, je näher wir uns Swakopmund näherten. Unterwegs mussten wir auch noch für 2 Minuten links anhalten, da uns ein überbreiter Schwertransport entgegen kam. Zum Glück wusste der schwarze Löwe, aus einem anderen Reisebericht, gleich was los ist.



Als wir Swakopmund dann schon um 15 Uhr erreichten, wurden wir sehr nett und natürlich auch gleich auf Deutsch von Hans-Jürgen begrüßt. Hans-Jürgen und seine Frau sind die Besitzer der Pension "Veronkia B&B", wo wir die nächsten 2 Nächte gebucht hatten. Gleich zu Beginn hat uns Hans-Jürgen nicht nur mit einem Stadtplan, sondern auch mit vielen Tipps und Empfehlungen versorgt. Daher war nicht nur die empfohlene 10 minütige Route zur Innenstad am Strand schön zu laufen, sondern auch die von uns gesuchten Geschäfte schnell gefunden. Neben jeder Menge an Souvenirs für die Daheimgebliebenen, haben wir uns auch noch einen FM-Transmitter für nur 125 ND gekauft (!). Vor allem für die kleine Tochter des schwarzen Löwen haben wir viele niedliche Kleidungsstücke für den Sommer gefunden, welche natürlich alle mitgenommen werden mussten. Nur einen Löwinnenring suchten wir vergebens. Aber dafür haben wir noch im Geschäft und kurz vor Ladenschluss eine bezahlbare Sonnenbrille für den schwarzen Löwen gefunden, welcher noch keine hatte und so etwas Zuhause auch nie anzieht.



Den Tipp von Haus-Jürgen folgend, betraten wir dann zum Abendessen um 17:30 Uhr "Erich's" Restaurant. Und es war unser großes Glück, dass wir so früh da waren, da für den Abend das gesamte Lokal schon vorreserviert war und wir auch so hungrig aussahen, so dass wir auf jeden Fall vor den ersten erwarteten Gästen fertig sein würden. Alle anderen Touristen, welche nach uns ihr Glück versuchten, mussten von Susi nett aber bestimmt wieder fortgeschickt werden. Zu Essen gab es unter anderem einen Safari-Teller (hihi), wo man sich durch vier verschiedene Wildfleischsorten durchprobieren konnte. Unsere persönliche Hitliste sah dann dementsprechend so aus: Kudu, Eland, Springbock, Oryx. Allerdings habe ich den beiden Löwen auch gleich gesagt, dass ich nicht immer Kudu würde zu fangen kriegen und dass sie sich gefälligst mit dem zufrieden geben sollten, was sie zwischen die Zähne bekamen.



Insgesamt haben wir für das vorgejagde Essen und Trinken nur ca. 430 ND bezahlt, was wir überraschend günstig fanden.
Nach der Dämmerung kamen wir dann zurück in unser Zimmer, widmeten uns mit warmen Wasser der Fellpflege und schliefen glücklich und zufrieden ein.

Und zumindest ich konnte eine gute und erholsame Portion Schlaf sehr gut gebrauchen, denn wie der Titel des nächsten Kapitels "Viel Wasser und noch mehr Sand!" schon andeutet, ging es am nächsten Tag in für Löwen eher ungemütliche Gefilde.

Eure Safari =^.^=

Teil 325. Juni 2014

@Ziggy: Schön, dass du auch dabei bist. Darf ich neben dir dann auch noch deinen großen und deinen kleinen Löwen mit zu unserem Rudel dazuzählen?
Ansonsten kann ich mir gut votstellen, wie sehr euch eure Vorfreude gerade beflügelt. War bei mir nicht im geringsten anders =)
Ist es denn auch eure erste Reise nach Afrika?

Uii, schön! Wir sind ja schon auf Seite 3! Da kann ich doch gleich mein nächstes Kapitel einstellen :3



Kapitel 3: "Viel Wasser und noch mehr Sand!"

24.04.2014

Am nächsten Morgen sind wir zwar recht spät, aber für unsere noch an Deutschland gewohnten Verhältnisse früh aufgestanden, um bis 8 Uhr fertig zu sein. Wir hatten nämlich an diesem Tag eine ganztägige Robben- und Wüstenrundfahrt bei Laramon-Tours gebucht, dessen Transferbus nach Walvis Bay um diese Zeit ankommen sollte. Das geschah dann auch so, so dass wir nach einer kleinen Pinkelpause am Hafen um ca. 9 Uhr den großen Katamaran enterten, der uns für die nächsten 3 Stunden auf dem Atlantik bringen sollte. Neben den großen Robbenkolonien am Strand, haben wir auch viele Möwen und Pelikane gesehen, welche mit halben Fischen angelockt wurden.



Und da einer der Guides diesmal sogar von sich aus ein Zeichen gab, wann er den Fisch werfen würde, ist dieses sensationelle Foto des Tages entstanden.



Danach suchten wir noch die Delphine und fanden sie erst, als wir schon wieder auf dem Rückweg waren. Dadurch dass Delphine sich natürlich die meiste Zeit unter Wasser aufhalten, sehr schnell sind und auch das Wasser eher trüb und undurchsichtig war, waren die Delphine sehr schwer (mit der Kamera) zu jagen. Aber mein schwarzer Löwe hat es trotzdem geschafft =^.^=



Zum krönenden Abschluss kam dann noch eine der "zahmen" Robben zu uns aufs Boot gesprungen und lies sich, von denen die sich trauten, auch streicheln.


Für mich, als leicht wasserscheue Großkatze, war dass dann aber eher nichts.

Richtig abenteuerlich wurde es dann aber, als wir auf der anderen Seite der Hafenbucht vom Schiff in die warteten Geländewägen steigen mussten. Der Abstieg vom Schiff auf einen Verladesteg war ja noch problemlos. Etwas problematischer für die zwei Löwen war jedoch, dass vom Steg die letzten 8 Meter erst kürzlich von einem Sturm zerstört wurden und die Beiden daher mit ihren Pfoten ins kalte Wasser steigen und zum Strand waten mussten (ich wurde natürlich getragen =) ). Zum Glück war das Wasser ruhig und auch nur Knietief.



Mit dem Geländewägen ging es dann mit einem Affenzahn zunächst durch Sand und Dünen an die Grenze des Namib-Parks, wo wir eine kleine Pause machten und ich ein kleines Andenken fand (kleiner Knochen einer Robbe).





Unser Guide erklärte uns auch, dass dies auch für einige Zeit die Grenze zwischen Namibia und Südafrika war, als der Hafen und Walvis Bay noch zu Südafrika gehörte.



Nachdem wir uns noch mit einem kleinen Getränk gestärkt hatten ging es dann mitten in die Namib-Wüste und deren hohen Dünen hinein. Unglücklicher Weise saßen wir im Fahrzeug in der letzten Reihe, so dass wir rein visuell von der wilden Achterbahnfahrt nur wenig mitbekamen. Verstärkt wurde dies dann auch noch durch das gerade anhaltende neblige Wetter, welches sowohl den Sand, als auch den Himmel in einen einheitlichen Beige-Grauton hüllte. Das Ergebnis dieser optischen Orientierungslosigkeit und der etwas stärken Beanspruchung des Gleichgewichtsinns hatte dann eine leichte Übelkeit zur Folge, welche dann leider auch das schöne und abwechslungsreiche Mittagessen in der Wüste etwas trübte.





Nach einem kleinen Sparziergang auf einen nahegelegenen Dünenberg ging es mir jedoch dann schon wieder etwas besser, so dass ich dann auch die Fahrt zur "Sandwich-Habour" gut überstanden habe, auch wenn ich wie "Bolt" ab und zu einfach den Kopf aus dem Seitenfenster strecken musste. Die Sandwich-Bucht selber war, wegen des Nebels, zunächst etwas trüb. Jedoch klarte es etwas mit der Zeit auf, so dass man auch ein paar Flamingos im Wasser sehen konnte.



Auf dem Rückweg nach Walvis Bay versuchte unser Fahrer uns nicht nur seine tollkühnen Fahrkünste, sondern auch ein paar Tiere zu zeigen. Da es jedoch an diesem Tag eher kalt war, hatten sich die meisten Tiere, wie z.B. Schlangen, erst gar nicht an die Oberfläche getraut und somit auch keine Spuren für unseren Guide hinterlassen. Ein paar Tiere und dann auch noch einen Gecko haben wir trotzdem gesehen.





Und auch an einem über 100 Jahre altem Grab einer in der Wüste verstorbenen Frau, welches nur alle 3-5 Jahre zu sehen ist, sind wir vorbeigekommen.



Und an Wüstenimpressionen darf es natürlich auch nicht fehlen =D



Als wir dann gegen 16:30 Uhr mit unserer erlebnisreichen Tagestour fertig waren, mussten wir erst einmal noch 15 Minuten warten (Reifenluftdruckwechsel), ehe wir noch von unserem Fahrer zurück nach Swakopmund gebracht wurden. 15 lange Minuten, in welchen der schwarze Löwe in Versuchung geriet, geschäftliche E-Mails abzurufen. Aber zum Glück sah er dann dieses T-Shirt und ließ sich eines Besseren belehren =^.^=



Als auch das überstanden war, brachte unser Fahrer uns in Swakopmund noch gleich an die "Jetty", da der graue Löwe diese unbedingt noch sehen wollte. Ich selbst fand die "Jetty" ja eher langweilig, was vermutlich auch an dem wieder aufziehenden dichten Nebel und der krimi-düsteren Abenddämmerung lag. Viel besser fand ich dann aber das Abendessen in "Kucki's Pub", wo es neben einem großen und leckeren Kudu-Steak auch einen fast romantischen Stromausfall gab. Zumindest für 10 Sekunden. =^.^=



Ich hoffe euch hat dieses Kapitel gefallen, denn im nächsten Kapitel heißt es "Das Wandern ist des Löwen Lust!"

Eure Safari =^.^=

Teil 426. Juni 2014

lionfight schrieb:Schön Tour, die Ihr da gemacht habt.
Was kostet der Spaß?
Am Ende von Seite 2, habe ich unsere Planungs-Excel-Liste verlinkt. Da müsste alles drin stehen.

@Topobär: Die Fortsetzung kommt sogleich ^^


Kapitel 4: "Das Wandern ist des Löwen Lust!"

25.04.2014

Da der vorherige Tag doch "etwas" anstrengend gewesen war, wurde schon am Vorabend einstimmig beschlossen an diesem Morgen "später" aufzustehen... also um 7 Uhr, statt um 6:30 Uhr XD
Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir uns dann herzlich, und mit dem Versprechen irgendwann wiederzukommen, von Hans-Jürgen, seiner Frau und unserem "Löwenzimmer" im Veronika Bed & Breakfast verabschiedet.


(hier noch ein Bild vom Strand bei Veronika B&B)


Da für die kommenden zwei Nächte Zelten auf dem Plan stand, haben wir uns im Spar noch mit letzten Vorräten eingedeckt und unseren Tank mit 40 Liter noch einmal vollgemacht. Ich selbst hätte ja gerne im gegenüberliegenden (Wild-)Fleischmarkt mehr mitgenommen, aber da unsere Kühltruhe das Fleisch über längere Zeit hätte nicht wirklich kühl halten können, mussten wir unsere Grillabsichten auf den kommenden Abend beschränken 🙁.
Unser weiterer Weg führte uns zunächst die C43 nach Norden in Richtung "Hentis Bay". Da das Wetter richtig schön war, haben wir noch eine kleine Pause bei der "Mile 30" eingelegt und uns vom Atlantischen Ozean verabschiedet.





Kurz hinter "Hentis Bay" kam dann die Abzweigung auf die C35 in Richtung "Uis" und damit auch die Anweisung unseres Privat-Navigators: "Die nächsten 80 km immer gerade aus!". Wäre nicht ein paar Meter neben der öden Straße ein oberirdisches Telefonkabel verlaufen, wäre es nicht unwahrscheinlich gewesen, wenn wir mit unserem Auto unabsichtlich die Straße verlassen hätten. Es gab wirklich sonst nichts zu sehen! Nach ungefähr der Hälfte der Strecke Richtung Uis wurde die Landschaft mit zunehmender Entfernung zum Atlantik wieder grüner und am Horizont konnte man auch schon das Brandberg-Gebirge und noch einmal die Spitzkoppe sehen. So kam es auch, dass wir in der Ferne noch weit vor Uis eine Herde Antilopen gesehen haben und auch fast ein Chamäleon überfahren hätten, welches urplötzlich mitten auf der Straße auftauchte.



Nach der Abzweigung Richtung Khorixas kurz vor Uis wurde die Landschaft und auch die C35 wieder etwas hügeliger, so dass die Fahrerei wieder mehr Spaß machte. Es dürfte so um 13 Uhr gewesen sein, als wir dann schließlich die White Lady Lodge erreichten und uns dort auch gleich zum Campen anmeldeten. Da der schwarze Löwe bei der Tour-Planung davon ausgegangen ist, dass die Wanderung zur White Lady von der Lodge aus beginnt, waren wir doch etwas überrascht, dass dem nicht so war. Also wieder ab ins Auto und zurück in Richtung des gut 6 km Entfernten White Lady Parkplatz am Ende der D2359. Glücklicher Weise trauten wir es uns auch zu eine Abkürzung über einen Feldweg zu nehmen, welcher uns, von auffliegenden Vögeln begleitet, durch eine wunderschöne Landschaft führte.





Am Parkplatz angekommen wurden wir erst einmal vom Haus-Gecko begutachtet 🙂



Entgegen der ursprünglichen Annahme mussten wir für die Wanderung einen Guide und Eintritt bezahlen, was sich aber im Nachhinein auch eher als Vorteil erwiesen hat. Zwar hätten wir die Wanderung durch das traumhafte Tal bestimmt auch ohne unsere Führerin genossen, aber bestimmt nie so viele Tiere (eine winzige Schlange, Echsen, Libellen und Klippschliefer) entdeckt.









Was auch sehr schön war, dass der Weg oft das Fluss-/Bachbett gekreuzt hat und man, entsprechende Hosen und Schuhwerk vorausgesetzt, sich die Pfoten im erfrischenden Nass abkühlen konnte. Nach einer Wanderung von ca. 40 Minuten erreichten wir dann auch die Höhle/Felsaushöhlung mit den Felsenmalereien. Die White Lady und die anderen Malereien sind nur auf einer eher kleinen Fläche (ca. 4x2m) zu sehen und waren zumindest für mich jetzt nicht so beeindruckend (lag vermutlich auch daran, dass keine Löwen abgebildet waren 😛 ). Viel interessanter fand ich da schon eher die Tatsachen, dass man aus Schutzgründen, weder Rucksack noch Wasserflasche mit zur Malerei mitnehmen darf (muss man ca. 10m vorher in einem kleinen Informationsgang ablegen) und das die Schmierereien von früheren Touristen an der Stelle nach ein paar Jahren wieder fast verschwunden sind, während hingegen die White Lady selber mehrere tausend Jahre alt ist.



So blieben wir auch nur ca. 5 Minuten, bevor wir uns wieder auf den wunderschönen Rückweg machten. Dabei fand unsere Führerin sogar noch eine Schlange, was vor allem für den grauen Löwen ein kleines Highlight war.







Den Campingplatz an der White Lady Lodge erreichten wir dann so um 16:30 Uhr, so dass uns gerade noch genug Zeit blieb, um (zum ersten Mal) die Zelte aufzubauen. Platz 3, welchen wir uns ausgesucht hatten, war wirklich ein schöner Fleck hinter einer dichten Hecke und unter einem großen Baum.



Jedoch hatten wir auch "Nachbarn", darunter eine Familie mit einem öfters quengelnden Kind und ein paar Afrikaner, welche bis ca. 23 Uhr den Campingplatz mit ihrer Musik beschallten. Aber all das störte uns weniger. Etwas nerviger war da schon eher, dass wir unsere Gaslampe nicht an bekamen. Gepaart mit den Anzündversuchen per Survival-Spezial-Messer, musste der schwarze Löwe dann mehr oder weniger das Wildfleisch im (Halb-)Dunkeln grillen. Nichtsdestotrotz schmeckte das Oryx- und Kudu-Fleisch auch im Dunklen super und wurde optisch durch die rote Abenddämmerung und einem Gewitter in der Ferne abgerundet.



Irgendwann, nach ein paar weiteren Sternenbildern, haben wir dann zwischen 20 und 21 Uhr in die doch sehr gemütlichen Zelte zurückgezogen. Ich weiß noch wie ich noch ein wenig der Musik unserer Nachbarn gelauscht und die schöne warme und frische Luft genossen habe. Aber gerade als ich mich endgültig dem Land der Träume hingeben wollte, kam mein Albtraum in Form eine zwar kleinen, aber laut summenden Mücke. Ich habe normaler Weise keine Probleme neben einer stark frequentierten Bahnstrecke zu schlafen, aber dieses erst leise, dann lauter summende Geräusch einer potentiellen Steckmücke macht mich wahnsinnig...

Ob wir die Nacht überlebt haben oder die Mücke von einer rasend-wilden Löwin in tausend Stücke zerfetzt wurde, erfahrt ihr im nächsten Kapitel "Wirklich große Hauskatzen!"

Eure Safari =^.^=

Teil 503. Juli 2014

Ich seh schon. Euch kann man nicht bestechen 😉

Naja, ihr habt es ja so gewollt. Hier kommt die nächste Bilderflut =^.^=


Kapitel 5: "Wirklich große Hauskatzen!"

26.04.2014

Ich weiß nicht mehr wann, bzw. ob wir überhaupt eingeschlafen sind, mit unserer summenden Terror-Mücke im Zelt. Aber nach einer schier nicht enden wollenden Nacht, sind der schwarze Löwe und ich viel zu früh im ersten Dämmerlicht (so ca. 5:30 Uhr) aufgestanden. Getröstet wurden wir aber dafür von einer schönen Morgenstimmung, wobei dann auch diese Fotos entstanden sind.



Da wir an diesem Tag erst wieder am Nachmittag einen geplanten Termin hatten, ließen wir uns mit dem Frühstück und dem Abbau der Zelte ein wenig Zeit, so dass wir ganz gemütlich am Vormittag zurück zur C35 und dann in Richtung Kamanjab/Norden fuhren. Hinter der Brücke über den Ugab, welcher aber fast trocken war, wagten wir ein kleines "Abenteuer" und kauften einen Sack Feuerholz vom Straßenrand. Nachdem wir all die anderen Straßenverkaufsstände, wo man uns doch so freundlich zum Parken einwinken wollte, haben links liegen lassen, war es erst einmal überraschend, dass nachdem wir angehalten hatten, kein Verkäufer da war. Also begutachtete der schwarze Löwe erst einmal das Holz, als dann aber auch schon gleich mehrere Jungs aus dem Busch angelaufen kamen. Dann wurde noch kurz über den Preis verhandelt (25 ND für einen Sack) und schon ging es weiter.



Nach zwei weiteren Stunden Fahrt durch das hügelige Damara-Buschland, kamen wir dann schließlich in Kamanjab an, wo wir uns für den Abend erst einmal noch mit zwei Flaschen "Tafel-Bier" eindeckten. Das eigentlich von uns benötigte Peaceful Sleep war jedoch ausverkauft. Da der schwarze Löwe natürlich, wie zu jeder Mittagszeit, einen riesigen Löwenhunger hatte, gingen wir noch im "Oppi Koppi"-Restcamp was Essen.



Ich weiß nicht genau, ob es nur die berühmte afrikanische Freundlichkeit war, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Kellnerin anfing mit meinem schwarzen Löwen zu flirten. Aber da ich ja genau wusste, dass das Herz von schwarzen Löwen nur seiner weißen Löwin Zuhause gehörte, musste ich mir da zum Glück keine weiteren Sorgen machen.
Aber das nächste "Highlight" ließ nicht lange auf sich warten. Noch bevor wir unser Essen bekamen, kam die Kellnerin leicht aufgeregt zu uns und teilte uns mit, dass sie gerade um die Ecke eine Schlange gesehen hätte. Neugierig wie wir Katzen nun mal sind, mussten wir der Sache natürlich auf den Grund gehen. Allen voran unser grauer Schlangen-Maniac. Und tatsächlich entdeckten wir eine monströs große Schlange an der Gartenmauer 😉. Eine Weile beobachteten wir die Schlange, wie sie sich hinter ein paar Bausteinen versteckte, wobei wir den grauen Löwen immer wieder dazu ermahnen mussten ihr nicht zu nahe zu kommen, was auch der kurz darauf mit einem Revolver eintreffende Lodge-Besitzer noch einmal deutlich machte, da es sich um eine gefährliche und speiende Zebraschlange handelte. Und weil die Schlange so giftig war, "erschoss" und zerhackte der Lodge-Besitzer die Zebraschlange auch sofort.
Nach diesem kleinen Abenteuer, konnten wir dann auch unser Essen genießen 🙂



Von Kamanjab bis zur Otjitotongwe Cheetah Farm war es dann nicht mehr weit, so dass wir diese überpünktlich um ca. 13:45 Uhr erreichten. Auch wenn von den Geparden am Eingangstor zum Farmhaus nicht viel zu sehen war, hielten wir uns an die schriftliche Anweisung nur zu Klingeln und das Gelände nicht zu betreten. Das alles natürlich nur zum Schutz der Geparden vor UNS! 😛
Es dauerte nicht lange, bis dann auch Herr Nel in Begleitung von zwei Geparden uns am Sicherheitstor begrüßte. Da die Geparden-Tour erst um 15 Uhr los ging, nutzen wir die Zeit, um uns einen der 4 Campingplätze auszusuchen und schon einmal unsere Zelte aufzubauen. Mittlerweile waren die beiden Löwen sogar schon so geübt darin, dass er Aufbau inklusive Einrichten der Nachtlager nur geschätzte 10 Minuten dauerte. Daher verschwand der schwarze Löwe auch für ein paar Minuten, um sich (anstatt zu Duschen) im kühlen Pool erfrischte. Ich selbst genoss die Zeit eher nach Löwenmanier. Na, wer von euch findet mich auf dem folgenden Bild? =^.^= (Auflösung gibt es im nächsten Kapitel)



Fast pünktlich um 15 Uhr wurden wir dann auch zur Geparden-Tour mit dem Jeep vom Camping-Platz abgeholt. Es ging zurück zum Farmhaus wo noch schätzungsweise 10 andere Touristen warteten. Nach einer Verhaltenseinweisung zum Schutze der unerfahrenen Touristen (bei uns wohl eher zum Schutze der Geparden XD ) öffnete sich dann auch das Tor und ein wildes Rudel von drei Löwen stürzte..., ich meine natürlich näherte sich mit Bedacht und Vorsicht den vier großen Hauskatzen, welche auch schon auf uns zu warten schienen. Was soll ich sagen, wir waren sofort alle beste Freunde =^.^=



Und eine Runde "Fang den Hut" durfte bei dieser besonderen Begegnung natürlich auch nicht fehlen =^.^=



Jeder, der schon einmal eine Hauskatze gestreichelt und zum Schnurren gebracht hat, wird es sich vielleicht ein ganz klein wenig vorstellen können wie es ist, wenn die Katze plötzlich 15-mal so groß ist und beim Schnurren dementsprechend viel viel mehr Volumen hat. Da vibriert sogar die Pfote beim Streicheln und Kraulen XD
Besonders angetan war ich ja von "Sue", welche sich nicht nur mit Wonne hinter den Ohren kraulen lies, sondern mir auch liebkosend das Fell leckte.

Video: "Liebkosungen mit Sue"

So im Nachhinein war dies auch einer meiner schönsten Momente unserer Reise. Und ich hätte gewiss noch den ganzen restlichen Nachmittag mit den vier Gepardendamen auf der grünen Wiese unter den schattenspendenden Bäumen verbringen können, wenn nicht noch ein Ausflug zu den etwas wilderen Geparden als nächstes auf dem Tourprogramm gestanden wäre. So verließen wir die Vier, während diese sich gerade über ihr verdientes Abendessen hermachten und führen mit zwei Jeeps in das Gehege der "wilden" Geparden in der Nähe unseres Campingplatzes.

Ähnlich wie auf Düstenbrook wurden auch hier die Geparde gefüttert, während meine beiden Fotografen-Löwen ihre DSLR-Kameras heißrattern ließen.





Was neben der Fütterung noch zusätzlich für Bewegung sorgte war, dass eine der Gepardenweibchen gerade in die Paarungszeit kam. Hierbei lernte ich, dass Geparde, neben sehr schnell rennen, auch "bellen" können.



Video: "Geparden-Attacke"

Auf dem Rückweg zur Farm wurden wir dann vorher bei unserem Campingplatz abgesetzt. Dabei stellten wir fest, dass neben uns lediglich nur noch ein weiteres Paar aus Deutschland die Nacht auf dem Camping- und Bungalowplatz mit uns verbrachte. Da wir also das gesamte Areal quasi für uns hatten, verabredeten wir uns noch schnell zum "Sundowner" auf dem Aussichtsturm.
Während die beiden Löwen ihre ersten Fotosicherungskopien machten und zum Abendessen die Grillreste vom Vorabend vernichteten, machte ich es mir auf einem Ast gemütlich und genoss die wärmenden Strahlen der afrikanischen Abendsonne.



Wie verabredet gingen wir noch vor Sonnenuntergang auf den Aussichtsturm und genossen unser "Savannah-Light" während sich hinter dem Hügel wieder ein Gewitter zusammenbraute. Zum Glück zog das Wärmegewitter aber an unserem Campingplatz vorbei, so dass wir uns mit dem deutschen Paar (deren Namen ich leider wieder vergessen habe ^^') gemütlich unterhalten konnten.





Ich hoffe es ist okay, wenn ich das Foto von den Beiden hier einstelle. Zwar haben sie versprochen sich beim schwarzen Löwen zu melden, nachdem sie dessen Visitenkarte mit der E-Mail-Adresse abfotografiert haben. Aber da bisher keine Antwort kam, kommt vielleicht auf diesem Wege das Bild zu seinen eigentlichen Besitzern.



Wie man weiter oben schon sieht, wurde auch wieder versucht Sternenhimmelfotos zu machen. Aber da der Turm im leichten Abendwind doch leicht schwankte, sind die meisten Langzeitbelichtungen leider nichts geworden.
Gegen 20 Uhr lagen wir dann in unseren Löwenhöhlen (Zelten) und freuten uns, dank zuvor gefundener und zugestopfter Moskitolucken (unten an den Gelenken für das Zeltdach), auf eine wunderbar erholsame Nacht im namibianischen Nirgendwo.


Im nächsten Kapitel "Voll cool!" geht es dann endlich auf richtige Safari im Etosha-Park. Also liebe Leser, bleibt dran!

Eure Safari =^.^=

Teil 608. Juli 2014

Hier erst einmal die Auflösung des Safari-Such-Spiels für all diejenigen, welche meine Finte im letzten Kapitel nicht bemerkt haben =^.^=


Kapitel 6: "Voll cool!"

27.04.2014

Ich denke es gibt wohl kaum etwas schöneres, als ausschließlich mit buntem Vogelgezwitscher und anderen Naturgeräuschen im ersten Licht der Morgendämmerung geweckt zu werden. Wie man schon erahnen kann war die vergangene Nacht wahrlich traumhaft gewesen und so starteten wir, bis auf unseren grauen leichten Morgenmuffel, mit guter Laune in den Tag. Anstatt einer Dusche, nutzte der schwarze Löwe noch einmal die für ihn natürlichere Möglichkeit eines Bades im ca. 30000 Liter Pool mit kostenlosem Naturspektakel (Sonnenaufgang), bevor dann wieder mit einer Gelassenheit und Ruhe, welche man in Europa fast nirgendwo mehr findet, gefrühstückt und die Dachzelte zusammengepackt.

Video: "Morgenstimmen"





Auf dem Rückweg vom Campingplatz zur C40 machen wir noch einmal am Farmhaus halt, um uns abzumelden und zu bezahlen. Und da es uns hier außerordentlich gut gefallen hat und der schwarze Löwe auch eine kleine/große Spende hinterlässt, dürfen wir uns netter Weise auch noch einmal persönlich von den Geparden verabschieden.



Letztendlich müssten wir aber, mit dem Versprechen irgendwann wieder zu kommen, die Cheetah Farm verlassen. 🙁

Da wir in den nächsten 3 Tagen quasi Vollverpflegung haben, verschenken wir unsere verderblichen Salami und Käsereste an vier Kinder, welche zum Dank auch für ein Foto Spalier stehen.



Auf unserem Weg zum Dolomite Camp, machen wir noch einmal einen kurzen Zwischenstopp in Kamanjab zum Tanken (ca. 70 Liter). Dabei sehen wir auch einen mobilen ATM-Geldautomaten, welcher im Kofferraum eines Transporters untergebracht ist. Schon originell auf welche Ideen Namibianer kommen können. Was allerdings an diesem Sonntag nicht ganz so optimal war, dass der Supermarkt zu hatte und wir auf unser gerade lieb gewonnenes Savannah Light würden verzichten müssen.

Der weitere Weg über die nun asphaltierte C35 war zwar Landschaftlich schön, aber eher unspektakulär, so dass wir ohne Probleme das Galton Gate erreichten wo wir neben der Baustelle unser Permit für die nächsten 5 Tage abholten.



Die Etosha-Gebühr selber, mussten wir an der Ranger-Station "Otjovasandu", 12 km später bezahlen, was wir aber schon im Vorfeld von "Otjikoko" wussten. Das sieht man auch gut auf dieser Karte vom Westteil von Etosha.



Auf dem Weg zum Dolomite Camp sah man dann auch schon die ersten Tiere, wie Zebras, Giraffen, Oryx und Warzenschweine. Allerdings brauchte man dazu in der doch recht dichten Buschsavanne dazu etwas Glück, da einige Pfützen darauf hindeuteten, dass es erst kürzlich geregnet haben musste und die Wasserlöcher dementsprechend schlecht besucht waren. Dafür war die Flora aber schön grün und teilweise sogar noch am Blühen.



Mit zwei kleinen Abstechern zu den Wasserlöchern "Ranostervlei" und "Rateldraf" (die andere Strecke über "Luiperdskop" war leider gesperrt) erreichten wir dann auch gegen 12:30 Uhr das Dolomite Camp, wobei wir zuerst noch einen Abstecher am (wieder unbesuchten) "Dolomitpunt" machten.



Beim Einchecken bekamen wir das Chalet Nr.15 zugewiesen und kaufen uns gleich noch eine Etosha-Karte für 50 ND mit den wichtigsten Tierabbildungen. Das Chalet Nr.15 befindet sich auf der Ostseite des Domolitehügels und ist, bis auf Chalet Nr.17, sichtgeschützt. Wir waren also quasi ganz unter uns, was ich natürlich gleich ausnutzte um den Liegestuhl auf der Terrasse in Beschlag zu nehmen. Die Aussicht war einfach nur fantastisch.



Ich lag da also ganz tiefenentspannd auf der Terrasse und lies meine Blicke über die Savanne streifen, also uns plötzlich der graue Löwe herbeirief. Was war los? Tja, anscheinend waren wir doch nicht so alleine wie wir dachten, denn beim Einlagern der Cola in den Kühlschrank, hatte der graue Löwe doch tatsächlich _im_ Kühlschrank eine Gottesanbeterin entdeckt. o.O
Die wusste eben wo es zur Mittagszeit am kühlsten war...



Während der graue Löwe die Gottesanbeterin auf einem Löffel nach draußen jonglierte und ich es mir wieder auf der Terrasse gemütlich machte, ging der schwarze Löwe auf Entdeckertour. Dabei entstanden nicht nur schöne Fotos, sondern hob er dabei auch den Dolomite-Geocache im Camp.







Nachdem ich fast schon im Liegestuhl eingeschlafen wäre, brachen wir so gegen 15 Uhr zu unserem ersten "richtigen" Game Drive auf. Unser Weg führte uns noch einmal nach Westen zum Wasserloch "Rateldraf" und dann nach "Klippan" wo die Büsche dann auch weniger wurden und man etwas weiter in die Savanne blicken konnte.



Auf dem Weg nach "Klippan" erlebten wir auch unsere erste namibianische Zebrastreifen-Sperre 😄



Irgendwie glaubten wir schon irgendetwas bei unserem ersten Game Drive falsch zu machten, da wir noch keinerlei Sichtungsglück bezüglich der "Big Five" hatten, als vor uns halb quer auf dem Weg ein Wagen voller Touristen stand. Und tatsächlich! Noch ehe wir das andere Fahrzeug erreichten, entdeckten wir am Rande eines Buschwaldes eine ganze Herde Elefanten!
Okay, zugegeben, Löwen wären mir lieber gewesen, aber in der Wildnis nimmt man was man kriegt.



Nachdem wir bestimmt eine gute halbe Stunde die Elefanten beobachtet hatten, fuhren wir auch schon wieder zurück zum Camp, da es keine Wasserstelle mehr in der Nähe gab, welche wir noch nicht gesehen hatten. Dabei hätten wir fast diesen süßen Tausendfüßler überfahren, welcher unbedingt auf die andere Straßenseite wollte.


Überpünktlich zum "Sundowner" waren wir dann auch wieder im Camp, wo sich natürlich wieder der schwarze Löwe im kühlen Pool breit machte und dabei von den Klippschliefern argwöhnisch beäugt wurde.



Aus dem anschließenden Abendmenü suchten wir uns natürlich, als einzigstes Wildfleischgericht, das Oryx-Steak aus, welches vorzüglich schmeckte. Und auch der Koch, welcher persönlich bei seinen Gästen vorbeikam, blieb uns positiv in Erinnerung. Nur das wir drei Löwen dann die paar Meter zum Chalet mit dem... Golfwagen (?)... zurückgebracht werden mussten, konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Angeblich aus Sicherheitsgründen vor wilden Tieren, wie... z.B. uns?! =^.^=

Resümee des Tages. Leider keinen einzigen Löwen, geschweige denn eine andere Raubkatze gesehen, was uns schon ein wenig betrübt hat. Aber das sollte sich zum Glück am nächsten Tag ändern!

Eure Safari =^.^=

Teil 708. Juli 2014

Spann uns nicht so lange auf die Folter... 😉
Du erwischt mich wirklich an meiner schwachen Stelle. Ich kann doch niemanden der so nett frägt diesen Gefallen verwehren. 🙂
Für Otjiwarongo hätte ich dir ja gerne die Otjibamba-Lodge empfohlen, aber leider hat diese erst kürzlich dicht gemacht. 🙁
Was mich aber etwas wundert ist, dass ihr nur das Dolomite-Camp im Etosha-Park besucht. Habt ihr wirklich keine weitere Übernachtung bei Okaukuejo oder Nautomi?
Wir haben ja auch immer den einen oder anderen kuscheligen Reisebegleiter dabei und nach jedem Afrika-Urlaub gibt es mehr davon 😗
Ja, dass kenne ich nur zu gut. Nur das bei uns Plüschtierpopulation fast nach jeder Reise ansteigt 😗
Ich bin gerne weiter dabei und gespannt, was noch so alles passiert 🤩
Ohne zu viel zu verraten, da kommt noch einiges =^.^=


Kapitel 7: "Sicher das wir nichts vergessen haben?"

28.04.2014

Was gibt es schöneres, als nach einer erholsamen und durchgeschlafenen Nacht noch vor dem ersten Morgengrauen von Seinesgleichen geweckt zu werden. Und damit meinte ich jetzt nicht den gelegentlich schnarchenden schwarzen Löwen neben mir, sondern das durch Mark und Bein gehende Gebrüll eines wahrhaftig wilden Löwen. Nach der katzenmäßigen Flaute am letzten Tag, war ich natürlich sofort hellwach, ebenso wie der schwarze Löwe neben mir. So leise wie möglich sind wir dann auch sogleich aufgestanden und haben uns mit der Kamera bewaffnet auf die Veranda unseres Chalets geschlichen. Da es allerdings noch über eine Stunde bis zum Sonnenaufgang war, war es draußen, bis auf ein fernes Leuchten am Horizont, noch dunkel. Dafür war die Luft herrlich erfrischend und ideal um das nächste Gebrüll an unsere lauschenden Ohren zu tragen.



Ach... könnte ich nur halb so gut brüllen, so hätte ich ohne zu zögern den beiden männlichen Löwen geantwortet. Das es zwei Löwen waren, bedurfte es keiner besonderen Erfahrung, da sie fast zeitgleich ihren Herrschaftsanspruch der Welt kundtaten. Das es Männchen waren erkannte ich an der Art des Gebrülls (Löwinnen brüllen eher selten). Und dass sie auf dem Weg zum "Dolomitpunt" waren, war dann einfach nur gut geraten. Leider war das Wasserloch von unserer Veranda nicht einsehbar (und selbst wenn, dann war es eh noch zu dunkel), so dass uns nichts anderes übrigblieb, als den Beiden ein weiteres Mal zuzuhören.

Ihr könnt euch vermutlich gut vorstellen, dass wir bis zum Beginn der Frühstückszeit um 6:30 Uhr schon unsere Taschen gepackt und beim Transportbuggy geparkt hatten, denn jede Minute war kostbar! Leider hatte der graue Löwe, welcher als Letzter unser Chalet verlies, nicht mitbekommen, dass sein Fraund den Schlüssel und der Schlüsseltasche hinter der Eingangstür deponiert hatte. Gelöst haben wir dieses Problem aber dadurch, dass wir nach dem Frühstück dem Dolomite-Mitarbeiter darüber informiert haben, welcher uns zu unserem Auto brachte. Und da dieser meinte, dass das gar kein Problem sei, sind wir Punkt 7 Uhr Richtung "Dolomitpunt" losgefahren.

Als wir dort nur ein paar Augenblicke später ankamen, war aber selbst mit den zu Ferngläsern umfunktionierten Teleobjektiven kein Löwe weit und breit mehr in Sicht. Mist!
Zum Trost jagten sich aber dafür vier Schakale gegenseitig durch das Gras beim Wasserloch, so dass meine beiden Foto-Löwen eben diese für die Ewigkeit ablichteten 😄



Ich vermute mal, dass die beiden sich liebenden Schakale hier, die Eltern der anderen waren.



Mit der Hoffnung an diesem noch jungen Morgen vielleicht an den anderen Wasserlöchern mehr Glück zu haben, verließen wir Dolomite in Richtung Osten nach Okaukuejo.

Wir waren erst ein kurzes Stück gefahren, als uns diese beiden Gestalten an der Weiterfahrt hinderten.



Bevor sie jedoch gegen uns drei anschleichenden Löwen noch mehr Federn lassen mussten, suchten sie lieber das Weite. Aber wenigstens hatten wir jetzt eine schöne große Feder als Trophäe. 🙂
(Anm. des Ghostwriters: Der Riesentrappe hat die Feder von sich aus beim Abflug verloren und wurde von mir lediglich eingesammelt)

Auf dem weiteren Weg sahen wir die üblichen Verdächtigen...



...bis plötzlich zwischen "Duineveld" und "Nomab", einfach mal eine ganze Herde Elefanten direkt vor uns die Straße überquerten. O.o



Als entweder hatten wir einfach nur Glück, oder man muss schon ein riesen Pech haben, wenn man im Etosha-Park keine Elefanten zu Gesicht bekommt.

Da an den folgenden Wasserlöchern so gut wie nichts los war, sind wir zügig immer weiter Richtung Osten gefahren. Nur ab und an hielt der schwarze Löwe für ein kurzes Tier- oder Landschaft-Foto an.



Irgendwann auf diesem Weg fand dann auch folgende kurze Unterhaltung statt:

Grauer Löwe: "Haben wir in Dolomite eigentlich die Getränke beim Abendessen bezahlt?"

Schwarzer Löwe: "Nein, ich dachte eigentlich die wären inklusive."

Grauer Löwe: "Bist du dir da sicher?"

Schwarzer Löwe:  "Jetzt wo du es sagst,... nicht wirklich..."

Da er aber wusste, dass sowohl das Dolomite Camp, als auch das Okaukuejo Camp zur stattlichen "NWR" gehörten, versprach er in Okaukuejo nachzufragen.

Je näher wir dem "Carl Maraisdam" kamen, welcher bis vor kurzem ja noch die Grenze für die Nicht-Dolomite-Besucher gewesen war, umso mehr veränderte sich die dichte Buschsavanne in eine offenere Grassavanne.



Und damit jeder auch nachvollziehen kann, wo unsere Reise weitergeht (und ich nicht den Überblick verliere), gibt es hier auch erst einmal eine weitere Karte vom Ostteil des Nationalparks.



In unseren Gedanken den Westteil des Etosha-Parks als quasi Löwenfreie Zone markiert, bogen wir nichtsahnend in die Sackgasse Richtung "Grunewald" ein. Eigentlich wollten wir damit lediglich auch diesen Teil abhaken, als uns plötzlich ein entgegenkommendes Auto per Lichthupe zum Anhalten aufforderte. Nachdem wir nach den ersten Sätzen in Englisch schnell bemerkten, dass es wohl besser war sich in unserer Muttersprache zu verständigen, war auch eine Fehlinterpretation seiner Wortwahl ausgeschlossen. Trotzdem konnten wir die Nachricht des netten jungen deutschen Fotografen kaum glauben, als er uns mitteilte, dass er nur etwas weiter zwei Löwen und eine weitere Löwin weiter hinten im Buschwald gesehen habe. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und scannten beide Seiten unseres weiteren Weges mit unseren Augen ab. Und tatsächlich! Keine 2 Kilometer weiter fanden wir das Löwenpaar im Schatten unter einem Baum.



Endlich hatten wir unser Ziel, "Mindestens einen freien und wilden Löwen in Afrika zu sehen", erreicht! Yay!



Allerdings hatte der nette junge deutsche Fotograf nicht ganz Recht, was die Anzahl der Löwen anging. Denn während wir die beiden Löwen beobachteten und dabei unser Glück genossen, bewegte sich viel weiter hinten ab und an mal etwas. Mit den hochgerüsteten Kameras der beiden Fotolöwen (bis zu 3600mm KB äquiv.) konnten wir fünf weitere Artverwandten entdecken. Insgesamt bestand das Rudel aus 2 Männchen und 5 Weibchen, alle erwachsen.
Als wir lange genug gewartet und bestimmt den Löwen auch in jeder erdenklichen Kopfstellung fotografiert hatten (die Fotos wurden durch das Hitzeflimmern in der Mittagszeit leider nicht besser), machten wir den Platz für die von uns angelockten großen Touristenbus, welche wir neckisch "Tourischleuder" nannten, frei. Unser Ziel war nun das nicht mehr allzu weit entfernte Camp Okaukuejo, wo wir kurz einchecken und dann über einen kleinen Umweg zur späten Nachmittagszeit wieder hierher kommen wollten. Jedoch wurden wir zunächst von diesem putzigen Erdhörnchen aufgehalten wurden, welches sich von uns und unserem Wagen absolut nicht stören ließ.



Bei unserem weiteren Weg über "Leeubron" erweckte nur dieser Spatz die Aufmerksamkeit des schwarzen Löwen...



... und das auf der Straße liegende Zebra



In Okaukuejo Camp war dann erst einmal Arbeitsteilung angesagt. Während der graue Löwe im Shop für Getränkenachschub sorgte und ich unser Auto mit meinen gefährlichen Klauen und Zähnen bewachte, kümmerte sich der schwarze im Office um unsere Anmeldung. Und nach der Hinterlegung von 500 ND Kaution, bekam er den Zimmerschlüssel für unser Waterhole Chalet Nr.W3. Aber halt! Da war ja noch etwas. Nett erklärte der schwarze Löwe der Mitarbeiterin dann an der Rezeption was in Dolomite geschehen war. Sie bestätigte, dass wir die Getränke noch hätten Zahlen müssen (was bestimmt jeder von euch schon die ganze Zeit gewusst hat). Aber da ja alle Camps im Etosha-Park zu NWR gehören, konnte er die noch ausstehenden 33 ND in Okaukuejo bezahlen, nachdem die Höhe zuvor telefonisch abgeklärt war. Also alles wieder in Ordnung 🙂
Unsere Hälfte des Doppel-Chalets lag ganz im Nord-Westen, nur ein Katzensprung von der Wasserloch-Beobachtungspromenade entfernt. Da dort zur sengenden Mittagszeit aber nichts Besonderes los war, verstauten wir nur schnell unsere Reisetaschen im Zimmer und fuhren dann weiter auf Safari. Da wir den Löwen in "Grunewald" später noch einmal einen Besuch abstatten wollten, fuhren wir nach Norden in Richtung "Wolfsnes". Wir sahen erst einmal nichts...



... dann einen einsamen Springbock...



... und dann ganz ganz viele!



Wer sich in diesen Tagen am Ende des Monats April im Etosha-Park gefragt hat, wo denn die ganzen Herden von Gnus, Zebras und Springböcken abgeblieben waren, sie waren alle hier! Teilweise standen die Springbockherden natürlich auch mitten auf der Straße. Aber immer, wirklich immer, unter der Anleitung von mindestens einem Zebra, welche ja die Meister im Straßensperren sind. So bahnten wir unseren Weg, teilweise nur im Schritttempo vorwärtskommend, nach "Wolfsnes". Da es dort, außer einer schönen Landschaft, nicht viel zu sehen gab, fuhren wir über "Leeubron" zurück nach "Grunewald".
Das Löwenpäärchen unter dem Baum hatte sich keinen Meter bewegt und döste einfach weiter vor sich hin.



Ach wie gerne wäre ich einfach ausgestiegen und hätte mich dazugelegt... =^.^=

Da das Hitzeflimmern am Nachmittag etwas nachgelassen hatte, konnten wir diesmal auch ein paar Beweisfotos von den anderen Löwen weiter hinten schießen 🙂



Wir blieben mindestens wieder eine Stunde bei dem Rudel, bis sich die Sonne langsam dem Horizont näherte. Da man im Etosha-Park bei maximal 60 km/h pro Kilometer auch ungefähr eine Minute braucht, berechnete der schwarze Löwe unsere Abfahrtzeit so, so dass wir pünktlich zum Sonnenuntergang am Okaukuejo Camp Tor eintreffen würden. Wir nutzen als auch die letzten Minuten noch bei dem Rudel noch voll aus, ehe wir um Punkt 16:42 Uhr den Rückweg antraten.
Alles lief glatt, bis wir 2 km hinter "Leeubron" (11 km vor Okaukuejo) mehrere Autos in einer Schlange am Straßenrand stehen sahen. Wir also vorsichtig herangefahren und die Beifahrerin des letzten Autos gefragt, was es denn hier zu sehen gäbe. Leicht erbost zeigte sie durch unsere Fahrerkabine durch und sagte: "Lion". Und tatsächlich! Keine 2 Meter vom anderen Straßenrand entfernt lag ein hübscher junger Bursche, gut getarnt hinter einem Busch und bemühte sich erst einmal wach zu werden. 😄



Natürlich setzte der schwarze Löwe unser Auto erst einmal leicht zurück, um die Sicht für die Touristin wieder frei zu geben, ehe die beiden Foto-Löwen ihre Kameras in den Anschlag nahmen.
Tja, und dann konnten wir zusehen, wie man als einzelner Löwe eine Straßensperre mit mehreren Autos errichtet, indem man sich einfach so fotogen positioniert, dass alle Touris anhalten MÜSSEN! =^.^=



"Einmal Wegzoll bitte!" 😛



Zum Glück war der schwarze Löwe auf den offenen und weit einsichtbaren Streckenabschnitten hierher "etwas" schneller gefahren, so dass wir auch noch Zeit hatten einen zweiten Junglöwen zu fotografieren, welchen wir auch erst ein paar Augenblicke später bemerkten. Sorry für die vielen Bilder, aber mit dem Abendlicht im Rücken waren die Bedingungen einfach herrlich 🙂





*Seufz* Ist der kleine nicht einfach nur süß und knuddelig in seiner "bitte kraul mich Pose"? =^.^=



Aber da die Sonne mittlerweile schon wirklich tief am Himmel stand und wir selbst die Fahrzeitneuberechnung des schwarzen Löwen zum Camp schon um 2 Minuten überschritten hatten, mussten wir dann doch viel zu früh die beiden Halbstarken verlassen, um nicht vor geschlossenen Toren zu stehen.
Mit dem letzten Sonnenstrahl fuhren wir in das Camp, stellen unser Auto ab und gingen fast ohne Umschweife direkt zum "Okaukuejo" Wasserloch. Und dort hatten sich mittlerweile nicht nur Touristen versammelt. 🙂



Blick auf das Wasserloch mit mir in Lauerstellung ^^



Um 19 Uhr ging es dann kurz zum Abendessen (lecker Buffet mit Wildfleisch). Und diesmal zahlten wir auch gleich unsere Getränke, bevor wir später noch einmal zum Wasserloch gingen und unser erstes Nashorn sahen. 🙂



Irgendwann so gegen 21 Uhr lag ich dann aber auch im Bett und lies die ganzen Erlebnisse des Tages noch einmal Revue passieren. Nach der Katzenflaute gestern und der verpassten Gelegenheit am Morgen in Dolomite, hatten wir doch noch 9 Löwen, eine ganze Herde Elefanten und ein Nashorn gesehen! Und wie vielleicht jetzt ihr hier beim Lesen, so war auch ich gespannt was uns morgen alles erwarten würde. Aber dazu mehr im nächsten Kapitel "Drei Löwen auf der Jagd".

Eure Safari =^.^=

Teil 814. Juli 2014

Kapitel 8: "Drei Löwen auf der Jagd"

29.04.2014 Vormittag

*Whoooooooooorrr, Whoooooooorrr, Whoorr, Whor, Whor, Whor!*

Herrlich! Ach wie ich Afrika liebe, in welcher man um 5 Uhr morgens mit einem Ruf der Wildnis geweckt wird. Auf jeden Fall viel besser, als diese komischen Handy-Weck-Klingelgedöns, welches ich trotz an jedem Abend gestellter Wecker-App nie gehört habe. Das ist eben der Rhythmus der Natur, mit den ersten Sternen ins Bett und mit der Morgendämmerung wieder raus. 🙂
Also wir raus aus den Federn und nach einer kurzen Katzenwäsche gleich mal das Wasserloch vor der Tür kontrolliert. Und wie man sieht, wurde ich nicht enttäuscht.



Neben dieser Löwin war auch noch eine weitere Löwin am Wasserloch, um ihren Durst zu stillen. Und während der schwarze Löwe neben mir noch versuchte bei dem quasi nicht vorhandenen Licht trotzdem scharfe Fotos hinzubekommen, beobachtete ich die Beiden, wie sie sich wieder zurückzogen, um sich mit noch einer weiteren Rudelschwester zu treffen. Vor Sonnenaufgang war mein persönlicher Löwen-Counter also schon gleich auf 12 gestiegen! Na wenn dieser Tag nicht mal perfekt losging. =^.^=

Da der graue Löwe wieder etwas länger brauchte um wach zu werden, ließen wir das Frühstück ausfallen um pünktlich um 6:08 Uhr zum Sonnenaufgang am Tor zu sein. Schließlich wollten wir das Morgenlicht für Fotos von hoffentlich noch aktiven Tieren nutzen. Nach einem kurzen Abgleich mit dem Tiersichtungsbuch an der Rezeption wollten wir zum Wasserloch "Gemsbokvlakte", da dort vor 2 Tagen 5 Löwenjungen gesichtet wurden. Auf dem Weg dorthin sahen wir aber erst einmal wieder die üblichen Verdächtigen.



Nachdem was man so in anderen Reiseberichten liest, ist es eigentlich kaum zu glauben, dass diese drei Fotos unsere ganze Ausbeute bis "Aus" war. Selbst am vermutlich sonst so belebten "Olifantsbad" war absolut nichts los.
Schon fast innerlich akzeptierend, dass sich die vielen Kilometer und noch mehr Riesenschlaglöcher nicht gelohnt haben (ein VW-Bus hatte echt Probleme dort durch zu kommen), rief der schwarze Löwe plötzlich zu dem grauen Löwen am Steuer "Halt an!". Und der Grund dafür war im nächsten Moment dann auch für mich nicht zu übersehen.



Irgendwo auf dem Weg von "Aus" nach "Ondongab" kamen diese zwei Spitzmaulnashörner aus dem Busch, überquerten vor uns gemütlich die Straße und verschwanden genauso schnell wieder auf der anderen Seite im Gestrüpp. Man was hatten wir doch ein Glück! Aber irgendwie war heute auch Nashorntag, denn nach den beiden komischen Vögeln hier,...



... sahen wir auf der Hauptstraße nach "Nebrownil" gleich noch einmal eins. 😄



Den Tipp mit dem Wasserloch "Nebrownil" hat uns netter Weise ein anderer Tourist gegeben, welcher dort drei Löwen gesehen hatte. Da mussten wir natürlich auf der Stelle hin!
Noch ehe wir den Aussichtsplatz bei "Nebrownil" erreichten, sahen wir schon von weitem dort viele Autos und Busse herumstehen. Aber sosehr meine beiden Löwen mit ihren Teleobjektiven von der Hauptstraße aus das Wasserloch absuchten, so konnte man absolut nichts Interessantes sehen. Wir also schnell weiter, um nicht noch zwei weitere Fahrzeuge vor uns in der Warteschlange zu haben, welche sich vermutlich am Aussichtsplatz schon gebildet hatte.
Wir fuhren gerade auf den Aussichtsplatz, als wir unerwartet jede Menge aufgewirbelten Staub und wild wiehernde und rennende Zebras sahen. Doch so plötzlich, wie alles angefangen hatte, so plötzlich war auch alles wieder zu ende. Zurück blieben nur eine unglücklich keuchende Löwin und verschreckte Zebras in der Ferne. Was wir hier also gesehen hatten, waren nicht nur drei Löwen, sondern drei LöwINNEN AUF DER JAGD!
Da dies alles ging so schnell ging, hatten meine beiden Foto-Löwen-Jäger keine Chance ihre Kameras zu zücken, weswegen wir nur das Endergebnis festhalten konnten.



Es stand also erst einmal 1:0 für die Zebras. Aber da Löwen gewiss nicht so schnell aufgeben, legten sich die drei Löwinnen erst einmal unsichtbar ins kniehohe Gras und ruhten sich etwas aus, während wir erst einmal am Ende des Aussichtsplatzes Stellung bezogen. So konnten wir zumindest einigermaßen die Hälfte überblicken.
Eigentlich hatten wir mal gelesen, dass es Sitte ist sich am Ende einer Autoschlange anzustellen und zu warten, bis der Vordermann weiterfährt. Aber hier (und leider auch sonst im Etosha-Park) galt mehr das Parkplatz-Prinzip. Wurde eine Stelle vorne frei, so versuchten meistens gleich zwei hinten anstehende Fahrzeuge den Platz einzunehmen. Oft ging das zwar noch einigermaßen gesittet zu, aber mir ist noch in Erinnerung geblieben, dass einer ziemlich gedrängelt hat. Nachdem wir das Prinzip schnell verinnerlicht hatten, manövrierte uns der graue Löwe nach den Anweisungen des schwarzen Löwen Stück für Stück weiter nach vorne. Dabei kamen wir auch erst einmal an der Wasserlochseite vorbei, was wiederum während des Wartens andere schöne Fotomotive bot.



Natürlich behielten wir dabei die Löwinnen immer gut im Auge. 🙂





Nach einer gefühlten Ewigkeit (es waren ca. 3 Stunden und wir standen mittlerweile ganz vorne 🙂 ), kam wieder etwas Bewegung in die Sache. Aus der Richtung des Okaukuejo Camps kommend, näherte sich eine neue Zebraherde, welche von den im Gras liegenden Löwinnen noch nichts wissen konnten. Vorsichtig näherten sich zuerst wagemutige Zebrabullen der Stelle, schreckten jedoch rechtzeitig zurück.



Eigentlich dachten wir schon "Okay, das war’s jetzt für die nächsten 3 Stunden", aber komischer Weise kamen nach nur ein paar Minuten neue Zebras heran. So komisch es auch klingen mag, wir vermuteten dass die Zebras die Löwinnen gar nicht entdeckt hatten, sondern vielmehr die Gefahr durch die vielen anwesenden Touristen (einschließlich uns) spürten. Zumindest sahen sie immer wieder skeptisch zu uns rüber, so als ob sie zu dem logischen Schluss kamen, "Wenn da mindestens 30 Touris mit ihren Kameras auf uns zielen, obwohl wir doch normaler weise für die völlig uninteressant sind, dann ist da doch was faul!". Da sie aber auf ihrem geraden Weg zum Wasserloch an uns und an den mittlerweile im Gras lauernden Jägerinnen vorbei mussten, wagten sie sich immer weiter nach vorne. Als schließlich dann auch einige Zebras zwischen uns und den Raubkatzen zum Wasserloch durchliefen, hielt ich es kaum noch aus vor Spannung.


(Auf beiden Bildern ist jeweils eine Löwin versteckt. Viel Spaß beim Suchen! =^.^= )

Aber zunächst passierte nichts und ein Zebra nach dem anderen passierte uns. Aber die Herde war groß und jetzt kamen auch die ersten Jungtiere näher.



Mein ganzer Körper kribbelte schon vor Spannung, denn wenn nicht jetzt wann dann, als völlig unerwartet jemand hinter uns sagte: "Could you please move your car 3 meters back, so that we have a better view?"

Was zur Hölle sollte denn das jetzt?!! *motz und fauch*
Da lagen gerade drei Löwinnen auf der Lauer, welche in jeder Zehntelsekunde losschlagen konnten, und er wollte tatsächlich, dass meine beiden Löwen ihre Kameras weglegten, den Motor anmachten und damit alle Zebras verschrecken und wir unser Erlebnis des Lebens verpassen?! Hätte er drei Minuten früher gefragt, als kein Zebra gerade in der Nähe war, dann ja, gerne. Aber so, no way.

So im Nachhinein bin ich auch froh, dass wir der Bitte des Touristen nicht nachgekommen sind. Es passierten uns zwar noch einige Zebras, wodurch theoretisch die Zeit wirklich da gewesen wäre, aber von dem einen Herzschlag auf den anderen...



... LAUF! SCHWESTER, LAUF!!!

Eure Safari =^.^=

Teil 917. Juli 2014

Kapitel 9: "Sweet Grumpy Lion"

29.04.2014 Nachmittag



VERDAMMTER... *!&%^=+!!!!*

Arme hungernde Schwestern, das hattet ihr doch eigentlich schon längst verdient. Sorry, wenn ich hier so offensichtlich Partei ergreife, aber als Löwin fühle ich da einfach mit meinem ganzen Herzen und meiner ganzer Seele mit. =^.^=



Naja, da für die nächsten 3-4 Stunden hier vermutlich das Zebra abgefahren war und wir noch einmal zu dem Löwenrudel bei "Grunewald" wollten, gaben wir unseren Logenplatz auf und fuhren erst einmal zurück zum Camp.
Auf dem Weg dorthin machten wir noch einen Abstecher zum "Pan Lookout".



Zurück im "Okaukuejo Camp" frischten wir nochmals unsere Getränke-Vorräte auf und ruhten uns erst einmal etwas aus. Nach einer Stunde aber hatte uns das Jagdfieber wieder gepackt, so dass wir ohne ein richtiges Mittagessen uns wieder in den Etosha-Park stürzten. Auf dem Weg nach "Grunewald" passierte nichts Besonderes, auch wenn ich natürlich meine Augen nach den beiden Junglöwen vom Vorabend offen gehalten habe.
Bei der Abzweigung nach "Grunewald" befindet sich auch der "Ghost Tree Forest" mit den seltenen Moringa-Bäumen.



Aber wirklich gespenstisch fand ich den Wald nicht wirklich. Dafür aber eine Situation, welche wir kurz danach erlebten.
Von ihrem Platz am Vorabend, hatte sich unser Löwenpäärchen nicht wirklich weit weg bewegt und lag jetzt sogar nur noch gute 5 Meter von der Straße entfernt unter einem Busch. Auf schöne Bilder hoffend, näherten wir uns vorsichtig und wurden zunächst auch nicht enttäuscht.



Allerdings gefiel dem Löwen die so nahe Anwesenheit meines schwarzen Löwen mit seiner schwarzen Kamera durch das offene Seitenfenster nicht wirklich, weswegen wir mit angelegten Ohren und argwöhnischen Blick auch kurz angeknurrt wurden.



Da wir ja aber alle drei der Löwensprache mächtig waren zogen wir uns von 5 auf 10-15 Meter zurück, was nicht nur den Löwen, sondern auch uns etwas beruhigte. So konnten meine beiden Löwen dann noch in aller Ruhe ein paar Fotoaufnahmen von dem Rudelkönig machen. 🙂



Ein wenig später kam dann aber ein anderer Wagen mit zwei Touristen, welcher sich genau an unsere erste Position stellte. Natürlich auch mit offenen Fenster und herausgehaltener Kamera. Wie erwartet legte sich der Löwe wieder lauernd ins Gras und funkelte und knurrte die beiden böse an.



Ich habe absolut keine Ahnung was sich der Tourist gedacht hat, als er jede Menge Portraits unseres "Grumpy Lion" mit seiner Kamera geschossen hat. Jedenfalls muss er von allen guten Geistern verlassen gewesen sein, dass er die offensichtlichen Drohgebärden des Löwen missachtete und statt dessen seinen Fahrer anwies noch einen Meter weiter und so nah wie möglich ranzufahren, so dass mein schwarzer Privat-Fotograf schon anfing seine Kamera so einzustellen, um den Sprung des Löwen in das natürlich immer noch völlig geöffnete Seitenfenster festzuhalten. O_O
Zum Glück des Touristen kannte unser mittlerweile sichtlich angepisste Löwe den Spruch "Der Klügere gibt nach", so dass die Sache dann doch kein blutiges Ende nahm.

Da die beiden trotz der Nähe zur Straße fast gar nicht zu sehen waren und auch von Rest des Rudels jede Spur fehlte, fuhren auch wir weiter. Unser nächstes Ziel waren die Wasserlöcher "Natco" und "Adamax". Bei "Natco" sahen wir nur ein paar Geier und wenig später einen Straus, der mit uns unbedingt um die Wette laufen wollte.



Da ansonsten nichts Besonderes zu sehen war, fuhren wir gemütlich weiter auf "Adamax" zu bis plötzlich der schwarze Löwe meldete: "Löwe auf 11 Uhr!"



Was aber noch schöner war, der Gute hatte noch einen Bruder. =^.^=



Im Gegensatz zu "Grumpy Lion", störte es die beiden noch jungen Löwen nicht im Geringsten sich aus ca. 6 Meter Entfernung in allen Posen fotografieren zu lassen. Zwar war das Mittagslicht nicht optimal, aber schöne Fotos sind finde ich trotzdem entstanden.



*Huch*! Wo kommt denn so plötzlich die Löwin her? So in etwa waren wir überrascht, als diese keine 3 Meter vom offenen Fenster entfernt den Kopf hob und noch verschlafen kurz zu uns rüber schaute. Das war wirklich ein gutes Beispiel dafür, dass man im Etosha-Park wirklich nie das Fahrzeug verlassen sollte, egal wie gründlich man die Umgebung absucht.
Da wir den dreien ihre Mittagsruhe wirklich gönnten, verließen wir sie auch 10 Minuten später wieder, als eine wirklich große Touristenschleuder in der Ferne auf der Straße auftauchte. Zum Glück für die Touris war deren Guide und Fahrer aber aufmerksam gewesen und hatte unsere Finte und unseren Beobachtungsplatz auf der Stelle erkannt. Tja, als "König der Tiere" kommt man vermutlich einfach nicht drumherum auch repräsentative Aufgaben wahrzunehmen. =^.^=

Für uns ging es über "Adamax", wo nichts los war, weiter Richtung "Okondeka" und Etosha-Pfanne. Auf der schier endlosen Wiesen sahen wir dann auch wieder jede Menge Grasfresser, wie Antilopen, Zebras, Gnus und Strauße.



Da die Sonne sich schon wieder auf dem Weg zum Horizont machte und daher weite neue Wege nicht mehr möglich waren, fuhren wir noch einmal zu den drei Jägerinnen bei "Nebrownii". Vorort dachten wir, dass die drei Löwinnen die Jagd für heute aufgegeben hatten, da diese unweit des Wasserloches in den Schatten eines Baumes sich ausruhten. Aber jetzt, wo ich mir die Fotos Zuhause ansehe, ist es eigentlich schon fast offensichtlich, dass wir uns irrten.





Wir verweilten dort wieder ein wenig und wurden noch mit einem Gang zum idyllischen Wasserloch belohnt.



Gute Nacht, Schwestern! =^.^=

Kurz vor Sonnenuntergang sind haben wir dann noch einen kurzen Umweg über "Gemsbokvlakte" und "Gaseb" gemacht, bevor wir dann wieder pünktlich mit dem letzten Sonnenstrahl das "Okaukuejo Camp" erreichten.


(Landschaft bei "Gaseb")

Am beleuchteten Wasserloch waren an diesem Abend nur ein paar Zebras zu sehen.



Aber dafür war das Abendessen vorzüglich, denn es gab leckeres Eland-Steak am Buffet. 😄

Irgendwann vor 20 Uhr lagen wir dann auch schon wieder im Bett und freuten uns über die vielen Sichtungen (mein persönlicher Löwencounter lag nun bei 18) und vor allem über das spannende Erlebnis bei der Löwenjagd. Wir waren gespannt, ob der nächste Tag genauso schön würde weitergehen. Aber das erfährt ihr erst im nächsten Kapitel "Bei Halali ist was los!"


Eure Safari =^.^=

Teil 1020. Juli 2014

Kapitel 10: "Bei Halali ist was los!"

30.04.2014

Es ist schon erstaunlich, wie schnell die eigene innere Uhr sich an neue Lebensgewohnheiten anpassen kann. Zumindest kann ich es mir fast nicht vorstellen Zuhause bei meinem Rudel freiwillig und ausgeruht um 5 Uhr morgens aufzustehen. Aber genau das haben wir an diesem Morgen in Okaukuejo getan. So blieb uns diesmal sogar noch genügend Zeit, um in Ruhe zu frühstücken und diesmal als Erster am Tor zu sein!
Anscheinend war dann auch meine immer besser werdende Laune auf den Camp-Bediensteten ansteckend, da dieser netter Weise uns schon 10 Minuten früher das Tor in den Park öffnete. 🙂



Da es unser Plan war, genau dort weiter zu machen, wo wir am Vortag aufgehört hatten, führen wir geradewegs nach "Nebrownii". Schließlich wollte nicht nur ich wissen, wie es den drei Löwinnen in der Nacht ergangen war (wir waren ja noch der Überzeugung, dass die Drei noch nichts erlegt hatten).



Wie man vielleicht an den Bildern erkennen kann, ging es den Dreien wesentlich besser als am Vorabend. Wir vermuteten, dass die drei Schwestern in der Nacht Beute gemacht hatten, da diese sich eher ausruhten anstatt auf der Lauer zu liegen. Von einem Kadaver war jedoch nichts zu sehen, bis auf etwas, was wie ein Darm aussah und in der Nähe des Wasserlochs herumlag. Ein neugieriger Schakal bestätigte dann auch unsere Vermutung, dass da irgendwo versteckt eventuell noch mehr Reste herumlagen.



Auch wenn das jetzt wieder sehr einseitig klingen mag, so war ich als (Plüsch-)Löwin doch erleichtert, dass es den drei Löwinnen gut ging und ich mich mit einem beruhigten Gewissen von meinen Seelenverwandten verabschieden konnte.

Unser weiterer Weg führte wieder über "Gemsbokvlakte", da wir immer noch vergeblich auf eine Löwenjungen-Sichtungen hofften. Auf dem Weg nach "Ondongab" begegneten wir aber dafür diesem netten Gesellen.



Über "Ondongab", wo nichts los war, ging es weiter mit einem Abstecher nach "Homob", wo aber aus tierischer Sicht auch nichts los war, wie man hier gut sehen kann.



Und auch der erst vielversprechende Umweg über "Sueda", "Charitsaub" und "Salvadora" brachte uns keine aufregenden Tiersichtungen, führte dafür aber durch eine herrliche Landschaft. 🙂


(Wasserloch "Sueda")

(Wasserloch "Charitsaub")

(Wasserloch "Salvadora" mit Nilgänsen und einem Waffenkiebitz)

Weiter ging es zu dem, in meinen Ohren, berühmten Wasserloch "Rietfontein", welches seinem Ruf aber leider in keinster Weise nachkam. Von daher fuhren wir zügig weiter nach Halali, um uns früh einen guten Campingplatz für die Nacht zu reservieren und um einen Blick in das dortige Tiersichtungsbuch zu werfen.


("Halali" von fern und nah)

Nach der Anmeldung und der "Reservierung" eines Stellplatzes durch eine Wäscheleine und unseren Campingtisch, versuchten wir unser Glück weiter in Richtung Osten. Als nächstgelegenes Wasserloch war da "Helio" auf der Karte zu sehen, was sich aber absolut nicht gelohnt hat. Abgesehen von dem wirklich sehr holprigen und engen Zufahrtsweg, steht man dann am Ende irgendwo mitten im dichten Busch. Genau wie auch die künstliche Wasserstelle, welche nur 10m entfernt ist, wenn man überhaupt was sehen will. Das man da alleine schon durch die Anfahrt jedes Tier verschreckt, kommt dann als negatives I-Tüpfelchen noch dazu.
Mit dem Wissen, dass wir uns den Weg hätten sparen können, führen wir weiter nach "Goas". Kurz vor dem Wasserloch wurden wir netter Weise von einem Touristenpaar angehalten, welche uns versuchten zu erklären, wo die zwei Löwen versteckt im Gras lagen. ^^
Da man "Goas" aus zwei Richtungen beobachten kann, sahen wir zunächst eine Herde Zebras beim Trinken.



Da wir noch keine Ahnung hatten, wo die Löwen waren, warteten wir erst einmal ab, ob sich nicht doch plötzlich wieder eine Jagdszene ergeben würde. Dass wir da hätten lange hoffen können, sahen wir dann, als wir die beiden männlichen Löwen vom zweiten Aussichtspunkt entdeckten.



Auch wenn die beiden Löwen in meinen Augen zwei gutaussehende Prachtexemplare meiner Art waren, so war es mir auch klar, dass die Beiden keine Pfote für die Futterbeschaffung investieren würden. Und so wie es aussieht, wussten das auch die Impalas.



Da weitere Sensationsfotos nicht zu erwarten waren, setzten wir unsere Safari nach einer Viertelstunde fort und fuhren nach "Nuamses". "Nuamses" ist ein wirklich traumhaft schönes Wasserloch, welches man mit einem kühlen Getränk in der Hand auch ohne Tiere über eine längere Zeit genießen kann.



Nicht weit von "Nuamses" befindet sich auch die einzige Stelle, wo man mit dem Auto ein Stück in die Etohsapfanne selber reinfahren darf. Abgesehen von der beeindruckenden Landschaft, hat es mich aber am meisten überrascht hier einen knöcheltiefen Teich vorzufinden.



Vom "Etosha Lookout" fuhren wir dann weiter Richtung Osten zu den Wasserstellen "Springbokfontein" und "Batia". Da wir auf der Hauptstraße recht schnell vorankamen, entschlossen wir uns noch einen Abstecher über "Okerfontain" zu machen. Der Weg nach und von "Okerfontain" führt fast immer am Rand der Etoshapfanne entlang. Und auch wenn es wieder nicht allzu viele Tiere zu sehen gab, so kann ich diesen Abstecher doch jedem empfehlen.


(Streifengnus und Singhabicht)

Da wir immer noch massig Zeit hatten, machten wir sogar noch einen weiteren Abstecher nach "Kalkheuwel", wo wir zwar eine Elefantenherde um eine Viertelstunde verpassten, dafür aber unser einziges Kudu auf unserer Reise sahen. 🙂



Auf unserem Rückweg zum "Halali-Camp" über "Springbokfontein" fuhren wir noch einmal am Wasserloch "Goas" vorbei. Wir wussten zwar schon, dass die beiden Löwen fortgegangen waren. Was wir aber nicht wussten war, dass uns dort ein wirklich fotogener Elefantenbulle erwartete. =^.^=



Wir haben dem Bullen bestimmt eine Halbestunde beim Trinken und Grasen zugesehen, ehe wir dann ins Camp gefahren sind. Da wir uns an diesem Abend mit Spagetti und Tomatensoße selbst versorgten, waren unsere Zelte auch schon um 16 Uhr aufgebaut. So blieb dann später genug Zeit das beleuchtete Wasserloch aufzusuchen, was sich an diesem Abend wirklich lohnte.

Als der schwarze Löwe und ich am "Moringa" Wasserloch ankamen, sahen wir schon an den fokussierten Blicken der anderen Touristen, dass gerade etwas besonders im Gange war. Aus fast nächster Nähe zu sehen waren zwei Spitzmaulnashörner, wobei eines der Nashörner versuchte das andere vom Wasserloch zu vertreiben.



Wie man am letzten Foto sieht, gelang dies dem einen Nashorn auch, so dass erst einmal wieder etwas Ruhe einkehrte. Zumindest solange bis dann plötzlich eine ganze Elefantenherde auftauchte, welche wiederum das siegreiche Nashorn vom Platz verdrängten, zum Schutz der Elefantenkälber.



Wie man an den doch recht unscharfen Aufnahmen sieht, war die Sonne schon längst unter gegangen und das Wasserloch wurde nur noch durch Scheinwerfer beleuchtet, welche wiederum eine Armee an Mücken anlockte. Zum Glück hatten wir Peachful Sleep und ein dichtes Fell oder lange Kleidung, so dass wir den Mücken kaum eine Angriffsfläche boten.



Richtig aufregend wurde es dann aber, als einer der Elefanten anfing die Büsche direkt vor der Besucherterrasse abzugrasen. Da hätte wirklich nicht mehr viel gefehlt um die Rüsselspitze streicheln zu können!

Nach einer Weile verließ die Elefantenherde wieder das Wasserloch und zurück kamen nicht nur zwei, auch nicht drei, sondern vier Spitzmaulnashörner gleichzeitig!



Also entweder wir hatten einfach unglaubliches Glück, oder Nashornsichtungen sind im Etosha-Park doch nicht so selten wie Anfangs gedacht. Von daher zogen wir uns so gegen 20 Uhr zufrieden in unsere gemütlichen Dachzelte zurück, auch wenn wir an diesem Tag mehr schöne Landschaften als viele Tiere gesehen hatten. Was wir vor dem Einschlafen natürlich noch nicht wissen konnten war aber, dass sich genau dies am nächsten Tag ändern sollte...

Eure Safari =^.^=

Teil 1123. Juli 2014

Nadja+Marco schrieb:Hach, wäre das schön, gleich bei Kaffee und Frühstück den nächsten Teil zu lesen...
Kann es nicht erwarten 😉

Dein Wunsch sei mir Befehl! Bitte schön! 😄


Kapitel 11: "Das Beste kommt zum Schluss"

01.05.2014

Wie fast nach jeder Nacht, wo wir unsere Dachzelte aufgeschlagen hatten, so haben wir es auch an diesem Morgen etwas gemütlicher angehen lassen. Vielleicht auch ein wenig aus der Hoffnung heraus den Honigdachs vom Vorabend noch einmal bei Licht zu Gesicht zu bekommen, welcher ja im Halali Camp ja fast schon zum Inventar gehören soll. Nach den guten Erfahrungen vom Vortag, war unser erstes Ziel wieder das Wasserloch "Goas". Aber anstatt Löwen oder Elefanten konnten wir an diesem Morgen dort in Ruhe eine ganze Herde von Schwarzgesicht-Impalas mit übermütigen Jungtieren beobachten.



Und wenn ich mich nicht ganz vertan habe, so sind auf dem letzten Foto auch drei Riesenglanzstare zu sehen.

Von "Goas" aus ging es dann weiter Richtung Osten, wo wir dann nach 11 km auf gut Glück in einen Verbindungsweg Richtung Norden eingebogen sind. Ich meine mich noch erinnern zu können, dass dieser Weg schon einen Namen hatte. Ich jedenfalls werde ihn den "Gabelracken"-Weg nennen, da wirklich fast auf jedem Busch eine Gabelracke auf uns wartete.



Aber auch ein Nachtflughuhn lies sich von meinen beiden Löwen mit deren Kameras einfangen.



Als wir die Hauptstraße erreichten, führte unser weiterer Weg weiter Richtung "Namutoni". Eher der Vollständigkeit halber, sind wir dann auch noch die "Ngobib"-Schleife gefahren. Gesehen haben wir auf diesem Weg, außer verdammt tiefen Spurrillen (vermutlich war die Strecke auch deswegen halbherzig gesperrt worden ^^') und schöner Landschaft, nur diese beiden Zebras.



Wieder am Ausgangspunkt der Schleife angekommen, ging es weiter Richtung Osten zum Wasserloch "Chudop". Und wie man sehen kann, stieg schon auf dem Weg dorthin unser Tiersichtungsglück wieder an. 🙂



An der Wasserstelle selber gab es neben weiteren Giraffen und Zebras dann sogar mal wieder Warzenschweine zu sehen. 🙂





Aber wirklich lange hielten wir es dort nicht aus. Dies lag keineswegs am Wasserloch und an den Tieren dort, sondern eher daran, dass wir kurz zuvor ein Tipp bekommen hatten, dass bei "Namutoni" Löwen gesehen worden waren. Unser nächstes Ziel war also "Koinachas", wo der graue Löwe aber doch glatt erst einmal vorbeigefahren ist. *grumel*
Zum Glück hat ihn der schwarze Löwe sofort zurückdirigiert, denn bei dem was wir dort zu sehen bekamen, hätte ich mir sonst den eigenen Schwanz vor Verzweiflung abgebissen. Schon bei der Anfahrt erkannten wir an den vielen Autos, dass es dort etwas Besonderes zu sehen gab...
... nämlich LÖWEN-CUBBIES !!! =^.^=



Und ein ganzes Löwenrudel gab es noch gratis dazu. =^.^=



Hier lohnte es sich wirklich, dass meine beiden Löwen ihre jeweils 2 kg schweren Teleobjektive mitgebracht hatten, da die Entfernung gute 50m und mehr war, was man an dem folgenden Übersichtsfoto eventuell erahnen kann.



Da zur Mittagszeit um 12 Uhr bei den Löwen natürlich kollektive Siesta angesagt war und auch das harte Licht für Fotos alles andere als optimal war, verließen wir das Rudel auch schon eine Stunde später. 😄
Da dies ja unser letzter Tag im Etosha-Park war, wollten wir noch zumindest die "Fischer's Pan" gesehen haben. Aber zunächst füllten wir unsere Cola-Vorräte im Namutoni-Camp auf.



Danach besuchten wir noch die Wasserstellen "Klein-" und "Groot Okevi" (aber ohne besonderen Erfolg), bevor wir dann auf den 30 km langen Weg um die Fischerspfanne abbogen. Hier sahen wir, neben der wieder traumhaften Landschaft, auch wieder neue Tiere, wie z.B. diesen Löffler.





Die Gabelracke haben wir dann nach etlichen Versuchen dann endlich auch einmal einigermaßen im Flug erwischt. 🙂



Als wir dann nach ungefähr der Hälfte der Strecke in den Stichweg nach "Aroe" einbogen, ahnten wir noch nicht welche weiteren Überraschungen der Busch nur für uns bereithielt. Wirklich ungelogen, als wir gerade am Wasserloch ankamen, kam genau im gleichen Moment eine ganze Elefantenherde uns gegenüber aus dem Busch. Inklusive kleinen Dumbo-Elefäntchen ^^



Mit abgestellten Motor fühlte es sich an, als seien wir selbst ein Teil dieser Natur, während wir die Herde beim Trinken beobachteten.



Da die Elefantenherde nur auf der Durchreise war, verschwand die ganze Herde auch gleich im Dickicht auf der anderen Seite.



Laut unseren Aufnahmedaten, hat der Spuk keine 3 Minuten gedauert.

Aber unser Glück schien noch nicht aufgebraucht zu sein, da wir auf dem Rückweg nur 200m weiter urplötzlich eine mindestens 2 Meter lange Schwarze Mamba über den Weg huschen sahen. Leider kam und verschwand sie so plötzlich, so dass die Zeit für ein Foto nicht gereicht hat.

Auf unserem weiteren Weg nach "Twee Palms" hatten wir plötzlich, man glaube es kaum, keine Zebra-Straßensperre, sondern einen Marabu-Checkpoint. ^^



Aber nachdem sei sich versichert hatten, dass wir nicht auf der Most-Wanted-Liste standen, ließen sie uns weiter nach "Twee Plams" fahren. 😄
Warum das Wasserloch so heißt, wie es heißt, brauche ich vermutlich nicht zu erklären, wenn man das Foto gesehen hat.



Da der Nachmittag so gegen 15 Uhr so langsam begann, sind wir dann auch wieder schnurstracks nach "Koinachas" zum Löwenrudel gefahren, wo wir dann auch fast unsere Zelte aufgeschlagen hätten. 😄
Bis auf ein paar Stellungswechsel hatte sich dort während unserer Abwesenheit nicht viel verändert...



...außer dass die Löwenmama nicht nur ein, sondern vier süße kleine Rabauken hatte. =^.^=



(beliebtes Spiel: Mama's Schwanz fangen)

(Dieses Foto erinnert mich irgendwie immer an die "Circle of Life"-Szene aus "Der König der Löwen")

(Züchtigung und Liebe)

Während wir das Löwenrudel beobachteten, zählte mein schwarzer Privat-Fotograf so nebenbei mal die Anzahl der Mitglieder und kam auf stolze 17 Löwen, wenn man alle Löwinnen und deren Jungen und Halbstarken zusammenzählte. Doch wo war der Löwen-Papa, welchen es bei so viel Nachwuchs ja auch irgendwo geben musste? Da war er!



Als dann zwei der Cubbies zum Trinken an das Wasserloch gelaufen sind und dann noch zu spielen angefangen haben, wäre ich ja fast an einem Zuckerschock gestorben, so süß war das. =^.^=





"Darf ich den mitnehmen?" 😄


Wenn es nach mir gegangen wäre, so wäre ich vermutlich für den Rest meines Lebens hier geblieben und hätte mich als freiwilliger Babysitter dem Rudel angeschlossen. Vermutlich hätten da aber nicht nur meine beiden Löwen, sondern auch das Löwenrudel etwas dagegen gehabt. *seufz*



Irgendwann, und für mich viel zu früh, war leider auch diese Zeit vorbei und ich musste mich wirklich sehr schweren Herzens von den knuddeligen Kleinen mit ihren Müttern, Tanten und Schwestern verabschieden. Und was die ganze Sache dann noch schlimmer für mich machte, war die Tatsache, dass ich mich nun Gleichzeitig auch vom Etosha-Park verabschieden musste. *heul*

Vermutlich lag es an meinen Tränen in den Augen, dass ich weder auf dem Weg zum Lindquist Gate, noch auf dem gleich danach abzweigenden Weg zur Onguma Lodge irgendein weiteres Tier sah. Mein einziger Trost war, dass ja unsere Reise noch nicht zu Ende war.

Die Onguma-Lodge war wirklich ein guter Tipp von "Otjikoko" gewesen. Swimming-Pool direkt neben dem Wasserloch hat auch was.



Aber auch der Campingplatz in der Nähe der Lodge, welchen wir gebucht hatten, war absolut top.



Bis auf zwei Mütter aus Windhoek mit ihren beiden Mädchen, mit welchen wir Bonbons austauschten, waren wir dann auch gefühlt die einzigen Camper an dem Abend. Mit unseren letzten Spagetti Napoli und einem Savannah Light genossen wir den Sonnenuntergang und nutzten dann noch unser reichlich vorhandenes Brennholz für ein langanhaltendes Lagerfeuer. Dabei mutierte ich zur "Königin der Flammen"! *muhahaha*





Aber noch besser war der Angestellte, welcher urplötzlich im Licht unseres Lagerfeuers stand und uns mitteilte, dass der "Bush Walk" am nächsten Morgen mit uns stattfinden würde. Dieser meinte nämlich, dass er mich für eine echte Löwin gehalten hat uns sich erst gar nicht an uns herangetraut hat. Was ein Balsam für meine Seele!

Eure Safari =^.^=

Teil 1201. Aug. 2014

Kapitel 12: "Bayern und andere Überraschungen!"

02.05.2014

Wenn man meine erste Nacht im Dachzelt mit den offenen Moskitolucken mal außen vor lässt, so hätte ich die ganzen zwei Wochen unserer Reise im Dachzelt schlafen können. Denn auch in der letzten Camping-Nacht muss ich geschlafen haben wie eine Eule zur Mittagszeit. Wie sonst könnte ich es mir sonst erklären, dass ich wieder super pünktlich zur Morgendämmerung aufgewacht bin. Da wir an diesem Morgen ja noch den Bush-Walk gebucht hatten, konnten wir es wieder ganz gemütlich angehen. Während ich mich ausgiebig meiner Fellpflege widmete, ging der schwarze Löwe erst einmal "Tarantula" besuchen. Äh,... ich meine natürlich warm duschen =^^= . Also ich weiß wirklich nicht, warum der graue Löwe aus jeder kleinen Spinne oder Schlange ein hollywoodreifes Monster machte.
Ab 6:45 Uhr warteten wir dann, wie abgesprochen, auf unseren Guide, und warteten... und warteten...
Meine beiden Löwen glaubten schon vergessen worden zu sein, als der Guide dann 30 Minuten später mit zwei weiteren Touristen doch noch kam. Aber hey, auch das ist Afrika! Zusammen mit einem Paar aus England fuhren wir dann durch den Busch, bis unser Guide den Land Rover an einer offenen Stelle abstellte und uns erst einmal eine kleine Sicherheitseinweisung gab. Diese bestand zum einen daraus, ihm _immer_ hinterherzulaufen und zum anderen aus etlichen Fragen von den Engländern zu seinem ach so imposanten Gewehr. -_-
Wieder begleitet von Gabelracken…



… machten wir uns auf den Weg, um dieses Heilkraut gegen Schnupfen (hab den Namen leider vergessen 🙁 ) kennen zu lernen…



… und um die Morgenzeitung der Savanne zu lesen.



Neben etlichen Jagdtechniken auf Flusspferde, dem angeblich am einfachsten zu erlegenden Tier, entdeckten wir zur Freude des grauen Löwen jede Menge Spinnen in ihren teils fast riesigen Netzen.



Und als kleines Highlight, entdeckte der schwarze Löwe sogar die Falle einer "Baboonspider", einer Vogelspinnenart, welche er mit einem Grashalm als Beute auch ein wenig aus ihrem Versteck locken konnte. 🙂



Sehr zum Leidweisen der Freundin unseres Engländers, begegneten wir auch fast auf jedem Quadratmeter einer Dickbens-Grille, welche in diesem Jahr schon plagenartig gesamt Namibia heimsuchten.



Und es kam natürlich, wie es kommen musste, dass eben genau solche eine Grille an der Hose eben dieser Frau festsetzte. Zwar versuchte ich ihren Freund heimlich noch auf den blinden Passagier aufmerksam zu machen, aber schon im nächsten Moment hatte sie die Grille entdeckt und ist hysterisch schreiend durch den Busch gehüpft. Passiert ist natürlich nichts, außer dass ich mein Gekicher fast nicht mehr unter Kontrolle bekommen hätte. =D
Selbst die Springböcke schauten bei so einer komische Tanzeinlage zu uns rüber.



Besonders cool fand ich persönlich ja den Aschenbecher aus dem getrockneten Mistballen eines Mistkäfers, in welchem man angeblich auch gut Feuerglut aufbewahren kann.



Ansonsten lernten wir noch jede Menge über Termiten und woran man erkennt, dass ein Termitenbau noch bewohnt ist. Dieser hier war es jedenfalls nicht mehr.



Nach gut 2,5 Stunden und lediglich 500 m Fußmarsch war die Führung auch und damit auch unser Besuch im Etosha-Gebiet zu Ende. Zurück an unserem Campingplatz, packten wir dann nur noch unsere Sachen und machten uns dann auf den weiten Weg über Tsumeb und Otavi (Tankstop) nach Otjiwarongo.



Bevor wir das letzte kurze Stück raus zur Otjibamba Lodge fuhren, machten wir noch einen Zwischenstop im Spar in Otjiwarongo, um uns noch mit ein paar Getränken einzudecken. Da der schwarze Löwe schon wieder einen Löwenhunger hatte (okay, es war auch Mittagszeit) gingen wir noch schnell was essen. Dabei überraschte es mich nicht nur, dass es gleich nebenan ein Wimpy-Burger-Restaurant gab. Viel überraschender war die laute Blaskapelle vor dem Laden, welche zur Unterhaltung der Namibianer ihr bestes gab. Ja sind wir den hier in Bayern?!?
Nach diesem doch etwas schockierenden Erlebnis, mussten wir uns dann erst einmal für den restlichen Nachmittag in der wirklich schönen Lodge "Otjibamba" ausruhen. 😉



Neben ein paar schönen Blumen und Blüten, sahen wir sogar ein Warzenschwein, drei Strauße und diese beiden Vogelarten auf der Lodge (Gelbbauchgirlitz, Graulärmvogel). Letzteres ist übrigens der berühmte "Go Away"-Vogel, welcher sofort Alarm schlägt, sobald man gesehen wird.



Somit endete auch dieser eher ruhige Tag, bevor es dann für die letzten beiden Tage noch einmal nach Erindi zum Endspurt ging. Dazu aber mehr im nächsten Kapitel "Zu Besuch bei Freunden".

Eure Safari =^.^=

Teil 1305. Aug. 2014

Kapitel 13: "Zu Besuch bei Freunden"

03.05.2014
Wie schon am Vortag, so stand auch an diesem Morgen die Otjibamba Lodge für Ausspannung und Gemütlichkeit. So schliefen wir zur Freunde des grauen Löwen nicht nur eine gute Runde länger, sondern ließen uns auch alle Zeit der Welt beim Frühstücksbuffet. Da wir unser Mindestreiseziel "mindestens einen wilden Löwen zu sehen" ja schon mehrfach erreicht hatten, stand für heute nur der gestern spontan gefasste Beschluss auf dem Plan, Christians Farm "Otjikoko" zu besuchen. Neben vielen anderen hier im Forum, wie z.B. "Tiggi" und Christian/"travelNAMIBIA", hat uns vor allem Christian/"Otjikoko" bei unserer Planung sehr viele Tipps und Ratschläge per Email und am Telefon gegeben, weswegen wir uns zumindest mit einem Besuch auf seiner Farm bedanken wollten.

Da Christians Farm (okay, eigentlich gehört die Farm seinem Onkel) wirklich direkt neben Erindi liegt, war der geplante Umweg eigentlich überhaupt nicht erwähnenswert. Von Otjibamba startend, fuhren wir zunächst die B1 Richtung Süden und biegten dann auf die D2187 Richtung Westen und Erindi ab. Am Eingangstor von Erindi hatte dann der schwarze Löwe zunächst ein unheimliches Erlebnis mit dem Torwächter, welcher steif und fest behauptete unserem Privat-Chauffeur am Steuer schon einmal begegnet zu sein. Aber da unser schwarzer Löwe, genau wie ich, das erste Mal in Namibia war, konnte es sich hier nur um eine Verwechslung handeln. Wir jedenfalls fuhren weiter und folgten den Wegweisern nach Otjikoko und unserem Orientierungssinn über die teils ausgewaschenen Feldwege. Als wir gegen 10 Uhr auf der Farm ankamen, wurden wir zunächst überschwänglich von "Bonny" dem Farmhund und danach auch von Christian begrüßt.



Nach einer kleinen Erfrischung mit gekühlten Getränken ließen wir uns gerne zu einem kleinen Farmrundgang überreden. Durch die noch eingezäunte Zitrusplantage (welche sogar mit Stacheldraht vor den Pavianen beschützt werden muss), kletterten wir zunächst auf einen kleinen Hügel, um einen Überblick über die Weite des Farmgeländes zu bekommen.



Von dort aus sehen wir dann auch die ersten Tiere, erst in echt…



… und dann auch als Felsenmalerei.



Danach führte uns Christian dann noch zum nahegelegenen Stausee und zeigte uns den daran anschließenden Canyon und weitere Felsmalereien.



Zurück bei der Farm bekamen wir vor dem Mittagessen dann auch noch eine Führung über die Farm selber, mit ihrem Farmladen, der Schlachterei und den verschiedenen Lagerräumen und –Hallen. Da die Otjikoko-Farm in erster Linie eine Jagdfarm ist, sahen wir natürlich auch die verschiedensten Trophäen und trafen dann auch beim Mittagessen auf drei weitere Jagdgäste aus Deutschland.



Gelegentlich kann es ja verbal kritisch werden, wenn normale Touristen auf Jagd-Touristen treffen. Aber da wir ja auch Foto- und Souvenirjäger waren, stimmte die Mischung aus Badisch, Fränkisch, Sächsisch und Kölsch genauso gut, wie das Mittagessen, nämlich wunderbar. 🙂

Nach dem Mittagessen verabschiedeten wir uns dann auch schon wieder von Christian und der Otjikoko Farm. Einem Tipp von Christian folgend, fuhren wir über die wesentlich kürzere und schnellere Lieferantenzufahrt (immer den "No Entry"-Schildern folgend 😄 ) zur Old Traders Lodge auf Erindi. Dort kamen wir dann auch noch so rechtzeitig an, so dass wir beim Einchecken auch gleich noch den Game-Drive am Nachmittag mitbuchen konnten. Unsere anderen Wunschbuchungen für den Cheetah-Walk und den Private-Photo-Game-Drive konnte man uns allerdings noch nicht versprechen, da die Lodge an diesem Wochenende voll ausgebucht war.

Im Vergleich zu unseren anderen Unterkünften, war unser Standard-Zimmer auf der Old Traders Lodge das offensichtlich luxuriöseste noch vor Dolomite.



Dafür war allerdings die voll ausgebuchte Lodge von der Atmosphäre her eher mit einem Hotel zu vergleichen und daher bei weitem nicht so persönlich wie bei Christian auf Otjikoko oder bei Hans-Jürgen in Swakopmund. Und auch bei den Gästen merkte man schnell, dass man sich hier gleich in einer ganz anderen sozialen Schicht bewegte. Bis auf die Dame an der Rezeption waren jedoch alle Bedienstete und auch alle Gäste der Lodge sehr freundlich, weswegen wir uns keine Sorgen machten es die letzten Tage hier nicht auszuhalten. Dass wir aber dennoch in einer Touristenhochburg gelandet waren, merkten wir schnell auf unserem ersten Game-Drive. Neben unserem Guide und Fahrer, war unser Wagen mit 10 Personen aus aller westlichen Welt und allen Alters voll besetzt, weswegen uns natürlich auch eine Standard-Tour gezeigt wurde. Neben Zebras, sahen wir Giraffen, Gabelracken und diesen Raubadler.



Doch wider Erwarten, sollte die Tour dann noch interessanter werden, als ein kleines Mädchen mit ihren Adleraugen doch tatsächlich zwei Milchuhus hoch oben auf einem Baum entdeckte.



Das kleine Highlight für mich an diesem Tag war aber natürlich dieser knuffige Kerl hier.





Bedingt durch sein GPS-Halsband musste er wohl schon öfters als Fotomotiv für die Touristen auf Erindi herhalten, was er, wie man ja an den Bildern sieht, mittlerweile sehr gut konnte. Dies war dann, vor dem etwas verspäteten Sundowner, auch unsere letzte Station, bevor es zurück zur Lodge ging.

Zurück in der Lodge wartete dann nicht nur auf uns schon das reichhaltige Abendbuffet im Restaurant. Auch ein paar Wildhunde und Tüpfelhyänen labten sich an den Resten einer Giraffe beim beleuchteten Wasserloch, direkt in bequemer Sichtweite unseres Tisches. Zumindest so lange, bis sie von einer kleinen Herde Elefanten verscheucht wurden. Vollgefressen wankten wir danach in unser Zimmer, machten es uns in unserem Bett gemütlich und träumten von ganz viel Afrika!



Eure Safari =^.^=

Teil 1410. Aug. 2014

Ich hoffe ihr wisst es zu schätzen, dass ich den vorletzten Teil meines Berichtes mit meinen großen Tatzen nur für euch auf einem kleinen Smartphone hier eingestellt habe. XD


Kapitel 14: "Auf der Pirsch"

04.05.2014
Irgendwie musste der graue Löwe es geahnt haben, dass dieser Tag noch einmal etwas Besonderes werden würde. Denn anders könnte ich es mir nicht erklären, warum der graue Löwe an diesem herrlichen Morgen freiwillig mit uns und der Morgendämmerung um 5:45 Uhr aufgestanden ist. Schon fast wie bei der Armee, machten wir uns fertig und packten unsere Ausrüstung für den morgendlichen Game-Drive. Für alles bereit, gingen wir ins Restaurant zum Frühstück und wurden dort gleich von einer ebenfalls speisenden Braunen Hyäne abgelenkt.



Vor diesen Morgen hatten wir gestern schon einen "Cheetah Walk" reservieren wollen. Da aber die Old Traders Lodge an diesem Wochenende wirklich bis auf das letzte Zimmer ausgebucht war, konnte man uns nicht versprechen, dass ein Guide und ein Wagen für unsere Tour übrig bleiben würden. Dabei hatten doch gerade diese etwas außergewöhnlichen Angebote unser Interesse an Erindi geweckt. Aber wir hatten Glück, denn es blieb genau ein Wagen und "JP" als Guide übrig. Und da sonst niemand unsere Tour gebucht hatte, waren wir auch unter uns. =^.^=

Kurz nach Halb-Sieben fuhren wir los, in die doch recht frische Morgenluft hinein. "JP" erklärte uns, dass wir erst einmal ein gutes Stück würden fahren müssen, da die Geparden in einem anderen Teil von Erindi zuletzt gesehen wurden. So wurde unsere Fahrt dann zu Beginn zu einem morgendlichen Game-Drive, bei welchem wir kämpfende Antilopen, Gnus, ein Oryx und eine ganze Horde Perlhühner sahen, welche wild gackernd eine ganze Weile vor uns her liefen und uns bei der Weiterfahrt behinderten.



Da Erindi ja bekanntermaßen mit das größte private Reservat in Namibia ist, musste unser Guide die Geparden zunächst von einem kleinen Hügel aus mit einem Signalempfänger orten. Und wir nutzten natürlich sogleich die wunderbare Aussicht für ein paar Landschaftsfotos. 🙂



Nach ein paar weiteren Ortungsversuchen, wurde die Spur dann immer heißer, bis wir schließlich die beiden Geparden in einer offenen Ebene aus der Ferne entdeckten. Der schwarze Löwe wollte mit seinem Supertele schon gleich Fotos schießen, aber "JP" fuhr erst einmal noch ein kleines Stück weiter zu einem Wasserreservoir, wo er den Wagen abstellte. Während "JP" sich für den Notfall mit Pistole und Gewehr bewaffnete, rüsteten sich meine beiden Löwen nur mit ihren Paparazzi-Kameras und einer Wasserflasche aus. Dann ging es, so der Name unseres Ausfluges ja schon erahnen ließ, zu Fuß in den Busch. Und es dauerte nicht lange, bis wir zu den beiden Geparden aufgeschlossen hatten.



Auf deren Patrouille durch den Busch, legten sich die Zwei immer mal wieder in den Schatten. Zu diesen Gelegenheiten kamen wir dann auch recht nah ran.



Unser Guide "JP" erzählte uns, dass die Beiden damals jungen Männchen als Problemfälle in eine Aufzuchtstation kamen. Obwohl sie keine Brüder sind, haben sich die Beiden dort sosehr aneinander gewöhnt, so dass sie nun auch in Freiheit gemeinsame Wege gehen. Und es war auch die Aufzuchtstation, wo sie sich an den Menschen gewöhnt haben, so dass wir sie nun nicht wirklich störten, solange wir genügend Abstand hielten.

Die herrliche Natur und die Gemeinschaft mit den Geparden genießend, folgten wir den Beiden bis zum "Ende der Welt" und dessen Rand entlang. Zumindest war dies so aus der Sicht der beiden Geparden. Für uns stellte der große Wildtierzaun lediglich die Grenze von Erindi dar.



Entlang des Kontrollweges, entdeckte unser Guide in der "Buschzeitung" auch die Spur eines Löwen. Aber mehr als ein Pfotenabdruck war von dem Guten nicht zu sehen. Erst Abends erfuhren wir, dass wir vermutlich in Hörweite an dem Löwen vorbeigelaufen sind. Aber auch so gab es neben den Geparden auch noch ein paar andere, kleinere Dinge zu sehen.



Wir folgten den beiden Geparden noch gute eineinhalb Kilometer dem Weg entlang, bis diese sich dann wieder in den Schatten legten und dann auch keine weiteren Anstalten machten, sich wegen der größer werdenden Hitze auch nur eine Pfote weiter zu bewegen.





Auch auf unserem Rückweg querfeldein durch den Busch zum Wagen unterhielten wir uns mit unserem Guide "JP" noch über alles Mögliche, wie z.B. das beste Fluchtverhalten gegenüber Nashörnern (100m sprinten und dann verstecken) oder sein gefährlichstes Erlebnis. Aber auch ein wenig Humor hatte der Gute, als er einen von mir gefundenen Warzenschweinschädel schon fast künstlerisch auf einem Termitenhügel in Szene setzte.



Als wir dann am Wagen ankamen, waren wir immer noch früh in der Zeit, so dass unser Guide noch versuchte einen Leoparden für uns aufzuspüren. Geklappt hat dies leider nicht, aber dafür haben wir eine Klippschlieferfamilie, Ohrengeier und Weißschwanzgnus gesehen.



Auf unserem langen Rückweg zur Lodge hatten wir dann noch ein anderes interessantes Erlebnis mit einer Straußenfamilie. Diese hatte es sich mitten auf unserem Fahrweg gemütlich gemacht, bis wir plötzlich um die Ecke kamen und sie aufscheuchten. Was ich richtig klug fand war, dass der Vater und die Mutter der kleinen Küken versuchten uns Raubtiere dadurch in die Irre zu führen, indem sie sich wild mit den Flügeln wedelnd immer wieder zu Boden fallen ließen. Sie versuchten dadurch, sich als leichte Beute zu präsentieren in dem sie quasi uns mit ihrer gesamten Körpersprache signalisierten, "Ich bin verletzt, lahm und schwach. Friss mich!".



Dumm war allerdings nur, dass die Küken auf ihrer Flucht immer den Weg des geringsten Widerstandes folgten, was in diesem Falle genau unserem Fahrweg entsprach. Unser Guide musste die Kleinen gezwungener Maßen fast einen ganzen Kilometer weit verfolgen, ehe sie es dann doch noch in die Büsche geschafft haben.

Bis wir dann kurz vor dem Mittagessen in der Lodge ankamen, haben wir dann auch noch einen Zwergfalken (?) gesehen, welcher einen Raubadler verfolgte, sowie einen jungen Wasserbock.



Und natürlich auch nicht zu vergessen eine große…



… und eine kleine Giraffe. =^.^=



Zurück in der Lodge ergaben wir uns dann unseren Ur-Instinkten und taten das was man von Löwen um diese Tageszeit nur erwarten kann, nämlich Dösen, Chillen und Ausruhen. =^^=
Wahlweise auf dem Bett oder auf der Veranda mit schöner Aussicht auf eine kleine Wasserstelle / auf die nächste Mahlzeit. 8P



Das ganze wäre richtig schön gewesen, wenn der schwarze Löwe nach einer Weile nicht schon mit dem Packen angefangen hätte. Aber da seine 120l Reisetasche schon auf dem Hinflug bis zum Bersten voll war, musste natürlich alles genauso penibel für den Rückflug wieder eingepackt werden, inkl. zusätzlicher Souvenirs.


(Heuschrecke vor unserer Zimmertür)

Aber auch ich bekam nach einer Weile Hummeln in den Hintern, so dass der schwarze Löwe und ich mal das Wasserloch beim Restaurant kontrollierten. Und trotz der warmen frühen Nachmittagszeit, gab es da einiges zu sehen. Zum einen die typischen und einheimischen Vertreter, wie z.B. Giraffen, Elefanten, Marabus, Nilgänsen…



… aber auch hier in dieser Gegend nicht ganz einheimische Arten, wie z.B. Wildhunde…



… oder Krokodile…



… und auch die Flußpferde.



Kurz vor Beginn des Game-Drive am Nachmittag, durchstöberten wir dann auch noch den Souvenir-Shop beim Restaurant, bevor wir dann alle zusammen wieder überpünktlich am Eingang auf die Zuteilung der Gäste auf die Guides warteten. Ähnlich wie am Morgen, so hatte man uns auch für den Nachmittag nicht versprechen können, dass wir unsere Fotografen-Spezial-Tour bekommen würden. Aber nachdem noch eine Handvoll Touristen vom einen Auto auf die anderen Wagen verteilt wurden, so dass diese mit 10 Personen voll besetzt waren, hatten wir wieder einen Wagen ganz für uns alleine. Der wahre Knüller, aus der Sicht der anderen Gäste, muss dann aber noch gewesen sein, als wir dann auch noch einen zweiten Guide bekamen. *fg*
Dieser zweite Guide war allerdings noch im Training und musste, Aufgrund eines liegengebliebenen Jeeps, uns dann auch schon gleich am Anfang wieder verlassen. Das Schöne an dieser Privaten Foto-Safari war, dass wir unserem Guide "Rudi" frei sagen konnten, was wir sehen wollten. Und das war…, na wer kann es Erraten,… natürlich Löwen! Bei "Rudi" waren wir mit unserem Wunsch auch genau an der richtigen Stelle, da er erst am Vormittag ein kleines Rudel entdeckt hatte. Zuvor machten wir uns zunächst aber auf die Suche nach einem Breitmaulnashorn, da diese Foto-Trophäe uns noch fehlte. Leider war von Nashörnern weit und breit nichts zu sehen. Dafür sahen wir aber eine Zebramanguste, eine Reisentrappe und ein Monteirotoko.



Da die Sonne schon am Untergehen war, machten wir uns dann auch bald schon auf den Weg zu den Löwen, welche erst einmal wieder gefunden werden mussten. Zwar mussten wir dann noch ein paar Minuten warten, bis eine andere Gruppe in einem anderen Fahrzeug genug von den Löwen gesehen hatte. Aber als wir dann dran waren, wichen wir den zwei Löwinnen und dem Löwen nicht mehr von der Seite. =^.^=





Was für meine beiden Löwen-Foto-Jäger besonders toll fanden war, dass sie unseren Guide "Rudi" genau anweisen konnten, wo er für die schönsten Motive hinfahren sollte. Und da dies ja ein privates Reservat ist, musste man sich dabei auch nicht an Wege halten (Anm.: Die Guides auf Erindi achten darauf eine Gegend nur gelegentlich Offroad zu befahren, um der Vegetation Regenerationszeit zu geben.). Als dann zum Sonnenuntergang noch eine dritte Löwin auftauchte, war es einfach wunderschön dem Rudel noch ein wenig hinterherfahren und bei der Wiedervereinigung beobachten zu können.





Was für ein Abschluss an diesem letzten Abend! Besser hätte es eigentlich nicht mehr laufen können, was sicherlich auch unser Guide bei unserem Sundowner in der späten Abenddämmerung unter den ersten funkelnden Sternen zu spüren bekam. Der Platten danach im Dunkeln, sowie die etwas rasante Fahrt durch die Nacht waren da nicht weiter von Belang. Und selbst beim Abendessen konnte ich mir eine gewisse Freude nicht verkneifen. Glücklich und zufrieden ließ ich mich ein letztes Mal in das weiche Bett fallen und träumte davon irgendwann mal wieder nach Namibia zu kommen. Dem Land wo ich mein Löwenherz gelassen hatte.

Eure Safari =^.^=

Teil 1513. Aug. 2014

Kapitel 15: "Lebe Wohl, Namibia!"

05.05.2014
Unser letzter Tag unserer Reise ist leider recht schnell erzählt. Mit der Vorahnung, dass wir in der kommenden Nacht im Flieger nicht wirklich viel Schlaf bekommen würden, drehten wir uns im Bett noch einmal auf die andere Seite, um noch eine Stunde länger faul rumdösen zu können. Wir waren gerade aufgestanden, als völlig unerwartet ein Touristenpaar vor unserer Veranda stand. Neugierig ging der schwarze Löwe nach draußen und fragte die Beiden, was sie denn gesehen hätten, da sie offensichtlich angestrengt in den Busch schauten. Als er wieder rein kam und mit einem Griff zu seiner Kamera uns sagte, dass der Mann angeblich jagende Löwen gesehen hätte, waren wir natürlich auch sofort auf der Veranda. Aber sosehr wir auch jede Lücke im Busch absuchten, zu sehen gab es nichts. Und auch mein Gefühl sagte mir, dass es sich hier wohl um einen falschen Alarm gehandelt hat. Jagende Löwen direkt vor meiner Höhle? Dass hätte ich doch selbst im tiefsten Tiefschlaf mitbekommen!

Nach dem Frühstück begannen wir dann unser Auto auszuräumen und unsere restlichen Sachen in die Reisetaschen zu verpacken. Da ich ja selbst zum erweiterten Handgepäck zählte, konnte ich es mir auf der Veranda gemütlich machen. Dabei beobachtete ich ein paar Wasserböcke im Busch, welche sich sehr nah an der Stelle aufhielten, von welcher der Mann am Morgen behauptet hatte, dass dort die Beute liegen müsste.



Ich vermute mal, es war meine schiere Löwinnen-Präsenz, welche die Wasserböcke plötzlich aufschrecken und davonrennen ließen. Im Lauf machten sie dabei so "ähnliche" Geräusche wie Löwen beim Fressen und sahen mit etwas Phantasie auch einem rennenden Löwen ähnlich, wenn man sie nur für einen Augenblick zwischen den Bäumen sah. Somit war wohl auch dieses Rätsel um die Geisterlöwen gelöst.




Gegen 10:30 Uhr verließen wir dann Erindi auf dem sehr viel längeren Besucherweg, welcher von seiner Streckenführung einem kleinen Game-Drive ähnelt, und fuhren über die D2328 zurück zur B1. Auf dem Weg dorthin sahen wir dann auch zum Ersten und zum Letzten Mal eine kleine Horde Paviane an einer Wassserstelle.



Gegen 13:30 Uhr erreichten wir dann auch schon Windhoek und den Hof der ASCO-Autovermietung. Nach einem letzten leerräumen der Fahrerkabine, verlief die Rückgabe weitestgehend schnell und problemlos. Da wir sehr früh in der Zeit waren, hatte der schwarze Löwe dann noch die Idee sich die Innenstadt von Windhoek anzusehen. Da aber der graue Löwe die Idee überhaupt nicht gut fand und uns mit kriminellen Horrorszenarien doch etwas einschüchterte, warteten wir doch gleich auf den Fahrer, welcher uns zum Flughafen bringen sollte. Dies taten wir dann auch zur Freude unseres Fahrers, welcher uns schon um 15 Uhr am Flughafen abliefern und für den nächsten Morgen etwas früher ins Bett gehen konnte.



Da unser Flug ja erst um kurz nach 20 Uhr startete hatten wir noch viel Zeit, um in Ruhe unsere letztes Savannah-Light zu trinken und um jeden Souvenir-Shop zweimal zu durchsuchen. Etwas Stress gab es dann nur noch beim Check-In, da die riesige Reisetasche des schwarzen Löwen mit 23.8kg genau 300g zu schwer war. Also schnell noch einen Stromadapter und ein Objektiv in der Reisetasche des grauen Löwen untergebracht und alles war wieder in Ordnung. Nach der Sicherheitskontrolle mussten wir dann natürlich auch am Gate noch einmal eine ganze Weile warten, was aber diesmal nicht so schlimm war. Während ich für kleine Löwinnen ein letztes Mal auf der Toilette verschwand, durchstöberten meine beiden Löwen die wesentlich interessanteren Souvenir-Shops beim Gate. Während die Gattin des schwarzen Löwen ein weiteres schickes T-Shirt bekam, kaufte der graue Löwe für mich einen kleinen Plüschlöwen als Reisebegleiter und für sich als Andenken.

Für den Rückflug hatten wir am Tag zuvor von Erindi aus über das Internet unsere Plätze strategisch in der letzten und vorletzten Reihe vor der mittleren Toilette reserviert. Und da dies genau die Plätze sind, welche sonst niemand haben möchte, hatten wir den Platz neben uns sogar frei, was die Nacht diesmal etwas erträglicher machte. Besonders der große schwarze Löwe konnte jeden zusätzlichen Zentimeter zum Querlegen gebrauchen. Zuvor genossen wir jedoch noch etwas das Entertainment-System und schauten uns den Film "Gravity" an.

06.05.2014
Nach etwa 10 Stunden Flug landeten wir im Morgengrauen wieder in Frankfurt, holten unser Gepäck und unser Auto ab. Nach weiteren 2 Stunden Eingewöhnung in den Rechtsverkehr, waren ich und der schwarze Löwe dann wieder Zuhause, wo wir auch schon sehnsüchtig erwartet wurden. Der schwarze Löwe von seiner weißen Löwin und seiner kleinen Tochter, und ich von meinem Plüschlöwenrudel. =^.^=



Nach etwas Ruhe, vielen Erzählungen und etwas zum Essen, ist dann auch der graue Löwe wieder nach Hause gefahren.


Tja, hier endet nun leider auch meine Reise. Und was soll ich noch groß sagen, außer dass diese Reise nach Namibia für mich etwas ganz besonderes war. Von meiner Sicht aus, haben wir auch viel mehr gesehen und erlebt, als ich es mir im Vorfeld hätte erträumen können. Angefangen von dem schönen Morgen am See in der Wildnis von Düstenbrook, über die Boots- und Wüstentour, die Wanderung zur White Lady, die berührenden Erlebnisse auf der Cheetah Farm, die vielen schönen Tage und Sichtungen im Etosha-Nationalpark, bis hin zu der letzten Löwen-Foto-Safari auf Erindi. Und wer hätte gedacht, dass aus unserem Ziel "mindestens einen wilden Löwen zu sehen", gleich 43 werden. =^.^=
Was bleibt sind viele unvergessliche Erinnerungen und der nun tief verwurzelte Wunsch, irgendwann man wieder zurück nach Afrika zu kehren. Nur leider wird das für die kommenden Jahre auch erst einmal nur ein Wunsch bleiben. Und, denn wer weiß schon was die Zukunft bringt, im schlimmsten Fall sogar für immer.

Aber, hey, was solls! Ich war einmal in AFRIKA! =^.^=

Mit "Safari" auf Safari (Namibia 2014) von Black Lion

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/283120-mit-safari-auf-safari-namibia-2014

Stand: letzter Berichtsteil vom 13. Aug. 2014

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