27. Oktober 2025: Von Mutindo Wilderness zum Makanga Camp/ Bangweulu Wetlands (Teil1) Andrew ermuntert uns, vor der Abfahrt noch einen kleinen Walk zu machen, also gehe ich ein paar Schritte runter bis zu den Stellen, die bei mehr Wasser sicher sehr spannend sind, um wenigstens ein bisschen etwas von der Umgebung zu sehen. Allerdings haut es mich jetzt nicht um, was aber auch daran liegen kann, dass ich alles andere als fit bin.
Bevor wir nun losfahren, noch ein schnelles Fazit zur Samala-Campsite (also eine Location vorher), das habe ich nämlich vergessen und eines zu Mutindo Wilderness.
Samala: es gibt wohl nur zwei Campsites, unsere war recht schattig, allerdings ein bisschen abschüssig, so dass man beim Zeltaufbau schauen musste, wie man sich positioniert, damit man nachts nicht durch die Gegend rollt. Die Ablutions waren okay, Long-drop-Toiletten, wenn ich mich richtig erinnere. Die Umgebung mutet nicht sehr nach Afrika an – auch wenn mir vollkommen bewusst ist, dass dies eine blöde Pauschalisierung ist.
Mutinondo Wilderness: wie gesagt war unsere Campsite sehr großzügig mit allem, was man für eine größere Gruppe braucht, inklusive der kleinen Küche und einem großen Block mit Spülbecken. Die Ablutions waren auch Long-drop-Toiletten und einige sehr nette Duschen. Dazu dann noch die Rezeption (wenn auch ein Stück entfernt) mit Wifi. Andrew hatte uns gesagt, dass man das Wasser hier bedenkenlos aus dem Wasserhahn trinken kann. Mir hat es allerdings nicht sonderlich geschmeckt und ich fand es auch recht bräunlich (und ich bin da durch unsere Botswana-Touren nicht empfindlich). Die Landschaft war – wie auch schon Matthias sagte - wenig afrikanisch, zumindest was meine bisherigen Afrikaerfahrungen als Vergleichsmaterial betrifft. Die ganze Anlage ist übrigens sehr weitläufig in einem Wald verteilt, so dass man von etwaigen Campnachbarn zumindest auf unserem Platz nichts mitbekommt.
So, jetzt aber – weiter geht’s!
Wann wir losgefahren sind, weiß ich gar nicht, wir fahren auf jeden Fall wieder nach Kalonje und dann zurück nach Norden auf der T2, bis es ein paar Kilometer weiter nach links abgeht auf die DR733-Piste, die – Überraschung – recht anstrengend zu fahren ist, allein schon wegen der Sonne, die ins Auto knallt.
Auf dieser erreichen wir um 11 Uhr die Stelle, an der es rechts abgeht in die Bangewulu Wetlands.
Dort befindet sich auch das Gate.
Andrew hatte uns bereits erklärt, dass es eine Planänderung gibt. Wir werden nicht auf der Nsobe Campsite übernachten können, weil es in der Gegend sehr viele Buschbrände gibt und das Camp voller Rauch sei 😵 .
Wir müssen also nach kurzer Zeit nach rechts abbiegen, um zum Makanga (Hunting) Camp zu gelangen. Erstaunlicherweise ist dieses Camp auf der Karte im Zambia-Reiseführer von Hupe auf einer Karte zu finden. Text dazu gibt es keinen und ich finde auch im Netz nichts über diesen Ort.
Während wir gefühlt endlos auf Sandpisten,
teilweise sehr schmal und mit tief ausgefahrenen Senken,
oder bereits nassen Passagen, die jeweils das Tempo drastisch reduzieren,
durch sattes Grün fahren,
und wo uns auch immer wieder Fahrräder und Menschen zu Fuß begegnen,
fragen wir uns, ob es dieses Camp überhaupt gibt und wenn ja, ob Andrew tatsächlich den Weg dorthin weiß. 🙄 😐 🤩
Die Menschen, die hier leben, werden Bangweulu-Bisa genannt und leben laut Hupe von März bis ca. September (wobei wir sie im Oktober dort auch noch gesehen haben) in den Sümpfen in temporären Strohhütten auf trockenen Inseln, die teilweise aus Termitenhügeln gebildet wurden (diese Hütten werden wir später noch sehen). Sie jagen und fischen dort, um in der Regenzeit wieder in ihre Dörfer hierher zurückzukehren, wo sie Maniok, der hier Cassava genannt wird, anzubauen.
Immer wieder fahren wir an solch kleinen Siedlungen vorbei und an der Reaktion der Bewohner lässt sich ablesen, dass hier vermutlich sehr selten Fahrzeuge unterwegs sind. Andrew hat uns inzwischen auch davon in Kenntnis gesetzt, dass das Makanga Camp monatelang stillgelegt war (keine Ahnung warum) und wir nun die ersten Gäste seit langem sein werden. Er hofft, dass das Camp bis zu unserer Ankunft voll funktionsfähig ist 😣 😮 😕 . Na gut, da hoffen wir mal feste mit 😊 !
Während wir langsam an ein paar Hütten vorbeifahren, entdecken wir eine Blaukehlagame (bzw. zwei, wenn ich mich richtig erinnere). Die Markierung im Stamm ist übrigens eine Art Wegweiser, so hat es uns schon unser Scout beim Ituba Camp erklärt.
Unser Guide schlägt uns vor, auszusteigen, um die Agame besser fotografieren zu können.
Währenddessen kommt er mit den Bewohnern der Hütten ins Gespräch und winkt uns her. Wir dürfen zuschauen, wie drei junge Frauen gerade Cassava stampfen und Andrew hilft gleich mit.
Üblicherweise werden die Maniokwurzeln jeweils von einer Frau in runden Trögen zerstampft, hier sieht man eine regionale Besonderheit, die es nur in dieser Gegend gibt: mehrere Frauen sitzen an einem länglichen Trog.
Ich habe hier das Gefühl, wirklich sehr tief in das Leben der Menschen einzutauchen, das ist kein geplanter Dorfbesuch, der im Reiseprogramm steht 😗 , sondern er ist aus einer spontanen Idee von Andrew heraus entstanden!
Uns wird noch gezeigt, wie der zerstampfte Cassava gesiebt und wo er getrocknet wird und auch die Maniok-Knollen lernen wir kennen.
Am Ende wird noch eine Tüte organisiert, denn Andrew möchte Cassava-Mehl mitnehmen, um damit eine Art Pap zu kochen, bzw. mit dem Mais-Pap, den es sehr oft abends gibt, zu vermischen. Außerdem kündigt er an, dass er auf der Rückfahrt übermorgen ein paar Maniok-Knollen mitnehmen möchte.
Nach einer weiteren Fahrt durch grüne Wälder auf der schmalen holprigen Piste ändert sich eine Stunde später die Landschaft. Zwischen kleineren Baumgruppen stehen unzählige kleine Termitenhügel auf großen Ebenen. Schnell bekommt diese Landschaft von uns den Namen „Friedhof“.
Zum Namen passend sieht man hier kaum Lebewesen, diese Schwarzbauchtrappe ist daher eine willkommene Abwechslung, auch wenn sie nicht sehr kooperativ ist:
Als wir dann endlich bei der Campsite ankommen, kann man schnell erkennen, dass hier eifrig gearbeitet wird, um das Ganze bald bewohnbar zu machen 🤩 .
Die uns zugeteilten Sanitärblöcke kann man hinten links und neben Monicas Kopf erkennen.
Auf einer betonierten Plattform befindet sich zentral ein Waschbecken und dahinter, notdürftig vor Blicken durch eine Bambusmatte geschützt, auf der einen Seite eine Dusche und auf der anderen eine Toilette. Allerdings gibt es noch kein fließendes Wasser, und wenn irgendwo mal welches kommt, dann ist es sehr erdig 🤢 .
Na, dann wollen wir mal hoffen, dass die sehr bemühten Mitarbeiter das noch zum Laufen bringen werden 😐 .
Trotz dieser Mängel ist der Platz aber wunderschön, die extrem hohen Bäume spenden viel Schatten und sind sehr beeindruckend.
Wir bauen das Camp auf, essen zu Mittag und bereiten uns dann mental auf die Suche nach dem Schuhschnabel vor, die heute Nachmittag stattfinden soll 🤩 !
Davon dann im nächsten Kapitel!