Kapitel 36: Löwen garantiert!
(Montag, 23.03.2026)
Irgendwann vor Sonnenaufgang wurden wir von den ersten Vögeln und auch den ersten Camp-Nachbarn geweckt, welche möglichst leise sangen oder viel zu laut zusammenpackten. Oder vielleicht war es auch umgekehrt. Egal.
Da ich mich nicht an die vergangene Nacht erinnern konnte, mussten wir gut geschlafen haben, so dass wir gut erholt in unseren Fahrtag mit eingebauter Pirschfahrt starten konnten. Denn heute mussten wir ja spätestens zur Mittagszeit wieder zurück nach Namibia, so dass wir die restlichen 266 km nach "Lapa Lange" noch im Tageslicht schaffen würden.
Ähnlich wie unsere Nachbarn, versuchten wir auch so leise wie möglich unsere sieben Sachen und das Dachzelt zusammenzupacken. Und bis auf das Abschalten der Alarmanalage und das brummende Motorengeräusch unseres Hilux, schafften wir das auch ganz passabel, so dass wir ein paar Minuten vor Sonnenaufgang zum Rezeptions- und Zollgebäude vorfahren konnten.
Ich blieb wie fast immer im Wagen und passte auf unsere Sachen auf, während mein Privat-Chauffeur sich in die Warteschlange vor dem Wärterhäuschen einreihte. Und während ich es mir in der Fahrerkabine schon einmal gemütlich machte, hörte ich mit einem Ohr den Konversationen in der Warteschlange zu.
Neben dem üblichen Small-Talk über das Wetter, wurden hier im Kgalagadi Transfrontier Park natürlich auch die letzten Sichtungen besprochen. Und da wir ja erst gestern aus dem Gebiet um "Nossob" kamen, konnte mein Privat-Chauffeur natürlich von unseren tollen Löwen-Sichtungen erzählen. Wenn auch gut gemeint, so waren diese Erzählungen für eine der wartenden Besucherinnen, ich nenne sie jetzt mal "Helen", wie Salz auf eine offene Wunde, denn sie sagte daraufhin:
Helen: "I would be so happy to see a lion. Haven't seen one in four days!"
Privat-Chauffeur: "Well... One lion, I can guarantee you!"
Okay, das war mein Stichwort.
Ich fing mir also schon mal an mein Fell zu putzen, während mein Privat-Chauffeur mit seinem Blick in die Zukunft und der darin garantiert vorkommenden Löwen-Sichtung die Frau anlächelte, welche ihrerseits natürlich erst einmal völlig irritiert war. Und ein anderer Parkbesucher, welcher wohl meinte, dass mein Privat-Chauffeur das wohl nur ironisch gemeint haben könnte, setzte sogar noch einen obendrauf.
Park-Visitor: "I will not leave this park before I have seen a leopard!"
Naja, ich hoffe er hatte noch mindestens 4 Wochen im Park vor sich...
Als sich dann die Warteschlange in Bewegung setzte, konnte mein Privat-Chauffeur unseren Laufzettel dann auch schon recht bald in Empfang nehmen. Und natürlich kam er danach gleich darauf zu mir und bat mich höflichst "Helen" zu seiner versprochenen Löwen-Sichtung zu verhelfen. Und da ich das sehr gerne tue, ließ ich mich dann auch nicht zweimal bitten. Nach einem weiteren Informations-Verarbeitungs-Moment hat "Helen" sich dann aber gefreut, gelacht und uns viel Sichtungs-Glück gewünscht. 😄
Zur Belohnung für meine gute Tat, dürfte ich dann noch auf einer Oryx-Antilope reiten. =^.^=

Um 6:40 Uhr verliessen wir dann "Twee Rivieren" und fuhren geradewegs zur Wasserstelle "Samevloeiing".

Dort sahen wir zwar keine grösseren Tiere, dennoch ging es dort zu wie in einem Taubenschlag.


Ich glaube in diesem Moment habe ich mir gewünscht, dass sich mein Privat-Chauffeur auch mal verfährt und einfach dem Nossob-Tal weiter folgt. Aber diesen Gefallen tat er mir natürlich nicht und fuhr das Stück zurück zur Kreuzung und dann die Auob-Strasse hinauf in die Dünen. Und wie erwartet sahen wir, ausser ganz viel natürlicher Fauna, erst einmal nichts.
Und hinter der nächsten Düne,... wieder nichts.
Aber wenn schon nicht auf die Vierbeiner verlass ist, so zumindest auf die flugfähigen Bewohner. Denn nur eine Düne weiter sahen wir einen dunklen Punkt auf der Strasse stehen. Dieser dunkle Punkt entpuppte sich beim näher kommen zur Weißflügeltrappe / Northern Black Korhaan. Für mich ein schönes Erfolgserlebnis, da ich doch tatsächlich seine Art bestimmen konnte!


Seinen grossen Bruder, die Riesentrappe, erkannte ich hingegen auch schon ohne Nachschlagewerk. 🙂

Weniger Erfolg hatte ich jedoch mit diesem Vogel, der am Himmel seine Kreise zog.

(Danke Konni für die Bestimmung dieses Schwarzbrust-Schlangenadlers!)
Und diesen vielleicht noch jungen Lannerfalken...



,sowie diesen Singhabicht...


... hätte ich ohne meine SSSuSS (Safaris-Singhabicht-Steppenbussard-und-Schlangenadler-Sammlung) nicht bestimmen können.
Und wie KTP-Kenner am nächsten Foto gut erkennen können, war dies auch schon die ganze Foto-Ausbeute bis "Auchterlonie".

Danach steigerte sich unser Sichtungs-Glück jedoch merklich, denn hinter "Gemsbokplein" rief mein Privat-Chauffeur plötzlich völlig entzückt zu mir.
Privat-Chauffeur: "Oh, schau mal! Wir haben Glück! Ich kann eine Giraffe sehen!"

Was der Gute jedoch übersah, waren die zunächst vier...



... und dann die gefühlt komplette Giraffenpopulation des südlichen Auob, welche wie wandelnde Türme durchs Tal zogen.


Irgendwie auffällig in der Gruppe war die eine Giraffe ganz rechts, welche ein deutlich dunkleres Muster als die anderen hatte. Hier lies ich mich durch meinen Privat-Fotografen belehren, dass dies wohl einer Mähne bei Löwen entspräche. Okay, das nehme ich jetzt, nicht hinterfragt, einfach mal so hin.

Mit dem Blick noch in der Ferne, hätten wir dabei fast die Erdmännchen-Familie übersehen, welche sich unweit der Strasse zum Abschied der Namib-Löwen-Königin, also meiner Wenigkeit, aufgestellt hatten.


Das war echt süß von euch!
Als nächstes Wasserloch lag dann "Rooibrak" auf unserem Weg. Mal sehen, ob uns dort auch was Schönes erwartete.
(Montag, 23.03.2026)
Irgendwann vor Sonnenaufgang wurden wir von den ersten Vögeln und auch den ersten Camp-Nachbarn geweckt, welche möglichst leise sangen oder viel zu laut zusammenpackten. Oder vielleicht war es auch umgekehrt. Egal.
Da ich mich nicht an die vergangene Nacht erinnern konnte, mussten wir gut geschlafen haben, so dass wir gut erholt in unseren Fahrtag mit eingebauter Pirschfahrt starten konnten. Denn heute mussten wir ja spätestens zur Mittagszeit wieder zurück nach Namibia, so dass wir die restlichen 266 km nach "Lapa Lange" noch im Tageslicht schaffen würden.
Ähnlich wie unsere Nachbarn, versuchten wir auch so leise wie möglich unsere sieben Sachen und das Dachzelt zusammenzupacken. Und bis auf das Abschalten der Alarmanalage und das brummende Motorengeräusch unseres Hilux, schafften wir das auch ganz passabel, so dass wir ein paar Minuten vor Sonnenaufgang zum Rezeptions- und Zollgebäude vorfahren konnten.
Ich blieb wie fast immer im Wagen und passte auf unsere Sachen auf, während mein Privat-Chauffeur sich in die Warteschlange vor dem Wärterhäuschen einreihte. Und während ich es mir in der Fahrerkabine schon einmal gemütlich machte, hörte ich mit einem Ohr den Konversationen in der Warteschlange zu.
Neben dem üblichen Small-Talk über das Wetter, wurden hier im Kgalagadi Transfrontier Park natürlich auch die letzten Sichtungen besprochen. Und da wir ja erst gestern aus dem Gebiet um "Nossob" kamen, konnte mein Privat-Chauffeur natürlich von unseren tollen Löwen-Sichtungen erzählen. Wenn auch gut gemeint, so waren diese Erzählungen für eine der wartenden Besucherinnen, ich nenne sie jetzt mal "Helen", wie Salz auf eine offene Wunde, denn sie sagte daraufhin:
Helen: "I would be so happy to see a lion. Haven't seen one in four days!"
Privat-Chauffeur: "Well... One lion, I can guarantee you!"
Okay, das war mein Stichwort.
Ich fing mir also schon mal an mein Fell zu putzen, während mein Privat-Chauffeur mit seinem Blick in die Zukunft und der darin garantiert vorkommenden Löwen-Sichtung die Frau anlächelte, welche ihrerseits natürlich erst einmal völlig irritiert war. Und ein anderer Parkbesucher, welcher wohl meinte, dass mein Privat-Chauffeur das wohl nur ironisch gemeint haben könnte, setzte sogar noch einen obendrauf.
Park-Visitor: "I will not leave this park before I have seen a leopard!"
Naja, ich hoffe er hatte noch mindestens 4 Wochen im Park vor sich...
Als sich dann die Warteschlange in Bewegung setzte, konnte mein Privat-Chauffeur unseren Laufzettel dann auch schon recht bald in Empfang nehmen. Und natürlich kam er danach gleich darauf zu mir und bat mich höflichst "Helen" zu seiner versprochenen Löwen-Sichtung zu verhelfen. Und da ich das sehr gerne tue, ließ ich mich dann auch nicht zweimal bitten. Nach einem weiteren Informations-Verarbeitungs-Moment hat "Helen" sich dann aber gefreut, gelacht und uns viel Sichtungs-Glück gewünscht. 😄
Zur Belohnung für meine gute Tat, dürfte ich dann noch auf einer Oryx-Antilope reiten. =^.^=
Um 6:40 Uhr verliessen wir dann "Twee Rivieren" und fuhren geradewegs zur Wasserstelle "Samevloeiing".
Dort sahen wir zwar keine grösseren Tiere, dennoch ging es dort zu wie in einem Taubenschlag.
Ich glaube in diesem Moment habe ich mir gewünscht, dass sich mein Privat-Chauffeur auch mal verfährt und einfach dem Nossob-Tal weiter folgt. Aber diesen Gefallen tat er mir natürlich nicht und fuhr das Stück zurück zur Kreuzung und dann die Auob-Strasse hinauf in die Dünen. Und wie erwartet sahen wir, ausser ganz viel natürlicher Fauna, erst einmal nichts.
Und hinter der nächsten Düne,... wieder nichts.
Aber wenn schon nicht auf die Vierbeiner verlass ist, so zumindest auf die flugfähigen Bewohner. Denn nur eine Düne weiter sahen wir einen dunklen Punkt auf der Strasse stehen. Dieser dunkle Punkt entpuppte sich beim näher kommen zur Weißflügeltrappe / Northern Black Korhaan. Für mich ein schönes Erfolgserlebnis, da ich doch tatsächlich seine Art bestimmen konnte!
Seinen grossen Bruder, die Riesentrappe, erkannte ich hingegen auch schon ohne Nachschlagewerk. 🙂
Weniger Erfolg hatte ich jedoch mit diesem Vogel, der am Himmel seine Kreise zog.
(Danke Konni für die Bestimmung dieses Schwarzbrust-Schlangenadlers!)
Und diesen vielleicht noch jungen Lannerfalken...
,sowie diesen Singhabicht...
... hätte ich ohne meine SSSuSS (Safaris-Singhabicht-Steppenbussard-und-Schlangenadler-Sammlung) nicht bestimmen können.
Und wie KTP-Kenner am nächsten Foto gut erkennen können, war dies auch schon die ganze Foto-Ausbeute bis "Auchterlonie".
Danach steigerte sich unser Sichtungs-Glück jedoch merklich, denn hinter "Gemsbokplein" rief mein Privat-Chauffeur plötzlich völlig entzückt zu mir.
Privat-Chauffeur: "Oh, schau mal! Wir haben Glück! Ich kann eine Giraffe sehen!"
Was der Gute jedoch übersah, waren die zunächst vier...
... und dann die gefühlt komplette Giraffenpopulation des südlichen Auob, welche wie wandelnde Türme durchs Tal zogen.
Irgendwie auffällig in der Gruppe war die eine Giraffe ganz rechts, welche ein deutlich dunkleres Muster als die anderen hatte. Hier lies ich mich durch meinen Privat-Fotografen belehren, dass dies wohl einer Mähne bei Löwen entspräche. Okay, das nehme ich jetzt, nicht hinterfragt, einfach mal so hin.
Mit dem Blick noch in der Ferne, hätten wir dabei fast die Erdmännchen-Familie übersehen, welche sich unweit der Strasse zum Abschied der Namib-Löwen-Königin, also meiner Wenigkeit, aufgestellt hatten.
Das war echt süß von euch!
Als nächstes Wasserloch lag dann "Rooibrak" auf unserem Weg. Mal sehen, ob uns dort auch was Schönes erwartete.