da ja Reiseberichte aus aller Welt immer mehr im Kommen sind, berichte ich von unserer Aida- Karibiktour im Februar. Meine bessere Hälfte wollte schon seit langem in die Karibik, denn er wollte sich einmal an den berühmten Flugzeugstrand am Maho Beach an den Zaun hängen (was zum Glück nicht mehr geht), sowie durch seine gleichnamige Geburtsstadt Philipsburg schlendern. Die Termine passten oft beruflich nicht und ehrlich gesagt bevorzugte ich immer andere Reisen, als gemeinsam zwei Wochen auf so einem riesigen Schiff zu verbringen. Da ich aber letztes Jahr im Krankenhaus war, ich ein positives Ziel brauchte, googelte ich mal wieder und fand den richtigen Zeitraum. Ein Jahr später sollte es dann losgehen. Tatsächlich hatte ich 2019 bereits mit 3 Freundinnen eine 7 Tage Tour durch den Orient gemacht. Wir waren damals nur individuell mit Taxen unterwegs und hatten eine tolle Reise. Also ging es jetzt sozusagen für mich zum 2. Mal, für Gregor zum dritten Mal aufs Schiff. Meine Vorfreude war dann doch wieder gedämpft- Afrika ist halt schon einfach was anderes. Aber Augen zu und durch, es wird schon werden. Im Gegensatz zu sonst, war ich kaum vorbereitet- auf den kleinen Inselchen wird’s schon werden und so war es auch. Unser Tagesablauf lief meist gleich ab: Nach einem leckeren Frühstück mit viel Obst, sind wir meist als erste vom Schiff, waren dann meist den ganzen Tag individuell unterwegs und kamen am späten Nachmittag zum Kaffee wieder aufs Schiff. Ggf. Fitnessstudio, Essen, Show und Reisevorbereitung für den nächsten Tag.
Warum ich diesen Bericht schreibe? Vielleicht, weil ich selbst so abgeneigt war, zwei Wochen auf dem Schiff zu verbringen, da mir die Individualität des Reisens so fehlte. Aber: Wir haben keinen einzigen Aidaausflug gebucht, hatten aber 2 Ausflüge über einen anderen Anbieter vorgebucht, was ich beim nächsten Mal nicht mehr machen würde. Wir waren ansonsten mit Bus, Taxen, Booten und eigenem Mietwagen unterwegs. Individuell reisen ist auch auf dem Schiff durchaus sehr gut mit der richtigen Planung und ggf. einer Portion Abenteuerlust möglich.
In den 2 Wochen bereisten wir 6 neue Länder. Hier unser Reiseverlauf und erste Impressionen:
22.02. La Romana/Dom Republik, Ankunft 16:40 Uhr bis 22:00 Uhr
23.02. Seetag
24.02. 693 km bis Philipsburg auf St. Maarten (8:00 bis 18:00 Uhr), Niederlande und Frankreich
25.02. 154 km bis Basseterre auf St. Kitts (8:00-18:00 Uhr), unabhängig
26.02. 250 km bis Pointe-à- Pitre Guadeloupe (8:00-20:00 Uhr), Frankreich
27.02 120 km bis Roseau auf Dominica (6:00-20:00 Uhr), unabhängig
28.02. 163 km bis Castries auf St. Lucia (7:00-18:30 Uhr), unabhängig
01.03. 228 km bis Bridgetown auf Barbados (8:00-18:00 Uhr), unabhängig
02.03. 244 km bis Fort-de -France auf Martinique (9:00-22:00 Uhr), Frankreich
03.03. 302 km bis St.George´s auf Grenada (10:00-20:00 Uhr), unabhängig
04.03. Seetag
05.03. 945 km bis Oranjestad auf Aruba (10:00 bis 22:00 Uhr), Niederlande
06.03. 141 km bis Willemstad auf Curaçao (8:00 -18:00 Uhr), Niederlande
07.03. Seetag
08.03. 757 km bis La Romana auf der Dominikanische Republik, unabhängig, von 8:00 Uhr- 16:30 Uhr
Ich habe zwar meine Kamera dabei gehabt, aber die meisten Fotos sind dann doch mit dem Handy entstanden. Auch wenn es eine ganz andere Form des Reisen ist, wer hat Lust uns in die Karibik zu begleiten?
Teil 203. Juni 2025
22.02. La Romana/Dom Republik, Ankunft 16:40 Uhr bis 22:00 Uhr
Samstags fahren wir recht früh mit dem Zug schon zum Flughafen Frankfurt, denn wir hoben bereits um die Mittagszeit ab. Wir hatten den Flug über die Aida gebucht und mir war nicht klar, dass nur Aida Seefahrer mit an Bord waren. Der Flug war tatsächlich nicht sooo dolle, da wir in der Mittelreihe vor einer Familie mit Kleinkindern saßen. Die Mutter diskutierte ständig mit den quengelnden Kindern irgendwas aus. Der Kleine drückte immer wieder mit seinen Füssen fest in meinen Vordersitz. Als ich mich irgendwann etwas entnervt rumdrehte, flötete die Mutter fragend, wo denn mein Problem sei, sie möchte es nur mal verstehen… Ich erwiderte, dass das wirklich für meinen Rücken unangenehm sei, wenn sich immer wieder 2 Füße in meine Lehne drücken. Wir schliefen kaum, schauten ein paar Filme, unter anderem eine wirklich interessante Biographie -42- die wahre Geschichte einer Sportlegende. Der Condor- Flug ging ca 10:30 Stunden und so gerädert verließen wir nie zuvor ein Flugzeug.
Die Zeitverschiebung beträgt übrigens 6 Stunden. Kaum auf der Dominikanischen Republik angekommen, endlich Sonne!!!! Wie schön! Wir wurden gleich vom Flughafengebäude weg zu den Bussen gelotst, so dass wir gar keinen Stempel in den Reisepass bekamen- der gesamte Urlaub verlief sowieso leider stempellos. Jede Minute, die verging und wir nicht losfuhren, wurde ich nervöser. Meine Freundin aus Luxemburg hatte mit ihrer Freundin soeben unser Schiff verlassen und sollte um 17:30 Uhr mit dem Bus zum Flughafen fahren. Es war ein Wettlauf mit der Zeit, denn um diese Zeit fuhren wir immer noch mit dem Bus und uns kamen einige Aida Busse entgegen. Eigentlich hatten wir auf einen gemeinsamen Umtrunk gehofft, aber dafür war es eben zu spät. Der Bus kam am Terminal an- da standen sie beide, ebenso nervös. Wir drückten uns feste, freuten uns wie bolle, machten ein geschwindes Foto und schwupps mussten sie zum Bus- naja, besser wie nichts;-). Mit den 2 Mädels verbrachte ich meine erste Kreuzfahrt und auch sie haben seither schon einige Karibik Reisen gemacht und waren immer mit Taxen unterwegs.
Wir wurden mit karibischer Musik empfangen, ignorierten den Begrüßungscocktail und reihten uns für den Check- in ein. Alles war sehr gut organisiert und ging schnell von statten. Wir liefen an den Verkaufsständen vorbei zum Schiff und checkten endlich ein. Unsere Meerblickkabine 4217 im 4. Stock war absolut ausreichend und der Koffer ließ sich gut unter dem Bett verstauen. Gregor ging davon aus, dass man das Fenster sogar öffnen könne- Im Gegensatz zur Innenkabine hat man eben Tageslicht und kann auf das Meer schauen.
Wir absolvierten die Sicherheitsanweisung am TV und übten das richtige Anlegen der Rettungsweste. Danach erkundeten wir das Schiff, die Aida Bella, genossen bereits gegen 18:39 Uhr den Sundowner und gingen zum Essen. Um 21:30 Uhr gab es den üblichen Begrüssungscocktail am Pooldeck, wo ich – wie bereits beim letzten Mal erstaunt war, dass sich fast alle Gäste gleich 2 Gläser Sekt holen, denn schließlich ist er ja kostenlos. Man wird von den Kellnern fast irritiert angeschaut, wenn man nur ein Glas nimmt. Um 22 Uhr legten wir ab. Wir waren schon recht müde, fielen geradezu in die Betten und schliefen wie ein Stein.
MannoMann, bekomme das Bilder drehen wieder nicht hin.... grrrr....
Teil 303. Juni 2025
23.02. Seetag
Wie immer zog es mich früh aus den Federn, denn ein Sonnenaufgang (heute um 06:54 Uhr) auf dem Schiff, ist für mich ein absolutes Muss. Bereits um 6 Uhr kann man sich im Best Pizza Lokal einen Kaffee holen und so lässt es sich die Ruhe auch gut aushalten. Sogar Gregor kam. Man merkte, dass es für viele der erste Seetag ist, denn es geisterten tatsächlich schon viele Menschen auf dem Deck rum. Von Tag zu Tag wurden es weniger.
Wir frühstückten ausgiebig im Markt Restaurant und genossen vor allem die Obstauswahl oder auch die Möglichkeit, sich selbst ein Omlett zusammenzustellen.
Als wir uns gegen 8:30 Uhr? nach einer Liege an Deck umschauen wollten, hatte die deutsche Gründlichkeit oder gar Dummheit schon begonnen- sorry, aber dafür habe ich kein Verständnis: Liegen mit Handtüchern zu belegen, Bücher oder Taschen draufzulegen und stundenlang einfach gar nicht da zu sein. Manche Gäste waren so dreist und belegten sich für den Eigenbedarf gleich mehrere Liegen. Warum macht man das? Ich finde das echt assi. Immer wieder lief ich rum- alles war mit Tüchern belegt, aber nur 30 Prozent war vielleicht tatsächlich belegt.
Wir verbrachten daher den Tag innen, lauschten Vorträgen wie der Hafen Lounge, wo uns die Inseln der nächsten Tage vorgestellt wurden. Es war schon eher eine Verkaufsveranstaltung für das Buchen der Aida Ausflüge. Immer wieder wurde betont, dass das Schiff immer auf die Aida Ausflügler warten würde, allerdings nicht auf Individualreisende. Damit erhöht man natürlich auch den inneren Druck, dass alle anderen Veranstalter unseriös und unpünktlich seien- man habe schließlich alles schon erlebt. Ich recherchierte ein wenig über die kommenden Tage, fragte auch am Info Terminal, wann denn am Maho Beach die großen Flieger kämen. Man wollte mir zunächst keine Auskunft geben, sagte dann aber doch recht widerwillig, dass es eher am Nachmittag sei. Die Aida machte allerdings morgens die Ausflüge dorthin.. Nachmittags gingen wir ins fast leere Fitnesstudio. Greg nahm an einem Spinningkurs teil, ich war auf dem Crosstrainer. Abends erzählte uns beim Abendessen ein Gast, dass ein Kleinkind in den Pool sorry- kotzte, aber die Mutter es nicht für nötig empfand, es zu melden. Immer wieder stiegen neue Gäste in den Pool, bis er die Pooler aufklärte und es dem Personal meldete, so dass der Bereich auch gesperrt wurde… Auch beobachteten wir die Dekadenz, sich beim Abendessen den Teller vollzuladen und den Wein zu bestellen, um alles stehenzulassen. So ein Seetag kann schon echt lange sein…. Und ja, das sind die Befürchtungen, die man eben so hat und sich auch oft bestätigen.
Es gibt eben alles auf dem Schiff: - die Partygäste und Dauerratealkoholsäufer - Menschen, die den ganzen Tag nur essen und sich dann über den fehlenden Nachschub von Karottensalat beschweren, obwohl es 20 andere Salate gibt - Familien, die ihre Kinder im Kids Club versorgt wissen - Rentner und andere Gäste, die über jede Belanglosigkeit nörgeln - Menschen, die das Schiff wirklich nie verlassen oder es höchstens zur Shoppingmeile am Hafen schaffen - Menschen, die auf der Aida gerne Tanzkurse machen oder Kunstwerke ersteigern - Menschen, die zum nächsten Strand gehen - Menschen, die ihren täglichen Aida Ausflug buchen - Individualtouristen, die immer von Bord gingen und versuchten, doch noch einiges von den Inseln zu sehen - Geo- Cacher, da wohl in der Karibik die Ältesten und Coosten Caches sein sollen. - Und vieles mehr- die Liste ist unendlich Ein beliebter Trink- wir haben es nie gewagt: Kunschd:
Für manche ist es eben der All Inclusive Club Urlaub, für andere ein schwimmendes Hotel, das einen auf schnelle Weise zum nächsten Ort bringt.
Wir schauten die Show Shining Stars- ein Mix aus Musik und Artistik, war ganz ok. Als wir abends auf unser Zimmer kamen, war die Bordinfo an die Tür geklemmt. Mir fiel auf, dass gar keine Info über St. Maarten selbst im Prospekt stand, sondern wirklich eher auf die Veranstaltungen an Bord, das Spa, Öffnungszeiten der Restaurants oder auch Shoppingerlebnisse hingewiesen wurde. Da gab es 2019 mehr Infos über die Orte im Orient. Alles wird somit getan, um die doch sehr überteuerten Aida Ausflüge zu verkaufen. Es gab aber auch einen QR Code, wo man wohl auch mit anderen Infos versorgt wird. Wir haben diesen aber nicht abgerufen.
Uns tat der Erholungstag nach der stressigen Anreise wirklich gut, aber dennoch waren wir froh, dass am nächsten Tag endlich das Abenteuer Karibik beginnen kann und wir von Bord kommen
Teil 403. Juni 2025
24.02. 693 km bis Philipsburg auf St. Maarten (8:00 bis 18:00 Uhr), Niederlande und Frankreich, Busfahrt, 14km x 13km
Nach dem üblichen Sonnenaufgang und leckeren Frühstück ging es bereits um 8 Uhr völlig alleine von Bord. Das war schon cool.
Sint Maarten besteht aus dem südlichen niederländischen Teil mit der Hauptstadt Philipsburg und dem nördlichen französischen Teil mit der Hauptstadt Marigot. Die Insel ist 14 km lang und 13 km breit. Offizielle Währung ist der karibische Gulden. Bezahlt werden kann aufgrund des festen Wechselkurses in der Regel auch mit dem US-Dollar sowie im französischen Teil mit Euro.
Wir hatten heute eine lange Liegezeit von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr und so war uns klar, dass wir alles gemütlich mit dem Bus besichtigen könnten. Der erste Mann, der uns eine Inselrundfahrt verkaufen wollte, war ein Achener (aus unserer Karlsruher Ecke) mit einem Aalener Autokennzeichen. Wir unterhielten uns nett und fragten uns zur ca. 1,5 km entfernten Bushaltestelle durch. Nur Einheimische begleiteten uns im Kleinbus auf der Fahrt in die nördliche französische Hauptstadt Marigot und schienen schon durchaus erstaunt über uns zu sein. Wir atmeten karibisches Flair ein und nur zu gerne hätte ich ein Foto gemacht, als sich ein etwas korpulenterer Mann mit Megarasta neben Greg drückte. Pro Fahrt zahlten wir ca 2 Dollar. Aufgrund von Staus fuhren wir im Schneckentempo- hier gibt es eindeutig zu viele Autos. Der Bus hielt überall auf Anforderung, auch wenn es nur im Abstand von gefühlt 10 Metern war. Es war wirklich ein Erlebnis.
In Marigot selbst liefen wir erstmal zum Fort St. Louis hoch und genossen die wunderschöne Sicht über die türkisene Bucht. Wir unterhielten uns mit einem Schweizer Paar. Sie empfanden auf ihrer Kreuzfahrt im vergangenen Jahr St. Maarten als schönste Insel und wollten daher hier unbedingt zwei Wochen Urlaub verbringen. Diese Ansicht können wir tatsächlich absolut nicht teilen. Wir liefen wieder hinunter zum Ort, schlenderten durch einige Marktstände und durch die kleine Innenstadt. Wir kehrten in einem Cafe an einem kleinen Hafen ein. Ein Hurricane zerstörte wohl recht viel von der Innenstadt und es entstanden in dieser Zeit einige schöne Graffitis.
Mit einmal Umsteigen fuhren wir versehentlich am berühmten Maho Beach vorbei und mussten einige Schritte zurücklaufen. Wir kehrten in der Sunset Beach Bar ein, wo ein Schild auf die Landezeiten diverser Fluggesellschaften verweist. Wir beobachteten die Landung von Kleinmaschinen. Greg eilte bei einem Start eines Großflugzeugs wieder Richtung Landebahn. Durch die starke Sogkraft der Maschine flog ihm die Brille davon und der ganze Sand flog durch die Gegend. Welche Gewalt! Der für Touristen freigegebene Strand ist mit Warnhinweisen ausgestattet. Um kurz vor 14 Uhr landeten dann 3 Grossflugzeuge binnen 10 Minuten- Greg stand glücklich filmend am Strand, während die Flugzeuge in sehr geringer Höhe über seinen Kopf hinwegflogen. Ich filmte das Geschehen lieber aus sicherer Entfernung.
Leider haben wir nur Filme und kann das nicht wirklich hochladen.
Wieder nahmen wir den Bus nach Philipsburg und waren ca 15 Uhr vor Ort. Meine bessere Hälfte ist ja im badischen Philippsburg geboren und daher ist das schon ganz lustig. Der Ort war aber nicht wirklich schön. Alles war auf die Kreuzfahrer ausgerichtet und so gab es unzählige Souvenir und Duty Free Ramschläden.
Daher verweilten wir nicht allzu lange und nutzten lieber die Zeit für einen Kaffee- Kuchen Break an Bord. Abends trat ein Gastkünstler Cosmo auf, den wir schrecklich fanden und lieber ein leckeres Weinchen tranken.
Teil 514. Aug. 2025
25.02. 154 km bis Basseterre auf St. Kitts (8:00-18:00 Uhr), unabhängig Wieder beim Sonnenaufgang mit Kaffee an Deck- diese Ruhe und Kühle zu Beginn des Tages genieße ich immer. Bei unserer Reisebuchung war zuerst Antigua als Stop geplant, wurde aber leider kurz vor Reisebeginn in St Kitts abgeändert. Antigua erschien mit auch nach den Aussagen einer Freundin sehenswerter.
Wir legten früher als geplant an und gingen somit bereits um 07:30 Uhr von Bord. Tatsächlich hatten wir heute einen der zwei vorgebuchten Ausflüge über „ meine Landausflüge“auf dem Programm. Diese werben damit, die Ausflüge günstiger, zuverlässig und pünktlich, in Kleingruppen und teils auch auf Deutsch durchzuführen. Die Beschreibung der Ausflüge ist recht ausführlich und mich sprach spontan die Panoramafahrt über die vollständige Insel an. Die Tour startete erst um 09:30 Uhr und so spazierten wir ein wenig durch die Hafengegend.
Mit uns hatte ein amerikanischer Riesenkreuzfahrtbomber angelandet und am Hafen stresste mich die Wuselei von tausenden Menschen. Kreuzfahrer wurden mit lauter Stimme auf Gruppen verteilt- ein absolutes Chaos. Eigentlich wollte ich nur weg und kam mir wie ein verschrecktes Häschen vor.. Hier wurde gerade meine Horrorvorstellung wahr. Auch wir gingen zu unserem sehr frequentierten Treffpunkt und wurden nach Strandfahrt oder diversen Ausflugsfahrten aufgeteilt. Wir landeten in einer Gruppe aus lautstarken Amis, die doch um einiges größer als erhofft war. Wir nahmen alle im Bus Platz, nur ein Ami lehnte an der Bustür und schrie zum Guide hinüber „There is no place for my big ass.“ Eine dunkelhäutige Frau stieg mehr oder minder freiwillig aus und wurde wohl auf einen anderen Bus verteilt. Irgendwie strange.
Wir starteten unseren Ausflug mit einer Orientierungsfahrt durch die Inselhauptstadt Basseterre.. Dazu zählen u.a. das Nationalmuseum, und das Berkeley Memorial, dass sich in Form eines Brunnens und einer Uhr auf dem Platz "The Circus" befindet. Wir kamen auch an Kirchen sowie dem Independence Square vorbei, der früher eine zentrale Rolle im Sklavenhandel spielte.++
Wir verliessen endlich die Stadt und hielten an einem Baum, den weiße Kuhreiher regelmäßig zum Nestbau nutzen. Außer uns beiden stieg niemand aus dem Bus.
Als Nächstes stiegen wir am Wingfield Estate, einer ehemalige Zuckerrohrplantage aus.
Gleich daneben befindet sich das Romney Manor Anwesen mit schön angelegtem Garten, einer kleinen Batik Werkstatt und dazugehörigem Shop.
Weiter ging es entlang der Westküste zur imposanten Festung Brimstone Hill. Die mächtige Anlage gilt als eindrucksvolles Beispiel militärischer Architektur und wurde sogar mit dem UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet. Wir sahen zunächst einen Film über die Geschichte der Festung und hatten im Anschluss ausreichend Zeit, diese zu besichtigen oder auch das Panorama auf die Küstenlinie und Nachbarinseln zu genießen. Hier war es wirklich ganz nett, denn die Gruppen verteilten sich und so hatte man endlich etwas Ruhe. Burgen, Festungen und Schlösser mag ich sowieso fast immer.
Weiter ging es entlang der Nordküste zu den Black Rocks, einer vulkanischen schwarzen Felsformation in unterschiedlichsten Größen und Formen. Das Meer klatschte lautstark gegen die Felsen.
Während der Fahrt sprach der Busfahrer eintönig, ohne Unterbrechung, und lachte selbst lautstark über seine schlechten Witze. Die Amis selbst schienen absolut desinteressiert zu sein. Für mich war die Situation schon anstrengend.
Wir hielten an einem weiteren Aussichtspunkt mit Blick auf die Küste sowie am Aussichtspunkt Timothy Hill mit tollem Ausblick auf die grüne, hügelige Landschaft. Hier sah man den Atlantik auf der linken Seite und das Karibische Meer auf der rechten Seite.
Die Fahrt endete und ich war froh darum. Zwar haben wir alles in allem wirklich viel gesehen, aber für uns war die Reisegruppe schlichtweg zu groß. Abgesehen vom Fort fanden wir die Sehenswürdigkeiten auch nicht so spannend.
Wir schlenderten abermals durch Basseterre, um alles nochmal aus der Nähe zu betrachten oder auch in die Kirchen zu gehen. Wir waren bereits um 15:00 Uhr wieder auf dem Schiff. Gegen 18:00 Uhr legten wir ab und der übliche Rhythmus- Sonnenuntergang, Essen und Show nahm seinen Gang. Den Abend verbrachte ich auf der website- meine Landausflüge- , denn diese eignet sich wiederum perfekt, um sich jeweils auf den nächsten Tag vorzubereiten. Hier findet man übersichtlich zu buchende Ausflüge, aber auch Hafeninfos und Möglichkeiten/Ideen die Insel auf eigene Faust zu erkunden.
Ich freute mich jedenfalls schon sehr auf Guadeloupe.
Teil 615. Aug. 2025
26.02. 250 km bis Pointe-à- Pitre Guadeloupe (8:00-20:00 Uhr), Frankreich, spontanes Mietauto bei Sixt,40km x 35km
Bienvenue à Guadeloupe. Meine Favoriteninseln im Vorfeld waren ganz klar definiert: die Inseln Martinique und Guadeloupe, da man dort auch gut wandern kann und es viel zu entdecken gibt. Zudem bin ich mit Herz und Seele francophil. Guadeloupe ist ein Archipel in der östlichen Karibik, das ein französisches Überseedépartement und zugleich eine französische Überseeregion bildet. Zusammen mit Martinique, Saint-Barthélemy und Saint-Martin bildet es die Französischen Antillen. Guadeloupe ist Teil der Europäischen Union, Die Entfernung zum „Mutterland“ Frankreich beträgt etwa 6800 km. Der höchste Punkt des Archipels ist der Gipfel des Vulkans Soufrière mit 1.467 m, der auch der höchste Berg der kleinen Antillen ist Die Insel ist sehr grün und es gibt sehr viel zu sehen, unter anderem auch einen sumpfigen Mangrovenwald und Regenwald.
Nach dem gestrigen Erlebnis waren wir uns absolut sicher, dass wir auf eigene Faust unterwegs sein wollen. Guadeloupe hat die Umrisse eines Schmetterlings und die Distanzen sind relativ groß. Ich hatte einiges auf meiner Wunschliste und war unsicher, wie wir das alles verbinden können. Gregor hatte bei seiner Recherche am Vorabend keine zentrale Mietwagenstation in Hafennähe entdeckt. So verließen wir erneut fast als Erste das Schiff, um uns in der Touri Info am Hafenausgang über die Busverbindungen und realistische Ausflugsmöglichkeiten beraten zu lassen. Wie schön ist es doch, mal wieder französisch zu sprechen! Schnell war klar- der Bus ist hier für uns nicht das optimale Verkehrsmittel. Er riet uns bei der nur 5 Minuten entfernten Sixt Mietwagenstation vorbei zu gehen. Wir hatten Glück und mieteten spontan ein Auto an. Nach uns kamen noch einige Kreuzfahrer, die teils vorgebucht hatten oder wie wir spontan anfragten.
Da saßen wir nun überglücklich in unserem eigenen Wagen und genossen diese Freiheit in vollen Zügen. Dennoch etwas überfordert war ich zunächst schon- denn wohin sollen wir jetzt eigentlich fahren 😉??? Google maps an und erstmal auf zur grünen Seite der Insel, Basse terre. Unser erster Halt war an der Cascades aux écrevisses, einem 10 m hohen Wasserfall im üppigen Regenwald. Der Parkplatz war schon recht gut besucht und eine kurze Strecke auf einem Bohlenweg führte uns direkt zum Wasserfall. Der Wasserfall war ganz nett und wir waren einfach mal wieder froh, zu zweit ín der grünen Natur zu sein.
Wir fuhren nur ein kurzes Stück weiter und hielten am Maison de forêt. Hier gab es nur wenige PKW Parkplätze und keine Busse- also raus mit uns. Wir wählten spontan die „sentier du bras David“ Wanderung durch den Regenwald. Vögelzwitschern, Pfade, Regenwald- ach ist die Welt doch schön und meint es gut mit uns. Uns begegneten keinerlei Menschen! Wir genossen es anfangs sehr, aber dann wurde es doch sehr matschig und rutschig. Wir benötigten wirklich ziemlich Zeit (ca 1:45 h) und befürchteten sehr zu stürzen. Trotzdem überwog eindeutig die Freude- endlich fühlte es sich an wie ein traumhafter Urlaubstag.
Auf der Weiterfahrt fuhren wir durch Ortschaften und mussten an einer roten Ampel halten. Auf die Strasse sprangen plötzlich als Affen verkleidete Personen, die flugs auf unser Auto zustürmten, um uns zu erschrecken. Schließlich war Karneval. Einer riss meine Beifahrertür auf- sie öffnete sich und wir waren beide dermaßen schockiert und verdutzt darüber, dass er sie selbst schnell wieder zuschlug. Puhu-Gregor schaute gleich nach Einstellung für die der automatischen Türverriegelung.
Wir fuhren weiter zur östlichen Seite des Schmetterlingsflügels, der Grande Terre. Freundinnen hatten mir den palmengesäumten schönen Strand, den plage du bourg in Sainte Anne empfohlen. Palmen und Meer- welch unschlagbare Kombination. Beim herrlichen Strandspaziergang kamen wir endlich ganz im Urlaubsmodus an und kehrten auch an einer Strandbar ein.
Etwa traurig gaben wir unseren Flitzer wieder ab und spazierten durch die heimliche Inselhauptstadt Pointe-à- Pitre. Auch hier gab es einige tolle Graffitis- seit Corona habe ich ein absolutes Faible dafür. Leider lachte uns keine Einkehrmöglichkeit an. Schade, denn gerne hätten wir französisch karibisches Flair genossen.
Nichts desto trotz hätten wir hier auch einige Tage verbringen können, ohne dass uns wohl langweilig geworden wäre.
Heute nutzten wir wirklich unseren Landgang und kamen erst 17:45 Uhr wieder an Bord. Abends verzichteten wir gerne auf ein „ Wer wird Millionär Quiz“ und eine Schlagerparty. Ich forschte lieber wieder nach Insidertips für den nächsten Tag.
Teil 716. Aug. 2025
Do 27.02. Roseau auf Dominica (6:00-20:00 Uhr) 49kmx23km, unabhängig
Dominica, genannt Nature Island, ist ein Inselstaat in den Kleinen Antillen in der östlichen Karibik und liegt zwischen den französischen Karibikinseln: Guadeloupe im Norden und Martinique im Süden. Ihre Landfläche von 751 km² entspricht etwa der des Stadtstaats Hamburg. Wie die gesamte Inselkette ist auch Dominica durch Vulkane entstanden. Dominica hat mindestens neun potentiell aktive Vulkane, eine der weltweit höchsten Konzentrationen. Die höchste Erhebung ist der Morne Diablotins mit 1447 m. Die Landschaft ist eine der felsigsten und zerklüftetsten der Karibik. 80 % der Küste ist Steilküste. Dominica ist seit 1978 unabhängig. Die europäische Bezeichnung erhielt die Insel, weil Christoph Kolumbus sie nach dem Wocjentag ihrer Entdeckung benannte, einem Sonntag (auf Latein: Dominica). Dominica hatte 2022 73.000 Einwohner und hier leben ungewöhnlich viele Zentenare, also Menschen jenseits der hundert Lebensjahre.
Heute wollten wir den Tipp meiner Freundinnen befolgen und uns spontan mit einem der Großraumtaxi umherfahren lassen. Auch diese seien immer sehr verlässlich und pünktlich am Hafen zurück.
Am Hafen warteten schon einige Taxifahrer mit Schildern und Fotos mit den Sehenswürdigkeiten Dominicas. Ich hatte genaue Vorstellungen und der Taxifahrer wollte Mitfahrer suchen, die ebenso unsere Route fahren wollten. Bestimmt sagte ich auch, dass ich nicht zur Titou Gorge will, der Hauptattraktion Dominicas- aber die Fotos von meinen Freundinnen mit einer völlig überlaufenen Badestelle mit hunderten Menschen brauchte ich wirklich nicht.
Nach und nach kamen immer mehr Kreuzfahrer vom Schiff- nach kurzem Smalltalk wurden sie auf andere Taxis verteilt. Zu uns wollte niemand und so glaubte ich durch den Ausschluss der Titou Schlucht ggf. einen Fehler begangen zu haben. Gregor beruhigte mich, ich solle nicht so ungeduldig sein und schon stiegen 2 befreundete polnische junge Pärchen in unseren Bus, die ebenso ihren Urlaub auf der AIDA verbrachten.
Überaschenderweise fuhren wie als erstes doch zur Títou Gorge. Wir waren somit kurz nach 8 Uhr die Allerersten . So zauderte ich nur kurz - naja, wenn ich schon mal da bin, dann kann ich hier doch mal ins kalte Wasser springen. Ich bekam eine Schwimmweste und musste einige Dollar zahlen. Das polnische Paar bezahlte auch die Gebühr für eine wasserdichte Handyhülle. Ehrlich gesagt, war ich skeptisch, aber die Hülle hielt stand und so machten wir den Deal, dass wir gegenseitig Fotos machen und sie mir später die Fotos via whatsapp senden.
Das Wasser war sehr kalt und es kostete etwas Überwindung. Die Schlucht ist vielleicht 1,5 Meter breit und geschätzt 10 Meter hoch. Wir schwammen zu dritt in die mit Wasser gefüllte, steile Schlucht bis zu einen kleinen Wasserfall. Tatsächlich schwammen wir nur bis in eine Art Vorhöhle, da die Strömung zum Wasserfall selbst sehr massiv war und wir auch gar nicht ahnten, dass das technisch möglich sein kann. Die nur ca. 60 Meter lange Schlucht ist einer der Drehorte von „Fluch der Karibik“ Vielleicht erkennt ihr diese? Ich habe diesen Klassiker nie gesehen. Ich fand es echt mega und es wat wirklich eines meiner absoluten Urlaubshighlights. Als wir längst aus dem Wasser waren, trafen die prallgefüllten Reisebusse ein und ich war heilfroh, dass wir dieses ruhige Schwimmerlebnis in dieser tollen Umgebung für uns hatten.
Wir fuhren zu den Trafalgar Falls. Es handelt sich um zwei Wasserfälle, die Vater und Mutter genannt werden. Der höhere Vaterfall erreicht eine Fallhöhe von rund 41 Metern. Der kleinere Mutterfall ist etwa 23 Meter hoch. Sie sind eine Sehenswürdigkeit im Morne Trois Pitons National Park, einem weitläufigen und unberührten UNESCO-Kulturerbe auf Dominica Vom Besucherzentrum erreicht man die Wasserfälle nach einem kurzen Spaziergang. Sehr schön ist, dass man sie von einer hölzernen Besucherplattform aus beide gleichzeitig sehen kann. Wir liefen noch weiter hinunter zu den Fällen und die bemoosten Felsen waren etwas rutschig.
In der Nähe des Wasserfalls hielten wir kurz an und durften verschiedenes Fruchtsäfte und Obst degustieren. Weiterhin besuchten wir noch eine heisse Quelle.
Wir fuhren dann zum schönen botanischen Garten von Roseau . Eine Erinnerung an einen Hurrikan aus dem Jahre 1979 ist ein total zerstörter Schulbus. Noch heute liegt ein dicker Baum auf dem Bus. Damals ist aber niemand zu Schaden gekommen.
Wir verzichteten auf die Rückfahrt zum Hafen und liefen lieber durch den botanischen Garten, denn hier beginnt der Jack‘s Walk Trail auf den Hausberg Morne Bruce. Der Weg ist teils steil, das Klima heiß und somit ist es schon auch etwas anstrengend.
Zunächst erreicht man ein großes weißes Kreuz, das den Beitrag der Commonwealth-Truppen während des Ersten Weltkriegs ehrt. Vom Aussichtspunkt des Morne Bruce überblickt man die ganze Stadt und den Hafen. Roseau liegt eingebettet zwischen dem türkisfarbenen Meer und den grünen Vulkanhängen. Wir trafen ein anderes Aida Paar, die auch bei den Landausflügen immer auf eigene Faust unterwegs sind. Es entwickelte sich wirklich ein absolut nettes Gespräch.
Wir machten uns wieder an den Abstieg und nahmen fast den direkten Weg zum Schiff, da uns der Ort ansonsten nicht sooo interessant erschien. Gegen 16:15 Uhr gingen wir an Bord. Wir waren wieder absolut happy mit dem heutigen Ablauf des Tages.
Abends schauten wir noch der Artistenshow zu. Die angebotene Weiberfastnacht ignorierten wir- wir sind keine Karnevalsnasen…
Teil 816. Aug. 2025
Fr 28.02. St. Lucia (7:30-18:30 Uhr) 43,5km x22,5km, unabhängig
Der Inselstaat besteht aus mehreren Inseln, und zählt zu den Kleinen Antillen. St. Lucia liegt nördlich von St. Vincent und den Grenadinen und 33,2 km südlich von Martinique. 146 km im Südosten befindet sich Barbados. Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Castries im Westen der Hauptinsel. Der höchste Punkt der Insel ist der Mount Gimie mit 950 Metern. Die Küstenlinie ist 158 Kilometer lang. Die Insel war bis zur Unabhängigkeit 1979 über 150 Jahre lang eine britische Kolonie. Hier herrscht übrigens wie auf vielen anderen Karibikinseln Linksverkehr.
Heute waren wir sehr aufgeregt, denn wir lagen das erste Mal auf Reede. Nur über kleine Tenderboote gelangte man an Land. Wir befürchteten das Schlimmste, da eindringlich vor langen Wartezeiten gewarnt wurde. Der Transport mit den kleinen Booten gelang aufgrund unseres early birds sehr gut und zügig, Auf dem Tender Boot war wieder eine nörgelnde Deutsche, die sich echauffierte, dass der Gurkensalat auf dem Schiff immer aus wäre. Ist das wirklich ein Megaproblem, wenn es 20 andere Salate gibt? Es wird auch ständig nachgelegt und man muss- wenn überhaupt 5 Minuten warten. Die großen Probleme unserer Welt…Zudem betonte sie immer wieder, wie schlecht die AIDA und wie viel besser es doch auf Mein Schiff sei. Dann buch doch Mein Schiff und nerv mich ned mit deiner Unzufriedenheit.. geniess es doch einfach, es kostet doch so viel Geld und mach das Beste daraus. Wie viele Menschen können es sich nicht leisten und Du bist hier. Diese Gedanken behielt ich aber bei mir…
Da es gestern schon so super klappte, wählten wir wieder eine Inselrundfahrt per Grossraumtaxi. Dieses Mal mit einem netten jungen puerto ricanischen Päarchen von einem amerikanischen Riesenkreuzfahrtschiff, auf dem sich sogar eine Kartbahn befand. Verrückt. Es gab auf dieser Insel wirklich sehr viel zu sehen und zu unternehmen. Es gab wieder traumhaft schöne Strände, Wasserfälle und Natur pur. Auch hätte man sich wie in Costa Rica mit einer Aerial Tram, einer Art Seilbahn, in luftiger Höhe durch den Wald gleiten lassen. können. Leider verneinte unser Taxifahrer aus Zeitgründen meinen Wunsch, den schönen Wanderweg Têt Paul Nature Trail zu begehen. Hier musste man einfach Abstriche machen und ggf. wiederkommen.
Als Taxifahrer hatten wir heute einen inselbekannten ehemaligen Polizisten, der unheimlich stolz auf seine Insel war und uns sehr viel erzählte. Ich mag es, einfach mit den Bewohnern so in Kontakt zu kommen und auch Fragen stellen zu können. So erfährt man einfach mehr über das Land . Dies ist in einer großen Reisegruppe so individuell einfach nicht möglich. Wir hielten kurz am Castries City Viewpoint und sahen unsere AIDA sowie unsere Tenderboote.
Wir fuhren auf der West Coast Road von Castries in Richtung Soufrière. Die Straße ist kurvenreich und folgt den Hügeln der Insel. Es geht oft bergauf und bergab. Wir fuhren durch das Heimatdorf unseres Taxifahrers Anse-la-Raye und überall hupte es und winkte er. Wir hielten am Aussichtspunkt auf die wunderschöne Marigot Bay.
Es folgte ein weiterer Aussichtspunkt.
Für mich waren die Pitons das Highlight der Insel. Die beiden spitzen Vulkankegel Gros Piton (798m) und Petit Piton (743m ) sind das Wahrzeichen des Inselstaates. Sie befinden sich bei Soufrière im Südwesten der Insel. Dichter Regenwald bedeckt beide Berge, die aus erodierten Lavadomen bestehen. Die UNESCO ernannte die Pitons und ihr Schutzgebiet 2004 zum Weltnaturerbe. Wir hielten an einigen Aussichtspunkten und ich fand es einfach nur superschön.
Wir hielten ebenso an den Sulphur Springs. Nur mit Guide durfte man die schwefelhaltigen heißen Quellen besichtigen- es blubbert, brodelt und stinkt nach faulen Eiern. Wir haben das schon des Öfteren gesehen und waren daher nicht so beeindruckt.
Wir fuhren nach Soufrière zum Diamond Botanical Garden. Der Garten war mit Kreuzfahrergruppen echt ziemlich überlaufen und ich war anfangs sehr gestresst, da es kaum ein Vorbeikommen gab. Da es aber doch einige Wege gab und viele lauffaul sind, fanden wir doch noch etwas Ruhe. Es gibt mehrere Mineralbäder und den Diamond Wasserfall. Wir unterhielten uns nett mit den Puerto Ricanern, die uns erzählten, dass ihre Mutter wohl mehrmals Rassismus auf einer Deutschlandreise erfahren hätte und sie daher aus Angst nicht dorthin reisen möchten. Verrückt welch fremdenfeindliches Image Deutschland mittlerweile besitzt.
Ich konnte vom Anblick der Pitons einfach nicht genug bekommen und bat den Taxifahrer, an dem Aussichtspunkt Mirador Pitons Santa Lucia zu halten, der mir auf der Hinfahrt aufgefallen war. Auch dies ist einfach der Vorteil einer Minigruppe, dass man es flexibel gestalten kann. Der Ausblick auf die Bucht und Hügel war fantastisch. Kaum haben wir die Aussichtsplattform verlassen und sind ins Auto gestiegen, erwischte ein wahnsinniger Regenschauer zwei große Ausflugsgruppen. Wir hatten echt das Mega Timing.
Wir baten den Taxifahrer uns in Castries aussteigen zu lassen und zogen gemeinsam mit den Puerto Ricanern umher. In der kleinen Hauptstadt leben weniger als 4.000 Menschen. Unser Ziel war die wunderschöne katholische Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis, die 1897 errichtet wurde. Die Holzdecke und die Bleiglasfenster sind einzigartig und wirklich schlichtweg wunderschön.
Danach schauten wir uns den Hauptplatz Derek Walcott Square mit einige Gebäuden aus der Kolonialzeit sowie den angeblich 400 Jahre alten Regenbaum an, der als Wahrzeichen von Castries gilt.
Wir schlenderten gemeinsam durch den Castries Central Market. Die Puerto Ricaner kamen in einen wahren Shoppingsouvenirflash und so verabschiedeten wir uns und kehrten per Tenderboot auf das Schiff zurück. Heute waren wir von 07:00 bis 13:30 Uhr an Land.
Nachmittags besuchten wir mal wieder das Fitnessstudio, tranken gemütlich Kaffee und aßen Kuchen im Cafe Mare. Gemütlich ließen wir den schönen Tag ausklingen. St. Lucia gefiel uns wirklich sehr sehr gut!
Barbados ist die östlichste Insel der Kleinen Antillen. Barbados oder auch „Little England“ genannt, gehörte 300 Jahre lang zu Großbritannien und ist seit 1996 unabhängig. Allerdings hat man sich erst 2021 vom britischen Königshaus getrennt. Die Hauptstadt Bridgetown liegt im Südwesten der Insel. Auf der relativ flachen Insel gibt es Zuckerrohrfelder, Herrenhäuser und zahllose Traumstrände. Rihanna stammt übrigens aus Barbados.
Wie immer waren wir früh unterwegs und durchquerten das überdachte Terminalgebäude mit einigen Shops. Wir liefen in das ca 1,5 km entfernte Stadtzentrum und weiter zum zentralen Busbahnhof Fairchild Street Terminal. So viel Sehenswertes gibt es hier nicht, so dass wir heute getrost wieder auf den Bus umsteigen konnten. Natürlich hätte man auch hier wieder einige tropische Gärten anschauen oder eben auch eine Rumprobe machen können. Aber wir hatten darauf schlichtweg keine Lust.
Am Busterminal mussten wir etwas warten und fuhren in das 20 km entfernten Bathsheba. Im Bus lernten wir eine weitere 5 köpfige AIDA Gruppe kennen, die wohl einige geocashes finden wollten. Laut deren Aussage gäbe es in der Karibik die ältesten und auch richtig interessante cashes. Bei jedem Anlegehafen gehen sie auf die Jagd, Sie fanden St. Lucia übrigens ganz furchtbar, aber erblassten, als sie unsere Piton Fotos gesehen hatten. Ihre gestrigen Geocashes haben sie wohl stattdessen in langweilige Regionen geführt. Bathsheba ist ein kleines Fischerdorf an der rauen Atlantikküste der Insel. Die Küste ist hier geprägt von großen Felsen und einer starken Brandung. Besonders bekannt ist der fotogene “Mushroom Rock”. Wir spazierten am Meer entlang, tranken etwas, beobachteten das Kommen und Gehen von Reisegruppen und vertrieben die Zeit, bis der nächste Bus wieder zurückfuhr. Glücklicherweise war es die Endhaltestelle und wir stiegen als Erste ein. Der Bus wurde auf der Rückfahrt brechend voll und es war sehr unterhaltsam, das Geschehen zu beobachten.
In der Hauptstadt Bridgetown schlenderten wir zum kleinen historischen Zentrum rund um den National Heroes Square, der seit 2011 Weltkulturerbe der UNESCO ist. Das neugotische Parlamentsgebäude mit großem Uhrturm ist ein Überbleibsel der britischen Kolonialarchitektur.
Wir spazierten weiter bis zur Carlisle Bay, einer langgezogenen Bucht mit ca. 2 Kilometer langem Sandstrand. Wir entdeckten viele Aida Handtücher. Ich schnorchelte, aber sah keine Fische. Zudem musste man etwas aufpassen, da einige Ausflugskatamaran heimkehrten. Hier hätte man sehr günstig einen Ausflug zu Meeresschildkröten (Karettschildkröte sowie die Grüne Meeresschildkröte) buchen können. Das wäre bestimmt auch eine sehr gute Alternative gewesen. Gregor genoss Fruchtsäfte sowie das Beachlife an der gechillten Strandbar.
Heute waren wir von 08:15 Uhr bis 16:30 Uhr an Land. Für uns war der relaxte Zwischentag völlig okay. Wir sahen beim Ablegen noch ein ausgesprochen schönes Segelschiff. Bestimmt auch ein Erlebnis auf diesem unterwegs zu sein. Abends waren manche Gesprächspartner über unser Transportmittel und den Mut sehr erstaunt. Sie hätten zu sehr Angst, das Schiff zu versäumen. Wir empfanden die Busse als sehr verlässlich- man muss sich eben gleich über die Rückabfahrtszeiten erkundigen.
Abends gab es ein Sektbuffet zu Ehren der abreisenden Kreuzfahrer- verrückt, so schnell ist eine Woche auf See vorbeiQ