Wie angekündigt in meinem letzten Bericht, besuchte ich u.a. den Nairobi Nationalpark Hier Eindrücke und was wir gesehen haben. Es ist ja Picco’s Lieblingspark und das nicht ohne Grund. Es gibt echt viel zu entdecken und jedes Mal findet man etwas neues. Manchmal begleite ich Gäste, die zu Freunden wurden in den Park. Es ist immer schön, mit lieben Menschen, die die gleichen Interessen haben, Zeit zu verbringen. Auch eine Abwechslung von der Computerarbeit tut gut.
Und der Anfang macht ein Haubenzwergfischer / Malachite Kingfisher / Corythornis cristatus cyanostigma
Den Cabaniswürger oder Langschwanzwürger / Long-tailed Fiscal / Lanius caanisi trifft man oft im Nairobi Nationalpark. Oft sind sie in Gruppen und vollführen ihre Ritualtänze. Der hier hat fast ein Insekt erwischt.
Und dann gings zu David Sheldrick Wildlife Trust, um den jungen, geretteten Elefäntchen beim Trinken und Spielen zuzuschauen. Das ist Kerrio, die seit einigen Jahren mein Adoptivkind ist. Sie wurde im Kerio Tal gefunden und war danach eine Zeitlang gelähmt. Doch sie überwand die Hürden und ist nun mit 4 Jahren die grösste in der Gruppe. Sie fängt schon an, kleinere zu Bemuttern.
Mit unseren Lunchboxen vom Four Points by Sheraton am Flughafen, fuhren wir zum Kingfisher Picknickplatz. Ich hatte im Four Points übernachtet, denn so früh am Morgen würde ich es nie die 50 km von zuhause aus schaffen. Hier hat es auch immer ein paar Vogelarten! Strichelkopfschnäpper / African Grey Flycatcher / Badornis microrhynchus. Der war echt zutraulich
Das Weibchen des Baglafecht Webers / Baglafecht or Reichenow’s Weaver / Ploceus baglfecht reichenowi
Die Strichelkopfschnäpper sind Ansitzjäger. Sobald sie ein Insekt, oft Schmetterlinge, sehen, schiessen sie drauf los, packen ihn und verspeisen ihn auf einem Ast, wenn er nicht gleich ganz geschluckt werden kann.
Oh, es gibt hier Säugetiere und zwar nicht wenige! Doch wir waren auf Vogeltour. Ein Zebra mit Riedgras im Maul
Das Licht spielt mit, als wir beim Athi Damm ankamen. Und hier ist vogelmässig immer etwas los. Die Heiligen Ibisse oder neu auch Pharaonen Ibisse / Sacred Ibis / Threskiornis aethiopicus
Nilgänse hat es mittlerweile an einigen Orten zu viele. Sie sind nicht grade, was man friedlich nennen kann. Man achte auch auf die kleinen, weissen Blütchen. Dies eine der grossen Bedrohungen für Weideland. Kein Tier frisst es und die Blattrosette nimmt Platz weg. Santa Maria Feverfew / Parthenium hysterophorus. Sie kommt ursprünglich aus dem tropischen Amerika, wurde aber verschleppt bis nach Australien, Ostafrika und Indien. Die Vögel lieben die Samen heiss und verbreiten somit die Planze noch mehr. Wenn Strassen gebaut werden, tragen sie die Samen mit der Erde rein. Ganze Wegränder und überall, wo es Platz hat, wächst sie. In und um meinen Garten vernichten wir die.
So toll schillernde Farben hat der Klaffschnabel / Open-billed Stork, wenn der Lichtwinkel stimmt
Diesen prächtigen Nilvaran / Nile Monitor fanden wir auf der Strasse, die das Wasser im Damm hält. Ständig züngelte er, als ob er etwas suche. Scheu war er gar nicht und liess sich gut fotografieren. Auch die gespaltene Zunge ist gut sichtbar. Er ist einer der grossen Feinde der Krokodile, da er deren Eier ausgräbt und frisst.
Am Abend schliefen die 3 in einem Hotel unweit von meinem Zuhause, da sie morgen in den Norden fahren.
Teil 213. Nov. 2025
Nach ein paar Tagen, am 26.8. ging es mit anderen Gästen zu den Elefantenwaisen und in den Nairobi Nationalpark. Wir starteten bei den Elefäntchen, da die mit Turkish Airline mitten in der Nacht ankamen und etwas Schlaf brauchten.
Es ist so süss zu sehen, wie immer eins der grösseren Weibchen den Kleinsten behüten. Der Instinkt Herdenmitglieder zu schützen, kommt richtig stark durch.
Und nochmals die hübsche Kerrio. Man kann sehen, dass es gestern geregnet hatte.
Mittag essen wir am Fluss bei den Rangern, die von uns immer etwas abbekommen. Dann ein Spaziergang entlang des Flusses. Hier findet man immer eine gute Anzahl Gezähnelte oder Gezackte Klappbrustpelomedusenschildkröten / Pelusios sinuatus. Sie werden recht gross und sonnen sich am Ufer oder eben auf totem Holz
Für einmal bin ich nicht mit Joseph sonder mit Peter Wairasho unterwegs. Er ist nicht nur ein sehr guter Birder, sondern kennt sich auch mit Säugetieren gut aus. Joseph ist auf einer anderen Tour.
Und da liegen die Steine mit Ohren und Horn. Breitmaulnashörner leben mehr im offenen Gelände als Spitzmaulnashörner und sind somit auch leichter zu finden. Und noch so ein Koloss. Spitzmaul mit Jungem fanden wir am Spätnachmittag, aber zu weit für ein Foto und auch kein Licht mehr. An den Einschnitten im Ohr erkennen die Ranger die individuellen Tiere. Klar werden sie narkotisiert und auch gechippt.
Wir sind am Damm, denn auch diese Gäste interessieren sich für alles was kreucht und fleucht. Ein Stelzenläufer / Black-winged Stilt such gerade sein Futter.
Die Guineataube / Speckled Pigeon ist eine der grossen Tauben in Kenia. Sie lebt oft bei Gebäuden und brütet auch gerne dort. Das Nest ist nur ein bisschen Material am Boden.
Flussuferläufer / Common Sandpiper und Bruchwasserläufer / Wood Sandpiper sind teils Zug- teils Standvögel.
Die Häuser, die man hinter den Elenantilopen sieht, gehören zu Mlolongo. Das ein teils Wohn- und teils Industriequartier. Ein Zaun ist natürlich dazwischen. Wie auch z.B. Impalas und Giraffen fügen sich die Jungen in einem Kindergarten zusammen. So sind sie sicherer.
Junge Masai Strausse / Masai Ostrich bleiben auch lange zusammen. Mehr Augen sehen mehr und Straussenfleisch schmeckt ja gut
Kaptriele / Spotted Thick-knee sind nachtaktiv und stehen tagsüber gut getarnt ruhig
Das leider ein Anblick, der weh tut. Ein Schwarzhalsreiher / Black-headed Heron hatte Schnüre ums Bein und ist so hängen geblieben. Ein langsamer und qualvoller Tod, nur weil Abfall einfach nur auf Müllhalden oder in die Landschaft geworfen wird.
Peter bringt uns ins Hotel Rudi, wo wir gemütlich zu Abend essen. Morgen bringt unser Taxifahrer sie nach Nanyuki, wo mein Nanyuki Guide übernimmt und sie zum Meru Nationalpark fährt. Ich schlafe etwas länger und mit dem Taxi einkaufen gehen und nach hause.
Teil 316. Nov. 2025
Am 29.8. holt uns Joseph im Four Points am Flughafen ab. Es geht auf dem Southern Bypass auf die Magadi Road. Und wie der Name sagt, führt sie uns zum Magadi See. Durch Ongata Rongai und Kiserian, 2 Dörfer, unweit der Ngong Hills, die immer dreckig sind. Dann über den linken Ausläufer der Ngong Hills (Corner baridi), dann runter in den Grossen Grabenbruch und vorbei, wo wir vor etlichen Jahren jeweils Maasai unterstützten. Danach geht die Strasse ziemlich gerade, doch Joseph muss um die Schlaglöcher herum zirkeln.
Zeitweise ist die Strasse links und rechts von Mesquite Bäumen richtig zugemauert. Olorgesaille, die Ausgrabungsstätte passieren wir ebenfalls und eine Schlucht. Um 11 Uhr erspähen wir den Magadi See. Hier wird Soda abgebaut, danach in was immer verwendet zu werden.
Das Gebiet um den Magadi See ist bekannt bei Ornis. Doch die vielen Flamingos erstaunten mich doch. Na ja, der Nakuru See ist leider durch das Hochwasser und somit weniger Soda für Flamingos fast ganz vorbei. Wenigstens vorläufig, bis vielleicht wieder die Wende kommt und Seen wieder kleiner werden.
In Berichten von Vogelsuchern habe ich gelesen, dass sie den Rotband Regenpfeifer / Chestnut-banded Plover / Charadrius pallidus venustus hier sichteten. Also sperrte ich meine Augen ganz weit auf und siehe da. Joseph MUSS anhalten und auch an den Wegrand fahren. Leider ist ziemlich starkes Gegenlicht. Doch meine Freude ist gross, zumal ich ihn bisher nur einmal am Natron See gefunden hatte. Das kleine Vögelchen pickt winzige Insekten von der Wasseroberfläche. Seidenreiher / Little Egret und Säbelschnäbler / Avocet sind auch präsent, aber die Fotos sind scheusslich. Also in den Mülleimer
Die riesige Sodafabrik. Bei der Barriere muss man sich eintragen und raus fahren, wieder austragen. Kontrolle ist ok und er ist freundlich.
Die Naturpiste führt über einen kleinen Hügel und dann weiter und weiter, auch vorbei an Baustellen, wo sie Röhren legen. Die Strasse ist an vielen Stellen nicht allzu sanft mit uns. Kurz vor dem Ewaso Nyiro Fluss (nicht der gleiche, wie im Samburu, aber der Name heisst braunes Wasser) halten wir. Hier ist der Treffpunkt. Ich rufe im Camp an und bald kommt ein Landcruiser, dem wir nach fahren. Wer Shompole nicht kennt, weiss nicht, was feiner Staub ist. So ähnlich wie zeitweise im Amboseli. Joseph folgt dem anderen Fahrer und manchmal muss er anhalten, um den Staub zu vermeiden. Es geht um Ecken und Büsche und keiner von uns weiss mehr, wo wir sind. Wir fragten uns schon, ob der andere sich verfahren hatte. Nein, es gibt Stellen, da ist der Sand zu tief und man könnte stecken bleiben.
Das letzte Stück fährt ein Motorrad voraus. Und nach all dem Zickzack kommen wir endlich im Camp an und werden herzlich begrüsst. Wer aufs Auto geschrieben hat, weiss ich nicht, doch es passt
Es gibt Mittagessen und danach diskutieren wir, wie die beiden in die Hide kommen. Heute ist ihnen die Wald Hide zugeteilt. Ich bleibe im Camp, ich bin einfach zu kaputt. Die letzten Tagen waren mit zu viel Arbeit überfüllt. Also ruhe ich etwas und dann auf Fusspirsch im Camp. Hier ist mein Zelt, mitten in der Wildnis. Der Besitzer sagte ganz stolz, sie hätten keinen einzigen Baum gefällt, um Zelte zu bauen. Ganz in meinem Sinne!
Ich schaue den Baumhörnchen zu und lausche den Vögeln vor meinem Zelt. Nur ein paar Meter vor meinem Zelt liegt ein dicker, morscher Baumstamm. Und da fliegen ein paar der Doppel-gebänderten Holzbienen / Xylocopa caffra rum (Hummeln gibt es in Afrika nicht). Sie bohren mit ihren scharfen Mundwerkzeugen Löcher, um Larven abzulegen. Bei mir zuhause hat es dann ganz feines Sägemehl am Boden. Sie können Holzbauten ganz schön zerstören, vor allem, wenn das Holz nicht behandelt ist. Darum ist totes Holz so wichtig. Sie ernähren sich von Nektar (bestäuben) und trinken auch Wasser.
Teil 416. Nov. 2025
Ich gehe planlos spazieren. Uuhhps, das sieht doch aus wie eine Hide? Also rein und schauen. Und siehe da, es ist und nun kann ich geniessen. Der erste Vogel macht mir schon mal das Leben schwer, denn Weber, Witwenvögel und so sind im Nichtbrutkleid auch für die Experten Kopfzerbrechen. Hier brauchte ich Hilfe. Die Weibchen von Webern und deren Verwandten sind echt tueckisch. Spiegelweber / White-winged Widowbird / Euplectes albonotatus
Da hier auch Leute lesen, die mit Hides nicht vertraut sind, kurz eine Erklärung. Ein Loch wird ausgehoben und entweder mit Holz oder die grossen mit einem Schiffcontainer verschachtelt. Die Öffnung ist gegen das Wasserloch und man kann bequem sitzen und hat die Tiere auf Augen- und Kamerahöhe. Die Kamera kann man gut abstützen. Hides mit Wasserlöchern sind aber nicht nur zum Vergnügen für Fotografen (ich bin keiner, ich dokumentiere mit der Kamera), sondern das Wasser hilft vielen Tieren und Tierchen durch die Trockenheit zu kommen. Hier sind: Raubfliege links, Mitte Large mud-dauber Wasp – frei übersetzt Schlamm-schmier Wespe, African Babul Blue / Azanus jesous – Bläuling
Es ist einfach herrlich in der Hide zu sitzen. Meine Bewegungen werden durch die Moskitonetze weniger sichtbar. Ich kann die einfach etwas zur Seite schieben und habe einen freien Blick. Maronensperling / Chestnut Sparrow nicht voll im Brutkleid und in 2 verschiedenen Phasen. Auch wenn er direkt gegen mich schaut, er kann mich nicht wahrnehmen. Vögel, wie viele Tiere, reagieren auf Bewegung und somit halte ich gelegentlich fast den Atem an
Die Arten vermischen sich. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen
Der Suahelisperling ändert die Farben von brütend oder nicht und Weibchen sind anders gefärbt. Die ganze Palette an Farben macht mir das Leben nicht leichter.
Der Marmorweber / Grey-capped Social-Weaver / Pseudonigrida arnaudi ist endemisch im NO von Afrika. Sie leben in Kolonien mit Nestern, die 2 Eingänge haben.
Eine lärmige Schar Perlhühner / Helmeted Guineafowls / Numida meleagris reichenowi. Echt herrlich, denen zuzuschauen! Es ist nun ca. 16.00 Uhr und die Sonne fängt an, mehr von der Seite zu kommen. Also muss ich etwas zirkeln, um nicht zu arg Gegenlicht zu bekommen. Die schwarzen Pünktchen auf dem Wasser sind Insekten.
Teil 517. Nov. 2025
Von der Palmtaube / Laughing Dove / Spilopelia s. senegalensis brauchte ich schon lange ein besseres Foto. Und die Hide ist wie geschaffen dafür. Somit kann ich etliche Bilder auf der Webseite auswechseln oder für die zukünftigen Seiten abspeichern.
Wenn wir grade bei den Tauben sind, ein Kaptäubchen Männchen / Namaqua Dove ist auch durstig
Ein Gelbkehlfrankolin / Yellow-necked Spurfowl zeigt sich auch. Ich ging nur mit der Batterie in der Kamera los und nun blinkt sie heftigts. Also kurz ins Zelt und die vollen beiden holen. Es ist ja nicht weit.
Es gibt sie zwar überall und vor allem, wenn man isst…. Doch die Dreifarbenglanzstare / Superb Starlings sind einfach schön
Manchmal weiss man einfach nicht, welchen Vogel soll man nun aufnehmen – drauf sind Marmorweber, Blutschnabelweber und Suahelisperling
Hufgetrappel? Oh, da kommen Gnus an, brauchen aber eine Weile, bis sie sich ans Wasser getrauen
Aber erst noch die Brillentauben / Streptopelia decipiens perspicillata. Die haben keine Angst und saugen das kostbare Nass ein
Und dann getrauen sie sich doch! Wie gross sie aus meiner Perspektive aussehen! Aber es sieht genial aus. Es sind die helleren östlichen Weissbartgnus. Das Licht ist genial und mit dem Staub sah es einfach traumhaft aus. Ich hätte nie gedacht, dass ich in einer Hide so viel erleben würde. Es ist übrigens nicht das Wasser das schief liegt, sondern meine blöden Angewohnheit, nie zu schauen, ob ich die Kamera waagrecht halte.
Man sieht, mein Blickwinkel ist von den Netzen leicht eingeschränkt. Etwas muss man sich gelegentlich verrenken.
Das Licht schwindet langsam und es hat nun zu viel Schatten. Die Fotos werden nichts mehr. Also spaziere ich in mein Zelt. Ich musste laut lachen, als ich die Badezimmerbeleuchtung sah. Mal wirklich etwas anderes und gut ausgedacht.
Gegen 19.00 Uhr begebe ich mich zum Hauptgebäude und geniesse die Abendstimmung. Der Ewaso Ngiro Fluss und dahinter die Nguruman Berge. Das Gebiet ist mir nicht unbekannt. Im September 2015 waren wir hier, um Vögel auf Kenya Bird Map zu registrieren. Einer von denen, der dabei war, fährt heute gelegentlich unsere Gäste (Peter Wairasho), vor allem, wenn es Birder sind. Fleur Ng’weno, die Vogelspezialistin in Kenya, von der die meisten Birders gelernt haben, war damals auch dabei. Wir campten auf der anderen Flusseite, also nicht so feudal, wie ich es nun hier habe. Aber ein Erlebnis war es!
Um 20.00 Uhr bringt mich ein Maasai zu meinem Zelt. Klar staunt er etwas, als ich stehen blieb und eine wanderende Wolfsspinne fotografierte. Wie sieht man Spinnen im Dunkeln? Ganz einfach, die Augen leuchten wie Kristalle im Licht meiner starken Stirnlampe.
Es ist noch nicht vorbei mit den 8-Beinern. 2 Skorpione haben eine Diskussion. Ich weiss nicht ob es 2 Männchen sind, die sich streiten oder ob ein Paarungsritual ist. Eastern Ridge-back Scorpion / Hottentotta eminii (den habe ich schon öfter gefunden und hier vorgestellt). Sie gehören in die Familie Buthidae / Dickschwanzskorpione, in der hat es ein paar Arten, die lebensgefährlich sein können. Doch die Hottentotta gehören nicht dazu, auch wenn der Stich recht weh tun würde. Der Dritte war ein noch ganz kleiner, nur 1 cm lang
Und nun sage ich gute Nacht und denke an meine Freunde, die in der Hide sind. Was die wohl zu sehen bekommen?
Teil 621. Nov. 2025
30.8. Ich kann ausschlafen und das tue ich auch etwas. Es gibt kein Frühstück, doch ich bekomme Kaffee und heisse Schockolade. Das erste Bild schiesse ich um 09.08.
Dann gehe ich spazieren und schaue, wen ich antreffe. Ein Zahnbürstenbusch / Salvadore persica ist fast in Blüte. Den Namen hat er bekommen, weil einige Stämme die Zweige als Zahnbürste benutzen. Es ist medizinisch erwiesen, dass der Saft Bakterien abtötende Chemikalien drin hat. Für die Cabanisweber / Lesser Masked Weaver / Ploceus i. intermedius ist er Versteck und Futterplatz. Sie sind derzeit auch nicht im Brutkleid, sonst hätten die Männchen einen schwarzen Kopf.
Es gibt einen tollen Brunch und meine Freunde erzählen. Honigdachse seien gekommen und hätten der Ginsterkatze ihr Junges weg gefressen… Ivo hat mir erlaubt, Fotos zu benutzen, so dass ich Euch mehr zeigen kann. Es soll auch einen Einblick geben, dass einfache Kameras hier kaum eine gute Chance haben. Er hat von Canon eine sensible Kamera und ein lichtempfindliches Objektiv ausgeliehen bekommen. Mit Natur und Tieren kennt er sich sehr gut aus. Hätte ich den Honigdachs mit meiner Kamera aufgenommen, wäre ein dunkler Umriss im Dunkeln rausgekomen. Ich bin halt wirklich nicht Fotografin…. Aber glücklich mit meiner leichten Canon SX 70 Powershot.
Honigdachse sieht man selten und meist sind sie scheu. Obwohl sie legen sich mit Grosskatzen an! Sie sind bekannt, dafür, dass sie Bienen den Honig und die Larven klauen. Mit ihren scharfen Krallen, können sie einiges aufmachen. In Camps auch zu schwachen Maschendraht, um in den Vorratsraum zu kommen. Ihre dicke Haut bewegt sich auf dem Körper, so dass Bienen sie kaum stechen können. Sie leben in Pärchen und ziehen gemeinsam die Jungen auf. Was für ein Glück für meine Freunde, dass sie die zu sehen bekamen.
Etwas vor 16.00 Uhr versammeln wir uns und es geht ein Stück zu Fuss durch den Wald zu Fuss. Dann mit dem Boot über den Ewaso Ngiro Fluss, wo der Landcruiser auf uns wartet.
Auch unser Maasai Guide kommt so über den Fluss.
Es ist auch hier staubig und die Wege muss man kennen, sonst endet man irgendwo. Die anderen Leute, die mit uns in der Hide sind: Vater und Sohn. Der Sohn legt sich bald mit Handy auf ein Campbett und spielt. Eine einzelne Frau ohne Kamera. Sie hat Atemprobleme und später kommt das dann auch gut raus. Sie muss den Ventilator anhaben und ich bin allergisch gegen Zug. Also einigen wir uns, dass sie ihn auf sich richtet. Geht doch. Und dann schnarcht sie fast die Nacht durch. Sie sagte irgenwann, dass sie wegen Sonnenauf- und Untergang in die Hide kam. Na ja, das könnte man anderswo billiger haben. Zum Glück bin ich nicht lärmempfindlich…. Und kann dann nach all den bisherigen Erlebnissen, die noch kommen, gut auf dem Campbett schlafen – bis…. Und danach wieder.
Wir kommen in der Hide an und als erstes holt der Maasai die Beleuchtung raus. 2 Ständer, die links und rechts von der Hide aufgestellt werden. Diese und auch die vergrabenen Lichter ein Stück hinter dem Wasser kann er mit Fernbedienung bedienen. Der Bunker ist ein Schiffcontainer. Vorne hat es Klappen, die nun offen sind und nur teilweise mit Moskitonetzen abgedeckt sind. Hocker und eine Auflage minim über Wasserhöhe. Eine Wand trennt den Schlafteil. 2 Betten unten und eins oben. Klar eine Toilette hat es auch.
Nun sind wir also in unserem “Gefängnis” und schauen aufs Wasser, dahinter und bis zum Shompole Berg. Die Temperatur ist angenehm und somit können wir einfach warten und hoffen. Doch das Warten dauert nicht lange! Ich setze mich links im Fotografenraum, so dass Ivo und seine Frau die besseren Plätze haben. Sie haben ja auch die richtigen Kameras und sollen somit auch mehr Blickwinkel haben.
2 Elefantenbullen sind in der Nähe, dann kommt eine Riesentrappe Kori Bustard ans Wasserloch. Nicht nur spiegelt sie sich im Wasser, sondern sie zeigt uns auch, wie sie niederknien muss, um zu Trinken.
Er hiess mal Kleiner Amarant, doch nun sagt Avibase er hiesse Senegalamarant / Red-billed Firefinch / Lagonosticta senegala ruberrima. Wo bekommt man die aus dieser Perspektive? Eine ganz ähnliche Unterart lebt bei mir im Garten, aber so komme ich nie ran, ausser ich lege mich unbequem auf den Boden
Auch hier kommt das Wasser der Insektenwelt zu Gute. Ohne Bienen keine Bestäubung, also keine jungen Pflanzen, keine Samen usw.
Das ungestreifte Borstenhörnchen / unstriped Ground Squirrel / Xerus rutilus kommt auch, um seinen Durst zu stillen
Sie gehören zu den Grabwespen. Dennoch einige bauen aus Schlamm Nester an Decken, Wänden, Ritzen oder wo immer es praktisch ist. Sie werden recht gross.
Teil 722. Nov. 2025
Unzählige Federn schwimmen auf dem Wasser. Kein Wunder es kommen und gehen die verschiedensten Vogelarten. Geierperlhühner, Tauben usw. und das mit Sicht auf den Shompole Berg
Ganz entspannt sind die Elefantenbullen in der Nähe
Warzenschweine ehren uns auch mit ihrem Besuch. Und wie es so ihre Art ist, legt man sich zur Abkühlung kurz ins Wasser. Ob der Zahn zum Nuckeln schmeckt?
Die grazilen Impala Damen kommen auch hervor. Man schaue auf die Büsche, da ist alles voll mit Tauben. Es ist nun 17.30 Uhr und das Licht golden.
Teil 822. Nov. 2025
Und nun steht einer direkt vor uns. Aus unserer Perspektive sind sie riesig! Sie fangen auch gleich an zu trinken, dann dazu sind sie ja hierher gekommen. Es ist nicht nur das Sehen dieser grauen Riesen, es ist auch das Hören und deren Nähe spüren. Auch beobachten, wie sie sich verhalten. Es ist etwas ganz anderes als aus dem Auto, obwohl sie auch da oft sehr nahe sind. Die Ecken der Hide Unterkunft habe ich extra nicht weggeschnitten, denn es gehört zum Hide Leben.
Wasser auf sich spritzen gehört natürlich auch dazu.
Einer der Bullen hat eine Narbe. Es scheint sie stammt von einer gemeinen Drahtschlinge. Zum Glück ist die Schlinge weg und der Rüssel voll funktionsfähig. Ranger und die mobilen Tierärzte von David Sheldrick Wildlife Trust müssen immer wieder Tiere von Schlingen befreien oder Pfeilspitzen raus operieren oder Speerwunden verarzten. Zum Glück gibt es diese Tierärzte, deren Job nicht immer ungefährlich ist.
In nur 25 Minuten wurde das Licht sichtbar fader. Und da ziehen die beiden Herren Richtung Shompole Mountain
Teil 923. Nov. 2025
Die Rotschnabelmadenhacker / Red-billed Oxpecker sind ständig um die Giraffen rum. Entweder am Boden, um selber auch etwas Wasser aufzunehmen oder am Suchen von externen Parasiten an den Giraffen
Eine scheue Elenantilope wagt sich in die Nähe, aber zum Trinken kommt sie nicht.
Steppenzebras brauchen recht viel Wasser
Teil 1028. Nov. 2025
Kennt jemand Zebras mit Hörnern? Die Elenantilope getraut sich einfach nicht und sucht beim Zebra Schutz
Es ist nun 18.00 Uhr und das Licht schwindet merklich. Es ist mal wieder Vogelzeit. Schmuckflughuhn / Black-faced Sandgrouse / Pterocles decoratus loveridge. Die 3. der 3 Unterarten in Kenia und die dunkelste. Die hatte mir auf der Webseite noch gefehlt. Das buntere Männchen und das gut getarnte Weibchen.
Der Shompole Berg im Abendlicht mit der Elenantilope und Riesentrappe
Und gleich vor mir kommt ein Kaptäubchen Männchen / Namaqua Dove zum Trinken.
Wenn auch das Weibchen des Braunbauchflughuhns / Chestnut-bellied Sandgrouse gut getarnt ist, so ist die Musterung doch sehr schön
Was für ein toller Warzenschwein Eber da auftaucht!
Dieses goldene Abendlicht ist ein Traum! Es ist jetzt ca. 18.20 und es dauert nie lange, dann ist das Traumlicht wieder weg. Die Zebras kommen wieder oder vielleicht ist es auch eine andere Familie. Eine Maasai Giraffe und ein Anubispavian gesellen sich auch dazu. Bei den wachsamen Zebras fühlen sie sich sicher.
Teil 1129. Nov. 2025
Das ist bestimmt nicht die ganze Truppe der Anubispaviane / Olive Baboons.
Grade bevor das Licht fast ganz weg ist, kommen die Bandastrilde / Cut-throat und Senegalastrilde / Red-billed Firefinch zum Trinken. Das sind die Weibchen, die Männchen haben ein rotes Band an der Kehle, was aussieht, wie wenn ihnen jemand die Kehle durchgeschnitten hätte
Kurz vor 19.00 Uhr schaltet der Maasai das Scheinwerferlicht ein. Und die Zebras sehen nun anders aus.
Es gibt leckeres Abendessen und das immer ein Auge drauf halten, was sich draussen abspielt. Das Essen war vorgekocht und in Wärmebehältern warm gehalten. Nun kommt auch die Zeit, wo ich das letzte Mal kurz raus darf, eine Zigarette rauchen. Die nächste dann halt in der Toilette, die ein vergittertes Fenster hat. Das würden andere Raucher auch so machen, sagte mir der Maasai
Zaghaft kommt um 21.34 Uhr eine Tüpfelhyäne zum Wasser. Man meint immer die seien mutig und angriffslustig. Nein, sie sind sehr vorsichtig und halten sich vor allem, was Gefahr bedeuten könnte in gebührendem Abstand. Dennoch wissen sie wie man jagt und auch gegen Löwen kämpft. Letzteres tun sie nur, wenn sie in Überzahl sind.
Irgendwann schreien die Anubispaviane. Sie haben ca. 30 verschiedene Töne im Repertoire und den Warnschrei, wenn Grosskatzen in der Nähe sind, kenne ich. Sehen können wir gar nichts. Paviane kommunizieren auch viel mit Gesichtsausdrücken oder anderen Körperteilen.
Das Kunstlicht ist natürlich schwächer als Sonnenlicht und ich muss echt versuchen, die Kamera stabil zu halten. Ein imponierender Büffelbulle stillt seinen Durst. 22.00 Uhr. Ich versuche auch ein Bild, als auf das Rücklicht umgeschaltet wurde. Es sieht dann alles etwas gespenstig aus. Ich muss sagen, dass die Bilder nicht mein Stil sind, aber von etlichen guten Fotografen geliebt werden. Es ist einfach speziell….
Wieder kommt eine Tüpfelhyäne….
Teil 1229. Nov. 2025
Um 21.50 Uhr kommt die grosse Überraschung. Eine Zibetkatze und das gleich in meiner Ecke. Zibetkatzen sind keine Katzen, sondern nur katzenartige. Sie gehören in die Familie Viverridae / Schleichkatzen. Sie sind keine reinen Fleischfresser, sondern ernähren sich von Früchten, Beeren, Nektar und was sie an Kleintieren oder Eiern ergattern können.
Wir schauen den Kurzschleppen-Nachtschwalben / Slender-tailed Nightjar zu, wie sie mit dem weit aufgesperrten Schnabel Wasser schöpfen. Ivo hat die toll erwischt. Zudem fliegen Fledermäuse rum, aber die sind auch für meine Freunde zu schnell und klein.
Dann lege ich mich auf eine Pritsche und auch das Schnarchen der Dame kann mich nicht vor einem tiefen Schlaf abhalten. Plötzlich um 23.30 Uhr werde ich gestuppst. Der Masai flüstert: lions. Sofort bin ich hellwach und mit Kamera bewaffnet beim der offenen Seite der Hide. Meine Freunde und ich schauen uns nur kurz mit glücklichen Gesichtern an, dann heisst es konzentrieren. Es war nicht nur der Anblick der Grosskatzen, denn Löwen habe ich schon ein paarmal gesehen. Es war das Gegenübersein auf Augenhöhe und es war der Ton des Wasser schlabbern. Ein Moment, der sich tief in mein Gedächtnis eingegraben hat. Ich vermute, dass die Paviane die Löwen gesehen hatten, als sie viel Lärm machten
Der Masai stellt auf die Beleuchtung von hinten um. Mmmhh, das ist mit meiner Kamera nicht so toll und vor allem gibt es diese Umriss Fotos. Also schalte ich die Kamera aus. 2 Impalaböcke kommen zum Trinken. Die Löwen sind noch ganz in der Nähe. Dem einen kommt irgend etwas komisch vor und er läuft weg. Doch der andere trinkt – und springt eine Löwin. Klar in Sekundenbruchteilen ist es vorbei, die Impala entkommt, die Löwin steht still. Ivo hatte die Kamera bereit und hat den Sprung erwischt. Nach all der tollen Aufregung habe ich die Zigarette in der Toilette verdient. Danach schlafe ich weiter.
Teil 1302. Dez. 2025
31.8. Aufwachen und erstmal raus, nicht nur wegen der Zigarette, sondern auch um einen weiteren Blickwinkel zu haben. Um 06.45 schaut die Sonne schon ein bisschen raus und Webervögel sitzen auf den Bäumen.
Wieder an meinem Fotografierplatz. Da kommt schon die Riesentrappe gefolgt von unzähligen Helmperlhühnern und etwas weiter hinten die Elenantilope.
Ganz langsam wird das Licht etwas stärker und die Elenantilope kommt näher.
Zu meiner Freude tauchen in meiner Ecke Graukopfelsterchen / Grey-headed Silverbill auf. Mit Elstern haben sie gar nichts zu tun. Sie gehören zu den Astrilden.
Ein gesunder Impala Bock kommt, um seinen Durst zu stillen
Nun sieht man die rote Kehle der Männchen der Bandastrilde / Cut-throat gut
Die Helmperlühner haben nun das Wasser auch erreicht und wuseln rum
Der tolle, graue Riese im Morgenlicht. Einfach herrlich, das geniessen zu dürfen
Für die Schweifglanzstare / Rüppel’s Starling ist das Licht noch zu schwach, um wirklich die tollen Farben rauszuholen. Aber es zeigt die grosse Artenvielfalt
Der Kollege gesellt sich auch dazu. Meist trifft man Elefantenbullen in für Zuchtherden zu trockenen Gebieten zu zweit oder zu dritt an
Teil 1404. Dez. 2025
Ein Gnu scharrt wie wild im Staub und dann wälzt es sich genüsslich.
Dieses Gnu macht es sich bequem und kniet zum Trinken
Der jüngere Elenantilopenbulle wagt sich ans Wasser. Der ältere, grauere bleibt im Hintergrund
Nochmals kann ich das Schmuckflughuhn Männchen / Black-faced Sandgrouse aufnehmen. Diesmal steht er echt gut
Tauben und mehr Tauben – Brillentaube und Palmtaube
Es ist einfach immer jemand am Wasserloch….
Das Foto der 3 Weisheiten – ich höre nichts, ich spreche nichts, ich sehe nichts, poste ich das letzte Bild.
Wir packen unsere 7 Sachen ins Auto und fahren zum Fluss. Das Boot bringt uns rüber und wir spazieren ins Camp. Kurz unsere Sachen packen und zum Auto bringen lassen. Dort verabschieden wir uns von der Crew. Die Trinkgeldübergabe ist hier sehr speziell. Man gibt es dem Head Guide und trägt es in einem Buch ein. Fast alle Angestellten sind anwesend.
Ein Motorrad führt uns zur Hauptstrasse. Hier würde man sich einfach toll verfahren. Dann auf der Holperpiste zum Magadi See. Leider hat es keine Rotbandregenpfeifer mehr. Kurz dem Wächter die Daten liefern und weiter auf der Teerstrasse mit Löchern. Wir kommen gut voran und sind nach ca. 4 Stunden bei den Ngong Bergen. Durch Kiserian durch und weiter nach Rongai. STAU! Sieht nicht so toll aus, denn nichts bewegt sich. Ein Polizist kommt zu uns und sagt, wir sollen doch wenden und die Route via Karen nehmen. Joseph will nicht, da es viel weiter ist.
Gachagua der entlassene Deputy Präsident hatte in einer Kirche seine Rede gehalten. Ist normal, denn da sind die Zuhörer. Und nun fahren alle weg. Polizei ist überall, Matatus (Kleinbusse oder grosse Busse, die sich an keine Verkehrsregel halten), unzivilisierte Motorradfahrer und ungeduldige Autofahrer tragen nicht dazu bei, den Stau schneller aufzulösen. Wir stehen oder bewegen uns Zentimeter um Zentimeter weiter. Nach ca. 1.5 Stunden bewegt sich die Schlange und bald kommen wir beim Galeria Einkaufszentrum an. Joseph fährt mit den beiden zu einem Hotel in der Nähe vom Flughafen. Ihr Flug ist erst nach Mitternacht und sie sind müde. Mich bringt der Taxi Fahrer Anthony mit Einkaufen unterwegs nach Hause. Während ich kurz auf ihn warte, esse ich etwas vom gepackten Mittagessen.
Ein traumhaftes und unvergessliches Erlebnis ist vorbei.
Und bald werde ich am Bericht meiner ersten September Safari anfangen – Nakuru – Bogoria – Crater Lake – Masai Mara