THEMA: 4 Wochen Costa Rica im Nov/Dez 2021
17 Jan 2022 14:28 #634774
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  • JP K am 17 Jan 2022 14:28
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Erstmal vorneweg einige Erläuterungen:

Die letzten 3 großen Fernreisen waren auf das afrikanische Festland, Safari in Namibia, Botswana und letztes Jahr Tansania. Wir müssen mal von diesem Kontinent der großen Tiere loslassen, ansonsten wissen wir die kleineren Tiere gar nicht mehr zu schätzen. Mit Costa Rica hatten wir schon einige Zeit geliebäugelt, ohne groß eine Vorstellung davon entwickelt zu haben, was uns dort erwarten wird. Ausserdem war die Einreise nach Costa Rica zu Corona-Zeiten äusserst unproblematisch. Viele andere Länder verlangen trotz Impfung mehrere PCR-Tests und zusätzliche Quarantänezeiten, sofern sie einen überhaupt ins Land lassen. Für die Einreise nach Costa Rica muss mal online ein Einreiseformular ausfüllen (salud.go.cr/) , dort ist auch der Impfnachweis hochzuladen. Es erfolgt keine Validierung der Angaben, sondern man erhält sofort einen QR-Code, den man am Flughafen vorzeigen muss. Danach kann man sich frei im Land bewegen, wir mussten diesen QR-Code in San Jose im Hotel und im Museum vorzeigen, danach nie wieder.

Aufgrund der Corona-Pandemie haben wir sehr kurzfristig gebucht, auch wegen einer anderen Reise meiner Frau in ihre Heimat. Wir haben erst Ende Oktober gebucht, alles in einem Rutsch an einem einzigen Abend, wir saßen ca 3 Stunden am Rechner und haben Flüge, Mietwagen und Unterkünfte im Internet gebucht, alles ohne Reiseveranstalter. Rückblickend kann ich sagen, dass ein Reiseveranstalter als Zwischenschalte auch nicht notwendig ist, ich würde es wieder so machen.

Anregungen für die gewählte Route kamen überwiegend aus dem Internet (70%), dem Reisebericht von Bettina aus diesem Forum (20%) sowie abschließend bzw. wie zur Bestätigung meiner bereits abgeschlossenen Planung von unseren Nachbarn (10%), die vor 2 Jahren eine ähnliche Route befahren hatten. Costa Rica ist ein kleines Land, trotzdem habe ich schnell gemerkt, dass eine Auswahl an möglichen Zielen notwendig ist, man nicht alles bereisen in einem Rutsch, dazu geht es nicht schnell genug auf den Strassen vorwärts. Es wird also ein zweites Mal geben.

Als Auto hatte ich ein 2-WD gebucht, auch um die Kosten der Reise zu begrenzen. Das Auto stellte sich als ausreichend heraus, ein 4-WD war nirgendwo notwendig. Auch wenn es teilweise auf Schotterpisten steil hoch bzw. abwärts ging, die Gefahr im Sand stecken zu bleiben wie in Afrika bestand kein einziges mal. In meinen Mietvertrag hatte ich erst nach Ende der Reise geschaut, und siehe da, auch das Kleingedruckte stellt kein Hindernis dar: einzig Fluss-Durchfahrten und Fahrten über einen Strand waren vertraglich verboten. Bei viele Nebenstrassen war ich mir nicht sicher, ob es Schotter war oder weggebrochener Asphalt, auf dem ich fuhr. Lediglich die letzten 40km auf der Osa-Halbinsel waren üble Buckelpiste wie in Tansania, für diese kurze Strecke habe ich dann auch deutlich über 2 Stunden benötigt.

Tja, das Wetter


Nicht jeder lässt es einfach an sich abperlen…


…einigen setzt der Regen ganz schön zu


Nach den vielen Internet-Recherchen bin ich zum Eindruck gekommen, dass bis Mitte November Regenzeit ist, und spätestens Anfang Dezember die Trockenzeit beginnt. Trugschluss. In Tortuguero wurde uns gesagt, eine fest definierte Regenzeit gibt’s nur jenseits der Berge, an der Karibikküste regnet es immer, bis zu 7 Meter im Jahr. Dort hatten wir übrigens das beste Wetter, es regnete nur nachts. In Boca Tapada hiess es, die Trockenzeit lässt auf sich warten, und im Orosi-Tal verstieg man sich zu der Aussage, dass das hiesige Mikroklima keine festen Regenzeiten kenne, denn man sei nahe eines Gebiets, in dem es ebenfalls 7 Meter pro Jahr regne. Zusätzlich waren wir in Monteverde, das ja immer in klitschnassen Wolken gehüllt ist. Man sollte also Regen mögen und einen wasserdichten Poncho dabei haben, wenns einen nach Costa Rica zieht.

Qualität der Bilder: Mit den Vollformat-Kameras kann ich nicht mithalten, ich fotografiere mit Olympus; das olympische m43-System hat einen Bildsensor, der nur ¼ der Fläche eines Vollformatsensors beträgt und muss daher physikalische Nachteile gegenüber Vollformat akzeptieren. Hier sind Kompromisse notwendig zwischen möglichst niedriger ISO und möglichst niedriger Verschlusszeit. Die meisten Wildlife-Bilder in Costa Rica entstehen im Wald, d.h. der Lichteinfall ist nicht grade üppig selbst bei strahlendem Sonnenschein. Wir hatten häufig Regen, so dass ich teilweise bis ISO 3200 hochgegangen bin – da lachen die Vollformat-Besitzer drüber, aber beim m43-System verlieren die Bilder erkennbar an Detailschärfe, dies ist bei Vögeln insbesondere im Federkleid und bei Tieren bei den Fellhaaren zu sehen, es sieht verwaschen aus. Glücklicherweise verfügen die Oly-Kameras über gute Sensorstabilisatoren, daher sind viele Bilder auch mit Brennweite bis 840mm KB aus der Hand ohne Stativ mit verhältnismässig langen Verschlusszeiten aufgenommen. Ich hatte ausserdem ein 3-Bein-Stativ und zum Wandern ein Einbein-Stativ dabei und habe beide sehr ausgiebig genutzt.

Ich bin ein Einzelbild-Knipser aus Gewohnheit, ich stelle nie auf Dauerfeuer. Der Nachteil dabei: die meisten Vogel-Bilder zeigen die Vögel statisch im Ansitz, es wird kaum Action gezeigt. Vielleicht muss ich da mal mit der Zeit gehen, an Speicherkapazität mangelt es ja nicht.

Ich habe zwei Olympus-Kameras mitgeschleppt, so dass ich nicht ständig die Objektive wechseln muss. Trotzdem, es geht noch bequemer: das Smartphone tritt immer stärker in mein fotografisches Leben ein, es ist noch viel bequemer als eine Kamera aus dem Rucksack zu pulen, denn es ist in der Beintasche immer griffbereit. Die Bilder aus dem Smartphone sind qualitativ zumeist schlechter als aus den Systemkameras, aber zur Dokumentation reicht es, und häufig kommen sie erstaunlicherweise mit Zwielicht unter Bäumen besser zurecht als die grossen Kameras. Also, ich zeige auch Smartphone-Bilder (Samsung S10e).

Was ich gelernt habe auf dieser Reise: man kann nicht genug Bilder schießen, man weiß erst hinterher, was das beste Bild ist – also draufhalten was das Motiv hergibt, d.h. solange es geduldig sich ablichten lässt, und bei den unstetigen Lichtverhältnissen immer die Belichtung variieren. Erst bei Betrachtung der Bilder am mitgenommenen Tablet habe ich gesehen, was das Resultat war, da reicht das kleine Kameradisplay nicht aus.

Tier- und Vogelbestimmung: wir haben ca 90 verschiedene auf Fotos dokumentierte Vogelarten gesichtet, dazu kommen sicherlich nochmals über 20 Sichtungen, die nicht auf Fotos festgehalten wurden, weil zu gewöhnlich (zB Tauben, weisse Reiher, schwarze Drossel, Schwalben) oder weil hinter Zweigen/Laub versteckt. Ich habe mir Mühe gegeben, alle Vögel auf den Fotos zu bestimmen, falls mir dabei Fehler unterlaufen sein sollten, nehme ich gerne Hinweise und Korrekturen auf. Einige Vögel konnte ich nicht bestimmen, ich hoffe Ihr helft mir an den entsprechenden Stellen. Immerhin haben wir damit mehr als 10% aller in Costa Rica vorkommenden Vogelarten gesehen, das finde ich eine ordentliche Ausbeute. Den Rest schaue ich mir dann beim zweiten Besuch an.
Letzte Änderung: 17 Jan 2022 21:00 von JP K.
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18 Jan 2022 11:53 #634871
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Hallo Sabine, wir hatten tatsächlich keine Restriktionen mit dem Mietwagen, generell sind Mietwagen von den Restriktionen ausgenommen. Es bestehen Restriktionen in Abhängigkeit der letzten Ziffer des Nummernschildes, das gilt nicht für Mietwagen. Ausserdem gibt es eine nächtliche Fahrsperre, die gilt glaube ich auch für Mietwagen. Nachzulesen zB hier
ticotimes.net/2022/0...are-being-reinstated
ticotimes.net/2021/1...ns-for-december-2021
sites.google.com/pre...-vehicular-sanitaria

Generell sollte man Fahrten nach Eintritt der Dämmerung vermeiden, da die Strassen in ländlichen Gebieten unbeleuchtet sind und es einige Fahrradfahrer und Fussgänger gibt, die ebenfalls kein Licht haben. Ich fand das sehr unangenehm, da kann man leicht jemanden über den Haufen fahren. Ausserdem sieht man die Schlaglöcher und Speedbumps nicht rechtzeitig. Wir hatten so einige Fahrten in der Dunkelheit, es liess sich nicht vermeiden, das war kein entspanntes Fahren.

Der Verkehr in und um San Jose ist die Hölle trotz Restriktionen, es geht teilweise nur im Schritttempo voran. Am besten am Tag des Abflugs sehr zeitig aufbrechen, es dauert dann doch 2 Stunden länger als geplant. Wir haben für die 60km vom Orosi-Tal zum Flughafen knapp 4 Stunden benötigt. Ein Navigationsgerät mit zu mieten macht für dieses Ballungsgebiet sehr viel Sinn, denn Strassennamen sind ausserhalb des Stadtzentrums von San Jose nicht üblich. Wir hatten kein Navi dabei und sind dann im Strassengewirr von San Jose und Cartago herumgeirrt. Ausserhalb dieses Central Valleys sind wir gut mit einer altmodischen Landkarte zurecht gekommen. Die Ticos kommen gut ohne Navi klar, wir hatten einige Male in San Jose und Cartago nach dem Weg gefragt, sprachlich zwar nichts verstanden (wir können kein spanisch) und trotzdem versucht ihren Anweisungen zu folgen und wir kamen dann immer ohne Umwege direkt ans Ziel.

Die Strasse ab Cabo geht in Sand über. Zuerst ist die Landschaft flach wie ein Fernseher, später wird es hügelig, während die Fahrpiste auf ganzer Länge durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse. Ein Ausweichen der Schlaglöcher ist nicht möglich, da sie auf der ganzen Breite vorkommen. Eine Palette rohe Eier auf der Rückbank ist am Ende der Fahrt definitiv Matsch. Wir haben die Hinfahrt in der Dunkelheit gemacht, das war kein Spass. Zurück sind wir dann morgens gefahren, wir hatten gute Sicht und wussten, was auf uns zukommt, das war dann "a piece of cake". Das Hotel hatte uns tatsächlich 4WD empfohlen, ich hatte aber schon entschieden, dass es auch mit 2WD gehen muss.

Hier kommt ein Bild vom ersten Kilometer nach Cabo, dort gibt es noch keine Schlaglöcher


und hier kommt ein Bild aus Monteverde, man kann die Schlaglöcher gut sehen, und ab Cabo ist das dann genauso.


Schlaglöcher kommen auch auf ansonsten gut asphaltierten Hauptstrassen vor, es sind dann unvermittelt auftauchende Einzelschlaglöcher, die durchaus 30cm tief sind. Bei Tageslicht und bei 80km/Std kann man denen aber noch ganz gut ausweichen, der Verkehr ausserhalb des Central Valleys ist sehr dünn. Netterweise sind solche einzelnen Schlaglöcher durch mit Kreide gemalten Vierecken gekennzeichnet - man sollte als Fahrer also nicht nur die schöne Landschaft bewundern sondern häufiger mal schauen, was die Strasse so an Abwechslung zu bieten hat.

Der Weg nach San Gerardo de Dota, abgehend von der Panamericana Route 2 hat es auch in sich, die Strasse windet sich steil nach unten über 700 Höhenmeter, man ist ständig auf der Bremse. Ich hatte den Eindruck, dass die Bremsleistung am Ende nachgelassen hatte.

Dagegen ist die Sandpiste nach Boca Tapado völlig problemlos, kaum Schlaglöcher, sehr gut befahrbar. Die ganze Strecke ist so wie auf diesem Bild


Es macht Spass, die Panamericana zu fahren, aber man muss mit LKW rechnen, die mit teilweise weniger als 30 km/Std die Berge hochschleichen, und die Stecke ist einspurig. Von San Jose aus kommend, geht es über zig Kilometer nur bergauf, da haben wir stundenlang hinter den LKWs gehangen. Und hat man einen überholt, ist der nächste nicht weit. Also auch hier viel Zeit einplanen.

Gruss
JP
Letzte Änderung: 18 Jan 2022 12:08 von JP K.
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22 Jan 2022 11:54 #635256
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Tortuguero Nationalpark Tag 1

Der Tag beginnt früh, denn wir werden abgeholt um 6:45 Uhr an unserem Hotel in San Jose, pünktlich wie die Maurermeister. Der Bus macht seine Runde in San Jose und holt jeden einzelnen von seinem gewünschten Ort ab, wir sind die vorletzte Station, die anderen mussten also schon erheblich früher bereit sein. Alles sehr ordentlich organisiert, keiner hatte irgendwelche Beschwerden zu melden. Unser Arrangement bestand aus 4 Übernachtungen all inclusive, was auch den Pick-up in San Jose beinhaltete. Da ich ohne Reiseveranstalter gebucht hatte, traute ich der Organisation nicht blind, und schrieb eine Mail die Lodge möge doch bitte Pick-up und Drop-off Zeiten mitteilen, damit ich die übrigen Planungen darauf einstellen kann. Die Antwort kam 2 Tage später, und alles verlief wie bestellt. Alternativ zu diesen all-inclusive-Lodges, von denen es in Tortuguero mehrere zur Auswahl gibt und die nett am sogenannten Canal liegen, also den gewundenen letzten paar Kilometern vor der Mündung ins Meer, besteht die Möglichkeit, preiswerte Unterkünfte in Tortuguero Town direkt am Meer zu buchen, Restaurants in Anspruch zu nehmen und Zusatzleistungen wie Ausflüge oder Kanus selbst zu organisieren. Bei unserer Buchung war dies schon mit inklusive. Das Rauschen der Meereswellen haben wir aber auch in unserer zweiten Reihe deutlich gehört.


Die Busfahrt ging über die Bergkette ins Tiefland nahe der Küste. Ein Frühstückstop in einem Restaurant gehörte dazu, dort sahen wir dass praktisch alle Busladungen dort einkehren auf dem Weg hin sowie zurück von Tortuguero. Damit es nicht langweilig wird, hat das Restaurant einen Bananenfeeder für die Vögel und einige Kolibri-Feeder aufgestellt. Die Kameras ratterten ununterbrochen bis zur Abfahrt.
Blue-grey tanager / Blautangare


Clay-colored thrush / Gilbdrossel


White-necked Jacobin / Weissnackenkolibri


Die Busfahrt ging weiter, bis wir an den Anlegesteg für die Bootsfahrt nach Tortuguero kamen. Dort wurden wir eingeschifft für eine einstündige Bootsfahrt inklusive unserer Koffer in die verschiedenen Lodges.


Maske auf hiess es in ganz Costa Rica, auch im Tortuguero NP, die NP-Ranger bestanden darauf, dass wir auch auf den offenen Booten die Masken trugen. Die Guides hatten uns immer rechtzeitig Bescheid gesagt wenn Ranger unterwegs waren damit wir einen guten Eindruck hinterlassen können. Die Guides allerdings haben immer und ohne Ausnahme zu jeder Zeit ihre Maske getragen auch im tiefsten Dschungel, sie wollten eine Kündigung nicht riskieren.


Auf der Fahrt gab es die ersten Tiersichtungen, neben dem allfälligen Croc auf einer Sandbank gab es einen Grossen kleinen Ameisenbär (Tamandua) auf einem Baum zu bestaunen




An der Lodge angekommen, gab es Mittagessen und wir haben unsere Zimmer bezogen. Nachmittags haben wir dann einen Ausflug zur Tortuguero Town mitgemacht, mit dem Boot ging es schräg über den Kanal, in 5 Minuten waren wir da. Gleich hinter dem Bootssteg wurden wir vom lauten Krächzten der Green Macaws/Soldatenaras begrüsst. Ein besseres Photo gibt’s heute nicht, ich stand unten und die Vögel waren in den Bäumen weit über mir.


Der Guide wies uns auch auf ein Faultier hoch oben in den Baumwipfeln hin. Hätte ich nie selbst entdeckt, ich hätte nie so angestrengt lange in die Baumkronen gestarrt, bis ich so ein Tier zu Gesicht bekomme, und dann war es auch nur durch das Teleobjektiv erkennbar. Auch zu den anderen Gelegenheiten, bei denen wir auf ein Faultier gestossen sind, hätte ich nie die Wollknäuel selbst entdeckt, sie hocken in der Regel regungslos an einer Astgabel und sehen auch nach mehrmaligen Hinsehen wie eine Verdickung des Geästs aus.


Ausserdem waren ab dem späteren Nachmittag die Heerscharen an Geiern in der Luft auffällig, die über dem Strand auf- und abflogen. Uns wurde erläutert, dass die Schildkröteneier bald reif zum Schlüpfen sein werden, die Geier warten schon darauf, dass sie die kleinen frisch geschlüpften Krötlein vom Strand pflücken können. Geschlüpft wird ab Dezember bis Mai. Es sind übrigens Raben- und Truthahngeier, die den Strand patrollieren.

Great-tailed grackle / Dohlengrackel



Tropical kingbird / Königstyrann



In den Bäumen in der Wohnsiedlung hielten sich auch Spieder Monkeys / Klammeraffen auf, dies war das einzige Mal auf dieser Reise, dass sie mir den Gefallen taten und für ein Photo relativ still hielten.





Da von Sabine gewünscht, hier noch ein Bild vom Inneren unseres Zimmers. Die Hütten waren auf Holzstelzen gebaut und beherbergten je Hütte 4 Zimmer. Ich schätze, die Lodge hat an die 100 Zimmer, der Restaurantbereich war entsprechend sehr groß.

Das Essen der Lodge war keine Offenbarung, aber auch nicht schlimm. Es gab zu jeder Mahlzeit Buffet-Style aus großen Behältern für die Massenabfertigung. Man hielt sich nicht länger im Spreiseraum auf als nötig.

Die Flussarme des Fluss-Deltas wurden übrigens tatsächlich zu Kanälen ausgebaut, damit das Holz leichter abtransportiert werden konnte. Jetzt besteht der Nationalpark aus aufgeforstetem Wald und Holzwirtschaft ist verboten.
Letzte Änderung: 22 Jan 2022 18:38 von JP K.
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24 Jan 2022 18:28 #635439
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Tortuguero Nationalpark Tag 2
Morgens um ca halb fünf wurden wir freundlich geweckt. Nein, das Tagesprogramm beginnt noch nicht, aber die Howler Monkeys sind der Meinung, sie müssen Ihre Gebietsansprüche gegenüber den ersten Motorbooten des Tages lautstark durchsetzen.

Heute ist Nationalparktag, wir haben insgesamt 2 Freifahrten auf dem Boot, die wir an einem Tag nehmen, denn dann fallen nur einmal Nationalparkgebühren an. Früh um 6:00 Uhr beginnt unsere erste Tour und dauert etwa 2 Stunden. Die Sichtungen machen der Guide und der Skipper vorne, kaum eine Chance für die Passagiere etwas vor den beiden zu entdecken.

Pale Billed woodpecker

Grüner Leguan



Semiplumbeous hawk




Unsere erste Tukan-Sichtung, ein Keel-Billed Tucan / Fischertukan, hoch oben in den Bäumen. Man weiss ja nie, ob wir nochmal diese schönen Vögel zu Gesicht bekommen werden, also Foto machen auch wenn er noch so weit weg ist. Diese Sorge stellte sich aber als gänzlich unbegründet heraus.

Northern Jacana

Grüner Basilisk


Wattled Northern Jacana juvenile

Purple Gallinule / Zwergsultanshuhn

noch ein Basilisk


Die winzig kleinen Proboscis Bats (Nasenfledermaus) hingen am Gebälk einer Bootsanlegerüberdachung.


Zurück an der Lodge gibt’s Frühstück. Die Lodge hat einen eigenen Naturpfad, etwa 1 ½ Kilometer lang, auf dem Führungen angeboten werden. An diesem Tag bin ich einfach mal auf eigene Faust losgegangen, allerdings traf ich dann schnell auf insgesamt 3 Gruppen, kein Wunder dass sich kein Tier blicken lies. Insgesamt allerdings, und das nicht nur hier, waren die Ausflüge in den Wald ohne Guide nicht sehr ergiebig von den Sichtungen her, der Wald verdeckt vor lauter Bäumen jedes Getier, eine Weitsicht wie in der afrikanischen Savanne ist nicht gegeben.
Zumindest auch ohne Gebrüll sind die Howler Monkeys auf dem Gelände schnell ausfindig zu machen. Die sind an die Menschengruppen gewöhnt und geben keinen Laut mehr ab tagsüber. Diese Fotos sind an der Waldgrenze am Lodge-Pool aufgenommen.





Blaue Landkrabbe
Letzte Änderung: 24 Jan 2022 19:53 von JP K.
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24 Jan 2022 18:59 #635441
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Der zweite Tukan der Reise (es werden noch viele mehr folgen, aber das weiß man ja nicht, wenn man noch nie in diesem Land war), wieder ein Keel-billed Toukan, hockte in einer Palme am Pool. Eine Gruppe von Leuten erfreute sich einige Zeit seines Anblicks, bis ein paar junge Mädels mit ihren Smartphones vorbeikamen und von dem Vogel Fotos schiessen wollten; aufgrund der geringen Brennweite muss man natürlich nah ran ans Motiv… das wars mit dem schönen Anblick.

Gartered Trogon female

Weiter auf dem Lodgegelände. Die Manakins, hier ein white-collared Manakin / Weißbandpipra, sind berühmt wegen ihrer aufwändigen Balztänze. Dieses männliche Manakin schiesst sich von Baum zu Baum hin und her, es gibt Videos davon auf YouTube, die sind sehenswert. Wenn die männlichen Manakins mit den Flügeln schlagen, macht das einen Sound wie bei einer Knallerbse oder einem überspringenden Funken, teilweise auch ratternd mehrfach hintereinander.

white-collared Manakin female



Slaty-tailed Trogon

Der lodge-eigene bare-throated tiger heron / Nacktkehlreiher hielt sich immer am Bootsanleger auf und starrte ins Wasser.


Nachmittags ging es wieder auf Bootstour im Nationalpark.
White-faced Capuchin / Kapuzinerallen



Die Pachira Blüte, namensgebend für unsere Lodge und Geruchsgrundlage für Parfums

Little blue Heron



Kaiman


Letzte Änderung: 24 Jan 2022 19:34 von JP K.
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Tortuguero Nationalpark Tag 3
Es ging mit dem Boot zum kleinen Berg bei der Kanalschleife, dort gab es die kleinen Jeans-Frösche sowie einen Überblick über den Kanal. Das Boot machte kurz nach dem Start einen kleinen Schlenker, da der Bootsführer einen grünen Basilisken sehr fotogen an der Kaimauer einer nahen Lodge entdeckt hatte. Das Foto ist freihändig auf einem wackligen Boot im Stehen bei 840mm Brennweite entstanden, für den Bildstabilisator kann man Olympus auch mal loben.

Leider ist der Strawberry poison dart frog (Erdbeerfröschchen) verwackelt, weil es im Wald am Berg dann arg dunkel war. Es werden aber noch bessere Bilder später kommen. Die Frösche sind winzig, und obwohl sie so fotogen sind, sind sie nicht leicht zu erkennen wegen ihrer Winzigkeit.

Aussicht auf dem Berg



Die Geier kreisten am Berg, auf Augenhöhe am Aussichtspunkt. Hier ein Black Vulture / Rabengeier.


Wieder in der Lodge

Great Kiskadee

Chestnut-sided Warbler female /Gelbscheitel-Waldsänger

Purple-throated Fruitcrow / Purpurbrustkotinga. Die purpurne Brust des Männchens ist bei sehr genauem Hinschauen erkennbar, er singt seine Gattin grade aus voller Kehle an

Die Lodge hatte einen recht geräumigen Pool, der kaum benutzt wird, weil die Gäste normalerweise nur 2 oder 3 Nächte bleiben und neben An-und Abreise volles Programm haben.

der Lodge-eigene Leguan
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