Trinkgelder

13 Antworten · 13,4k Aufrufe · gestartet 31. Mai 2005 von catweazlecat
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ThemenstarterGast31. Mai 2005 · #1
Hallo

gerade fiel mir noch eine Frage zum Thema Geld ein:

Wie wird es in Namibia mit Trinkgeldern gehandhabt?

Für den Park-Aufpasser ist das schon klar aber wie ist es in Restaurants, Tankstellen, Übernachtungsstätten, Touren etc.?

Gibt es wie z.b. in den USA eine Pauschale z.B. 15-20% an die man sich halten sollte?

Bin über Erfahrungswerte sehr dankbar 🙂
ThemenstarterGast31. Mai 2005 · #2
Die 10 - 15% Regelung ist grundsätzlich keine schlechte Sache, zumindest für Restaurants. Ich mache die Höhe des Trinkgeldes (wie auch in Deutschland) allerdings davon abhängig, wie gut oder schlecht ich mich bedient fühlte. Also kann es mal mehr oder weniger sein.
Ferner: Trinkgelder einplanen beim Tanken/Schweiben saubermachen, Parkguards, Kofferträger (wenn vorhanden). In Lodges runde ich i.d.R. den Betrag angemessen auf, für das Housekeeping lege ich Geld auf das Zimmer.
Viele Grüße !
ThemenstarterGast31. Mai 2005 · #3
Hallo Silke,
mit Trinkgeldern haben wir auch heute noch unsere Probleme. 10% sind nach Auskunft der Namibier üblich - aber wie A/T schon sagt: ich habe etwas gegen diese starre Regelung, zumal sie mir bei hohen Rechnungen auch unangemessen erscheint - bei niedrigeren dagegen u.U. als zu mickrig. Ich weiß, es gibt Leute, die überhaupt kein Gehalt bekommen und nur auf das Trinkgeld angewiesen sind. Ich kann doch aber vor der Trinkgeldentscheidung nicht nach dem Arbeitsvertrag fragen !!! Ergebnis: ich mogele mich da irgendwie durch - mit dem Korrektiv im Kopf, was mein Trinkgeld in € ausmachen und was ich in D für angemessen halten würde. Ist nicht sehr befriedigend, aber ich weiß es nicht besser.
Gruß Joli
ThemenstarterGast01. Juni 2005 · #4
Die Methode von Joli ist ziemlich gut. Nur am Eurokurs sollte man sich nicht orientieren. Wenn doch, sollte man den Eurobetrag etwa durch 3 teilen. In Namibia verdient man sehr viel weniger als in Deutschland. Daher können die Namibier auch entsprechend weniger Trinkgeld geben. Daran sollten sich natürlich auch die Touristen orientieren.

Ein junger Mann, der in einem Ort, der viel von Touristen besucht wird, vor einem Supermarkt "rumhängt" und den Leuten hilft die Waren ins Auto zu laden, Getränkekisten zum Bottlestore trägt und ansonsten bettelt, "verdient" während der Touristensaison (also fast das ganze Jahr) bedeutend mehr, als wenn er z.B. als Maurer arbeiten würde. Du kannst dir vorstellen, wie sehr das den Maurer demotiviert. Das darf nicht sein.

Ein ungelernter Helfer in einer Autowerkstatt verdient meist etwa 50 bis 100 N$ am Tag, nur bei viel Arbeit gibt es mal mehr. Mein letzter Vermieter in Walvis Bay hatte eine Putzfrau. Sie war jeden Dienstag 6 Stunden da und jeden Donnerstag war sie 8 Stunden da. Dafür hat sie 240 N$ im Monat bekommen (vor 1 Jahr). Bei den meisten Jobs bekommen die Arbeiter etwa den 1,5-fachen Betrag, den man in Deutschland dafür bekommen würde. Ein Arbeiter, der in Deutschland 1500€ (netto) bekäme, bekommt dort also etwa 2250N$. Dazu kommt, dass er nicht gegen Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversichert ist und selbst vorsorgen muss.
ThemenstarterGast01. Juni 2005 · #5
Danke Friedel, das kommt ja noch dazu. Ich habe bis heute keine richtige Vorstellung über das Verhältnis von Preisen und Einkommen in Namibia. Manches ist wirklich sehr preisgünstig, anderes wieder sauteuer; und wenn ich dann auch noch die extremen Einkommensunterschiede mit einbeziehe, dann muss ich mich wirklich fragen, wie die Menschen da überleben können. Zusätzlich ist meine eigene Wertvorstellung nach Einführung des Euro auch noch durcheinandergeraten, so dass ich bei der Tringeldfrage immer noch sehr unsicher bin.
Gruß Joli
ThemenstarterGast03. Juni 2005 · #6
Hallo,

Trinkgeld ist sicher eine schwierige Frage.

Ich habe bei meinem ersten Afrikaurlaub in SÜdafrika immer in Restaurants 10 Prozent gegeben.Im Norden war das sogar okay.
In Kapstadt, wo essen gehen dann doch relativ teuer war, ging es richtig ins Geld.

Wie mache ich das jetzt in Namibia? Gebe ich im Restaurant die 10 Prozent oder nicht? Tatsächlich haben mir die Südafrikaner selbst gesagt, man macht das so. Aber wenn ich hier lese, was Friedel über den Verdienst schreibt, kann ich es mir kaum vorstellen.

Oben wird allerdings ja auch Bezug auf USA genommen, da kommt man ja kaum raus aus dem Laden ohne Tip.

Das finde ich am Schwierigsten, weil man ja doch gern auch mal teurer essen geht.....
ThemenstarterGast08. Juni 2005 · #7
Hallo,

ich orientiere mich bei der Höhe des Trinkgeldes am Durchschnittsverdienst. M.E. sollte das Trinkgeld eine Anerkennung für gute Leistung sein, aber nicht den Lohn des Arbeitgebers ersetzen u. am Monatsende auch nicht höher als der Lohn sein.
Auch wenn sich das jetzt knausrig anhört gebe ich so ca. 5% u. das erscheint mir schon viel. Wenn ich z.B. im Gathman mit meinem Freund esse dann haben wir vielleicht eine Rechnung von ca. 300 N$. Die Bedienung müßte bei 5% also 5 Tische am Tag haben x 20 AT = 1500 N$. Kein schlechtes Zusatzeinkommen in Namibia.
Und mal ehrlich, ich habe auch schon als Bedienung (in Deutschland) gejobt, die Gäste die 10% Trinkgeld geben sind doch eher selten.

Ich persönlich finde es eine Unsitte jede Dienstleistung mit einem Trinkgeld zu belohnen. Z.B. der Tankwart, er ist von der Tankstelle angestellt, es ist sein Job. Da gebe ich kein Trinkgeld.
Putzt ein Junge hingegen in seiner Freizeit die Frontscheibe bezahle ich ihm diese Dienstleistung. Irgendwie ist es immer eine Gratwanderung zu entscheiden, wo der Service aufhört u. wo die Zusatzleistung anfängt. Generell muß das also wohl jeder mit sich selbst ausmachen.

Gruß Sabina
ThemenstarterGast08. Juni 2005 · #8
Warum sollte ein Kellner nicht mehr verdienen als andere ? Ier tun das doch auch ! Des ist kein Argument, oder will Gast hier einen kleinen Kommunismus züchten ? 😄

Grundsätzlich gilt: Mehr Geld kurbelt die Binnennachfrage und damit auch die Wirtschaft an :!:

und noch was. Die 10 Prozent können durchaus auch Namibia vertreten sein, weil in den Restaurants, über die ihr sprecht, so oder so nur die überdurchschnittlich Reichen MEnschen essen gehen.

@ Friedel: Ich dachte der Mindestlohn von 400 Rand greift schon, oder gilt das nur Facharbeiter :?:
ThemenstarterGast08. Juni 2005 · #9
Ich halte es in Nam im Grundsatz wie hier (Freundlichkeit etc. vorausgesetzt): bei Kaffee, Bier usw. aufrunden, was bei sagen wir 52,- N$ dann 60 macht. Bei einem mittleren Essen sind für mich ca. 10% auch ok. Wird es teurer, z.B. weil man zum Hochzeitstag oder Abschlußessen auch mal im Gathe oder sonstwo 600,-N$ mit 2 Personen mit allem drum und dran ausgibt - das tun nicht nur die Reichen, Konno, was ja auch immer relativ wäre - dann werden 10% schon etwas viel. 30 - 40N$ halte ich dann für angemessener. Es kommt dazu, ob man von einer Person oder mehreren bedient wurde. Hat sich einer "den Hintern aufgerissen", immer zuvorkommend, 15 x gelaufen? oder waren es drei bis vier, von denen jeder nur 1x am Tisch war? Wichtig auch Friedels sehr richtige Ausführungen zum Verdienst von Arbeitern, Handwerkern usw. Ist der Service zumindest mit einem Grundverdienst angestellt, wovon ich im Restaurant ausgehe, dann sollte der Tip nicht bei 10% liegen. In Kneipen oder z.B. in Kapstadt ist das wohl nicht immer so. Für mich ist aber eigentlich das größere Problem: wer erhält das Geld? Gibts eine Sammelkasse - es kassieren ja meist andere als die Bedienungen, genau wie oft auch hier? Ich gebe im Zweifel, wenn sich das ohne Umstand machen läßt, einen Tip gerne direkt der Person, die die Arbeit hatte. Meine Frau liegt als Kassenwartin übrigens meist unter meinen Sätzen, geht das anderen auch so? 😉
ThemenstarterGast19. Juli 2005 · #10
Hallo

wie seht ihr es denn mit Trinkgeldern für Führer bei bereits organisierten Touren, also z.B. Sundowner-Fahrten oder Farmtouren?
Wäre das angebracht dort auch einen Tip zu hinterlassen und wenn ja in etwa in welcher Höhe?

Sind die Begleiter einer solchen Tour immer alleine oder sind das meist Führer und Fahrer separat?

Gruss
ThemenstarterGast19. Juli 2005 · #11
Hallo Silke,
meist sind die Führer allein - also auch gleichzeitig Fahrer. Aber es geht auch anders. Ob Du ihm dann Trinkgeld gibst oder nicht, hat ganz sicher etwas mit den Überlegungen zu tun, die Steinbeisser schon angeführt hat. Es ist zumindest nicht so selbstverständlich wie in einem Restaurant. Und die "10%-Regel" geht hier ja häufig auch nicht, weil Du gar nicht konkret weißt, was diese Tour gekostet hat ( weil Bestandteil eines Arrangements).
Gruß Joli
ThemenstarterGast21. Juli 2005 · #12
@konno: Es gibt in namibia Mindestlöhne. Aber sie gelten natürlich nicht für Arbeitskräfte, die nur stundenweise arbeiten.
ThemenstarterGast21. Juli 2005 · #13
Hallo Joli

instinktiv würde ich einem Führer auf jeden Fall Trinkgeld geben wollen. Will einfach nur vermeiden das ich ihm dann den halben Monatslohn zusätzlich in die Hand drücke. Bin da offenbar immer zu grosszügig.

Was würdet ihr denn für angemessen halten für eine Sundowner-Tour oder eine Ganztagestour?

Gruss
ThemenstarterGast21. Juli 2005 · #14
Hallo Silke,
wenn ich so begeistert bin, dass mir quasi die Geldbörse aus der Tasche hüpft, dann würde ich für die Sundowner-Tour schon 10 N$ geben - bei einer Ganztagestour entsprechend mehr. Du solltest jetzt nicht in EURO umrechnen, sondern einfach bedenken, dass andere Mitfahrende von Deiner "Großzügigkeit" vermutlich angesteckt werden und dann kommen da schon ein paar Dollar zusammen.
Gruß Joli
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