von Eulenmuckel · Juli – Aug. 2013 · 43 Tage · Selbstfahrer · 84 Teile
Über diesen Reisebericht
Zum zehnten Mal reisen wir nach Afrika, diesmal als Jubiläumsreise sechs Wochen lang mit einem gemieteten Buschcamper durch Namibia und Botswana. Von Juli bis August 2013 sind wir in den Nxai Pans, im Moremi und bei Khwai unterwegs und geraten dort so oft in unmittelbare Löwennähe – ein Paar bei der Paarung, ein frischer Büffelriss mitten im Rudel, ein Elefant, der neugierig seinen Rüssel an unsere Autoscheibe drückt –, dass wir am Ende der Reise vierzehn Löwensichtungen zählen. Auf einer Bootsfahrt bei Shakawe und rund um Etosha widmen wir uns intensiv der Vogelfotografie, bevor es durch die einsamen Steinwüsten des Damaralandes und mit einer privaten Dünenfahrt auf einer Farm in den Tirasbergen weiter in den Süden geht.
Sossusvlei erleben wir im ersten Morgenlicht, danach übernachten wir zwischen den Köcherbäumen bei Keetmanshoop. Den Abschluss bildet der Kgalagadi Transfrontier Park: Nach mehreren vergeblichen Anläufen folgen wir einem Leoparden quer durchs Gebüsch, bis er sich direkt vor uns ans Wasserloch stellt, dazu braune Hyänen und Tüpfelhyänen mit blutverschmierten Köpfen und eine spielende Gepardenfamilie. So viele Raubkatzen wie in diesen sechs Wochen haben wir noch nie in einem einzigen Urlaub erlebt.
Teil 115. Dez. 2013
Prolog
Juhu, das Warten hat ein Ende. Wir dürfen wieder nach Afrika. Alles wie gehabt und doch etwas anders. Wir hatten vor über einem halben Jahr begonnen, unsere diesjährige Reise nach Namibia und Botswana zu planen und waren gerade damit fertig, als sich Nadia und Felix an Ostern sehr spontan entschlossen, uns ein Stück zu begleiten. Ruth und Nadia haben schon als Kinder gemeinsam im Sandkasten gespielt. Nun wollte Nadi zusammen mit ihrem Freund ihre erste Afrika-Reise wagen. Aus einer anfänglich für den Herbst geplanten Einsteiger-Route durch Namibia mit festen Unterkünften wurde schließlich eine Kombination aus einer neuntägigen Runde durch das südliche Namibia und einer Dachzelt-Tour durch Botswana gemeinsam mit uns in den Sommerferien. Besonders Felix fand die Fahrt durch das Okavango-Delta reizvoll, während Nadi ein wenig ängstlich war. Alleine hätten wir die beiden auf ihrer ersten Reise niemals dorthin geschickt. In unserer Begleitung gingen wir jedoch davon aus, alle sich stellenden Probleme mit unserer Erfahrung lösen zu können – so dachten wir. In einer neuen Planungsrunde erweiterten wir die bereits reservierten Stellplätze in Botswana und Etosha um ein zweites Auto. Nachdem unsere Freunde schon neun Tage Zeit gehabt hatten, den Süden Namibias kennenzulernen, war es auch für uns endlich so weit, und wir machten uns ebenfalls auf den Weg nach Windhoek. Für uns ist es die Jubiläumstour. Zum zehnten Mal besuchen wir Namibia und können vom südlichen Afrika mit seinen Landschaften und Tieren nicht genug bekommen.
Liebe Fomis, in den kommenden Wochen wollen wir unseren Reisebericht aufarbeiten und euch nach Botswana und Namibia mitnehmen. Obwohl wir schon seit einigen Monaten wieder zurück sind, finden wir erst jetzt Zeit dafür. Wir freuen uns über jeden, der uns begleiten möchte. Wir haben diesmal besonders viele Vögel fotografiert, aber zum Ausgleich sind auch einige Löwen dabei. Der Safarigott hat es sehr gut mit uns gemeint.
Viel Spaß, Ruth und Uwe
Teil 216. Dez. 2013
Freitag, 19. Juli 2013 – Auf geht’s!
Am letzten Schultag wurde wieder keine Zeit verschwendet, und Uwes Eltern holten uns an diesem besonders heißen Nachmittag zu Hause ab. Schon als wir auf die A3 nach Süden fuhren, meldete der Verkehrsfunk einen Unfall zwischen Idstein und Wiesbaden mit sich daraus ergebendem Stau von 18 Kilometern Länge. Oh je. Wir hatten zwar reichlich Zeitpuffer eingeplant, aber so ein Stau ist unberechenbar. Wir wollten kein Risiko eingehen, und so verließen wir bei Montabaur die Autobahn, auf der vor dem ersten Ferientag die Hölle los war. Am ICE-Bahnhof verabschiedeten wir uns schnell von Uwes Eltern und hatten genau zwei Minuten, bis der Zug nach Frankfurt hielt. So schafften wir es zwar ein bisschen hektisch, aber dafür sehr früh, am Flughafen zu sein. Beim Check-In galt unser interessierter Blick wie immer der Anzeige der Waage. Wir hatten zwar nur zwei Taschen aufzugeben, die hatten es aber in sich. Zusammen brachten sie es bereits auf über 50 Kilogramm. Die Dame am Schalter machte keine Bemerkung. Vielleicht war im Computer bereits vermerkt, dass wir aufgrund der gesammelten Flugmeilen mehr Gepäck mitnehmen dürfen. Als sie uns jedoch bat, auch unser Handgepäck auf die Waage zu stellen, bekamen wir es mit der Angst. Denn die beiden Rucksäcke mit der Fotoausrüstung und dem dazugehörigen Geraffel sprengen wirklich sämtliche Vorschriften hinsichtlich des Gewichts. Doch auch jetzt gab es keinen Tadel, sondern lediglich ein paar nette Anhänger für unsere Taschen. Schnell weg, bevor sie es sich anders überlegt! Da wir noch viel Zeit hatten, aßen wir Salat und kamen ein wenig zur Ruhe. Die Handgepäck-Prüfung verlief wider Erwarten ohne die obligatorische Sprengstoff-Kontrolle. Auch mussten wir fast keine Kleidungsstücke ablegen. Nach dem Boarding gab es jedoch noch irgendein technisches Problem, so dass wir mit einer über einstündigen Verspätung abhoben. Ganz lustig fanden wir die Frau, die hinter uns saß. Vor dem Abflug telefonierte sie mehrfach und lautstark mit Ihrem Mann, so dass wir ihre Geschichte mit anhören mussten. Der Reisepass ihres Mannes war abgelaufen, und er würde mit einem Tag Verspätung nachkommen. Nun ging es ihr darum, die Wartezeit in Windhoek zu organisieren. Die Frau plante, ein wenig spazieren und einkaufen zu gehen und nachmittags vielleicht noch ans Meer (!?) zu fahren. Wir haben uns gefragt, ob sich die Dame vor ihrem Urlaub schon mal ein wenig mit dem Land bzw. einer Karte beschäftigt hatte. Der Flug war unbequem, und der Schlaf alles andere als ununterbrochen. Aber irgendwie ging die Zeit vorbei.
Teil 316. Dez. 2013
Samstag, 20. Juli 2013 – Ankommen
Casa Piccolo, Windhoek
Es war noch dunkel, als wir in Windhoek landeten. Die Luft war frisch, jedoch nicht sehr kalt. Wir brachten die Einreiseprozedur schnell hinter uns, hatten bald unser Gepäck, und der Fahrer von Savanna wartete schon. Am Flughafen standen viele Hererofrauen in leuchtend roten Trachten. Auch wenn es sicherlich nicht für uns gedacht war, freuten wir uns über dieses Empfangskomitee. Als seine einzigen Fahrgäste brachte uns der Fahrer in die Stadt. Wie zu erwarten, durchströmte uns beim Blick in die Landschaft die Freude, und Ruth bekam feuchte Augen. Bei der Autovermietung stand schon unser Wagen bereit. Es war ein nagelneuer Buschcamper mit Hubdach anstelle eines Dachzeltes. Schon auf den ersten Blick waren wir begeistert. Die Konstruktion enthält Unmengen sinnvoller Details, die das Campen fast schon zum Luxus-Urlaub werden lassen. Wir ließen uns alles zeigen und packten unsere Taschen in den Wagen. Dann fuhren wir zur Pension Casa Piccolo. Wir wurden sehr herzlich begrüßt, und während unser Zimmer vorbereitet wurde, durften wir sogar noch frühstücken. Bei Rührei mit Speck ließen wir es uns gutgehen. So konnte der Urlaub beginnen. Die Laune war bestens.
Das Gepäck ließen wir im Zimmer und fuhren mit leerem Auto ins Zentrum von Klein Windhoek. Das Geld-Abheben gestaltete sich etwas schwierig, da Uwes Kreditkarte an zwei Automaten nur für einen kleinen Betrag akzeptiert, anschließend immer zurückgewiesen wurde. Dennoch genügte das Geld, um beim Metzger Oryxfleisch zum Grillen und Rauchfleisch zu kaufen.
Anschließend ging es zur Maerua Mall. Ein Geldautomat dort spuckte je Transaktion maximal 500 Dollar aus. Dementsprechend dauerte auch hier das Abheben lange. Als erstes besuchten wir den Bottle Store, dann ging es in den Superspar. In zwei Etappen besorgten wir alles, das wir vier in den kommenden Tagen und Wochen in erster Linie an Lebensmitteln benötigen werden. Da Nadia und Felix mit uns fahren, legte Ruth ein Extraglas Nutella in den Einkaufswagen – sicher ist sicher.
Mit Wasser, Holz, ein paar Konserven, Nudeln, Milchprodukten, Gemüse und Wurst war unser Einkaufswagen jedes Mal randvoll. Unmengen voller Einkaufstüten landeten im Laderaum des Autos. Den letzten Einkauf erledigten wir bei Fruit & Veg.
Dann ging es zurück zur Pension. Müde, aber glücklich sortierten wir den Wagen. Mehrere Varianten wurden ausprobiert, schließlich war das meiste an seinem Platz. Der Aufbau bietet viele Stauräume, in denen wir die Inhalte unserer Reisetaschen unterbringen konnten, so dass wir die große Tasche zurück bei Savanna lassen werden.
Mit den gefüllten Regalen fühlte sich Ruth ein wenig wie in einem fahrenden Tante-Emma-Laden. Am späten Nachmittag trafen Nadia und Felix ein. Es gab ein großes Hallo und Umarmungen. Die beiden hatten ihre ersten neun Tage in Namibia hinter sich und waren staubig, aber glücklich. Sie überschlugen sich dabei, ihre Erlebnisse zu erzählen. Wir freuen uns über ihre Begeisterung, die wir sehr gut verstehen. Die beiden bezogen ihr Zimmer, wir räumten noch Sachen ins Auto, und um kurz vor sieben holte uns das Taxi und brachte uns zu Joe’s Beerhouse. Wir hatten einen Tisch drinnen reserviert, und Ruth und Nadi schnappten sich sofort die Plätze unter dem Heizpilz. Bei Afrikageschichten und kalten Getränken ließen wir uns Kudu, Oryx, Strauß und Springbock schmecken. Es war köstlich. Nadis Gericht hieß „Bushfire“ und wurde mit einem brennenden Glas Schnaps serviert. Nach dem Essen nahm sie einen großen Schluck und spuckte diesen umgehend wieder zurück ins Glas. Nadi war sich sicher: Man hatte sie vergiften wollen und ihr statt eines Klaren Spiritus ins Glas gegossen. Heftig nach Luft schnappend spülte sie mehrfach mit Bitter Lemon nach und erkundigte sich bei der Kellnerin, ob man diesen Tropfen wirklich trinken könne. Zuerst ein wenig besorgt machten wir uns anschließend aber vor Lachen über ihr ungläubiges Gesicht fast in die Hose und beobachteten ab sofort die Dame am anderen Ende unseres Tisches aus den Augenwinkeln. Diese hatte dasselbe Gericht bestellt, und wir warteten gespannt auf den Augenblick, als sie das kleine Schnapsglas anhob. Ohne eine Miene zu verziehen, stürzte sie den Alkohol hinunter. Aha! So kann es also auch gehen! Ein wenig enttäuscht waren wir schon, hatten wir uns doch schadenfroh auf eine weitere Spuckattacke gefreut. Nach diesem langen und anstrengenden, aber wunderschönen Tag wurden wir müde und fuhren mit dem Taxi zurück zur Pension. Wir freuen uns auf die kommenden Tage in Botswana.
Teil 416. Dez. 2013
Sonntag, 21. Juli 2013 – Nach Botswana
Casa Piccolo, Windhoek – El Fari, bei Ghanzi
Da heute eine lange Strecke vor uns lag, brachten wir noch vor dem Frühstück die große Reisetasche zur Autovermietung und nahmen zwei Vorratsboxen mit. Auf dem Weg zur Pension wurde getankt, dann ließen wir uns mit Nadia und Felix das Frühstück schmecken. Wir ließen uns nicht viel Zeit und machten uns kurz vor neun Uhr auf den Weg. Kurz hielten wir noch einmal am Spar Supermarkt. Ruth und Nadi kauften ein, Felix und Uwe bewachten die Autos. Dann ging es los Richtung Osten. Dreihundert Kilometer waren es bis zur Grenze nach Botswana.
Die Strecke war recht eintönig und wurde nur durch ein paar Pipipausen unterbrochen. Einige Kilometer hinter der Grenze machten wir ein Picknick. Die Pause und die Sonne auf der Haut taten gut.
Dann ging es auf die letzte Etappe. Bei Ghanzi überlegten wir kurz, ob wir dort im Camp Thakadu bleiben sollten, entschieden uns aber, doch wie geplant weiter ins El Fari Bushcamp zu fahren. Dort bekamen wir einen schönen Campingplatz und Feuerholz. Während das Feuer brannte, gingen wir in einem sehr komfortablen und geräumigen Häuschen duschen. Das erste gegrillte Oryx dieses Urlaubs schmeckte allen mit Salat, Knoblauchbutter und Weißbrot. Leider fühlte sich Nadi nicht so gut. Sie hatte sich erkältet. Aber nach dem Abendessen wurde ihre Laune wieder besser. Obwohl es stark abkühlte, hatten wir am Lagerfeuer viel Spaß, denn wir machten allerhand Spökes mit den Taschenlampen und gingen den anderen Campern mit dem Lichtgefuchtel wahrscheinlich ziemlich auf die Nerven. Spät kletterten wir dick eingepackt in unser Luxuszelt. Es waren nur noch 1,9 Grad, und wir rechneten in dieser Vollmondnacht mit Frost.
Kilometer: 605
Teil 518. Dez. 2013
Montag, 22. Juli 2013 – Anfängerglück I
El Fari, bei Ghanzi – South Camp, Nxai Pan
Erstaunlicherweise war es heute Morgen nicht kälter als am Vorabend, sondern wärmer. Wir hatten mit Minusgraden gerechnet und tatsächlich beim Aufstehen sechs Grad über Null, also fast schon heiß. Wir kochten Filterkaffee, und Ruth schmierte ein paar Nutellabrote.
Nachdem alle Sachen verstaut waren, machten wir uns auf den Weg nach Maun. Etwa 200 Kilometer Teerstraße lagen vor uns. Bei der Veterinärkontrolle am Kuke Fence wurden wir durchgewunken. In Maun holten wir Bargeld. Während Felix und Uwe tankten, gingen Ruth und Nadi in den Supermarkt – irgendetwas gibt es ja immer zu besorgen. Anschließend fuhren wir zu Botswana Wildlife, um die Eintrittsgebühren für die Nationalparks zu bezahlen. Da wir alles schnell erledigen konnten, gönnten wir uns eine Mittagspause in Hillary’s Coffee Shop in der Nähe des Flughafens. Bei leckeren Sandwiches, Kaffee und Kuchen ließen wir es uns gutgehen. Leider fieberte Nadia ein wenig und hatte Schnupfen und Kopfschmerzen. Wir hoffen, dass es ihr bald wieder besser geht. Auf Teerstraße fuhren wir in Richtung Nata. Wie auf allen Straßen in Botswana mussten wir oft Kühen oder Ziegen ausweichen, die sich plötzlich entschieden, die Straßenseite zu wechseln. Nach einer weiteren Veterinärkontrolle, bei der wir mit den Autos durch eine Desinfektionswanne fahren mussten, während die Beifahrerinnen mit ihren Schuhen über eine feuchte Matte liefen, erreichten wir den Abzweig in die Nxai Pans. Am Gate zeigten wir unsere Dokumente und ließen Luft aus den Reifen. Wie sich herausstellte, war das auch ganz gut, denn die folgenden 35 Kilometer waren teilweise sehr tiefsandig.
Auf den ersten Kilometern sahen wir eine große Herde Zebras.
Dann quälten wir uns durch den Sand, als Ruth plötzlich in weiter Entfernung eine Bewegung im Gras wahrnahm. Anfangs war sie sich nicht sicher, ob es sich um einen Geparden oder einen Löwen handelte. Aber schnell wurde klar, dass in etwa 150 Metern Entfernung ein Gepard im Gras saß. Kurz zuvor hatte Ruth noch erklärt, dass die Landschaft perfektes Gepardenland sei und sie nun einen finden würde. So konnte es weitergehen.
Wir freuten uns über unser Glück und beobachteten das schöne Tier. Ab und zu lief es ein Stück, und irgendwann kam es immer näher.
Teil 618. Dez. 2013
In einiger Entfernung kreuzte der Gepard vor uns die Straße und verschwand bald in der Ebene.
Für uns war es ein unglaublich tolles Erlebnis, die dritte Sichtung freier Geparde in zehn Jahren. Für Nadi und Felix war es die erste Stunde in einem afrikanischen Nationalpark, der Gepard also völlig normal und überhaupt nichts Besonderes 😉 Wenn das kein Anfängerglück war! Kurz vor dem Camp befand sich noch ein Kontrollposten. Dann bezogen wir unseren Platz. Ruth und Nadi liefen zur Toilette und begegneten dort zwei riesigen Elefanten. Unser erster Eindruck von diesem Nationalpark ist sehr positiv. Aufgrund der Trockenheit in diesem Jahr hatten wir mit kaum Tieren gerechnet.
Zum Abendessen grillten wir Oryx und machten Folienkartoffeln und Gemüse in Alufolie. Außerdem gab es Salat. Im Gegensatz zu gestern war es noch sehr warm, und durch den Vollmond konnten wir die gesamte Umgebung unseres Stellplatzes sehen. Es war ein sehr schöner Abend. Für kurze Zeit hörten wir sogar in weiter Ferne einen Löwen brüllen. Als wir im Zelt lagen, krabbelte ein Käfer außen an der Plane entlang. Es raschelte ständig, wenn er seine Runden drehte. Zwei Schakale kamen in der Dunkelheit, um unser Camp zu untersuchen.
Kilometer: 405
Teil 718. Dez. 2013
Dienstag, 23. Juli 2013 – Gehen wir heute auf Löwenjagd? Oder: Anfängerglück II
South Camp, Nxai Pan
Ja, wir gehen auf Löwenjagd. Als wir gegen sechs Uhr aufstanden, war es nicht sehr kalt, aber noch dunkel. Wir packten zusammen und machten uns pünktlich um halb sieben auf den Weg durch den Park. Unser Ziel war das einzige Wasserloch, das wir über einen kleinen Umweg erreichten. Außer sehr vielen Elefantenhaufen, einem Böckli und einer Weißflügeltrappe gab es dort jedoch nicht viel zu sehen.
Wir entschlossen uns, einen Rundweg zu fahren. Zunächst begegneten uns wieder Springböcke, einige Zebras und Gnus. Doch dann marschierte plötzlich ein Löwenpärchen entlang der Straße. Ganz aufgeregt funkten wir Nadi und Felix, sich zu beeilen. Die beiden waren ein ganzes Stück hinter uns, und wir hatten Sorge, dass sie die beiden Löwen verpassen würden. Aber die hatten es nicht eilig und legten sich neben unserem Auto faul ins Gras. Die Katzen der Nxai Pans sind wirklich sehr freundlich.
Teil 818. Dez. 2013
Wir blieben eine ganze Weile bei den beiden, bis uns ein anderes Auto entgegenkam und der Fahrer mitteilte, dass in kurzer Entfernung ein weiteres Löwenpaar läge. Wir entdeckten es nach wenigen hundert Metern. Das Löwenmännchen und das Weibchen lagen beisammen, bis sie ihm ihre Paarungsbereitschaft signalisierte. Er stand auf, ging um sie herum und kam innerhalb weniger Sekunden seinen ehelichen Pflichten nach. Anschließend brüllten beide aus voller Kehle, dass es uns durch Mark und Bein ging. Schließlich legten sie sich wieder in den Sand und ruhten sich aus. Dieses Prozedere wiederholte sich ungefähr alle zwanzig Minuten. Was für ein Spektakel!
Für uns war es unbeschreiblich, die Katzen so lange wir wollten, exklusiv und aus nächster Nähe beobachten zu können. Für Nadi und Felix war es ihr erster Vormittag in einem afrikanischen Nationalpark, die beiden Löwenpärchen also völlig normal – Löwenjagd erfolgreich abgeschlossen 😉. Wir blieben sehr lange, bis Nadi zurück ins Camp musste. Sie fühlte sich immer schlechter, und die pralle Sonne bekam ihr auch nicht gut. So fuhren die beiden vor. Wir folgten ihnen aber bald, da eine LKW-Ladung Schulkinder eintraf und Rabatz machte.
Auch die Löwen sahen ein: kein Sex vor Schulkindern! Sie zogen sich ins Gebüsch zurück.
Wir legten eine lange Pause auf dem Campingplatz ein. Es gab ein Frühstück mit Kaffee, Tee, Brötchen, Nutella, Marmelade und Müsli. Anschließend spülten wir, duschten und ruhten uns aus. Nadia döste im Zelt, konnte sich aber leider nicht wirklich erholen. So machten wir uns nachmittags noch einmal alleine auf, um Tiere zu entdecken. Wir sahen einige Vögel, darunter ein White-browed Sparrow-Weaver
und ein Flycatcher. So, liebe Birder, nun seid ihr gefragt: Ist es ein Chat Flycatcher (unsere Vermutung) oder ein anderer?
Teil 1018. Dez. 2013
Als wir an den Busch kamen, an dem vormittags die beiden Löwen gelegen hatten, entdeckten wir sie in unmittelbarer Nähe wieder. Fast eine Stunde lang schliefen sie, und nur ab und zu bewegte sich ein Ohr oder die Schwanzspitze. Irgendwann richteten sie sich auf und setzten ihr Tätigkeiten vom Vormittag fort.
Wieder hörten wir sie brüllen. Was hatten wir für ein Glück bereits zu Beginn des Urlaubs! Zum Sonnenuntergang waren wir zurück am Camp, nachdem wir beim Wasserloch noch ein paar Giraffen gesehen hatten. Wir grillten das restliche Wildfleisch und machten Salat, Foliengemüse und Grillbrote. Es war sehr reichlich. Morgen werden wir die Nxai Pans bereits wieder verlassen, aber der Besuch hier hat sich mehr als gelohnt. Wahrscheinlich machen wir einen Abstecher zu den Baine’s Baobabs. Dann geht es wieder nach Maun. Wenn es Nadia nicht besser gehen sollte, werden sie und Felix evtl. ein bis zwei Nächte dort in einem Hotel bleiben und erst später in den Moremi nachkommen.
Kilometer: 49
Teil 1121. Dez. 2013
Mittwoch, 24. Juli 2013 – Richtung Moremi
South Camp, Nxai Pan – Kaziikini Community Camp, zwischen Maun und South Gate
Auch den Morning-Drive machten wir ohne unsere Reisepartner. Eineinhalb Stunden drehten wir eine Runde um die Nxai Pan. Am Wasserloch war außer ein paar Straußen und einem Waffenkiebitz nicht viel zu sehen. Die Löwen waren auch nicht mehr aufzufinden. Aber das war auch gar nicht weiter schlimm.
Als wir zum Camp zurückkamen, hatte Felix schon gespült. Er freundet sich langsam mit der Kelly an und hat wie Uwe großen Spaß, damit Wasser zu kochen. So gab es auch schon frischen Kaffee. Wir packten alles zusammen und fuhren gemeinsam die ersten Kilometer bis zum Abzweig zu den Baine’s Baobabs. Dort trennten wir uns. Nadi und Felix fuhren schon nach Maun, wir zu den Baobabs.
Diese Baumgruppe steht wunderschön am Rand der großen Kudiakam Salzpfanne, ähnlich wie Kubu Island. Es sind sehr alte und eindrucksvolle Affenbrotbäume. Wir spazierten ein wenig herum und kletterten einer Eidechse hinterher.
Als wir kurz nach Mittag am Parkgate ankamen, pumpten wir unsere Reifen auf. Das ging viel schneller, als wir erwartet hatten. Der Kompressor im Auto ist offensichtlich recht gut. Innerhalb weniger Minuten hatten wir den empfohlenen Reifendruck und konnten weiter. Bei Hillarys Coffee Shop trafen wir unsere Reisepartner, die in der Zwischenzeit schon Fleisch für die nächsten Tage im Moremi eingekauft hatten. Wir aßen noch ein leckeres Sandwich und fuhren dann gemeinsam zum Einkaufen. Im Spar erstanden wir Gemüse, Salat, Brot, Wasser, Kerzen und noch ein paar Kleinigkeiten für die kommende Woche. Dann tankten wir die Autos voll und bunkerten jede Menge Feuerholz. Nun ging es über den Thamalakane weiter Richtung Norden.
Am Veterinärzaun hinter Shorobe wurden wir zwar durchgewunken, aber der nette Mann an der Schranke hatte eine so niedliche Tochter, dass wir ihn spontan fragten, ob wir ein paar Fotos machen dürften. Sofort kamen auch seine anderen Kinder angelaufen und wollten fotografiert werden. Wir versprachen ihm, auf dem Rückweg ein paar Papierabzüge mitzubringen.
Beim Kaziikini-Camp war glücklicherweise unser Lieblingsplatz frei. Wir richteten uns ein, gingen duschen, wuschen ein bisschen Wäsche und machten Abendessen. Es gab Beef-Sirloin, das etwas zäh war, mit Salat und Grillbroten mit Knoblauchbutter. Anschließend spülten wir gemeinsam ab. Morgen geht es in den Moremi. Wir freuen uns.
Kilometer: 307
Teil 1221. Dez. 2013
Donnerstag, 25. Juli 2013 – Moremis Süden
Kaziikini Community Camp, zwischen Maun und South Gate – Third Bridge, Moremi
Es war noch dunkel, als wir aufstanden und alle Sachen zusammen packten. Auch die letzten 30 Kilometer zum South Gate des Moremi Nationalparks legten wir vor Sonnenaufgang zurück. Bereits außerhalb des Parks sahen wir Elefanten und Giraffen. Am Gate checkten wir für die nächsten fünf Tage ein. Der Ranger am Tor zeigte uns eine neue Karte des Parks, auf der südlich vom Gate neue Wege freigegeben waren. Ein ganzes Wegenetz zu den sog. „black pools“ darf seit Januar dieses Jahres befahren werden. Diese Chance nutzten wir und begaben uns auf den Umweg. Nadia ging es noch ganz gut, und so trauten die beiden sich die Strecke zu.
Wir sahen fünf Hornraben, die vor uns wegflogen und viele andere Vögel. Was haben wir denn hier für ein Flughuhn? Wir tippen auf ein weibliches Namaflughuhn. Oder ist es dafür zu dunkel?
Elsternwürger
Gabelracke – schon oft gesehen, aber in diesem Jahr eher selten
Kuhreiher
Außerdem begegneten wir vielen Impalas und Zebras. Die Gegend der black pools erinnerte uns sehr an die Xini Lagoon weiter nordwestlich. In einem großen Tümpel, der vollständig mit Grünzeug bedeckt war, lagen einige Hippos und streckten manchmal den Kopf aus dem Salat.
Teil 1321. Dez. 2013
Giraffen, Gnus, Leierantilopen, Reiher, Schlangenhalsvögel, Klaftschnäbel, Ibisse und African Jacanas tummelten sich am Wasser.
An einem Picknickplatz machten wir kurz Rast und aßen eine Kleinigkeit. Nach einiger Zeit ging es Nadi wieder schlechter. Sie hatte Kopfschmerzen, Husten und Fieber. Per Funk teilte uns Felix mit, dass sie sich nun doch auf den kürzesten Weg nach Third Bridge machen wollten. Im Nachhinein hätten die beiden den Abstecher zu den black pools besser ausgelassen, denn nun war der Weg zum Camp besonders weit. Die engen Kurven und zahlreichen Bodenwellen verbesserten ihren Zustand nicht. Die beiden taten uns leid. Wir machten noch ein paar Abstecher und kamen erst gegen Mittag wieder zurück auf den Hauptweg und bogen dann wieder bei den Xini Lagoons ab. Es war sehr auffällig, dass im Gegensatz zu den vergangenen Jahren dort viel weniger Wasser war. Viele Kanäle waren ausgetrocknet. Als wir um eine Kurve bogen, entdeckte Ruth eine einzelne Löwin, die sich vom Wasser entfernte. Wir lenkten den Wagen in ihre Richtung. Sie hatte einen ganz verklebten Kopf, und wir vermuteten einen Riss in der Nähe.
Teil 1422. Dez. 2013
Weiter geht es mit den Löwen im Moremi:
Wir spähten in alle Richtungen und sahen weitere Tiere aus dem Rudel. Faul lagen sie im Schatten eines großen Termitenhügels nahe am Wasser.
Gegenüber unter Büschen ruhten sich zwei weitere Löwen aus. Während wir sie beobachteten, bemerkten wir einen starken Verwesungsgestank. Hinter einem Gebüsch fanden wir den Grund dafür: einen Hippo-Kadaver. Der Kill musste schon einige Tage zurückliegen. In dem aufgerissenen Bauch des toten Flusspferds tummelten sich die dicken Fliegen. Geier saßen auf den umliegenden Bäumen und warteten auf ihren Einsatz. Aber noch waren die Löwen da. Meist lag einer neben dem Hippo, steckte seinen Kopf in den Kadaver und versuchte, weitere Innereien oder Fleischstücke herauszureißen. Es war ein beeindruckendes Schauspiel für alle Sinne. 🤢
Nachdem wir sehr lange dort gestanden hatten, wollten wir eigentlich weiterfahren. Aber die einzige Zufahrt war nun durch liegende Löwen blockiert. So blieb uns nichts anderes übrig, als nach erneutem Warten, langsam an das Rudel heranzufahren und die Tiere vorsichtig dazu zu bringen, Platz zu machen. Die restliche Strecke bis Third Bridge zog sich wieder endlos dahin. Tiere und Tiefsand wechselten sich ab. Sowohl First als auch Second Bridge lagen trocken.
Der Nachmittag war bereits weit fortgeschritten, als wir das Camp erreichten. Nadi und Felix waren schon dort und ruhten sich aus. Nach einem kleinen Picknick entschieden wir, heute nicht mehr zu fahren. So duschten wir und kümmerten uns um das Abendessen. Es gab Kudusteaks mit Knoblauchbaguette und Grillgemüse. In der Nähe lief eine Hyäne vorbei. Als es dann unmittelbar hinter unseren Autos raschelte und wir vorsichtig um die Wagen spähten, erblickten wir im Schein der Taschenlampe keine fünf Meter entfernt zwei Hippos. Hoppla! Als wir gemütlich am Feuer saßen, hörten wir in einiger Entfernung einen Vogel und vermuteten eine Eule. Mit ihrer Vogel-App ging Ruth sämtliche Eulenrufe durch, fand die passende und antwortete der African Scops Owl. Es dauerte nicht lange, und der kleine Wicht landete auf einem Ast im Baum über uns. Auch wenn wir uns sehr über diese Sichtung freuten, tat uns die kleine Eule leid, die vergeblich nach dem vermeintlichen Freund Ausschau hielt.
Unter dem Sternenhimmel und inmitten eindrucksvoller Natur fühlten wir uns sehr wohl. Mit Hippogegrunze, dem Rufen von Hyänen, Grillenzirpen und Froschkonzert schliefen wir ein.
Kilometer: 112
Teil 1524. Dez. 2013
Freitag, 26. Juli 2013 – Abenteuer im Moremi
Third Bridge, Moremi – Xakanaxa, Moremi
Wir schliefen, bis das Vogelgezwitscher und das Tageslicht uns weckten.
Da wir nur eine kleine Tagesetappe vor uns hatten, brauchten wir uns nicht zu beeilen. Als erstes überquerten wir die Third Bridge. Am Ende fuhren wir dabei durch einen kleinen Wassertümpel. Hinter uns folgten Nadi und Felix bei ihrer ersten Wasserdurchfahrt. Die Fotos sagen mehr als Worte über das Wechselbad der Gefühle innerhalb von 10 Sekunden.
Eine Achterbahnfahrt ist nichts dagegen. Auf direktem Weg ging es weiter zur Fourth Bridge. Die neue Brücke aus dem Jahr 2011, die letztes Jahr wegen Renovierungsarbeiten gesperrt war, konnte nun befahren werden. Eigentlich ein bisschen schade, denn der Weg über die alte Brücke (oder daran vorbei) war wesentlich abenteuerlicher.
Der weitere Weg Richtung Xakanaxa führte uns durch Wälder und am Wasser vorbei. Es war wunderschön, die Landschaft zu genießen und nach Tieren Ausschau zu halten. Eine Horde Meerkatzen turnte in den Bäumen.
Teil 1624. Dez. 2013
An einer Stelle lagen mehrere Hippos im Wasser. Ab und zu tauchte eines auf, prustete und schnaufte, wedelte mit den kleinen Ohren, grunzte zufrieden und verschwand wieder unter der Wasseroberfläche. Ein Wiedehopf stocherte neben dem Auto nach Würmern.
Es gibt viele verschiedene Wege, über die man Richtung Norden nach Xakanaxa kommen kann. Wir wählten diesmal eine westliche Route. Kurz vor dem Ziel versperrte uns eine überschwemmte Stelle den Weg. Wir wollten gerade umkehren, als ein Safari-Wagen einer Lodge eintraf. Der Fahrer versicherte uns, dass wir auch über diesen Weg zum Campingplatz gelangen können und fuhr vor uns durchs Wasser. Nachdem wir gesehen hatten, wie tief die Durchfahrt war, trauten wir uns ebenfalls und kamen kurz danach bei der Campsite an. Wir haben diesmal den äußersten Stellplatz Nr. 10 kurz vor der Bootstation. Wir machten eine Frühstückspause mit Brötchen, Müsli und Kaffee. Während Felix und Nadia im Camp blieben, um sich auszuruhen, fuhren wir noch eine Runde durch die Paradise Pools. Dort entdeckten wir mehrere Herden Letschwe Antilopen und zwei eindrucksvolle Elefantenbullen, die sich mit Staub einpuderten. Wir standen lange und sehr nahe bei ihnen. Die beiden beachteten uns nicht und waren sehr entspannt.
Was der wohl schon alles erlebt hat?
An einem kleinen Tümpel stand ein Hammerkopf unbewegt. Wir sahen ihn in den folgenden Tagen mehrfach dort, als sei er festgetackert.
Zurück beim Campingplatz duschten wir und machten Pause. Ruth pirschte einigen Vögeln hinterher. Hagedasch-Ibis
Halsband-Bartvogel
Grünschwanz-Glanzstar
Teil 1724. Dez. 2013
Bevor wir zu einer weiteren Runde durch die Paradise Pools aufbrachen, bekamen wir den ersten Elefantenbesuch. Langsam kam der Eli von den Ablutions in unsere Richtung und beschnüffelte neugierig die Campsites.
Kurz vor dem Xakanaxa-Gate verschwand eine hübsche, kleine Schlange von der Straße ins Gebüsch. Wir hatten sie gerade noch gesehen, hielten an und entdeckten sie tatsächlich zwischen ein paar Gräsern. Interessiert spähte sie in unsere Richtung.
Wir vermuten, dass es eine Olive Sand/ Grass Snake ist. Wieder sahen wir Letschwe, Elefanten, ein paar Zebramangusten und einen Buschbock.
Erst kurz vor Sonnenuntergang kamen wir ins Camp. Nadi und Felix hatten bereits Feuer gemacht. Ruth schnitt Kartoffeln in Stücke und würzte sie mit Salz, Pfeffer und Rosmarin. Zusammen mit Öl backten wir sie im Potije. Dazu gab es leckeres Rinderfilet, das Nadia bereits fertig eingelegt in Maun gekauft hatte. Es schmeckte lecker. Nach dem Abendessen war es mit der Gemütlichkeit jedoch schnell vorbei, als sich zwei Elefanten näherten. Wir packten schnell das Wichtigste zusammen und behielten die Tiere im Auge. Der erste Elefant lief in sicherer Entfernung an unseren Autos vorbei. Nicht so der zweite, der genau auf uns zu steuerte. Wir hatten die meisten Sachen eingepackt, als er mitten auf unseren Platz spazierte. Zuerst umrundete er Nadis und Felix’ Wagen, dann besuchte er uns. Wir hatten uns schnell ins Auto gesetzt und sahen dieses riesige Tier immer näher kommen. Irgendwann konnten wir draußen nur noch eine graue Wand wenige Zentimeter vor der Scheibe erkennen und fühlten uns ziemlich klein. In diesem Moment gingen uns viele Dinge durch den Kopf: Haben wir etwa lecker riechendes Obst im Wagen? Bleibt der draußen, oder kommt er rein? Macht es Sinn, das Auto auf der gegenüber liegenden Seite zu verlassen und panisch in den Busch zu rennen? Als der Elefant dann seinen Rüssel von außen an unsere Scheibe drückte und schnüffelte, konnten wir jedes einzelne Nasenhärchen erkennen. Wäre bestimmt ein schönes Foto geworden, aber wir hielten den Atem an und wagten uns nicht zu rühren. So nah waren wir einem Elefanten noch nie gewesen, für Ruth definitiv viel zu nah. Wir fragten uns, was ein Autofenster den Kräften eines Elefanten entgegenzusetzen hat. Auch den Schnorchel am Wagen betastete er genau. Nach einer gefühlten Ewigkeit – in Wirklichkeit waren es wohl nur 30 Sekunden – trollte er sich wieder. Wir kletterten mit klopfendem Herzen aus dem Wagen.
Als wir ins Bett gingen, kam einer der Elefanten wieder zurück und schob sich an unserem Zeltfenster vorbei. Wieder rührten wir uns nicht. Später tauchte noch ein grasendes Hippo auf, und in der Ferne brüllten Löwen.
Kilometer: 60
Teil 1826. Dez. 2013
Samstag, 27. Juli 2013 – Faulenzen
Xakanaxa, Moremi
Nun sind wir seit einer Woche in Afrika und haben schon wieder so unglaublich viel erlebt. Ohne diesen Reisebericht könnten wir uns schon jetzt nicht mehr an alles erinnern. Wir standen erst nach Sonnenaufgang auf und räumten unsere Sachen zusammen.
Spuren des gestrigen Elefantenbesuchs:
Da der Weg zu den Ablutions recht weit ist und ohnehin auf dem Weg liegt, fuhren wir ausnahmsweise bis dorthin, erledigten unsere Morgentoilette und starteten dann den Gamedrive. Zunächst ging es mit Nadi und Felix im Konvoi zu den Paradise Pools. Leider sahen wir dort nicht viele Tiere. Vielleicht hatte das Krokodil alle aufgefressen.
Vor einem Jahr hatten wir hier eine Leopardenmutter mit ihrem Kleinen beobachtet. Irgendwie können wir es nicht lassen, an genau diesen Stellen immer wieder besonders Ausschau zu halten. Aber es könnte ja sein, dass … Wir entschieden uns, in Richtung Dead Tree Island zu fahren. Auf dem Weg dorthin bogen unsere Reisepartner wieder nach Xakanaxa ab. Irgendwie gelang es uns nicht, auch nur einen vernünftigen Weg nach Dead Tree Island zu finden. Wann immer wir eine Spur dorthin fanden und ihr folgten, endete diese im Wasser oder Schilf, so dass wir umkehren mussten. Als der Mittag nahte, fuhren wir ebenfalls wieder nordwärts nach Xakanaxa. Dabei sahen wir noch eine kleine Herde Wasserböcke.
Ansonsten standen immer wieder Impalas im Gebüsch. Kurz vor der letzten Wasserdurchfahrt beobachteten wir noch einen Streifenliest.
Im Camp legten wir eine lange Mittagspause ein. Nadia lag im Zelt und ruhte sich aus. Nachdem es ihr am Morgen besser gegangen war, fühlte sie sich nach dem Gamedrive wieder deutlich schlechter. Langsam sind wir ratlos, da sämtliche Mittel gegen Erkältungsbeschwerden nicht helfen. Wir machten Omeletts für alle und aßen Brot und Brötchen.
Anschließend ging Ruth ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: Schleich dem Vogel hinterher, bis er davonfliegt und außer einem Beweisfoto nichts bleibt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Geduld und Energie sie dabei hat. Ihre Ausbeute bestand aus einem Braundrossling und einem Coucal, aber welcher ist das? In unserem Bestimmungsbuch gibt es sehr viele Unterarten, die sich für uns kaum unterscheiden. Warum haben eigentlich so viele Vögel rote Augen?
Nadia ruhte sich im Zelt aus, und Felix war so nett, für alle den Abwasch zu übernehmen. Es war herrliches Wetter, und auf der schönen Xakanaxa-Campsite ließ es sich gut aushalten. Am Nachmittag drehten wir eine weitere Runde durch die Umgebung, jedoch wieder ohne nennenswerte Tiersichtungen. Wir kamen lediglich an Zebras, Pavianen und Lechwe-Antilopen vorbei.
Zum Abendessen machten wir Salat, Folienkartoffeln und Boerewors. Anschließend saßen wir noch lange am Feuer und unterhielten uns. Über uns funkelten tausende Sterne. Als wir im Zelt lagen, brüllte wieder ein Löwe. Tierbesuch bemerkten wir diese Nacht keinen.
Kilometer: 57
Teil 1927. Dez. 2013
Sonntag, 28. Juli 2013 – Löwenjagd II
Xakanaxa, Moremi
Es wird immer wärmer. Heute hatten wir beim Aufstehen um 7.00 Uhr schon fast 10 Grad. Wir genossen den Sonnenaufgang. Für uns sieht es aus, als würde hier jemand im Wurstbaum liegen.
Wieder fuhren wir nach dem Einklappen des Daches zum Waschhaus und anschließend auf die „Jagd“. Der erste Weg führte uns wie meist in Richtung Paradise Pools. In einiger Entfernung vor uns fuhr ein Safariwagen. Er war schon lange außer Sicht, als er uns plötzlich mit relativ hoher Geschwindigkeit entgegenkam und davonbrauste. Wir vermuteten, dass der Fahrer einen Funkspruch erhalten hatte, wo sich die Löwen aufhielten, die wir am Abend und in der Nacht gehört hatten. So versuchten wir eine neue Taktik, drehten auch um und folgten dem Wagen. Das war gar nicht so einfach, und bald hatten wir ihn und seine Spur verloren. So ein Ärger! Also mussten wir unser Glück wieder alleine suchen und fuhren einen eigenen Weg südlich von Xakanaxa, bis Ruth eine Impalaherde auffiel, die sich auffällig benahm. Alle Tiere schauten angespannt an uns vorbei in dieselbe Richtung. Ihrem Blick folgend entdeckten wir zunächst nichts, doch schon bald spazierte ein männlicher Löwe aus dem Gebüsch genau auf uns zu.
Beim Näherfahren bemerkten wir einen zweiten Löwen. Die beiden schritten gemächlich ihres Weges. Wir folgten ihnen, so lange es die Fahrspur erlaubte. Bald entfernten sie sich und verschwanden zwischen den Büschen. Inzwischen stand noch ein Safariwagen bei uns. Wir zogen unser GPS zu Rate und fanden in der Richtung, die die Löwen eingeschlagen hatten, in ein paar hundert Metern Entfernung einen Weg. Schnell folgten wir der Spur, denn wir hofften, ihnen im Grasland den Weg abschneiden zu können, obwohl wir hierfür einen ziemlichen Umweg um viele enge Kurven und Sträucher herum machen mussten. Und tatsächlich: Unsere Mühe wurde belohnt, denn die beiden erschienen unmittelbar, nachdem wir unseren errechneten Treffpunkt erreicht hatten, wie verabredet und legten sich platt vor unser Auto. Das Safari-Auto kam erst einige Minuten später an. Ha, hätte der Fahrer doch mal unsere Taktik von heute früh übernommen und wäre uns direkt hinterhergefahren! 😉 Als nun das zweite Auto auftauchte, erhoben sich die beiden Löwen wieder und liefen vor uns den Weg entlang.
Sie erschienen uns noch relativ jung, und ihre Mähnen sahen aus wie geschoren. Während wir die beiden beobachteten, entfernten sie sich weiter in unzugänglicheres Gebiet. Inzwischen waren weitere Safariwagen (vermutlich über Funk informiert) eingetroffen, die teilweise querfeldein hinter den Löwen her fuhren. An einem Wasserlauf löschten die Tiere ihren Durst und wateten durch den schwarzen Pröddel. Alleine wären wir an dieser Stelle umgekehrt, aber die Safariguides kannten sich aus und fuhren voran. Wir sahen, dass das Wasser nicht tief war und folgten. Als die Löwen stehen blieben und sich hinlegten, stellten wir uns in eine gute Position zum Fotografieren.
Teil 2027. Dez. 2013
Auf dem offenen Wagen neben uns saß eine Gruppe Schweizer und schnatterte ohne Pause in enormer Lautstärke. Wir werden wohl nie verstehen, warum man sich in einer solchen Situation lautstark über das Essen oder andere banale Dinge unterhalten muss, anstatt einfach mal in Stille den Moment zu genießen. Irgendwann wurde es Ruth zu viel, und sie wies die Plappermäuler mit zugehörigem Lehrerinnen-Autoritäts-Ich-Dulde-Keine-Widerrede-Blick 😠 darauf hin, sich doch BITTE ein wenig leiser zu unterhalten. Folgsam benahmen sie sich tatsächlich besser. Anscheinend waren aber nicht nur die Schweizer, sondern auch ihr Auto so eingeschüchtert, dass der Motor des Safariwagens wenige Minuten später nicht mehr anspringen wollte. Ein anderer Fahrer wurde herbeigefunkt, der mit seinem Auto anschieben musste. In einiger Entfernung tauschte die komplette Reisegruppe unter den wachsamen Blicken der beiden Löwen die Wagen.
Als immer mehr per Funk verständigte Gruppen eintrafen, verschwanden die Löwen endgültig im hohen Gras. Nun wurde ihnen der Trubel hier wohl doch zu groß. Wir waren rundum glücklich, weil wir sie lange beobachten konnten und vor allem deshalb, weil wir sie selbst entdeckt hatten. Sehr zufrieden mit diesem tollen Safarierlebnis kehrten wir auf dem schnellsten Weg an einer Herde Wasserböcke vorbei zum Campingplatz zurück.
Vorher trugen wir uns noch ganz stolz auf der Sichtungstafel am Xakanaxa-Gate ein:
Zwergspint
Zusammen mit Nadia und Felix frühstückten wir ausgiebig mit Müsli und Brötchen. In der Mittagspause wurde gespült und gefaulenzt. Ruth lag in der Hängematte. Schließlich gingen wir duschen und brachen zu einer Nachmittagsfahrt auf. Wir blieben jedoch nicht lange, da wir zum einen fast keine Tiere sahen, und zum anderen auch keine Lust hatten, sehr weit zu fahren. So kehrten wir früh ins Camp zurück. Dort hatte sich bei einem der vorderen Stellplätze ein Zwischenfall mit einem einzelnen Elefanten ereignet. Der Elefant hatte sich wohl an den Essensvorräten einer geführten Gruppe zu schaffen gemacht, Milchtüten und Bierdosen geknackt und ausgetrunken und war aggressiv geworden, als man versucht hatte, ihn zu vertreiben. Schließlich war es den zur Hilfe eilenden Rangern mit Autos und Schüssen gelungen, dafür zu sorgen, dass das Tier den Campingplatz verlässt. Nun herrschte große Aufregung, und die Frage stand im Raum, ob der Elefant zurückkehren würde. Nadi war sehr verunsichert und der Meinung, dass wir hier nicht bleiben könnten, da mittlerweile die wildesten Gerüchte über den Elefanten kursierten. Gemeinsam liefen Ruth und Nadi zu den Ablutions, um den entsprechenden Guide selbst zu interviewen. Dieser war völlig aufgebracht. So etwas habe er in 20 Jahren noch nicht erlebt. Und er war sich sicher: Dieser Elefant sei nicht normal, er werde diese Nacht zurückkommen, sich rächen und sogar töten! Seine komplette Reisegruppe war gerade dabei, ihre Zelte abzubauen, um diese Nacht aus Sicherheitsgründen im Duschhäuschen zu verbringen. Dies war nicht gerade das, was die Mädels hatten hören wollen. 😕 Nadi war nun keinesfalls beruhigt, ganz im Gegenteil! Die Bemerkung, dass man bei 20 Jahren Berufserfahrung doch eigentlich wissen müsse, dass man keine Essensvorräte für wilde Tiere erreichbar im Camp herumliegen ließe, tat der überaus fähige Guide nur mit einer wegwerfenden Handbewegung ab. Wir müssten selbst wissen, was wir tun. Er werde jedenfalls kein Risiko eingehen. Um Xakanaxa jetzt noch zu verlassen, war es bereits zu spät, denn es wurde schon bald dunkel.
Auf dem Weg zurück zu unserem Stellplatz beobachteten Ruth und Nadi eine Gruppe von Südafrikanern, die mit fünf Autos unterwegs waren. Sie hatten diese in Kreisformation geparkt, einen Zaun darum aufgebaut und waren nun gerade dabei, einen kleineren, zweiten Elekto-Zaun zu errichten. Hmmmm! Nadi war mit den Nerven am Ende. Auch Ruth war nicht mehr ganz so mutig. Was war denn hier los? Die einen schlafen lieber in der stinkigen Toilette, die anderen verschanzen sich in einer doppelt gesicherten Wagenburg. Wie beruhigend war doch die Meinung zweier Südafrikaner, die in ihrem kleinen Bodenzelt schon seit mehreren Tagen hier campierten. Als die beiden Mädels aufgeregt diskutierend an ihnen vorbeiliefen und ihnen vom merkwürdigen Verhalten der anderen Camper berichteten, fingen sie lauthals an zu lachen. Die Leute im Duschhäuschen müssten sie unbedingt fotografieren gehen, das würde ihnen sonst niemand glauben. Die Elefanten seien jeden Abend und jede Nacht da, jedoch noch nie aggressiv gewesen. Und nein, sie hätten keine Angst in ihrem winzigen Bodenzelt zu übernachten. Nach einer kurzen Lagebesprechung – viele Möglichkeiten hatten wir ja nicht – bewerteten wir die Voraussage des Guides als übertrieben. Zu Nadias Beruhigung stellten wir die beiden Autos etwas dichter aneinander zwischen zwei große Bäume. Die beiden Südafrikaner kamen noch kurz vorbei und boten uns einen Jägermeister zur Beruhigung an. Obwohl Ruth solch ein Zeug überhaupt nicht mag, nahm sie das Angebot dankend an. Sieh mal einer an, da wird sich doch niemand Mut antrinken wollen?! Nachdem wir lange über die Gefahr diskutiert hatten, die von dem möglicherweise aggressiven Elefanten ausgehen kann, war es dunkel geworden, und wir hatten keine Lust mehr zu grillen. So machte Ruth einen sehr leckeren Wurstsalat. Wir sind nun seit einer Woche mit Nadia und Felix unterwegs und merken, dass die beiden den Urlaub nicht uneingeschränkt genießen können. Einerseits ist Nadias Erkältung noch immer nicht auskuriert, längere Autofahrten strengen sie sehr an, manchmal hat sie noch Fieber und fühlt sich permanent schlapp. Andererseits hat sie auch immer wieder große Angst vor den wilden Tieren hier im Park und kann daher nachts nicht gut schlafen. Ständig ist sie wach und horcht auf das kleinste Geräusch. Wir haben ein schlechtes Gewissen, weil wir den beiden zu diesem Urlaub geraten haben und davon ausgegangen sind, dass wir mit unserer Erfahrung sämtliche Probleme, die den beiden begegnen würden, lösen könnten. Nun machen wir uns Sorgen, dass wir Nadia und Felix vielleicht zu viel zugemutet haben. Hoffentlich können wir ihnen in den nächsten Tagen doch noch zu einem schönen Urlaub verhelfen.
Kilometer: 46
Teil 2127. Dez. 2013
Montag, 29. Juli 2013 – Khwai oder Löwenjagd III
Xakanaxa, Moremi – North Gate, Moremi
In der Nacht war es ziemlich windig. Ständig rappelte es an den Zeltplanen, so dass wir immer wieder aufwachten. Tiere ließen sich keine blicken, insbesondere kein aggressiver Elefant. Wir haben doch tatsächlich überlebt! Also standen wir gegen halb sieben auf, und während die anderen in Ruhe ihre Sachen zusammenpackten, fuhren wir eine letzte Runde durch die Paradise Pools. Aber außer ein paar Impalas und einer Handvoll Elefanten sahen wir keine Tiere.
Um acht Uhr trafen wir uns am Xakanaxa Gate, und Ruth schmierte schnell ein paar Nutella-Brötchen für alle. Nadi und Felix kamen dann zum Drive-In-Schalter an unser Autofenster gefahren und nahmen ihre Brötchen in Empfang. Hinter den beiden fuhren wir Richtung Khwai. Eine lange Zeit folgten wir großen Löwenspuren auf dem Weg, bis wir leider umdrehen mussten, ohne den dazugehörigen Verursacher entdeckt zu haben. Aber wir sahen einen Honigdachs, fünf Hornraben und mehrmals ein paar Büffel. Die Wasserdurchfahrt auf dem Weg zum North Gate umfuhren wir, ohne es zu wissen. Die ganze Zeit hatten wir uns auf diese Herausforderung eingestellt, um schließlich festzustellen, dass wir auf dem trockenen Parallelweg unterwegs waren. Das letzte Stück Strecke zum Khwai Camp war wieder mit besonders vielen und tiefen Schlaglöchern versehen, so dass wir kurz vor Mittag froh waren anzukommen. Unser Stellplatz Nummer 10 liegt am Ende des Camps mit Aussicht über die Pfanne. Nadi fand Lage und Blick über die staubige Ebene so trostlos, dass sie dem Platz spontan den Namen „Friedhof“ gab. Sie legte sich sofort wieder ins Zelt um auszuruhen. Wir anderen frühstückten und spülten Geschirr. Nach einer weiteren Pause gingen wir duschen. So läuft jeder Safari-Tag ähnlich ab, und wir gewöhnen uns wieder an das Leben im und um das Auto. Für uns ist es bis jetzt der absolute Traumurlaub, und wir freuen uns auf alles, was wir in den kommenden Wochen noch entdecken dürfen. Ruth hat von Uwes Mutter per SMS die erfreuliche Nachricht erhalten, dass der BVB am vergangenen Wochenende 4:2 gegen Bayern gewonnen hat. Also: alles bestens! (Man muss sich freuen, so lange es noch geht!) Am Nachmittag machten wir uns wieder auf, um zum ersten Mal das Gebiet östlich von North Gate zu erkunden. Zuvor schauten wir beim Gate auf die Sichtungstafel. Dort stand, dass ein Löwenrudel gegenüber der Khwai River Lodge bei einem Büffelriss gesehen worden war. Unser GPS zeigte uns die Lodge gut fünf Kilometer östlich. Wir fuhren viele kleine Wege möglichst nahe am Fluss entlang und sahen Letschwes, Zebras, Wasserböcke, Elefanten und einige Reiher.
An einer Stelle standen wir vor einer Wasserdurchfahrt, und Ruth lief zur Sicherheit hindurch. Das Wasser war nicht tief und der Untergrund fest, so dass wir weiterfahren konnten.
Teil 2227. Dez. 2013
Als wir auf Höhe der Khwai River Lodge waren, entfernte sich der Weg vom Fluss, und wir konnten erst einige hundert Meter östlich wieder durch eng stehende Büsche zum Wasser hinunter fahren. Von den Löwen keine Spur. So kehrten wir um, fuhren einen anderen Weg weiter weg vom Fluss und bogen ein paar Kilometer vor dem Camp wieder zum Wasser ab. Dort nahmen wir eine neue Schleife und entdeckten ein Dutzend Hippos, die im Fluss lagen. Sie tauchten auf und ab, schnauften und prusteten, und manche rissen sogar ihr Maul weit auf.
Das hier sah schon ein wenig ramponiert aus:
Teil 2327. Dez. 2013
Wir blieben lange dort und freuten uns an der beruhigenden Kulisse. Als es Zeit für den Rückweg wurde, fuhren wir weiter und begegneten kurz darauf Nadia und Felix, die uns entgegen kamen. Sie hatten auch von dem Löwenrudel und dem toten Büffel gehört und folgten einem Safariwagen.
Obwohl die Sonne schon tief stand, schlossen wir uns an, und nach ein paar hundert Metern kamen wir zu einer Stelle, an der mehrere Autos standen. Das Rudel lag verteilt im Gras. Eine einzelne Löwin fraß im Gebüsch am Büffel. Wir konnten unser Safariglück kaum fassen. Im Baum über dem Kadaver warteten schon die Geier.
Hätten wir gewusst, dass sich das Rudel gegenüber des Sango Safari Camps befand, hätten wir uns zwar den Umweg bis zur Khwai River Lodge sparen können, aber vermutlich auch die Hippos verpasst. Insofern waren wir über die falsche Angabe auf der Sichtungstafel gar nicht unglücklich. Wir blieben bis nach Sonnenuntergang, und als das Licht schwand, machten wir uns auf den Rückweg. Es ist wirklich unglaublich. So viele und intensive Löwenbegegnungen hatten wir noch in keinem Urlaub. Zum Abendessen grillten wir Rindersteaks, legten Gemsquashes in die Glut und aßen Salat. Nadia geht es besser, und so wurde es ein ausgelassener, netter Abend. Zu Besuch kamen: ein Elefant, der aber kurz vor dem Camp abdrehte und eine einzelne Tüpfelhyäne, die Ruth schnell verscheuchte. Morgen verlassen wir den Moremi und fahren wieder nach Maun.
Kilometer: 89
Teil 2429. Dez. 2013
Dienstag, 30. Juli 2013 – Maun
North Gate, Moremi – Maun Rest Camp, Maun
Um halb vier morgens lief ein Löwe brüllend vorbei. Man konnte gut hören, wie er das Brüllen von links nach rechts um unsere Autos herum mitnahm. Alle waren wach. Später hörten wir weiteres Löwengebrüll in unterschiedlicher Lautstärke von verschiedenen Seiten. Da gab es wohl einiges zu diskutieren bei Löwens. Kurz vor Sonnenaufgang standen wir auf, packten zusammen und fuhren noch einmal zum Büffelriss. Auf dem Weg dorthin sahen wir bereits vier der Löwen vom Vorabend. Sie kamen über die Ebene, kreuzten unseren Weg und verschwanden schnell im Gebüsch.
Entsprechend fanden wir am Kadaver keine Raubkatzen mehr vor. Dafür waren einige Dutzend Geier anwesend und stritten sich um die Reste. Es war ein riesiges Gewusel und Gefauche. Sie rissen mit ihren Schnäbeln letzte Fleischreste und Hautstücke von den Rippen und schlangen sie hinunter.
Wir blieben so lange, wie wir den Aasgestank aushalten konnten. Keine Geier, sondern zwei Meyer’s Parrots (Goldbug-Papageien):
Dann machten wir uns gemeinsam auf den Weg nach Süden. Die Strecke zum South Gate zog sich kerzengerade (mit einigen Dellen) und wenig spektakulär dahin.
Am Gate registrierten wir uns und trafen wieder ein Pärchen aus Holland, das ebenfalls in Xakanaxa übernachtet hatte. Sie erzählten uns, dass in der letzten Nacht der Elefant wieder gekommen und unmittelbar an ihrem Auto vorbeigegangen sei. Ihre hintere Seitenscheibe war kaputt, weshalb sie die Öffnung mit einer Plastiktüte zugeklebt hatten. Der Elefant habe die Plastiktüte abgerissen, gefressen und wieder herausgewürgt. Mit seinem Rüssel habe er das Innere des Wagens untersucht, während die beiden in ihrem Dachzelt saßen. Wir sind gespannt, wie es mit diesem Elefanten in Xakanaxa weitergeht. Wir fuhren auf der Schotterpiste Richtung Maun. Die Vegetation ist wenig abwechslungsreich. Dornige Sträucher und einzelne Bäume wachsen im Staub zwischen Steinen. Gelegentlich laufen klapperdürre Hunde und schwarz-weiße Ziegen und Zicklein mit schlenkernden Ohren am Straßenrand. Halb im Sand vergrabene Autoreifen oder alte, im Baum hängende Plastikstühle mit drei Beinen markieren die Zufahrten zu einzelnen Grundstücken. Verrostete, nicht mehr zu entziffernde Schilder hängen in den Bäumen. An einer Leine baumeln Fische im Wind, während ihr Besitzer im Schatten sitzend auf Kundschaft wartet. Esel, Rinder mit und ohne Hörner kreuzen immer wieder die Straße. Ein kleiner Junge drischt mit einem Ast auf seinen Esel ein, den er ohne Sattel in einem Affenzahn reitet. Eine Oma rappelt sich mühsam auf und winkt, um eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Eine Familie transportiert auf einem Karren, vor den vier Esel gespannt sind, ein altes Fass.
Kurz vor Shorobe kauften wir am Straßenrand ein paar Päckchen Holz. In Maun trennten wir uns. Während Felix und Nadia unmittelbar zu Hillary‘s fuhren, hielten wir an einem ATM, um Geld abzuheben. Dann besuchten wir den Souvenirshop an der Straße zum Flughafen, um die seit Monaten bestellten Teller von Okavango Ceramics abzuholen. Sie waren wunderschön geworden. Wir freuten uns über den riesigen Karton fürs Handgepäck 🤩 ! Gut gelaunt ging es nun auch für uns zum Mittagessen zu Hillary‘s. Nadi und Felix hatten bereits die halbe Speisekarte probiert und hier ihr Lieblingscafé in Botswana gefunden. Bei leckeren Suppen, selbstgemachten Sandwiches und Kaffee ruhten wir uns aus. Anschließend ging es zum Tanken und in den Supermarkt. Am frühen Nachmittag trafen wir dann im Maun Rest Camp ein. Als erste Gäste suchten wir uns einen schönen Stellplatz am Fluss aus. Uwe sicherte Fotos, Ruth schaffte im Auto Ordnung und Sauberkeit und wusch Wäsche.
Nadi und Felix räumten auch und fanden glücklicherweise den schon verloren geglaubten Objektivdeckel für ihre Kamera wieder. Nach dem Duschen machten wir Feuer und kochten Nudeln mit Soße im Potije. Nadi ging es leider schon wieder deutlich schlechter. Im Gespräch über ihren seit über einer Woche katastrophalen Gesundheitszustand sagte sie ganz verzweifelt: „Das ist doch einfach nicht normal!“. Bei diesem Wort machte es bei Ruth „klick“. Sie schnappte sich den Beipackzettel der Malarone-Tabletten und studierte die möglichen Nebenwirkungen. Mit jeder gelesenen Zeile stieg die Gewissheit, dass Nadias Zustand mit den Tabletten zu tun hatte. Sehr viele der genannten, teilweise heftigen Nebenwirkungen trafen zu. Einerseits waren wir erleichtert, nun eine Erklärung gefunden zu haben, andererseits zögerte Nadi, ohne weiteres die Tabletten abzusetzen. Da traf auf dem Nachbarstellplatz eine deutsche Familie ein. Der Vater war zufälligerweise Arzt und konnte sie bezüglich Malaria und Medikamenten vorsichtig beraten. Sie entschied daraufhin, keine Tabletten mehr zu nehmen. Wir wollen hoffen. Ruth stöberte in den Bäumen über uns einen Flughund auf, der ihr durch sein regelmäßiges Fiepen aufgefallen war. Am Thamalakane quakten tausende Frösche, als wir ins Bett gingen.
Kilometer: 135
Teil 2531. Dez. 2013
Mittwoch, 31. Juli 2013 – Vögel
Maun Rest Camp, Maun – Drotzkys Cabins, Shakawe
In der Nacht revanchierte sich der Flughund dafür, dass wir ihn am Abend mit der Taschenlampe angeleuchtet hatten. Er fiepte laut und ununterbrochen und brachte uns mit seinem monotonen Gejammere um den Schlaf. Uwe stand als erster auf, kochte Kaffee und aß eine Schale Müsli. Nadi und Felix wollten es etwas ruhiger angehen lassen, und so brachen wir schon früher um acht Uhr auf. Durch Maun ging es nach Westen, und bei Sehitwa bogen wir nach Norden in Richtung Caprivi ab. Die Straße zog sich. Die Fahrt wurde durch drei Veterinärposten unterbrochen. Beim ersten wollte sich ein gesprächiger Polizist ein wenig unterhalten und einen Blick in den Laderaum werfen. Beim zweiten wurden unsere Reifen desinfiziert, und wir mussten über einen nassen Pullover laufen. Beim dritten wurden wir durchgewunken. Gegen halb eins trafen wir bei Drotzkys Cabins ein und bekamen Stellplatz Nummer 5, der sehr schön unter Bäumen etwas erhöht vom Wasser liegt. Anfangs trieben sich noch ein paar Meerkatzen herum, verzogen sich aber bald. Wir aßen Wurstsalat und wurden von einem Buschbock-Weibchen besucht. Außerdem freundeten wir uns mit einem zutraulichen Weißbrauenrötel an.
Nach dem Spülen trafen auch Nadi und Felix ein. Auch sie aßen etwas, dann brachen wir zusammen zu einer Bootsfahrt auf. Wir vier waren alleine auf einem kleinen Motorboot mit unserem Fahrer Salvation. Er machte seine Sache sehr gut und steuerte uns mal langsam am Ufer entlang, mal schnell in der Mitte des Flusses. Immer wenn es etwas Interessantes zu entdecken gab, bremste er ab und brachte uns in die beste Position zum Fotografieren. Er zeigte uns verschiedene Eisvogel-Arten, darunter den kleinen Malachit. Bis auf einen halben Meter kamen wir an diesen wunderschönen Kingfisher heran. Male Giant Kingfisher
Pied Kingfisher mit fettem Schnapp
Malachite Kingfisher
Es war eine sehr abwechslungsreiche Fahrt. Im Papyrus und am Ufer wimmelte es von unterschiedlichen Vögeln. African Jacana
African Darter
Great Egret
Little Egret
Little Bee-Eater
Squacco Heron
Cormorant (aber welcher?)
African Fish-Eagle
Teil 2631. Dez. 2013
Wir sahen sogar zwei der seltenen Pel‘s Fishing Owls. D. h., eigentlich sahen wir nur eine. Die zweite zeigte uns der Guide und versuchte, ihre genaue Position im Baum zu beschreiben. Das ging ungefähr so: „Der große Baum mit dem einen Ast da. Ein bisschen höher, nein weiter links. Unter den Blättern. Höher, höher, höher. Jetzt ganz deutlich zu sehen.“ Uwe: „Hä?“ „Ja guck doch da. Direkt dort, wo der waagerechte Ast verläuft. In einer kahlen Stelle sitzt die Eule.“ „Ich seh nix.“ „Du musst dir auch Mühe geben! Du guckst zu weit rechts. Direkt auf dem einen Ast da.“ „Wo denn?“ usw. Naja, Nadi, Felix und Ruth haben jedenfalls zwei Eulen gesehen.
Uns allen gefiel die Bootsfahrt sehr gut. Salvation hielt bei zwei Fischern, die in ihren Mokoros unterwegs waren, und wir kauften einem für ein paar Pula einen gefangenen Fisch ab.
Salvation stopfte ihn mit etwas Schilf aus, damit der Fisch nicht untergeht, stieß einen kurzen Pfiff aus und warf ihn in hohem Bogen ins Wasser. Sofort kam ein Schreiseeadler geflogen und schnappte ihn sich. Wir versuchten, die Szene zu fotografieren. Leider ging trotz der Vorbereitung alles so schnell, dass wir den Augenblick, in dem der Vogel den Fisch greift, nicht festhalten konnten. Besonders mit der Festbrennweite hatte Uwe überhaupt keine Chance. Er hatte nur Wasser und Wellen auf seinen Bildern.
Im Nachhinein fanden wir es schon etwas unpassend, den Fischern ihre Lebensmittel abzukaufen, um damit den Adler zu füttern, der sich schließlich auch selbst ernähren kann. Hmm! Wir fuhren an einer Hippofamilie und Krokodilen vorbei, die lautlos ins Wasser glitten.
Teil 2731. Dez. 2013
Auf einer Sandbank standen viele African Skimmer auf ihren kurzen Stummelbeinen. Wir wunden uns immer, wie sie ihr Gleichgewicht halten können bei dem großen Schnabel und den winzigen Füßen.
Grey Heron
Coucal! Schon wieder so ein Vieh 😣
Wir können diese Bootstour jedem, der sich nur ein bisschen für Vögel interessiert, wärmstens empfehlen. Es gab neben den gezeigten noch viele weitere Arten zu entdecken, z. B. Höcker- und Witwenenten, Mohrenrallen, Regenpfeifer und Nachtreiher. Man wusste gar nicht, in welche Richtung man fotografieren sollte. Der Sonnenuntergang auf dem Fluss mit den vielen Mokoros der einheimischen Fischer war außerdem sehr stimmungsvoll.
Nach Sonnenuntergang kehrten wir glücklich zurück und machten Abendessen. Es gab einen Braten, den Felix die ganze letzte Nacht über im Potije hatte garen lassen. Anschließend aßen wir Butternut-Suppe. Bei Drotzkys fühlen wir uns sehr wohl. Nadia geht es deutlich besser. Wir saßen noch ein wenig am Feuer und lauschten dem Hippogrunzen und dem Quaken der Frösche. Immer wieder plätscherte es in der Dunkelheit. Aber so sehr wir auch leuchteten, wir konnten keine Otter entdecken.
Der Morgen war warm. Während Nadi und Felix netterweise den Abwasch vom Vorabend erledigten, kochte Uwe Kaffee und Tee. Wir packten alles zusammen und fuhren zur Hauptlodge, um zu bezahlen. Das Hauptgebäude von Drotzkys ist wunderschön großzügig aus Holz gebaut und hat ein Reetdach. Beim Bezahlen fielen uns schon die schönen afrikanischen Masken auf, die überall standen oder hingen. Zwei gefielen uns besonders gut. Es dauerte nicht lange, und wir hatten uns für ein Exemplar entschieden. Neben den Tellern haben wir bestimmt noch Platz im Handgepäck! 😉 Nadi und Felix nahmen auch noch ein paar Souvenirs aus dem kleinen Laden mit, der zu dieser frühen Tageszeit extra für uns geöffnet wurde. So kamen wir erst viel später los, als wir geplant hatten. Bis zur Grenze war es nicht mehr weit, und die Formalitäten hatten wir schnell erledigt. Ein paar Kilometer fuhren wir durch den Bwabwata Nationalpark und sahen eine große Herde Kudus und eine einzelne Rappenantilope.
Auf der Hauptstraße durch den Caprivi ging es dann westwärts. Es ist immer wieder schön, das bunte Treiben am Straßenrand zu beobachten.
Rundu erreichten wir kurz nach Mittag. An der Tankstelle setzten wir uns in das Schnellrestaurant und aßen Burger mit Pommes. Danach gingen Nadi und Felix in die Bäckerei, wir besuchten unsere Bekannte Brigitte. Sie war im Büro, und wir freuten uns über das Wiedersehen. Gestärkt ging es auf die letzte Etappe nach Grootfontein.
Auf halber Strecke befindet sich der Veterinärkontrollposten. Nadi und Felix hatten noch ein Stück Fleisch im Kühlschrank. Um es nicht abgeben zu müssen, hielten die beiden am Straßenrand an und schenkten es einem Jungen, der auf einem Esel vorbeiritt. Vorher hatten wir viel Spaß mit den (nicht ganz erst gemeinten) Vorschlägen, was mit dem Fleisch zu tun sei. Von „aus dem fahrenden Auto werfen“ bis „vor der Kontrolle hinter die Windschutzscheibe legen“ war alles dabei. In Grootfontein hielten wir beim Spar Supermarkt. Während Felix auf die Autos aufpasste, erledigten wir den Einkauf für die kommenden Tage. An der Kasse war das Ehepaar Beyer von der Farm Dornhügel vor uns. Wir hatten in 2006 eine Nacht dort verbracht und die beiden ein oder zwei Jahre später nochmal in Frankfurt am Flughafen getroffen. Wir freuten uns über den Zufall und wechselten ein paar Worte. Mit vollen Tüten fuhren wir die letzten Meter zum Maori-Camp. Peter und Conni begrüßten uns in ihrer gewohnten Art („Was macht ihr denn schon widder hier? Mer habbe keen Platz.“ Und zum Hund: „Komm da weg, des sin böse Mänsche.“). Beim ersten Besuch fanden wir die Begrüßung schon ein wenig befremdlich, haben uns aber mittlerweile an dieses Ritual gewöhnt. Der Campingplatz war wie oft leer.
Wir kauften Wildfleisch, klappten das Zelt auf und duschten. Zum Abendessen machten wir den Rest Kürbissuppe heiß und grillten frische Eland-Steaks. Dazu gab es Salat. Das Fleisch von Maori ist schon besonders gut. Wir unterhielten uns noch mit Nadia. Heute fühlte sich doch tatsächlich Felix ein wenig krank und ging früh ins Zelt. Wir sind aber auch mit Weicheiern unterwegs. 😉
Kilometer: 520
Teil 2903. Jan. 2014
Freitag, 2. August 2013 – Etosha Ost
Camp Maori, Grootfontein – Namutoni, Etosha
Der Morgen in Grootfontein war im Vergleich zu Botswana etwas kühler. Wir standen nicht allzu früh auf und genossen beim Frühstück mit Kaffee, Tee, Müsli und Nutellabroten die ersten Sonnenstrahlen. Danach wurde gespült und im Turm bei Peter die Rechnung beglichen. Selbstverständlich kauften wir auch wieder ein paar Souvenirs. So brachen wir erst spät auf und fuhren die eineinhalb Stunden bis zum Osttor des Etosha Nationalparks. Wir checkten ein und suchten uns einen Campingplatz. Direkt dahinter entdeckten wir ein paar Zebramangusten auf einem Termitenhügel.
Dann machten wir uns auf zu den Wasserlöchern im Park. Bei Chudop sahen wir bereits Zebras, Impalas, Giraffen und Oryx.
Bei Kalkheuwel waren etwas weniger Tiere. Aber im Wasser quakte ein Frosch, den wir nach langer Suche sogar entdeckten. Zwei Impalas rangelten miteinander.
Über Okerfontain und Springbokfontein drehten wir eine Runde, um uns danach wieder auf den Rückweg zu machen. Insgesamt waren sehr viele Zebras zu sehen, einige Gnus, Kuhantilopen, ein paar Elefanten, Giraffen und sogar ein einzelnes Spitzmaulnashorn.
Kurzzehenrötel – Hurra! Ruth kann auf der in Namutoni erworbenen Etosha-Karte ein weiteres Kreuzchen machen. Sie ist immer ganz beglückt, wenn sie Buch führen kann. Mittlerweile artet das schon fast in Stress aus. Es müssen Kreuze in drei verschiedenen Vogelbestimmungsbüchern, in der Etosha-Karte und in der Handy-App gesetzt werden. Aber man hat ja sonst nichts zu tun 😉
Auf dem Rückweg sahen wir neben der Hauptstraße eine riesige Elefantenherde mit weit über 50 Tieren. Wir hielten noch einmal kurz bei Kalkheuwel und sehr lange bei Chudop.
Teil 3003. Jan. 2014
Dort waren mehrere Giraffen, zwei Elefanten, die ein wenig miteinander rangen, Riesentrappen, Impalas, Perlhühner, Kudus und Oryx. Es gab ständig etwas zu beobachten.
Schnell noch den Zwergtaucher tracken:
Als wir gerade weiterfahren wollten und schon um die Kurve waren, riefen uns Nadi und Felix per Funk wieder zurück. Ein plötzlich aufgetauchter Schakal hatte eine Taube geschnappt und wollte sie verschlingen. Aber ein anderer Schakal jagte ihm die Beute ab. Wir sahen von dem Schauspiel nur noch ein paar Federn.
Später trottete noch eine einzelne Hyäne heran. Sie trank jedoch nicht, sondern drehte vor dem Wasserloch ab. Nach ein paar hundert Metern legte sie sich ins Gras.
Kurz vor Torschluss waren wir zurück im Camp und klappten das Zelt auf. Nach dem Duschen luden uns Nadi und Felix ins Fort zum Kudu-Abendessen ein. Vielen Dank dafür! Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher zum Wasserloch, wo zwei Elefanten unmittelbar hinter dem niedrigen Zaun fraßen. Wir standen noch ein wenig dort und sahen den beiden zu.
Kilometer: 286
Teil 3105. Jan. 2014
Samstag, 3. August 2013 – „Seht ihr was?“
Namutoni, Etosha – Okaukuejo, Etosha
Der Wecker holte und schon um halb sechs aus dem Schlaf. Nadi und Felix standen auf und fingen an, ihre Sachen zu packen. Wir wollten ebenfalls früh in den Park starten. Mittlerweile sind wir jedoch so schnell darin, uns abfahrbereit zu machen, dass wir schließlich vor Toröffnung noch genug Zeit hatten, Kaffee zu trinken. Unter den ersten Autos starteten wir in den Etosha. Über Chudop und Kalkheuwel ging es nach Westen. An diesen ersten beiden Wasserlöchern sahen wir nicht viel. Beim Abzweig nach Ngobib trennten wir uns. Nadi und Felix wollten diesen Umweg machen. Wir fuhren weiter nach Westen. Ein wenig Zeit verbrachten wir beim Beobachten zweier Elefanten. Die beiden begleiteten uns ein Stück und liefen dann vor uns über die Straße.
Weiter ging es Richtung Springbokfontein. Die Gegend erinnerte mit ihren weißen, eingepuderten Büschen an eine Winterlandschaft, und wir zogen eine lange Staubfahne hinter uns her.
Auf nördlicher Route fuhren wir entlang der Etosha-Pfanne weiter nach Westen. Wir sahen Kuhantilopen, Springböcke und Oryx. Eine Herde Gnus trottete im Flimmerlicht über die Ebene.
Plötzlich entdeckten wir ein Spitzmaulnashorn in etwa 50 Metern Entfernung. Wir hielten und machten den Motor aus, um es nicht zu stören.
Eigentlich hatten wir in recht großem Abstand gehalten, aber das Tier änderte seine Richtung und lief nun genau auf uns zu.
Es kam immer näher, und wir wagten nicht, den Motor wieder zu starten, hatten wir doch gelesen: „Spitzmaulnashörner sind unberechenbar und greifen blindlings an, oft nur um festzustellen, ob eine Störung Gefahr birgt“. Na wunderbar! 😵 Ruth rutschte auf der Beifahrerseite unauffällig immer weiter in Richtung Automitte. Ob ein Nashorn sein Nashorn wohl ohne Probleme durch eine Autotür stoßen kann? Ruth war sich sicher, denn die letzten paar Meter trabte der graue Koloss tatsächlich auf uns zu und blieb erst kurz vor dem Auto stehen.
Ruth atmete kaum noch, und Uwe unkte, dass es sicherlich wie ein Geist ungebremst einfach so durch das Auto hindurchlaufen könne. Der hatte gut reden, denn schließlich schnaufte und schnüffelte es ja an der Beifahrer- und nicht unmittelbar an seiner Seite. Schließlich war der große weiße Kasten dann wohl doch zu langweilig, und das Tier entfernte sich, um sich noch einmal umzudrehen und doch wieder ein paar Schritte in Richtung Auto zu laufen, unschlüssig, ob es nicht vielleicht doch einen kleinen Stoß mitschicken könnte. Es entschied sich aber glücklicherweise dagegen und trollte sich in den Busch. Puh! So nah waren wir einem Nashorn noch nie gekommen.
Die Aussicht am Lookout-Point in der Etosha-Pfanne war wieder sehr beeindruckend. Bis zum Horizont nichts als flache Salzpfanne. Wir nutzten ein wenig die Gelegenheit, um uns die Füße zu vertreten und ein wenig herumzuspringen. Der Vorteil ist, dass einen hier draußen niemand bei dem merkwürdigen Gehopse beobachten kann. Deswegen dann doch noch ein Foto!
Weißscheitelwürger
Kurz vor Halali machten wir noch einen Abstecher nach Goas. Dort ärgerten wir uns über eine Familie mit Kindern, die komplett aus ihrem Wagen ausgestiegen war und sich wunderte, warum sämtliche Kudus und Zebras wegliefen. Wir trafen Nadi und Felix wieder. Die beiden waren die ganze Zeit bei Ngobib geblieben, weil sie dort, unmittelbar nachdem wir uns getrennt hatten, ein Löwenrudel an ihrem Zebra-Riss beobachtet hatten. Wir freuten uns für die beiden. In Halali machten wir eine lange Mittagspause und picknickten.
Dann spazierten wir zum Wasserloch. Dort stand gerade eine Elefantenherde und trank. Die Elefanten drängelten sich um den besten Platz am Wassereinlauf. Dabei waren auch zwei ganz kleine Elefantenkinder.
Teil 3305. Jan. 2014
Am Nachmittag fuhren wir nach Rietfontein. Dort war ganz schön was los. Wohin das Auge blickte, standen oder lagen hunderte von Zebras.
Es wurde geschnaubt, mit den Hufen gescharrt und gebissen. Eine Herde zog nach links ab, dafür kamen von rechts gleich vierzig neue Tiere heran. Es war ein ständiges Kommen und Gehen. Ein paar Kudus gesellten sich ebenfalls dazu.
Schildrabe
Inmitten dieses Trubels fanden wir Nadis Funkspruch nach fünf Minuten doch sehr beachtlich: „Seht ihr irgendwas?“ 🤨 Wie bitte? Wir lachten uns kaputt. 🤩 🤪 Die beiden sind durch die tollen Tiersichtungen in den vergangenen Tagen bereits total verdorben. Zebras werden schon nicht mehr wahrgenommen. Unter einem Löwen geht wohl gar nichts! Obwohl wir also „nichts“ sahen, blieben wir noch eine Weile im allgemeinen Getümmel stehen und drehten dann eine Runde über Salvadora und Sueda. Dort war aber tatsächlich nichts zu entdecken. Erst bei Homob trafen wir auf ein paar Oryx.
Bei Ondongab bogen wir nach Aus ab. Auf halber Strecke entdeckten wir das zweite Spitzmaulnashorn des Tages neben dem Weg. Dieses beachtete uns aber nicht. Es stand ein wenig im Gebüsch und knabberte Blätter und Äste. Vom Horn war ein Stück abgesägt worden.
Bei Aus standen viele Autos, darunter auch Nadi und Felix. Drei Löwen lagen weit entfernt hinter dem Wasserloch etwas erhöht im Gebüsch und schliefen. Außerdem waren Giraffen, Strauße, Kudus und ein Oryx anwesend. Alle Beobachter warteten darauf, dass die Löwen ein wenig aktiver würden. Aber außer einem Gähnen der Löwen (und nach einer Stunde auch von uns) geschah nichts.
So verging die Zeit. Die anderen Tiere wagten sich nicht ans Wasser hinunter, und die Lichtverhältnisse waren sehr schlecht zum Fotografieren. Als wir uns sicher waren, dass in nächster Zeit nichts mehr passieren würde, fuhren wir weiter. Weder bei Olifantsbad, noch bei Gemsbokvlakte oder bei Nebrownii waren viele Tiere zu beobachten.
Daher fuhren wir direkt nach Okaukuejo. Nachdem wir unseren Campingplatz bezogen hatten, schauten wir beim Wasserloch vorbei. Zwei Elefanten und einige Zebras tranken. Wir blieben bis kurz nach Sonnenuntergang.
Beim Campingplatz machten wir Salat, Folienkartoffeln und –gemüse und grillten Impala-Steaks. Es war ein gemütlicher Abend. Später hörten wir noch Löwengebrüll, das aber recht weit entfernt war. Am Wasserloch war außer ein paar Gänsen und einem Schakal nichts mehr zu sehen. Nun geht unser letzter Abend mit Nadia und Felix zu Ende. Die Zeit mit den beiden hat uns großen Spaß gemacht. Wir hatten viel gemeinsam zu lachen. Schade, dass sie morgen abreisen und Nadia auf Grund der Malarone die erste Zeit nicht richtig genießen konnte. Vielleicht kommen sie ja wieder einmal nach Afrika zurück.
Kilometer: 227
Teil 3408. Jan. 2014
Sonntag, 4. August 2013 – Löwenjagd mit viel Warterei
Okaukuejo, Etosha – Halali, Etosha
Ein im Vergleich zu den letzten Tagen frischer Morgen brach an. Vor Sonnenaufgang standen wir auf, packten zusammen, putzten Zähne und starteten mit Nadi und Felix zu deren letzten Gamedrive. Zuerst entschieden wir uns für Okondeka, das etwa 20 Kilometer nördlich von Okaukuejo liegt. Das erste Morgenlicht war traumhaft schön, aber Tieren begegneten wir nur wenigen. Schon zigmal fotografiert, aber unser Auto hält hier von alleine an:
Entlang des Weges sahen wir Springböcke und am Wasserloch selbst ein paar Strauße. So kehrten wir wieder um und fuhren denselben Weg zurück. Von Okaukuejo ging es nach Süden zum Wasserloch Ombika kurz vor dem Anderson Gate. Aber auch dort standen „nur“ Zebras, Kudus und Impalas. So fuhren wir gemeinsam zum Gate. Dort verabschiedeten wir uns von Fix und Foxi. Die zwei Wochen mit den beiden waren sehr schön, und es ist schade, dass sie schon abreisen. Ohne noch einmal über Okaukuejo zu fahren, nahmen wir den direkten Weg in Richtung Osten nach Gemsbokvlakte. Dieser zog sich ziemlich lang hin. Wir sahen einen/ eine/ ein Schlankichneumon (was für ein Wort!), der/ die/ das sich in einem Loch in einem Termitenhügel versteckte.
Kurz vor Gemsbokvlakte standen zwei Wagen am Straßenrand. In etwa 100 Metern Entfernung lag ein Löwenrudel unter einem Busch. Daneben erkannten wir durch das Fernglas die Reste eines toten Zebras. Das Rudel (soweit für uns erkennbar) bestand aus vier Löwinnen und vier Kleinen. Sie lagen recht träge herum, nur manchmal drehte sich ein Tier auf die andere Seite. Uwe wurde bald ungeduldig und wollte weiter. Viel war auch wirklich nicht zu erkennen.
Doch bei unserem Glück in den letzten Tagen hätte es ja sein können, dass die Löwen ihre Deckung aufgeben und ihre Beute genau vor unseren Wagen zerren. So warteten und warteten wir auf welches Ereignis auch immer, aber es geschah wenig. Lediglich ein paar Geier hüpften in Richtung des angefressenen Zebras, trauten sich wegen der Löwen aber auch nicht ganz nah heran und blieben in der Ebene hocken. Ein Schakal erkannte ebenfalls, dass er wohl noch zu früh dran war und trollte sich wieder. Die Minuten können sich ganz schön ziehen, wenn man – ja auf was eigentlich? – wartet. Den Fahrern in den anderen Autos wurde es schnell zu langweilig, und sie fuhren weiter. Auch Uwe wurde immer quengeliger. Doch irgendwann stand eine Löwin auf und lief in Richtung Wasserloch. Wir fuhren vor und erwarteten sie an einer Querstraße. Es dauerte ein paar Minuten, dann kam sie tatsächlich direkt auf uns zu. Ruth hatte mal wieder den richtigen Riecher gehabt.
Teil 3508. Jan. 2014
Am Wasserloch trank sie lange und machte sich dann wieder auf den Rückweg zum Rudel.
Außer uns waren inzwischen noch zehn andere Autos anwesend und rangierten hin und her. Fast tat uns die Löwin ein wenig leid. Wieder beim Rudel waren inzwischen einige Schakale und Geier näher herangekommen und warteten auf ihre Portion vom Zebra. Aber die Löwen waren noch nicht so weit, etwas abzugeben und zogen ihre Beute stattdessen immer näher zu sicher heran ins Gebüsch. Es war wirklich schade, dass die Löwen so weit vom Weg entfernt lagen, so dass man nur mit dem Fernglas einigermaßen erkennen konnte, was passierte. Aber das muss ja nicht für alle gelten. Der Fahrer eines Safariwagens fuhr plötzlich dreist von der Straße herunter, quer über die Ebene unmittelbar auf die Löwen zu. Vor ihnen blieb er stehen, damit seine Gäste ein paar Fotos schießen konnten, dann drehte er wieder um.
Wir waren fassungslos über so viel Rücksichtslosigkeit und überlegten kurz, ob wir diesen Vorfall im Camp petzen sollten. Der Fahrer wusste wohl genau, warum er auf ein Kennzeichen an seinem Fahrzeug verzichtet hatte. Über Olifantsbad und Aus ging es wieder zurück auf die Hauptstraße. Da wir viel Zeit bei den Löwen verbracht und keine Lust mehr hatten, im Auto zu sitzen, fuhren wir auf kürzestem Weg nach Halali. Lediglich bei Rietfontein hielten wir kurz und bestaunten eine riesige Herde Zebras, die zum Trinken kam. Ruth zählte weit über 200 Tiere.
In Halali checkten wir ein, reservierten uns einen Tisch zum Abendessen im Restaurant und suchten uns einen Campingplatz. Am Rand des Platzes in der Nähe der Duschen hielten wir an und machten Pause. Uwe aß Müsli und trank Kaffee, während Ruth duschte. Dann machten wir Rührei mit Speck, Tomaten, Käse und Gurken.
Nach dem Essen wuschen wir Wäsche, und Uwe ging duschen. Danach blieben wir bis nach Sonnenuntergang am Wasserloch, wo es einen einzelnen Elefanten zu bestaunen gab, der hunderte Liter Wasser in sich hineinpumpte. Ein Kudubulle sah ihm in gebührendem Abstand dabei zu. Auch, wenn nicht besonders viel los war, hat man nicht das Gefühl, dass irgendetwas fehlen würde. Die Geräusche des trinkenden Elefanten, der keckernde Ruf des Kiebitz und das warme Licht verbreiteten eine so friedliche Stimmung, dass man es ewig dort hätte aushalten können. Doch das Abendessen wartete, und so stellten wir nach Sonnenuntergang schnell noch unser Zelt auf und machten uns auf zum Restaurant. Es gab Buffet mit Butternutsuppe, Kudusteak mit Gemüse und Kartoffeln oder Nudeln und anschließend ein Stück Schokokuchen mit Vanillesoße. Wenn uns das selbstgekochte Essen auch meist besser schmeckt, genossen wir es doch, uns nicht selbst um alles kümmern zu müssen und mal eine etwas größere Auswahl zu haben. Außerdem entfiel so der lästige Abwasch, und wir liefen noch einmal zum Wasserloch. Dort sahen wir zwei Spitzmaulnashörner, die aber bald im Gebüsch verschwanden. Nach einiger Zeit tauchte eine Hyäne zum Trinken auf, dann eine zehnköpfige Elefantenherde. Dazu gehörten auch zwei kleine Elefantenkinder. Während sie tranken, näherten sich wieder mehrere Hyänen. Ein Elefant trompetete und trieb sie zurück ins Gebüsch. Als die Herde verschwunden war, kamen die Hyänen ans Wasser. Sie hatten ihr Festmahl wohl schon hinter sich und sehr dicke Bäuche, so dass sie kaum laufen konnten. Als auch sie außer Sicht waren, gingen wir zurück zum Auto. Dort sahen wir noch einen Honigdachs, der um unsere Mülltonnen schlich. Wir Spielverderber hatten sie aber sehr gut verschlossen. Als wir ins Zelt krabbelten, hörten wir eine Hyäne rufen, eine zweite antwortete ihr in einiger Entfernung.
Kilometer: 177
Teil 3610. Jan. 2014
Montag, 5. August 2013 – Warten
Halali, Etosha – Okaukuejo, Etosha
Heute haben wir uns auf den Gamedrive besonders gut vorbereitet, schließlich wollten wir bei unserer Leopardensichtung ja nicht durch knurrende Mägen gestört werden. In einer Plastikbox mixte Ruth leckeres Müsli, und Uwe kochte eine Thermoskanne Kaffee. So starteten wir mit Sonnenaufgang von Halali aus in den Etosha. Wieder einmal begingen wir den Fehler, das „Wasserloch“ Helio anzufahren: tote Hose. Aber dafür hatten wir noch drei weitere Autos, die hinter uns fuhren, ebenfalls in die Irre geführt. 😈 Als nächstes kamen wir nach Goas, hielten uns aber nicht lange auf. Dort war noch alles ruhig. Dann ging es nach Norden zum Wasserloch Nuamses. Soweit alles nach Plan, denn heute wollten wir die Taktik ändern: Nicht wild durch die Gegend fahren und Wasserloch für Wasserloch abklappern, sondern einfach solange warten, bis der Leopard Durst bekommt und natürlich genau dort auftaucht, wo wir stehen und ihn erwarten. Wir hätten ihn auch freundlich begrüßt. So dachten wir. Also noch schnell im schlauen Büchlein nachgeschlagen, an welchem Wassertümpel die Leopardensichtungschance besonders hoch ist und also hier in Nuamses gelandet. Dort standen wir schon recht pünktlich bestens ausgerüstet gegen 8.15 Uhr und warteten und warteten und warteten. Wer nicht kam, war der Leopard, allerdings auch sonst niemand. Kein Springbock, kein Oryx, nicht einmal ein Zebra. Die Minuten zogen sich, aber der Leo war ja auch erst für 10.30 Uhr bestellt. Ist ja auch klar! So ganz früh mag der nämlich auch nicht von seinem Schlafbaum hinunterklettern. Uwe merkte kurz einmal an, dass man dann vielleicht auch erst um diese Uhrzeit hier auftauchen müsste, aber nein, vielleicht überlegt es sich der Leo ja ausgerechnet heute anders, hat schlecht geschlafen, möchte sich schon gegen 10.20 Uhr im Spiegelbild betrachten … Wer weiß es schon so genau? Dann hätten wir ihn glatt verpasst. Also weiter mit dem Fernglas in die spärliche Vegetation gestarrt, die Büsche gescannt und im engen Auto von der linken auf die rechte Pobacke gerutscht. Da bewegte sich doch tatsächlich etwas im Gesträuch. Welch willkommene Abwechslung! Für einen winzigen Augenblick war der Schwanz einer Fuchsmanguste zu erkennen. Toll! Man wird mit der Zeit genügsam. Viele Autos kamen und fuhren, manche blieben auch recht lange dort stehen. Wenn wir so hartnäckig an dieser Stelle stehen, muss es doch etwas zu sehen geben! Nein, muss nicht. Gab es nicht. Kommt bestimmt aber noch! Wir können ja warten. Hatten ja unser Müsli, die Nutellabrote und den Kaffee dabei. Da war die Laune bestens. So konnten wir stundenlang ausharren. Was kann man noch tun, außer Nutellabrote essen und in die Gegend starren? Uwe konnte lesen, Ruth Vögel fotografieren. Die gefiederten Freunde ließen uns nicht im Stich. Große Scharen saßen in den umliegenden Büschen, und beim genaueren Hinsehen ließen sich viele verschiedene Arten unterscheiden. Und wir konnten genauer hinsehen. Wir hatten ja Zeit! Nur mit der Bestimmung hapert es noch ein bisschen. Hier brauchen wir eure Hilfe.
Als die ganze Vogelschar mehrfach im Bild festgehalten war (den einzigen spannenden Augenblick, in welchem sich ein Falke einen unvorsichtigen Sperling – vielleicht war es auch ein Taube – gegriffen hatte, hatten wir auf Grund der enormen Schnelligkeit des Raubvogels leider verpasst 🙁 ), kam es zum vorläufigen Highlight. Ein einzelner Impalabock näherte sich dem Wasserloch, traute sich aber doch nicht zu trinken. Kein Wunder! Bestimmt war der Leo schon im Anmarsch. Impalas haben da ja ein untrügliches Gespür. Ruth übrigens auch! Nach mehreren unschlüssigen Versuchen, das Wasser zu erreichen und weiteren 15 Minuten Wartezeit, entschied sich das Impalamännchen, dass es doch nicht so durstig sei und verschwand wieder im Gestrüpp. Tja, was tun? Man kann sich ja mal Gedanken machen, wie solch Leopardenhäufigkeiten für ein Wasserloch zustande kommen. Mittlere Wahrscheinlichkeit, also eine Anwesenheit von 8-21 Tage pro Monat anwesend (steht so in unserem schlauen Buch), bedeutet ja auch, dass noch einige Tage im Monat übrig bleiben, an denen der Leo dort nicht erscheint. Mmmh?! Und überhaupt: Hat an jedem Wasserloch einen Monat lang jemand rund um die Uhr im Auto gesessen und Strichliste geführt: Leo da, Leo nicht da? Also von 8.20 Uhr bis 11.40 könnten wir den Part übernehmen: Leo nicht da. Hatte was Besseres zu tun! Uwe kam übrigens immer vehementer zu dem Entschluss: Wir auch! Schließlich hatte er dem Herrn Leo eine großzügige Verspätung von gut 50 Minuten zugestanden, sich mit einem Haufen Federvieh (die acht Perlhühner seien an dieser Stelle auch noch einmal ausdrücklich erwähnt) und einem aquaphobischen Impala begnügt und war nun einmal mehr der Meinung, Bücher mit irgendwelchen fadenscheinigen Tipps gehören in die Tonne. Wenigstens ein Zebra musste nun her, von ihm aus auch ein Gnu. Und die Leoparden-Sichtungs-Taktik wäre sicherlich auch noch ein wenig zu überarbeiten. Aber nur ein wenig, denn bestimmt war der Leopard in dem Moment, als wir ins Nutellabrot bissen und unser Müsli löffelten, so schnell und so geschickt herangeschlichen, dass wir ihn gar nicht bemerkt hatten. Hier noch ein Zitat aus unserem „Expertenführer“ zum Wasserloch Nuamses: „Elefant, Löwe und Steppenwild, wie Zebra und Streifengnu, können hier beobachtet werden. Leopard erscheint hier auch relativ häufig [..]“ Also verließen wir die spannungsgeladene Szenerie um Nuamses und fuhren auf der Hauptstraße Richtung Westen. Juhu! Tiere!
Nach Rietfontein (Zebras) und Salvadora machten wir einen Toilettenstopp. Anschließend ging es nach Gemsbokvlakte. Dort waren viele Springböcke, Zebras und ein paar Schakale. Wir fuhren noch einmal zu der Stelle, an der gestern die Löwen mit dem Zebra gelegen hatten. Nun fanden wir dort nur noch einen Ohrengeier und ein paar Schakale, die sich um den letzten Fetzen stritten. Der letzte Stopp vor Okaukuejo war das Wasserloch Nebrowni. Dort standen die bekannten weißen Elefanten und einige Springböcke. Eine Gruppe Strauße wollte gern zum Wasser, wurde von den Elefanten jedoch zurückgescheucht. Diese tranken, spritzten mit Wasser und hatten sichtlich Spaß, die Pampe so richtig aufzuwirbeln.
Zwischendurch wurde ein wenig gerangelt und sich hin- und hergeschoben.
Hier wurde uns wirklich viel geboten. Was uns jedoch sehr störte, waren die Touristen um uns herum. In jedem Auto wurde in normaler Lautstärke gesprochen. Niemand nahm Rücksicht. Statt der Natur hörten wir nur Leute, die sich unterhielten, teilweise auf den Autos sitzend über die Dächer der dazwischen haltenden Fahrzeuge hinweg. Sind wir so spießig? Keinen schien es zu stören. Nach der Ruhe in den Nxai Pans und im Moremi nervt uns hier das Geschnatter und Geplapper zunehmend – fürchterlich! 😠 Als es uns zu viel wurde, fuhren wir ins Camp. Dort mussten wir eine Dreiviertelstunde in der Schlange warten, um unseren Campingplatz zu bekommen. Aber im Warten sind wir gut. Leider lag die Campsite zwischen großen Reisegruppen, die dauernd über unseren Platz liefen. Wir versuchten noch zu tauschen, erhielten aber eine Absage. Alle anderen Plätze seien schon belegt. Nun hoffen wir, dass wir morgen einen ruhigeren Platz bekommen. Wir duschten, Ruth schnippelte Salat, und Uwe machte im Kühlschrank sauber, weil etwas Blut aus der Fleischtüte ausgelaufen war. Schließlich schafften wir es gerade noch rechtzeitig, zum Sonnenuntergang ans Wasserloch zu kommen. Zum Abendessen grillten wir Oryx-Steaks und Foliengemüse. Dazu gab es Salat. Wir beeilten uns mit dem Spülen, um uns noch ans Wasserloch zu setzen. Dort war jede Menge los. Zwei Spitzmaulnashörner wateten durchs Wasser und schoben sich ein wenig hin und her. Ein paar Löwen liefen umher, entfernten sich aber, als eine große Elefantenherde aus der Dunkelheit erschien. Es wurde ein wenig trompetet und das Wasserloch besetzt. Sogar die Nashörner liefen aufgeregt durcheinander.
Nach den Elefanten kamen fünf Giraffen, die sehr vorsichtig anfingen zu trinken. Es waren sehr viele Leute am Wasserloch und erfreulicherweise auch recht ruhig. Na bitte, es geht doch!
Als wir müde wurden, gingen wir zum Auto zurück. Durch die Dunkelheit schlichen einige Schakale und plünderten die Mülltonnen. Unsere hatte weder einen Deckel noch sonst eine Sicherung gegen die kleinen Räuber. So schepperte und klirrte es ohne Pause, bis sämtliche Abfälle durchwühlt waren.
Kilometer: 133
Teil 3811. Jan. 2014
Dienstag, 6. August 2013 – Rund um Okaukuejo
Okaukuejo, Etosha
Das Frühstücken am Wasserloch hatte uns gefallen, und so wiederholten wir das Prozedere: Kaffee kochen und Müsli vorbereiten. Die Tierausbeute an diesem Morgen war jedoch mehr als mau. Wir fuhren nach Nebrowni, Gemsbokvlakte, Olifantsbad und Aus.
Dort machten wir Pause und frühstückten. Nach einiger Zeit des Wartens nahmen wir dieselbe Strecke zurück bis Gemsbokvlakte, dann weiter in südlicher Richtung bis Ombika. Auf dieser Straße sahen wir in großer Entfernung eine Giraffenherde mit einem Jungtier.
Da auch in Ombika nichts los war, fuhren wir zurück nach Okaukuejo und tauschten den Campingplatz. Dann setzten wir uns eine Stunde ans Wasserloch unter das große Siedelwebernest
Es war ein ruhiger Nachmittag. Uwe schrieb Postkarten. Zwei Stellplätze weiter traf ein junges deutsches Pärchen ein, und Ruth kam – wie Frauen so sind – sofort mit Sonja und Florian ins Gespräch. Sie sind seit einer Woche in Namibia und fahren noch bis zum Kunene. Am Nachmittag fuhren wir noch eine Runde bis Okondeka, wo Giraffen, Strauße, Springböcke und Oryx zu sehen waren.
Zum ersten Mal konnten wir nach Adamax fahren. Diese Straße war in früheren Jahren immer gesperrt gewesen. Nun kamen wir weiter in den Nordwesten. Entlang des Weges liefen immer wieder kleine Gruppen von Springböcken. Plötzlich entdeckten wir eine Staubfahne und darunter ihre Verursacher: Zwei Honigdachse wühlten in der Erde. Leider waren sie sehr weit entfernt und immer wieder durch Büsche verdeckt, so dass wir sie nur mit dem Fernglas erkennen konnten. In Adamax gab es kein Wasserloch, und so fuhren wir sofort weiter nach Süden Richtung Leeubron. Dort schlich ein Schakal durchs Gebüsch, und Springböcke liefen herum. Zurück in Okaukuejo bereiteten wir das Abendessen vor und zündeten das Feuer an.
Zum Sonnenuntergang gingen wir kurz zum Wasserloch.
Dann grillten wir das letzte Fleisch von Maori: zwei dicke Steaks vom Gnu. Dazu gab es Salat und Folienkartoffeln. Es schmeckte hervorragend, besonders das Fleisch war perfekt. Nach dem Spülen packten wir unsere Fotoausrüstung und marschierten zum Wasserloch. Es gab noch eine freie Bank für uns. Zunächst war nichts los, dann kamen die Spitzmaulnashörner. Irgendwann waren neun von ihnen gleichzeitig um das Wasserloch verteilt.
Zwischenzeitlich kamen auch zehn Giraffen zum trinken. Es war sehr beeindruckend. Als wir zu müde wurden, gingen wir schlafen.
Kilometer: 183
Teil 3912. Jan. 2014
Mittwoch, 7. August 2013 – Olifantsbad
Okaukuejo, Etosha
Und wieder begann ein Tag in Okaukuejo. Wir standen ein bisschen später auf, da wir gestern Morgen kaum Tiere im Park gesehen hatten. Heute änderten wir erneut die Taktik. Anstatt zu einem verwaisten Wasserloch zu fahren und dort auf Tiere zu warten, fuhren wir einfach zu einer Wasserstelle, an der schon etwas los war. So führte uns der Weg wieder nach Nebrowni, dann nach Gemsbokvlakte und schließlich nach Olifantsbad. Als wir dort ankamen, sahen wir gerade, wie ein Löwe vom Wasserloch wegging. Wir vermuteten, dass er ein Stück weiter die Straße kreuzen würde und brachten uns in Position. Aber er tauchte dort nicht auf. So fuhren wir wieder zurück und entdeckten ihn oberhalb des Wassers unter einem Baum liegen. Er war recht weit entfernt, aber das Warten mit Löwe ist besser als Warten ohne Leopard. Heute wird es also ein wenig löwenlastig. Nach einiger Zeit sah Ruth zwei weitere Löwen oberhalb der Wasserstelle vor einem umgestürzten Baum schlafen.
Irgendwann kam eine Löwin zu den beiden, nahm einen der Herren mit und ging zur Wasserstelle.
Die beiden tranken, zankten ein wenig, und dann legte sie sich auf die Pumpstation unter das Solardach. Er blieb im Schatten davor.
So verging einige Zeit. Die Antilopen, die zum trinken kamen, hielten inne, als sie die Löwen bemerkten und stießen Warnrufe aus.
Es waren viele Impalas, Kudus, Kuhantilopen und Oryx an der Wasserstelle. Zwischenzeitlich landete ein Kampfadler, und ein Perlkauz saß für einige Zeit auf einem Ast in der Nähe.
Viele andere Autos kamen und fuhren. Aus einem großen Safaribus stiegen zwei Gäste auf der dem Wasserloch abgewandten Seite aus und machten eine Zigarettenpause. Wir wunderten uns, warum der Fahrer seine Gäste hier aussteigen ließ. Abgesehen davon, dass die Löwen in der Nähe lagen, ist es verboten. Und der nächste Picknickplatz ist nur wenige hundert Meter entfernt. Gegen Mittag, nachdem wir vier Stunden ausgeharrt hatten, fuhren wir zurück ins Camp, sicherten Fotos und duschten. Dann unterhielten wir uns wieder mit Sonja und Florian vom Nachbarcampingplatz und verabredeten uns zum Abendessen.
Teil 4012. Jan. 2014
Der Nachmittagsgamedrive führte uns selbstverständlich wieder nach Olifantsbad. Dort standen nun noch mehr Autos als am Vormittag. Die Löwen hatten zwischenzeitlich ihre Position gewechselt, waren aber immer noch in der Nähe des Wassers.
Die anderen Tiere waren mittlerweile so durstig und die Löwen immer noch so träge, dass unter der Aufsicht des Löwenpärchens getrunken wurde, jedoch nur so lange, bis eine der Katzen selbst ans Wasser ging.
Auf dem Parkplatz wurde permanent wild rangiert, die Leute kletterten auf ihre Autos und verursachten viel Lärm. Es war kaum auszuhalten. Wir versuchten, uns auf die Löwen und anderen Tiere am Wasserloch zu konzentrieren und den menschlichen Terror auszublenden. 😠
Die Löwen legten sich schließlich für uns gut sichtbar auf eine mit Elefantendung weich gepolsterte Stelle. Wann immer sich ein Männchen dem Weibchen näherte, bekam er von ihr einen Prankenhieb auf den Kopf. Dennoch wichen sie nicht von ihrer Seite. Die anderen Männchen kamen auch nach und legten sich dazu.
Zum Sonnenuntergang waren wir wieder im Camp. Zuvor hatten bei Gemsbokvlakte ein paar Giraffen sehr schön im Abendlicht gestanden.
Zum Abendessen kochten wir Nudeln, und Sonja und Florian machten eine Soße aus Tomaten, Thunfisch und Spinat. Aufgrund fehlender Absprache hatten wir sogar zwei Salate. Wir unterhielten uns sehr nett mit den beiden und freuten uns, dass sich unsere Reiserouten noch zwei weitere Male überschneiden werden. Als wir die Elefanten am Wasserloch grollen hörten, gingen wir hinüber. Ein paar Nashörner und Elefanten waren da, später kamen noch Giraffen. Lange hielten wir es jedoch nicht aus, da es schon spät war. Wir spülten das Geschirr und krabbelten ins Zelt.
Unser letzter Morgen in Okaukuejo brach an. Kurz vor dem Aufstehen hörten wir Löwengebrüll aus südlicher Richtung. So standen wir früh auf, klappten das Dach ein und verabschiedeten uns von Sonja und Florian. Wir treffen uns in einer Woche in Swakopmund wieder. Schon um viertel nach sechs wurde das Tor geöffnet, und wir fuhren mit Sonnenaufgang ein paar Kilometer Richtung Anderson Gate.
Aber von dem Löwen, der gebrüllt hatte, war nichts zu sehen. Daher ging es doch noch einmal nach Olifantsbad. Auf dem Weg sahen wir zwei ineinander verknäuelte Schakale. Aha! So sieht das also bei Schakalens aus.
Bei Olifants waren die Löwen vom Vorabend verschwunden. Daher kehrten wir bald um und kamen über Nebrowni wieder nach Okaukuejo.
Dort warfen wir ein paar Postkarten ein und kauften Feuerholz. Als wir uns auf die letzte Strecke durch den Etosha nach Süden aufmachten, sagte Ruth: „Wir haben heute noch gar keine Löwen gesehen. Da bleibt uns nur noch das Wasserloch Ombika.“ Und – hex-hex – genau so war es. Tatsächlich lag ein Löwenpärchen neben der Wasserstelle. Wir entdeckten es aber erst, als wir schon wieder gewendet hatten, um weiter zu fahren. Mit dieser Löwensichtung haben wir für diesen Urlaub bereits das Dutzend voll.
Wir blieben bis kurz nach neun Uhr. Dann verzogen sich die Löwen in den Schatten, und wir verließen den Nationalpark.
Teil 4213. Jan. 2014
Bis Outjo war es nicht weit. Wir holten Geld, Uwe ging einkaufen, während Ruth im Auto wartete. Der Supermarkt war noch nicht ganz fertig. Innen wurde noch gebaut, während die Kunden mit den Einkaufswägen zwischen den Fliesenlegern hindurch fuhren. Nach dem Tanken wollten wir eigentlich in die Bäckerei zum Frühstücken gehen. Aber leider war die wegen Renovierung geschlossen. Daher machten wir uns gleich auf den Weg nach Westen. Auf halber Strecke nach Khorixas machten wir ein Picknick an einem Rastplatz. Es war sehr gemütlich.
Die Landschaft veränderte sich. Es wurde hügeliger, und oft hatten wir wunderschöne Ausblicke ins Damaraland.
Wir erreichten das Mowani Mountain Camp gegen halb drei. Unsere Freunde Cora und Gert mit ihren Kindern Vanessa und Benni, mit denen wir uns für diesen Abend verabredet hatten, waren bereits da. Wir begrüßten uns herzlich und verbrachten einen schönen Nachmittag. Zum Sonnenuntergang liefen wir ein kleines Stück auf einen Hügel und genossen die traumhafte Aussicht.
Zum Abendessen grillten wir Fleisch, aßen Folienkartoffeln, und Cora machte Chakalaka-Gemüse. Wir saßen lange am Feuer, erzählten und bewunderten den Sternenhimmel. Leider viel zu kurz:
Mowani Mountain Camp, Twyfelfontein – Goantegab, Irgendwo im Nirgendwo
Der Campingplatz des Mowani Mountain Camps ist sehr schön zwischen großen Granitfelsen gelegen. Die Duschen sind ebenfalls an die Felsen angebaut und sehr sauber. Wir standen kurz nach Sonnenaufgang auf und ließen uns Zeit. Cora befeuerte ihre große Kelly, um genügend Kaffee für alle zu kochen. Während uns Bergschmätzer, Bülbüls und Bergstare besuchten, aßen wir gemütlich Brote und Müsli. Mit Cora und Gert ist es immer lustig.
Während Cora und Ruth den Abwasch erledigten, kümmerte Uwe sich um die Route für die kommenden zwei Tage. Wir werden von Twyfelfontein aus südlich durch das Gebiet des Doros-Kraters und dann weiter über das Rhino Ugab Camp in die Brandberg-Gegend fahren. Davor wollten wir noch unseren Wassertank füllen. Das war jedoch gar nicht so einfach, da die Einfüllöffnung waagerecht angebracht war und wir weder einen Trichter, noch einen Schlauch dabei hatten. Also parkten wir das Auto schräg an einen Hang und bastelten aus einer Flasche einen Trichter. So klappte es ganz gut. Zu unserem Erstaunen hatten wir bislang nur etwa ein Drittel des Tanks verbraucht.
Wir schauten noch kurz bei der Rezeption der Lodge vorbei, da wir unsere Reservierung noch vorzeigen sollten. Die Mowani Mountain Lodge liegt wie der Campingplatz wunderschön zwischen den Hügeln und lädt zu einem längeren Besuch ein. Dann ging es auf roter Sandpiste
am Aba Huab Camp und den Orgelpfeifen vorbei. Wir hielten kurz am verbrannten Berg. Der ist für Geologen sicherlich sehr interessant. Wir kennen uns leider kaum aus und konnten diesen Ort nicht entsprechend würdigen. Dann ging es auf die Allradstrecke weiter nach Süden. Zu Beginn mussten wir einen steilen Hügel erklimmen, dann folgten ein paar steinige Abschnitte.
Die gesamte Strecke war sehr schön zu fahren. Von Beginn an genossen wir die traumhafte Landschaft und Einsamkeit. Oft erklommen wir mit dem Auto eine kleine Kuppe und staunten über die neue Aussicht.
Teil 4415. Jan. 2014
An einer Stelle lagen viele Federn verteilt, und wir entdeckten den Rest einer Riesentrappe. Wir sahen in weiter Entfernung ein paar dunkle Paviane, vereinzelt Springböcke und einige Strauße. An einer Stelle stand ein altes Autowrack, das sicherlich schon seit vielen Jahren keinen Meter mehr gefahren ist. Wir kamen an Welwitschias vorbei und über viele Steinfelder, die immer wieder unterschiedlich waren. Manche Steine waren rund und sahen fast wie bearbeitete Formen aus, andere Gebiete waren mit eckigen Steinplatten übersät. Es war sehr abwechslungsreich.
Auf dem letzten Abschnitt bogen wir in das Trockenflussbett des Goantagab ein und fuhren die letzten Kilometer im Sand durch die Schlucht.
Ein paar Meter neben der Fahrbahn entdeckte Ruth ein großes Loch, in dem in etwa sechzig Zentimetern Tiefe Wasser stand. Wahrscheinlich hatte ein Tier danach gegraben. An einer schönen Stelle an einer Flussbiegung hielten wir an und schlugen unser Lager auf. Da wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatten, war der Hunger entsprechend groß. So schnippelte Ruth einen leckeren Wurstsalat. Wir klappten das Campingdach auf, damit wir hinter dem Auto mehr Schatten hatten. Es waren nämlich 32 Grad. Leider schwirrten unzählige Fliegen aller Größen durch die Luft, zielten auf unser Essen und unsere Augen und machten uns so das Leben etwas schwer. Den Rest des Nachmittags ruhten wir uns aus. Zum Sonnenuntergang kletterten wir auf einen Hügel und genossen den Rundumblick auf die Biegung des Flussbetts, die angrenzenden Nebentäler und unser winziges Auto unter uns.
Durch das späte Picknick hatten wir abends keinen Hunger mehr, machten aber trotzdem ein schönes Lagerfeuer. Es lagen noch ein paar dicke Äste herum, die wir hervorragend in das Feuer integrieren konnten. Der anfängliche Wind legte sich, und wir hatten einen schönen Abend inmitten der namibischen Wildnis.
Heute denken wir besonders an unseren Freund Stefan, der genau vor einem Jahr bei einem tragischen Unfall während seines Namibia-Urlaubs ums Leben gekommen ist. Es wäre schön, ihn jetzt bei uns zu haben und mit ihm zu lachen.
Während der Zeitraffer-Aufnahme gab es auch ein paar Sternschnuppen:
Kilometer: 65
Teil 4519. Jan. 2014
Samstag, 10. August 2013 – Sand, Steine, Felsen, Nichts
Goantegab, Irgendwo im Nirgendwo – Rhino Ugab Camp
Wir standen nach Sonnenaufgang auf und hatten schon wieder angenehme zwölf Grad. Das Frühstück verschoben wir auf später und machten uns auf den Weg nach Norden durch das Flussbett des Doros. Die Fahrt erinnerte uns stark an die Flussbetten des Hoarusib oder des Gamchabs.
Es gab wieder viel zu entdecken. Eine Giraffe kreuzte unseren Weg. Über uns auf den Steinhängen saßen zwei Felsenadler.
Klippschliefer sprangen behende die Felsen hinauf und wärmten sich in der Sonne.
Uralte, knorrige Kameldornbäume standen entlang des Weges und streckten ihre langen Dornen in alle Richtungen. Als wir das Flussbett verließen, fuhren wir weiter westlich über eine Hochebene. Wieder überquerten wir Steinfelder und erlebten grandiose Fernblicke.
Oft hielten wir an, um die Aussicht zu genießen. An einem abseits des Weges gelegenen Platz machten wir eine Frühstückspause. Wir aßen gemütlich Müsli und Brote mit Wildschinken. Dann entdeckte Ruth einen Bergschmätzer und rief ihn mit Hilfe ihrer Vogel-App. Er kam prompt angeflogen und suchte um unser Auto herum nach dem Rivalen. Immer wieder reagierte er auf den Ruf.
Weibchen
Weiß jemand, um welchen Gecko es sich hier handelt?
Teil 4619. Jan. 2014
Der steinige Weg führte weiter nach Westen über die Hochebene. Wir kamen gut voran.
Die letzte Etappe verlief nach Süden entlang des Desolation Valley in das Flusstal des Ugab Rivers.
Diese Strecke führte stetig bergab und wurde zunehmend felsiger. Es gab einige Stellen, bei denen wir besonders langsam Steinstufen hinab kletterten bzw. vorher ausstiegen, um uns vor der Abfahrt die genaue Vorgehensweise zu überlegen. Es war jedoch nicht besonders anspruchsvoll. Die Strecke gehörte zu den beeindruckensten und schönsten, die wir je in Namibia gefahren sind. Die hohen Felswände zu beiden Seiten, die Kurven und das Gefälle machten die Fahrt zu einem echten Erlebnis.
Am Ende der Abfahrt erreichten wir das Rhino Ugab Camp.
Eine Mitarbeiterin dieses Community Camps begrüßte uns und empfahl die Namdep Campsite. Wir richteten uns ein und entspannten ein wenig. Leider wehte ein kräftiger und kühler Wind. Als das Wasser im Donkey einigermaßen warm war, gingen wir in die Open-Air-Dusche. Leider tröpfelte das Wasser aus dem Hahn nur spärlich. Das Haarewaschen im kalten Wind, der durch das Tal fegte, war so wahrlich kein Spaß, und Ruth war anschließend so richtig durchgefroren – körperlich und stimmungsmäßig. Dafür lag unser Campingplatz sehr schön unter einem großen Kameldornbaum. Wir machten Feuer und grillten das letzte Stück Rindfleisch. Dazu gab es Folienkartoffeln, Möhrengemüse und Butternut in Alufolie. Es war reichlich und lecker. Nach dem Essen besuchte uns eine kleine Ginsterkatze. Sie näherte sich mehrfach neugierig, entfernte sich aber immer schnell, wenn wir sie bemerkt hatten. Wir spülten und gingen aufgrund des unangenehmen Windes früh ins Zelt.
Kilometer: 60
Teil 4721. Jan. 2014
Sonntag, 11. August 2013 – Elephant in Rock
Rhino Ugab Camp – Tsaobis Nature Park
Der Morgen im Rhino Ugab Camp begann ein wenig bedeckt, aber ohne Wind.
Wir frühstückten und kochten die letzten Eier. In der Nacht war die Ginsterkatze noch ein wenig über den Campingplatz marschiert. Auf Ruths Stuhl entdeckten wir ihre Tatzenabdrücke. Bis wir gespült hatten und abfahrbereit waren, zeigte die Uhr bereits halb neun. Die ersten Kilometer heraus aus der Ugab-Schlucht waren noch sehr felsig und führten bergauf.
Dann kam ein Abschnitt, wo viel Schrott entlang des Weges lag. Verrostete Metallteile waren zu Häufchen zusammengetragen und in der Landschaft verteilt, darunter auch Reste von Autos, die nicht weiter verwendbar waren.
In der Ferne rannten einige Strauße, und Springböcke kreuzten unseren Weg.
Am Abzweig zur alten Brandberg-Mine machten wir einen kleinen Umweg und sahen uns die verlassenen und zerstörten Minen-Gebäude an. Die Reste von Fundamenten und Schutthaufen wirkten nicht nur trostlos, sondern sogar ein wenig unheimlich. Wir fuhren noch ein paar Kilometer in die Berge bis zu einem weiteren Autowrack.
Auf dem Rückweg zur Hauptstraße nahmen wir eine Abkürzung, die am Ende sehr steil den Berg hinunterführte.
Teil 4821. Jan. 2014
Während Uwe fährt, notiert Ruth ihre Eindrücke:
Auf der D2342 geht es auf mal mehr, mal weniger üblem Wellblech eine rötliche Schotterpiste entlang des Brandbergmassivs. Zerklüftete grau-rot-braune Felsen ragen links in den Himmel empor. Schattige Felshänge wechseln sich mit von der Sonne angestrahlten Abschnitten ab. Unterschiedliche Gesteinsadern durchziehen die Berge. Zwischen den rötlichen Steinen auf der Ebene davor wachsen vereinzelte, abgefressene Gräser und einige Welwitschias. Die Pflanzen sehen teils recht alt aus. Ihre Blätter sind vielfach ausgefranst und ringeln sich grau auf dem steinigen Boden.
Einige Springböcke sprinten in großen Sätzen davon. Unter einem strahlend blauen Himmel mit einigen weißen Schleierwolken geht es Richtung Südost hügelauf und –ab wie auf einer kleinen Achterbahn.
Wir lassen die Steinwüste hinter uns. Der Boden wird sandiger, und die Vegetation nimmt zu. Niedrige Büsche und trockene, graue Graspuschelchen wachsen überall. Wir können sogar schon wieder ein paar hohe Bäume entdecken. Die dunklen Steine sind verschwunden, stattdessen führt die Pad nun über hellgelben Rappelsand. Eine Erhebung aus glattem Stein taucht in der Ferne auf. Die Wände sind glatt oder von losem Geröll bedeckt.
Wir verlassen die Straße und fahren auf einer einfachen Spur ein wenig um den Berg herum. Das GPS spricht von „profile of elephant in rock“, und wir suchen angestrengt. Die Fahrspur ist mittlerweile sandig und recht tief. Ich mache mir schon Sorgen, da wir keine Luft aus den Reifen abgelassen haben, aber alles geht gut. Und tatsächlich! Da ist er. Der Felsen, der mit ein wenig Fantasie an einen Elefanten erinnert.
Wir nutzen den Fotostopp, um uns ein wenig die Füße zu vertreten und erklimmen einen etwas höheren Felsbuckel. Die Aussicht über die weite Landschaft ist fantastisch und die Ruhe hier oben himmlisch.
Nach dem Abstieg macht sich Uwe an das nicht ganz einfache Unterfangen, das Auto im Sand zu wenden, da die Fahrspur am Elefantenkopf dummerweise in einer Sackgasse endet. Für das Wenden ist allerdings nur wenig Platz, da die Felsen eng beieinander stehen und auch noch ein paar Bäumchen wachsen. Uwe kommt ganz schön ins Schwitzen, aber alles geht gut. So denke ich zumindest, denn was Uwe schon auf dem Hinweg bemerkt hatte, ist mir gar nicht aufgefallen. Wir sind die sandige Fahrspur vorhin deutlich bergab gefahren. Aber Uwe lässt sich nichts anmerken, und so fahren wir guten Mutes langsam in Untersetzung den Hang wieder hinauf. Genau genommen: sehr langsam, nein, zu langsam. Bevor sich die Räder einbuddeln können, geht es wieder abwärts. Wir überlegen. Was nun? Luft ablassen? 😐 Wir entscheiden uns für den ersten Gang ohne Untersetzung und deutlich mehr Schwung. Super Plan, nur woher soll der Schwung kommen, wenn es sofort durch tiefen Sand bergauf geht? Das Ergebnis ist wieder dasselbe: Gleiche Stelle auf dem Hang, das Auto bewegt sich keinen Zentimeter weiter. Oder doch. Man kann ja wieder zurück. Das sind die Momente, in denen ich mich als Frau (mein Mann sieht das ganz anders) am liebsten hysterisch heulend in den Sand werfen möchte. 😵 Wieder unten beim Elefantenkopf wird uns mit stinkender Kupplung klar, dass wir es so wohl nicht schaffen werden. Also doch Luft ablassen?! Schon deutlich weniger guten Mutes sehen wir uns ein wenig ratlos um und erkennen, dass es früher wohl schon anderen so ergangen ist. Nein, wir sehen zum Glück nicht ihre verblichenen Gebeine, sondern in entgegengesetzter Richtung im Abstand einer Spurbreite Steinplatten und kleinere Felsstücke unter eine Stufe im Stein geschichtet. Weiter unten führt rechts vom Buckelfelsen eine mehrfach benutzte Spur wieder zurück auf den Hauptweg. Ein paar Mal laufen wir die Strecke ab und beraten, wo wir am besten zu fahren haben, um nicht aufzusetzen. Außerdem würde das Auto an einigen Stellen ganz schön schief stehen. Wir entschließen uns, die Steinstufe abwärts und das schräge Stück zu wagen und danach mitten auf dem Felsen zu wenden, um nach rechts weiterfahren zu können. Gleich bei der Abfahrt stark rechts einzuschlagen, traut sich Uwe nicht, da er Angst hat, das Auto umzukippen. Der Plan steht also! Nur parken wir hierfür natürlich in die falsche Fahrtrichtung. Das erneute Wenden in mehreren Zügen im dicken Sand vor dem Elefanten ist nur noch ein Klacks. Danach lotse ich Uwe durch Handzeichen die steinige, etwas holperige Abfahrt hinunter. Zum Glück war ich so konzentriert, sonst hätte ich vielleicht doch noch Angst bekommen! Auch das Wenden auf dem Felsen klappt ohne Probleme. Als wir die schwierigste Stelle überstanden haben, bekommt mein Held als Dankeschön für seine fahrerische Glanzleistung einen dicken Kuss. Und ich? Ich werde erst einmal angeraunzt, warum ich so nah vor dem Auto herumspringe, er habe doch gleich bis zur Sandspur durchfahren wollen und mich nun fast überfahren. Aha! Wohl doch nicht so cool, sondern ein wenig zittrig gewesen, der Gute! 😗
Im Nachhinein betrachtet haben wir uns wohl nur ein wenig angestellt. Mit Luft-Ablassen wären wir wahrscheinlich auch den Berg hinauf gekommen. In der Situation fühlte es sich aber recht abenteuerlich an. Die letzten Kilometer südlich des Brandberg-Massivs legten wir ohne Zwischenstopp zurück, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Dann kamen wir nach Uis und fuhren östlich nach Omaruru. Die Schotterstraße zog sich wieder endlos dahin. Wir überquerten einige Brücken über Trockenflüsse. Von Omaruru ging es weiter südwärts nach Karibib. Dazwischen machten wir an einem Rastplatz ein kleines Picknick. In Karibib tankten wir und kauften Brot. Dann folgte die letzte Etappe zum Tsaobis Nature Park. Die Sonne stand schon sehr tief, und das Licht war dementsprechend schön. In der Ferne konnten wir schon die Ausläufer des Namib Naukluft Parks erkennen.
Auf Tsaobis angekommen, mussten wir feststellen, dass Jörg, mit dem wir uns verabredet hatten, nicht mehr dort war. Schade. Eine Teilhaberin der Farm (Michaela) begrüßte uns. Sie war erst gestern aus Deutschland angekommen. Glücklicherweise konnten wir ein Abendessen bekommen, obwohl uns niemand erwartet hatte. Am Farmhaus liefen einige Tiere herum. Die meisten waren von Hand aufgezogen worden: ein Springbock, ein Schakal, eine Katze und ein Hund. Wir saßen mit Michaela lange beim Essen und unterhielten uns.
Kilometer: 365
Teil 4925. Jan. 2014
Montag, 12. August 2013 – Ausruhen
Tsaobis Nature Park
Heute blieben wir einen ganzen Tag bei Tsaobis und fuhren keinen Meter. Wir schliefen aus und verbrachten den ganzen Vormittag auf dem Campingplatz. Morgens kam ein Mitarbeiter und stellte das Wasser an, nachdem Paviane die Leitung beschädigt hatten. Wir frühstückten lange und wärmten uns in der Sonne auf. Ruth saß zwei Stunden bei einer Wasserpfütze unter dem Windrad und beobachtete und fotografierte Vögel. Es gibt auf Tsaobis viele verschiedene Arten zu entdecken.
Brustbandprinie
Maskenbülbül
Buntastrild
Rosenpapageien
Leider waren die Vögel sehr scheu. Daher gelangen vom Damaratschagra, Rotstirn-Bartvogel, Goldbug-Papagei und vom Granatastrild keine vernünftigen Fotos. Vogel-Liebhabern kann man einen Aufenthalt auf Tsaobis aber empfehlen. Uwe las im Schatten. Vielleicht ist es doch mal gut, nicht jeden Tag zu fahren. Am Nachmittag machten wir eine kleine Wanderung auf dem Farmgelände. Es gab mehrere ausgewiesene Wanderwege.
Wir entschieden uns für den Weg zur Leopardenquelle. Als Begleitung liefen der Hund Spotty und der zahme Springbock Michi an unserer Seite.
Spotty hatte uns schon den ganzen Tag auf dem Campingplatz Gesellschaft geleistet. Michi ist ein halbes Jahr alt und wurde von Monika, der Managerin, mit der Flasche aufgezogen. Nur von ihr lässt sie sich streicheln. Aber alleine wollte das Springbockmädchen nicht bleiben, und so trottete sie neben uns her. Wir folgten den gelben Wegmarkierungen, was manchmal gar nicht so einfach war.
Oft waren die Markierungssteine umgefallen, oder wir haben sie einfach übersehen, so dass wir manchmal umdrehten und nach dem richtigen Abzweig suchten. In einem felsigen Flussbett, das aus den Bergen kam, mussten wir ein bisschen klettern. Während Spotty behende jede Stufe nahm, lief Michi einen anderen Weg und entfernte sich immer weiter von uns. Bei ihrem Versuch, uns zu begleiten, kletterte sie weit über uns durch die Felsen und konnte uns nicht mehr erreichen. Ruth war sich sicher, dass der Springbock sich den Hals brechen würde. Das war ja auch sehr wahrscheinlich! Denn Springböcke sind ja dafür bekannt, leichter abzustürzen als unerfahrene Kletterer in roten Crocs. 😉 Daher kehrten wir kurz vor dem eigentlichen Ziel, der Quelle, wieder um. Doch plötzlich war der Springbock verschwunden. So liefen wir nur noch in Begleitung des treuen Hundes die knapp drei Kilometer zurück zur Farm, wo der verschollene Springbock schon auf uns wartete.
Zum Abendessen gingen wir wieder in die Lapa, an dem heute neben Michaela auch Monika und ein neuer Gast aus Deutschland teilnahmen. Es gab Butternut-Suppe und Kudu-Steaks mit Reis- und Gemsquash-Gemüse. Wir unterhielten uns lange und gingen spät zum Campingplatz. Es hatte stark abgekühlt und nur noch knapp 10 Grad. Morgen geht es nach Swakopmund. Darauf freuen wir uns sehr.
Teil 5027. Jan. 2014
Dienstag, 13. August 2013 – Zum Atlantik
Tsaobis Nature Park – Meikes Gästehaus, Swakopmund
Am Morgen wurde es recht kalt. Als Uwe aufstand, war es knapp über einem Grad. Wir warteten mit dem Frühstück, bis die Sonne ein wenig Wärme spendete und wir das Nutella nicht mehr aus dem Glas kratzen mussten. Dank heißem Tee und Kaffee tauten wir wieder auf. Nach dem Spülen und Abbrechen unseres Lagers fuhren wir zum Haupthaus und bezahlten unsere Rechnung. Hinter dem Haus besuchten wir noch die zwei Oryxweibchen, die dort in einem großen Gehege leben. Wir unterhielten uns noch ein wenig mit Michaela, dann machten wir uns auf den Weg. Auf der C32 ging es einige Kilometer nach Süden, dann bogen wir auf die C28 nach Westen ab. Dort begegneten wir den ersten (und leider einzigen) Löffelhunden in diesem Urlaub. Es waren drei, die zusammen auf Futtersuche über die Ebene zogen. Sie überquerten gerade die Straße, als wir in einiger Entfernung anhielten. Aber leider rannten die scheuen Tiere schnell davon.
Auf der weiteren Fahrt durch den Namib Naukluft Park sahen wir zwei Steinböckchen, Strauße, Oryx, Springböcke und Bergzebras.
Je näher wir der Küste kamen, desto weiter sank die Temperatur.
Kurz vor Swakopmund durchquerten wir das Swakoprivier. Dort stand zu beiden Seiten der Straße noch etwas Wasser, in dem sich zahlreiche Wasservögel tummelten. Wir verließen die Straße und hielten neben dem Tümpel.
Stelzenläufer
Fahlregenpfeifer (Der kleine Irre lief ohne Pause auf und ab und rannte ständig aus dem Bild.)
Grünschenkel (oder doch ein Teichwasserläufer?)
Rosaflamingo
In der Pension begrüßte uns Meike herzlich. Wir luden die Sachen aus dem Auto ins Zimmer und tranken mit Meike und Klaus Kaffee und erzählten. In der Dämmerung liefen wir zum Abendessen in den Leuchtturm.
Dort trafen wir im Restaurant Karin und Peter, mit denen wir uns über das Forum verabredet hatten. Sie sind ebenfalls seit dreieinhalb Wochen in Namibia unterwegs. Beim Essen tauschten wir Reiseerfahrungen aus. Es war ein sehr netter Abend, und die beiden waren so lieb, uns anschließend noch im Auto zur Pension zurück zu fahren. Vielen Dank und ganz liebe Grüße an euch beide! Wie immer genießen wir das gemütliche Zimmer bei Meike.
Kilometer: 208
Teil 5129. Jan. 2014
Mittwoch, 14. August 2013 – Ausruhen in Swakopmund
Meikes Gästehaus, Swakopmund
Am Morgen stand Ausschlafen im weichen Bett auf dem Programm. Uwe las noch etwas, dann gingen wir zu einem späten Frühstück mit Meike und Klaus. Heute hatten wir kein spezielles Programm. Zunächst brachten wir einen großen Beutel schmutzige Klamotten in die Wäscherei und machten einen langen Bummel durch die Stadt. Wir klapperten viele Souvenirläden ab und kauften ein paar Kleinigkeiten. In einem Laden für Kunst und Künstlerbedarf entdeckte Ruth die Ausstellung eines einheimischen Malers, der farbenfrohe Collagen von Township-Motiven präsentierte. Sie war sofort so begeistert von den Werken, dass sie sich vornahm, in den kommenden Tagen eines davon zu kaufen. Nur welches davon? Die Entscheidung wurde auf später vertagt. Im Perlenladen stellte sich Ruth ein schönes Armband aus verschiedenen kleinen braunen Steinen zusammen. Am Mittag setzten wir uns in die Sonne vor das Brauhaus und aßen etwas. Anschließend spazierten wir zum Meer.
Dort wehte ein kräftiger Wind, aber die Sonne schien warm. Dennoch war das Wasser eiskalt. Umso erstaunlicher fanden wir, dass sich jemand hinein traute.
Erfolgreich wimmelten wir sämtliche Makalani-Nussverkäufer ab. Ruth fand einen großen, glatten Stein und nahm sich vor, diesen mit nach Hause zu nehmen. Sie muss immer irgendetwas mitschleppen. Es wäre doch gelacht, wenn wir unser Handgepäck nicht noch ein wenig aufpeppen könnten. Am Nachmittag ruhten wir uns aus, nahmen die saubere Wäsche in Empfang und tranken Kaffee und Tee. Der Innenhof von Meikes Gästehaus lockt immer ein paar spannende Vögel an. So konnten wir einen Nektarvogel entdecken, aber leider nicht bestimmen. Wir vermuten ein weibliches Exemplar, das ja nicht so farbenfroh ist.
Kurz vor Sonnenuntergang nahm uns Meike mit in die Dünen, wo wir die Hunde Emmi und Cliff laufen ließen. Während Emmi sich durch sämtliche Büsche arbeitete und Äste zerbiss, lief Cliff permanent in eine andere Richtung als wir. So war er ständig verschwunden, hörte unser Rufen nicht, und wir mussten ihn suchen. Zum Abendessen gingen wir wieder ans Meer ins Tug. Dort gab es eine kurze Verwirrung, weil wir in der Reservierungsliste mit 14 Personen vermerkt waren. Das Missverständnis beruhte wahrscheinlich darauf, dass am Telefon nicht der 14. (heutiges Datum, „for the fourteenth“), sondern für 14 („for fourteen“) verstanden wurde. Dadurch hatten wir zunächst richtig viel Platz. Nach dem Nachtisch (wir waren beide super müde) gingen wir schnell zurück zur Pension und schauten uns den Rest des deutschen Fußball-Länderspiels an.
Teil 5231. Jan. 2014
Donnerstag, 15. August 2013 – Sandwich Harbour
Meikes Gästehaus, Swakopmund
Wir mussten ein bisschen früher aufstehen, da wir pünktlich um halb neun abgeholt wurden. Daher dehnten wir das Frühstück nicht endlos in die Länge und standen parat, als Ernst mit dem Wagen von Turnstone Tours vor der Tür stand. Heute ging es nach Sandwich Harbour. Zunächst saß noch ein einzelner Gast im Wagen, der irrtümlicherweise davon ausgegangen war, dass die Tour schon am frühen Nachmittag zu Ende sein würde. Da es sich aber um eine Ganztagstour handelte und er bereits um 15.00 Uhr nach Windhoek abreisen musste, konnte er leider doch nicht teilnehmen. Er verlangte jedoch nicht nur, dass er nun für die Tour nichts bezahlen müsse (was auch selbstverständlich war), sondern forderte darüber hinaus Schadensersatz, weil er nun auch keine andere Tour für diesen Tag mehr buchen könne. Ernst brachte ihn zurück in sein Hotel und klärte das Missverständnis. Dann fuhren wir nach Walvis Bay. Ernst ist neben seiner Tätigkeit als Fahrer und Tourguide auch Hobbyimker und wird regelmäßig gerufen, wenn irgendwo ein Bienennest entdeckt wird. Es gab einen aktuellen Fall, und so schauten wir bei einem alten Container vorbei, unter dem sich ein Schwarm Bienen eingenistet hatte, die er entfernen sollte. Er wollte sich die Sache nur kurz ansehen und wurde dabei prompt von einer Biene über dem Auge gestochen. Das machte ihm jedoch nicht viel aus. Er drückte Ruth sein Taschenmesser in die Hand, die ihm damit den Stachel entfernte, als würde sie das täglich machen. Wir holten noch ein kanadisches Pärchen von einem Campingplatz ab. Die beiden befinden sich auf einer Weltreise, für die sie ein bis zwei Jahre Zeit haben und so lange unterwegs sein wollen, bis ihr Budget erschöpft ist. Beneidenswert! Gemeinsam ging es dann in den Süden von Walvis Bay. Im Gegensatz zu den letzten Jahren tummelten sich am Meer unzählige Flamingos. Wir kamen bis auf wenige Meter an die Vögel heran.
Ernst fuhr an den Salzfabriken vorbei Richtung Süden. Wir hielten uns immer parallel zur Küste. Es gab viele Vögel zu entdecken. Neben den Flamingos waren dort Seeschwalben, Dominikanermöwen, Pelikane und ein paar Reiher zu finden.
Wir kamen an den Resten eines toten Delphins vorbei und sahen Hyänen-Spuren im Sand. Leider ließen sich die braunen Zotteltiere nicht blicken. Dort, wo vor einigen Tagen eine besonders hohe Springflut Wasser über die Küste getragen hatte, befand sich noch ein Streifen Nass. Gelegentlich tauchten ein paar Robben in die Wellen. Zwischenzeitlich bogen wir in die hohen Sanddünen ab. Ernst steuerte den Landrover mit großer Präzision und genauer Ortskenntnis. Wir sausten wie auf einer Achterbahn die Dünenflanken hinunter und hinauf. Manchmal blieben wir oben stehen und genossen die Aussicht.
Und wir sind beim Elefantenkopf nicht den kleinen Sandhügel hinaufgekommen. Peinlich! 😊 😗
Teil 5331. Jan. 2014
Kurz vor Mittag kam ein Abschnitt, bei dem wir direkt an der Wasserlinie entlang fuhren. Von rechts spülten die Wellen das Wasser bis unter den Wagen, links erhob sich steil der Sand. Die Flut war noch nicht lange vorbei, und als der befahrbare Streifen zu schmal wurde, hielten wir an und machten an Ort und Stelle ein Mittagspicknick, um die Wartezeit auf die Ebbe zu verkürzen. Hier wären wir nicht gerne alleine gefahren. Es gab eine Lasagne, gemischten Salat und Brot mit Butter. Anschließend tischte Ernst Kuchen mit Kaffee auf.
Zwischen der Sanddüne und dem tobenden Atlantik war das ein völlig verrückter, aber wunderschöner Ort für ein Picknick. Danach kletterten wir auf die Düne und belohnten uns für den anstrengenden Aufstieg, indem wir mit Riesenschritten wieder hinunter rannten. Obwohl wir barfuß liefen, kam es uns vor, als hätten wir Siebenmeilenstiefel an.
Am Strand war der Sand dunkel und rötlich. Wir füllten eine Flasche mit hellem, trockenen Sand und schrieben damit auf dem Boden. Mit dem immer noch hohen Wasserstand brauchten wir mehrere Versuche.
Teil 5431. Jan. 2014
Nach dem Essen konnten wir das letzte Wegstück bis Sandwich Harbour zurücklegen. Dort liefen wir zusammen auf eine Düne, um die Lagune zu überblicken, in der weitere, unzählige Flamingos als rosa Pünktchen umherstaksten.
Ernst erzählte uns viel Interessantes über diesen Ort, die Pflanzen und Tiere. Als wir uns auf den Rückweg machten, kamen gerade fünf andere Autos an. Im Meer schlugen die hohen Wellen um und ließen die Gischt sehr hoch spritzen.
In Walvis Bay hielten wir etwas erhöht und betrachteten die eindrucksvollen Salzfelder.
Nach der Rückkehr setzten wir die Kanadier in Walvis Bay ab und fuhren weiter nach Swakopmund. Mit Ernst und den beiden hatten wir großes Glück gehabt. Denn in dieser kleinen Runde war der Ausflug besonders schön. In der Pension duschten wir und verabredeten uns mit Florian und Sonja, die inzwischen in Swakopmund eingetroffen waren, zum Abendessen im Erich’s. Dort hatten wir viel zu erzählen und aßen leckeres Wildfleisch. Dabei stellten wir fest, dass wir uns in vier Tagen in Sesriem schon wieder treffen werden. Namibia ist ein Dorf! Wieder war es ein besonders netter Abend mit den beiden.
Teil 5502. Feb. 2014
Freitag, 16. August 2013 – Vögel
Meikes Gästehaus, Swakopmund
Der letzte Tag in Swakopmund. Wir schliefen aus, frühstückten, und Uwe brachte noch einmal etwas Wäsche zur Reinigung. Ruth fotografierte den Flaschenputzerbaum und ein paar Wellenastrilde in Meikes Garten, die mit dem kleinen Wasserle ihren Spaß hatten.
Dann fuhren wir erneut nach Walvis Bay und standen lange bei den Flamingos. In den vergangenen Jahren hatte es so viel Niederschlag im Inland Namibias gegeben, dass die Vögel nicht bis an die Küste gekommen waren. Dieses Jahr war es trockener geblieben, so dass wir nun tausende von ihnen beobachten konnten. Unmittelbar neben der viel befahrenen Hauptstraße wateten die Flamingos im seichten Wasser umher. Es war ein ständiges Kommen und Gehen, Hin- und Herfliegen.
Die heranbrausenden LKWs verlangsamten ihre Geschwindigkeit nur ein wenig und hupten umso lauter, um die Vögel von der Straße zu scheuchen. Es war ein Wunder, dass nicht alle Nase lang, ein Haufen von ihnen überfahren wurde und nur ganz wenige Federknäuel am Rand von einigen Unglücksflamingos zeugten. Zwischen zahlreichen Rosa- und Zwergflamingos verschiedener Altersstufen vergaßen wir völlig die Zeit und waren beeindruckt von den Farbkontrasten ihres Federkleides und dem Blau des Himmels oder des Wassers. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite führte ein kleineres Rinnsal Wasser zum Meer. Zusätzlich zu den Flamingos liefen hier auch noch einige andere Wasservögel umher. Wir sahen Dreiband-, Fahl- und Weißstirnregenpfeifer, die hyperaktiv hin und her wuselten. Einige Säbelschnäbler durchschnitten das Wasser mit ihren feinen Schnäbeln.
Teil 5602. Feb. 2014
Erst gegen Mittag konnten wir uns losreißen und fuhren weiter zu den Salzfeldern südlich von Walvis Bay.
Auch dort waren unzählige Wasservögel zu entdecken. Besonders der Steinwälzer machte seinem Namen alle Ehre und drehte jedes noch so kleine Steinchen und Muschelchen auf der Suche nach Nahrung um oder schleuderte die Brocken in die Luft.
Kapente
Hier sind wir mal wieder ratlos, um welchen Läufer es sich handelt:
Stelzenläufer
Pelikane
Am Nachmittag ging es wieder zurück nach Swakopmund. Wir verabredeten uns mit Florian und Sonja zum Kaffee und liefen in die Stadt. Ruth schaute noch einmal in der Galerie vorbei, um sich ein Bild auszusuchen. Aber die Entscheidung wurde – mal wieder – auf später vertagt. Nach dem Kaffee saßen Florian und Uwe noch bei einem Savanna zusammen, während Sonja und Ruth den Perlenladen besuchten. Wir holten Bargeld für die restlichen Urlaubstage und gingen in die Pension. Dort duschten wir und fuhren anschließend mit Meike und Klaus zum Abendessen ins Driftwood. Es war sehr lecker und wie immer mit den beiden ein besonders schöner Abend.
Kilometer: 108
Teil 5703. Feb. 2014
Samstag, 17. August 2013 – Wieder auf Pad
Meikes Gästehaus, Swakopmund – Tsauchab River Camp
Unser Wecker holte uns noch vor dem Sonnenaufgang aus dem Schlaf. Schließlich hatten wir noch einiges zu erledigen. Ruth duschte, und Uwe packte einige Sachen. Das Wetter war typisch für Swakopmund: Es war so neblig, dass es sich wie feiner Regen anfühlte. Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem leeren Wagen zu Fruit and Veg und kauften Gemüse, Salat, Milchprodukte und Getränke. Sogar eingschweißtes Wild-Filet gab es dort, so dass wir keinen anderen Laden mehr besuchen mussten. Schließlich tankten wir und kontrollierten Öl und Wasser. Zurück in der Pension verstauten wir die Einkäufe im Wagen und packten alle Taschen und sonstigen Kleinkram ins Auto. Als das Zimmer leer war, verabschiedeten wir uns von Meike. Sie hatte extra noch ihren Makalani-Nuss-Schnitzer Rudolf bestellt und ihn beauftragt, für Ruth eine Nuss für ihren Schulschlüssel mit einem Känguru für ihre Känguru-Klasse zu schnitzen. Das war für den Afrikaner gar nicht so einfach, da er in Namibia noch nicht so viele dieser Tiere gesehen hatte. Warum muss sich ein Afrika-Fan auch ausgerechnet ein australisches Klassentier wählen? Klaus suchte ein Bild im Internet und druckte es aus. Mit dieser Vorlage und seinem großen Geschick gelang es Rudolf ohne Probleme. Faszinierend, wie schnell das Motiv geschnitzt war. Ruth freute sich riesig. Dann gingen wir nochmal zu Fuß in die Stadt. In der Galerie entschied sich Ruth nach genauester Untersuchung jedes einzelnen Bildes (abwägen, welche hinsichtlich Motiven und Farben am besten zusammen passen, sich in unserem Wohnzimmer wohlfühlen, welche man gut als Vorlage im Kunstunterricht verwenden kann und welche möglichst viele verschiedene Collagenelemente enthalten) endlich (!!) für zwei der Arbeiten und ließ sie einpacken. Während Uwe noch herummöpperte, ob es wirklich zwei sein müssen, war sich Ruth sicher, eine erstklassige Geldanlage getätigt zu haben, wenn dieser Künstler irgendwann einmal berühmt werde. Unsere Altersvorsorge wurde also noch vorsichtig im Auto verstaut. Wir verabschiedeten uns auch von Klaus und fuhren bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein los. Inzwischen war es bereits halb zwölf, und wir hatten eine lange Wegstrecke vor uns. Entlang der Küste ging es nach Walvis Bay. Dort bogen wir ins Landesinnere ab und fuhren auf der C14 nach Westen. Es gab eine kurze Baustelle, davon abgesehen war die Straße in passablem Zustand.
Durch den Namib-Naukluft-Park ging es durch den Kuiseb- und Gaub-Pass. Wir machten nur wenige kurze Stopps und kamen gut voran.
Das Schild hier hat wahrscheinlich noch niemand sonst entdeckt.
Entlang des Weges entdeckten wir Strauße, Oryx und mehrere Herden Springböcke.
Die Landschaft wurde immer schöner, und das Nachmittagslicht verstärkte diesen Eindruck noch. Obwohl wir schon recht spät dran waren, machten wir in Solitaire eine Pause. Wir aßen ein Stück leckeren Apfelkuchen und ließen uns dabei von den unzähligen Spatzen, Bülbüls, Glanzstaren und Webervögeln umschwirren, die von den herunterfallenden Kuchenkrümeln leben.
Wir kauften auch Brot, Brötchen und noch ein paar Leckereien. Hoffentlich wird es den Apfelkuchen in Solitaire auch nach dem Tod des lieben Moose weiterhin geben. Für uns gehörte der Besuch dort zum Pflichtprogramm. Schade, dass hier eine liebe Gewohnheit ohne ihn etwas von ihrer Originalität verliert.
Sehr spät brachen wir zur letzten Etappe auf. Vorbei an der Farm Ababis näherten wir uns Büllsport. Die Straße war in sehr gutem Zustand, und wir konnten recht zügig fahren. Auf dem letzten Wegstück, als die Sonne fast untergegangen war, kamen wir an vielen Kudus vorbei. Wir erreichten das Tsauchab River Camp gegen viertel vor sechs. Unser Campingplatz „Drongo“ lag glücklicherweise nur wenige hundert Meter vom Haupthaus entfernt. Wir haben ein Badezimmer, das zwischen zwei Bäume gebaut wurde, deren Stämme als Zimmerwände dienen. Alles ist sehr schön angelegt. Während Ruth unseren Camper ein wenig entstaubte, machte Uwe Feuer. Wir grillten eine Portion Wildfilet und aßen Kartoffeln und Salat. Das Fleisch war wohl das Beste, das wir in diesem Urlaub gegessen haben. Als die Temperatur immer weiter abnahm und wir keine zehn Grad mehr hatten, spülten wir und gingen ins Zelt.
Kilometer: 360
Teil 5804. Feb. 2014
Sonntag, 18. August 2013 – Wandern und entspannen
Tsauchab River Camp
Die Nacht war nicht so kalt wie erwartet. Wir schliefen aus, und als es hell und warm genug war, standen wir auf. Den Vormittag verbrachten wir auf unserem Campingplatz. Wir frühstückten lange und ließen uns die Brötchen aus Solitaire mit Nutella und Marmelade schmecken. Ruth freute sich über jeden Vogel, der uns besuchte. Dabei waren Bülbüls, Frankoline, Graulärmvögel, Perlhühner, Glanzstare und Meisen. Maricoschnäpper
Eines unserer Lieblingsfotos: Ein Maskenbülbül als Ball getarnt. Ihm war wohl doch noch ein wenig kalt.
Aschenmeise
Glanzstar (Rotschulter oder Grünschwanz?)
Wir spülten, lasen und ruhten uns aus. Zwischendurch kam Abraham vorbei, ein Campangestellter, und machte das Badezimmer sauber. Wir unterhielten uns ein wenig. Er half uns beim Bestimmen einiger Vögel.
Gegen Mittag packten wir unseren Rucksack, nahmen die Kameras und liefen den Köcherbaum-Rundweg, der nicht weit vom Farmhaus beginnt. Entlang der Zufahrt stehen viele Metallskulpturen aus rostigen Schrottteilen.
Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, endlich mal den Olive Trail zu wandern. Da wir heute aber nicht fahren wollten, muss der Wanderweg weiterhin auf der To-Do-Liste warten. Unser Weg war nur gut vier Kilometer lang und führte uns zunächst einen Hügel hinauf.
Wir kamen an vielen Köcherbäumen, Euphorbien und anderen Aloen vorbei. Die Aussicht über die Ebene war immer wieder grandios.
Auf halbem Weg sahen wir in weiter Entfernung eine kleine Herde Zebras und auch ein paar Kudus. Mit Pausen waren wir über drei Stunden unterwegs, bis wir wieder am Ausgangspunkt ankamen. Dort stand ein großes Wasserbecken, in dem ein einzelner Fisch schwamm. Wir beobachteten eine Lerche, die aus einer Pfütze des übergelaufenen Wassers trank. Bei der Vielzahl an Lerchen in unserem Vogelbuch versuchen wir erst gar nicht, sie zu bestimmen. Daher also: brauner Vogel mit Stock unter dem Flügel. Was hat er damit vor?
Teil 5904. Feb. 2014
Zurück am Auto aßen wir den Kuchen aus Solitaire und tranken Tee und Kaffee. Es war ein sehr gemütlicher Nachmittag. Kurzzehenrötel
Rotbauchwürger
Schon vor Sonnenuntergang machten wir Feuer.
Ruth schnitt Möhren, Blumenkohl und Broccoli. Das Gemüse garten wir über der Glut im Potije. Dann grillten wir ein weiteres Stück Wildfilet.
Zusammen mit Knoblauchbutter und Brot schmeckte es wieder hervorragend. Nach dem Spülen und Verstauen der Sachen startete Uwe bei Vollmond noch einige Sternenaufnahmen.
Montag, 19. August 2013 – Zum ersten Mal auf die Elim-Düne
Tsauchab River Camp – Sesriem
Seit einem Monat sind wir unterwegs. Wenn wir uns ins Bewusstsein rufen, was wir in dieser Zeit alles erlebt haben, kommt es uns wie eine Ewigkeit vor. Da wir heute nur eine kleine Etappe zu fahren hatten, konnten wir uns viel Zeit lassen. D. h., ausschlafen und gemütlich frühstücken. Die Anziehsachen, die Ruth am Vorabend noch gewaschen hatte, waren längst getrocknet. Wir spülten, packten zusammen und beobachteten noch ein paar Vögel. Dann brachten wir den Schlüssel zurück. Auf der D854 ging es in Richtung Süden. Die Landschaft war für Namibia typisch beeindruckend. Bald bogen wir ab und kamen kurz vor Sesriem noch in eine Verkehrskontrolle. Die Strecke war heute nur knapp 75 Kilometer lang. In Sesriem tankten wir und besorgten uns das Permit für den Nationalpark. Auf dem Campingplatz machten wir eine lange Mittagspause. Wir schnitten Möhren, Ingwer und Butternut-Kürbisse für die Suppe am Abend.
Dann picknickten wir mit Brot, Schinken, Tomaten, Frischkäse und Leberwurst. Zu Besuch kamen Glanzstare, Webervögel, drei kleine Streifenmäuse und eine Eidechse. Ruth fielen ein paar Möhrenstücke auf den Boden. Darüber freuten sich die Mäuse sehr. (Wir wissen: Don’t feed the animals!)
Außerdem retteten wir die Eidechse vor dem Verdursten. 😉 Gar nicht mehr scheu krabbelte sie aus ihrem Versteck zu unserer Pfütze in der Baumrinde.
Uwe las und trank Kaffee. Es war wunderbar warm und friedlich.
Gelbbauchgirlitz
Teil 6106. Feb. 2014
Nachmittags duschten wir und gingen zu Florian und Sonja, die auf einem anderen Stellplatz standen. Wir verabredeten uns zum Abendessen. Dann fuhren wir ein paar Kilometer zur Elimdüne, die wir noch nie besucht hatten. Dort stiegen wir über viele Etappen immer höher und höher, bis schließlich die Sonne auf der anderen Seite der Düne unterging. Die Aussicht über die Ebene war traumhaft.
Viele Feenkreise verteilten sich zwischen gelbem Gras.
Die Berge in der Ferne färbten sich violett. Irgendwann hielten wir an, genossen die Aussicht und kehrten bald um.
Ruth hatte ihre Schuhe im Auto gelassen. Das bereute sie schon bald, denn die Grashalme waren scharf und spitz und blieben in ihren Fußsohlen stecken. Aber wenn man sich regelmäßig über seinen Ehemann lustig macht, weil der nie barfuß läuft, kann man sich nun auch schlecht beschweren, selbst wenn man die Grassplitter mit der Pinzette aus den Füßen popeln muss. Zurück im Camp hatten Florian und Sonja bereits Feuer gemacht. So holten wir unsere Stühle von unserem Stellplatz und setzten uns zu ihnen. Während die Suppe köchelte, unterhielten wir uns nett. Die Butternut-Suppe war sehr lecker. Danach grillten wir Wildfilet, aßen Sonjas Salat und Folienkartoffeln mit Sauerrahm. Zum Nachtisch gab es für alle ein Glas Amarula. Es war erneut ein sehr lustiger Abend mit den beiden. Wieder ist unsere „Afrika-Familie“ ein wenig gewachsen. Morgen früh werden wir bei Dunkelheit ins Sossousvlei fahren.
Kilometer: 86
Teil 6209. Feb. 2014
Dienstag, 20. August 2013 – Sand, Licht, Schatten und tote Bäume
Sesriem – Farm Kanaan, Tirasberge
Die Nacht war kurz, als wir um viertel vor fünf aufstanden. Trotz Dunkelheit war unser Dach schnell zugeklappt und wir abfahrbereit. Am Tor waren wir das vierte Auto, als es um kurz vor halb sechs losging. Der Run auf das Sossousvlei begann. Wir wurden einige Male überholt, obwohl wir nicht gerade langsam unterwegs waren. Viele Wagen hielten wie erwartet an Düne 45. Aber auch am 4x2-Parkplatz am Ende der Teerstraße standen bereits Autos. Mit Allrad ging es ohne Probleme die letzten Kilometer durch den Sand, der zu dieser frühen Stunde noch recht fest war. Als wir unser Auto am Anfang des Fußwegs in Richtung Deadvlei abstellten, hielten Sonja und Florian neben uns und kamen mit. Mittlerweile kennen wir den Weg und stapften zügig ins Vlei, um den Moment der langen Schatten nicht zu verpassen.
Ein wenig erschöpft durch das Tiefsandgestapfe waren wir schon, aber es gab keine Verschnaufpause.
Während Uwe direkt zu den toten Bäumen lief, ging es für Ruth und die beiden anderen erst richtig los, denn sie machten sich auf, die benachbarte Düne zu erklimmen. Obwohl sie zwischenzeitlich das Gefühl hatten, nicht sonderlich vorwärts zu kommen und den emporgestiegenen Schritt wieder hinunterzurutschen, legten sie ein ordentliches Tempo vor und wurden von oben mit einer herrlichen Aussicht auf die geschwungenen Dünenkämme mit ihren im Schatten liegenden Hängen belohnt.
Teil 6309. Feb. 2014
Das Hinabrennen der Dünenflanke ins Tal machte dann wieder besonders viel Spaß. Unten in der Lehmpfanne war es im Schatten noch recht kalt, aber die Sonne stieg, und ihre Strahlen erreichten schließlich auch das Vlei. Wir machten unzählige Fotos und begrüßten jeden Baum einzeln mit Namen. Ständig hatten wir das Gefühl, der eine Baum würde sich noch besser auf einem Foto machen als der andere.
Von ein wenig mehr links wäre es besser als von weiter rechts, oder doch eher umgekehrt? Näher ran, weiter weg oder doch besser ganz nah? Mit mehr Düne oder doch lieber mehr Himmel im Hintergrund? Soll ich mich besser auf den Boden legen, um noch eine andere Perspektive zu probieren? (Übrigens ein ganz toller Einfall: Der lehmige Staub aus der Pfanne war von der Hose und der Jacke bis zum Ende des Urlaubs nicht mehr völlig zu entfernen!)
Auch wenn die toten Bäume sehr reizvolle Fotomotive bieten und man wie die bekannte Maus in der Speisekammer ständig im Zickzack von links nach rechts und von vorne nach hinten läuft, muss man diesen Wahnsinn ganz einfach irgendwann stoppen. So setzten wir uns einfach mitten in die Pfanne, beobachteten die zurückweichenden Schatten und genossen den Morgen in der Wüste.
Als immer mehr Leute ankamen und uns die Sonne zu hoch stand, gingen wir wieder zurück zu den Autos und parkten sie etwas weiter im Schatten. Wir frühstückten ausgiebig, machten Omeletts, aßen Müsli und tranken Kaffee. Jede Menge Spatzen, Webervögel und zwei Schildraben leisteten uns Gesellschaft.
Drosselschnäpper
Meisensänger
Eine Gruppe Japaner interessierte sich sehr für unser Auto und stellte viele Fragen. Nach einer langen Pause fuhren wir wieder zurück nach Sesriem. Vor der Fahrt durch den Sand hatten wir zur Sicherheit noch ein wenig Luft aus den Reifen gelassen und anschließend wieder aufgepumpt. In Sesriem spülten wir das Geschirr und verabschiedeten uns von Florian und Sonja. Nach den drei mehr oder weniger zufälligen Begegnungen in Namibia machten wir ab, uns in Deutschland wieder zu treffen.
Teil 6409. Feb. 2014
Nun ging unsere Fahrt weiter in Richtung Süden.
Am Namib Rand entlang fuhren wir über Betta nach Spes Bona und dort auf die D707, unsere Lieblingsstraße in Namibia. Die Landschaft war wie immer wunderschön. Wir sahen viele Oryx, Strauße und Springböcke. Unmittelbar vor der Einfahrt nach Kanaan liefen zwei Löffelhunde über die Straße. Ruth freute sich über die beiden Kerlchen riesig.
Hinter dem Tor saß ein Kampfadler mit den letzten Resten seiner Beute. Wir vermuten, dass es sich um eine Trappe handelte.
Bei der Farm begrüßte uns Hermi herzlich und bot uns Kaffee und Tee an. Wir unterhielten uns sehr nett über alles Mögliche. Kurz vor Sonnenuntergang fuhr er mit uns noch ein wenig über die Farm. Wir können uns kaum vorstellen, dass es viele vergleichbare Orte gibt, an denen man das letzte Tageslicht so intensiv erleben und empfinden kann wie hier.
Zurück im Farmhaus duschten wir und gingen zum Abendessen. Hermi hatte leckeres Fleisch mit Curry in der Pfanne über dem offenen Feuer gebraten. Dazu gab es Süßkartoffeln und Salate. Außerdem war noch Johann anwesend, ein Freund von Hermi aus Kapstadt.
Kilometer: 349
Teil 6511. Feb. 2014
Mittwoch, 21. August 2013 – Durch die Namib
Farm Kanaan, Tirasberge
Nach dem langen gestrigen Tag schliefen wir aus. Wir hatten ein weiches, kuscheliges Bett und bekamen um neun Uhr ein tolles Frühstück. Es gab warmen Toast, frische Marmelade, Rührei, Avocadocreme und Müsli. Wir genossen das sehr und unterhielten uns mit Hermi und Johann. Gegen halb zwölf starteten wir vier zu einer langen Fahrt durch die Dünen. Wir saßen hinten auf Hermis kleinem Landrover, überquerten die D707 und fuhren ein Stück nach Osten. Schon bald hielten wir unter einem großen Baum, und Hermi machte ein Feuer. Dazu wählte er einen größeren Grasbüschel aus, riss die umliegenden kleineren Büschel aus, um kein Veldfeuer zu entfachen und schichtete das trockene Gras auf einen kleinen Haufen. Dann legte er Holz in die Mitte und zündete es an. Nachdem das Feuer fast heruntergebrannt war, kam ein Rost mit Schaffleisch auf die Kohle. Es roch herrlich. Als das Fleisch fertig war, öffnete Hermi den Rost und hielt ihn Uwe unter die Nase. Den Blick wird Ruth sicherlich nicht so schnell vergessen: Ein riesengroßes Fragezeichen erschien auf Uwes ungläubigem Gesicht. Er sollte doch nicht etwa das fettige Fleisch mit den Fingern anfassen? Doch! Sollte er! 😕 (Und das, wo Uwe Bahbah-Händchen hasst und selbst das Hühnchen mit Messer und Gabel isst. So entwickeln sich die Kinder, die sich auch im Sandkasten nicht gerne die Körner aus der Unterhose gepult haben). Nach kurzem Zögern griff Uwe aber doch zu. Schließlich wollte er nicht hungrig bleiben. Und er hätte auch wirklich etwas verpasst! Obwohl wir uns beide eigentlich nicht so viel aus Lammfleisch machen, war Hermis Fleisch einfach fantastisch und schmeckte unbeschreiblich gut. Wie einfach doch das Grillen in der Natur sein kann. Das Fett tropfte uns von den Händen, aber dafür entfiel der leidige Abwasch.
Vollhorst, aber glücklich!
Nach dem Picknick ging es weiter in die Dünen der Namib. Wir tauchten ein in ein grenzenloses Dünenmeer und schwammen mit unserem kleinen gelben Schiff auf und ab.
Der Landrover fuhr durch den Sand, über Grasbüschel jeglicher Größe, nahm Steigungen im ersten, zweiten oder dritten Anlauf und glitt Dünenflanken fast senkrecht hinunter. Wir wurden auf der Sitzbank auf der Ladefläche dermaßen durchgeschüttelt, dass kein Knochen an seinem Platz blieb. Besonders wenn es steil eine Düne hinaufging und Hermi Schwung holte, so dass wir schon beim Anlauf über kleinere Hügel hinwegflogen, hoben wir im Sitzen ab und hatten Mühe, die Kameras und uns selbst festzuhalten. Eine Achterbahnfahrt ist harmlos im Vergleich und außerdem nach wenigen Minuten zu Ende. Wir fuhren mehrere Stunden durch die Namib-Dünen. Am nächsten Tag sollten wir mit einem phänomenalen Muskelkater belohnt werden. Zum Ausgleich zu der abenteuerlichen Fahrt wurden wir mit faszinierenden Aussichten belohnt. Ab und zu entdeckten wir ein paar Oryx-Antilopen, die in der Ebene standen, neugierig zu uns herüberschauten und dann im Galopp das Weite suchten.
Teil 6611. Feb. 2014
An einer besonders schönen Stelle stiegen wir aus und liefen eine Düne hinauf. Es war schön, sich ein wenig zu bewegen und den warmen Sand zwischen den Zehen zu spüren. Die Sonne stand schon tief genug, so dass sich die Wellenstrukturen im Sand gut abzeichneten.
Dann wurde es Zeit für den Rückweg, damit wir noch bei Tageslicht wieder aus den Dünen herauskamen. Hermi fuhr über Stock und Stein und machte mit seinem Engagement und seiner Freude diesen Ausflug zu einem ganz besonderen Erlebnis. Viel Glück hatten wir noch mit einer kleinen Gruppe Oryx, die im schönsten Licht auf einer roten Sanddüne spazierten.
Als wir schon wieder recht nah an der Farm waren, hielten wir kurz an und beobachteten die untergehende Sonne. Dazu gab es etwas zu trinken und selbstgemachtes Biltong.
Auf den letzten Kilometern wurde es etwas frisch, aber wir wärmten uns zurück bei der Farm unter einer heißen Dusche wieder auf. Zum Abendessen gab es Oryx-Schnitzel, verschiedene Gemüse und Salate. Es schmeckte wie immer herrlich. Hermi ist wirklich ein ausgezeichneter Koch, ein prima Autofahrer (auch wenn sich Ruth während der letzten drei Stunden der Fahrt nicht sicher war, ob sie diese Kamikazetour überleben würde, oder ob es auffiele, wenn wir auf einer Dünenkuppe in hohem Bogen über Bord gehen würden. In dieser Einöde hätte uns bestimmt niemand so schnell gefunden.) und ein ausgesprochen interessanter Erzähler. So sah Ruths Hand aus, nachdem sie sich den ganzen Tag an der Metallstange des Landrovers festgekrallt hatte.
Leider müssen wir morgen schon wieder abreisen.
Teil 6714. Feb. 2014
Donnerstag, 22. August 2013 – Zu den Köcherbäumen
Farm Kanaan, Tirasberge – Mesosaurus Camp, bei Keetmanshoop
Wir frühstückten mit Hermi und Johann um acht Uhr. Es gab für jeden ein Schälchen leckeres Müsli, getoastetes Brot, Marmelade, Avocadocreme und ein gekochtes Ei. Anschließend packten wir unsere Sachen ins Auto. Hermann, ein Mitarbeiter, hatte es gewaschen. Wir erkannten es kaum wieder. Dann hieß es Abschied nehmen. Wir haben uns wie schon vor zwei Jahren sehr wohl gefühlt. Vielleicht sind die Zimmer auf Kanaan nicht so groß und luxuriös wie bei anderen Lodges in dieser Preisklasse. Aber Hermi hat während der zwei Tage unseres Aufenthalts alles getan, damit wir uns wohlfühlen. Und die ganztägige Fahrt über die 230 Quadratkilometer große Farm war für uns etwas ganz Besonderes, das man in dieser Form nirgendwo sonst erleben kann.
Entlang der D707 ging es Richtung Süden. Wir hielten bei Oryx und einem Steppenfalken (?) an.
Kurz vor Aus bogen wir auf die Teerstraße nach Osten und erreichten am Nachmittag Keetmanshoop.
Dort holten wir an einer Tankstelle Geld, tankten und fuhren zum Spar-Supermarkt. Während Uwe ein paar Lebensmittel für die letzte Urlaubswoche einkaufte, blieb Ruth im Auto und hatte große Mühe, aufdringliche Leute zu ignorieren bzw. abzuwimmeln, die permanent an die Scheibe klopften und Geld, Anziehsachen oder etwas zu essen haben wollten. Dann versuchten wir unser Glück bei einem Metzger. Dieser war uns jedoch deutlich zu einheimisch. Nichts von dem Fleisch in der Auslage wollten wir haben, und so fuhren wir noch zu „Pick and Pay“. Dort gab es zwar auch kein Game, aber wenigstens sah das Beef einigermaßen appetitlich aus. Hinter Keetmanshoop fuhren wir auf die Schotterstraße nach Koes. Entlang dieser Straße sahen wir bereits viele Köcherbäume. Wir hielten an, als sich ein Greifvogel auf einem Felsen zwischen einigen Klippschliefern niederließ. Die Nager hatten jedoch keine Angst vor dem Vogel und sonnten sich weiter. Einige Fuchsmangusten liefen ebenfalls durch die Felsen.
Teil 6814. Feb. 2014
Beim Mesosaurus Camp begrüßte uns der Besitzer Giel Steenkamp sehr freundlich und zeigte uns den Weg zum Bushcamp, das etwa drei Kilometer entfernt lag. Wir hatten den Platz mit Aussicht auf hunderte von Köcherbäumen für uns alleine. Unmittelbar neben unserem Auto befanden sich zwei große Webervogelnester in den Bäumen. Permanent zwitscherte es, und die fleißigen Vögel flatterten durch die Nesteingänge. Wir mögen die Webers sehr. Da sie so farblos sind, werden sie häufig zu wenig beachtet. Dabei sind sie doch so sympathisch. Emsig sammeln sie ein Hälmchen nach dem anderen und sind immer zu einem kleinen Schwätzchen aufgelegt. Für uns hat das Gezwitscher etwas sehr Friedliches.
Wir richteten unser Lager ein und fotografierten noch die schönen Aloen im Licht der untergehenden Sonne.
Dann machten wir Feuer und bereiteten das Abendessen vor. Es gab Möhren, Paprika, Broccoli und Blumenkohl im Potije und das letzte Stück Wildfilet und eine Boerewors vom Grill. Es war sehr lecker. Hier im Süden ist es leider schon deutlich kälter. Wir hatten nur noch 11 Grad. Im Vergleich mit früheren Jahren ist es aber verhältnismäßig warm. Dennoch machten wir noch ein paar Versuche mit dem Fotoapparat und der Taschenlampe.
Kilometer: 399
Teil 6916. Feb. 2014
Freitag, 23. August 2013 – KTP zum Abschluss
Mesosaurus Camp, bei Keetmanshoop – Mata Mata, KTP
Oh je! In einer Woche geht es schon wieder nach Hause. Lieber nicht darüber nachdenken. Ursprünglich war unser Plan gewesen, mit Sonnenaufgang auf den Beinen zu sein, um die Köcherbaumlandschaft, inmitten derer wir übernachten, beim ersten Tageslicht zu fotografieren. Aber dann waren wir doch zu faul und blieben noch ein bisschen im Schlafsack liegen. Als die Webers zu zwitschern anfingen, begannen wir den Tag mit einem Frühstück in der Sonne. Die Vögel, die neben uns in ihrem Riesennest übernachtet hatten, flogen scharenweise aus.
Nach dem Frühstück liefen wir ein wenig durch die nähere Umgebung und bestaunten die einmalige Landschaft mit den unzähligen Köcherbäumen.
Dann fuhren wir die paar Kilometer zurück zur Farm. Giel war wieder dort und fragte uns, ob wir die Führung zu den Fossilien machen wollten. Das hörte sich sehr interessant an, passte aber leider nicht in unser Zeitplan. Dennoch erzählte uns Giel ein paar Dinge zu den 270 Millionen Jahre alten Funde. Wir versprachen und nahmen uns vor, beim nächsten Namibia-Besuch diese Führung nicht zu verpassen. Auf der C17 fuhren wir über Koes in Richtung Kalahari. Irgendwann begannen die roten Dünen. Die Straße verlief senkrecht zu ihnen, so dass wir permanent hinauf und hinunter fuhren.
Besonders das letzte Stück auf der D511 war sehr schön. Dann legten wir die letzten Kilometer nach Mata Mata zurück. An der namibischen Grenzstation reisten wir aus. Eine Polizistin fragte uns, ob wir Brennholz dabei hätten. Als wir sagten, dass noch ein Rest im Auto sei, meinte sie, das müssten wir hierlassen. Im Holz seien irgendwelche Krankheiten. Also luden wir den halben Sack Brennholz aus. Wir könnten ihn auf dem Rückweg in ein paar Tagen wieder mitnehmen. In Mata Mata checkten wir ein und suchten uns einen der letzten Stellplätze aus. Wir ließen gemäß Vorgabe etwas Luft aus den Reifen, duschten und picknickten.
Dann kauften wir neues Brennholz und drehten eine Runde durch den Park. Dabei sahen wir eine handvoll Springböcke, Oryx und ein paar Schakale.
Ein Geier saß in seinem Nest in einem Baum. Bevor wir uns auf den Rückweg machten, ließen sich ein paar Schwalbenschwanz-Bienenfresser neben der Straße fotografieren.
Kurz vor Mata Mata machten uns andere Fahrer auf einen Baum aufmerksam. Als wir genauer hinsahen, entdeckten wir eine afrikanische Wildkatze, die in einer Astgabel saß und sich putzte. Wir blieben lange dort stehen und beobachteten das für uns seltene Tier.
Kurz nach Sonnenuntergang erreichten wir das Camp. Leider war es schon sehr dämmerig, so dass wir die beiden Weißgesicht-Ohreulen im Baum nur noch in schlechter Qualität fotografieren konnten. Als Eulenfans können wir aber natürlich nicht darauf verzichten.
Wir machten Feuer und aßen Steaks, Folienkartoffeln und Salat. Es kühlte zwar merklich ab, war aber längst nicht so kalt, wie in den Vorjahren. So konnten wir noch entspannt spülen und alle Sachen wegpacken, damit wir morgen ganz früh in Richtung Polentswa starten können.
Kilometer: 250
Teil 7020. Feb. 2014
Samstag, 24. August 2013 – Vögel und Kühe, keine Katzen
Mata Mata, KTP – Polentswa, KTP
Der Morgen in Mata Mata war erwartungsgemäß kalt. Aber ganz knapp gab es keinen Frost. Wir hielten uns nicht lange auf und packten zusammen. Kurz schauten wir nochmal bei dem Eulenbaum vorbei, und tatsächlich saß wieder eine White-faced Scops-Owl dort. Ein Südafrikaner zeigte uns ein interessantes Vogelbuch, bei dem die Farbunterschiede in Verbindung mit der Region gebracht werden. Er selbst macht Fotos für den Verlag und stellte sich als wahrer Vogelprofi heraus. Wir unterhielten uns ein wenig. Dann holten wir unser Permit im Office. Im südafrikanischen Teil des KTP muss man dieses Dokument mit sich führen, in dem eingetragen wird, wann man sich wo registriert hat. Noch bevor morgens das Büro und das Tor zum Park öffnen, sammeln sich die ersten Fahrzeuge – manche davon mit laufendem Motor – auf dem Parkplatz vor dem Büro. Sobald dieses öffnet, schiebt sich die Schlange der Fahrer an den Tresen und wartet darauf, dass der Parkangestellte das jeweilige Permit aus seinem Stapel sucht und aushändigt. Abgesehen davon, dass lediglich ein Mitarbeiter die Permits verteilt, ist der Stapel weder sortiert, noch mit einem Index versehen. Der Algorithmus besteht also in einer vollständigen Namenssuche von vorne nach hinten – für jeden Kunden. Uwe dachte, diese Prozedur zumindest für uns beschleunigen zu können, indem er seinem Vordermann über die Schulter spinkste und sich merkte, wo im Stapel sich unser Permit befand. Und das war besonders einfach: es war das unterste. Als Uwe an der Reihe war, sagte er also nach unserem Namen, dass es das letzte Permit, das unterste im Stapel sei. Der Mitarbeiter ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und blieb bei seinem bewährten Algorithmus – von vorne nach hinten. Uwe wiederholte seinen Hinweis, jedoch ohne Erfolg. Als nach einiger Zeit alle Namen verglichen waren, fand sich als letztes tatsächlich unser Permit. Wer hätte das gedacht? Aber was soll’s – auf die paar Minuten kommt es ja nicht an. Also fuhren wir in den Park. Einerseits hatten wir eine enorme Fahrstrecke zu bewältigen, andererseits machten uns die Tiere dies recht einfach. Wir sahen so gut wie nichts. Ausnahmen waren einige Vögel:
Geier (Weißrücken- oder Kapgeier? Wir können die beiden nie auseinander halten? Wie macht man das?)
Und ein Lannerfalke, der seine Beute vor unseren Augen verspeiste und offensichtlich ein Hühnchen zu rupfen hatte.
Hier hätten wir gerne noch mehr Brennweite gehabt. Der Vogel war leider recht weit entfernt, so dass diese Bilder lediglich Ausschnitte darstellen.
Rotkopfamadine
Beim Picknickplatz Kamqua machten wir kurz Pause und aßen ein Nutellabrot. Dann fuhren wir die Strecke nach Osten ins Nossobtal. Auf dem Weg sahen wir ein paar Kuhantilopen und eine Weißflügeltrappe, die laut schimpfte.
Teil 7120. Feb. 2014
Bei Dikbaardskolk hielten wir erneut und wollten eigentlich eine längere Pause machen. Aber dort wimmelte es von Bienen. Wir stellten ihnen zur Ablenkung eine kleine Schüssel mit Wasser hin, die sie auch gerne annahmen.
Aber mit der Zeit wurden es immer mehr Bienen, und sie begnügten sich auch nicht nur mit dem Wasser, sondern umkreisten uns und unser Picknick. Wir aßen ein paar Brote mit Schinken, Käse und Tomaten und suchten schnell das Weite. Die Bienen waren zwar nicht aggressiv, aber einfach zu viele. Die nächste Etappe brachte uns nach Nossob. Ruth entdeckte plötzlich zwei Eulen in einem Baum unmittelbar neben der Straße. Die beiden Fleckenuhus saßen nah beieinander und schauten immer wieder in unsere Richtung. Kaum zu glauben, dass wir uns schon wieder über Eulen freuen durften.
So standen wir eine gute halbe Stunde bei den beiden Federtieren. Es geschah nicht wirklich viel, außer dass die beiden ihren Kopf mal nach links und mal nach rechts drehten und mal das linke und mal das rechte Auge schlossen. Spannend! In Nossob hielten wir kurz und füllten unseren Wassertank, der merklich leerer geworden war. Dann fuhren wir weiter nach Polentswa. Entlang der Straße sahen wir den ganzen Tag immer wieder Oryx, Springböcke, Gnus, Kuhantilopen und Strauße.
Beim Wasserloch Polentswa saß ein junger Gaukler am Wasser und trank.
Wir blieben lange bei dem Adler, bis wir zum Campingplatz fuhren.
Drosselschnäpper?
Dort richteten wir uns ein. Hier sind mal ein paar Fotos vom Innenraum des Campers. Die Liegefläche sieht auf dem Bild so schmal aus, ist sie aber gar nicht.
Ruth legte das Fleisch ein und machte Salat. Uwe zündete das Feuer an und sicherte Fotos. Der Sonnenuntergang war sehr schön über der Ebene.
Da es nahezu windstill war, errichtete Ruth mit Kerzen einen „Ring of Fire“ um unser Camp. Man muss ja sein Revier abstecken. Die Löwen trauen sich dann nicht so nah. 😉
Wir aßen lecker und genossen die absolute Ruhe und Einsamkeit unter dem Sternenhimmel – kein Fernseher, kein Telefon, nichts zu tun – für uns der pure Luxus.
Kilometer: 232
Teil 7221. Feb. 2014
Sonntag, 25. August 2013 – Gehen wir heut‘ auf Löwenjagd?
Polentswa, KTP – Nossob, KTP
Kurz vor Sonnenaufgang standen wir auf und packten zusammen. Es war nicht so kalt wie in Mata Mata, aber dennoch zu ungemütlich, um zu frühstücken. Außerdem gab es ja sicherlich viel Spannendes im KTP zu entdecken. Schnell sammelten wir noch die Wachsreste der Kerzen ein und spülten den Staub von den Händen. Dann konnte es losgehen.
Langsam waren wir auf Löwenentzug, hatten wir seit über zwei Wochen doch schon keine mehr gesehen. Alternativ würden wir auch eine braune Zottelhyäne nicht verschmähen. Letztes Jahr hatten wir nördlich von Polentswa eine gesehen, und so war unser Plan, diese Richtung einzuschlagen, um sie dort erneut zu treffen – so stellt man sich das ja vor. Unser erster Weg führte uns zum Wasserloch Polentswa, das nur einen Kilometer entfernt liegt. Aber so weit kamen wir gar nicht. Kurz nach dem Abzweig zur Wasserstelle entdeckten wir vier Hyänen, die gerade von dort kamen. So drehten wir um und fuhren den gleichen Weg zurück in der Hoffnung, sie auf der Ebene abzufangen. Wir postierten uns auf der Zufahrt zur Pfanne und verrenkten uns die Hälse. Zunächst sahen wir nur einen Springbock, der eilig das Weite suchte.
Lange brauchten wir dann aber doch nicht zu warten, bis das Quartett tatsächlich angetrottet kam.
Immer wieder blieben sie stehen und sahen nach links und rechts, so dass wir viel Zeit hatten, sie genau anzuschauen. Obwohl Ruth Hyänen wirklich mag und wir schon öfter lange bei ihnen verweilt hatten, fiel es bei diesen recht schwer, die positive Einstellung aufrecht zu erhalten. Vielleicht müsste man sie auch nur ein wenig abändern in: Junge Hyänen und solche, die miteinander rangeln, schmusen oder sich jagen, sind nett anzuschauen. Diese hier sahen schon ein wenig zum Fürchten und Gruseln aus.
Alle vier hatten kugelrunde, dicke Bäuche und blutverschmierte Köpfe. Sie schleppten sich mehr vorwärts, als dass sie liefen, und der Hyänengeifer hing noch an ihren Lefzen. Wahrscheinlich waren es nur Wassertropfen, aber wenn man die Tiere so betrachtete, konnte man davon ausgehen, dass sie nicht viel von ihrer Beute übriggelassen hatten. Sie änderten ihre Laufrichtung nicht und kamen schnurstracks auf uns zu.
Dann passierten sie unser Auto und entfernten sich weiter entlang des Nossobtals. Völlig gebannt und fasziniert von dieser intensiven Gruselbegegnung nahmen wir entlang der Straße die Verfolgung auf. Der Plan „Braune Hyäne“ war entsprechend des allseits bekannten Spruchs „Lieber die getupfte in der Hand als die braune im Busch“ schnell über Bord geworfen. Wir waren uns sicher: Da müssen wir dranbleiben, denn die Gang führt uns nach dem Löschen ihres Durstes nun sicherlich zu den Resten ihrer Beute. Also fuhren wir so gut es ging parallel zu den Hyänen auf dem Weg entlang des Nossob. Immer wieder verloren wir sie für kurze Zeit aus dem Blick, da das Buschwerk und die Straßenböschung recht hoch waren. Doch nach einiger Zeit tauchten sie auch wieder ein Stück weiter vorne auf. Na, das konnte ja noch ein wenig so weitergehen. Aber bestimmt waren wir dem Hyänenmahl schon sehr nahe! Durchhalten war angesagt. Wieder hatten wir sie verloren und starrten ins Gesträuch, als Ruth aus den Augenwinkeln in einiger Entfernung eine Bewegung auf der Straße wahrnahm. Es war mehr ein Schatten, aber sie glaubte, eine Katze gesehen zu haben. Der überraschte Ausruf kam zu spät für Uwe, denn das Tier war schon wieder von der Straße verschwunden. Was tun? Die Hyänenverfolgung aufgeben und die Phantomkatze jagen? Der Entschluss war – entsprechend des berühmtesten Prioritäten-Sprichwortes – schnell gefasst: „Lieber den Löwen im Busch als die Getüpfelten in der Hand!“ 🤪 Wir ließen also Hyänen Hyänen sein und näherten uns schnell der ungefähren Stelle, an welcher Ruth glaubte, die Katze gesehen zu haben. War es nun eher hier oder doch noch ein Stück weiter gewesen? Große Tatzenabdrücke verrieten deutlich, an welcher Stelle das Tier die Straße überquert hatte. Wir reckten und streckten uns, fuhren ein Stück vor und wieder zurück, konnten aber nichts erkennen. Doch: eine Schwanzspitze und ein Fleckchen gepunktetes Fell über den Dornenbüschen. Sofort waren wir völlig aus dem Häuschen. Schon der zweite Adrenalinschub an diesem Morgen. Denn das war kein Löwe! Das war ein Leo! Leider hatte er die Hyänen wohl gewittert und versteckte sich geduckt im Gesträuch. Für alle, die denken, dass uns nur gute Fotos gelängen, ist hier das grandiose Meisterwerk, aufgenommen in totaler Hektik und Panik, die Sichtung des Urlaubs verpasst zu haben:
Fortsetzung folgt . . . 😉
Teil 7324. Feb. 2014
Das konnte doch nicht wahr sein! Wir fuhren vor und zurück, der Leopard blieb jedoch verborgen. Wahrscheinlich hatte er sich im hohen Gras niedergekauert, um die Hyänen vorbeizulassen. Erste Enttäuschung machte sich breit, als wir ihn auch nach weiteren fünf Minuten nicht mehr entdecken konnten. Mehr durch Zufall sah Uwe in den Rückspiegel unseres Autos. Und was war da? Da spazierte der Herr doch ganz gemütlich etwa 20 Meter hinter unserem Auto auf der Straße Richtung Wasserloch. Während wir ins Gebüsch starrten, hatte er wohl einen Bogen geschlagen, war auf den Weg zurückgekehrt und trabte nun offensichtlich Richtung Wasserloch. Das konnten wir auch! Nicht traben, aber wenden und fahren. In einigem Abstand schlichen wir also hinter dem Leo her. Dieser verließ die Straße wieder, behielt aber die Richtung bei. Daher fuhren wir den knappen Kilometer bis zum Wasserloch, um ihn dort zu empfangen. Wir positionierten uns für seine Ankunft uns warteten. Und warteten und warteten. Minutenlang geschah nichts. Sollten wir uns doch verspekuliert haben? Der Leo hätte die Entfernung längst zurückgelegt haben müssen. Warten kann in dieser Situation ziemlich nervenaufreibend sein, wenn man bedenkt, dass wir in aller Seelenruhe am Wassertümpel stehen, während die Katze vielleicht querfeldein durch die Büsche zu einem anderen Ziel spaziert. Wir hätten sie doch nicht überholen, sondern ihr besser wie vorhin den Hyänen Geleitschutz geben sollen. Ja klar! Der kommt garantiert zum Wasser! Wir Deppen! Dabei hatten wir ihn schon. Mit der Geduld war es schnell vorbei, gepfiffen auf die erstklassige Fotoposition, das Auto wieder gewendet und unserem Freund voller Hoffnung wieder ein Stück entgegen gefahren. Nach bangem Abscannen der Dornenbüsche hatten wir doch tatsächlich wieder Glück, ihn erneut zu entdecken. Da war er! Unsere Freude war unbeschreiblich, ein Fetzen Fleckenfell sorgte dafür, dass uns in kürzester Zeit heiß wurde und das Adrenalin in die Adern schoss. Immer wieder hielt das Tier an und schaute sich um, war aber eindeutig in Richtung Wasserstelle unterwegs. Mit dem bisher erlangten Foto konnten wir uns nicht zufrieden geben. Bevor wir abermals wendeten, um ihn an der Wasserstelle zu empfangen, mussten wir ihn erst mal im Gras erwischen.
Dann warteten wir erneut am Wasserloch Polentswa. Der Augenblick, in dem der Leo aus den Büschen kam und direkt auf uns zulief, war einfach toll.
Wir kriegten uns gar nicht mehr ein vor lauter Freude. Zielstrebig marschierte er an uns vorbei, würdigte uns nur eines kurzen Blickes und begann dann zu trinken.
Zunächst dachten wir, dass er von seiner letzten Beute noch ein wenig Blut an der Nase habe, dann entdeckten wir aber eine kleine Verletzung. Er blieb etwa eine halbe Stunde am Wasserloch, trank immer wieder und sah zwischendurch auf. Dabei schaute er mehrmals genau in unsere Richtung. Da müsst ihr nun durch:
Wir konnten unser Safariglück kaum fassen. Wir hatten tatsächlich einen Leo selbst entdeckt und nun aus nächster Nähe exklusiv ganz für uns alleine.
Fortsetzung folgt.
Teil 7426. Feb. 2014
Zwischenzeitlich näherte sich eine Herde Gnus. Als die Tiere die Raubkatze erblickten, blieb der ganze Trupp in einer Staubwolke wie angewurzelt stehen und gab Warnlaute.
Zwei Schakale kamen ebenfalls zum Wasserloch, trauten sich aber auch nicht ganz nah heran. Irgendwann hatte der Leo genug getrunken, sich oft genug die Schnauze geleckt und verschwand gemächlich ins Gebüsch und aus unserem Blick.
Genau in diesem Moment fuhren unsere Campnachbarn vor. Wir verschwiegen ihnen, was sie soeben um eine halbe Minute verpasst hatten, denn der Spruch „vor ein paar Sekunden, war genau hier ein Leopard, aber ihr seit ein klitzekleines bisschen zu spät“ kann einem wirklich den Rest des Tages vermiesen. Wir sprechen aus eigener Erfahrung. So verneinten wir die Frage nach einer besonderen Sichtung. In diesem Fall sei eine kleine Schwindelei wohl erlaubt. Wir aber waren so happy und zufrieden, dass wir keine zusätzlichen Kilometer mehr brauchten. Löwenriss oder braune Hyänen hin oder her, der Plan, weiter nach Norden zu fahren, wurde über den Haufen geworfen, und wir machten uns direkt auf den Weg Richtung Nossob. Die ersten beiden Wasserstellen südlich von Polentswa sind geschlossen bzw. trocken. Dort sahen wir demnach keine Tiere außer einer Herde Oryx und einem Greifvogel.
An einer Stelle standen drei Autos am Straßenrand bzw. waren ein Stück die Böschung hinauf gefahren. Etwa 30 Meter entfernt lagen zwei halbwüchsige Geparde. Die Mutter stand ein Stück weiter und beobachtete einen einzelnen Springbock. Leider war die gesamte Szene im Gegenlicht und durch die niedrige Position unseres Autos nur schwer zu beobachten. Trotzdem versprach sie einige Spannung. Wir brachten unsere Fotoapparate so gut es ging in Position und erwarteten jederzeit einen Angriff der Gepardenmutter, die sich immer näher an den armen Springbock heranpirschte. Dieser schaute zwar gelegentlich auf, graste dann aber völlig arglos weiter.
Als ein fünftes Auto angefahren kam und die Insassen geräuschvoll und mit Türenschlagen ausstiegen, rannte der Springbock auf und davon. Glück für den Bock, aber den Geparden und uns hatten die Doofen die Tour vermasselt. Die Gepardin lief ein Stück zurück und legte sich neben einen Baumstumpf.
Irgendwann kamen die beiden Jungen dazu. Sie streckten sich und schärften ihre Krallen an einem Baum. Dann spielten sie miteinander.
Teil 7526. Feb. 2014
Langsam bekamen wir Hunger, fuhren nach Nossob und checkten ein. Dort wollten wir Pause machen und etwas essen. Zuerst suchten wir uns einen Stellplatz mit Stromanschluss, um dann festzustellen, dass wir wieder mal nicht den passenden Stecker dabei haben. Wir luden Tisch und Stühle aus und stellten sie neben das Auto in den Schatten. Aber auf dieser Seite des Wagens war zu wenig Platz, und so räumten wir Tisch und Stühle auf die andere Seite. Nun war es Zeit für den starken Wind, der über Nossob hinwegfegte. Wind war nett ausgedrückt. Es handelte sich vielmehr um einen Sandsturm. Er brachte Staub und feine Blättchen mit sich, die aus dem Baum über uns herunterregneten. Ruth, die gerade Tomaten schnitt, bekam diese gleich umsonst paniert. Also packten wir den Tisch erneut auf die andere Seite in den Windschatten des Autos, nicht jedoch, ohne dieses ein wenig umzuparken, damit wir mehr Platz zum Sitzen hatten. Der Wind legte noch einmal kräftig zu und blies den Staub nun auch unter dem Wagen durch. Die Blätter rieselten so stark, dass wir mit dem Abwischen des Tisches nicht mehr nachkamen. Das geschnittene Brot landete mitsamt Teller in hohem Bogen auf dem Boden. So wollten wir kein Omelett backen. Daher fuhren wir das Auto noch einmal ein Stückchen weiter, damit wir zumindest etwas unter dem Dach sitzen konnten, das entsteht, wenn die seitliche Klappe des Aufbaus hochgeklappt wird. Der Wind lies jedoch nicht nach, und so blieb uns als letzte Rettung, im Auto zu essen. Wir stellten den Gaskocher in den Aufbau, machten dort Omelett und aßen drinnen. Ruth saß auf dem Boden der Wohnkabine, Uwe hockte im Stuhl draußen und hatte seinen Teller ebenfalls auf dem Fußboden.
Nicht gerade gemütlich, aber immerhin knirschfrei. Wir hofften, dass uns niemand beobachtet hatte. Es muss schon sehr merkwürdig ausgesehen haben, wie wir ständig mit dem Tisch um unser Auto marschierten und dieses jede Minute ein paar Meter weiter nach links oder rechts parkten. Nach dem Essen sicherte Uwe Fotos, Ruth duschte, dann spülten wir ab. Der Nachmittag war schon weit fortgeschritten, als wir kurz in den Hide gingen, um einen Blick auf das Wasserloch zu werfen. Außer einem Schakal war dort nichts los.
Daher drehten wir noch eine kleine Runde südlich von Nossob bei Marie se Draai.
Der Karakal, mit dem wir uns eigentlich hier verabredet hatten, versetzte uns leider. Sieht so aus, als müssten wir nochmal wiederkommen. Wir begegneten ein paar Springböcken, einzelnen Oryx und Gnus. Sonst gab es nichts zu entdecken. Aber wir wollen ja auch nicht unverschämt werden. Bestens gelaunt ging es also zurück ins Camp, wo sich der Wind – Gott sei Dank – verzogen hatte. Stattdessen war es wunderbar warm, und der Sonnenuntergang traumhaft. Wir machten Feuer und bereiteten eine Buschpizza vor.
Der Teig war relativ trocken, und wir machten zwei zusammengeklappte Calzone mit Tomaten, Salami, Paprika, Zwiebeln und Käse. Dann kam alles auf den Rost über die Glut. Nach mehrmaligem Wenden waren die Pizzen kross und heiß, aber innen immer noch etwas teigig. Im Gegensatz zu unserem ersten Versuch im letzten Jahr, konnte man sie aber essen. Wir besuchten noch einmal kurz den Hide, aber wieder war außer einigen Schakalen nichts zu sehen.
Kilometer: 95
Teil 7628. Feb. 2014
Montag, 26. August 2013 – Durch das Nossob-Tal
Nossob, KTP – Rooiputs, KTP
Heute mussten wir nicht auf den Wecker warten, um auzuwachen. Diesen Job erledigte das Löwengebrüll, das regelmäßig und in nicht allzu großer Entfernung ertönte. Der ganze Campingplatz bei Nossob war wach. Außerdem war es unglaublich warm. Schon der Abend war sehr lau und angenehm gewesen, aber für die Kalahari waren die Temperaturen geradezu paradiesisch. Wir holten unser Permit ab und verließen kurz nach sieben Uhr das Camp. Nach nur wenigen hundert Metern standen bereits drei Autos am Straßenrand. Unmittelbar daneben lag eine Löwin im Gras. Es dauerte nicht lange, und sie fühlte sich durch die vielen Wagen gestört und stand auf. Sie lief ein Stück in die Ebene und brüllte noch einmal aus voller Kehle. Uns fiel auf, dass sie ein wenig humpelte. Den linken Vorderfuß setzte sie nur sehr vorsichtig auf, als hätte sie dort eine Verletzung oder einen Dorn.
Nach einiger Zeit kehrte sie um, überquerte die Straße und verschwand im Gebüsch. Wir fuhren weiter.
Bei Marie se Draai sahen wir nichts Besonderes und auf der weiteren Fahrt Richtung Süden ebenfalls nichts. Neben Oryx, Springböcken, vereinzelten Straußen und Gnus entdeckten wir immer mal wieder ein Steinböcken und Kuhantilopen.
Bei Dikbaardskolk machten wir eine Frühstückspause. Als wir ausstiegen, kamen sofort einige Bienen angeflogen. Zur Ablenkung stellten wir wieder einen kleinen Becher mit Wasser auf einen Tisch.
Dieser lockte immer mehr Bienen an, bis er vollständig von ihnen eingehüllt war. Wir kochten Tee und Kaffee und aßen Müsli und Nutellabrote. Länger hatten wir keine Lust dortzubleiben und fuhren weiter. Außerdem nahm der Wind wieder zu, und es wurde ungemütlich. Die Bienen hatten den Becher nach einer halben Stunde fast vollständig geleert.
Teil 7728. Feb. 2014
Die weitere Strecke nach Süden zog sich lange hin. An welchem Wasserloch wir auch vorbeikamen, es waren im Grunde nie Tiere dort zu sehen. Bei Melkvlei hielten wir erneut an und machten ein kleines Picknick. Auch hier war es windig und furchtbar staubig.
Ein paar Kilometer weiter stand ein Auto am Straßenrand (viele Grüße an die toemmels). Im Gebüsch lag eine einzelne Löwin und dahinter befand sich ihr Oryx-Riss. Wir brachten uns in Position und beobachteten die Raubkatze. Es war allerdings recht eintönig, denn sie stand nur selten auf, ging ein paar Meter oder drehte sich um ihre eigene Achse und legte sich danach gleich wieder hin.
Die meiste Zeit schlief sie oder wälzte sich von einer auf die andere Seite. Irgendwann waren wir mit der Löwin alleine. Aber sie war weiterhin träge. Also warteten wir. Uwe las, Ruth hatte den Fotoapparat im Anschlag. Ein paar Schakale näherten sich der Löwin bzw. ihrer Beute, kehrten aber immer wieder um.
Auch ein Honigdachs kam des Weges und schlenderte in ihre Richtung. Als er sie bemerkte, machte er jedoch sofort kehrt und trollte sich über die Straße und den nächsten Dünenkamm.
Über den kleinen Kerl freuten wir uns sehr, war er doch eine willkommene Abwechslung bei der ganzen Warterei. Außerdem finden wir, dass er einen so herrlich tapsigen, schlenkernden Gang hat, während er – die Nase immer dicht an der Erde – auf Nahrungssuche herumwuselt. Wir blieben insgesamt drei Stunden bei der Raubkatze, bis wir weiterfuhren.
Kronenkiebitz
Beim Wasserloch Rooiputs sahen wir noch einen Tawny Eagle, dann fuhren wir zu unserem Campingplatz. Wir füllten die beiden Reservekanister in den Tank, machten ein großes Feuer mit dem restlichen Holz und grillten die letzten Rindersteaks. Leider waren sie so zäh, dass wir nur ein paar Bissen davon essen konnten. Zum Glück gab es noch Möhren aus der Alufolie und Salat. Unser letzter Abend im Busch ging gemütlich zu Ende. Die Geckos bellten, die Kerzen beleuchteten den Platz, und es war herrlich warm. Wir könnten jeden Abend so verbringen.
Kilometer: 150
Teil 7802. März 2014
Dienstag, 27. August 2013 – Schakale
Rooiputs, KTP – Mata Mata, KTP
Auch der Morgen in Rooiputs war nicht kalt. Wir zogen sofort unsere T-Shirts an, räumten die restlichen Dinge zusammen, die wir nicht bereits am Abend eingepackt hatten und fuhren los. Als erstes ging es noch einmal einige Kilometer nach Norden. Wir wollten schauen, ob die Löwin mit dem toten Oryx noch an derselben Stelle lag. Dies war zwar nicht der Fall, aber auf der anderen Straßenseite lagen einige Reste des Kadavers verteilt. Uns wurde einiges geboten, denn um diese Stücke stritten sich mehr als ein Dutzend Schakale. Einige versuchten, letzte Fleischreste von den Knochen zu nagen. Wie man an der Vielzahl der Bilder sieht, mögen wir die Schakale sehr gern und können uns nicht dazu durchringen, noch weiter auszusortieren.
Andere zankten sich um einzelne Brocken, nagten gleichzeitig am selben Knochen oder versuchten, ihren Anteil wegzuschleppen. Hier konnten wir sehr gut die Rangordnung der Schakale beobachten.
Von der Löwin war nichts mehr zu sehen, wir hörten sie in weiter Entfernung brüllen.
Teil 7902. März 2014
Wir fuhren noch ein Stück weiter nach Norden bis zum Picknickplatz Melkvlei und gingen zur Toilette. Dann ging es denselben Weg wieder zurück bis Twee Rivieren. Bis dorthin sahen wir viele der typischen Antilopen und ein paar Adler.
Raubadler
Kampfadler
Kurz hinter dem Tor des Rastlagers lief ein schwarzer Tausendfüßer über den Weg. Wir stiegen aus und betrachteten den Wurm mit den vielen Beinchen. Ruth wollte ihn am liebsten von der Straße retten, war sich dann aber nicht sicher, ob es ihm oder ihr schaden würde, wenn sie ihn anfasst. Weiß hier jemand Bescheid?
In Twee Rivieren holten wir Bargeld und tankten voll. Hier erwischten wir noch einen hübschen Nektarvogel. Die genaue Bestimmung fällt uns aber wieder schwer.
Dann spülten wir das Geschirr vom Vortag und machten eine Frühstückspause. Es gab die Reste vom Müsli mit Joghurt, Kaffee und Tee. Ruth machte für später noch einen Wurstsalat.
Fortsetzung folgt.
Teil 8004. März 2014
Es war schon Mittag vorbei, als wir uns auf den Weg nach Mata Mata machten. Anfangs führte die Strecke durch die Kalahari-Dünen, dann am Rande des Auob-Tals entlang. Uns fielen viele Gerippe von Eland-Antilopen auf, die in relativ kurzem Abstand herumlagen. Von keiner anderen Antilopenart fanden wir so viele Überreste. Bei Kamqua gab es dann das Wurstsalat-Picknick.
Dabei zog ein nicht enden wollender Strom von Springböcken vorbei. Beim Kreuzen des Zufahrtswegs zum Picknickplatz setzten die Antilopen zum Sprint an und zeigten uns ihre beeindruckende und namensgebende Sprungtechnik.
Wir beeilten uns, um nicht zu spät im Camp anzukommen. Kurz vor Dertiende Boorgat entdeckte Uwe eine Schildkröte auf ihrem Weg zum Wasser. Diese entschleunigte unser Vorankommen allerdings sehr. Wir folgten ihr eine ganze Weile, bis sie sich endlich in den Tümpel vorgekämpft hatte.
Ruth fotografierte eine Menge kleiner Vögel, die in den Büschen saßen und immer nur kurz ans Wasser flogen, um zu trinken.
Rotkopfamadine
Gelbbauchgirlitz
Kapsperlinge
Teil 8104. März 2014
Dann ging es weiter. Aber schon bald kamen vom Beifahrersitz die Kommandos „Halt“ und „Zurück“. Eulenalarm! Aus voller Fahrt hatte Ruth den Fleckenuhu entdeckt, der versteckt in einem Baum saß. Es ist unglaublich, wie sie dies geschafft hat.
An dieser Stelle gab übrigens eine unserer Kameras den Geist auf. Beim Auslösen blieb einfach der Verschluss hängen und ließ sich auch nicht mehr zum Funktionieren überreden. Zum Glück passierte das fast am Ende der Reise. Es kann also nicht schaden, einen zweiten Kamerabody dabei zu haben. Eine Giraffe stand unmittelbar neben unserem Wagen und fraß.
Mal wieder waschen?
Auf den letzten Kilometern kamen wir an einer Reihe von Geiern vorbei, die in den Bäumen saßen. Teilweise hatten sie dort ihre Nester.
In Mata Mata suchten wir uns einen Stellplatz, duschten und kochten Nudeln mit Tomatensoße. Darin wurde sämtliche Reste an Möhren, Tomaten und Mais verarbeitet. Der Spülberg war riesig. Unser letzter Tag im KTP geht zu Ende. Morgen werden wir nur noch eine kleine Runde drehen und dann wieder nach Namibia zurückfahren.
Kilometer: 195
Teil 8209. März 2014
Mittwoch, 28. August 2013 – Zurück nach Namibia
Mata Mata, KTP – Anib-Lodge, Mariental
Die kleine Runde im KTP begann um sieben Uhr, als das Tor geöffnet wurde. In Mata Mata war es zwar wieder deutlich kälter als in Rooiputs, aber sehr gut auszuhalten. Leider sahen wir heute Morgen nur sehr wenige Tiere. Der Park verabschiedete sich nicht mit einem Highlight bei uns. Aber wenn wir die vergangenen fünf Tage betrachten, können wir mit der Ausbeute mehr als zufrieden sein.
Wir sahen noch ein paar kleine Falken und viele noch kleinere Vögel, die in großer Eile zur Wasserstelle flogen, tranken und wieder verschwanden. Ruth hatte große Mühe, die Piepmätze mit der Kamera einzufangen. Ein bisschen besser war es mit den Tauben, die nicht ganz so flink zum Wasser kamen.
Turmfalke
Zwergfalke
Kapsperlinge
Rotkopfamadine (Aber das Rot sieht so rostig aus.)
Kapturteltaube
Bei vielen Bildern dieser Serie haben wir uns schon Sorgen gemacht, dass wir plötzlich einige Sensorflecken in der Kamera haben. Zum Glück stellte sich jedoch heraus, dass sie von Bild zu Bild an unterschiedlichen Stellen waren und es sich um unscharfe Bienen im Hintergrund handelte.
Wir verbrachten über vier Stunden im Park und frühstückten, als wir wieder zurück in Mata Mata waren. Dabei leisteten uns Erdhörnchen und Fuchsmangusten Gesellschaft. Dann ließen wir uns an der Tankstelle wieder genügend Luft in die Reifen füllen und checkten im Office aus. Schließlich stand die Einreise nach Namibia an. Vor uns waren zwei Familien, die ewig lange brauchten. Zum Glück hatten sie Mietwagen mit südafrikanischer Zulassung, so dass sie nach der Einreise noch weitere Formalitäten zu erledigen hatten. So konnten wir bereits weiterfahren, ohne sie weiter vor uns zu haben. Auf Schotterstraße legten wir ca. 250 Kilometer hauptsächlich im Flusstal des Auob Rivers zurück. Wir kamen an vielen Farmen vorbei, jeder Menge Ziegen, einigen Kühen, Esel- und Pferdekarren, Padskrappern, einem toten Pferd im Straßengraben, vielen bewässerten und einigen abgebrannten Feldern. An den Rändern des Flussbettes erhoben sich kleine Tafelberge mit steilen Kanten, unterbrochen von roten Kalaharidünen.
Bei Stampriet begann eine recht neue Teerstraße, die uns bis zur Anib-Lodge vor Mariental führte. Wir erhielten wieder Campsite Nummer 2 und meldeten uns zum Abendessen an. Dann richteten wir uns ein, duschten und erlebten den letzten Sonnenuntergang mit Aussicht in diesem Afrikaurlaub. Die Luft war herrlich warm.
Als es dunkel wurde, gingen wir zur Lodge und tranken etwas. Das Abendessen war sehr lecker. Es gab einen kleinen Salat mit Biltong, eine Kürbissuppe (wir vermuten Gemsquash), Wildbraten (vermutlich Oryx) mit Kartoffeln, Broccoli, Möhren und Butternut und als Nachtisch zwei Windbeutel mit Creme gefüllt und Schokoladeneis. Zurück am Auto machten wir mit dem letzten Holz Feuer, tranken Amarula und fotografierten zum Abschluss noch einmal den tollen Sternenhimmel.
Kilometer: 391
Teil 8313. März 2014
Donnerstag, 29. August 2013 – Windhoek
Anib-Lodge, Mariental – Casa-Piccolo, Windhoek
Die Sonne schien, als wir aus dem Zelt stiegen. Begrüßt wurden wir von einem Kalahariheckensänger.
Es gab ein Frühstück mit allen Resten: Rührei, Rauchfleisch, Salami, Brot, Marmelade, Kaffee und Tee. Wir spülten, packten alle Sachen zusammen und fuhren zur Lodge, um unsere Rechnung zu bezahlen.
Kurz nach neun starteten wir Richtung Windhoek. Die Straße war gut, der Verkehr nahm natürlich zu, aber wir kamen schnell voran. Unser erstes Ziel war Savanna, wo wir unsere Kiste und die große Reisetasche abholten. Dann ging es zur Pension, wo Claudia uns begrüßte. Wir luden alle Sachen aus dem Auto. Alle Fächer mussten geleert, jedes Teil ins Zimmer gebracht werden. Dort sah es sehr schnell sehr, sehr unordentlich aus. Während wir die letzten Reste auspackten, trafen auch unsere Freunde Cora und Gert mit ihren Kindern ein. Wir standen eine Weile im Hof und tauschten die wichtigsten Reiseerlebnisse der letzten Wochen aus. Dann versuchten wir, im Zimmer ein wenig Ordnung zu machen. Alle Dinge, die in Namibia bleiben sollten, kamen in die grüne Kiste. Die Reste unserer Essensvorräte sowie einige Gewürze gaben wir Claudia für ihre Angestellten. Die Schmutzwäsche bildete einen riesigen Berg. Später fuhren wir mit dem leeren Auto zum Craft Center in die Innenstadt. Wir kauften ein paar Souvenirs und setzten uns auf die Terrasse des Cafes. Ruth aß eine Butternut-Quiche und Uwe einen Apple Crumble.
Zurück in der Pension erfuhren wir, dass der heutige Flug von Frankfurt nach Windhuk mit Air Namibia auf den kommenden Morgen verschoben worden war. Noch war nicht klar, ob und wie sich dies auf unseren Flug morgen Abend auswirken wird. Wir fliegen mit derselben Maschine, und wir wissen nicht, ob diese bereits abends planmäßig starten kann, wenn sie erst am Nachmittag hier landet. Zum Abendessen fuhren wir zu sechst mit dem Taxi zu Joe's Beerhouse. Dort trafen wir noch zwei Verwandte von Cora und Gert, und außerdem kamen unsere Freunde Bernd und Antonia mit ihrer Tochter Luisa und deren Freund. So waren wir eine große Gruppe, und es wurde ein schöner Abend mit vielen Geschichten. Leider war die Bedienung etwas überlastet. Uwes Kudu kam erst auf wiederholte Rückfrage, nachdem alle anderen bereits gegessen hatten und war zudem fast roh. Außerdem wurden mehrfach Getränke vergessen. Aber wir waren ja prima erholt und daher entspannt. Es war schon sehr spät, als wir wieder zurückfuhren. Nun hoffen wir, dass es keine oder keine allzu große Verspätung für unseren Flug geben wird.
Kilometer: 283
Teil 8417. März 2014
Freitag, 30. August 2013 – Ende
Die erste Information war, dass der Flug von Frankfurt wie gestern angegeben um sechs Uhr gestartet ist. Unsere Maschine sollte also heute Nachmittag in Windhuk eintreffen und hoffentlich auch abends wieder starten. Wir duschten, packten unsere Taschen und frühstückten gemütlich mit Cora und Gert. Anschließend bezahlten wir unsere Rechnung und deponierten sämtliches Gepäck in der Pension, damit wir noch einmal mit dem leeren Wagen in die Innenstadt fahren konnten. Wir parkten wieder beim Craft Center und bummelten in aller Ruhe durch die verschiedenen Räume. Wir kauften noch ein paar Kleinigkeiten und aßen im Craft Cafe zu Mittag. Heute gab es die leckere Spinat-Quiche. Cora, Gert und ihre Kinder waren ebenfalls dabei, und obwohl die Stimmung fröhlich war, wurden wir schon etwas wehmütig. Auf dem Weg in die Pension holten wir bei der Wäscherei noch unsere sauberen Handtücher ab, die wir in die Kiste packten. Bei der Pension war das Gepäck schnell ins Auto geladen, und wir verabschiedeten uns von Claudia und unseren Freunden, die wir bald in Deutschland wiedersehen werden. Bei Savanna mussten wir den tollen Wagen leider wieder abgeben. Durch diesen Buschcamper sind wir nun total verwöhnt und fragen uns schon, ob wir jemals wieder mit einem gewöhnlichen Dachzelt reisen wollen. Man gewöhnt sich schnell an den Luxus. Außer ein paar kleinen Anmerkungen gab es von unserer Seite nichts an dem Auto zu beanstanden, und auch Savanna nahm den Wagen ohne Mängel zurück. Im Shuttlebus verstauten wir die Unmengen an Gepäck und fuhren noch zur Pension Steiner, um weitere Leute abzuholen. Der Bus wurde voll, und wir lernten auf dem Weg zum Flughafen Toni kennen, der Namibia seit 25 Jahren kennt und bereist. Wir waren sehr früh am Flughafen, ließen die afrikanische Maske zur Sicherheit zusätzlich in Folie einschweißen und standen sehr weit vorne in der Schlange zum Check-In. Zu Beginn war nur ein Schalter geöffnet, und als wir an der Reihe waren, tauchten plötzlich einige Passagiere der Business-Class auf und hatten selbstverständlich Vorrang. Immer mehr kamen nach, und so blieb uns das Nachsehen. Als der zweite Schalter öffnete, kamen wir zum Zug. Für die große Tasche zeigte die Waage 30,5 Kilogramm. Die Dame wies uns darauf hin, dass normalerweise nur 23 kg erlaubt seien. Wir verwiesen auf unsere gesammelten Meilen und die zugehörigen Mitgliedsnummern im Rewards-Programm. Auf unsere Mitgliedskarten warten wir seit zwei Jahren vergeblich. Und genau dies war das Problem. Die Nummern alleine genügten der Mitarbeiterin nicht, da könne ja jeder kommen. Wir müssten ihr unseren Gold-Status nachweisen. Wir fragen uns, warum diese Informationen nicht bereits im Computer verknüpft waren und wieso die Dame das nicht selbst überprüfen konnte. So schickte sie uns – natürlich mit unserem Gepäck – zum Schalter des Passenger Services. Dort waren wir nicht die einzigen, und während wir hinter Reisegruppen warteten, die Flüge umbuchten, Hotelgutscheine ausstellen lassen mussten, Taxis organisierten und ihrem Ärger über Hindernisse und Wartezeiten Luft machten, wurde die Schlange am Check-In immer länger. Wenigstens hatten wir schon unsere Bordkarten. Als wir nach über einer halben Stunde des Wartens an die Reihe kamen, bemühte sich die Mitarbeiterin, unsere Nummern zu recherchieren. Man könnte denken, dass es in Windhoek – speziell am Flughafen – schnell gehen sollte, dies zu ermitteln. Aber auch das dauerte aufgrund einer langsamen Internetverbindung ewig. Irgendwann teilte die Dame uns mit, dass wir genügend Meilen für den Gold-Status gesammelt hätten. Obwohl das für uns keine neue Erkenntnis war, baten wir sie, dies auf dem Ticket zu vermerken, damit ihre Kollegin am Check-In unser Gepäck ohne Aufpreis entgegen nimmt. Als das erledigt war, konnten wir die Taschen glücklicherweise abgeben, ohne uns noch einmal an die Warteschlange anstellen zu müssen. Mit schweren Rucksäcken und den Händen voller Souvenirs (Karton mit Tellern, Maske und Bilder) und Jacken passierten wir die Handgepäck-Kontrolle. Wir benötigten sämtliche Körbchen für unseren Kram und waren mit dem Beladen noch nicht fertig, als sie sich auf der anderen Seite des Durchleuchtungsapparates bereits stauten. Zum ersten Mal wollten wir uns für die Einkäufe von Souvenirs ein wenig Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen. So hatten wir uns bei drei Gelegenheiten entsprechende Tax Invoices ausstellen lassen. Diese Quittungen enthalten idealerweise den Mehrwertsteuerbetrag, die Steuernummer des Verkäufers und unseren Namen sowie Adresse. Vor dem Check-In füllt man bei einem Beamten ein Formular aus. Dieser drückte beide Augen zu, als wir ihm nicht wie gefordert die gekauften Waren zu den Quittungen zeigen konnten. Die hatten wir zum Teil bereits in den Reisetaschen abgegeben. Mit dem vorbereiteten Formular und den gestempelten Quittungen geht man später im Wartebereich zu einem weiteren Schalter, bei dem zwei Damen ausrechnen, wie viel Geld man nach Abzug ihrer Gebühren bekommt. Die erste der drei Quittungen war leider ungültig, weil sie nicht auf mich, sondern auf Ruths Namen ausgestellt war. Sie hätte zwar einen eigenen Antrag ausfüllen können, die Erstattung hätte sich aber abzüglich der dann neuen Gebühren nicht gelohnt. Die zweite (und leider teuerste) Quittung war nicht zu gebrauchen, weil die Steuernummer des Verkäufers nicht angegeben war. Auf was muss man denn noch alles selbst achten!? So blieb nur eine einzige Rechnung übrig, die ordnungsgemäß bearbeitet werden konnte. Der Mehrwertsteuerbetrag belief sich auf 113 Namibia-Dollar. Abzüglich der Bearbeitungsgebühr von 100 Dollar blieben 13 Dollar Erstattung übrig. Ohne eine Miene zu verziehen, zahlte mir die Dame den Betrag aus – umgerechnet ein Euro. Das hat sich ja richtig gelohnt! Um nicht mit so viel Bargeld herumzulaufen, legte ich noch etwas dazu und kaufte mir schnell ein Bier. Wir vertrieben uns die Wartezeit damit, schon ein paar Urlaubsfotos anzuschauen und stiegen pünktlich in das Flugzeug. Schade, dass der Urlaub schon (!) wieder zu Ende ist. In Frankfurt bekamen wir schnell unser Gepäck, Uwes Eltern holten uns ab und brachten uns nach Hause.
Unsere zehnte Afrikareise war nicht nur unsere Jubiläumsreise, sondern auch besonders schön. Da wir uns auf Namibia und Botswana beschränkt haben, hatten wir nicht so viele Kilometer wie in vergangenen Jahren zu fahren und konnten mehr entspannen. Hinsichtlich der Tierbegegnungen hatten wir sehr großes Glück und zählten 14 Löwensichtungen, dazu viele Elefanten, einen Leoparden, zwei Mal Geparde und eine Wildkatze. Außerdem freuten wir uns über die vielen Eulen. Das war ein Traumurlaub ohne Pannen – abgesehen von Nadias Nebenwirkungen der Malaria-Tabletten.
Mittlerweile fühlt sich das südliche Afrika für uns ganz nah an. Da wir viele Freunde sowohl dort als auch hier treffen, da wir uns permanent mit den Reisen beschäftigen und weil wir uns regelmäßig mit Bekannten in Namibia austauschen, ist Afrika in unseren Köpfen gar nicht weit weg, sondern längst zu einem wichtigen Teil unseres Lebens geworden.
An dieser Stelle wollen wir euch allen, die ihr in den letzten drei Monaten mit uns gefahren seid, ein herzliches Dankeschön sagen. Ihr habt uns so viele nette Anmerkungen geschrieben und Rückmeldungen gegeben, dass wir großen Spaß hatten, unsere Reise noch einmal zu erleben. Dadurch lässt sich die Wartezeit bis zum nächsten Afrika-Urlaub hervorragend verkürzen. Vielen Dank auch an die stillen Mitleser, Danke-Button-Drücker, Fragensteller und ganz besonders an die Mithelfer bei der x-ten Vogelbestimmung. Wir hoffen, dass wir diejenigen, die nicht so viel mit den Gefiederten anfangen können, nicht gelangweilt haben.
Bis zum nächsten Reisebericht, bei dem ihr hoffentlich alle wieder dabei sein werdet.
Liebe Grüße, die Eulenmuckels
Weil wir bei dieser Reise so viele Löwen gesehen haben, verabschieden wir uns mit unserem Lieblingslöwen aus den Nxai Pans: