Hallo, wir sind wieder zurück von unserer 5-wöchigen Camperreise durch Tasmanien und einem anschließenden kurzen Aufenthalt in Melbourne. Es war eine wundervolle Zeit mit vielen Wanderungen in traumhaften Landschaften.
Es war unsere 6te Reise nach Down Under und die 2te nach Tasmanien. Wir waren auf Tassie vor 25 Jahren (2001) mit einem Mietwagen und Zelt unterwegs. Aber jetzt reisen wir lieber etwas komfortabler und deshalb hatten wir einen Camper, einen Deuce Plus von Mighty Campers, in Deutschland zu einem sehr günstigen Preis gebucht. Die Reise hat uns besser gefallen wie die 4-wöchige Rundreise durch Neuseeland vor 10 Jahren, wo wir mit dem gleichen Camper unterwegs waren. Dort war es uns an vielen Orten zu touristisch. Auch auf Tassie war zwar auch noch Hochsaison (Februar), da nach dem Ferienende jetzt viele Grey Nomads vom Festland mit ihren 4x4 Motorhomes unterwegs dort sind und auch Asiaten (vor allem Chinesen) die drei Top-Sights besuchen.
Ich hoffe mein Bericht trifft auf Interesse, hier schon mal einige Fotos zur Einstimmung.
Hobart, Battery Point
Überall tolle Farne
Cradle Mountain
Der Tasmanische Teufel
Edge of the World, die wilde raue Westküste
Wanderung im Märchenwald
Ein Wallaby-Besuch am Camper
Bay of Fire mit ihren orangen Flechten auf den Steinen
Wineglass Bay im Freycinet NP
Stanley
Teil 228. März 2026
Erstmal eine allgemeine Einführung:
Wir hatten fast 8 Monate im Voraus einen etwas komfortableren Camper (von Maui) über Bestcampers gebucht. Danach wurden aber einige Camper bei THL immer günstiger, so dass wir nach zwei Stornierungen den Deuce Plus für unglaubliche ca 75,- € am Tag gefunden hatten. Der erste Camper sollte mehr als das Doppelte kosten. Zu dem THL Konzern in Australien gehören mittlerweile alle großen Marken… Maui, Apollo, Britz, Mighty, Cheapa Campa & Hippie. Die Camper durchlaufen im Konzern die verschiedenen Marken, von Premium bis budgetfreundlichen Fahrzeugen für Backpacker. Unser war schon etwas älter (5 Jahre) von Mighty, die Fahrzeuge von Maui sind bis zu 4 Jahre alt. Deshalb dachten, wir okay… bei vielleicht einem Jahr Unterschied können wir auch den viel günstigeren buchen.
Wie ich kurz vorher erfuhr, werden mittlerweile alle Camper in Down Under getrackt. Es ist erlaubt max. 12 km Off-Road (auch Gravel Road) bis zum Camping-Platz oder einer Sehenswürdigkeit zu fahren. Wir sind eigentlich bisher immer längere Strecken in Australien und NZ Gravel Road gefahren, was auch nie ein Problem war. Aber gut, so entfielen schon mal einige Sights, z. B. der Ben Lomond NP.
Einige Campingplätze an den Hot Spots haben wir schon von D vorgebucht… z.B. Lake Saint Claire (weil das unsere erste Station nach Hobart war), Cradle Mountain und Freycinet NP. Alles andere wollten wir vor Ort organisieren.
Da wir Schnäppchenjäger sind, hatten wir einen günstigen Business-Flug von Helsinki über Frankfurt, Hong Kong nach Melbourne gefunden. Das hieß aber, je eine Übernachtung in Helsinki und Melbourne. Nach gefühlt 3 Tagen Flug (sehr komfortabel mit Cathay) waren wir endlich in Hobart. Unsere Unterkunft in Hobart lag genau zwischen Airport und der Vermieter-Station von THL… war aber ein ziemlicher Reinfall, da es von dort nicht erlaubt war weder zum Flughafen noch zur Vermieter-Station zu laufen. Wir organisierten ein Uber-Taxi in die Stadt, kauften ein Prepaid Karte von Telstra und erkundeten den Hafen und Battery Park.
Am nächsten Morgen wieder mit einem Uber zur nahen Vermieter-Station von THL. Die Einführung war extrem kurz gehalten, es gab keine allgemeine Einweisung ins Fahrzeug. Wir wurden nur darauf hingewiesen, welche Strecken wir mit dem Camper nicht fahren sollten. Da erinnere ich mich an die umfangreiche Einführung 2010 in Darwin. Der Vermieter (Apollo) damals erklärte uns alles sehr genau.
Hobart Battery Park
Downtown Hobart
Unser zu Hause für die nächsten 5 Wochen
Teil 329. März 2026
Innerhalb von ca. 15 Minuten saßen wir im Camper. Danach fuhren wir zur nahen Shopping Mall, um Lebensmittel und das übliche Camper-Kleinzeug einzukaufen. Auch hatte die Aktivierung der Telstra Pre-Paid Karte nicht funktioniert. Recht spät erreichten wir den Campingplatz im Lake St. Clair Nationalpark. In der Nacht sanken die Temperaturen auf 2 Grad. Unsere Daunenschlafsäcke aus D waren die Rettung. Nur mit den dicken Decken des Vermieters wären wir erfroren, da die Camper in Australien im allgemein nicht isoliert sind. In der Nacht schliefen wir aber nicht nur deshalb kaum. Die einzelnen Matratzenteile, die zum Bett zusammengelegt werden, waren so durchgesessen und durchgelegen, dass man eigentlich direkt auf den Brettern schlief. Nach dem Frühstück machten wir uns mit dem Camper vertraut und räumten einige Sachen um. Der angemietete Heizlüfter schaffte es kaum den Innenraum aufzuheizen und Bewegung tut ja bei Kälte bekanntlich gut. Wie sich dann herausstellte, konnte man mit der Klimaanlage auch heizen.
Gegen Mittag starteten wir dann doch noch eine Wanderung zum Shadow Lake, den Shadow Lake Circuit. Am Anfang wandert man durch von Eukalypten dominierten Wald, dann erreicht man den Shadow Lake, mit seinem über das Ufer gebeugten abgestorbenen Bäumen. Der Weiterweg führt durch eine offene, feuchte Moorlandschaft, um schließlich nach dem Eukalyptuswald wieder den Campingplatz zu erreichen. Wir laufen recht geruhsam und waren um 18 Uhr wieder am Camper.
Die nächste Nacht und auch der Morgen war dank der Klima-Heizanlage schon viel angenehmer auszuhalten. Auf den Weg Richtung Strahan machten wir zwei der '60 Great Short Walks' of Tasmania und kauften in einem kleinem Shop in Queenstown eine passende Luftmatratze. Was waren wir happy. So allmählich freundeten wir uns mit dem Camper an.
Eine Brücke auf dem Shadow Lake Circuit.
Aus der Südseemyrte wird Manukaöl und Manuka-Honig gewonnen
Der Shadow Lake, mit über das Ufer gebeugten Bäumen
Durch die Moorlandschaft führen tolle Boardwalks, damit die Füße trocken bleiben
Hochmoorlandschaft mit verschiedenen Myrtengewächsen
Der Pink Robin ist wirklich so pink
Frechen Gelbohr-Rabenkakadus sind wir auch begegnet
Die extrem giftige Tigersnake.
Bemooste Bäume
Eine der 60 Great Short Walks führte zu einem Wasserfall
Das urige Queenstown. Wir hatten nicht erwartet in dem kleinem Ort ein Shop zu finden, der die passende Luftmatratze für uns hatte
Teil 430. März 2026
Im nächsten Ort, Strahan, wollten wir etwas länger bleiben. Strahan ist eine verschlafene 700 Seelen Gemeinde an Tasmaniens wilder Westküste. Der natürliche Hafen Macquarie Harbour und die Abgeschiedenheit war ideal für die Errichtung der Sträflingskolonie auf Sarah Island.
Den ersten Tag unternahmen wir morgens eine Wanderung im 10 km entfernten Dünenfeld ‘Henty Dunes‘. Der Aufstieg ist extrem steil und eigentlich wollten wir von dort direkt zum Strand, aber der Weg schien uns zu weit und es gab nur viele viele Tierpfade. Wir hätten uns mit Sicherheit verirrt. Nachmittags dann ein weiterer kleiner Spaziergang am 33 km langen einsamen Ocean Beach. Kein Mensch weit und breit.
Später zurück im Ort organisierten wir für den nächsten Tage eine Tageskreuzfahrt mit ‘The Red Boat‘ zum Gordon River. Das familiengeführte Unternehmen bietet Tagesexkursionen durch die gefürchtete Meerenge ‘Hells Gate‘, zur Gefängnisinsel ‘Sarah Island‘ und in die Tasaman Wilderness, dem Gordon River an.
Kurz nach dem Verlassen des Ortes passiert man die gefürchtete Meerenge ‘Hells Gate‘. So von den Sträflingen benannt, weil sie sich auf dem Weg zur Hölle auf Erden, nach ‘Sarah Island‘ befanden. Von hier gab es für sie kein Zurück mehr. Sarah Island war eine der schlimmsten Orte für Häftlinge in ganz Australien. Auf Sarah Island kann man entweder auf eigener Faust oder in Gruppen mit Guide die kleine Insel erkunden. Leider sind von den Unterkünften nur noch Ruinen erhalten. Ein weiteres Highlight ist die Fahrt vorbei am dichten Regenwald hinein in den Gordon River. Hier gibt es keine Straßen und Wege. Beim Landgang werden einem die verschieden Bäume, Pflanzen und die Bedeutung des UNESCO Weltnaturerbes ausführlich erklärt. Besonders die riesigen und uralten Huon Kiefern erregen unser Interesse. Die Urwaldriesen werden bis zu 2.000 Jahre alt und wurden bis in die 70er Jahre zur Holzgewinnung gefällt. Eignete sich deren hartes Holz doch ideal für den Schiffsbau. Obwohl wir eigentlich nicht so Cruise-Reisende sind, war die Tagestour sehr informativ und absolut empfehlenswert.
Die Henty Dunes, ca. 10 km von Strahan
Doch sehr weit entfernt, der Strand.
Kein Mensch am 33 km langen Ocean Beach
Mit 'The Red Boat' entspannt durch die Wildnis gleiten
Hells Gate, die gefürchtete Meerenge
Gefängnisinsel Sarah Island
Es stehen nur noch Ruinen
Hinein in den Gordon River, vorbei an dichtem Regenwald
Das verschlafene Strahan gefiel uns sehr
Teil 531. März 2026
Nach unserem Aufenthalt in Strahan ging es für uns weiter Richtung Corinna… ein Ort, den wir bei unserer ersten Tasmanienreise 2001 ausgelassen hatten. Diesmal wollten wir unbedingt die wilde Tarkine entdecken. Da die Heizung in unserem Camper nur mit Stromanschluss funktionierte, planten wir, auf dem Campingplatz im Corinna Wilderness Village zu übernachten. Doch schon Tage im Voraus war alles ausgebucht. Trotzdem machten wir uns auf den Weg… in der Hoffnung, irgendwo in der Natur einen freies Plätzchen zu finden.
Die Strecke von Strahan nach Corinna führt über etwa 4 km Sandpiste. Kurz vor dem Ort muss man den Pieman River mit einer Barke überqueren. Die Fatman Barge ist dabei die einzige einspurige Autofähre Australiens. Als wir ankamen, wartete nur ein weiterer Camper vor uns. Währenddessen nutzte ich die Zeit, um die zwei nahegelegenen Gräber zu besichtigen.
Direkt hinter der Fähre liegt die ehemalige Goldgräberstadt Corinna. Im Wilderness Village erkundigten wir uns nach möglichen Stornierungen… leider ohne Erfolg. Also setzten wir unsere Fahrt auf der Sandpiste fort… 12 km waren ja erlaubt. Kurz nach einer Holzbrücke entdeckten wir auf einer kleinen Anhöhe direkt am Savage River– umgeben von hohen Huon Pines – tatsächlich einen freien Stellplatz. Was für ein Glück! Wir richteten uns sofort gemütlich ein und genossen den Blick auf die alte Brücke und den Fluss.
Ein weiterer Glücksfall: Direkt von unserem Stellplatz aus starteten zwei Wanderwege. Wir entschieden uns, das Auto nicht mehr zu bewegen… der Platz wäre vermutlich sofort neu besetzt worden. Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg zum Mount Donaldson: rund acht Kilometer mit etwa 460 Höhenmetern. Unterwegs zogen dunkle Regenwolken auf, und oben empfing uns ein eisiger Wind… dafür hatten wir überraschend guten Handyempfang.
In der Nähe der Brücke befand sich noch ein weiterer freier Platz. Beim Vorbeifahren hatten wir dort vier Biwakzelte gesehen, ansonsten war weit und breit niemand zu sehen. Doch gegen 22 Uhr wurde es plötzlich unruhig: Junge Männer suchten mit starken Scheinwerfern das Ufer ab. Wahrscheinlich auf der Suche nach dem Platypus? Kurz darauf, gegen 22:30 Uhr, starteten sie eine laute Motorsäge. Wir saßen sofort kerzengerade auf unserer wackeligen Luftmatratze und spähten vorsichtig aus dem Fenster. Schnell beruhigten wir uns wieder… vermutlich sammelten die Jungs einfach nur Brennholz.
Am nächsten Morgen stand eine weitere Wanderung an: zum Wrack der S.S. Croyden. Der Weg führte zunächst an den jungen Aussies – die waren noch am Ausnüchtern – in den Biwakzelten vorbei und dann entlang des Savage River. Der Pfad war kaum zu erkennen, die Bäume dicht mit Moos bewachsen, und immer wieder musste man unter riesigen Baumfarnen hindurchgehen. Am Wrack angekommen, fanden wir eine schöne Holzplattform, die zum Verweilen einlud. Eigentlich hatten wir geplant, anschließend noch nach Corinna weiterzuwandern und im Wilderness Village Kaffee und Kuchen zu genießen. Doch das erschien uns dann doch zu weit.
Trotz Kälte und gelegentlicher Regenschauer waren die zwei Nächte im Busch einfach wundervoll. Einen Platypus haben wir allerdings nicht gesehen.
Die Sandpiste im Tarkine
Zwei Gräber in der Nähe der Anlegestelle
Die Fatman Barge über den Pieman River
Unser schöner Stellplatz an der alten Holzbrücke an der Norfolk Road
Die Wanderung zum Mount Donaldson
Schlechtes Wetter zieht auf
Die Aussicht vom Mount Donaldson
Auf dem Weg zum Wrack der S.S. Croyden
Der dunke Savage River
Das alte Wrack der S.S. Croyden
Baumfarne und bemooste Bäume auf dem Weg. Wir waren die einzigen Wanderer.
Die alte Holzbrücke an der Norfolk Road
Abendessen mit Ausblick
Tarkine im Nebel
Teil 631. März 2026
Ursprünglich hatten wir geplant, auf der Norfolk Road nach Norden bis zum Tarkine Drive zu fahren. Da mit unserem Fahrzeug jedoch nur 12 km Sandpiste erlaubt waren, die Strecke bis zum Western Explorer Highway aber etwa 75 km beträgt, war uns das Risiko zu groß. Deshalb entschieden wir uns, über Waratah in Richtung Cradle Mountain zu fahren.
In Waratah machten wir einen kurzen Halt und schauten uns den Wasserfall an, der direkt im Ort liegt. Am frühen Nachmittag erreichten wir den riesigen Campingplatz am Cradle Mountain. Im Visitor Center erkundigten wir uns noch schnell nach möglichen Wanderungen für den nächsten Tag.
Vor 25 Jahren hatten wir etwas mehr Zeit am Cradle Mountain verbracht. Damals waren wir sogar bis zum Gipfel des Cradle Mountain gewandert… das letzte Stück musste man regelrecht hinaufkraxeln. Dieses Mal erschien uns das jedoch etwas zu anstrengend. Stattdessen entschieden wir uns für eine Wanderung rund um den Dove Lake (die wir auch schon 2001 gemacht hatten), weiter über den Wombat Pool Track und den Crater Lake bis zur Bushaltestelle am Ronny Creek. Insgesamt sollte die Strecke etwa 14 km lang sein. Ein freundlicher Ranger erklärte uns, dass der Park inzwischen nicht mehr mit dem eigenen Auto befahren werden darf. Der Zugang erfolgt ausschließlich per Shuttlebus, der etwa alle zehn Minuten fährt und im Parkpass enthalten ist.
Am nächsten Morgen machten wir uns zu Fuß vom Campingplatz auf den Weg zur Bushaltestelle. Dort warteten bereits einige Wanderer, und mit dem zweiten Bus konnten wir schließlich mitfahren. Der Busfahrer machte unterwegs ein paar Witze, und wir stiegen am Dove Lake aus. Dort waren zunächst erstaunlich viele Menschen unterwegs. Die meisten kehrten jedoch schon am Glacier Rock wieder um. Hinter dem Dove Lake wurde es dann deutlich ruhiger, und schließlich erreichten wir den langen Boardwalk des Overland Tracks, kurz vor Ronny Creek. Hier hatte sich eine größere Menschengruppe versammelt, denn direkt neben dem Boardwalk grasten mehrere Wombats. Alle zückten ihre Handys, zum Glück wurden keine Selfies mit den Tierchen gemacht.
Im Nachhinein war es wohl genau richtig, dass wir nur einen Tag am Cradle Mountain verbracht haben. Landschaftlich ist die Gegend zwar nach wie vor beeindruckend, doch ein wenig von ihrem ursprünglichen Charme hat sie inzwischen sehr eingebüßt.
Der Wasserfall direkt in Waratah
Bizarre Hausdekoration in Waratah
Der Bus-Shuttle zu den Ausgangspunkten
Wunderschöne Bergwelt
Nach dem Dove Lake Circuit wurde es etwas ruhiger
Die endemischen Pandanis (Riesengrasbäume) interessierten mich sehr.
Die grasenden Wombats sorgten für einen Menschenauflauf
Teil 702. Apr. 2026
Wie schon erwähnt, konnten wir mit unserem Camper den Western Explorer Highway nicht fahren. Stattdessen nahmen wir den Umweg über Cradle Mountain und Stanley und kehrten anschließend noch einmal ins Tarkine-Gebiet zurück, um den Tarkine Drive zu fahren.
Stanley ist ein kleiner historischer Fischerort an der Nordküste und vor allem bekannt für den markanten Vulkankegel „The Nut“ sowie für seine Pinguine, die nach Sonnenuntergang zu ihren Höhlen am Campingplatz zurückkehren. Meiner Erinnerung nach gab es 2001 die Zwergpinguine dort noch nicht.
Ein weiteres Highlight ist der Aufstieg auf den Vulkankegel „The Nut“. Da ich mir leider am Tag zuvor das Knie verrenkt hatte, brachte mich der Sessellift ganz entspannt auf den 143 Meter hohen Gipfel. Die Aussicht auf das Meer sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.
Am nächsten Tag starteten wir zur etwa 200 Kilometer langen Rundfahrt auf dem Tarkine Drive. Die Hauptstrecke ist inzwischen größtenteils befestigt. Mindestens eine Übernachtung sollte man für diese Tour einplanen. Wir begannen mit dem Abschnitt durch den Regenwald und hielten an mehreren Lookouts an. Ein besonderes Highlight ist der „Trowutta Arch“, ein riesiger Felsbogen, der den Blick auf eine Höhle freigibt. Diese ist auf einer Seite offen und hat in der Mitte ein kleines Sinkhole, umgeben von üppigen Baumfarnen.
Nach dem Regenwald erreicht man die raue, windgepeitschte Küste. Wir stoppten an den Felsen der Couta Rocks und schauten noch kurz beim „Edge of the World“ vorbei… es war unglaublich stürmisch, kalt und regnerisch. Danach organisierten wir im Park Office am Arthur River einen einfachen Campsite für drei Dollar, die Wahl fiel auf Prickly Water.
Von unserem fast leeren Campground führte ein kurzer Spaziergang zur wilden Küste. Am Strand lagen zahlreiche angespülte Stämme der alten Huon Pines. Die Nacht war regnerisch, und am nächsten Morgen fuhren wir noch einmal zum „Edge of the World“. Der Name passt perfekt: Der Wind war unglaublich stark, und die Wellen schlugen mit voller Kraft gegen die Felsen und Küste, aber dafür schien die Sonne. Nachdem wir noch einen kurzen Abstecher zum Bluff Hill Point Lighthouse gemacht hatten, fuhren wir direkt zu unserer nächsten Station: dem traumhaften Boat Harbour Beach.
Stanley, mit dem Ayers Rock Tasmaniens 'The Nut'
Mit dem Sessellift nach oben. Blick auf unserem Campingplatz
Blick in die „Trowutta Arch“
Die Küstenstraße
Ceuta Rocks mit dramatischem Himmel
Spaziergang von Campground Prickly Wattle zum Strand
Riesige Houn Pine Stämme am Strand
„Edge of the World“ die weiteste Ausdehnung an Meeresflächen ohne Landmasse… 15.000 km bis zur Ostküste Patagoniens in Argentinien
Teil 803. Apr. 2026
Boat Harbour Beach ist der ideale Ausgangspunkt, um die Strände der Umgebung und den nahegelegenen Rocky Cape National Park zu erkunden. Vom Campingplatz aus hatten wir einen atemberaubenden Blick über die Bucht mit ihrem kristallklaren Wasser und der hügeligen Küste. Im Park selbst gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten, daher unternahmen wir von hier einem Strandspaziergang entlang des Sister Beaches und im Park kurze Touren zum Leuchtturm und zu verschiedenen Aussichtspunkten. Im Park gibt es viele Höhlen, die den Aboriginals früher als Schutzräume dienten, und nicht betreten werden dürfen.
Nach zwei Nächten fuhren wir weiter zum Narawntapu National Park, der auch als „Serengeti Tasmaniens“ bezeichnet wird. Vor 25 Jahren trug der Park noch den Namen Asbestos National Park. Im Parkbüro bezahlten wir für einen einfachen Busch-Campground, auf dem wir zwei Nächte bleiben wollten. Da es Wochenende war, hatten bereits viele „Grey Nomads“ die meisten Stellplätze belegt, Mit etwas Glück fanden wir jedoch noch ein schönes Plätzchen in der Nähe von Bakers Beach… einem kilometerlangen, wunderschönen Strand, den wir noch am selben Tag entlangspazierten. Von Reisenden aus Übersee wird der Park oft übersehen.
Durch die vielfältigen Landschaftsformen – Grasland, Laubwälder, Feuchtgebiete, Lagunen und Küstenabschnitte – ist der Park besonders artenreich. Allerdings war es an diesem Tag sehr warm, sodass wir hauptsächlich Wallabys, Pademelons und Forester-Kängurus zu Gesicht bekamen. Auf unserem Spaziergang zu einer Vogelbeobachtungshütte an der Lagune konnten wir außerdem zahlreiche Wasservögel beobachten.
Am nächsten Tag fuhren wir noch etwas weiter in den Park hinein und unternahmen eine weitere Wanderung entlang von Bakers Beach und hinauf zum Aussichtspunkt auf dem 115 Meter hohen Archers Knob. Von dort oben bot sich uns ein beeindruckender Blick über den langen Strand, die Feuchtgebiete und das weite Grasland – einfach traumhaft.
Boat Harbour, das Meer schillert in den unterschiedlichsten Blautönen. Wir hatten endlich auch wärmeres und sonniges Wetter
Was für ein Ausblick vom Campingplatz!
Er und sein Hund hatten sich einen noch besseren Aussichtsplatz gesucht
Wanderung vom Sisters Beach
Mittagsrast am Parkplatz neben dem Sisters Beach
Im wenig besuchten Rocky Cape NP
Traumhafte Rastplätze aber übernachten im Park war nicht erlaubt
Und weiter zum Narawntapu NP: hier ein Spaziergang am endlosen Bakers Beach
Surfen und Angeln, die Hauptbeschäftigung der Aussies in ihrer Freizeit
Besuch am Buschcamp im Park
Australischer Grasbaum
Wanderung zum Aussichtspunkt Archers Knob
Ausblick von Archers Knob auf das Grasland und die Lagune
Etwas scheu das Pademelon
Spaziergang zum Bird Hide an der Lagune
Lappenente
Wir nannten sie Buschhühner
Teil 907. Apr. 2026
Auf dem Weg zur Bay of Fires lag das Trowunna Wildlife Sanctuary nahezu auf unserer Route, sodass wie einen kurzen Abstecher dorthin machten. In diesem privat geführten Naturschutzgebiet kümmert man sich um verletzte und verwaiste einheimische Tiere, die nicht mehr ausgewildert werden können. Auch gibt es Zucht- und Erhaltungsprogramme. Der Tasmanische Teufel leidet seit 1996 unter einer spezifischen, tödlichen Krebserkrankung.
Besucher haben hier die seltene Gelegenheit, die Tiere in einer naturnah gestalteten Umgebung zu beobachten. Das Gelände lässt sich eigenständig erkunden, zusätzlich werden mehrere Führungen angeboten. Bei den interaktiven Touren, jeweils um 11:00, 13:00 oder 15:00 Uhr, kann man einem Wombat ganz nah kommen und den Tasmanischen Teufel kennenlernen. Ein besonderes Highlight ist dabei die Fütterung einer Gruppe lebhafter Tasmanischen Teufel. In weiteren Gehegen lassen sich außerdem verschiedene Vogelarten, Possums und Beutelmarder entdecken.
Den großen Campingplatz in St. Helens am Bay of Fires erreichten wir am Nachmittag. Hier verbrachten wir den restlichen Tag mit Wäsche waschen, kochen und relaxen.
Ein Wombat wird vorgestellt
Der Wombat auf dem Laufsteg
Ein erwachsener Tasmanischer Teufel
Ein totes Wallaby wurde in weniger als 15 Min von der Meute vollständig verzehrt
Ihm ist es zu heiß
Tasmanische Teufel besitzen im Verhältnis zu ihrer Körpergröße eine extrem starke Beißkraft, die zu den höchsten aller lebenden Säugetier-Fleischfresser zählt.
Ein Beutelmarder, ein Verwandter des Tasmanischen Teufels
Teil 1007. Apr. 2026
Mit ihren endlos puderweißen Stränden, den markanten orange-roten Felsen und dem azurblauen Meer zählt die Bay of Fires zu den beliebtesten Reisezielen Tasmaniens. Die ersten beiden Nächte verbrachten wir auf dem großen BIG4-Campingplatz in St. Helens.
Am nächsten Tag unternahmen wir einen Tagesausflug zur nahegelegenen Binalong Bay und schauten uns einige freie Campsites an. Mein Gott, waren die voll! Überall standen die australischen „Grey Nomads“ mit ihren Motorhomes und teilweise riesigen Zeltstädten.
Auf der Rückfahrt hielten wir in der Stadt am Informationsbüro, um uns nach freien Campgrounds im Park zu erkundigen. Die freundliche Mitarbeiterin erklärte uns, dass wir die besten Chancen auf einen freien Platz zwischen 10 und 11 Uhr morgens hätten… dann würden viele Camper abreisen.
Unsere Wahl fiel schließlich auf den Swimcart Beach. Dort gab es schöne, ruhige Stellplätze im Busch. Direkt am Strand wollten wir wegen des starken Winds nicht stehen.
Einen weiteren Ausflug machten wir zu „The Gardens“. Am Gardens Lagoon Beach wagte ich sogar ein Bad im eiskalten Wasser… allerdings nur kurz. Die Kälte prickelte regelrecht auf der Haut.
Kurz überlegten wir noch, ob wir das Risiko eingehen sollten, die etwa 50 Kilometer lange, nicht asphaltierte Piste zur Ansons Bay zu fahren. Letztlich entschieden wir uns dagegen… das Risiko einer Panne wäre uns einfach zu groß gewesen.
Am Swimcart Beach hätten wir durchaus noch länger bleiben können, denn im nahegelegenen St. Helens gab es eine Dumpstation und Frischwasser. Doch wir wollten schließlich noch mehr entdecken.
Puderweißer Sand, türkisfarbenes Meer und die orange-roten Felsen
Abendstimmung am Swimcart Beach
The Gardens
Der Beweis, ich war im eiskaltem Meer.
Trotz der Beliebtheit findet man noch einsame endlose Strände
Teil 1110. Apr. 2026
So allmählich erreichten wir die sonnigeren und milderen südlichen Regionen Tasmaniens. Unsere nächste Station war der Freycinet National Park. Wie schon im Jahr 2001 wollten wir dort erneut den kleinen Wineglass Bay Track unternehmen.
Der etwa 12 km lange Rundweg führt zunächst zum Wineglass Bay Lookout, von wo aus man hinunter zur Wineglass Bay gelangt. Anschließend geht es über den Isthmus Track weiter zur Hazards Beach. Der anschließende Hazards Beach Track entlang der Felsküste zieht sich dann doch ziemlich in die Länge, bis man schließlich wieder den großen Parkplatz erreicht.
Eigentlich war nur der Abschnitt bis zum Lookout und der Abstieg zur Wineglass Bay recht stark besucht. Danach wanderte man sehr entspannt weiter und begegnete nur wenigen anderen. Vielleicht lag das aber auch daran, dass wir schon früh am Morgen, direkt zur Parköffnung, mit der Wanderung begonnen hatten.
Der BIG4 Iluka on Freycinet Holiday Park war von uns lange im Voraus gebucht worden… eine gute Entscheidung, denn der Platz erwies sich als sehr beliebt. Nach zwei Nächten setzten wir unsere Reise entlang der Küste fort und fuhren weiter nach Triabunna. Unterwegs machten wir noch einen Abstecher zum Bolton’s Beach, wo wir eine Mittagspause einlegten und einen Spaziergang am endlos wirkenden Strand unternahmen, bevor sich am Himmel dichte Regenwolken zusammenzogen.
In Triabunna angekommen, richteten wir uns zunächst auf dem örtlichen Caravan Park ein und besuchten anschließend noch die Fährstation, denn für den nächsten Tag wollten wir früh die Insel Maria Island besuchen
Das Postkartenmotiv vom Wineglass Bay
Hier wollten wir runter
Am Wineglass Bay Beach
Der Hazards Beach nach dem Isthmus
Ein Spaziergang am Strand vom BIG4 Iluka
Sonnenuntergang am BIG4
Das Surfbrett wird den Kids schon in die Wiege gelegt
Maria Island, vom Boltons Beach aus gesehen
Dunkle Regenwolken am Boltons Beach
Teil 1211. Apr. 2026
Der Caravan Park in Triabunna wirkte etwas aus der Zeit gefallen. Der Toilettenblock stammte vermutlich noch aus den 60er-Jahren, und für den großen Platz gab es lediglich zwei Toiletten und Duschen. Außerdem hatten sich dort einige Aussies wohl notgedrungen dauerhaft niedergelassen. Die Mieten… ebenso wie die Lebensmittelpreise (mit Ausnahme von Fleisch), sind auch in Tasmanien sehr hoch.
Die Fähre nach Maria Island hatten wir bereits mehr als eine Woche im Voraus gebucht. Die spätere Rückfahrt um 16:15 Uhr war schon komplett ausgebucht, und es gab auch keine Stornierungen. Dadurch war unser Aufenthalt auf der Insel leider recht kurz. Die Hinfahrt startete um 8:30 Uhr, Ankunft etwa eine Stunde später… damit blieben uns rund fünf Stunden bis zur Rückfahrt um 14:30 Uhr.
Auf der Fähre waren hauptsächlich chinesische Touristen, die direkt aus Hobart angereist kamen. Für den Tag hatten wir Mountainbikes gemietet und planten, Richtung Süden zu fahren. Das stellte sich als sehr gute Entscheidung heraus, denn die meisten Besucher blieben im Hauptort und hielten auf den Wiesen Ausschau nach Wombats.
Wir radelten entspannt an der Küste entlang, machten einen kurzen Stopp bei Frenchs Farm und fuhren anschließend noch einen Abstecher zur Encampment Cove, bevor wir über die Convict Cells wieder Richtung Norden zurückkehrten. Auf den Wiesen bei Frenchs Farm soll es eigentlich viele Wombats geben. Da es jedoch sehr warm war und das Gras ziemlich vertrocknet, blieben die meisten Tiere lieber in ihrem Bau.
Eine längere Pause legten wir schließlich am Four Mile Beach ein. Dort aßen wir unsere mitgebrachten Brote und genossen ein wenig die Sonne. Danach machten wir noch einen kurzen Abstecher zu den Painted Cliffs, bevor wir die Fahrräder wieder abgaben. Gerade noch rechtzeitig erreichten wir die Fähre zurück.
Trotz der begrenzten Zeit war es insgesamt ein sehr schöner Ausflug.
Bis in die 60er Jahre wurde auf der Insel Landwirtschaft betrieben. 1972 wurde die Insel zum National Park erklärt
Im Hintergrund sieht man die Reste der Convict Cells
Aussicht auf dem Four Mile Beach
Rast am Four Mile Beach
Painted Cliffs. Viele unternehmen von der Anlegestelle einen Spaziergang zu den Painted Cliffs.
Hühnergänse. Dank der Abgeschiedenheit hat sich Maria Island zum Zufluchtsort für viele Tiere entwickelt.
Commissariat Store. Die Insel gehört wegen der Sträflingsvergangenheit ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe
Zement Silos am Fähranleger. Wir hatten leider etwas wenig Zeit um uns gut zu erkundigen
Teil 1312. Apr. 2026
Allmählich neigte sich unsere Tasmanienreise dem Ende zu, und wir überlegten, wo wir die letzte Nacht vor der Rückgabe des Campers verbringen sollten. Da wir am letzten Tag keine Fähre mehr nehmen wollten – man weiß ja nie, was passieren kann – entschieden wir uns, von Triabunna über Hobart nach Bruny Island zu fahren. Dort wollten wir zwei Nächte auf einem Campingplatz verbringen, bevor wir anschließend wieder über Hobart zur Tasman-Halbinsel zurückfahren. So konnten wir die Fährfahrt am letzten Tag vermeiden, und außerdem liegt die Halbinsel deutlich näher an der Camperstation am Flughafen.
Auf Bruny Island übernachteten wir auf einem Campingplatz in der Adventure Bay. Am spätem Nachmittag unternahmen wir noch einen Spaziergang in Richtung Fluted Cape. Da es bereits recht spät war, schafften wir es nur bis zum Aussichtspunkt mit Blick auf Penguin Island.
Für den nächsten Tag hatten wir eine Küstenwanderung entlang der Labillardiere-Halbinsel geplant. Die Zufahrt dorthin führt über eine längere Sandpiste, die eigentlich etwas mehr als die erlaubten zwölf Kilometer umfasst. Da das Navigationsgerät im Auto ohnehin nicht funktionierte, wagten wir dennoch die Fahrt.
Die rund 16 Kilometer lange Umrundung der Labillardiere Halbinsel füllte den ganzen Tag aus. Zu Beginn führte der Weg noch durch weitgehend unberührte Vegetation. Doch schon bald stellten wir fest, dass ein großer Teil der Halbinsel erst vor Kurzem abgebrannt war. Der Wanderweg war zwar nicht gesperrt, jedoch wurde an mehreren Stellen vor herabfallenden Ästen gewarnt. Wie wir später im Internet nachlesen konnten, hatte der Brand im November 2025 stattgefunden. Inzwischen (Ende Feb. 20026) sprossen die Gräser und Eukalypten jedoch bereits wieder.
Bei unserer Wanderung im Jahr 2001 hatten wir noch viele Kängurus und auch einige Tigersnakes auf dem Weg gesehen… vermutlich sind viele Tiere dem Brand zum Opfer gefallen. Außer einem Echidna gleich zu Beginn der Wanderung begegneten wir diesmal keinem einzigen Tier.
Erst recht spät am Tag erreichten wir schließlich wieder unseren Campingplatz in der Adventure Bay.
Die kurze Wanderung vom Adventure Bay zum Fluted Cape
Abendstimmung am Adventure Bay
Campingplatz mit Aussicht
Die Sandpiste ca. 18 km zur Labillardiere Peninsula. Achtung Känguru
Schuhe müssen vor der Wanderung gereinigt und desinfiziert werden
Hier war die Vegetation noch intakt
Begegnung gleich zu Anfang… ein Echidna
Sehr zutraulich das Echidna
Die Natur erholte sich allmählich von dem Brand vor 3 Monaten
Die Strände waren noch intakt
Fast wie ein Mahnmal oder eine Skulptur
Hier gab es einen schönen Campground von der Parkbehörde fast direkt am Meer. Wäre eine gute Alternative zum Adventure Bay gewesen.
Wenn der Postmann nicht überall hinfährt
Teil 1413. Apr. 2026
Auf der Tasman-Halbinsel entschieden wir uns für den NRMA Port Arthur Holiday Park … einen großen und schönen Campingplatz in Laufnähe des ehemaligen Gefängnisses von Port Arthur Historic Site, das heute zum UNESCO-Welterbe gehört. Das Museumsgelände hatten wir bereits bei unserem letzten Aufenthalt besucht, daher machten wir am späten Nachmittag nur einen kleinen Spaziergang vom Campingplatz entlang der Küste bis zur historischen Anlage.
Am nächsten Tag starteten wir zu unserer etwa 10 km langen und rund vierstündigen Wanderung zum Cape Hauy. Ausgangspunkt war die wunderschöne Fortescue Bay. Anfangs verlief der Weg noch relativ eben, später wechselten sich steile Abstiege mit kräftigen Anstiegen ab. Unterwegs boten sich immer wieder fantastische Ausblicke auf die gewaltigen Doleritfelsen entlang der Küste. Der Aussichtspunkt belohnt schließlich mit einem atemberaubenden Blick auf zwei steil aus dem Meer aufragende Felsinseln: Mitre Rock und The Lanterns. Sie sind nur durch wenige Meter breite Wasserstraßen voneinander und vom Festland getrennt. Noch bekannter sind jedoch die spektakulären Felsformationen am Fuß des Cape Hauy: The Candlestick und Totem Pole. Besonders der Totem Pole stellt mit seinen rund 65 Metern Höhe bei nur etwa vier Metern Durchmesser eine extreme Herausforderung für Kletterer dar und zählt zu den berühmtesten Kletterzielen Australiens. Als Belohnung für die anstrengende Wanderung gönnten wir uns im Café der Port Arthur Lavender Farm einen Lavender Infused Pancake mit Himbeeren, getoppt mit Lavendeleis und Lavendelsahne … eine wahre Geschmacksexplosion.
Am folgenden Tag gaben wir unseren Camper problemlos zurück. Selbst unsere Fahrten von teilweise über 12 km auf Off-Road-Strecken wurden gar nicht registriert. Mit einem Uber fuhren wir anschließend zu unserem vorab gebuchten Hotel, dem Ibis Styles Hobart, im Zentrum der Stadt. Dort unternahmen wir noch einen kurzen Spaziergang über den Salamanca Market und durch die Hafengegend und statteten anschließend der Tasmanian Museum and Art Gallery einen kurzen Besuch ab.
Am nächsten Morgen ging schließlich unser Flug nach Melbourne, wo wir in den folgenden vier Tagen die Stadt erkunden wollten.
Spaziergang zum Port Arthur Historic Site
Die Wanderung zum Cape Hauy, atemberaubende Aussichten auf die Küste
Der Aussichtspunkt ist erreicht
Kletterer am Totem Pole, und das bei den extremen Winden
Die Lavender Farm in der Nähe unseres Campingplatzes
Das musste sein, nach der anstrengenden Wanderung
Sehr schöner Campingplatz mit ruhigen Stellplätzen
Unsere Nachbarn, die Maskenkiebitze. Wallabys und Gelbohr-Rabenkakadus waren weitere Bewohner des Campingplatzes
Besuch des Salamanca Markt in Hobart.
Der Hafen von Hobart
Unsere Route
Teil 1514. Apr. 2026
Die letzten Tage in Melbourne möchte ich euch nicht vorenthalten. Schließlich gilt Melbourne als eine der lebenswertesten Städte der Welt und steht in ständiger Konkurrenz zu Sydney. Mittlerweile hat die Stadt ihre Rivalin sogar bei der Einwohnerzahl überholt.
Nach fast fünf Wochen im Camper konnten wir endlich wieder ein komfortables Hotelbett genießen. Wir hatten ein sehr schönes Hotel im Szenestadtteil Fitzroy gefunden: das The StandardX. Es lag mitten im Viertel und war dennoch angenehm ruhig. Von der Dachterrasse aus hatten wir einen tollen Blick auf die Skyline der Stadt, und am Sonntag fand direkt vor den Türen des Hotels ein Flohmarkt statt.
The StandardX in Fitzroy
Der Sonntagsflohmarkt direkt vor der Haustür
Blick von der Dachterrasse
Bis auf den ersten und den letzten Tag unseres Aufenthalts war das Wetter allerdings alles andere als ideal. Für australische Verhältnisse war der Himmel ungewöhnlich wolkenverhangen und es regnete häufig.
Wir erkundeten die Innenstadt mit ihrem spannenden Mix aus viktorianischer und moderner Architektur. Auch die Gärten … das Conservatory und der Botanische Garten … waren ein echtes Highlight. Von der Terrasse des War Memorials, dem Shrine of Remembrance, bot sich uns ein großartiger Blick auf die Skyline der Stadt. Ein weiterer Ausflug führte uns in den Küstenort St. Kilda.
Zum Glück führte unser Rückflug nicht über die Golfstaaten. Nur wenige Tage zuvor war der Golfkrieg ausgebrochen, und in den Nachrichten hörten wir, dass viele Flüge von Down Under gestrichen worden waren. Über Hongkong und Helsinki erreichten wir schließlich nach 37 Stunden Berlin.