Reisebericht

Reisebericht Zimbabwe Juni/Juli 2024

von Alibaba · begonnen 28. Dez. 2024 · 38 Teile

Teil 2111. Jan. 2025
08.07.2024 Kotwa - Accomodation School
Wir verabschieden uns und machen uns auf den Weg, tiefer in die Eastern Highlands. Am Hofausgang fragt eine junge Frau mit Baby, ob wir sie bis zur Straße mitnehmen können (die Zufahrt ist ca. 3 km und nur für Allrad oder Trecker geeignet, Taxis fahren da nicht hin). Wir nehmen die beiden natürlich mit. Faith erzählt uns, dass ihre 14 Monate alte Tochter Blessing (ein Uni-Sex Name) hohes Fieber hat und sie mit ihr zum Doktor muss. Auf der Straße wird sie sich dann ein Taxi nehmen. Blessing ist sehr tapfer, weint überhaupt nicht, ist aber ziemlich apathisch. Wir fahren die zwei gleich die 15 km ins Krankenhaus, hoffentlich geht es der Kleinen mittlerweile besser. Den Arztbesuch muss Faith selbst bezahlen, es gibt keine Krankenversicherung in Zimbabwe. "No money, no treatment".
Dann gehts weiter nordwärts, zuerst noch auf einer Teerstraße, dann nur noch Piste. Die letzten ca. 50 km gehen direkt entlang der Grenze zu Mosambik. Hier darf man die Piste auf keinen Fall verlassen, aus dem Zeitraum 1976 - 1980 liegen hier noch Minen, zurzeit werden diese vom Militär geräumt, aber bis alle entfernt sind wird es noch dauern.

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Es heißt, man soll am besten durchfahren ohne anzuhalten, da dies Niemandsland und ein Rückzugsort für Schmuggler und illegale Grenzgänger ist. Als wir an der neuen Brücke über den Ruangwe einen Stop zum Mittagessen machen, werden wir auch gleich von 2 Männern angesprochen, denen es offensichtlich nicht recht ist, dass wir hier stoppen. Letztendlich wissen wir nicht, ob es Polizisten oder Soldaten (in Zivilkleidung), oder vielleicht Schmuggler oder Wilderer waren. Wir dürfen trotzdem fertig essen, und fahren dann weiter.

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In Nyamapanda (offizieller Grenzübergang zu Mosambik) erreichen wir wieder die Teerstraße und fahren weiter nach Kotwa, wo wir in der "Accomodation School" (eine Art Hotelschule) unser Camp aufschlagen. Der Platz ist gleichzeitig das Gemeindezentrum, ständig kommen und gehen Leute, alle sind sehr nett, freundlich und interessiert.

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Teil 2213. Jan. 2025
09.09.2024
Das war die Nacht der langen Messer: um 3.50 Uhr werden wir von einem sehr eifrigen Hahn geweckt. Er kräht Non-Stopp bis um 6.00 Uhr 😡, dann ist er heiser. Das hilft uns aber nichts, wir müssen auch raus, wir haben heute eine lange Tour vor der Brust. Die Fahrt geht über die Hauptstadt Harare weiter nach Westen.
Kurz vor Harare dürfen wir wieder Maut zahlen, doch dieses Mal wollen sie von uns einen "Transit Coin"? So einen Coin haben wir aber nicht. Wir zeigen der Dame an der Mautstation alle Belege, die wir an der Grenze bekommen haben, alle Quittungen von den bisherigen Mautstationen, aber das ist nicht ausreichend. Sie holt ihre Vorgesetzte, die telefoniert mit Kollegen, fotografiert unser Auto und die Belege, schickt die irgendwo hin, und wartet auf eine Antwort. Dann meint sie, wir sollen diesen Transit Coin bei ihr kaufen. Bisher haben wir 9 Mautstationen passiert, manchmal als "light vehicle" (3 $) oder als "heavy vehicle" (4 $), aber niemand wollte diesen Coin. Gottseidank können wir sie nach 1 Stunde davon überzeugen, dass wir den auch diesmal nicht brauchen.
Kurze Zeit später kommen wir an eine Unfallstelle, ein Moped liegt auf der einen Straßenseite, sein toter Fahrer auf der anderen Seite, mit einem Tuch zugedeckt. Wir sind sehr betroffen.
Dann kommen wir nach Harare. Welcher Kontrast zum übrigen Zimbabwe. Paläste an Berghängen, gesichert von hohen Mauern, obendrauf Stacheldraht, alles videoüberwacht, hier wohnt das Geld. Die Kehrseite ist eine hohe Kriminalitätsrate in der Hauptstadt. Es gibt Banden, die sich darauf spezialisiert haben, Fahrzeugen mit ausländischen Nummernschildern die Reifen aufzustechen, und wenn man dann Reifen wechseln muss, kommen die "Helfer" - und räumen das Gepäck aus dem Fahrzeug. Wir fahren auf einer Umgehungsstraße zügig weiter. In einer Mall mit bewachtem Parkplatz wird nochmals eingekauft (es geht wieder in die Wildnis), und weiter Richtung Mana-Pools.
Wir übernachten in der Lions Den Campsite, ein netter Platz mit ordentlichen Sanitäranlagen und warmem Wasser aus dem Donkey-Ofen. Dort treffen wir ein südafrikanisches Paar mit ihrem Landcruiser, Margie und Rob. Wir sitzen lange am Lagerfeuer und tauschen Geschichten und Erfahrungen aus, auch die Politik im südlichen Afrika und Europa kommt nicht zu kurz.

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Teil 2313. Jan. 2025
10.07.2024 Richtung Mana Pools
Wir nutzen den schönen Platz und backen in der Früh nochmal Brot. Während der Ofen wieder auskühlt, machen wir noch einen Spaziergang zum nahe gelegenen See. Dann brechen wir auf zum 150 km entfernten Marongora Gate. Was für eine Fahrt! Die Strecke zwischen Harare und Chirundu soll die verkehrsreichste Straße in Zimbabwe sein, was wir gerne glauben. Mehr als die Hälfte aller Fahrzeuge sind LKW. Es ist die Hauptverkehrsader über Lusaka (Sambia) in den Kongo oder nach Tansania. Vom Kongo aus, der reich an Bodenschätzen ist, werden viel der geförderten Erze und Metalle per LKW durch Sambia und Zimbabwe weitertransportiert. Nur widerstehen die Straßen diesen schweren LKW's nicht sehr lange, das Teerband bröckelt an den Rändern kontinuierlich ab, und es gibt Schlaglöcher, die schon mal mehr als 1 Meter im Durchmesser haben und mehr als 10 cm tief sein können. Zwei LKW's kommen kaum aneinander vorbei, oft muss einer mit einer Seite auf den unbefestigten Fahrbahnrand ausweichen, trotzdem wird natürlich auch noch fleißig überholt. "Mitschwimmen im Verkehr" ist uns nicht möglich, viel zu schnell und stressig für uns. Alle paar km steht ein LKW mit Panne oder Unfall am Rand. Wir fahren lieber langsam und stoppen, um entgegenkommende oder überholende LKW's vorbeizulassen. Aber so brauchen wir für die ca. 150 km "Teerstraße" am Ende fast 5 Stunden.

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Am Gate zum Nationalpark gibt es ein Not-Camp für Spätankommende (Marongora Gate Camp), welches wir aber fest eingeplant haben. Vielleicht treffen wir Gleichgesinnte, mit denen wir ein Camp in den Mana Pools (und die Kosten) teilen können, in jeden Fall wollen wir aber lieber in der Früh gemütlich zu unserem Camp pirschen, und nicht am Nachmittag noch schnell durchfahren, um das Camp dann in der einbrechenden Dunkelheit zu beziehen.

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Teil 2414. Jan. 2025
11.07.2024 Mana Pools NP - Nyamepi Campsite Riverfront

Eigentlich wollten wir heute früh noch Wasser auffüllen, aber da es nicht besonders gut riecht, verzichten wir. Am ersten Gate reduzieren wir den Luftdruck auf Pistenniveau, dann geht's los Richtung Mana Pools. Nach genau 5 km sehen wir unseren ersten Löwen im Gestrüpp, was für eine Begrüßung. Kurz darauf queren die ersten Elefanten die Piste.

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Nach Passieren des 2. Gates stoppt uns ein Pickup mit Rangern. Sie haben einen Honeybadger in einer Falle gefangen, den sie uns zeigen. Der Racker tobt nicht rum, er liegt auf dem Rücken in seiner Falle und versucht ganz konzentriert, irgendwo eine Öffnungsmöglichkeit zu finden. Sie erzählen uns, er hat ein Camp verwüstet, deshalb musste er gefangen werden. Er wird jetzt einige zig-km weggebracht und dort wieder freigelassen.
Am Nyamepi Camp angekommen checken wir problemlos ein (vorerst mal für 3 Nächte) - und atmen erst mal tief auf. Die letzten Tage haben uns umgetrieben. In unserem neu erschienenen Reiseführer steht, es dürfen nur noch Fahrzeuge bis 3 Tonnen in den Park. Als wir in einer Facebook Gruppe nachfragen, bekommen wir die Information, dass schwere Fahrzeuge noch nie in den Park durften. Andererseits finden wir auf der Homepage vom Park die Preisliste von 2023, und die führt unter anderem „Minibusse bis 25 Personen“ auf. Wir hatten beschlossen, es darauf ankommen zu lassen, Verhandlungsmöglichkeiten gibt es ja auch oft. Am Camp sehen sie unser Fahrzeug, wir zahlen 10 $ (Standard-Geländewagen kosten 3 $), und das wars. Danach beziehen wir unsere Campsite, direkt an der Riverfront vom Sambesi, zwischen zwei Hippo Pfaden, und genießen erst mal einen guten Cappuccino. Der Sambesi war schon immer einer unserer Traumflüsse, endlich sind wir hier.

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Um ca. 15 Uhr starten wir zum Pirschen. Die Landschaft ist traumhaft schön, wir kennen es aus dem Fernsehen, aber in echt ist es natürlich um ein Vielfaches besser. Kein verbuschtes Gelände, sondern großzügiges, weites Gelände. Um halb sechs sind wir zurück auf der Campsite, und fangen das Kochen an, mit konstantem Hippo-Grunzen im Hintergrund. Später hören wir noch Löwen (aber weiter weg) und von Sambia rüber (anderes Flussufer) Hyänen. Herrlich!

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Teil 2514. Jan. 2025
12.07.2024 Mana Pools NP - Nyamepi Campsite Riverfront
Mana Pools und der Sambesi. Zwei magische Worte für uns. Ein Platz, von dem wir seit Jahren träumen. Und jetzt, wir können es kaum fassen, ist unser Traum wahr geworden und wir sind hier. Mana bedeutet 4, es gibt hier 4 Pools, die meistens Wasser haben, und daher Tiere im großen Umkreis anziehen. Leider hat auf Grund der großen Dürre dieses Jahres (Zimbabwe hat wie Namiba und Botswana den Wassernotstand ausgerufen, die diesjährige Regenzeit ist ausgeblieben) nur noch der Long Pool und der Chisasiko Pool etwas Wasser, die anderen Pools sind ausgetrocknet.
In der Früh gehts gleich auf zur Pirsch den Sambesi entlang. Dann fahren wir weiter zum Chisasiko Pool, hier haben wir gestern Abend Hippos ganz nahe gesehen, da frühstücken wir. Kurz darauf kommt noch ein Elefant und leistet uns Gesellschaft.

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Hippo und Kuhreiher

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Wasserbock

Als wir am späten Vormittag zur Campsite zurückfahren, treffen wir Holländer. Einer von ihnen hat am Abend vergessen seine Schuhe ins Auto zu stellen, jetzt hat er einen mit integrierter Belüftung - gestern Abend gab's noch Hyänenbesuch im Camp, und die beißen erst mal in alles rein, was rumliegt und potentiell fressbar ist. Mittags grillen wir nochmals Boerewors aus der Gefriertruhe, aber mit unseren Süßkartoffeln haben wir Pech: eine von den dreien ist faulig, und während wir diese entsorgen, sind wir einen Moment unachtsam, - und schon hat uns eine Grünmeerkatze eine weitere gemopst. Selber Schuld, umso besser passen wir auf die letzte auf.
An der Rezeption liegt ein Sichtungsbuch aus, wir sehen, dass in der Nähe ein Rudel mit 8 Löwen unterwegs war, finden sie aber auf unserer Nachmittagspirsch nicht. Vielleicht haben wir ja Glück und sie kommen heute Abend oder Nacht ins Camp.

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Braunkopfliest

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Eland
Teil 2614. Jan. 2025
13.07.2024 Mana Pools NP - Nyamepi Campsite Riverfront

Heute fahren wir ins Zebra-Vlei, hier sieht man angeblich öfters Wildhunde. Die finden wir zwar auch nicht, aber plötzlich steht vor uns im schönen Morgenlicht eine kleine Gruppe Zebras. Während wir noch überlegen, von wo aus wir gutes Licht zum Fotografieren haben, schweift der Blick nach links, und wir können es kaum fassen: Vor lauter Zebras hätten wir beinahe die 4 Löwen übersehen, die ca. 10 m neben uns direkt an der Piste unter einem Baum im Schatten liegen. Es ist kein Riss in der Nähe zu finden, deshalb hatten wir auch keine "Geier-Warnung". Wir bleiben über 1 Stunde und beobachten sie beim Gähnen, Strecken und Schlafen. Nur das Zebra-Foto haben wir dann leider verpasst.

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Klaftschnabel

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Eland

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Zurück im Camp ist es schon 2 Uhr, wir streichen die Nachmittagspirsch. Plötzlich knacken und brechen Äste, zwei Elefanten kommen ins Camp und probieren die hiesigen Bäume. Ein schöner Anblick, und das ganz ohne zu fahren. Die max. Tagestemperatur war heute 32 Grad, jetzt um 20 Uhr hat es 25 Grad. Das war der nördlichste Punkt unserer Reise. Weil zugleich auch ziemlich tief (355 m) ist es hier auch im tiefsten (afrikanischen) Winter nicht mehr so kalt.

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Teil 2716. Jan. 2025
14.07.2024 Kariba See - Warthogs-Camp

Eine letzte Pirschrunde, schon in Richtung Gate, zum Teil tiefsandig, aber kein Problem für uns. Wir machen noch ein paar schöne Sichtungen.

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Buschhörnchen

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Nach guten 3 Stunden sind wir wieder auf der Teerstraße. Hier wartet schon die TseTse-Fliegen Kontrolle auf uns (und alle anderen Fahrzeuge, die vom Grenzübergang Chirundu her, also aus Sambia kommen). Der Posten kommt mit einem kleinen Schmetterlingsnetz und einer Spraydose und inspiziert unsere Fahrerkabine. Er sprüht kurz hintern Fahrersitz, dann dürfen wir weiter. In die Wohnkabine schaut er nicht rein, obwohl er sogar sagt, wir hätten einen schönen Camper. Andererseits, der Ranger am Gate sagte uns schon bei der Hinfahrt, zurzeit gibt es wenig bis keine TseTse-Fliegen. Wäre interessant, was die TseTse-Kontrolle macht, wenn Saison für die TseTse's ist? Alle mit dem Schmetterlingsnetz fangen?
Von Makuti gehts auf einer passablen Teerstraße weiter nach Karibi. Kurz vor dem Ort liegt das Warthogs Camp, welches wir für heute (und wahrscheinlich auch morgen) ausgesucht haben. Wir erfahren, dass hier regelmäßig Elefanten, Zebras und Hippos zu Besuch kommen, und speziell den letzten Elefantenbesuch sieht man an den frisch abgebrochenen Ästen. Hier hat es WLAN, wir gehen zur Rezeption, um unsere Emails zu checken. Da sehen wir sie schon kommen, eine große Gruppe von mindestens 33, wahrscheinlich eher 40 Elefanten nähert sich dem Camp.

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Dann beschließt ein Bulle die angepflanzten Topfblumen zu verköstigen, und spült das Ganze dann noch mit einem kräftigen Schluck aus dem Pool runter. Nur meine Fotografiererei taugt ihm nicht, er schüttelt Kopf, Rüssel und Ohren und weist mich auf seine Persönlichkeitsrechte am Bild hin.

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Später am Abend, als wir gerade unsere Handtücher aus dem Truck holen, kommen zuerst die Zebras, und dann nochmal zwei Elefantenbullen. Wie sollen wir da vor lauter Elefanten zuschauen zum Duschen gehen? Jetzt fangen die beiden auch noch neben unserem Truck zum Rangeln an, hoffentlich macht keiner einen plötzlichen Ausfallschritt .... . Plötzlich wird es ernster, junge Bäume müssen dran glauben, das ganze 5 m neben uns. Dann jagt der eine den anderen um unser Fahrzeug rum, linke Seite, hinten, rechte Seite, das Ganze auf Tuchfühlung (wir haben heute noch einen schönen Stoßzahnkratzer am Heck). Zum Glück hatten wir das große Fenster schon zugemacht und unseren Außentisch weggepackt, sonst hätten wir vermutlich beides nicht mehr. Man passt immer auf, dass man die grauen Riesen nicht ärgert, aber dass die neben dem Auto zu kämpfen beginnen, das hatten wir bisher noch nicht am Schirm. Und wir finden es jetzt auch nicht mehr lustig. Vor lauter Adrenalin haben wir auch noch das Fotografieren verpasst. Endlich ziehen sie ab, nichts wie unter die Dusche, irgendwie sind wir doch ins Schwitzen gekommen. Die für heute Nacht angekündigten Hippos bekommen Kampfverbot!
Nach der ganzen Aufregung gehen wir zum Abendessen ins Campsite Restaurant und genießen ein Glas Rotwein zur Beruhigung. Aber als wir dann in unser rollendes Heim zurückkehren wollen, entscheiden wir uns umzudrehen und bestellen ein zweites Glas …. .

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Teil 2817. Jan. 2025
15.07.2024
Heute ganz unspektakulär Wäsche waschen, putzen, Brot backen, Wasser auffüllen, Einkaufen, Reifendruck kontrollieren, Durchatmen und auf Elefanten warten - kein Einziger kam. Vielleicht kommen die Hippos ja noch auf ein Schwätzchen vorbei?

16.07.2024
Wir sitzen im Restaurant und überlegen, ob wir jetzt weiterreisen, oder noch hier bleiben. Die Vor- und Nachteile dieses Platzes:
Auf der Haben-Seite:
+ nettes Personal und Betreiber
+ Bar und Restaurant
+ vernünftige Sanitäranlagen
+ meistes WLAN an der Rezeption
+ gutes Wasser
+ regelmäßig Wildlife Besuch
+ angenehme Temperaturen: tagsüber 30, nachts ca. 15 Grad
Weniger gut:
- viele Moskitos (aber die beißen nur einen von uns beiden)
- manchmal kann man nicht zum Fahrzeug, wenn das mal wieder von Hippos oder Elefanten belagert wird 😉, wie jetzt gerade, während wir schreiben ....
Unterm Strich ein sehr guter Platz. Wir beschließen hier noch 2 Tage "Urlaub" zu machen und verlängern spontan.
Als wir verspätet (wegen des Elefantenbesuchs) zu unserem Truck zurückkommen, sind die Kühe mit ihren Jungen abgezogen. Wir packen mal wieder unsere Utensilien zum Duschen zusammen. Aber schon wieder kommt eine Gruppe von Bullen, die kommen anscheinend immer nach den Kühen. Einer von denen will partout zu uns ins Auto rein, er schlabbert mit seinem Rüssel an der Scheibe, an der Dachluke, und an den Wänden rum, dann fängt er an unseren Truck sanft zu schaukeln. Jetzt kommt ein zweiter, der will auch noch rein, keine Ahnung wo sich die alle hinsetzen wollen? Das Spiel dauert ewig lange 45 Minuten, in der Zwischenzeit multiplizieren sich unsere grauen Haare.

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Uns ist mittlerweile die Ursache der Elefantenliebe eingefallen. Eigentlich sind wir davon ausgegangen, dass sie unsere Orangen im Kühlschrank nicht riechen können, und Äpfel oder Avocado (nicht im Kühlschrank) keinen so großen Reiz ausüben, offensichtlich eine krasse Fehleinschätzung. Oder sie wollten wirklich nur kuscheln???
Jetzt sitzen wir wieder im Restaurant (wir wollten heute selber kochen, aber haben es uns anders überlegt .... ). Und wir hören sie schon wieder trompeten, scheint so, die nächste Gruppe kommt. Jedenfalls haben wir jetzt all unser Obst und Gemüse ins Restaurant zur Aufbewahrung gebracht, die sind den Nervenkitzel besser gewohnt. Diesmal haben wir zumindest fotografiert und gefilmt, jedenfalls den ersten Elefanten, solange das Licht ausreichend war.

Um den Sachverhalt nochmals ganz klarzustellen: die Elefanten waren nie aggressiv. Trotzdem hatten wir gehörige Angst. Nicht so sehr um uns, mehr davor, dass sie den „Büchsenöffner“ auspacken, um an die Orangen zu kommen. Sie hätten unser Fahrzeug leicht umwerfen oder irreparabel beschädigen können. Aber ganz klar waren wir selbst schuld an ihrem Verhalten. Südfrüchte sind nun mal der absolute Leckerbissen für Elefanten, und wenn man sich in der Wohnstube von Elefanten aufhält, sollte man dessen immer gegenwärtig sein.
Teil 2919. Jan. 2025
17.07.2024 Kariba See Warthogs-Camp
Bei Tageslicht machen wir erst mal eine Schadensaufnahme. Die Stoßzähne von unseren abendlichen Besuchern haben uns auf der linken Seite der Kabine ein paar neue Kratzer beschert, aber nichts Kritisches (und überhaupt, wer hat schon Elefanten-Tattoos auf seinem Fahrzeug?). Die zwei Handtücher, die auf der Wäscheleine hingen, müssen wir nochmals waschen (weil die mit ihrem Rüssel auch alles antapsen müssen). Danach backen wir nochmal Brot. Die Filterpatronen der Wasserfilter werden ausgebaut, man soll sie alle 8 Wochen einmal durchtrocknen. Wir legen sie zum Trocknen auf das Markisendach, welches an jedem Zeltplatz zur Schattenspende aufgebaut ist (die Elefanten haben die höheren Bäume weggefressen). Als wir gerade beim Mittagessen sitzen, kommt eine Windböe, hebt das Markisendach an und beide (Keramik-)Filter liegen am Boden. Einer ist gebrochen, der andere scheint noch ok zu sein. Beide kaputt wäre ein Problem gewesen, da wir nur einen Ersatzfilter dabeihaben. Nochmal Glück gehabt.
Am Nachmittag fahren wir noch ein paar Aussichtspunkte (Lake View und Staumauer) an. Als wir wieder zurück im Camp sind, ziehen die Elefanten gerade wieder ab.

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Teil 3019. Jan. 2025
18.07.2024 Karibasee - Fähre "Sea Lion"
Um uns die wegen des schlechten Straßenzustandes berühmt-berüchtigte Karoi-Binga-Straße zu sparen, haben wir uns heute zum Hochzeitstag die Fähre über den Kariba-See gegönnt. Sie fährt von Kariba nach Mlibizi, einmal den ganzen Stausee lang, ca. 280 km lang. Somit sparen wir uns eine Strecke von ca. 400 km (oder mindestens 16 Stunden) auf Achse. Außerdem gibts auf der Fähre keine Elefanten, die an unsere restlichen Äpfel wollen 😉. Theoretisch passen bis zu 15 PKW's in die Fähre, und zusätzlich können 3 hohe Autos hinten auf der Rampe stehen bleiben. Aber mit uns an Bord sind nur noch zwei französische Ehepaare, die ebenfalls mit Reisemobilen 8 Monate im südlichen Afrika unterwegs sind.

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Immer wieder geht die Schiffsroute an Inseln und am Festland vorbei, wir können in der Ferne einige Tiere sehen. Es ist ein entspannter, ruhiger Tag ohne Stress und wir kommen trotzdem voran! An Bord haben wir Vollpension, und trotz des Kantinencharakters schmeckt das Essen besser als in den meisten Restaurants.

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Teil 3119. Jan. 2025
19.07.2024 Gwango Heritage Resort Campsite
Die Nacht ist - sagen wir mal besonders. Im Aufenthaltsraum sind Klappstühle, die man zu einer Liege umbauen kann, und auch Matratzen. Alles schön mit Frottee-Stoff bezogen, vermutlich derselbe seit dem Kauf der Matratzen. Also nicht sehr einladend. Dann kommen auch noch Moskitos .... . Wir beschließen, in unserem Truck zu schlafen. Das Problem: wir stehen auf der 20 Grad schrägen Rampe. Ein Versuch bringt den Beweis: wir kullern raus. Also schieben wir unter die vordere Matratze unsere keilförmigen Rückenlehnen, jetzt liegen wir in einem "V" und rollen beide zur Mitte, es heißt kuscheln (jetzt, wo es in der Nacht kaum noch unter 20 Grad abkühlt). Aber so funktioniert es. Die Abgase, die ins Fahrzeuginnere ziehen, helfen uns in die Bewusstlosigkeit. Am Morgen gibts wieder ein sehr gutes Frühstück, mit zwei Stunden Verspätung treffen wir dann in Mlibizi ein. Die großen Autos über die schmale Rampe rückwärts runter vom Boot ist nochmal ein kleiner Akt, aber um 10:30 sind wir wieder unterwegs, Richtung Hwange Nationalpark.

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Die Straße beweist, was wir uns gestern erspart haben: zwar eine Teerstraße, aber für 75 km brauchen wir mehr als 3 Stunden. An einem kleinen Markt wird nochmal eingekauft, und in der Nähe des Hwange Maingates finden wir eine schöne Campsite. Kaum brutzeln die ersten Crepes in der Pfanne, die mit Tomaten und Feta gefüllt werden sollen, kommen die ersten Elefanten .... Zum Glück sind die nicht an unseren Tomaten oder den Äpfeln im Kühlschrank interessiert, die zieht's zum Pool - Durst!

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Teil 3221. Jan. 2025
20.07.2024 Painted Dog Conservation Center
Nahe dem Haupteingang zum Hwange Nationalpark, ca. 10 km von unserer Campsite entfernt, befindet sich eine Auffangstation für verletze Wildhunde, das "Painted Dog Conservation Center“, das wir unbedingt besuchen wollten.

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Dort werden verletzte oder verwaiste Wildhunde wieder aufgepäppelt und dann - soweit möglich - wieder ausgewildert. Zurzeit haben sie 2 Hündinnen in Pflege, eine ist schon 6 Jahre hier, nach einer Löwenattacke hat sie eine angebrochene Wirbelsäule, kann den Kopf nicht mehr gerade halten, deshalb kann sie nicht mehr ausgewildert werden. Die andere ist noch jung, sie kam als Welpe im Februar hierher, ihre Eltern fielen Fallensteller zum Opfer. Jetzt ist sie bereit zum Auswildern, aber es muss noch ein passendes Rudel gefunden werden, alleine hat ein Wildhund keine Überlebenschancen.
Im Visitor Center gibt es viele Information über Wildhunde. Es ist schon deprimierend zu hören, wie viele von ihnen direkt oder indirekt durch den Menschen getötet werden. Sehr oft durch Fallen, wobei das Ziel der Fallensteller nicht die Wildhunde sind, sondern Antilopen, Büffel, Zebras usw., des Fleisches wegen. Wildhunde sind sozusagen der Collateral-Schaden. Das Hauptproblem ist sicher der schwindende Lebensraum dieser schönen Tiere, verschärft durch den Straßenverkehr, der auch viele Opfer fordert. Trotz (oder wegen?) aller Bemühungen der engagierten Ranger hier vor Ort, bleibt der Bestand im Hwange Nationalpark bei ca. 200 - 220 Tieren gleichbleibend.

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Zurück in der Campsite bemerken wir ein Problem mit unserem Truck, das hintere Differential verliert etwas Öl. Nicht viel, aber wir nehmen das natürlich ernst. Es wird wohl demnächst ein Werkstattbesuch fällig werden. Zumindest "nur" ein mechanischer Schaden, aber den passenden Simmerring (Wellendichtring) aufzutreiben, wird wahrscheinlich auch nicht ganz einfach werden.

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Am Abend gehen wir ins Restaurant vom Campsite Resort, ein nettes Ambiente, aber hungrig sind wir anschließend immer noch.
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21.07.2024 Gwango Heritage Resort Campsite – Ruhetag
Zuerst müssen wir uns jetzt um unser Differential kümmern. Gestern haben wir noch nach Werkstätten recherchiert, und hier auf der Campsite nach Empfehlungen gefragt. Wir müssen wohl die ca. 90 km nach Hwange fahren, eine Kleinstadt mit 40 000 Einwohnern. Sollten wir da nichts finden, können wir immer noch nach Victoria Falls weiterfahren (nochmal 90 km), da haben wir zwei gute bewertete Werkstätten gefunden, oder von dort weiter nach Kazungula/Kasane (Botswana). Da aber heute Sonntag ist, und die meisten Werkstätten ohnehin geschlossen haben, bleiben wir noch einen Tag hier und genießen das schöne Camp. Diesmal ist es ein echter Ruhetag. Mittags wird die Grillpfanne rausgeholt und nochmals gegrillt (wir hatten noch eingefrorenes Steak aus Südafrika, und nach Botswana dürfen wir ohnehin kein Fleisch, keine Milchprodukte, kein Obst und kein Gemüse einführen). Am Nachmittag gehen wir nochmal zum Pool, machen Updates an den Notebooks (soweit möglich bei extrem langsamem und immer wieder unterbrochenem Internet) und beobachten "Poolwürmer".
https://youtube.com/shorts/VJNb9uqZ87U
Teil 3421. Jan. 2025
22.07.2024 Hwange National Park - Sinamatella Camp
Um 2 Uhr nachts knackst und kracht es im Gebüsch, die Elefanten kommen und futtern genüsslich die Äste von den umliegenden Bäumen. Nach einer 3/4 Stunde ist der Spuk vorbei und wir können weiterschlafen.
Am Morgen fahren wir wie geplant nach Hwange. Leider ist die empfohlene Werkstatt geschlossen, wir suchen weiter, finden aber nicht viel. Endlich ein Baumaschinen-Handel, aber dessen Mechaniker ist wegen einem Notfall in Victoria Falls. Aber gegenüber ist ein Reifenhändler, der kann uns vielleicht helfen. Der Reifenhändler hat wieder einen Nachbarn, der will sich der Sache annehmen. Nach einem Telefonat wird relativ schnell klar, den neuen Simmerring kann keiner besorgen. Zwischenzeitlich prüfen wir den Ölstand im Differential, und die positive Überraschung, es fehlt kein Öl, der Verlust ist sehr gering. Jetzt fahren wir zurück zum Reifenhändler, der hat nämlich das passende Getriebeöl auf Lager (importiert aus Deutschland), wir kaufen 5 Liter. Jetzt können wir zumindest selbst Öl nachfüllen, wenn der Ölverlust größer werden sollte. Bis Kasane muss es das tun, dann sehen wir weiter.
Mittlerweile ist es 15:30 Uhr, jetzt fahren wir noch Richtung Sinamatella Camp im Hwange Nationalpark. Eigentlich wollen wir am Gate übernachten, aber die Ranger telefonieren noch mit dem Camp und meinen, wir sollen noch dorthin fahren. Das Camp macht auf uns einen traurigen Eindruck, die Chalets sind zum Teil verfallen und wir sind die einzigen Gäste. Aber welche freudige Überraschung: sie haben extra für uns schon den Donkey-Ofen angeheizt und ein Lagerfeuer auf unserem Stellplatz brennt auch schon. Welch ein Service! Wir lassen den Abend am Lagerfeuer ausklingen und freuen uns auf die Pirsch morgen.

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Teil 3523. Jan. 2025
23.07.2024 Hwange National Park - Sinamatella Camp
Heute Nacht werden wir mehrmals geweckt .... von Löwengebrüll. Wir schätzen unter Berücksichtigung der Windrichtung waren die Löwen ca. 2-3 km entfernt. In der Früh fahren wir zur Rezeption und bezahlen (gestern Abend war Power off) und pirschen dann los. Am Anfang ist es noch etwas mau, aber dann werden die Sichtungen ständig besser. Am Mandavu Dam (mit großer Wasserstelle) gibts Frühstück und wir haben viel Zeit, die Tiere beim Kommen und Gehen zu beobachten.

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Blaustirn-Blatthühnchen

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Schlangenhalsvogel

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Stelzenläufer

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Buschschliefer

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Dann fahren wir weiter zum Masuma Dam (auch mit Wasserstelle). Dort erzählen uns andere Gäste, dass kaum einen Kilometer weiter 2 Löwen unterm Baum schlafen, und wir natürlich gleich los. Und da liegen sie dann auch, hatten wohl eine anstrengende Nacht.

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Wir bleiben 1,5 Stunden und beobachten sie, dann fahren wir zurück zum Masuma Dam zum Mittagessen. Auch hier bleiben wir einige Zeit an der Wasserstelle.

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Südliche Zwergmanguste

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Graureiher

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Als wir uns auf den Rückweg machen, ist es bereits 15 Uhr. Der gewählte Rückweg führt über den Lukosi River Loop, wir sehen vor allem Elefanten und Giraffen. Um ca. 17 Uhr kommen wir wieder in Sinamatella an. Zu unserer Überraschung sind weitere Gäste eingetroffen, eine Schweitzer Familie mit 3 Kindern. Und später kommt noch ein Auto mit 2 Spaniern, einer Bolivianerin und einer Italienerin. Richtig Rush Hour jetzt.
Teil 3623. Jan. 2025
24.07.2024 Hwange Nationalpark - Robin's Camp
Im Tal unter uns (ca. 350 m entfernt) hören wir schon in aller Früh einen Löwen, der sich langsam - aber brüllend - vorbei bewegt. Trotz vereinter "Fernglasbemühungen" (die Campsite Nachbarn und ein Ranger) finden wir ihn nicht. Dann gehts wieder zum Mandavu Dam zum Frühstücken, diesmal sehen wir aber leider nicht mehr so viele Tiere wie gestern. Wir fahren weiter Richtung Robin's Camp. Am Deetema Dam Picknick Platz mit Wasserloch ändert sich unser Sichtungsglück vollständig, Tiere im Überfluss, Elefanten, Giraffen, Zebras, eine Löwin, die seltenen Pferdeantilopen und viele mehr. Welch ein schönes Wasserloch.

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Löwin am rechten Bildrand

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Senegaltaube

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Angola Schmetterlingsfink

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Braundrossling

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Flötenwürger

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Pferdeantilopen

Nach dreieinhalb Stunden Pause geht's weiter. Wir sehen wieder Elefanten über Elefanten, heute waren es bestimmt schon zwischen 200 und 300 von den grauen Riesen. Am Spätnachmittag erreichen wir Robins Camp und buchen 2 Nächte. Es ist herausragend, wie freundlich wir hier empfangen werden, gefühlt wie Lodge Gäste die 3 Wochen gebucht haben. Alles wird uns ganz genau erklärt (Restaurant, Aufenthaltsraum, Sichtungstafel, Feuerstelle ….), wir fühlen uns hier sehr willkommen. Neben der obligatorischen Warnung vor diebischen Pavianen, werden wir hier auch vor einem diebischen Honey Badger gewarnt, der nachts die Campsite unsicher machen soll - wir freuen uns schon drauf!
Teil 3724. Jan. 2025
25.07.2024 Hwange Nationalpark - Robin's Camp Tag 2
Nachts, 01:30 Uhr, wir hören draußen Geräusche. Vorsichtig öffnen wir die Rollos, und da ist der Honey Badger, wie angekündigt. Er hat ein altes Ölfass, welches als Mülleimer dient, (nicht unser Müll, wir waren ja vorgewarnt) umgeworfen und macht sich jetzt über den Inhalt her, unter anderem einen großen Markknochen (welche Camping-Mahlzeit oder welches Grillfleisch beinhaltet so einen großen Markknochen???). Irgendwann wird ihm unsere Fotografiererei zu dumm, er verdrückt sich mit dem Knochen und wir gehen wieder ins Bett.

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Nach dem Frühstück brechen wir auf zur (fotografischen) Löwenjagd. Gestern Abend haben wir noch erfahren, dass die letzten 3 Tagen ein Rudel mit 2 Männchen, 3 Weibchen und 3 Babylöwen in der Gegend gesichtet wurden. Am ersten Tag alle zusammen, die beiden folgenden Tage die Männchen woanders als die Familie. Wir suchen den ganzen Tag, fahren sogar sehr selten befahrene und zugewachsene Pisten, haben aber kein Glück.

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Dann treffen wir einen Guide mit seinen Kunden, der sucht auch und meint, am Big Tom Wasserloch wären sie gesehen worden. Da waren wir schon in der Früh, aber wir fahren gemeinsam nochmal hin. Hier finden wir zwar eine große Spinne in der Toilette, aber immer noch keine Löwen.

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Plötzlich verliert der Guide sein Hinterrad (alle Radmuttern verloren, ein Radbolzen gerissen, ein Radbolzen verbogen), aber das ist schnell repariert. Es gibt an einem Auto ja genügend Radmuttern, und ein Rad hält auch mit 4 statt 5 Muttern. Nach 20 Minuten gehts weiter, aber auch gemeinsam haben wir kein Glück. Er fährt dann in ein anderes Camp, wir zurück nach Robin's Camp. Hier stellt sich heraus, alle (Selbstfahrer, Guides, Kunden) haben die Löwen gesucht, und keiner hat sie gefunden (das beruhigt ein wenig). Wir hören, der Tag war generell schlecht, kaum Tiere zu sehen. Zum Glück können wir das nicht bestätigen (knapp 100 Elefanten, Raubadler, Kudus, Warzenschweine, eine dicke fette Spinne, Riedböcke, Impalas, Rot- und Gelbschnabeltokos, Zebramangusten, Buschhörnchen, Strauße, Helmperlhühner, Schakale, Zebras, Giraffen, Pferdeantilopen, Hippos, Krokodile, Swainsonfrankoline, …..).

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Am Abend gönnen wir uns ein Dinner im Restaurant, zum Nachtisch gibts Apple Crumble, den konnte man am Nachmittag schon von weitem riechen, da war die Entscheidung schon vorprogrammiert.
Teil 3824. Jan. 2025
26.07.2024 Abschied von Zimbabwe
Als wir gestern Abend vom Restaurant zurückgingen, haben wir unseren Freund Honey Badger wieder getroffen. Diesmal hat er an einem Loch gegraben, wir wissen nicht, was er da suchte. Auf alle Fälle meinte er, dass sei sein Loch und wir sollen uns gefälligst selbst eines suchen.

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Es geht Richtung Botswana. Der Grenzübergang Pandamatenga, ein kleiner Grenzposten an der Hunters Road bietet sich an. Dort soll es recht relaxt zugehen, nicht so stressig wie in Beitbridge (unsere Einreise) oder in Victoria Falls, wo täglich Massen von Bussen mit Tagesgästen abgefertigt werden. Während der Fahrt bekommt man fast Zweifel, dass es hier zu einem Grenzübergang geht. Die Piste wird immer schmäler, keine anderen Autos, dafür viel Wildlife.

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Dann kommt die Grenze. Der Immigration Beamte kommt gleich raus zu uns und begrüßt uns freundlich. Wir machen Smalltalk, dann die Immigration. Er erzählt uns, im Schnitt kommt ein Auto pro Tag, aber heute sind wir schon das zweite Auto (es ist jetzt Mittag). 2023 waren es total 399 Fahrzeuge. Dann ruft er den Kollegen vom Zoll an, der sich um unser Carnet de Passage und unser TIP kümmern soll. Der kommt gleich darauf (die Beamten wohnen in der Nähe und sind sozusagen Stand-by). Ruckzuck werden wir sehr professionell abgefertigt, und wir hatten schon Angst, es könnte Probleme mit dem Carnet geben. Dann rüber auf die Botswana Seite. Hier gibt es nur eine Beamtin, die in Personalunion Immigration und Zoll wahrnimmt. Auch hier werden wir - einschließlich Carnet - sehr schnell und professionell abgefertigt. Bevor wir endgültig einreisen dürfen, kommt noch die Veterinär-Kontrolle und inspiziert unser Auto, vor allem den Kühlschrank (es dürfen kein Fleisch, Obst, Gemüse oder Milchprodukte eingeführt werden). Unsere offene Milchtüte, zwei Zwiebeln und halbe Knoblauchknolle beanstandet sie nicht. Dann sind wir in Botswana, und unser Zimbabwe Reisebericht endet hier.

Wir hoffen, er hilft euch bei einer Reise nach Zimbabwe, oder bringt euch auf die Idee zu einer Zimbabwe Reise. Dieses schöne Land hat Besucher und ein wenig mehr Tourismus verdient.

Viele Grüße und schöne Reisen, Harald und Silke
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