LugaweThemenstarter321 Beiträge · seit 202116. Feb. 2024 ·
Während meiner jüngsten Überwinterung in Uganda ergab sich endlich eine kostengünstige Gelegenheit den Kidepo Valley NP im äußersten Nordosten des Landes zu besuchen. Unterwegs waren wir zu zweit mit einem sehr erfahrenen DriverGuide Ende Januar. Das Fahrzeug - ein extended Toyota Landcruiser Baujahr 2008 mit Safari-Dach vorn und hinten - war aufgrund besonderer Beziehungen für genau diesen Zeitraum außerordentlich günstig zu mieten.
Ein ziemlicher Luxus für 2 Personen aber einen Rava oder Minibus hätten wir nicht preiswerter bekommen. Die Route führte von Kampala über Gulu und Kitgum zur Kidepo Savannah Lodge knapp außerhalb des Kidepo Valley NP. Rückweg über Moroto, Pian Upe Wildlife Reserve, Sipi und Jinja nach Kampala. Verbraucht haben wir 250 l Diesel auf 1550 km, was einem durchschnittlichen Verbrauch von 16 l/100 km entspricht.
Bei den Karuma Falls erreichten Speke und Grant wieder den Nil nachdem sie im Juli 1862 dessen Austritt aus dem Victoria Nyanza nach zweijähriger, beschwerlicher Reise gefunden hatten, dem Verlauf des Flusses aber nicht folgen konnten. Den unweit nilabwärts gelegenen, ungleich spektakuläreren Wasserfall des Nil bekam erst ein Jahr später Samuel Baker als erster Europäer zu Gesicht und nannte ihn Murchison Falls.
Nach nur 7 Std Fahrt incl. einer entspannten Mittagspause erreichten wir bereits das Africa Roots Guesthouse in Gulu. Sehr freundlich, sehr zu empfehlen! Ordentliche Mahlzeiten in Bar/Restaurant
Gegenüber auch etwas für lower budget
Da meine Mitreisenden unbedingt Pork Ribs wollten ging es abends noch zum Pork Joint. Dort sucht man sich aus was man gegrillt haben möchte und wartet nebenan in der freundlichen Bierkneipe bei Nile oder Club ...
Das letzte Bier des Abends haben wir im "Password" eingenommen. Ein Club im Country-Stil mit Acholi-Dance-Musiki - unter der Woche nicht so ohrenbetäubend laut wie in den höllischen Kampala-Clubs Am nächsten Tag auf der Strecke nach Kitgum Abstecher zu den Aruu Falls. Ziemlich genau 50 km von Gulu führt rechts eine ausgeschilderte Piste zu
Für 20.000 USH pro Person und 5000 für den jungen Acholi-Guide wird man über halbrecherische, scharfkantige und glitschige Felsen zu einigen Viewpoints geführt. Weiter unten ist ein Pool in dem man ein kühles Bad nehmen kann. Ich habe darauf verzichtet und war froh ohne Sturz wieder hoch zu kommen ... 😐
In Kitgum war Einkaufen im Markt, gepflegtes Lunch im Boma Hotel und Volltanken der 2x90 l Tanks angesagt.
Sowohl Kitgum als auch Gulu fanden wir überraschend aufgeräumt und sauber - im wohltuenden Kontrast zu Kampala und vielen Towns in den dichter besiedelten Gebieten!
Hallo Lugawe, ich bin sehr gespannt auf deine weiteren Eindrücke und euren Tourverlauf. Kannst du vielleicht noch schreiben von wem ihr den Wagen gemietet habt und wie lange ihr unterwegs gewesen seid?
Als ich am Karuma Fall fotografieren wollte, wurden wir von einem Motorradfahrer darauf hingewiesen, dass dieses ein militärisches Objekt sei und ein Fotografierverbot herrscht. Am Ende der Brücke war auch ein Wachposten. Das war 2021. Hat sich jetzt etwas geändert?
LugaweThemenstarter321 Beiträge · seit 202116. Feb. 2024 ·
@Biggi: Grundsätzlich gilt in Uganda für alle strategischen Brücken Fotografierverbot (außer für die neue Nilbrücke im Murchison Falls NP). Es ist nicht ratsam auszusteigen und schwere Geschütze aufzufahren .... ein paar Schnappschüsse mit dem Smartphone aus dem Fenster habe ich riskiert 😗 Die Wachposten an der Nilbrücke bei Karuma Falls gibt es weiterhin. Wir waren nur 7 Tage in Nord-Uganda unterwegs - leider waren wir durch andere Termine in Kampala und im Rest des Landes gebunden. Der Landcruiser gehört dem Guide mit dem wir unterwegs waren. Gute DriverGuides mit eigenen Landcruisern kann ich Dir gern per PN vermitteln.
LugaweThemenstarter321 Beiträge · seit 202116. Feb. 2024 ·
Ab Kitgum dann gute Piste weiter Richtung Nordosten. Meist konnten wir mit 70 km/h durchbrettern ... Auch unser local chicken vom Markt in Kitgum hat's gut überstanden 😎
Viel Fleisch ist nicht dran aber sehr schmackhaft im Unterschied zu den "Global Chicken" (= Industriehühner). Besonders die Suppe sollte uns am übernächsten Abend lecker schmecken 😛
Es gibt 12 self contained Safarizelte (davon je 6 twin und 6 double bedded) und 6 "Leisure Camping-Tents" mit common shower & toilette. Ausblick auf die Nachbarlodge einen Hügel weiter
Ab 6:45 erster Gamedrive. Man fährt nur wenige Minuten von Kidepo Savannah zum nächsten Gate des NP. Bezahlung nur unbar mit Kreditkarte oder Mobile Money 40 USD pro non-East African und 8 USD für's Fahrzeug. Ugandische Guides zahlen nix.
Was sofort auffällt sind unglaublich viele Büffel und Jackson's Hartebeest.
Kidepo nennen die Karamojong die Früchte der Borassuspalme, die sie angeblich in Notzeiten auch verzehren.
Es gibt Nubische Giraffe (= Rothschild-Giraffe) wie im Murchison Falls NP
Außerdem Zebras ...
... three different airlines
... und natürlich Elefanten
Mit weiteren Tierbildern von meinem billigen Smartphone aufgenommen will ich euch nicht langweilen. Wir haben bei 4 recht ausgedehnten Pirschfahrten nicht eine Katze gesehen. Wohl aber am ersten Abend in der Lodge einen Löwen brüllen gehört. Nach Auskunft des Managers wurden seit 5 Tagen keine Löwen mehr gesehen. Es gibt wohl auch nur noch sehr wenige. Die Gerüchteküche meint zu wissen, nach dem Necklacing mit Sendern seien die Löwen beleidigt nach Südsudan weggezogen ... Schicksal dort völlig ungewiss 😐 Andere Fahrzeuge sahen wir während unserer Gamedrives kaum - obwohl die anfangs fast leere Savannah Lodge sich schließlich gut gefüllt hatte mit zwei Reisegruppen. Fazit: Kann man machen - muss man aber nicht. Zusätzlich zum Murchison Falls gibt es Zebras, Eland und wenige Strauße. Vom Erlebniswert bietet Murchison Falls mehr - vor allem wegen des Nil und des Lake Albert. Außerdem fährt man 2 recht ereignislose Tage von Kampala bis Kidepo. Aber wer die trockene Einsamkeit liebt, ist dort nicht verkehrt!
LugaweThemenstarter321 Beiträge · seit 202117. Feb. 2024 ·
Von Kidepo fuhren wir über Kaabong mit dem unverwechselbaren Rock-Tower Richtung Moroto.
An ein paar unmarkierten Verzweigungen muss man sich im Zweifel entlang der Stromleitung orientieren. Unser Guide wusste bestens Bescheid. Die Dörfer der Karamojong (ürsprünglich wie die Turkana, Rendille, Samburu und Masai im benachbarten Kenya ein halbnomadisches Hirtenvolk) haben heutzutage Wasser aus Bohrlöchern mit Handpumpen und gelegentlich wohl auch ein bisschen Strom ... Es gab ursprünglich 9 Groß-Clans, die sich auch untereinander gern das Vieh stehlen. Das machen sie wohl seit Jahrhunderten - seit der Verbreitung von AK-47 ist das allerdings deutlich blutiger geworden als in der Tradition und die Staatsmacht wollte schließlich nicht mehr tatenlos zuschauen. Das äußerst brutale Vorgehen der ugandischen Armee beim Entwaffnungsprogramm wurde allerdings Mitte 2006 gestoppt - auch als Reaktion auf Proteste von Menschenrechtsorganisationen. In grenznahe Gebieten kommen angeblich auch schon mal Turkana Cattle-Raiders aus Kenya ...
LugaweThemenstarter321 Beiträge · seit 202117. Feb. 2024 ·
Beim Transit (kostenlos) durch das Bokora Wildlife Reserve sah ich zum ersten Mal Strauße in Uganda. Etwas südlich davon gibt es das River Lokichar Community Project. Dort können reisende Karamojong unabhängig von der Clan-Zugehörigkeit kostenlos übernachten. Ein einfaches Hoteli bietet auf Vorbestellung auch Touristen Mahlzeiten an. Wir fuhren weiter nach Moroto um das Lunch im Hotel Africana einzunehmen. Mount Moroto
Modernes, vermutlich von Chinesen gebautes Hotel außerhalb von Moroto. Chinesen bauen in der Nähe einen polierfähigen Kalkstein als Marmor ab. Bald darauf kommt der Mount Khadam in Sicht
Für uns überraschend gab es ab der Soroti-Junction bis Nakiripirit 80 km nagelneue Asphaltstraße. Von dort bis Namalu wieder Piste, ab Namalu wieder neuer Asphalt. Da uns die Pian-Upe UWA Bandas wg. Miss Uganda und ihrem Gefolge kurzfristig die Reservierung abgesagt hatten, fuhren wir nur im kostenlosen Transit durch das Schutzgebiet um in Sipi standesgemäß übernachten zu können. Es gibt 2 Loops für Game Drives; Ausländer zahlen beim Headquarter 35 USD pro Kopf und 20 USD für den Ranger der dort zusteigt. Tiere haben wir von der asphaltierten Hauptstraße keine gesehen. Später dann diverse Straßenbaustellen und am späten Nachmittag schließlich in Sipi Heritage Lodge eingecheckt.
Da wir die ursprünglich geplante Übernachtung in Pian-Upe übersprungen hatten, konnten wir am Folgetag einige Wasserfälle bei Sipi besuchen.
Hallo Lugawe, das ist ziemlich genau die Tour die wir nächsten Februar auch machen wollen, allerdings sehr gechillt (jeweils mehrere Tage an einem Ort) und umgekehrt, incl. Murchison Falls NP, Budongo und Ziwa, sowie Mabamba. Den Westteil haben wir 2023 gemacht und der hat uns echt begeistert.
Ist die Strecke Kidepo zum Michison NP gut in einem Tag machbar und ist da evtl. der Besuch der Aruu Wasserfälle noch drin, zeitlich? Wäre dir sehr dankbar für eine Antwort.
LugaweThemenstarter321 Beiträge · seit 202118. Feb. 2024 ·
@waterlike: Das sollte zeitlich kein Problem sein. Aruu Wasserfälle fand ich nicht wirklich lohnend. Vielleicht ein Abstecher von Gulu zum Fort Patiko (aka Baker's Fort)? Bei Übernachtung in Gulu spart ihr womöglich einen Tag Nationalparkgebühren in MFNP und habt den ganzen nächsten Tag für Game Drive. In Sipi empfehle ich Rafiki Lodge oder Misi Cave (neu, mit begehbarer Höhle direkt unter der Lodge) oder Lacam Lodge. Sipi Heritage Lodge ist zwar perfekt von der Lage, die Cottages sind wirklich komfortabel und die Bar ist gemütlich. Aber für den Colonial-Retro-Style verlangen sie verdammt viel wenn man die Rack-Rates zahlen muss ... die Mahlzeiten sind auch nur 0815 ... Wir haben auch in Sipi einen Hahn gekauft und ihn in der Lodge zubereiten lassen um mal wieder was Schmackhaftes zu essen 😎
Hallo nochmals, wo ist denn das tolle Foto von dem Felsen aufgenommen? Wir haben die Lacam Lodge gewählt, wegen der tollen Lage. Das Essen dort soll auch ziemlich gut sein. Unterkunft scheint eher einfach zu sein, aber das ist kein Problem für uns.Wir sind übrigens mit Across Africa zu viert unterwegs.
LugaweThemenstarter321 Beiträge · seit 202119. Feb. 2024 ·
waterlike schrieb:Hallo nochmals, wo ist denn das tolle Foto von dem Felsen aufgenommen? Wir haben die Lacam Lodge gewählt, wegen der tollen Lage. Das Essen dort soll auch ziemlich gut sein. Unterkunft scheint eher einfach zu sein, aber das ist kein Problem für uns.Wir sind übrigens mit Across Africa zu viert unterwegs.
Das Foto ist aus dem Internet - wir waren nicht bei Fort bei Patiko sondern bei Aruu Falls. Across Africa sollte eine gute Wahl sein!
Das Fort sieht sehr interessant aus. Das wäre auch eine Alternative. Ja, Across Africa ist eine gute Wahl. Mit denen (Guide Medi) waren wir letztes Jahr im Februar in Uganda unterwegs und total begeistert. Perfekt organisiert und der von uns gewünschte Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung führte zu tollen und eindrücklichen Begegnungen, die unsere Reise zu einem besonderen Erlebnis werden lies. Daher wird uns der gleiche Guide wieder begleiten.
Lugawe schrieb:Das Foto ist aus dem Internet - wir waren nicht bei Fort bei Patiko sondern bei Aruu Falls.
Das solltest Du jeweils zum Bild dazuschreiben, es gab schon mal einen Shitstorm weil jemand Bilder aus dem Netz in einen Reisebericht gestellt hat ohne es zu deklarieren. Ist auch rechtlich für den Forenbetreiber nicht so ganz problemlos...
Hallo Picco, das stammt nicht von mir . Da hast du den falschen zitiert. Das Foto wurde nicht von mir eingestellt, ich habe nur nachgefragt, wo das gemacht wurde...
Ich habe nicht Dich sondern Lugawe zitiert, der Dich zitiert hat. Keine Angst, da war schon er und nicht Du gemeint. Aber ich hab gesehen dass ich wohl in der Formatierung irgendwas falsch gemacht habe, ich schaus mir gleich an und pass es gegebenenfalls an.
PS: Ja, da wars falsch formatiert und Dein Name war noch irgendwoher drin, habs angepasst. Sorry und nichts für ungut...