Gefühlt irgendwo im Nirgendwo, Napo Wildlife Lodge im Yasuni NP.
Wir waren letzten August/September für 3 Wochen in Ecuador unterwegs. Es gibt schon einige Reiseberichte im Namibia Forum von diesem Land, aber ich hoffe noch ein paar neue Informationen beitragen zu können oder mit bunten Vögeln das Fernweh etwas zu steigern.
Berichten möchte ich vor allem über 4 Unterkünfte: Refugio Paz de la Aves Lodge in Mindo Guango Lodge in der Nähe von Papallacta Polylepis Lodge in der Nähe vom El Angel NP Napo Wildlife Lodge im Yasuni NP
Die Refugio Paz de la Aves Lodge und die Guango Lodge hatte ich in Reiseprogrammen von Birder-Touren entdeckt. Das wir noch einmal nach Mindo wollten, war uns nach unserer Stippvisite in 2017 klar. Es dauerte leider etwas länger, bis wir uns unseren Wunsch erfüllen konnten. 2023 war es endlich so weit. Für Paz de la Aves entschieden wir uns, da hier die Wahrscheinlichkeit einen Quetzal zu sehen besonders hoch ist und auf dem Gelände auch ein Balzplatz des Cock-of-the-Rock liegt. Die Einfachheit der Unterkunft nahmen wir dafür gerne in Kauf. Und der Aufenthalt wurde für uns zum Volltreffer. Die Familie Paz lebt für Vögel und ihre Begeisterung übertrug sich für die drei Tage auf uns.
An einem Vormittag waren wir mit Tagesgästen unterwegs. Wir besuchen den Cock-of-the-Rock Hide
und sahen die Antpittas. Giant Antpitta
Mustached Antpitta
Ocre-breasted Antpitta
Chestnut-crowned Antpitta
Yellow-breasted Antpitta
Da der Cock-of-the-Rock Hide auf dem Gelände liegt konnten wir am Abend diese witzig aussehenden Vögel noch einmal in Ruhe bei der Balz beobachten.
Teil 202. Mai 2024
Die meiste Zeit liefen wir stundenlang mit Andy (da wir die einzigen Übernachtungsgäste waren, hatten wir bis auf den einen Vormittag eine Privattour) durch die Gegend. Wir hatten bereits die golden headed Quetzale gesehen und auch fotografieren können, aber am letzten Morgen genossen wir es über eine Stunde einfach dazusitzen und sie zu beobachten. 3 waren gleichzeitig zu sehen und ihre Rufe wechselten sich ab. Aus der Ferne konnten wir noch mindestens zwei weitere hören.
Vom Crested Quetzal konnten wir leider erst ein Foto machen, als er schon weit entfernt saß. An seinen roten Augen ist dieser einfach zu identifizieren.
Manchmal fuhren wir ein Stück mit dem Auto. Die Familie Paz hat bei verschiedenen Farmen Futterstellen platziert, um den Gästen möglichst viele verschiedene Arten zeigen zu können. Am liebsten war mir natürlich herumzulaufen, irgendwie entwickle ich mit zunehmendem Alter einen zunehmenden Bewegungsdrang. Auch nachts liefen wir auf Eulensuche 2 Stunden mit Angel und seinem Sohn durch die Finsternis, oft auch ohne Taschenlampe, um die Eulen nicht zu verscheuchen.
Rufescend Screech-Owl (Danke Bernd)
Da Andy selber fotografiert und Vogelliebhaber ist, passierte es auch, dass er wegen einem Vogel, den er noch nie so nah zu Gesicht bekommen hatte, alles um sich herum vergaß. Er konnte anschließend gar nicht verstehen, warum wir wegen diesem Specht nicht völlig aus dem Häuschen waren. Spätestens hier verstand ich – wir werden niemals „richtige“ Birder. Nicht destotrotz genossen wir unsere 3 Tage dort sehr. Es war unglaublich ruhig, die Luft frisch und klar, die Vögel bunt und bis auf einem Vormittag waren wir die einzigen Gäste. Dass Andy fotografiert war auch durchaus ein Vorteil, so wurde eine Fuchsienblüte als „Köder“ für Kolibris mit Zuckerwasser besprüht und aufgehängt. Ich hätte Stunden dort verbringen können.
Unglaublich viele verschiedene Kolibris kamen, auch wenn sich nicht alle gut fotografieren ließen. Es waren die langsamen Wuchtbrummer, wie wir sie nannten, die man gut im Flug erwischen konnte, weil sie einige Zeit in der Luft standen oder sehr langsam flogen und dabei nicht besonders leise waren.
Einige weitere Arten setzten sich zumindest mal kurz auf einen der Äste,
diesen hier erwische ich leider nur an der Nektartränke
viele aber flogen einfach nur hektisch hin und her und ließen uns keine Chance. Natürlich gibt es in Mindo noch viel mehr (bunte) Vögel und die kommen im nächsten Kapitel.
Bis dahin viele Grüße, Elisabeth
Teil 305. Mai 2024
Ich hoffe ich langweile Euch nicht mit weiteren Vogelfotos. Aber diese knallbunten Vögel finde ich einfach großartig und einige weniger bunte auch.
Red-headed Barbet, Männchen
und das Weibchen
Crimson-rumped Toucanet,
Den mountain toucanet sehen wir kurz, schaffen aber leider nicht einmal ein Beweisfoto.
Toucan Barbet
Flame-faced Tanager
Beryl-spangled Tanager
Golden Tanager,
Blue-winged Mountain Tanager,
Blue-grey tanager
golden naped tanager
Orange-crowned Euphonia
Masked trogon (gemäß dem Motto „auch ein Rücken kann entzücken“ erwischt ihn Christian erst, als er sich umdreht und seinen schönen rotleuchtenden Bauch vor uns versteckt)
Der lyre-tailed nightjar zeigt uns leider seine langen Schwanzfedern nicht.
Nachtschwalben
Common Potoo
Rufous-breasted Antthrush
Powerful woodpecker
Crimson-mantled Woodpecker
Black-and-white Owl
Noch ein paar Sätze zum Refugio Paz de la Aves. Man kann dieses Gebiet auch als Tagesgast besuchen. Uns hat es natürlich gefallen, dass wir vor Ort übernachtet haben, es ermöglichte uns ein zweites Mal zum Cock of the Rock Hide zu gehen, alleine die Kolibritränken und Vogelfutterstellen aufzusuchen und wir hatten eine 2 stündige Nachtwanderung inkludiert. Die Unterkunft ist zwar einfach, aber es ist ein tolles Holzhaus und alles ist super sauber. Wir wurden verwöhnt, bekamen nachmittags Kaffee und Kekse bevor es mit Andy weiter auf Vogelsuche ging. Die Familie ist einfach supernett und Vogelbegeistert. Das größte Zimmer (es ist das Zimmer, dass man auch auf der Homepage bei Room with Queen Bed sieht) hat an mehreren Seiten Holzleisten an der Wand, die uns hervorragende Dienste bei der Unterbringung unser elektronisches Geraffel leistete. Das Essen war leckere Hausmannskost und vor allem das Frühstück schmeckte uns sehr. Es war jeweils eher ein Brunch. Die Gegend wird landwirtschaftlich genutzt, dass sollte einem klar sein, denn die Lodge liegt nicht mitten im Wald, wie es einige andere Lodges in dieser Region tun. Vielleicht ein Grund warum man so viele Quetzale sieht, da das Gelände rechts und links der Straße relativ offenes ist. Durch ein erfolgreiches Crowdfunding hat die Paz Brüder das Habitat der Antpittas retten können, dieses befindet sich natürlich im Wald, der soweit ich das verstanden habe, kein Primärwald ist. Das letzte Mal waren wir im Bellavista Cloud Forest Reserve, in dem es noch Primärwald gibt. Wer Zeit genug hat, dem würde ich zwei Standorte in dieser Gegend empfehlen.
Teil 406. Mai 2024
Noch etwas zu dieser Region westlich von Quito. Bei Vogeltouren findet man auch immer wieder die San Jorge de Milpe Bird Lodge. Das Gebiet erstreckt sich zwischen 600 und 900 Höhenmetern und deckt damit den höheren Regenwald + Nebelwald ab. Mindo, Paz de la Aves und Bellavista gehören zum Nebelwald. Und wer es sich leisten will und kann, für den ist die Mashpi Lodge sicherlich eine tolle Möglichkeit in diesen Nebelwald einzutauchen. Manchmal zuckt es tatsächlich in den Fingern. Und damit kein falsches Bild von der Paz de la Aves Lodge entsteht, hier der link zum Satellitenbild von der Unterkunft und der Umgebung. Ja, diese Gegend wird landwirtschaftlich genutzt, aber natürlich gibt es auch jede Menge Wald dort. https://www.google.de/maps/@0.0201257,-78.707425,388m/data=!3m1!1e3?entry=ttu Die Straße wird eigentlich nur von der Familie befahren. Bis zum Parkplatz des Cock of the Rock Hide fahren noch ein paar wenige Tagesbesucher. Und da ich gerne Vögel im Kontext ihres Lebensraumes habe, hier noch „ein Quetzal im Beet“.
Teil 508. Mai 2024
Bevor es wieder in eine Birder Lodge geht, nehme ich Euch mit an die kolumbianische Grenze. Dies ist eine Region für Pflanzenliebhaber. Sabine26 hat hier im Forum bereits von der Region Lagunas Voladero im El Angel Park berichtet. Meine Idee war vor Ort zu übernachten und buchte die Polylepis Lodge. Leider hatte ich mich nicht genügend im Vorfeld informiert, denn rund um diese Lodge wachsen viel weniger Frailejónes, als man es von Bildern kennt, die vermutlich alle bei den Lagunen entstanden sind. Dafür gibt es bei der Polylepsis Region viele Blumen dazwischen, was natürlich auch schön ist und die Lodge ist in einen uralten Polylepiswald integriert, was einfach traumhaft ist. Hier zwei Fotos aus unserem Zimmer in den Wald hinein.
Inkludiert sind bei der Lodge zwei Aktivitäten. Am Abend liefen wir einen Hügel hinauf und hatten einen schönen Blick auf den Wald und das Gebiet, dass wir am nächsten Morgen durchwandern.
Wir sehen die ersten blühenden Frailejónes.
Leider ist das einzige Foto, bei dem man eine Idee von den unterschiedlichen Pflanzen bekommt die hier wachsen, mal wieder mit Christian 😣 . Ich sollte das nächste Mal daran denken Fotos für das Forum zu machen 😗
Am nächsten Morgen kommt immer wieder die Sonne durch und wir haben teilweise blauen Himmel, was die Stimmung durchaus steigert.
Die morgendliche Wanderung durch diesen Märchenwald wird superschön. Ich hoffe die Fotos vermitteln einen Eindruck von dieser einmaligen Vegetation. Die Bäume sind überwuchert von Flechten, Farnen, Moosen, Orchideen und Bromelien.
Die Papierbäume (Polylepis Incana) wachsen sehr langsam und einige sollen bis zu 2000 Jahre alt sein.
Wir kommen erst um 1 Uhr von der Wanderung zurück. (Gummistiefel bekommt man in der Lodge) Viel zu spät für unser Vorhaben. Da es bei der Lodge nicht die Frailejónes-Wälder gibt, wollen wir spontan noch zu den Lagunas Voladero fahren. Womit ich nicht gerechnet habe, ist die Straßenbeschaffenheit dorthin. Die Straße zwischen der Lodge und El Angel ist asphaltiert, aber für die 14 km zwischen El Angel und dem Visitor Center bei den Lagunen benötigen wir mit dem Duster unfassbare 45 Minuten.
Vom Parkplatz hat man keine Aussicht auf die Lagunen, man muss erst einen Hügel hinauflaufen. Dafür hatten wir keine Zeit. Mir war zum Heulen, aber es half nichts, wir wollten nicht bei Dunkelheit fahren und obwohl wir sofort umdrehten erreichten wir unsere Unterkunft im Norden von Ibarra erst kurz vor Sonnenuntergang. Frailejónes-„Wälder“ sieht man bereits bei der Fahrt zu den Lagunen, aber Fotos entstehen bei uns nur noch aus dem Auto heraus.
So beeindruckend diese Páramo Landschaft ist, so traurig ist es, wenn man bedenkt, dass diese Landschaft vermutlich einstmals von Bäumen bedeckt war und diese Landschaft ziemlich sicher durch Menschen und massive Abholzung erschaffen wurde.
Im nächsten Kapitel geht es zur Guango Lodge und zu mehr schillernden Juwelen.
Ein schönes langes Wochenende, wünscht Euch Elisabeth und Christian
Teil 614. Mai 2024
Zusatz zur Anreise El Angel und Lagune Voladero: Auf der Straße zwischen Ibarra und der Grenzstadt Tulcan fuhren viele Lastwagen. Zusätzlich hatten wir in beide Richtungen viele Polizeikontrollen, die immer wieder zu kleineren Staus führten. Das kostete uns viel Zeit. Nach El Angel (und zurück) fuhren wir über Mira/ San Isidro. Diese Strecke war bei uns nicht geteert. Rauf schafften wir knappe 50km/h, hinunter waren es dann ca 60km/h. Ich hatte keine Informationen über die Straßen gefunden, vielleicht wäre die Straße via Gracia Moreno besser zu fahren gewesen, dafür hätten wir uns aber auch länger auf der Hauptstraße vorwärts quälen müssen. Wir waren froh auf eine Nebenstraße zu kommen. Im Nachhinein wäre ich gerne zwei Nächte in der Polylepis Lodge gewesen.
Heute gibt es wieder bunte Vögel bevor es in den Amazonas geht.
Die Guango-Lodge liegt ein kleines Stück östlich von Papallacta (bekannt für heiße Quellen) und vor allen 600 Höhenmeter tiefer als Papallacta. Auf 2700m schnauft es sich leichter als auf 3300m. Wir buchten 2 Nächte Guango, wollten mittags eigentlich in die heißen Quellen bzw. etwas wandern. Aber erstens regnete es viel an dem Tag und zweitens konnten wir uns von den Kolibris nicht trennen. Wanderrouten bei Papallacta sind über die gängigen Internetseiten zu finden. Zum Beispiel https://www.outdooractive.com/en/hiking-routes/parroquia-papallacta/hiking-in-parroquia-papallacta/249793930/ Die Guango Lodge hat uns nur bedingt gefallen, was vor allem am Wetter lag wofür die Unterkunft natürlich nichts kann. Das hielt uns allerdings nicht davon ab hunderte von Kolibrifotos mit Hilfe der Zuckertränken zu machen. Diesmal hatte ich keine Hilfe bei der Bestimmung und hoffe ich liege richtig.
Chestnut-breasted Coronet
Collared Inca male
Collared Inca female
Long-tailed Sylph female
Puffleg + Long-tailed Sylph female
Tourmaline Sunangel male
Tourmaline Sunangel female
Buff-winged Starfrontlet
Sword billed Hummingbird
Speckled Hummingbird
Buff-tailed Coronet
White-bellied Woodstar male
White-bellied Woodstar male
White-bellied Woodstar female
Es gibt noch eine Schwesterunterkunft Cabañas San Isidro, die sich auch interessant anhört, diese liegt auf gut 2000 Höhenmeter und hat deshalb wieder andere Vogelarten, außerdem gab es wohl einen zahmen Tapir. Beide Lodges befinden sich im Nebelwald.
Die Unterkunft war einfach, das Essen teuer aber sehr gut. Es gab den ganzen Tag über Kaffee und heißes Wasser, Teebeutel, Kakao sowie Kekse auch für die Tagesgäste. Achtung: unser Navi hatte leider die Lodge 100m weiter im Osten angezeigt. Die Einfahrt war nicht ausgeschildert und schwupp waren wir daran vorbeigefahren. Bei den Kurven und der engen Straße war umdrehen eine Herausforderung, eine Herde Kühe als Roadblock für den Gegenverkehr kam uns zum Glück zur Hilfe. Man kann die Lodge auch gut von Papallacta aus besuchen, wenn man Wert auf eine bessere Unterkunft legt. Spanisch zu sprechen wäre in dieser Unterkunft sehr hilfreich gewesen. Es gibt mehrere Wanderwege dort.
Mit dem Guide, der gerade noch angelernt wird, laufen wir etwa 1,5 Stunden durch den Wald und am Fluss zurück.
Vogeltechnisch kein Erfolg, nur ein Andenguan lässt sich schön fotografieren.
Aber Bewegung und Pflanzen sind auch schön.
Teil 714. Mai 2024
Aufgrund des schlechten Wetters konnten wir morgens an der Futterstelle keine scharfen Fotos machen, es war einfach zu Dunkel. Um trotzdem einen Eindruck zu vermitteln, wer da so alles ans bequeme Futter kam, hier einige Fotos.
Inca Jay
Turquoise + Inca Jay
Turquoise Jay
Pale-naped Brushfinch
Chestnut-capped Brushfinch
Russet-crowned Warbler
Spectacled Whitestart Warbler
Woodcreeper
Wren
Masked Flowerpiercer
Und ein Chestnut-crowned Antpitta wird mit Würmchen angelockt.
Im nächsten Kapitel besuchen wir die Napo Wildlife Lodge, ein Ort gefühlt irgendwo im Nirgendwo.
Teil 815. Mai 2024
Meinen Informationen nach, hat die Sacha und die Napo Lodge die besten Guides für diese Amazonas Region. Den Ausschlag für die Napo Wildlife Lodge gab, dass diese zu 100% der Kichwa Añangu Community gehört und eine zweite Lehmlecke für Papageien besucht wird. Allerdings hatte ich mir lange überlegt die Sacha Lodge zu buchen, da mir der Internetauftritt besser gefallen hatte. Aber spätestens am Flughafen in Quito, als wir am Gate saßen, waren wir sehr froh um unsere Entscheidung. Beim Einchecken hatten wir Aufkleber mit der jeweils gebuchten Lodge bekommen und es war frappierend, die „Normalos“ mit Jeans, Wanderschuhen und Rucksack hatten Napo-Aufkleber, die amerikanischen Gucci Handtaschenträger mit teuren Outfits Sacha-Aufkleber. Wer mich kennt, weiß in welcher Gruppe ich mich wohlfühle. 😗 Es ist eine lange Anreise bis man in diesen Teil von Ecuador gelangt. Am Anreisetag, der bei uns um 6 Uhr startete, kamen wir zum Mittagessen in der Lodge an und hatten nachmittags die erste Aktivität. Der Abreisetag startete noch früher und so war keine Zeit mehr für Landschaft und Tiere. Aufenthalte unter 4 Nächten würden sich deshalb für mich nicht lohnen. Von Quito kommt man per Auto oder mit einem 30-minütigen Flug nach Coca. Von dort fährt man gute 2 Stunden mit einem Schnellboot den Napo Fluss hinunter, entlang eines immer dichter werdenden Waldes.
Die Ölindustrie ist dabei nicht zu übersehen. Am Welcome Center wurden wir von einer großen Ansammlung von Schmetterlingen begrüßt.
Auch eine Gruppe von Tamarinäffchen lebt dort, es sind unglaublich hektische Gesellen.
Es gibt übrigens auch das am Napo Fluss gelegene und einfachere Napo Culturel Center. Zur Napo Wildlife Lodge geht es weitere 2 Stunden per Kanu den Añangu Fluss hinauf.
Während der Fahrt wird weiter nach Tieren Ausschau gehalten. Wir sehen unsere ersten Totenkopfäffchen
und Brüllaffen.
Das Faultier versteckt sich so sehr hinter Zweigen, dass man nur etwas Fell und die zwei Krallen sieht. Das Foto erspare ich Euch. Wir sehen Vögel Capped Heron
Russet-backed Oropendola
Yellow Rumped Cacique
und plötzlich weitet sich die Vegetation und man erblickt den Añangu See und die Lodge auf der gegenüberliegenden Seite. Leider verpasste ich es ein Foto zu machen, viel zu begeistert war ich vom Anblick. Von der Napo Homepage habe ich dieses Foto geklaut, damit man sieht wie genial diese Unterkunft liegt.
Die einzelnen Cabanas mit Hängematte davor und Blick auf den See ließen bei mir keinen Wunsch offen. Die fast die gesamten Wände ausfüllenden Fenster waren nur mit feinem Maschendraht versehen. So drang nur die Geräuschkulisse des Dschungels und Luft, aber keine unliebsamen Tiere hinein. Die Napo Wildlife Lodge und die Umgebung war für mich etwas ganz Besonderes. Gibt es magische Orte? Ich bin Naturwissenschaftler und nicht besonders romantisch veranlagt. Und eigentlich ist es einfach diesen Ort zu erreichen, aber gleichzeitig befindet sich dieser doch ferner der Zivilisation, als ich es gewohnt bin. Auf alle Fälle war es ein Ort, an dem ich eine unvergleichliche innere Ruhe verspürte und ich genoss jede Minute die ich dort sein konnte – gefühlt irgendwo im Nirgendwo. Natürlich hatten wir auch großes Glück mit unserer Gruppe. 3 entspannte amerikanische Rentner aus SF, die wegen sozialen Projekten nach Ecuador gekommen waren und noch etwas Urlaub dranhängten und 2 Franzosen auf Hochzeitsreise, die allerdings nur 3 Nächte blieben. Dazu ein souveräner und engagierter Guide. An einem Vormittag laufen wir nach kurzer Kanufahrt durch den Wald
Sehen einen Frosch, Pilze und kleine Drachen (Handyfotos 😖)
und erklimmen eine 36m hohe Turm. Von oben blickt man weit über das Kronendach des Regenwaldes.
Wir sehen zwar viele Vögel und auch Kapuziner- und Klammeraffen turnen in den Bäumen herum, aber für Fotos sind diese Tiere fast alle zu weit entfernt. Beweisfoto Blue-and-yellow Macaw
Squirrel Cuckoo + Crimson-crested Woodpecker
Echsen an der Plattform werden dankbare Fotoobjekte,
ebenso ein Many-banded Aracari.
Auf einer nächtlichen Runde um die Lodge sahen wir leider kaum Frösche, dafür unter anderem einen Nachtaffen, ein Anoli? und Spinnen.
Teil 919. Mai 2024
Vor Sonnenaufgang starten wir zu den Lehmlecken. Die Steilwand, die auch von anderen Lodges in der Gegend besucht wird, liegt direkt am Napo-Fluss. Der Anker wird geworfen und man hofft das die Aras und Papageien kommen. Da wir das größte Boot hatten, haben wir einen noch größeren Abstand zur Steilwand, als die 3 Boote der anderen Lodges, dazu kam, dass das Boot nicht ruhig lag. Keine guten Bedingungen für gute Fotos. Ich muss gestehen dies ist eine Situation, zum Glück die einzige und nur kurz dauernde, in der mir meine verflixte Erwartungshaltung die Stimmung trübt. Irgendwie hatte ich mir eine Lehmlecke in herrlichem Morgenlicht mit einem Hide an Land ganz in der Nähe vorgestellt. Okay, das warme Licht wäre da gewesen, aber das übrige……So war ich sehr froh, als unser Guide relativ schnell beschloss die 2. Lehmlecke aufzusuchen. Diese liegt auf dem Gebiet der Kichwa-Community und steht, laut Guide, nur den Besuchern der Napo Wildlife und dem Napo Cultural Center zur Verfügung. Eine Schutzhütte bietet Sitzgelegenheiten und beste Aussicht auf die Lehmlecke – nur die Sonne fehlt, denn die Lehmlecke liegt im Wald. Erst am frühen Nachmittag kommt das Licht dorthin und dann natürlich gleißend. Mir machte das nicht mehr aus, ich saß glücklich im Hide und wartete was da so kommt. Wer allerdings schöne Fotos von Papageien an Lehmlecken machen möchte, für den kann ich weder die erste noch die zweite empfehlen.
Am Morgen sahen wir Brüllaffen,
ein paar Orange-cheeked Parrots und in den Bäumen ließen sich drei Scarlet Macaws nieder. An die Lehmlecke kamen sie nicht.
Während die anderen unserer Gruppe zur Kichwa Community aufbrechen, um sich deren Bräuche und Traditionen zeigen zu lassen, bleiben Christian und ich im Hide sitzen und das Warten lohnt sich, die Sittiche kamen zu hunderten zur Tränke.
An diesen Tag wird das Mittagessen im Welcome Center eingenommen. Die Fahrt zurück zur Lodge wird zur Tierbeobachtung genutzt. Neben den üblichen Totenkopfäffchen, Kapuzineraffen, Vögeln und Fledermäusen
entdeckten wir einen Miller´s? Saki. Von so einem Tier hatte ich noch nie gehört und ich finde das dicke Fell hier bei diesen Temperaturen erstaunlich.
Angekommen am See suchen wir nach den Riesenottern und finden einen
der kleinen Familie, die dort lebt. Mir gefällt allerdings auch die Vegetation sehr gut.
An diesem Nachmittag schlägt das Wetter plötzlich um, eine Gewitterwand baut sich auf
und gerade noch erreichen wir die Unterkunft bevor der Himmel die Schleusen öffnet.
Teil 1022. Mai 2024
Ein weiterer herrlicher Morgen.
Am meisten machten mir die Kanufahrten Spaß. (Das Laufen war ziemlich schweißtreibend.) Fast geräuschlos durch das Wasser zu gleiten, den Dschungelgeräuschen zu lauschen und dabei nach Tieren Ausschau zu halten war einfach Klasse.
Die Kaimane waren ziemlich schüchtern und versteckten sich tagsüber in den Pflanzen im Uferbereich, wenig war von ihnen zu sehen. Nachts, wenn man mit der Taschenlampe leuchtete, sah man jede Menge Augen leuchten. Die armen Riesenotter haben es da schwer. Es lebt hier eine kleine Familie. Sie haben zu unserer Zeit Nachwuchs. Vom Jungtier gibt es leider nur eine scharfe Aufnahme, die bereits auf der 1. Seite zu sehen ist, aber ich stelle es hier einfach noch einmal rein.
Und natürlich sahen wir auch viele Vögel. Hier eine kleine Auswahl Hoatzin
den blauen Morpho erwischten wir leider nie mit geöffneten Flügeln.
Bei einem kurzen und schweißtreibenden Spaziergang
sahen wir Wollaffen (zu weit entfernt für Fotos), Totenkopfäffchen und Klammeraffen.
Am letzten Morgen mussten wir wirklich sehr früh war. Wir starteten gegen halb vier. Wir erfreuen uns a einem Sternenmeer während wir über den See gepaddelt werden. So lohnte sich das frühe Aufstehen. Als es heller wurde genoß ich es noch einmal in diesem Dschungel unterwegs zu sein. Ich wollte gar nicht mehr weg.
Fazit Amazonas: Wir hatten sicher keine super spektakulären Sichtungen im Yasuni NP, damit hatte ich nicht gerechnet und das war auch nicht der Grund für uns dorthin zu reisen. Der Amazonas-Regenwald hat seine eigene wunderbare Faszination, die wir schon im Manú NP/ Peru großartig fanden. Und die Napo Wildlife Lodge bietet eine luxuriöse Möglichkeit dort einzutauchen, es ist ein geniales Bauprojekt. Ja es ist keine Natur, aber für mich schmiegt sich der Turm und die Cabanas in die Natur ein. Der Blick vom Lodge-Tower, weit über den See und den Regenwald ist alleine schon unwahrscheinlich schön.
Teil 1126. Mai 2024
Kondore in der Natur kann man gut im Antisana NPentdecken. Auf dem Weg zur Lagune La Mica kommt man am Tambo Condor vorbei, ein Restaurant und zumindest war es auch mal eine einfache Übernachtungsmöglichkeit. Das Cliff in denen die Kondore brüten und schlafen ist relativ weit entfernt, aber man muss sowieso den Zeitpunkt abpassen, wenn sich diese in die Lüfte emporschrauben. Wir konnten sie mit dem Fernglas gut beobachten, mit einem langen Tele hätte man vermutlich brauchbare Aufnahmen machen können, aber wir waren einfach etwas zu spät dran. Wir wollten natürlich auch den Antisana sehen, an diesem Tag hatte er leider ein Häubchen auf,
von Papallacta aus sehen wir die Bergspitzen.
Die Lagune La Mica
hat uns nicht so begeistert. Zur Höhenadaptation war der Ausflug auf 3950m aber ganz gut geeignet und Blumen sind immer gut.
Cotopaxi und Chimborazo standen natürlich auch bei uns auf dem Programm. Bei beiden Parks hat mir auch die Landschaft jenseits der Vulkane sehr gut gefallen. Am Anreisetag im Cotopaxi-Park sahen wir eine Wetterfront auf uns zukommen
und fuhren dann eine Stunde durch Schnee und Hagel. Danach klarte es auf und wir sahen den Cotopaxi in seiner vollen Schönheit.
Am nächsten Tag, als wir zur Schutzhütte liefen, hüllte er sich wieder in Wolken.
Wenn man nicht innerhalb des Parks übernachtet, muss man an die Öffnungszeiten denken. Wir sind in den letzten Minuten rausgefahren. Einlass war bei uns zwischen 8 und 15 Uhr und Ausfahrt bis 17 Uhr.
Beim Chimborazo lohnt es sich einmal rundherum zu fahren.
und der rauchende Sangay vom Eingang des Chimborazo Parks.