Reisebericht

Erst "Oh je!", dann "Oh ja!" - Botswana Mai 2026

von Skotch · begonnen 16. Juni 2026 · 6 Teile

Teil 116. Juni 2026
Erst "Oh je!", dann "Oh ja!" - Botswana Mai 2026

Prolog:

Alle guten Dinge sind bekanntlich drei. Also beschlossen wir im August 2025 - relativ spontan, wie man das so nennt, wenn man eigentlich schon länger darüber nachdenkt, ein drittes Mal nach Botswana zu reisen. Diesmal in der Nebensaison, direkt nach der Regenzeit. Die Vorstellung: sattes Grün, volle Wasserlöcher und Landschaften, die vor Leben nur so strotzen. Außerdem wollten wir endlich die Ecken im Moremi rund um South Gate und Third Bridge erkunden, die bei unseren ersten beiden Reisen etwas zu kurz gekommen waren.

Es stand also fest: Im Mai 2026 soll es wieder nach Botswana gehen 😎

Flüge mit Discover und Mietwagen bei Safari Car Rental waren schnell gebucht - das ging erfreulich reibungslos. Weniger reibungslos lief hingegen die Buchung der Campsites über Botswana Footprints. Was zunächst nach einer Formsache klang, entwickelte sich zu einem kleinen Geduldsspiel. Antworten ließen auf sich warten, Alternativen zu ausgebuchten Campsites gab es offenbar nicht, und insgesamt fühlte sich die Kommunikation eher zäh an. Also habe ich kurzerhand selbst bei den Camps nachgefragt, Verfügbarkeiten eingeholt und auf dieser Basis eine Route vorgeschlagen - nur um dann zu hören, dass alles „fully booked" sei. Aha. Erst als ich erwähnte, dass ich bereits mit den Camps in Kontakt stehe, kam plötzlich Bewegung in die Sache.

Da ich zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon mit den Campsite-Betreibern in Kontakt stand, wollte ich eigentlich selbst buchen. Allerdings stand bei uns dann der Sommerurlaub an, weshalb ich die Buchung letztlich doch über BFP abgewickelt habe. Das lief dann wieder wie gewohnt unkompliziert. Plötzlich ging alles ganz unkompliziert. Immerhin 😄

Über die Wintermonate beobachtete ich gespannt die einsetzende Regenzeit. Jeder neue Regenschauer sorgte bei mir eher für Vorfreude als für Sorge. Schließlich wollten wir es ja grün haben - und insgeheim hoffte ich, dass sogar der Boteti wieder Wasser führen würde, wenn wir im Mai ankommen. Und überall liest man ja schließlich, dass die Regenzeit im April endet und bis Mai alles wieder abgetrocknet ist 😗

Tja. Was ich mir gewünscht hatte, bekam ich dann auch - nur in einer etwas... großzügigeren Auslegung.

Woche für Woche wurde deutlicher, dass es dieses Jahr nicht bei ein paar netten Schauern bleiben würde. Im April war mir dann wirklich klar: Unsere geplante Route war so nicht mehr machbar. Xini Lagoon: geflutet. Zufahrt zu den Black Pools: unter Wasser. Third Bridge: unerreichbar. North Gate: überschwemmt. Khwai Village: Straße? Eher ein Fluss.

ABER - man muss ja positiv bleiben: Es würde definitiv grün sein. Und der Boteti?
Der würde fließen. Und wie.

Der Preis dafür: komplette Planänderung. Und das zehrte so richtig an der Vorfreude . Die Vorfreude auf mehrere Tage rund um Third Bridge, entspannte Game Drives durch die Black-Pools-Region und abendliche Fahrten entlang des Khwai-Ufers - alles erstmal dahin. Im wahrsten Sinne des Wortes weggespült.

Ganz ehrlich: Hätten wir nicht schon die (nicht ganz günstigen) Flüge gehabt, ich hätte in dem Moment ernsthaft darüber nachgedacht, alles abzusagen. So groß war die Ernüchterung.

Also blieb nur eins: improvisieren. Möglichst ohne Geld zu verbrennen. Von Botswana Footprints kam dabei leider wenig Hilfe - ich solle abwarten und dann weitersehen. Das war mir zu vage. Das Wasser war ja nicht „vielleicht" da, es war definitiv da.

Und dass sich daran innerhalb von zehn Tagen noch etwas Grundlegendes ändern würde, war eher Wunschdenken.

Zum Glück waren die Campbetreiber deutlich engagierter. Mit etwas Hin und Her ließ sich die Route zumindest teilweise anpassen. Nicht so, wie ursprünglich geplant - aber immerhin so, dass die Reise nicht komplett ins Wasser fiel. Im übertragenen Sinne. Was ich auch noch nicht wusste war, dass es unterwegs auch noch zu der ein oder anderen Planänderung kommen wird.

03 Mai: Ankunft, Autoübernahme, Kalahari Bush Breaks
04 Mai: Maun Sitatunga
05 Mai: Nxai Pan
06 Mai: Nxai Pan
07 Mai: Khumaga Boteti; Nxai Pan
08 Mai: Khumaga Boteti
09 Mai: South Gate; Khumaga Boteti
10 Mai: South Gate
11 Mai: Khwai Hippo Pool
12 Mai: Magotho
13 Mai: Magotho
14 Mai: North Gate; Magotho
15 Mai: Third Bridge; Khwai Game Lodge Camp; Magotho
16 Mai: Third Bridge; South Gate; Magotho
17 Mai: Third Bridge; Kaziikini
18 Mai: Maun Sitatunga
19 Mai: Symponia Ghanzi
20 Mai: Xain Quaz

Also steigt schnell ein, fahrt mit durch das grüne und nasse Botswana! Oh ja, das wird toll 🤩 😎 !

Tag 1:
03. Mai 2026

Der Flug mit Discover Airlines von Frankfurt nach Windhoek verlief insgesamt angenehm und entspannt. Für einen kurzen Moment wurde die Ruhe jedoch kurz vor dem Boarding am Vorabend unterbrochen: Ein stark alkoholisierter Passagier, der offenbar in der Business Lounge deutlich über den Durst getrunken hatte, sorgte für einen unerwarteten Zwischenfall.

Lautstark rief er „I kill you all!" und begann am Gate zu randalieren. Er pöbelte andere Reisende an, versuchte sogar Türen zum Rollfeld zu öffnen, und musste schließlich von zwei Bundespolizisten - unterstützt von drei beherzt eingreifenden Passagieren - überwältigt und abgeführt werden. Ein durchaus spektakulärer Auftakt, der so nicht im Reiseplan stand 🙄

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In Windhoek angekommen, verlief die Übernahme des Mietwagens schnell und unkompliziert

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Routine zahlt sich eben aus bei unserer dritten Reise. Bereits gegen 11 Uhr waren wir, früher als ursprünglich geplant, auf dem Weg zu Kalahari Bush Breaks. Schon unterwegs fiel auf, wie ungewöhnlich grün und üppig die Landschaft nach der Regenzeit war. In Gobabis legten wir einen kurzen Stopp ein, um die ersten notwendigen Vorräte einzukaufen, bevor wir die letzte, etwas längere Etappe in Angriff nahmen.

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Bei Kalahari Bush Breaks angekommen, blieb uns noch ausreichend Zeit für eine erste Erkundung. Wir nutzten den Nachmittag für eine Self-Drive-Tour über das Farmgelände, das sich durch die typische Kalahari-Landschaft schlängelt und immer wieder schöne Ausblicke bot - bis hinüber ins benachbarte Botswana. Und Tiere gab es auch schon zu gucken! So kann der erste Tag ruhig zu ende gehen 🙂

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Am frühen Abend machten sich schließlich die Strapazen der Anreise bemerkbar, und wir waren mehr als zufrieden, wieder im Dachzelt zu liegen.

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LG Marcel
Teil 227. Juni 2026
Tag 2:
04.Mai 2026
Einkaufen in Maun

Am nächsten Morgen brachen wir früh auf, da in Maun noch einige Besorgungen anstanden.
Gegen Mittag erreichten wir das Sitatunga Camp kurz vor der Stadt. Die Anlage ist einfach gehalten, dafür preislich im Rahmen — und entsprechend gut besucht, insbesondere von größeren Gruppen 😕 .
Nach einer kurzen Mittagspause fuhren wir aber direkt nach Maun, um einzukaufen und organisatorische Dinge zu erledigen. Was zunächst nach einer überschaubaren Aufgabe klang, entwickelte sich schnell zu einer kleinen Geduldsprobe: Mehrere Supermärkte mussten abgefahren werden, da nie alles gleichzeitig verfügbar war - mal fehlten Tomaten, dann Kartoffeln, Gurken oder auch ein besonders wichtiges Mittelchen: „Peaceful Sleep". Darauf wollten wir keinesfalls verzichten. Zudem standen noch ein Besuch bei Xomae, Okavango Air Rescue und Helicopter Horizon an. Entsprechend zogen sich der Einkauf und die Erledigungen über mehrere Stunden hin. Da wir keine Lust hatten abends noch zu Kochen habe ich uns bei Wimpy bei dieser neuen Mall ganz á la McDoof Manier 4 Cheesburger mit 2 großen Pommes bestellt. Bekommen haben wir dann 4 riesige Burger inklusive 4 Portionen Pommes und weitere 2 Portionen Pommes 🤩 😗 Ohje, wir haben noch nicht einmal ansatzweise das Essen aufessen können... Aber so freuten sich die Parkplatzwächter über ein schnelles Abendessen 😉 Erst nach Sonnenuntergang kehrten wir ins Sitatunga Camp zurück.
Dort verstauten wir unsere Einkäufe und bereiteten alles für den nächsten Tag vor. Die Vorfreude war groß, denn am kommenden Morgen sollte es endlich in die Wildnis gehen - unser erstes Ziel: der Nxai Pan Nationalpark.

Tag 3:
05.05.2026
Nxai Pan

Heute ging es endlich los zu unserem ersten Ziel: dem Nxai Pan Nationalpark. Ein Ort, der uns schon bei den letzten beiden Besuchen begeistert hat — weitläufig, gut zu befahren, angenehm wenig besucht und bisher immer mit hervorragenden Tierbegegnungen. Die Erwartungen waren also entsprechend hoch. Auf dem Weg aus Maun Richtung Osten legten wir noch einen kurzen Versorgungsstopp ein, in der Hoffnung, irgendwo Gurken oder Hähnchen-Grillfleisch aufzutreiben. Die Realität: beides Fehlanzeige. Offenbar hatte die lokale Gurken- und Grillfleischlobby geschlossen. Also ging es leicht unterversorgt, aber guter Dinge weiter zum Parkeingang.

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Dort angekommen gönnten wir uns erst einmal ein spätes Frühstück im Schatten des Autos. Frisch gestärkt nahmen wir die Strecke vom Gate zum South Camp in Angriff.
Wie immer präsentierte sich der Weg tiefsandig, holprig und durchaus geeignet, die Geduld (und Stoßdämpfer) zu testen. Den Abstecher zu den Baines Baobabs ließen wir diesmal aus und steuerten direkt die Campsite an.

Schon kurz vor dem Xomae Office wartete die erste Belohnung: Das Wasserloch zur Linken war dank der Regenfälle der letzten Monate gut gefüllt, und am Rande standen zwei Elefantenbullen, die sich sichtlich zufrieden abkühlten. Ein vielversprechender Auftakt.

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Nach einer kurzen Mittagspause auf der Campsite brachen wir direkt wieder auf, um uns einen Überblick zu verschaffen. Die Nxai Pan war kaum wiederzuerkennen: üppige Vegetation, zahlreiche kleine und größere Wasserlöcher — alles wirkte lebendig und einigermaßen grün. Vielleicht nicht unbedingt grasgrün... aber auch nicht so verdorrt und farblos wie in der Trockenzeit.

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Die tief ausgefahrenen, inzwischen getrockneten Matschrillen auf den Pisten ließen erahnen, wie mühsam das Fahren hier noch vor wenigen Wochen gewesen sein muss. Unser erster Halt führte uns zu einem kleinen Wasserloch, nur wenige Minuten von der Campsite entfernt. Hier machte gerade eine Gruppe Zebras Rast und vergnügten sich etwas im Wasser.

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Von dort aus erkundeten wir verschiedene Wege und Wasserstellen - und wurden nicht enttäuscht: Überall begegneten uns Gruppen von Zebras, Gnus und Giraffen, mal kleiner, mal größer, aber stets fotogen.

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Natürlich fuhren wir auch zum eigentlichen, permanenten Wasserloch, an dem diesmal aber überraschenderweise keine Tiere zu sehen waren. Es gab überall noch zu viel Wasser. Kein Vergleich zu 2022, als sich rund um das Wasserloch die dramatischen Nxai Pan Szenen abgespielt haben…

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Für den Rückweg wählten wir die westlichste Route entlang des Randes der Pfanne. Dort wurden wir von so vielen beeindruckenden Giraffen- und Zebrasichtungen aufgehalten, dass wir fast die Zeit aus den Augen verloren hätten. Die Sonne stand immer tiefer und das Licht wurde wunderschön.

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Ein gutes Zeichen - denn schon jetzt war klar: Die geplanten drei Nächte hier würden sich definitiv lohnen. Und was wir auch noch nicht ahnten: jeder weitere Tag hier brachte umso mehr tolle Sichtungen und Begegnungen mit sich 🤩

Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichten wir wieder die Campsite. Kaum angekommen, bekamen wir Besuch von einem neugierigen Schakal, der zunächst hoffnungsvoll um unser Lager schlich. Nachdem sich jedoch keine kulinarischen Möglichkeiten auftaten, gab er schließlich auf und zog weiter. Auch wenn es offizielle hieß, dass die Campsite fully booked sei, standen die meisten Campsites leer und es wurde ein ruhiger Abend. Man hörte die Schakale und Löffelhunde rufen, Eulen saßen in den Bäumen und hier und da raschelte es im Gebüsch. Herrlich 😘

LG Marcel
Teil 305. Juli 2026
Tag 4:
06.06.2026
Nxai Pan

Die Nacht war eisig. Das Thermometer zeigte 8,5 °C an, und wir froren ziemlich, obwohl wir im Zelt neben dem normalen Bettzeug noch Pullover, einen kleinen Schlafsack und eine Fleecedecke dabeihatten. Wer hätte gedacht, dass man in Botswana nachts so frieren kann 😄?

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In der Nacht hatten wir sie gehört. Sie mussten also ganz in der Nähe sein. Vielleicht hatten wir ja Glück und würden sie heute finden. Sie? Natürlich die Löwen von Nxai Pan!
In den letzten beiden Jahren hatten wir sie immer wieder einmal am permanenten Wasserloch angetroffen. Doch jetzt, da überall Wasser stand, schien es deutlich schwieriger zu werden.
Zuerst führte uns unser Weg jedoch zurück an den Westrand der Pfanne, dorthin, wo wir am Vortag die Giraffen gesehen hatten. Und siehe da: Die unzähligen Tiere standen noch immer überall entlang des Weges. Außerdem hatten sich wieder viele Gnus in der Gegend versammelt.

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Wir rollten langsam zwischen den Tieren hindurch in Richtung des permanenten Wasserlochs. Nachdem wir daran vorbeigefahren waren, nahmen wir den nächsten Loop nach Osten, der früher oder später am Camp vorbeiführt.
Plötzlich sahen wir ihn: ein großes, imposantes Löwenmännchen. Bei all den Löwensichtungen, die wir bisher gehabt hatten, war noch kein ausgewachsenes Männchen dabei gewesen. Entsprechend groß waren Aufregung und Freude. Das Tier war gerade auf der Durchreise von West nach Ost, und wir suchten auf der Karte schon nach einer Stelle am gegenüberliegenden Weg nahe des Camps, an der er wieder auftauchen körnte, falls er seiner Richtung treu blieb.

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Wir fuhren um die Ebene herum und landeten schließlich wieder am kleinen Wasserloch in der Nähe des Camps. Dort warteten wir auf den Löwen. Nach einer Stunde wurden wir langsam hungrıg und beschlossen, erst einmal im Camp zu frühstücken. So lange konnte em Löwe schließlich doch nicht brauchen. Bestimmt hatte er sich zwischendurch irgendwo im Schatten hingelegt und beschlossen, dass der Tag auch ohne uns gut weiterläuft.

Auf der Campsite bekamen wir beim Frühstück Besuch von einem Tokopärchen, das unser Auto sehr gründlich inspizierte. Die beiden hüpften über das Fahrzeug. schauten durch alle Fenster ins Innere und bekämpften zwischendurch ihr eigenes Spiegelbild in der Scheibe oder im Seitenspiegel. Als sie dann auch noch begannen, unsere Scheibenwischer zu malträtieren, wurde der Besuch leider vorzeitig von uns beendet und nach Hause geschickt 😗

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Nach dem Frühstück zog es uns wieder zu der Stelle am Wasserloch, an der der Löwe hätte auftauchen müssen. Und siehe da: Er war tatsächlich angekommen! Allerdings lag er nun, kaum zu erkennen, mit seinen Löwinnen in einer nahen Gebüschgruppe. Durch die offene Scheibe hörte man außerdem Laute, die nur von kleinen Löwenbabys stammen konnten.

Wir warteten mehrere Stunden, und plötzlich kam Bewegung in die Gruppe. Die Kleinen wurden munter und mobil, was einer Löwin und dem Männchen offenbar nicht besonders gefiel. Es kam etwas Bewegung und Unruhe in die Familie — genau genug, um uns ein paar schöne Schnappschüsse zu ermöglichen. Ein Weibchen kam sogar zum Wasserloch, um zu trinken.

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Als wieder Ruhe eingekehrt war, nutzten wir die Aktivitätspause für eine weitere Runde um die Nxai-Pfanne. Doch bei der Hitze am Nachmittag gab es kaum noch Sichtungen, sodass es uns schließlich zurück zu den Löwen zog. Dort blieben wir bis zum Sonnenuntergang und beobachteten die Tiere in aller Ruhe.

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Was eins schöner Tag im Nxai Pan Nationalpark! So kann es die nächsten Tage ruhig weitergehen 😎
LG Marcel
Teil 423. Juli 2026
Tag 5:
07.05.2026
Nxai Pan

Die Nacht war wieder bitterkalt. Zum Glück hatten wir vorgesorgt und noch mehr warme Kleidung mit ins Zelt genommen.
Noch vor dem Frühstück fuhren wir direkt zu der Stelle, an der wir am Vortag das Löwenrudel gesichtet hatten. Sie lag nur wenige hundert Meter von der Campsite entfernt und war daher schnell erreicht. Als wir ankamen, war nichts zu sehen und es herrschte eine entspannte Ruhe. Wir stellten den Motor ab und warteten in der Morgensonne. Zum Glück wärmte sich das Auto recht zügig auf.

Es blieb ruhig, bis sich aus der Ferne ein größerer Trupp Zebras näherte. Einige Tiere gingen sichtlich nervös und extrem vorsichtig auf die Gebüschgruppe zu, in der am Vortag noch die Löwen waren. Bei jedem Geräusch sprangen sie wieder zurück, als würden sie sich lieber einmal zu oft als zu wenig vergewissern, dass dort nicht doch noch ein Löwe im Gebüsch lag.

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Schließlich wurden die Büsche doch inspiziert. Weitere Zebras kamen hinzu und stellten sich rund um die Stelle auf, als wollten sie gemeinsam ein altes Verbrechen aufklären. Offenbar hatten sie sehr genau registriert, dass hier am Vortag noch das Löwenrudel gelegen und ein Zebra erlegt hatte. Damit bestätigte sich auch unsere Vermutung, dass der Fetzen, den die Löwin am Vortag im Maul getragen hatte, von einem Zebra stammen musste.

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Nachdem die Zebras das Gelände gründlich untersucht und für sicher befunden hatten, kehrte Ruhe in die Herde ein. Dann begann das eigentliche Vergnügen: Die Tiere walzten sich genüsslich im staubigen Lehm, und aus angespannter Vorsicht wurde plötzlich ausgelassene Lebensfreude. Es wurde geschubst, gekabbelt und gebadet, als wäre das der schönste Wellness-Spot weit und breit.

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Nach einiger Zeit verließen wir den Platz und kehrten zunächst zum Frühstücken zur Campsite zurück. Frisch gestärkt machten wir uns danach direkt wieder auf den Weg, um die nächsten Game-Drive-Strecken abzufahren.

Wir fuhren zu der Stelle, an der wir zwei Tage zuvor das Löwenmännchen gesehen hatten, jedoch heute ohne Erfolg.
Wir setzten unsere Fahrt fort und begegneten erneut größeren Herden von Zebras, Giraffen, Springböcken und vielen weiteren Tieren wie Strausse und Löffelhunde.

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Am westlichen Rand der Nxai Pan machte uns dann ein Safari-Fahrzeug auf ein weiteres Löwenrudel im Gebüsch neben dem Weg aufmerksam. Es handelte sich um den Bruder des anderen Löwen, der sich hier mit zwei Weibchen aufhielt. Normalerweise gehören die Tiere alle zusammen, doch nun, da eines der Männchen bereits Nachwuchs hat, trennte sich die Gruppe offenbar ein wenig.
Da wir die Tiere nur schlecht sehen konnten, versuchte uns der Guide zu überreden, einfach mit dem Fahrzeug zu ihm ins Gebüsch zu fahren und uns direkt neben ihn zu stellen. Wir lehnten ab, blieben auf dem Weg und fuhren irgendwann langsam zurück zum Camp.

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Damit war unser letzter voller Tag im Nxai Pan Nationalpark fast vorbei. Für den nächsten Morgen nahmen wir uns vor, wieder früh aufzustehen und noch eine Runde zu drehen, bevor es weiter nach Khumaga gehen sollte. Außerdem beschlossen wir, unbedingt auf dem Weg noch zu den Baines Baobabs zu fahren, da wir erfahren hatten, dass dort immer noch Wasser in den Pfannen stand.

LG Marcel
Teil 514. Aug. 2026

Tag 6:

08.05.2026

Nxai Pan nach Khumaga


Für uns ist heute der letzte Morgen im Nxai Pan Nationalpark angebrochen. Unsere Tour startete wieder wie gehabt am Wasserloch nahe der Campsite, und wir fuhren die bekannten Wege ab - in der Hoffnung, die kleine Löwenfamilie noch einmal zu sehen.

An der Stelle, an der wir das Männchen zum ersten Mal entdeckt hatten, wurden wir tatsächlich noch einmal fündig: Er lag zusammen mit den Löwenbabys im hohen Gras. Allerdings ziemlich weit entfernt, sodass es letztlich nur für Beweisfotos reichte. Aber immerhin: Löwen gesehen 🙂


Wir folgten anschließend den Game-Drive-Routen nach Nordwesten und trafen dabei nicht nur wieder auf einige Löffelhunde und Schakale, sondern auch auf die Giraffen, die entlang des Weges und im Gebüsch standen und fleißig fraßen.




An einem kleinen Wasserloch unweit des Weges tauchte plötzlich eine riesige Herde Springböcke auf. Sie standen wirklich überall verteilt und waren mit allem beschäftigt, was ein Springbock eben so macht: fressen, trinken oder miteinander kämpfen. Wir beobachteten die hunderten Tiere eine ganze Weile, bevor wir schließlich weiterfuhren und uns zügig auf den Weg zu den Baines Baobabs machten.




Wie uns empfohlen worden war, wählten wir den etwas längeren Weg von der Hauptpiste zu den Baines Baobabs. Der war - wie schon die letzten beiden Male - ziemlich holprig und teilweise stark zugewachsen. Immer wieder streiften Aste am Auto entlang. Unser Toyota bekam also noch ein paar zusätzliche Erinnerungen an Botswana verpasst.

Kurz vor Beginn der eigentlichen Pfanne standen wir dann plötzlich vor einer Wasserquerung und waren uns ziemlich unsicher, ob wir dort tatsächlich durchfahren konnten. Reifenspuren gab es zwar reichlich, trotzdem entschieden wir uns, zunächst zu Fuß das Wasser abzulaufen.


Wir warteten ein paar Minuten, und tatsächlich trafen weitere Fahrzeuge ein - praktischerweise mit Seilwinde ausgestattet. Wir verständigten uns darauf, dass wir mit unserem Auto zunächst vorfahren und es ausprobieren würden. Sollte es problematisch werden, würden sie uns einfach mit der Seilwinde wieder herausziehen. Ein beruhigender Gedanke.

Letztlich ging aber alles gut und wir erreichten schließlich die Baines Baobabs.


Welch ein grandioser Ausblick auf die mit Wasser gefüllte Salzpfanne!

Die riesigen Baobabs standen vor der weiten Wasserfläche und boten eine wirklich beeindruckende Kulisse.


Zuerst frühstückten wir und machten uns anschließend barfuß auf den Weg in die Pfanne. Das Wasser war extrem warm und gerade einmal etwa 30 Zentimeter tief. Auf dem Boden hatte sich über dem tonigen Schlick eine lederartige Schicht aus Algen und/oder Bakterien gebildet.


Unter dem Druck unserer Füße gab sie wie eine gallertartige Masse nach, während immer wieder faulige Gase aus dem Untergrund hochblubberten. Ein etwas gewöhnungsbedürftiges, aber durchaus faszinierendes Naturerlebnis. Man musste sehr aufpassen, dass man auf dem rutschigen Untergrund nicht ausrutscht und in dieser Brühe landet.


Die anderen Leute, die wir dort getroffen hatten, waren über die kürzere Strecke angereist, weshalb wir für den Rückweg ebenfalls diese Variante wählten. Zwar gab es auch hier eine etwas tiefere Wasserdurchquerung, um die Pfanne zu verlassen, dafür war der anschließende Weg um einiges angenehmer: kaum zugewachsen, niedriges Gras und eine ziemlich ebene, schnurgerade Strecke zurück zur Hauptpiste. Also deutlich weniger Abenteuer für Auto und Nerven.

Der weitere Weg zur Khumaga Campsite war dann eher unspektakulär und zog sich etwas. Am frühen Nachmittag erreichten wir schließlich unser Ziel.

Zu unserer Überraschung waren die Campsites inzwischen anders angeordnet worden. Unsere Nummer 2 hatte dadurch leider keinen Flussblick mehr, sondern befand sich nun auf der gegenüberliegenden Seite am Hauptweg. Nach einer kurzen Verschnaufpause fuhren wir trotzdem direkt zum Fluss - und diesmal war es tatsächlich ein Fluss!

Dort genossen wir die tolle Atmosphäre und beobachteten Zebras und Elefanten beim Trinken und Baden. Überall gab es etwas zu sehen, und gegen Abend kamen immer mehr Tiere zum Wasser, um ihren Durst zu stillen.








Ein schöner Abschluss des Tages - und gleichzeitig ein ziemlich guter Vorgeschmack darauf, was uns an den nächsten Tagen am Fluss noch erwarten sollte.


LG Marcel


Teil 617. Aug. 2026

Tag 7:

09.05.2026

Boteti bei Khumaga


Die Nacht war dieses Mal nicht ganz so kalt. Dafür hatten wir nachts Besuch von einigen Zebras, die sich rund um unser Auto aufhielten. Von den Löwen, vor denen wir am Gate gewarnt worden waren, bekamen wir dagegen nichts mit - weder hörten wir sie noch bekamen wir sie zu Gesicht.

Das Schöne am Boteti ist, dass man nicht sonderlich weit fahren muss, um etwas zu sehen. Auch die Gamedrive-Strecke ist überschaubar: Letztlich geht es immer den Fluss hinauf und wieder zurück. Und genau so sah auch unser Tagesablauf aus. Zum Sonnenaufgang fuhren wir langsam den Fluss entlang, beobachteten die badenden und grasenden Zebras und Elefanten und hielten immer wieder lange an, um ihnen zuzusehen. 


Lediglich zum Brunchen kehrten wir zurück ins Camp. Nach einer ausgedehnten Mittagspause wiederholten wir am Nachmittag unser Programm vom Vormittag. Sonderlich viel Neues gab es dabei zwar nicht zu entdecken, allerdings waren am Nachmittag deutlich mehr Elefanten unterwegs als am Morgen.


Am nächsten Morgen verzichteten wir auf einen weiteren Gamedrive, da wir für diesen Tag eine längere Strecke bis zum Moremi South Gate geplant hatten. Eigentlich wollte ich die Khumaga-Fähre vermeiden und stattdessen durch den Nationalpark zurück zur Teerstraße fahren. Nachdem uns jedoch andere Reisende Mut bezüglich der Fähre zugesprochen hatten und ich außerdem keine große Lust mehr auf das sandige Stück bis zur Straße hatte, entschieden wir uns schließlich doch, die Fähre auszuprobieren.

Und tatsächlich: So schlimm war es gar nicht! Um auf die Fähre zu gelangen und auf der anderen Seite wieder herunterzufahren, mussten wir zwar durch tiefes Wasser, das teilweise bis zur Motorhaube stand, aber die Fährbetreiber halfen uns dabei sehr gut und gaben uns klare Anweisungen per Handzeichen. So war der Boteti schließlich schneller überquert als gedacht.



In Maun stockten wir noch unsere fehlenden Vorräte auf und fuhren anschließend direkt weiter in Richtung South Gate. Der Weg war inzwischen fast vollständig abgetrocknet. Die einstigen Schlammlöcher und Wasserquerungen waren allerdings teilweise steinhart ausgetrocknet, sodass unser Auto von einer Bodenwelle in die nächste und anschließend direkt ins nächste Schlagloch holperte. Wir kamen nur mühsam voran. Auch wenn die Strecke inzwischen grundsätzlich betahrbar war, war die Fahrt körperlich doch eine echte Strapaze. Umso erleichterter waren wir, als wir am Nachmittag endlich das South Gate erreichten und unsere Campsite beziehen konnten.

Die South Gate Campsite war rappelvoll. Viele Reisende waren hierher ausgewichen, weil es zu dieser Zeit noch keine Möglichkeit gab, Third Bridge oder Xakanaxa zu erreichen. Entsprechend wuselig ging es auf der Campsite, zu, und auch die Ablu-tions, machten einen entsprechend wenig einladenden Eindruck. Das Personal vor Ort schien zudem nicht sonderlich motiviert, daran etwas zu ändern.

Wir verbrachten die Zeit bis zum Abend noch mit einem kleinen Gamedrive bis zur Abzweigung zu den Black Pools. Weiter kamen wir nicht - die Straße endete hier im Marschland. Und davon gab es in dieser Gegend reichlich: Rechts und links des Hauptweges erstreckten sich Wasser, Matsch und Sumpf, soweit das Auge reichte.


Einige Elefanten und Giraffen ließen sich trotz der eingeschränkten Möglichkeiten blicken. Wie man uns erzählte, gab es hier hin und wieder sogar Wildhunde und Leoparden zu sehen. Für uns jedoch heute nicht.

Insgesamt waren wir jedoch sowohl vom Zustand der Campsite als auch von den eingeschränkten Gamedrive-Möglichkeiten mehr als enttäuscht. Deshalb ließen wir uns offen, die für den Rückweg geplanten zwei weiteren Nächte hier überhaupt zu verbringen. Sollte in Magotho, noch etwas frei sein, würden wir lieber dort verlängern...

Auch der Abend auf der South Gate Campsite war alles andere als ruhig. Einige Gäste fanden es offenbar besonders lustig, ein Spiel daraus zu machen, wer die meisten Steine in das blecherne Müllfass, werfen konnte. Und dann bekamen wir in der Nacht noch Elefantenbesuch. Einer von ihnen machte sich direkt im Gebüsch neben unserem Auto zu schaffen 🤫


LG Marcel

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