Reisebericht

Familienauszeit mit 4-jährigem

von scoutair · begonnen 24. Juni 2024 · 27 Teile

Teil 124. Juni 2024
Liebes Forum
Nachdem ich hier schon länger mitlese und eure Reiseberichte mir immer wieder neue Ideen geben, was wir in Namibia noch alles nicht entdeckt haben, habe ich mich dazu entschieden, auch unsere Familienauszeit vom März 2024 zu teilen. Wir haben einen 4-jährigen dabei, weshalb am Schluss des Berichts auch mein Fazit für Reisen mit kleinen Kindern zu finden sein wird.
Der Bericht ist bereits fertig, und so werde ich euch in hoffentlich kurzen Abständen jeweils eine Reiseetappe einstellen können. Fotos sind ebenfalls geplant. Viel Spass!
Teil 224. Juni 2024
Einleitung
Nachdem mein Mann und ich im 2017 Namibia zum ersten Mal bereist hatten, war für uns klar: hier waren wir nicht das letzte Mal. Die Landschaft, die Einsamkeit, die Farben hatten es uns angetan und wir wollten noch mehr Ecken dieses wunderbaren Landes entdecken. Im 2017 haben wir eine vermutlich klassische zweiwöchige Ersttäter-Tour Namibias Süden gemacht (Spitzkoppe, Swakopmund, Sossousvlei, Lüderitz, Fish River Canyon, Kalahari), dieses Mal sollte es uns eher in den Norden ziehen.
Für diese Reise war im Vergleich zu 2017 vieles anders. Wir sind mit unserem 4-jährigen Sohn unterwegs, was wir bei der Routenwahl und den Fahrzeiten entsprechend berücksichtigen wollen. Wir sind für 3.5 Wochen anstatt nur 2 Wochen und im März anstatt im Oktober unterwegs, sodass unsere Garderobe, aber auch die medizinischen Vorkehrungen etwas anders aussehen (wobei dies mit Kindern sowieso ganz anders gehandhabt wird als ohne – jedenfalls durch uns).
Treu geblieben sind wir dem Toyota Hilux sowie dem Lodge Hopping. Mit der Planung hatten wir vermutlich schon rund zwei Jahre im Voraus begonnen, sodass ein Jahr im Voraus bereits alles gebucht war. So hatten wir noch gut ein Jahr Zeit, uns um alles andere (Pässe, Impfungen, Reiseapotheke, Packliste, etc.) zu kümmern und die Vorfreude zu geniessen.
Auch habe ich im Vorfeld mit T4A, Reiseführern, Internetrecherchen (aber leider weniger mit dem Forum) unser persönliches Roadbook erstellt. Wohlweislich haben wir für jeden Tag Routenvarianten mit Kilometer- und Zeitangaben, Ausflugsziele, Restaurantempfehlungen, Permit-Verkaufsstellen, etc. griffbereit vorbereitet. Dies wird sich während der Reise noch bewähren, da wir lieber die Ferien und die Zeit geniessen als uns jeweils am Vorabend noch um die Organisation des kommenden Tages zu kümmern (damals im 2017 hatten wir dies zirka so gehandhabt, aber ohne Kinder geht sowas auch viel einfacher).
Am 11. März 2024 geht es schliesslich los. Nach einer ersten Unsicherheit, ob wir auch wirklich wie geplant am 12. März in Windhoek ankommen werden, klappt dann glücklicherweise doch alles in letzter Minute. Wir konnten weder online einchecken noch konnte uns am Flughafen die Bordkarten für beide Flüge ausgestellt werden, Grund nicht bekannt resp. es wurden verschiedene Gründe genannt. Mit Buchungsbestätigungen hangelten wir uns bis zum Gate in Frankfurt durch und konnten unsere Bordkarten 5 Minuten vor Boarding doch noch in Empfang nehmen. Anschneienden sehr zur Unzufriedenheit der Mitarbeiter am Gate, da sie eine Offload machen mussten. Dort war man davon ausgegangen, dass wir unseren Anschluss sowieso nicht schaffen und hatte unsere Plätze vorsorglich schon mal weitergegeben. Ob das der wahre Grund der Probleme beim Check-in war, werden wir wohl nie erfahren…
Teil 325. Juni 2024
Windhoek
Die Nacht ist kurz, da Junior das elterliche Versprechen, den ganzen Flug über auf dem Tablett Filme schauen zu dürfen, auskosten will. Nach Mitternacht können wir ihn dann doch noch zum Schlafen überreden, sodass wenigstens er dann bis zur Landung ausgeruht ist. Die Einreise ist rasch erledigt und schon werden wir in der Ankunftshalle von einem Chauffeur, welchen die Autovermietung schickt, in Empfang genommen. Auf dem Parkplatz wartet ein gefühlt viel zu kleines Auto auf uns und unser Gepäck. Erstaunlicherweise passt dann doch irgendwie alles rein, aber meine beiden Männer müssen sich den Rücksitz mit einer Menge Gepäck teilen, sodass uns dieser Transfer nach Windhoek doch eher wie eine Ewigkeit vorkommt und alles andere als entspannend ist.
Was solls, wir sehen noch ein paar Paviane und stellen fest, dass es um einiges grüner ist als letztes Mal (was wohl nicht weiter erstaunlich ist). Aber es ist ein eher trockenes grün, nicht so saftig wie wir es von hier kennen (was wohl auch nicht erstaunlich ist).
In Windhoek nehmen wir dann gleich unseren Hilux entgegen, fahren zum Hotel, laden aus und fahren gleich noch zum Einkaufen. Knabbereien für die Fahrt, eine SIM-Karte und einen Fussball für Sohnemann. Wieder zurück im Hotel wird das Gepäck umgeräumt, der Pool inspiziert, gegessen und im Anschluss geht es früh ins Bett.
Teil 425. Juni 2024
Und hier noch die ersten paar Fotos für euch... Ich gebe zu, diese dienen auch ein bisschen dem Zweck der Bekanntmachung mit der Foto-Upload-Funktion des Forums.
Teil 526. Juni 2024
Kalahari
Am nächsten Morgen haben wir während dem Frühstück mit Nicole vom lokalen Reisebüro zum Meet&Greet abgemacht. Wir gehen die Reiseroute durch, arbeiten unsere Frageliste durch, nehmen wertvolle Tipps entgegen und lassen gleich die Restaurants in Swakopmund reservieren. Noch rasch die Nummern ausgetauscht und schon müssen wir uns beeilen, da wir bereits auschecken sollten, die Taschen aber noch lange nicht reisefertig gepackt sind. So checken wir leider mit Verspätung aus und wissen, dass wir hier noch optimieren müssen.
Jetzt geht es los in Richtung Süden. Das heutige Ziel ist die Kalahari Red Dunes Lodge nahe Kalkrand und wir haben uns für die Route C26 -> D1237 -> B1 entschieden. Schön, wie sich gleich hinter Windhoek auf dem Kupferbergpass eine Hochebene präsentiert. Wir geniessen die ersten Meter auf Gravel und freuen uns, bald nur noch einem Auto pro Stunde zu begegnen. Ausser einem Leguan sehen wir nicht wirklich Tiere.

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Der Rest der Route verläuft unspektakulär, ausser dass wir fast am Tropic of Capricorn Schild vorbeigefahren wären. Das Schild steht nicht auf derselben Höhe wie unser GPS den Tropic anzeigt. Die gut 200km meisten wir heute in 2h23.

Die Lodge kennen wir schon von 2017, obwohl sie zwischenzeitlich wegen Überschwemmungsschaden komplett neu aufgebaut werden musste. Nach sieben Jahren fällt uns der Unterschied aber nicht gross auf. Die Zufahrt ist wie letztes Mal spannend, da wir neben Gnus und Strausse auch Giraffen sehen. Wie schon letztes Mal fotografieren wir sie nicht und hoffen auf ein Foto zu einem späteren Zeitpunkt. Was sich, wie schon letztes Mal, nicht erfüllen wird.

Nach dem Einchecken nehmen wir den Pool in Beschlag und geniessen den Tag. Wir sind in Namibia angekommen und können uns nun ganz entspannt auf die weitere Reise freuen.


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Kurz vor dem Nachtessen findet mein Mann noch Fledermäuse, die sich in den Bungalow verirrt hatten, sodass unser Zimmer in unserer Abwesenheit nochmals gründlich durchsucht und die Irrläufer nach draussen befördert werden. Alle konnten aber nicht gefangen werden, die nächtliche Ruhe haben sie aber nicht gestört.

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Teil 626. Juni 2024
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Teil 730. Juni 2024
So, dann gehen wir doch weiter nach:

Sesriem/Sossousvlei
Das heutige Tagesziel ist die Sossous Dune Lodge. Nachdem wir ausgeschlafen, gemütlich gefrühstückt und gepackt hatten, geht es auch schon los. Da die C21 in schlechtem Zustand sein soll, entscheiden wir uns für die schnellste Route B1 -> C19 > D826. Bis Maltahöhe brauchen wir 2 Stunden. Wir stellen jetzt schon fest, dass die Zeiten, welche bei T4A ausgewiesen sind, eher sportlich sind – und wir gehören nicht zur Kategorie der Schleicher (überschreiten aber den gesetzlichen Rahmen auch nicht). Diese Erkenntnis ist für uns für den weiteren Verlauf der Reise wichtig.
Unterwegs nehmen wir noch 2 GeoCaches mit (wir haben vorgängig alle Caches entlang der Route(-n) herausgesucht und in einem Hand-GPS gespeichert) und sind beeindruckt vom landschaftlich schönen und spannenden Tsarishoogte Pass.

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Das Mittagessen bleibt kalt. Da wir eigentlich über Mittag jeweils etwas Kleines kochen wollten, hat uns der Autovermieter einen Kocher mitgegeben. Naiv, müde und gestresst wie wir bei der Übernahme waren, haben wir den natürlich nicht getestet und stellen jetzt fest, dass er nicht funktioniert. Halb so schlimm, verhungern tun wir nicht, aber ein blöder Fehler. Und zu guter Letzt geht in der Mittagspause auch noch der Fussball kaputt, da sich ein riesiger Dorn hineinbohrt. Tja, da ist nichts mehr zu machen ausser Sohnemann auf Swakopmund und einen neuen Ball zu vertrösten.

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Teil 830. Juni 2024
Irgendwann kommen wir dann am Ziel an, lösen die Permits für den Park und fahren zur Lodge. Einchecken und Pool in Beschlag nehmen, vielmehr liegt bei dieser Hitze auch nicht drin. Wir schätzen, dass ein Thermometer gegen 40° anzeigen würde. Die Lodge gehört nicht zu unseren Favoriten, weil uns im 2017 das Essen überhaupt nicht geschmeckt hatte und es hier wahnsinnig heiss ist. Heiss ist es auch dieses Mal, und die Hitze bekommt man auch mit Durchlüften einfach nicht aus dem Bungalow raus (und Querlüften mit der Türe soll man wegen den Tieren nicht), aber immerhin hat sich die Qualität des Essens markant verbessert.
Wir sind also wieder hier einquartiert, weil es eben nur in dieser Lodge möglich ist, am Morgen als eine der ersten hinten im Vlei zu stehen, weil sie als einzige im Park drinnen steht und die Gäste eine Stunde vor Sonnenaufgang losfahren dürfen.
Teil 902. Juli 2024
Und so geht es nach einer kurzen Nacht um 05:20 Uhr, ausgerüstet mit einem Lunchpaket, los. Beim 2x4 Parkplatz kommen wir an, als erst gerade die Dämmerung einsetzt. Daher warten wir gleich noch ein paar Minuten mit der Weiterfahrt, damit man den Weg nicht erahnen muss, sondern ihn auch sehen kann.

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Aufs Luftablassen verzichten wir (wie schon im 2017), und das klappt ganz gut so, obwohl uns der Sand tiefer vorkommt als das letzte Mal und ich schon ein bisschen auf Nadeln sitze, ob wir auch hinten ankommen und uns nicht etwa festfahren. Aber es geht alles gut und als wir uns vom 4x4 Parkplatz aus schliesslich auf den Weg ins Deadvlei machen, sind wir weder die einzigen noch die ersten (wo auch immer all diese Leute plötzlich hergekommen sind), stehen aber immer noch hinten, bevor die ersten Sonnenstrahlen den Boden berühren.

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Nach der Besichtigung der Bäume (mir scheint, als wären diese in den letzten 7 Jahren arg in Mitleidenschaft gezogen worden – wohl durch die Besucher, welche keinen Respekt mehr vor unserer Natur haben und alles geben, damit sie drei Insta-Klicks mehr generieren) geht es auf Kraxeltour am BigDaddy. Mit Junior kommen wir etwa bis auf halbe Höhe, bevor wir uns in den Spass des Runterrennens schicken. Der Rest des Tages verläuft unspektakulär mit Pool, Elim-Düne und ein paar Tiersichtungen. Auf den Sesriem Canyon verzichten wir, da Sohnemann den Pool bevorzugt.

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Erst Spätabends kommt nochmals Action auf, als eine Gruppe Schakale um das Wasserloch einen riesen Krach veranstalten. Der «Übeltäter» kann dank Kameraausrüstung meines Mannes identifiziert werden. Es handelt sich entgegen der Meinung sämtlicher Hotelangestellten nicht um einen Leoparden, sondern um einen Gepard. Obwohl es gemäss den Locals hier keine Geparde gäbe hatten wir sowohl im 2017 als auch im 2024 eine Gepard-Sichtung – dieses Mal inkl. Fotobeweis.

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Teil 1005. Juli 2024
Swakopmund
Wir verlassen die unwirtliche Dünenwelt in Richtung Swakopmund. Noch schnell ein Permit für den Welwitschia-Drive für einen der kommenden Tage gelöst, geht es auf der kürzesten und schnellsten Route (C14 -> C19 -> B1) ans Ziel. Einen Abstecher via die Drei-Pässe-Route streichen wir aufgrund der Fahrzeiten und Distanz – aufgeschoben bedeutet ja nicht aufgehoben.
Um 10:15 Uhr sind wir bereits in Solitaire für den obligaten Tank- und Apfelkuchen-Stop. Wir sichten die Fuchsmanguste, die hier unlängst im Forum gezeigt und bestimmt wurde (Danke dafür) und loggen einen GeoCache. Landschaftlich hat die Strecke zwischen Solitaire und Swakopmund viel zu bieten, vor allem bis nach dem Kuiseb-Pass ist es sehr abwechslungsreich. Auch dieses Mal verpassen wir das Tropc of Capricorn Schild fast und müssen noch ein paar Meter zurücksetzen. Die rund 400km meistern wir in 4h26 und liegen somit 10 Minuten hinter den Angaben von T4A. Die Strassen waren meist in gutem Zustand, auf der C14 wurde aber gebaut.

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In Swakopmund logieren wir 3 Nächte in der Desert Breeze Lodge am östlichen Stadtrand mit Sicht auf die Dünen. Während unserem Aufenthalt hier sind wir mehrfach am Strand, um Löcher zu graben, vor den Wellen wegzulaufen oder auf dem angrenzenden Spielplatz zu spielen und verbringen viel Zeit in den Dünen vis-à-vis vom Hotel mit Hochkraxeln und Herunterrennen. Da gleich neben unserem Bungalow ein «Weg» über die Felsen zum Flussbett des Sossous Swakop führt, hinter welchem sich dann die Dünen erheben, ist es für uns ein leichtes, diese zu erreichen und Sohnemann auszupowern.

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Teil 1106. Juli 2024
Wir besuchen auch das Café Anton, Essen im The Tug, bei Gabriela’s und im Wreck, sehen uns die Mondlandschaft an, besuchen die Oase Goanikontes (landschaftlich ist die Zufahrt via Mondlandschaft sehr zu empfehlen, und auch die Oase ist gerade für kleine Kinder süss, da es einen grossen Spielplatz inkl. Bobby Cars hat – und das alles im Schatten der Bäume) und machen eine Living Desert Tour. Im Nachhinein stellen wir fest, dass wir das Permit für den Welwitschia-Drive gar nicht benötigt hätten, da wir nur den Anfang des Drives gefahren waren.

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Natürlich erledigen wir in Swakopmund auch noch ein paar Einkäufe, wobei uns die Vielfalt des Sortiments mit bekannten Produkten im SuperSpar dann doch überrascht, und wir heben Geld für den Rest der Reise ab.
Swakopmund hat uns super gefallen. Auch mit Junior gab es genügend zu unternehmen und zu erleben. Das Klima (in Swakopmund ca. 20 – 25°C, wenige Kilometer landeinwärts ca. 35°C) sagt uns sehr zu (zumindest viel besser erträglich als die Bruthitze im Sossous oder der Kalahari) und wir kommen zum Schluss, dass wir auch noch einen weiteren Tag gut hätten rumschlagen können, bspw. mit einem Gang in die Kristall Galerie (oder der Gin Destillerie – den Stillhouse Gin mochten wir gern, auch wenn in den Sundownern meist Gordon’s vermixt wird…).
Teil 1207. Juli 2024
Skeleton Coast
Unser Reise-Programm zieht uns weiter und so brechen wir morgens um 7 Uhr zu unserem nächsten Ziel auf. Es geht der Küste entlang nach Norden in den Skeleton Coast National Park.

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Die Shipwreck Lodge – bereits vor der Reise unser heimliches Reisehighlight (was sich so bestätigen wird) – nördlich von Moewe Bay wartet auf uns. Und der Weg dorthin ist lang (aber glücklicherweise nicht beschwerlich). Bis Moewe Bay, dort ist der Pick-Up-Point für den Transfer in die Lodge, sind es gemäss T4A 436km / 5h. Da wir bereits wissen, dass wir langsamer als angegeben sein werden, keine Ahnung über den Zustand der Strassen haben und wir im Fall der Fälle genügend Zeit für einen Radwechsel haben wollen, ziehen wir durch. So lassen wir Cape Cross, die Benguela Eagle und die Salzpfannen (ausser einer kleinen direkt neben der Strasse) links liegen mit dem Ziel, so rasch wie möglich Distanz zu machen, denn wenn noch etwas (unvorhergesehenes) passiert, wird die Zeit gegen uns spielen.

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Da wir nach der Shipwreck Lodge nach Palmwag weiterfahren, wollen wir unterwegs sofern möglich noch einmal tanken. Mit unserem Doppeltank und einem 20L Kanister zusätzlich an Bord sollte der Diesel zwar für die gesamte Strecke reichen, aber (vielleicht auch wegen unserem Sohn) wir wollen lieber auf der sicheren Seite sein. So ist der Plan, entweder in Torra Bay oder in Terrace Bay auf dem Hin- oder Rückweg zu Tanken. Dies gibt uns quasi 4 Chancen auf Diesel. So fahren wir also bei der ersten Gelegenheit raus und stehen in Torra Bay bei einem Gebäude, welches an eine frühere Tankstelle erinnert. Dennoch sieht alles sehr verlassen aus. Wir steigen aus, schlendern etwas umher und sehen, dass irgendwo Menschen sein müssen, da frische Wäsche im Wind trocknet. Wir erspähen aber niemanden und sind schon am Losfahren um unsere Chance am nächsten Ort zu versuchen, da kommt jemand angerannt. Auf Nachfrage bietet er uns 25L Diesel für 800N$ an (Anm.: dies ist 32N$/Liter, normalerweise kostete der Liter um die 21N$) und führt aus, dass es weiter nördlich aktuell keine Diesel gibt (dies würde ich bei diesem Preis auch so ausführen, aber wir finden später heraus, dass es tatsächlich so war). Wir nehmen also diesen Diesel (die Bezahlung erfolgt selbstverständlich in bar), der von einem Kanister und mit viel Hebekraft langsam in unseren Tank übergeht. Happy über unseren Erfolg sowie das wohl speziellste Tankerlebnis unseres bisherigen Lebens fahren wir weiter.

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Da wir kaum Pausen eingelegt hatten und die Strassen von sehr gutem Zustand waren kommen wir nach 6 Stunden (davon 5h30 Fahrzeit) in Moewe Bay an und gehen, weil wir viel zu früh für den Pick-Up sind, erst mal an den Strand, um die Beine zu vertreten, etwas herumzurennen, Steine zu werfen und Löcher zu graben. Nach einer Weile werden wir informiert, dass unser Guide für den Transfer uns demnächst abholen kommt und so machen wir uns für die letzten 55km resp. eineinhalb Stunden des heutigen Tages bereit. Die Lodge liegt am südlichen Ufer des Hoarusib zirka 3 Kilometer landeinwärts. Zur Freude von meinem Mann dürfen wir mit dem eigenen Auto im Konvoi fahren, so kann er wertvolle Offroad-Erfahrung sammeln. Dieses Mal lassen wir die Luft raus, und dann geht es los.

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Teil 1309. Juli 2024
Pünktlich zum Sundowner sind wir schliesslich in der Lodge (hier gibt es zu meiner grossen Freude auch Aperol-Spritz, obwohl sich auch der Gin-Tonic sehen lassen kann. Sohnemann bestellt jeweils DryLemon). Ein fahrintensiver Tag neigt sich dem Ende zu und wir geniesse die Einsamkeit, die Aussicht, die Farben und das wunderbare Abendessen. Sohnemann ist happy, da er endlich wieder im Sand herumtoben kann.

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In den kommenden zwei Tagen werden wir die Gegend rund um die Lodge kennen lernen. Wir machen eine Wanderung zum und am Strand,

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Essen am Strand,

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besuchen die Clay Castles etwas weiter im Landesinneren, probieren Sandboarding aus und geniessen die Einsamkeit.

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Wir buddeln unzählige Löcher, bauen Sand-Forts und sind auf Nadeln, wenn die nächste grosse Welle sich unserem Bauwerk nähert – wird es halten oder nicht und wie gross ist die Zerstörung.

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Klimatisch ist es hier vergleichbar mit Swakopmund. Am Morgen und Abend ist es meist etwas neblig, die Temperaturen sind für uns angenehm, lange Kleidung oder Schuhe tragen wir hier trotzdem eher wegen der Sonne als wegen den Temperaturen.
Doch leider steht die Zeit nicht still, und so müssen wir uns nach drei Nächten wieder verabschieden. Die Lodge hat unseren Geschmack voll getroffen und wir durften die Skeleton Coast von einer wilden, einsamen, spektakulären, aber auch farbenprächtigen Seite kennen lernen.
Teil 1412. Juli 2024
Palmwag und Grootberg
Um 9 Uhr soll es losgehen, begleitet im Konvoi zurück nach Moewe Bay. Wenn denn das Auto anspringen würde. Ein paar Tipps der Locals und schon läuft der Motor. Sie meinen, dies käme hier öfters vor, da den Motoren das feucht-kühle Küstenwetter bei längerem stehen (3 Nächte) zusetzen würde. Wir akzeptieren das so, der Autovermieter am Ende der Reise weniger, er wird wohl die Batterie prüfen…
Ausgerüstet mit einem der besten Lunch-Boxen, die wir je hatten, geht es los. Ebbe sei Dank können wir ein grosses Stück der Strecke am Strand entlangfahren und treffen so nach kurzweiligen 40 Minuten in der «Zivilisation» ein. Ausser einem Seelöwen haben wir auf dieser Strecke keine weiteren lebenden Tiere mehr gesehen. Am Strand wimmelt es hingegen von toten Seelöwen, es wird eine Krankheit vermutet. Noch kurz Luft in die Reifen gelassen, schon geht es weiter zu unserem heutigen Tagesziel, der Palmwag Lodge.

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Teil 1512. Juli 2024
Da wir heute weniger unter Zeitdruck sind als auf der Hinfahrt, gönnen wir uns an der Küste noch den einen oder anderen Stop, bevor es dann ins Landesinnere und zum Springbock Gate geht. Irgendwann, ich glaube noch vor dem Gate, beginnt der VetFence, welcher sich von nun an auf unserer Linken befinden wird, bis wir ihn schliesslich kurz vor der Lodge passieren werden. Irgendwo stossen wir noch auf Welwitschias und etwa dort ändert sich auch die Landschaft und wir kommen in eine Gegend, wo sich um uns herum langsam Tafelberge zu erheben beginnen. Nach einer vermutlich weiteren Stunde und dem gemäss meinem Mann bisher schlechtesten Strassenabschnitt (C43) stehen wir dann vor dem VetFence und verstehen erst jetzt so richtig, was dies als Reisender bedeutet. Die Kontrolle geht flugs (ein paar Fragen beantworten, ein paar Formulare ausfüllen, was auch immer mit diesen Infos geschehen wird, zumal beim Reinfahren und beim Rausfahren nicht dieselben Infos abgefragt werden), aber als Selbstversorger muss man das im Blick haben, da ja bei der Nord-Süd-Durchquerung kein rohes Fleisch mitgenommen werden darf (von Süden nach Norden hingegen schon, so erklärt man uns).

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Teil 1612. Juli 2024
Nach dem Einchecken deponieren wir nur rasch das Gepäck im Bungalow und begeben uns sogleich zum Pool. Es hat sogar zwei Pools und wir haben die Qual der Wahl, so würde man meinen. Die besetzten, resp. die freien Liegen bestimmen dann aber, welche Pool-Gemeinschaft wir stören werden. Es ist etwa das erste Mal, dass wir den Pool mit anderen Menschen teilen müssen. Und so müssen wir Junior erklären, dass heute nichts mit reinspringen und herumspritzen wird, sondern wir uns aufs Tauch-Schwimmen beschränken müssen. Nachdem auch der Spielplatz erkundet wurde und wir an der Poolbar den Sundowner geniessen konnten, ziehen wir uns um und gehen zum Abendessen.

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Als wir im Anschluss dann ins Bett wollen, hegen wir einen doch etwas ekligen Verdacht, welchen uns die Reception auf Anfrage bereitwillig bestätigen wird.
Unsere Bettwäsche wurde nicht gewechselt.
Hier hört der Spass bei uns auf. Ein Telefonat mit der lokalen Reiseleitung, zwei Besuche an der Reception und eine Putzkolonne später (welche Mangels sauberer Bettwäsche nur ein Bett frisch beziehen konnte) wird uns ein anderes Bungalow zugewiesen und so richten wir uns dann gut eine Stunde später im Bungalow gleich nebenan zum Schlafen ein. Noch am Abend hatten wir via Reiseleitung abklären lassen, ob wir am nächsten Morgen verfrüht abreisen und in die nahe gelegene Grootberg Lodge verschieben können, was uns noch vor der Zügelaktion bestätigt wurde.
Teil 1712. Juli 2024
Nach dem Frühstück packen wir unsere sieben Sachen und ziehen weiter. Die Lodge entschuldigt sich nochmals in aller Form für die Unannehmlichkeiten, was wir auch annehmen. Wir besuchen noch die Palmwag Concession, leider ohne Tiersichtungen

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und nehmen dann auf dem Weg zum VetFence noch einen GeoCache mit. Danach geht’s auf den Grootberg Pass, welcher nur ein Katzensprung entfernt ist.

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Unterwegs begegnen wir noch einer einsamen Giraffe, welche nun als Fotomodell herhalten muss.

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Vom Pass aus führt dann ein sehr steiler Weg zur Lodge. Landschaftlich gefällt es uns in dieser Gegend sehr und wir fragen uns immer wieder, wie es wohl oben auf diesen Tafelbergen aussehen mag. In der Grootberg Lodge angekommen wird unsere Frage beantwortet. Die Lodge liegt am Rande eines solchen Tafelberges und bietet einen phänomenalen Blick über ein Tal und wir werden Zeugen einer Gewitterfront, welche nur wenige Kilometer entfernt durch eben dieses Tal zieht. Gewaltig.

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Teil 1812. Juli 2024
Auf einer privaten Sundowner Tour dürfen wir dann den Tafelberg noch etwas weiter erkunden. Da wir etwa einen Springbock und ein paar Perlhühner erspähen, belassen wir ihm die passendere Bezeichnung Nature Drive. Der Spot für den Sundowner ist wunderschön an der Kante des Berges gelegen. Als Aussicht bekommen wir die Passstrasse sowie mehrere hintereinanderliegende Tafelbergreihen geboten, welche die Dämmerung in einem wunderschönen Farbverlauf wiedergeben. Und dann geht im Rücken der Vollmond auf…

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Teil 1913. Juli 2024
Hobatere
Schon am nächsten Morgen zieht es uns weiter gen Osten. Das heutige Tagesziel ist die Hobatere Lodge unweit des Galton Gates vom Etosha National Park. Landschaftlich hat dieser Tag wieder viel Abwechslung parat. Wir verlassen die Tafelberge, die Landschaft wird hügelig und ist von grossen Steinhaufen oder kurzen Felshügeln durchzogen. Wie all das geologisch wohl entstanden war? Die Fahrt heute dauert nur gut 2 Stunden und so treffen wir, nach einem kurzen Tankstopp in Kamanjab, früh in der Lodge ein. Der Nachmittag wird mit Pool-Baden und Tierbeobachtungen gefüllt. Junior findet noch einen kleinen «Natursandkasten», in welchem er sich mit Steinen, Stöcken und Blättern austoben kann. Das «Lagerfeuer», welches während dem Nachtessen angezündet wird, hat es unserem Sohn angetan. Er ist fasziniert von Feuer und es ist das erste Mal auf dieser Reise, wo wir ein solches am Abend wahrnehmen.
Den nächsten Tag verbringen wir mit einem Besuch der Himba Cultural Village nahe Kamanjab, Poolnutzung sowie einem Sundowner Game Drive. Auf diesem sehen wir gegen Schluss einige Giraffe, einen Elefantenbullen, ein Löwenrudel und eine Menge Springböcke (den Sundowner bekommen wir auf einer weiten Ebene in Mitten einer grasenden Springbockherde serviert). Vor allem die Löwen sind super, denn sie liegen auf resp. dann neben der Strasse und weil wir zu langsam an ihnen vorbei fahren können wir einen Scheinangriff aus unmittelbarer Nähe miterleben. Der Fahrer weiss aber, was zu tun ist und mit ein wenig Gas geben bricht der Löwe sofort ab, da von uns jetzt keine Gefahr mehr ausgeht.

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Teil 2014. Juli 2024
Etosha National Park
Die kommenden drei Tage sind dem Etosha National Park gewidmet. Wir fahren beim Galton Gate rein, werden nahe dem Anderson Gate 2x in Etosha Village übernachten und schliesslich den Park bis zum van Lindequist Gate durchfahren (Ziel dann ist das Onguma Bush Camp).
Bei der Einfahrt am Galton Gate lösen wir die Parkgebühr gleich für den ganzen Aufenthalt. Dies lohnt sich, so müssen wir an den übrigen Tagen weniger lange in der Schlange stehen und können die Kolonne aussenrum überholen. Die Westseite des Parks ist touristenarmer, und auch mit den Tieren haben wir, ausser bei einem Wasserloch nahe Olifantsrus, wo wir eine ca. 50 tier-starke Elefantenherde sichten, nicht allzu viel Glück. Vermutlich ist dies auch der Vegetation geschuldet, welche oft aus mannhohen, begrünten Büschen besteht. Die Fahrt zieht sich und so sind wir froh, als wir Okaukuejo und somit auch dem Ziel der Tagesetappe, dem Anderson Gate, näherkommen. Für heute haben wir (wobei ich hier mit «wir» eher «Sohnemann» meine) genug von Safari und freuen uns auf den Hotelpool – dieser ist übrigens gefühlt der wärmste auf der ganzen Reise. Im Hotelgarten grasen Kudus, welche sich zwar nicht streicheln lassen, aber die Hand beschnuppern.

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