25.01.2011 - "gibts hier einen Fuchsbandwurm?"*kiiiiiiiiiiiiiiiiekerikiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiekräääächz* wie hätte es anders sein können, natürlich gibts auch hier wieder Göger, die denken dass die Welt sie ruft und sie antworten müssen. Ich beschliesse dass in Zukunft mehr Huhn auf meinem Speiseplan stehen wird!
Wir packen unsere Sachen zusammen und gehen frühstücken. Es ist wieder sehr bewölkt und regnet auch ein bisschen.

Im Bild zu sehen: "The Generat0r"! 😄
Eigentlich wollten wir heute nen Walk mit Dominik in den Regenwald machen, aber wir zweifeln langsam dran ... erstmal zieht der Himmel immer mehr zu und zweitens -das grosse Problem des Urlaubs, das sich wie ein roter Faden durchzieht-: selbst wenn er uns was erklären will, wir verstehen es ja nicht. 🙁
Gestern habe ich versucht ihn zu fragen ob es hier Vogelspinnen gäbe. "Tarantula (englisch), Mygale (francais), Samangungu (Portugiesisch/kreolisch), zum Schluss zeichne ich eine Vogelspinne in Originalgrösse und anatomisch korrekt .... keine Chance. Er weiss zwar dass ich eine Spinne meine, aber nicht was für eine und auch nicht dass ich wissen will ob sie hier vorkommt. Wenn ich gewusst hätte wie schwierig die Verständigung ist hätte ich mir von daheim Bilder mitgenommen .....
Das Frühstück besteht aus einem leckeren knusprigen Omelette mit vielen frischen Kräutern und Chili, frischen Früchten, Weissbrot, Honig, Zimttee und Kaffee. Wir beschliessen gleich danach zu fahren und uns selbst im Regenwald noch etwas umzugucken. Eine Überraschung gibts allerdings noch: Dominik hat die Kinder angewiesen, nach Spinnen zu suchen und so präsentiert er mir jetzt eine kleine Auswahl in Blechdosen - nur leider keine Vogelspinnen. Hätte mich ehrlich gesagt auch gewundert...... Ein Exemplar auf einer Zeitung liegt leider in den letzten Zügen 🙁

Und so düsen wir los, wieder durch den dichten Regenwald. Unterwegs steigen wir immer wieder aus und machen kurze Abstecher, nur leider kommt man nicht weit da es links steil bergauf und links unbefestigt nicht minder steil bergab geht.





Immer wieder rinnt Wasser durch die zerklüfteten Täler.


Bananenstauden säumen die Strasse.





Am Wegesrand sehen wir immer wieder kleine rote Früchte, Dschungelhimbeeren! Die muss ich natürlich gleich probieren, einen Fuchs incl. Bandwurm gibts hier ja nicht!


- Dschungelprüfung! -
Lecker!!!! Ein paar sind schnell gefangen und ergeben ein leckeres zweites Frühstück. Heiko mag keine probieren da sie ja rot sind. 😛
Farne säumen die Böschung. Hier ist wirklich fast jedes Krümelchen Erde grün! Auch die Bäume werden bewachsen.



Unterwegs entdecken wir immer wieder Kakaobäume mit Früchten!



Und auch Pilze unterschiedlichster Grössen, Formen und Farben gibt es!

Endlich entdecken wir wieder eine Spinne! Es ist eine Radnetzspinne, ihr Netz glänzt golden im diffus einfallenden Sonnenlicht!



Immer wieder sehen wir die Bäume, auf denen die so beliebten und überall angebotenen Jack-Früchte wachsen.


In Trindade hat uns die Zivilisation wieder (auch wenn Heiko das anders sieht ^^)! Diesesmal fahren wir in Richtung Santana! Wir wollen uns den Club Santana anschauen, um dort eventuell im Anschluss an unseren Aufenthalt auf der Schildkröteninsel ganz im Süden zu bleiben. In Santana selbst bietet sich das schon bekannte Bild aus anderen Ortschaften. Und: DOS DOS DOS DOS!






Hier wird lecker Palmwein verkauft! Passend dazu gibt es Stoffe und Maiskolben!

Könnte ich auch mal wieder brauchen: ein Schönheitssalon !!! Nebenan: eine Boutique!
Gleich nach dem Ortsausgang gehts links runter zum Club Santana, man fährt dabei mal wieder durch tropischen Regenwald, die Strasse geht recht steil bergab. Die Anlage ist schön gemacht, wir lassen uns einen Bungalow zeigen (sehr hübsch!) und sehen uns den Strand an. Eine Nacht kostet hier 185,-- Euro incl. Frühstück. Vollpension nochmal + 50,-- Euro p.P. ....

Der Club liegt ziemlich nahe an der Stadt, am Strand ist einiges los.

Wir sind recht sicher dass wir hier 1-2 Nächte bleiben wollen. 🙂 Aber erstmal müssen wir weiter Richtung Süden, das Ziel für heute ist die kleine Stadt São João dos Angolares. Nach Santana wird die Strasse zunehmend schlechter!

Achtung: gleich gehts wieder los ....!

DOS DOS DOS DOS !!!!!
Wir passieren die grosse alte Plantage Água Izé, sie wird heute noch bewirtschaftet.

Direkt dahinter befindet sich die älteste Attraktion der Insel, die Boca do Inferno. Je nach Seegang spritzt das Wasser hier bis zu 30 Meter in die Höhe!


Und weiter gehts!

DOS!
Unser nächster Stopp ist Praia Micondó, ein hübscher heller Strand, an dem wir auch wieder ganz alleine sind! Der Strand ist ein Traum !!!



Wie so oft mündet auch hier ein Fluss ins Meer. Suchbild: wo ist der Eisvogel? 🤩


Wir passieren kleine Ortschaften, die Strasse wird immer grottiger. Aufgrund der tiefen Schlaglöcher gehts oft nur im Schritttempo voran. Wie die Schnecken schleichen wir also vorwärts!




Gut ausgebaute Strasse!


Dann endlich kommen wir in São João dos Angolares an. Als erstes begrüsst uns die Roca, die sich auf einem Berg gebaut hoch über den Ort erhebt. Na da fahren wir doch gleich mal hin, mein zweites Frühstück Dschungelhimbeeren hat nicht lange angehalten und der Magen knurrt! Wenn wir Glück haben bekommen wir ja noch was zu essen, es ist schon kurz nach 14 Uhr.



Das alte Hospital



An der Türe werden wir freundlich hereingebeten und gehen nach draussen auf eine luftige grosse Veranda. Man überblickt die Stadt und überall stehen Kunstgegenstände herum. Hui, hier weht immer ein angenehmes Lüftchen!


Neben wenigen anderen Gästen sitzt ein älterer Herr alleine an einem Tisch. Ich frage ob wir hier essen können und er deutet freundlich auf einen Tisch und antwortet auf Französisch, ob wir Mittag essen wollen. Juhu, also darf ich meine verschütteten Französischkenntnisse mal wieder ausgraben!
Wir nehmen Platz und freuen uns auf unser Essen. Gleichzeitig überlegen wir wie wir weiter verfahren wollen: wir haben unseren Mietwagen ja noch bis morgen früh, dann müssten wir ihn theoretisch wieder in São Tomé Stadt abgeben. Blöd, denn das liegt in der entgegengesetzten Richtung zu unserer nächsten Station, der ganz im Süden der Insel vorgelagerten Ilheu das Rolas!
Ich überlege: am liebsten würde ich hier übernachten, die Roca schaut sehr schön aus, die Atmosphäre ist einfach toll und das Lüftchen aufgrund der Lage sehr angenehm.
Der Plan ist nun: wir übernachten hier, rufen bei AVIS an und fragen, ob wir den Mietwagen auch morgen früh hier abgeben können und jemand kommen und den Wagen in Empfang nehmen kann. Morgen nehmen wir dann ein Taxi in der Stadt hier für den Retsweg zum Bootsanleger ganz im Süden der Insel bei Porto Allegre. Den Plan versuche ich dem Chef hier auf Französisch zu verklickern, er meint es ist kein Problem, Zimmer wären frei, *freu* er hat mich also verstanden! HAHA!
Da ich hier fürs francais zuständig bin, schicke ich den Mann (= Heiko) ans Telefon um den Rest mit AVIS auf englisch abzuklären! Leider versteht Heiko das Englisch des Mitarbeiters nicht und so rede dann doch wieder ich am Telefon. (.....) Wir verbleiben so, dass jemand um 10 Uhr kommt und den Wagen in Empfang nimmt und uns dann noch mit dem Auto nach Porto Allegre fährt! Und das alles für nur 20 Euro mehr, super, das ist geritzt! Ich wiederhole es sicherheitshalber 3x und kriege dreimal ne Bestätigung in kaum verständlichem englisch, jawohl, so machen wir das! Na denn! Wenn das mal klappt ..... das Boot geht angeblich um 12 Uhr mittags.
Dann können wir uns ja jetzt unserem Lunch widmen!
Auf der Veranda sind alle Zutaten aufgebaut, die verkocht werden. Mjamm, das steigert die Vorfreude aufs Essen und verkürzt die Wartezeit bis es los geht! 🤩


- Kaffee -

- Okras, tomatenähnliche Wesen, Bohnen-


- Süsskartoffeln -

- Ananas -


- Karambole -

- Pfeffer -

- Gurken, Zuckerrohr -

- Kürben, Papaya -

- Paprika -

- ausserirdisches Gewürm -

- Auberginen –

- Bananen –

- Kokosnüsse –


- Jackfruit -

Hier wird gekocht!
Dann kommt unser Essen. Wir haben nicht gefragt was es kostet und kriegen langsam die Krise: eine kleine Leckerei nach der anderen wird frisch für uns zubereitet und in Häppchen serviert, locker 8 Gänge, viel frischer Fisch, z.T. mit Kapernsauce mit Vanille mariniert etc .... eine grandiose Mischung aus französischer Haute Cuisine und kreolischer Küche! Wir schlemmen uns bis zum Hauptgang, mariniertem und gegrillten Schwertfisch! Dann gibts noch Früchte als Dessert, leckeren Kaffee und dazu kandierte Kokosspäne, eine landestypische süsse Spezialität. Wahnsinn!
Dazu ein super Ausblick, was will man mehr?

Nach dem Essen machen wir unser Zimmerchen klar, wir bezahlen 38,-- Euro incl. Frühstück, und pro Essen 12,-- Euro p.P. ! Heieieieiei hier würden wir auch noch ein paar Tage länger bleiben! *g*


Unser Zimmerchen

Die einfachen Bäder teilt man sich mit dem Nebenzimmer.

Auf der umlaufenden Veranda laden Stühle zum Verweilen ein. Wir kramen unsere Bücher raus und schmökern, lassen den Blick immer wieder in die Ferne über das Meer und den Regenwald schweifen. Herrlich! Hier kann man´s aushalten!




Langsam wird´s dämmerig. Nebelschwaden durchziehen die Berge über uns und die Sonne geht unter. Was für eine tolle Atmosphäre!


Zum Abendessen gehen wir wieder auf die herrliche luftige Veranda. Wir haben eine nette Holländerin –Gerda- kennen gelernt, die das Zimmer neben uns bewohnt. Sie ist 4 Wochen hier auf der Insel. Wir essen gemeinsam zu Abend, das Essen ist wieder sehr sehr gut, wenn auch zum Glück nicht so üppig wie das Mittagessen: ein feines Süppchen und danach gegrillten Oktopus. Eigentlich haben wir noch gar keinen Hunger, aber wir wollen uns hier nix entgegen lassen *g*
Um uns herum raschelt der dunkle Regenwald, unter uns glitzern vereinzelte Lichter der Stadt. Fledermäuse ziehen ihre Kreise und in der Ferne bellen ein paar Hunde. Nach dem Festmahl nehme ich mir noch ein leckeres Bier mit und knipse auf der Veranda vor unserem Zimmer meine Stirnleuchte an. Gespannt lese ich das letzte Kapitel meines grausigen Buches „Ritualmord“ zu Ende und lausche dabei den Geräuschen der Nacht. Dann geht’s ab ins Bett!
Gute Nacht!