Ich hatte mal moniert, dass im Südafrika-Forum kaum Reiseberichte eingestellt wurden. Nun sind wir aus Südafrika zurück –leider -, und ich möchte meinem Beitrag dazu beisteuern, dieses Teil des Forums zu füllen. 😉 Ich bin zwar noch nicht ganz fertig, aber damit es noch halbwegs aktuell ist, stelle ich heute schon mal den ersten Teil ein. (Das hat für mich den Vorteil, dass ich noch zusätzlich ein bisschen Druck habe, den Reisebericht zu Ende zu schreiben😄 ).
Bevor es endlich losgeht, seid gewarnt, ich schreibe recht ausführlich.
Freitag, 24.08.2007 Berlin - München - Johannesburg
Heute ist es soweit: Nachdem wir die Flüge etc im Dezember 2006 gebucht haben, geht es endlich los! Um 16:15 h tragen wir das Gepäck nach unten. Der Taxifahrer ist –obwohl für 16:30 h bestellt- schon um 16.20 h da. Wir wohnen nicht weit vom Flughafen, so dass wir kurz nach 16:30 h bereits dort sind. Es dauert fast bis 17:00 h, bis wir die Koffer und unsere Kühlbox loswerden. Um 17:25 h ist Boarding. Wir sitzen ziemlich weit hinten, die Maschine ist fast voll. Der Flug verläuft ruhig und landet pünktlich. Um 19:00 h verlassen wir ziemlich als letztes den Flieger. Wir müssen zum H-Bereich wechseln. Bevor wir durch die Passkontrolle gehen, sehen wir Inge bei der Sicherheitskontrolle. Das klappt ja prima. Im H-Bereich gibt es zwar Zeitungen umsonst, jedoch keinen Tee bzw. Kaffee wie im Bereich (war es G?), wo wir ankamen. Wir besorgen uns eine Cola Light für 1,75 €, 2 Bier, eine Sportbild und Gis isst ein Lachsbrötchen. Wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen und lesen, ich mache Sudoku und hole dann mein Laptop raus. Gegen 21.25 h gehen wir zum Boarden. Wir haben unsere reservierten Plätze, ziemlich weit im vorderen Flugzeug. Gis sichert uns eine Viererbank weiter hinten Flugzeug, die zweite Bank nach der, die für Eltern mit Babys bzw. Kleinkindern vorgesehen ist. So können wir es uns in der Nacht schön bequem machen. Um 21:55 h sollen wir starten, aber abheben tut der Flieger erst um 22:20 h. Nach ca. einer halben Stunde erhalten wir die ersten Getränke und kurz vor 23.00 h gibt es Essen: Chicken oder Beef – wie üblich. Während alle anderen Beef nehmen, entscheide ich mich für Chicke – die falsche Wahl, fad und die Haut ist fettig. Aber das Stück Schokokuchen mit Beeren ist super lecker. Um 0:00 h tauscht Christian mit Gis widerwillig den Platz, und ich versuche zu schlafen. Zwischen 01.30 und 2.45 h bin ich sicher, dass ich eingenickt bin, aber sonst habe ich das Gefühl, dass ich wach liege. Um 05:00 h tauscht Gis mit mir den Platz und ich mache es mir für eine ¾ Stunde auf der Zweierbank bequem. Der Vordermann schnarcht extrem. Dann tauschen wir wieder. Die Viererbank ist vom Platz im Flieger nicht optimal: man hört die Toilettenspülung und die Kinder vor uns sind unruhig. Aber Hauptsache lang machen.
Samstag, 25.08.2007 JOHANNESBURG- GRASKOP
Gegen 6.45 h gibt es Frühstück: Ei, Croissant und Joghurt. Um 8:26 h landen wir in Johannesburg. Die Passkontrolle haben wir schnell hinter uns, auch mit dem Gepäck klappt alles reibungslos. Unsere Kofferkulis werden uns von Schwarzen abgenommen, die uns zu AVIS führen und natürlich ein Trinkgeld haben wollen. Direkt neben AVIS können wir wechseln: Inge tauscht 1.000,00 € um. Nach kurzer Wartezeit sind wir bei der Autovermietung an der Reihe. Die Angestellte gibt uns die Qual zwischen einem Honda Accent und einem Mercedes. Christian ist von letzterem Feuer und Flamme. Wir wollen uns bei beiden den Kofferraum ansehen, bevor wir uns entscheiden. Aber für den Benz hat sie keinen Schlüssel dabei und als wir im Office zurück sind, heißt es, der Mercedes steht doch nicht zur Verfügung. Christian ist enttäuscht. Mir hätte der Wagen auch gut gefallen, aber für mich war das wichtigste Entscheidungskriterium der Kofferraum. Mit Müh und Not bekommen wir bis auf die Kühltasche alle Gepäckstücke im Kofferraum unter. Ich gehe noch mal zum Office zurück, um nach dem Reserveschlüssel und einer Straßenkarte zu fragen. Es gibt keine Ersatzschlüssel und erst auf Nachfragen reicht sie einen Straßenatlas rüber. Um 10:00 h starten wir endlich. Bevor wir auf die R 21 S kommen verfahren wir uns zweimal: Einmal bei der Ausfahrt aus dem Flughafen, weil die Beschilderung so unklar war und bei der Überfahrt von der R 21 auf die N 12, da ich mir einen Routenplan ausgedruckt habe, auf dem stand, wir müssen die Ausfahrt 429 b benutzen, die es gar nicht gibt. Aber dann sind wir endlich richtig und auf geht es nach Middelburg, wo wir einkaufen. Inge bleibt im Auto. Bei Shoprite wollen wir uns Insektenspray, Getränke und etwas zum Mittagessen kaufen. Das Geschäft ist proppenvoll mit Schwarzen. Ich frage eine Frau, ob es hier immer so voll ist, aber sie verneint. Heute ist wohl für viele Zahltag. Zum Essen entscheiden wir uns für eine Art Pizzabrötchen wie wir es schon so ähnlich aus den USA kennen. Auf dem Parkplatz stärken wir uns erstmal. Wir entscheiden gemeinsam, ins 10 km entfernte Botshabelo zu fahren, da wir gut in der Zeit liegen. Von der Straße liegt das Museumsdorf ca. 5 km entfernt, die wir auf einer Gravelroad zurücklegen. Der Eintritt kostet pro Person 25 Rand. Eine ¾ Stunde verbringen wir, uns die Häuser anzuschauen. Die Umgebung sieht nett aus, ein kleiner Wasserlauf und es ist recht grün. Gegen 14:00 h fahren wir weiter. An den zwei Mautstationen auf der N 4 zahlen wir einmal 31 Rand und einmal 46 Rand. Es ist sehr diesig, wobei wir nicht wissen, ob es durch Verbrennung kommt oder einfach vom Wetter her so ist. Der Weg zieht sich, bis wir auf die R 36 abfahren. Die vorher gut ausgebaute Straße wird merklich schlechter – Schlaglöcher zieren den Weg. In Lydenburg tanken wir sicherheitshalber. Teilweise kommt die Sonne sogar hervor. Aber der Long Tom Pass ist leider in dichten Nebel versunken. Wie die anderen machen wir neben dem Abblendlicht die Warnblinkanlage an, was noch besser zu sehen ist. Ich hatte schon oft über die hohe Unfallgefahr in SA gelesen, aber das wir gleich am ersten Tag Unfallzeuge werden, damit hatte ich nicht gerechnet: Zwei Autos vor uns fährt ein Lkw mit Männern auf der Ladefläche den Pass hinauf und anscheinend drückt der Anhänger beim Bremsen zu sehr nach, so dass der Lkw umkippt. Glücklicherweise scheint weder den Männern auf der Ladefläche noch denen im Fahrerhaus etwas Ernstes passiert zu sein. Ein Insasse aus dem vordersten Pkw hat ein Handy dabei, mit dem er Hilfe ruft. Nach kurzem Überlegen fahren wir weiter, einerseits können wir eh nicht helfen, andererseits haben wir Angst, dass uns hinten jemand ins Auto fährt, da die Sicht so schlecht ist.
Die letzten Kilometer über Sabie nach Graskop ziehen sich wieder hin, und es wird langsam dunkel. Ca. gegen 17:50 h erblickt Christian am Ortseingang gleich die Summit Lodge. Wir haben die Rundhütten 9 und 11. Sie sind im entsprechenden Stil eingerichtet, das Bad ist winzig, und es ist eiskalt. Inge zieht sich zurück, der Unfall hat sie anscheinend sehr mitgenommen. Wir anderen gehen im dazugehörigen Restaurant essen. Schon um 19:30 h liegen Christian und ich frisch geduscht im Bett, die lange Anreise fordert ihren Tribut.
Gefahrene Kilometer: 435
ÜN: Summit Lodge, Graskop
Sonntag, 26.08.2007 PANORAMAROUTE
Nachts um 3:00 h sind Christian und ich zeitgleich wach. Wir sind schon fast munter, können aber überraschenderweise schnell wieder einschlafen. Um 06:00 h klingelt unser Wecker und nachdem wir uns frisch gemacht haben, schreibe ich meinen Reisebericht. Gegen 7:15 h gehen wir zum Frühstück. Wir haben die Wahl zwischen Englischen und Kontinentalen Frühstück. Kurz nach 8.30 h fahren wir zu Spar und frischen unsere Vorräte auf. Es nieselt, und man sieht stellenweise vor lauter Nebel kaum 20 m weit. Das sind ja schöne Aussichten für den heutigen Tag! Unser erster Halt am God´s Window lässt uns nur den Ausblick erahnen. Der kurze Weg zum Aussichtspunkt überrascht uns, wie artenreich die Pflanzenwelt hier ist. Wir fahren weiter, auch der Blick ins Lowveld ist noch stark beeinträchtigt durch den dichten Nebel. Bei den Bourkes Potholes haben wir dann etwas mehr Glück: Der Himmel ist bewölkt, aber das tut der Schönheit der Potholes keinen Abbruch. Wir spazieren gemütlich den Weg entlang. Von zwei Brücken kann man einen Blick direkt in die Tiefe werfen. Zu Anfang sind kaum Besucher da, aber als die Busse ankommen, ist es mit der Ruhe vorbei. Am Parkplatz sind zahlreiche Souvenirgeschäfte aufgebaut, und es wird auch eine kleine musikalische Vorführung geboten. Wir filmen bzw. fotografieren die Akteure. Nachdem ich den Anfang gemacht habe und eine kleine Spende in den Sammeltopf geschmissen habe, folgen die anderen Zuschauer meinem Beispiel. Bevor wir zum Lowveld Viewpoint weiterfahren, stärken wir uns mit Toast und Kaffee an einem der Picknicktische. Am Aussichtspunkt machen wir ein paar Fotos, denn der Nebel lichtet sich stellenweise. Die Three Rondaveels sind der letzte Stopp, bevor wir wieder in Richtung Graskop zurückfahren. Langsam reißt die dichte Wolkendecke auf und ab und zu kommt für einen kurzen Moment die Sonne hervor. Unten im Canyon kann man recht gut den Blydepoort Dam erkennen, uns gefällt es hier sehr. Auf dem Rückweg bahnt sich die Sonne immer mehr ihren Weg, was natürlich unsere Laune noch mehr steigert. Die ca. 2 km lange Abzweigung zu den Berlin Wasserfällen lassen wir uns jetzt auch nicht entgehen. 45 m stürzt das Wasser in die Tiefe. Am Parkplatz stehen wieder viele Souvenirhändler, und Inge schaut, ob sie ein Schnäppchen machen kann. Christian und ich wollen auch sehen, ob wir ein Mitbringsel erstehen können und werden fündig: eine kleine Schildkröte aus Stein und ein Eule für 15 Rand, da kann man nicht mehr handeln bei den Preisen. – Anmerkung: Wer hier vorbei kommt, sollte sich mit SOuvenirs eindecken, so günstig wie hier haben wir es nirgendwo mehr gesehen- Wir fahren wieder die Schleife über Wonderview – nur kurzer Halt – und zum God´s Window, diesmal ist der Blick wesentlich besser, wenn auch noch nicht perfekt. Aber es sind auch viel mehr Menschen unterwegs. An der Pinnacle, einer ca. 30 m hohen freistehenden Felsnadel, halten wir auch noch. Lohnt sich unserer Meinung nach. In der Tiefe sieht man auch wieder den Fluss. Da es schon kurz vor drei ist, nutzen wir den Halt und stärken uns noch mal. Unser letztes Ziel für heute ist Pilgrim`s Rest, die Fahrt dort hin ist ein stetiges auf und ab. Der Ort selbst ist zumindest für uns nicht lohnenswert. Kurz vor 16.30 h sind wir wieder in der Summit Lodge. Nachdem ich die Anlage fotografiert habe, fahren Christian und ich noch mal zu Spar, Getränke kaufen und tanken. Zurück in der Lodge packt Christian die Sachen etwas zusammen, und ich schreibe am RB. Später kommen Gis und Inge rüber, und wir schauen uns die Fotos an, die ich vom Chip aufs Laptop gespielt habe.
Gegen 18:00 h fahren wir zur Harries Pancake Bar, welche aber leider schon geschlossen hat. Auch bei der anderen Empfehlung aus dem Reiseführer, das Southern Breeze bei der Mogodi Lodge, haben wir keinen Erfolg. Das Restaurant auf dem Gelände heißt anders, entweder ist es umbenannt worden oder das Southern Breeze liegt nicht direkt auf dem Areal der Lodge. Schließlich gehen wir wieder bei uns im Restaurant essen. Das Vorhaben, noch Karten zu spielen, geben wir auf, da die Beleuchtung in den Zimmern zu schlecht ist. So verabschieden wir uns um 19:30 h, und jeder geht in seine Hütte.
Frisch geduscht schreibe ich wieder am Reisebericht weiter und lese dann noch.
Gefahrene Kilometer: 172
ÜN: Summit Lodge, Graskop
Montag, 27.08.2007 GRASKOP – ELEPHANT PLAINS LODGE
Wir haben uns für 6:00 h den Wecker gestellt, wachen jedoch schon kurz vorher auf. Als die restlichen Sachen gepackt sind, gehen wir kurz vor 07:00 h zum Frühstück. Um 07:40 h sind wir startbereit und brechen zur Elephant Plains Lodge auf. Wir kommen gut durch, der Weg ist ab Acornhoek zweifelsfrei ausgeschildert. Kurz nach 10:00 h sind wir am Gowrie Gate, wo wir 70,00 Rand „Eintritt“ für das Auto zahlen müssen. Der Wächter bleibt solange am Auto stehen, bis Christian noch 10,00 Rand Tip hervorgekramt hat. Gleich hinterm Eingang müssen wir uns rechts halten und eine ganze Weile am Zaun lang fahren. 8,1 km sind es bis zur Lodge. Die ersten Tiere, die wir sehen, sind einige Impalas. Kurz darauf folgen ein paar Zebras. Bis auf ein paar Vögel, u. a. den Yellowbilled hornbill, sehen wir keine weiteren Tiere. Das enttäuscht mich etwas, denn als wir vor zwei Jahren zur Mittagszeit in den Etoshapark gefahren sind, haben wir viele Tiere und als Krönung sogar ein Löwenpärchen gesehen
(Bericht --> www.namibia-forum.ch/index.php?option=com_fireboard&Itemid=80&func=view&id=30563&catid=10
, hoffe, es funktioniert)
Als wir um 10:45 h die Lodge erreichen, können wir noch nicht auf unser Zimmer, denn Check-in ist erst um 13:00 h. Wir setzen uns mit einem Kaffee bzw. ich mit einem Guavesaft auf die Terrasse. Es weht ein ständiger, aber nicht unangenehmer Wind. Ein von uns nicht näher identifiziertes Tier (Antilopenart) kam recht nah an die Terrasse heran und blieb dort mehrere Stunden. Danach gehen wir in die Bar, da wir eine Runde Romme spielen wollen. Wir haben gerade unsere weitere Getränkebestellung aufgegeben, da heißt es, dass unsere Zimmer fertig sind. Wir trinken in Ruhe aus und dann lassen wir uns unsere Zimmer (wir Nr. 3, Gis und Inge Nr. 4) zeigen. Zuerst bin ich etwas enttäuscht, als ich sehe, dass das Waschbecken mitten im Zimmer ist, aber dann bemerke ich, dass im eigentlichen Bad neben Dusche und Badewanne noch ein Waschbecken ist. Unser Bett hat einen Baldachin. Es werden Bademäntel bereitgestellt und ein Wasserkocher und ein kleiner Kühlschrank sind auch vorhanden. Christian und ich haben das größere Zimmer, da das Bad in einer Art viereckigen Anbau unterbracht ist. Vor unserer Hütte blüht ein großer Jacarandabaum – ein herrlicher Anblick. Neben dem Swimmingpool am Haupthaus ist auch in unserer Nähe ein Pooldeck. Hier lässt es sich leben. Während Gis und Inge sich ausruhen, setzen Christian und ich uns draußen unter die Überdachung und genießen einen Cappuccino. Zu uns gesellen sich –wie es sich herausstellt- drei ältere Herrschaften aus GB. Eine von den beiden Damen fragt uns, ob wir zufrieden sind, was wir nur bestätigen können. Die drei sind enttäuscht, Elephant Plains entspricht nicht ihren Erwartungen. Wir können das nicht ganz nachvollziehen, alles was sich herausstellt, ist, dass sie ursprünglich zu Chitwa Chitwa wollten, das aber bereits ausgebucht war. Angeblich soll es nur ein Drittel von EP kosten. Um 14:00 h ist Lunch angesagt. Es gibt Lasagne, Seafood Paella, verschiedene frische Salate und als Nachspeise Obstsalat und Karamelkuchen. Als ich den Kuchen bei Inge probiere, stelle ich fest, dass er nicht so süß ist, wie ich vermutet habe. Insgesamt ist das Essen sehr lecker, auch wenn ich die Rosinen im Karottensalat nicht mag. Nach dem Essen kurz frisch gemacht und umgezogen, denn um 15:30 h startet der erste Game Drive. Auf den um 15:15 h angebotenen Tee, Kaffee und Saft verzichten wir, wollen wir es doch nicht riskieren, unterwegs auf Toilette zu müssen. Der Jeep hat neun Plätze (ohne Beifahrer), die auch alle besetzt sind: 3 Franzosen, ein junges Pärchen aus Johannesburg, was seit sechs Jahren in London lebt und wir vier. Der Game Drive beginnt wieder mit Impalas, daneben auch Wasserböcken. Christian erspäht eine Giraffe. Nach einer ganzen Zeit treffen wir auf eine Gruppe Hyänen mit ihren vier Monate alten Jungen. Viel später versucht unser Ranger, an einen Leoparden heranzukommen. Aber von unserer Seite können wir nur den Schwanz erspähen. Also fahren wir auf die andere Seite herüber. Bei der Durchquerung eines Grabens setzt der Wagen auf, und wir müssen alle aussteigen. Es dauert ca. 5-10 Minuten, bis der Tracker Prince den Jeep hochgebockt und Steine gesammelt hat. Dann geht es weiter. Nur leider kommen wir trotzdem nicht an den Leoparden heran. Gegen 17:45 h stellen wir uns auf einen geeigneten Platz, an dem wir unseren „Sundowner“ einnehmen können. Nach ca. einer Viertelstunde geht es weiter. Langsam wird es recht frisch, wenn der Fahrtwind um die Nase weht, aber auf die bereitgelegten Decken verzichten wir. Ein Highlight hat der Gamedrive noch für uns parat: ein relativ junger männlicher Löwe auf einem kleinen Termitenhügel. Unser Tracker beleuchtet ihn, damit uns gute Fotoaufnahmen gelingen. Wenig später treffen wir sogar noch auf einen weiteren, älteren Löwen. Gegen 19:15 h sind wir zurück in der Lodge. Ich bin zwar nicht direkt enttäuscht, aber ich hatte doch eine größere Ausbeute erwartet. Um 19:45 h wird in der Boma das Abendessen serviert: als Vorspeise gibt es irgendwas mit Tunfisch, als Hauptspeise Hühnchenflügel, Rindfleisch, grüne Bohnen und Kartoffel und frischen Salat, als Nachtisch Schokoladenkuchen mit Eis. Um 21:15 h sind wir zurück in unserer Hütte.
Gefahrene Kilometer: 138 km
ÜN: Elephant Plain Lodge
Dienstag, 28.08.2007 ELEPHANT PLAINS
Für kurz nach fünf haben wir uns den Wecker gestellt, da uns das offizielle Wecken um 5:30 h zu spät ist. Ich habe Angst, zu verschlafen und bin schon kurz vor fünf wach. Wir trinken auf unserem Zimmer noch einen Kaffee bzw. Tee, im Frühstücksraum wird ebenfalls Tee und Kaffee bereitgestellt sowie „rusk“, etwas zwiebackartiges. Um 06:00 h startet unser Drive. Gis kommt leider nicht mit, da er erkältet ist und nicht riskieren will, dass es ihn noch heftiger erwischt. Wieder liegen Decken bereit, als besonderen Service werden sogar Wärmflaschen gestellt. So eingemummelt kann es losgehen. Der Anfang ist schon mal viel versprechend: am Wegesrand liegt ein Breitmaulnashorn. Nach einer weiteren Weile, in der wir natürlich Impalas, Kudus und auch Giraffen gesehen haben, treffen wir auf Elefanten, die neben uns im Busch fressen. Auch hier wird ein ausgiebiger Stopp zum Fotografieren eingelegt. An einem Wasserloch trinken wir Kaffee bzw. Tee. Gegen 09:15 h sind wir zurück und gehen gleich zum Frühstück. Gis ist auch auf. Er hat sich in der Zwischenzeit auf dem Lodgegelände umgesehen. Wie vereinbart, treffen wir uns um 10:15 h mit Prince zum Bushwalk. Er erläutert uns, dass wir hintereinander zu gehen und uns möglichst leise verhalten. Er erklärt uns einige interessante Dinge, zum Beispiel das Giraffenschei… als Mittel gegen Kopfschmerzen verwendet wird oder zeigt uns eine relativ kleine Kuhle, in der sich bei Regen das Wasser sammelt. Diese Kuhle wird im Laufe der Zeit immer größer werden, denn das Warzenschwein beginnt, sich darin herumzusuhlen, dann machen andere Tiere bis zum Nashorn weiter. Besonders spannend wird es, als wir auf eine Horde Büffel treffen, die wir in einem weiten Bogen umlaufen, bzw. die dann die Flucht ergreifen. Nach einer Stunde sind wir wieder an der Lodge. Wir setzen uns unter einer Überdachung am Pool. Leider kann ich meinen Reisebericht hier draußen nicht weiter schreiben, da ich auf dem Bildschirm nichts erkennen kann. Inge kühlt sich im Pool kurz ab, Christian ist es zu kalt, mehr als die Zehenspitzen hält er nicht ins Wasser. Um 14:00 h ist Lunch angesagt. Nur Christian und ich gehen um 15:30 h wieder zum Gamedrive. Dieses Mal sind wir nur zu viert: die ursprünglichen Johannesburger und wir beide. Wenn die anderen gewusst hätten, was sie verpassen! Relativ schnell treffen wir wieder auf ein Breitmaulnashorn, diesmal sogar auf den Beinen, nicht liegend. Ein paar Meter weiter ist eine Elefantenkuh mit zwei Jungen am Wasserloch. Im gleichen Wasserloch liegt ein Flusspferd. Morne macht uns darauf aufmerksam, dass sich auf dem Hinterteil des Flusspferdes eine Schildkröte sonnt. Mit dem Fernglas ist das gut zu erkennen, leider aber nicht auf Foto festzuhalten, dafür ist es dann doch zu weit entfernt. An einem anderen Wasserloch zählen wir sieben Flusspferde – anfänglich war nur eins zu sehen. Wir schauen auch wieder bei den Tüpfelhyänen vorbei. Es liegen nur die vier Jungen da, die alten sind auf der Jagd. Wir können gut beobachten, welch kräftige Kauleiste schon die Kleinsten haben. Nachdem wir auch noch auf eine riesige Büffelherde gestoßen sind, sind wir mehr als zufrieden mit der Ausbeute, aber es soll noch besser kommen: Nach dem Sundowner entdeckt Prince im dichten Buschwerk einen Löwen. Morne fährt sofort querfeldein. Doch was hat der Löwe vor? Unweit auf einem Baum liegt ein männlicher Leopard mit einem Riss, wahrscheinlich einem Impala. Morne erklärt uns, dass der Löwe den Leopard töten will, damit er einen Rivalen um Beute weniger hat. Wir beobachten tatsächlich, wie der Löwe versucht, auf den Baum zu klettern. Der Leo verzieht sich gleich höher ins Astwerk, woraufhin es verdächtig laut knirscht. Aber der Ast bricht nicht ab. Wir erfahren, dass Löwen keine Schwierigkeiten haben, einen Baum hinauf zu klettern, aber hinunter kommen ist das Problem. Der Leo ist wohl bekannt dafür, dass er anderen Leos den Riss klaut. Wir bleiben bestimmt eine halbe Stunde und sehen zu, wie der Löwe zwei, drei Anläufe nimmt, auf den Baum zu klettern, es dann aber sein lässt. In der Zwischenzeit kommen noch zwei andere Jeeps (es ist üblich, dass nicht mehr als drei Wagen an einem Sighting stehen) hinzu, die per Funk verständigt worden sind. Es ist hoch spannend, aber irgendwann fahren wir doch weiter. Um 18:45 h sind wir diesmal zurück, trinken den angebotenen Kirschlikör und erzählen Inge und Gis, was sie versäumt haben. Um 19:30 h gehen wir für einen Drink auf die Bar und bis auf Christians Bier hat jeder mit seiner Bestellung was auszusetzen: Inge bekommt Weiss-statt Rotwein, in Gis Fruchtsaft ist Eis drin, obwohl er ohne bestellt hat und in meinem Amarula schwimmt auf dem Grund Satz. Ich erhalte anstandslos einen neuen, Inge trinkt trotzdem den Weisswein und Pa lässt sich das Eis rausmachen. Um 19:45 h wird zum Essen getrommelt. Als Vorspeise gibt es Kartoffelsuppe, zum Hauptgericht hat man die Wahl zwischen Lamm und Fisch und als Nachspeise wird so was ähnliches wie Nusskuchen mit warmer Vanillesauce serviert. Wer will, kann zum Abschluss noch Marsh Mallows ins Feuer halten. Christian versucht sich darin, hält sie aber zu lange in die Flamme, so dass es fast wie Presskohle aussieht. Ich spreche die drei Engländer an, ob sie sich inzwischen arrangiert haben und erfahre, dass sie nun sehr zufrieden sind, da sie die Zimmer gewechselt haben und nun in den Suiten untergebracht sind. Der Mann hat sogar die Honeymoonsuite erhalten. Als ich das Gis übersetze, meint er, ob dieser nicht zu spät dafür dran sei und hat die Lacher auf seiner Seite. Dieser flüstert ihm dafür zum Abschied ins Ohr, dass Gis doch nur neidisch ist. Ein lustiger Abend. Kurz nach neun sind wir wieder auf unserem Zimmer, und ich lese noch bis um 22:00 h.
Selbst gefahrene Kilometer: 0
ÜN: Elephant Plain Lodge
Mittwoch, 29.08.2007 ELEPHANT PLAINS- SATARA (KRUGER PARK)
Wie am Vortag klingelt unser Wecker um kurz nach fünf. Pünktlich um sechs sind wir am Jeep, die Johannesburger sind auch schon da. Wir fahren sofort los. Heute kommt es uns noch einen Tick kühler als gestern vor, vielleicht liegt es daran, dass einige Wolken am Himmel sind. Als erstes fahren wir nachsehen, ob der Leo noch auf dem Baum liegt – und er ist noch drauf. Unten liegt der Löwe im Gras. Wir sind nicht die ersten, die sehen wollen, wie es dem Leo erging, es stehen noch zwei andere Jeeps da. Als diese abgefahren sind, stellen wir uns noch etwas näher ran. Der Löwe ist inzwischen im Busch verschwunden, als eine Hyäne ankommt. Da sich nichts aufregendes tut, außer dass der Leo Schwierigkeiten hat, seinen Riss festzuhalten, fahren wir weiter. Wir sehen wieder Wasserböcke, Buschböcke, eine Herde Giraffen – darunter eine mit einem ½ Schwanz-, und eine Herde Büffel, als Morne die Mitteilung bekommt, dass andere auf eine Leopardin mit zwei Jungen gestoßen sind. Diese wurden auch schon am Vortag gesichtet, da war es aber kurz vor Sonnenuntergang und wir wären nicht mehr im Tageslicht dorthin gekommen. Nun heute ein neuer Versuch: es stehen schon zwei Jeeps da, ein dritter passt nicht mehr auf den Weg, so warten wir, In der Zwischenzeit gesellt sich ein weiterer Jeep zu uns. Als wir endlich „an der Reihe“ sind, liegt ein Junges auf dem Termitenhügel. Halb dahinter liegt die „Oma“, die Mutter ist auf der Jagd. Die Ranger vermuten, dass die Alte die Jungen töten will, und wir sehen tatsächlich einen Angriffsversuch von ihr. Das Kleine ist mit einem Satz auf den Beinen und faucht zurück. Die Alte verlässt den Termitenhügel und geht fort. Laut Morne scheint sie erkannt zu haben, dass es ihr Enkelkind ist, denn sie hat den Termitenhügel markiert, als ob sie ihrer Tochter sagen möchte „ich war da und habe auf die Jungen aufgepasst“. Morne bestätigt, was ich gedacht habe, dass die Alte auf einem Auge blind ist. Anschließend, es ist 7:45 h machen wir unserer Kaffeepause. Später fahren wir noch auf der Rückseite unseres Camps lang, wo wir am Wasserloch auf eine große Horde Büffel treffen. Um 09:00 h sind wir diesmal zurück. Gis und Inge warten schon im Frühstücksraum auf uns. Danach werden die letzten Sachen gepackt, kurze Hosen angezogen und ausgecheckt. In die Umschläge für das Personal, für Morne und Prince geben wir unser Tip. Morne überreiche ich den Umschlag persönlich, da er an der Rezeption steht, als wir unsere Getränkerechnung bezahlen. Insgesamt zahlen wir 311 Rand, darin enthalten sind aber auch 50,00 Rand fürs Wäschewaschen und 2 Postkarten sowie Porto für eine Karte. Nach 20 minütiger Fahrt erreichen wir um 10:45 h das Gowrie – Gate. Nach weiteren 1,5 h Schotterpiste sind wir am Orpen Gate, dem Eingang zum Krüger Nationalpark. Kurz zuvor hat Gis schon einen Elefanten, der am Zaun lang lief, entdeckt. Wir müssen uns im Office anmelden, kaufen eine Telefonkarte und gegenüber im Shop zwei Karten vom Krüger NP. Am Timbavati Rastplatz legen wir um 14:30 h eine halbstündige Pause ein. Die Bilanz bisher ist nicht schlecht: Impalas, Giraffen, Zebras und Elefanten sowie einen Ground hornbill. Der Beobachtungsposten am Picknickplatz beunruhigt Christian, als dieser erzählt, dass er noch nicht einmal eine Waffe habe. Neben vielen Glanzstaren ist auch der Yellowbilled Hornbill zu sehen. Im Schatten liegt sogar ein Buschbock. Nach unserer Stärkung will ich noch zum Piet Grobler Dam, bevor wir uns zurück zur geteerten Hauptstraße begeben. Leider ist der Name kein Programm. Wir sehen jedoch wieder Elefanten, wenn auch schon in einiger Entfernung. Highlights, bevor wir um 16:05 h in Satara eintreffen, sind noch ein Sekretär und ein Strauß. Die Dame an der Rezeption ist nicht besonders freundlich, aber wer weiß, wie viele nervige Touristen sie heute schon hatte. Unsere Hütten liegen leider weit auseinander, Gis und Inge nehmen G 174, was die Küche hat (auf der Terrasse, genauso wie der Kühlschrank), Christian und ich B 35. Die Hütten sind einfach eingerichtet, aber sauber. Es ist allerdings eine Umstellung, nach der doch schönen Hütte von EP. Was mich stört, ist der Geruch, den ich nicht näher beschreiben kann. Während Inge und Gis im Restcamp bleiben, fahren Christian und ich noch mal los, zum nahegelegenen Dam. Wir werden belohnt, direkt am Dam steht am Wegesrand ein ausgewachsener Elefant. Wir verfolgen ihn eine Weile, sehen zum Abschluss noch drei Marabus auf den Bäumen, bevor wir pünktlich um 17:50 h zurück im Camp sind. Wir tanken noch, bevor wir uns zum Einkaufen mit den anderen beiden treffen. Wir verzichten darauf zu grillen und einigen uns auf Toast. Schnell holen wir noch das Insektenspray aus unserem Zimmer und essen dann bei den anderen auf der Terrasse. Wir sprechen den Tagesablauf für morgen ab, bewundern noch den rötlichen Mond, wie schnell er aufsteigt und sehen in der Dunkelheit ein paar Augen glitzern, können aber nicht ausmachen, welches Tier es ist. Um 19:20 h sind wir auf unserem Zimmern, duschen, und ich schreibe noch bis 21:35 h am RB.
Gefahrene Kilometer: 170 km
ÜN: Satara Restcamp, Krüger NP
Donnerstag, 30.08.2007 SATARA – LOWER SABIE
Wieder klingelt der Wecker kurz nach fünf, damit wir Zeit haben, uns in Ruhe fertig zu machen. Um 06:10 h fahren wir zu Inge und Gis rüber. Christian trinkt dort noch einen Kaffee und um 06:40 h verlassen wir das Satara Camp. Wir nehmen die S 100 und werden nach einer Weile mit einer Gruppe Elefanten belohnt. Ansonsten sind die üblichen zu sehen: Impalas, Giraffen, Zebras, Gnus und ein Büffel. Gegen 8:45 h sind wir am Nwanetsi Rastplatz, wo wir frühstücken. Ich wundere mich, dass nur ein weiteres Pärchen vor Ort ist, das ändert sich jedoch schnell. Wir staunen, was die anderen zum Frühstück verspeisen. Fast alle haben den Grill (kann man für eine halbe Stunde für 13 Rand mieten) angeschmissen und legen Fleisch, Bohnen etc auf. Am Picknickplatz kann man einen kleinen Weg auf eine Anhöhe hinauf gehen, wo man einen schönen Blick auf die Wasserstelle hat. Wir sehen Paviane, darunter auch viele Jungtiere. Krokodile liegen ebenfalls am Ufer. Neben der Aussichtsplattform grast ein Buschbock. Auf der Weiterfahrt übernehme ich mal das Steuer, schließlich soll Christian sich auch mal entspannen. Kurz hinter dem Sweni Viewpoint überqueren wir eine Brücke, von der ich viele rosa Vögel aus sehe. Wir beschließen doch den Sweni Viewpoint anzufahren, der sich als Bird-Hide (über einen langen, sicht geschützten Brettersteg kommt man zu einem Unterstand) herausstellt. Es hat sich gelohnt, dass wir zurückgefahren sind. Neben Krokodilen, Flusspferden und Schildkröten ist eine reichhaltige Vogelwelt vertreten. Die rosa Vögel meinen wir als Nimmersatt identifiziert zu haben. Auch einige Buschböcke kommen zum Trinken. Weiter geht es über die S 37, auf der wir eine Gabelracke erspähen, zur H 1-3. Am Picknickplatz Tshokwane legen wir eine Toilettenpause ein und dann geht es weiter zum Orpen Dam. Dort hätte es auch Toiletten (Plumpsklo) gegeben. Auch hier hat man eine schöne Sicht auf das Wasser, auch wenn es mir am Sweni Viewpoint wesentlich besser gefallen hat, dort hätte ich Stunden sitzen bleiben können. Auf der H 10 ist ein regelrechter Stau. Es dauert eine Weile, bis wir mitbekommen, das in einem weiter von der Straße entfernten Baum ein Leopard ist. Wir beobachten ihn kurz durch das Fernglas, fahren aber bald weiter, schließlich haben wir in den vergangenen zwei Tagen schon mehrere Leoparden aus kürzerer Distanz gesehen. Eine schöne Stelle ist der Steg über den Sabie River kurz vor dem Lower Sabie Restcamp, an der wir einen kurzen Halt einlegen. Wieder sind Hippos und Krokodile zu beobachten. Um 13:20 h sind wir im Restcamp, welches leider ausgebucht ist, hatten wir doch die winzig kleine Hoffnung, doch noch eine Unterkunft mit Toilette zu erhalten. Inge und Gis nehmen Hut 50, wir die 51. Es ist spartanisch eingerichtet, aber immerhin ist ein Kühlschrank in jedem Zimmer vorhanden. Wir gehen erst mal im Shop einkaufen, da besonders Inge und Christian der Hunger plagt. Wir erstehen neben Toast auch Kartoffel-, Nudel- und einen frischen Salat. Mir schmeckt der Kartoffelsalat, den wir vor unserer Hütte einnehmen, am besten. Der frische Salat hat die Bezeichnung „frisch“ nicht mehr verdient. Während die beiden älteren sich hinlegen, stöbere ich in meinen Reiseaufzeichnungen und trinke einen Cappo. Kurz vor 15:30 h machen Christian und ich noch mal mit Fernglas und Fotoapparat ausgestattet einen Rundgang durchs Camp. Es gibt einige Hütten, die einen wunderbaren Blick auf die Wasserstelle des Sabie Rivers haben. Wir sehen mehrere Elefanten beim Grasen und auch ein paar Flusspferde sind im Wasser zu erkennen. Wir gehen bis zum Restaurant vor und bedauern, dass wir unser Mittagessen nicht am dortigen „Imbiss“ eingenommen haben. Hier hätte man wunderbar die Tiere im und am Wasser beobachten können. Auf dem Rückweg treffen wir Gis und gehen zu zweit kurz zum Swimming Pool, testen, wie kalt das Wasser ist. Wir fragen Inge, ob sie mitkommen will und gehen dann zu dritt zum Pool. Inge und Christian planschen etwas im Wasser, während es mir reicht, die Beine abzukühlen. Um kurz nach fünf fahren wir gemeinsam zum Sunset Dam. Es ist auch eine wunderbare Beobachtungsstelle: unzählige Hippos, Krokodile, Wasservögel. Leider reicht das Licht kaum noch aus, um mit dem Fernglas die Zeichnungen der Vögel zu erkennen. Um 17:45 h sind wir zurück im Camp. Christian lässt sich beim Tanken um 9 Rand beschubsen. Wir gehen am „Imbiss“ essen: Christian nimmt einen Burger, Pa ein Putenschnitzel und Inge und ich eine Gemüselasagne, auf die wir eine halbe Stunde warten müssen, wie uns die Bedienung mitteilt. Davon lassen wir uns jedoch nicht abschrecken. Gis schmeckt das Essen nicht, Christian haut wie immer richtig rein und Inge und ich finden, dass die Lasagne besser gewürzt hätte sein müssen, aber sonst nicht schlecht sei. Gegen 18:45 h sind wir auf dem Zimmer, und ich schreibe wieder meinen RB. Anschließend überlege ich die Planung des nächsten Tages.
Gefahrene Kilometer: 145 km
ÜN: Lower Sabie Restcamp, Krüger NP
Freitag, 31.08.2007 LOWER SABIE – ST. LUCIA
Um 5:15 h werde ich ohne Weckerklingeln wach – die Blase drückt. Christian kommt auch gleich mit, müssen wir doch zu den Waschräumen laufen. Wir sehen, dass nebenan Licht angeht, und so schließt sich Inge noch uns an. In der Gemeinschaftsküche holen wir uns Wasser für unsere Thermoskanne. Vom Fluss kommen laute Geräusche, aber nichts ist zu sehen, vermutlich waren es Affen. Als wir das Camp um 06:20 h verlassen, sehen wir einen Pavian an der Mülltonne rumkramen. Wir fahren noch mal zum nahe gelegenen Sunset Dam. Diesmal ist sogar ein Hippo mit ihrem Jungen an Land. Im Baum sind zwei Schreiseeadler. Ca. 20 min später fahren wir weiter, haben wir doch eine weite Fahrt vor uns. Auch heute werden wir noch einmal von Afrikas Tierwelt verwöhnt: eine Horde Elefanten, mehrere Herden Impalas, Zebras und ein paar Warzenschweine, Giraffen und Kudus säumen den Weg. Das Highlight ist ein Leopard, der uns auf der Straße entgegen kommt und schon von einigen Autos verfolgt wird. An der an der S 28 gelegenen Beobachtungsstelle Ntandanyathi wollen wir frühstücken, jedoch hat jemand das Tor zum Birdhide offen gelassen, so dass Tiere ihre Schei.. hinterlassen haben. Wir verzichten und fahren weiter. Der Aussichtspunkt am Gezantfombi Dam ist geschlossen. Unser Frühstück nehmen wir auf dem Gelände des Crocodile-Bridge Camp ein und um 08:35 h verlassen wir den Krüger NP. Ich übernehme das Steuer und wir fahren über die R 571 zur Grenze Mananga / Border Gate, die wir um 09:40 h erreichen. Eine knappe halbe Stunde nehmen die Grenzformalitäten in Anspruch und das, obwohl kaum einer vor uns ist. Die Grenzer sind aber sehr freundlich. Wir erhalten ungefragt eine Broschüre von Swasiland. Uns fällt auf, dass sowohl hier als auch bei der Ausreise von Swasiland kostenlos Kondome verteilt werden. Die Straßen in Swasiland sind überwiegend gut, bis auf eine kurze Gravelstrecke wegen Bauarbeiten hinter Big Bend. Die Ausschilderung ist bis auf eine fehlende Abzweigung kurz vor Siteki auch anstandslos. Den Grenzübergang Lavumisa / Golela passieren wir sogar, ohne dass wir kontrolliert werden. Uns beschleichen jedoch Zweifel, ob wir nicht beim Heimflug Schwierigkeiten bekommen, wenn der „Departure“- Stempel aus Swaziland und der Einreisestempel nach Südafrika fehlen. Also halten wir auf südafrikanischer Seite doch an und laufen zurück, um uns unsere Stempel geben zu lassen. Um 13:20 h haben wir diese, und wir können beruhigt weiterfahren. In Mhkuze ist vor der Tankstelle ein Informationsbüro, in dem wir kostenlos Kartenmaterial von Kwa-Zulu Natal erhalten. Wir überlegen hin und her, was am besten ist: In Hluhluwe bzw. Umgebung für ein oder zwei Tage übernachten oder durchfahren bis St. Lucia. Letztendlich gibt die Vorstellung, vier Nächte an einem Ort zu bleiben, den Ausschlag für St. Lucia. Bei Wimpys wird der Hunger gestillt: Gegen 14:30 h setzen wir unsere Fahrt fort und erreichen kurz nach 16:00 h St. Lucia. Unterwegs kaufen wir am Straßenrand kleine Ananas, bestimmt so an die acht Stück. Für 10 Rand fast geschenkt. Wir geben der Verkäuferin neben dem Geld noch zwei Kugelschreiber für sie und ihre Tochter, die gerne genommen werden. Ich will mir als erstes die Bhangazi Lodge anschauen, da ich aus anderen Reiseberichten positives gehört habe und mich die Homepage anspricht. Die Inhaberin Wimpie öffnet uns die Tür und zeigt uns bereitwillig die Zimmer. Uns sagt die Unterkunft sofort zu. Gis und Inge nehmen Zimmer Nr. 3, den Leopardenraum, wir haben Nr. 4, den Hippo-Raum. Unser Bad ist kleiner als das von Zimmer Nr. 3, aber wir fühlen uns trotzdem sofort wohl. Jedes Zimmer ist mit einem Wasserkocher, Fernseher und Fön ausgestattet und der Kühlschrank in der Küche kann mitbenutzt werden. Pro Person und Nacht werden 275 Rand verlangt, bei Barzahlung 250 Rand. Der Inhaber Andreas kommt auch gerade und lädt uns zu einem Willkommensdrink ein. Gis hat immer noch starken Husten, er bekommt einen Tee, ich einen Amarula und Inge und Christian ein Bier. Bei dieser Gelegenheit erzählt er uns, was man alles unternehmen kann. St. Lucia ist sicher, d.h. man kann abends ohne Auto zum Essen gehen, und es besteht auch keine Malariagefahr. Anschließend ziehen wir uns erst mal auf unser Zimmer zurück. Wir packen unsere Sachen aus und studieren die Prospekte. Christian hat wie immer Hunger und macht ein paar Scheiben Toast fertig. Der restliche Nudelsalat vom Vortag kommt auch auf den Tisch. Als alles fertig ist, erscheint Gis. Inge hat keinen Hunger, isst aber ein Viertel von der unterwegs gekauften Ananas, die recht saftig und süß ist. Gemeinsam besprechen wir, die Planung für die nächsten Tage. Danach gehen wir in den Aufenthaltsraum und spielen Mad und Romme bis kurz vor 21:00 h. Christian schaut noch fern und ich schreibe mal wieder am RB.
Gefahrene Kilometer: 480
ÜN: Bhangazi Lodge, St. Lucia
Samstag, 01.09.2007 ST. LUCIA -CAPE VIDAL - ST. LUCIA
Heute ist ausschlafen angesagt, denn Frühstück gibt es erst ab 08:00 h. Um 06:00 h sind wir aber trotzdem schon wach. Ich nutze die Zeit und lese endlich mal wieder in meinem Buch. Später lese ich mir noch meine Aufzeichnungen für Cape Vidal durch. Pünktlich um 08:00 h sitzen wir am Frühstückstisch. Es gibt leckeres Vollkornbrot, Toast, Croissants, Muffins, Cerealien, Wurst, Käse, Marmelade und Eier nach Wunsch. Wir lassen uns noch Handtücher und zwei Schnorchelausrüstungen geben. Bevor wir endgültig nach Cape Vidal fahren, gehen wir zur Post und zu Spar. Gegen 10:00 h passieren wir das Gate zum Greater St. Lucia Wetland Park. Es ist anscheinend schon zu heiß (26° C sollen es werden, gestern waren es 30 ° C), denn an Tieren sehen wir kaum etwas: Warzenschweine, Buschböcke, Zebras, je einen einsamen Büffel und Gnu in weiter Entfernung, und zwei Sekretäre. Den Abstecher nach Mission Rocks nehmen wir mit. Viele Angler sind vor Ort. Der Wind weht ganz schön kräftig. Auf dem Weg zur Hauptroute sehen wir einen Mistkäfer, der „eine ruhige Kugel“ schiebt. In Cape Vidal angekommen, werden wir auf den hinteren Parkplatz geleitet, da der vordere schon gut belegt ist. Inge ist das ein bisschen komisch, aber ich versuche mir nicht unnötig Gedanken zu machen. Wie sich später herausstellt, ist auch alles ok. Christian und ich spazieren ein bisschen am Strand entlang und gehen mit den Füssen ins Wasser. Fürs Schnorcheln ist uns das Wasser zu kalt und der Wind weht zu stark, da friert man gleich beim Rauskommen. Die Ebbe hat ihren Höhepunkt um 12:00 h, wir sind schon eine Stunde früher da. Aber auch so genießen wir den Aufenthalt am Meer. Gegen 13:00 h treten wir den Heimweg über die Looproad an. Die Pflanzen gedeihen sehr üppig. An mehreren Stellen kann man einen Blick auf den Bhangazi See werfen. Die Looproad (gravel) ist 18 km lang und sehr mit Schlaglöchern gespickt. Interessant ist es an einer Stelle: rechts des Weges ist saftiges Grün, links bräunliche Savanne mit gelben Blumen. Gegen 14:00 h sind wir zurück in unserem Guesthouse und essen Toast. Als Nachtisch gibt es die kleinen Ananas. Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben, trennen sich unsere Wege: Inge geht in den Ort bummeln, wir fahren an den Strand. Gis geht gleich wieder zum Auto, ihm ist es zu windig. Christian und ich gehen noch mal mit den Füßen ins Wasser. Hätte Christian nicht einen schnellen Spurt eingelegt, wäre unsere Tasche mit den Badehandtüchern von der Welle mitgerissen worden. Wir fahren weiter zur Mündung vom Fluss ins Meer, aber der Zugang ist nicht gut, so dass wir über die Mc Kenzie Street zur anderen Seite fahren, wo man besser ran kommt. Man soll hier gut die Krokodile und Flusspferde beobachten können, wir sehen weder die einen noch die anderen. Zurück in der „Stadt“ holen wir das erste Mal 2.000 Rand mit EC-Karte vom Automaten ab. Bei Spar erstehen wir noch eine Flasche Rotwein für Inge. Gegen 16:40 h sind wir wieder daheim, Inge ist auch schon da. Christian schaut fern, ich lese meine Aufzeichnungen bezüglich des Hluhluwe-Imfolozi NP. Leider haben es die Mücken auf mich abgesehen, so dass ich trotz Mückenspray (Füße, aber nicht den Rücken eingeschmiert) reingehe. Ich dusche gleich und lese anschließend weiter. Um 18:00 h gehen wir zu Fuß in den Ort, wo wir im Quarterdeck essen. Christian hat eine Mixplatte, Gis einen Salat nach Cajun-Art, Inge ein 160 g-Steak und ich einen Chickenburger. Das Fleisch ist super zart. Für die Essen und 6 Getränke zahlen wir mit Trinkgeld 280,00 Rand. Im Ort treffen wir unseren Host Andreas und bitten ihn, uns für morgen eine Frühstücksbox bereitzustellen. Er ist nicht begeistert, dass wir damit so spät ankommen, sagt es uns aber noch zu. Auch fragt er, ob wir Ferngläser haben. Die Karte für den Hluhluwe Park hatte ich mir nachmittags schon von seiner Frau Wimpie ausgeliehen. Gegen 20:00 h sind wir wieder in unserer Unterkunft. Ich spiele wieder Fotos vom Speicherchip auf den Laptop, die wir uns zu dritt – ohne Inge, die sich schon hingelegt hat- ansehen. Danach überspiele ich die bisherigen Fotos sicherheitshalber auf DVD. Wie ich schon vermutet hatte, hat der Fotoapparat immer zwei Fotos auf einmal gemacht. Gis ändert wieder die Einstellung. Bevor ich ins Bett gehe, schreibe ich wie immer an meinem RB .
Gefahrene Kilometer: 106
ÜN: Bhangazi Lodge, St. Lucia
So, eine Woche ist rum, hier ende ich mal für heute. Hoffe, ihr kommt überhaupt bis hierhin 😉
Bevor es endlich losgeht, seid gewarnt, ich schreibe recht ausführlich.
Freitag, 24.08.2007 Berlin - München - Johannesburg
Heute ist es soweit: Nachdem wir die Flüge etc im Dezember 2006 gebucht haben, geht es endlich los! Um 16:15 h tragen wir das Gepäck nach unten. Der Taxifahrer ist –obwohl für 16:30 h bestellt- schon um 16.20 h da. Wir wohnen nicht weit vom Flughafen, so dass wir kurz nach 16:30 h bereits dort sind. Es dauert fast bis 17:00 h, bis wir die Koffer und unsere Kühlbox loswerden. Um 17:25 h ist Boarding. Wir sitzen ziemlich weit hinten, die Maschine ist fast voll. Der Flug verläuft ruhig und landet pünktlich. Um 19:00 h verlassen wir ziemlich als letztes den Flieger. Wir müssen zum H-Bereich wechseln. Bevor wir durch die Passkontrolle gehen, sehen wir Inge bei der Sicherheitskontrolle. Das klappt ja prima. Im H-Bereich gibt es zwar Zeitungen umsonst, jedoch keinen Tee bzw. Kaffee wie im Bereich (war es G?), wo wir ankamen. Wir besorgen uns eine Cola Light für 1,75 €, 2 Bier, eine Sportbild und Gis isst ein Lachsbrötchen. Wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen und lesen, ich mache Sudoku und hole dann mein Laptop raus. Gegen 21.25 h gehen wir zum Boarden. Wir haben unsere reservierten Plätze, ziemlich weit im vorderen Flugzeug. Gis sichert uns eine Viererbank weiter hinten Flugzeug, die zweite Bank nach der, die für Eltern mit Babys bzw. Kleinkindern vorgesehen ist. So können wir es uns in der Nacht schön bequem machen. Um 21:55 h sollen wir starten, aber abheben tut der Flieger erst um 22:20 h. Nach ca. einer halben Stunde erhalten wir die ersten Getränke und kurz vor 23.00 h gibt es Essen: Chicken oder Beef – wie üblich. Während alle anderen Beef nehmen, entscheide ich mich für Chicke – die falsche Wahl, fad und die Haut ist fettig. Aber das Stück Schokokuchen mit Beeren ist super lecker. Um 0:00 h tauscht Christian mit Gis widerwillig den Platz, und ich versuche zu schlafen. Zwischen 01.30 und 2.45 h bin ich sicher, dass ich eingenickt bin, aber sonst habe ich das Gefühl, dass ich wach liege. Um 05:00 h tauscht Gis mit mir den Platz und ich mache es mir für eine ¾ Stunde auf der Zweierbank bequem. Der Vordermann schnarcht extrem. Dann tauschen wir wieder. Die Viererbank ist vom Platz im Flieger nicht optimal: man hört die Toilettenspülung und die Kinder vor uns sind unruhig. Aber Hauptsache lang machen.
Samstag, 25.08.2007 JOHANNESBURG- GRASKOP
Gegen 6.45 h gibt es Frühstück: Ei, Croissant und Joghurt. Um 8:26 h landen wir in Johannesburg. Die Passkontrolle haben wir schnell hinter uns, auch mit dem Gepäck klappt alles reibungslos. Unsere Kofferkulis werden uns von Schwarzen abgenommen, die uns zu AVIS führen und natürlich ein Trinkgeld haben wollen. Direkt neben AVIS können wir wechseln: Inge tauscht 1.000,00 € um. Nach kurzer Wartezeit sind wir bei der Autovermietung an der Reihe. Die Angestellte gibt uns die Qual zwischen einem Honda Accent und einem Mercedes. Christian ist von letzterem Feuer und Flamme. Wir wollen uns bei beiden den Kofferraum ansehen, bevor wir uns entscheiden. Aber für den Benz hat sie keinen Schlüssel dabei und als wir im Office zurück sind, heißt es, der Mercedes steht doch nicht zur Verfügung. Christian ist enttäuscht. Mir hätte der Wagen auch gut gefallen, aber für mich war das wichtigste Entscheidungskriterium der Kofferraum. Mit Müh und Not bekommen wir bis auf die Kühltasche alle Gepäckstücke im Kofferraum unter. Ich gehe noch mal zum Office zurück, um nach dem Reserveschlüssel und einer Straßenkarte zu fragen. Es gibt keine Ersatzschlüssel und erst auf Nachfragen reicht sie einen Straßenatlas rüber. Um 10:00 h starten wir endlich. Bevor wir auf die R 21 S kommen verfahren wir uns zweimal: Einmal bei der Ausfahrt aus dem Flughafen, weil die Beschilderung so unklar war und bei der Überfahrt von der R 21 auf die N 12, da ich mir einen Routenplan ausgedruckt habe, auf dem stand, wir müssen die Ausfahrt 429 b benutzen, die es gar nicht gibt. Aber dann sind wir endlich richtig und auf geht es nach Middelburg, wo wir einkaufen. Inge bleibt im Auto. Bei Shoprite wollen wir uns Insektenspray, Getränke und etwas zum Mittagessen kaufen. Das Geschäft ist proppenvoll mit Schwarzen. Ich frage eine Frau, ob es hier immer so voll ist, aber sie verneint. Heute ist wohl für viele Zahltag. Zum Essen entscheiden wir uns für eine Art Pizzabrötchen wie wir es schon so ähnlich aus den USA kennen. Auf dem Parkplatz stärken wir uns erstmal. Wir entscheiden gemeinsam, ins 10 km entfernte Botshabelo zu fahren, da wir gut in der Zeit liegen. Von der Straße liegt das Museumsdorf ca. 5 km entfernt, die wir auf einer Gravelroad zurücklegen. Der Eintritt kostet pro Person 25 Rand. Eine ¾ Stunde verbringen wir, uns die Häuser anzuschauen. Die Umgebung sieht nett aus, ein kleiner Wasserlauf und es ist recht grün. Gegen 14:00 h fahren wir weiter. An den zwei Mautstationen auf der N 4 zahlen wir einmal 31 Rand und einmal 46 Rand. Es ist sehr diesig, wobei wir nicht wissen, ob es durch Verbrennung kommt oder einfach vom Wetter her so ist. Der Weg zieht sich, bis wir auf die R 36 abfahren. Die vorher gut ausgebaute Straße wird merklich schlechter – Schlaglöcher zieren den Weg. In Lydenburg tanken wir sicherheitshalber. Teilweise kommt die Sonne sogar hervor. Aber der Long Tom Pass ist leider in dichten Nebel versunken. Wie die anderen machen wir neben dem Abblendlicht die Warnblinkanlage an, was noch besser zu sehen ist. Ich hatte schon oft über die hohe Unfallgefahr in SA gelesen, aber das wir gleich am ersten Tag Unfallzeuge werden, damit hatte ich nicht gerechnet: Zwei Autos vor uns fährt ein Lkw mit Männern auf der Ladefläche den Pass hinauf und anscheinend drückt der Anhänger beim Bremsen zu sehr nach, so dass der Lkw umkippt. Glücklicherweise scheint weder den Männern auf der Ladefläche noch denen im Fahrerhaus etwas Ernstes passiert zu sein. Ein Insasse aus dem vordersten Pkw hat ein Handy dabei, mit dem er Hilfe ruft. Nach kurzem Überlegen fahren wir weiter, einerseits können wir eh nicht helfen, andererseits haben wir Angst, dass uns hinten jemand ins Auto fährt, da die Sicht so schlecht ist.
Die letzten Kilometer über Sabie nach Graskop ziehen sich wieder hin, und es wird langsam dunkel. Ca. gegen 17:50 h erblickt Christian am Ortseingang gleich die Summit Lodge. Wir haben die Rundhütten 9 und 11. Sie sind im entsprechenden Stil eingerichtet, das Bad ist winzig, und es ist eiskalt. Inge zieht sich zurück, der Unfall hat sie anscheinend sehr mitgenommen. Wir anderen gehen im dazugehörigen Restaurant essen. Schon um 19:30 h liegen Christian und ich frisch geduscht im Bett, die lange Anreise fordert ihren Tribut.
Gefahrene Kilometer: 435
ÜN: Summit Lodge, Graskop
Sonntag, 26.08.2007 PANORAMAROUTE
Nachts um 3:00 h sind Christian und ich zeitgleich wach. Wir sind schon fast munter, können aber überraschenderweise schnell wieder einschlafen. Um 06:00 h klingelt unser Wecker und nachdem wir uns frisch gemacht haben, schreibe ich meinen Reisebericht. Gegen 7:15 h gehen wir zum Frühstück. Wir haben die Wahl zwischen Englischen und Kontinentalen Frühstück. Kurz nach 8.30 h fahren wir zu Spar und frischen unsere Vorräte auf. Es nieselt, und man sieht stellenweise vor lauter Nebel kaum 20 m weit. Das sind ja schöne Aussichten für den heutigen Tag! Unser erster Halt am God´s Window lässt uns nur den Ausblick erahnen. Der kurze Weg zum Aussichtspunkt überrascht uns, wie artenreich die Pflanzenwelt hier ist. Wir fahren weiter, auch der Blick ins Lowveld ist noch stark beeinträchtigt durch den dichten Nebel. Bei den Bourkes Potholes haben wir dann etwas mehr Glück: Der Himmel ist bewölkt, aber das tut der Schönheit der Potholes keinen Abbruch. Wir spazieren gemütlich den Weg entlang. Von zwei Brücken kann man einen Blick direkt in die Tiefe werfen. Zu Anfang sind kaum Besucher da, aber als die Busse ankommen, ist es mit der Ruhe vorbei. Am Parkplatz sind zahlreiche Souvenirgeschäfte aufgebaut, und es wird auch eine kleine musikalische Vorführung geboten. Wir filmen bzw. fotografieren die Akteure. Nachdem ich den Anfang gemacht habe und eine kleine Spende in den Sammeltopf geschmissen habe, folgen die anderen Zuschauer meinem Beispiel. Bevor wir zum Lowveld Viewpoint weiterfahren, stärken wir uns mit Toast und Kaffee an einem der Picknicktische. Am Aussichtspunkt machen wir ein paar Fotos, denn der Nebel lichtet sich stellenweise. Die Three Rondaveels sind der letzte Stopp, bevor wir wieder in Richtung Graskop zurückfahren. Langsam reißt die dichte Wolkendecke auf und ab und zu kommt für einen kurzen Moment die Sonne hervor. Unten im Canyon kann man recht gut den Blydepoort Dam erkennen, uns gefällt es hier sehr. Auf dem Rückweg bahnt sich die Sonne immer mehr ihren Weg, was natürlich unsere Laune noch mehr steigert. Die ca. 2 km lange Abzweigung zu den Berlin Wasserfällen lassen wir uns jetzt auch nicht entgehen. 45 m stürzt das Wasser in die Tiefe. Am Parkplatz stehen wieder viele Souvenirhändler, und Inge schaut, ob sie ein Schnäppchen machen kann. Christian und ich wollen auch sehen, ob wir ein Mitbringsel erstehen können und werden fündig: eine kleine Schildkröte aus Stein und ein Eule für 15 Rand, da kann man nicht mehr handeln bei den Preisen. – Anmerkung: Wer hier vorbei kommt, sollte sich mit SOuvenirs eindecken, so günstig wie hier haben wir es nirgendwo mehr gesehen- Wir fahren wieder die Schleife über Wonderview – nur kurzer Halt – und zum God´s Window, diesmal ist der Blick wesentlich besser, wenn auch noch nicht perfekt. Aber es sind auch viel mehr Menschen unterwegs. An der Pinnacle, einer ca. 30 m hohen freistehenden Felsnadel, halten wir auch noch. Lohnt sich unserer Meinung nach. In der Tiefe sieht man auch wieder den Fluss. Da es schon kurz vor drei ist, nutzen wir den Halt und stärken uns noch mal. Unser letztes Ziel für heute ist Pilgrim`s Rest, die Fahrt dort hin ist ein stetiges auf und ab. Der Ort selbst ist zumindest für uns nicht lohnenswert. Kurz vor 16.30 h sind wir wieder in der Summit Lodge. Nachdem ich die Anlage fotografiert habe, fahren Christian und ich noch mal zu Spar, Getränke kaufen und tanken. Zurück in der Lodge packt Christian die Sachen etwas zusammen, und ich schreibe am RB. Später kommen Gis und Inge rüber, und wir schauen uns die Fotos an, die ich vom Chip aufs Laptop gespielt habe.
Gegen 18:00 h fahren wir zur Harries Pancake Bar, welche aber leider schon geschlossen hat. Auch bei der anderen Empfehlung aus dem Reiseführer, das Southern Breeze bei der Mogodi Lodge, haben wir keinen Erfolg. Das Restaurant auf dem Gelände heißt anders, entweder ist es umbenannt worden oder das Southern Breeze liegt nicht direkt auf dem Areal der Lodge. Schließlich gehen wir wieder bei uns im Restaurant essen. Das Vorhaben, noch Karten zu spielen, geben wir auf, da die Beleuchtung in den Zimmern zu schlecht ist. So verabschieden wir uns um 19:30 h, und jeder geht in seine Hütte.
Frisch geduscht schreibe ich wieder am Reisebericht weiter und lese dann noch.
Gefahrene Kilometer: 172
ÜN: Summit Lodge, Graskop
Montag, 27.08.2007 GRASKOP – ELEPHANT PLAINS LODGE
Wir haben uns für 6:00 h den Wecker gestellt, wachen jedoch schon kurz vorher auf. Als die restlichen Sachen gepackt sind, gehen wir kurz vor 07:00 h zum Frühstück. Um 07:40 h sind wir startbereit und brechen zur Elephant Plains Lodge auf. Wir kommen gut durch, der Weg ist ab Acornhoek zweifelsfrei ausgeschildert. Kurz nach 10:00 h sind wir am Gowrie Gate, wo wir 70,00 Rand „Eintritt“ für das Auto zahlen müssen. Der Wächter bleibt solange am Auto stehen, bis Christian noch 10,00 Rand Tip hervorgekramt hat. Gleich hinterm Eingang müssen wir uns rechts halten und eine ganze Weile am Zaun lang fahren. 8,1 km sind es bis zur Lodge. Die ersten Tiere, die wir sehen, sind einige Impalas. Kurz darauf folgen ein paar Zebras. Bis auf ein paar Vögel, u. a. den Yellowbilled hornbill, sehen wir keine weiteren Tiere. Das enttäuscht mich etwas, denn als wir vor zwei Jahren zur Mittagszeit in den Etoshapark gefahren sind, haben wir viele Tiere und als Krönung sogar ein Löwenpärchen gesehen
(Bericht --> www.namibia-forum.ch/index.php?option=com_fireboard&Itemid=80&func=view&id=30563&catid=10
, hoffe, es funktioniert)
Als wir um 10:45 h die Lodge erreichen, können wir noch nicht auf unser Zimmer, denn Check-in ist erst um 13:00 h. Wir setzen uns mit einem Kaffee bzw. ich mit einem Guavesaft auf die Terrasse. Es weht ein ständiger, aber nicht unangenehmer Wind. Ein von uns nicht näher identifiziertes Tier (Antilopenart) kam recht nah an die Terrasse heran und blieb dort mehrere Stunden. Danach gehen wir in die Bar, da wir eine Runde Romme spielen wollen. Wir haben gerade unsere weitere Getränkebestellung aufgegeben, da heißt es, dass unsere Zimmer fertig sind. Wir trinken in Ruhe aus und dann lassen wir uns unsere Zimmer (wir Nr. 3, Gis und Inge Nr. 4) zeigen. Zuerst bin ich etwas enttäuscht, als ich sehe, dass das Waschbecken mitten im Zimmer ist, aber dann bemerke ich, dass im eigentlichen Bad neben Dusche und Badewanne noch ein Waschbecken ist. Unser Bett hat einen Baldachin. Es werden Bademäntel bereitgestellt und ein Wasserkocher und ein kleiner Kühlschrank sind auch vorhanden. Christian und ich haben das größere Zimmer, da das Bad in einer Art viereckigen Anbau unterbracht ist. Vor unserer Hütte blüht ein großer Jacarandabaum – ein herrlicher Anblick. Neben dem Swimmingpool am Haupthaus ist auch in unserer Nähe ein Pooldeck. Hier lässt es sich leben. Während Gis und Inge sich ausruhen, setzen Christian und ich uns draußen unter die Überdachung und genießen einen Cappuccino. Zu uns gesellen sich –wie es sich herausstellt- drei ältere Herrschaften aus GB. Eine von den beiden Damen fragt uns, ob wir zufrieden sind, was wir nur bestätigen können. Die drei sind enttäuscht, Elephant Plains entspricht nicht ihren Erwartungen. Wir können das nicht ganz nachvollziehen, alles was sich herausstellt, ist, dass sie ursprünglich zu Chitwa Chitwa wollten, das aber bereits ausgebucht war. Angeblich soll es nur ein Drittel von EP kosten. Um 14:00 h ist Lunch angesagt. Es gibt Lasagne, Seafood Paella, verschiedene frische Salate und als Nachspeise Obstsalat und Karamelkuchen. Als ich den Kuchen bei Inge probiere, stelle ich fest, dass er nicht so süß ist, wie ich vermutet habe. Insgesamt ist das Essen sehr lecker, auch wenn ich die Rosinen im Karottensalat nicht mag. Nach dem Essen kurz frisch gemacht und umgezogen, denn um 15:30 h startet der erste Game Drive. Auf den um 15:15 h angebotenen Tee, Kaffee und Saft verzichten wir, wollen wir es doch nicht riskieren, unterwegs auf Toilette zu müssen. Der Jeep hat neun Plätze (ohne Beifahrer), die auch alle besetzt sind: 3 Franzosen, ein junges Pärchen aus Johannesburg, was seit sechs Jahren in London lebt und wir vier. Der Game Drive beginnt wieder mit Impalas, daneben auch Wasserböcken. Christian erspäht eine Giraffe. Nach einer ganzen Zeit treffen wir auf eine Gruppe Hyänen mit ihren vier Monate alten Jungen. Viel später versucht unser Ranger, an einen Leoparden heranzukommen. Aber von unserer Seite können wir nur den Schwanz erspähen. Also fahren wir auf die andere Seite herüber. Bei der Durchquerung eines Grabens setzt der Wagen auf, und wir müssen alle aussteigen. Es dauert ca. 5-10 Minuten, bis der Tracker Prince den Jeep hochgebockt und Steine gesammelt hat. Dann geht es weiter. Nur leider kommen wir trotzdem nicht an den Leoparden heran. Gegen 17:45 h stellen wir uns auf einen geeigneten Platz, an dem wir unseren „Sundowner“ einnehmen können. Nach ca. einer Viertelstunde geht es weiter. Langsam wird es recht frisch, wenn der Fahrtwind um die Nase weht, aber auf die bereitgelegten Decken verzichten wir. Ein Highlight hat der Gamedrive noch für uns parat: ein relativ junger männlicher Löwe auf einem kleinen Termitenhügel. Unser Tracker beleuchtet ihn, damit uns gute Fotoaufnahmen gelingen. Wenig später treffen wir sogar noch auf einen weiteren, älteren Löwen. Gegen 19:15 h sind wir zurück in der Lodge. Ich bin zwar nicht direkt enttäuscht, aber ich hatte doch eine größere Ausbeute erwartet. Um 19:45 h wird in der Boma das Abendessen serviert: als Vorspeise gibt es irgendwas mit Tunfisch, als Hauptspeise Hühnchenflügel, Rindfleisch, grüne Bohnen und Kartoffel und frischen Salat, als Nachtisch Schokoladenkuchen mit Eis. Um 21:15 h sind wir zurück in unserer Hütte.
Gefahrene Kilometer: 138 km
ÜN: Elephant Plain Lodge
Dienstag, 28.08.2007 ELEPHANT PLAINS
Für kurz nach fünf haben wir uns den Wecker gestellt, da uns das offizielle Wecken um 5:30 h zu spät ist. Ich habe Angst, zu verschlafen und bin schon kurz vor fünf wach. Wir trinken auf unserem Zimmer noch einen Kaffee bzw. Tee, im Frühstücksraum wird ebenfalls Tee und Kaffee bereitgestellt sowie „rusk“, etwas zwiebackartiges. Um 06:00 h startet unser Drive. Gis kommt leider nicht mit, da er erkältet ist und nicht riskieren will, dass es ihn noch heftiger erwischt. Wieder liegen Decken bereit, als besonderen Service werden sogar Wärmflaschen gestellt. So eingemummelt kann es losgehen. Der Anfang ist schon mal viel versprechend: am Wegesrand liegt ein Breitmaulnashorn. Nach einer weiteren Weile, in der wir natürlich Impalas, Kudus und auch Giraffen gesehen haben, treffen wir auf Elefanten, die neben uns im Busch fressen. Auch hier wird ein ausgiebiger Stopp zum Fotografieren eingelegt. An einem Wasserloch trinken wir Kaffee bzw. Tee. Gegen 09:15 h sind wir zurück und gehen gleich zum Frühstück. Gis ist auch auf. Er hat sich in der Zwischenzeit auf dem Lodgegelände umgesehen. Wie vereinbart, treffen wir uns um 10:15 h mit Prince zum Bushwalk. Er erläutert uns, dass wir hintereinander zu gehen und uns möglichst leise verhalten. Er erklärt uns einige interessante Dinge, zum Beispiel das Giraffenschei… als Mittel gegen Kopfschmerzen verwendet wird oder zeigt uns eine relativ kleine Kuhle, in der sich bei Regen das Wasser sammelt. Diese Kuhle wird im Laufe der Zeit immer größer werden, denn das Warzenschwein beginnt, sich darin herumzusuhlen, dann machen andere Tiere bis zum Nashorn weiter. Besonders spannend wird es, als wir auf eine Horde Büffel treffen, die wir in einem weiten Bogen umlaufen, bzw. die dann die Flucht ergreifen. Nach einer Stunde sind wir wieder an der Lodge. Wir setzen uns unter einer Überdachung am Pool. Leider kann ich meinen Reisebericht hier draußen nicht weiter schreiben, da ich auf dem Bildschirm nichts erkennen kann. Inge kühlt sich im Pool kurz ab, Christian ist es zu kalt, mehr als die Zehenspitzen hält er nicht ins Wasser. Um 14:00 h ist Lunch angesagt. Nur Christian und ich gehen um 15:30 h wieder zum Gamedrive. Dieses Mal sind wir nur zu viert: die ursprünglichen Johannesburger und wir beide. Wenn die anderen gewusst hätten, was sie verpassen! Relativ schnell treffen wir wieder auf ein Breitmaulnashorn, diesmal sogar auf den Beinen, nicht liegend. Ein paar Meter weiter ist eine Elefantenkuh mit zwei Jungen am Wasserloch. Im gleichen Wasserloch liegt ein Flusspferd. Morne macht uns darauf aufmerksam, dass sich auf dem Hinterteil des Flusspferdes eine Schildkröte sonnt. Mit dem Fernglas ist das gut zu erkennen, leider aber nicht auf Foto festzuhalten, dafür ist es dann doch zu weit entfernt. An einem anderen Wasserloch zählen wir sieben Flusspferde – anfänglich war nur eins zu sehen. Wir schauen auch wieder bei den Tüpfelhyänen vorbei. Es liegen nur die vier Jungen da, die alten sind auf der Jagd. Wir können gut beobachten, welch kräftige Kauleiste schon die Kleinsten haben. Nachdem wir auch noch auf eine riesige Büffelherde gestoßen sind, sind wir mehr als zufrieden mit der Ausbeute, aber es soll noch besser kommen: Nach dem Sundowner entdeckt Prince im dichten Buschwerk einen Löwen. Morne fährt sofort querfeldein. Doch was hat der Löwe vor? Unweit auf einem Baum liegt ein männlicher Leopard mit einem Riss, wahrscheinlich einem Impala. Morne erklärt uns, dass der Löwe den Leopard töten will, damit er einen Rivalen um Beute weniger hat. Wir beobachten tatsächlich, wie der Löwe versucht, auf den Baum zu klettern. Der Leo verzieht sich gleich höher ins Astwerk, woraufhin es verdächtig laut knirscht. Aber der Ast bricht nicht ab. Wir erfahren, dass Löwen keine Schwierigkeiten haben, einen Baum hinauf zu klettern, aber hinunter kommen ist das Problem. Der Leo ist wohl bekannt dafür, dass er anderen Leos den Riss klaut. Wir bleiben bestimmt eine halbe Stunde und sehen zu, wie der Löwe zwei, drei Anläufe nimmt, auf den Baum zu klettern, es dann aber sein lässt. In der Zwischenzeit kommen noch zwei andere Jeeps (es ist üblich, dass nicht mehr als drei Wagen an einem Sighting stehen) hinzu, die per Funk verständigt worden sind. Es ist hoch spannend, aber irgendwann fahren wir doch weiter. Um 18:45 h sind wir diesmal zurück, trinken den angebotenen Kirschlikör und erzählen Inge und Gis, was sie versäumt haben. Um 19:30 h gehen wir für einen Drink auf die Bar und bis auf Christians Bier hat jeder mit seiner Bestellung was auszusetzen: Inge bekommt Weiss-statt Rotwein, in Gis Fruchtsaft ist Eis drin, obwohl er ohne bestellt hat und in meinem Amarula schwimmt auf dem Grund Satz. Ich erhalte anstandslos einen neuen, Inge trinkt trotzdem den Weisswein und Pa lässt sich das Eis rausmachen. Um 19:45 h wird zum Essen getrommelt. Als Vorspeise gibt es Kartoffelsuppe, zum Hauptgericht hat man die Wahl zwischen Lamm und Fisch und als Nachspeise wird so was ähnliches wie Nusskuchen mit warmer Vanillesauce serviert. Wer will, kann zum Abschluss noch Marsh Mallows ins Feuer halten. Christian versucht sich darin, hält sie aber zu lange in die Flamme, so dass es fast wie Presskohle aussieht. Ich spreche die drei Engländer an, ob sie sich inzwischen arrangiert haben und erfahre, dass sie nun sehr zufrieden sind, da sie die Zimmer gewechselt haben und nun in den Suiten untergebracht sind. Der Mann hat sogar die Honeymoonsuite erhalten. Als ich das Gis übersetze, meint er, ob dieser nicht zu spät dafür dran sei und hat die Lacher auf seiner Seite. Dieser flüstert ihm dafür zum Abschied ins Ohr, dass Gis doch nur neidisch ist. Ein lustiger Abend. Kurz nach neun sind wir wieder auf unserem Zimmer, und ich lese noch bis um 22:00 h.
Selbst gefahrene Kilometer: 0
ÜN: Elephant Plain Lodge
Mittwoch, 29.08.2007 ELEPHANT PLAINS- SATARA (KRUGER PARK)
Wie am Vortag klingelt unser Wecker um kurz nach fünf. Pünktlich um sechs sind wir am Jeep, die Johannesburger sind auch schon da. Wir fahren sofort los. Heute kommt es uns noch einen Tick kühler als gestern vor, vielleicht liegt es daran, dass einige Wolken am Himmel sind. Als erstes fahren wir nachsehen, ob der Leo noch auf dem Baum liegt – und er ist noch drauf. Unten liegt der Löwe im Gras. Wir sind nicht die ersten, die sehen wollen, wie es dem Leo erging, es stehen noch zwei andere Jeeps da. Als diese abgefahren sind, stellen wir uns noch etwas näher ran. Der Löwe ist inzwischen im Busch verschwunden, als eine Hyäne ankommt. Da sich nichts aufregendes tut, außer dass der Leo Schwierigkeiten hat, seinen Riss festzuhalten, fahren wir weiter. Wir sehen wieder Wasserböcke, Buschböcke, eine Herde Giraffen – darunter eine mit einem ½ Schwanz-, und eine Herde Büffel, als Morne die Mitteilung bekommt, dass andere auf eine Leopardin mit zwei Jungen gestoßen sind. Diese wurden auch schon am Vortag gesichtet, da war es aber kurz vor Sonnenuntergang und wir wären nicht mehr im Tageslicht dorthin gekommen. Nun heute ein neuer Versuch: es stehen schon zwei Jeeps da, ein dritter passt nicht mehr auf den Weg, so warten wir, In der Zwischenzeit gesellt sich ein weiterer Jeep zu uns. Als wir endlich „an der Reihe“ sind, liegt ein Junges auf dem Termitenhügel. Halb dahinter liegt die „Oma“, die Mutter ist auf der Jagd. Die Ranger vermuten, dass die Alte die Jungen töten will, und wir sehen tatsächlich einen Angriffsversuch von ihr. Das Kleine ist mit einem Satz auf den Beinen und faucht zurück. Die Alte verlässt den Termitenhügel und geht fort. Laut Morne scheint sie erkannt zu haben, dass es ihr Enkelkind ist, denn sie hat den Termitenhügel markiert, als ob sie ihrer Tochter sagen möchte „ich war da und habe auf die Jungen aufgepasst“. Morne bestätigt, was ich gedacht habe, dass die Alte auf einem Auge blind ist. Anschließend, es ist 7:45 h machen wir unserer Kaffeepause. Später fahren wir noch auf der Rückseite unseres Camps lang, wo wir am Wasserloch auf eine große Horde Büffel treffen. Um 09:00 h sind wir diesmal zurück. Gis und Inge warten schon im Frühstücksraum auf uns. Danach werden die letzten Sachen gepackt, kurze Hosen angezogen und ausgecheckt. In die Umschläge für das Personal, für Morne und Prince geben wir unser Tip. Morne überreiche ich den Umschlag persönlich, da er an der Rezeption steht, als wir unsere Getränkerechnung bezahlen. Insgesamt zahlen wir 311 Rand, darin enthalten sind aber auch 50,00 Rand fürs Wäschewaschen und 2 Postkarten sowie Porto für eine Karte. Nach 20 minütiger Fahrt erreichen wir um 10:45 h das Gowrie – Gate. Nach weiteren 1,5 h Schotterpiste sind wir am Orpen Gate, dem Eingang zum Krüger Nationalpark. Kurz zuvor hat Gis schon einen Elefanten, der am Zaun lang lief, entdeckt. Wir müssen uns im Office anmelden, kaufen eine Telefonkarte und gegenüber im Shop zwei Karten vom Krüger NP. Am Timbavati Rastplatz legen wir um 14:30 h eine halbstündige Pause ein. Die Bilanz bisher ist nicht schlecht: Impalas, Giraffen, Zebras und Elefanten sowie einen Ground hornbill. Der Beobachtungsposten am Picknickplatz beunruhigt Christian, als dieser erzählt, dass er noch nicht einmal eine Waffe habe. Neben vielen Glanzstaren ist auch der Yellowbilled Hornbill zu sehen. Im Schatten liegt sogar ein Buschbock. Nach unserer Stärkung will ich noch zum Piet Grobler Dam, bevor wir uns zurück zur geteerten Hauptstraße begeben. Leider ist der Name kein Programm. Wir sehen jedoch wieder Elefanten, wenn auch schon in einiger Entfernung. Highlights, bevor wir um 16:05 h in Satara eintreffen, sind noch ein Sekretär und ein Strauß. Die Dame an der Rezeption ist nicht besonders freundlich, aber wer weiß, wie viele nervige Touristen sie heute schon hatte. Unsere Hütten liegen leider weit auseinander, Gis und Inge nehmen G 174, was die Küche hat (auf der Terrasse, genauso wie der Kühlschrank), Christian und ich B 35. Die Hütten sind einfach eingerichtet, aber sauber. Es ist allerdings eine Umstellung, nach der doch schönen Hütte von EP. Was mich stört, ist der Geruch, den ich nicht näher beschreiben kann. Während Inge und Gis im Restcamp bleiben, fahren Christian und ich noch mal los, zum nahegelegenen Dam. Wir werden belohnt, direkt am Dam steht am Wegesrand ein ausgewachsener Elefant. Wir verfolgen ihn eine Weile, sehen zum Abschluss noch drei Marabus auf den Bäumen, bevor wir pünktlich um 17:50 h zurück im Camp sind. Wir tanken noch, bevor wir uns zum Einkaufen mit den anderen beiden treffen. Wir verzichten darauf zu grillen und einigen uns auf Toast. Schnell holen wir noch das Insektenspray aus unserem Zimmer und essen dann bei den anderen auf der Terrasse. Wir sprechen den Tagesablauf für morgen ab, bewundern noch den rötlichen Mond, wie schnell er aufsteigt und sehen in der Dunkelheit ein paar Augen glitzern, können aber nicht ausmachen, welches Tier es ist. Um 19:20 h sind wir auf unserem Zimmern, duschen, und ich schreibe noch bis 21:35 h am RB.
Gefahrene Kilometer: 170 km
ÜN: Satara Restcamp, Krüger NP
Donnerstag, 30.08.2007 SATARA – LOWER SABIE
Wieder klingelt der Wecker kurz nach fünf, damit wir Zeit haben, uns in Ruhe fertig zu machen. Um 06:10 h fahren wir zu Inge und Gis rüber. Christian trinkt dort noch einen Kaffee und um 06:40 h verlassen wir das Satara Camp. Wir nehmen die S 100 und werden nach einer Weile mit einer Gruppe Elefanten belohnt. Ansonsten sind die üblichen zu sehen: Impalas, Giraffen, Zebras, Gnus und ein Büffel. Gegen 8:45 h sind wir am Nwanetsi Rastplatz, wo wir frühstücken. Ich wundere mich, dass nur ein weiteres Pärchen vor Ort ist, das ändert sich jedoch schnell. Wir staunen, was die anderen zum Frühstück verspeisen. Fast alle haben den Grill (kann man für eine halbe Stunde für 13 Rand mieten) angeschmissen und legen Fleisch, Bohnen etc auf. Am Picknickplatz kann man einen kleinen Weg auf eine Anhöhe hinauf gehen, wo man einen schönen Blick auf die Wasserstelle hat. Wir sehen Paviane, darunter auch viele Jungtiere. Krokodile liegen ebenfalls am Ufer. Neben der Aussichtsplattform grast ein Buschbock. Auf der Weiterfahrt übernehme ich mal das Steuer, schließlich soll Christian sich auch mal entspannen. Kurz hinter dem Sweni Viewpoint überqueren wir eine Brücke, von der ich viele rosa Vögel aus sehe. Wir beschließen doch den Sweni Viewpoint anzufahren, der sich als Bird-Hide (über einen langen, sicht geschützten Brettersteg kommt man zu einem Unterstand) herausstellt. Es hat sich gelohnt, dass wir zurückgefahren sind. Neben Krokodilen, Flusspferden und Schildkröten ist eine reichhaltige Vogelwelt vertreten. Die rosa Vögel meinen wir als Nimmersatt identifiziert zu haben. Auch einige Buschböcke kommen zum Trinken. Weiter geht es über die S 37, auf der wir eine Gabelracke erspähen, zur H 1-3. Am Picknickplatz Tshokwane legen wir eine Toilettenpause ein und dann geht es weiter zum Orpen Dam. Dort hätte es auch Toiletten (Plumpsklo) gegeben. Auch hier hat man eine schöne Sicht auf das Wasser, auch wenn es mir am Sweni Viewpoint wesentlich besser gefallen hat, dort hätte ich Stunden sitzen bleiben können. Auf der H 10 ist ein regelrechter Stau. Es dauert eine Weile, bis wir mitbekommen, das in einem weiter von der Straße entfernten Baum ein Leopard ist. Wir beobachten ihn kurz durch das Fernglas, fahren aber bald weiter, schließlich haben wir in den vergangenen zwei Tagen schon mehrere Leoparden aus kürzerer Distanz gesehen. Eine schöne Stelle ist der Steg über den Sabie River kurz vor dem Lower Sabie Restcamp, an der wir einen kurzen Halt einlegen. Wieder sind Hippos und Krokodile zu beobachten. Um 13:20 h sind wir im Restcamp, welches leider ausgebucht ist, hatten wir doch die winzig kleine Hoffnung, doch noch eine Unterkunft mit Toilette zu erhalten. Inge und Gis nehmen Hut 50, wir die 51. Es ist spartanisch eingerichtet, aber immerhin ist ein Kühlschrank in jedem Zimmer vorhanden. Wir gehen erst mal im Shop einkaufen, da besonders Inge und Christian der Hunger plagt. Wir erstehen neben Toast auch Kartoffel-, Nudel- und einen frischen Salat. Mir schmeckt der Kartoffelsalat, den wir vor unserer Hütte einnehmen, am besten. Der frische Salat hat die Bezeichnung „frisch“ nicht mehr verdient. Während die beiden älteren sich hinlegen, stöbere ich in meinen Reiseaufzeichnungen und trinke einen Cappo. Kurz vor 15:30 h machen Christian und ich noch mal mit Fernglas und Fotoapparat ausgestattet einen Rundgang durchs Camp. Es gibt einige Hütten, die einen wunderbaren Blick auf die Wasserstelle des Sabie Rivers haben. Wir sehen mehrere Elefanten beim Grasen und auch ein paar Flusspferde sind im Wasser zu erkennen. Wir gehen bis zum Restaurant vor und bedauern, dass wir unser Mittagessen nicht am dortigen „Imbiss“ eingenommen haben. Hier hätte man wunderbar die Tiere im und am Wasser beobachten können. Auf dem Rückweg treffen wir Gis und gehen zu zweit kurz zum Swimming Pool, testen, wie kalt das Wasser ist. Wir fragen Inge, ob sie mitkommen will und gehen dann zu dritt zum Pool. Inge und Christian planschen etwas im Wasser, während es mir reicht, die Beine abzukühlen. Um kurz nach fünf fahren wir gemeinsam zum Sunset Dam. Es ist auch eine wunderbare Beobachtungsstelle: unzählige Hippos, Krokodile, Wasservögel. Leider reicht das Licht kaum noch aus, um mit dem Fernglas die Zeichnungen der Vögel zu erkennen. Um 17:45 h sind wir zurück im Camp. Christian lässt sich beim Tanken um 9 Rand beschubsen. Wir gehen am „Imbiss“ essen: Christian nimmt einen Burger, Pa ein Putenschnitzel und Inge und ich eine Gemüselasagne, auf die wir eine halbe Stunde warten müssen, wie uns die Bedienung mitteilt. Davon lassen wir uns jedoch nicht abschrecken. Gis schmeckt das Essen nicht, Christian haut wie immer richtig rein und Inge und ich finden, dass die Lasagne besser gewürzt hätte sein müssen, aber sonst nicht schlecht sei. Gegen 18:45 h sind wir auf dem Zimmer, und ich schreibe wieder meinen RB. Anschließend überlege ich die Planung des nächsten Tages.
Gefahrene Kilometer: 145 km
ÜN: Lower Sabie Restcamp, Krüger NP
Freitag, 31.08.2007 LOWER SABIE – ST. LUCIA
Um 5:15 h werde ich ohne Weckerklingeln wach – die Blase drückt. Christian kommt auch gleich mit, müssen wir doch zu den Waschräumen laufen. Wir sehen, dass nebenan Licht angeht, und so schließt sich Inge noch uns an. In der Gemeinschaftsküche holen wir uns Wasser für unsere Thermoskanne. Vom Fluss kommen laute Geräusche, aber nichts ist zu sehen, vermutlich waren es Affen. Als wir das Camp um 06:20 h verlassen, sehen wir einen Pavian an der Mülltonne rumkramen. Wir fahren noch mal zum nahe gelegenen Sunset Dam. Diesmal ist sogar ein Hippo mit ihrem Jungen an Land. Im Baum sind zwei Schreiseeadler. Ca. 20 min später fahren wir weiter, haben wir doch eine weite Fahrt vor uns. Auch heute werden wir noch einmal von Afrikas Tierwelt verwöhnt: eine Horde Elefanten, mehrere Herden Impalas, Zebras und ein paar Warzenschweine, Giraffen und Kudus säumen den Weg. Das Highlight ist ein Leopard, der uns auf der Straße entgegen kommt und schon von einigen Autos verfolgt wird. An der an der S 28 gelegenen Beobachtungsstelle Ntandanyathi wollen wir frühstücken, jedoch hat jemand das Tor zum Birdhide offen gelassen, so dass Tiere ihre Schei.. hinterlassen haben. Wir verzichten und fahren weiter. Der Aussichtspunkt am Gezantfombi Dam ist geschlossen. Unser Frühstück nehmen wir auf dem Gelände des Crocodile-Bridge Camp ein und um 08:35 h verlassen wir den Krüger NP. Ich übernehme das Steuer und wir fahren über die R 571 zur Grenze Mananga / Border Gate, die wir um 09:40 h erreichen. Eine knappe halbe Stunde nehmen die Grenzformalitäten in Anspruch und das, obwohl kaum einer vor uns ist. Die Grenzer sind aber sehr freundlich. Wir erhalten ungefragt eine Broschüre von Swasiland. Uns fällt auf, dass sowohl hier als auch bei der Ausreise von Swasiland kostenlos Kondome verteilt werden. Die Straßen in Swasiland sind überwiegend gut, bis auf eine kurze Gravelstrecke wegen Bauarbeiten hinter Big Bend. Die Ausschilderung ist bis auf eine fehlende Abzweigung kurz vor Siteki auch anstandslos. Den Grenzübergang Lavumisa / Golela passieren wir sogar, ohne dass wir kontrolliert werden. Uns beschleichen jedoch Zweifel, ob wir nicht beim Heimflug Schwierigkeiten bekommen, wenn der „Departure“- Stempel aus Swaziland und der Einreisestempel nach Südafrika fehlen. Also halten wir auf südafrikanischer Seite doch an und laufen zurück, um uns unsere Stempel geben zu lassen. Um 13:20 h haben wir diese, und wir können beruhigt weiterfahren. In Mhkuze ist vor der Tankstelle ein Informationsbüro, in dem wir kostenlos Kartenmaterial von Kwa-Zulu Natal erhalten. Wir überlegen hin und her, was am besten ist: In Hluhluwe bzw. Umgebung für ein oder zwei Tage übernachten oder durchfahren bis St. Lucia. Letztendlich gibt die Vorstellung, vier Nächte an einem Ort zu bleiben, den Ausschlag für St. Lucia. Bei Wimpys wird der Hunger gestillt: Gegen 14:30 h setzen wir unsere Fahrt fort und erreichen kurz nach 16:00 h St. Lucia. Unterwegs kaufen wir am Straßenrand kleine Ananas, bestimmt so an die acht Stück. Für 10 Rand fast geschenkt. Wir geben der Verkäuferin neben dem Geld noch zwei Kugelschreiber für sie und ihre Tochter, die gerne genommen werden. Ich will mir als erstes die Bhangazi Lodge anschauen, da ich aus anderen Reiseberichten positives gehört habe und mich die Homepage anspricht. Die Inhaberin Wimpie öffnet uns die Tür und zeigt uns bereitwillig die Zimmer. Uns sagt die Unterkunft sofort zu. Gis und Inge nehmen Zimmer Nr. 3, den Leopardenraum, wir haben Nr. 4, den Hippo-Raum. Unser Bad ist kleiner als das von Zimmer Nr. 3, aber wir fühlen uns trotzdem sofort wohl. Jedes Zimmer ist mit einem Wasserkocher, Fernseher und Fön ausgestattet und der Kühlschrank in der Küche kann mitbenutzt werden. Pro Person und Nacht werden 275 Rand verlangt, bei Barzahlung 250 Rand. Der Inhaber Andreas kommt auch gerade und lädt uns zu einem Willkommensdrink ein. Gis hat immer noch starken Husten, er bekommt einen Tee, ich einen Amarula und Inge und Christian ein Bier. Bei dieser Gelegenheit erzählt er uns, was man alles unternehmen kann. St. Lucia ist sicher, d.h. man kann abends ohne Auto zum Essen gehen, und es besteht auch keine Malariagefahr. Anschließend ziehen wir uns erst mal auf unser Zimmer zurück. Wir packen unsere Sachen aus und studieren die Prospekte. Christian hat wie immer Hunger und macht ein paar Scheiben Toast fertig. Der restliche Nudelsalat vom Vortag kommt auch auf den Tisch. Als alles fertig ist, erscheint Gis. Inge hat keinen Hunger, isst aber ein Viertel von der unterwegs gekauften Ananas, die recht saftig und süß ist. Gemeinsam besprechen wir, die Planung für die nächsten Tage. Danach gehen wir in den Aufenthaltsraum und spielen Mad und Romme bis kurz vor 21:00 h. Christian schaut noch fern und ich schreibe mal wieder am RB.
Gefahrene Kilometer: 480
ÜN: Bhangazi Lodge, St. Lucia
Samstag, 01.09.2007 ST. LUCIA -CAPE VIDAL - ST. LUCIA
Heute ist ausschlafen angesagt, denn Frühstück gibt es erst ab 08:00 h. Um 06:00 h sind wir aber trotzdem schon wach. Ich nutze die Zeit und lese endlich mal wieder in meinem Buch. Später lese ich mir noch meine Aufzeichnungen für Cape Vidal durch. Pünktlich um 08:00 h sitzen wir am Frühstückstisch. Es gibt leckeres Vollkornbrot, Toast, Croissants, Muffins, Cerealien, Wurst, Käse, Marmelade und Eier nach Wunsch. Wir lassen uns noch Handtücher und zwei Schnorchelausrüstungen geben. Bevor wir endgültig nach Cape Vidal fahren, gehen wir zur Post und zu Spar. Gegen 10:00 h passieren wir das Gate zum Greater St. Lucia Wetland Park. Es ist anscheinend schon zu heiß (26° C sollen es werden, gestern waren es 30 ° C), denn an Tieren sehen wir kaum etwas: Warzenschweine, Buschböcke, Zebras, je einen einsamen Büffel und Gnu in weiter Entfernung, und zwei Sekretäre. Den Abstecher nach Mission Rocks nehmen wir mit. Viele Angler sind vor Ort. Der Wind weht ganz schön kräftig. Auf dem Weg zur Hauptroute sehen wir einen Mistkäfer, der „eine ruhige Kugel“ schiebt. In Cape Vidal angekommen, werden wir auf den hinteren Parkplatz geleitet, da der vordere schon gut belegt ist. Inge ist das ein bisschen komisch, aber ich versuche mir nicht unnötig Gedanken zu machen. Wie sich später herausstellt, ist auch alles ok. Christian und ich spazieren ein bisschen am Strand entlang und gehen mit den Füssen ins Wasser. Fürs Schnorcheln ist uns das Wasser zu kalt und der Wind weht zu stark, da friert man gleich beim Rauskommen. Die Ebbe hat ihren Höhepunkt um 12:00 h, wir sind schon eine Stunde früher da. Aber auch so genießen wir den Aufenthalt am Meer. Gegen 13:00 h treten wir den Heimweg über die Looproad an. Die Pflanzen gedeihen sehr üppig. An mehreren Stellen kann man einen Blick auf den Bhangazi See werfen. Die Looproad (gravel) ist 18 km lang und sehr mit Schlaglöchern gespickt. Interessant ist es an einer Stelle: rechts des Weges ist saftiges Grün, links bräunliche Savanne mit gelben Blumen. Gegen 14:00 h sind wir zurück in unserem Guesthouse und essen Toast. Als Nachtisch gibt es die kleinen Ananas. Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben, trennen sich unsere Wege: Inge geht in den Ort bummeln, wir fahren an den Strand. Gis geht gleich wieder zum Auto, ihm ist es zu windig. Christian und ich gehen noch mal mit den Füßen ins Wasser. Hätte Christian nicht einen schnellen Spurt eingelegt, wäre unsere Tasche mit den Badehandtüchern von der Welle mitgerissen worden. Wir fahren weiter zur Mündung vom Fluss ins Meer, aber der Zugang ist nicht gut, so dass wir über die Mc Kenzie Street zur anderen Seite fahren, wo man besser ran kommt. Man soll hier gut die Krokodile und Flusspferde beobachten können, wir sehen weder die einen noch die anderen. Zurück in der „Stadt“ holen wir das erste Mal 2.000 Rand mit EC-Karte vom Automaten ab. Bei Spar erstehen wir noch eine Flasche Rotwein für Inge. Gegen 16:40 h sind wir wieder daheim, Inge ist auch schon da. Christian schaut fern, ich lese meine Aufzeichnungen bezüglich des Hluhluwe-Imfolozi NP. Leider haben es die Mücken auf mich abgesehen, so dass ich trotz Mückenspray (Füße, aber nicht den Rücken eingeschmiert) reingehe. Ich dusche gleich und lese anschließend weiter. Um 18:00 h gehen wir zu Fuß in den Ort, wo wir im Quarterdeck essen. Christian hat eine Mixplatte, Gis einen Salat nach Cajun-Art, Inge ein 160 g-Steak und ich einen Chickenburger. Das Fleisch ist super zart. Für die Essen und 6 Getränke zahlen wir mit Trinkgeld 280,00 Rand. Im Ort treffen wir unseren Host Andreas und bitten ihn, uns für morgen eine Frühstücksbox bereitzustellen. Er ist nicht begeistert, dass wir damit so spät ankommen, sagt es uns aber noch zu. Auch fragt er, ob wir Ferngläser haben. Die Karte für den Hluhluwe Park hatte ich mir nachmittags schon von seiner Frau Wimpie ausgeliehen. Gegen 20:00 h sind wir wieder in unserer Unterkunft. Ich spiele wieder Fotos vom Speicherchip auf den Laptop, die wir uns zu dritt – ohne Inge, die sich schon hingelegt hat- ansehen. Danach überspiele ich die bisherigen Fotos sicherheitshalber auf DVD. Wie ich schon vermutet hatte, hat der Fotoapparat immer zwei Fotos auf einmal gemacht. Gis ändert wieder die Einstellung. Bevor ich ins Bett gehe, schreibe ich wie immer an meinem RB .
Gefahrene Kilometer: 106
ÜN: Bhangazi Lodge, St. Lucia
So, eine Woche ist rum, hier ende ich mal für heute. Hoffe, ihr kommt überhaupt bis hierhin 😉