20. Kapitel: Leopardenland am Stadtrand
Draußen ist es noch dunkel und das Aufstehen fällt heute schwer. Ein Erholungsurlaub ist das hier nicht. 🤪
Vor dem Hotel empfangen uns CB und Mr Satdev und gemeinsam machen wir uns auf den Weg zum Jhalana Leopard Reserve, das am Stadtrand von Jaipur situiert ist. So früh am Morgen kommen wir zum Glück ohne Beeinträchtigung durch die Straßen der Metropole und geraten nur kurz in Aufregung, weil wir den Eingang zum Reservat nicht auf Anhieb finden können und ein wenig durch die engen Gassen eines Wohngebiets irren.
Bald darauf erreichen wir das Tor jedoch und finden uns auf einem staubigen Parkplatz ein, auf dem eine gute Handvoll Gypsys herumsteht. Auch einige müde Touristen schleichen bereits um die Fahrzeuge herum. Auffällig ist, dass die Reisenden hier weit weniger „outdoorsy“ unterwegs sind als in Ranthambhore und Co. Insgesamt zehn Fahrzeuge dürfen den Park an jedem Morgen und Nachmittag befahren.
Wir bekommen ein ziemlich abgerocktes Elektromobil zugewiesen und sind erstmal überrascht vom Anblick dieses seltsamen Kastenwagens mit seinen total zerschlissenen Kunststoffsitzen. Wir nehmen auf der rundherum offenen Sitzfläche Platz und harren der Dinge, die da kommen. Nach einiger Zeit ungeduldigen Wartens erscheint unser Fahrer, nachdem bereits der ein oder andere Gypsy aufgebrochen ist, und angenehm leise holpern wir in Richtung Einlasskontrolle zu dem 23 Quadratkilometer umfassenden Schutzgebiet. Hier werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass man keine Wasserflaschen mit ins Reservat nehmen dürfe. Wir müssen also all unsere Flaschen hier deponieren. Das erscheint uns in Anbetracht der nicht lange auf sich warten lassenden Hitze doch etwas bedenklich… 😵 Wir fügen uns trotzdem in unser Schicksal, was sollen wir auch machen?
Im Jhalana Reserve sollen etwa 30 bis 35 Leoparden leben, von denen sechs oder sieben Katzen ihr Revier in den im Rahmen von Gamedrives befahrbaren Bereichen haben. Immer wieder dringen die Katzen wohl auch in die Randgebiete Jaipurs vor, wo Straßenhunde zu ihrer Beute werden. Da der Leopard hier Spitzenprädator ist, können die Katzen deutlich häufiger gesichtet werden als in Tiger-Reservaten wie Ranthambhore.
Nach wenigen Augenblicken gemütlicher Fahrt erreicht auch schon ein Funkspruch unseren Fahrer. Sofort drückt er aufs Gaspedal und unser E-Mobil beschleunigt erstaunlich flott. Was diese wilde Fahrt motiviert, können wir uns leicht ausmalen. 😎
Kurz darauf erreichen wir die erste Wasserstelle des Schutzgebiets. Hier stehen bereits die Fahrzeuge, die vor uns eingefahren sind – ein sicherer Indikator dafür, dass wir unser Ziel erreicht haben. Und auch der Grund für den kleinen Fahrzeugauflauf ist schnell lokalisiert: In vielleicht zwanzig Metern Entfernung liegt ein stattlicher Leopard völlig offen direkt am Wasserloch. Zu unserer Freude spiegelt sich die Katze dabei höchst fotogen in dem kleinen Bassin.
Der Kater scheint tief und fest zu schlafen und so ist erstmal Geduld angesagt, wenn man die Raubkatze noch in anderen Posen außer der stabilen Seitenlage erleben möchte. Wir verbringen viel Zeit unserer Safari an diesem Ort, was der Ausfahrt einen etwas merkwürdigen Charakter verleiht: Circa zwei Minuten flotte Fahrt und voilà: Hier ist Ihr Leopard! 😉
Wenn die Katze einmal kurz ihren Kopf aufrichtet, klicken die Kameras. Was für ein prächtiger Kerl!
Einige Pfauen würden gern ihren Durst stillen und stolzieren vorsichtig um die Wasserstelle herum. Der Leopard nimmt keine sichtbare Notiz von ihnen. Trotzdem wagen sie sich nicht ans kühle Nass heran und müssen durstig ihres Weges ziehen.
Für Abwechslung beim Warten auf eine Großkatzenbewegung sorgt einmal mehr die Vogelwelt. Eine Rotschulter-Grüntaube (Yellow-footed Green Pidgeon) ist dabei ein Neuzugang auf der Liste fotografierter Vögel.
Langsam taucht die höhersteigende Sonne das Areal in ein warmgoldenes Licht. Und in den Leoparden kommt etwas mehr Leben. Höchst fotogen lagert der Kater nun an der Wasserstelle. Und wir haben Zeit, jede Rosette der Raubkatze genau zu studieren.
Kurz erhebt sich seine Majestät sogar – aber nur um zwei Meter entfernt wieder auf die Seite zu plumpsen.
Irgendwann schlägt der Fahrer vor, doch ein wenig durch das Reservat zu fahren, um einen Eindruck von der weiteren Landschaft zu bekommen. Da der Leopard nun wieder schlafen möchte, willigen wir ein und fahren alsbald auf einer engen Piste durch dicht verbuschte Umgebung. Hier sind in unregelmäßigen Abständen kleine Wasserstellen angelegt, aber auch diese sind von undurchdringlichem Buschwerk umgeben. Auf der Runde sehen wir kein einziges weiteres Säugetier und begreifen erst jetzt, was wir für ein Glück mit dem Leoparden auf der offenen Fläche hatten. Und auch wenn man Beschreibungen auf Tripadvisor liest, wird deutlich, dass es hier durchaus auch leopardenfreie Gamedrives gibt.
Zwei Vogelsichtungen sind erwähnenswert und lassen die Fahrt nicht zu einer reinen Büsche-Schau werden.
Gleich neben der Straße posiert ein Königsdrongo (Black Drongo) in bestem Licht.
Und wenig später zeigt uns der Fahrer den letzten Brahmakauz (Spotted Owlet) unserer Reise. Und wieder sind wir verzückt von diesem niedlichen Kobold.
Zurück an der Leoparden-Wasserstelle finden wir diese verwaist vor. Die Katze hat sich während unserer Abwesenheit entfernt. Und so fahren wir zu einem verlassenen Wachturm, in dessen Schatten der Leopard wohl gern die heißen Tagesstunden verdöst. Als wir dort ankommen, gibt es aber erstmal nur einige Wachtelfrankoline zu sehen.
Tatsächlich zeigt sich der Leopard nach wenigen Minuten unseren Blicken. Er schleicht um das Gebäude und lässt sich hechelnd im Schatten nieder.-2.jpg)
Bald ist es Zeit, den Park zu verlassen. Auch im Jhalana Reserve gelten strenge Vorgaben. Auf der Rückfahrt zum Gate können wir tatsächlich noch einen weiteren Leoparden entdecken. 🙂 Dieses Mal ist es ein weibliches Tier, das viel filigraner ist als der massige Kater. Die Katze hat es aber leider sehr eilig und wendet uns nicht ihr Gesicht zu, bis sie schließlich im tiefen Dickicht auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Daher entstehen hier auch keine vorzeigbaren Bilder.
Zufrieden mit der Ausbeute unserer letzten indischen Safari können wir am Gate unsere Wasserflaschen wieder in Besitz nehmen, deren Inhalt uns nach den zweieinhalb Stunden im Busch höchst willkommen ist.
Draußen ist es noch dunkel und das Aufstehen fällt heute schwer. Ein Erholungsurlaub ist das hier nicht. 🤪
Vor dem Hotel empfangen uns CB und Mr Satdev und gemeinsam machen wir uns auf den Weg zum Jhalana Leopard Reserve, das am Stadtrand von Jaipur situiert ist. So früh am Morgen kommen wir zum Glück ohne Beeinträchtigung durch die Straßen der Metropole und geraten nur kurz in Aufregung, weil wir den Eingang zum Reservat nicht auf Anhieb finden können und ein wenig durch die engen Gassen eines Wohngebiets irren.
Bald darauf erreichen wir das Tor jedoch und finden uns auf einem staubigen Parkplatz ein, auf dem eine gute Handvoll Gypsys herumsteht. Auch einige müde Touristen schleichen bereits um die Fahrzeuge herum. Auffällig ist, dass die Reisenden hier weit weniger „outdoorsy“ unterwegs sind als in Ranthambhore und Co. Insgesamt zehn Fahrzeuge dürfen den Park an jedem Morgen und Nachmittag befahren.
Wir bekommen ein ziemlich abgerocktes Elektromobil zugewiesen und sind erstmal überrascht vom Anblick dieses seltsamen Kastenwagens mit seinen total zerschlissenen Kunststoffsitzen. Wir nehmen auf der rundherum offenen Sitzfläche Platz und harren der Dinge, die da kommen. Nach einiger Zeit ungeduldigen Wartens erscheint unser Fahrer, nachdem bereits der ein oder andere Gypsy aufgebrochen ist, und angenehm leise holpern wir in Richtung Einlasskontrolle zu dem 23 Quadratkilometer umfassenden Schutzgebiet. Hier werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass man keine Wasserflaschen mit ins Reservat nehmen dürfe. Wir müssen also all unsere Flaschen hier deponieren. Das erscheint uns in Anbetracht der nicht lange auf sich warten lassenden Hitze doch etwas bedenklich… 😵 Wir fügen uns trotzdem in unser Schicksal, was sollen wir auch machen?
Im Jhalana Reserve sollen etwa 30 bis 35 Leoparden leben, von denen sechs oder sieben Katzen ihr Revier in den im Rahmen von Gamedrives befahrbaren Bereichen haben. Immer wieder dringen die Katzen wohl auch in die Randgebiete Jaipurs vor, wo Straßenhunde zu ihrer Beute werden. Da der Leopard hier Spitzenprädator ist, können die Katzen deutlich häufiger gesichtet werden als in Tiger-Reservaten wie Ranthambhore.
Nach wenigen Augenblicken gemütlicher Fahrt erreicht auch schon ein Funkspruch unseren Fahrer. Sofort drückt er aufs Gaspedal und unser E-Mobil beschleunigt erstaunlich flott. Was diese wilde Fahrt motiviert, können wir uns leicht ausmalen. 😎
Kurz darauf erreichen wir die erste Wasserstelle des Schutzgebiets. Hier stehen bereits die Fahrzeuge, die vor uns eingefahren sind – ein sicherer Indikator dafür, dass wir unser Ziel erreicht haben. Und auch der Grund für den kleinen Fahrzeugauflauf ist schnell lokalisiert: In vielleicht zwanzig Metern Entfernung liegt ein stattlicher Leopard völlig offen direkt am Wasserloch. Zu unserer Freude spiegelt sich die Katze dabei höchst fotogen in dem kleinen Bassin.
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Wenn die Katze einmal kurz ihren Kopf aufrichtet, klicken die Kameras. Was für ein prächtiger Kerl!
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Zwei Vogelsichtungen sind erwähnenswert und lassen die Fahrt nicht zu einer reinen Büsche-Schau werden.
Gleich neben der Straße posiert ein Königsdrongo (Black Drongo) in bestem Licht.
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Zufrieden mit der Ausbeute unserer letzten indischen Safari können wir am Gate unsere Wasserflaschen wieder in Besitz nehmen, deren Inhalt uns nach den zweieinhalb Stunden im Busch höchst willkommen ist.
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