Reisebericht

Masai Mara 2023: Good Sightings & Bad Light

von FotoGnu · begonnen 08. März 2024 · 20 Teile

Über diesen Reisebericht

Wir sind zu zweit mit einem lokalen Massai-Guide vom 3. bis 14. November 2023 in Kenia unterwegs: ein Tag im Nairobi-Nationalpark, danach neun Nächte in der Masai Mara – fünf im Bella Camp im Reserve östlich des Mara-Flusses, vier in der Mara Serena Safari Lodge im Mara Triangle westlich davon.

Kurz vor unserer Ankunft hat die kleine Regenzeit eingesetzt, die Landschaft steht saftig grün, und fast täglich geht ein kräftiger Guss nieder – wunderbar für die Tierwelt, oft schwierig fürs Fotografieren. Dafür sind die Sichtungen großartig: An praktisch jedem Tag begegnen uns Löwen, Leoparden und Geparden, oft mehrfach am selben Tag. Eine Gepardin zieht vier Junge auf, zwei männliche Geparden erbeuten ein Zebrafohlen, ein Löwenrudel reißt eine Warzenschweinfamilie, und mehrmals liegen Leoparden mit ihrer Beute im Baum. Im Nairobi-Nationalpark sehen wir eine Nashorn-Kuh mit Kalb, in der Mara begegnen uns mehrfach Spitzmaulnashörner – einmal wird es richtig brenzlig, als uns ein aufgeschreckter Bulle attackiert.

Im Reserve erleben wir dichtes Fahrzeuggedränge an guten Sichtungen, im Triangle geht es deutlich ruhiger zu. Bis zum letzten Gamedrive am Abreisetag bleibt unsere Serie an täglichen Leoparden-Sichtungen ungebrochen.

Reisezeitraum
3.–14. November 2023
Länder
Kenia
Gruppe
2 Personen
Reiseart
geführte Privatsafari mit lokalem Massai-Guide
Fahrzeug
Landcruiser des Guides mit Hubdach
Veranstalter
lokaler Masai-Guide (George Kiriama)
Unterkunftsart
Zeltcamp im Reserve (Bella Camp) und Lodge im Mara Triangle (Mara Serena Safari Lodge); davor/danach zwei Nächte Hotel in Nairobi
Route
Nairobi – Nairobi-Nationalpark – Bella Camp (Masai Mara National Reserve, östlich Mara-Fluss) – Mara Serena Safari Lodge (Mara Triangle, westlich Mara-Fluss) – Nairobi
Flug/Anreise
Linienflug Bremen–Amsterdam–Nairobi, Weiterflug mit Buschflieger (Safarilink) in die Mara und zurück
Besonderheit
Reise fand zu Beginn der kleinen Regenzeit statt, fast täglich Regen
Gebiete
Masai Mara · Mara Triangle · Nairobi-Nationalpark
Unterkünfte
Bella Camp · Mara Serena Safari Lodge
Reiseart
geführte Safari
Bedingungen
Regenzeit · Fahrzeugandrang bei Sichtungen · Massentourismus
Natur
Löwen · Leoparden · Geparden · Spitzmaulnashorn · Hyänen · Elefanten · Serval · Klippschliefer · Zwergmangusten · Vogelbeobachtung
Teil 108. März 2024
FotoGnu in der Masai Mara
oder
Good Sightings & Bad Light

Liebe Fomis,
bereits im Sommer 2022 war uns klar, dass es 2023 auf jeden Fall wieder nach Ostafrika gehen sollte! Der Grund dafür war eine wirklich enttäuschende Kruger-Only-Tour im Juni 22.

Ich denke, viele von Euch kennen diese Tage, an denen man stundenlang durch die Landschaft fährt und sich einfach keine Tiere zeigen wollen. Kann man bei solchen Sichtungsflauten eine schöne Landschaft genießen, lässt sich das gut aushalten. Und meistens hat die Sichtungsfee dann ja auch irgendwann ein Einsehen und man darf nach ein paar Tagen wieder ein schönes Sighting erleben. Bei unserem Trip im Kruger war das leider nicht so: die Sichtungsfee war wohl gerade selber im Urlaub und statt Landschaft zu genießen, starrten wir im mittleren und nördlichen Teil des Kruger viele lange Tage nur erfolglos auf dichtes Mopane-Gebüsch.

Nach dieser für uns frustrierenden Erfahrung hatten wir also große Sehnsucht nach den weiten, offenen und vor allem tierreichen Grassavannen des östlichen Afrikas...
Prolog: Der lange Weg zur perfekten Reise
Die Masai Mara hatte uns schon 2018 und 2020 zu begeistern gewusst und so fragten wir beim Kenia-Spezialisten unseres Vertrauens eine Mara-Only-Reise an. Dabei waren uns drei Punkte wichtig: erstens wollten wir nur zu zweit mit Guide unterwegs sein, zweitens sollte dieser Guide ein lokaler Masai Guide sein und drittens wollten wir im Park übernachten und zwar mindestens in zwei verschiedenen Unterkünften: eine nördlich und eine südlich des Talek. Im März 2020 hatten wir nämlich die Erfahrung gemacht, dass sich der Talek wegen starker Regenfälle tagelang nicht überqueren ließ und unser Pirschgebiet damit ziemlich eingeschränkt war.

Tatsächlich waren wir ziemlich überrascht zu erfahren, dass sich Punkt zwei und drei anscheinend nicht so ohne Weiteres kombinieren lassen sollten: wir bekamen die Auskunft, dass wir entweder einen lokalen Guide von einer Lodge bekommen könnten - dann könnte der uns aber nicht zu einer zweiten Lodge bringen - oder dass wir einen Guide aus Nairobi bekommen könnten, der uns zwar überall hinbringen könnte, aber eben kein lokaler Masai wäre.

Warum es nicht möglich sein sollte, dass wir statt an zum Beispiel einem Airstrip einfach an einer anderen Unterkunft abgesetzt werden könnten, habe ich auch nach längeren Diskussionen nicht verstanden: anscheinend ist das wohl einfach nicht gewünscht.

Wir wollten aus den genannten Gründen aber weder von den unterschiedlichen Unterkünften ablassen, noch von dem lokalen Guide. Wir waren in der Vergangenheit bereits sowohl in Tansania als auch in Kenia mit ortsfremden Guides unterwegs und waren davon wenig begeistert. Wobei man sicherlich immer Glück und Pech mit Guides haben kann, egal ob nun local oder nicht.

Nichtsdestotrotz hatten wir es uns so aber nun mal in den Kopf gesetzt und fragten unseren Wunsch deshalb bei anderen Agenturen an. Leider ebenso erfolglos. Da kam dann dieses Forum ins Spiel und die wunderbaren Reiseberichte von Klaudi und Flash2010 alias Laura, die mit dem local Guide George Kiriama in der Masai Mara unterwegs waren. Nach einer ersten Kontaktaufnahme mit George entspann sich über die nächsten Wochen und Monate ein reger Austausch.

Die Reisezeit war für uns schnell klar. Die Zeit der großen Migration wollten wir definitiv vermeiden: viel zu voll, viel zu teuer und den Wahnsinn, der sich am Mara River bei einem potenziellen Crossing abspielt, hatten wir 2018 erlebt und wollten ihn nie wieder erleben. Also planten wir für Anfang November, in der Hoffnung, dass die kleine Regenzeit 2023, ihrem Namen entsprechend, weniger heftig ausfallen würde, als die große Regenzeit im März 2020.

In der weiteren Planung mit George wogen wir ab, ob wir lieber mit dem Flieger anreisen oder uns von ihm in Nairobi abholen lassen wollen. Wir entschieden uns für den Flieger, denn kostenseitig war das kein so riesiger Unterschied und wir kommen - mit Ausnahme des Foto-Equipments - mit wenig Gepäck aus. Außerdem mögen wir die Anreise mit den kleinen Buschfliegern, so dass dieser Punkt sehr schnell entschieden war.

Der nächste Diskussionspunkt war, ob es denn wirklich eine Unterkunft im Park sein müsste oder ob eine Unterkunft außerhalb nicht genauso gut und dabei günstiger sein könnte. Wir waren eigentlich immer vehemente Verfechter von „innerhalb“, aber die positiven Berichte hier über die komplikationslose Einfahrt ins Reserve, z.B. bei Übernachtung im Zebra Plains Camp ließen uns dann doch ins Wanken kommen. Tatsächlich hatten wir uns schon für „außerhalb“ entschieden, als plötzlich immer mehr Infos durchsickerten, dass sich etwas an den Park-Regularien ändern sollte und es künftig wahrscheinlich nicht mehr möglich sein würde, über die grüne Grenze in den Park zu fahren. Wir planten also um, denn es war uns sehr wichtig, die frühen und späten Stunden im Park maximal ausreizen zu können. Tatsächlich fanden wir mit Georges Hilfe auch Camps innerhalb des Parks, die gar nicht mal teurer waren als beispielsweise das Zebra Plains Camp. Am Ende entschieden wir uns für das Bella Camp, was sich für uns auch tatsächlich als absoluter Volltreffer herausstellte.

Ebenfalls aufgrund der Berichte im Forum, aber auch durch eigene Erfahrungen im Masai Mara National Reserve, dachten wir außerdem darüber nach, ob wir nicht auch einige Tage in einer angrenzenden privaten Conservancy verbringen sollten: wir hatten die unglaublichen Fahrzeugmassen und die teilweise absolut rücksichtslosen Verhaltensweisen im Reserve noch lebhaft in Erinnerung und die Berichte hier im Forum ließen darauf schließen, dass sich das zwischenzeitlich auch nicht geändert hätte - eher im Gegenteil. Für uns zeigte sich schnell, dass die meisten Conservancys preislich oberhalb unseres Budgets lagen. Nur die Masai Mara Conservancy, also das Triangle, kam preislich für uns in Frage. Hier gibt es allerdings nur eine einzige Lodge „innerhalb“, nämlich die Mara Serena Safari Lodge. Uns war auf den ersten Blick klar, dass das eigentlich keine ideale Unterkunft für uns sein würde: umzäunt, viel zu groß und mit Reihenhauszimmern statt Zelten - da kommt bei uns nicht das heißgeliebte Bushfeeling auf! Auf Pool und andere Annehmlichkeiten können wir in Afrika gut und gerne verzichten - einzig und allein die Bezahlbarkeit und die wirklich phantastische Lage waren daher für uns ausschlaggebend.

Statt nördlich und südlich des Taleks teilten wir unsere Zeit also in östlich und westlich des Mara Flusses auf und buchten über George fünf Tage Bella Camp und vier Tage Mara Serena Lodge.

Ich wollte unseren Kenia-Aufenthalt gerne noch ein wenig verlängern und konnte meinen Mann mit viel Mühe überzeugen, noch eine zusätzliche Nacht in Nairobi zu planen und den Nairobi Nationalpark zu besuchen. Zu diesem Park hört und liest man so viel Widersprüchliches, dass ich mir gerne ein eigenes Urteil bilden wollte. Ich suchte also ein günstiges Hotel zwischen dem Jomo Kenyatta International Airport und dem Wilson Airport und buchte über Booking zwei Nächte im Boma Inn. Über George buchten wir außerdem einen ganztägigen Gamedrive im Nairobi Nationalpark.

Damit war unsere Kenia-Planung endlich komplett und ich möchte hier gerne berichten, wie sich unsere Überlegungen ein halbes Jahr später in der Realität darstellten. Nach diesem doch sehr textlastigen Einstieg gibt es nun ein paar Fotos als Vorgeschmack:

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Wer Lust hat, uns bei dieser Reise zu begleiten, ist herzlich eingeladen! Aber Achtung: wie der Titel schon andeutet hatten wir zwar tolle Sichtungen, aber oft auch schlechtes Licht. Daher habe ich einige Fotos in schwarz-weiß konvertiert, auch wenn das hier im Forum ja eigentlich nicht so üblich ist. Ich finde aber, gerade Bilder in trübem Licht kommen in schwarz-weiß noch mal ganz anders zur Geltung.
Teil 210. März 2024
03. November 2023: Anreise

Die Wetteraussichten für unseren Trip sind nicht besonders ermutigend: 
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Außerdem beginnt der sehr frühe Morgen am Tag unseres Abflugs mit einer SMS von KLM: unser Flug von Amsterdam nach Nairobi startet 30 Minuten verspätet. An unserem Abflug um 06.00 Uhr ab Bremen ändert das aber leider nichts. Und so starten wir um halb fünf mit dem Taxi zum Flughafen. Schon um viertel vor fünf stehen wir am Schalter und geben unsere Taschen ab. Die Waage zeigt an, dass unser Gepäck einige Kilos zu viel hat - nicht für den anstehenden KLM-Flug, aber für den Flug in die Mara. Wir hatten zu Hause alles gewogen und lagen inkl. Handgepäck nur bei 30 kg, aber anscheinend war unsere Waage nicht genau. 😕

Der Flug nach Amsterdam ist kaum erwähnenswert und auch die fünfeinhalb Stunden im Flughafen Amsterdam vergehen fast ohne Zwischenfälle: unser Flug hat eine weitere halbe Stunde Verspätung. Im Flieger selbst haben wir Plätze am Notausgang, was uns die gut neun Stunden im Flieger einigermaßen ausgeruht überstehen lässt. Als Essen hatten wir vegetarisches Chickpea Masala bestellt und so bekommen wir unser Special Menu als erste. Leider kann der Steward die Frage nach enthaltenen Inhaltsstoffen nicht beantworten und so muss ich mit meiner Zwiebel-Unverträglichkeit entweder hungrig bleiben oder das Risiko eingehen, heute Abend mit Bauchweh ins Bett zu gehen. 😕 Ich entscheide mich fürs Risiko und das Essen ist überraschend lecker, besonders der kleine Kuchen!

Der Flug zieht sich. Darüberhinaus gibt’s Probleme mit unserem Guide für morgen: wir hatten den Guide für den Nairobi Nationalpark über George gebucht. Ich war dabei davon ausgegangen, dass wir ihn für ein Honorar von immerhin 140 USD für einen ganzen Tag gebucht hätten. Beim direkten Kontakt über WhatsApp zeichnet sich aber ab, dass der Guide wohl nur von einem halbtägigen Gamedrive ausgeht. Das WLAN im Flieger ist leider nicht so gut, dass wir das jetzt vernünftig klären könnten.

Als wir endlich landen, dauert es ewig, bis wir aussteigen dürfen und dann sind nur zwei Immigration-Schalter geöffnet. Dafür sind unsere Taschen aber beide angekommen und laufen über das Band. Dann muss noch mal kurz das Handgepäck durchleuchtet werden und schon sind wir raus. Draußen warten dutzende Fahrer auf Kundschaft. Wir hatten das Taxi aber über das Hotel vorbestellt und finden am Ende auch einen Fahrer mit dem Schild unseres Hotels. Auf dem Weg zum Auto regnet es in Strömen - das erste Mal seit Monaten, zumindest laut unserem Fahrer.

Im Hotel angekommen, dauert es ein Weilchen bis an der Rezeption alles erledigt ist, so dass wir erst um halb eins in unser Zimmer kommen. Dort stellen wir fest, dass unsere Taschen wohl eine Weile im Regen standen: die oberste Lage Klamotten ist nass. Von unseren Guides konnten wir leider keinen mehr erreichen. Wir hinterlassen also erstmal nur bei beiden die Nachricht, dass wir nach der späten Ankunft morgen doch lieber erst um 10.00 Uhr starten wollen.
Teil 311. März 2024
04.11.23: Nairobi National Park

Gegen acht Uhr gehen wir zum Frühstück ins benachbarte, wesentlich schickere und teurere The Boma. Bei Übernachtung im Boma Inn kann man Pool, Fitnessraum und Frühstücksbüffet des The Boma nutzen. Für uns kommt da aber nur das Frühstück infrage, das lecker ist und eine große Auswahl bietet. Leider ist das Wetter zu ungemütlich um draußen zu sitzen, schade!

Unser Hotel von außen:
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Vom Zimmer haben wir leider keine Fotos gemacht. Aber es war auch wirklich nichts besonderes und schon etwas abgewohnt. Aber für unter 50 Dollar pro Nacht sind wir zufrieden, denn alles funktioniert und ist sauber.

Da die beiden Hotels in einem bewachten Gebäude-Komplex liegen, können wir nach dem Frühstück bequem und sicher das benötigte Bargeld an einem ATM der ebenfalls im Komplex residierenden National Bank abheben. Anders als am Flughafen werden hier keine Gebühren verlangt.

Pünktlich um 10.00 Uhr holt uns schließlich unser Guide für diesen Tag, Francis, mit einem riesigen Landcruiser mit Hubdach ab und wir fahren als erstes zu einer großen und schicken Mall, die auf dem Weg zum Park liegt. Mit Francis Hilfe besorgen wir eine kenianische Simkarte, anschließend Getränke, Snacks und Zahnbürsten. Unsere elektrischen liegen nämlich zuhause, weil Lars und ich beide dachten, der jeweils andere hätte sie eingesteckt!

Am Nationalpark angekommen, müssen wir eine ellenlange Prozedur mit unserem Handy durchlaufen: Der Parkeintritt lässt sich nämlich nur noch bezahlen, wenn man persönlich digital registriert ist. Am Ende der digitalen Odyssee wird unsere Kreditkarte nicht akzeptiert. Zum Glück legt uns Francis den Betrag von gut 80 USD mit seinem Account aus und endlich kann unser erster Gamedrive losgehen!

Endlich wieder auf Safari! Wie herrlich es ist, wieder mit offenem Dach die Gegend abzuspotten und Tiere zu entdecken!
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Die Chinese Railroad durchzieht den Park soweit das Auge reicht. Nicht schön, aber wenigstens in sicherer Höhe.
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Zuerst sehen wir Büffel und dann jede Menge Geier, Marabus und Wasservögel. Auch Strauße gibt es hier wirklich viele.
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Was ich an diesem Park so absolut faszinierend finde, ist dass er in direkter Nähe und Sichtweite zu Nairobi liegt. Ich finde den Kontrast super spannend und einmalig - Lars lässt sich davon leider überhaupt nicht begeistern.
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Auf dem Weg vor uns tauchen mehrere Fahrzeuge auf, von denen eines tief im Schlamm stecken geblieben ist. Während der Fahrer erfolglos versucht freizukommen, kurvt Francis um alle herum und bleibt prompt ebenfalls stecken. Schnell sammelt Francis einige Knochen und Steine, legt sie vor unsere Reifen und gibt Gas. So kann er unseren Wagen aus dem Schlamm manövrieren und hilft anschließend einem anderen, der sich ebenfalls im Matsch festgefahren hat. Das Fahrzeug, dass alle anderen überhaupt erst in den Matsch „gelockt“ hat, lässt sich aber nicht befreien. Da müssen wohl die Ranger zu Hilfe kommen. 
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Wenig später haben wir unsere erste Nashorn-Sichtung in diesem Urlaub. Und dann gleich eine Kuh mit Kalb. Einfach wunderbar!
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Dann zeigt Lars wieder einmal seine Spotter-Fähigkeiten und entdeckt aus dem fahrenden Auto eine schlafende Löwin im dichten, hohen Gras. Francis fährt unerlaubt offroad, damit wir die Löwin richtig sehen können. Wir fühlen uns damit aber überhaupt nicht wohl, zumal wir die Löwin auch offensichtlich stören, und bitten Francis wieder wegzufahren. In der Zwischenzeit haben sich andere aber natürlich schon ein schlechtes Beispiel genommen… 🙁

Es folgt eine zweite Löwensichtung. Die Löwin kommt erst ein Stück auf uns zu, überlegt es sich dann aber leider anders und verschwindet im Busch.
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Als nächstes sehen wir kleine Schakale. Die zwei sind schnell unterwegs und obwohl Francis die Verfolgung aufnimmt, gelingt kein anständiges Foto. Am Ort, wo wir die Kleinen zuerst gesehen haben, steht noch ein Auto und so schauen wir mal nach, ob sich dort vielleicht noch weitere Schakale rumtreiben.

Es sind aber zwei junge, klapperdürre Löwen, die hier durchs Gebüsch streifen. Kein Wunder, dass die Schakale stiften gegangen sind! Francis meint, die zwei Löwengeschwister hätten ihre Familie verloren und müssten sich nun alleine durchschlagen.
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Obwohl sie in ihrem Alter wohl keines dieser Tiere erlegen könnten, bleiben eine Herde Zebras und eine Giraffe misstrauisch stehen und trauen sich an den beiden nicht vorbei. Nur die Elenantilopen lassen sich von den zwei Halbstarken überhaupt nicht beeindrucken.
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Wir verlassen die zwei und hoffen, dass sie irgendwie durchkommen! 🤨

Auf unserem weiteren Weg stoßen wir auf eine uns unbekannte Affenart - Erstsichtung! Francis meint, es seien Kolobus-Affen. Spätestens jetzt merken wir, dass er kein ausgewiesener Wildlife-Experte ist: wir kennen Kolobusse und das sind keine. Google meint später, es seien Weißkehlmeerkatzen.
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Wir sind bereits auf dem Rückweg, als wir auf eine Herde Zebras stoßen. Eines schreit erbärmlich. Es ist schlimm verletzt und scheint gerade mal so eben mit dem Leben davon gekommen zu sein. Man soll Tiere ja nicht vermenschlichen, aber auf mich wirkt diese arme Kreatur völlig traumatisiert.
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Auf dem Weg zum Ausgang lichten wir noch ein paar Motive ab:
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Dann verlassen wir müde und zufrieden den Park. Am Ausgang grasen drei Warzenschweine, die offenbar so an Menschen gewöhnt sind, dass man sich ihnen auf kurze Distanz nähern und mit den Handy fotografieren und filmen kann. Eine faszinierende Begegnung!
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Schließlich setzt Francis uns gegen sechs wieder am Hotel ab. Wir packen schon mal unsere Sachen für morgen, sichten unsere Bilder und schreiben Tagebuch. So geht der Abend schnell rum und schon ist Bettzeit!
Teil 413. März 2024
05.11.23: Anreise Masai Mara

Die Nacht ist früh vorbei, denn unsere Nachtbarschaft ist nicht die leiseste. Wir fühlen uns hier eigentlich wirklich wohl, aber der Lärmpegel ist durch dünne Wände und Fenster recht hoch.

Wir frühstücken, holen noch mal Geld und zahlen Frühstück und Flughafentransfers. Außerdem bestellen wir auch für unseren Rückflug aus der Mara noch einen Transfer. Dann holt uns der Fahrer auch schon ab und los geht’s zum Wilson Airport.

Wir erreichen den Flughafen schon nach zehn Minuten und sind positiv überrascht: Wir hatten den Wilson Airport viel chaotischer und rumpeliger in Erinnerung! Das Gebäude von Safarilink ist modern, wenn auch die Sicherheitsmaßnahmen nicht ganz dem europäischen Standard entsprechen. Über das Gewicht unseres Gepäcks habe ich mir (mal wieder) unnütz Sorgen gemacht: am Schalter ist man kulant und ich muss meinen Handgepäck-Rucksack nicht wiegen lassen. Nur mit Kamera-Rucksack und unseren leichten Taschen sind wir entspannt unter 30 kg und müssen nicht nachzahlen. Dabei hatten Lars und ich uns heute extra dick angezogen um Gewicht zu sparen! Naja, besser so als anders!

Die Zeit am Flughafen lässt sich ganz wunderbar damit vertreiben, Leute zu beobachten. Die Kenianische High Society, aber auch eine Gruppe völlig veroperierte Amerikaner, sind echte Blickfänge! 😛

Als es um viertel vor zehn endlich los geht, wird jeder noch einmal gefragt, ob seine Tasche auch wirklich im Gepäckwagen liegt und dann dürfen wir einsteigen. Da wir als erstes eingecheckt haben, haben wir die Plätze in der ersten Reihe bekommen. Wir starten pünktlich, fliegen über den Nairobi Nationalpark, in einer Schleife über den Flughafen und tauchen dann in die Wolken ein. Nairobi war eine schöne Overture, aber Lars und ich freuen jetzt uns wie blöd auf die nächsten Tage in der Mara!

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Unser erster Stop ist das Airfield Naibosho/Olsekai. Dort steigen weitere Passagiere ein. Bevor wir wieder starten, muss ein Typ auf einem Moped die Gnus an der Piste vertreiben - safety first! 😉

Der nächste Stop ist schon das Olkiombo Airfield und wir steigen aus. George wartet schon auf uns und wir freuen uns, ihn nach vielen, vielen Mails endlich persönlich kennen zu lernen!

Die Pirschfahrt beginnt mit einer Hyäne im vollen Lauf und ein paar Topis.

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George erzählt uns, dass es vor zwei Tagen zu regnen begonnen hat. In den zwei Tagen ist die Mara ergrünt und viele Kälber und Fohlen wurden geboren. Wir kommen zu einem erst wenige Minuten alten Thompson-Kalb. Es ist noch sehr unsicher auf den Beinen und kommt seiner flinken Mutter nicht hinterher. Stattdessen landet es bei einen Topi, das es erst sehr kritisch beäugt und dann neugierig beschnüffelt.

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Nach weiteren wunderbaren Sightings...

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...erreichen wir das Bella Camp, unser Zuhause für die nächsten vier Tage. Wir werden von der gesamten Camp-Mannschaft sehr herzlich begrüßt, wir sind nämlich in den nächsten zwei Tagen die einzigen Gäste! Der Camp-Manager Chronix gibt uns ein kurzes Briefing, dann werden wir zu unserem Zelt gebracht. Dort zeigt und erklärt uns Richard noch mal alles ausführlich.

Anschließend geht’s zum Essen mit wunderbarem Blick auf ein Flussbett. Es gibt Pizza mit Pommes und zum Nachtisch Mousse au Chocolat.

Eigentlich wollen wir im Anschluss bis drei Uhr Pause machen, aber um viertel nach zwei kommt George zu uns ans Zelt und berichtet, dass Bahati gesehen wurde. Wir hatten ihm vorher gesagt, dass wir die hübsche Leopardin sehr gerne wieder sehen würden. Wir hatten bereits 2018 und 2020 das Glück sie zu sehen und seitdem haben wir sie irgendwie besonders in unsere Herzen geschlossen.

Wir machen uns so schnell es geht fertig und George gibt richtig Gas, damit wir sie bloß nicht nicht verpassen...
Teil 514. März 2024
Wir haben Glück: Bahati chillt im Baum! Außer uns sind nur zwei weitere Fahrzeuge da und in einem davon sitzt James, unser Guide vom Mara Eden Camp aus 2020! Wir begrüßen uns, aber ich glaube, er erinnert sich nicht wirklich an uns. Bei so vielen Gästen kann man ihm das wirklich nicht übel nehmen.

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Bahati ist laut George trächtig und tatsächlich sieht sie etwas mopsig aus. Trotzdem ist sie natürlich ein wunderschönes Tier und wir freuen uns sehr, sie gesund und munter wieder zu sehen.

Wir warten eine ganze Weile, andere Autos kommen und gehen. Wir haben es aber nicht eilig, sondern warten geduldig, dass sie vielleicht runterkommt. Tatsächlich kommt irgendwann Bewegung in die Situation: Bahati verlässt den Baum.

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In der Zwischenzeit sind 12 Fahrzeuge bei Bahati, was für Mara-Verhältnisse bei so einer Sichtung noch wenig ist. Bahati bleibt völlig entspannt und passiert die Autos absolut unbeeindruckt, schon fast hoheitsvoll. Das ist das Wunderbare an dieser Katze: sie ist so selbstbewusst und irgendwie einfach cool! George ahnt ihren Weg meistens gut voraus und bringt uns in gute Positionen zum Fotografieren.

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Schließlich verschwindet sie aber doch im dichten Gebüsch und kommt nicht mehr raus. George fährt uns zu ihrem vermeintlichen Ziel, einer kleinen Herde Impalas. Leider taucht sie dort aber auch nach längerer Wartezeit nicht auf, sodass wir weiterfahren.

In der Zwischenzeit zieht es sich immer mehr zu.

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Kurz nachdem wir auf fünf Löwendamen treffen, fängt es dann auch an zu regnen. Oder besser gesagt: zu schütten. George stellt das Auto so, dass wir eine schöne Perspektive haben, dann schließen wir schleunigst Dach und Fenster, da wir langsam echt nass werden. Als der Regen nachlässt, werden die Löwinnen auch wieder aktiv. Dabei wird ausgiebig gegähnt und sich geschüttelt.

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Die Regenpause währt nur kurz, dann gießt es wieder in Strömen. Die Löwinnen nutzen Regen und einsetzende Dämmerung um sich an eine kleine Herde Büffel mit einem Kalb anzupirschen. Bekommen wir gleich etwa eine Jagd zu sehen? Ja, aber anders als gedacht: die Büffel entdecken die Löwinnen und jagen sie wütend und ausdauernd über eine lange Strecke davon. Leider ist es schon zu dunkel für Fotos.

Für uns ist es dann auch dringend Zeit zurück ins Camp zu fahren: es ist schon bald stockdunkel und alle Wege stehen komplett unter Wasser. Dazu kommen noch abermillionen Termiten, die aufgrund des Regens ausfliegen und sich in unser Scheinwerferlicht stürzen.

Auch im Camp schwirren überall Termiten herum. Sie verfolgen uns bis ins Zelt, wo sie, während wir essen gehen, allerdings von unserem Housekeeper Richard mit Doom gnadenlos vernichtet und entfernt werden.

Zum Abendessen gibt es super leckere Tomatensuppe, Fisch mit Reis und Gemüse und noch ein kleines Törtchen zum Nachtisch. Anschließend sichten wir noch Fotos und fallen dann müde aber sehr zufrieden ins Bett. Dort warten bereits zwei herrliche Wärmflaschen auf uns.
Teil 615. März 2024
06.11.23: Bella Camp

Pünktlich um 6:00 Uhr sitzen wir wieder im Toyota und fahren los. Von dem vielen Regen am letzten Abend und in der Nacht sind die Wege sehr aufgeweicht. Daher schlittern wir eher, als dass wir fahren, durch die Dämmerung.

George fährt zuerst zu einem Hyänen-Bau, vor dem sich ein weibliches Alttier, zwei Jungtiere und, oh wie schön, zwei Babys aufhalten. Die Kleinen werden offenbar gerade von den Älteren betreut und auf einen kleinen Rundgang geführt.

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Als nächstes findet George uns einen kleinen Schakal. Leider sind er und seine Mutter zu ängstlich, sodass kein vernünftiges Foto gelingt.

Eigentlich sind wir aber auch auf den Weg zu den Löwinnen des Rekero Rudels von gestern Abend. Stattdessen finden wir aber drei prächtige Löwenmännchen, nämlich Kijana, Lekijana und Oleki. Sie versuchen, den Fluss zu überqueren, überlegen es sich aufgrund der reißenden Fluten aber anders und verschwinden schließlich zu einem Nickerchen im Gebüsch.

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Eine der gesuchten Löwinnen finden wir dann aber doch recht schnell. Sie ist auf der Jagd nach Topis und es sieht für ein paar Minuten so aus, als könnten wir einen Angriff beobachten. Die Topis entdecken sie aber rechtzeitig und so hat sie keine Chance Beute zu machen. Anschließend läuft sie zielstrebig davon und nachdem wir sie ausgiebig fotografiert haben, fahren wir ebenfalls weiter.

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Unser nächster Stop ist bei einer kleinen Elefantenherde. Die Tiere grasen völlig entspannt und friedlich. Wir brauchen ihnen nur ein paar Minuten zuzuschauen und sind schon selber ganz entspannt und beseelt. Katzen-Sichtungen sind super aufregend, aber Elefanten-Sichtungen sind für uns einfach nur herzerwärmend.

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Als nächstes treffen auf eine kleine Büffelherde, von der sich ein älterer Bulle soweit abseits gestellt hat, dass er wunderbar portraitiert werden kann:

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Nach den Büffeln treffen wir wieder auf die einzelne Löwin, die weiter zielstrebig in eine Richtung läuft. George meint, sie habe es auf die frisch geborenen Topi-Kälber in der Nähe abgesehen.

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Tatsächlich hat sich die Löwin bis zu einer Topi-Gruppe angeschlichen und gut getarnt im hohen Gras versteckt. Unsere erneute Hoffnung, eine Jagd beobachten und fotografieren zu können, löst sich jedoch - zum Glück für die Kälbchen - abermals in Luft auf: Entweder haben die Topis den Braten gerochen oder vielleicht ziehen sie sich auch nur aus Zufall auf eine Ebene mit kurzem Gras zurück. Ein unbemerktes Anschleichen ist hier jedenfalls nicht möglich.

Etwas entfernt begegnen wir einer Topi-Mutter mit ihrem ganz frisch geborenen Kälbchen. Das Kleine ist noch sehr wackelig auf den Beinen und wird von seiner Mama liebevoll umsorgt. Während wir die zwei beobachten, sind wir sehr froh, dass gerade kein Raubtier in der Nähe ist: So etwas niedliches kann man doch nicht fressen! 🙄

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George fährt uns zu einer schönen Flussbiegung und wir dürfen aussteigen und frühstücken. Da kommt doch endlich mal wieder unser Selfie-Stick zum Einsatz.

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Im Anschluss fahren wir weiter zu einem Baum, in dem ein Schreiseeadler sitzt. Als wir näher kommen, scheuchen wir ein Jungtier auf, das wir vorher gar nicht gesehen hatten. Danach bricht Chaos aus: mindestens vier Adler fliegen umher und jagen sich. George meint, die Eltern sind gerade dabei, ihre Jungtiere zu verstoßen.

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Das Licht ist inzwischen sehr hart und so fahren wir völlig zufrieden und gesättigt von diesem Vormittag wieder ins Camp. Nach einer herrlichen Dusche gibt’s schon bald Mittagessen: Kartoffelgratin mit Gemüse und zum Nachtisch eine Dessertpraline.
Teil 716. März 2024
Nach der Mittagspause geht es früh wieder weiter. Normalerweise beginnen wir die Nachmittagspirsch nicht vor drei, weil das Licht noch zu hart ist, aber da für den Nachmittag wieder Regen vorhergesagt ist, fahren wir schon vor zwei los. George hat wieder mal ein Ziel im Sinn, was er - typisch Masai Guide - aber erstmal für sich behält.

Über unsere erste Sichtung stolpern wir aber rein zufällig: zwei prächtige Löwenkater liegen vollgefressen und schwer atmend vor bzw. in einem Gebüsch. Es sind Olobor und Orpadan Oloshipa, zwei der berühmten Black Rock Boys. Sie hatten früher dort, bei den Black Rocks, ihr Revier. Sie haben offenbar gemeinsam ein Topi erlegt und sich daran überfressen. Olobor, der Chef der Black Rocker, bewacht es nun im Gebüsch und lässt seinen Bruder nicht näher kommen.

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Als nächstes halten wir noch kurz bei zwei Riesentrappen, die von zwei Kiebitzen wütend attackiert werden.

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Eine Ansammlung von Autos verrät, dass wir nun unser eigentliches Ziel erreicht haben. Es ist die Gepardin Nashipai mit vier Jungen. Nashipai bedeutet laut George in Suaheli „Glück“ und genau das empfinden wir! So kleine Geparden haben wir nämlich noch nie gesehen und dann gleich vier! 🤩

Zuerst sind sie noch weit weg und im tiefen Gras schwer zu fotografieren.

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Wie immer fährt uns George aber umsichtig und vorausschauend immer genau so, dass sich die Tiere auf uns zu bewegen und wir gut fotografieren können.

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Gegen andere Autos im Bild helfen aber die besten Fahrkünste nicht - es ist einfach zu viel Gedränge um die tolle Sichtung.

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Nachdem Nashipai ihre Cups diverse Male durch die Fahrzeugansammlung geführt hat, versuchen die anwesenden Ranger das Spektakel zu unterbinden: sie bilden einen Roadblock und sperren den Weg somit für die weitere Verfolgung der kleinen Familie. Viele Fahrzeuge versuchen, ihren Weg vorausahnend, ihnen trotzdem über andere Wege zu folgen. Uns wird es zu bunt und wir bitten George, ihr nicht weiter zu folgen.

Aus unserer Sicht folgt nun ein weiteres Highlight: eine Familie Mangusten nah an ihrem Bau und daher weniger scheu als sonst.

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Es beginnt wieder heftig zu regnen, aber wir werden mit einer weiteren Top-Sichtung entschädigt: die Leopardin Luluka streift - wiederum von Automengen verfolgt - am gegenüberliegenden Flussufer entlang. George hofft, dass sie den kleinen Fluss überquert und verfolgt sie auf unserer Seite.

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Sie denkt aber gar nicht dran. Auch kehrt sie nicht, wie erhofft, zu ihrem Riss in einem nahen Baum zurück. Sie wartet lieber völlig bedröppelt den heftigen Regenguss im spärlichen Schutz einen kleinen Buschs ab.

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Lars und ich überlegen laut, ob sie sich nach dem Regen vielleicht fotogen ausschüttelt, was George auf eine neue Idee bringt: er schlägt vor, zu Orpadan Oloshipa und Olobor zu fahren. Die Sichtung ist kaum bekannt und sich Wasser aus den Mähnen schüttelnde Löwenmännchen wären natürlich ein Fotografen-Traum… Twende!

Die zwei sind noch an Ort und Stelle und mit uns ist tatsächlich nur ein anderes Fahrzeug da. Orpadan Oloshipa liegt faul im Regen, während sein Bruder den Topi-Kadaver aus dem Busch zerrt. Vor ein paar Stunden noch total überfressen, passt jetzt schon wieder eine große Portion eingematschtes Topi in den Kerl rein.

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Der feine Aasgeruch lockt eine Schakalfamilie an, die sich gerne am Kadaver bedienen würde. So lange Olobor frisst, haben sie aber keine Chance. Das Gleiche gilt allerdings auch für Orpadan Oloshipa: so lange sein Bruder frisst, gibt es für ihn keinen Grund aufzustehen und sich zu schütteln. Dabei wird das Licht doch schon wieder ganz grottig!

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Wir haben an dieser Stelle kein Glück und weil wir außerdem müde und völlig voll mit den ganzen Eindrücken des Tages sind, geben wir schließlich auf und entschließen uns zum Aufbruch. Wir erreichen das Camp noch knapp im Hellem, machen uns kurz frisch und gehen zum Abendessen. Es ist wieder sehr lecker.

Schon seit unserer ersten Reise haben wir uns bemüht, in Kenia und Tansania die gängigen Floskeln auf Suaheli zu sagen und darüberhinaus fleißig neue Wörter zu lernen. Normalerweise wird das als Geste sehr wertgeschätzt und so ist es auch hier im Bella Camp. Allerdings wollen uns die Camp-Mitarbeiter nun auch noch Ma, die Sprache der Masai, beibringen. Nach einen langen Safari-Tag fällt es uns schwer, uns die einfachsten Sachen zu merken und spätestens zum Nachtisch qualmt uns der Kopf!
Teil 817. März 2024
07.11.23 Bella Camp, Teil I

Wir starten in den nächsten Tag - heute als Ganztages-Pirschfahrt! Dank unserer Lektion in Ma am Abend, können wir George mit einem „Mape!“ statt dem schon gewohnten „Twende!“ überraschen.

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Auch heute Morgen gilt unser erster Stop den Hyänen an ihrem Bau. Dieses Mal sind einige mehr vor dem Eingang als gestern und wir fangen die ersten Bilder des Tages ein.

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Während wir auf der Suche nach den drei Löwenmännchen von gestern sind, treffen wir auf eine kleine Elefantenfamilie, die sich friedlich am frischen Grün labt. Diese Riesen zu beobachten hat wieder diese fast schon magische, entspannende Wirkung auf uns. Sogar die Kameras bleiben einfach mal auf dem Sitz liegen.

Danach folgt ein Halt bei einer kleinen Büffelgruppe.

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Auf unser Fahrt durch die grünen Hügel der Mara treffen wir auf diesen fotogenen und völlig entspannten Elen-Bullen:

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Wir kommen an eine Fläche, die bereits von 17 Autos umzingelt ist, in der Mitte eine kleine Herde Zebras und am Rand im tiefen Gras zwei Löwinnen in Lauerstellung. Wir reihen uns in die Fahrzeugmassen ein und bringen unsere Cams in Anschlag. Leider passiert jagdtechnisch so rein gar nichts, da die Löwinnen zu weit weg sind und zu wenig Deckung haben. Wir machen daher nur einige nicht zeigenswerte Zebrafotos, bis diese weiterziehen und sich die Belagerung auflöst.

Zu unserer Frühstückspause genießen wir nicht nur das Essen, sondern auch den wunderschönen Blick auf die Savanne mit der am Horizont liegenden Serengeti. Wir lieben diese Landschaft so sehr und sind doch nicht in der Lage, sie adäquat auf Bildern einzufangen.

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Nach der Pause besuchen wir eine in einem Tal lagernde, große Büffelherde und lassen uns von den Tieren einkreisen. Inmitten von über 500 Büffeln zu stehen und diese bei ihren typischen Aktivitäten zu beobachten und gleichzeitig von ihnen interessiert beobachtet zu werden, ist super interessant.

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Gegen elf erreichen wir die grüne Grenze zwischen Tansania und Kenia und wechseln für ein paar Minuten unser Reiseland.
Nach dem kurzen Grenzübertritt fahren wir auf der Kenianischen Seite des Grenzflusses Sandriver weiter. George hat es eilig, denn ein Kollege hat ihm eine Nashorn-Sichtung durchgegeben. Plötzlich stoppt George aber: Er hat eine Löwin im Fluss entdeckt!

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Wir sind noch voll mit den Löwen beschäftigt, als ich es plötzlich hinter uns im Fluss laut platschen höre: Rhino!

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Es ist der Spitzmaulnashornbulle Msafiri. Als wir ihn in der Böschung aus den Augen verlieren, setzt George den Landcruiser zurück, allerdings unbeabsichtigt mitten in Msafiris Laufweg. Spitzmaulnashörner sind ja generell als aggressiv bekannt und dieses ist außerdem in der Musth und hat nicht mit einem plötzlich auftauchenden Hindernis gerechnet - Msafiri greift uns an! George gibt Vollgas und wir schaffen es gerade so, dem wütenden Koloss vor der Nase bzw. dem Horn wegzufahren. Das war - zumindest gefühlt - echt knapp und zeigt, dass es auch mit erfahrenem Guide immer mal zu unkontrollierten Situationen kommen kann.

In sicherer Entfernung beobachten wir das Tier, das laut George gerade auf der Suche nach einem Weibchen ist. Das Licht ist sehr hart und das Gras steht hoch, so dass das Fotografieren herausfordernd ist.

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Also lassen wir den Nashornbullen nach einer Weile ziehen und fahren zurück an den Sand-River. Dort zeigt uns dann eine am Ufer grasende Elefantenherde, dass auch sie den Fluss durchqueren kann. Die kleineren Familienmitglieder wirken dabei sichtlich vergnügt. Das Licht ist aber wirklich grauenhaft, sodass wir nur George zuliebe ein paar Fotos machen, um das dritte Big-Five-Crossing des Tages zu dokumentieren.

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Natürlich fordern wir George dazu auf, uns jetzt bitte noch einen crossing leopard und crossing buffalos zu präsentieren. 😗

Zunächst erfreuen wir uns aber an dem Nachwuchs einer unseren Weg kreuzenden Impalaherde, der mutig und neugierig auf uns zustratzt.

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Kurze Zeit später machen wir die „big five“ (wenn auch nicht „crossing“) tatsächlich voll: George fährt zu einer Baumgruppe, in der gleich zwei Leos, Ghost und Kasuri, sitzen. Wir sind weit weg und die Leos sind im dichten Geäst kaum auszumachen, sodass nur zwei miese Beweisbilder entstehen, die ich Euch nicht zumuten möchte.

Langsam werden wir hungrig und halten nur noch kurz für eine Giraffe, bevor wir an einer Akazie Lunchbreak machen. Zwei alte Büffelbullen beobachten uns kritisch und wir behalten sie ebenfalls ständig im Auge - bei Daggerboys kann man schließlich nie wissen!

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Teil 919. März 2024
07.11.23 Bella Camp, Teil 2

Gegen drei beenden wir unsere Pause und ein paar Fahrzeuge zeigen schon eine weitere Sichtung an. Es ist das Rongai Rudel, deren Mitglieder faul im Gras liegen. Es sind viele Tiere, aber es sieht nicht nach Action aus, weshalb wir schon überlegen weiter zu fahren. Ich sehe allerdings vor uns ein Paar in eine andere Richtung fotografieren und als deren Fahrzeug wegfährt, bitte ich George, in die freigewordene Lücke zu stoßen. Tatsächlich sitzt dort etwas abseits vom Getümmel ein weiterer Black Rocker, der sehr schöne Löwenmann Lorkulup.

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Der prächtige Kater tut uns den Gefallen, aufzustehen und zum Rest des Rudels zu trotten.

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Danach passiert mal wieder eine ganze Weile nichts: flat cats. Schließlich entschließen sich doch einige Löwinnen und Jungtiere von einem Gebüsch zu der Hauptgruppe des Rudels zu gehen, natürlich erst nach ausgiebigem Gähnen und Strecken. Zuletzt gibt sich auch noch ein weiterer Pascha die Ehre: es ist Olobor Oloimina.

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Es beginnt wieder zu regnen, was die ganze Gruppe stoisch hinnimmt. Wir hoffen natürlich, dass wir die Chance bekommen, sie beim Ausschütteln ihrer Mähnen zu fotografieren.

Die Jungtiere bringen etwas Action in die Gruppe: sie wollen spielen und schmusen! Das Familienleben des Rongai Pride ist bezaubernd anzusehen. Schütteln will sich allerdings niemand.

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Als eine Weile wieder nichts passiert, möchte George aufbrechen. Wahrscheinlich hat er von einer anderen Sichtung gehört. Ich tue mich schwer damit, die Gruppe zu verlassen: Besonders der schöne Lorkulup hat es mir wirklich angetan!

Zum Glück bleiben wir noch, denn nun kommt richtig Bewegung in die Gruppe…

Eine Warzenschwein-Mutter mit zwei Ferkeln kommt ahnungslos herangezogen und gerät in das Visier der Löwen. George ist sicher, dass sie die Ferkel jagen werden und fährt - so wie alle anderen Fahrzeuge - los, um uns in Position zu bringen. Dann geht alles sehr schnell, für mich zu schnell: ich halte einfach mit der Kamera drauf und lasse mir hinterher von George erzählen, was eigentlich passiert ist.

Die Löwinnen verteilen sich schnell im ganzen Gelände und weder die Ferkel noch die Mutter haben eine Chance zu entkommen: innerhalb kürzester Zeit werden die drei unter schrillem Quieken erfolgreich zur Strecke gebracht.

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Dabei ist das Vorgehen echt brutal: während das kleine Ferkel noch im Maul der Löwin zappelt und langsam schwächer wird, kommen zwei andere Löwinnen und versuchen ihrer erfolgreichen Kollegin die Beute abzujagen. Am Ende zerreißen sie das noch zappelnde Ferkelchen in Stücke. So wird die gerade noch quicklebendige, kleine Familie minutenschnell ausgelöscht. 🙁

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Für die Jungtiere und einige Nachzügler bleibt von der Beute nichts übrig. Nur einer der Paschas ist schnell genug und beansprucht mit roher Gewalt einen Rest der Pumba-Mama. Schluss mit Familien-Idylle!

Erst als nichts mehr übrig ist, geht es wieder freundlicher zu.

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Inzwischen gießt es wie aus Eimern und die Sicht wird grottenschlecht. Außerdem werden wir im Auto ordentlich nass, denn natürlich hatten wir keine Zeit, das Dach zu schließen.

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Wir sind von dem Erlebten noch total geflasht und merken fast nicht, dass in der Zwischenzeit ein neuer Akteur die Bühne betritt: ein ahnungsloses Gnu läuft unbeirrt direkt auf das Rudel zu…

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Sofort beginnt eine wilde Jagd und nachdem die Löwen mit den Schweinen so effizient kurzen Prozess gemacht haben, wettet niemand auf das Gnu. Doch wie durch ein Wunder kann es entkommen - ich bin darüber ehrlich gesagt wirklich froh, denn mir hängen die Bilder des letzten Kills noch nach…

Nun will George aber endlich weiter, schließlich wurde Nashipai mit ihren vier Jungen gesichtet. Sie liegt weit weg im Gras und die anwesenden Ranger sorgen zum Glück dafür, dass alle brav auf der Straße bleiben.

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Voll mit den Eindrücken des Tages geht’s zurück ins Camp, wo wir wie immer herzlich empfangen werden. Eine Dusche und etwas Zeit um Bilder zu sichten, helfen die Erlebnisse zu verarbeiten.

Heute essen wir zusammen mit George zu Abend. Außerdem ist heute ein neuer Gast angekommen, der ebenfalls mit seinem Guide zusammen sitzt. Das Essen ist wieder sehr lecker: es gibt eine Suppe mit fluffigen kleinen Brötchen vorweg und dann Fisch mit Kartoffelbrei und Gemüse.

Anschließend bittet uns George, unsere Gesamtrechnung zu zahlen. Wir hatten vorab eine Anzahlung per Überweisung geleistet und mit ihm vereinbart, alle restlichen Kosten hier im Camp mit Kreditkarte zu bezahlen. Dafür hatten wir uns extra eine Karte besorgt, die für Auslandswährungen keine Gebühr verlangt. Leider müssen wir nun erfahren, dass die Bank des Camps 2,5% Gebühr bei Kartenzahlung verlangt. Das hätten wir natürlich gerne lieber vorher gewusst...
Teil 1022. März 2024
08.11.23: Bella Camp, Teil I

Nach einem Tee, ein paar Keksen und einem kurzen Schnack mit dem einzig anderen Gast des Camps beginnt unser morgendlicher Gamedrive. Zuerst fallen uns eine Menge Topis auf einer Ebene auf, die alle angestrengt in eine Richtung schauen. Es ist noch dämmerig, aber wir halten die Augen schon mal nach Raubtieren auf. Tatsächlich sehen wir weit weg einige Hyänen rennen. Daraus schließen wir, dass sie Topis jagen. George gibt Gas und fährt in die entsprechende Richtung. Dort erkennen wir dann aber den wahren und tragischen Grund für die Eile der Hyänen: drei große Löwenkater haben ein Hyänen-Baby geschnappt und getötet. Danach brüllen die drei ihren Triumph in den frischen Morgen. Wenigstens waren es nicht „unsere“ Hyänen-Babys...

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George erzählt uns, dass die drei Männchen ursprünglich aus der Serengeti kommen und dort als Moniko Boys bekannt waren. In der Mara firmieren sie als Sankai Boys, namentlich Limoniko, Lendchada und Kilea. Auch wenn sie mit ihrem Kill bei mir so gar keine Sympathien gewonnen haben, muss ich zugeben, dass es doch wirklich prächtige Löwenkater sind, die wir sehr ausgiebig fotografisch bei ihrem morgendlichen Streifzug begleiten.

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Irgendwann legen sich die Sankai Boys zur Ruhe und wir fahren weiter. Auch das nächste Sighting ist brutal: Ein Schakal hat den Kopf eines Thomson-Babys erbeutet.

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Der Morgen bleibt blutig: Wir stoßen auf eine Gepardendame, die mit ihrer gerade gerissenen Thomson-Gazelle beschäftigt ist. Sie wird uns als „Ngol“ vorgestellt und lässt sich wunderbar porträtieren.

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Wir verlassen Ngol und bitten George für eine Busch-Toilette anzuhalten. Er sagt uns, dass wir uns damit beeilen sollen, da er die Nachricht erhalten hat, dass Löwen dabei sind Büffel zu jagen. Wir beeilen uns also und George heizt los. Die Fahrt wird höllisch, denn George gibt Vollgas und wir schlittern mit maximaler Geschwindigkeit über die verschlammte Ebene. Kurzfristig gehen wir davon aus, nicht lebend bei der Sichtung anzukommen, was wir aber natürlich doch schaffen. Wir geraten in ein unglaubliches Tohuwabohu, denn die Jagd ist voll im Gange. Wir sehen, wie die Löwen die Büffel hin und her treiben, ein Löwenmännchen sich auf dem Rücken eines Bullen wirft, wieder abgeschüttelt wird und mindestens 15 Autos drumherum kurven. Es ist alles so wackelig und geht so schnell, dass Fotos leider nicht möglich sind. Letztendlich wird der Büffelbulle in einem Wirrwarr aus Büschen umzingelt und zu Boden gebracht. Leider passiert dies auf der anderen Seite des Flusses, sodass wir keine Möglichkeit haben, dieses Schauspiel zu beobachten.

Während wir noch die Fotografen auf der anderen Flussseite beneiden, sehen wir, dass sich zwei Löwinnen vom Riss entfernen und auf unserer Flussseite davon laufen. Sie laufen zu ihren zurückgelassenen Jungen, um sie zum Riss zu führen. George überholt sie, sodass wir sie frontal fotografieren können.

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Die Wiedersehensfreude ist auf beiden Seiten riesig. Doch nach einer kurzen Begrüßung laufen sie - immer noch schmusend und spielend - zügig in Richtung Kill.

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Auch das junge Löwenmännchen hat irgendwie mitbekommen, dass es was zu fressen gibt und eilt den anderen hinterher.

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Sie erreichen den Rongai und können ihn - im Gegensatz zu uns - auch überqueren. Fotografisch ist nun aus unserer Position nichts mehr zu holen, sodass wir weiterfahren.

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Teil 1123. März 2024
08.11.23: Bella Camp, Teil II

George fährt mit uns zu einer Leoparden-Sichtung, bzw. zu einem Baum, in dem ein Leopard sein soll. Er ist aber kaum zu erkennen. Irgendwann tut er uns aber doch den Gefallen und schaut kurz raus. George identifiziert ihn als Lorgorgol, das größte Leo-Männchen in der Mara.

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Kurze Zeit später tut er uns noch einen größeren Gefallen und kommt vom Baum!

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Als er sich in ein Gebüsch zurückzieht, fahren wir weiter und entdecken ein Fahrzeug und einen Masai, der sein Tuch schwenkt: er ist mit seinem Toyota im Schlamm stecken geblieben. Es ist eine schwierige Stelle: wir müssen aufpassen, nicht selber stecken zu bleiben. Es ist sinnlos, wir bekommen ihn nicht raus geschleppt. George meint, nur der Traktor der Ballonunternehmen könnte ihn dort rausziehen.

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Also pirschen wir weiter… Als wir an unserem heutigen Frühstücksplatz ankommen, flüchtet sich ein Nilwaran in den vor uns liegenden Tümpel. Der Waran ist leider auf Nimmerwiedersehen abgetaucht, aber dafür können wir zu Omelette und Frühlingsrolle einige Zebras beobachten.

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Nach dem Frühstück fahren wir wieder durch eine sehr große Büffelherde und werden teilweise skeptisch, teilweise neugierig beäugt. Dieses Kalb will unbedingt auf Speicherkarte gebannt werden und schaut besonders niedlich.

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Etwas später taucht am Horizont ein einsamer Elefantenbulle auf. Er kommt langsam und entspannt die Ebene runter. Dabei hören wir ihn laut durch den Rüssel atmen: er hat von Geburt an einen missgebildetem Rüssel.

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Nur wenig später treffen wir auf eine kleine Elefanten-Familie mit einem sehr kleinen und furchtbar süßen Baby.

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Nach einer Weile erreichen wir wieder die Grenze zu Tansania und klappern wieder den Sandriver ab. Die fantastischen Sichtungen von gestern bleiben leider aus. Außerdem beginnt es mal wieder, wie aus Eimern zu schütten. Im Regen zieht eine Elefantenkuh mit Kalb an uns vorbei, dicht gefolgt von einem Elefantenbullen in der Musth. George erzählt uns, dass er sie so lange verfolgt, bis sie willig ist, sich mit ihm zu paaren.

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Heute ist offenbar Elefantentag: wir treffen auf eine größere Gruppe, die sich im strömenden Regen bestens in einem Teich vergnügt. Nicht nur die jungen Elefanten, sondern auch die Mütter haben richtig Spaß und genießen das Bad im Regen. Wir könnten ihnen stundenlang zuschauen, aber irgendwann beendet die Matriarchin das Badevergnügen und trompetet auch die Nachzügler aus dem Wasser!

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Heute ist nicht nur Elefantentag, sondern auch Löwentag: zwei Löwenmännchen aus Tansania sind in Kenia auf der Suche nach einem neuen Revier. Sie haben von den Guides noch keinen Namen bekommen und sind den Rangern anscheinend egal, denn obwohl sie vor Ort sind, kümmern sie sich nicht um die Einhaltung der Regeln: sie parken ganz demonstrativ mit dem Heck zum Geschehen, sodass die anwesenden Fahrzeuge die Löwen offroad verfolgen.

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Gegen drei machen wir einen späten Lunch mit Pizza und Blick auf die grüne Ebene - herrlich!

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Etwas später treffen wir nochmal auf Nashipai und ihren Nachwuchs. Alle fünf sind damit beschäftigt, sich an einem Kill, den wir jedoch nicht wirklich identifizieren können, satt zu fressen. Obwohl sie wirklich weit weg sind, sind sie wunderbar anzusehen.

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Obwohl es noch nicht regnet, ist das Wetter inzwischen echt kalt und ungemütlich geworden, sodass wir schon um halb fünf zum Camp zurückfahren. Vorher lichten wir aber noch diese zwei hübschen Motive ab.

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Nach einer kleinen Pause und einer heißen Dusche sind wir fit genug fürs Abendessen. Heute gibt es nur Suppe, denn wir wollen WIRKLICH früh schlafen und zwar ohne vollen Bauch. Um neun Uhr gehen Licht und Handy aus. Lala Salama!
Teil 1224. März 2024
09.11.23: Bella Camp

Einigermaßen ausgeschlafen stärken wir uns mit einer Tasse Tee und ein paar Keksen und dann „Mape“!

George entdeckt das Rongai-Pride auf der gegenüberliegenden Seite des gleichnamigen Flusses. Vorher fahren wir jedoch noch zu ihrem gestrigen Büffelriss auf unserer Seite und können dort beobachten, wie das junge Männchen dem Büffel die letzten Fleischreste abnagt.

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Anschließend fahren wir auf die andere Flussseite, wo die Löwen zwar im herrlichsten Morgenlicht liegen, aber dafür nur flat cats sind. Also lassen wir die Stimmung einfach auf uns wirken und warten ab. Als eine Hyäne auftaucht, um was von dem Kadaver des Büffels zu stibitzen, zucken alle mal kurz hoch, was schon ausreicht, damit die Hyäne sofort das Weite sucht. Uns bleibt nur ein kurzer Moment um Fotos zu machen und schon liegen alle wieder flach.

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Als nächstes inspizieren wir den Baum in dem Lorgogol gestern saß: der Kadaver hängt noch im Baum, vom Leo aber keine Spur.

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Also geht’s flott weiter und wir können das schöne Licht nutzen, um diesen Black Chested Snake Eagle auf Chip zu bannen.

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Kurze Zeit später stoßen wir auf eine Giraffe mit sehr niedlichen Zwillingskälbern. Die wilden Puschel auf den Höckern der einen sind besonders süß.

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Gegen acht sucht George uns mal wieder ein sehr hübsches Plätzchen für ein frühes Frühstück aus und wir machen eine lange Pause.

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Als wir weiter pirschen, spotte ich ein Marsh Mongoose. Für uns eine Erstsichtung, die, wie George meint, sehr selten zu sehen ist. Sie ist sehr scheu, sodass nur dieses Beweisfoto entsteht.

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Wenig später entdeckt Lars vor uns auf dem Weg zwei Zwergspinte. Wir sind ja wahrlich keine leidenschaftlichen Birder, aber zu so hübschen Motiven sagen wir natürlich nicht nein! Schnell machen wir ein Foto aus der Entfernung, dann fährt George vorsichtig näher dran. Ein Vogel fliegt davon, dem zweiten dürfen wir wahnsinnig nah kommen!

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George findet einen weiteren Riss im Baum. Es ist ein Topi-Baby, das noch völlig unversehrt aussieht. Wir klappern das ganze Flussufer ab, können aber keinen Leo entdecken. Erst auf dem Rückweg, fast direkt neben dem Baum, entdeckt George die Leopardin Luluka in der Uferböschung. Zuerst sieht es noch so aus, als würde sie vielleicht zu ihrer Beute gehen, doch sie entscheidet sich lieber für ein Nickerchen.

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Nach einem letzten Zwischenstopp für eine Gabelracke, fahren wir schon gegen elf ins Camp zurück. Zeit im Camp ist auch ganz schön: So können wir uns in Ruhe frisch machen, relaxen und zu Mittag essen. Außerdem können wir endlich mal ein paar Fotos vom Camp und unserem frisch aufgeräumten Zelt machen:

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Nach einer langen und erfrischenden Mittagspause fahren wir wieder zu Luluka und sehen sofort, dass ihre Beute nicht mehr im Baum hängt. Die Leopardin liegt gut versteckt halb unter, halb hinter einem Busch, schläft aber nicht. Irgendwann, kommt Bewegung in die Hübsche und sie holt sich ihren Riss aus dem Versteck, um sich genüsslich darüber her zu machen. Nach dem Dinner zieht sie sich leider wieder tiefer in die Büsche zurück.

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Es beginnt wieder mal stark zu regnen und so kommen wir etwas nass, aber happy um halb sieben im Camp an. Nach dem wieder leckeren Abendessen sichten wir noch Fotos, schreiben Tagebuch und legen uns dann schlafen.
Teil 1325. März 2024
10.11.23 Bella Camp, Teil I

Die Nacht war wieder mal zu kurz und so fällt es uns schwer, pünktlich um 5.45 Uhr in der „Lobby“ aufzuschlagen. Obwohl wir jeden Abend früh zu Bett gehen, bekommen wir irgendwie nie genug Schlaf und nach ein paar Tagen Safari werden wir irgendwann mürbe. Tee und Kekse helfen etwas wacher zu werden.

Heute haben wir zum ersten Mal wenigstens etwas freien Himmel und so genießen wir die herrliche Morgenstimmung.

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Wir haben erwartet, wieder direkt zu Lulukas letztem Standort von gestern zu fahren und tatsächlich halten wir an einem Flussufer, also typischem Leo-Gebiet. Am Flussbett auf einem Felsen liegt auch ein Leopard, aber es ist das mächtige Männchen Lorgorgol.

Zu Beginn sind nur eine kanadische Reisegruppe aus unserem Camp und wir vor Ort. Die 6er Truppe ist gestern angekommen und teilt sich ein Safari-Fahrzeug. Nachdem wir eine Weile beobachten, wie sie sich gegenseitig im Weg herumstehen und das ganze Fahrzeug wackelt, wenn die Positionen durchgetauscht werden, sind Lars und ich wirklich dankbar, dass wir nur zu zweit unterwegs sind!

Der Kater schläft und lässt sich von den ankommenden Fahrzeugen nicht aus der Ruhe bringen. Doch wir haben Glück: nach einer Weile gähnt er und putzt sich - ein sicheres Zeichen, dass er sich bald in Bewegung setzen wird. Wobei „bald“ relativ ist… Inzwischen sind 18 Autos vor Ort und warten auf Action. Außer Gähnen, Putzen und ein bisschen Yoga ist aber erstmal nichts zu holen.

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Irgendwann wird er aber doch aktiv und schleicht sich ins Flussbett. Obwohl er schon zwei Topi-Kälber im Baum verstaut hat, scheint er an weiterer Beute interessiert zu sein. Lange vor uns hat er drei Topi-Mütter, die mit ihren Kälbern in Richtung Rongai ziehen, bemerkt. Sein Stellungswechsel zieht allerdings ein wildes Herumrangieren der vielen Fahrzeuge nach sich. Das wiederum erschreckt die Topis, die sich aus dem Staub machen. So verhindern die Touristen das, was sie sich am meisten zu sehen wünschen, nämlich einen jagenden Leo. Auch die Thomson-Gazellen, die in Richtung Fluss gezogen waren, bleiben dem Auflauf lieber fern. Also zieht Lorgorgol die Konsequenzen, legt sich ins Gras und wart nicht mehr gesehen.

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Da sich der Leopard zurückgezogen hat und erstmal keine Aktivität zu erwarten ist, bietet es sich an eine Bushtoilet zu nehmen. Danach entscheiden wir, dass es Zeit ist zu frühstücken.

Auf dem Weg zum Frühstück stoßen wir auf mehrere Fahrzeuge, die einem Serval hinterherjagen. George will sich der Verfolgung anschließen, fährt sich aber für kurze Zeit fest. Wir beobachten in dieser Zeit das Treiben und können selbst als Laien feststellen, dass das arme Tier durch die Verfolgung völlig gestresst ist. Schließlich kann sich die Katze erfolgreich verstecken, wird nach kurzer Suche aber doch wieder aufgestöbert. Wir wollen uns an dieser Hetzjagd nicht beteiligen und bitten George weiter zu fahren. Schon die ersten zwei Sightings des Tages zeigen wieder einmal eindrücklich, was das Problem im National Reserve ist: zu viele Fahrzeuge, zu wenig Regeln und viel zu wenig Rücksicht den Tieren gegenüber. Und man selber mittendrin als Teil des Problems…

Zum Frühstück suchen wir uns einen Platz in der Nähe von Lorgorgol, damit wir schnell am Ort des Geschehens zurück sein können, wenn etwas passiert. Das ist dann auch der Fall, nachdem wir gerade mit dem Frühstück fertig sind. Also schmeißen wir Reste, Geschirr und Besteck nur fix in die Kühltasche und fahren schnell zum Leoparden zurück.

Wir sehen Lorgorgol am anderen Flussufer entlang spazieren, aber George fährt weiter zu einer kleinen Furt, da er sicher ist, dass die Katze dort den Rongai überquert. Wir halten die Kameras bereit und und können unser viertes Big-Five-Crossing auf Chip bannen!

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Lorgorgol geht zu seinem „Vorratsschrank“ und holt sich ein Topi-Kalb runter. Um diese Uhrzeit rächt sich der blaue Himmel: Das Licht ist furchtbar! Außerdem versauen die anderen Autos den Hintergrund, sodass die Fotos nur so lala werden.

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Schließlich verschwindet der Kater mit dem Topi in einem Gebüsch und wir machen nach diesem erlebnisreichen Leo-Vormittag eine frühe Pause im Camp.

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Weil es inzwischen wieder bewölkt ist und die Solaranlage nur mäßig warmes Wasser produziert, wird uns unser Dusch-Wasser über diesen „Donkey“ erhitzt.

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Teil 1428. März 2024
10.11.23 Auf dem Weg ins Triangle

Heute müssen wir das Bella Camp schon verlassen! Das ist sehr schade, denn es hat uns hier super gut gefallen! Ein letztes Mal werden wir zum Lunch von Karanja bedient und in Suaheli und Maa unterrichtet. Auch der Koch David kommt noch mal vorbei, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung war. Anschließend begleichen wir bei Cronix unsere Getränke-Rechnung und geben das Trinkgeld ab. Cronix bittet uns außerdem, etwas ins Gästebuch einzutragen. Der Abschied wird uns hier wirklich nicht leicht gemacht!

Gegen drei Uhr holt George uns am Zelt ab und wir müssen uns endgültig vom Bella Camp verabschieden. Nun geht's auf ins Triangle - mape!

Wir fahren schnell und ohne anzuhalten auf der verhältnismäßig gut ausgebauten Schotterstraße nach Westen. Nach gut einer Stunde erreichen wir die Brücke über den Mara River. Direkt nach der Brücke kommt der Parkeingang, wo die Parkgebühr entrichtet werden muss. George bittet uns, dass wir die Gebühr mit unserer Kreditkarte begleichen, da der Wechselkurs von Dollar zu Schilling zu schlecht ist. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten finden wir eine Karte, die angenommen wird und legen George das Geld aus. Er gibt es uns später in Dollar zurück.

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Kaum im Triangle angekommen, stoßen wir schon auf die erste Fahrzeugkolonne, die aber, anders als im Reserve, brav auf der Straße bleibt. Es stellt sich heraus, dass im parallel zur Straße verlaufenden Flussbett ein Leo unterwegs sein soll. Nach einiger Wartezeit taucht eine Leopardin auf, die dann auf der anderen Uferseite entlang spaziert. Wow, schon der zweite Leo heute.

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Die Leopardin taucht wieder im Flussbett ab und anders als im Reserve fährt niemand hin, um zu sehen, wo sie ist oder was sie macht. Man kann also nur mutmaßen und hoffen. Das scheint aber den meisten nicht zu liegen und ehe wir uns versehen, stehen wir plötzlich alleine bei dem Sighting. George meint, in der Nähe gäbe es eine Löwensichtung, aber wir bleiben lieber hier. Unsere Geduld wird nicht nur mit einem Regenbogen belohnt…

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Als sie wieder abtaucht, verlassen auch wir die Leopardin und machen uns auf den noch längeren Weg zur Mara Serena Lodge.

Ganz weit am Horizont entdeckt George während der Fahrt in der Dämmerung eine Löwin. Keine Ahnung, wie er das immer macht! Fotografieren macht so keinen Sinn, aber für unsere Statistik ist das ein Gewinn: bisher kein Tag ohne Löwe und Leopard!

Wir erreichen die Lodge und der Kulturschock ist noch schlimmer als erwartet: so viele Menschen! Wir sind in einer gut geölten Tourismus-Maschinerie gelandet, die aber so gar nichts mit der persönlichen Atmosphäre im Bella Camp zu tun hat. Puh!

Die Zimmer sind im Reihenhaus-Stil angelegt und ziemlich klein. Dafür mit viel Licht, Mosquito-Netz, Wasserkocher und Fön ausgestattet. Außerdem gibt’s auch morgens in der Dusche und am Waschbecken warmes Wasser. Diese Annehmlichkeiten hatten wir vorher zwar nicht vermisst, aber wir lassen sie uns gerne gefallen.

Zum Dinner gibt es Suppe vorweg am Platz und anschließend kann man sich am reichhaltigen Buffet bedienen. Die sorgenfreie Zeit bezüglich meiner Zwiebelunverträglichkeit ist nun allerdings vorbei, denn natürlich wird hier nicht auf Sonderwünsche Rücksicht genommen. Aber immerhin führt mich der Koch einmal durchs Büffet und erklärt, was ohne Zwiebeln zubereitet ist. Es ist nicht viel, aber nun gut.

Viel schlimmer sind aber die vielen Menschen und der Trubel: irgendwo außerhalb unserer Sichtweite wird sogar "Jambo Bwana" und anschließend "Happy Birthday" gesungen. Wir machen, dass wir fertig werden und in unser Zimmer kommen.
Teil 1529. März 2024
11.11.23 Mara Serena Lodge

Die Nacht war sehr ruhig: keine Geräusche von Hippos oder Vögeln, kein Regen auf der Zeltplane und keine Geräusche des erwachenden Camps. Trotzdem sind wir schon um fünf Uhr munter und haben noch Zeit für einen Tee. Man bekommt hier erst um sechs Uhr sein Frühstücks-Paket und darf das Gelände auch sowieso nicht vor sechs verlassen.

Unsere erste Sichtung des Tages ist ein kleines Rudel Löwen mit sieben Halbstarken direkt an der Straße. Wir bleiben aber nicht lange, denn wir hoffen, die Leopardin von gestern, Nashipae wie George inzwischen herausgefunden hat, wieder zu finden.

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Wir pirschen das Flussufer auf beiden Seiten rauf und runter, aber können die Leopardin nicht entdecken. Inzwischen wissen wir, dass sie ein dreimonatiges Junges hat - das zu sehen, wäre natürlich traumhaft!

Als nächstes sehen wir zwei große Löwen, die sogenannten Inselberg Boys. Sie sind aber flat cats, sodass wir keine Fotos machen.

Also pirschen wir weiter am Flussufer entlang. Statt auf die Leopardin, stoßen wir auf eine Löwin mit ihren sehr kleinen drei Cubs. Dort dürfen nicht mehr als fünf Fahrzeuge stehen und als das sechste Fahrzeug kommt, müssen wir die Sichtung verlassen.

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Zum Glück warten aber noch andere Sichtungen auf uns: auf einer Ebene schläft ein Spitzmaulnashorm. Leider ist es sehr weit weg und wir können nicht näher ranfahren. Andererseits können wir froh sein, dass wir es überhaupt zu sehen bekommen: im Reserve wäre das Tier bereits von Dutzenden Fahrzeugen verfolgt worden und auf Nimmerwiedersehen im Busch verschwunden. So kann das Tier in Ruhe wach werden und frühstücken und wir können ein Landschaftsfoto mit Nashorn-Deko machen.

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Die hügelige Landschaft hier ist traumhaft schön und so werden auch gewöhnlichere Sichtungen zu wunderschönen Motiven.

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Wir schauen noch einmal nach der Löwin mit ihren Cubs und da wir jetzt alleine bei der Sichtung sind, können wir uns Zeit lassen und beobachten, wie liebevoll die Löwin ihre Jungen umsorgt.

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Als sich die kleine Familie zur Ruhe legt, fahren wir weiter und sind schon bald wieder an der Grenze zu Tansania und können weit in die Serengeti schauen. Der Ausblick ist wunderschön, sodass wir fragen, ob wir hier unsere Frühstückspause machen können. George hat aber von Geparden gehört, sodass wir natürlich weiter fahren. Tatsächlich finden wir zwei Geparden-Brüder, die aus Tansania herüber gewandert sind und daher (noch) keine Namen haben. Die zwei sind aktiv, das Licht ist OK - Fotografenherz, was willst Du mehr?

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Nachdem die Jungs erst ziemlich zielstrebig in Richtung der riesigen Zebraherde gezogen sind, verlieren sie plötzlich ihre Motivation und legen sich ab. Wir wollen die Sichtung trotzdem nicht verlassen und frühstücken im Auto. Einen Teil unseres Essens geben wir dem Geparden Ranger ab. George erzählt uns, dass die Geparden durch Löwen und Hyänen inzwischen so stark dezimiert sind, dass sie 12/7 durch Ranger bewacht werden. Insbesondere die Jungtiere sind gefährdet und Löwen und Hyänen werden sogar mit Schüssen vertrieben, wenn sie sich den Jungen nähern.

Die anwesenden Touristen bewertet der Ranger aber offensichtlich nicht als Gefahr, denn er erlaubt ein paar Neuankömmlingen offroad zu den Tieren zu fahren. Anscheinend gibt es auch im Triangle eine gewisse Flexibilität im Umgang mit den Regeln.

Wir beobachten, wie zwei Zebrastuten mit einem kleinen Fohlen rechts an uns vorbei ziehen. George ist sich sicher, dass sie das Fohlen jagen, wenn sie es denn sehen. Die Autos versperren den beiden Katzen allerdings die Sicht. So dauert es eine ganze Weile, aber schließlich nehmen sie die kleine Gruppe tatsächlich wahr und pirschen zielstrebig hinter ihnen her.

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Die zwei pirschen sich sehr geschickt an: sobald die Zebras aufschauen, frieren sie ein, sobald die Zebras grasen, schleichen sie weiter.

Leider ist die Qualität der folgenden Bilder sehr schlecht, denn die Jagd war zu weit entfernt und die Bilder sind stark gecroppt.
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Schließlich sind sie nah genug dran und sprinten los. Der eine greift das Fohlen an, der andere hält die Mutter fern. Das kleine Fohlen rennt um sein Leben, doch es hat nicht die aller geringste Chance. Innerhalb von Sekunden hat der Gepard das Kleine erreicht und versucht es zu Boden zu bringen. Beim ersten Versuch kann es noch entkommen, aber nicht für lange. Der Gepard springt es ein weiteres Mal an und kann es zu Boden reißen.

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Zu guter Letzt packt er es am Hals und fängt an, es zu ersticken. Sein Bruder fängt derweil schon an zu fressen. Die Zebra-Mutter schaut hilflos zu. Arme Zebras.

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Es kommt noch dramatischer: Die erfolgreiche Jagd ist auch von anderen nicht unbemerkt geblieben: eine Hyäne nähert sich dem Geschehen. Die zwei Geparden haben keine Chance ihren Riss zu verteidigen und geben nach kurzem Gefauche ihre Beute auf.

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Der Ranger ist eigentlich auch dazu da, sowas zu verhindern, aber er ignoriert das Geschehen. Vielleicht ist er mit unserem Frühstück beschäftigt. 😈

Nun wird’s richtig heftig: der ganze Clan kommt angelaufen und zerreißt das Fohlen - immer noch unter den Augen der beiden Zebrastuten - in Stücke.

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Teil 1631. März 2024
11.11.23 Mara Serena Lodge, Teil II

Nach der ganzen Aufregung geht es zurück in die Lodge. Als erstes nutzen wir das Tageslicht, inspizieren alles und machen Fotos von unserem Zimmer und der Anlage.

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Dann gibt’s eine schöne heiße Dusche und anschließend Lunch, der aber nicht der Rede wert ist. Danach ist zum Glück noch Zeit für etwas Entspannung am Pool mit großartigem Ausblick auf die Ebene und den Mara River. Die Lodge ist wirklich nicht unser Ding, aber die Lage ist absolut großartig.

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Lars geht auf Vogelpirsch und entdeckt dabei außerdem Klippschliefer. Da hält mich dann natürlich auch nix mehr auf der Poolliege - ich finde die so possierlich!

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Um viertel vor vier geht es wieder auf Pirschfahrt. George fragt uns, was wir machen möchten und wir entscheiden uns, nach der Leopardin mit ihrem Cub zu schauen. Heute haben wir ja schließlich noch keinen Leoparden gesehen und unsere Leo-Serie soll möglichst nicht abreißen.

George ändert aber kurzfristig den Plan, weil er von einer anderen Leo-Sichtung gehört hat. Tatsächlich entdecken wir auf der gegenüberliegenden Flussseite gleich zwei Leos. Verrückt! Da die beiden im hohen Gras nicht so richtig gut zu sehen sind, fahren wir rüber und warten was passiert. Irgendwann steht eine der beiden Katzen, eine Leopardin, auf und verschwindet kurzerhand im Busch. Ein Foto können wir aber trotzdem machen. Der andere Leo, vermutlich ein Männchen, rührt sich nicht und als es langsam dunkel wird, müssen wir aufgeben.

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Zum Dinner bekomme ich dieses Mal ein eigenes Essen und der Koch Juma kommt extra vorbei, um nachzufragen, was ich morgen essen möchte. Das finde ich sehr nett und hätte es hier gar nicht erwartet. Nach dem Essen verschwinden wir schnell in unser Zimmer: wir sind schon wieder müde und kaputt.
Teil 1731. März 2024
12.11.23 Serena Mara Lodge

Nach dem obligatorischem Tee mit Kuchen gehen wir um kurz vor sechs zur Lobby um unsere Essensboxen abzuholen. Überraschung: Die Frühstücksboxen sind nicht da und sollen dann draußen nachgeliefert werden. Erstaunlicherweise gilt das wohl für alle Gäste. Wir sind gespannt, ob das wohl klappt!

Zuerst fahren wir natürlich an die Stelle, an der wir gestern die zwei Leos gesehen haben. Leider ist von keinem der beiden etwas zu entdecken. Zum Glück haben wir ja noch mehr Leo-Reviere im Angebot und so geht es direkt weiter zu der Stelle an der wir vorgestern die Leopardin Nashipae gesehen haben. Vorher stoppen wir aber noch für eine Schakal-Familie mit einem sehr niedlichen Jungen.

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Was für ein Glück: wir sind die ersten hier und George findet die Leopardin mit ihrem Jungen gut versteckt, aber trotzdem sichtbar an einem Zebra-Riss. Nashipae ist offenbar eine vorsichtige Mutter, denn sie zerrt den Riss direkt außer Sichtweite. Jetzt können wir sie nur noch fressen hören.

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Ihr Kleines macht sich inzwischen aus dem Staub. Es gelingt uns zwar, es eine ganze Weile von der Straße aus zu verfolgen, aber es macht es uns nicht leicht: für so ein junges Kätzchen ist es wirklich flott unterwegs und verstecken kann es sich auch schon wie ein Großer! Schließlich bleibt es unauffindbar und wir fahren zurück zur Mama.

Wir haben wieder Glück: die Leopardin sitzt gut sichtbar auf einem großen Ast und putzt sich. Als weitere Autos hinzukommen, taucht sie sofort wieder ins Flussbett ab.

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Wie gut sich diese Tiere verstecken können ist wirklich unglaublich: Nashipae wandert fast unbemerkt an uns vorbei in Richtung ihres Jungen. Lars entdeckt sie nur kurz am Flussufer und schon ist sie wieder verschwunden. Wir fahren an die entsprechende Stelle, wo sie gut versteckt in einem Grasbüschel sitzt. Dort ist sie nur zu entdecken, wenn man genau weiß, dass sie dort ist und das Fernglas benutzt. Vielen ankommenden Fahrzeugen gelingt es nicht, sie zu entdecken, obwohl George sich ausgiebig mit allen Guides austauscht.

Am Horizont sehen wir eine große Herde Zebras heranziehen. Nun wird auch klar, warum sie sich in diesem dichten Grasbüschel versteckt: es ist strategisch gut an einer Stelle gelegen, an der die Zebras den Bach queren könnten - jedenfalls falls diese sich nicht durch die vielen wartenden Autos gestört fühlen.

Während wir warten, dass die Zebras näher kommen, kommt auf der anderen Seite ein Hippo vorbei. Das Tier bei Tag in der Savanne zu sehen ist nochmal beeindruckender als es im Wasser zu beobachten. Krass, wie massig das Hippo ist, aber auch wie schnell und sogar ein wenig elegant es sich bewegt.

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Gegen acht folgt eine Überraschung: unser Frühstück wird geliefert! Die Dame von der Lodge steigt aus ihrem Auto aus und reicht uns unser Essen rein, nur wenige Meter von der lauernden Leopardin entfernt.

Zwischenzeitlich sind die Zebras tatsächlich am Hide von Nashipae vorbeigezogen. Stattdessen nähern sich mehrere Giraffen, von der eine sogar in gebückter Haltung mit dem Rücken zur Katze frisst. Ein Angriff bleibt aber aus, da die Giraffe als Beute einfach zu groß für sie ist.

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Nachdem wir zwei Stunden gewartet haben, in der Hoffnung, dass etwas passiert, verpassen wir fast, wie die Leopardin das Grasbüschel verlässt und sich wieder in Richtung ihres alten Riss zurückzieht. Ein schnelles letztes Foto gelingt aber doch. Danach haben wir vom Warten genug und brechen auf, um zu frühstücken.

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Vorher machen wir aber noch einen kleinen Abstecher zu der Stelle, an der gestern die Löwin mit ihren sehr kleinen Cubs lag. Die Familie inklusive der prächtigen Männchen ist zuhause, liegt aber nur unfotogen rum. Die Jungen sind nicht zu sehen.

Dafür stoßen wir aber wenig später auf zwei Löwinnen und einen in der Mara wohl seltenen Riedbock.

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Wir erreichen wieder die Grenze zur Serengeti und machen an einem offiziellen Picknickplatz Pause. Es ist erschreckend, wie viel Müll hier herumliegt! Ich begreife einfach nicht, wie man seinen Sch.... einfach in die Landschaft werfen kann oder ihn nicht wieder einsammelt, wenn er beim Frühstücken von der Motorhaube fliegt! Die Serena Lodge leistet dabei leider auch keinen Beitrag zum Schutz der Natur: Statt wie im Bella Camp das Essen in Tupper zu verpacken, sind unsere Essenspakete komplett einweg-verpackt. Und auch das Essen selbst war im Bella Camp deutlich besser: Das Frühstück hier kann ich nach zwei Tagen schon nicht mehr sehen.

Wir fahren wieder in Richtung Serengeti und wenig später haben wir endlich eine Sichtung, auf die wir schon lange gewartet haben: große, entspannte Elefantenbullen in einer freien Ebene mit niedrigem Gras. Nach ein paar „normalen“ Fotos bauen wir an meine Kamera ein Weitwinkelobjektiv und ein Stativ. Lars hält die Kamera mit dem Stativ kopfüber aus dem Fenster und ich bediene sie über WLAN mit meinem Handy. Die bodennahe Perspektive in Kombination mit dem Weitwinkel lässt die ohnehin prächtigen Bullen noch imposanter aussehen. Leider zeigt mein Handy das Bild immer ziemlich zeitverzögert an, sodass es gar nicht mal so einfach ist, die eigentlich großen und relativ langsamen Motive überhaupt zu erwischen.

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Wenig später stoßen wir auf einen Milchuhu, der mitten in der Savanne sitzt. Leider fliegt er gleich auf und in die nächste Akazie, wo er im dichten Geäst nicht besonders schön abzulichten ist.

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Diese beiden Kronenkraniche sind da dankbarere Motive, sogar mit Spiegelbild.

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Unsere Mittagspause verbringen wir wieder inmitten von tausenden Zebras. Wir haben es aufgegeben, die riesige Anzahl von Zebras auf Chip bannen zu wollen und konzentrieren uns auf einzelne Grüppchen.

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Bevor wir zurück zur Lodge fahren, müssen wir natürlich noch mal schauen, ob wir Nashipae nicht noch mal finden. Tatsächlich finden wir sie mit ihrem Jungen im Baum. Mit viel Mühe sind zwei Schwanzspitzen zu erahnen. Zum Glück sind die zwei also wieder vereint.

Auch bei den Löwen Cubs müssen wir natürlich noch mal vorbeischauen. Es haben sich aber alle Löwen in einen großen Busch verzogen.

Nach dem langen Tag sind wir total KO und legen uns erstmal wieder an den Pool. Ein fetter Regenschauer vertreibt uns aber von dort und so legen wir uns auf‘s Bett - und entschließen uns, heute das Dinner sausen zu lassen. Wir schlafen schon um sieben ein und werden nur noch mal um neun durch einen Anruf aus dem Schlaf gerissen: die Rezeption fragt an, ob wir noch zum Dinner kommen? Wer hätte das gedacht, dass man sich in dieser großen Lodge Gedanken macht, wenn Gäste nicht zum Abendessen erscheinen!
Teil 1801. Apr. 2024
13.11.23 Serena Mara Lodge, Teil I

Die Nacht ist heute schon um vier zu Ende: ein paar Paviane machen einen Riesenradau vor unserem Fenster und wir sind wach! Naja, acht Stunden Schlaf ist in diesem Urlaub bisher Rekord, da wollen wir mal nicht jammern!

Heute morgen ist es extrem nebelig.

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Wann immer uns heute früh also ein Tier begegnet, versuchen wir, es im Nebel zu fotografieren.

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Kurz nach der Durchfahrt eines kleinen Bachs entdeckt George einen männlichen Leoparden im Gebüsch. Es ist Osidai, der Kater, den wir schon vor zwei Tagen mit der Tochter von Nashipae gesehen haben. Und so haben wir unseren daily leopard schon vor halb sieben im Kasten! 🙂

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Da er keine Anstalten macht, sich aus seinem Gebüsch fort zu bewegen, machen wir uns auf unsere übliche Runde. Erster Halt: Löwenbabys. Leider sind die Jungen versteckt und wir sehen nur die Mama.

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Also geht es weiter zu Nashipaes Revier. Wie gestern treffen wir dabei wieder auf die kleine Schakalfamilie. Ein Welpe ist heute so neugierig, dass er direkt an unser Auto kommt und daran schnuppert. Als wir wieder anfahren, verschwindet er aber flink in einen Rohrdurchlass.

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In Nashipaes Revier treffen wir auf den Ranger von der Gepardenjagd, der George berichtet, dass Nashipae mit ihrem Jungen abgewandert ist. Hier brauchen wir also nicht weiter zu suchen.

Also fahren wir wieder zurück zu Osidai. Der Kater ist tatsächlich noch da, aber noch tiefer im Busch verborgen. Also heißt es mal wieder warten. Aber gar nicht lange: es kommen immer mehr Fahrzeuge und der Leo verschwindet komplett im Gebüsch. Danach bleibt er verschwunden und wir fahren weiter.

Wir versuchen unser Glück noch mal bei der Löwin mit den Cubs und tatsächlich säugt sie dieses Mal ihre Jungen.

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Auch heute halten wir für das Frühstück auf einer grünen Ebene, die von Zebras nur so wimmelt. Es ist einfach großartig, sich innerhalb dieser großen Herde zu befinden und zu rasten, auch wenn man dabei manchmal etwas misstrauisch beäugt wird.

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Anschließend fahren wir wieder zu der Ebene auf der wir gestern die Elefantenbullen fotografiert haben und tatsächlich sind die Bullen immer noch da. Diese prächtigen Motive lichten wir gerne noch einmal ab, ganz klassisch und wieder mit am Einbeinstativ herabgelassener Kamera.

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Die letzte Sichtung des Vormittags ist ein kleines Löwenrudel, das unter einem Baum ruht. Einzig ein junger Löwe knabbert an einem Ast, aber dann fallen ihm auch die Augen zu. Wir brauchen auch dringend eine Pause und fahren zurück zur Lodge.

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Teil 1901. Apr. 2024
13.11.23 Serena Mara Lodge, Teil II
In der Mittagspause ist wieder Entspannung am Pool angesagt. Bei Sprite und Cola genießen wir den Blick auf die Savanne, die immer wieder in anderem Licht erscheint. Einfach großartig! Zwischenzeitlich werden die Fotos vom morgendlichen Game-Drive gecheckt und noch einige Bilder von den Tieren in der Lodge gemacht. Dabei haben es mir außer den Klippschliefern auch die Zwergmangusten besonders angetan. Aber auch die übrigen Bewohner der Lodge werden auf Chip verewigt.

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Gegen vier geht’s wieder auf Pirsch und der abendliche Game-Drive führt uns heute an den Mara, jedoch in einen Bereich, an dem wir vorher noch nicht waren. Es ist wunderschön hier. Wir fahren direkt an die Kante des Flusses und sehen eine Giraffe, Hippos und Krokodile.

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Etwas weiter vom Mara entfernt, ähnelt die Landschaft teilweise einem Sumpfgebiet. Trotzdem treffen wir hier auf einen Geparden, der einen jungen Impalabock ins Visier genommen hat. Der scheint aber Lunte gerochen zu haben und nimmt erstmal Abstand von dem sich im Anschleichmodus befindenden Kater. Der Gepard bricht ab und wendet sich in die Richtung, in der wir Topis mit ihren Kälbern gesehen hatten. Dort braucht er aber keinen Jagdversuch zu unternehmen und das weiß er anscheinend auch: es schleichen dort sehr viele Hyänen herum, die ihm seine Beute sowieso gleich wieder abnehmen würden.

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Wir fahren noch ein wenig durch die Landschaft, sehen aber nichts außergewöhnliches mehr. Daher beenden wir unseren letzten abendlichen Gamedrive und fahren gemütlich zurück zur Lodge.

Nach dem Abendessen zahlen wir unsere Rechnung, packen noch das meiste unseres Gepäcks zusammen, hören noch etwas Hörbuch und schlafen dann todmüde ein.
Teil 2002. Apr. 2024
14.11.23 Serena Mara Lodge, Abreise

Wieder war die Nacht kurz und dieses Mal sehr unruhig. Es war super heiß im Zimmer und ungefähr jede Stunde wurde im Nachbarzimmer die Toilettenspülung betätigt, sodass wir senkrecht im Bett standen. Dass die Zimmer so hellhörig sind, war uns vorher gar nicht aufgefallen.

Wir packen den Rest unserer Sachen zusammen und sind traurig, dass sich unser 4. Keniatrip heute schon seinem Ende zuneigt. Ein letztes Mal setzen wir uns heute also zu Tee und Kuchen in die Lobby. George kommt, wir checken aus, geben unseren Umschlag mit dem Trinkgeld ab und los geht’s auf unseren letzten Gamedrive des Urlaubs. Mape!

Wir machen uns gleich als erstes auf die Suche nach Osidai. Heute Morgen gelingt Lars das Wunder und er kann ihn eine halbe Sekunde vor George spotten! Unsere Serie ist also auch heute nicht abgerissen und wir haben jeden Tag mindestens eine Leo-Sichtung gehabt.

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Der Kater legt sich ab und wir wollen unsere übliche Tour in Richtung Löwenbabys weiterfahren. Dazu kommt es aber gar nicht, denn uns kommen eine Löwin und ein Löwe aus dem Majijafu Pride entgegen, die offenbar für noch mehr Löwen-Babys sorgen wollen. Es ist zu drollig zu beobachten: sie scharwenzelt vor ihm her, rollt sich vor ihm auf den Boden und legt sich schließlich hin - und sobald er sich dazu legen will, faucht sie ihn an, springt auf und lässt ihn stehen. Dann geht es von vorne los und er trottet ihr wieder brav hinterher.

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Wir verlassen die zwei Turteltauben und fahren in Richtung Mara Bridge, da George meint, die abertausenden Zebras, die seit Tagen durch das Triangle ziehen, würden den Fluss vielleicht überqueren wollen. Kurz darauf erreichen wir auch schon die Mara-Bridge und damit auch wieder das Gate zum Reserve. George checkt uns alle aus und wir überqueren die Brücke über den Mara ein zweites Mal.

Die Zebras tun es uns leider nicht gleich: Anstatt ebenfalls den Mara zu überqueren, ziehen die Zebras in einer langen Kolonne am gegenüberliegenden Ufer entlang. Auf unserer Seite warten auch schon zwei Löwinnen auf das Crossing - als das nicht passiert, ziehen sie sich in einen dichten Busch zurück.

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Also machen wir erstmal Frühstückspause. Das Frühstück ist genauso schlecht wie schon die letzten Tage, dieses Mal fehlen auch noch die Eier. Egal, der Blick auf den Mara entschädigt für vieles!

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George war zu einen ehemaligen Kollegen gegangen, der mit seinen Gästen etwas weiter entfernt ebenfalls Frühstückspause macht. Jetzt kommt er eilig zurück: „Zebras start crossing!“ Wir fahren schnell zu einem möglichen Crossing Point, doch die Zebras bleiben doch lieber weiterhin auf ihrer Seite. Schade.

Bevor wir den Mara in Richtung Tansania verlassen machen wir noch ein Foto mit der malerisch gelegenen Serena Lodge im Hintergrund.

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Dann stoßen wir auf dieses „Business of Mongoose“. Wir lernen von George heute nämlich, dass Mangusten weder eine Gruppe, noch einen Clan oder eine Truppe, sondern ein „Business“ bilden. Ich frage mich, wie man das ins Deutsche übersetzt?

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Wenig später sehen wir in der Ferne zwei Fahrzeuge, die offenbar einen Geparden entdeckt haben. Wir fahren in ihre Richtung, als plötzlich vor uns ein „eigener“ Gepard auftaucht: ein stattliches Männchen aus Tansania.

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Der Kater wandert zielstrebig in eine Richtung und überquert dabei ein Flussbett. Wir folgen ihm und versauen ihm unbeabsichtigt seine Jagd: das Riedbock-Weibchen und ihr Junges, die er offenbar anvisiert hatte, erschrecken sich vor uns und springen davon. Der Gepard überquert wieder den Fluss und wir bleiben zerknirscht zurück.

Aber da gab es ja noch einen zweiten Geparden bei den anderen Fahrzeugen! Auch dieses Tier, eine Gepardin namens Nora, hat inzwischen den kleinen Fluss überquert und ist somit auf unserer Seite.

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George prognostiziert, dass von ihr keine Jagd zu erwarten sei und so fahren wir wieder zurück zu dem namenlosen Männchen, das überaus fotogen den Weg auf der Suche nach neuer Beute entlang streift.

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Nachdem er eine Akazie mit einem starken Strahl reichlich markiert hat, scheint er sich auf den Weg zu einem Warzenschwein mit Ferkel zu machen und dieses Mal umfahren wir seine potentielle Beute weiträumig. Das nützt aber leider auch nichts: die scheuen Schweine laufen rasch davon, weg aus seiner Reichweite. Weitere Beute ist hier nicht in Sicht, sodass wir ihn nun endgültig in Ruhe lassen.

Ein letztes Mal erreichen wir die Grenze zu Tansania und können nach dem kurzen Grenzübertritt unseren 5. Tansaniabesuch in diesem Urlaub verbuchen. Am Sandriver, der einige Kilometer weiter in den Mara mündet, legen wir im Schatten einiger Bäume eine kurze Pause ein.

Schon wenig später bitten wir George um eine längere Pause, denn wir sind inzwischen wirklich fertig: auch wenn wir dieses Jahr phantastische Sichtungen hatten, verbringen wir doch auch viel Zeit damit, einfach nur durch die Landschaft zu schaukeln, was sehr ermüdend ist. Unser Lunchpaket ist das gleiche wie das Frühstückspaket und wir bringen das Zeug einfach nicht mehr runter. George hat die gute Idee, in die nahegelegene Keekorok Lodge einzukehren. Weil wir pünktlich am Airstrip sein müssen, gibt es zwar nur eine Pommes to go, aber die ist lecker und wir werden wieder munter.

Im Vorfeld der Reise hatte ich aufgrund der Alleinlage der Lodge in diesem interessanten Gebiet (Black Rock Area) überlegt, ob wir nicht ein paar Tage in dieser Lodge übernachten sollten. Wie gut, dass wir das nicht getan haben! Die Lodge ist genauso riesig und unpersönlich wie die Serena Mara Lodge. Laut George sind die berühmten Löwen gerade sowieso nicht da und auch sonst wirkt das ganze Gebiet zumindest heute wie leer gefegt.

Kurze Zeit später kommen wir schon am Keekorok Airstrip an. George hat uns umgebucht, denn dieses Airfield liegt näher als der Olare Orok Airstrip, von dem wir eigentlich hätten fliegen sollen. Wir hätten uns aber gar nicht beeilen brauchen, denn der Buschflieger hat Verspätung. Da schließt sich KLM doch gerne an und wir bekommen die Nachricht, dass auch unser Flug nach Amsterdam 40 Minuten verspätet losfliegt. Puh, noch länger am Flughafen rumhängen!

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Schließlich kommt unser Safarilink-Flieger und im selben Moment beginnt es in Strömen zu regnen. Das passt ja als Abschied von diesem sehr regenreichen Urlaub!

Der Flug verläuft völlig komplikationslos. Während wir beim Hinflug noch völlig aufgedreht Fotos und Videos gemacht haben, können wir uns jetzt nicht mehr so richtig begeistern. Der Landeanflug auf Nairobi ist trotzdem interessant: Armut und Reichtum liegen aus der Luft betrachtet sehr nah bei einander.

Wir verlassen den Flughafen eine halbe Stunde verspätet und der vorbestellte Fahrer ist nicht da. Wir hatten ihn über das Hotel in Nairobi bestellt, aber noch nicht bezahlt. Ein Flughafenmitarbeiter empfiehlt uns einen Fahrer, der ein offizielles Taxi hat und wir fragen ihn nach den Kosten. Unser bestelltes Taxi hätte 50 USD gekostet und mehr wollen wir auf keinen Fall bezahlen. Also überlegen wir uns, bei einem Gebot von 30 USD anfangen zu wollen. Dummerweise ist das auch sein Einstiegsgebot, sodass wir ganz perplex direkt annehmen, anstatt zu verhandeln. Naja, wir haben 20 USD gespart, was soll‘s also.

Der Verkehr ist wirklich unglaublich: als plötzlich auf einer großen Zubringerstraße auch noch Kühe von links nach rechts über die Fahrbahn traben, kommt es direkt vor uns zum Unfall. Bald lassen wir aber das Gewühl hinter uns und unser Fahrer fährt auf die chinesische Maut-Straße. Links von uns stauen sich auf drei Spuren die Fahrzeuge, während wir im Zwei-Klassen-System für 180 KSH am Stau vorbei fahren dürfen.

Am Flughafen Nairobi werden nach den Anschlägen von somalischen Extremisten in 2013 alle ankommenden Fahrzeuge geröntgt. Wir als Taxi-Gäste dürfen bzw. müssen aussteigen und die Fahrer fahren mit allem Gepäck durch. Zum Glück haben wir diese Erfahrung bereits einmal gemacht und so haben wir nur ein mittelmäßig schlechtes Gefühl, als wir das Fahrzeug, mit all unseren Sachen außer meinem Rucksack darin, verlassen. Vorsichtshalber notiere ich mir aber doch schnell das Kennzeichen des Taxis.

Das war aber überhaupt nicht nötig, der Fahrer sammelt uns wieder ein. Am Flughafen angekommen, wollen wir ihn mit einem 50-Dollar-Schein bezahlen, aber er hat kein Wechselgeld. Was nun? Euro nimmt er auch, aber da haben wir in kleinen Scheinen nur 25€. Wir legen noch unsere letzten Shilling dazu und damit ist er dann als Bezahlung einverstanden.

Als wir unser Terminal erreichen, ist der KLM-Schalter noch nicht besetzt. Im Terminal gibt es nur wenige Sitzplätze und nach ein paar Minuten ergattern wir wenigstens einen. Jetzt heißt es warten…

Nach einer guten Stunde öffnet der Check-In-Schalter und nach einiger Warterei können wir unser Gepäck abgeben. Wieder eine Etappe geschafft!

In Richtung unseres Gates gibt es Liegen, auf denen wir uns sofort niederlassen. Mir ist allerdings nicht klar, wie es überhaupt möglich ist, Flughafenliegen so unbequem und rückenfeindlich zu konstruieren! Also ziehen wir weiter in ein Restaurant und nach einer Pizza sieht die Flughafen-Welt schon gleich viel freundlicher aus!

Nach einer langen Wartezeit und einem katastrophalen Boarding sitzen wir endlich im Flieger. Wir haben weitere 20 Minuten Verspätung und direkt neben uns wurden zwei Kleinkinder platziert, die jetzt schon brüllen. Neun Stunden Flug liegen vor uns.

In Amsterdam angekommen sind die Sicherheitskontrollen sehr gründlich, aber überraschend höflich. Als EU-Bürger dürfen wir die Immigration als Self-Service durchlaufen. Alles ist aber bestens organisiert und so brauchen wir von der Landung bis zum Gate nur 40 Minuten. Im Duty Free Bereich werden wir von Weihnachts-Deko überrascht!

Zum Glück haben wir nur kurzen Aufenthalt und der Weiterflug nach Bremen verläuft völlig problemlos. Am kleinen Bremer Flughafen hatten wir noch nie Probleme und so ist es auch dieses Mal. Die Taschen kommen nach wenigen Minuten und ein Taxi bringt uns müde aber wohlbehalten nach Hause.
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