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Reisebericht · namibia-forum.ch

São Tomé e Príncipe 2011 - ein Reisebericht. DOS!

von janet · 17 Teile

Teil 107. Feb. 2011

São Tomé é Príncipe 2011 - DOS DOS DOS feat. "The Generat0r"!
Ein Reisebericht.


20.01.2011 - "Ich nehme eine Karte."



Boarding in München bei Schnee, zum Glück ist noch Enteisungsmittel da! *g*
__________________________________________________________




"Ich nehme eine Karte."
"Ich nehme eine Karte."
"Ich muss rechnen."
"Ich habe verloren."
😄

Seit 5 Stunden gammeln wir nun schon am internationalen Flughafen Lissabon rum und schlagen die Zeit tot. Wir sind schon ein paar Stunden unterwegs und unser Anschlussflug mit TAP Portugal zum diesjährigen Reiseziel, dem kleinen Inselstaat São Tomé e Príncipe findet in nur 3 Stunden statt! Damit hätten wir also schon über die Hälfte der über achtstündigen Wartezeit in Lissabon rumgebracht, Wahnsinn! Unser Flug wird auch endlich auf dem Display angezeigt: es ist der letzte heute, um 23 Uhr.

Ich kenne inzwischen hier die Angebote und Auslagen aller Geschäfte auswendig und die Speisekarten auch. Jetzt allerdings haben wir uns ein ruhiges Gate gesucht und Heiko weiht mich in die Geheimnisse des legendären Blackjacks ein, mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad, da bayerisches Blatt! Leider läuft es nicht so gut für mich (s.o.), -man könnte auch sagen ich stelle mich sehr kacknoobig an- und nach einiger Zeit müssen wir abbrechen weil wir einen Lachflash nach dem anderen kriegen. Heiko meint ich solle mal lieber nicht auf die Idee kommen mal um Geld spielen zu wollen. Naja, aber so geht die Zeit auch rum! *g*



Wir genießen den ersten Sonnenuntergang des Urlaubs und kaufen noch eine Literpulle Absolut Vodka Mango 40% um im Urlaub vorsichtshalber die Mahlzeiten im Magen zu desinfizieren. Man weiß ja nie! Dann endlich ist es soweit: tadaaaaa, unser Flug wird aufgerufen!

Wir fliegen nicht mit TAP, sondern mit einem etwas antik wirkenden Airbus der weltberühmten Fluggesellschaft "white". Der wackelt, zittert, röhrt und quietscht nicht nur als er sich abmüht aufzusteigen, sondern verfügt auch noch über die engsten Sitze, die ich je erleben durfte. Egal, er ist halbleer und *grübel* dann such ich mir halt einfach ne leere Sitzreihe und klapp die Armlehnen hoch und versuch zu pennen - weit gefehlt, ich ziehe und zerre, aber sie lassen sich nicht hochklappen. AAAAARGHS!!!! 🤩

Also ergeben wir uns in unser Schicksal für die nächsten knapp 7 Stunden ölsardinenmäßig gequetscht in einer Konservendose zu sitzen, genießen ein kulinarisch unterirdisches Abendessen und versuchen etwas zu schlafen. Sofern unser betagter Vogel durchhält landen wir morgen früh gegen 6 Uhr auf São Tomé!

Klapprige gute Nacht!

Teil 208. Feb. 2011

21.01.2011 - 24h Sauna!

Im Morgengrauen setzen wir zum Landeanflug auf São Tomé an, geschlafen hab ich natürlich kaum und bin total verspannt. 🙁
Leider sitzen wir auf der falschen Seite im Flugzeug, so dass ich den Blick auf die dicht bewaldeten Berge nur durch die Flugzeugfenster auf der anderen Seite erhaschen kann. Schon beim Ausrollen sehen wir in den Feldern Frauen, die grosse Körbe auf dem Kopf tragen. Endlich sind wir wieder in Afrika!

Da wir ganz vorne im Flugzeug sitzen, sind wir zum Glück mit die ersten bei der Einreise. Schon beim Aussteigen schlägt uns feuchte, heisse Luft ins Gesicht, und das um kurz nach 6 Uhr morgens, es ist sehr bewölkt und dampfig. Es gibt nur zwei Schalter, einen für Einwohner von São Tomé e Príncipe und einen für alle anderen, die einreisen wollen. Bei beiden sammeln sich schnell gleich lange Schlangen, und natürlich geht es in afrikanischer Tradition sehr sehr langsam voran. Nach 5 Minuten sind wir schon klatschnass geschwitzt. 🤩

Nachdem unsere Pässe gescannt sind und wir eine Türe weiter dürfen, kontrolliert ein freundlicher Herr unsere Impfpässe auf die obligatorische Gelbfieberimpfung. Dann heisst es SPANNUNG: wird unser Gepäck mit uns angekommen sein oder ist es erst in der nächsten Maschine, die eine Woche später landet?! Nervös wiederhole und übe ich das bisher einzige creolische Wort das ich kenne: samangungu!

Grosse Erleichterung, als unser Alukoffer und unsere grosse Reisetasche auftauchen. Leider ist der Henkel am Koffer halb abgerissen. Mein geliebter Koffer! Seit 25 Jahren reist er mit mir um die Welt ... und nun .... 🙁 ..... aber wenigstens ist das Gepäck da! Als wir die Türe nach draussen öffnen, werden wir gleich von gefühlten 1000 Taxifahrern belagert, die uns alle zum Hotel bringen wollen. Achja, das Hotel, da war ja was! Wir haben ja noch keine Unterkunft ... denn das einzige Hotel im Land, das auf meine eMail-Anfragen geantwortet hatte, was das Pestana Equator, und da sind wir erst zur Mitte dieser Reise.

Da ich Gutes über die Omali Lodge gehört habe und in der ersten Nacht im Land nach einem Nachtflug ein gescheites Bett und etwas Luxus will, bitte ich einen Taxifahrer uns dorthin zu fahren, sie liegt eh direkt auf dem Weg in die Stadt nur 5 Minuten vom Airport entfernt. Er meint in HandundFussenglisch die wäre viel zu teuer und würde mindestens 150 Euro kosten, er hat ne günstige und gute Pension für nur 50 Euro die Nacht direkt in der Stadt. Mir doch wurscht .... ich will sie mir zumindest anschauen. Heiko bewacht unser Gepäck, ich schaue mit ne Suite an, die Anlage, der Garten, der Pool und die Zimmer schauen sehr gut aus. Kostenpunkt: 205 Euro pro Nacht incl. Frühstück.











Als erstes hauen wir uns unter die Dusche und dann ins Bett ... erstmal 2 Stunden Schlaf nachholen. Es ist ja ohnehin erst 7 Uhr morgens 😉
Die Betten sind ein Traum! Alles ist schön ruhig, und im Garten zwitschern die Vögel.

Gegen halb 11 ziehen wir uns an und wollen ein bisschen am Strand Richtung Stadt laufen, nach dem langen sitzen im Flugzeug die Beine vertreten. Der Strand ist nur durch die Strasse vom Hotel getrennt.





Heiko hat ja Angst dass ihm das Wasser nicht warm genug ist .... kurzer Zehencheck: Abkühlen durch Baden im Meer schwer möglich! 😄



Wir beschliessen weiterzulaufen, um in der Stadt Euro in Dobra zu tauschen und schon bissl erste Eindrücke zu sammeln. Wir sind neugierig auf dieses Land, das jährlich nur etwa 2000 Touristen, hauptsächlich aus Portugal anzieht. Nach ein paar Metern sind wir wieder nassgeschwitzt. Die Schwüle und die Hitze sind unvorstellbar. Ein kleiner Hügel wird zur anstrengenden Bergbesteigung, doch dahinter eröffnet sich ein toller erster Ausblick auf die Hauptstadt São Tomé!



Wir stürmen den ersten kleinen Supermarkt den wir sehen und kaufen Getränke.



Und weiter geht´s, immer an der alten prachtvollen Uferpromenade entlang, in der Bucht liegen alte Schiffswracks und rosten vor sich hin.









Alte portugiesische verwitterte Kolonialbauten säumen die Strassen, an jedem Haus ein kleiner Garten mit Bananenstauden, Hunde und Hühner bevölkern die Gärten, es verfällt alles. Was für eine morbide Stimmung! Dazu der dramatisch bewölkte Himmel, die drückende Luftfeuchtigkeit, die bunte Kleidung der Einheimischen, unbekannte Düfte, eine Sprache die wir nicht verstehen: wir sind angekommen in einer völlig fremden Welt.



An der Uferpromenade legen ständig Fischer in kleinen Holzbooten an und bringen den Fang an Land.





Der Fisch wird sofort von Frauen aufgekauft und abtransportiert. Das Leben spielt sich hier auf den Strassen ab. Kinder spielen unter grossen Schatten spendenden Bäumen. Wir werden von wildfremden Menschen freundlich gegrüsst und von manchen Kindern ungläubig bestaunt.















Grosse, dem Verfall preisgegebene Plantagenhäuser verdeutlichen den immensen früheren Reichtum durch Kaffee und Kakao.









In der Bank tauschen wir 50,-- Euro und werden vom Manager persönlich mit Handschlag begrüsst. Die Summe scheint die Angestellte fast zu überfordern, und der Geldkoffer der gebracht wird ist gross. Juhu, nun sind wir also mehrfache Dobramillionäre!

São Tomé ist ein quirliges Städtchen, auf den Strassen und in den Läden ist einiges los und es gibt viel zu sehen.





Die Kathedrale gegenüber des Präsidentenpalastes:



Wir stärken uns bei einem leckeren Lunch im Café e Companhia mit selbstgemachten Hamburgern und Omelette São Tomé!



Danach machen wir Bekanntschaft mit Antonio, einem Einheimischen. Er hat Langeweile und zeigt uns den Markt und den Platz davor mit den hunderten an gelben Taxis allen Alters und Zustandes. Wer soll die nur je alle nutzen!









Die Markthalle ist der totale Wahnsinn. Tausende von Menschen, ohrenbetäubender Lärm, einer überschreit den anderen, Musik quäkt aus Lautsprechern. Hier wird wirklich ALLES angeboten! Und wir mittendrin!










Popcorn!!! *g*

Der Ausblick vom Dach auf die Stadt ist beeindruckend, ein Gewusel wohin man nur schaut!





Am Nachmittag sind wir erschlagen von den vielen Eindrücken, dem Lärm und den vielen Menschen und natürlich auch vom ungewohnt drückend heissen Klima. Klatschnass geschwitzt nehmen wir uns eins der Millionen Taxis und lassen uns zum Hotel zurückfahren, wo wir den Pool geniessen, ausspannen und die Seele baumeln lassen.





Pünktlich um 18 Uhr wird das grosse Licht (=Sonne) fast mit einem Schlag ausgeknipst. In die Stadt wollen wir heute nicht mehr, und so setzen wir uns auf die Holzterrasse des hübschen Hotelrestaurants und bestellen gegrillten Fisch und Tintenfisch und einheimisches Bier. Die Wellen schlagen sanft auf den Strand, es schmeckt einfach himmlisch und wir geniessen unser erstes Dinner hier im Januar bei wohligen 28 Grad im Sommerkleid (also ich *g*)!

Noch ein Absacker des übelst leckeren Absolut Vodka Mango im Zimmer, und wir schlummern ein. Was für ein aufregender erster Tag! Gute Nacht!
🤩

Teil 309. Feb. 2011

22.01.2011 - Der blaue Container und die blaue Lagune!

"piep piep pieep piep pieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeep piep!!!"
Zwischen den Palmenwipfeln im tropischen Garten unseres Hotels ist schon einiges los: Webervögel sind geschäftig unterwegs und veranstalten ein Piepkonzert.

Auch heute ist es wieder diesig und schon frühmorgens sehr warm und schwül. Wir haben super geschlafen und machen uns auf den Weg zum Frühstück, denn um 11 Uhr will uns Nelson, unser Taxifahrer von gestern abholen und uns das günstige Hotel in der Stadt zeigen.
Wir wollen noch 2 Tage in der Stadt bleiben und von dort aus mit einem Allradmietwagen Ausflüge in den Norden und Westen der Insel unternehmen, die nur 36km im Durchmesser hat. Danach möchten wir ins Landesinnere fahren, schliesslich verpassen wir in Deutschland grad das TV-Highlight des Jahres, das Dschungelcamp - das spielen wir dann dort nach! Ein paar eklige Dschungelprüfungen für Heiko werden mir da schon einfallen! *g*
Dann wollen wir Richtung Süden aufbrechen, im Luxusresort auf der vorgelagerten kleinen Insel Ilheu Das Rolas haben wir ein paar Übernachtungen gebucht, um meinen Geburtstag zu feiern. So ist also der Plan! 😁

Das Frühstück der Omali Lodge lässt keine Wünsche offen: man kann aus einer riesigen Karte wählen, es gibt alles was das Herz begehrt und so hauen wir beherzt rein. 🙂 Man weiss ja net was es später in der Stadt so gibt^^


9 Uhr morgens, die Frisur sitzt .... nicht! 😄

Dann ist Nelson auch schon da und wir düsen in die Stadt. Die recht ruhig gelegene kleine Pension "Eltenaide" seines Bekannten ist einfach aber sauber und die Zimmer haben sogar Klimaanlage, so dass wir entscheiden erstmal hier zu bleiben. Klopapier, für afrikanische Verhältnisse luxuriös zweilagig, ist auch vorhanden *g*. Der Besitzer will natürlich wieder nachkarteln und 60,-- Euro verlangen, wir bestehen darauf mit Nelson 50,-- Euro vereinbart zu haben und auch nicht mehr zu bezahlen. Nelson kriegt dann als wir uns aufs Zimmer verziehen prompt seinen Anschiss *g*. Überhaupt scheint hier Euro für fast alles die gängige Währung zu sein, sieht man mal von den Einkäufen in den kleinen Supermärkten ab.

Vormittags wollen wir uns noch etwas in der Stadt rumtreiben, für 14 Uhr vereinbaren wir mit Nelson, dass er uns zu einigen Stränden im Norden fährt. Ein kleines Strandhopping sozusagen *g*. Damit wollen wir morgen weitermachen, allerdings auf eigene Faust - und so reservieren wir bei Nelson für morgen den Jeep seines Chefs und dann führt uns unser Weg erstmal zu Navatours, wo wir für die weiteren zwei Tage einen Geländewagen mieten, weil wir ja den Regenwald im Landesinneren unsicher machen und auch dort übernachten wollen.

In São Tomé gibts wieder allerhand zu sehen und zu entdecken.


gut gewartete Autos


einst prachtvolle Kolonialbauten


der illegal geknipste Präsidentenpalast - breaking the law !!!!


Läden für Musikinstrumente die auch formschöne Sitzmöbel im Sortiment führen.

Wir schlendern am berühmten blauen Container vorbei, ein "Restaurant", das seit über 10 Jahren besteht. Es handelt sich dabei um einen ausrangierten blauen Wellblechcontainer, der an der Promenade steht. Hier wird Fisch gegrillt, er wird direkt die 10 Meter von den Booten aufgekauft und zubereitet! Hier wollen wir heute Abend essen!



Die einst prachtvolle Uferpromenade ist jetzt dem Verfall preisgegeben ...







Wir schlendern in Richtung Fort durch den heruntergekommenen Volkspark, hier wurde einfach ein altes Flugzeug abgestellt. Kinder spielen im Park Fussball.





Auf den Strassen direkt in der Hauptstadt tummeln sich Hunde, Hühner und manchmal auch Schweine!





Die Kinder sind immer ganz wild darauf, fotografiert zu werden und freuen sich wie verrückt, wenn sie ihr Bild dann im Display der Kamera sehen!



Am Hafen direkt gegenüber des Forts baden die Kinder und suchen zwischen den schwarzen Lavasteinen nach Oktopussen.









Am Fort, in dem sich auch das Nationalmuseum befindet, ziehen kleine Fischerboote und grosse Containerschiffe vorbei.









Wir schlendern an der Hafenpromende entlang Richtung Café Passante und Hotel Miramar. Kolonialbauten säumen auch hier die Strassen.







Kinder spielen an der Hafenmauer, die Verständigung ist leider unmöglich, aber sie freuen sich uns zu sehen, grüssen überschwänglich und freuen sich als ich die kamera zücke *g*



Dann kommen wir zum Café Passante, das zum Hotel Miramar gehört. Perfekt für ein Päuschen und eine kleine Stärkung mit Espresso und Kuchen! Der Kuchen ist dermassen lecker dass ich mich reinlegen könnte!



Dann gehts auch schon weiter, denn Nelson wartet! Nach 3 Minuten Fussmarsch sind wir bei unserer kleinen Pension angekommen. Die Badesachen sind schnell angezogen und auf gehts, unser erstes Ziel ist Lagao Azul, die blaue Lagune! Die hat zwar nur Kiesstrand, aber dafür umso klareres Wasser und viele Fische und Korallen, die man bestaunen kann.
Der Weg dorthin führt uns auf geteerten Strassen voller Schlaglöcher erst durch Regenwald, mehrere kleine Orte, den etwas grösseren Ort Guadalupe und dann durch eine trockenere savannenartige Graslandschaft, die von einigen Mammutbäumen und Baobabs durchzogen ist.







Selbst direkt an den Stränden hier wachsen die grossen eindrucksvollen Baobabs.



Wir schnorcheln und sehen die verschiedensten Fische, die Korallen sind zwar nicht so beeindruckend wie auf den Malediven und am roten Meer, trotzdem ist der Fischreichtum immens und wir schwimmen durch riesige Sardinenschwärme, die Millionen Tiere glänzen bei jeder Bewegung, alles um uns herum schillert und formiert sich immer wieder neu zu einem gigantischen Schwarm. Synchronschwimmen zu Millionen! Wahnsinn!

Dann erkunden wir die Umgebung, laufen durch hohes Gras und sehen in der Ferne die Nebelwälder, die die steilen und schroffen Berge bewachsen. Der Pico selbst, mit über 2000 Metern höchste Erhebung der Insel, hüllt sich wie fast immer diskret in Wolken.







Auch hier sind wir wieder vollkommen alleine.





Die Landschaft ist einfach wunderwunderschön!!!



Wir fahren wieder zurück Richtung São Tomé Stadt und biegen links ab zur Praia dos Tamarindos.



Der helle Strand verdankt seinen Namen den vielen Tamarindenbäumen, die ihn säumen. Das Wasser ist ein Traum!



Allerlei Strandgut sammelt sich hier an, wir schlendern durch den hellgelben Sand und lassen unsere Füsse von den Wellen umspielen und halten die Augen nach hübschen Muscheln und allerlei Getier offen. Verschiedene Krebs- und Krabbenarten sitzen im Sand und an Ästen, Einsiedlerkrebse schleppen ihr Häuschen und verstecken sich wenn wir zu nahe kommen.







Nach einiger Zeit fahren wir zurück, machen uns frisch und ziehen zu Fuss los, der blaue Container ruft! Sicherheitshalber nehmen wir unsere Taschenlampen mit, immerhin müssen wir einmal quer durch die Stadt und es ist schon dunkel. Einige Strassen sind nicht beleuchtet und manchmal bricht auch die Stromversorgung zusammen. ^^ Trotz fortgeschrittener Stunde und Dunkelheit ist es immer noch heiss und schwül ..... puuuuuuuuh !!!!!

Im Container werden die Vorräte gebunkert, gegrillt und gegessen wird draussen unter freiem Himmel. Wir bekommen noch ein Plätzchen und es gibt keine Karte, sondern ich werde mit Händen und Füssen gebeten mitzukommen und mir den Fisch den ich essen möchte auszusuchen. Ich deute auf zwei Fische und schwupps werden sie mit pikanter Marinade eingepinselt und landen auf dem Grill. Wenig später bekommen wir sie serviert, mit einer leckeren roten süssscharfen Sauce und gegrillter Brotfrucht. Die kommt in Aussehen, Konsistenz und Geschmack einem Weissbrot übrigens sehr nahe.









Dazu geniessen wir den Ausblick auf die nächtlich erleuchtete Stadt und ein kühles Rosema Bier! Wie bisher immer in diesem Urlaub sind wir die einzigen Weissen weit und breit. Um uns herum nur Einheimische, die sich wie wir das Essen schmecken lassen, Karten spielen, Bier trinken oder einfach nur rumhängen.

Nachdem wir fertig gegessen haben machen wir uns auf unseren 30 minütigen Fussmarsch zu unserer Unterkunft, bewaffnet mit der Taschenlampe. Wir begegnen vielen Menschen auf den dunklen Strassen, doch zu keiner Sekunde fühlen wir uns unwohl oder bedroht. Im Gegenteil, wir werden von vielen wieder freundlich gegrüsst. Als wir an unserer Pension ankommen, sind wir wieder nassgeschwitzt und gehen erstmal duschen, bevor wir in die Daunen sinken. Morgen geht das Strandhopping weiter und schnorcheln wollen wir auch noch mal! Gute Nacht!

Teil 411. Feb. 2011

23.01.2011 - "waitin´ for my man, Part I"

au au au au au AU AU AU!!!!!!!

Jammernd quälen wir uns aus dem Bett. Die Wurzel des Übels ist schnell gefunden:


AMORFLEX !!!!! 🤩

Wir reflektieren unsere erste Nacht hier und bereuen es etwas nicht in der Omali Lodge geblieben zu sein, nicht nur der Betten wegen: als die Hunde in den umliegenden Strassen gegen 1 Uhr Ruhe gaben, meinten gegen 2 Uhr die ersten Hähne dass es schon Zeit wäre lauthals den Morgen zu begrüssen. -.-
Aber immer Luxus wird dann halt doch bissl teuer und so beissen wir die Zähne zamm. Als wir gegen 7 Uhr zum Frühstück aufbrechen kräht der letzte Göger. Der ist aber spät dran, hat vermutlich verschlafen, wegen der Hunde! 😄

Für 8 Uhr haben wir bei Nelson den Jeep bestellt, denn heute wollen wir ja auf eigene Faust fahren und die West- und Nordküste erkunden. Chef meint kurz nach 8 Uhr: in 10 Minuten ist das Auto da. Dann ist der Chef weg und ward leider nie mehr gesehen. Seine Angestellten putzen grad mal wieder seinen dicken Benz, wie gestern auch schon. Nelson meint das Auto kommt gleich (zumindest verstehen wir es so). Ich erkundige mich noch nach meinem ersten Wort, das ich gelernt habe: samangungu (Vogelspinne)! Er meint jaaaa die gäbe es, auch hier im Norden, sie sei aber sehr gefährlich und wenn man gebissen würde dürfe man kein Wasser trinken sonst würde man sterben! Ich versuche ihm zu erklären dass das nicht stimmt und ich daheim ca. 600 samangungu hätte, aber leider glaubt er mir nicht. Naja sollens halt verdursten die Leut, oder Bier trinken! *g* Leider versteht er auch meinen Joke nicht ^^

Wir setzen uns in den Schatten und warten und warten. Und warten. Und warten...... 😐

Gegen kurz vor 9 Uhr wirds mir zu blöd sinnlos in der Gegend rumzustehen, nur doof dass heute Sonntag ist. Ob wir unser Glück trotzdem bei AVIS in der Stadt versuchen sollen, ob da wer da ist? Wir haben keine Lust weiter in der Stadt rumzugammeln und unsere Zeit hier zu vertrödeln. Gerade als wir uns entscheiden loszulaufen, kommt Nelson mit einem Kumpel in einem kleinen Jeep vorbeigefahren. Das wäre das Auto meint er, ob das okay wäre. Wir meinen, das wäre aber nicht das Auto vom Chef, er meint, ne, das wäre das für die ausgemachten 50,-- Euro, das vom Chef kostet 60,--. So langsam werden wir richtig stinkig! Da Nelsons Englisch auch wirklich unterirdisch ist, ist die Verständigung mehr als schwierig.

Uns wird´s zu blöd und wir inspizieren das Auto, Heiko dreht ne kleine Runde und wir nehmen es für 50,-- Euro, denn wer weiss wie lange es dauert bis Chefs Jeep da ist .... und noch länger rumstehen wollen wir keinesfalls - immerhin gammeln wir nun schon fast 1,5 Stunden rum und wollen heute noch was unternehmen. *grml*
Wir leisten vorsichtshalber erstmal ne Anzahlung und die beiden brausen davon. Wahrscheinlich gehen die nu feiern! Heiko startet den kleinen Jeep und er springt nicht an. Tolle Wurst! Nach einiges Versuchen und mit viel Gas geben klappts dann doch noch. So, endlich kanns losgehen!

Wir wollen heute bis hinter Neves im Westen der Insel und so fahren wir wie gestern auch schon Richtung Guadalupe!







Das Wetter ist heute etwas klarer, und wir passieren Lagao Azul.





Kurz nach Lagao Azul entdecken wir ein altes Wrack direkt am Strand!



Die Strasse verläuft jetzt direkt an der Küste und die Berge werden zunehmend steiler. Die Strasse ist teilweise richtig in den Fels gegraben, und an den Felswänden läuft Wasser herunter.



Unterwegs treffen wir eine kleine lustige Raupe! 🤩



Neves entpuppt sich als quirlige kleine Stadt mit vielen Menschen und Tieren auf den Strassen. Überall am Strassenrand werden Snacks angeboten, in kleinen Buden oder direkt vor den Häussern von Grills - meist Maiskolben.











Im Fluss wird natürlich wieder fleissig Wäsche gewaschen und zum Trocknen ausgelegt, immer wieder ein beeindruckendes Bild!





Dann gehts weiter entlang der gewundenen Küstenstrasse, Richtung Santa Catarina! Wir passieren Flussläufe und alte Kokosplantagen.





Unser Ziel ist ein komplett schwarzer Strand! Nach wenigen Minuten erreichen wir ihn schon, und wie fast immer ist er menschenleer.







Direkt am Strand mündet ein kleiner Fluss ins Meer.









Ein Sammeltaxi fährt vorbei und stoppt. Alle winken und begrüssen uns und ich soll unbedingt ein Foto machen! Touristen sind hier anscheinend wirklich eine Besonderheit^^





Wir schlendern etwas am Strand entlang, langsam nähern sich Kinder aus dem Dorf in der Nähe. Aha, scheint sich also schon rumgesprochen zu haben dass hier ein paar exotisch weisse Vögel sind *g*









Dann gehts zurück, wir wollen noch etwas schnorcheln und uns auch noch die Praia dos conchas, den Muschelstrand anschauen. In Neves ist inzwischen die Kirche aus.



Die Wäsche ist aber noch nicht fertig gewaschen ....!









Kinder am Wegesrand schreien DOS DOS DOS DOS !!!!! Sie wollen Süssigkeiten! Eigentlich wird es ja DOCE geschrieben, aber mit dem Portugiesischen habe ich noch so meine Probleme *g*


DOS DOS DOS !!!!!

Bald sind wir wieder am Wrack. Wir stellen das Auto am Strassenrand ab und steigen hier mit Schnorchel, Taucherbrillen und Flossen bewaffnet in die Fluten. Leider ist die Brandung recht stark und das Wasser sehr aufgewühlt, so dass wir fast nix sehen und von den Wellen hin- und hergeworfen werden und wir beschliessen die 500 Meter weiter zur Lagao Azul zu fahren!



Hier ist heute einiges los, die Einheimischen nutzen den Sonntag um einen Tag am Strand zu verbringen.





Wir schnorcheln eine gute Stunde und machen uns dann auf den Weg zur Praia dos Conchas. Auf dem Weg dorthin sehen wir Unmengen von bunten Krabben. Sie leben in sumpfähnlichen Gebieten mit Süsswasser vom fast täglichen Regen, ein Erdloch reiht sich ans nächste.













Dann kommen wir am Muschelstrand an. Es herrscht gerade Ebbe, auch hier findet man Baobabs direkt am Strand!



Ein paar Meter und einen kleinen Strand weiter findet man Felsenpools in den Lavasteinen, die bei Flut vom Meer gefüllt werden. Kinder nutzen sie zum Baden und haben sichtlich Spass.









Langsam verfinstert sich mal wieder der Himmel und wir beschliessen heimwärts zu fahren.











Unterwegs werden schon die Grills fürs Abendessen angeschürt!



In São Tomé Stadt angekommen ist das Wetter plötzlich wieder fantastisch, und die Stadt ist in ein herrlich warmes Abendlicht getaucht. So schnell kanns hier gehen, wenn nur immer so gute fotografische Bedingungen hier wären!















Jackfruitverkäufer stehen wie immer am Strassenrand.





Abends gehen wir in eine kleine Snackbar gleich um die Ecke essen, die uns von Nelson empfohlen wurde. Heiko nimmt Hamburger, ich entscheide mich für Fisch, Barrakuda. Am Nebentisch nimmt ein Herr Platz, der aufgrund seiner ungewohnt blassen Pigmentierung auch aus Europa zu stammen scheint. Wir kommen ins Gespräch, da er etwas isst was nicht auf der Karte ist - das erspähe ich mit meinen Adleraugen sofort! *g* Er setzt sich zu uns und lässt uns probieren: Buzió , eine Meeresschnecke, lecker zubreitet mit viel Knoblauch. Ich könnte mich reinlegen und der freundliche Herr überlässt uns diese landestypische Spezialität. Es stellt sich heraus dass er ein portugiesischer Geschäftsmann und auf Dienstreise ist. Unser Essen kommt und ist sehr sehr lecker, der Fisch ist mit frischen mir unbekannten Kräutern belegt und gegrillt. Feinst!



Wir unterhalten uns noch lange bis uns die Müdigkeit wieder auf unsere AMORFLEX, "ihre Matratze für heisse Nächte" zieht! Die Ohropax liegen leider zuhause in Deutschland im Nachtkästla .....

Gute Nacht!


🤩

Teil 514. Feb. 2011

24.01.2011 - Das Dschungelcamp, Part I

*kieeeeeeeeeeekerikiiiiiiiiiiiiieeeeeeeee* KRÄCHZ! Auch heute geben die Drecksgöger wieder alles. Naja, Urlaub auf dem Land halt! Aber es ist eh schon 7 Uhr morgens, also quälen wir uns raus. Auch heute Nacht hat uns Amorflex wieder orthopädisch verwöhnt. 😄
Aber wir befinden uns ja schliesslich nicht im Urlaub, sondern auf REISEN!

Unser Frühstück besteht wie gestern auch aus Kaffee, einer Thermoskanne heissen Wassers und einem Teebeutel (den wir uns wohl teilen sollen), Bananen, zwei Brötchen und zwei Spiegeleiern. Über die freut sich die kleine rote Mietz, die ich am liebsten eingepackt hätte. Ist die süss!!!!

Punkt 9 Uhr trauen wir unseren Augen kaum: der bei NAVATOURS bestellte Mietwagen ist tatsächlich pünktlich da: ein relativ neuer Allradwagen der Marke Honda. Es funktioniert also doch noch was in diesem Land! Na dann kanns ja heute losgehen in den Regenwald, wir sind schon sehr gespannt! Das Auto ist schnell beladen und die Strasse nach Trindade auch schnell gefunden.



Trindade macht einen quirligen und aufgeräumten Eindruck, da wir nicht sicher sind richtig zu fahren fragen wir Leute auf der Strasse nach dem Weg, alle helfen uns freundlich weiter. Auch hier ist die Freude gross unbekannte Leute zu sehen 🙂

Wir biegen im Ort links ab und nach wenigen Metern befinden wir uns auf einer Schotterstrasse, die sich entlang der steilen und zerklüfteten Berge im Regenwald bergauf windet.
Die Strasse wurde ursprünglich von den Portugiesen angelegt, um die Güter die auf der alten Plantage Bombaim angebaut und erzeugt wurden abzutransportieren. Roca Bombaim ist auch unser heutiges Ziel.



Unterwegs sehen wir immer wieder Wasser, das von den steilen dunklen Vulkanfelswänden zu unserer Rechten herunter rinnt. Kein Wunder, schliesslich regnet es hier jeden Tag.



Überall wachsen Moose und Farne! Die Luftfeuchtigkeit ist wahnsinnig hoch....



Wir sehen Spinnen am Wegesrand! Endlich mal Krabbler!



Grosse Urwaldriesen säumen die Strasse, auf jedem Baum wachsen Baumfarne, Bromelien und Lianen.



Rechts von uns erheben sich steil zerklüftete Berge, links gehts unbefestigt steil bergab in die Tiefe, ein Wasserfall reiht sich an den anderen. Die Vegetation ist grün und üppig, nur das Geschrei der Vögel und Frösche und das Tosen der Wasserfällt unterbricht die unglaubliche Stille.





Bei einem besonders schönen und grossen Wasserfall halten wir an und laufen ein Stück in den Dschungel hinein. Der Wasserfall hat einen Pool gebildet, der sich für ein erfrischendes Bad eignet!









Immer höher windet sich die Strasse, langsam wird auch die Luft etwas kühler. Nebelschwaden ziehen durch die Regenwälder, auf der Strasse sieht man vereinzelt Leute, sie halten den Bewuchs im Zaum.



Nach ca. einer Stunde auf der schmalen kurvigen Strasse kommen wir in Roca Bombaim an. Sie liegt wunderschön auf einem kleinen Plateau ca. 800 Meter hoch und bietet einen atemberaubenden Blick auf die umliegenden Berge und Nebelwälder.

Ein älterer Herr macht uns das Tor auf.



Das Herrenhaus selber ist restauriert und liegt eingebettet in einen tollen Garten. Es verfügt über 10 einfache Zimmer, die sich drei Bäder teilen.



Wie sich herausstellt sind wir die einzigen Gäste! Ein junger Mann, Dominik, kommt um uns das Haus und die Zimmer zu zeigen. Wir dürfen uns unser Quartier für heute Nacht aussuchen und entscheiden uns für das Zimmer auf der Veranda.







Beeindruckend sind auch die alten Buntglasscheiben!







Vom Speisezimmer geht es hinaus auf die kleine Terrasse, von hier überblickt man die umliegenden Berge und Täler. Wahnsinn, wie schnell hier die Wolken ziehen! Minütlich verändert sich das Bild!









Da wir nach dem mehr als mageren Frühstück mehr als hungrig sind und es irgendwie mal wieder versemmelt haben in Trindade nen Happs zu essen, fragen wir an ob es möglich wäre etwas Kleines zu Mittag zu bekommen. Gebucht haben wir nur das Abendessen. Kein Problem meint Dominik, er macht uns eben ne Kleinigkeit. Hoffentlich hat er uns auch richtig verstanden, denn er spricht nur französisch und das hab ich in der 12. Klasse abgewählt 😄
Aber Verständigung mit Händen und Füssen sind wir in diesem Urlaub ja schon gewöhnt *g*

Nach kurzer Zeit bemerken wir Rauch aus dem angrenzenden Schuppen und kurz darauf leckere Essensgerüche: AHA, anscheinend kam es doch an! Unsere Mägen freuen sich schon sehr! Zur selben Zeit braut sich über uns was zusammen .... die Wolken werden immer dichter und dunkler und die umliegenden Berge sieht man nun schon fast gar nicht mehr.

Und dann gehts auch schon los!





Über uns stürzt der Himmel ein, Wahnsinn, was für Regenmassen in kurzer Zeit hier runtergehen!

Nach einer halben Stunde ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Wir nehmen im Speisezimmer Platz und kurze Zeit später serviert Dominik auch schon unser Essen!







Leckerst! Es gibt gegrillten Segelfisch, der superfein gewürzt ist, Salat und frittierte Kochbananen. Als Nachtisch gibts Mangostinen, die nur hier auf der Roca wachsen, auf dem einzigen Baum im Land.

Danach mache ich mich auf in den Garten, um die wunderschönen Blumen zu fotografieren. Jeder Blumenladen in Deutschland würde vor Neid erblassen. *g*





















Ich entdecke den Sap-Sap Baum, aus dessen stacheliger Frucht ein sehr leckerer Saft hergestellt wird.





... sowie die obligatorischen Kokospalmen!



Danach machen wir uns auf und erkunden zu Fuss die Umgebung, wollen entdecken was sich in den alten Gebäuden der Plantage ca. 100 Meter weiter verbirgt! Nebelschwaden ziehen wieder durch die Wälder um uns, die absolute Abgeschiedenheit und der morbide Verfall der Häuser sorgen für eine unheimliche Atmosphäre!











Pflanzen dringen in das Innere der Häuser ein, der Dschungel erobert sich die Zivilisation zurück.





Natürlich kommen auch gleich wieder Kinder neugierig angerannt. Was sie wohl wollen? Klar, Fotos! 😄







Für uns scheint es unglaublich, aber die Menschen leben in diesen Ruinen. Alles was noch nicht ganz verfallen ist wird bewohnt ....











Trotz dieser grossen Armut sind die Menschen freundlich und fröhlich, nur sehr wenige betteln. Die meisten leben hier im total runtergekommenen alten Hospital .... ehrlich gesagt trauen wir uns gar bis ganz nach hinten, da es für uns respektlos erscheint, v.a. das Fotografieren.

Da es schon dämmert und die Dunkelheit hier sehr schnell hereinbricht, machen wir uns auf den Weg zurück zum Herrenhaus. Wir setzen uns noch ein paar Minuten auf die Veranda vor unserem Zimmer, beobachten die Nebelschwaden über den bewaldeten Gipfeln und lesen - bewaffnet mit Stirnlampen! Fledermäuse fliegen über unsere Köpfe hinweg. So langsam aber sicher ist es stockfinsterste Nacht und das Licht geht auch noch nicht, da der Generator noch nicht an ist. Und so hocken wir in absoluter Dunkelheit *huibuuuuuuuh* ^^
Irgendwann sehen wir den Schein einer Taschenlampe auf unser Herrenhäusle zukommen! Zu Hülf, wer wird das denn sein? Es ist Dominik, und er startet unseren Freund des Urlaubs, "the Generat0r!"

Besser gesagt: er versucht es, denn es klappt nicht ganz. Nach einiger Zeit: Schritte aus der Dunkelheit es auf der Veranda und Dominik eröffnet uns, dass der Generator wohl defekt sei. Er würde uns aber trotzdem was kochen, ob es ein Problem sei nur mit Kerzenlicht zu essen? Wir meinen nur "nöööööööööö" und kichern, schliesslich sind wir ja heute im Dschungelcamp und das jetzt auch noch mit Candlelightdinner! 😎

Nach einiger Zeit erscheint Dominik wieder und meint das Essen wäre fertig. Wir huschen durch das leere, dunkle riesige Haus und jeder unserer Schritte knarrt auf den alten Holzdielen. Ist das gruselig!!!!!

Im Speisezimmer brennt eine einzelne Kerze, Dominik hat Hühnchen mit Kochbananen gezaubert. Als Nachtisch gibt es Sap-Sap! Er werkelt mit einem Handy als Lichtquelle (!!!) bewaffnet in der stockfinsteren Küche rum und Heiko leiht im seine Stirnlampe, über die er sich sehr freut.

Wir geniessen unser einsames Dinner und gruseln uns schon etwas vor der Nacht. Dann machen wir uns mit einem Bier und Limo auf den Weg zu unserem Zimmer und setzen uns noch kurz auf die Veranda. In den alten Gebäuden der Plantage, die wir am Abend angeschaut haben, ist inzwischen Leben eingekehrt. Die Menschen unterhalten sich lautstark in einer sehr fremd klingenden Sprache, die wir nicht verstehen - kreolisch -, singen und ein Mann, dem der Palmwein wohl an dem Abend recht gut geschmeckt hat singt bis tief in die Nacht klagend immer wieder das selbe Lied. Unheimlich ist das! Blöderweise lese ich grad auch noch das Buch "Ritualmord", in dem es um grausame Riten in Afrika geht
😄
Überall knackt und knarrt es, und irgendwann schlafen wir in unseren klammen Betten ein.

Nachts muss ich Dank des Bieres noch mal raus und husche durch das dunkle verlassene alte riesige Haus, ich komme mir vor wie ein Gespenst. Im Bad sehe ich dass wir doch nicht ganz so alleine sind, und auch wenn viele jetzt entsetzt wären, ich fühl mich durch diesen Mitbewohner schon fast wie zu Hause 🤩



Gute Nacht!













😄

Teil 616. Feb. 2011

25.01.2011 - "gibts hier einen Fuchsbandwurm?"

*kiiiiiiiiiiiiiiiiekerikiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiekräääächz* wie hätte es anders sein können, natürlich gibts auch hier wieder Göger, die denken dass die Welt sie ruft und sie antworten müssen. Ich beschliesse dass in Zukunft mehr Huhn auf meinem Speiseplan stehen wird!

Wir packen unsere Sachen zusammen und gehen frühstücken. Es ist wieder sehr bewölkt und regnet auch ein bisschen.


Im Bild zu sehen: "The Generat0r"! 😄

Eigentlich wollten wir heute nen Walk mit Dominik in den Regenwald machen, aber wir zweifeln langsam dran ... erstmal zieht der Himmel immer mehr zu und zweitens -das grosse Problem des Urlaubs, das sich wie ein roter Faden durchzieht-: selbst wenn er uns was erklären will, wir verstehen es ja nicht. 🙁
Gestern habe ich versucht ihn zu fragen ob es hier Vogelspinnen gäbe. "Tarantula (englisch), Mygale (francais), Samangungu (Portugiesisch/kreolisch), zum Schluss zeichne ich eine Vogelspinne in Originalgrösse und anatomisch korrekt .... keine Chance. Er weiss zwar dass ich eine Spinne meine, aber nicht was für eine und auch nicht dass ich wissen will ob sie hier vorkommt. Wenn ich gewusst hätte wie schwierig die Verständigung ist hätte ich mir von daheim Bilder mitgenommen .....

Das Frühstück besteht aus einem leckeren knusprigen Omelette mit vielen frischen Kräutern und Chili, frischen Früchten, Weissbrot, Honig, Zimttee und Kaffee. Wir beschliessen gleich danach zu fahren und uns selbst im Regenwald noch etwas umzugucken. Eine Überraschung gibts allerdings noch: Dominik hat die Kinder angewiesen, nach Spinnen zu suchen und so präsentiert er mir jetzt eine kleine Auswahl in Blechdosen - nur leider keine Vogelspinnen. Hätte mich ehrlich gesagt auch gewundert...... Ein Exemplar auf einer Zeitung liegt leider in den letzten Zügen 🙁



Und so düsen wir los, wieder durch den dichten Regenwald. Unterwegs steigen wir immer wieder aus und machen kurze Abstecher, nur leider kommt man nicht weit da es links steil bergauf und links unbefestigt nicht minder steil bergab geht.











Immer wieder rinnt Wasser durch die zerklüfteten Täler.





Bananenstauden säumen die Strasse.











Am Wegesrand sehen wir immer wieder kleine rote Früchte, Dschungelhimbeeren! Die muss ich natürlich gleich probieren, einen Fuchs incl. Bandwurm gibts hier ja nicht!




- Dschungelprüfung! -

Lecker!!!! Ein paar sind schnell gefangen und ergeben ein leckeres zweites Frühstück. Heiko mag keine probieren da sie ja rot sind. 😛

Farne säumen die Böschung. Hier ist wirklich fast jedes Krümelchen Erde grün! Auch die Bäume werden bewachsen.







Unterwegs entdecken wir immer wieder Kakaobäume mit Früchten!







Und auch Pilze unterschiedlichster Grössen, Formen und Farben gibt es!



Endlich entdecken wir wieder eine Spinne! Es ist eine Radnetzspinne, ihr Netz glänzt golden im diffus einfallenden Sonnenlicht!







Immer wieder sehen wir die Bäume, auf denen die so beliebten und überall angebotenen Jack-Früchte wachsen.





In Trindade hat uns die Zivilisation wieder (auch wenn Heiko das anders sieht ^^)! Diesesmal fahren wir in Richtung Santana! Wir wollen uns den Club Santana anschauen, um dort eventuell im Anschluss an unseren Aufenthalt auf der Schildkröteninsel ganz im Süden zu bleiben. In Santana selbst bietet sich das schon bekannte Bild aus anderen Ortschaften. Und: DOS DOS DOS DOS!












Hier wird lecker Palmwein verkauft! Passend dazu gibt es Stoffe und Maiskolben!


Könnte ich auch mal wieder brauchen: ein Schönheitssalon !!! Nebenan: eine Boutique!

Gleich nach dem Ortsausgang gehts links runter zum Club Santana, man fährt dabei mal wieder durch tropischen Regenwald, die Strasse geht recht steil bergab. Die Anlage ist schön gemacht, wir lassen uns einen Bungalow zeigen (sehr hübsch!) und sehen uns den Strand an. Eine Nacht kostet hier 185,-- Euro incl. Frühstück. Vollpension nochmal + 50,-- Euro p.P. ....



Der Club liegt ziemlich nahe an der Stadt, am Strand ist einiges los.



Wir sind recht sicher dass wir hier 1-2 Nächte bleiben wollen. 🙂 Aber erstmal müssen wir weiter Richtung Süden, das Ziel für heute ist die kleine Stadt São João dos Angolares. Nach Santana wird die Strasse zunehmend schlechter!


Achtung: gleich gehts wieder los ....!


DOS DOS DOS DOS !!!!!

Wir passieren die grosse alte Plantage Água Izé, sie wird heute noch bewirtschaftet.



Direkt dahinter befindet sich die älteste Attraktion der Insel, die Boca do Inferno. Je nach Seegang spritzt das Wasser hier bis zu 30 Meter in die Höhe!





Und weiter gehts!


DOS!

Unser nächster Stopp ist Praia Micondó, ein hübscher heller Strand, an dem wir auch wieder ganz alleine sind! Der Strand ist ein Traum !!!







Wie so oft mündet auch hier ein Fluss ins Meer. Suchbild: wo ist der Eisvogel? 🤩





Wir passieren kleine Ortschaften, die Strasse wird immer grottiger. Aufgrund der tiefen Schlaglöcher gehts oft nur im Schritttempo voran. Wie die Schnecken schleichen wir also vorwärts!








Gut ausgebaute Strasse!





Dann endlich kommen wir in São João dos Angolares an. Als erstes begrüsst uns die Roca, die sich auf einem Berg gebaut hoch über den Ort erhebt. Na da fahren wir doch gleich mal hin, mein zweites Frühstück Dschungelhimbeeren hat nicht lange angehalten und der Magen knurrt! Wenn wir Glück haben bekommen wir ja noch was zu essen, es ist schon kurz nach 14 Uhr.






Das alte Hospital







An der Türe werden wir freundlich hereingebeten und gehen nach draussen auf eine luftige grosse Veranda. Man überblickt die Stadt und überall stehen Kunstgegenstände herum. Hui, hier weht immer ein angenehmes Lüftchen!





Neben wenigen anderen Gästen sitzt ein älterer Herr alleine an einem Tisch. Ich frage ob wir hier essen können und er deutet freundlich auf einen Tisch und antwortet auf Französisch, ob wir Mittag essen wollen. Juhu, also darf ich meine verschütteten Französischkenntnisse mal wieder ausgraben!

Wir nehmen Platz und freuen uns auf unser Essen. Gleichzeitig überlegen wir wie wir weiter verfahren wollen: wir haben unseren Mietwagen ja noch bis morgen früh, dann müssten wir ihn theoretisch wieder in São Tomé Stadt abgeben. Blöd, denn das liegt in der entgegengesetzten Richtung zu unserer nächsten Station, der ganz im Süden der Insel vorgelagerten Ilheu das Rolas!
Ich überlege: am liebsten würde ich hier übernachten, die Roca schaut sehr schön aus, die Atmosphäre ist einfach toll und das Lüftchen aufgrund der Lage sehr angenehm.

Der Plan ist nun: wir übernachten hier, rufen bei AVIS an und fragen, ob wir den Mietwagen auch morgen früh hier abgeben können und jemand kommen und den Wagen in Empfang nehmen kann. Morgen nehmen wir dann ein Taxi in der Stadt hier für den Retsweg zum Bootsanleger ganz im Süden der Insel bei Porto Allegre. Den Plan versuche ich dem Chef hier auf Französisch zu verklickern, er meint es ist kein Problem, Zimmer wären frei, *freu* er hat mich also verstanden! HAHA!

Da ich hier fürs francais zuständig bin, schicke ich den Mann (= Heiko) ans Telefon um den Rest mit AVIS auf englisch abzuklären! Leider versteht Heiko das Englisch des Mitarbeiters nicht und so rede dann doch wieder ich am Telefon. (.....) Wir verbleiben so, dass jemand um 10 Uhr kommt und den Wagen in Empfang nimmt und uns dann noch mit dem Auto nach Porto Allegre fährt! Und das alles für nur 20 Euro mehr, super, das ist geritzt! Ich wiederhole es sicherheitshalber 3x und kriege dreimal ne Bestätigung in kaum verständlichem englisch, jawohl, so machen wir das! Na denn! Wenn das mal klappt ..... das Boot geht angeblich um 12 Uhr mittags.

Dann können wir uns ja jetzt unserem Lunch widmen!

Auf der Veranda sind alle Zutaten aufgebaut, die verkocht werden. Mjamm, das steigert die Vorfreude aufs Essen und verkürzt die Wartezeit bis es los geht! 🤩




- Kaffee -


- Okras, tomatenähnliche Wesen, Bohnen-




- Süsskartoffeln -


- Ananas -




- Karambole -


- Pfeffer -


- Gurken, Zuckerrohr -


- Kürben, Papaya -


- Paprika -


- ausserirdisches Gewürm -


- Auberginen –


- Bananen –



- Kokosnüsse –




- Jackfruit -


Hier wird gekocht!

Dann kommt unser Essen. Wir haben nicht gefragt was es kostet und kriegen langsam die Krise: eine kleine Leckerei nach der anderen wird frisch für uns zubereitet und in Häppchen serviert, locker 8 Gänge, viel frischer Fisch, z.T. mit Kapernsauce mit Vanille mariniert etc .... eine grandiose Mischung aus französischer Haute Cuisine und kreolischer Küche! Wir schlemmen uns bis zum Hauptgang, mariniertem und gegrillten Schwertfisch! Dann gibts noch Früchte als Dessert, leckeren Kaffee und dazu kandierte Kokosspäne, eine landestypische süsse Spezialität. Wahnsinn!

Dazu ein super Ausblick, was will man mehr?



Nach dem Essen machen wir unser Zimmerchen klar, wir bezahlen 38,-- Euro incl. Frühstück, und pro Essen 12,-- Euro p.P. ! Heieieieiei hier würden wir auch noch ein paar Tage länger bleiben! *g*





Unser Zimmerchen



Die einfachen Bäder teilt man sich mit dem Nebenzimmer.



Auf der umlaufenden Veranda laden Stühle zum Verweilen ein. Wir kramen unsere Bücher raus und schmökern, lassen den Blick immer wieder in die Ferne über das Meer und den Regenwald schweifen. Herrlich! Hier kann man´s aushalten!









Langsam wird´s dämmerig. Nebelschwaden durchziehen die Berge über uns und die Sonne geht unter. Was für eine tolle Atmosphäre!





Zum Abendessen gehen wir wieder auf die herrliche luftige Veranda. Wir haben eine nette Holländerin –Gerda- kennen gelernt, die das Zimmer neben uns bewohnt. Sie ist 4 Wochen hier auf der Insel. Wir essen gemeinsam zu Abend, das Essen ist wieder sehr sehr gut, wenn auch zum Glück nicht so üppig wie das Mittagessen: ein feines Süppchen und danach gegrillten Oktopus. Eigentlich haben wir noch gar keinen Hunger, aber wir wollen uns hier nix entgegen lassen *g*

Um uns herum raschelt der dunkle Regenwald, unter uns glitzern vereinzelte Lichter der Stadt. Fledermäuse ziehen ihre Kreise und in der Ferne bellen ein paar Hunde. Nach dem Festmahl nehme ich mir noch ein leckeres Bier mit und knipse auf der Veranda vor unserem Zimmer meine Stirnleuchte an. Gespannt lese ich das letzte Kapitel meines grausigen Buches „Ritualmord“ zu Ende und lausche dabei den Geräuschen der Nacht. Dann geht’s ab ins Bett!

Gute Nacht!

Teil 717. Feb. 2011

26.01.2011 - "waitin´for my man, Part II"

Na, wer hatte gehofft es gäbe hier in diesem Kaff keine Göger? Aber langsam gewöhnen wir uns dran, es ist halt doch recht ländlich hier *g*

Wir haben ganz gut geschlafen und machen uns auf zum Frühstück. Es gibt Weissbrot, Butter, Honig und ganz leckere selbstgemachte Marmeladen sowie eine grosse Auswahl frischer Früchte. Dazu feinen Kaffee ... mmmmmh lecker! 🙂

Bis es 10 Uhr ist haben wir unsere Sachen gepackt und setzen uns auf die Veranda und warten. Jetzt wollte ja eigentlich jemand kommen der uns nach Porto Allegre fährt. Kurz vor halb 11 werde ich langsam nervös - es ist immer noch niemand da. Ob´s mal wieder an der Verständigung lag? 🙁 Plötzlich steht ein junger Mann da und meint, er wäre der Fahrer. Er spricht sogar ein klitzekleines bisschen Englisch, Wahnsinn!

Koffer und Tasche sind schnell verladen und er meint er bekommt 25,-- Euro von uns. Nene, so haben wir nicht gewettet, langsam sind wir´s ja gewohnt dass hier ständig nachgekartelt wird. Wir sagen ihm ausgemacht sind 20,-- Euro, wenn er damit Probleme hätte könne er gerne seinen Chef in der Stadt anrufen ....
Anscheinend hat er da drauf aber auch keine Lust, und so steigen wir ein und düsen los. Im Gegensatz zu uns brettert der ganz schön über die Schlaglöcher! Begleitet wird das Ganze vom obligatorischen DOS DOS DOS Geschrei, sobald wir an Menschen vorbeifahren.

Nach etlichen Kurven und rauf und runter haben wir plötzlich einen tollen Blick auf den Cão Grande, einen Vulkanschlot!



Und weiter geht´s die enge kurvige Strasse entlang, über morsche Brücken und grosse Flüsse, die das Regenwasser aus dem Landesinneren ins Meer führen.








Dann plötzlich hat man das Gefühl dass man direkt auf den Cão Grande zufährt. Links und rechts der Strasse sind de Palmölplantagen gerodet worden, wie ich später erfahre um neue junge Palmen zu pflanzen. Als ich unseren Fahrer frage versteht er mich natürlich wieder nicht -.-





Bei den gerodeten Palmen kreisen hunderte grosser Adler oder Bussarde in der Luft und sitzen auf der Strasse. Unser Fahrer gibt Gas und hält auf die Vögel zu! Ich glaub ich spinne!
Und tatsächlich, er erwischt mit dem Auto einen der Vögel im Flug ..... er setzt zurück um sich das arme Tier zu greifen. Das ist zum Glück nur benommen und kann rechtzeitig davonfliegen. Unser Fahrer vermittelt uns mit Gesten dass die Vögel sehr gut schmecken und in São Tomé als gutes Essen gelten. Die sollen mal lieber anfangen ihre krähenden Hähne zu fressen!!! 😠







Wir passieren den kleinen Ort Monte Mario und sind nach wenigen Kilometern bei Ponta Baleia, dem Anlegesteg von dem aus das Boot nach Das Rolas Island ablegt.



Es ist halb 12 Uhr, wir haben also ne Stunde gebraucht. Ein Blick auf den ausgeschriebenen Bootsfahrplan zeigt: das Boot fährt um 10 Uhr und das nächste erst um 15:30 Uhr. Na klasse! Da war AVIS wohl nicht ganz up to date oder es war ihnen einfach wurscht (ich vermute letzteres).
Wir laden erstmal unser Gepäck aus. Unser Fahrer möchte nun neben den 20,-- Euro noch Spritgeld für die Rückfahrt haben. Jetzt langt´s aber echt! Wir verklickern ihm etwas angefressen dass der Tank halbvoll ist und wir das Auto leer übernommen haben. Mit dem halben Tank kommt er 5x heim nach São Tomé Stadt!

Wir lassen ihn einfach stehen und setzen uns in den Schatten. Leider spricht von den Menschen hier auch keiner englisch oder französisch. Uns wird dauernd auf eine Tafel gezeigt wo steht dass der Bootstransfer nach Das Rolas 35,-- Euro p.P. kostet. Ich erkläre dass wir für die nächsten 5 Nächte Hotelgäste dort sind und ich sicherlich keine 70,-- Euro zusätzlich für einen Bootstransfer zahle. Irgendwann komm ich drauf was man mir sagen will: das reguläre Boot ist kostenfrei, aber will man ausserhalb der Zeiten rüber, blecht man, und nicht zu knapp.
Das seh ich aber nicht ein. Entweder wir warten einfach die paar Stunden, oder wir versuchen Kontakt mit Rolas aufzunehmen dass wir da sind - vielleicht holen die uns ja? Ein Mann hat ein Funkgerät und funkt Rolas an - ich glaube langsam kapieren die was wir wollen. Heiko geht ans Funkgerät und erzählt mir dann was von 15 Minuten. Leider hat die Kommunikation wohl doch nicht so geklappt .... denn auch nach 30 Minuten holt uns keiner ab.

Aber was soll´s.... wir haben Bücher da und Getränke und einen schattigen Platz mit tollem Blick aufs Meer. Leve leve ... das Motto der Einwohner São Tomé e Príncipes .... 🤩

Wir setzen uns mit unseren Büchern hin und geniessen den Ausblick aufs Meer, schauen den Fischern zu, die hier anlegen, ihre Netze säubern und die Fische verladen!













Von hier aus hat man auch einen guten Blick auf das alte Plantagenhaus von Porto Allegre!



Dann endlich kommt das Boot! Wir legen ab Richtung Ilheu das Rolas!





Die Überfahrt dauert nur 15 Minuten. Wir sehen als erstes das Restaurant, das am Nordzipfel der Insel liegt!



Beim Anlegen werden wir als erstes von einer jungen Dame mit feuchten wohlriechenden Handtüchern empfangen. Ich komm mir vor wie im Flugzeug - halt nein, bei white gabs sowas ja nicht. 😛

Drei Schritte weiter überreicht man uns jeweils eine mit einer Blüte geschmückte, kalte Kokosnuss mit Strohhalm. Lecker! Wir kommen uns vor wie im Paradies ^^

Die Rezeption ist gleich am Anlegesteg und ich werde schon empfangen: "Misses Jeannette?" Jawoll, das bin ich! Nach ca. 5 Sekunden habe ich meinen Bungalowschlüssel, einen Plan der Insel und ein paar Formulare in der Hand und unser Gepäck ist schon auf dem Weg zum Zimmer. So muss das sein!


- Rezeption -


Die kleine Kapelle am Anlegesteg.

Die Anlage ist etwas renovierungsbedürftig, aber wunderschön. Wir werden gebeten gleich ins Restaurant zu gehen, da wir Vollpension gebucht haben und es ja schon recht spät ist.


- der riesige Meerwasserpool -


- eine der Bars -


- Blick von der Bar über den Pool und auf den kleinen Vukanberg -

Auf den Holzplanken fühlen sich die heimischen Eidechsen wohl.





- Der Weg zum Restaurant -

Das Restaurant liegt wunderschön ganz im Norden der Insel und ist nach allen Seiten offen. Zu beiden Seiten hat man Blicke auf die hellen Strände der Insel und die Felsformation, die sich im Norden aus dem Wasser erhebt. Wir nehmen Platz und bestellen Suppe (Heiko) und Salat (ich), sowie gegrillten Fisch und Scampis. Die Portionen sind riesig und sehr lecker, dazu gibt es Pommes Frites aus Brotfrucht und Gemüse. Dazu ein leckeres kaltes Bier, was will man mehr!

Vollgefuttert laufen wir wieder zurück und schmeissen uns schnell in unsere Badesachen und legen uns ans Meer.











Leider wird es ziemlich schnell finster. Wir gehen duschen und lesen noch etwas in unserem geräumigen Bungalow, denn schon bald gibt´s ja wieder Abendessen! Was ein Stress! *g*

Noch gar nicht hungrig machen wir uns auf den langen Weg zum Restaurant. Es ist immer noch sehr heiss und schwül, und so laufen wir durch die Dunkelheit und sind nass geschwitzt, als wir im Restaurant ankommen. Neben uns sind nur zwei andere Gäste da, und so gibt es kein Buffet -was mir sehr recht ist- sondern a la carte. Wir bestellen wieder Fisch, denn der war sehr sehr fein!
Über uns glitzert endlich mal ein toller Sternenhimmel und die Wellen schlagen auf beiden Strandseiten auf den Strand auf. Wir werden heute nicht alt und so zieht es uns bald in die Federn. An der Aussenlampe unseres Bungalows haben sich schon einige Geckos eingefunden. Ich beobachte sie noch kurz und dann schlafen wir auch schon zum Rauschen des Meeres ein!

Gute Nacht!
🙂

Teil 818. Feb. 2011

27.01.2011 – Der Pelzmärtelmörder schlägt zu!


*morgäääääääääääääääääääääääääähn* ....... *ausstreck* .... heute haben wir sogar mal fast ausgeschlafen! Kein Gekrähe, kein Lärm, nix ... was für eine himmlische Ruhe 😄 Die Betten sind ganz gut, und so sind wir recht ausgeruht.

Wir wollen den Tag heute langsam angehen lassen und mal so richtig ausspannen. Das Frühstück ist okay, es gibt frisches Obst (Papaya, Ananas, Melone, Bananen), es gibt Cornflakes, Toast, Brötchen, Honig, Marmelade, Schinken und Käse. Und natürlich leckeren frischen Fruchtsaft –Papaya mit Zitrone- , Tee, Kaffee und Kakao.

Wir geniessen mal wieder den tollen Ausblick vom Restaurant aus und machen uns danach auf um Praia Café, einen kleinen Strand eine Bucht weiter zu erkunden. Am Anlegesteg und der kleinen Kapelle geht es vorbei, Schweine begrüssen uns, sie sind hier im kleinen Dorf heimisch und und haben die ganze Insel als Auslauf. Was für ein Leben für ein Schwein! 🙂













Unterwegs geht’s vorbei an riesigen Ansammlungen von alten Kokosnüssen – die ganze Insel ist von Palmen bewachsen, und die reifen Früchte rollen die kleinen Vulkanberge hinab und sammeln sich unten auf dem kleinen Weg!







Wir entdecken Spinnen! Direkt hinter dem schmalen Uferpfad erhebt sich der Vulkankegel, dicht bewachsen mit tropischer Vegetation.







Ein altes verrostetes Wrack liegt am Strand.





Praia Café ist ein wunderschöner weisser Sandstrand, der von Palmen und schwarzen Vulkanfelsen gesäumt ist. Wie üblich haben wir ihn ganz für uns allein J Auch von hier hat man einen tollen Blick auf die gebirgige Insel São Tomé!





Das Meer schillert in allen Türkistönen. Hier soll man auch super schnorcheln können, das wollen wir morgen gleich mal ausprobieren. Heute ist Entspannung pur angesagt, einfach mal die Seele baumeln lassen, die Wellen beobachten und im herrlich warmen Meer baden. Wir sind ja zum Glück noch ein paar Tage auf diesem paradiesischen Stückchen Erde 😉





Am Strand entdecken wir Einsiedlerkrebse und Krabben!





Wir baden und geniessen den wunderschönen Strand und die Einsamkeit. Dann geht’s wieder zurück, das Mittagessen ruft!



Es gibt wieder á la carte, und wieder ist es sehr sehr fein! Dann zieht sich der Himmel schlagartig zu. Über der Insel São Tomé ballen sich dichte Wolken, und nach wenigen Minuten erkennt man die Silhouette der Hauptinsel auf der anderen Seite des Meeres überhaupt nicht mehr. Ein tiefes Grollen verkündet das nahende Gewitter, und schon öffnet der Himmel seine Schleusen und ein riesiger Schwall warmen tropischen Regens ergiesst sich über uns. Wir flüchten zu unserem Chalet, springen schnell unter die Dusche und beobachten dann von unserer Terrasse aus das Spektakel. Wahnsinn !!! 🤩







20 Minuten später ist der Spuk auch schon wieder vorbei J Gefühlte Luftfeuchtigkeit nun: 150%





Wir machen uns wieder auf den kurzen Weg zum Strand direkt vor unserem Chalet. Unterwegs sehen wir die beiden grossen Einsiedlerkrebse, die mir gestern schon aufgefallen sind. Die Gauner poppen seit gestern! Inzwischen haben sie sogar schon 4 Zuschauer (uns nicht mitgerechnet)! Die Kleinen wollen wohl noch was lernen ..... Tztztz 😊



Wir lassen den Nachmittag faul am Strand ausklingen! Lesen, baden, Muscheln suchen, schmökern! Ich widme mich meinem Vollidioten von Tommy Jaud, Heiko liest passend zur winterlichen Jahreszeit den Pelzmärtelmörder – „fränkische Kriminalgeschichten zur Vorweihnachtszeit“. Dauernd verdreht er die Augen und jammert – eine Kurzgeschichte ist doofer als die andere. Auch ich kann dieses Buch keinesfalls empfehlen! 😄





Abends gibt’s mal wieder feinen gegrillten Segelfisch und Gambas! So langsam aber sicher realisieren wir, dass es lebensmittelschwangertechnisch keine so gute Idee war, hier so lange abzusteigen: das Höschen das vorher etwas lockerer sass sitzt schon wieder recht spack! 🤩



Der Superbock schmeckt vorzüglich süffig und gibt die nötige Bettschwere. Hachja, Nixtun kann auch sooooo anstrengend sein! Aber morgen, da werden wir aktiv! Gute Nacht ^^

Teil 920. Feb. 2011

28.01.2011 - "rien ne vas plus" oder nix geht mehr - Casino Royale!

"uaaaarghssss" ....mit einem riesen Brand wache ich nachts auf. Ich krieg die Mineralwasserflasche nicht zu fassen, also knipse ich die Nachttischleuchte an. Leider tut sich nix, es bleibt stockfinster.
Mein Fuss stupst rüber zum schnarchenden Mann.

"Mann?"
"mhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh?????"
"mach mal Dei Licht an, meins geht net und ich hab Doschd!"
(Rumgepolter)
"meins geht auch net!"
(man hört wie eine Decke übern Kopf gezogen wird) 😵

Toll. Mmh, die Klimaanlage läuft auch nicht mehr. Ich taste nach der Taschenlampe, trinke was und tapse ins Bad, nicht dass mich das viele Mineralwasser dann noch mal raus haut . Dann schlaf ich wieder ein.

Als wir früh zur Türe rausspitzen um die Wetterlage zu inspizieren entdecken wir zwei grosse 5 Liter Kanister Mineralwasser vor unserer Chalettüre. Warum sie dort rum stehen stellt Heiko nach seiner ersten guten Tat des Tages fest: die Klospülung funktioniert nicht. Aus dem Wasserhahn kommt auch nix.

Naja gehen wir halt frühstücken. Auf unserer Veranda wartet schon der Manager auf uns. Also, wie solle er´s sagen, es gäbe da ein Problem: der Generator sei kaputt gegangen und auch der kleine Ersatzgenerator liefe nur immer 2 Minuten und bräche dann zusammen.
Wir sollen erstmal frühstücken gehen, um halb 10 Uhr ginge das Boot und wir würden erstmal in São Tomé City im noch teureren ***** Pestana Hotel untergebracht. Ohne Strom ginge hier gar nix mehr und in den Chalets würde es auch unerträglich heiss. Wir scheinen in diesem Urlaub irgendwie kein rechtes Glück mit Generatoren zu haben!

Na klasse .....eigentlich wollte ich meinen 29. Geburtstag morgen hier auf der Insel verbringen und nicht in dem 5 Sterne Bunker in der Hauptstadt! .... aber was will man machen wenn nicht mal die Dusche geht. Denn stinkert will ich an meinem Wiegenfeste nicht sein und darben schonmal gleich gar net! 🙁

Nach dem Frühstück packen wir also wieder unsere Koffer. Per Boot geht es mit einem angolanischen Paar das auch Urlaub hier macht zurück aufs Festland und mit dem Allradjeep weiter die kurvige Küstenstrasse nach São Tomé.






Bye-bye Rolas .....


… wieder vorbei an Porto Allegre….


... gut in Schuss gehaltenen Brücken bei Monte Mario ....


.... wo heute mal Geschirrwaschtag ist!


In São João dos Angolares sehen wir Tankstellen ...


... Bars ....


... Stoffläden mit respektabler Auswahl ...


.... Boutiquen ....


.... den ganzen weiten Weg wieder zurück ...


.... vorbei an Àgua Izé ...


..... Santana ....



Nach gut 2 Stunden erreichen wir das grosse Hotel und checken problemlos und schnell ein. „Misses Jeannette?“ ... jo... die bin ich immer noch.







Die Zimmer sind grosszügig und schön möbliert. Toll ist auch das Spannerfenster ins Bad, durch das ich Heiko beim Duschen beobachten kann 😎 *hihihihi*



Ein Blick aufs Fernsehprogramm ... und Abgründe tun sich auf 😄



Wir machen uns frisch und gehen erst mal was essen. Das Restaurant bietet sehr gute gehobene Küche. Da wir in Das Rolas Vollpension hatten, zahlen wir auch hier nur die Getränke. 😛 Jawoll, soooo mag ich das! Wobei die immer noch teuer genug sind .... ein Bier 0,33L 4,-- Euro ... da ist die Wiesn günstig dagegen! Einen Billigrausch gibt das hier net!

Am Pool lassen wir den Nachmittag ausklingen. Dunkle Wolken ballen sich mal wieder bedrohlich über der Hauptstadt, aber es regnet nicht ab.











An der Rezeption sagt man uns, dass wir morgen früh um 10 Uhr zum Inselresort zurück können und heute Abend ein Barbecue im Hotel Miramar, das auch zum Pestana gehört stattfindet. Ja super! 🙂

Dann wollen wir noch bei Signore Claudio Corallo vorbeischauen, der hier eine Schokoladenfabrik hat und vom Kakaoanbau bis hin zur Vermarktung alles selber macht, angeblich die beste und purste Schokolade der Welt. Er ist Italiener und wir haben in den ersten Tagen sein Haus nicht gefunden, da er nicht mal ein Namensschild am Zaun hat. Ein Taxifahrer (Pauschalpreis laut Hotel: 10,-- Euro, wir machen umgerechnet 2,-- Euro aus, wahrscheinlich immer noch viel zu viel) bringt uns hin und klopft. Niccolo, der Sohn des Hauses -und überaus fescher junger Italiener mit perfektem Englisch- macht uns auf, leider arbeiten sie grad und wir vereinbaren einen Besuchstermin für unseren letzten Urlaubstag, wenn wir wieder hier in der Hauptstadt sind. Denn der Flieger geht schon früh um 7 Uhr heim ....

Wir schlendern noch etwas durch die Stadt, die wieder in ein tolles Spätnachmittagslicht getaucht ist!


... auch zum Markt zieht es uns wieder....


... vielleicht noch ein hübsches Kleidchen für daheim erstehen?


... oder evtl. etwas Trockenfisch?


(ich glaube lieber nicht)


Superbock, Coca Cola und DOS DOS DOS … was will man mehr? ^^


FC Bayern, Stern des Südens! Auch im Urlaub steh ich zu meinem Verein! 🤩









Am Hafen ist auch wieder einiges los.... immer noch kommen Fischerboote und bringen ihre Beute ans Land!

















Wir nehmen dann wieder ein Taxi zum Hotel.

Wir machen uns fesch und ein Shuttlebus fährt uns die nur 200 Meter zum Miramar. Das war bis zum Bau des neuen Pestana 2008 das erste Haus am Platz und strahlt gediegene Eleganz aus. Riesige Grills sind auf der grossen Terrasse aufgebaut sowie ein tolles Vorspeisen- und Nachtischbuffet.





Rotwein und Wasser sind incl. und werden nachgeschenkt. Ich überlege ob es zu frech ist gleich um die ganze Pulle zu bitten damit die Damen und Herren nicht so oft rennen müssen 😛, aber das ist mir dann doch zu dreist. Und so müssen sie halt ständig laufen, selber schuld. Der Wein ist aber eindeutig zu warm - zimmerwarm ist halt hier bei den klimatischen Verhältnissen eindeutig too much *g*
Ich trinke schneller als sie gucken und laufen können (man bedenke dabei aber die immense afrikanische Schnellig- und Geschäftstüchtigkeit). 😄
Da wir ja Vollpension gebucht haben zahlen wir auch dieses Mal nix.



Das Essen ist fein und der Rote tut sein Übriges: müde machen wir uns auf den Heimweg und schauen noch kurz im Hotel Casino vorbei, um Haus und Hof zu verspielen. Das besteht nur aus Automaten und ist recht enttäuschend. Also schnell aufs Zimmer und so verpenne ich schnarchend meinen Geburtstag um 00.00 Uhr *hihi* 😎

Teil 1022. Feb. 2011

29.01.2011 – DSCHUNGELPRÜFUNG! (...fast)


Hach was sind die Betten hier wieder herrlich, ich habe gut geschlafen! Ich starre den Mann so lange an bis er aufwacht 🙄 und warte dann bis er anfängt mich anzuplärren.

"häppy börsdayyyy tuuuuuyuuuuuu,
häppy börsdayyy tuyouuuuuuuuuuuuuuuuouououuuu"


... er gibt natürlich alles um möglichst schief zu klingen, was ihm auch sehr gut gelingt! 🙂

Entzückt stehe ich auf, stelle den Duschkopf auf "Regenwalddusche" und sitze 20 Minuten später an einem super Frühstücksbuffet. Lecker frisch gepresste Säfte aus exotischen Früchten, Ei in allen Variationen, Omeletts mit was man möchte, Brot, Käse, Würstel, es gibt fast alles. Das Frühstück hat aber einen Haken! Es kann immer nur einer aufstehen und sich was holen - sobald man zu zweit den Tisch verlässt wird sofort hinterm Rücken alles weggeräumt weil ja niemand mehr zum Verteidigen da ist, und so halte ich inzwischen meinen dritten Anlauf Kaffee fest!

Wir haben noch ne knappe Stunde Zeit bis unser Auto fährt und so hüpfen wir noch mal in den tollen Pool. Dann sitzen wir mit gepackten Taschen in der Lobby und warten ... mal wieder. Ein aufgeregter älterer Herr –nennen wir ihn aufgrund der Ähnlichkeit im Verhalten mit dem Hauptdarsteller aus Jaud´s Vollidiot „Herr Peters“-, den ich aufgrund der Klangfärbung seines unbeholfenen Englischs ziemlich zweifelsfrei als Unterfranken identifiziere diskutiert gerade mit einer Angestellten, die sein Englisch ebenso zweifelsfrei NICHT versteht hinter der Rezeption. Ich höre nur Satzfetzen und verstehe Rolas. Mh, gleich mal mit einmischen! 😄

Nur leider versteht die junge Dame mein Englisch auch nicht. Sie labert irgendwas von 10:30. Irgendwann kommt der Manager und meint, es hätte ein Problem beim Transport des neuen Generators (!!!) gegeben und der Transfer zur Insel wäre heute erst um 14 Uhr. Na klasse! Hey Leute ich hab heut Geburtstag, das könnt ihr doch net machen! Wenn wir um 14 Uhr erst fahren (woran ich nicht glaube da es sich eh wieder verzögern wird, leve leve und so ....), sind wir frühestens 16:45 Uhr in Rolas Island. Damit hätten wir noch eine grandiose eine Stunde mit Tageslicht dort und einen Vormittag jetzt hier, an dem wir nicht wirklich mehr was unternehmen können.

Wir sagen dem Manager wir müssten unsere Reisepläne umschmeissen. Ich habe keine Lust drauf auf einiges zu verzichten, nur weil ich irgendwo rumsitzen und warten muss. Ich bitte ihn in der Jale Ecolodge ganz im Süden gegenüber von Rolas anzurufen, um dort für morgen zwei Übernachtungen zu buchen, was auch den Vorteil hat dass Das Rolas dann noch zwei weitere Tage Zeit hat den Generator zum Laufen zu bekommen. Danach würden wir zwei Nächte in Rolas bleiben und die letzte Nacht vor dem Flug wieder hier verbringen. Und heute Nacht auch. Und für heute brauchen wir einen Geländewagen, und zwar schnellstmöglichst!

Damit steigen wir also statt der geplanten 5 Nächte nun 8 in diesen teuren Hotels ab. Aber gut, was will man machen ....

Der Mietwagen steht in 20 Minuten vor der Hoteleinfahrt. Anscheinend habe ich genervt und entschlossen genug gewirkt *g*. Bis heute Abend kriegen wir Bescheid ob wir eine der nur drei Hütten an Praia Jalé für die übernächsten zwei Nächte bekommen. Wir schwingen uns gleich ins Auto, denn der Plan ist nun: wir machen heute das was wir sonst am vorletzten Tag gemacht hätten: noch einige Rocas anschauen. Sonst wären wir nur kreuz und quer auf der Insel rum gefahren und das hätte uns zuviel Zeit gekostet.

Vorher brauchen wir aber unbedingt Cash und Benzin, und so machen wir uns als erstes mal wieder zur Tanke in der Stadtmitte auf, wo schon wieder allerhand los ist! Langsam fahren, Fenster runterkurbeln, und schon kommen sie gerannt, die vielen illegalen Geldwechsler mit ihren dicken Taschen g. Wir wechseln mal wieder 50 Euro und sind wieder Millionäre. Es dauert ca. 2 Minuten (Bank: 30 Minuten Minimum 😛 ) und der Kurs ist exakt der gleiche. Dann schnell getankt und schon kanns losgehen!






Hier wird Benzin in Flaschen und Kanister verkauft, die man mitbringt. Sie werden dann unterwegs am Wegesrand verkauft (aber nicht in den heissen Mittagsstunden! 😄 ).


Es ist heute sehr bewölkt.

Unser erstes Ziel ist die Roca Monte Café, eine noch immer bewirtschaftete alte Kakao- und Kaffeeplantage. Wir passieren mal wieder Trindade. Auf der sich nach oben windenden schmalen Teerstrasse müssen wir plötzlich halten: Polizeikontrolle! Herrjeh!!! Heikos internationaler Führerschein und insbesondere der Stempel des Landratsamtes Forchheim scheinen dem jungen Herrn Polizisten mächtig zu imponieren. Er studiert den Schein ca. 10 Minuten, verbeugt sich dann ehrfürchtig und wir dürfen als einzige passieren!

Kurz darauf erreichen wir Monte Café. Ein paar Leute stehen rum, aber alles macht einen ziemlich verlassenen Eindruck.







Wir stellen unser Auto ab. Ein älterer Herr nimmt sich unserer an und wir bekommen eine kleine Führung unter freiem Himmel auf Portugiesisch, natürlich verstehen wir mal wieder kein Wort. Egal, schön ist´s trotzdem, auch wenn´s anfängt leicht zu regnen. Wir erklimmen den Weg zum riesigen alten Hospital. Kinder spielen hier und sind ganz entzückt uns zu sehen, laufen auf uns zu als sie meine Kamera entdecken. Ein Mädchen nimmt mich spontan an die Hand und zieht mich zu den anderen, alle hüpfen um mich rum und ich muss alle fotografieren!













Dann geht’s wieder runter, zu den Produktionsstätten, leider sind sie zu.



Die Gebäude verfallen zunehmens und sind mit Farnen und Moosen überwachsen. Der ältere Herr zeigt uns stolz den Generator! Ohje, hier bleiben wir lieber nicht zu lange, sonst geht der auch noch kaputt!







Von einer Halle aus hat man einen tollen Blick über die Hauptstadt, die in ca. 12 KM Entfernung liegt und auf das kleine Dorf, das direkt unter der Roca liegt.









Überall auf den Strassen sehen wir spielende Kinder, sie spielen in alten Tonnen oder haben sich aus Konservendosen rauchende Spielzeuge gebastelt.





.... sowie .... Drecksgöger!!!!!!


Die Wurzel des Übels!!!!! 😠

Leider können wir heute keinen Kaffee kaufen und so fahren wir weiter zum Wasserfall Sao Nicolao ... wieder geht’s auf schmalen Strassen durch Regenwälder.









Unterwegs entdecke ich mal wieder die tollen Dschungelhimbeeren und tolle Spinnen!


- Blüte einer Dschungelhimbeere-







Farne....







.... alle Wegränder sind wieder dicht bewachsen.



Wir passieren Kaffeeplantagen, die vom dichten Regenwald umgeben sind.







... sowie Bananen.



... und wie immer: DOS DOS DOS!



Unterwegs sehen wir einen GENERATOR !!!! 🤩



... und grosse Bäume mit fantastischen Wurzeln.







Wir passieren wieder Trindade und biegen in São Tomé nach Guadalupe ab. In Trindada halten wir weil wir ein nagendes Hungergefühl verspüren und siehe da, an der Strasse wird mal wieder allerhand gegrillt. Wir erstehen einen Maiskolben und interessiert schaue ich was eine Frau nebenan anbietet. Ich befürchte schon was es ist, aber da ein junger Mann französisch spricht frage ich noch mal nach. Es sind wirklich Schnecken! Ich schreie zum Heiko: „Dschungelprüfung, Dschungelprüfung!“ aber er weigert sich. Ich hadere mit mir, denn probieren tät ich sie ja schon mal gern! Und sooo schlimm schauens ja nun auch wieder net aus! Da ich heute aber ja Geburtstag habe und befürchte, dass ich dann von Heiko heute keinen Kuss mehr kriege weil er sich zu sehr graust verzichte ich vorsichtshalber. 😄

Die Frau amüsiert sich in der Zeit köstlich über mich und kriegt sich vor Lachen kaum noch ein.









Nach Trindade sehen wir noch einen Friedhof. Die dunklen Wolken lassen die Atmosphäre noch morbider erscheinen als sie schon ist.



Unser nächstes Ziel ist die grösste Roca des Landes, Agostinho Neto. Ehemals hiess sie Rio d´Ouro, wurde aber umbenannt.





Die Anlage ist wirklich riesig und beeindruckend. In den verfallenden Verwaltungsgebäuden und im grossen Hospital leben jetzt die Einwohner. Überall laufen Ziegen rum.





Angeblich hat man vom ersten Stock des Krankenhauses einen tollen Blick über die Anlage. Da hier aber überall Menschen leben, wollen wir nicht einfach die Privatsphäre stören.









Dann geht’s zurück, denn im Dunkeln wollen wir nicht fahren und das geht ja hier sehr schnell. In São Tomé müssen wir wieder halten: Polizeikontrolle! Wo der Führerschein ist wissen wir ja nu .... er wird wieder inspiziert. Irgendwer draussen sagt was vom Präsidenten und Heiko sagt er ist Experte für Generatoren. Es wird lange diskutiert wie nun verfahren wird, dann werden uns die Papiere wieder ausgehändigt, aber in die Richtung weiterfahren dürfen wir nicht! Der Stempel des Landratsamtes Forchheim hat aber auch hier wieder sehr beeindruckt! Also umfahren wir halt den Block ... der Präsident scheint sehr empfindlich zu sein wenn er mal unterwegs ist!

Eigentlich will ich heute noch mal Buzío essen, die Meeresschnecken, wenn ich schon die anderen heute nicht probiert habe! Aber da wir ja Vollpension haben und unser Hotelrestaurant heute eine japanische Nacht mit Sushi und anderen Köstlichkeiten anbietet, überlegen wir nicht lange. Eigentlich sparen wir uns hier ja reich! Wir zahlen nur die läppischen 200,-- Euro pro Nacht was wir für Das Rolas blechen würden, und kriegen dafür hier was im Gegenwert von ca. 350,-- Euro pro Nacht. Wenn das mal nix is!

Meinen Geburtstag hatte ich zwar anders geplant, trotz allem ist es ein schöner Tag geworden. Wir machen uns frisch und ich ziehe mein langes Kleid an. Das Sushi ist lecker und der Superbock auch, Prost!
Und ein Küsschen kriege ich auch noch 🤩

Teil 1123. Feb. 2011

30.01.2011 - mit der Stretchlimo ins Paradies

Es ist 7:55 und in 5 Minuten soll unser Transfer nach Ponta Baleia statt finden. Dort erwartet uns dann mal wieder ein Jeep der uns die paar Kilometer zu unserer nächsten Unterkunft fahren soll: der Jalé Ecolodge, einem Schildkrötenprojekt direkt am Strand. Das ist also mal wieder der Plan, aber das heisst hier ja nix!

Ab 7 Uhr gibt´s hier Frühstück und seit 10 nach sieben sitzen wir nun hier im Hotelrestaurant. Seitdem wartet Heiko auf seinen Kakao, den er nun schon 5x (davon einmal vorne an der Rezeption) bestellt hat. Denn aufgebaut ist noch so gut wie nix und die Angestellten irren hier planlos rum wie Hühner ohne Kopf. So gegen 7:30 bringt jemand ne Kanne Kaffee, Milch ist aber nicht da. Toast ist da, aber keine Butter .... etc etc etc. Den Butter (fränk.) haben wir auch schon 5x bestellt da wir dann ja los wollen, aber keiner schafft es mal eben ein paar kleine Schälchen aus dem Kühlschrank zu holen. Naja .... um 8 haben wir dann alles, schlingen und ein paar Minuten später kommt jemand und teilt uns mit der Bus wäre hier. Naja immerhin!

In der Lobby sehen wir jemanden den wir kennen und der sich gerade mit anderen Gästen unterhält: der Adlerfresser! Aha, der hat wohl heute auch ne Tour ... hoffentlich ohne vogeltechnisch Beute zu machen!

Der Bus ist schon recht voll und so wird unser Gepäck separat mit nem Pickup transportiert. Und dann geht´s also mit einer Stretchlimousine wieder in den Süden!



Ausser uns ist noch ein anderes Touristenpärchen aus Portugal dabei. Nach ein paar Metern Fahrt trau ich meinen Augen kaum und ich denk ich spinn! Die Frau holt aus ihrer Tasche nen Beutel Bonbons raus und wirft sie den Leuten am Strassenrand zu! Kein Wunder dass die hier alle DOS DOS DOS plärren! Ich komm mir vor wie auf dem Karnevalswagen der Funkenmariechentruppe Mainz-Mombach! HELAU !!!!

Die Strecke kennen wir ja nun schon geringfügig. Der Cão Grande hat sich passend zum Karneval heute ein lustiges Wolkenhäubchen aufgesetzt!




.... über siiiiiiiiiiiiiieben Brüüüücken musst Du geeehn.... *krächz* 😄

Dann kommen wir auch schon an. Der Bus ist genauso gebrettert wie die Allradwagen, kein Wunder dass es hier so viele Reifen zerlegt *g*

Am Anlegesteg sitzen Kinder und rufen nach .... naaaa? DOS! Zum Glück haben wir unseren Faschingsprinzen mit seiner Prinzessin und der prall gefüllten Bonbontüte dabei!





Der Jeep der uns abholen soll ist auch schon da! Ja der Wahnsinn .... die Taschen sind schnell verstaut und so gehts ab nach Jalé!



... mal wieder durch Regenwald, immer entlang der Küste. Wir passieren den kleinen Ort Porto Allegre, in dem sich auch in einer kleinen Bretterbude die "Rezeption" der Ecolodge befindet. Wir halten kurz und werden gefragt ob wir mittags oder abends essen wollen, wir entscheiden uns für abends. Leider sprechen alle nur portugiesisch, niemand Englisch oder Französisch. Wir werden gefragt ob wir eine oder zwei Nächte bleiben, ich sage zwei und zeige dies auch mit den Fingern, sicher ist sicher! Dann krame ich mein Wörterbuch heraus und frage nach der Mangroventour, die wir hier machen wollen. 10 Uhr heisst es, also morgen - fein! Denn da freuen wir uns schon sehr drauf 🙂 Dann wird uns noch jeweils eine dünne weisse Kerze und ein Packerl Zündhölzer gereicht.



Dann geht´s über Stock und Stein zur Ecolodge!

Diese besteht eigentlich nur aus drei Rundhütten, die aus Kokospalmenstämmen gezimmert sind und direkt am Strand liegen. Die Fenster sind immer offen und die Türe lässt sich auch nicht abschliessen. Es gibt ein Holzhäusen in dem die Toilette untergebracht ist, davor steht ein Eimer da die Spülung leider nicht funktioniert. Die Dusche daneben auch nicht, aber auch hier gibts zwei Eimer mit Wasser und einer halben Plastikflasche, mit der man sich selbst das gesammelte Regenwasser über den Kopf kippen kann. Eine Holzhütte mit Tisch und Stühlen drinnen vervollständigt die sehr sehr einfache Lodge.



Wir suchen uns eine Hütte aus und befestigen unser Moskitonetz. Der Ausblick vom kleinen "Balkon" ist überwältigend und die Geräuschkulisse auch: was für eine Brandung!





Wir sind mal wieder ganz alleine hier. Der Strand ist der absolute Wahnsinn, und so wandern wir ihn etwas entlang und hüpfen ab und zu ins Wasser. Die Brandung und Strömung ist allerdings wirklich fies und so müssen wir manchmal ganz schön aufpassen. Einige Riesenwellen erwischen uns und schleudern uns ganz schön im Wasser rum!









Wir haben jede Menge Spass!







Praja Jalé ist ein Schildkrötenstrand und so sehen wir überall die grossen Nester und imposanten Spuren der riesigen Tiere, die letzte Nacht hier ihre Eier abgelegt haben. Die frisch gelegten Eier werden nachts ausgegraben und in einem eingezäunten Areal inkubiert, um sie so vor Räubern zu schützen. Leider machen sich Hunde über die Eier her und auch in der Bevölkerung gelten Schildkröteneier als Delikatesse.



Wenn die Kleinen schlüpfen, werden sie zurück zum Strand gebracht. Leider macht mir der Zaun keinen recht stabilen Eindruck. Wer hier Hunger hat kann sich auch bedienen ...

Wir schlendern noch ans andere Ende des grossen Strandes und legen uns zwischen die schwarzen Lavafelsen.







Wir lassen uns in den Sand fallen und geniessen einfach.



Ein Mann kommt mit frischen Kokosnüssen vorbei, er arbeitet ein paar hundert Meter weiter im Wald. Er öffnet uns die Nüsse, haben will er nichts dafür 🙂 Mhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh... lecker !!!



Danach machen wir uns zu einem benachbarten Stand auf, der ein paar hundert Meter weiter liegt. Auf einem schmalen Fusspfand wandern wir durch den tropischen Regenwald, immer an der teils steilen Küste entlang.



Praia Piscina ist ein wunderschöner heller Strand mit natürlichen Pools durch die grossen Lavabrocken, die vorgelagert sind.





Da Wochenende ist, ist hier aber leider bissl was los. Wir baden ein bisschen und wandern dann wieder zurück. Dabei werden wir immer schneller ....hunderte von blutrünstigen Moskitos verfolgen uns! Komischerweise sind am Praia Jalé dann wieder überhaupt keine mehr.

Wir nehmen noch ein Bad und beobachten den Sonnenuntergang, den man hier endlich mal schön sehen kann.









Bevors ganz finster wird versuchen wir noch mit Hilfe der "Dusche" die gefühlten 5kg Sand aus allen Körperöffnungen und Ritzen zu spülen. Gar nicht so einfach *g*

Dann kommen noch Gäste an: zwei französische Mädels mit Vater. Elaine arbeitet hier auf der Insel für ein Umweltprojekt, das u.a. auch die Schildkröten bereut. Jean- Paul und Clara besuchen sie hier und verbringen die Nacht auch hier. Gemeinsam wollen wir heute nach dem Abendessen nach Schildkröten schauen, die abends das Meer verlassen um hier ihre Eier abzulegen! Bis das Essen kommt setzen wir uns auf unsere kleine Veranda und lesen im Kerzenschein und mit Stirnlampe noch ein bisschen.

Das Essen kommt aus Porto Allegre und wird in der Holzhütte serviert, zum Glück haben wir Kerzen und unsere Stirn- und Taschenlampen dabei! Es gibt gegrillten Fisch, Reis, gebackene Bananenchips und als Nachtisch Ananas. Leider keine kühlen Getränke bzw. gar nix zu Trinken ... zum Glück haben wir noch lauwarmes Wasser und ein paar Dosen Limo dabei. Mhhh, jetzt ein kühles Bier.... schade, wenn wir das gewusst hätten hätte ich mir eins mitgebracht *g*

Danach schlendern wir am stockdunklen Strand entlang und suchen Schildkröten. Die auslaufenden Wellen umspülen unsere Füsse und das Licht der Sterne sieht man aufgrund der gewaltigen Luftfeuchtigkeit kaum, sie sehen richtig schleimig aus. Millionen von Krebsen unterschiedlichster Farbe und Grösse sind unterwegs, manche sind richtige Brummer! Sie wuseln uns um die Füsse, manche gehen richtig in Drohstellung!











Einige machen sich über eine angespülte Kokosnuss her ...



Wir entdecken viele frische Nester, aber leider keine Schildkröte .... wir sind nur Minuten zu spät dran! 🙁 Ein Nest ist auch bereits geplündert.... ob von einem Mitarbeiter der Schutzorganisation oder einem Gourmet wissen wir leider nicht ... 🤨



Ich entdecke noch eine Geisselspinne, sie sitzt auf einem Holzstück. Leider ist sie viel zu schnell und fix entschwunden.

Nach einer Stunde sind wir nassgeschwitzt und fix und alle - das Laufen durch den tiefen Sand strengt ganz schön an! Und ist das schwül!

Wir sagen gute Nacht und schleichen mit unseren Taschenlampen ins Bett. Es ist Flut, und so donnert die Brandung nur 5 Meter von unserer Hütte entfernt auf die Felsen und den Strand!
Na das wird was! *g*

Teil 1224. Feb. 2011

31.01.2011 - "wie packe ich meinen Koffer in 3 Minuten?"


Wellen sind toll. Brandung ist super. Baden in der Brandung macht Spass und Sand in den Bikini. Grosse Wellen und laute Brandung taugen aber NICHT als Einschlafhilfe .... *g*

*seufz* .... oh Mann war das ne Nacht! Nicht nur dass es sehr sehr heiss war und auch kein Lüftlein geweht hat, die Geräuschkulisse war echt ohrenbetäubend. Dazu noch das recht schmale Bett das noch kleiner wird wenn man ein Moskitonetz drüberbaut und vor lauter Hitze klebrig nassgeschwitzt und immer noch sandig macht kuscheln auch nicht soooooo viel Spass *g*

Ich glaub den Sand schleppen wir noch Wochen mit und in uns rum! 😄

Wir schlendern etwas am Strand entlang und warten aufs Frühstück und die Mangroventour um 10 Uhr.





Gegen 9 Uhr kommt ein Mofa mit Frühstück, das wieder in der Holzhütte eingenommen wird. Es gibt Kaffee, Tee und recht leckeres gezuckertes Schmalzgebäck.

Wir hängen noch ein bisschen rum und um 9:40 kommt ein Auto. Juhu, Mangroventour! Es ist unser Fahrer von gestern, er erzählt was von Rolas. Rolas? Neeeee nicht Rolas, Mangrove!
Ähm guter Mann ... ich hab gestern gesagt wir bleiben ZWEI Nächte und er meinte dann gestern ja Mangroventour wäre um 10 Uhr .... Elaine spricht portugiesisch und übersetzt.

Also heute wäre keine Mangroventour denn der Fahrer wäre ja da gewesen und es wollte keiner eine machen. Bei uns war er nicht ..... ? Uns wird´s echt zu blöd. Ich sage ihm er soll unverzüglich per Funk die Bootsstelle informieren, wir setzen heute noch nach Rolas über. Ich hatte mich so auf die Tour gefreut und wir waren extra dafür hier, und das seh ich nun nicht ein. Wir packen in ca. 3 Minuten hektisch unsere Koffer und Taschen und laden ein. Irgendwie versteht er nicht warum, wo wäre das Problem, wir könnten ja noch zwei Nächte bleiben oder so ... und er könne uns für 10,-- Euro mit dem Jeep auch mal zu den Mangroven fahren. Die Mangroventour hätten wir gestern an der Rezeption in Porto Allegre buchen sollen! Ja hab ich doch! Er hat mir ja sogar noch die Uhrzeit gesagt! So ein Depp .... Elaine ist er auch absolut unsympathisch und wir wundern uns alle nur noch. 😠

Wir fahren und es ist 8 Minuten vor 10 Uhr. Ich frage ihn ob er verstanden hat dass wir das Boot noch kriegen wollen? "yes yes" .... Dann frage ich ihn ob er dort angerufen und Bescheid gesagt hat .... "yes yes" ....ob mich überhaupt versteht .... "yes yes" .... ob er ein Yeti ist ... "yes yes" .... und ob er manchmal bissl doof is ... "yes yes" ..... gut, alles klar.

Wörterbuch raus. "Boot ... 10 Uhr .... funken!" Nun doch sehr wütend schrei ich ihn an und deute aufs Funkgerät. Das nächste Boot fährt um 15:30 und ich habe nach dieser Nacht weiss Gott keine Lust wieder über 5 Stunden aufs Boot zu warten! Irgendwas scheint in seinem grossen Kopf KLICK zu machen und er fängt an die Bootsanlegestelle anzufunken. 5 Minuten vor 10 .... NIX hatte er verstanden, aber auch gar nix. Wenn ich nun nicht so laut geworden wäre hätte das Boot abgelegt .... ohne uns. 🤨

Wir erreichen Ponta Baleia 9 Minuten nach 10. Das Boot ist noch da, sie haben also alle auf uns gewartet. Wir drücken ihm die 10,-- Euro für den Transfer in die Hand, die Übernachtung und das Essen für Jalé Ecolodge zahlen wir besser mal in Rolas oder im Pestana in São Tomé - denn er versteht uns ja eh nicht.

Am Anlegesteg treffen wir Gerda, die nette Niederländerin aus São João wieder. Sie bleibt auch zwei Nächte auf Rolas, wir ja nun drei.

Schnell ist unser Gepäck verstaut und ab geht´s, hoffentlich läuft "the Generat0r" reibungslos! 😄

Auf Rolas erwartet und wieder das parfümierte feuchte Tüchlein und die gekühlte Kokosnuss. Alle begrüssen uns und freuen sich, sie kennen uns ja alle schon. Irgendwie ist es ein bisschen wie heimkommen und ich freue mich schon auf den Luxus hier. Unser Zimmerschlüssel wird uns wieder in die Hand gedrückt und wir hüpfen erstmal in den Pool und legen uns etwas auf die Liegen. Hachja! 🙂

5 Minuten später kommt der Manager. Herrjeh was ist denn nu wieder? Also ... wie solle er´s sagen ... es gäbe da ein Problem mit der Wasserversorgung unseres Chalets ... (...) wir sollen umziehen, 304 ist eine nette kleine Suite. Wie gut dass wir noch nix ausgepackt haben ....

Die Suite ist nett mit Blick auf Pool und Meer.







Dann gehen wir erstmal zu Mittag essen. Es gibt heute mal was Landestypisches, Calulu. Und wie immer lekkeren gegrillten Fisch!



Ein Tag ist kein guter Tag ohne Créme Caramel ... ich könnt mich mal wieder reinlegen !!!!



Weil grad Flut herrscht, beschliessen wir dann am Praia Café schnorcheln zu gehen. Das kristallklare Wasser ist schön ruhig und wir sehen viele bunte Fische, Korallen, Seeigel, Seesterne und auch hier wieder riesige silbrige Schwärme von Millionen Sardinen! Unter Wasser vergesse ich immer die Zeit und alles um mich herum. Ich lasse mich über die Riffe treiben und bin in einer anderen Welt. Nach zwei Stunden lassen wir uns an Land spülen und legen uns einfach in die Brandung. Ist das herrlich hier!

Irgendwann machen wir uns auf den Rückweg zu unserem Chalet. An der Pooldusche spüle ich wieder die gefühlten 5kg Sand aus meinem Bikini. Ich hole meine Kamera und fotografiere im weichen Abendlicht noch ein paar Insekten.









Gar nicht so einfach bei dem Wind 😉

Abends gibt´s heute lecker Gegrilltes .... Steaks, Fisch und Oktopus. Und Créme Caramel! MJAMM !!!!!!! Dazu ein Superbock und schwupps bin ich müde. Das Klima und Faulenzen strengt ganz schön an 😄

Morgen geht´s an den Äquator! Hoffentlich hält der Generator durch!

Teil 1325. Feb. 2011

Hallo Thomas und auch alle anderen,

danke für euer Feedback! 🙂 Das spornt an zu Ende zu schreiben, auch wenn das Reiseziel sicher nicht sooo viele interessiert wie Namibia oder Botswana 😉



01.02.2011 - Die Äquatorüberquerung!

Heute haben wir Grosses vor: wir wollen im Rahmen einer Expedition den Äquator überqueren! Er befindet sich am Hang eines Vulkankegels!

Aber grosse Taten erfordern engagierte und fitte Teilnehmer und so schlafen wir erstmal aus und gehen dann gepflegt frühstücken! Danach machen wir uns auf den mühsamen und beschwerlichen Weg, an der kleinen Kapelle links und den schmalen Weg immer bergauf.

Wir passieren das kleine Dorf, das sich auf der Insel befindet.







Nach 100 Metern hängt uns die Zunge herunter und wir japsen nach Luft. Also so eine Extrembergbesteigung mit Äquatorüberquerung ist bei den Temperaturen und der Luftfeuchte schon kein Zuckerschlecken und hat´s in sich! *g*

Unterwegs sehen wir Schweine und ich stelle mit Entsetzen fest dass ich vergessen habe Prof. Dr. Hodge, mein Plüschschweinchen mit auf die Expedition zu nehmen! Er pennt noch immer im Chalet! Mist!





Oben angekommen erschliesst sich aber ein wunderschöner Ausblick auf Das Rolas und São Tomé!



Und dann ist er gekommen, der historische Moment: wir stehen direkt auf der Äquatorlinie! 🤩


JUHU!

Wir verweilen etwas und erholen uns von diesem anstrengenden Tagesmarsch (ca. 250m) 😄
Dann geht´s weiter in Richtung Vulkankegel, wir wollen ganz nach oben und mal in den Schlund schauen!


- Indiana Jones und die Kokosnuss des Todes -





Unterwegs sehen wir wieder Spinnen 🙂





... und grosse Einsiedlerkrebse!



Keuchend kommen wir ganz oben an und schauen in den Krater. Wir sehen ....



... nix anderes als drumherum: grüne Hölle! *g* Heiko ist etwas enttäuscht. Er hat sich einen schwarzen Schlund vorgestellt, am Ende noch qualmend und mit Godzilla! 😄

Najaaaaa dann treten wir halt wieder den Rückweg an. Bergab gehts irgendwie viel viel leichter 🙂









Die Schweine hier haben echt ein tolles Leben in Freiheit 🙂









Bananige Impressionen ....



... und Brotfruchtbäume!

Dann kurz abduschen und Mittag essen! Irgendwie wiederholt sich das Essen hier recht, ist aber trotzdem wieder recht fein 🙂 Und es gibt wieder.... Créme Caramel! *g* Wiederholungen müssen nicht immer schlecht sein ^^

Den Nachmittag verbringen wir faul am brühwarmen Pool und Strand mit lesen, dösen und baden. Als die Dämmerung einsetzt schauen wir vom Pool aus aufs Festland und beobachten die riesigen Flughunde, die wie jeden Abend hier in Richtung des von uns heute bezwungenen Vulkankraters vorbeiziehen! Wir stellen uns vor wie auf der grossen Insel São Tomé der Pico wieder ausbricht und wir von hier im Pool aus das Spektakel beobachten ^^







Irgendwie tut sich aber nix spektakuläres. Naja dann gehn wir halt Essen, vielleicht gibts ja wieder ne spektakuläre Créme Caramel! Seit frühester Kindheit ist das mein Lieblingsdessert, aber hier vor dieser Kulisse zu allen Seiten isst sie sich nochmal so lecker! 🙂 Das findet auch Gerda *g*

Wir werden nicht enttäuscht. Mit einem Superbock-Absacker machen wir uns später auf den langen Weg zurück zum Chalet. Morgen wird´s wieder anstrengend, denn dann nehmen wir an der Expedition 2 teil: wir erforschen die Insel!


😎

Prost und gut Nacht!

Teil 1402. März 2011

Huhu,

das freut mich !!!! 🙂

So, endlich gehts weiter ^^


02.02.2011 - "Das gekochte Ei!"


Hach wie schön ist das Faulenzen hier! Und die Sonne strahlt heute!
Gut ausgeschlafen machen wir uns auf den Weg zum Frühstück, heute Vormittag wollen wir die Insel erkunden!



Im Restaurant werden wir schon erwartet und wie jeden Morgen gefragt wie wir unser Ei möchten. Mh, da nehm ich doch heut mal ein gekochtes!
Ein bisschen Abwechslung muss ja auch mal sein!

"one boiled egg for me please!"
"?"
"just boiled ... 5 minutes"
" yes yes..."

Heiko nimmt vorsichtshalber doch wieder Rührei. Einige Minuten und viele frische Früchte später wird dann Folgendes serviert:


- boiled egg -

Achja *seufz*.... naja egal. *g* So ist das hier halt ... geschmekct hats trotzdem!

Gestärkt machen wir uns auf den Weg. Heute ist mal richtiges klasse Wetter, ein strahlend blauer Himmel, toll!



Auch hier wird wieder vor der Kokosnuss des Todes gewarnt!^^



Wir schlendern auf schmalen Pfaden am Strand entlang und biegen wieder bei der Kapelle ab.

Kurz nach dem kleinen Dorf bekommen wir Gesellschaft in Form eines kleinen Schattens.



Wir wandern auf schmalen Wegen durch das Dickicht das Dschungels. Ein lautes mechanisches Geräusch lässt uns innehalten: hier muss irgendwo der Generator sein! Schnell weiter ... *g*





Unterwegs entdecken wir wieder eine Nephila spec. Das grosse Netz schimmert golden im Sonnenlicht.



Im Dickicht sehen wir noch viele andere Spinnen, aber leider keine Vogelspinnen. Es konnte mir leider auch keiner sagen ob hier auf Ilheu das Rolas welche vorkommen. Erdlöcher habe ich zwar gefunden, allerdings werden sie von Krebsen bewohnt.











Am Stamm eines grossen Mangobaumes entdecken wir Eidechsen. Sie baden hier im diffus einfallenden Sonnenlicht.



Und natürlich sehen wir auch wieder wilde Schweine. Diesmal mit ganz kleinen Ferkeln!





Das einfallende Sonnenlicht zeichnet tolle Muster an Baumstämme und den Erdboden.



Wir passieren riesige Bäume und dichtes Strauchwerk.








- Indiana Jones -

Dann hören wir plötzlich wieder tosende Brandung: wir sind auf der anderen Seite der Insel angekommen. Der Pfad endet an einem hübschen Strand mit hohen Wellen.



Klar dass wir wieder mal ganz alleine hier sind. 😉

Wir laufen ein Stück zurück, der Pfad wird immer schmaler und verwachsener, hier ist schon lange niemand mehr entlang gegangen.



Unterwegs liegen überall riesige welke Blätter einer Baumart auf dem Boden.









Nach einiger Zeit erreichen wir wieder einen tollen Aussichtspunkt: eine kleine Bucht tief unter uns, um die sich schroffe Klippen erheben. Die Wellen donnern hier ganz schön rein!





Die Stelle ist nicht gesichert und es geht wirklich senkrecht nach unten!

Und weiter gehts durch dichte Vegetation in Richtung Norden. Der nächste Strand an dem wir rauskommen liegt kurz vor Praia Café. Von hier aus können wir auch wieder das "Festland" sehen!











Dann erreichen wir wieder Praia Café! Dieser Strand ist einfach ein Traum 🙂 ... und wie immer leer ^^







Ich entdecke Einsiedlerkrebse in einem Kokospalmenstumpf. Sie halten anscheinend gerade eine Versammlung ab!



Dann gehts zurück zu unserem Chalet. Bald ist es Zeit fürs Mittagessen!



Diese Früchte wachsen auf sehr sehr hohen Bäumen überall im Land, ua.a auch in der Hauptstadt. Leider hab ich nicht rausbekommen wie sie heissen. Kinder essen die heruntergefallenen Früchte gerne, und im Pestana São Tomé gabs zum Frühstück Saft daraus, sie schmecken säuerlich erfrischend. Hier auf das Rolas freuen sich die Schweine drüber 😉





Wir duschen uns ab und machen uns wieder auf den Weg zum Restaurant. Die fast dreistündige Wanderung hat uns hungrig gemacht. Beim Vorspeisenbuffet traue ich meinen Augen nicht^^


- lekker Shrimpssalat mit BOILED EGGS! -

... und wie immer: was wäre hier ein Tag ohne Créme Caramel *g*



Den Nachmittag verbringen wir... naaa mit was? Richtig, faulenzen am Pool und am Meer!


- Der Mann im Pool -


- Der Cão Grande -

Abends zieht mal wieder ein Gewitter auf.















Auch die vielen Flughunde fliegen wieder ein *g*

Schnell ist es wieder stockfinster. Heute laufen wir im leichten Regen zum Abendessen, das leider unser letztes auf dieser wunderschönen kleinen Insel ist: Morgen gehts wieder zurück in die Hauptstadt, wo wir ja einen Termin mit Signore Corallo haben!

Teil 1503. März 2011

03.02.2011 - Heiko und die Schokoladenfabrik!

*morgäääähn* ..... Der Generator hat doch tatsächlich bis zu unserem letzten Urlaubstag hier auf der Insel durchgehalten! 🤩

Nach dem obligatorischen Frühstück packen wir unsere Sachen und checken an der Rezeption aus. Die letzte Nacht im Pestana in São Tomé Stadt zahlen wir aber erstmal nicht - denn da wollen wir aufgrund des Ärgers mit dem Generat0r und den nun 8 statt geplanten 5 Nächten einen Sonderpreis. 😛

Auf dem Boot sind die Motorklappen auf und es wird eifrig rumgewerkelt. 5-10 Minutes, Miss ..... jetzt pumpen sie eine zähe schwarze Flüssigkeit ab. Da war der letzte Ölwechsel wohl schon länger her! Passend dazu setzt Nieselregen ein und wir bekommen lustige grüne Regenhäute ausgeteilt. Ich stell mich lieber unter bei der Hitze ....

Immer mehr Öl wird rausgezogen und umweltgerecht auf der anderen Stegseite ins Meer geschüttet. Ich glaub ich spinn! Nach ca. 45 Minuten ist es dann soweit: wir dürfen endlich an Bord. Naja hoffentlich hält der alte Kutter das durch ^^

Er hält .... und unterwegs mausert sich das Geniesel zu einem ausgewachsenen Tropenregen. Meine Hose wird klitschnass, egal, es ist ja eh so warm. Am Bootssteg von Ponta Baleia ist heute mal richtig was los, viele Leute warten! Auf uns wartet wieder unsere Stretchlimousine, diesmal haben wir sie sogar ganz für uns alleine! 🙂



Kurz vor Monte Mario halten wir dann an. Eins fehlt ja noch in diesem Urlaub, naaa was könnte es sein? Richtig, ein Platter!


- tadaaaaaa -

Der Reifen ist schnell unten und ein neuer drauf. Wobei neu natürlich nicht wörtlich zu nehmen ist ... *g*







Irgendwie ist heute auf den Strassen fast nix los. Ich grübel rum und endlich komm ich drauf: heute ist ja Feiertag! Ohje, ob da in der Stadt überhaupt ein Supermarkt offen hat?


- kleiner Kiosk -

Dafür ist in São João dos Angolares heute einiges los: ein Fussballspiel! Das halbe Dorf hat sich versammelt!







Auch die Schweine sind wieder unterwegs ...



Papayasirup und Trockenfisch ist das was am häufigsten verkauft wird.







Im Pestana angekommen gehen wir erstmal was essen. Immerhin haben wir ja Vollpension ... denken wir *g*. Das Mittagessen incl. zwei Vorspeisen, zwei Hauptgerichten und einem Bier und ner Limo kostet günstige 62,-- Euro.



Unser Zimmerchen liegt diesesmal auf der zweiten Etage und hat Meerblick! Ansonsten ist es genau wie das erste das wir hier hatten, incl. genialem Spannerfenster ins Bad *g*

Da wir noch ein paar Souvenirs erstehen wollen machen wir uns auf den Weg zum Craftshop mit der Befürchtung dass er zu hat. Leider bewahrheitet sich das auch ... dafür entdecken wir einen tollen Hundeschlafplatz!



Dann machen wir uns auf den Weg zu Signore Corallo. Gerda wartet schon vor dem Haus auf uns 🙂 Die Uferpromenade sieht heute komplett anders aus: auf der gesamten Promenade sind kleine Hütten aus Palmblättern aufgebaut, hier wird heute (und das ganze Wochenende) gefeiert!




- auch der Blaue Container feiert mit *g* -





Dann gehts los, Niccolo kommt und lässt uns rein! Er macht mit uns eine Führung durch die winzige Schokoladenfabrik. Alles ist aus Holz und pieksauber. Wir müssen unsere Schuhe ausziehen. Auch heute haut uns der Duft hier wieder voll aus den Latschen!

Hier wird Schokolade vom Feinsten hergestellt. Vom Anbau der Kakaobohnen auf Príncipe bis zum Vertrieb in Lissabon ist dieses winzige Unternehmen in Familienhand.

Wer sich informieren möchte, dem sei die Homepage ans Herz gelegt:
http://www.claudiocorallo.com/

Niccolo erklärt uns alles bis ins Detail. Von den Sorten zum Anbau, der langen schonenden Fermentierung bis zur Herstellung der Schokoladen, der Verpackung und des Vertriebes.
Wir schlemmen uns durch 70%, 80% bis hin zu einer 100% Schokolade. Keine ist bitter! Man schmeckt nur den reinen, puren Kakao .... dann durch geröstete alte Kaffeebohnensorten, die mit der Schokolade überzogen sind. Kaffee wird hier auch hergestellt, wenn auch sehr sehr wenig da die alten Sorten wenig ertragreich sind.

*mmmmmmmmmmmmmmmmhhhhhhhhhhhhh*



Niccolos Vater macht derweil eine Führung mit einer angolanischen Reisegruppe!



Ich hab mein Souvenir gefunden 🙂 Wir hauen die letzten Dobras auf den Kopf, packen noch einige Euronen dazu und kaufen für umgerechnet ca. 140,-- Euro Schokolade. 🤩 Und das sind nicht sooo viele Tafeln, also ins Gepäck sollte ich sie kriegen ^^

Glücklich nehmen wir ein Taxi ins Hotel. Da wir so spät Mittag gegessen haben lassen wir das Abendessen ausfallen, wir haben nicht wirklich Hunger. Ich hol mir noch einen Superbock an der Bar -geht nicht, is alle - und dann wollen wir auschecken, denn der Bus zum Flughafen geht morgen schon um 4:30

An der Rezeption präsentiert man uns eine Rechnung über 280,-- Euro für die letzte Nacht. Nene, nicht mit uns. Erstens hatten wir eh den vielen Ärger und das Hin- und Hergefahre und haben mit einem der Manager gesprochen, zweitens selbst wenn wir normal bezahlen würden wären es ja nur 200,-- Euro plus Getränke. "Food is not included here, but you get breakfast free". HALLO?! Irgendwie checkt hier keiner worum es geht. Und uns versteht auch wieder niemand. (...)

Wir sagen dass wir nicht gewillt sind das zu bezahlen und möchten mit dem Manager reden, und zwar nicht mit irgendeinem, sondern mit dem obersten. Der ist grad nicht da. Sowas aber auch ....
Da wir nicht ewig hier an der Rezeption stehen und rumstreiten wollen, sagen wir wir gehen auf unser Zimmer. Die Dame hier kann das ja dann inzwischen mit dem Chef klären. Nach 30 Minuten klopft es: Wir bekommen das Zimmer für 150,-- Euro Superdiscount, das Essen müssen wir trotzdem bezahlen, Frühstück wäre aber dabei und der Airporttransfer sogar auch noch! Wir eröffnen ihr dass wir nun nur noch mit dem Manager persönlich reden. Sie sagt er würde uns anrufen... gut.

5 Minuten später klingelt das Telefon. Die Dame die fast nichts versteht ist dran. Unsere Gesamtrechnung betrüge 11,-- Euro für zwei Bier und eine Limo. Ich bezweifle dass sie den Chef gefragt hat..... Heiko geht runter und checkt vorsichtshalber gleich aus *g*

Wir werden heute nicht alt, auch wenn ich gerne noch auf das Festl auf der Promenade gehen würde. Aber der Wecker klingelt um 3:20 Uhr und packen müssen wir auch noch.

Wir trinken unseren letzten Schluck Absolut Mango und freuen und über unseren Schokoladenschatz der vor uns auf dem Bett liegt. Unser Urlaub ist zu Ende.


- Flasche leer -

Teil 1603. März 2011

04.02.2011 - "wie die Ölsardinen Teil II"

Um 4 Uhr sitzen wir beim Frühstück. Hui, heute ist ja sogar schon bissl was aufgebaut *g*

Der Bus bringt uns durch die stockfinstere Hauptstadt zum Flughafen. Nicht mal Hunde sind unterwegs ... Göger aber ganz sicher! Ich sehe allerdings keinen. Und wenn hätte ich ihm verziehen ....
Am Flughafen müssen wir Steuer bezahlen dass wir wieder heim fliegen dürfen. Viele Verkäufer mit selbst gebasteltem Schmuck und riesigen Blumensträussen warten auf Kundschaft. Hach wenn mein Auto doch nur ein bisschen grösser wäre! *seufz*

Nach einer unendlich langen Warterei vorm Einchecken treffen wir Gerda im Boardingbereich wieder - und erfahren dass wir nur knapp einer weiteren Katastrophe entgangen sind!

Sie ist ja einen Tag eher von Ilheu das Rolas nach São Tomé gefahren und hatte Feuer auf dem Boot! Lichterloh schlugen hohe Flammen zwischen den Passagieren aus dem Motorraum hoch so dass alle schon ins Wasser hüpfen wollten! Wenn das mal nix is!

Das Flugzeug ist das selbe wie auf dem Hinflug. Das Essen ist auch nicht besser geworden *g*

Ich fotografiere aus dem Flugzeug raus noch ein paar Impressionen und die Insel aus der Luft.







Wir haben sogar einen Blick auf den Pico!



In Lissabon landen wir bei strahlendem Sonnenschein und herrlich klarer Luft mit etwas Verspätung und schlagen wieder 5 Stunden Zeit tot.


- unser topmoderner Vogel -

Dann gehts weiter nach München und nach Autoübernahme bei meiner Schwester in Richtung Heimat. Um halb vier Uhr morgens sind wir endlich zuhause und werden von drei schmusigen Katzen begrüsst.

Hab ich schon mal gesagt dass ich mein Wasserbett und und meine Miezen liebe? 😉

ENDE

Teil 1703. März 2011

Impressionen und Wissenswertes


Vielleicht hat ja nun jemand auch Lust dieses nahezu unbekannte Reiseziel zu erkunden 🙂 Falls ja hoffe ich mit meinem Reisebericht schon mal einige Informationen gegeben zu haben.

Einiges wäre trotzdem viel besser und einfacher gelaufen wenn ich im Vorfeld einige Sachen gewusst hätte. Leider war es aber unmöglich manches im Voraus zu buchen da die Hotels schlichtweg nicht geantwortet hatten. Wir hatten praktisch nur unseren Flug und sonst gar nichts.

Ich schreibe einfach mal auf was mir so einfällt.

- fast niemand spricht Englisch, ausser in den grossen teuren Hotels. Da aber auch nicht jeder, oft nur der Manager! Trotzdem würden die Leute das nie zugeben - wie oft haben wir "yes yes" gehört und geplappt hatte nichts. Vorab einiges an Portugiesisch zu pauken würde sich hier empfehlen!

- Es gibt zwar wenige Touristen, aber die dürfen zahlen. Euro ist bevorzugtes Zahlungsmittel, selbst auf Märkten. Jede Taxifahrt in der Stadt kostet für Bleichhäutige erstmal pauschal 10,-- Euro, erst nachdem man sich outet dass man weiss dass dem nicht so ist bezahlt man erheblich weniger.

- Übernachtunsmöglichkeiten sind extrem teuer. Sieht man von der handvoll Hotels mit 4-5 Sternen ab (Preis hier 200-300 Euro pro Nacht) zahlt man auch in günstigen sehr einfachen Unterkünften 40-60 Euro pro Nacht incl. Frühstück. Dann hat man oft aber nicht mal warmes Wasser oder Strom. Moskitonetze sind dort auch nicht überall vorhanden (von zuhause mitbringen).

- Ein Essen kostet in normalen Restaurants wo die Einheimischen speisen ca. 5-10 Euro p.P. incl. Getränk, in Hotelrestaurants zahlt man wesentlich mehr. Das recht gute Essen wird von europäischen Mägen aber nicht immer optimal vertragen.

- Englischsprachige Guides sind sehr sehr rar gesät und sollten unbedingt im Voraus gebucht werden (z.B. bei Goldtours oder einige Tage im Voraus bei Navatours in der Hauptstadt. Ein Guide kostet ca. 60-100 Euro pro Tag. Mietwagen je nach Autotyp ca. 60-100 Euro pro Tag. Allrad unbedingt empfohlen!

- nur die grossen teuren Hotels nehmen Kreditkarten. Alles andere, auch Guides, Auto, restliche Unterkünfte, Verpflegung, Benzin etc muss cash bezahlt werden. Da es auf der Insel keinen Geldautomaten gibt, empfiehlt es sich grosse Mengen Bargeld mitzunehmen.

- Für den Besuch der Insel benötigt man ein Visum (beantragbar in Brüssel, 70,-- Euro p.P.) und eine gültige Gelbfieberimfung. Ansonsten: Typhus, Malariaprophylaxe, Hepatitis in bestenfalls allen Formen, Cholera kann man machen, muss es aber nicht.

- Die Armut der Menschen ist extrem. Leider kommt von den Devisen die die wenigen Touristen ins Land bringen nahezu nichts bei der Bevölkerung an. Die grossen Hotels sind in portugiesischer und französischer Hand, ein Kellner verdient ca. 30 Euro pro Monat.

- mietet man ein Auto, Taxi oder möchte etwas kaufen, empfiehlt sich die Mitnahme von Zettel und Stift und den Preis IMMER schriftlich festzuhalten! Es wurde fast IMMER nachgekartelt!

- Das Klima ist extremst schwül und auch nachts kühlt es kaum merklich ab. Richtig gut schlafen konnte ich nur in den teuren Hotels mit Klimaanlage. Für manchen Kreislauf ist das sicherlich sehr belastend.

- "leve-leve" ist das Motto der Insulaner. Das merkt man an allen Ecken und Enden, wer hier deutsche Pünktlichkeit erwartet wird furchtbar enttäuscht. Also besser anpassen und wenn ein Ausflug mal nicht klappt oder ein Auto nicht kommt, passiert halt. Auch vom Service her kann man hier ein 4 Sterne Hotel in keinster Weise mit einem Hotel gleichen Standards in Europa vergleichen!

- Laptop mitnehmen! Wir habens gelassen und kamen praktisch nie ins Netz. Wireless LAN hat man in den grossen Hotels und Cafés .... umsonst!

Wer nun immer noch hier her will 😄 : die Insel ist ein absoluter Traum für Individualisten und Geniesser! Menschenleere Traumstrände, freundliche und trotz aller Armut lebensfrohe Einwohner, ein völlig intaktes tropisches Regenwaldsystem auf zerklüfteten Vulkanfelsen, Fisch- und Pflanzenreichtum der seinesgleichen sucht sowie leckeres Essen machen die Insel zu einem kleinen unentdeckten Paradies.

Der Plan der Regierung ist den Tourismus weiter voranzutreiben. Wer aber sieht wie alles verfällt und eher nach hinten denn voran geht, weiss dass das wohl so schnell nicht passieren wird. 😉

Wer jetzt noch Fragen hat, her damit 😉

São Tomé e Príncipe 2011 - ein Reisebericht. DOS! von janet

Quelle: www.namibia-forum.ch/forum/thema/174399-sao-tome-e-principe-2011-ein-reisebericht-dos

Stand: letzter Berichtsteil vom 03. März 2011

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