Reisebericht

Betreutes Birden in Marokko - Dezember 2024

von Champagner · begonnen 05. Jan. 2025 · 17 Teile

Teil 105. Jan. 2025
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Die Alliteration „Betreutes Birden bei Berbern“ konnte ich mir gerade noch so verkneifen….. 😗 😎

Und keine Angst – das wird kein langer Bericht, ich war nur eine Woche unterwegs 😉 !

Bevor es lange Gesichter gibt: von Marokko, bzw. dem "typischen Marokko" wird recht wenig gezeigt (also nix mit Königsstädten usw. 😗 ) – eher davon, wie so eine reine Vogelbeobachtungsreise abläuft... bzw. es werden eben Vögel gezeigt 😛 .

Wie kam es zu der Reise? Nach den vielen unschönen, traurigen und teils auch kostspieligen Vorfällen vor, während und nach meiner letzten Botswanareise in 2023 war mir die Lust auf und vor allem der Mut für eine neue Buchung, und schon gar nicht weit weg ins südliche Afrika, abhandengekommen 🙁 .

Anfang 2024 wurde mir dann bewusst, dass ich ohne wenigstens ein bisschen Vorfreude auf eine Reise, und zwar am besten auf den afrikanischen Kontinent, das Jahr nur schwer durchhalten würde.

Im April hatte ich die Idee, endlich mal um meinen Geburtstag Ende November herum ins Warme zu fliehen, was bisher ja wegen der Schulferien, an die ich gebunden war, keine Option darstellte.

Marokko kam mir in den Sinn, aber die üblichen Gruppenreisen mit Studiosus oder ähnlichem waren mir viel zu lang und - ich gebe es zu und oute mich als Banausin – auch viel zu kulturlastig 😊 . Beim Durchlesen einer solchen Tour sah ich mich vor meinem inneren Auge den Kopf verdrehen 🤪 und nach Vögeln suchen, während die anderen Mitreisenden begeistert Paläste bestaunten 🙄 . Moment mal – gibt es denn überhaupt Vögel in Marokko und wenn ja, welche im Winter 😕 ?

In die Suchmaschine meines Vertrauens gab ich ein: "Vögel in Marokko" – und als erstes Ergebnis wurde mir kein Tier, sondern genau diejenige Reise angezeigt, die ich dann tatsächlich gemacht habe: 7 Tage mit max. 7 Leuten (plus Reiseleiter) Birden in Marokko. Nachdem Matthias (fotomatte) meinte, er hätte schon Gutes von dem Veranstalter gehört, nahm ich meinen ganzen Mut und meine ganzen Euros zusammen (diese Reisen sind sehr teuer 😣 !) und ergatterte einen der wenigen Plätze für diese Tour.

Dies war grob die Route (vermutlich werde ich dann beim Fotosichten feststellen, dass wir teilweise an anderen oder zusätzlichen Stellen waren):

- Tag 1: Anreise, nachmittags Birden am Oued Souss (Unterkunft Maison Marocaine in Agadir).
- Tag 2: Küste nach Norden, Tamri-Delta, Paradise Valley (Unterkunft Maison Marocaine in Agadir).
- Tag 3: Qued Massa, Sidi Quassay (Unterkunft Riad Janoub in Tiznit)
- Tag 4: Antiatlas um Tafraoute (Unterkunft Riad Janoub in Tiznit)
- Tag 5: Entlang der Küste nach Süden Richtung Guelmim/Asrir (Unterkunft Villa Boujouf in der Oase Tighmert).
- Tag 6: In der Geröll-Wüste (Unterkunft Villa Boujouf in der Oase Tighmert).
- Tag 7: Fahrt nach Assa (Unterkunft Villa Boujouf in der Oase Tighmert).
- Tag 8: Heimreise


Dies waren meine Erwartungen/Hoffnungen/Bedenken 😐 :

1. Wärme im Dezember erleben
2. Ein neues Land kennenlernen
3. Neue Vögel entdecken (ganz oben auf der Liste stand der Waldrapp!)
4. Verwöhnt werden (Einzelzimmer mit Halbpension)
5. Rumgefahren werden (der Reiseleiter ist gleichzeitig der Fahrer)
6. Die Möglichkeit haben, ein bisschen Französisch zu sprechen
7. Einigermaßen erträgliche Mitreisende haben, denn Matthias lästerte diesbezüglich schwer im Vorfeld und ich hatte ehrlich gesagt auf der einen Seite ein bisschen Bammel vor Hardcore-Birderinnen und Birder und auf der anderen davor, mich zum Deppen zu machen.
8. Testen, ob es mit meinen neuen Mietern in Sachen „Katzenbetreuung“ gut klappt.
9. Durch die relativ kurze Reise (die Wahrscheinlichkeitsrechnung lässt grüßen) Vertrauen gewinnen, dass ich endlich wieder in Urlaub fahren kann (und vielleicht dann sogar auch mal wieder länger), ohne dass daheim irgendwelche Katastrophen passieren.


Am Ende der Reise werde ich diesbezüglich schlauer sein... 😗 😕 🤪 🤩 !

Aber starten wir erstmal!
Teil 205. Jan. 2025
29. November 2024

Der Condorflug nach Agadir startet am 30.11.2024 bereits um 8.40 Uhr, es besteht also keine Chance, mit der Deutschen Bahn am selben Tag anzureisen. Da es meine einzige Reise des Jahres ist, gönne ich mir ein Hotelzimmer direkt am Flughafen und fahre bereits am 29.11. abends nach Frankfurt. Das klappt alles wunderbar, ich fühle mich wie Queen Mom persönlich in meinem großen Einzelzimmer 🙂 , verspeise abends gemütlich mein mitgebrachtes Vesper im Bett (da kommt dann doch die sparsame Schwäbin wieder durch 😎 ) und schlafe halbwegs gut.

30. November 2024 – Wer sind meine Mitreisenden?

Am nächsten Morgen bin ich schnell am Gate, welches einer besseren Baustelle gleicht. Es gibt nur ein paar wenige Sitzplätze, die nahezu vollständig belegt sind. Zwei nette Damen winken mich heran, als sie meine suchenden Blicke erkennen, und bieten mir den Platz neben ihnen an, den bisher ihr Handgepäck eingenommen hatte. Schnell kommen wir ins Gespräch: es sind Mutter (86) und Tochter (ca. 60), die Mutter hat mit ihrem verstorbenen Ehemann jahrzehntelang den Winter in Agadir verbracht. Nun machen sie eine Abschiedsreise dorthin. Ich erzähle auf ihre Frage hin von meiner Birdingtour und sie finden das sehr spannend. Wer sind wohl meine Mitreisenden? Vielleicht die drei, die uns gegenübersitzen (weit weg, sie können uns nicht hören)? Die beiden Damen entwickeln einen großen Eifer darin, zu beurteilen, wer wohl von den Anwesenden ein Birder/eine Birderin ist und wir haben viel Spaß miteinander 🤪 .

Durch Informationen des Veranstalters kenne ich die Namen (aber mehr nicht) der teilnehmenden Personen und wer mit mir ab Frankfurt fliegt, nämlich alle außer einer. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mir ein Gesicht gegenüber bekannt vorkommt, denn dessen Name hatte ich gegoogelt, da er nicht ganz alltäglich war und somit die Chance auf einen Treffer bestand. Ich zeige den Damen das Foto, das ich bzw. die Suchmaschine gefunden hatte und sie sind sich ebenfalls sicher: das muss Klaus sein 🤩 ! Hmmm, ehrlich gesagt hatte ich vor ihm ein bisschen Angst, oder sagen wir lieber Respekt, denn was ich so gelesen hatte, war er studierter Geograph und ziemlich aktiv in Sachen Natur unterwegs. Der weiß bestimmt alles, und das auch noch besser 😛 und findet mich sicher nach zehn Minuten, in denen ich mindestens dreimal gefragt habe, wo der Vogel sitzt und wie er heißt, total anstrengend und nervig 😵 . Ich kann mir seine verbissenen Blicke jetzt schon vorstellen und lachen kann der bestimmt auch nicht…. 😣

Meine beiden Damen hat das Jagdfieber gepackt 🤩 – sie sind sich sicher, dass die beiden anderen auch dazu gehören, denn – das haben sie genau gesehen – die haben sich mit Klaus unterhalten. Na super, die kennen sich alle, vermutlich ist die ganze Gruppe schon jahrelang mit dem Veranstalter gemeinsam auf Vogelsuche unterwegs und jetzt komme ich als Störenfried dazu 😕 .

Ich werde aus meinen trüben Gedanken gerissen, denn meine Nachbarin stupst mich an und flüstert: da kommt einer mit einem Fernglas um den Hals, das ist doch bestimmt auch ein Birder! Sie hat recht, und den kenne ich sogar auch: es ist unser Reiseleiter Jürgen, von dem man auf der Website schon ein Foto hatte sehen können. Da Klaus kurz vorher das Gate nochmal verlassen hatte, stehen jetzt nur die beiden anderen von gegenüber und Jürgen zusammen da und begrüßen sich. Und schon wieder betreten zwei Personen mit Fernglas und Outdoor-Klamotten die Bühne – für meine Nachbarinnen ein klarer Fall: die gehören auch zu der Gruppe 🤩 .

Auch Jürgen und die beiden anderen sehen das wohl so, denn sie begrüßen sich fragend und stellen sich dann vor, als klar ist, dass sie Teilnehmer der Reise sind. Jetzt muss ich meinen Beobachterinnenposten wohl aufgeben, packe meinen Rucksack, in dem sich mein Fernglas befindet, statt um meinen Hals zu baumeln (was aber bei meinem Steiner-Kinderspielzeug im Vergleich zu den Swarovskis der anderen wohl auch die richtige Entscheidung war, um mich nicht sofort als Laie zu outen 🙄 ) und geselle mich zu der Gruppe. Okeeee, ich muss sagen, der erste Eindruck ist positiv, mir fällt niemand spontan negativ auf, im Gegenteil, das sind alles sehr freundliche und fröhliche Leutchen 🙂 . Nur Klaus lerne ich vor dem Flug nicht mehr kennen, denn er kommt erst wieder ans Gate zurück, als wir schon boarden.

Unser Start verzögert sich, denn unsere Tragflächen müssen enteist werden! Hehe, irgendwie gefällt mir das (auch wenn wir uns dadurch ziemlich verspäten) 😁 - hier EIS, und in ein paar Stunden werde ich in der WÄRME sein (siehe Punkt 1 meiner Liste)!
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Der Tagflug dauert ca. 4 Stunden, ein Klacks nach all den mindestens 10stündigen nächtlichen Quälereien ins südliche Afrika.

Schnee im Hohen Atlas
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Anflug auf Agadir
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Das sieht schon richtig warm aus irgendwie...
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Angekommen!
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Nach der Landung stehen wir 7 (die beiden Ehepaare, Jürgen, Klaus und ich) am Gepäckband an und tauschen nebenher Geld in der nahen Wechselstube. Jürgen warnt uns: „tauscht nicht zu viel, man lebt hier recht günstig!“. Schon klar, dass keine und keiner auf ihn hört…. Dabei kennt Jürgen sich bestens aus – er ist nämlich mit einer Marokkanerin verheiratet und entsprechend oft im Land.

An der Kontrolle müssen alle ihr Spektiv auspacken. Wie gut, dass ich – natürlich als einzige, wobei die zwei Paare auch jeweils "nur" eines haben – keines dabei habe 😎 . Draußen treffen wir dann endlich unsere letzte Mitreisende aus der Schweiz, ebenfalls eine höchst sympathische Person!

Während wir lange auf unseren Mietwagen warten, machen wir das, was Birder nun mal tun, auch wenn es sich um simple Spatzen im Dreck handelt!
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Überhaupt ist es lustig zu beobachten, welchen Fokus alle Mitreisende haben 🤪 – immer wieder wird in die Luft oder in die Hecken geschaut und das Fernglas in die Hand genommen, und das mitten auf dem trubeligen Parkplatz. Übrigens bekomme ich hier auch einen ersten Eindruck von Klaus: ich glaubs nicht - er kann lachen 😄 – und ich bekomme jetzt schon das Gefühl, dass meine Vorurteile mal wieder ziemlich daneben lagen 😗 .

Im nächsten Kapitel lernen wir unsere erste Unterkunft kennen und machen unsere ersten Birding-Erfahrungen der Reise, die für mich mit sehr gemischten Gefühlen verbunden sein werden.
Teil 306. Jan. 2025
30. November 2024 - Maison Marocaine und das erste Birden!

Nachdem wir unseren Neunsitzer-Ford endlich bekommen haben, fährt uns Jürgen routiniert zu unserer ersten Unterkunft. Durch ein großes Tor fährt man auf das mit einer Mauer umgebene Gelände, und schnell und ohne viel Gedöns haben wir auch unsere Zimmer verteilt. Daran merkt man auch immer gleich ein bisschen, ob man mit komplizierten Menschen unterwegs ist oder nicht (wie zum Glück in meinem Fall).

Ich bin sehr happy, meine Einheit liegt direkt an der Terrasse, auf der wir auch essen werden, und überall um mich herum blüht und zwitschert es. Und ich kann mit dem Besitzer schon die ersten Sätze auf Französisch wechseln, wie schön!
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Hier links geht es zu meinem Zimmer, die meisten Fotos hab ich von deren Homepage geklaut, weil ich mal wieder vergessen habe, das zu dokumentieren:
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Die sehr schöne Terrasse, von der aus man einige Vögel beoabchten kann:
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Platz habe ich mehr als genug, und auch wenn die Einrichtung eher schlicht ist, die Dusche nur tröpfelt, das Wasser sehr zögerlich bis gar nicht abfließt, und die Toilette als Sichtschutz eine Mauer hat, an der man sich die Knie anstößt, erinnert es mich doch eher positiv an meine bisherigen Afrikaaufenthalte als dass es mich stört.
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Wie versprochen können wir schon die ersten Hausammern beobachten.
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Es ist sehr warm, eher heiß, und wir ziehen uns schnell sommerlich an, bevor es schon zum ersten Birden losgeht.

Zum besseren Verständnis: Nr.1 ist unsere Unterkunft, Nr.2 die Stelle am Qued Souss, an der wir dann nach Vögeln schauen, Nr. 3 der Königspalast, wegen dem man seit neuestem nicht mehr weiter Richtung Meer gehen oder fahren darf, und Nr.4 die Brücke, unter der am Ende auch nochmal angehalten wird.
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Unterwegs hält Jürgen an und kauft noch schnell Wasser für uns alle, und das brauchen wir auch dringend bei der sehr trockenen Luft.

Am Qued Souss angekommen werden schnell die Spektive inkl. Stative aus dem Kofferraum geholt, Ferngläser und Kameras umgehängt und dann geht es los! Ruckzuck wird alles aufgebaut, sobald wir am Ufer sind, und wie aus der Pistole geschossen werden unzählige Limikolen & Co. bestimmt, die ich noch nicht mal sehe mit meinem Ferngläschen 🤩 . Boah, die spielen echt in einer anderen Liga als ich 😮 .

Das sieht alles nicht soooo besonders lieblich, da sehr urban und dreckig aus hier und übrigens: meine Mitreisenden kümmern sich nicht etwa um die Flamingos im Vordergrund, sondern um das Kleinzeug in der 2. Reihe!
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Das Birden der anderen läuft sehr engagiert, manchmal euphorisch, aber nie besserwisserisch oder von oben herab ab. Wobei…. Wenn ich "Von oben" schreibe fällt mir ein, dass Klaus nach kurzer Zeit in Lachen ausbricht und meint: "Bele, du musst dich nicht immer bücken, wenn du unter meinem Fernglas durchgehst…" 🤪 Okay, wo er recht hat, hat er recht, uns trennen ca. 40cm Höhenunterschied und nun müssen wir beide lachen!

Die Profis weisen sich gegenseitig auf diverse Limikolen hin (die kann ich eh nicht, musste heute schon wieder Matthias bei zweien fragen, wie sie heißen 😵 😣 ), diskutieren über die richtige Bestimmung und ich versuche, mit Hilfe meiner Kamera auch ein bisschen was zu sehen. Was wir alle entdecken, und das ist wahrlich nicht schwer, ist der viele Müll, der überall herumliegt und wir schwanken zwischen Kopfschütteln und Entsetzen. Allerdings können es die Spektivkucker vermutlich viel besser ausblenden als ich, die mit der Kamera auch versucht, ein bisschen die ganze Umgebung einzufangen.
Kann man den ganzen Abfall erkennen?
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Ein paar Vögele lichte ich aber auch genauer ab, wenngleich es die Entfernungen und das Licht nicht einfach machen:
Flamingos (ja ne iss klar 😉 ) - leider auch wieder mit Müll-Deko:
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Grünschenkel
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Rotschenkel
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Beide zusammen:
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Die süßen, aber sehr flinken Samtkopf-Grasmücken:
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Lachmöwe:
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Maghreb-Elster:
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Seidenreiher:
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Und sogar einen Fischadler gibt es auf der anderen Uferseite zu sehen!
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Mit all den anderen Sichtungen, von denen ich kein Foto habe und die ich großteils auch nur von den anderen gehört habe, werde ich euch aber nicht langweilen. Ganz am Ende des Berichts stelle ich unsere Sichtungsliste ein, für die, die es interessiert – das muss reichen!

Nachdem wir unsere erste Dromedar-Begegnung der besonderen Art haben,
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fährt Jürgen uns noch zur Brücke. Es handelt sich dabei um ein ausgesprochen hässliches Exemplar (und ich bekomme Sehnsucht nach den Brücken im Moremi), viel Beton und umgeben von noch mehr Müll!
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Auch hier erkenne ich, wie schmerzfrei echte Birder und Birderinnen sind 🤩 : mitten im Abfall stehend freuen sich die Vier da unten über einen Löffler (nein, ich habe kein Foto von ihm, das müsst Ihr einfach glauben).
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Hier entspinnt sich unsere erste (und ich glaube auch letzte) ernsthafte, aber immer freundlich geführte Diskussion: es besteht nämlich Uneinigkeit darüber, ob wir hier dieselbe Zeit wie in Deutschland/der Schweiz haben oder nicht. Entsprechend unsicher sind wir auch, ob wir wohl rechtzeitig oder zu früh oder gar zu spät zum Abendessen kommen. Ich bin mir zwar sehr sicher, dass wir keine Zeitverschiebung haben, aber wirklich geklärt wird es erst in der Unterkunft, als wir den Chef des Hauses fragen. Alles klar, wir haben hier MEZ, was für ein Glück!

Nachdem wir geduscht haben, gibt es in diesem schönen Ambiente mein erstes marokkanisches Abendessen.
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Es fühlt sich so herrlich an, an einem Novemberabend draußen zu sitzen 🙂 😘 ! Ich hatte vegetarisch bestellt und das klappt hier auch ausgezeichnet: alle bekommen einen leckeren Salat vorab, dann gibt es Tagine für jeden, meine ist nur mit Gemüse und schmeckt hervorragend. Der Nachtisch ebenso, man merkt, dass sie Chefin Französin ist. Die Stimmung ist bestens, Jürgen erzählt uns Anekdoten von seiner Hochzeit in Marokko, teilweise wird auch über unsere verschiedenen Berufe gesprochen, und es stellt sich heraus, dass ein Großteil als Gutachter arbeitet und viel Zeit mit Kartierungen im Freien verbringt, oder genau solche Gutachten dann prüft. Kein Wunder wissen die alle so gut Bescheid 🤩 !

Was am Ende des Tages natürlich nicht fehlen darf: das Bearbeiten der besagten Sichtungsliste! Egal wie müde man ist, das muss sein! Erst danach darf man ins Bettchen verschwinden! Gute Nacht!
Teil 409. Jan. 2025
1. Dezember 2024

Wir haben den 1. Dezember und ich werde gleich im Freien bei Vogelgezwitscher frühstücken 🤩 – genau so hab ich mir das gewünscht 🙂 !

Allerdings geht die Sonne hier erst um ca. 8.15 Uhr auf, war für mich als Lerche bedeutet, dass ich schon lange vor dem Frühstück wach bin. Es geht den anderen aber ähnlich, und so streifen wir mit Fernglas und Kamera bewaffnet schon in der Morgendämmerung durch die Anlage und freuen uns über die vielen Piepmätze hier (wobei man bei dem Licht noch nicht so richtig fotografieren konnte, wie man sieht).

Samtkopfgrasmücke - die sind so süß!
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Schbätzle
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Graubülbül
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Das Frühstück ist sehr lecker und zieht sich auch ziemlich.
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Es gibt guten Kaffee, so viel man will, Orangensaft, Brot, selber gemachtes Mandelmus, Marmelade, nur die angekündigte Portion Käse ist ein bisschen witzig, das ist einfach eine Ecke „La vache qui rit“ - Streichkäse 😎 . Nach einer Weile werden noch Msemmen, eine Mischung aus Fladenbrot und Pfannkuchen serviert, später dann noch Omelette!

Wir hatten die Frühstückszeit von 8.30 Uhr auf 8.15 Uhr vorverhandelt, trotzdem sitzen wir natürlich ewig lang am Tisch. Pappsatt geht es kurz darauf los zu unserem Tagesausflug in Richtung Norden. Heute besteht theoretisch die Möglichkeit, einen Waldrapp oder vielleicht sogar mehrere zu sehen 😮 😕 🤩 (der Plural von Waldrapp ist laut Duden Waldrappe, man liest aber auch oft Waldrappen – ich hab mich jetzt mal ganz elegant vorm Plural gedrückt 😛 ).

Kreuz = Waldrappgebiet, roter Kreis ganz oben = unser Mittagsstopp und roter Kreis rechts = Paradise Valley, wohin wir dann nach dem Essen gefahren sind.
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Wir fahren direkt an der Küste entlang und machen einen ersten Stopp, um zu schauen, wer sich am und überm Wasser tummelt.
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Das Wetter ist herrlich und die Aussicht traumhaft.
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Für meine Mitreisenden gibt es Möwen im Überfluss, ich bin mir ziemlich sicher, dass sie jedes Exemplar einzeln bestimmt haben 😗 😎 . Ich denke jetzt mal, dass es vor allem Mittelmeermöwen waren, bin mir aber alles andere als sicher. Auf jeden Fall finde ich es ganz unwissenschaftlich hübsch, wie sie Schatten auf den Strand werfen!
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Nebenher genieße ich weiter den Ausblick 😉
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In der zweiten Reihe stehend (absichtlich, nicht weil ich aus der ersten wegen Unwissenheit oder schlechtem Benehmen verwiesen wurde 😛 ), muss ich über meine Mitreisende aus der Schweiz (links) schmunzeln 🙂 , sie sagt nämlich lachend über sich selbst: „Ich bin behängt wie ein Weihnachtsbaum 😄 !“. Orni-Christbaumschmuck sozusagen 😗 : Kamera (übrigens auch die SonyRX10M4), Tasche, Trinkflasche, vorne das Fernglas (nicht sichtbar), Stativ und Spektiv (wenn sie damit unterwegs ist, schultert sie diese beiden Teile).
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Wir stehen dort eine knappe Stunde – es gibt nämlich nicht nur auf der Seeseite, sondern auch auf der Landseite Vögel zu beobachten. In der Wand entdecken wir – was nicht ganz einfach ist auf Grund ihrer guten Tarnung – Felsenhühner (vier an der Zahl).
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Wir fahren ein Stückchen weiter, und schon gibt es die nächsten Sichtungen.

Sperling
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Trauersteinschmätzer (dekorativ auf Stromkabel)
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und ein Exemplar des wunderschönen Diademrotschwanzes (Nationalvogel Marokkos). Die gibt es auch bei unserer Unterkunft im Garten, aber da habe ich keinen erwischt. Dieser hier lässt sich gleich von allen Seiten ablichten
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und fliegt dann noch auf einen etwas dekorativeren Ansitz – wenn da nicht das Gestrüpp im Weg wäre 😣 . Aber egal, er fliegt eh gleich ab.
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Also wieder alle ins Auto, was durchaus eine sportliche Übung ist, denn alle tragen wir ja bekannterweise diverses Zeug mit uns rum und wer in der hinteren Reihe sitzt, muss sich durch die Lücke zwischen Autowand und mittlerer Sitzreihe quetschen. Es gibt aber auf der ganzen Reise kein Gequengel, wer wo sitzt. Irgendwie fügt es sich immer….

Nach ca. einer halben Stunde fahren wir um die Kurve beim Cap Ghir und Jürgen erklärt uns, dass ab hier das Waldrapp-Land beginnt. Rechterhand ist der Parc National de Tamri, linkerhand der Altlantik. Die Waldrappe haben einen guten Geschmack, was Landschaft betrifft 😉 .

Ab sofort schauen wir uns natürlich die Augen aus dem Kopf, wobei ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass man die einfach so im Vorbeifahren sehen kann….. 😐 STOPPPPP, da - ein Waldrapp, direkt neben der Straße 🤩 !
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Nee oder? Wir halten an, Jürgen ist ein Meister darin, schnell aber kontrolliert zu bremsen und gleichzeitig eine Abstellmöglichkeit für unser Bussle zu finden.

Vorsichtig steigen wir aus und schauen uns um – tatsächlich, da sind sie!


Vier Stück "grasen" ein Stück weit neben der Straße, noch vor dem Zaun zum Naturschutzgebiet. Wir stehen am Straßenrand auf der anderen Seite und können sie super beobachten und fotografieren. Was für ein Glück 😘 ! Es sind unterschiedlich alte Tiere, was man gut am Aussehen erkennen kann.
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Die Alten sind die mit der wilden Frisur und der roten Kehle! Wenn das Licht auf das Gefieder trifft, kann man eigentlich nicht mehr von Rappen sprechen!
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Zu den vieren fliegt noch ein fünfter ein.
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Nach ca. 20 Minuten verkrümeln sie sich langsam weiter nach oben und wir sehen sie in Richtung Meer abfliegen.
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Der Tag ist dank der Waldrappe eigentlich schon gelaufen – der Rest ist Zugabe (und dann auch nicht mehr so spektakulär) ! Davon dann im nächsten Kapitel!
Teil 510. Jan. 2025
1. Dezember - Fortsetzung

Weil es hier so schön ist, erkunden wir noch die Steilküste. Hier sitzt ein Raubwürger (algeriensis) weit entfernt auf einem Busch.
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Wir pirschen uns vorsichtig heran und können ihn beobachten, wie er Samen zupft, die ihm aber teilweise davongeweht werden.
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Ein hübscher Kerl!
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Jürgen (unser Reiseleiter) ist auch mit der Kamera unterwegs, was mich etwas beruhigt, da ja auf der Website des Reiseunternehmens steht, man dürfe erst fotografieren, wenn alle beobachtet hätten.
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Erstens ist mir nicht klar, wie man das feststellen soll (auch wenn mir klar ist, dass übereifrige Fotografen durchaus nerven können, vor allem wenn sie sofort versuchen, dem Objekt der Begierde möglichst nahe zu kommen) und zweitens stört meine Kamera ja genau so viel oder so wenig wie ein Spektiv, solange ich das (künstliche) Geräusch des Auslösers ausgeschaltet habe und auf Höhe der Beobachter bleibe. Allerdings hatte ich dieses Thema schon vorab in einer Mail mit Jürgen angesprochen und er hatte mich dort schon beruhigt. Dass er aber auch sehr gerne sein neues Objektiv testet (und sich wie ein kleines Kind über gute Fotos freut 🤪 ), passt mir in den Kram. Zudem man sich oft ja auch großflächig übers Gelände verteilt.
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Möwen gibt es natürlich auch hier 😗
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und weit entfernt ziehen immer wieder Gruppen von Basstölpeln vorbei (ich weiß, für dieses Foto braucht man viel Fantasie und Glauben, aber die Spektivkucker haben sie zweifelsfrei identifiziert!).
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Im Gebüsch sind auch Schwarzkehlchen unterwegs, hier ein Mädel.
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Ein letzter Blick auf die wilde Brandung des Atlantiks
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und dann klettern wir wieder in unseren Bus.

Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Plage Tamri, und biegen rechts ab. Jürgen lässt uns die Wahl: wollt Ihr erst essen oder schauen?
Natürlich wollen wir erst schauen, auch wenn es schon Mittag ist.

Scharf links von der N1 biegen wir auf eine Sandpad und stellen dort das Auto ab.
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Wir schlagen uns durch Gebüsch, wo u.a. wieder die netten Samtkopfgrasmücken unterwegs sind (auch hier ist ein Mädel am Start)
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und erreichen dann die Stelle, wo der Asif N'Srou das Meer gerade nicht erreicht. Übrigens ist es hier - wie auch vorher an der Steilküste relativ sauber!
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Natürlich gibt es hier wieder jede Menge Möwen 😗
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und Jürgen weist uns auf eine Korallenmöwe direkt am Wassersaum hin (die linke).
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Klaus und ich bewundern die Vögel, wie sie für die Landung schön in den Wind drehen, um sanft ins Wasser zu gleiten.
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Das klappt allerdings nicht immer 🤩 - siehe unten rechts.
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Hier fliegen auch Waldrappe herum 🤩 - dieses Exemplar ist beringt und besendert.
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Nach etwa einer halben Stunde Möwen 😎 😛 marschieren wir mit unserem ganzen Geraffel zurück zum Auto. Nach ein paar Minuten Fahrtzeit erreichen wir die Auberge Imazighen, wo wir uns zum ersten Mal mit einer marokkanischen Speisekarte auseinandersetzen müssen.
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Zum Glück haben wir Jürgen dabei, er erklärt uns, was 1/4, 1/2 und 1/1 Spießchen sind. Laut seiner Aussage reicht eine 1/4 Portion locker, einer will es nicht glauben und schafft seine 1/2 Portion kaum. Ich bestelle mir einen gemischten Salat mit Pommes dazu, und auch ich habe zu kämpfen, denn in dem Salat befinden sich schon jede Menge Kartoffeln! Es schmeckt aber alles sehr lecker, teilweise trinken wir frisch gepressten Orangensaft dazu, teilweise Tee, der immer sehr stilvoll serviert wird.
Das Essen ist spottbillig - ich ahne jetzt schon, dass ich zu viele Dirham getauscht habe! 😮

Der Rest des Tages ist eigentlich schnell erzählt. Nach dem Essen fahren wir wieder nach Süden, um dann nach Osten ins Gebirge abzubiegen (und halten auch für Vierbeiner 😉 ).
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An einer Oase machen wir einen kurzen Stopp –
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nicht nur für Vögel, sondern auch für eine Gottesanbeterin und einen Frosch.
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Dabei fällt auf, wie sehr sich alle auch an diesen kleinen Sichtungen erfreuen können - ich mag das sehr!

Am Ende falle ich etwas zurück
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weil ich noch unbedingt diesen Turmfalken erwischen möchte.
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Danach geht die Fahrt weiter ins Paradise Valley, wo wir wenig Vögel sehen, fast nur Zilpzalpe.
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Die Landschaft ist aber toll und wir halten uns auch hier eine gute Weile auf, bis Jürgen zum Aufbruch bläst.
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Er hat übrigens ein sehr gutes Zeitgefühl bzw. Timing – auf der ganzen Reise hat er es immer geschafft, uns pünktlich zum Abendessen zu unserer Unterkunft zurückzubringen!

Zurück geht es im schönen Abendlicht nach Agadir, wo uns wieder ein sehr gutes Abendessen erwartet.
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Unterwegs, ziemlich am Schluss, entdecken wir noch diese Lerche, leider nur durch die getönte Autoscheibe geknipst. Eine Haubenlerche, aber ob es eine Thekla ist, lässt sich so nicht sagen....
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Das war ein toller Tag 🙂 mit bestem Wetter, dem Highlight Waldrapp und sehr unterschiedlichen Landschaften: Atlantikküste, Flussdelta, Oasen, Gebirge, Schluchten.
Teil 614. Jan. 2025
2. Dezember 2024 : Von Agadir nach Tiznit (Teil 1)

Heute verlassen wir Agadir, unsere nächste Unterkunft ist in Tiznit. Beim Frühstück genießen wir noch einmal die Blütenpracht rund um die Terrasse.
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Plötzlich brummt ein riesiger Schwärmer um uns herum. Das ist zwar kein Vogel, aber ich hoffe, dass es okay ist, wenn ich ihm ein bisschen hinterherjage. Er ist schwer zu erwischen, aber für eine ID reicht das Foto: ein Linienschwärmer.
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Nun machen wir uns auf den Weg nach Süden. Plötzlich ruft Klaus ziemlich genau an dieser Stelle: „Wiedehopf!“ 🤩
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Ähh, wo hat er den jetzt gesehen 😐 ? "Naja, da rechts ist er abgeflogen und zwar irgendwo nach da links. " Jügen lenkt sofort auf den Seitenstreifen, macht ein Wendemanöver und schon verfolgen wir das Phantom. Jürgen verlässt sich dabei auf die Angaben der anderen uns lässt sich lotsen, perfektes Teamwork 🙂 !

Ich sitze staunend im Auto und kann nichts Hilfreiches zu der Aktion beitragen 😗 . Wir biegen auf eine Spur in einen riesigen Acker ab oder was immer das ist, denn da ist der Wiedehopf angeblich reingeflogen. Keine Spur von ihm! Spätestens jetzt hätte ich aufgegeben, aber das gibt es bei den Profis natürlich nicht. Wieder raus aus dem Acker und langsam zurück Richtung Straße, da muss er doch irgendwo sein. Leute, so ein Vogel kann schnell und weit fliegen, warum soll der noch irgendwo hier sein 😕 ?

Weil….. 😎

Da sitzt er doch tatsächlich an einem Totholz und schaut in die Gegend!
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Allerdings lässt er uns wenig Zeit für ein Beweisfoto – dann ist er tatsächlich verschwunden. Aber die Hartnäckigkeit wurde belohnt und für mich ist das mal wieder ein bisschen Magie: da fliegt ein kleiner brauner Punkt von uns weg, er kann ÜBERALL sein, und meine Birderprofis finden ihn! 🤩

Unsere erste Station auf der Strecke ist der Qued Massa Nationalpark.

Auf der Anfahrt machen wir erst einen Stopp, dessen Grund ich nicht mehr weiß,
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und dann einen an einer sehr schönen Stelle, wo man einen tollen Blick über den Qued Massa hat.
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Meine Spezialisten sehen natürlich unendlich viel in weiter Ferne,
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ich begnüge mich mit den Vögeln, die in der Nähe sind, wobei das leider immer noch weit genug weg ist, um nur schlechte Fotos zu machen 😣 .

Kampfläufer (nur für die Statistik und weil Matte ihn mir extra noch bestimmen musste – ich kann Limis einfach nicht! Laut seiner Aussage gibt es ja nur 3 mit roten Beinen, wobei er da wohl die meint, die sich sehr ähneln – für mich sind das genau 2 zu viel 🙄 😊 ).
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Den hier (ich denke, den zählt er nicht zu den dreien dazu) kenn ich wenigstens aus dem südlichen Afrika – ein Stelzenläufer!
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Am Fluss entlang fahren wir weiter Richtung Mündung und kommen durch ein Dorf, in dem es die Chance auf Steinkäuze gibt. Die sehen wir nicht, aber ein Schwarzkehlchen,
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einen Senegal-Tschagra (auch wenn ich leider eine schlechte Position habe, und ihn nur mit Gebüsch oder Mauer erwische)
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und den bereits bekannten Diadem-Rotschwanz.
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Wir erreichen den Parkplatz und sind hier ganz alleine, ich meine mich daran zu erinnern, dass nur ein anderes Auto hier stand.
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Als wir mit unserem ganzen Equipement aufbrechen und uns damit als Birder outen, sprechen uns zwei junge Männer an. Jügen fragt, ob Hussein hier sei, der hätte ihm schon öfters als Quasi-Guide gedient. Nein, den kennen sie nicht, aber ob wir Interessen an einem Nightjar haben. Was für eine Frage, wer hätte daran kein Interesse? Nur: ist das jetzt ein Witz oder eine ernstgemeinte Frage 😕 ?

Jürgen, der grundsätzlich immer offen und optimistisch und mit einer Art kindlicher Neugier gesegnet ist, meint: "Kommt, lasst uns das versuchen, mehr als verlieren können wir nicht. Seid Ihr einverstanden?" Na klar, no risk no fun. Auf die Frage, wie weit es dahin sei, bekommen wir keine schlüssige Antwort, aber da geht es auch schon los. Durch ein Tor und nur ein paar Minuten lang durch ein bisschen Busch und stehen wir angeblich vor ihm! Aha – ich sehe erstmal wieder gar nichts 🙄 , aber nachdem man mir (und auch anderen, ich bin zum Glück nicht allein mit meiner Blindheit) geduldig erklärt hat, wo ich hinschauen muss, entdecke ich die wunderschöne Rothals-Nachtschwalbe .
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Erst machen wir ein paar Witzchen, dass sie wohl ausgestopft sei, aber dann können wir ein Augenblinzeln erkennen. Die zwei jungen Männer achten sehr darauf, dass wir dem Vogel nicht zu nahekommen, und als alle genug Fotos gemacht haben, treten wir den Rückweg an. Na, da hat sich unsere Neugier aber gelohnt – auch für die Guides, denn wir legen für ein großzügiges Trinkgeld zusammen.

Nun geht es an einer weiteren Schautafel vorbei
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in der prallen Sonne am Fluss entlang
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Richtung Mündung (man kann im Hintergrund den Sandstrand erkennen).
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Sehen tun wir ingesamt nicht viel und wir drehen deshalb an dieser Stelle auch wieder um, zumal die Sonne unbarmherzig auf uns niederbrennt, aber es ist ein sehr schöner Spaziergang.
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Teil 714. Jan. 2025
2. Dezember 2024 : Von Agadir nach Tiznit (Teil 2)

Danach fahren wir Richtung Sidi-Wassay und überqueren dabei den Fluss.
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Hier müssen wir natürlich auch anhalten und wenn man den Müll ausblendet, ist das ein sehr schönes Fleckchen Erde
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und zudem tummeln sich hier sehr viele Vögel, u.a.

ein Seidenreiher
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eine Bekassine
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sowie zwei Flussregenpfeifer (hier einer davon).
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Die Fahrt geht weiter Richtung Meer. Kurz vorher halten wir noch einmal an dieser Stelle hier an.
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Da sitzt ein Turmfalke, aber um den geht es nicht!
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Jürgen meint, hier hätte er letztes Jahr Triele gesehen. Wir gehen zu Fuß ein Stück Richtung Meer und siehe da 🤩 :
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Kurz darauf erreichen wir das Meer und machen auf der Terrasse des Campingplatzes mit tollem Blick aufs Wasser Mittagspause.
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Die anderen essen Fischplatte, ich wähle eine vegetarische Pizza. Alles schmeckt sehr gut und zwischendurch gehe ich runter ans Wasser.
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Klar gibt es hier auch Möwen 😉 und es macht richtig Spaß, sie zu beobachten.
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Vor allem aber die niedlichen Sanderlinge haben es mir angetan. Die kleinen, gerade mal 20cm langen Kerlchen wuseln hin und her und vor und zurück.
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Nach einem letzten Blick auf den türkisfarbenen Atlantik mit seinen beeindruckenden Wellen geht es zurück und wieder auf die Brücke über den Qued Massa.
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Gaanz weit weg sehen wir einen Gleitaar (fürs Protokoll)
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und recht nah eine Gruppe von Flamingos, Weißstörchen, Löfflern (das sind die schlafenden auf einem Bein) und Braunen Sichlern.
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Die Sichler erschrecken sich an irgendetwas und fliegen direkt auf uns zu, was die Löffler sogar kurz zum Aufblicken bringt!
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Tja, und da ist dann noch die Bekassine von vorhin. Ich rede ihr innerlich zu, doch bitte mal einen Meter nach rechts zu gehen – aber nichts zu machen! Der Plastikkanistermüll muss leider mit aufs Foto 🤢 !
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Jürgen schaut auf die Uhr – wir müssen los, denn wir haben noch etwa eine Stunde Fahrt vor uns.
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Gegen Abend erreichen wir das große Stadttor von Tiznit (das kleine sei zwar näher an unserer Unterkunft, aber sehr eng, meint Jürgen)
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und durch schmale Gassen mit hohen Mauern
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erreichen wir ein unscheinbares Holztor, hinter dem sich unsere wunderschöne Unterkunft Riad Janoub befindet.
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Vögele gibt es hier natürlich auch:
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Wir beziehen unsere großzügigen Zimmer, die alles haben, was man sich wünscht, und genießen später das Abendessen in diesem schönen Ambiente.
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Mit dem Vegetarisch klappt es dieses Mal nicht, wobei ich inzwischen denke, dass hier ähnlich gedacht wird wie im südlichen Afrika: Hühnchen und Fisch ist vegetarisch 😎 . Die ganze Mahlzeit wird von Fisch dominiert, aus dem Vorspeisensalat schauen Tentakel von Tintenfischen hervor 🤢 und die Tagine zur Hauptspeise besteht – so vermuten wir – aus einem Knochenfisch, was auch anderen ein bisschen Probleme bereitet. Zum Glück ist in so einer Tagine aber auch viel Gemüse und so werde ich gut satt. Der Knüller ist dann der Nachtisch: Tartelette au Citron. Zum Niederknien 😘 !

Auch heute war es wieder ein sehr schöner und abwechslungsreicher Tag 🙂 ! Noch schnell die Sichtungsliste bearbeiten und dann ab ins Bettchen!
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Teil 819. Jan. 2025
3. Dezember 2026 - Tiznit / Fahrt in den Antiatlas (Teil1)

Nach einer erholsamen Nacht in dem tollen Zimmer erwartet uns ein opulentes Frühstück. Es zieht sich allerdings sehr, da der Kellner die einzelnen Komponenten in aller Seelenruhe mit kleinen Pausen dazwischen serviert 🙄 . Im Übermut nehme ich auch eine Suppe, die wohl von Berbern gerne morgens in der kalten Wüste genossen wird. Okay, sie macht definitiv warm und satt, es ist eine Art Graupensuppe. Das Problem: man hat danach nur noch wenig Platz für all die anderen Köstlichkeiten! Memo an mich: morgen keine Suppe nehmen!

Entsprechend spät starten wir auf unsere Tour in den Antiatlas. Unser Ziel sind die Wadis rund um die Oase Ait Mansour.

Gleich vorab: die Vogelausbeute wird heute recht gering sein, zumindest was fotografierbares Material betrifft, aber auch sonst gab es meines Wissens nicht sooo viel zu sehen. Sehr beeindruckend ist aber die Landschaft 🤩 , durch die uns Jürgen sicher wie immer kutschiert.

Leider kann ich die genaue Strecke nicht mehr nachvollziehen, wir sind auf jeden Fall sehr viel gefahren, was aber gar nicht negativ gemeint sein soll. Bisschen schwierig war es, die Landschaft aus dem Auto heraus zu fotografieren, denn man konnte ja nicht ständig anhalten deshalb und manchmal ging es auch gar nicht, weil die Straße eng war und man nicht wusste, ob hinter uns etwas kommt. Daher haben manche Landschaftfotos etwas komische Farben wegen der getönten Fensterscheiben.

Da ich wie gesagt nicht genau weiß, wo wir lang gefahren sind, zeige ich jetzt einfach nur die Bilder und benamse die Tiere (wie haben nämlich nicht nur wegen Vögeln angehalten 😎 ). Viel passiert ist ansonsten auch nicht, wir haben nicht mal zu Mittag gegessen, sondern uns nur von Keksen und Nüssen ernährt, was aber auf Grund des Frühstücks völlig ausreichend war.

Unser erster Stopp - typische Birderposen:
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Wen hat Jürgen da im Visier?
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Einen Trauersteinschmätzer!
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Hier können wir auch sehr schön die Haubenlerchen beobachten - ob es nun Theklas sind, mag ich nicht zu sagen, die Bestimmung ist schwierig (vielleicht weiß das ja jemand besser als ich). Nett sind sie allemal mit ihren kecken Frisuren, auch wenn ich ja nicht sooo sehr auf Lerchen stehen, haben sie mir doch schon viele plötzliche Stopps und lange Wartezeiten auf meinen Touren mit Matthias im südlichen Afrika beschert 😗 😛 ).
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Was nun folgt ist eine wunderschöne Fahrt hoch ins Gebirge mit toller Fernsicht.
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Wir schrauben uns immer weiter hoch, bis wir kurz vor der Passhöhe einen Stopp machen und den Ausblick genießen.
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Oben angekommen entdeckt zunächst Kerstin und mit etwas Verzögerung wir alle etwas, was uns sehr erstaunt und auch für Jügen in seinen 20 Jahren als Reiseleiter in Marokko eine Erstsichtung bedeutet:

Na, was seht Ihr? 😉
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Es sind drei der gefährdeten und in Marokko wohl stark gefährdeten (laut IUCN Red List) Curvier-Gazellen, die auf dem Bergrücken ihr Frühstück zu sich nehmen, Natürlich sehr weit weg - aber egal! 🤩
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Bei unserem nächsten Stopp gibt es eine Blaumerle, die gar nicht blau, da das Weibchen ist 😛 . Das Setting ist auch wieder sehr idyllisch (und auch sehr weit entfernt wie das meiste hier in Marokko 😣 ), meine Kamera macht gefühlt 100 Bilder, auf denen die Stahlstange rechts vorne knackscharf ist, der Rest entsprechend nicht 😈 ).
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Sie schnappt sich - mal wieder nur ein Beweisfoto 😊 - einen Linienschwämer, also so einen Brummer, den wir neulich morgens beim Frühstück gesehen haben.
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Eine Dreiviertelstunde später dann unsere ersten Steinlerchen:
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und die entsprechenden steinige Landschaft dazu 😉
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Weiter geht die Fahrt durch die ständig wechselnde Landschaft:
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Beim nächsten Stopp
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fotografiere ich überhaupt keinen Vogel, sondern einen hübschen Schmetterling, der die einzige kleine gelbe Blüte weit und breit gefunden hat
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und daran herumnuckelt
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sowie wieder einen Linienschwärmer
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Teil 919. Jan. 2025
3. Dezember 2026 - Tiznit / Fahrt in den Antiatlas - Teil 2

Auf der Weiterfahrt und bei unserem nächsten Stopp können wir die verheerenden Auswirkungen des Hochwassers von September 2024 erkennen. Fotos habe ich kaum davon gemacht, aber überall sieht man weggeschwemmt Straßenränder und teilweise auch zerstörte Häuser (auf diesem Bild kann man eines erkennen).
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Zwischendurch mal wieder ein Vogel: Palmtaube
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Und vermutlich eine Steinlerche:
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Wieder wechselt das Landschaftsbild:
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Wir fahren durch die endlos scheinende Oase Ait Mansour - hier wäre ein Stopp sicher toll gewesen, aber wir sind schon recht spät dran und da Jürgen diese Strecke zum ersten Mal fährt, kann er schlecht einschätzen, wie lange wir noch nach Hause brauchen werden, bzw. das Navi ist der Meinung, dass es noch lange dauert (und es hat auch Recht):
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Bei unserem vorletzten Stopp in einem Wadi
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fliegt zwar einiges herum, aber abgesehen von dem Hausammerpärchen kann ich keinen Vogel ablichten:
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Immer wieder sind wir erstaunt, was in solch einer kargen Landschaft blüht:
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Letzter Stopp - bereits gegen Abend - an diesem Aussichtspunkt
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Hier lässt sich zu meiner großen Freude sogar noch ein Distelfalter blicken!
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Nun aber nichts wie heim - dort wartet wieder ein sehr gutes Abendessen (für mich tatsächlich vegetarisch!) auf uns!

Morgen werden wir in unsere nächste und gleichzeitig letzte Unterkunft weiterfahren, wo wir dann 3 Nächte bleiben werden. Wir sind gespannt!
Teil 1029. Jan. 2025
4. Dezember 2024 – Von Tiznit zur Oase Tighmert bei Guelmim

Als ich die Fotos für den heutigen Tag gesichtet habe, dachte ich „Oh Schreck!“ 🤩 – fast nur Müll, und das in doppelter Bedeutung 🤢 : es gab viel Müll zu sehen und ich habe fotografisch viel Müll fabriziert 😣 . Den Tag selber habe ich aber – mal abgesehen von einer eher sonderbaren Location – als sehr schön und erlebnisreich in Erinnerung.

Aber von vorne: nach einem üppigen Frühstück, bei dem ich aber sicherheitshalber auf die Suppe verzichtet habe 😉 , verlassen wir unsere schöne Unterkunft, quetschen uns durch die kleine Öffnung in der Stadtmauer und brausen an ihr entlang Richtung Süden.
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Unser erster Stopp ist Sidi Ifni. An der Uferpromenade gibt es aber außer vielen Möwen,
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vielen Haubenlerchen
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und viel Müll 🤢 nicht allzu viel zu entdecken.
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Wir verlassen den Ort
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und müssen gleich wieder anhalten. Da sitzt ein Greif in einem Strommasten!

Und hier komme ich gleich zu meinem Hauptproblem des Tages: zwar „sehen“ wir sehr viele unterschiedliche Greife, aber im Gegensatz zu meinen Mitreisenden, für die allein die Sichtung zählt, habe ich ein bisschen daran zu knabbern, dass das Setting und die Nähe für gute Bilder doch sehr zu wünschen lässt 😎 !

Ich habe mich jetzt nach langem Hin und Her, ob ich die Fotos überhaupt zeige, dafür entschieden, aus unseren Greifen eine kleine Collage in Blümchenform 🤪 zu machen, um von den vielen Strommasten und anderen Ansitzen (oder dem Nicht-Ansitzenwollen) etwas abzulenken 😎 (und weil die Fotos einzeln einfach nichts taugen, ich aber unsere Sichtungen auch nicht unterschlagen will). Nur einer bekommt später ein Extrafoto!

Wir sahen an diesem Tag Adlerbussard, Habichtsadler, Steinadler, Turmfalke, Wanderfalke und Lannerfalke. Tata! 😄
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Aber zurück zu der Stelle, an der wir unseren ersten Greif des Tages, den Adlerbussard sehen.

Auch hier wieder jede Menge Abfall neben der Straße, die Müllbülbüls sind daher auch anwesend!
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Dass sich so ein Kerlchen auch hier rumtreibt, wundert nicht – was es genau ist, wissen wir nicht, wir haben uns für Afrikanische Rennmaus entschieden.
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Wir fahren noch ein kurzes Stück an der schönen Küste entlang (wobei ich mich jetzt beim Fotosichten wundere, warum wir dafür so lange unterwegs waren laut Fotodaten und wo wir so nahe am Meer waren, aber egal…..),
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und nun macht sich Jürgen auf die Suche nach den Klärbecken. Ja genau – Klärbecken 🤩 ! Ein El Dorado für Birder, wenn man Glück hat 😛 . Haben wir aber nicht, denn die Klärbecken sind nicht einsehbar und wir dürfen auch nicht näher ran, wie uns ein Angestellter zu verstehen gibt. Ach egal, es gibt hier noch etwas viel Schöneres: eine Mülldeponie 🤩 ! An deren Rand entlang fahren wir Richtung Meer, als jemand plötzlich „Steinkauz“ ruft! Und siehe da, zwei Stück sitzen direkt am Rand der Piste, leider fliegt einer sofort ab, der andere ist auch nur vom Auto aus zu fotografieren. Aber ich freue mich sehr – denn hier daheim bin ich NABU-Steinkauzpatin und darf in diesem Kontext oft bei Beringungen und Röhrenkontrollen dabei sein, daher habe ich ein besonderes Verhältnis zu diesen kleinen Kobolden!
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Hier unsere Traum-Location, wir befinden uns zwischen den Klärbecken und der Mülldeponie:
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Kaum sind wir an den Käuzen vorbei, meint Klaus, einen Adler am Horizont Richtung Meer sitzen zu sehen. Nur damit Ihr euch mal vorstellen könnt, wie das aussieht! Ich bin froh, überhaupt zu kapieren, wo die Stelle sein soll (der dunkle „Pflock“ in der Bildmitte) und andere bestimmen den Adler gleich mal so mit links 🙄 .
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Da schau ich mir lieber den Fahlbürzelsteinschmätzer in der "Nähe" (war trotzdem noch viel zu weit weg) an.
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Nun schwärmt die Truppe aus – nur leider verschwindet der Habichtsadler in die entgegengesetzte Richtung, so dass alle wieder Richtung Auto marschieren!
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Nach über zwei Stunden Fahrt, während denen wir meiner Erinnerung nach eine Pause bei einer Art „Raststätte“ machen und unseren geliebten Nus Nus (so eine Art Milchkaffee, Nus Nus heißt halb halb) trinken, fahren wir spontan über eine abenteuerliche Piste runter ans Meer, ohne zu wissen, was uns da erwartet.
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Die Aussicht aufs Wasser ist toll (und da ich in den letzten Jahren kaum mal am Meer war, genieße ich das sehr, und das auch noch im Dezember!).
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Ansonsten stehen hier aber jede Menge Bauruinen rum, manche sind bewohnt, dann gibt es noch eine Art wilden Campingplatz – alles recht bizzar! Fotos habe ich davon aber keine gemacht.

Wir halten uns auch nicht lange auf, als wir wieder auf Asphalt sind, müssen wir wegen irgendeines Vogels wieder anhalten. Ich vertrete mir ein wenig die Beine und finde wieder einen Fahlbürzelsteinschmätzer, dieses Mal etwas näher.
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Weiter geht es durch teilweise bizarre Landschaften Richtung Guelmim.
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Wegen des vorhin erwähnten Steinadlers halten wir nochmal an und er bekommt doch noch ein Beweisfoto.
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Es ist schon später Nachmittag, als wir an diese schöne Stelle kommen.
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Über riesige Schieferplatten kann man Richtung Wasser gehen, was richtig Spaß macht.
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Dort ist auch viel Leben, sowohl im als auch am Wasser.
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Jürgen hat einen Gecko oder sowas in der Art in eine Spalte flitzen sehen, aber obwohl er alles gibt (Jürgen, nicht der Gecko 😎 ), kann er ihn nicht mehr entdecken.
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Leider müssen wir schnell weiterfahren, weil wir noch eine ziemliche Strecke bis zu unserer Unterkunft, die auch für Jürgen neu ist, fahren müssen. Er verspricht uns aber, dass wir morgen hier nochmal vorbeischauen!

In unserer letzten Unterkunft der Reise, die in einer Oase mit vielen Palmen liegt, werden wir herzlich willkommen geheißen, wir sind die einzigen Gäste und sind sehr begeistert von dem Gebäude.
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Auch mein Zimmer ist toll, ich fühle mich hier sehr wohl. Es hat zwar nur ein kleines Fenster, aber das passt irgendwie zum Gesamtbild und wenn es hier richtig heiß ist, bleibt es in dem Raum sicher angenehm kühl.
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Vor dem Essen bekommen wir in vielen kleinen Schälchen Nüsse, Dateln usw. angeboten, es gibt Tee und Wasser und wir sitzen gemütlich beieinander.
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Das Essen wird in großen Tagines serviert, immer eine für 4 Personen. Ich bekomme eine kleine mit Gemüse. Wir fragen, welches Fleisch bei den großen verwendet wurde, weil meine Mitreisenden es nicht eindeutig identifizieren können, die Antwort überfordert mein Französisch: Chameau 🤩 ! Da es sonst auch niemand weiß, bemühen wir kurz das Internet - man sollte ja schon wissen, was in unseren Bäuchen landet! Naja, bisher hatte ich noch nie mit Kamelen in französischem Kontext zu tun gehabt 🤪 !

Nachdem wir sämtliche Greife in unserer Sichtungsliste abgehakt haben, geht’s ab ins Bett. Wie gesagt, fototechnisch war der Tag nicht sonderlich ergiebig für mich, aber insgesamt war es wieder ein sehr schöner und interessanter Tag, wir haben viele unterschiedliche Dinge gesehen, uns gut unterhalten, viel Spaß gehabt und gut gegessen. Was will man mehr 🙂 !
Teil 1124. Feb. 2025

5. Dezember 2024 – Villa Boujouf (Oase Tighmert bei Guelmim)
Ausflug in die Wüste und an die Küste (Plage Blanche) - Teil 1

Dieser Tag wird nicht sehr ergiebig sein, was die Vogelsichtungen angeht 😵 (auch in dem Bericht unseres Reiseleiters Jürgen findet sich sehr wenig unter diesem Datum), aber wir werden recht viel zu Fuß und mit dem Auto unterwegs sein und auch viel lachen 🙂 !

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Crêpes, Brot, Früchte usw. brechen wir zu unserer für heute geplanten Fahrt in die Wüste auf.
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Wer jetzt aber Sanddünen o.ä. erwartet, wird enttäuscht sein.
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Wir haben es vor allem mit Nebel zu tun, und zwar in einer karg bewachsenen Ebene, in der es aber trotz allem auch immer wieder ein kleines blühendes Etwas zu entdecken gibt.
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Den Vögeln sagt das Wetter überhaupt nicht zu – auch sonstige Lebewesen sind Mangelware 😐 . Also nehmen wir was kommt – in diesem Fall ein Dromedar-Skelett, das über die Fläche verteilt herumliegt (hier nur ein Ausschnitt).
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Sofort erwacht der Forscherdrang in der stark naturwissenschaftlich geprägten Gruppe (Ärztin, Biologe, Geografen…), mit nahezu kindlicher Euphorie 🤪 🤩 😄 werden passende Knochenteile gesucht, gefunden und zusammengesetzt,
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und freudestrahlend wird das Dromedar am Ende als „fast wieder gesund“ bezeichnet 😎 😉 .
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Nach diesem Erfolgserlebnis, bei dem wir aus dem Lachen kaum herauskommen, durchstreifen wir weiter die Wüste.
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Solche Melonen kenne ich aus Namibia.
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Endlich lässt sich ein Fahlbürzelsteinschmätzer blicken und – wenn auch nicht schön, aber besser als nichts – ablichten.
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Langsam lichtet sich der Nebel ein wenig
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und kurz darauf erblicken wir eine Neusichtung: Sandlerchen. Ich kann euch sagen: die sind klein, seeehr klein 🙄 . Und sehr flink 🤩 . Entsprechend sehen auch die Fotos aus 😣 .
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Schmunzeln muss ich über Jürgen, der – eigentlich ja promovierter Biologe – ins Schwärmen gerät und uns wenig wissenschaftlich, dafür aber umso sympathischer erklärt, woran man sie erkennen kann: „Sie haben so ein süßes Köpfchen!“ 😘
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Ahhhjaa 😉 – jedes Vogelbestimmungsbuch würde durch so eine Bemerkung aus meiner Sicht gewinnen…! So kann ich mir das nämlich auch merken!

Das Licht wird immer schöner und die Landschaft erkennbar
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und plötzlich wird Jürgen ganz aufgeregt: da fliegt irgendwas herum, das wir noch nicht hatten und er wohl auch noch nicht so oft. Leider ist dieser Akaziendrossling alles andere als kooperativ 😣 . Wir pirschen ihm ewig und in verschiedene Richtungen nach, aber ein gutes Foto will mir nicht gelingen.
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Als Beifang gibt es eine weitere Neusichtung, eine Brillengrasmücke
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und ein Insekt, was in dieser kargen Landschaft wirklich wie ein Wunder wirkt.
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Wir machen uns - immer den Drossling irgendwo weit voraus, als ob er uns necken wolle - auf den Rückweg.
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Klaus schleppt sein Spektiv wie immer tapfer mit sich rum - und wie immer bin ich froh, dass ich keines dabei habe 😛 .
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Zum Abschluss sitzt der Akaziendrossling wieder irgendwo weit oben im Busch.
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Wir haben aber jetzt genug und gehen zurück zu unserem Fahrzeug, das ebenfalls weit weg einsam in der Wüste rumsteht, aber wenigstens nicht wegfliegt, wenn wir uns ihm nähern 😗 .
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Teil 1224. Feb. 2025

5. Dezember 2024 – Villa Boujouf (Oase Tighmert bei Guelmim)
Ausflug in die Wüste und an die Küste (Plage Blanche) - Teil 2

Weiter geht die Fahrt. Jürgen verlässt irgendwann die gut ausgebaute Straße und parkt unser Fahrzeug unter der Brücke über dem nahezu trockenen Fluss.
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Aber so sehr wir uns auch anstrengen und die Augen aus dem Kopf kucken– außer ein paar Zilpzalps gibt es nichts zu sehen.
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Also geht es wieder zurück ins Auto und durch Gulemim, wo wir eine kurze Pause an einem dieser typischen Kaffee“ständchen“ machen.
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Wir gönnen uns einen Nusnus im Stehen
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und dann chauffiert uns Jürgen wie versprochen an die Stelle von gestern. Neues gibt es nicht zu sehen, aber hier ist es wirklich sehr schön und die Vogeldichte doch deutlich höher. (Edit: auf der anderen Seite der Straße sahen wir eine Rohrweihe, also durchaus etwas Neues, nur habe ich kein verwertbares Foto von ihr!)
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Rostgänse
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Zilpzalpe
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weiblicher Diademrotschwanz
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und mal wieder ein Fahlbürzelsteinschmätzer:
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Es ist schon recht spät am Nachmittag, aber Jürgen beschließt, dass er uns noch zum Plage Blanche fahren wird, wo er selber auch noch nicht war.
Unterwegs entdecken wir einen Steinkauz auf einem der vielen Steinhaufen am Wegesrand – ich will nicht wissen, wie viele Steinkäuze wir schon übersehen haben 🤩 !
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Der Plage Blanche ist auf den ersten Blick ein spannendes Gelände, für das man aber viel Zeit brauchen würde. Außerdem kann man auf den zweiten Blick recht viel Rummel und auch Müll erkennen.
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Wir besteigen den Aussichtturm, der auch schon bessere Zeiten gesehen hat (teilweise fehlt das Geländer, was für mich durchaus etwas Überwindung bei der Besteigung erfordert) und machen einige Fotos von dort oben.
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Lange bleiben wir nicht dort – denn es ist schon recht spät, das Licht nicht so toll und die Sichtungen auch nicht sehr ergiebig.
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Also machen wir uns auf die lange Rückfahrt und freuen uns sehr, als wir in unserer Unterkunft wieder mit Tee, Wasser und diversen Knabbereien empfangen werden.
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Der Abend verläuft wie gehabt: essen (Tagine) , trinken, reden, lachen, Sichtungsliste aktualisieren, ins Bett fallen!
Teil 1313. März 2025

6. Dezember 2024 – Villa Boujouf (Oase Tighmert bei Guelmim)
Tagesausflug in Richtung algerische Grenze über Assa - Teil 1
Heute ist unser letzter voller Tag und zudem Nikolaus
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und wieder bin ich dankbar, nicht im kalten dunklen Deutschland, sondern hier in Marokko in einer Oase zu sein. Wir genießen einmal mehr die Crêpes und das geschnittene Obst zum Frühstück
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und machen uns dann auf in Richtung Assa.

Unsere schöne Unterkunft Villa Boujouf https://www.villa-boujouf.com/
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„Stopp“ auf Arabisch
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„Auf Wiedersehen“ auf Arabisch, Tamazight (beides Amtssprachen) und Französisch.
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Unser erster Stopp in schöner Landschaft
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beschert uns nach der schon bekannten Steinlerche
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eine Neusichtung, den Wüstengimpel - alle (auch die folgenden) für meinen Empfinden aber sehr weit weg.
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Ansonsten sind hier einige schon bekannte Vögel unterwegs.

Nochmal eine Steinlerche....
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Weiter geht es
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vorbei an und über imposant aufgefaltete Berge
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mit toller Aussicht.
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Von unserem nächsten Halt existieren keinerlei Vogelbilder, obwohl wie eine ganz Weile dort unterwegs waren.
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Teil 1413. März 2025

6. Dezember 2024 – Villa Boujouf (Oase Tighmert bei Guelmim)
Tagesausflug in Richtung algerische Grenze über Assa - Teil 2
Unterwegs sehen wir öfters mal Berberzelte.
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Trotz fleißigen Abglasens ist nichts zu sehen. 🙁
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Doch dann taucht endlich mal wieder ein Birders Paradise auf! 🤩
Sind das nicht wunderschöne Klärbecken? 😗
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Wieder kommen sämtliche optischen Hilfsmittel zum Einsatz und wenn auch auf den Becken nicht viel unterwegs ist 😕 ,
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entdeckt Klaus in weiter Entfernung einen Greif.
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Wir fahren sowieso in diese Richtung und meine schlauen Mitreisenden erkennen einen Habichtsadler auf einem Strommasten, der dann aber schnell abhebt und zu dem zweiten Adler auf der Straßenseite fliegt. Leider gelingen mir mal wieder nur Beweisfotos, und auch nur von dem einen Greif.
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Egal, gesehen hab ich auf jeden Fall beide!

Unterwegs können wir immer wieder erkennen, welche Spuren das Hochwasser hinterlassen hat, in diesem Fall die großen grünen Flächen des Wadi Draa.
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Nach einer dringend nötigen Nus-Nus-Pause
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geht es weiter.
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Wir gelangen an eine Stelle, an der ebenfalls noch Wasser steht.
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Direkt am Straßenrand entdecken wir einen African Monarch und ich bin hin und weg 🤩 😘 🙂 .
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Nach gefühlt 100 Fotos meint jemand trocken: "Falls es dich interessiert – da drüben gibt es noch viel mehr Schmetterlinge!" 😉 .

Tatsächlich ist eine Akazie voller Monarch- und Distelfalter und auch ein winzig kleiner Bläuling ist zu entdecken.
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Dazu die tolle einsame Landschaft – ich bin im Glück!
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Vogeltechnisch gibt die Stelle aber nicht viel her – einzig eine Samtkopfgrasmücke ist auf meiner Speicherkarte zu finden.
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Wir fahren ein kurzes Stück weiter
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und entdecken nochmal einen Wüstengimpel in weiter Ferne
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und einen sehr kooperativen Saharasteinschmätzer. Wenn ich mich nicht täusche, habe ich von dem noch keine Fotos im Bericht, daher bekommt er jetzt drei!
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Unser letzter Stopp lässt uns die Geröllwüste noch einmal eindrücklich spüren – wir stolpern über die Gesteinsbrocken und finden zwar keine Vögel, aber eine Wanderheuschrecke, pflanzliche Überlebenskünstler und landschaftlich beeindruckende Einsamkeit im südlichen Marokko nahe Algerien.
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Jetzt aber huschhusch zurück in unser Busle
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und vorbei an Dromedaren
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😎
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über interessante Straßen
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geht es zu unserer Unterkunft, wo uns heute ein Couscous erwartete. Dies hatten wir uns schon tagelang gewünscht, aber immer die Auskunft erhalten, dass es diese Mahlzeit nur freitags gibt.
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Zum Nachtisch gibt es Crème brulée und Tee,
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danach wird die Sichtungsliste aktualisiert und die Abfahrtszeit für morgen besprochen. Wie eigentlich immer werden wir uns sehr schnell einig und beschließen einstimmig, wann wir Richtung Flughafen starten wollen. Somit steht einer letzten ruhigen Nacht in Marokko nichts mehr im Wege.
Teil 1515. März 2025

7. Dezember 2024 – Heimreise
Wir stehen heute für unsere Verhältnisse sehr früh auf, unser Frühstück ist auf 7 Uhr angesetzt (wenn ich mich richtig erinnere).
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Nicht ganz nachvollziehen können wir, warum der Chef das Hauses, ein Franzose (bedient wurden wir immer von einem Marokkaner) uns völlig entspannt in einem Löwenkostüm verabschiedet 😐 🤪 (ich hab mich nur heimlich getraut, ein Foto von weit weg zu machen, ich hoffe, man kann zumindest den Schwanz erkennen...). Natürlich trägt dies sehr zu unserer guten Laune bei - noch im Auto kirchern wir kopfschütteln deswegen 😄 🤪 .
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Im Morgengrauen verlassen wir die Villa Boujouf - schön war es hier!
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Der Himmel macht uns den Abschied nicht leichter - auch wenn ich nur schnell während der Fahrt versuchen kann, ihn mit dem Handy festzuhalten.
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Danach geht es ohne große Zwischenhalte Richtung Agadir, bzw. Flughafen. Jürgen hätte sehr gerne noch eine kurze Birding-Session eingeschoben 😗 , aber die Zeit reicht leider nicht dafür. Am Flughafen trennen sich unsere Wege, Klaus nimmt sich einen Mietwagen und bleibt noch ein paar Tage hier, drei von uns fliegen über Zürich und wir verbleibenden Vier setzen uns noch in ein Café, nachdem wir die lange Passkontrolle überstanden haben. Unsere Sitzplätze sind verteilt im ganzen Flugzeug, so dass wir uns erst in Frankfurt wieder sehen.
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Der Heimflug ist etwas nervig, weil sich, als alle Fluggäste an Bord sind, auf die beiden eigentlich freien Plätze neben mir (über die ich mich zunächst sehr freue 🙄 ) zwei Ladies (Mutter und erwachsene Tochter) aus einer Großfamilie aus der Reihe vor mir setzen, schließlich wollen die Männer ja ein bisschen Platz und Ruhe haben…. 😗 😛 .

Das Ganze nimmt recht schnell leicht satirische Züge an. Erst entschuldigt Mama sich für die „Besetzung“, und ich könne meinen Rucksack auch gerne im Fußraum vor ihrem Sitz lassen (haha, das ist nicht ihrer 😈 ), das störe sie üüüüberhaupt nicht. Na da bin ich aber froh – wie gnädig von ihr 😗 ! Nach einer halben Stunde stört es sie aber doch, worauf ich ihr vorschlage, wieder auf ihren Sitz zurückzukehren. Nein, das ginge nicht, ihre Tochter hätte Flugangst, sie müsse bei ihr bleiben, und ihre beiden Sitze vorne wären ja nicht nebeneinander. Auf meine Anmerkung hin, dass dies nicht mein Problem sei und sie sich doch innerhalb der Familie einfach umsetzen könne, wird sie pampig. Jeder hätte für einen Sitz bezahlt und es sei egal, wo sie diesen Sitz einnimmt, sofern einer frei ist und sie würde jetzt die Flugbegleiterin rufen. Ich finde diese Idee gut und rede ihr diesbezüglich zu, da ich das Ganze auch gerne mal neutral bewerten lassen würde. Komischerweise will sie das dann aber doch nicht…. 😎 . Ich stelle mich daraufhin schlafend, zumal so ein Flug ja von der Dauer her absehbar ist und ich keine Lust habe, mir meine gute Urlaubslaune verderben zu lassen, werde aber irgendwann von Mama energisch, um nicht zu sagen vorwurfsvoll "gebeten", meinen Kopf zur Seite zu nehmen (an meinem Fensterplatz wohlgemerkt). Sie würde jetzt nämlich gerne den Sonnenuntergang fotografieren 🤩 .

Irgendwann ist aber auch das vorbei und wir setzen zur Landung an. Leider erwartet mich, als ich mein Handy einschalte, eine sehr unangenehme Sprachnachricht von meinem älteren Sohn. Er war am selben Tag von Leipzig, wo er lebt, nach Kirchheim gekommen, weil er abends auf ein Konzert in der Nähe wollte. Es gäbe da ein Problem mit dem Gäste-WC im Erdgeschoss, es sei übergelaufen 🤢 . Nach ein paar Telefonaten ist klar, dass ich von unterwegs aus eh nichts unternehmen kann und füge mich in mein Schicksal – man wird sehen, was mich daheim dann erwartet 😕 .

Da mein Flug pünktlich war und ich noch viel Zeit habe, bis mein Zug nach Hause fährt, telefonieren Tanja+Uwe und ich uns wie vereinbart zusammen und verbringen noch eine nette Zeit (wenn man davon absieht, dass ich meinen Kaffee verschütte 😣 ) in einem Café am Flughafen. Die Glücklichen sind auf dem Weg nach Namibia!
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An diesem Punkt endet meine Marokkoreise – das Fazit kommt alsbald.
Teil 1615. März 2025
FAZIT
Für mein Fazit zitiere ich meine Liste von Seite eins und kommentiere die einzelnen Punkte:
Dies waren meine Erwartungen/Hoffnungen/Bedenken 😐 . Am Ende der Reise werde ich diesbezüglich schlauer sein... 😗 😕 🤪 🤩 ! :
1. Wärme im Dezember erleben
Hat wunderbar geklappt - ich habe das Klima sehr genossen!

2. Ein neues Land kennenlernen
Hat logischerweise geklappt 😉 , auch wenn natürlich in einer Woche und bei der sehr speziellen Thematik viele schöne Seiten Marokkos hintenrunter fallen mussten.


3. Neue Vögel entdecken (ganz oben auf der Liste stand der Waldrapp!)
Das war wirklich ganz besonders toll, dass wir den Waldrapp schon ziemlich am Anfang der Tour sehen konnten 🤩 . Auch sonst habe ich viele neue Vögel kennengelernt.

4. Verwöhnt werden (Einzelzimmer mit Halbpension)
Ahhh, das war wirklich ein Genuss 🙂 !

5. Rumgefahren werden (der Reiseleiter ist gleichzeitig der Fahrer)
Jürgen war ein toller Fahrer und wir haben wirklich weite Strecken ohne jeglichen Stress zurückgelegt, auch der Bus war sehr bequem. Also auch hier Daumen hoch!

6. Die Möglichkeit haben, ein bisschen Französisch zu sprechen
Jaaaaa, auch dieser Wunsch ging in Erfüllung 😘 !

7. Einigermaßen erträgliche Mitreisende haben, denn Matthias lästerte diesbezüglich schwer im Vorfeld und ich hatte ehrlich gesagt auf der einen Seite ein bisschen Bammel vor Hardcore-Birderinnen und Birder und auf der anderen davor, mich zum Deppen zu machen.
Ehrlich - ich hätte nie gedacht, dass ich in einer so netten Truppe landen würde 🤩 😘 🙂 . Wir hatten viel Spaß und auch interessante Gespräche miteinander (zumindest habe ich das so empfunden) und ich habe viel von den anderen gelernt. Danke dafür!


8. Testen, ob es mit meinen neuen Mietern in Sachen „Katzenbetreuung“ gut klappt.
Das hat ganz super geklappt 🙂 - die Beiden haben mir immer mal wieder Fotos und Videos der Katzenviecher geschickt und auch versichert, dass der Kater seine Tablette am Morgen brav genommen hat. Für mich eine echte Bereicherung und vor allem Beruhigung, dass die Beiden aus dem OG solch zuverlässige Katzennarren bzw. Närrinnen sind 🙂 . Ich war zwischenzeitlich auch schon ein paar Mal wieder für ein paar Nächte unterwegs und es klappt immer bestens - was bei meinen manchmal etwas zickigen und auch schon älteren beiden Freigängern nicht selbstverständlich ist).

So, und nun kommen wir zu Punkt 9 (Ihr könnt auch ruhig hier aufhören zu lesen, es kommt nichts Schönes..... 😊 ).
Wie sagte Gertraude/freshy ganz am Anfang (sie wusste damals allerdings schon Bescheid - es war also keine Kristallkugel im Spiel 😎 ):
Mit 9. ist das so eine Sache: Der Mensch denkt, das Schicksal lenkt.
Man könnte auch ganz einfach und sehr passend sagen: Shit happens.... 😗 😎 !

9. Durch die relativ kurze Reise (die Wahrscheinlichkeitsrechnung lässt grüßen) Vertrauen gewinnen, dass ich endlich wieder in Urlaub fahren kann (und vielleicht dann sogar auch mal wieder länger), ohne dass daheim irgendwelche Katastrophen passieren.

😵 Tja, leider entpuppte sich das übergelaufene Gäste-WC als kapitaler Wasserschaden. Ich habe schon viel Erfahrung mit Leitungswasserschäden, auch mit Regenwasser- und Hagelschäden, durchs Dach, durch die Wände, vom Flachdach in die Hauswand, von unten in den Keller rein, teilweise auch nach Rückkehr aus Urlauben – aber über sowas lach‘ ich heute nur noch 😄 😄 😄 .

So etwas Fieses wie nach dieser Reise habe ich noch nie erlebt 😣 😵 – abgesehen von dem mit Fäkalien völlig verschmutzen WC waren ein Flur sowie die zwei daran angrenzenden Zimmer von stinkig-braunem Dreckwasser betroffen 🤢 . Wenn ich es positiv sehen will: mein Schlafzimmer und mein Badezimmer blieben verschont (sowie Wohn- und Esszimmer und die Zimmer meiner Söhne, die sich alle auf der anderen Seite des Hauses befinden) 😏 .

Ursache war Wurzeleinwuchs in die Grundleitung (von diesen doofen Kirschlorbeeren auf meinem Grundstück). Dass sich die Folgen daraus gerade dann manifestieren (da das WC darüber ja benutzt wurde), als ich nicht da bin und das Problem daher nicht sofort bemerken und beheben kann, ist Schicksal und scheint zu meinen Urlauben irgendwie dazuzugehören 🙄 .

Leider handelt es sich dabei auch nicht um einen Versicherungsschaden 😣 - aber auch hier ist positives Denken angebracht: die Bodenbeläge waren schon seeeehr alt und auch die Wände wollte ich bei Gelegenheit mal streichen.... 😗

Die Beseitigung der Folgen hat mich bis diese Woche beschäftigt, was auch ein Grund dafür ist, dass sich der Bericht etwas gezogen hat. In besagter Nacht habe ich noch mit meinem Sohn, nachdem er vom Konzert heimkam, bis 2.30 Uhr morgens die Zimmer teilweise leergeräumt und die Bodenbeläge an den betroffenen Stellen herausgerissen (Teppichboden und altes Linoleum darunter). Montags kam die Rohrreinigungsfirma und hat Verstopfung beseitig, die Ursache gesucht und die Wurzel entfernt. Danach hieß es putzen, putzen und wieder putzen, lüften und heizen natürlich auch, und für die Innensanierung geeignete Handwerker finden, was so kurz vor Weihnachten auch nicht einfach war. Die Zimmer mussten dann komplett leergeräumt und alle Beläge, auch die nicht betroffenen entfernt werden, Belagsreste mussten abgefräst, der Gussasphalt abgeschliffen werden (den Staub kann man sich in seinen schlimmsten Albträumen nicht vorstellen, er drang durch jede Ritze, die vergessen wurde abzudichten und ich finde heute noch manchmal welchen), eine Desinfektion, sowie Trocknung und Geruchsbeseitigung wurde durchgeführt. Sperrmüllabfuhr musste natürlich auch noch bestellt werden. Happy Christmas and a happy new year, kann ich nur sagen….. 🤩 Danach mussten die Wände gestrichen und ein neuer Bodenbelag verlegt werden. Diese Woche nun wurde das Abwasserrohr mit Partliner aus Kunstharz von innen saniert, damit an den Muffen nichts mehr reinwachsen kann.


Mal schaun, was sich mein Haus als Nächstes einfallen lässt…. 😮 😐

Hätte ich nicht schon vor dieser Reise meine beiden nächsten großen Reisen gebucht, wäre ich vielleicht wieder in Schockstarre verfallen und hätte eine weitere längere Reisepause eingeschoben. So aber schaue ich nach vorne und freue mich auf beide Touren 🙂 , verbunden mit der Hoffnung, dass ich auch mal entspannt eine Reise antreten kann und bei der Heimkehr nicht gleich wieder eine böse Überraschung erleben muss. Das wäre eine schöne Abwechslung…. 😉 😛

Aber wenn ich dann so darüber nachdenke, was alles in meinem Bekannten/Freundeskreis in den letzten Monaten und Jahren passiert ist und was in der Welt aktuell so abgeht, reduziert sich mein persönliches Malheur auf einen rein materiellen Schaden verbunden mit ein bisschen viel Stress – und nicht mehr!

So, das war's jetzt wirklich - danke fürs Mitlesen bis zum ekligen Ende 😘 ! Es war mir wie immer ein Vergnügen!

Liebe Grüße von Bele

P.S.: Freshy hatte mich auch gefragt, ob ich diese Reise nochmal machen würde. Nein, würde ich nicht, aber nicht, weil sie mir nicht gefallen hat, sondern weil sich sonst zu viel Bekanntes wiederholen würde. Dafür bin ich nicht verliebt genug in Marokko (im Gegensatz zu Botswana) und auch nicht genug ins (fast) reine Birden, aber es hat mir sehr gut dort gefallen. Und auch die Organisation der Reise war top! Negativ war der viele Müll - dies lässt mich immer (auch hier daheim) an der Menschheit zweifeln... 😠 .
Teil 1716. März 2025
Kiboko schrieb:
Bei Birdern steht leider oft die Quantität der Vogelarten im Vordergrund.
Als Fotograf steht mehr die Qualität der Bilder im Fokus.
Das passt leider nicht immer gut zusammen.
Guten Morgen Bernd,

erstens bin ich ja beides nicht wirklich - und zweitens wusste ich, dass es bei dieser Reise nicht ums Fotografieren geht. Von daher hat es für mich schon gepasst und ich war auch schwer beeindruckt, was echte Bider und Birderinnen alles so sehen und hören.

Dazu passt jetzt auch, dass ich gestern vergessen habe, die Sichtungsliste hochzuladen. Es ist Jürgens Liste, die er auch auf der Seite des Veranstalters so gepostet hat - wobei ich persönlich natürlich nur einen Bruchteil davon gesehen, geschweige denn fotografiert habe 😎 :
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LG Bele
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