Info: Freier Fall?

23 Antworten · 6'387 Aufrufe · gestartet 16. Okt. 2008 von Helmar
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Themenstarter667 Beiträge · seit 200616. Okt. 2008 · #1
Live rates at 2008.10.16 15:20:22 UTC (17:20 MESZ)
1.00 EUR=14.0285 ZAR
Euro South Africa Rand

Ist das der freie Fall?
Gruß
Helmar
2'779 Beiträge · seit 200716. Okt. 2008 · #2
ja und warum so rapide? es ist kaum zu glauben!
chf 9.20
usd 10.45
?????????
Gruss Leona
2'612 Beiträge · seit 200716. Okt. 2008 · #3
Eine Vermutung: Auflösung sog. Carry Trades

Ursprünglich: Aufnahme von Geld in einer Niedrigzinswährung (EUR, CHF, USD, JPY), Anlage in ZAR

Jetzt im Zuge der Wirtschaftskrise: Auflösen der Carry-Trades, was zu Abgabedruck beim ZAR und damit rapiden Kursverlusten in dieser engen Währung führt.

Ich sehe aktuell keine (neuen) Fundamentaldaten als Ursache...
Bye bye Forum
545 Beiträge · seit 200616. Okt. 2008 · #4
Danke Volker,
ich mache mal hier weiter, habe den "freien Fall" irgendwie übersehen!
Für alle Menschen in NAM/SA wird ja ein Besuch in Europa unbezahlbar, umgekehrt sollte man sich so langsam mal überlegen, sich in Namibia ein Auto zu kaufen, das wird bald billiger als zu mieten!
Einträchtliche Grüße
2'612 Beiträge · seit 200716. Okt. 2008 · #5
Wenn man bei Verleihern vor Ort mietet, wird i.d.R. in NAD abgerechnet - es ändert sich also grundsätzlich nichts an einer Entscheidung Kaufen oder Mieten. Es sei denn, die Preise der Vermieter auf NAD-Basis werden schneller nach oben angepasst (da Klientel hauptsächlich Ausländer) als die Neu-/Gebrauchtwagenpreise. Da fehlt mir der Überblick...

Ich rechne bei den Währungsschwankungen damit, dass immer mehr Unternehmen in der Touri-Branche in Zukunft in Hartwährung abrechnen werden - stecke aber auch da nicht so tief drin, da könnten unsere einschlägig bekannten Reiseveranstalter im Forum mal eine Einschätzung abgeben.

Auf jeden Fall aber schlechte Karten für den "reiselustigen" Südafrikaner...
Bye bye Forum
658 Beiträge · seit 200717. Okt. 2008 · #6
Volker schrieb:
Wenn man bei Verleihern vor Ort mietet, wird i.d.R. in NAD abgerechnet - es ändert sich also grundsätzlich nichts an einer Entscheidung Kaufen oder Mieten. Es sei denn, die Preise der Vermieter auf NAD-Basis werden schneller nach oben angepasst (da Klientel hauptsächlich Ausländer) als die Neu-/Gebrauchtwagenpreise. Da fehlt mir der Überblick...

Ich rechne bei den Währungsschwankungen damit, dass immer mehr Unternehmen in der Touri-Branche in Zukunft in Hartwährung abrechnen werden - stecke aber auch da nicht so tief drin, da könnten unsere einschlägig bekannten Reiseveranstalter im Forum mal eine Einschätzung abgeben.

Auf jeden Fall aber schlechte Karten für den "reiselustigen" Südafrikaner...
Volker, das stimmt so nicht ganz !!! Du gekommst ja für den EUR mehr N$, somit kann es schon billig sein, ein Auto zu kaufen !

Grüßle

Ralf!!
Grüßle Ralf
69 Beiträge · seit 200617. Okt. 2008 · #7
Ich rechne bei den Währungsschwankungen damit, dass immer mehr Unternehmen in der Touri-Branche in Zukunft in Hartwährung abrechnen werden
Das muss nicht unbedingt sein, denn für den Veranstalter vor Ort spielt das nicht die große Rolle. Er kalkuliert seine Preise in NAD/ZAR und kauft seine Leistungen ja auch in NAD ein (Flüge ausgenommen).
Anders ist es bei den "Veranstaltern" in Europa. Die kaufen in NAD/ZAR ein und verkaufen an den Endkunden in Euro.
Ich habe z.B. meine diesjährige Namibia-Reise direkt in Windhoek gebucht, also in NAD.
Gebucht habe ich bereits letztes Jahr mit 10% Anzahlung. Der Wechselkurs-Unterschied zwischen Buchungsdatum und Bezahlung des Restbetrages von 90% kurz vor Reiseantritt brachte eine Verbilligung von 500.- Euro pro Paar (bei 5 Paaren also eine stolze Summe, und jetzt,2 Monate Später, wären es noch deutlich mehr).
Hätten wir über ein Reisebüro hier in Deutschland gebucht, wäre der Kursgewinn nicht an den Endkunden weitergegeben worden, sondern in die Tasche des Reiseanbieters geflossen.
Ich habe auch noch mal die aktuellen Preise der Angebote verglichen: ich habe keinen gefunden, der den Währungsvorteil in Form von Preissenkung weitergegeben hat.
Für den Veranstalter in Namibia ändert sich nichts - er erhält seine NAD so oder so.
Der namibische Veranstalter könnte also höchstens darauf aus sein, die Kursgewinne zusätzlich mitnehmen zu wollen, indem er in Euro abrechnet - damit trägt er allerdings auch das Risiko, Verluste einzustecken, wenn der NAD/ZAR steigt.

Wäre die Kursentwicklung andersherum gewesen, also wenn der Euro gefallen wäre, wären die Kursunterschiede mit Sicherheit bereits in den Euro-Angebots-Preisen zu sehen😠

Nachtrag:
Auszug aus den AGB's von DERTOUR:
4.2
Wir behalten uns vor, die ausgeschriebenen und mit der Buchung bestätigten Preise im Fall der Erhöhung der Beförderungskosten oder der Abgaben für bestimmte Leistungen, wie Hafen- oder Flughafengebühren oder einer Änderung der für die betreffende Reise geltenden Wechselkurse wie folgt zu ändern:
... Bei einer Änderung der Wechselkurse nach Abschluss des Reisevertrages kann der Reisepreis in dem Umfang erhöht werden, in dem sich die Reise dadurch für uns verteuert hat.
Keine Sterbenswörtchen über "Senkung".


Viele Grüße
Levester
http://www.leveste.de/foto-welt/ Humor und Geduld sind die Kamele, mit denen ich durch jede Wüste komme.
zuletzt bearbeitet 17. Okt. 2008
Gast17. Okt. 2008 · #8
Hallo Volker,
Volker schrieb:
Ich sehe aktuell keine (neuen) Fundamentaldaten als Ursache...
Rational geht es an den Börsen derzeit ja ohnehin nicht zu, aber teilweise wird der fallende Rand mit dem Südafrikanische Handelsdefizit erklärt. Südafrika ist auf den Zustrom von Finanzen/Investments aus dem Ausland angewiesen. Das ist in der aktuellen Wirtschaftsgroßwetterlage ein schwerwiegendender Negativpunkt. Und die völlig unklare politische Situation dürfte den Rand zusätzlich belasten. Die südafrikanischen Medien spekulieren seit Tagen über eine Spaltung des ANC in den Zuma-Block und den Mbeki-Block. Die Gerichtsverfahren gegen Zuma sind weiter in der Schwebe, usw.

Beste Grüße

Guido
69 Beiträge · seit 200617. Okt. 2008 · #9
Wieso steht dieser Thread eigentlich unter Botswana / Camping ???????
http://www.leveste.de/foto-welt/ Humor und Geduld sind die Kamele, mit denen ich durch jede Wüste komme.
7'263 Beiträge · seit 200617. Okt. 2008 · #10
Levester schrieb:
Wieso steht dieser Thread eigentlich unter Botswana / Camping ???????
Ich habe es eben verschoben.

Herzliche Grüsse
Chrigu
zebra.reisen: Individuelle und Begleitete Selbstfahrerreisen, Kleingruppenreisen und Reiseberatung Satellitentelefon: Satellitentelefon für die weltweite Nutzung Reiseplanung / Reiseberatung: Besprechung per Videokonferenz Der Zebra Shop: Karten, Bücher und Infos für das südliche Afrika Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia
2'612 Beiträge · seit 200717. Okt. 2008 · #11
Levester schrieb:
Ich rechne bei den Währungsschwankungen damit, dass immer mehr Unternehmen in der Touri-Branche in Zukunft in Hartwährung abrechnen werden
Das muss nicht unbedingt sein, denn für den Veranstalter vor Ort spielt das nicht die große Rolle. Er kalkuliert seine Preise in NAD/ZAR und kauft seine Leistungen ja auch in NAD ein (Flüge ausgenommen).
Anders ist es bei den "Veranstaltern" in Europa. Die kaufen in NAD/ZAR ein und verkaufen an den Endkunden in Euro.
Ich habe z.B. meine diesjährige Namibia-Reise direkt in Windhoek gebucht, also in NAD.
Gebucht habe ich bereits letztes Jahr mit 10% Anzahlung. Der Wechselkurs-Unterschied zwischen Buchungsdatum und Bezahlung des Restbetrages von 90% kurz vor Reiseantritt brachte eine Verbilligung von 500.- Euro pro Paar (bei 5 Paaren also eine stolze Summe, und jetzt,2 Monate Später, wären es noch deutlich mehr).
Hätten wir über ein Reisebüro hier in Deutschland gebucht, wäre der Kursgewinn nicht an den Endkunden weitergegeben worden, sondern in die Tasche des Reiseanbieters geflossen.
Ich habe auch noch mal die aktuellen Preise der Angebote verglichen: ich habe keinen gefunden, der den Währungsvorteil in Form von Preissenkung weitergegeben hat.
Für den Veranstalter in Namibia ändert sich nichts - er erhält seine NAD so oder so.
Der namibische Veranstalter könnte also höchstens darauf aus sein, die Kursgewinne zusätzlich mitnehmen zu wollen, indem er in Euro abrechnet - damit trägt er allerdings auch das Risiko, Verluste einzustecken, wenn der NAD/ZAR steigt.

Wäre die Kursentwicklung andersherum gewesen, also wenn der Euro gefallen wäre, wären die Kursunterschiede mit Sicherheit bereits in den Euro-Angebots-Preisen zu sehen😠

Nachtrag:
Auszug aus den AGB's von DERTOUR:
4.2
Wir behalten uns vor, die ausgeschriebenen und mit der Buchung bestätigten Preise im Fall der Erhöhung der Beförderungskosten oder der Abgaben für bestimmte Leistungen, wie Hafen- oder Flughafengebühren oder einer Änderung der für die betreffende Reise geltenden Wechselkurse wie folgt zu ändern:
... Bei einer Änderung der Wechselkurse nach Abschluss des Reisevertrages kann der Reisepreis in dem Umfang erhöht werden, in dem sich die Reise dadurch für uns verteuert hat.
Keine Sterbenswörtchen über "Senkung".


Viele Grüße
Levester
Levester,

interessant, das Wechselkursrisiko trägt der Tourist - auch eine Art, Geschäfte zu machen. Von so einem großen Veranstalter erwarte ich Besseres.

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
2'612 Beiträge · seit 200717. Okt. 2008 · #13
Hallo Melka,

vielen Dank für den Artikel, ist mir glatt durch die Lappen gegangen 🙂

Er bietet eine Erklärung für die sukzessive Abwertung, für den Sprung in dieser Woche dürfte eher die Carry-Trade-Geschichte verantwortlich sein - am Geldmarkt werden größere Summen als an der JSE bewegt. Aber wer kann es schon wissen?

Die generelle Abwertungsgefahr des ZAR sehe ich auch als Grund, weshalb immer mehr einheimische Anbieter in EUR fakturieren werden.

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
107 Beiträge · seit 200817. Okt. 2008 · #14
Volker schrieb:
Hallo Melka,
vielen Dank für den Artikel, ist mir glatt durch die Lappen gegangen 🙂
... und das Dir als Banker??? Ts. 😎
Handelsblatt wurde uns wohl schon am ersten Tag der Ausbildung als Pflichtlektüre empfohlen - dabei ist es dann aber auch die meiste Zeit geblieben. 😗
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2'612 Beiträge · seit 200717. Okt. 2008 · #15
Banker sind auch nur Menschen, auch wenn das Viele nicht (mehr) glauben (wollen). Auch mein Tag hat nur 24 Stunden, ich lese Handelsblatt z.Zt. nur selektiv in Bezug auf Finanzkrise und Merger Commerzbank/Dresdner (da steht manchmal mehr drin als die offizielle interne Kommunikation hergibt), zu mehr bleibt keine Zeit...
Bye bye Forum
zuletzt bearbeitet 17. Okt. 2008
107 Beiträge · seit 200817. Okt. 2008 · #16
War doch nur ein Spaß - bin schließlich selbst Banker (gewesen). 🙂
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2'612 Beiträge · seit 200717. Okt. 2008 · #17
Melka schrieb:
War doch nur ein Spaß - bin schließlich selbst Banker (gewesen). 🙂
War auch nur Spaß - brauche kein Mitleid/Mitgefühl 😉
Bye bye Forum
Gast21. Okt. 2008 · #20
Zu erwähnen der positive Haushaltssaldo, davon träumt D nur...
..aber -auch aus selbigem Artikel:
Die Achillesverse des Landes ist und bleibt dabei vor allem seine hochdefizitäre Leistungsbilanz. Der Grund für die große Lücke liegt darin, dass Südafrika viel mehr importiert als exportiert. Verantwortlich dafür ist wiederum ein ehrgeiziges Infrastrukturprogramm aber auch der jahrelange Konsumrausch der neuen (vor allem schwarzen) Mittelklasse. Bislang war dieses Defizit stets von ausländischen Zuflüssen gedeckt worden. Seit der Finanzkrise ist dies jedoch nicht länger der Fall.
Interessant wird werden, was in Südafrika passiert, wenn die Besitzer der vielen auf Pump gekauften Häuser und Autos ihre Kredite nicht mehr bedienen können. Die Inflation in Südafrika steigt kontinuierlich, genauso wie die Kreditzinsen. Sinken tun hingegen die Immobilienpreise. Die Steigerung der Lebensmittelpreise bedroht die Ernährungsbasis der Ärmsten.

Alles hängt mit allem zusammen, und monokausale Erklärungsversuche werden in der Regel scheitern. Die wahrscheinlichen und möglichen Auswirkungen, die dieWeltfinanz- und Wirtschafts(?)krise auf das Land und den SADC-Raum haben werden/können, sind noch keineswegs alle sichtbar geworden.

Gruß, Michael