Reisebericht

Mauritius, das andere Afrika - Dezember 24

von Nacho · begonnen 30. Dez. 2024 · 18 Teile

Teil 130. Dez. 2024
Vom 4.bis 19. Dezember entfliehen wir dem kalten Winterwetter und wärmen uns die Füße auf Mauritius.
Wir entscheiden uns für ein Hotel im Norden, weil ich gelesen habe, dass im Dezember bereits die Regen- und Zyklon-Saison begonnen hat und der Norden windgeschützter ist.
Wir machen tatsächlich die Erfahrung, dass wir mehr Sonne haben als die Urlauber im Süden.
Es regnete alle zwei, drei Tage, aber meist nur in kurzen Schauern, die ich fast als weichen Sprühregen bezeichnen möchte. Mit „Kurz“ meine ich tatsächlich nur fünf bis zehn Minuten. Nur zwei Mal hat es über mehrere Stunden geregnet. Wir empfinden diese Erfrischungen durchaus als angenehm, denn es bleibt trotzdem warm. Wenn es nicht regnet, ist es aber auch ziemlich schwül.

Für uns ist es jetzt im Dezember die bessere Wahl im Norden zu sein, zumal der Urlaub ganz anders verlaufen ist, als gewünscht und geplant.
Wer allerdings nicht in der Regenzeit die Insel besucht, der findet im Süden definitiv die schöneren Landschaften und Strände und hat den besseren Ausgangspunkt für viele Aktivitäten.

Wer sich ein bisschen in die Insel-Idylle reinträumen möchte, der sei herzlich eingeladen, diesen kurzen Bericht zu verfolgen.

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Am 4.Dezember. startet unser Flug von Zürich nach Doha und wir heben pünktlich um 14.30 Uhr ab.
Mit an Bord sind Uwe und ich und unsere 26jährige Tochter Vanessa. Alicia (28) fliegt ab München. In Doha treffen wir uns und fliegen mit der gleichen Anschlussmaschine weiter nach Mauritius.

Warum machen zwei junge Frauen mit Mama und Papa Urlaub?
Uwe und ich sind 60 geworden und um den Stress zu umgehen, (kurz vor Weihnachten) eine große Feier zu organisieren, dachten wir uns: Warum nicht unsere Kinder zu einem schönen Familienurlaub einladen und uns rundum bedienen lassen?

Alicia kommt nur für eine Woche mit und nur unter der Bedingung, dass sie die ganze Zeit am Pool liegen darf. Sie möchte nichts unternehmen. Das respektieren wir natürlich.
Aus diesem Grund haben wir uns für Mauritius entschieden, obwohl wir anderen drei, lieber eine Reise ins „richtige Afrika“ unternommen hätten.

Aber Mauritius bietet sowohl Strand, Sonne und Meer, als auch viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen.
Vanessa erklärt uns gleich, dass sie nichts anbrennen lassen wird. Sie will bei jeder Aktivität dabei sein.

Der erste Flug dauert ca. 6,5 Stunden. Unsere Maschinen kommen fast zeitgleich an. Alicia sieht elend aus. Sie hat Migräne. Für sie ist die Wartezeit am Flughafen und der Weiterflug eine einzige Quälerei.

Während Uwe bei Alicia im Wartebereich sitzt, nutzen Vanessa und ich die Gelegenheit uns ein bisschen die Beine zu vertreten. Meinen Steppmantel lasse ich bei Uwe.
Wir holen uns einen überteuerten Kaffee und leisten uns sogar einen Wrap, in dem in Anbetracht des Preises ein Schatz vergraben sein muss.

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Zum Boarding treffen wir uns wieder mit Uwe und Alicia, aber mein Mann kommt ohne meinen Mantel und der ist meine Überlebensgarantie für den Winter. Mein Gesicht verliert die Farbe.
Uwe hatte mehrmals versucht mich anzurufen, aber jedes Mal, wenn ich das Telefonat annehmen wollte, brach die Verbindung zusammen. Er war sich nicht mehr sicher, ob ich meinen Mantel nicht doch mitgenommen hätte. Nein, hatte ich nicht!
Ich bin müde und empfinde den verlorenen Mantel echt als riesengroßen Verlust, denn ich suche schon länger nach einem anderen und finde nichts, was ihn auch nur ansatzweise ersetzen könnte.
Beim besten Willen kann ich mir nicht vorstellen, dass ich ihn wiederbekomme. Das fängt ja schon gut an.

Uwe sieht, dass ich nach Fassung ringe und ihm wird bewusst, dass er etwas unternehmen muss. Er kann aber nicht mehr einfach zurück in den Wartebereich. Er wendet sich ans Sicherheitspersonal, erklärt die Situation und trabt in deren Begleitung davon. Zwanzig Minuten später kommt er mit einem Siegesstrahlen im Gesicht und dem Mantel über dem Arm wieder zurück. Mir fällt ein Stein vom Herzen.

Wir fliegen übrigens mit Emirates Air. Ich kann diese Airline mit der Lufthansa, mit Äthiopien Airline, und Qatar vergleichen.
In dieser Maschine empfinde ich die Sitzbreite und die Beinfreiheit am angenehmsten.
Der Service an Board ist gut. Das Essen wird in Mehrwegplastik und mit richtigem Besteck serviert. Geschmacklich nicht meins, aber das liegt daran, dass ich die Gewürze nicht mag.
Am Unterhaltungsprogramm gibt es nichts auszusetzen.
Die WCs sind sehr sauber, während des gesamten Fluges.
Das Raumklima ist ebenfalls sehr angenehm und nicht zu kalt. Uns stehen kostenlos Decken, Kissen und Kopfhörer zur Verfügung. Der Preis ist ähnlich wie bei Qatar und deutlich günstiger als Lufthansa.

Während des Fluges sagt Uwe zu mir: Ich glaube, ich bekomme einen Gichtanfall.
Bitte nicht! Das bedeutet Schmerzen, schon bei der Berührung mit der Bettdecke, einen geschwollenen Fuß und an Laufen ist dann nicht groß zu denken. In der Regel dauert so ein Anfall gute zwei Wochen, bis er wieder schmerzfrei laufen kann. Das wäre das Ende, bevor der Urlaub überhaupt angefangen hat.

Wir landen einigermaßen pünktlich um ca. 9.20 Uhr.
Die Gepäckabholung dauert allerdings extrem lange, weil die A380 so viele Passagiere an Bord hatte.
Am Ende fehlt uns ein Koffer. Der Alptraum eines jeden Fluggastes!
Unser Band läuft nur noch leer. Die letzten Passagiere ziehen ihres Weges und wir stehen da und glauben es nicht.
Das Band läuft immer noch, aber es kommen keine Koffer mehr.
Dann ruft ein Mitarbeiter und macht uns darauf aufmerksam, dass auf dem anderen Band noch ein Koffer sein einsames Dasein fristet. Bingo, das ist unserer! Man hört den Stein plumpsen, der Vanessa von der Seele fällt.

Der Leihwagen wird uns pünktlich an den Flughafen gebracht. Hätte allerdings das Gepäckabholen nicht so elend lange gedauert, hätten wir sicher eine halbe Stunde warten müssen.
Draußen werden wir von 26 Grad und schönstem Sonnenschein umarmt. Die Vögel zwitschern und es geht ein angenehmes Lüftchen.
Mit unserem Gepäck wird es eng im Fahrzeug. Ein Handgepäckkoffer muss mit auf die Rückbank, zwischen die Mädels und einen nimmt Vanessa auf den Schoß.

Dann fahren wir ungefähr noch 1 Std. 20 zum Hotel Lagoon Attitude.
Die Landschaft, die an uns vorüberzieht, begeistert mich wieder wie bei unserem ersten Besuch auf dieser schönen Insel. Überall wachsen große, blühende Bäume und wir fahren durch die eine oder andere Allee. Ich kann mich nicht satt sehen.
Gegen halb eins erreichen wir unser Ziel.
Wir fahren vor, steigen aus und ein Mitarbeiter nimmt uns den Schlüssel ab, versorgt unser Gepäck und parkt das Fahrzeug. Den Schlüssel bekommen wir zurück, wenn wir zum Zimmer gebracht werden.


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Wir sind echt kaputt. Von Haustür zu Haustür waren wir über 26 Std. unterwegs.
Aber jetzt haben wir bereits den 5. Dezember. Fortsetzung folgt.
Teil 231. Dez. 2024
5.Dezember

Nachdem wir unser Auto und das Gepäck in die Hände eines freundlichen Mitarbeiters gegeben haben, gehen wir zur Rezeption und melden uns an.
Wir bekommen einen Welcome Drink und was wir ganz besonders genossen haben, ein feuchtes Handtuch.

Dieses Foto ist ungewollt hier aufgetaucht- Ich kann es Leider nicht löschen


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Dann werden wir zum Hauptpool geführt und uns wird erklärt, wie wir zum Strand kommen. Nun werden wir für eine Stunde uns selbst überlassen, bis unsere Zimmer bezugsbereit sind.

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Wir haben für Uwe und mich ein Doppelzimmer und für die Mädels je ein Einzelzimmer gebucht, damit beide den Urlaub unbeschadet überleben 🤪 . Dafür haben wir auf Komfort verzichtet und nur die einfachen Zimmer mit HP gebucht.

Wir machen einen ersten Rundgang Richtung Strand und was wir sehen, gefällt uns ausgesprochen gut. Das Meer hat einen fantastischen Farbton und die Sonne glitzert auf dem Wasser. Herrlich!
Es ist jetzt ca. 13.00 Uhr und es gibt tatsächlich noch etliche Liegestühle ohne Handtuch. Allerdings geben die kleinen Schirmchen nicht allzu viel Schatten ab.

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Nach einer Stunde werden wir zu unserem Zimmer begleitet. Bei den vielen Wegen, die es gibt, befürchte ich, dass ich unser Zimmer niemals allein finden werde. Mein Orientierungssinn kann mit einem Schaf mithalten, liegt also so ziemlich bei null.

Die Zimmer sind in zweistöckigen Blöcken im nüchternen Beton-Design untergebracht. Unsere Zimmer liegen im gleichen Block. Wir betreten das Zimmer, es wirkt ein bisschen dunkel, weil unser großer Balkon überdacht ist und die Begrünung gibt zusätzlich Schatten.

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Im ersten Moment begeistert das fehlende Licht im Zimmer wenig. Aber tatsächlich sind wir später noch dankbar für das Dach und den Schatten auf dem Balkon. Was mich aber echt enttäuscht, und zwar richtig, ist die Aussicht auf zwei Tennisplätze, samt der dazugehörigen Geräuschkulisse.

Wir haben fast ein Jahr im Voraus drei Zimmer gebucht. Ich schrieb auch dazu, dass wir einen Anlass feiern und habe naiverweise erwartet, dass es dafür den Bonus gäbe, ein Zimmer mit schönerer Aussicht zu bekommen.
Mein Fehler!
Später stellen wir fest, dass es viele von den einfachen Zimmern gibt, die keine schöne Aussicht haben, noch weniger sogar als unseres. Vielleicht war sogar unsere Aussicht von den günstigen Zimmern schon eine von den Schöneren. Wir stören uns auch tatsächlich gar nicht so lange daran, denn das Hotel bietet viele schöne Plätze zum verweilen.

Das Zimmer hat eine angenehme Größe und ist nett eingerichtet. Es gibt auch eine Minibar, und die Möglichkeit Kaffee zubereiten zu können.
Die Zimmer der Mädels, sind relativ identisch mit unserem.

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Aber im Moment zählt eh nur eines: Duschen und die Lebensgeister wieder wecken. Uns sitzt der schlaflose und endloslange Flugtag sehr in den Knochen.

Alicia und Vanessa suchen sich direkt ein nettes Plätzchen am Strand und entspannen sich. Uwe und ich lassen uns in unsere Balkon-Sessel fallen. Ich stelle fest: Wenn wir tief genug in eine halbe Liegeposition reinrutschen, sehen wir den Tennisplatz nicht mehr, sondern nur noch die Baumkronen und Palmwedel. Der Schatten ist also doch nicht soooo schlecht! Es wird auch nicht die ganze Zeit Tennis gespielt.

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Was wir dafür hören, ist Hundegebell und einer jault so gequält, dass es mir das Herz zusammenzieht.
Später erkennen wir, dass ein ganzes freilebendes Rudel das Hotel zu seinem Territorium erklärt hat. Sie werden hier auch mit Futter versorgt, was wir wiederum sehr nett finden.
Uns Gästen gegenüber verhalten sie sich tiefenentspannt.
Aaaaber das Bellen und das gequälte Jaulen hören wir den ganzen Tag. Auch nachts sind die Hunde aktiv und ihre Kommunikation hallt durch die Gänge der Betonblocks. Ich wache fast jede Nacht davon auf.

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Falls jemand Angst vor Hunden hat, ist Mauritius definitiv nicht der richtige Urlaubsort. Hier gibt es überall welche, und zwar ganze Rudel. Sie werden auch oft von der Bevölkerung gefüttert.
Nur um die kranken Hunde können sich die Leute nicht kümmern. Da fehlt dann doch das Geld und die lassen sich vermutlich auch nicht so einfach einfangen.

Wie haben niemals jemanden gesehen, der grob mit den Tieren umgegangen wäre. Sie werden überall geduldet.
Auf der Insel sind fast fünfzig Prozent der Bevölkerung Hindus. Sie glauben an Reinkarnation und das bedeutet, dass der Hund oder die Katze, ein Onkel oder die Mutter sein könnte. Das erklärt vielleicht den freundlichen Umgang mit den Tieren.
Ansonsten gibt es gute dreißig Prozent Christen, davon die meisten Katholiken und nicht ganz 20% sind Muslime.

Wir genießen jetzt erst einmal die Ruhe. Die Hunde bellen „nur“ in Intervallen mit vielleicht zwei Stunden Pause dazwischen.
Da besucht uns ein Madagascar Gecko. Guten Tag du hübsches Tier. Während unserer Expetition auf die Koralleninsel Île aux Aigrettes, erfahren wir mehr über diesen hübschen Gecko.

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Ich habe Lust mir einen Kaffee zu kochen. Aber es gibt kein Pulver und auch keine Milch. Ich werfe einen Blick in den Kühlschrank: Leer! Wo gibt es denn sowas? Schade, dann vielleicht morgen. Dann gehen wir halt später am Pool einen Kaffee trinken. Der kostet dann allerdings extra.
Wasser, sowohl mit Blubber, als auch ohne, kann man sich an verschiedenen Stationen selbst so viel holen wie man möchte. Im Zimmer stehen täglich zwei Flaschen bereit.

Uwe stellt fest, dass seine Schmerzen stärker werden. Nachdem er seine Schuhe ausgezogen hat, sehe sogar ich die Schwellung. Er nimmt eine Tablette. Aber wir müssen Magneschoner besorgen, weil sich abzeichnet, dass er die Schmerzmittel dauerhaft für den ganzen Urlaub braucht und damit habe ich nicht gerechnet, als ich unsere Reiseapotheke eingepackt habe.

Wir haben HP gebucht. Bei meiner Recherche erfuhr ich, dass es drei Restaurants gibt und das obligatorische Buffet-Restaurant Benetier welches nicht so toll abschneidet. Man bekommt in den anderen Restaurants aber keinen Tisch ohne Reservierung und oft ist schon ausgebucht, wenn man nachfragt.
Ich habe bereits Monate vorher meine Reservierungs-Wunschliste ans Hotel geschickt und ewig gar keine Antwort bekommen. Nach mehreren Wochen und mehrmaligem Nachhaken hieß es dann, man könne erst eine Woche vorher reservieren. Das tat ich und bekam wieder keine Antwort.

Wir wissen also noch nicht, wo wir heute essen werden. Darum müssen wir uns nachher unbedingt kümmern.
Wir fragen nach und erfahren, dass wir für heute gar keine Reservierung haben, aber im Benetier bekäme man ja immer einen Tisch.
Das kann ich nach der ganzen Schreiberei und dem immer wieder Nachfragen, nicht einfach akzeptieren und trete ein bisschen dominant auf. Nach einer kleinen Diskussion wird uns auf halb neun ein Tisch im Kot Nou reserviert.

Wir nutzen gleich die Gelegenheit für die nächsten Tage, einen Tisch im Coral und Lemongras zu reservieren. Je nachdem wo es uns am besten schmeckt, werden wir dann versuchen den Rest der Woche festzumachen.

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Außerdem hatte ich bereits im Vorfeld für heute Abend die Sonnenuntergangs-Katamaran Fahrt gebucht. Auch vom Bootshaus bekam ich keine Bestätigung, ob es mit der Buchung geklappt hat. Wir gehen aber davon aus. Um 17.00 Uhr sollte die Fahrt stattfinden.

Uwe, Vanessa und ich sind pünktlich da und sehen, dass die Gäste bereits mit einem Floß zum Katamaran gebracht wurden und gerade an Board gehen.
So ein Ärger!
Wir hatten eine falsche Zeitangabe. Die Mitarbeiter sehen uns aber. Sie kommen sogar zurück und holen uns auch noch ab.
Die anderen Gäste haben sich wahrscheinlich sehr über diese Verzögerung geärgert, denn die Sonne wartet nicht mit ihrer Abschiedsvorstellung.

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Wir fahren gefühlte zehn Minuten Richtung Riff und dort ankert die Crew. Wir bewegen uns also zwei Stunden lang nicht vom Fleck…und das wird als Katamaran Fahrt bezeichnet. Es ist ein bisschen langweilig.
Wir sehen die kleinen vorgelagerten Inselchen beim Hotel, sonst den einen oder anderen Wassersportler.

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Aber der Kahn ist echt groß. Es würden locker doppelt oder dreimal so viele Leute draufpassen. Die Crew sorgt für tolle Musik, Getränke gibt es umsonst, was so manch einer hemmungslos ausnutzt, aber keiner verhält sich unangemessen.
Die Stimmung wird immer besser, die ersten Gäste fangen zögerlich an zu tanzen.
Als der Macarena-Song gespielt wird, tanzen Vanessa und eine weitere Frau die Choreo dazu und daraus entsteht ein Flash Mob, bis alle mit Ausnahme von Uwe versuchen ihre Arme zu koordinieren. Das ist sooo lustig.
Es ist eine Riesengaudi. Aus lauter einzelnen Pärchen entsteht eine sehr schöne Gemeinschaft.

Der Sonnenuntergang wird wunderbar romantisch. Die Stimmung ist sensationell.

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Während der Rückfahrt laufen wir auf einen Stein auf. Jetzt wird es spannend und der Steuermann kann zeigen, was er draufhat. Er gibt uns die Anweisung, dass wir uns alle auf die gleiche Seite begeben sollen. Dann rangiert er den Katamaran gefühlte zehn oder fünfzehn Minuten hin und her und bekommt uns wieder frei.

Inzwischen ist es aber stockdunkel und ein kleines Boot kommt uns zu Hilfe, wir sind ja nicht allzu weit weg vom Ufer. Es fährt uns voraus, um den Katamaran in der richtigen Fahrspur zu halten, was gar nicht so einfach zu sein scheint.
Dieses kleine Abenteuer hat der sonst unspektakulären Fahrt bezüglich Aussicht, doch noch ein bisschen Spannung eingehaucht.
In Gefahr waren wir nicht. Zur Not hätte man uns im kleinen Boot nach und nach an Land bringen können.

Um halb neun treffen wir uns mit Alicia und gehen miteinander ins Kot Nou.
Dieses Restaurant hat ein tolles Strandfeeling. Die Küche ist typisch kreolisch. Vanessa ist sehr begeistert. Wir anderen drei mögen alle keinen Koriander, den wir überall als seifig herausschmecken.

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Ich habe übrigens gelernt, dass der seifige Geschmack von Koriander genetisch bedingt ist. Es hat mit einer Variation des 11. Chromosom zu tun. Wer diese hat, für den schmeckt Koriander nach Seife. Das ist also keine Einbildung. Uwe, Alicia und ich gehören also zum Mutanten-Stadel.

Alicia war am Nachmittag am Meer, wo es schön windig war, aber im Schatten zu kühl. Daher hielt es Alicia für eine gute Idee, sich in die Sonne zu legen. Jetzt sieht sie aus wie ein lecker zubereiteter Hummer und damit beginnt schon die nächste Leidensgeschichte. Die Verbrennungen sind heftig. Sie kann froh sein, wenn sich keine Blasen bilden.

Um halb neun können wir das Essen schon gar nicht mehr richtig genießen, weil wir so kaputt sind. Heute sind wir direkt froh drum, dass hier fast überall sehr schnell das Geschirr abgetragen und der nächste Gang serviert wird.

Nach dem Dinner kommen nicht drum herum, ein paar Ehrenrunden durch die Anlage zu laufen, bis wir unseren Zimmerblock wieder gefunden haben. Unser Schrittzähler dankt uns die Bewegung.



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Kaum berühren unsere Körper die Matratzen, schlafen wir schon ein. Aber Alicia spürt den Sonnenbrand, Uwe seinen Fuß und ich bekomme in der Nacht Kopfschmerzen.

Ich glaube, ich muss den Drehbuchautor für diesen Urlaub sprechen. Womöglich befinden wir uns im falschen Film.
Ich will jetzt bitte Urlaub haben und nicht von Krankheiten verfolgt werden!
Teil 301. Jan. 2025
6. Dezember

Die Sonne scheint mir mitten ins Gesicht, als ich die Augen aufmache. Was? Schon so spät? Normalerweise wache ich im Urlaub schon zwischen fünf und sechs auf.
Jetzt ist es sicher schon 8.00 Uhr.
Aber nein, ein Blick auf meinen Zeitanzeiger verrät mir, dass mein Urlaubs-Bio-Rhythmus stimmt.
Es ist erst 5.45 Uhr. Ich kann es gar nicht glauben und sehe ein zweites Mal nach. Aber ja, es ist wirklich noch so früh.

Allerdings geht es mir nicht so gut.
Das darf doch nicht wahr sein!
In welchen falschen Film sind wir da geraten. Ich habe Kopfschmerzen. Vermutlich durch Verspannungen während des Fluges verursacht und vielleicht auch vom ungewohnten Kopfkissen.

Einen Moment überlege ich, ob ich aufstehen und im schönen Morgenlicht ein paar Fotos von der Anlage machen soll. Oft kann ich diese Art von Kopfschmerzen im Keim ersticken, wenn ich aufstehe. Aber ich fühle mich mehr tot als lebendig.
In Anbetracht der Zeit weigert sich mein Körper aufzustehen. Mein Schlafdefizit meldet sich mit Protest und gewinnt.
Ich mach die Augen noch einmal zu.

Gegen halb acht quälen wir uns beide aus dem Bett. Uwe mit Schmerzen im Fuß und ich im Kopf. Na, das ergänzt sich doch prima.

Draußen ist es so heiß, dass ich das Gefühl habe, ich laufe gegen eine Wand. Aber die Anlage ist wirklich traumhaft schön. Wir kommen an einem großen Webervogel-Baum vorbei. Das ist vielleicht ein Treiben und Zwitschern.
Alicia wurde gestern zur Begrüßung direkt schon freudig angeschissen.
Wir schleichen zum Restaurant und bitten um einen Tisch im Wintergarten. Da werden die großen Fenster geöffnet, man fühlt die Luft und hört die Vögel.



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Kaum sitzen wir, bekomme ich Kreislaufprobleme. Mir wird es schlecht und ich fühle mich schwindlig. Joah, darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an.

Das Buffet ist sehr ansprechend und groß und kann sich wahrlich sehen lassen. Aber ich esse nur einen Löffel Joghurt und ein paar Früchte.
Dafür trinke ich zwei Tassen Kaffee.
Das Koffein zeigt schon nach ungefähr zwanzig Minuten Wirkung. Die Kopfschmerzen verabschieden sich, Übelkeit und Schwindel schließen sich an. Ich fühle mich nach einer halben Stunde, als wäre nichts gewesen. Nicht einmal mehr die Schwüle macht mir was aus.
Na geht doch. Halleluja!!!

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Alicia und Vanessa gehen irgendwann später frühstücken, die beiden gehören nicht zu den Frühaufstehern.

Die Mädchen haben ihrem Papa einen Gutschein für einen Schnuppertauchkurs zum Geburtstag geschenkt und Vanessa wollte ihn begleiten. Mit der Online-Kommunikation hapert es hier auf der Insel offenbar überall. Vanessa bekam keine Bestätigung, auch nach mehrmaligem Nachfragen nicht.

In der Annahme, dass die beiden heute mit dem Auto unterwegs sind, Alicia nur am Strand liegen möchte und ich mangels vernünftiger Englischkenntnisse nicht in der Lage bin, mich ausreichend verständigen zu können, habe ich für heute keine andere Aktivität geplant.

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Uwe könnte gar keine Schwimmflossen anziehen, insofern ist es gut, dass es mit der Buchung nicht geklappt hat.
Uns allen sitzt noch der Anreisetag in den Knochen. Wir wurden alle am Mittwoch um halb zehn abgeholt, haben im Flugzeug so gut wie nicht geschlafen und lagen am Donnerstag nicht vor 22.00 Uhr im Bett.
Die Tortour hängt uns noch ganz schön in den Knochen und so ist es gar nicht verkehrt heute erst mal richtig anzukommen und dem Körper eine Erholungszeit zu gönnen. Das ist mit Blick aufs Meer und in so einer schönen Anlage wahrlich nicht schwer.

Nur Einkaufen müssen wir.
Die Mädels hätten gerne ein bisschen Obst auf ihrem Zimmer, Uwe braucht für die Schmerzmitteleinnahme den Magenschoner und ich muss mir eine Lotion kaufen.
Zum ersten Mal sind wir in einem Hotel, in dem keine Körperlotion zur Verfügung steht. Ich habe sie immer unnötig mitgeschleppt und daher diesmal drauf verzichtet.
In einem Vier Sterne Hotel hielt ich das für eine Selbstverständlichkeit. Die Sonnencreme, von der es hieß, dass sie vom Hotel zur Verfügung gestellt wird, finden wir auch nicht. Also müssen wir auch noch Sonnencreme kaufen.

Wir fahren etwa zwanzig Minuten zur Bagatelle Mall, in der wir alles bekommen. Eine Nivea Sonnencreme kostet im Supermarkt, vergleichbar mit einem Edeka bei uns, umgerechnet 25€. Wir halten es kurz mit dem Einkauf und besorgen nur was wir brauchen. Dann fahren wir zurück ins Hotel.

Fünf bis zehn Minuten vom Hotel entfernt, sehen wir direkt an der Straße die Kirche Notre-Dame-Auxiliatrice in Cap Malheureux.
Ich freue mich total, denn die wollte ich gerne mal sehen, zumindest von außen.
Allerdings ist da gerade ein Betrieb wie auf dem Jahrmarkt. Uns steht beiden nicht der Sinn danach, auf Tuchfühlung mit verschwitzten Körpern zu gehen. Die Parkplatzsituation am Straßenrand ist momentan sowieso grenzwertig.
Wir fahren weiter und beschließen, dass wir aufgrund der Nähe zum Hotel, mal vor dem Frühstück herfahren. Das hat auch den Vorteil, dass wir dann besseres Licht haben.

Schöne Ausblicke gibt es überall entlang der Straßen. Mauritius ist ein Paradies voller blühender Bäume.

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Viel laufen kann Uwe heute und wahrscheinlich während des ganzen Urlaubs nicht, daher wird der restliche Tag auf dem Hotel Areal verbracht.
Wir spielen Scrabble, lesen und schreiben ein bisschen.

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Alicia verbringt wegen ihrem Sonnenbrand den Tag auf ihrem Zimmer. Die Kleidung auf der Haut tut ihr weh.

Vanessa trifft sich mit Daniel und Martin, die hier auf Hochzeitsreise sind und die wir gestern auf dem Katamaran kennengelernt haben. Einer von ihnen dürfte Mitte dreißig sein, der andere ist 15 Jahre älter. Die drei schweben total auf der gleichen Wellenlänge.

Am Abend treffen wir uns alle wieder zum Dinner.
Für heute bekamen wir keine Reservierung in den angesagten Restaurants. Daher werden wir das Benetier ausprobieren und uns eine eigene Meinung bilden.

Wir kommen in die Restaurant-Rush-Ouer. Daher wird uns ein Tisch in einem Nebengebäude zugewiesen. Es ist aber sogar angenehmer als im großen Restaurant.
Am Buffet finden wir einige Speisen, die ohne Koriander zubereitet wurden. Optisch und geschmacklich würde ich das Essen auf mittlere Kantinenqualität einstufen. Das Ambiente in diesem sehr großen Hauptrestaurant kann natürlich auch nicht mit dem Flair eines kleinen Restaurants mithalten.

Alicia und Uwe ziehen sich nach dem Essen auf die Zimmer zurück. Mir war es heute ein bisschen zu eintönig im Hotel und so freue ich mich, am Pool die Live-Musik zu hören.

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Der Künstler hat echt was drauf. Vanessa und ich suchen uns einen schönen Platz und machen es uns gemütlich. Es dauert nicht lange, da laufen Daniel und Martin an uns vorbei. Wir kommen ins Gespräch und laden die beiden ein, sich zu uns zu setzen.

Ich merke, dass sie durchaus auch auf meiner Wellenlänge liegen. Wir verbringen einen sehr schönen Abend miteinander.

Immer wieder mal sehe ich einzelne Gäste tanzen, die sich keinerlei Gedanken drum machen, wie ihre skurrilen Bewegungen auf der Tanzfläche aussehen.
Sie haben einfach Freude an der Bewegung.
Ich bin in Bezug auf Tanzen auch 35 Jahre aus der Übung und denke: Pfeif drauf, wie „anmutig“ meine rhythmische Gymnastik aussieht, meine Füße wollen auch Tanzen. Schlimmer als das was auf der Tanzfläche zu sehen ist, sieht es bei mir auch nicht aus.
Doch ganz so mutig wie manch anderer bin ich nicht. Ich bewege mich lieber hinter den Stühlen ein bisschen im weniger beleuchteten Bereich und habe meinen Spaß.
So gegen elf packt die Band zusammen und ich mach mich auf den Weg in die Heia.

Vanessa, Daniel und Martin lassen es an der Bar noch eine Weile länger krachen.

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Teil 404. Jan. 2025
7. Dezember

Heute wachen wir erst gegen sieben Uhr auf und mir geht es gut!
Uwes Fuß wird bis zum Ende der Reise ein Problem bleiben. Das werde ich nicht jeden Tag neu erwähnen.

Wir sind mit den ersten Gästen beim Frühstück. Vanessa kommt erst später dazu, als wir eigentlich schon fertig sind. Ihr zuliebe bleiben wir noch ein bisschen sitzen.

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Alicia lässt sich gar nicht erst blicken. sie pflegt ihre Röstaromen in der Abgeschiedenheit ihres Zimmers und Balkons.

Vanessa, Uwe und ich haben Zeit bis Mittag den Pool, den Strand oder was auch immer zu genießen. Uwe und ich sitzen auf unserem schattigen Balkon und spielen Scrabble.

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Bevor wir das Zimmer verlassen, balsamieren wir uns noch dick mit Lichtschutzfaktor 50 ein und sprühen uns eine Wochenration Insektenschutz auf die Haut.
Die fiesen Tigermücken bei uns zuhause haben mich bis weit in den Herbst für ein lecker Schnittchen gehalten. Ich möchte nicht schon wieder zum Vampir-Buffet erklärt werden.
Wo auch immer du dich auf Mauritius in der Natur bewegst, solltest du besser gegen ihre Invasionen gewappnet sein.

Auf dem Weg zum Auto, füllen wir an einer der Spender-Stationen unsere Wasserflaschen auf. Hier kann man eigentlich nirgends hingehen, ohne was zum Trinken dabei zu haben. Du schwitzt die Flüssigkeit schneller aus, als du sie wieder nachfüllen kannst.

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Der Himmel zieht sich langsam zu. Unser Ziel liegt im Süden und dort ist für heute Nachmittag Regen gemeldet. Ob unsere Aktivität auch bei schlechtem Wetter stattfindet, wissen wir nicht. Aber egal wie, ich muss heute raus aus dem Resort und was anderes sehen. Wir versuchen einfach unser Glück.
Je weiter wir in den Süden kommen, desto öfter gibt es kleine Schauer.

Unser Navi setzt immer wieder aus.
An die Straßenbeschilderung muss man sich erst mal gewöhnen, ebenso an den Linksverkehr und an die Kreisel, die es schätzungsweise alle fünfzig Meter gibt und in die man nach deutscher Gewohnheit verkehrt herum hineinfahren muss.

Gewöhnungsbedürftig ist es auch, dass die Teerstraßen keine Auslaufstreifen haben. Wo der Teer aufhört, bricht die Straße einfach ab und je nachdem kann es schon mal vierzig Zentimeter runter gehen.

Die Vegetation ist üppig grün. Es gibt viele richtig große Trompetenbäume, die in mindestens vier Farben blühen, oder Bougainvillea in Pink, Rot, Lila, Orange und Weiß.

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Es gibt Bäume mit Luftwurzeln, die wie Lianen aussehen, Baumwurzeln, auf denen man wie auf einer Mauer sitzen kann, oder solche, die wie Stelzen wirken.
Mancher Baumwuchs erinnert an einen Bonsai, und, und, und…
Es ist einfach nur atemberaubend schön. Hin und wieder sieht man ein Stück Strand, Palmen und türkisblaues Meer.

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Dann kommen mitten in dieser Idylle Ortschaften, die so verwahrlost und hässlich aussehen, dass du gar nicht glauben kannst, wie es sein kann, dass es auf dieser traumhaft schönen Insel, die als wohlhabend gilt, so wenig Sinn für Instandhaltung gibt.

Unser Hotel liegt im äußersten Norden und unser heutiges Ziel, das Bel Ombre Biosphärenreservat ganz im Süden.

Für diese Strecke brauchen wir ungefähr jeweils eineinhalb Stunden hin und zurück.
Wir sind also drei Stunden unterwegs.
Das ist schon eine rechte Gurkerei wenn man kein Auge für die Landschaften hat, an denen man vorbeifährt. Oder wenn man diese Zeit lieber nutzen möchte, um zu laufen.

Wir haben eine Quadfahrt in Bel Ombre gebucht. Es gibt dort auch mehrere Wanderouten, wenn man lieber zu Fuß unterwegs ist.

Ganz im Süden ist es tatsächlich noch trocken geblieben. Wir melden uns an und bekommen unsere Bikes zugewiesen.

Vanessa fährt ein Single Quad, Uwe und ich teilen uns ein großes. Es hat erstaunlich viel Platz und für mich sogar eine Rückenlehne, das ist seeehr komfortabel. Ich möchte nicht selbst fahren, weil ich lieber die Landschaft genieße, als mich aufs Fahren konzentrieren zu müssen.

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Uwe und ich sind schon öfter Quad gefahren, Vanessa noch nie. Sie fährt Motorrad und Enduro, aber Quad zum ersten Mal und sie ist überrascht festzustellen, dass die Bikes nicht das Geringste gemein haben.

Wir sind eine relativ kleine Gruppe und müssen alle eine oder mehrere Proberunden drehen, bevor wir das Okay bekommen.
Uwe ist geübt, nach zwei Runden wird er abgenickt.

Vanessa dagegen dreht mindestens sechs oder sieben Ehrenrunden.
Damit hat sie gar nicht gerechnet, es ist ihr ein bisschen peinlich. Wobei
man zu ihrer Verteidigung sagen muss, dass wir sowieso warten müssen. Uwe bemerkt, dass unser Tank fast leer ist und deshalb muss erst noch Benzin geholt werden. Unser Guide findet: Wenn wir sowieso warten müssen, kann sich Vanessa in der Zeit auch noch ein bisschen mehr mit dem Quad vertraut machen.

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Wir bekommen unseren Schluck Benzin und dann kann es losgehen. Der Guide fährt voraus, Vanessa hinter ihm, wir hinter Vanessa und hinter uns noch zwei weitere Pärchen.

Fortsetzung folgt...
Teil 504. Jan. 2025
Ihr Lieben, es tut mir sehr leid, dass es mit den Bildern nicht klappen mag. Ich weiß nicht woran es liegt.
Hier kommt der zweite Teil vom 7. Dezember


Über Feld und Wiesenwege fahren wir vorbei an wunderschönen Schirmakazien. Mit ihren flachen Baumkronen erinnern sie mich an die Steppen Afrikas.

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Naja, wir sind ja auch in Afrika, allerdings hat man bei dem Gedanken an ein Inselparadies meistens nur Strand, Palmen und Meer vor Augen.
Mauritius hat da weit mehr im Angebot.

Oft sind die Wege sehr trocken und wir können es auch mit gebührendem Abstand nicht ganz verhindern, dass wir den Staub der voranfahrenden Fahrzeuge schlucken. Wegen der besseren Sicht fahre ich trotzdem mit offenem Visier. Zum Staubschutz trage ich ja immer noch meine Brille.
Die Fahrt macht Mega Spaß!!!

Neben unseren Wegen gibt es Schluchten in denen Palmen, Farne und Bäume wachsen. Wir überqueren Brücken unter denen kleine Bäche vor sich hin gurgeln. Bougainvillea wachsen hier von pink über rosa und orange bis zum dunklen violett und auch verschiedenfarbige Trompetenbäume. Leute, das ist sooo schön, ich kann es nicht ausreichend beschreiben!!!

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Leider fährt unser Guide an allem achtlos vorbei. Wir versuchen eine ganze Weile uns ihm an die Versen zu hängen.
Aber ich werde irgendwann sauer, weil es so unglaublich tolle Szenen gibt, die man schweigend genießen oder fotografieren möchte.

Dann sehe ich sogar einige Hirsche unten in einem Tal und unser Guide fährt weiter….Gibt es sowas?

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Ich klopfe Uwe auf die Schulter und bitte ihn anzuhalten. Der Guide wird es schon merken, wenn keiner mehr hinter ihm fährt. Zwar halten wir auch die anderen auf. Aber manchmal muss man eben zu seinem Glück gezwungen werden.

Wir, und so wie es aussieht auch diejenigen die hinter uns fahren, genießen den Blick auf die Hirsche einen Moment.
Für scharfe Fotos sind sie leider zu weit weg. Aber ein Beweisfoto bekommt ihr dennoch.

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Unser Guide merkt recht schnell, dass er uns abgehängt hat und wartet, bis wir wieder aufgeholt haben.
Ab jetzt nehmen wir uns die Freiheit, noch sehr oft stehenzubleiben und dieses Paradies einen Momentlang gebührend zu bewundern.

Sogar einen Schwarm mit mindestens acht oder zehn Flughunden sehen wir. Allerdings können wir diese wirklich nicht fotografieren. Dennoch schlägt unser Herz im Dreivierteltakt. Ich bin grenzenlos begeistert, von diesem wunderbaren Stückchen Erde.

Wir sehen immer wieder Rehe und Hirsche, die sich irgendwo im Schatten aufhalten und wir bleiben jedes Mal stehen und freuen uns.

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Fortsetzung folgt
Teil 604. Jan. 2025
3. Teil vom 7. Dezember

Irgendwann heißt es Absteigen. Wir werden aufgefordert dem Guide ein Stück in den Wald zu folgen. Die Vögel zwitschern wie im Paradies, lassen sich aber nicht wirklich sehen.
Der Boden ist sehr verwurzelt, wir stolpern alle mehr oder weniger durchs Gehölz.
Spätestens jetzt ist jeder dankbar, der sich mit Insektenschutz zugekleistert hat.



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Nach ein paar Minuten Fußmarsch stehen wir plötzlich vor einem kleinen Wasserfall. Hier sieht es sehr idyllisch aus mit den Felsen auf denen Flechten wachsen und dazwischen große und kleine Farne. Der Wald sieht mit seinen herumliegenden und mit Moos bewachsenen Baumstämmen verwildert aus. Manche Bäume mit skurrilem Wuchs geben der Kulisse etwas Verwunschenes.
Ich glaube, ich träume!

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Wenn nur die Mücken nicht wären, die mir bestätigen, dass dies alles real ist.
Das Wasser sieht allerdings mehr nach einem trüben Tümpel aus als nach einem Gewässer, welches zum Baden einlädt. Da möchte niemand reinsteigen. Macht auch nichts, das tut der Atmosphäre keinen Abbruch.

Die Wolken am Himmel ziehen sich immer mehr zu. Ich hoffe, es bleibt trocken.

Als wir wieder auf unseren Bikes sitzen, brennen meine Augen plötzlich wie Feuer, von jetzt auf nachher.
Ich kann sie nicht mehr öffnen und sie tränen wie verrückt. Es ist echt schlimm. Anstatt die Landschaft um mich herum genießen zu können, muss ich die Augen geschlossen halten. Ganze Tränenbäche rinnen mir über die Wangen.

Was ist das jetzt wieder? Das kann doch echt nicht wahr sein!
Ich habe Angst, dass ich mir einen Zug eingefangen habe und die nächsten Tage die Augen gar nicht mehr öffnen kann.

In diesem Urlaub scheint gewaltig der Wurm drin zu sein. Wir sind sonst keine Familie, in der wir ständig irgendwelche Zipperlein haben.

Das Brennen ist echt schlimm. Ich tupfe permanent die Tränen weg.
Von der Umgebung sehe ich nichts mehr.

Zurück am Ausgangspunkt lässt das Brennen nach. Im Taschentuch sehe ich mit Schreck wie viel Staub es mir aus den Augen gespült hat. Das könnt ihr euch gar nicht vorstellen.

Tja, Dummheit muss bestraft werden, oder?
Hätte ich mal das Visier geschlossen. Das ist mir eine Lehre.
Die Tendenz zu brennenden Augen, bleibt mir für den ganzen Urlaub.

Ich muss auch zu Hause Feuchtigkeitstropfen für die Augen nehmen. Aber ich werde in diesen zwei Wochen die zehnfache Menge brauchen und das ist nicht übertrieben formuliert. Wenigstens helfen sie!
Nur reichen meine mitgebrachten Tropfen unter diesen Umständen nicht.
Wir müssen ein zweites Mal in die Apotheke. Wenn das so weitergeht, bekommen wir bis zum Ende unseres Urlaubs eine Bonuskarte, werden mit Namen begrüßt und bekommen den roten Teppich ausgerollt.

Wir verabschieden uns von unserem Guide und von diesem wunderschönen Reservat, in dem ich noch viel lieber gewandert als gefahren wäre.

Kaum sitzen wir im Auto, öffnen sich die Schleusen des Himmels. Es kommt runter wie aus Kübeln. Wir müssen einen Moment warten, bis der Regen nachlässt, weil der Scheibenwischer gar nicht hinterherkommt.

Je weiter wir in den Norden kommen, desto mehr reißt die Wolkendecke wieder auf. Wir fahren einem teilweise doppelten Regenbogen entgegen, der wie eine Brücke über den sattgrünen Baumwipfeln aussieht. Soooo schön!!!

Bis wir wieder im Hotel sind, ist es bereits 18.00 Uhr und die Sonne scheint bei strahlendblauem Himmel.
Während wir weg waren, hat es hier geregnet.

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Also haben wir neben all dem Pech, das uns verfolgt, doch auch ein bisschen Glück.
Wobei der heutige Tag kaum zu toppen ist. Das denke ich zumindest heute. Der morgige Tag wird mich erneut in pures Entzücken versetzen.

Unser Tisch im Coral ist erst auf 21.00 Uhr reserviert worden. Wir haben seit dem Frühstück nichts gegessen.
Eine frühere Tischreservierung bekamen wir nicht, außer im Benetier. Nein Danke, da überbrücken wir lieber unseren kleinen Hunger mit einem Latte Macchiato, zumindest Vanessa und ich.

Zur Rezeption müssen wir auch noch gehen und uns für morgen ein Lunchpaket bestellen. Wir haben eine geführte Wanderung gebucht. Uwe muss passen, aber zum Glück habe ich noch Vanessa. Wir werden um 7.00 Uhr abgeholt, also schon vor dem Frühstück.

Die nette Dame an der Rezeption bietet uns ein early Frühstück in abgespeckter Version an. Na, da freuen wir uns und hören uns nicht „Nein sagen“.

Anschließend gehen wir Duschen und machen uns fertig fürs Dinner im Coral.
Wir müssen erst mal suchen, wo das überhaupt ist. Vanessa meint es schon gesehen zu haben und wir finden es tatsächlich auf Anhieb.

Wowww, allein das Ambiente ist hier eine Augenweite und das Essen toppt unsere Erwartungen bei Weitem. Gäste mit HP müssen übrigens in den Restaurants nichts draufzahlen. Wasser ist auch in allen Restaurants gratis.

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Vanessa spricht fließend Englisch und lässt gewaltig ihren Charm sprühen. Das Service Personal ist ganz angetan von ihr und lässt sich auf unseren Spaß ein. Wir haben es sooo lustig und das Personal auch. Es ist ein total schöner Abend, nach einem ebenso schönen Tag.

Wir fackeln gar nicht lange rum und reservieren für die kommende Woche gleich an drei Abenden einen Tisch.

Uwe und Alicia möchten nach dem Dinner gleich wieder aufs Zimmer gehen. Uwe spürt, dass er seinen Fuß heute zu viel belastet hat.

Vanessa und ich sind noch nicht bereit, diesen schönen Tag zu beenden. Wir lassen ihn wieder am Pool bei der Live-Musik ausklingen. Jeden Tag treten andere Künstler auf und jeder hat seinen eigenen Stil, seine eigene Musikrichtung. Die können hier echt gut Singen. Um elf packt die Band wieder zusammen und ich schlafe heute mit einem glücklichen Grinsen im Gesicht ein.
Teil 705. Jan. 2025
8. Dezember Teil 1
für dieses Kapitel habe ich keine passenden Fotos, aber weil ich von der Wanderung an sich so viele habe, stelle ich einfach zwischendrin mal eins ein, damit ihr nicht nur Text lest.


Die Mondschein-Serenata der Gebrüder Kalte Schnauze hallt unbarmherzig zur nachtschlafenden Zeit durch die Gänge der Zimmerblocks. Eine der Stimmen klingt wieder herzzerreißend schräg.
Das möchte sich wirklich niemand anhören. Weiterschlafen ist erst möglich wenn endlich Ruhe eingekehrt ist. Das Konzert dauert gemessen mit einem müden Gefühlszähler etwa Zehn Minuten.

Falls das erste Foto wieder nichts wird, stelle ich es doppelt ein. Ich kann leider auch unter "Vorschau" nicht sehen, wie die Bilder dargestellt werden.
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Gestern Abend habe ich mit Uwe vereinbart, dass er seine Uhr zum Wecken auf 6.15 Uhr stellt.
In der Nacht hat es ordentlich geregnet. Die Wetterprognosen sind für heute nicht berauschend. Wir werden wohl oder übel ein Regencape einpacken müssen. Aber wenn nicht gerade eine Sintflut vom Himmel stürzt, will ich mir diese Südinsel -Wanderung auf gar keinen Fall durch die Lappen gehen lassen.

Um 6.20 Uhr wache ich auf. Wir haben wohl beide den Wecker nicht gehört, zum Glück bin ich nur fünf Minuten zu spät dran. Aber im Urlaub mache ich eh nicht viel Gedöns um Make-up und Haare. Da zählt praktisch, quadratisch gut. Ich beeile mich, muss aber noch an den Tresor und weiß bedauerlicherweise die Zahlenkombination nicht mehr.

Zwar würde ich Uwe gerne schlafen lassen, aber hilft ja nix. Ich muss Geld mitnehmen. Ich wecke ihn so zart wie es nur geht und bekomme zur Antwort: Warum bist du so früh auf? Es ist doch erst 5.30 Uhr?

Waaaas? Ups!
…soviel zu meinem Zeitgefühl und meiner Sehfähigkeit ohne Brille.
Aber jetzt da ich eh schon startklar bin, nutze ich die Zeit zum Lesen und Schreiben. Ruck Zuck ist das Stündlein um.

Wie verabredet klopfe ich bei Vanessa an der Tür. Sie öffnet und ihr klebt förmlich noch das Kopfkissen im Gesicht.
Das Mädel scheint gestern an der Bar doch noch länger abgesackt zu sein.

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Ein bisschen maulfaul ist sie auch und hängt wie eine geschmolzene Scheibe Käse über der Tischkante. Die braucht unbedingt noch eine Gnadenfrist, bevor sie ansprechbar ist.

Das abgespeckte Frühstück verdient seinen Namen in jeder Hinsicht. Da gibt es nicht viel zu entscheiden, lediglich: „Friss oder Stirb“, serviert mit erlesenen, aristokratischen Croissants „VON“ Gestern!
Doch dafür, dass wir gar nicht mit einem Frühstück gerechnet haben, ist es immer noch besser als nichts...

Bevor wir abgeholt werden, nehmen wir noch den obligatorischen Weg zum Wasserspender auf uns und holen die Lunchboxen an der Rezeption ab. Sie wurden liebevoll und herzig in kleine Körbchen verbackt.

Punkt sieben treffen wir uns mit unserem Chauffeur. Zunächst ignorieren wir ihn, weil er mit einem Kleinbus gekommen ist. Aber es wird schnell klar, dass er auf uns wartet.

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Ich bin leicht verunsichert, denn ich bin mir sicher, dass ich eine Privattour gebucht und dafür einen horrenden Preis bezahlt habe. Das kann unmöglich der Preis für eine Gruppentour gewesen sein.
Ich schaue noch einmal in mein Voucher. Nein, da steht unmissverständlich „Privat“. Nun gut, keine Ahnung warum er gleich mit einem Schwertransporter anrollt. Platzmangel werden wir jedenfalls keinen haben.

Wir fahren etwa eine Stunde und zwanzig Minuten in den Südwesten und sammeln unterwegs unseren Guide ein. Er ist deutscher, sehr sympathisch und kennt sich hervorragend in den weniger touristischen Gebieten der Insel aus.
Sein Unterhaltungsniveau gefällt mir. Er trifft auch eine sehr angenehme Dosis bezüglich Reden und Schweigen.
Wann immer wir stehen bleiben und etwas ansehen oder fotografieren möchten, wartet er geduldig. Sein Tempo passt er unserem an und das finde ich sehr angenehm.

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Wir werden an einem Feldweg abgesetzt und unser Guide vereinbart mit dem Fahrer einen Treffpunkt und eine geschätzte Uhrzeit. Es zeichnet sich recht bald ab, dass aus der vereinbarten Zeit wahrscheinlich nichts wird, denn ich bleibe ständig stehen und bewundere so ziemlich alles, was die Natur zu bieten hat.
Meine Tochter spöttelt schon und sagt ab und zu: Mama, schau ein Baum!
Aber wie gesagt, nimmt unser Guide diese Zeitverzögerung gelassen in Kauf und gibt uns nicht eine Sekunde das Gefühl, dass wir vorwärts machen sollen.

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Während der ersten Etappe werden wir 8 km laufen und am Treffpunkt unser Lunch essen. Danach fahren wir ein Viertel Stündlein, machen ein Päuschen und laufen dann noch mal ungefähr 6 km. Das bedeutet, wir können unsere Vesper im Auto lassen. Da ist es auch kühler als in unserem Rucksack. Denn der Fahrer stellt die Klimaanlage auf den Gefrierpunkt ein.

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Fortsetzung folgt…
Teil 805. Jan. 2025
8. Dezember Teil 2



Ich bin so erleichtert, als ich endlich aussteigen kann. Die Hitze schlägt mir sofort entgegen, nachdem ich unsere rollende Gefriertruhe verlasse. Auf den Fotos ahnt man wegen des bewölkten Himmels gar nicht wie heiß es wirklich ist, aber ab und zu bricht die Sonne durch die Wolkendecke und dann brutzelt es ordentlich. Es gibt immer wieder kurze Schauer, gefolgt von sonnigen Abschnitten, was die Luft unglaublich schwül macht.

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Zunächst laufen wir über Feldwege in Richtung Meer und am Strand entlang. Die Wellen schwappen an den meisten Stellen ein bisschen ungezügelt ans Ufer. Das wären keine Badestrände für Kinder.
Aber hier und da sehen wir Angler auf Felsen stehen, die versuchen ihr Fischstäbchen einzutüten.

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Wir laufen auf sandig weichen Boden durch sehr kleine Dörfer und begegnen fast mehr Hunden als Menschen.
Unser Guide kennt diese Tour wie seine Westentasche und auch die Tiere.

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An den meisten Rudeln können wir entspannt vorbeilaufen. Eines reagiert territorial und gibt uns zu verstehen, dass wir hier unerwünscht sind.
Wir machen einen großen Bogen um sie und unser Guide läuft beschützend vor uns her.
Ernstgemeint aggressiv waren die Hunde aber nicht wirklich. Sie wollten uns nur unmissverständlich warnen.

Etwas später bellt uns eine Hündin drohend an. Wir können aber auch ihr im großen Bogen ausweichen.
Unser Guide macht uns darauf aufmerksam, dass in einer kleinen Mulde in ihrer Nähe einige Welpen liegen.
Aha, daher weht der Wind. Aufmerksame Mama!
Als sie sich beruhigt hat und sieht, dass wir ihre Komfortzone respektieren, zieht sie sich erst zurück und kommt dann noch mal etwas zögerlicher und deutlich freundlicher bellend, ein paar Schritte auf uns zu.
Ganz nach dem Motto: „Leute, falls ihr aber was zum Fressen für mich habt, bin ich durchaus diskussionsbereit.“

Wir sind noch keine halbe Stunde unterwegs, als es anfängt zu regnen. Ich ziehe mein Cape über und fühle mich augenblicklich unwiderstehlich sexy. 🤩

Der Regen ist weich und warm. Meine Brillengläser laufen an, jetzt wäre ein Satz Scheibenwischer gut. Die Luft kühlt allerdings nicht ab. Nach ein paar Minuten ist der Schauer auch schon wieder vorbei und die Sonne grillt uns die Schwarte. Es wird brutal heiß und schwül.

Nun ändert sich die Laufrichtung, weg vom Meer auf einen Wald zu. Wir tauchen in eine ganz andere Welt ein.
So stelle ich mir einen Dschungel vor.
Dicke Baumwurzeln sind eins geworden mit dem Waldboden. Es läuft sich weich wie auf Wolken, aber wir müssen schon achtgeben, wo wir hintreten, damit wir nicht über die Wurzeln und Stöcke stolpern.

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Diesen märchenhaften Wald kann man mit Worten kaum beschreiben.
Hier gibt es wahnsinnig schöne und teils riesengroße Bäume.
Unter anderem sehen wir auch einen mächtigen Mandelbaum. Auch mit Wildäpfeln wächst hier einer, oder Beerensträucher und andere Fruchtstände. Ich weiß gar nicht wo ich zuerst hinschauen soll. Das hier flasht mich total.
Hier möchte ich bleiben. Am besten für immer.

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Die Vögel singen sich die Seele aus dem Leib. Über uns rauscht das Laub, wenn eine Brise durch die Baumwipfel weht.
Die Sonne schickt ihre Strahlen durch die Löcher im Blätterdach und lässt Lichtpunkte über den Boden tanzen.
Auf dem Laub und den Gräsern glitzern Regentropfen.
Am Boden liegen große Blätter, die sich an den Rändern eingerollt haben und in denen sich wie in Schalen das Wasser gesammelt hat. Sie sehen aus wie Miniatur-Vogeltränken.

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Zwischen abgestorbenen und moosbewachsenen Baumstämmen und Wurzeln breiten sich Farne aus und geben dem Wald etwas Märchenhaftes.

Wir klettern über umgestürzte Bäume oder kriechen unter querwachsenden Ästen durch.

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Irgendwann ändert sich die Vegetation. Der weiche Waldboden verabschiedet sich und macht Platz für Lavagestein.

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Ohne dass wir es gemerkt hätten, haben wir uns wieder der Küste genähert. Eine hohe Mauer aus Natursteinen versperrt uns die Sicht auf den Ozean, aber wir hören lautstarkes, wildes Tosen und die respekteinflößende Kraft des Wassers wie es gegen die Felsen schmettert.

Fortsetzung folgt...
Teil 906. Jan. 2025
8. Dezember Teil 3

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Immer mehr verdichtet sich das Lavagestein, bis kein weicher Boden mehr zu sehen ist. Scharfkantig und grobporig mahnt es uns aufzupassen, dass wir nicht stolpern und uns verletzen. Für mich ist diese Etappe eine kleine Herausforderung.

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Von einem Bandscheibenvorfall ist mir eine Gefühlsstörung im Fuß geblieben. Sie beeinträchtigt mich im Alltag kaum, aber jetzt merke ich, dass ich nicht gut einschätzen kann, wie hoch ich meinen Fuß bzw. mein Bein anhebe, wenn ich einen größeren Lavabrocken besteigen muss. Ich knicke häufig um und muss immer wieder prüfen, ob ich sicher stehe, bevor ich den nächsten Schritt mache.
Ein paar Mal muss ich, so peinlich es auch ist, ein helfendes Händchen annehmen.

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Irgendwann kommt der Moment in dem die Mauer zu Ende ist und wir freien Blick auf die wilde Westküste haben. Mit roher Gewalt kracht das Wasser, ehrfurchtsgebietend gegen die Steilküste.
Riesige Wellen fordern Respekt ein. Aber der Rhythmus der Brandung zieht uns in seinen Bann. Fasziniert sehen wir dabei zu wie die Wellen anrollen, sich aufbäumen und wieder zurückziehen.

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Vanessa wagt sich für mein Empfinden ein bisschen weit an die Felskante und bekommt prompt einen ordentlichen Guss Weichspüler ab. Sie war nicht ernsthaft in Gefahr, aber von dieser Erfrischung wird sie ein Weilchen was haben, bis die Klamotten wieder trocken sind.

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Wir laufen ein ganzes Stück am Rand dieser Steilküste entlang. An einer Stelle hat es ziemlich viel Müll angespült.
Das ist allerdings der einzige Ort, an dem wir auffällig viel Müll sehen. Viele Urlaubsparadiese haben mit immensen Müllproblemen zu kämpfen, so dass schon fürchtete, Mauritius könnte auch betroffen sein. Ich finde aber, es hält sich sehr in Grenzen. Wobei wir auf abgelegenen, wenig besuchten Wegen unterwegs sind. Vielleicht sieht es an anderen Orten anders aus.

Ein Stück weiter ist die Idylle wieder in Ordnung.
Die nächste Abbruchkante lädt mich dazu ein, einen Blick über die Kante in die Tiefe zu werfen. Es sieht an dieser Stelle auch nicht gefährlich aus.
Aber just in dem Moment, in dem ich meinen Kopf nach vorne strecke, schwappt eine sehr hohe Welle hoch und ich bekomme zur Freude meiner Tochter auch eine Dusche ab, die sich gewaschen hat.
Im ersten Moment bekomme ich Schnappatmung, weil das Wasser nicht gerade Badewannentemperatur hat. Aber zwei Minuten später bin ich fast froh um diese Erfrischung in Anbetracht sengenden und schwülen Hitze. Aufgrund der Wolken vermutet man gar nicht wie heiß es wirklich ist.

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Wir kommen auf dieser Wanderung von einem emotionalen Rausch in den nächsten.
Die Felsenbrücke Pont Naturell, ist auch so ein Auslöser für einen emotionalen Ausbruch.
Wunderschön hat das Meer seine Handschrift in die Felsen gemeißelt. Wir stehen sprachlos da und staunen.

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Vanessa wagt es sogar, die Brücke zu betreten. Unser Guide meint, sie sei breiter als sie aussieht. Ich habe mich nicht einmal in ihre Nähe getraut und hoffe sehr, dass keine Welle hoch genug herankommt, um sie von da oben runterzuspülen.

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Unsere erste Etappe endet an einem Parkplatz mit Toilette. Die ist jetzt auch nötig.
Aber Puhh….die stinkt mir schon aus ein paar Meter Entfernung entgegen. Ich zögere, aber was soll ich tun, wenn der Tank nun mal voll ist?
Hilft nix: Augen zu, ein letztes Mal tief Luftholen, schnell machen und dabei möglichst nichts anfassen.

Mir wird wegen Sauerstoffmangel ein bisschen schummrig. Eine Stimme in meinem Kopf sagt: „Du musst Atmen!“ Die andere antwortet: „Auf keinen Fall, Atmen wird total überbewertet. Mach einfach schneller“….Ha, Ha…Dann kann ich nicht mehr und schnappe nach Luft.

Das hätte ich besser nicht getan. Ich rieche den fürchterlichen Gestank nicht nur, ich bin sicher, ich kann ihn sogar schmecken. Allerdings animiert mich das in Sachen „Schneller machen" dazu, einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen. Die Hose wird zugeknöpft während ich im Schweinsgalopp nach draußen renne. Ich muss ein paar Meter Abstand zwischen mich und die Fäkaliensammelstelle bringen und einige Atemzüge tief Luft holen, bevor mein Gesicht wieder eine gesunde Farbe annimmt.

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Unser Schwertransporter wartet schon auf uns. Wir steigen ein und ich fühle mich wieder wie in einer Gefriertruhe.
So verschwitzt wie wir sind, habe ich fast schon panische Angst davor, dass wir uns jetzt zu allen Wehwehchen, die uns eh schon plagen, eine saftige Erkältung einfangen.
Teil 1009. Jan. 2025
Nun fahren wir ein Viertel Stündchen und machen dann irgendwo auf einer Wiese Pause, um unser Lunch zu verspeisen. Der Platz ist aber leider nicht so schön, dass man gerne länger bleiben würde.
Wir geben also recht schnell zu verstehen, dass es weitergehen kann.

Nach einem weiteren Viertel Stündchen hält unser Fahrer am Rand eines Zuckerrohrfeldes an. Wir steigen schockgefrostet aus der Fresh Box aus und sind dankbar für die Hitze, die uns schnell wieder auf Betriebstemperatur bringt.

Wir laufen ein Stück und nähern uns wieder der Küste. Diesmal führt uns der Weg auf eine Art Plateau. Es ist mit lichtem Wald bewachsen und ermöglicht uns einen schönen Blick von oben auf die Küste. Auch hier ist das Meer aufgewühlt und rau. Die Wellen verpassen dem Strand eine ordentliche Tracht Prügel.

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Der Panoramablick ist schon sehr schön und wieder ganz anders, als das, was wir bisher gesehen haben.

Heute bin ich sehr damit beschäftigt, meine Umgebung wahrzunehmen und meinen Erinnerungsspeicher zu füllen, sodass meine Füße ganz von allein laufen. Nur ein oder zwei Mal muss ich mein Betriebssystem auf Hechelmodus umstellen.

Unser Weg dreht wieder ab Richtung landeinwärts.
Wir begehen einige Feldwege und befinden uns bald im nächsten Wald. Er ist nicht so märchenhaft wie unser Dschungel am Anfang, aber auf seine Weise auch sehr schön. Vor allem der weiche Boden ist ein Träumchen.
An manchen Stellen kämpfen wir uns auch ein weinig durchs Dickicht.

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Ein bisschen heikel wird es, als wir auf einem sehr schmalen Rand um einen Felsen laufen, welcher sich in der Meeresbrandung befindet. Hier möchte ich nicht abrutschen.
Dann laufen wir an einem Schilffeld vorbei und wieder in einen Wald hinein.

Plötzlich tut sich ohne Vorankündigung ein richtiges Paradies vor uns auf. Wir stehen vor einem wahnsinnig idyllischen Wasserfall. Wie cool ist das denn bitte? Ich fühle mich wie im Traum.

Ein schmaler Fluss oder breiter Bach fließt ruhig und seicht vor sich hin und stürzt sich ein paar Meter weiter in die Tiefe. Die Vögel machen sich mit ihrem Gesang bemerkbar, ohne sich zu zeigen. Ihr melodisches Gezwitscher setzt diesem perfekten Moment das Krönchen auf. Dieser märchenhafte Augenblick wird sich unvergesslich in meiner Seele verankern.

Der Wasserfall, der übrigens den herzigen Namen „Mmamazell“ trägt, wäre mein Highlight während dieser Wanderung gewesen, wenn es nicht schon der Dschungel, das Meer oder Pont Naturell gewesen wären. Was wir heute erlebt und gesehen haben, war eine einzige Aneinanderreihung von Highlights.

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Dieser Feenwald mit Wasserfall ist die letzte Station unserer Wanderung. Jetzt ist es aber auch gut mit Laufen. Glücklich und angenehm erschöpft lassen wir uns wieder in die Sitze unseres Schock Frosters fallen und zum Hotel zurückfahren.

Unseren Guide setzen wir unterwegs ab, bedanken uns und verabschieden uns aufs Herzlichste. Unsere Wertschätzung zeigen wir ihm in Währungsform.
Eine Stunde später sind wir im Hotel zurück. Der Fahrer bekommt selbstverständlich auch sein Trinkgeld.

Insgesamt sind wir 14 km bei 32 Grad mit unbarmherzig schwüler Luft gelaufen. Mein Schrittzähler meldet zufrieden mehr als 22.000 Schritte.

Ohne Guide hätten wir niemals diese traumhaften, einsamen Wege gefunden, geschweige denn den Wasserfall.
Der Rest des Tages ist schnell erzählt. Zuerst freuen wir uns auf die Dusche. Aus Ermangelung einer Tischreservierung essen wir später im Benetier.

Während ich den Tag zusammen mit Uwe auf dem Zimmer ausklingen lasse und ihm begeistert von diesem wunderschönen Tag erzähle, zieht es Vanessa wieder in die Gesellschaft derer, die den Barkeeper auf Trab halten.

Ich sage jetzt aber „Gute Nacht, ihr Lieben!“
Teil 1112. Jan. 2025
9. Dezember

Wir starten entspannt in den Tag und frühstücken etwas später, so dass auch Alicia und Vanessa nicht „Mitten in der Nacht“ aufstehen müssen. Die Sonne setzt sich heute mit strahlend blauem Himmel in Szene.

Nach dem Frühstück packen wir unseren Krempel zusammen und treffen uns (ohne Alicia) kurz nach 10.00 Uhr am Bootshaus.

Ich habe vor Monaten eine Ganztages- Katamaran-Fahrt für uns gebucht, aber wie so oft, online keine Bestätigung bekommen. Wir sind einfach mal davon ausgegangen, dass es geklappt hat und so ist es auch.

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Mit den anderen sind wir nur vierzehn Leutchen, was uns sehr recht sein soll. Platz hätte es für fünfundvierzig.
Am Bootshaus kann man sich Schwimmflossen und Schnorchel-Brillen ausleihen.
Uwe und ich haben uns im Vorfeld Vollgesichts-Schnorchel-Masken gekauft. Auf Flossen verzichten wir. Uwes Fuß würde sowieso protestieren, wenn er versuchen würde, sich eine Flosse überzustülpen.

Vanessa hat ihre eigene Taucherbrille dabei, greift bei den Flossen aber gerne zu.
Unser Partyschiff kann nicht so nah an den Bootssteg fahren, weshalb wir wieder aufs Floß steigen und damit zum Katamaran gebracht werden.

Laut Tour-Beschreibung fahren wir zur Ile aux Bernaches, werden am Strand ein Barbecue haben und an zwei verschiedenen Stellen schnorcheln.

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Erst auf dem Katamaran erfahren wir, nicht von der Crew, sondern von Daniel und Martin, dass die Insel gar nicht mehr angefahren wird.
Ich denke, ich höre nicht richtig. Was ist das denn für ein Verein hier? Warum wurde ich nicht darüber informiert und gefragt, ob wir die Tour in dem Fall überhaupt machen möchten? Das finde ich schon sehr unverschämt.

Aber nun sind wir schon auf dem Wasser und müssen es nehmen, wie es ist. Ich bin gespannt, was diese Fahrt stattdessen lohnenswert macht.

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Tatsächlich fahren wir an die gleiche Stelle wie zur Sonnenuntergangsfahrt, also ca. 10 bis 15 Minuten dem Riff entgegen und dann wird geankert.
Wir tümpeln den ganzen Tag an der gleichen Stelle, an der es nichts Interessantes zu sehen gibt. Ich fasse es nicht! So etwas als Ganztags- Katamaran-Fahrt zu betiteln ist echt schon arglistige Täuschung.

Während unser lethargischer Wellenreiter sein Schläfchen macht, gehen die ersten ins Wasser.

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Uwe traut sich nicht, weil er befürchtet, dass er mit seinem Fuß die Leiter nicht mehr hochkommt.

Als ich meine Schnorchel-Maske aufsetzen will, wird mir bewusst, dass ich ja meine Brille gar nicht auflassen kann. Daran hatte ich überhaupt nicht gedacht. Ohne mein „Fernrohr“ sehe ich keine scharfen Konturen mehr. Ach Mensch, das ist jetzt aber echt blöd!
Ich habe auch das Gefühl, durch die Maske alles noch kleiner zu sehen.
Aber hilft ja nichts. Dann muss es eben so gehen. Sollte ich ein U-Boot sehen, ist es wahrscheinlich ein Hai. Ansonsten setze ich auf Farbenraten, falls mir bunte Fische vor die Nase schwimmen.

Während ich damit beschäftigt bin, mich ans unscharfe Sehen zu gewöhnen, kommt nun leider die Tatsache dazu, dass die leichte Rundung des Gesichtsfeldes mein räumliches Sehen zusätzlich beeinträchtigt, und davon wird mir jetzt schummrig und weil das noch nicht reicht, setzt mir auch noch der penetrante Plastikgeruch zu, so dass ich das Gefühl habe, nicht genug Luft zu bekommen. Ich bemerke, wie mein Puls schneller wird und Panik in mir aufsteigt.
Nein, das geht nicht, das ist zu viel. Die Maske muss sofort weg.
Ich ziehe das Ding wieder ab.

Doch ohne die Aussicht ein paar Fische zu sehen, habe ich jetzt gar keine Lust mehr ins Wasser zu springen.
Es hat an dieser Stelle auch nicht das leuchtend helle, glasklare, türkisfarbene Wasser wie am Hotel, oder wie am Crystal Rock, wo man bis zum weißen Sandboden runterschauen kann, sondern es sieht kalt und düster aus.

Vielleicht bin ich auch einfach nur total frustriert, weil ich mir eine ganz andere Tour vorgestellt habe – mit Schnorcheln im klaren, schönen Wasser vor der Ile aux Bernaches.
Ich schaffe es nicht, mich mit der angebotenen Alternative anzufreunden und verzichte ganz aufs Schwimmen.

Wenigstens wird gute Musik gespielt. Wir sind übrigens längst nicht die Einzigen, die nicht ins Wasser gehen. Ich glaube, außer Vanessa, Daniel, Martin und eine weitere Frau sind alle an Bord geblieben.

Unser Dreiergespann nimmt es sportlich und nutzt die Gelegenheit einfach zum Schwimmen. Sie finden auch eine Stelle mit ein paar Fischen. Einer kam immer wieder auf sie zugeschossen und hat sie damit vermutlich gewarnt, weil sie zu nah an sein Territorium gekommen sind. Das Beweisfoto ist aber leider unbrauchbar.

Die Dame, die sonst noch mit im Wasser war, empörte sich, weil sie nur einen einzigen Fisch gesehen hat, und ihr in den Tagen vorher, während einer anderen Schnorchel Tour die Fische schwarmweise vor dem Gesicht rumgeschwommen sind.

Mit den Fischen ist es vielleicht auch so, wie bei den Game Drives. Man hat keine Garantie auf gute Sichtungen.
Aber dennoch bleibt die Täuschung, dieses Dahintümpeln als Katamaran-Fahrt zu bezeichnen und zwei verschiedene Schnorchel-Spots in Aussicht zu stellen.

Vanessa, Daniel und Martin, bleiben auch höchstens zwanzig Minuten im Wasser und belassen es bei diesem einen Schnorchel Gang.

Die Crew kann nichts für die Planänderung und gibt ihr Bestes. Sie lässt gute Musik laufen, geht immer wieder durch die Reihen, um zu fragen, ob wir etwas trinken wollen, oder sie reichen uns Snacks. Gegen Mittag wird gegrillt und es gibt ein kleines Buffet.

Getränke gibt es wie gehabt für umsonst, was reichlich genutzt wird. Diese „Katamaran Fahrt“ lässt sich ja auch wirklich nur Schöntrinken.
Das hier ist leider von vorne bis hinten ein Satz mit X.

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Selbst ein Strandtag im Hotel wäre interessanter. Dort hätten wir wenigstens den Sand und das schöne türkisblaue Wasser. Unsere Bewegungsfreiheit wäre auch nicht auf ein paar Quadratmeter eingeschränkt.

Stimmung kommt heute leider auch nicht viel auf.
Vielleicht waren wir nicht die Einzigen, die nicht informiert wurden und mit dieser Planänderung ein Problem hatten.

Was wir aber alle mitnehmen ist ein Sonnenbrand, der sich gewaschen hat. Wir haben die meiste Zeit des Tages Sonnenschein und wolkenlosen Himmel. Da hilft auf dem Wasser auch Lichtschutzfaktor 50 nicht viel.

In der letzten Stunde verdunkelt sich der Himmel über dem Land. Eine Regenfront zieht auf und kommt in unsere Richtung. Wir suchen uns alle einen Platz unter dem Dach, aber der Wind sorgt dafür, dass trotzdem keiner von uns trocken bleibt. Wir versuchen alle so gut es geht unser Fotozeugs und die Handys ins Trockene zu bringen.
Die Musik legt einen Zahn zu und mit dem Regen kommt doch jetzt tatsächlich noch ein bisschen gute Stimmung auf.

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Später im Hotel will ich nochmal nachlesen, was genau für diese Katamaran Fahrt in Aussicht gestellt wird. Ich finde sie nicht mehr auf der Website. Mittlerweile muss man das Hotel für nähere Informationen anschreiben. Ich denke, dadurch können falsche Erwartungen von Vorneherein vermieden werden.

Unser Dinner genießen wir wieder mehr oder weniger (wegen unserer Koriander Aversion) im Kot Nou. Ich probiere heute mal vegetarisch und finde es gar nicht so schlecht. Die „Seife“ ist nur ganz dezent zu schmecken.
Das Ambiente ist hier aber wirklich sehr schön und das Personal ist superfreundlich.

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Nach dem Essen zieht es uns wieder zur Livemusik. Heute trifft sie aber leider nicht unseren Geschmack.
Wir verbringen den restlichen Abend im Zimmer und ballern uns einen Zentner Feuchtigkeitscreme auf die Haut. In der Nacht fühlt sich unser Sonnenbrand an wie ein zu enger Neoprenanzug, bei dem es nur eine Frage der Zeit ist, bis er aus allen Nähten platzt.

Sorry, das Foto lässt sich nicht mehr an die passende Stelle verschieben
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Teil 1215. Jan. 2025
10. Dezember

Die Sonne hat mir gestern ordentlich die Schwarte gegrillt. Es fehlt nicht viel und ich gehe als Brathähnchen durch.
Daher sind heute lange Hosen und Langarmbluse angesagt, selbst auf die Gefahr hin, dass ich mir den Wolf schwitze und am Ende des Tages nur noch eine Pfütze von mir übrig ist.

Wir fahren am Spätvormittag in den Casela Park im Südwesten der Insel.
Casela ist eine Art Vergnügungspark für Familien. Es gibt Tiere, die mit Ausnahme der Raubtiere, in einem Mini-Reservat frei herumlaufen.

In einer Art Stadt-Bus, der seine besten Jahre schon vor geraumer Zeit hinter sich hatte und der keine Fensterscheiben hat, werden wir durchs Reservat gefahren.
Wir sitzen sehr zusammengepfercht zu dritt auf Zweierbänken und gehen auf Kuschel-und Schnupper-Kurs mit wildfremden Menschen. Manche von ihnen riechen ziemlich abgestanden.

Während der Fahrt sehen wir einige Tiere sehr nah. Das hier ist aber nicht einmal ansatzweise mit einem Game Drive oder mit einem Reservat in Namibia zu vergleichen.
Wir können die Tiere nur im Vorbeifahren ansehen und bekommen keinerlei Erklärungen. Das wird hier zwar als Safari betitelt, aber das ist auch so eine Mogelpackung, um Touristen zu ködern. Da lasst euch mal nicht irreführen, wenn ihr Casela noch nicht kennt.

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Wir kennen den Park und wissen, was uns bezüglich Tiere erwartet. Wir sind auch nicht wegen dieser Pseudo-Safari hier, sondern zum Quadfahren.
Der Park wirkt viel ungepflegter als 2021 und ist nach wie vor auf Massentourismus ausgelegt, den man sich ordentlich bezahlen lässt. Durch die Quadfahrt unterstütze ich ihn leider trotzdem, da es keine andere Möglichkeit gibt, zum Fuhrpark zu gelangen.

Wir bekommen jeder ein stylisches Haarnetz, samt Helm und die obligatorische Einweisung. Uwe und ich haben wieder ein großes Bike. Außer uns dreien sind noch der Guide und ein weiteres Pärchen mit von der Partie.

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Zunächst müssen wir schätzungsweise 15 Minuten durch das Gehege fahren. Er ist sehr trocken und sieht teilweise recht trostlos aus. Die Gegenwart von Zebras, Antilopen und Giraffen haucht dieser Trostlosigkeit ein klein wenig Leben ein, auch wenn diese Tiere nicht hierhergehören. Aber das ist in jedem Zoo der Fall.

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Dann kommen wir an ein Tor und zu unserem eigentlichen Trail. Wir fahren in ein anderes Reservat im Hinterland. Jetzt wird die Vegetation viel grüner. Hier tragen viele Bäume Früchte, oder wunderschöne Blüten.
Der Boden ist manchmal steinig. Hier und da wachsen Blumenkissen wie in einem Steingarten. Dann kommen wieder steppenartige Landschaftsabschnitte.

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Wir sehen in einer Entfernung, die für Handy-Fotos leider nicht gut geeignet ist, sehr viele große Impala- Herden. Insgesamt schätzen wir mehr als tausend Tiere, die sich überall in Gruppen aufhalten, grasen oder im Schatten der Bäume stehen. Das sieht wunderschön aus.

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Wir durchqueren einige kleinere Wäldchen und freuen uns an dieser fantastischen Landschaft. Leider bleibt der Guide wieder mal nicht stehen und wieder bereue ich es, hier nur mit dem Quad fahren und nicht laufen zu können. Es ist sooo unsagbar schade, dass wir alles nur im Vorbeifahren sehen.


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Neben unserer Piste schlängeln sich idyllische Bäche durch die Landschaft. Wer gerne Quad fährt, weiß, dass Wasserfahrten besonders viel Spaß machen, wenn die Fontänen in die Höhe spritzen. Dieses Vergnügen haben wir heute auch. Dabei bleiben wir natürlich nicht trocken.
Nachdem wir jetzt alle ein bisschen nass sind, kommen wir wieder auf eine staubige Piste und das Puder legt sich wie ein Ganzkörper Make up über uns. Man könnte fast meinen, wir wären heute ordentlich braun geworden. Später als wir übers Hotelgelände zu unseren Zimmern laufen, schämen wir uns ein bisschen, denn unser „Selbstbräuner“ ist nicht sonderlich professionell aufgetragen worden und auch unsere Kleider und Rucksäcke sehen entsprechend aus.


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Nach der Wasserdurchfahrt führt unser Weg durch eine malerische Allee, an einem See entlang. Manche Bäume haben wieder Stämme, die uns an Bonsais erinnern.
Wir fahren immer wieder an großen gelb blühenden Bäumen vorbei, unter deren ausladenden Kronen sich ganze Impala-Herden versammeln. Am Horizont ergänzen die sattgrünen Berge die Naturszenen.


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Das Licht ist leider um diese Tageszeit nicht so schön und wie immer ist es hier im Süden sehr bewölkt. Aber das tut meiner Begeisterung gar keinen Abbruch, denn dafür ist es heute angenehm warm und wir fühlen uns nicht wie im Brutkasten. Die Hitze gönnt uns eine Verschnaufpause.
Auf einer großen Wiese, an einem weiteren See machen wir Halt, trinken etwas und genießen die wunderschöne Umgebung, bevor wir wieder auf die Bikes steigen und das letzte Stück zurückfahren.

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Um zum Ausgang zu kommen, müssen wir wieder mit dem Bus fahren. Es ist gerade Fütterungszeit, weswegen sich die Tiere an den Trögen versammeln und sehr gut und auch sehr nah zu sehen sind. Wir fahren aber ohne Stopp an ihnen vorbei. Es ist auch eher wie die Fütterung auf einem Bauernhof und kein Game-Drive-Gefühl. Dennoch sieht man diese Tiere eben nicht jeden Tag.



Auf dem Rückweg ins Hotel, sitzt heute Vanessa am Steuer. Uwe tut sich als Beifahrer sehr schwer. Er fühlt sich wie ein König, der sein Zepter aus der Hand geben muss. 😵

Zum Dinner probieren wir heute das Lemongras aus. Es ist ein Restaurant mit offener Küche und in überschaubarer Größe, direkt am Pool gelegen. Kulinarisch bietet es eine kleine Auswahl an japanischen oder zumindest asiatischen Gerichten. Es schmeckt uns allen sehr gut. Auch hier ist das Personal freundlich und kompetent.

Die Livemusik ist an diesem Abend sehr speziell. Die Band wirkt, als hätte sie vor ihrem Auftritt ein Portiönchen wahrnehmungsverändernde Pilze gegessen.
Uiuiui, das ist gar nichts was wir uns anhören möchten. Da gehen wir doch lieber an die Bar und gönnen uns einen Schlaftrunk.
Teil 1318. Jan. 2025
11. Dezember

Uwe und ich wachen schon um halb sechs auf und vertreiben uns die Zeit mit Lesen und Schreiben. Wie gerne würde ich jetzt einen ersten Kaffee trinken. Aber leider gibt es kein Kaffeepulver zum vorhandenen Zubereitungs-Equipment. Das wird sich auch bis zum Ende des Urlaubs nicht ändern.
Vielleicht muss man sich das Pulver irgendwo selbst besorgen, nur wo? Das Management hier im Hotel muss man auch erst mal verstehen.

Draußen prasselt der Regen und plätschert beruhigend vor sich hin. Das weckt Erinnerungen an meine Kindheitstage, wenn wir im Sommer bei Regenwetter unsere Nasen an die Fensterscheiben drückten und uns danach sehnten, draußen im Regen zu spielen.

Heute hätte ich zwar lieber trockenes Wetter. Aber es ist überhaupt nicht kalt. Ganz im Gegenteil, es herrscht eher Wohlfühltemperatur.

Wir sitzen auf unserem überdachten Balkon, der uns beim ersten Eintreten im Zimmer so enttäuscht hat, weil er Licht schluckt, aber jetzt ist es wirklich schön trotz des Regens hier zu sitzen, auf die Baumkronen zu schauen und uns vom rhythmischen Tropfen hypnotisieren zu lassen…fehlt nur die Tasse Kaffee fürs vollkommene Glück.
Dafür besucht uns wieder der Madagascar Gecko, oder sein Kollege 😄

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Für heute haben wir einen Ausflug in den Seewoosagur Ramgoolam Botanical Garden angedacht. Ob wir den trotz Regen machen sollen?
Mal abwarten, im Moment sieht es nicht danach aus, als würde es bald aufhören.
Wenn überhaupt wird das heute wieder eine Mutter-Tochter- Aktion.
Ich liebe den Botanischen Garten. Da könnte ich jeden Tag durchlaufen, zur Not auch mit Regenschirm. Mal sehen, wonach Vanessa heute der Sinn steht. Ich fände es immer noch besser, als im Hotel rumzusitzen.

Im Zimmer finden wir zwei große weiße Regenschirme mit Gute-Laune-Motiv und machen uns auf den Weg zum Frühstück.
Alicia leistet uns beim Frühstück Gesellschaft. Hat aber nach wie vor keine Lust etwas anderes zu machen, als zu relaxen und zu lesen. Aber diese Freiheit hat sie schon vor dem Urlaub zur Bedingung gemacht, wenn sie mitkommt. Das möchten wir respektieren.

Vanessa verschläft das Frühstück. Sie ist eher eine Nachteule als der Vogel, der den frühen Wurm fängt. Das macht aber heute auch nichts. Falls wir in den Botanischen Garten gehen, ist das sowieso eine kürzere Aktivität.
Sie geht erst irgendwann frühstücken, wenn sich bei uns schon der kleine Hunger zwischendurch meldet.
Uwe und ich genießen nach dem Frühstück unseren Balkon und spielen ein bisschen Scrabble. Alicia macht sich wieder unsichtbar.
Irgendwann am Späten Vormittag meldet sich Vanessa.

Wir sind beide der Meinung, dass uns der Regen nicht stört. Pamplemousses, wir kommen!
Es ist windstill, angenehm warm und nicht mehr schwül. Mit Regenschirmen bewaffnet machen wir uns auf den Weg.

Dreißig Minuten später stehen wir vor den Toren des Botanischen Gartens und finden auch gleich einen Parkplatz.
Es haben sich offensichtlich doch viele Besucher vom Regen abhalten lassen.
Kaum haben wir unser Ticket gelöst, bietet uns auch schon jemand eine Führung an. Wir sind aber der Meinung, dass wir keine brauchen. Der Eintritt kostet für uns beide ungefähr 12 Euro.

Die Pflanzen sind ja teils beschildert und ihre botanischen Namen kann sich eh kein Mensch merken. Leider denken wir gar nicht dran uns einen Plan mitgeben zu lassen, falls es überhaupt welche gibt.
Naja, wir werden uns schon zurechtfinden. So groß ist die Anlage ja auch wieder nicht.

Ich bin noch keine zehn Schritte weit gelaufen und schon bin ich in meinem Begeisterungsmodus. Hier gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Baumarten. Auf meine Tochter wirke ich wie jemand, der noch nie einen Baum gesehen hat. Sie spöttelt schon und sagt: „Mama schau, ein Baum“.

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Blumen sehen wir nicht so viele.
Aber die Lotusblumen stehen in Blüte. Sie sehen märchenhaft schön aus. Auf den Tellergroßen Blättern haben sich Regentopfen gesammelt, die man wie eine Roulette-Kugel auf dem runden Blatt im Kreis fahren lassen kann.
Die Blütenstempel sind beinahe faustgroß. Die Stängel schätze ich auf eineinhalb Meter Länge. Hier blühen sie rosa, es gibt sie aber auch in Weiß, Gelb, Rot oder Violett.

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Mich begeistern die knorrigen riesengroßen Bäume mit ihren interessanten Boden- und Luft-Wurzeln. Die einen erinnern an Lianen und manche Palmen stehen wie auf Besenstielen, während andere Bäume Wurzeln haben, die wie Mauern wachsen, auf denen man sitzend ein Päuschen machen kann.

Fortsetzung folgt…
Teil 1418. Jan. 2025
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Ich bin absolut begeistert, Vanessa findet: Naja, sind halt Bäume und Blätter und ein paar Blumen…. Sie ist jetzt nicht unbedingt gelangweilt, aber meinen Enthusiasmus kann sie gerade nicht so teilen.

Im Viertel-Stunden-Takt scheint die Sonne und dann regnet es wieder.
Der Schirm geht auf und zu und auf und zu…
Das stört uns aber überhaupt nicht. Unser „Baldachin“ sieht sogar noch gut als Foto-Accessoire aus.

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Wir laufen durch eine tolle Allee und an einem Seerosenteich vorbei.

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Hier im Norden vermisse ich ein bisschen die Vögel. Ich höre sie zwar oft, aber außer den Webervögeln bekomme ich kaum einen vors Gesicht. Hier im Park zeigen sich ein paar mehr. Leider sind sie in der Regel zu weit weg, als dass wir sie mit dem Handy fotografieren können.

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Ein Stück weiter kommen wir an ein Gehege mit Riesenschildkröten, die sich gerade beim Mittagstisch befinden. Auch ein paar Antilopen sind in einem sehr kleinen Gehege zu sehen. Ich finde nicht, dass es diese Tiere hier braucht und schon gar nicht in dieser Haltungsform. Ich glaube auch nicht, dass sie eine echte Bereicherung fürs Publikum sind und dass sie jemand vermissen würde, wären sie nicht da.

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Kurz vor Ende unseres Rundgangs kommen wir an einen See mit einer Bauminsel. Dieses Bild sieht märchenhaft aus und erinnert ein bisschen an einen Mangroven Wald. Einige porentief weiße Enten machen die Idylle perfekt.
Nach ungefähr zwei Stunden suchen wir den Ausgang und laufen dazu ein bisschen planlos hin und her, bis wir die richtige Richtung gefunden haben.

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Heute spüre ich, dass Vanessa unzufrieden wird. Sie nörgelt relativ oft an mir herum. Ich denke, wir sind an einem Punkt, an dem man sagen könnte: Wir haben eine Überdosis Mama-Tochter-Beziehung und brauchen ein bisschen Abstand.

Ihr fehlt jemand im gleichen Alter. Hier im Hotel gibt es überall nur Pärchen. Ich glaube, sie leidet gerade darunter, Single zu sein.
Außerdem ist sie auch ein Typ, der ein gewisses Abenteuerbedürfnis hat und immer nur mit Mama, etwas auf gemütlich zu machen, ist halt auf Dauer wirklich nicht so prickelnd.

Für Morgen haben wir eine geführte Foto-Tour gebucht. Es sollte zum Rochester Waterfall gehen, zum La Roche qui pleure Beach (den haben wir zum Glück schon beim Wandern gesehen), zum Gris Gris Beach, zum Maconde Viewpoint und zum La Prairie Beach.
Vanessa äußert aber, dass sie die Aktivität nicht mitmachen möchte, weil sie eine Elternauszeit braucht.
Aufgrund des Wetters wurden wir angerufen und vom Veranstalter gefragt, ob wir trotz vorhergesagtem Regen die Tour machen möchten.
Das kommt unserer Situation entgegen und ich sage ab. Uwe kann nicht so weit laufen, Vanessa mag nicht und ich kann mich nicht ausreichend verständigen, um einen ganzen Tag allein mit einem Guide unterwegs zu sein. So fällt die Tour leider im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser.
Heute denke ich noch, wir können sie vielleicht in ein paar Tagen nachholen und haben dann eventuell sogar schöneres Wetter.

Am späten Nachmittag machen Uwe und ich uns auf die Suche nach Alicia. Die wird irgendwo ein gemütliches Plätzchen gefunden haben und es sich gut gehen lassen.
Sie reist heute Abend wieder ab. Ihr Taxi ist auf 18.30 Uhr bestellt. Wir werden also nicht mehr zusammen zu Abend essen.
Wir finden sie und setzen uns noch ein Weilchen zu ihr. Dann kommt der Moment des Abschieds. Sie steigt ins Taxi und ist weg.

Im Hotel gibt es heute ein Gala-Dinner, welches vom Benetier ausgerichtet wird und von den Gästen im Netz gar nicht so schlecht bewertet wird.
Normalerweise findet es am Strand statt. Aber aufgrund des Wetters, wird es ins Restaurant verlegt. Das nimmt dem Anlass schon sehr viel Atmosphäre.
Ich staune aber darüber, wie sich die Mitarbeiter ins Zeug gelegt und eine Schippe draufgelegt haben. Das habe ich so gar nicht erwartet, nachdem das Restaurant an den anderen Abenden, doch eher Kantinenqualität hatte. Aber heute verdient die Crew großes Lob.

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Auf dem Weg zum Zimmer stelle ich fest, dass ich wieder als Mückenzapfanlage missbraucht wurde. Diese Drecksviecher verfolgen mich bis nach Mauritius, ich habe ja auch den ganzen Sommer noch nicht genug gelitten.

Nichts desto trotz werde ich heute Nacht von schönen Bäumen träumen.
Teil 1523. Jan. 2025
12.Dezember

Ich wache wieder gegen halb sechs mit den ersten Sonnenstrahlen auf, zieh mich an und mach mich auf den Weg zum Strand.
Niemand außer mir ist unterwegs. Auf den Liegen haben es sich ein paar Hunde bequem gemacht und dösen noch vor sich hin, bevor ihr Besitzanspruch auf die Hotelgäste übergeht. Sie sind alle tiefenentspannt und friedlich und ich lasse sie in Ruhe.

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Am Ufer ist es ein bisschen windig und so früh am morgen noch ein wenig frisch. Ich genieße die Stille und hänge meinen Gedanken nach.

Angesichts des bevorstehenden „Hotel-Knasts“, frage ich mich, wie ich die Zeit heute nutzen soll.
Auf Leseüberstunden habe ich keine Lust. Auch bin ich nicht der Typ, der sich den ganzen Tag auf dem Liegestuhl festklebt, und eine Wasserratte bin ich, ehrlichgesagt auch nicht.
Was mache ich dann eigentlich hier auf Mauritius?

Habe ich vor lauter Eifer darüber nachzudenken, was den anderen gefällt, vergessen mal zu überlegen was mir gefällt?
Ich bin absolut kein Badeurlauber. Einem reinen Strandtag kann ich gar nichts abgewinnen.
Die vielen Pleiten und Pannen fordern so langsam ihr Tribut und mein Frust wächst.

So war der Urlaub nicht geplant. Ich ging davon aus, dass zumindest Uwe und ich mindestens einen halben Tag lang etwas miteinander unternehmen und wir die andere Hälfte des Tages das schöne Hotel genießen. Mit einem Ausnahmezustand wie diesen, habe ich einfach nicht gerechnet.
Meine Laune erreicht den Gefrierpunkt und das Selbstmitleid klopft an die Tür.

Mittlerweile ist Frühstückszeit. Ich gehe zurück ins Zimmer, wo Uwe bereits auf mich wartet. Ich reiße mich zusammen und versuche, das Schöne zu sehen. Heute sah ich bereits das Meer, die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, ich habe Zeit und muss nichts, ich kann mich am Frühstücksbuffet bedienen und bekomme das Obst bereits mundgerecht serviert. Ganz schön undankbar in Anbetracht all dessen, unzufrieden zu sein.

Beim Frühstück erwähne ich, dass ich gerne mal zum Mont Choisy Bach fahren würde. Der Strand ist nur ungefähr zehn Fahrminuten vom Hotel entfernt. Vielleicht können wir einen kleinen gemütlichen Spaziergang machen. Ich schlage Uwe vor, dass er sich, wenn es ihm Zuviel wird, irgendwohin setzen kann und ich gehe allein ein bisschen am Strand spazieren.
Er hat nichts einzuwenden und so fahren wir am späten Vormittag an den Strand….doch kein Hotel-Knast! Yippi!

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Unser Weg führt wieder an der schönen Kapelle Notre-Dame vorbei. Aber es gibt wieder keine freien Parkplätze. Wir fahren also nonstop weiter zum Strand.
Hier gibt es Parkmöglichkeiten ohne Ende.

Wir sind erstaunt darüber, wie viele Einheimische hier unter der Woche und in allen Altersklassen mitten am Tag und in großen Gruppen Zeit miteinander verbringen. Teilweise sitzen da Zwanzig und mehr Leute beieinander.
Machen die vielleicht eine mauretanische Kaffeefahrt?

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Aber wenn sie sich schon die Zeit nehmen können, machen sie es richtig. Sie genießen, was sie haben, und diese schöne Insel ist allen geschenkt die hier leben.
Für ein Treffen am Strand muss keiner die Wohnung putzen oder den Gastgeber spielen. Jeder bringt selbst mit was er konsumieren möchte und dann wird geteilt.
Manche haben so viel dabei, dass sie uns eigentlich einladen könnten. Aber auf die Idee kommt leider niemand.

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Wir sehen eine Gruppe hinduistische Frauen im Kreis um ein Lagerfeuer sitzen. Kinder sind auch dabei. Sie beten laut und scheinen irgendein Ritual durchzuführen. Es beeindruckt mich, wie selbstverständlich hier Glaube gelebt wird. Das sollte sich mal bei uns in Deutschland eine Gruppe trauen und in der Öffentlichkeit einen Gebetskreis bilden. Die hätten sofort den Stempel „religiöse Spinner“ auf der Stirn.

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Der helle feine Sandstrand erstreckt sich über ca. drei Kilometer und ist sehr sauber. Nirgends liegen Hundehaufen oder Scherben. Ich ziehe die Schuhe aus und spüre den weichen Sand unter den Füßen. Das fühlt sich klasse an.
Es gibt so viele Bäume, wenn auch keine Palmen, dass eine ganze Kleinstadt im Schatten Platz finden würde.
Uwe findet ein nettes Plätzchen unter einem Baum. Ich spaziere allein ein Stück den Strand entlang.
Im hellen glasklaren und türkisfarbenen Wasser spiegeln sich die kleinen Wölkchen am Himmel. Die Sonne zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Malerisch schaukelt in Ufernähe ein Boot im Wasser.

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Zaghaft teste ich das Bilderbuch-Meer auf seine Temperatur. Ja passt, es könnten 32 Grad sein und damit ist es sogar für mich warm genug.
Mit jeder kleinen Welle rutscht der Sand ab und befördert mich ein Stück weiter ins Wasser. Auf Bauchnabelhöhe sind es dann nur noch gefühlte 28 Grad und das ist mir fast schon wieder zu kalt.

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Ich komme zu Uwe zurück und wir laufen noch ein wenig gemeinsam herum. An der Strandpromenade gibt es eine Fressbude neben der anderen und es riecht unverschämt lecker. Wir haben allerdings noch keinen Hunger.
Alle zehn Meter kommt jemand auf uns zu, um uns meist auf Französisch seine Speisekarte anzubieten. Die Leute sind aber sehr freundlich und akzeptieren ein „Nein Danke“ sofort.

Was uns aber anmacht ist die Saftbar. Hier wird frisches Obst gepresst. Da gönnen wir uns gerne einen Becher Tropical Fruchtsaft. Er schmeckt zum Niederknien lecker. Die Früchte werden erst geschält und geschnitten, wenn ein Saft bestellt wird. Das braucht seine Zeit, aber frischer geht es nicht.

Auf dem Weg zurück zum Auto, laufen wir an einer Dusche vorbei. Da meint ein Tourist, seine Badehose komplett ausziehen zu müssen, und sein wertes Hinterteil zu spreizen, damit der Sand auch aus der letzten Ritze gespült wird.

Am Parkplatz rollt ein Eiswagen mit Weihnachtsmusik an, die klingt wie aus einer Blechdose. Schön ist sie nicht, aber man weiß unverkennbar, dass es sich um den Eismann handelt.
Mmm, der kommt uns gerade recht. Wir kaufen uns eins und sind überrascht, dass es gar nicht nach künstlichem Aroma schmeckt, sondern fruchtig frisch.

Bevor wir zum Hotel zurückfahren, machen wir noch einen Abstecher im Shopping-Center, weil ich Augentropfen brauche. Wir schlendern noch ein bisschen durch die Läden, haben aber schon nach zwanzig Minuten genug gesehen.

Zurück im Hotel suchen wir uns einen netten Platz und trinken einen Kaffee. Am frühen Abend meldet sich Vanessa und wir treffen uns mit ihr zum Kartenspielen.

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Das Dinner genießen wir in unserem Lieblingsrestaurant.
Einer der Mitarbeiter scheint sich schon seit dem ersten Essen hier in sie verknallt zu haben.
Sie fühlt sich fast schon ein bisschen von ihm gestalkt und er ist ein Ticken zu aufdringlich mit seinem Wunsch sie außerhalb seiner Arbeitszeit zu treffen. Sogar am Strand hat er sie gefunden und das Gespräch mit ihr gesucht. Für Vanessa wird es langsam anstrengend ihn auf Abstand zu halten und dabei trotzdem freundlich zu bleiben.

Nach dem Essen gibt es wieder Live-Musik ganz nach unserem Geschmack. Uwe und ich suchen uns in Bühnennähe einen netten Platz und hören eine ganze Weile zu.
Aber ein Pärchen setzt sich permanent extrem affektiert vor der Bühne in Szene. Selbst der Künstler weiß nicht so recht, wie er mit dem Gehabe direkt vor seiner Nase umgehen soll.
Das nervt uns dann irgendwann nur noch und wir gehen lieber.
Die Musik war aber trotzdem klasse.
Teil 1626. Jan. 2025
14.Dezember

heute wird es wieder interessanter.
Vanessa und ich machen uns auf den Weg nach Mahebourg, in den Süden der Insel. Wir möchten eine Tour ins Naturschutzgebiet
Île aux Aigrettes machen.

Für unser heutiges Vorhaben freue ich mich über den strahlenden Sonnenschein, der uns vom Himmel lacht.
Durch wunderschöne, blühende und saftig grüne Landschaften fahren wir ein bisschen länger als eine Stunde an den Trou d’Eau Douce Beach, von dessen Uferpromenade wir die vorgelagerte Insel sehen können.

Wir bekommen fast vor der Tür zum Ticket-Häuschen einen Parkplatz und sind um 11.00 Uhr da.
Aber zunächst sind wir ziemlich platt über dieses Bilderbuch Panorama vor unseren Augen, mit dem kristallklaren Wasser in unterschiedlichen Türkis Farbtönen, dem Blick auf die Insel, den Bäumen und Häuschen am Strand und einigen Booten. Das ist wirklich eine Augenweite.

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Wir reisen uns los und betreten das kleine Büro in der Holzhütte, um uns die Tickets zu holen. Uns wird gesagt, dass die nächste Tour auf die Insel erst wieder um halb zwei angeboten wird. Das ist jetzt ein bisschen doof, denn wir hatten vor, nach der Tour noch den Wasserfall „Cascade Eau Blue“ zu sehen. Je nachdem wie lange die Tour auf der Insel dauert, und wie lange es dauert, bis wir den Wasserfall überhaupt finden, könnte es knapp werden, noch bei Tageslicht ins Hotel zurückzufahren.

Die Tickets können wir noch gar nicht buchen. Wir sollen um halb zwei wieder da sein, aber der Mitarbeiter reserviert uns zwei.

So, da stehen wir nun und müssen irgendwie die zweieinhalb Stunden füllen.
Aber vielleicht ist es sogar genug Zeit, um den Wasserfall vorwegzunehmen. Wir schwingen unseren Hintern wieder ins Auto und fahren Richtung Blue Cascade. Google gibt uns eine Fahrtzeit von ca. 25 Minuten an.

Der Weg führt uns wieder durch traumhaft schöne Gebiete. Auf dieser Strecke säumen einige wunderschöne Alleen die Straßen. Ich bin schon allein von dieser Fahrt absolut begeistert!
Leider habe ich die Landschaften nur gefilmt und keine Fotos gemacht.

Im Vorfeld habe ich schon oft gelesen, dass der Wasserfall nicht so leicht zu finden ist. Man soll auf ein Wasserpumpwerk achten. Auf der gegenüberliegenden Seite soll ein Weg zu einem Parkplatz führen.

Wir finden ein Wasserpumpwerk, aber es ist kein kleines Häuschen wie wir annahmen, sondern eine große Fabrik. Allerdings gibt es auf der gegenüberliegenden Seite einen Feldweg zwischen hohen Zuckerrohrfeldern. Das wird es schon sein.

Ich sag zu Vanessa, fahr da rein. Da geht es hinter den Feldern sicher auf den Parkplatz. Vanessa widerspricht: Mama, das ist ein Feldweg, da kann ich doch nicht reinfahren. Ich: Dooooch, hier steht, man muss auf der anderen Seite den Weg nehmen und der führt zum Parkplatz. Fahr einfach mal rein.

Auf dem Fabrikgelände macht gerade ein Mitarbeiter seine Pause, aber recht weit weg von der Straße. Sonst hätten wir ihn gefragt, ob es der richtige Weg ist.
Ich habe den Eindruck, er schaut skeptisch zu uns rüber. Aber das bilde ich mir sicher nur ein.

Widerwillig tut Vanessa, was ich sage, mault aber schon, dass sie mich killt, wenn sie da wieder rückwärts rausfahren muss. Es schaukelt gewaltig und ich habe Sorge, dass wir mit unserem normalen Auto aufsitzen könnten. Wir fahren vielleicht hundert Meter um die Kurve und hier ist nichts zu sehen, außer Zuckerrohr Felder.

Ich: „Oh Oh….Vanessa, das war doch keine so gute Idee, lass uns lieber wieder zurück fahren“. Sie: „Danke Mama! Jetzt muss ich tatsächlich rückwärts auf diesem Scheiß Weg fahren. Falls du es noch nicht weißt, ich hasse Rückwärtsfahren und kann das auch nicht gut.“
Also gurken wir nicht sonderlich elegant wieder zurück. An einer etwas breiteren Stelle wendet Vanessa halsbrecherisch, aber ohne etwas am Auto kaputt zu machen.

Wir nähern uns der Straße und da wartet doch tatsächlich dieser Fabrik Arbeiter schon auf uns. Dem war klar, dass wir gleich wieder zurückkommen. Diese Aktion ist so peinlich wie nur was. Wir würden vor Scham am liebsten im Boden versinken.

Der Mann grinst uns an und gestikuliert, wir sollen die Scheibe runterdrehen. Wir erklären ihm, dass wir den Wasserfall suchen. Er spricht allerdings nur französisch. Vanessa versteht zwei Worte: Links und Parkplatz. Wir bedanken uns und sehen zu, dass wir hier wegkommen. Nach Links versteht sich.

Wir fahren und fahren, und sind schon viel zu lange unterwegs, als dass wir noch auf der richtigen Strecke sein könnten. Nirgends ist ein Weg oder ein Parkplatz zu finden.

Dafür finden wir ein Tempelchen, schön bunt, mitten im nirgendwo und mit einem hübschen Garten und einer Mauer drum herum.

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Die Suche nach dem Wasserfall geben wir auf. Dafür ist die Zeit zu schade. Der Trou d’Eau Douce Beach ist schließlich auch einen Besuch wert. Dann gehen wir halt ein bisschen an den Strand. Die Rückfahrt ist wieder purer Genuss durch sehr schöne Landschaften und kleine Örtchen.

Wir parken wieder unser Fahrzeug. Dann suchen wir nach dem Strandzugang.
Das gestaltet sich auch nicht ganz so einfach. Denn am Parkplatz gibt es noch keinen Strand, sondern nur die Boot-Anlege-Stelle mit Mauer. Wir müssen den Zugang erst suchen und laufen ein Stück an den privaten Gärten und Mauern vorbei, bis wir einen schmalen Durchgang zum Ufer finden.

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Die Badebucht ist relativ klein, aber es gibt weichen weißen Puderzucker Sand und der ist auch hier sehr sauber. Am Ufer gibt es ein paar Steine und direkt hinter dem schmalen Sandstreifen stoßen schon die Gärten der Häuschenbesitzer an. Bäume und Schatten finden wir hier leider nicht. Aber dennoch ist es ein sehr schöner Platz, um die Seele baumeln zu lassen.
Das Wasser ist für meinen Geschmack angenehm temperiert. Manch einem wahrscheinlich schon zu warm.
In Ufernähe schaukeln einige Boote im Wasser und auch von hier sieht man wunderschön die Île aux Aigrettes.

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So sehr viel Zeit ist jetzt auch gar nicht mehr, dann müssen wir zurück zum Tickethäuschen.
Jetzt steht schon eine ganze Schlange von Gleichgesinnter vor dem Büro. Aber es ist noch Mittagspause. Wir müssen alle warten.

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Pünktlich geht die Tür auf.
Vor uns werden einige Kunden abgewiesen, weil die Tour schon ausgebucht ist. Zum Glück haben wir vorhin vorreserviert und bekommen unsre Tickets.

Dann steigen wir in ein Motorboot und fahren ungefähr zehn Minuten zur Insel. Vom Ufer sah sie viel näher aus. Île aux Aigrettes ist eine Koralleninsel, die von einem Riff umgeben ist und zum Naturschutzgebiet erklärt wurde.

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Ein „Partyboot“ ankert so dicht an der Insel, dass die Touris mit ihren Getränkebechern oder Gläsern im Wasser stehen und die Insel mit den Händen berühren können.
Wir erfahren, dass es eine laufende Klage gibt, die das Verhindern soll, und zwar aus gutem Grund.

Die Naturschützer bemühen sich seit 1965 darum, die einheimische Flora und Fauna auf dieser Insel wieder herzustellen.

Als die Holländer 1598 die Insel besetzten, holzten sie die Ebenholzwälder ab um damit ihre Häuser zu bauen. Ein Ebenholzbaum wächst 50 bis 100 Jahre. Mit ihren Schiffen kamen nicht nur Menschen, sondern auch Ratten an Land.

Auf der Insel gab es seiner Zeit den Dodo, einen flugunfähigen großen Vogel, der nur einmal im Jahr ein Ei legte und mangels Flugeigenschaften am Boden brüten musste. Für die Ratten waren die Eier gefundenes Fressen und so kam es, dass der Vogel bereits 60 Jahre später ausgestorben war.

Ratten werden von Essen angelockt und von Müll. Als Inselbesucher darf niemand etwas zum Essen mit auf die Insel nehmen.
Für den Dodo ist es schon zu spät, wobei es, wenn ich es richtig verstanden habe, Bemühungen gibt, ihn mittels Gentechnik wieder zu neuem Leben zu erwecken. Grusliger Gedanke: „Jurassic Park“ lässt grüßen.

Aber man kann sich vorstellen, dass die Naturschützer ihre Arbeit bedroht sehen, wenn Partyboote vor der Insel ankern und Lebensmittel oder Müll zurücklassen.

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Über einen Steg gelangen wir auf die Insel und verschwinden im Dickicht. Unser Weg ist nicht viel breiter als ein Trampelpfad. Kaum haben wir Boden unter den Füßen, haut es mich vor Hitze und Schwüle fast aus den Latschen. Hier ist es laut der Guides auch fünf Grad wärmer als an Land. Innerhalb von zwei Minuten ist mein Shirt durchgeschwitzt.

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wer findet das Tierchen?

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Aber ich habe einen Bikini an und zieh das Shirt einfach aus, auch wenn das sonst keiner macht. Dafür lege ich mir ein leichtes Mikrofaser-Handtuch über die Schultern. Ganz nach dem Motto, „Schwester Käthe: Tupfer bitte…“

Wir besuchen einige Riesenschildkröten und erfahren, dass die Wirbelsäule einer Schildkröte mit ihrem Panzer verbunden ist und dass sie jede Berührung spürt. Deshalb sollte sich auf keinen Fall jemand auf ihren Rücken setzen, auch keine Kinder. Schäden am Panzer können nicht repariert werden.

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Die berühmte rosafarbene Taube sehen wir auch. Sie duldet uns sogar relativ nah.

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Einige kleine Geckos bekommen wir auch zu Gesicht. Jetzt erfahren wir, dass der grüne Madagascar Gecko, der uns im Hotel auf unserem Balkon besucht hat, auch ein Schädling ist. Seine Lieblingsspeise ist der einheimische, kleine Gecko, den wir hier auf der Insel sehen. Davon verspeist er gerne zwei pro Tag.
Wir werden gefragt, ob wir schon mal ein Madagascar Exemplar gesehen hätten. Unsere Hand geht hoch. Dann werden wir gefragt, wo wir ihn gesehen hätten, und das wurde notiert. So wird kontrolliert, ob er sich weiter ausbreitet, und gegebenenfalls werden Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen.

kleiner einheimischer Gecko
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Madagascar Gecko
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Etwas später fragen wir, was mit den Tieren gemacht wird, wenn sie gefunden werden. Wir dachten, sie werden irgendwo gefangen gehalten, aber das ist zu kostspielig. Die Tiere müssen zum Wohl der einheimischen Geckos leider ihr Leben lassen.

Wir erfahren auch, dass die meisten blühenden Bäume auf Mauritius, nicht endemisch sind, genauso wie das meiste tropische Obst nicht auf der Insel heimisch war, bis es durch die Kolonialisten eingeführt wurde.

Die Lehrstunde auf der Insel dauert ungefähr eine Stunde. Dann steigen wir wieder ins Boot und werden zum Parkplatz zurückgebracht.

Als ich mein Handtuch von der Schulter nehme, sind meine Arme komplett übersäht mit Wasserbläschen, die teils doppelt so groß sind wie ein Fingernagel. Ich erschrecke zutiefst, so etwas habe ich noch nie gesehen und es sieht auch eklig aus. Mir wird ganz anders. Vor einer Stunde war noch alles ganz normal. Was ist das? Irgendeine allergische Reaktion? Aber mit Wasserbläschen?

Ich zeige es Vanessa. Sie arbeitet in der medizinischen Forschung und beruhigt mich. Mama das kommt davon, weil deine Haut verbrannt ist und den Schweiß nicht mehr absorbieren kann. Das ist eine einleuchtende Erklärung und passt, weil ich erst auf der Insel das Blaue vom Himmel runtergeschwitzt habe.

Beim Duschen und Abtrocknen gehen die Blasen auf und das Wasser kann abfließen. Jetzt sieht halt meine Haut aus wie eine aufgeplatzte Pellkartoffel. Aber es tut wenigstens nicht weh und nach einem Sonnenbrand schält sich früher oder später sowieso die Haut.

Das war heute einmal wieder ein Tag ganz nach meinem Geschmack. Viele schöne Bäume und grüne Landschaften, kristallklares Wasser, Bootfahren, interessante Führung…Da kann ich es verschmerzen, dass wir diesen Wasserfall nicht gefunden haben. Aber falls jemand von euch einen Mauritius Urlaub vor sich hat, wäre er ein wirklich schönes Ziel für einen Ausflug. Ich wünsche viel Glück bei der Suche.
Teil 1702. Feb. 2025
15. Dezember

Vanessa muss mal wieder früher aufstehen, als es ihr Körper für zumutbar hält. Wir sitzen schon um acht Uhr im Auto und fahren gen Süden. Uwe kommt heute auch mit.

Wir hätten vielleicht doch südlicher ein Hotel buchen sollen, wenn wir, Wetter hin oder her doch fast jeden Tag in die Richtung fahren. Also an alle, die Mauritius auf ihrer Reisewunschliste haben, sucht euch lieber was in südlicherer Richtung, dann müsst ihr auch nicht so früh aufstehen.

Zunächst wird es immer wolkiger, je weiter wir gen Süden kommen. Aber wir wissen, dass sich das schnell ändern kann und das tut es auch.

Unser Ziel ist das Landschaftsschutzgebiet La Vallèe de Ferney. Wir haben eine zweistündige 4x4 Safari Tour mit einer anschließenden 5 km „Wanderung“ gebucht. Diese Tour wird auf der Website inhaltlich nicht näher beschrieben.
Was beschrieben wird, sind geführte Touren die eher als Wanderung zu verstehen sind.

Wir gehen davon aus, dass unser Fahrer gleichzeitig der Guide ist und wir ähnliches erwarten dürfen, wie bei einer Wanderung.
Es heißt, die Guides erzählen viel über die Flora und Fauna und man könne unterwegs Falken und andere Vögel so wie Rehe oder Wildschweine sehen. Abgebildet ist ein SUV für diese Tour.

Ihr ahnt sicher schon aufgrund meiner ausführlichen Beschreibung dessen, was an Inhalt suggeriert wurde, dass wir wieder auf eine Mogelpackung reingefallen sind.



Im Ticket-Office erwartet uns bereits die erste Überraschung. Die Tour hatte ich online gebucht, aber noch nicht bezahlt. Im Office heißt es jetzt plötzlich: Heute findet nur die einstündige Tour statt. Ich denke mich laust der Affe, das kann doch echt nicht wahr sein. Wir fahren den weiten Weg für ein einstündige Tour? Warum hält man es auf dieser Insel nicht für nötig, die Kunden über Änderungen zu informieren?

Die zweite Überraschung ist, dass wir nicht mit einem SUV fahren, sondern mit einer Art Pick-up auf dessen Ladeflächen seitlich zur Fahrtrichtung Bänke montiert wurden. Der Fahrer sitzt in einer abgeschlossenen Kabine. Von Wegen wir erfahren etwas über die Flora und Fauna.



Wir sitzen auf der Ladefläche in seitlicher Blickrichtung.
Wer sich schon mal im Zug auf einen der seitlichen Klappsitze gesetzt hat, wird wissen, wie unangenehm es für den Rücken ist, seitlich die Schub und Bremskraft auszugleichen. Das ist echt anstrengend und unangenehm. Für uns heute einmal mehr, weil die Wege ziemlich bumpy sind.



Wir erfahren auch, dass die Wanderstrecke die gleiche ist, wie die, die wir fahren und die ersten fünf Kilometer vom Office sind alles andere als schön und ohne jeglichen Schatten.
Nach den ersten Kilometern wird die Landschaft dann allerdings wirklich toll. Aber wir fahren lediglich einen steilen Hügel über serpentinenartige Feldwege hoch. Der Fahrer hält nirgends an. Wir sehen nicht ein Tier und erfahren null über das Gebiet oder die Arbeit oder die Tiere.
Die Aussicht ist in seitlicher Richtung, wenn wir uns gegenübersitzen auch nicht wirklich gut. Wir sehen immer nur in eine Richtung und unsere Körper versperren zusätzlich die Sicht unseres Gegenübers. Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, wie ich das finde.





Unterwegs sehen wir zwei kleine Wandergruppen, die in die gleiche Richtung laufen, wie wir fahren. Die meisten Strecken sind ohne Schatten und es geht steil bergauf. Die Leute sehen fix und fertig aus.

Wir kommen nach ca. zwanzig Minuten Fahrt oben an, steigen aus und haben eine sehr schöne Aussicht bis runter an die Küste. Unser Fahrer weiß nicht, was er mit uns reden soll. Er steht einfach nur da.
Vanessa schlägt ihm eine Brücke und fragt ihn etwas zur Geschichte von Mauritius und dann fängt er an zu erzählen, dass man versucht das Landschaftsschutzgebiet wieder aufzuforsten und endemische Pflanzen und Tiere neu anzusiedeln. Ja gut, das überrascht uns jetzt nicht wirklich.





Der Guide ist dennoch sehr freundlich. Aber viel zu erzählen hat er nicht. Vanessa fragt ihn ein bisschen was zum Zuckerrohr Anbau und er zeigt uns wo ungefähr die Holländer das erste Mal auf der Insel gelandet sind.

Nach einer viertel Stunde in der Sonne brutzeln und auf der Stelle stehen, steigen wir wieder ins Fahrzeug. Es geht wirklich extrem steil runter und um sehr enge Kurven. Ich hoffe, die Bremsen machen nicht schlapp.









Fast unten angekommen hält der Fahrer kurz an und bricht ein Stück Rinde von einem Baum ab. Sie riecht nach Zimt. Ob es ein Baum ist, dessen Rinde nur so riecht, oder ob es tatsächlich Zimt ist, habe ich nicht verstanden. Sowohl auf dem Weg nach oben als auch nach unten ist es schwierig ein Foto zu machen, welches nicht verwackelt. Das geht im Grunde immer nur, wenn der Fahrer wegen einer Kurve in Zeitlupe fahren muss.

Ungefähr fünf Kilometer vor dem Office, werden wir gefragt, ob wir aussteigen und den Rest laufen möchten. Aber wie bereits beschrieben, ist ausgerechnet dieses Stück Weg überhaupt nicht schön und dazu in der prallen Sonne. Wir lehnen ab und fahren komplett mit zurück.



Das Gebiet an sich ist schon eine Augenweite. Ich finde, das trifft auf den Großteil der ganzen Insel zu.
Von dieser „Safari“ rate ich allerdings dringend ab. Die ist das Geld nicht ansatzweise wert.

Über eine Wanderung denke ich anders, denn landschaftlich ist es hier wirklich toll. Allerdings würde ich mich gut darüber informieren, ob es einen schattigen Weg gibt und wie anspruchsvoll die Strecke ist. Ich empfehle möglichst früh am Morgen loslaufen. In der prallen Sonne macht das bestimmt keinen Spaß. Diejenigen, die wir gesehen haben, sahen echt nicht glücklich aus, sondern fix und fertig.

Auf der Website wird für das Restaurant „Ferney Falaise Rouge“ geworben. Es ist nur wenige Fahrminuten entfernt und sieht auf dem Foto sehr einladend aus. Wir haben durchaus Lust im Garten mit Blick aufs Meer zu sitzen und etwas zu trinken. Hunger haben wir noch nicht.

Als wir ankommen, werden wir nach einer Reservierung gefragt. Die haben wir nicht. Aber weil wir eh nichts essen möchten, dürfen wir uns in den Garten setzen. Nur wohin? Da stehen keine Tische und Stühle wie auf der Website abgebildet. Ein paar gammlige Eisengitter-Stühle ohne Polster stehen unter einem Baum. Aber eine andere Familie ist schneller als wir und besetzt diese sofort. Naja, mit kurzen Hosen hätte es auf dem blanken Gitter eh keine Freude gemacht, zu sitzen. Unter einem anderen Baum gibt es ein paar abgesägte Baumstämme, die sich als Hocker eignen. Bequem ist das auch nicht, aber der Blick aufs Meer ist super und unter dem Baum haben wir einen schönen schattigen Platz.



Wir bestellen uns jeder einen alkoholfreien Cocktail und ein Eis. Es dauert lange bis wir unsere Erfrischung haben, aber lecker ist beides. Die Aussicht ist Mega schön, unbequeme Hocker hin oder her, wir genießen es hier zu sein.





Für den Heimweg wünsche ich mir, dass Uwe die Küste entlangfährt. Für diese Strecke brauchen wir ungefähr zweieinhalb Stunden und sie ist wunderschön. Manchmal geht es auch ein bisschen landeinwärts oder durch kleine hübsche Ortschaften. Dafür lohnt sich der Umweg definitiv.

Am frühen Nachmittag sind wir wieder im Hotel zurück. Vanessa geht schwimmen, Uwe und ich betreiben Gehirnjogging beim Schabbeln.
Im Lemongras essen wir heute Abend wieder japanisch angehaucht und sehr lecker. Allerdings fühlt sich Vanessa nicht so gut. Ihr Magen rebelliert. Sie isst nur eine kleine Vorspeise.

Auf dem Weg zum Zimmer kommen wir immer an der Bühne mit der Livemusik vorbei. Wir finden ein tolles Plätzchen. Eine junge Frau singt und wird nur von einer Gitarristin begleitet. Die beiden harmonieren fantastisch miteinander und bieten Musik auf sehr hohem Niveau.
Teil 1805. Feb. 2025
16.– 19.Dezember

Für diesen Abschnitt habe ich leider fast keine Bilder mehr, wenn sie sich denn überhaupt hochladen lassen. Aber hier beschreibe ich den Alptraum am Ende unserer Reise.

Irgendwann in der Nacht schreibt mir Vanessa, dass es ihr gar nicht gut geht. Sie hat Durchfall und meldet sich für den heutigen Ausflug ab.

Schade, denn den machen wir hauptsächlich wegen ihr. Wir besuchen die Plantation Vanille St Julien D`Hotman.
Wie der Name schon sagt, ist das eine Vanille Plantage, in St. Julien, zu der man kommt, wenn man von Mahebourg etwa dreißig Minuten in die südliche Richtung fährt.
Martin und Daniel unsere Hotelbekanntschaften, haben Vanessa von dieser Plantage erzählt und auch, dass es dort einen Laden gibt, in dem man Produkte aus eigener Herstellung kaufen kann.
Vanessa wollte ein paar Geschenke für ihre Freunde kaufen und gibt uns ihre Bestellung mit. Wir praktisch, wenn Mama und Papa sogar noch die Mitbringsel finanzieren.

Wir haben uns online für eine Führung um 13.00 Uhr angemeldet. Vorher ist noch ein Besuch auf dem Montagsmarkt in Mahebourg geplant. Der soll doppelt so groß sein wie der Wochenmarkt.

Mahebourg selbst finden wir nicht schön, ich empfinde diese Stadt als hässlich, aber das denke ich auch über Port Louis und da scheiden sich vielleicht die Geister.

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Zunächst ist es gar nicht so leicht, einen Parkplatz zu finden. Wir laufen ein gutes Stück bis runter an die Promenade, wo der Markt aufgebaut ist. Die Häuser wirken vernachlässigt und an vielen Stellen liegen Mülltüten oder alter Hausrat.

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Auf dem Markt drängeln und schieben sich die Menschenmassen durch die engen Gänge zwischen den Ständen. Überall sind Plastikplanen als Wetterschutz über die Stände gespannt und das nicht ohne Grund, denn es regnet immer wieder ein bisschen. Zu kaufen gibt es alles, was der Mauritier so im Alltag braucht. Kleidung, Schmuck, Haushaltswaren und Lebensmittel.

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Uns ist das zu viel Gedrängel. Wären wir Selbstversorger, würde ich beim Obst und Gemüse zugreifen. Da gibt es Angebote, die ich gerne auf meinem Teller sehen würde. Aber wir brauchen weder Lebensmittel, noch finden wir das sonstige Angebot spannend und das Gedrängel ist schon zweimal nichts für uns.

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Fotos von Märkten, machen sich aber immer gut im Album und so drücken auch wir ein paar Mal auf den Auslöser. Aber wir sind wirklich Stadt-Flüchter und möchten so schnell wie möglich raus aus dem Gewusel.

Jetzt sind wir aber für die Vanilleplantage eine Stunde zu früh dran und ein sinnvoller Zeitfüller fällt uns auf die Schnelle nicht ein. Es regnet auch wieder.
Wir fahren einfach mal zur Plantage, vielleicht können wir eine frühere Führung mitmachen, die übrigens kostenlos ist.

Wieder ist es problematisch einen Parkplatz zu finden. Nach ein bisschen hin und her und nachfragen im Laden der Plantage, werden wir gebeten, direkt im Hof zu parken. Wie praktisch, direkt vor der Tür.

Auch dass wir eine Stunde zu früh dran sind, ist kein Problem. Eine Mitarbeiterin kommt gleich mit Regenschirmen raus und so bilden wir zusammen mit einer Schweizerin eine Dreier Gruppe. Im Minutentakt geht der Schirm auf und zu. Aber das stört hier niemanden, auch uns nicht.
Insgesamt arbeiten neun Leute in diesem Bio-Betrieb. Hier werden die Vanilleblüten sogar von Hand bestäubt.
Neben Mangos, Zitrusfrüchten, Ananas, Papaya und Passionsfrucht werden auch Kräuter, Gewürze, Kaffee und Kakao angebaut. Die Produkte werden zu Marmeladen und Chutneys verarbeitet, es gibt diverse Gewürzmischungen und natürlich kann man auch Vanillestangen kaufen. Die Produkte sind nicht billig, aber hausgemacht und in Bioqualität und das Geld kommt ohne einen Zwischenhändler dem Betrieb zugute.

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Die Führung dauert etwa eine Stunde. Wir dürfen an Kräutern riechen oder sie auch probieren und sehen diverse Pflanzen, die wir noch nicht kennen. Natürlich laufen wir auch durchs Gewächshaus mit der Vanillezucht.

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Anschließend werden wir in einem herzigen Verköstigungsraum gebracht und dürfen die verschiedenen Fruchtzubereitungen probieren und vom Zuckerrübensaft mit einem Spritzer Zitrone.
Ich habe den Saft nicht probiert, aber die Schweizerin und Uwe fanden ihn lecker. Die Marmeladen waren für meinen Geschmack eher Chutneys mit diversen, typisch mauretanischen Gewürzen.

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Nach der Verköstigung gehen wir in den Laden. Wir dürfen an verschiedenen Gewürzen schnuppern und lernen etwas über die Konservierung von Vanille. Im Laden gibt es einige Stangen, die bereits 25 Jahre alt sind.

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Möchte man Vanillestangen kaufen, werden Packungen angeboten, die für ein ganzes Leben reichen würden und diese haben dann natürlich auch ihren Preis.
Wenn man aber nach einer kleineren Menge fragt, zaubert die Verkäuferin eine kleine Packung mit zehn oder fünfzehn Stangen aus der Schublade. Das haben uns Daniel und Martin verraten.

Bis wir Vanessas Wunschliste abgearbeitet und auch für uns zwei Gläser Kokos-Marmelade (eher eine relativ trockene Kokosmasse), ein Fläschchen Vanilleextrakt, und zwei Gewürzpackungen zusammen haben, lassen wir an die 100 Euro liegen.

Das klingt viel. Aber wir haben schon mehr Geld für weniger Genuss auf der Insel ausgegeben. Die Führung war echt klasse. Niemand war im Laden aufdringlich. Wir hätten ohne weiteres gehen können, ohne etwas zu kaufen. Die Führung war informativ und die Verköstigung war auch ein schönes Erlebnis. Hier sehen wir das Geld gut investiert. Fünfzehn Stangen Bio-Bourbon-Vanille bekommt man auch bei uns nicht geschenkt.

Zurück im Hotel fühlt sich Uwe auch nicht mehr so gut. Im grummelt auch der Bauch und die beschleunigte Verdauung setzt ein.

Zum Abendessen lässt sich Vanessa gar nicht blicken und Uwe isst auch fast nichts.
In der Nacht rollt der Donnergott sicher acht Mal laut grollend durchs Badezimmer, dass du meinst die Wände wackeln. Für mich ist genauso wenig an Schlaf zu denken wie für Uwe. Er tut mir leid, das muss sehr erschöpfend sein.

Am Morgen traut er sich mit mir zum Frühstück, hält sich aber sehr zurück. Vanessa meldet sich etwas später und wir beschließen in die Apotheke zu fahren und Medikamente und Elektrolyte für beide zu holen. Wir lassen ordentlich Geld liegen und kaufen alles, was helfen könnte. Bei Uwe schlagen die Medis ein klein wenig an, aber nur ein bisschen, bei Vanessa so gut wie gar nicht.

Es ist nicht mehr dran zu denken, das Hotel zu verlassen. Heute ist schon der siebzehnte. Am neunzehnten Fliegen wir wieder zurück und ich fürchte mich mit jeder Stunde mehr davor, mich anzustecken. Es wäre ja sehr unwahrscheinlich, dass es mich nicht erwischt, wenn wir uns das Badezimmer teilen.
Die beiden haben bis zum Abflug wahrscheinlich das Schlimmste hinter sich und bei mir könnte es am Abreisetag akut werden. Das wäre eine Grande Katastrophe.

Während Uwe und Vanessa sich kaum aus dem Zimmer trauen, muss ich mir allein die Zeit totschlagen. Ich schlendere ein wenig auf dem Hotelgelände herum, sitze mal in dieser Ecke, mal in jener, trinke mal Kaffee und mal Fruchtsaft und hoffe, dass dieser Urlaub bald vorbei ist. Morgen habe ich meinen 60igsten Geburtstag. Den habe ich mir auch anders vorgestellt.

Vanessa hat ohne mein Wissen an der Rezeption nachgefragt, ob sie eine Geburtstagstorte für mich bestellen könnte. Ihr wurde geantwortet, dass das sowieso gemacht wird.

Am 18. sitze ich mit Uwe im Poolbereich und bestelle mir etwas zu trinken. Eine Mitarbeiterin weiß, dass ich Geburtstag habe und fragt beiläufig, wo wir am Abend essen werden. Als wir dann am Abend beim Essen sind, scheint niemand etwas von meinem Geburtstag zu wissen und es gibt auch keine Torte.

im Übrigen weihnachtet es jeden Tag ein bisschen mehr im Hotel.

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Aber das Bett in unserem Zimmer wurde sehr schön dekoriert. Da hat sich das Zimmermädchen echt bemüht.

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Naja, der Geburtstag reiht sich ein in einen Urlaub voller Pleiten, Pech und Pannen.
Gott sei Dank fliegen wir morgen wieder nach Hause. Mir reicht es jetzt. Uwe und Vanessa fühlen sich leider immer noch nicht so gut. Sie essen fast nichts.
Bei mir ist noch kein Bauchgrummeln zu verspüren und ich hoffe inständig, dass es morgen nicht damit losgeht.

Es ist der neunzehnte und Abflugtag. Mir geht es immer noch gut, Vanessa wieder schlechter und Uwe hat genau wie Vanessa drei Tage lang alles gegeben, was er in sich hatte. Beide fühlen sich schlapp.

Wir kommen am Flughafen an und geben auf dem Parkplatz unser Auto ab. Das verläuft zügig und ohne Reklamation. Vanessa ist ein Häuflein Elend. Ich würde ihr so gerne helfen und es tut mir so leid, dass es ihr während des langen Fluges mit Zwischenlandung in Dubai so miserabel geht.

Wir betreten das Flughafengebäude. Uwe und ich möchten am Kiosk direkt neben der Eingangstür noch Getränke und einen Snack kaufen, weil wir das Flugzeugessen alle drei nicht mögen.
Vanessa geht direkt durch zum Gate, weil sie sich auf die Bank legen möchte. Sie sieht leichenbleich aus.

Uwe und ich stellen uns am Kiosk an, vor uns sind vielleicht sieben Leute. Nach ein paar Minuten Warten sehe ich, wie er sich am Tresen festhält und schwankt, dann fängt er an zu kippen, ich will ihn aufhalten, aber er ist zu schwer, ich kann ihn nicht halten und rufe um Hilfe.
Sofort sind drei oder vier Leute da, die helfen ihn aufzufangen, damit er nicht auf den Boden knallt.

Er liegt da, mit weit offenen Augen, regt sich nicht mehr und ist nicht mehr ansprechbar. Er sieht tot aus. Ich gerate in eine Art Schockstarre, kann nichts denken oder tun. Ich denke auch nicht daran, seinen Puls zu fühlen. Diffus höre ich jemanden sagen: Er liegt nicht gut, er muss in die stabile Seitenlage.

Jemand zieht Uwe zur Seite und ein anderer fragt, ob er die Sanitäter rufen soll, das interpretiere ich zumindest, denn ich verstehe fast kein englisch und kann mich nicht ausreichend verständigen. Aber ich stimme zu.

Zwei, Drei Minuten, stehen die Menschen um uns herum und ich kniee am Boden neben Uwe und warte einfach… auf was auch immer.
Dann plötzlich, als hätte jemand einen Knopf gedrückt kommt Uwe wieder zu sich, setzt sich peinlich berührt auf, fragt, ob er ohnmächtig war, bedankt sich bei den umstehenden Leuten und meint: Es ist alles in Ordnung. „Es geht mir gut. Ich bin nur dehydriert und unterzuckert. Ich brauche nur eine Cola und muss raus an die frische Luft“.

Wir ziehen Uwe auf einen Stuhl, denn dieser Kiosk hat Tische und Stühle, die ganz nah am Tresen stehen.
Irgendjemand drückt Uwe eine Flasche Wasser in die Hand. Er öffnet sie, will sich aber nicht hinsetzen, sondern raus gehen. Ihm ist es sichtlich unangenehm sich so geschwächt zeigen zu müssen. Wieder verlangt er nur nach einer Cola, weil er sich unterzuckert, fühlt.
Ich fühle mich mit dieser Situation so überfordert und hilflos und schimpfe fast schon mit ihm, dass ich ihm die Cola kaufe, aber dass er jetzt gefälligst erst mal sitzen bleiben und auf die Sanitäter warten soll.
Dann drehe ich mich um und drängle mich vor, um die Cola zu kaufen, niemand motzt.

Als ich es habe und mich ihm wieder zuwende, verliert er erneut das Bewusstsein. Die Wasserflasche fällt ihm aus der Hand und ergießt sich über den Boden. Ein paar Leute halten ihn fest, damit er nicht vom Stuhl fällt. Ich habe eine Heiden Angst um ihn und finde, dass die Sanitäter sehr lange brauchen.

Wieder gefühlt zwei oder drei Minuten später, kommt er zu sich und ist nicht mehr zu halten. Er nimmt mir die Cola aus der Hand, kippt sie auf Ex und Hopp runter und steht auf, um rauszugehen. Ich kann nichts anderes tun als ihn zu stützen und mitzugehen. Die Sauerei mit dem vergossenen Wasser vergesse ich völlig und denke auch nicht daran, irgendjemanden zu danken oder bescheid zu sagen, wo uns die Sanitäter finden.

Draußen gibt es direkt neben der Tür eine Bank. Da setzen wir uns hin. Uwe erholt sich tatsächlich ein wenig, sieht schon besser aus und jetzt kommen auch die Sanitäter. Uwe wiederholt, dass er aufgrund des Magen-Darm-Infektes nur dehydriert und unterzuckert ist, weil er noch nichts gegessen hat. Die Sanis messen den Blutdruck und Blutzucker und beide Werte sind nicht alarmierend.

Nachdem es Uwe sichtlich besser geht, denke ich an Vanessa, sie hat den gleichen Infekt, ihr geht es hundeelend. Was wenn sie am Gate auch kollabiert? Was wenn man sie zu einem Arzt bringen muss und wir sie nicht finden und nicht wissen wo sie ist?

Die Sanitäter wollen Uwe ins Krankenhaus oder zu einem Arzt bringen. Er weigert sich. Jetzt reden sie auf mich ein, ich soll Uwe anscheinend davon überzeugen zu kooperieren. Ich verstehe weder was sie sagen, kann es nur erahnen, noch kann ich mich verständigen.
Wieder fühle ich mich hoffnungslos überfordert. Uwe lässt sich auch von mir nicht überzeugen, wenn er etwas nicht will.

Er fühlt sich ja auch tatsächlich besser und hält diese Maßnahme für übertrieben. Außerdem würde eine Fahrt zum Arzt bedeuten, dass für uns alle drei das Ticket verfallen würde. Wir könnten Vanessa in ihrem Zustand auf keinen Fall allein fliegen lassen.
Ich kann aber auch nicht abschätzen, ob Uwe wirklich nur wegen dem Infekt so geschwächt ist. Es ist naheliegend, aber ich kann nicht ausschließen, dass er nicht doch etwas ernsthafteres hat.
Es ist eine Scheiß Situation und ich fühle mich schrecklich.

Die Sanis geben auf und lassen Uwe seinen Willen, wenn auch kopfschüttelnd.
Wir bleiben noch eine Weile sitzen. Dann gehen wir zum Gate und schauen nach Vanessa. Sie liegt auf der Bank, hat die Augen zu und versucht sich zu entspannen.
Wir kaufen noch ein paar Getränke und dann ist auch schon das Boarding.

Vanessa schleppt sich regelrecht ins Flugzeug. Wir sind noch nicht in der Luft wird es ihr schlecht. Sie lässt sich einen Spuckbeutel geben und bekommt ein Getränk, was ihr gegen die Übelkeit helfen soll. Dann wird sie fiebrig und bekommt Schüttelforst. Wir decken sie mit vier Decken zu. Sie versucht zu schlafen, aber in unserer Ecke sitzt regelrecht ein ganzer Kindergarten und die Kleinen sind teilweise sehr quengelig.

Beim Landeanflug auf Dubai merke ich, dass ich Migräne bekomme. Medikamente helfen bei mir normalerweise nicht. Migräne bedeutet in der Regel Totalausfall mit Erbrechen.
Uwe geht es wieder gut. Er holt mir einen Becher Kaffee und ich versuche diesen zu trinken, bevor es mir schlecht wird. Die Ursache für Migräne sind bei mir Verspannungen und ich denke, da könnte eine Magnesiumtablette helfen. Das habe ich noch nie ausprobiert, aber schaden kann es auch nicht. Also werfe ich eine ein. Tatsächlich geht es mir wieder einigermaßen gut, bevor wir weiterfliegen.

In Zürich warten wir wieder ewig auf unsere Koffer. Unser Fahrer ruft uns zwei Mal an, weil er sich nicht erklären kann, warum das so lange dauert. Nach einer weiteren Stunde Fahrt setzen wir Vanessa an ihrer Haustür ab.

Sie geht noch am gleichen Tag ins Krankenhaus, in die Notfallpraxis. Dort erwischt sie einen Arzt, der „Durchfall“ googelt und verschreibt ihr ein freiverkäufliches Medikament. Aber tatsächlich hilft es ihr und sie fühlt sich schon am nächsten Tag besser. Uwe hat den Infekt am nächsten Tag auch überstanden, aber mit der Gicht macht er noch bis Ende Januar rum.
Ich bin komplett von dem Magen-Darm-Infekt verschont geblieben.

Ihr Lieben, das war der Alptraum am Ende unseres Urlaubs. Wir haben es alle drei ohne bleibende Schäden überlebt.

So viele Herausforderungen dieser Urlaub auch mit sich gebracht hat: Dafür kann die Insel nichts. Mauritius ist wirklich wunderschön, sowohl die Strände als auch das Land. Die Idylle an vielen Orten konnte ich hoffentlich mit meinen Fotos ein bisschen anschaulich machen.

Danke euch allen, die ihr den Bericht gelesen habt, fürs Danke-Button-Drücken, für die Kommentare und die Ermutigung, mit dem Schreiben nicht aufzuhören.
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