Namibia mit Gehbehinderung?

10 Antworten · 3'112 Aufrufe · gestartet 18. Dez. 2008 von DocHoliday
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Themenstarter272 Beiträge · seit 200818. Dez. 2008 · #1
Be der Planug zu meiner Namibia Tour kam mir die Idee, die Tour mit einem befreundeten Paar zu machen. Allerdings ist er gehbehindert. Er sitzt nicht im Rollstuhl, ist aber auf einen Rollator angewiesen. In dem Fall würden wir natürlich nicht campen, sondern in Lodges übernachten.
Die beiden haben schon diverse Touren durch die USA gemacht und dort nie Probleme gehabt. Aber keiner von uns kann beurteilen, wie die Situation in Namibia wäre.

Läuft man beispielweise bei den Lodges durch den Sanf oder gibt es überall Wege (Holzstege) zwischen den Gebäuden? Kann man direkt bis an die Unterkunft heran fahren?
Gibt es zu den Aussichtspunkten in der Regel einen befestigten Weg? Wie sieht es mit den Wasserstellen zur Tierbeobachtung im Etosha und anderen Parks aus?

Es würde wohl auf die klassische Route Windhoek - Keetmanshop - Fish River Canyon - Aus - Sossuvlei - Swakopmund - Khorixas - Etosha - Waterberg - Windhoek hinauslaufen.

Was meint Ihr? Gibt es jemand mit eigenen Erfahrungen zu diesem Thema hier?
Gruß Dirk
413 Beiträge · seit 200619. Dez. 2008 · #2
Hallo,

ich habe selber keine Erfahrung damit. Aber ich denke man kann Namibia auch mit einer Gehbehinderung gut bereisen.
Evtl. wuerde ich die ganze Reise vorplanen, so dass Du bei den Unterkuenften im voraus fragen kannst wie zugaenglich sie sind.

Viele Gruesse
Kitty
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2'732 Beiträge · seit 200619. Dez. 2008 · #3
Die beiden haben schon diverse Touren durch die USA gemacht und dort nie Probleme gehabt.
Aber keiner von uns kann beurteilen, wie die Situation in Namibia wäre.
[\quote]
USA ist in dieser Richtung eher - wohl einmal ausnahmsweise - ein Vorzeigeland. Alle oeffentlichen Gebaeude sind rollstuhlgerecht erreibar. Wir haben damals mit meiner Oma angefragt, da sie auch gehbehindert ist wie das ist mit dem Parken auf den reservierten Flaechen. War kein Problem - 3 Wochen spaeter hatten wir das offizielle Schreiben, den Parkausweis und das ANZEIGEFORMULAR falls doch nicht in unserem Briefkastn.
Läuft man beispielweise bei den Lodges durch den Sanf oder gibt es überall Wege (Holzstege) zwischen den Gebäuden? Kann man direkt bis an die Unterkunft heran fahren?
Meistens ist es so, dass man an das Haus fahren kann, jedoch ist nicht immer der Weg vom Stellplatz zum Haus geplastert, betoniert oder mit Panelen geebnet.
Gibt es zu den Aussichtspunkten in der Regel einen befestigten Weg? Wie sieht es mit den Wasserstellen zur Tierbeobachtung im Etosha und anderen Parks aus?
Zum beobachten sitzt du meistens im Auto, was eher das Sitzfleisch strapaziert. In Etosha sind die Wege im Camp i.d.R. nicht gepflastert. Aber gut zu begehen. Das mit dem Waegelchen sollte - so glaube ich - kein Problem sein.
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
Themenstarter272 Beiträge · seit 200820. Dez. 2008 · #4
Das klingt doch schon mal gar nicht so schlecht. Mal sehen, ob ich die beiden überzeugen kann.

Danke Euch!
Gruß Dirk
2'048 Beiträge · seit 200720. Dez. 2008 · #5
Hallo Docholyday,

ich will euch nicht entmutigen, aber mit einigen Dingen müßt ihr rechnen:
- Gamedrives und Farmfahrten finden auf der Ladefläche eines Geländewagens statt. In der Komfort-version mit einer Außenleiter versehen, die aber direkt am Fahrzeug anliegt und keine Schräge hat. Rustikalere Version: An der Bordwand hochkletern: Fuß auf Reifen, Fuß auf Bordwand - Abstand jeweils mind. 60 oft aber 80 cm.

- Betonierte Wege in Nam sind nicht das gleiche wie hier. Glattstrich gibt es gar nicht. Oft werden die Wege mit Natursteinen gepflaster und behalten dadurch Stufen und Kanten mit mehr als 1 cm. Das sind für einen Gehbehinderten wahr Stolperfallen.

- Viele Lodges liegen wegen der Aussicht am Hang (wenn einer da ist). Mit Treppensteigen müßt ihr immer rechnen, Aufzüge etc. gibt es praktisch gar nicht.

- typisch sind heute die on-suite-Badezimmert. Oft zeichnen sie sich aber durch einen schmalen Zugang aus. Ich würde schätzen, in den lodges mehr als 80% nicht in Rollatorbreite

- ich habe noch nirgends echte behindertengerechte WC oder Duschen gesehen. Ist dort z.B. ein Duschsitz erforderlich, so müßt ihr ihn mitbringen.

- Der Flughafen in Windhoek hat keinen routinemäßigen shuttle vom flugzeut zum flughafengebäude. Direkt nach der Landung steht je nach Parkposition daher ein mehr oder weniger weiter Fußmarsch an. Ich habe immer wieder gehbehinderte Menschen beobachtet, die nach 11 Stunden Flugzeit damit nicht geringe Probleme hatten. Daher würde ich euch empfehlen, auf jeden Fall einen Rollstuhl zu ordern. Dies wird schon mit der Buchung erfasst. Ich weiß aber nicht, ob dann in Windhoek nur ein Stuhl bereit gestellt wird oder ob es dann einen shuttle gibt.

- eine ganze Reihe interessanter Ziele sind wegen der fehlenden Infrastruktur gänzlich ungeeignet. Fragt mit eurer Routenplanung daher unbedingt nochmal das Forum ab, damit ihr keine Enttäuschung erlebt.

viele Grüße

jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
2'721 Beiträge · seit 200620. Dez. 2008 · #6
Hallo
Leider muss ich jaw voll und ganz recht geben. Ich möchte ja niemandem die Ferien verderben, aber wenn man voll und ganz auf den Rollator angewiesen ist und nicht ev. einmal auf Krücken ausweichen kann, wird es schon etwas mühsam.
Ich habe bis jetzt noch keine Lodge bzw. Guestfarm gesehen, die Behinderten gerecht eingerichtet war. Selbst wenn man mit dem Rollator überall durch die Türen kommen sollte sind die restlichen Wege mit einem solchen Gerät nicht gerade komfortabel zu befahren. Meistens sind die Wege nur mit Kies oder gröberen Steinen ausgelegt, es hat Treppen und Absätze bei den Türen usw. Mit einem Rollstuhl wäre man da schon besser unterwegs, denn dieser hat grössere Räder. Mit den kleinen Rädern des Rolators ist das nicht ganz einfach.
Gisela
8 Beiträge · seit 200823. Dez. 2008 · #8
Ich kann Euch nur raten, nehmt einen Rollstuhl. Ein Rollator ist durch Kies und Schotter sehr schwer vorwärts zu bewegen. Außerdem sind die Gehsteige sehr hoch und nicht behindertengerecht abgesenkt.
Vorallem ganz wichtig, nehmt einen Rollstuhl mit Vollgummi-Reifen!!!!!!!!! Sonst habt ihr bald einen Platten durch die vielen Dornen.
Ich spreche aus Erfahrung, erstens bin ich in Namibia geboren und zweitens war ich mit meinem Sohn, der im Rollstuhl sitzt, dort.
Trotzdem einen schönen Urlaub. Namibia ist wirklich ein tolles und sehenswertes Land!!!!!

Gruß Anne
5 Beiträge · seit 200811. Jan. 2009 · #9
Ich war im Mai in Namibia und bin auch am überlegen gewesen, ob diese Reise nicht auch was für meinen Vater wäre, welcher auch gehbehindert ist.

Alles in allem kann ich dazu sagen, daß es für ihn möglich wäre diese Reise zu machen, natürlich mit einigen Einschränkungen
- man sieht die ausgetrockneten Flächen im Sossusvlei nicht, da man die Dünen herauflaufen muß. Allerdings kann man als Alternative einen Flug über Sossusvlei buchen, was sehr schön ist.
- Sesriem Canyon ist etwas zu holperig, allerdings haben wir auch eine ältere Dame auf Gehilfen gesehen.

Bei den Lodges und Camps wo wir waren konnte man direkt vor das Zimmer fahren.

Meist waren wir mit einem Minibus (ca. 10 Plätze) unterwegs und unser Fahrer hat uns wirklich überall hingefahren, da wir auch ältere Herrschaften mit an Bord hatten.

Aber richtig planierte Straßen und Wege gibt es selten.

Diese Eindrücke, die man allerdings mitnimmt lassen alle Hindernisse vergessen. Namibia ist einfach traumhaft schön.
2 Beiträge · seit 200814. Juni 2009 · #10
I'm sorry to answer in English but my German is aufull!!


We travelled to Namibia in october 2009 for a month. My wife had polio and can't walk good and only for short periods.
We made lodge reservations via a travel agency in Namibia who advertised to have special considerations for disabled travellers.
First they advised us about the trip; were to go and were not to. Even Kaokeveld we could travel and we made day trips from our lodge in Opuwo.
Except for two lodges all was good arranged. The rooms/tents were next to the parking place. Restaurant and pool were easy accessible.

So: go for it and make your self drive in Namibia!

(operator: Elena tours: WWW.Namibweb.com/
2 Beiträge · seit 200814. Juni 2009 · #11
I'm sorry to answer in English but my German is aufull!!


We travelled to Namibia in october 2009 for a month. My wife had polio and can't walk good and only for short periods.
We made lodge reservations via a travel agency in Namibia who advertised to have special considerations for disabled travellers.
First they advised us about the trip; were to go and were not to. Even Kaokeveld we could travel and we made day trips from our lodge in Opuwo.
Except for two lodges all was good arranged. The rooms/tents were next to the parking place. Restaurant and pool were easy accessible.

So: go for it and make your self drive in Namibia!

(operator: Elena tours: WWW.Namibweb.com/