Aktueller Bericht vom Tropenarzt

7 Antworten · 2’563 Aufrufe · gestartet 04. Juni 2005 von Gast
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ThemenstarterGast04. Juni 2005 ·
Hallo Leute,

damit Ihr nun auch mal von mir profitiert, berichte ich von meiner reisemedizinischen Beratung beim Tropeninstitut des gestrigen Tages:

Die Ärztin empfahl folgende Impfungen:

- Tetanus, Diphterie, Polio (also alles, was auch hier in Deutschland Standard ist)

- Hepatitis A+B durchaus empfehlenswert, wenn man als Low-Budget-Tourist unterwegs ist (einfache Unterkünfte, Zelten, Besuch günstiger Restaurants), wenn man in guten Top-Unterkünften untergebracht ist, dann kann man sich die € 210,- sparen.

- Tollwut: für unseren 3-Wochen-Aufenthalt nicht erforderlich (wir campen und fahren mit dem Wagen durchs Land), zumal man von allen Orten in Namibia aus innerhalb von 24 Stunden ein Krankenhaus erreichen könne, das über einen solchen Impfstoff verfügt (in jedem Falle aber Windhoek). Diese Frist reiche aus, um der Infizierung wirksam zu begegnen. Das man gebissen würde, sei ohnehin recht unwahrscheinlich, zumal das Risiko durch eigenes Verhalten (Fernhalten von Tieren!) fast auf Null reduziert werden könne.

- Typhus: Zur eigenen Beruhigung ok, aber nicht erforderlich. Trotzdem überlegenswert, weil relativ billig. Wirksamkeit allerdings nur 70 %.

- Malaria für unsere Reisezeit Sept/Okt: Malariaprophylaxe grundsätzlich nicht erforderlich. Kein hohes Malariarisiko. Könnte eine Malariaerkrankung aufgrund des sonstigen körperlichen Zustandes (chronische Krankheiten, Alter, Behinderungen...) zu erheblichen Komplikationen führen, so sei sie ratsam. Sie empfahl Malarone, da nahezu keine Nebenwirkungen.
Wenn überhaupt bestehe in Namibia in unserem Reisezeitraum ein Malariarisiko höchstens in Etosha und alles was nördlich von Etosha liegt. Ich werde vorsichtshalber Malarone nehmen, denn ich habe keine Lust, eine Woche später meine Reise zu unterbrechen, weil ich 10 Tage mit Malaria flachliege. Dafür ist die Reise zu teuer und Malarone zu günstig.

- ansonsten empfahl sie, sich an alle üblichen Vorsichtsmaßnahmen zu halten: nur gekochtes Wasser, Obst/Gemüse vom Markt grundsätzlich schälen, wenn nicht möglich besser vorsichtshalber verzichten. Lebensmittel in großen SUpermärkten unproblematisch.

- umfassende Reiseapotheke nicht erforderlich.

Insgesamt meinte sie, wie es auch hier oft propagiert wurde, sei unser Vorhaben eine gesundheitlich völlig unbedenkliche Reise.


Vielleicht hilft das dem einen oder anderen weiter...

Gruß
ein bald-reisender
ThemenstarterGast04. Juni 2005 ·
Hallo,Gast!
Ich fahre im Okt. erstmalig nach Namibia und werde auch einen Abstecher in den Etosha wagen. Bez. der Malaria-Prophylachse eine Frage. Malarone soll es ebenso in der Apotheke zu einen wesentlich günstigeren Preis in Nam. geben?
Besteht somit noch die Möglichkeit diese im Lande einzunehmen?
Danke für Hinweis , Gast! 😄
ThemenstarterGast04. Juni 2005 ·
Über die Preise in Namibia weiß ich nichts. Die Ärztin sagte nur, dass sie in Frankreich und Holland schon bis zu 20 € billiger sind.

Wenn Du also jemanden kennst oder in der Nähe wohnst....
ThemenstarterGast04. Juni 2005 ·
http://www.medicijnen.nl/ für den, der nicht an der Grenze wohnt.

Gruss evy
ThemenstarterGast04. Juni 2005 ·
@Gast: meines Wissens gibt es Malarone noch nicht in Namibia

LG Irene
ThemenstarterGast04. Juni 2005 ·
eintrag hier im forum gesucht und gefunden! 😉

<<Malarone gibt es in Südafrika unter dem Namen Melanil.
Der Preis beträgt 555 Rand für 12 Tabletten.
Für Namibia läuft das Zulassungverfahren noch.Sobald die Zulassung durch ist, dürfen die namibischen Apotheken erst Vorräte lagern.

Auf Vorbestellung mit zwei Werktagen Vorlauf bekommt man Malarone auch in Namibia gegen Rezept ausgehändigt.

Z.B. Namib Pharmacy John Mannheimer
namibpharmacy@webmail.co.za

oder Elisen- Apotheke Fax +264 61 234934

Prophylaxe macht Sinn, Hausarztrezept macht Sinn, kaufen in Südafrika oder Namibia macht bei den oben genannten Preisen keinen Sinn.

Mit sonnigen Grüßen aus Hohenlockstedt
Carsten Möhle>>
ThemenstarterGast04. Juni 2005 ·
Wenn du südlich von Etosha bleibst, brauchst du keine Malariaprophylaxe, egal zu welcher Jahreszeit. Etosha geht im September auch ohne Prophylaxe. Normalerweise auch noch im Oktober. Aber ab November steigt die Regenwahrscheinlichkeit und wenige Tage nach dem ersten Regen schlüpfen die Moskitos. Ab diesem Moment braucht man die Prophylaxe. Aber in Etosha ist das Risiko recht gering. Malariagefahr besteht in der Capriviregion, am Okavango und am Kunene. Je weiter man davon in südwestlicher Richtung entfernt ist, desto kleiner das Risiko. Für deine Tour brauchst du gar keine Impfungen, außen den Impfungen, die man eh immer haben sollte (Tetanus u.ä.).

Das mit dem abgekochten Wasser habe ich schon oft gelesen. Das ist Unsinn. Auf vielen Farmen wird das Wasser notgedrungen viele Monate in Tabks und Zysternen gelagert, bevor es benutzut wird. Natürlich ist das Wasser dasnn nicht mehr zum trinken geeignet, obwohl es natürlich nicht giftig ist. Auch das Wasser in den Städten wird normalerweise viel Monate gelagert, bevor es gebraucht wird. Trinkwasser kauft man im Supermarkt in Flachen oder Kanistern und man braucht es nicht zu kochen, außer wenn man damit Kaffe oder Suppe machen will.

Die einzige wichtige Gesundheitsvorsorge, die unbedingt erforderlich ist, ist ein geeigneter Sonnenschutz und bei Reisen ein ausreichender Wasservorrat. Falls ihr kleine Wanderungen machen wollt um Sehenswürdigkeiten an zu sehen, empfehle ich in Windhoek einen Knirps zu kaufen. Allerdings ist diese Bezeichnung in Namibia unbekannt und ich habe keine Ahnung, wie man die kleinen zusammenschiebbaren Regenschirme nennt.

Eine weitere Gesundheitsvorsorge ist, etwas Kleingeld + Kreditkarte dabei zu haben, statt viel Großgeld.
ThemenstarterGast05. Juni 2005 ·
Leitungswasser ist generell trinkbar, wenn auch nicht immer schmackhaft. Für das Wasser der wenigen Flüsse helfen Tabletten. Malaria gibt es tatsächlich südlich des Etosha nicht, denn es ist einfach zu trocken ! Man bedenke : vor 50 Jahren gab es auch noch im südlichen Italien Malaria. ICh denke mal, dass ihr euer Obst und Gemüse sowieso nur im Supermarkt kauft und trotzdem: ICh habe auch so keine schlechten Erfahrungen gemacht. Durchfallerkrankungen sind nun mal eher in den Tropischen und feuchten Breiten und nicht an den Wendekreisen typisch !
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