Nur ein paar Gedanken

6 Antworten · 2'468 Aufrufe · gestartet 18. Feb. 2009 von Axel
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Themenstarter1'130 Beiträge · seit 200618. Feb. 2009 ·
Ein paar (grob geschätzte)Gedanken zum Thema Mietwagen und Versicherung, die aus meinen Tagen als Testfahrer für eine große Autofirma und der Zusammenarbeit mit Mietwagenunternehmen zum Lesitungsvergleich der Fahrzeuge untereinander herkommen.
Grundsätzlich wird ein gut arbeitender Mietwagenanbieter in seinen Preisen die kalkulatorische Abschreibung, die geschätzten Erhaltungskosten, die laufenden Kosten und evtl. die Ansparung auf ein neues Fahrzeug beinhalten, zusätzlich die kalkulatorischen Over Heads. Aus der Diskrepanz zwischen anfallenden Kosten und Ertrag ergibt sich der Gewinn (vor Steuern).
Die Kosten z.B. für einen Hilux 2.7 belaufen sich in SA auf ca. 25.000€. Davon wird der entsprechende Rabatt für Großabnehmer von bis zu 25 % abzuziehen sein, das sind dann die Kosten für das Zubehör (Canopy, Zelt, sonst. Mat).
Bei einer anzunehmenden Mietdauer von 300 Tagen/Jahr und etwa 60.000 km Fahrleistung ist mit etwa 3 großen Inspektionen zu rechnen, die Gewährleistung läuft über 100´km oder drei Jahre. Auch die Abschreibung wird auf drei Jahre laufen. Bei der angenommenen Auslastung und Kosten pro Miettag von ca. 70€ (niedrig angesetzt) bringt der Wagen in drei Jahren 63.000€ minus der ca. 10´-15´ € Nebenkosten und des EK. Ab wann der Wagen nur noch Gewinn bringt ist ausrechenbar.
Alle Wagen sind versichert, die Vollkasko unterscheidet sich aber in der Höhe an Hand des Schadensrisikos, des Einsatzzweckes und des Selbstbehalts des Eigentümers. So gibt es in den Kosten Unterschiede zwischen Pkw´s und Lkw´s, der Unterschied wird meines Wissens deutlich an der Angabe der zulässigen Achslast, die an der jeweiligen Seite des Wagens aufgemalt sein muss. Hier spreche ich aus leidvoller Erfahrung, da ich bei einem Urlaub in NAM mehrmals wegen der fehlenden Beschriftung an dem 4x4 DC angehalten wurde und auch Geld zahlen musste.
Das Defizit in der Versicherungsleistung wird natürlich gerne weitergegeben. So wird eine Minimierung des Selbstbehaltes angeboten. Wenn wir von hier von Kosten von 20 € pro Tag/Selbstbehalt 0 ausgehen und der o.a. Einsatzdauer kommen pro Fahrzeug im Jahr 6000 € zusammen. Gehen wir von einem Vermieter mit 10 Fahrzeugen aus und einem kalkulatorischen Totalverlust von 10% (also ein Fahrzeug pro Jahr) ergibt das einen Überschuss von 30´-40´€ pro Flotte. Hierbei darf nicht vergessen werden, das das Risiko auf dem Totalverlust sitzen zu bleiben auf Grund der Vertragsgestaltung sehr gering ist und eher auf den Mieter abgewälzt wird.
Die Frage ob sich der Selbstbehalt für den Mieter oder Vermieter rechnet, muss man nun selbst beantworten.
Mienes Erachtens ist die Form der Übergabe des eventuellen Selbstbehalts an den Kunden nur eine andere Art der Gewinnmaximierung.
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
1'715 Beiträge · seit 200618. Feb. 2009 ·
Axel schrieb:
.... auf Grund der Vertragsgestaltung sehr gering ist und eher auf den Mieter abgewälzt wird.
Das geschieht meistens bei einem Unfall ohne Beteiligung eines anderen Fahrzeugs, z.B. geplatztem Reifen, Wildschaden oder ähnliches. Da wird der Vermieter höchst wahrscheinlich Fahrläsigkeit als Argument angeben und da nützt in Namibia die Selbsbehaltreduktion auch nichts mehr. der zeiht dann die Summe von der Kreditkarte ein und einklagen musst man den Betrag dann in Namibia. Was ziemlich aussichtslos sein wird.

Anders sieht es ev. aus, wenn die Versicherung nach europäischem Recht abgeschlossen wurde.

Gruss
Emanuel
http://africanomads.wordpress.com/ www.nelson2africa.blogspot.com https://europenomads.travel.blog/ YouTube Kanal https://bit.ly/3uEEK59
Themenstarter1'130 Beiträge · seit 200618. Feb. 2009 ·
Hi Emanuel,
das ist das nächste Problem. Welche Versicherung nach europäischem Recht wird hier abgeschlossen und was beinhaltet diese? Der Reiseanbieter, sobald der keine eigenen Autos hat, tritt nur als Vermittler auf, vor Ort müssen ja grundsätzlich neue/ weitere Vereinbarungen unterschrieben werden, die nach nam. Recht gelten, da hilft auch der deutsche Ansprechpartner nicht. Etwaige deutsche Vers. weisen ausdrücklich auf ihre Ausschlüsse hin ( nur wenn andere Vers. bezahlt hat den Rest, nicht 4x4, nur Pkw, usw). Wer sagt dem Vermieter, dass diese Vers. zahlt, hat jeder eine Bestätigung dabei für genau diesen Fall oder wie kommt der Vermieter an sein Geld, wenn der Mieter das Land verlassen hat
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
1'927 Beiträge · seit 200819. Feb. 2009 ·
Axel schrieb:
Welche Versicherung nach europäischem Recht wird hier abgeschlossen und was beinhaltet diese? Der Reiseanbieter, sobald der keine eigenen Autos hat, tritt nur als Vermittler auf, vor Ort müssen ja grundsätzlich neue/ weitere Vereinbarungen unterschrieben werden, die nach nam. Recht gelten, da hilft auch der deutsche Ansprechpartner nicht...
...genau so sehe ich das auch.

Man sollte halt sehen, daß bereits im Angebot und dann im Mietvertrag möglichst viele Details (Reifen, Unterboden, Scheiben, Eigenbeteiligung im Schadensfall etc.) geklärt sind, denn der Mietvertrag gilt ohne Wenn und Aber. Notfalls auch bei Übernahme des Fahrzeuges handschriftlich Ergänzungen in das Übergabeprotokoll einfügen.

Undurchsichtig wirds nur, wenn bereits im Mietvertrag zahlreiche Querverweise auf Versicherungsbestimmungen stehen, die liest man nur in den seltensten Fällen nach.

Gruß
Peter
1'715 Beiträge · seit 200619. Feb. 2009 ·
Ich habe gerade bei einem Reiseanbieter die bedenken zur europäischen SB-Versicherung angebracht und siehe da, der Preis von Sfr 85.- mit SB 0, geht auf Sfr. 75.- bei SB N$28'000.-
Der vermieter ist übrigens Value Car eine Asco Tochter, welche die 2 jährigen Wagen vermietet und dann später verkauft.

Gruss
Emanuel
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Themenstarter1'130 Beiträge · seit 200620. Feb. 2009 ·
swisschees schrieb:
Ich habe gerade bei einem Reiseanbieter die bedenken zur europäischen SB-Versicherung angebracht und siehe da, der Preis von Sfr 85.- mit SB 0, geht auf Sfr. 75.- bei SB N$28'000.-
Der vermieter ist übrigens Value Car eine Asco Tochter, welche die 2 jährigen Wagen vermietet und dann später verkauft.

Gruss
Emanuel
Hi Emanuel,
entschuldige aber ich verstehe den Inhalt nicht, kannst du das etwas ausführen?
Viele Grüße
Axel
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
1'715 Beiträge · seit 200620. Feb. 2009 ·
Hallo Axel

Bei einer Mietdauer von 28 Tage macht das SFr 280.- für eine Versicherung, die, wie der Reieseanbieter selber einräumte, von den Vermieter manchmal nicht anerkannt wird.

Das Angebot selber ist sehr günstig, für einen 4x4 DC mit 2 x Dachzelt inkl. Campingausrüstung. Es ist schon so billig, dass ich meine Zweifel habe, ob man für dieses Geld noch etwas vernüftiges bekommt.

Gruss
Emanauel
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