SUSupergroverThemenstarter3 Beiträge · seit 202629. Juni 2026 · #1Hallo zusammen,
ich zwei Wochen starten wir auf unsere erste Namibia (und erste Afrika) -Reise, die knapp drei Wochen dauern wird. Ich bin relativ ambitionierter Läufer und befinde mich gerade mitten in einem Marathontrainingsplan, den ich ungerne drei Wochen komplett pausieren würde. Daher frage ich mich gerade, ob man in Namibia als Tourist überhaupt die Möglichkeit hat, zu trainieren oder ob das die Tierwelt und/oder die Umgebung einfach nicht zulassen.
Unsere Route sieht ungefähr folgende Stopps (jeweils 2 Nächte, in Swakopmund 3 Nächte) vor:
- Witvlei
- Kalahari
- Sesriem
- Swakopmund
- Brandberg
- Etosha Süd
- Etosha Ost
- Waterberg
- Windhoek
Wir übernachten in Lodges der mittleren bis gehoben Kategorie, falls das irgendwie relevant sein sollte.
R5R51592 Beiträge · seit 202429. Juni 2026 · #2Hallo,
Auf deiner Tour kannst du außer im Etosha NP überall rennen gehen.
VG
JP K387 Beiträge · seit 202129. Juni 2026 · #3Ich bin in Namibia noch nicht gelaufen, wird aber locker ok sein.
Es wird ja Winter sein, also vermeintlich kühler als in Deutschland zur jetzigen Zeit sein. Im Süden ja ists kühler, im Norden wirds trotzdem heiss, also eher in den Randstunden laufen. Die Luft wird extrem trocken sein im Vergleich zu Deutschland -> Trinkflasche dabei haben. Nasenspray wg. Vermeidung von Nasenbluten, also Schleimhäute feucht halten, falls Du dazu neigst.
Wo und wohin laufen? Die Wanderwege können auch mal zu einem Querfeldein-Geländelauf werden, Du kennst dann die Strecke nicht, mag auch nicht jeder der sonst nur 40km Asphalt läuft. Andere Möglichkeit sind die C- oder D-Strassen, auf denen Du auch das Auto fährst, da wirst Du wohl am ehesten ein Marathon-Feeling haben, immer geradeaus. Die Pad kann aber auch mal recht grobkörnig sein, das merkst Du evtl. durch den Laufschuh durch. Ausserdem wenn Autos auf der Pad sind: der aufgewirbelte Staub kann sich recht lange in der Luft halten, da durchlaufen stelle ich mir unangenehm vor. Am besten werden wohl Lodges sein, die ein grosses Gelände haben, dort gibt es ausreichend Wege für Autos für Pirschfahrten mit wenig und langsamen Verkehr.
TAtacitus1'125 Beiträge · seit 202229. Juni 2026 · #4Mal ein anderer Blickwinkel.
Ich kann dir keinen (leistungs)sportlichen Rat geben. Ich bin allerdings alt genug, dass mir zu Namibia und Lauftraining spontan der Trainer Cerutty aus den 50/60ern einfällt, der mit großem Erfolg „Kilometer“ durch „Laufwiderstand“ substituiert hat. Er ließ die Mittelstreckler-Legende Herbert James Elliot u. a. Laufgrößen dieser Zeit, nicht auf Sand- oder Hartbahnen sondern barfuß (!) am Strand und tiefen Sandwegen laufen und bis zum Umfallen die Dünen hinauf.
Namibia bietet dafür wohl viele Möglichkeiten, ohne von Autos angestaubt zu werden. Du könntest das auch in die touristische Routine integrieren, z.B. in Sossus, statt 1 x Düne 45 oder eine andere(kürzere 😉 ) im Schritttempo, machst du noch Draufgaben im Lauftempo, während die Familie schon Picknick macht 😎 . Namibia bietet ausreichend Sand und Dünen für derartiges Intensivtraining.
Auch wenn das den physiologischen Anforderungen von Langstrecklern widersprechen mag, könnte das eine Notlösung sein, um den (Trainings 😎 )Effekt von Standardtouren (Autofahren, Pool, Braai, Bier und Sundowner und … ) wenigsten muskulär zu kompensieren, denn diese trainieren nur den Gössermuskel (bitte gxxgeln), wie hier manchmal auch dokumentiert wird.
Wünsche schönen Urlaub mit nur Minimalverlust an Kraft und Ausdauer.
PS „Querfeldein“ oder auf Wegen durch das "veld" zu laufen, anstatt im Schritttempo, bringt in Afrika immer das Risiko mit Schlangen konfrontiert zu sein, weil sie überrascht werden und die Zeit zur Flucht fehlt.
SUSupergroverThemenstarter3 Beiträge · seit 202601. Juli 2026 · #5Danke für eure Antworten. Vielleicht kurz zur Einordnung: Ich brauche keine 40km Strecke. Eine 2-3km Runde, die ich dann halt entsprechend mehrmals laufe, reicht für meine Zwecke völlig aus. In sofern hatte ich mich auch schon gefragt, ob die Anlagen der Lodges da etwas entsprechendes bieten.
Ich hab mich aber auch gefragt, ob ich als naiver Deutscher da die Tierwelt völlig falsch einschätze. tacitus hat ja schon auf die Schlangen hingewiesen. Keine Ahnung, welchen Tieren man noch begegnen könnte, denen man alleine beim Laufen lieber nicht begegnen möchte. Ich will da jetzt auch kein unnötiges Risiko eingehen.
Ansonsten hatte ich gedacht, dass man zumindest in Swakopmund doch an der Strandpromenade ganz gut laufen können müsste, oder? Sind ja sogar 8km, wenn man ganz von oben nach unten läuft.
solitaire1'941 Beiträge · seit 201101. Juli 2026 · #6Ich laufe zwar nicht, aber ich wandere sehr viel und da gibt es viele Trails, Lodges, Farmen oder private Schutzgebiete bieten oft unterschiedliche Wanderwege, auf denen man natürlich auch laufen kann. Wenn du auf solchen Wegen bleibst und achtsam bist, wirst du kaum gröbere Begegnungen mit der Tierwelt haben. Bzgl. Schlangen würde ich einfach auf den Wegen bleiben, die sind übersichtlich. Da siehst du dann, wenn eine Puffotter vor dir liegt (mir auf einem Trail passiert) und kannst dich dementsprechend verhalten (Abstand und Ruhe). Die meisten anderen Tiere werden dich früher bemerken als du sie und dann flüchten. Wenn nicht, gilt auch hier - Abstand halten. Mit Achtsamkeit und Umsicht wird das Laufen dort sicher ein Vergnügen für dich. Viel Spaß.
Liebe Grüße
Margit
www.margit-noehrer.com
FB und Insta: reisende.autorin
Buch: Der glühende Atem der Wüste
Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
NANambo139 Beiträge · seit 200801. Juli 2026 · #7Hallo Supergrover,
schreibe einfach in eine KI-Software deine genannten Lauforte ein. Schreib dazu, dass du auch eine Bewertung bezüglich Gefahren wünschst. Da bekommst du recht gute Ergebnisse. Auch eine Einschätzung zu Kriminalität und Gefahren durch Tiere wurde mir ausgespuckt. Außerdem, ob es überhaupt erlaubt ist, in dem Gebiet zu laufen.
Viele Grüße,
Nambo
TAtacitus1'125 Beiträge · seit 202201. Juli 2026 · #8Hallo Supergrover,
ich war jetzt, weil Laie, neugierig und sehe, dass es das Sand- und Dünentraining Jahrzehnte nach den Erfolgen von Cerruty und Elliot sogar zu einem eigenen Slogan gebracht hat.
„just dune it“ 😉 und 😁
wofür es in Namibia nicht an Möglichkeiten mangelt.
https://www.runnersworld.com/training/a20802962/just-dune-it/
Ad Rian229 Beiträge · seit 202201. Juli 2026 · #9Du wirst an den genannten Orten überall laufen können. Selbst im Etosha, musst halt dann 20mal in Okaukuejo die Runde drehen. Aber wie Tacitus schon geschrieben hat, sehe ich die größte Gefahr durch Schlangen. Ambitionierter Läufer im Intervalltraining heisst dann wohl schon mal ein Pace von 12 bis 16 km/h? Ich empfehle dir, dort zu laufen, wo du die nächsten 20 bis 30 Meter gut einsehen kannst. Querfeldein würde ich nicht machen. Wäre selbst schon mal fast auf eine Hornviper auf der Piste an der Spitzkoppe getreten.
Andere Tiere werden dir kaum gefährlich, außer du kommst auf die Idee, im Etosha NP zu laufen. 😂
TAtacitus1'125 Beiträge · seit 202201. Juli 2026 · #10PS
und eigentlich hätte man gleich d'rauf kommen können 😊 .
In Namibia wird ja auch Marathon gelaufen und Laufsport betrieben. Also gibt es Clubs, Veranstalter usw. die kompetente Tipps geben können.
Grüße
JP K387 Beiträge · seit 202101. Juli 2026 · #11SUSupergroverThemenstarter3 Beiträge · seit 202601. Juli 2026 · #12Nochmal danke für die vielen guten Tipps und Einschätzungen.
Normalerweise laufe ich schon auch Intervalle mit einem Tempo bis zu 16 km/h. Aber das muss jetzt auf der Reise gar nicht sein. Ich bin schon froh, wenn ich 2-3 Mal pro Woche einen normalen/langsamen Lauf (12 km/h) machen kann (mit mehr Ruhe um auf Schlangen zu achten). Ich werde auf jeden Fall immer die Besitzer der Lodges nach ihrer Einschätzung fragen und mir ansonsten die Strandpromenade von Swakopmund (natürlich auch nicht gerade in der Dämmerung/Dunkelheit) vornehmen. Die dürfte klimatisch, schlangentechnisch und auch was etwaige Kriminalität angeht vermutlich das entspannteste Laufrevier sein oder?
Auf jeden Fall lohnt es sich dann meine Laufschuhe einzupacken. 🙂
brisen404 Beiträge · seit 201503. Juli 2026 · #13Im weitesten Sinn was zum Thema:
Heute, 2.7.26 auf ARD alpha:
Reise Helden Running wild in Africa - Kilometer zu Fuss durch die Namibwüste