Die namibische Migrationsgesetzgebung -rein und raus aus Namibia- beruht zurzeit auf Gesetzen von 1955 und Immigration Control Act 7 of 1993. Dieses Gesetz soll jetzt modernisiert werden, um es an die Realitäten von Heute mit neuer Migrationsdynamik, die regionale Integration und das Grenzmanagement anzupassen. „it is for an older outdated mode“ Die Anhörung in Windhoek am 11.06. markierte den Abschluss der landesweiten Konsultationsreihe, die am 20. Mai 2026 begonnen hatte.
Besprochen wurde der vierte Entwurf von 2024 in der Fassung vom 16.05.2026 Teile des Entwurfs wurden auf Leinwände projiziert, während einige Abschnitte besprochen wurden.
Das alte, noch gültige Gesetz hatte nur 46 Seiten, dass geplante neue 86 Seiten. Es wurde sehr viel Copy and Paste verwendet und unzählige bürokratische Aufzählungen wurden ergänzt. Einige Änderungen gibt es dennoch. Den kompletten 84-seitigen Entwurf bekam nur ein eng begrenzter Kreis des Innenministeriums als Verschlusssache, daher stelle ich hier nur den Entwurf für das normale Touristenvisum vor.
Abschnitte Grobgliederung PART 1 INTRODUCTORY PROVISIONS PART 2 ADMINISTRATION OF ACT PART 3 ENTRY INTO AND DEPARTURE FROM NAMIBIA Ships in ports |Powers of immigration officers and duties of masters of ships PART 4 DOMICILE IN NAMIBIA PART 5 IMMIGRATION SELECTION BOARD PART 6 LIMITATION OF ENTRY INTO AND RESIDENCE IN NAMIBIA PART 7 ILLEGAL AND PROHIBITED IMMIGRANTS AND THEIR ARREST, DETENTION AND DEPORTATION FROM NAMIBIA PART 8 MISCELLANEOUS POWERS OF IMMIGRATION OFFICERS PART 9 ADVANCED PASSENGER INFORMATION AND PASSENGER NAME RECORD PART 10 MISCELLANEOUS PROVISIONS
SCHEDULE OFFENCES
Digitale Transformation: Ministerin Lucia Iipumbu merkte in Ihrem Redeschwerpunkt an, dass der Gesetzentwurf darauf abzielt, ein modernisiertes, auf Digitalisierung ausgerichtetes Einwanderungs- und Grenzkontrollsystem zu unterstützen.
[Elektronische Personalausweise für Namibier sollen ab September 2026 im Land eingeführt werden. Wurde im August 2023 im Kabinett beschlossen, 3 Jahre Implementierungszeit!]
Das elektronische Touristenvisum / visitors permit - welches ja nur eine Datenvorabverschickung mit Bezahlung ist- war der erste Probelauf zu überwiegend elektronischer Bearbeitung.
Lipumbu erklärte, die vorgeschlagenen Reformen zielten darauf ab, eine integrierte Migrationsplattform zu schaffen, die die Online-Bearbeitung von allen Visa- und Genehmigungsanträgen ermöglichen und durch elektronische Zahlungen, Fallverfolgung in Echtzeit, klare Servicestandards und die Ausstellung sicherer elektronischer Dokumente unterstützt werden soll.
Part 6: LIMITATION OF ENTRY INTO AND RESIDENCE IN NAMIBIA
Neue Genehmigungskategorien: Der Entwurf führt Rahmenbedingungen für bisher nicht berücksichtigte Status ein, darunter Investorengenehmigungen, Genehmigungen für seltene Fachkräfte, Ehegattengenehmigungen und Visa für den Transfer medizinischer Patienten oder seltener Fachkräfte. Ein spezielles Rentner Visa ist bisher nicht vorgesehen.
Problematisch für einige der Kategorien ist: Ein Antrag auf Verlängerung einer Genehmigung ist spätestens 90 Tage vor Ablauf der bestehenden Genehmigung beim Leiter der Einwanderungsbehörde einzureichen.
Rechte der Einwanderungsbeamten an der Grenze:
Der Einwanderungsbeamte muss zufriedengestellt werden mit den Dokumenten, die er verlangt. Nicht zufrieden, kann er die Einreise verwehren. Es gibt keine Berufungsmöglichkeit, wenn der Einwanderungsbeamte jemanden für einen „illegal or prohibited immigrant“ hält. Die Zurückweisung an der Grenze hat schriftlich zu erfolgen. Das Wort "Urlaub" ist ja auch mit dem Verb "erlauben" verwandt.
Das sollte den normalen Touristen nicht betreffen, aber große Namibiafans, die sehr häufig nach Namibia einreisen, könnten ihm verdächtig vorkommen.
Touristenpermit / visitor’s entry permit
Eine geplante wichtige Änderung: Gültigkeit "not exceeding 90 days per twelve consecutive months cycle" / nicht mehr als 90 Tage pro zwölf aufeinanderfolgenden Monaten Zyklus. Das würde bedeuten, nicht mehr 90 Tage pro Kalenderjahr und die beliebten 3 Monate vor und nach dem Jahreswechsel mit kurzfristiger Ausreise nach Kapstadt oder Vic Falls funktionieren dann nicht mit einem Reisepass.
Hier die Entwurfspassage:
Bis zum Mittwoch 17.06. konnten noch Kommentare zum Entwurf für das neue Migrationsgesetz abgegeben werden.
Das Ministerium prüft derzeit die eingegangenen Stellungnahmen und überarbeitet – möglicherweise - den Entwurf, bevor die endgültige Fassung als Beschlussvorlage an das Kabinett zur Entscheidung vorgelegt wird. Die Regierung bringt es dann ins Parlament ein, das dieses Gesetz unter den Namen „Migration Act, 2026“ beschließt. Fortschritte werden über die Facebook Seite des Innenministeriums kommuniziert:
Als frühester Zeitpunkt wurde dafür August 2026 genannt. Da die Regierung aber im letzten Jahr nicht ein einziges nicht Haushaltsrelevantes Gesetz durch das Gesetzgebungsverfahren durchbekommen hat, bei 56% Parlamentsmehrheit, besteht kein Grund zum Optimismus. Nach dem Gesetz müssen dann noch Ausführungsbestimmungen erlassen werden, sowie Handlungsanweisungen für das Innenministerium
Exkurs Bezahlvisa: an dem sicher nichts geändert wird.
Namibia hat seit der Einführung des elektronischen Vorabvisa-Eincheckens im April 2025 in 11 Monaten 413 Mio. N$ eingenommen. 290.000 Visaanträge wurden vorab online bezahlt. Hier gab es bei der Öffentlichkeitsanhörung einen Zwischenruf der Ministerin mit einem Auftrag an die Einwanderungsbehörde: Die langen Schlangen am Airport müssen endlich aufhören! Problembewusstsein ist also da, nicht aber die richtige Analyse. Die Ministerin machte die Touristen verantwortlich, die noch nicht die elektronische Vorabanmeldung ausgefüllt haben, nicht das mittlerweile vierte, immer noch falsche e-Visa Formular, dass im Ausdruck nicht das auswirft, was am Ankunftsschalter gefordert wird. Ein Blick in die Flughafeneinwanderungsschalterhalle hätte da zu einer besseren Lagebeurteilung geführt.
Hier die Statistiken für die Deutschenankünfte: Von 111.164 Personen in 2024 auf 80.657 Personen in 2025 gesunken- 27%!. Die anderen Europäer und mithin nun Visabezahler ebenfalls stark gesunken, Franzosen 32% Minus, - klar englischsprachiges Formular. Die Zahlen wirken nicht richtig. Wir hatten in 2024 unser Gästestärkstes Jahr.
Die Präsidentin freut sich über die Einnahmen und hat nicht realisiert 56.000 Overseas Touristen weniger in 2025 mal durchschnittlich 3.000 Euro Ausgaben in Namibia mal Wechselkurs 19,7 = 3,309 Mrd. N$ weniger Einnahmen im Land. Aber man freut sich über 413 Mio. N$. So sehen sie aus, die Rechnungen unserer Milchmädchen. 8 x weniger Geld, was im Land bleibt.
Tolles Motto: "Was vorbei ist, kann uns keiner mehr nehmen".
danke für die Mühe. Ist eigendlich keinem aufgefallen, dass die Prozentwerte aus Tabelle 3.1 und 3.2 bei 2024 nicht übereinstimmen? Oder wurde hier eine andere Größe als 100% angesetzt? Auf jeden Fall liest es sich in Tabelle 3.2 dann nicht so dramatisch ...
Da sehe ich mit großer Vorfreude unserer Einreise im November entgegen. Nachdem mir schon Anfang März meine Papiere am eVoA- Schalter gegen die Scheibe geworfen wurden und die zuständige Beamtin die Einreise verweigern wollte. Grund: Verwechslung mit einem Passagier der Business Class, der wie wir ca. Eine 3/4 Stunde auf der Stelle stand und sich lauthals über das Chaos beschwert hat. Danach hatte die Dame sehr viel Zeit, um uns mal so richtig auflaufen zu lassen. Und wir durften ganz devot ganz kleine Brötchen backen….. Schlechter Auftakt nach einem 10h Flug, durstig, hungrig, müde bei hohen Temperaturen ohne Luftfeuchtigkeit auf 1800m. Ich habe meine Gründe nach Namibia zu reisen. Ich müsste sonst meine Karre verkaufen oder nach BW oder ZA ausflaggen. Das eine bekomme ich nicht übers Herz, fürs andere habe ich keine Nerven mehr. Ansonsten wäre es das an der Stelle gewesen für Namibia. Die Welt ist groß und schön…..
Bemerkenswert in diesem Zusammenhang: Gondwana hat es geschafft eine Offizierin dazu zu bewegen, Sicherheitsbroschüren in ihrem Namen vor der Immigration zu verteilen. Warum schaffen die es nicht, Einfluss auf die Art und Weise der Abfertigung zu nehmen? Sind doch ihre Klienten, die nicht wiederkommen. Und was ich schon seit 10 Jahren nicht mehr gehört habe: welcome to Namibia ( das “Sir” können sie sich sparen)
Cora schrieb:Ist eigendlich keinem aufgefallen, dass die Prozentwerte aus Tabelle 3.1 und 3.2 bei 2024 nicht übereinstimmen? Oder wurde hier eine andere Größe als 100% angesetzt? Auf jeden Fall liest es sich in Tabelle 3.2 dann nicht so dramatisch ...
Eine Tabelle bezieht sich auf Touristen aus allen Laendern (auch aus Afrika), die andere nur auf Uebersee.
Cora schrieb:Ist eigendlich keinem aufgefallen, dass die Prozentwerte aus Tabelle 3.1 und 3.2 bei 2024 nicht übereinstimmen? Oder wurde hier eine andere Größe als 100% angesetzt? Auf jeden Fall liest es sich in Tabelle 3.2 dann nicht so dramatisch ...
Eine Tabelle bezieht sich auf Touristen aus allen Laendern (auch aus Afrika), die andere nur auf Uebersee.
Schon, aber damit stimmen die Prozentwerte immer noch nicht, sie müssten dann ja in der zweiten Tabelle größer und nicht kleiner sein. Die Summe der ersten 10 ergibt gerade mal gut 20%, dann müssten fast 80% der Rest sein. So viele Länder gibt es gar nicht.
Aber beide Tabellen lesen sich gleich dramatisch. Die absoluten Werte sind bei Deutschland um über 27% zurückgegangen. Wäre interessant zu wissen, ob der Rückgang erst ab dem 2. Quartal stattgefunden hat.
Viele Grüße Marc
STsteinbeisser571 Beiträge · seit 200630. Juni 2026 · #7
Die Tabellen sind doch eindeutig: in 3.1 werden alle Märkte einbezogen. D hat 6,6 % (in 2025) Anteil und liegt damit auf Platz 5. In Tab 3.2 hat es Rang 1, da hier nur die Überseemärkte angegeben sind. Es bleibt aber bei den absoluten 80.657, sowie bei 6,6 % am Gesamtmarkt. Der Rückgang kann zahlreiche Ursachen haben, da darf tüchtig spekuliert werden. Es gibt ja im Übrigen auch Länder mit Zuwächsen. Wenn schon Spekulation: ich glaube ja nicht, dass z.B. aus Angola weit über 100.000 Touristen ins Nachbarland kommen. Sie kreuzen aber im Formular als Einreisegrund "Touristisch" an. Wie sicher auch viele Digitalnomaden und Reiseinfluencer/"Selbstständige" aus Europa, deren Anteil aber wahrscheinlich eher klein ist. steinbeisser
Der angesprochene Fehler liegt in 2024. Hier ändern sich die Werte von 10,2 auf 8,8.
Viele Grüße Marc
STsteinbeisser571 Beiträge · seit 200630. Juni 2026 · #9
Stimmt, hatte ich übersehen 😊 . Da dort alle Werte abweichen, muss die Berechnung anders erfolgt sein. Das wiederum lässt sich ohne weitere Infos nicht nachvollziehen. Für die grundlegenden Aussagen (z.B. Rückgänge hier und da, neu im Ranking auftauchende Märkte etc.) ist es aber auch nicht von Bedeutung. steinbeisser