GUGuido.ThemenstarterGast13. Juni 2008 · #1AZ und Namibian zitieren zu dem Thema den Abgeordneten und Republikaner-Präsidenten Henk Mudge
Sicherheitsrisiko Air NamibiaMudge predicts 'disaster' at Air NamBeste Grüße
Guido
EDIT 15.10.2008: Titel geändert, damit nach Klick auf den unteren Antwort-Button nicht immer wieder der Originaltitel des Threads mit "Sicherheitsrisiko" hoch kommt.
SPSpringbok55 Beiträge · seit 200714. Juni 2008 · #2teilweise harte tatsache, vor allem das management, aber in den flugzeugen sitzen auch einige gut ausgebildete piloten und auch Weiße
Regards from Bavaria/Namibia
GUGuido.ThemenstarterGast14. Juni 2008 · #3Hallo,
Mangels Insiderwissen können wir nicht wirklich beurteilen, was an den massiven Vorwürfen dran ist. Das im Management geballte Inkompetenz sitzt, ist ja für viele mehr oder weniger staatlich gelenkte Unternehmen im südlichen Afrika kennzeichnend und wäre nicht wirklich verwunderlich. Wenn das allerdings auch auf Piloten u.ä. zutrifft, wäre das schon sehr bedenklich.
Man kann auch nicht völlig ausschließen, dass der Herr Mudge hier auf Kosten von Air Namibia ein bisschen Aufmerksamkeit für seine Mini-Partei sucht. Allerdings müsste er schon ziemlich dumm sein, wenn er so massive Anschuldigungen äußert, ohne Fakten in der Hinterhand zu haben. Ich weiß nicht wie die Immunität von Abgeordneten in Namibia geregelt ist, aber in Deutschland besteht nur Schutz vor Strafverfolgung und nicht vor zivilrechtlichen Klagen. Wenn hier ein Abgeordneter solche Vorwürfe z.B. gegen Air Berlin erheben würde, hätte er sicher Ruckzuck eine Millionenklage auf Schadensersatz am Hals.
Die Sicherheit von Air Namibia auf Regionalflügen hat sich ansonsten zuletzt insofern verbessert, als dass die beiden 27 bzw. 28 Jahre alten B737-200 stillgelegt und durch bei Air France aussortierte B737-500 (17 Jahre alt) ersetzt wurden.
Beste Grüße
Guido
SPSpringbok55 Beiträge · seit 200714. Juni 2008 · #4Was aber nicht unbedingt auf Sicherheit basiert sondern eher auf Kosteneinsparung durch geringere Unterhaltskosten. Gut gewartete 737-200 könnten durchaus noche ein paar Jahrzehnte unterwegs sein.
Und im Gegensatz zu Air Berlin/ LTU ist Air Namibia eine Fluggesellschaft, bei der der Staat noch etwas zu sagen hat
Regards from Bavaria/Namibia
GUGuido.ThemenstarterGast14. Juni 2008 · #5Springbok schrieb:Was aber nicht unbedingt auf Sicherheit basiert sondern eher auf Kosteneinsparung durch geringere Unterhaltskosten. Gut gewartete 737-200 könnten durchaus noche ein paar Jahrzehnte unterwegs sein.
Zum einen lässt sich meines Wissens nicht alles an modernen Sicherheitssystemen bei alten Maschinen nachrüsten - zumindest nicht mit vertretbarem Aufwand.
Zum anderen unterliegen viele Materialien der Ermüdung. Menschen sind nicht fehlerfrei und Wartung ist nicht zu 100,0% perfekt. Bei einer 28 Jahre alten Maschine stecken mit hoher Wahrscheinlichkeit schon viel mehr knochenharte Landungen u.ä. in der Struktur, als bei einer 3 Jahre alten Maschine. Beim alten Teil sind ermüdungsbedingte Unfälle dann einfach wahrscheinlicher. Das in der Realität mit alten Maschinen viel mehr Unfälle passieren als mit jungen Maschinen, ist darüber hinaus statistisch belegbar.
Und soweit ich weiß, machen die Flugzeughersteller für ihre Muster neben den Wartungsintervallen auch explizite Angaben zur Lebensdauer (Anzahl der Flugstunden/Starts+Landungen/Rollkilometer), für die das Muster konzipiert ist? In der Wikipedia heißt es dazu übrigens: "Verkehrsflugzeuge sind so konzipiert, dass sie bei regelmäßiger Wartung 50.000 Flüge absolvieren können, entsprechend 5–10 Starts pro Tag innerhalb von 10–20 Jahren." Wobei das vermutlich zu stark pauschalisiert ist?
Beste Grüße
Guido
Cora1'335 Beiträge · seit 200614. Juni 2008 · #6Es ist gut, wenn so etwas angeprangert und veröffentlicht wird.
Aber für die, bei denen ein Flug bevor steht, erzeugt oder verstärkt das die Angst.
Da ich sowieso nicht so gerne fliege, wandle ich während des Flugs meine Sorge in das Vertrauen auf die Airline. Nur so funktioniert das für mich.
Tja und dann kommt so ein Artikel.
Die Umwandlung, greift sie noch?
Was kann ich als Passagier tun?
SPSpringbok55 Beiträge · seit 200714. Juni 2008 · #7Air Namibia ist IATA-Certified.
Keine schlechte Airline kommt da rein. Dass das Management Probleme aufweist ist normal in Afrika, aber wenn die Airline nicht sicher wäre, hätte die EU sie längst gesperrt, und die EU schaut wirklich genau hin.
Also Angst braucht man da sicherlich keine haben
Regards from Bavaria/Namibia
ORoryxsGast14. Juni 2008 · #8Natürlich ist Air Namibia keine schlechte Fluglinie.
Ich werde am 23 Juni wieder mit Air Namibia fliegen.
Trotzdem ist an den Vorwürfen etwas dran.
Die EU hat vor garnicht so langer Zeit erwogen Air Namibia auf die schwarze Liste zu setzen,aber nicht weil die Technik oder die Wartung der Maschinen so schlecht ist,sondern weil das Managment und die Ausbildung des Personals
lausig ist.
SPSpringbok55 Beiträge · seit 200714. Juni 2008 · #9Air Namibia bildet kein Personal aus ... zumindest nicht das Fliegende.
Und die Erwägung der schwarzen Liste hat sich auch nicht auf die Langstrecke sondern auf die Regionalflotte bezogen, sweit ich mich erinnern kann.
Nichtsdestotrotz hast du auf jeden Fall mit dem ersten Satz Recht. Und wenn die sich da etwas zusammenreißen, könnten sie auch einen wirtschaftlichen Flugbetrieb aufbauen und aufrechterhalten und langsam mal aus dem tiefen Schuldenloch herauskommen
Regards from Bavaria/Namibia
Cora1'335 Beiträge · seit 200614. Juni 2008 · #10In meinen Ohren hören sich Managementfehler doch verzeihlich an, also in Bezug auf meine persönliche Sicherheit!
Natürlich ist mir klar, dass Missmanagement unter dem wirtschaftlichen Aspekt nicht entschuldbar ist. Mir sind auch die Wechselwirkungen dieser beiden Perspektiven klar.
Aber kann mir bitte jemand sagen:
Muss ich jetzt wirklich mit Angst im Flugzeug sitzen und um meine körperliche Unversehrtheit Sorge haben?
SPSpringbok55 Beiträge · seit 200714. Juni 2008 · #11Aber kann mir bitte jemand sagen:
Muss ich jetzt wirklich mit Angst im Flugzeug sitzen und um meine körperliche Unversehrtheit Sorge haben?
Wenn du mit Air Namibia fliegst,
Definitiv nichtRegards from Bavaria/Namibia
ORoryxsGast14. Juni 2008 · #12Ich kann Springbok nur zustimmen.
Air Namibia ist eine sehr sichere Fluglinie.
GLGlobi182 Beiträge · seit 200714. Juni 2008 · #13Hallo Springbock,
das mit der schwarzen Liste hat schon der Langstrecke gegolten.Allerdings hatte das nichts mit der Sicherheit von dem Airbus zutun sondern bezog sich auf das schlecht ausgebildete Bodenpersonal.
Techniker wenn vorhanden nicht einmal kleinere Reperaturen am Flieger durchführen können.
LG:Dirk
und ein schönes Wochenende.
GUGuido.ThemenstarterGast15. Juni 2008 · #14Springbok schrieb:Aber kann mir bitte jemand sagen:
Muss ich jetzt wirklich mit Angst im Flugzeug sitzen und um meine körperliche Unversehrtheit Sorge haben?
Wenn du mit Air Namibia fliegst, Definitiv nicht
Die aktuellen Anschuldigungen sind ja schon recht konkret, nämlich u.a. das Air Namibia unerfahrene Piloten einsetzt, die in ungewöhnlich kurzer Zeit irgendwie zu ihrer Lizenz gekommen sind. O-Ton des Herrn Abgeordneten: "if something is not going to be done very soon, people are going to die and Air Namibia will be something of the past". Das Air Namibia Jahr für Jahr unglaublich hohe Verluste einfliegt, könnte ggf. auch ein Motiv sein, mal am falschen Ende zu sparen. Ohne Kenntnis sämtlicher Lebensläufe des fliegenden Personals wäre ich mit definitiven Aussagen vorsichtig.
Grundsätzlich gilt aber auch hier "In dubio pro reo". Ebenso gilt, das Fliegen heute im Allgemeinen sehr, sehr sicher ist. Viel sicherer als Auto oder Bahn fahren, über das man sich in puncto Sicherheit auch nie den Kopf zerbricht. Weiterhin würde ich stark annehmen, dass Air Namibia wenn dann eher auf den regionalen Strecken schlampert, als auf den Flügen nach Deutschland, wo ggf. strengere Überprüfungen drohen.
Im Übrigen ist auch in Europa nicht immer alles so perfekt, wie man das gerne annimmt. Einiges ist geradezu haarsträubend, wenn ich an einen Artikel bei Spiegel Online von letzter Woche denke.
Polnische Piloten in London: Schlechtes Englisch führte zu Beinahe-CrashGanze 15 von 800 polnischen Piloten sprechen englisch?!
Beste Grüße
Guido
SPSpringbok55 Beiträge · seit 200715. Juni 2008 · #15Also ich fliege selbst und kenne auch Piloten der Air Nam. In der Presse wird das Ganze immer viel zu sehr umhergewirbelt. Das kommt meistens darauf an, wie sehr eine Airline ihre Berichte im Griff hat.
Wenn es früher ein Problem bei LTU gab, Vogelschlag o.ä. stand das sofort in einer Zeitung. Von Air Berlin stand kaum etwas. Heute hört man sehr wenig von der ganzen Air Berlin Gruppe, denn Air Berlin hat ihre Incident Reports und die Berichte an die Presse sehr gut im Griff.
Auch auf der Regionalstrecke sind gute und auch weiße Piloten im Einsatz, die ihren Job sehr gut machen.
Für mich klingt das, auch noch von einer republikanischen Partei, eher danach als hätten die gerne etwas Aufmerksamkeit und keine farbigen Piloten in den Flugzeugen.
EDIT: Ein First Officer der SAA hat vor einiger Zeit bei Youtube zwei Videos hochgeladen, aus der 737-200
http://de.youtube.com/watch?v=mj_W89axlAwhttp://de.youtube.com/watch?v=YLIbF_HNHZARegards from Bavaria/Namibia
jaw2'048 Beiträge · seit 200715. Juni 2008 · #16Hallo!
Ich fliege in 46 Tage mit Air Namibia nach Windhoek. Bezüglich der Technik mache ich mir keine Sorgen, da die Wartung der Maschinen in Frankfurt durch die Lufthansa erfolgt. Die Vertretungsmaschinen waren ja notwendig, weil der Airbus einem großen Check unterzogen werden musste (regelmäßig nach Flugstunden und / oder Zahl der Starts und Landungen.
Air Namibia hat aber enorme Personalprobleme. Piloten, die in der EU mit Verkehrsmaschinen starten oder landen wollen, müssen die notwendigen Papiere vorweisen können. Das würde keine Airline so ohne weiteres riskieren hier zu tricksen.
Anders sieht dies bei Flughäfen innerhalb Afrikas aus. Was Henk Mudge aber sicher belegen kann, ist die frühe Hochstufung der Piloten auf diesen Flugmustern. In Deutschland ist dafür die Reglementierung der Joint Aviation Authorities (JAA) maßgebend. Danach wird zwischen Verkehrspiloten (Airline Transport Pilot Licence ATPL = theoretische Ausbildung + 1500 Flugstunden Erfahrung) und Berufspiloten (Commercial Pilot Licence CPL) unterschieden, die zwar die theoretische Ausbildung haben, aber noch keine 1500 Flugstunden haben. Mit CPL kann einPilot als Kopilot eingesetzt werden. Für diese Lizenz braucht ein Pilot bei uns mind. 500 Flugstunden Erfahrung, die er mit einer Privatpilotenlizenz (PPL) erworben hat. Auch damit darf er privat, aber eigentlich nicht gewerblich Transportflüge durchführen.
Entscheidend ist dabei oft, wie geduldig das Papier ist, auf dem die entsprechenden Nachweise dokumentiert sind.😮
Die grö0ten Probleme hat Namibia aber beim technischen Personal. Qualifizierte Leute werden vom Ausland abgeworben. In Vorbereitung der Fußball-WM verschwinden jetzt Mitarbeiter, die vorher nicht bereit waren nach Europa oder Australien zu gehen. Die Löhne sind in RSA oft ein mehrfaches von dem, was in Nam bezahlt wird.
Inzwischen hat insbesondere die Luftfahrtbehörde (die für die ganzen Prüfungen und Lizenzen zuständig sind) bei weitem nicht mehr das Personal mit allen notwendigen Qualifikationen. Aus ideologischen Gründen werden ausgebildete Weiße nicht eingestellt, statt dessen nicht ausreichend qualifizierte auf verantwortliche Posten gesetzt. Hier greift Henk Mudge bei allen Gelegenheiten die Vergabe von Posten gemäß der Regimenähe zur SWAPO an. Es bezieht sich dabei aber nicht auf fliegerisches oder flugtechnisches Personal sondern vor allem auf die wirtschaftliche Leitung und auch auf die verantwortlichen Aufsichtsbehörden. Dies hat also keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Sicherheit bei einem heutigen Flug, aber dies sind übliche Posten, die Piloten anstreben können, die wegen Alter oder gesundheitlicher Probleme aus dem aktiven Flugdienst ausscheiden müssen. Die SWAPO bevorzugt hier aber schwarze Kampfgenossen vor erfahrenen Weißen. Rassismus ist eben nicht nur eine Eigenheit von Weißen. Über Korruption bei den Lizenzerteilungen habe ich keine Informationen. Aber es geht bei den Jobs um viel Geld und Prestige😃
Namibia schafft sich hier ein größeres Problem. Es gäbe wohl genügend einheimische Weiße und auch europäische Fachleute, die in Nam leben wollten, aber eine Berufung ist für Weiße fast unmöglich.
Im Moment ist das noch kein so großes Problem. ImZweifel ist mir ein etwas wenig erfahrener, aber sehr konzentrierter junger Pilot lieber, als ein erfahrener, dessen Alkoholproblem mangels Aufsicht noch niemanden aufgefallen ist.
Ich bin zwar kein Pilot, gehörte aber einige Zeit zum fliegenden Personal der Bundeswehr. Ich war dabei auch in der Betreuung und Lizenzierung von Piloten und Technikern tätig.
Ich selbst fliege weiterhin mit Air Namibia. Meistens auch ganz entspannt.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
SPSpringbok55 Beiträge · seit 200715. Juni 2008 · #17jaw schrieb:Hallo!
Ich fliege in 46 Tage mit Air Namibia nach Windhoek. Bezüglich der Technik mache ich mir keine Sorgen, da die Wartung der Maschinen in Frankfurt durch die Lufthansa erfolgt. Die Vertretungsmaschinen waren ja notwendig, weil der Airbus einem großen Check unterzogen werden musste (regelmäßig nach Flugstunden und / oder Zahl der Starts und Landungen.
Air Namibia hat aber enorme Personalprobleme. Piloten, die in der EU mit Verkehrsmaschinen starten oder landen wollen, müssen die notwendigen Papiere vorweisen können. Das würde keine Airline so ohne weiteres riskieren hier zu tricksen.
Anders sieht dies bei Flughäfen innerhalb Afrikas aus. Was Henk Mudge aber sicher belegen kann, ist die frühe Hochstufung der Piloten auf diesen Flugmustern. In Deutschland ist dafür die Reglementierung der Joint Aviation Authorities (JAA) maßgebend. Danach wird zwischen Verkehrspiloten (Airline Transport Pilot Licence ATPL = theoretische Ausbildung + 1500 Flugstunden Erfahrung) und Berufspiloten (Commercial Pilot Licence CPL) unterschieden, die zwar die theoretische Ausbildung haben, aber noch keine 1500 Flugstunden haben. Mit CPL kann einPilot als Kopilot eingesetzt werden. Für diese Lizenz braucht ein Pilot bei uns mind. 500 Flugstunden Erfahrung, die er mit einer Privatpilotenlizenz (PPL) erworben hat. Auch damit darf er privat, aber eigentlich nicht gewerblich Transportflüge durchführen.
Entscheidend ist dabei oft, wie geduldig das Papier ist, auf dem die entsprechenden Nachweise dokumentiert sind.😮
Die grö0ten Probleme hat Namibia aber beim technischen Personal. Qualifizierte Leute werden vom Ausland abgeworben. In Vorbereitung der Fußball-WM verschwinden jetzt Mitarbeiter, die vorher nicht bereit waren nach Europa oder Australien zu gehen. Die Löhne sind in RSA oft ein mehrfaches von dem, was in Nam bezahlt wird.
Inzwischen hat insbesondere die Luftfahrtbehörde (die für die ganzen Prüfungen und Lizenzen zuständig sind) bei weitem nicht mehr das Personal mit allen notwendigen Qualifikationen. Aus ideologischen Gründen werden ausgebildete Weiße nicht eingestellt, statt dessen nicht ausreichend qualifizierte auf verantwortliche Posten gesetzt. Hier greift Henk Mudge bei allen Gelegenheiten die Vergabe von Posten gemäß der Regimenähe zur SWAPO an. Es bezieht sich dabei aber nicht auf fliegerisches oder flugtechnisches Personal sondern vor allem auf die wirtschaftliche Leitung und auch auf die verantwortlichen Aufsichtsbehörden. Dies hat also keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Sicherheit bei einem heutigen Flug, aber dies sind übliche Posten, die Piloten anstreben können, die wegen Alter oder gesundheitlicher Probleme aus dem aktiven Flugdienst ausscheiden müssen. Die SWAPO bevorzugt hier aber schwarze Kampfgenossen vor erfahrenen Weißen. Rassismus ist eben nicht nur eine Eigenheit von Weißen. Über Korruption bei den Lizenzerteilungen habe ich keine Informationen. Aber es geht bei den Jobs um viel Geld und Prestige😃
Namibia schafft sich hier ein größeres Problem. Es gäbe wohl genügend einheimische Weiße und auch europäische Fachleute, die in Nam leben wollten, aber eine Berufung ist für Weiße fast unmöglich.
Im Moment ist das noch kein so großes Problem. ImZweifel ist mir ein etwas wenig erfahrener, aber sehr konzentrierter junger Pilot lieber, als ein erfahrener, dessen Alkoholproblem mangels Aufsicht noch niemanden aufgefallen ist.
Ich bin zwar kein Pilot, gehörte aber einige Zeit zum fliegenden Personal der Bundeswehr. Ich war dabei auch in der Betreuung und Lizenzierung von Piloten und Technikern tätig.
Ich selbst fliege weiterhin mit Air Namibia. Meistens auch ganz entspannt.
Viele Grüße
jaw
CPL und ATPL sind allerdings zwei unterschiedliche Lizenzen, genauso wie PPL. PPL darf nicht kommerziell genutzt werden, nur gegen Erstattung der Aufwandsgebühren. CPL-Piloten dürfen nur Flugzeuge unter 20 Tonnen fliegen.
Ausserdem müssen die ATPLer einen internationalen Standard haben wenn sie diesen Flugschein besitzen wollen. Dazu müssen sie auch jedes Jahr 1 bis zwei Mal in den Simulator (und Air Nam hat keinen eigenen, die werden nach Deutschland bzw. Joburg müssen) und müssen eine internationale Typenberechtigung, Typerating, erwerben.
Und die IATA schaut überall genau hin;)
Dass Piloten schnell ihren Rang erweitern, sprich vom First Officer zum Captain, gibts nicht nur in Afrika, auch bei Air Berlin kann man oft in nur wenigen Jahren als Kapitänsanwerter auf der Liste stehen und gleich links sitzen;)
Im Übrigen ist der Personalmangel in Afrika auch so, dass diese Posten nicht sehr beliebt bei europäischen Piloten sind, sondern viele Afrikaner gehen nach Europa, Amerika, Asien oder in die Arabischen Staaten. Dort haben sie verschiedene Strecken, gute Zeiten und bekommen sehr viel Geld - nicht so wie in Afrika. Ich kenne einen ehemaligen Air Nam-Piloten, ein Deutsch-Namibier (Flog die Regionalrouten mit Turboprop) der Namibia dann verlassen hat und jetzt in Deutschland lebt und für eine luxemburgische Frachtgesellschaft für viel mehr Geld um die Welt fliegen kann.
Mich persönlich reizt es dennoch und ich hoffe, dass sich die Lage die nächsten Jahre etwas entspannt und ich trotz meiner Hautfarbe mal zum Vorstellungsgespräch nach Windhoek reisen kann:)
Regards from Bavaria/Namibia
jaw2'048 Beiträge · seit 200716. Juni 2008 · #18Hallo,
die AZ berichtet gerade, dass jetzt Piloten der Air Namibia die Vorwürfe bestätigen, den Oppositionspolitiker aber kritisieren, dass dies nicht in die Öffentlichkeit gehört hätte.
Wenn das so weiter geht, frage ich mich ernstlich, wie lange Air Namibia noch in die EU fliegen wird! Hier gab es ja schon eine ernste gelbe Karte (schwarze Liste"), dabei stellte Air Namibia es aber als Problem der staatlichen Flugaufsicht und nicht als eigenes Problem dar.
Da wird wohl noch was folgen😐
unglücliche Grüße 45 Tage vor Abflug
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
GUGuido.ThemenstarterGast16. Juni 2008 · #19Hallo,
Springbok schrieb:Mich persönlich reizt es dennoch und ich hoffe, dass sich die Lage die nächsten Jahre etwas entspannt und ich trotz meiner Hautfarbe mal zum Vorstellungsgespräch nach Windhoek reisen kann:)
Hattest Du nicht in einem anderen Thread geschrieben, dass Du erst 15 bist? Oder war das eine Aussage mit langfristigem Horizont?
Die AZ steuert ansonsten heute 2 weitere Artikel zum Thema bei. Wenn wir mal davon ausgehen, dass die AZ nicht das Blaue vom Himmel zusammenlügt, dann sind die Vorwürfe hinsichtlich der Sicherheitsrisiken wohl doch weitestgehend zutreffend.
Piloten wollten intern regelnNeben der Berichterstattung noch ein AZ-Kommentar
Angst vorm FliegenEs ist auch bemerkenswert, dass sich Air Namibia 3 Tage nach so massiven Vorwürfen noch nicht dazu geäußert hat. Viele Piloten hat Air Namibia mit seinen 4 Mittel- und Langstreckenflugzeugen ja nicht. Es sollte eigentlich nicht lange dauern, für die paar Leute ggf. Ausbildungsnachweise und Prüfungszeugnisse vorzulegen und so ggf. die Vorwürfe aus der Welt zu schaffen?
Beste Grüße
Guido
Cora1'335 Beiträge · seit 200616. Juni 2008 · #20Also ich fliege in 19 Tagen.
Und dann nach 28 Tagen wieder.
Ich habe ein sehr sehr komisches Gefühl im Bauch.
Kann ich demonstrieren, mich dem Piloten vor die Füße schmeißen und ihn bitten mir seine Lizenz zu zeigen?
Eine sehr beunruhigte Cora