SataraThemenstarter89 Beiträge · seit 200602. Nov. 2007 · #1Mein Beitrag zum Thema der Abzocke in Namutoni
Re: Namibia afrikanisiert sich immer mehr ! 30.10.07 18:36:36
Liebe Foriker,
ich verstehe den Unmut. Ich wäre genauso sauer gewesen.
Allerdings sollte uns klar sein, dass jeder, der Namibia - und auch Südafrika - besuchen will, das so schnell wie möglich tun sollte.
Ich bin mir da nicht so sicher, wie lange man das noch so tun kann, wie wir es erwarten.
Die Begeisterung für das südliche Afrika kommt ja nicht von ungefähr.Natürlich ist es die Natur und Tierwelt, die uns so fasziniert, aber nicht nur deswegen reisen wir so gern ins südliche Afika;
sondern und auch wegen der modernen Infrastruktur und Verwaltung.
Die Verwaltung ist nicht mehr das was sie war - stimmt schon.
Aber mit der Abschaffung der Apartheid - was natürlich notwendig und richtig war - fing an der afrikanische Schlendrian einzuziehen.
Ich hätte mir gewünscht, dass sich die neuen Machthaber mehr Zeit gelassen hätten, beim Austausch von Posten. Normalerweise dauert so was ein paar Jahrzehnte, bis entsprechend gut ausgebildete Nichtweisse die verantwortlichen Stellen hätten übernehmen können.
Aber hier wurde nun mal was "übers Knie" gebrochen und jetzt wundert Ihr Euch über den afrikanischen Schlendrian. Ich wundere mich hierüber nicht, sondern nur über Eure Blauäugigkeit, die dass anscheinend noch immer nicht verstehen will was da im südlichen Afrika so "ab geht".
VG
S.
SataraThemenstarter89 Beiträge · seit 200602. Nov. 2007 · #2Satara schrieb:Mein Beitrag zum Thema der Abzocke in Namutoni
Die Verwaltung ist nicht mehr das was sie war - stimmt schon.
Aber mit der Abschaffung der Apartheid - was natürlich notwendig und richtig war - fing an der afrikanische Schlendrian einzuziehen.
Ich hätte mir gewünscht, dass sich die neuen Machthaber mehr Zeit gelassen hätten, beim Austausch von Posten. Normalerweise dauert so was ein paar Jahrzehnte, bis entsprechend gut ausgebildete Nichtweisse die verantwortlichen Stellen hätten übernehmen können.
S.
Polizei zockt Touristen ab
Beamte kassieren an B1-Straßensperre Bus- oder Bestechungsgelder ohne Quittung
An der B1-Straßensperre nördlich von Windhoek werden immer öfter Touristen mit einem Bußgeldbescheid belangt, ohne dafür eine Quittung zu erhalten. Vier Fälle innerhalb einer Woche sind dem Swakopmunder Touristeninformationsbüro Namib i gemeldet worden.
Swakopmund/Windhoek – Gleich mehrmals hintereinander und innerhalb kurzer Zeit sind Touristen an der B1-Straßensperre unabhängig voneinander von einem Polizeibeamten abgezockt worden, indem ein Bußgeld verlangt, aber keine Quittung ausgestellt wurde.
Zu den Bestechungsopfern gehört auch ein Touristenehepaar aus Düsseldorf,
Die Rößlers waren am besagten Tag gegen 14 Uhr mit ihrem Campingwagen an der B1-Straßensperre angekommen ...... Rößler sei langsam über den weißen Strich gerollt, habe dann aber seinen Wagen neben dem Polizisten angehalten.
..............
dass es 300 Namibia-Dollar Strafe zahlen müsse, weil es nicht an der weißen Stopplinie angehalten habe.
Die Strafe müsse jedoch sofort in Windhoek auf der Polizeistation bezahlt werden.
...............
Plötzlich habe der Polizist ihnen zu verstehen gegeben, er sei mit einer sofortigen Bezahlung in Höhe von 100 Namibia-Dollar einverstanden. „Wir haben sofort bezahlt und auch nicht mehr nach einer Quittung gefragt, da wir ja weiter wollten“, berichtete Rößler. „Es ist inzwischen das vierte Mal innerhalb einer Woche, dass mir Touristen diese Art Abzocke melden“, bestätigte Almuth Styles, Eigentümerin des Touristeninformationsbüro Namib i in Swakopmund.
Den vollständigen Artikel findet Ihr in der AZ von heute.
http://www.az.com.na/lokales/polizei-zockt-touristen-ab.57994.phpVG
S.
oribi818 Beiträge · seit 200702. Nov. 2007 · #3Wer kann da besser mitreden als ein Ossi.
Wir haben einen vergleichbaren Umbruch in Deutschland gehabt. Seinerzeit wurden auf Krampf alle Betriebe aus Konkurrenzangst im Osten geschlossen und die 200 Arbeiter entlassen, das erarbeitete Betriebsvermögen eingesackt, die Maschinen verkauft und das heruntergewirtschaftete Werksgrundstück an die Treuhand oder Gemeinden verkauft. Damit war die Konkurrenz für Siemens & Co. aus dem Weg geräumt und gleichzeitig wurde das Maximum aus den ehemaligen Werken herausgeholt.
Aber neue Probleme entstanden - Arbeitslosigkeit und Zukunftsangst. 10 Jahre meinte man seinerzeit würde es dauern bis alle gleich sind. Es werden wohl eher 40 Jahre werden, bis eben die nächste Generation von der derzeitigen nicht mehr allzusehr beeinflusst werden kann.
Alles passierte 1990 überhastet.
Ähnlich natürlich in Afrika, wo man heute noch in Lendenschurz rumlaufen würde, hätte der Weiße Mann nicht eine Wirtschaft mit Infrastruktur aufgebaut.
Natürlich sind aus Rassengründen die Schwarzen und Coloureds nicht zum Zuge gekommen und haben sich dementsprechend in den vergangenen Jahrhunderten nicht an das "weiße" Niveau anpassen können, was man ihnen heute nicht zum Vorwurf machen kann.
Aber es geht nunmal nicht von heute auf morgen, sondern es dauert - meiner Meinung nach sogar so lange, wie die gelebte Rassentrennung andauerte (vermutlich also mehrere Jahrzehnte, vielleicht sogar ein ganzes Jahrhundert).
SataraThemenstarter89 Beiträge · seit 200602. Nov. 2007 · #4Satara schrieb:
Polizei zockt Touristen ab
Beamte kassieren an B1-Straßensperre Bus- oder Bestechungsgelder ohne Quittung
http://www.az.com.na/lokales/polizei-zockt-touristen-ab.57994.php
VG
S.
Was ich mich wirklich deprimiert, ist die Tatsache, dass es einfach keinen Lichtblick am Horizont gibt.
Es gibt immer nur Meldungen über weiter um sich greifende Korruption, Veruntreuung von öffentlichen Geldern, Inkompetenz und Schlendrian.
Demzufolge auch zunehmende Kriminalität (weil ja nicht ernstlich polizeilich verfolgt wird) und zunehmende Verwahrlosung öffentlicher Einrichtungen.
Wann wird sich dieser Trend denn EEEEEEEENDLICH mal umkehren ????
S.
WEwelwitch189 Beiträge · seit 200702. Nov. 2007 · #5Hallo Oribi,
danke für deinen Beitrag - kann dir nur beipflichten!
Ich möchte noch ergänzen: Korruption nur in Afrika?!
Schaun wir uns doch mal hier in Europa um!
Vielleicht sind die Menschen hier nur etwas intelligenter, um die Korruption zu verschleiern???!!!
Grüße vom Bodensee
Viele kleine leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde veraendern.
www.namibiakids.com
Gebt Rassismus keine Chance!
oribi818 Beiträge · seit 200702. Nov. 2007 · #6Vielleicht hat ja jemand die Sendung mit der Auswanderfamilie nach Mosambik gesehen!?!
Wie auch immer - auch dort gibt es natürlich Korruption (wie auch in Europa - siehe Schmiergeldaffäre bei Siemens oder Stadionbau in München).
Allerdings muss man das ganz locker und als Bestandteil des Landes sehen. Natürlich ist es ärgerlich für irgendwas mehr oder weniger Ungerechtfertigtes Schmiergeld zu zahlen.
Wir mussten auch schon blechen, in Malawi in Form von der Zeitschrift FHM oder in Argentinien in Höhe von EUR 15 statt der ursprünglich geforderterten US$ 400.
Andererseits werden viele Vergehen gar nicht erst geahndet, wo man in Europa abgezockt wird. Bei Rot über die Ampel gehen/ fahren, Stoppschild überfahren, usw.
Das ist doch aber auch ein Grund, warum wir aus Europa alljährlich fliehen.
(Andererseits ist Korruption eines von vielen Dingen in Afrika, die diesen Kontinent in seiner Entwicklung aufhalten, aber das ist ein ganz anderes Thema.)
YOYoshikawaGast02. Nov. 2007 · #7Moin Satara,
Du schriebst:
Was ich mich wirklich deprimiert, ist die Tatsache, dass es einfach keinen Lichtblick am Horizont gibt.
Es gibt immer nur Meldungen über weiter um sich greifende Korruption, Veruntreuung von öffentlichen Geldern, Inkompetenz und Schlendrian.
Demzufolge auch zunehmende Kriminalität (weil ja nicht ernstlich polizeilich verfolgt wird) und zunehmende Verwahrlosung öffentlicher Einrichtungen.
Wann wird sich dieser Trend denn EEEEEEEENDLICH mal umkehren ????
Es wird sich in Schwarzafrika
niemals etwas ändern, auch mit noch so viel Geld nicht! Spätestens 25 Jahre nach der Unabhängigkeit ist bisher noch ein jedes afrikanische Land von seinen eigenen Eliten ruiniert worden (Ausnahme bisher Botswana). Für Namibia bedeutet dies: 2015 ist Schicht im Schacht, vielleicht etwas später angesichts der Unsummen, die die EU und insbesondere Deutschland dort letztendlich nutzlos versenken.
Man kann sagen, dass Afrika zwei Unglücksmomente durch die Europäer erlebt hat: Der erste war deren Ankunft und der zweite ist ihr Gehen/ihre Vertreibung. Wir sollten es akzeptieren, dort nicht mehr gern gesehen zu sein, das ist halt so in der Geschichte. Wir sollten aber auf gar keinen Fall irgendwelche Schuldgefühle für den jedes Jahr zunehmenden Verwahrlosungszustand dieses Kontinents hinnehmen oder uns gar finanziell dafür verantwortlich fühlen, denn die dortigen Katastrophen sind im wesentlichen hausgemacht und zwar nach der Unabhängigkeit!
Fahrt also hin, so lange es noch geht und preist Euch glücklich, wilde Tiere und zauberhafte Landschaften erlebt zu haben.
Gruß, Michael
LLLa Leona2'780 Beiträge · seit 200702. Nov. 2007 · #8Afrika war ein Traum, den wir wehmütig Enkeln und Urenkeln einmal erzählen werden. Und sie werden eines Tages hoffentlich noch Wölfe und Bären in den Alpen anschauen können.
Leider muss ich dir Michael aus vollstem Herzen beistimmen. Und wer immer noch nicht so weit ist um mit dieser harten aber wahren Akzeptanz umzugehen, der darf gerne weiterhin naiv aufs Unmögliche hoffen um danach bitter enttäuscht zu werden.
KAKanzler573 Beiträge · seit 200702. Nov. 2007 · #9oribi schrieb:Wer kann da besser mitreden als ein Ossi.
Wir haben einen vergleichbaren Umbruch in Deutschland gehabt. Seinerzeit wurden auf Krampf alle Betriebe aus Konkurrenzangst im Osten geschlossen und die 200 Arbeiter entlassen, das erarbeitete Betriebsvermögen eingesackt.
Welches Betriebsvermögen bitteschön? Alles, was die westliche Zivilisation 1989 im Osten vorgefunden hat, waren zerstörte Straßen, vergammelte und verseuchte Landschaften, deprimierte Menschen, für die der Arbeitsalltag nichts anderes war, als anwesend zu sein, völlig heruntergewirtschaftete Firmen - mit wenigen Worten: nichts als Schrott.
oribi schrieb:Ähnlich natürlich in Afrika, wo man heute noch in Lendenschurz rumlaufen würde, hätte der Weiße Mann nicht eine Wirtschaft mit Infrastruktur aufgebaut.
Was glaubst du denn, du arroganter weißer Mann aus dem Osten, wie du und der übrige Osten heute herumlaufen würdet, ohne die West-Milliarden?
Viele Grüße, Kanzler - nicht verwandt oder verschwägert mit der dummen Tante aus dem Osten, die heute unser einst funktionierendes Land in den Ruin treibt
YOYoshikawaGast02. Nov. 2007 · #10Moin zusammen,
Ihr erinnert Euch sicher an den Aufschrei, als der Nobelpreisträger Watson sinngemöß sagte, dass Schwarze weniger intelligent als andere wären. Dies hat auch zu einigen Reaktionen in Afrika geführt. Hier sind einige:
http://allafrica.com/stories/200710292032.htmlhttp://www.thisdayonline.com/nview.php?id=92823http://dailytrust.com/index.php?option=com_content&task=view&id=3491&Itemid=70Diese Ansichten sind schon erstaunlich und hätte man so sicher nicht unbedingt erwartet.
Gruß, Michael
oribi818 Beiträge · seit 200702. Nov. 2007 · #11Am Anfang dachte ich noch, Du meinst alles ironisch. Aber das sämtlich Augenzwinkersymbole fehlen musst Du das wirklich ernst meinen.
18 Jahre nach der Wiedervereinigung und einige haben es offenbar noch immer nicht kapiert und laufen nach wie vor blind durchs Leben.
Ich habe von solchen Leuten gehört, aber das so was wirklich noch rumläuft - Wahnsinn!
Aber um die Schweizer im Forum nicht mit absolut sinnlosen innerdeutschen Problemen zu belasten, zurück zum eigentlichen thread:
Deine Anmerkung zeigt eindrucksvoll was ich eingangs schon schrieb, es dauert eben länger als alle anfangs dachten.
pme470 Beiträge · seit 200602. Nov. 2007 · #12laugh: 😄 😄
...die Dütsche wieder, da verrecksch eifach.
Über Korruption in Afrika wurde hier ja schon viel geschrieben. Die Leute nerven sich über den kleinen Mann, der bei der Polizeikontrolle Touristen um ein par Kröten erleichtert. Sicher, das ist blöd und es wäre mir persönlich viel wohler, wenn sowas auf der ganzen Welt nicht vorkommen würde. Die richtig grossen Schweinereien laufen aber anderswo ab und hier sind Industriekonzerne und Raubritter des Holzhandels aus Deutschland, Energiefirmen aus den USA, Holland und England, Russisdche Waffenschieber, Italienische Diamantenschmuggler und mittlerweile halb China (an allen Fronten vertreten) an der Spritze... und vieles läuft fein säuberlich über Schweizer Banken ab.
Aber was ist mit dem Europäischen Kongo? Die Griechen fackeln ihr Land ab und verlangen nachher, dass die EU bezahlt (und kriegen das in Brüssel auch noch durch), die Spanier und die Portugiesen blockieren bessere Handelsbeziehungen zwischen der EU und Südafrika, sowie eine Einreise ohne Schengen Visum für Südafrikaner, weil sie die Südafrikanischen Küstengewässer mit ihrer Fischereiflotte nicht leerräumen dürfen, währenddessen das "leich korrupte" Brasilien durch den Schutz von Portugal mittlerweile alles darf, und in Italien macht die Mafia ungehindert Milliardenumsätze. In der Schweiz erhalten Bauern mittlerweile über 60% ihres Einkommens aus Subventionen, Direktzahlungen und Schutzzöllen... Afrikanischer kann es ja kaum noch werden, oder?
Also, kriegt euch wieder ein und lebt damit wie Erwachsene. Immer schön mit gutem Beispiel vorangehen.
Happy Friday,
Patrick
PEpeter48355 Beiträge · seit 200602. Nov. 2007 · #13Hallo Patrick,
genauso sehe ich das auch.
Toller Beitrag.
Gruß
Peter
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200702. Nov. 2007 · #14Hallo zusammen,
auch wenn ich mich hier vielleicht als Naivling oute, glaube ich mehr denn je, dass Afrika nicht der verlorene/vergessene Kontinent ist. Ich habe mich in den letzten Monaten vermehrt mit dem Thema Entwicklungshilfe beschäftigt und sehe tatsächlich viele Ungereimtheiten. Leider habe ich jetzt nicht die Zeit, näher darauf einzugehen. Aber ich habe auch von genügend Hilfe im Kleinen erfahren, wo vielen Menschen erfolgreich geholfen wurde.
Fakt ist, dass die "offizielle" Entwicklungshilfe der "entwickelten" Staaten versagt und von zu vielen Eigeninteressen geprägt ist. Amerikaner und Europäer sagen es nicht offen, Chinesen sind in der Hinsicht ehrlicher und vergeben deren Hilfen nach dem Motto Geld/Infrastruktur gegen Rohstoffe. Die größte Hilfe für die Dritte Welt wäre eine Öffnung der abgeschotteten amerikanischen und europäischen (Agrar-)Märkte - aber das ist in keinster Weise politisch gewollt.
Davon sollte man sich als Afrikaverbundene(r) aber nicht entmutigen lassen, man kann im Kleinen schon viel erreichen. Ich jedenfalls habe beschlossen, mich in den nächsten Jahren vermehrt um die Unterstützung von kleinen Projekten in Afrika zu bemühen - und wenn es "nur" meine Arbeitskraft ist. Ein Sabbatical ist geplant, um mir den Freiraum dafür zu schaffen.
Vielleicht können wir über dieses Forum gemeinsam eine dauerhafte Hilfe für Projekte im südlichen Afrika auf die Beine stellen - das würde mich so richtig freuen. Ich kenne mittlerweile Einige hier aus dem Forum persönlich, die sich für afrikanische Kinder usw. engagieren - wieso tun sie das? Bestimmt nicht, weil sie denken, dass es nichts bringt...
So, das musste ich mal kurz loswerden, mehr zu diesem Thema zu gegebener Zeit.
Viele Grüße,
Volker
WEwelwitch189 Beiträge · seit 200702. Nov. 2007 · #15Hallo Volker,
eines solle man nicht vergessen: Afrika ist und bleibt Afrika!
Deine Idee zur Unterstützung Afrika-Projekte finde ich toll.
Ich habe auch eines, möchte nur daran erinnern - und wir brauchen noch jede Menge Unterstützung:)
Grüße vom Bodensee
Traudel
Viele kleine leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde veraendern.
www.namibiakids.com
Gebt Rassismus keine Chance!
YOYoshikawaGast02. Nov. 2007 · #16Moin Volker, moin Traudel,
ich bewundere Euer Engagement im Kleinen. Ich bin jedoch mittlerweile (von 1993 bis jetzt) zum Skeptiker bis Zyniker geworden.Ich bin davon überzeugt, dass Menschen wie Ihr, die Gutes tun möchten, von den Herrschenden Schwarzafrikas eiskalt ausgenutzt werden. Ihr wollt das Beste, helft durch Euer Tun aber, die bestehenden Verhältnisse unbegrenzt aufrecht zu erhalten.
Ich habe keinerlei Lösung für die menschliche Dimension des Leidens in Afrika, aber...
...die Menschen Schwarafrikas müssen selbst wollen! Sie müssen sich erheben!
Mir ist bewusst, dass dafür die Abwesenheit existentiellen Hungers und ein Mindestmaß an Bildung die Voraussetzung sind, aber indem Ihr immer wieder -unter Leugnung der vielen negativen Erfahrungen der letzten 50 Jahre- helft, spielt Ihr den Herrschenden (in historischer Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Mobutu, Mugabe, Mbeki) immer wieder in die Karten! Und -genau wie die Kolonialisten oder Apartheidsprotagonisten- trefft Ihr, paternalistisch, Entscheidungen für Eure Hilfsobjekte, die Schwarzafrikaner, da sie es ja nicht können.
Ich frage jetzt einmal provokativ: Gibt es in Euren Ländern keine unschuldig Benachteiligten in der Gesellschaft? Versorgt Ihr den stadtbekannten Arbeitslosen in Eurer Fußgängerrzone auch dann noch mit Barem, wenn Ihr heraus gefunden habt, dass er das Geld nicht in Essen, sondern in Sprit umgesetzt hat? Kauft Ihr ihm vielleicht noch hochwertige Spirituosen, damit er nicht vorzeitig an Billigfusel verreckt? Ganz gemein jetzt: Helft Ihr vielleicht nur deshalb, weil es politisch korrekt ist und gut tut?
Nichts für Ungut.
Michael
niraluk159 Beiträge · seit 200703. Nov. 2007 · #17Hallo Michael
Kann es nicht eher sein, ganz gemein jetzt:
Dass du mit so einer Einstellung eine Begründung hast nicht helfen zu müssen?
Verstehe ich richtig?
Wir sollen uns raushalten und wenns dann ganz schlimm kommt werden die sich schon erheben und sich selbst helfen?
Und so lange dieser Prozess dauert (wenn`s überhaupt dazu kommen sollte)was machen wir solange? schauen wir zu wie`s immer schlimmer kommt?
Nein, wir machen in diesen schönen Ländern sogar Urlaub, sitzen in einer feinen Lodge und lassen es uns gut gehen.
Außerdem denke ich, dass es demjenigen dem ich helfe völlig schnurz ist aus welchem Beweggründen heraus ich helfe. Ob politisch korrekt,weil es mir gut tut oder aus einem ganz anderen Grund. Danach wird er nicht fragen. Und es ist auch tatsächlich nicht wirklich wichtig.hauptsache die Hilfe kommt.
In diesem Sinne
Niraluk
Bhekisisa468 Beiträge · seit 200703. Nov. 2007 · #18Na klar tut Namibia das immer mehr! Hallo, ihr alle, was denkt ihr eigentlich, wohin ihr reist?! Schwarzwälderkirsch, Weißwurst, Pension mit Doppelbett und ordentlichem Frühstück; das wollen doch viele von euch! Je deutscher, desto besser; hab ich gebucht, will ich gemacht bekommen!
Doch so einfach ist das nicht! Wie will man 4 jahrzehnte der haltung, und ich sage "haltung" in unwissenheit aufholen?! Damit ist Namibia ebenso afrikanisch wie alle anderen afrikanischen Staaten (es bilde sich bitte keiner ein, Namibia mache die Ausnahme). Und Namibia ist nahezu ebenso un-wägbar-un-kalkulierbar wie alle anderen afrifkanischen Staaten in Bezug auf diverse politische-angehauchte Entscheidungen. Nur eines ist klar: Oribi, der selbsterhaltene Ossi, wird genauso behandelt werden wie alle anderen Deutschen! Ist das nicht fein?!
Wenn Namibia nicht die Wiedervereinigung verschlafen hat...
Gruß, auch wenn es mir widerstrebt,
Barbara
WEwelwitch189 Beiträge · seit 200703. Nov. 2007 · #19Hallo zusammen,
nachdem der server heute nacht 4!!mal meine antworten nicht zuließ, starte ich nochmal.
welche vorstellungen haben wir denn was namibia betrifft? busch, wildtiere, niedliche schwarze babys mit kulleraugen, deutsche regeln und wiener schnitzel???
nam liegt in afrika - und afrika ist bleibt afrika!!
wir betrachten alles mit unserem blickwinkel - und europäischer arroganz - und urteilen. hinterfragen wir, warum die schwarzafrikaner genau so handeln, denken?
wir, als helfer kann ich nur für mich sprechen, drücken den afrikanern nichts auf. alle entscheidungen und maßnahmen werden mit der projektleitung ( eine coulored) genau besprochen - orientierung an den bedürfnissen der kinder. gemessen an den verhältnissen vor ort!
ich denke, dass ich ein gutes augenmaß habe - lange berufserfahrung im soz.-bereich. so kommt es, dass ich den bedürftigen in old germany nur sachspenden wie saft, brot, heisser tee oder auch mal ne warme jacke zukommen lasse. geld wäre der falsche weg - genauso wie touris in nam bonbons an die bettelnden kinder verteilen.
hilfe aus politischer überzeugung oder weil es das selbstwertgefühl steigert?
hier geht es um menschen - kinder - egal ob schwarz oder weiss- !
wenn uns hungernde kinder nicht mehr berühren - dann gute nacht!!!
in diesem sinne
traudel
Viele kleine leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde veraendern.
www.namibiakids.com
Gebt Rassismus keine Chance!
YOYoshikawaGast03. Nov. 2007 · #20Moin Niraluk,
meine grundsätzliche Kritik richtet sich nicht gegen Helfen als solches. Ich bin jedoch der Überzeugung, dass jeder, der für Afrika spendet, dabei hilft, die dortigen Zustände zu zementieren, da es keinen Druck gibt, diese zu ändern. Die Herrschenden plündern weiter die Ressourcen ihrer Länder. Es gibt keinen Grund, die Korruption einzudämmen und die dadurch frei werdenden Mittel stattdessen für Schulen und Gesundheitsvorosrge auszugeben, denn...
...es gibt ja die mildtätigen Westler, die das mit ihren Spenden tun.
In Zimbabwe hat Mugabe seit ca. dem Jahr 2000 drei Millionen Leute aus dem Land getrieben. Ungefähr die Hälfte der im Lande Verbliebenen kann ohne ausländische Lebensmittelspenden nur schwer überleben. Das Regime bettelt nun im Ausland um Hilfe, aber nur um solche, die ohne Bedingungen geschenkt wird.
Auch dort leben Kinder. Was nun, Ihr Spender?
Daher mein Hinweis auf die Möglichkeiten, im eigenen Land Gutes zu tun. Hier gehen wir ja noch davon aus, dass wir dadurch staatliches Handeln nur ergänzen und nicht ersetzen, wie das mit den Hilfsprojekten in Afrika in der Regel der Fall ist.
Gruß, Michael