Reisebericht

RB: Feuerwerk in Sydney - Kiwi Alarm in Neuseeland

von Sabine26 · begonnen 17. Okt. 2025 · 3 Teile

Teil 117. Okt. 2025
Hallo zusammen,

habt Ihr Lust auf einen Reisebericht unserer Reise zum Jahreswechsel 2023/2024 nach Sydney und auf die drei größten Inseln Neuseelands? Ich beginne einfach mal und schaue, ob Interesse vorhanden ist.

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Prolog

Zweimal bereisten wir Neuseeland. Die letzte Reise auf die Antipoden liegt bereits zwei Jahrzehnte, die erste fast drei Jahrzehnte zurück. Es hat uns beide Male im Land der Kiwis so gut gefallen, dass wir immer wieder über eine Wiederholung nachdachten. Die Erinnerung an diese ewig langen Flüge in engen Sitzen hat uns dann doch jedes Mal andere Ziele buchen lassen.

Zuvor waren wir im Frühjahr unterwegs, weil wir während unseren Wintermonaten keinen mehrwöchigen Urlaub machen konnten. Diese Touren verbanden wir einmal mit Queensland und ein anderes Mal mit den, so wie ich es empfand, paradiesischen Cook-Inseln. So gerne wollte ich jedoch nun Aotearoa im Sommer bereisen. Wir fragten ein Jahr zuvor nach fast 6 Wochen Urlaub. Beide erhielten wir sofort die Genehmigung. Der erste Schritt war getan. Wir waren so glücklich, noch nie zuvor konnten wir für solch eine lange Zeit verreisen.

Nun begann die Suche nach bezahlbaren Business Class Flügen. Das war für mich eine Herausforderung, zumal wir in der teuersten Reisezeit unterwegs sein würden. Die oft gängigen Routen über Arabien, Singapur, Südostasien oder auch Nordamerika sprengten allesamt unser Budget. Dann kam mir die Idee, nach Verbindungen über Japan zu schauen und tatsächlich fand ich einen einzigen Termin in unserem Reisezeitraum, der einen für uns akzeptablen Preis aufrief. Schnell war entschieden, das ist unsere Verbindung. Ich schaute mir die Streckenführung an und stellte fest, wir müssen in Sydney umsteigen. Eigentlich hatten wir dieses Mal nicht mit Down Under geplant, auch wenn uns unsere drei früheren Reisen, die ebenfalls schon lange zurücklagen, allesamt sehr gut gefallen hatten.

Es war jedoch für uns zu verlockend, erneut einige Tage in dieser wunderbaren Stadt zu verbringen, gekrönt mit der Aussicht darauf, den Jahreswechsel über dem Hafenbecken der Stadt zu erleben. Diese Idee gefiel uns so gut, dass wir unsere geplanten fünf Wochen Neuseeland um eine Woche verkürzen wollten. Nun galt es zu klären, ob der Flugpreis mit diesem Stopover dennoch in einem vertretbaren Rahmen bleiben würde. Zu unserer freudigen Überraschung war dies ohne zusätzliche Kosten möglich. Geschwind buchten wir die Flüge, die von Airlines der Star Alliance, Lufthansa, ANA und Air New Zealand, durchgeführt werden sollten.

Die darauffolgenden Wochen nutzte ich für weitere Planungen und Buchungen. Tatsächlich kann ich mich nicht daran erinnern, in der Vergangenheit jemals so viele Vorabreservierungen für Aktivitäten im Rahmen einer Reisevorbereitung getätigt zu haben. Ich wollte nicht das Risiko eingehen, dass wir uns irgendetwas nicht ansehen würden können, schließlich wären wir in der Hauptreisezeit unterwegs und alles, wirklich alles, sollte perfekt werden.

Mit dieser hohen Erwartung an die Reise konnten wir Weihnachten kaum erwarten, denn das Geschenk, das wir uns selbst machten, sollte eine Traumreise werden und diese sollte Weihnachten beginnen.


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Teil 218. Okt. 2025
Die Anreise nach Sydney ist lang … und kann mitunter auch turbulent sein. So erging es uns. Da müsst Ihr jetzt durch, bevor es mit Beautiful Sydney weitergeht.




Tag 1 – Frankfurt - Tokio
Heiligabend über den Wolken


Die Anreise am Vormittag zum Flughafen verläuft problemlos. Check-in und Sicherheitskontrolle bringen wir zügig hinter uns. War die Abflughalle deutlicher leerer als an anderen Tagen, ist die Lounge zu unserer Überraschung voll. Es scheinen zahlreiche Menschen an Heiligabend zu fliegen.

Eigentlich wären wir erst am zweiten Weihnachtstag gestartet. Im Sommer erhielten wir jedoch eine Flugzeitenänderung, die wir so keinesfalls akzeptieren konnten und wollten. Unsere Maschine wäre zur gleichen Zeit in Tokio gelandet, zu der der Weiterflug nach Sydney gestartet wäre. Mir scheint, als hätte KI doch noch seine Schwierigkeiten … nun gut, so ist die lange Hinreise mit einer Übernachtung in Tokio entzerrt und wir haben eine zusätzliche in Sydney hinzugewonnen.

Very Long Way to the East
Bisher sind wir von Flugausfällen oder gravierenden Verspätungen verschont geblieben; so aber nicht heute, an Heiligabend.

Wir haben in der Lufthansa Maschine Platz genommen, haben uns eingerichtet, unseren Willkommensdrink erhalten und Filme auf die Wunschliste gesetzt. Manch Flugbegleiterin hat sich für Weihnachten etwas einfallen lassen. „Boarding completed“ tönt es bereits, doch dann vernehmen wir die Durchsage des Kapitäns. So beginnt für uns das Drama, Drama …


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Irgendein Teil bei Start- und Landeklappen müsse ausgetauscht werden, hören wir. Es würde noch ein wenig dauern bis wir starten können. Wir sind entspannt. Irgendwann vernehmen wir die nächste Durchsage. Das defekte Teil sei ausgetauscht, nun fehle noch die Dokumentation. Sobald diese erledigt sei, könne es losgehen. Ich bin nicht mehr ganz so entspannt, ahne ich doch ein wenig, wie aufwendig solch eine Dokumentation sein kann. Etwa eine Viertelstunde später folgt die nächste Durchsage. Nun wirkt auch der Kapitän nicht mehr so gelassen, als er uns mitteilt, das verbaute Teil wäre nicht das richtige … also warten wir weiter. Mittlerweile bin ich nicht mehr zuversichtlich, dass dieser Flug wie geplant durchgeführt wird. Diese Vermutung wird nach einer gefühlten Ewigkeit bestätigt mit einer sehr knapp gehaltenen Durchsage, dass der Flug annulliert sei. Oh nein!!!

Während die Crew des Kranichfliegers möglicherweise bereits unterwegs zum heimischen Weihnachtsbaum ist, ist die nun folgende Kommunikation unterirdisch. Wir wissen nicht, wohin wir uns wenden sollen. Wir hören Servicecenter, aber auch immer wieder, dass wir zurück in die Ankunftshalle müssten, dort könne man uns umbuchen. Darauf haben wir nun mal so gar keine Lust. Gleichzeitig erhalte ich eine knapp gehaltene Nachricht, dass man uns heute keinen alternativen Flug anbieten könne. Kein Wort davon, wann man denn wieder einen Flug für uns hätte. Ich chate mit einem Computer namens Elsa. Am Service Center bildet sich mittlerweile eine ewig lange Schlange. Während mein Mann in der Schlange bleibt, gehe ich in die nächste Business Class Lounge. Alleine dafür hat sich nun schon das teurere Ticket gelohnt. Dort treffe ich auf eine unglaublich hilfsbereite Dame. Sie will sich der Umbuchung annehmen.

Während sie Möglichkeiten im System prüft, erhalte ich eine E-Mail, dass wir umgebucht seien auf den ANA Flug heute Abend. Ich bin so etwas von erleichtert, hatte ich zwischenzeitlich schon die Hoffnung verloren bei den vielen Personen, die umgebucht werden müssen. Die LH Maschine war, so mein Eindruck, sehr gut gebucht, möglicherweise sogar ausgebucht - und Tokio ist nicht unser Ziel, wir müssen weiter nach Sydney.

Ich rufe meinen Mann an, der immer noch an der gleichen Stelle in der langen Schlange am Service Center steht. Nun hoffen wir, dass mit den restlichen Flügen alles klar geht und unser Gepäck mit uns gemeinsam ankommen wird.

Wir warten die nächsten Stunden in der Lounge. Wir sind jetzt schon platt und noch gar nicht gestartet.



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Teil 318. Okt. 2025
Tag 2 – Tokio
Ein Safe für Schuhe


Der Flug mit der ANA ist spitzenmäßig. Tolle Sitze, super freundliches Personal, schmackhaftes Essen, da gibt es nichts zu meckern.


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Fast 8 Stunden später als ursprünglich geplant landen wir auf dem Tokyo Haneda Airport und sind immer noch sehr erleichtert, dass wir auf den nächstmöglichen Flug umgebucht wurden. Viele andere Passagiere hatten nicht dieses Glück. Die zwischenzeitliche Aufregung sowie der alles anderen als vielversprechenden SMS, dass es keinen verfügbaren Flug für uns gäbe, hätten wir allerdings nicht gebraucht.

Bei unserer Ankunft ist es leider schon dunkel. Gerne hätte ich einen Blick auf den Mount Fuji erhascht, auch mit etwas Sightseeing ist nichts mehr. Egal, wenigstens sind wir jetzt hier, es hätte wesentlich schlimmer kommen können.

Wir fahren mit dem kostenlosen Busshuttle von Terminal 3 zu Terminal 2. Insgesamt gibt es in Haneda drei Terminals und das Gelände ist riesig. Es ist aber nicht der einzige internationale Airport der Stadt, der Flughafen Narita fertigt ebenfalls internationale Verbindungen ab.

Obwohl wir tatsächlich nur den Airport und unser Hotel sehen, bin ich schon von allem hier ein wenig geflasht. Die Auslagen der Geschäfte sind so bunt, alles ist so sauber, an gefühlt jeder Ecke steht jemand, den wir fragen können, wohin wir müssen. Auch wenn die Englischkenntnisse oftmals rudimentär sind, kommen wir klar und sind begeistert, welche Freundlichkeit uns entgegengebracht wird. Ich ertappe mich dabei, dass ich mich auch verneige, wenn es mein Gegenüber tut.

Unser Hotel für eine Nacht ist super. Es wurde vor einem Jahr eröffnet. Wir laufen nach dem Check-in kurz durch die Shoppingmall, aber die Geschäfte schließen gerade.


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Von den japanischen Toiletten hatte ich schon gehört. Im Badezimmer finden wir nun so ein stilles Örtchen in High-Tech-Manier vor. Das Hotel verfügt über ein sehr großzügiges Spa mit Onzen, dessen Eingangsbereich wir kurz besuchen. Aber wir sind zu platt für eine ausgiebige Nutzung und wollen nur noch schlafen.


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Faszinierend finde ich den Eingangsbereich, wo man seine Schuhe ausziehen muss und sie dann einschließt. Das Ganze sieht für mich wie ein riesengroßer Safe aus. Ein Safe für Schuhe - witzig und faszinierend zugleich, an was ich mich nach diesem sehr langen und ereignisreichen Tag erfreuen kann. Wahrscheinlich liegt über allem die Erleichterung, dass wir nun hier sind.


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