Zum Jahresende kommt der Bericht von meiner Dezember Safari.
Die Festtage eignen sich sehr gut zum Schreiben und Bilder bearbeiten.
Euch allen liebevolle Festtage.
Bei uns ist angenehm warm, der Regen ist leider verschwunden...
Liebe Gruesse Elvira
Teil 222. Dez. 2023
Am 9.12. zog ich im Hotel Rudi ein und wurde wie immer verwöhnt. Meine Gäste/Freunde kamen ganz früh am 10.12 an. Das gemeinsame Frühstück klappte und es gab ein herzliches Wiedersehen, für das Ehepaar auch mit meinem Fahrer/Guide Joseph. Das letzte Mal waren wir 2018 miteinander unterwegs und übernachteten in unserem mobilen Zeltcamp in Samburu und Meru. Der krönende Abschluss war Lewa Conservancy.
Es ging dann in den Nairobi Nationalpark. Tickets mit QR Code sind ausgedruckt und es ging echt schnell am Eingang. Es geht mal zu einem der Dämme und toll er ist nun wieder mit Wasser gefüllt. So dass Nilpferde gut reinpassen und dank dem vielen Regen nun auch viel Gras in der Nähe haben. Es ist ein ganz anderer Anblick wie vor dem Novemberregen!
Früher hiessen sie Heilige Ibisse, nun Pharaonenibis / Sacred Ibis
Da auch meine Gäste an allem was läuft, fliegt und kriecht interessiert sind, stoppen wir immer wieder. Obwohl es in der Nacht noch heftig regnete, klarte es heute toll auf. Eine Gruppe Langschwanzwürger (früher Cabaniswürger) / Long-tailed Fiscal. Mit dem Regen sind auch die Insekten in Hülle und Fülle vorhanden, in allen Formen und Farben. Die beiden helleren Vögel sind Jungtiere. Wie alle Akazien zieht auch die Flötenakazie allerlei Insekten an.
Schön, dass es die gefährdeten Kronenkraniche es schafften 2 Junge aufzuziehen. Die Jungen haben noch kein rot am Kopf.
Das Auto stoppt, ich sehe nichts. Ach, 2 Kaptriele / Spotted Thick-knee sind auf der anderen Autoseite. Einen bekomme ich aufs Bild.
Ein Pärchen Weissbauch oder Senegaltrappen / White-bellied Bustard
Und nun geht es zu Sheldrick. Auch hier keine Verzögerung mit dem Einchecken. Die Vorstellung kann also beginnen. Erst kommt Raha, das kleine Spitzmaulnashorn Weibchen. Sie wurde von Tüpfelhyänen angegriffen und hat so ihren Schwanz verloren. Rektum und Genitalen mussten durch mehrere Operationen geflickt werden. Doch sie gedeiht nun. Es war kühl, also musste eine Decke die Funktion des Warmhaltens übernehmen. In der Natur würde das die Mutter tun.
Und nun kommen die jüngeren der 21 Elefantenwaisen. Der Schoppen mit der speziellen Milk wird verlangt, manchmal recht energisch.
Das ist Kerrio, mein Adoptivelefant. Sie wurde im Kerio Tal gerettet. Nach einer harten Zeit mit Lähmungen der Hinterbeine, sieht sie nun fit und munter aus. Massagen und Übungen halfen, sie wieder auf die Beine zu bringen.
Teil 323. Dez. 2023
Die nette Vorstellung ist zu Ende und wir fahren wieder in den Park. Beim Damm halten wir, denn es ist interessant zu sehen, wie Schlangenhalsvogelweibchen trinkt und das Männchen ganz vorsichtig an den Krokodilen vorbei geht. Er schaut immer wieder auf die Brocken und geht langsam.
Plötzlich schnauzt Joseph rum und das kenne ich so nicht von ihm. Weisse Männer sind aus dem Auto gestiegen und spazieren rum. Von meinem Sitz konnte ich die nicht sehen. Picco, kannst Du Dich erinnern? An dem Damm hatten wir Zebras und Büffel beobachtet und Du entdecktest einen Löwen auf der anderen Seite? Die Geste des Fahrers sagt ja viel. Auch Somalier mit einem PW meinten sie könnten rumlaufen. Ich habe KWS Hotline angerufen. Ob sie diese erwischten, weiss ich nicht. Es war leider Sonntag und da gibt es immer wieder solche Leute….
Weiter geht es und der Schwarzhals-Reiher / Black-headed Heron hat Hunger. Sieht nach irgendeiner Schrecke aus. Die weissen, kleinen Blüten gehören zu einer Pflanze, die aus dem tropischen Amerika stammt. Parthenium hysterophorus – Famine Weed. Vögel mögen die Samen, was hilft diese schnell zu verbreiten. Der Rosettenwuchs verhindert, dass andere Pflanzen Platz haben zu wachsen. Man findet sie vor allem entlang der Wege, wo die einheimische Vegetation gestört ist. Es ist eine sehr gefährliche Pflanze aus der Asternfamilie. Kein afrikanisches Tier frisst sie und sie reduziert essbaren Pflanzenwuchs. Ja, sie richtet auch auf Farmen Schaden an, aber komischerweise kennen so viele diese Pflanze nicht.
Eine tolle gelbe Blüte, aber das Bestimmen ist noch Kopfzerbrechen. Sicherlich in der Familie Fabaceae in die auch die Bohnen gehören. Diese Familie fixiert mit Bläschen Stickstoff im Boden. Das nutzen auch Farmer, indem sie eine Reihe Mais dann Bohnen und wieder Mais pflanzen.
Es ist noch leicht neblig. Oft verraten Kuhreiher, wo Nashörner versteckt sind.
An den weissen Hinterlassenschaften von den Kuhreihern sieht man, dass sie als Rastplatz aber auch Reittiere benutzt werden
So schön sehen Kuhreiher / Cattle Egret aus, wenn sie im Brutkleid sind
Wir fahren zum Eingang entlang des Mombasa Highway, um unser Picknick zu verzehren. Die Zeit reichte nicht, um bis zum Fluss runter zu fahren.
Und als Beweis, dass ich nicht nur Vögel fotografiere….. Der Maasai Giraffenmann stand am Wasser, doch er wechselte vorsichtig die Position, bis es ihm passte, mit dem Trinken anzufangen
Endlich ein paar Schlücke und gleich spickt der Kopf wieder hoch. Die Rotschnabel Madenhacker / Red-billed Oxpecker sind auch gleich wieder bei der Arbeit
Er getraut sich nochmals zu Trinken, bevor er gemächlich von dannen zieht. Wasser hat es ja im Moment zur Genüge – zum Glück.
Teil 424. Dez. 2023
Joseph wollte die Route via Gorge Lookout nehmen. Doch da war ein Schild – Strasse gesperrt. Die heftigen Regenfälle hatten die Brücke durchtrennt. Also eine andere Route und dafür Löwen. Wir waren schon mal an dem Platz heute und auch waren Autos da. Doch die Katzen hatten sich unsichtbar gemacht.
Leider sieht diese Löwin nicht sehr gesund aus. Ein Selbstfahrer fährt vor uns durch und will auch gleich Sicht verdeckend stehen bleiben. Er geht aber, als die Frau im Nachbarauto und ich ihn verscheuchen.
Den Abschluss macht ein Gleitaar / Black-shouldered Kite
Es geht ins Hotel Rudi zurück und die beiden Gäste und Joseph setzen sich zusammen. Ich lasse sie alleine und gehe in mein Zimmer etwas arbeiten. Somit können die 3 ungestört plaudern, bis es Zeit fürs Abendessen ist.
11.12. Es war entschieden worden, dass wir nach Lewa fahren. Weder unser weiblicher Gast noch ich lieben die holprige Luftstrasse dem Mt. Kenia entlang. Taxi Joseph holt uns um 07.30 Uhr ab und es geht zügig durch Nairobi und weiter nordwärts. Wir halten nur einmal kurz, um unsere Blasen bei einem Souvenirgeschäft zu entleeren. Der Eingang zu Lewa und ein gutes Stück weiter nach Nanyuki. Der Lewa Fahrer hatte mich angerufen und wir trafen ihn um 13.00 am Eingang. Umladen und los geht es.
Nach einer kurzen Distanz hält Zion, unser Fahrer in Lewa an und gibt uns eine Einführung. Da wir alle schon hier waren, muss er nicht viel erklären. Lewa war zur Zeit der Kolonialherrschaft eine Rinderfarm in weisser Hand. Wildtiere mussten weg, da man glaubte, die fressen das Gras weg. Lewa in der heutigen Form wurde 1995 gegründet und bedeckt 250 km2 (zum Vergleich Nairobi Nationalpark hat 117 km2). inklusive dem wichtigen Ngare Ndare Wald (Wasserauffang Gebiet). Das Umdecken startete schon früher und die Craig Brüder liessen Wildtiere zurückkommen.
Es gibt einen Korridor vom Mount Kenia bis Samburu und nördlich. Auch Borana ist nicht mehr durch einen Zaun von Lewa getrennt. Das Konzept mit der lokalen Bevölkerung zu arbeiten zahlt sich aus. Die meisten sind Laikipia Maasai. Ich musste wieder lernen, dass diese Maasai anders sind als diejenigen in Amboseli oder der Masai Mara. Umweltbewusster! Denn deren Gebiet ist voll mit Bäumen, während in der Conservancy Elefanten viele Bäume zerstörten, da sie sich lange Zeit nur hier sicher fühlten. Nun werden Teile eingezäunt, damit sich die Baumbestände erholen können.
Schulen, Spitäler und anderes werden von Lewa mitfinanziert. Die Leute haben Zutritt zu Wasser und begrenzt zu Weideflächen, was vor allem während Dürren wichtig ist. Die Ranger sind Laikipia Maasai, einige der Fahrer auch. Sirikoi, eine andere Lodge stellt sogar nur Laikipia Maasai ein.
Und hier das erste Wildtier! Ich habe (noch) keine Ahnung was mal daraus wird. Und schon via FB rausgefunden – ist eine der Bärenspinner Arten. Anfassen tut man haarige Raupen nie. Die Haare brennen und jucken. Ich lerne das später auch noch mit einer anderen Art. Doch Intamine Salbe half schnell. Diese Raupe habe ich vorsichtig mit einem Grashalm zum Fotografieren aufs Auto gelegt.
Auf einer Kandelabereuphorbie sitzt ein Pärchen Akazienadler / African Hawk-Eagle, leider etwas weit weg
Das Begrüssungskommittee – Grevy Zebras. Lewa hat den grössten Bestand dieser bedrohten Zebraart, die nur in Nordkenia und Äthipien vorkommt. Ihr seht hier schon und auch auf weiteren Fotos, wie hoch und dicht das Gras ist. Dies erleichtert Tier- und Vogelsichtungen nicht, tut aber dem Wildtierbestand gut. Denn Lewa hatte 4 Jahre lang kaum Regen und Tiere verendeten. Nashörner versuchten sie mit teurem Heu am Leben zu halten.
Im Lewa Safari Camp werden wir nach ca. 1 Stunde Fahrt herzlich begrüsst. Es gibt auch gleich Mittagessen. Ich habe das Guide Zimmer und das gefällt mir mit seinem Makuti (Ried Gras) Dach. Meine Gaeste sind weiter unten in einem der Zelte.
So viel blüht und ich erfreue mich ab den vielen Aloe Arten. Der Gärtner packt mir am letzten Tag auch Ableger ein. Sie sind nun in meinem Garten eingepflanzt.
Um 16.30 Uhr startet die Pirsch. Zion lernt schnell, dass wir nicht zu den Big 5 Huntern gehören, sondern uns an allem erfreuen. Wie gerne hätte ich eine dieser Gladiolus candidus ausgegraben und mitgenommen. Stellenweise waren ganz viele und es sah toll aus.
Die “klassische” Gabelracke / Lilac-breasted Roller darf natürlich nicht fehlen
Im schwächer werdenden Licht erspähen wir die ersten Breitmaulnashörner. Lewa und auch andere Gebiete haben seit einigen Jahren kein Nashorn durch Wilderei mehr verloren. Wir treffen auch immer wieder auf Ranger. Einige sind unbewaffnete Späher, andere bewaffnet zum Schutz und sie dürfen auch schiessen, um zu töten. Wilderer sind hoch gefährlich und mit guten Waffen ausgestattet. Zion wechselt immer ein paar Worte in Maasai mit denen. Wichtig, denn mehr Augen sehen mehr und Zusammenarbeit ist ein Schlüssel zum Schutz der Nashörner.
Wir warten am Damm, um den Sonnenuntergang mitzuerleben. Grandios wurde er nicht, aber unsere Stimmung war toll.
Ach und da hat es auch noch eine farbige Raupe ohne Haare. Also kann ich sie auf die Hand nehmen.
Teil 524. Dez. 2023
12.2. Man glaubt es kaum, aber es gibt Leute, die haben kein Gnade und scheuchen mich um 04.30 morgens aus dem Bett. Losfahrt ist um 05.30 Uhr. Liebevoll wird um 04.45 an die Türe geklopft und Kaffee, heisse Schockolade und Guetzli (Kekse) werden gebracht. Kaffee und Schockolade sind so heiss, dass es lange daurt, bis man die trinken konnte. Für die nächsten Tage bestellen wir weniger heiss und siehe da, es klappt wunderbar.
Zion fährt uns auf einen Hügel, wo auch eine Wasserzisterne ist. Er ist auch in seiner Lieblingshaltung – Fernglas um zu suchen, was wir dann teilweise auch finden. Das Aufstehen hatte sich gelohnt, denn an den folgenden Tagen war es zu wolkig. Man sieht die Ausläufer des Mount Kenia und die Weite Ebene – herrlich
Und klarer sahen wir Mount Kenia kaum
Es geht weiter, die Safaripflicht ruft. Eine Gruppe alter Büffelbullen ist am Wegesrand. Zion will nicht anhalten, denn die haben schon Autos attackiert. Schade, einer hatte hängende Hörner, was speziell aussah.
Dann eine Herde Elefanten und auch hier ist Zion wachsam und späht, ob die Elefantendame, die Autos nicht mag, nicht mit dabei ist. Alarm aufgehoben, es ist nicht Natascha’s Familie. Die ganze Szene war wie ein Traum. Worte können es nicht beschreiben – wir genossen einfach…
Teil 625. Dez. 2023
Ein anderes Highlight – Jackson’s Hartebeest – Jackson Kuhantilope und sogar mit Jungen. Diese auf dem Laikipia Plateau sind wahrscheinlich Kreuzungen zwischen Alcelaphus ssp. lelwel (Jackson) and ssp. cokei (Kongoni oder Coke's Hartebeest)
Was wäre Grasland ohne Mistkäfer? Verschissen schlicht weg. Diese Käfer bringen so viel Dung als Dünger unter die Erde. Also nie über Dung fahren, denn man tötet damit u.U. diese und andere Kleintiere. Er war hart am Arbeiten und die Kugel rollte immer wieder runter
Und wieder mal geht es tief ins Pflanzenbuch – eine der vielen Windenarten in Kenia Astripomoea hyoscyamoides
Auch nicht leicht machen es einem die kleinen, braunen Vögel – LBB = Little Brown Birds. Grassland Pieper. Gut, dass ich immer Ornis fragen kann.
Im Moment ist es hier ein Paradies für Insekten- und Pflanzenliebhaber. Man könnte ganz lange an einem Ort stehen bleiben, fotografieren und bestimmen.
Nun die Frage, was macht ein Nektarvogelweibchen an Felsen, wo es keinen Nektar gibt? Sie sammelt Spinnweben mit denen Blätter, Gräser u.a. weiches Material zu einem Nest zusammengeklebt werden.
Eine Hibiscusblüte ist grade offen. Malvengewächse sind mit sehr vielen Arten in Kenia vertreten. Und dann eine Crotolaria pygnostachya – so kommt man ja nie vorwärts….
Breitmaulnashörner bekommen wir in allen Formationen zu Gesicht. Dennoch, sie sind immer wieder eine Augenweide.
Nach dieser tollen Begegnung geht es zurück ins Camp, wo wir wieder kulinarisch verwöhnt wurden. Auch im Camp ist die Flora gut vertreten. Hier Hibiscus aponeurus.
Gleich vor meinem Zimmer steht ein Baum und darauf ist die blühende, epiphytisch lebende Orchidee – Aerangis thomsonii
Um 16.30 Uhr geht die Suche nach was immer wieder los. Es ist recht schroff, es geht runter, hoch und man hat tolle Ausblicke. Breitmaulnashorn mit Jungem. Diese gehören alle zu der eingeführten südlichen Unterart, also aus dem südlichen Südafrika. Lewa hat so grosse Zuchterfolge, dass sie schon etliche an andere Schutzgebiete abgeben konnten. Das dank dem dichten Patrouillennetzwerk und den Spürhunden. Kein billiges Unterfangen.
Dem Taita Würger / Taita Fiscal begegnen wir sehr oft. Hier ein Weibchen. Das Braun an der Flanke ist der sexual Dimorphismus bei Würgern.
Die weich geformten Täler, die Berge im Hintergrund, Dämme, Sumpf und Blick auf Mt. Kenia – Lewa ist vielseitig
Kolonienester und die Besitzer sind Somaliweber / Speke’s Weber. Im Englischen und wissenschaftlichen Name wird der Forscher Captain John Hanning Speke geehrt. U.a. wollte er mit Richard Burton die Quelle des Nils suchen. Die Expedition lief aber nicht wie geplant. Das war ja auch im 19. Jahrhundert nicht grade einfach. Somaliweber sind endemisch in Kenia und benachbarten Ländern. Auch die Weibchen helfen beim Nest ausbessern. Man könnte brütenden Webervögeln ewig zuschauen.
Wenn das Licht am Abend golden wird, sehen die Nashörner noch schöner aus
Stolz schreitet ein Netzgiraffenbulle im Abendlicht
Wie jeden Abend sucht Zion ein nettes Plätzchen, damit wir bei einem Getränk und Snacks der Sonne beim Untergehen zuschauen können. Etwas das leider in Nationalpark und Nationalreservaten, die um 18.00 Uhr Torschluss haben, nicht mehr möglich ist.
Im Scheinwerferlicht fliegen Vögel vor uns her. Ich will es nochmals versuchen, mit Autoscheinwerfer und meiner Stirnlampe ihn aufs Bild zu bekommen. Na ja, man kann ihn als Zügelnachtschwalbe / Dusky Nightjar erkennen.
Das Abendessen ist wieder köstlich. Wir bestellen jeweils am Mittag von der Auswahl vor. Das erleichtert dem Koch die Arbeit und wir werden schnell bedient. Wir haben eine echt gute Serviertochtet! Sie versteht auch viel Spass. Einmal, als unser einziger Mann am Tisch, sich nicht mit uns einigen wollte, sagte sie ihm mit einem grossen Lachen im Gesicht – pass auf, wir Frauen sind hier in der Mehrzahl und tun uns zusammen. Wir mussten alle einfach lachen. 😄
Teil 729. Dez. 2023
13.2. Wiederum bekommen wir Kaffee, heisse Schockolade und Kekse. Diesmal weniger heiss. Auch die Abfahrtszeit ist nun bei Tageslicht um 06.30 Uhr. Wir sind noch nicht weit gefahren und treffen auf diesen balzenden Riesentrappen Mann / Kori Bustard. Er geht nicht weg von seinem Fleck und stösst immer wieder Gluckslaute auf. Wir sehen ihn am gleichen Punkt in den nächsten 2 Tagen. So nah kam ich noch nie an einen Balzhahn ran. Ist eine Bereicherung für meine Webseite.
Zion nimmt eine andere Route. Landschaftlich wieder toll und der Leuchtturm spaziert grade richtig vorbei
Und es hat auch wieder niedliche Blüten! Aus der Geranium Familie – Monsonia angustifolia. Die Blüte kann weiss wie hier, aber auch bläulich sein
Unser weiblicher Gast H. liebt Schmetterlinge. Wir kommen an eine Stelle, wo es nur so wimmelt. Nun ja, wie es so ist, sehen und ein gutes Foto schiessen, sind zweierlei. Es fliegen männliche Diademschmetterlinge rum und dazu die braunen Weibchen – Bild 1 – um meinen Gästen und Zion etwas zu zeigen, knippse ich verschieden Individuuen. Bild 2 ist aus meinem Archiv und ist ein Afrikanischer Monarch. Man achte auf die Antenne! Die Farbe ist fast gleich und beide Arten haben Farbvariationen. Monarch Raupen fressen giftige Pflanzen. Die Substanzen bleiben im Schmetterling enthalten. Erwischt ein Vogel einen Monarch schmeckt der überhaupt nicht. Der Vogel lernt und meidet danach auch die Diadem Weibchen. Mimik bis hin zur Perfektion! Die Pflanze gehört in die Familie der Knöterichgewächse (Oxygonum sinuatum) und hat gemein scharfspitzige, kleine Samen. Zion freut sich über meine Erklärungen und auch, dass er mal Leute hat, die nicht nur auf Katzen und andere grosse Tiere scharf sind. Zurück im Camp kauft er sich das Schmetterlingsbuch von Dino Martins. Es hilft, aber viele Arten fehlen halt doch.
Es geht Richtung Sumpf. Ein Auto fährt grade weg und nun haben wir unsere Grosskatze! Freuen tut uns der Anblick natürlich, kein Zweifel. Sie liegt auch toll auf dem toten Baumstamm, der von Insekten zerlöchert wurde. Im Camp sagt uns dann ein Fahrer, er hätte Zion angerufen. Es klärt sich, der Anruf fand statt, aber nicht wegen der Löwin…..
Ein Hildebrandtglanzstar schaut auch neugierig auf die Löwin und auch ein Pea Blue (Bläuling – Lycaenidae) ist auch noch in der Nähe.
Das Sumpfgebiet gefällt H und mir sehr gut. Wir wünschen morgen früh hier hinzufahren. Ein anderes Menue zum Mittagessen und wieder schmeckt es.
Ich gehe auf Fusspirsch im Camp. Aber die Fotos wurden alle unscharf. Licht und Entfernung stimmten nicht. Doch wenigstens bekam ich mal das Pärchen Rotschwingenglanzstare / Red-winged Starlings drauf. Meist war die Sonne mir entgegen oder es war zu wenig Licht. Doch es war interessant sie zu beobachten. Unter dem Dach des Haupthauses wurde ein Brett befestigt. Dort ruhten sie, Junge konnte ich keine ausmachen. Sie flogen in die Bäume und wenn sie zurück kamen, hatten sie einen Fruchtkäfer im Schnabel, den sie unsanft zerlegten. Das Weibchen hat einen gräulichen Kopf.
Teil 829. Dez. 2023
Und hier die Raupe, die mir zu nahe kam oder besser ich sah sie nicht. Es wimmelte von denen im Camp, um und in den Behausungen. Leider finde ich keine Deutschen oder auch nur Englische Namen. Eupterotidae/Striphnopteryginae. Phiala sp. probably Phiala arrecta. Vielleicht sagt Euch Google mehr.
Die Nachmittagspirsch erbrachte keine guten Fotomöglichkeiten. Doch im Esszimmer hatten wir Besuch – eine grosse Gottesanbeterin. So toll auf Facebook Fachleute zu kennen, denn uns fehlt schlicht die Literatur. Giant grass Mantis / Riesige Gras Gottesanbeterin, Danuria thunbergi
14.2. Die Morgenroutine wird beibehalten. Dem stolzen Somali Strauss Mann mit seinen kräftig roten Beinen, kann man doch nicht widerstehen. Man kann sich vorstellen, dass ein Tritt von ihm nachhaltig zu spüren wäre.
Wieder eine Hibiskusart – wahrscheinlich Hibiscus trionum
Es geht wie gewünscht Richtung Sumpf, durch den kleinen Bach und weiter ins Grasland. Zion bekommt einen Telefonanruf und sieht mich unsicher an. Da wo wir eben vorbei gefahren waren, hätte eine Löwin ein Warzenschwein gerissen. Also 180 Grad Wendung und hin. Da liegt die Dame, noch total ausser Atem von dem Jagen und Töten.
Das Warzenschwein sahen wir im hohen Gras nicht. Nun schleppt sie es in noch höheres Gras rein. Teilen will sie mit der anderen Löwen die ausser Sichtweite ist nicht. Die 2. Löwin sahen wir, aber sie war weit weg im hohen Gras – also mehr Gras als Löwin auf dem Foto.
Das nächste Jäger – Beute Verhältnis. Diesmal ein Schwarzhalsreiher / Black-headed Heron mit einem Nutt Fluss Frosch / Amieta nutti. Sie werden auch Grossmaulfrösche frei aus dem Englischen übersetzt. Deutsche Namen finde ich nicht.
Und schon wieder eine Blüte aus der Malvenfamilie – Triumfeta rhomboidea
Graslandpieper – African Pipit
Um 09.20 Uhr gibt es Frühstück. Wir haben meist die Wahl, am Buschfrühstück mit anderen teilzunehmen oder für uns privat zu sein. 1x nahmen wir am Buschfrühstück, wo life gekocht wird, teil. Dann zogen wir unsere Privatsphäre vor und konnten so auch Zeit und Ort bestimmen. Wir bestellten am Abend, was wir gerne möchten und Zion tischte uns das dann auf. Es war immer schön und mit Aussicht. Schaut unsereren Laikipia Maasai Krieger an – er war wirklich gut! Wir hatten viel Spass mit ihm und er war an vielem interessiert.
Teil 930. Dez. 2023
Ich erinnere mich nicht, was die anderen beobachteten. Ich sah dieser Spinne zu.
Das kleine Zebra scheint am Kopf sein Baby Fell zu verlieren. Nicht nur das südliche Afrika hat Steppenzebras mit Schattenstreifen. Zwar in Kenia nicht so üblich, aber dennoch, einige haben ihn.
Wir stehen an einer Ecke des Sumpfes. 9 Breitmaulnashörner kommen auf uns zu und spazieren zur Salzlecke. Ein toller Anblick. Ich sitze etwas tief und somit ist Gras im Vordergrund. Man kann aber dennoch sehen, wie sie Salz lecken
Beim Mittagessen habe ich den Logenplatz – gute Sicht auf den Swimmingpool. Fächerborstenraben / Fan-tailed Raven kommen zu Besuch nebst vielen anderen. In dem Swimmingpool mit dem für mich VIEL zu kalten Wasser, schwimmen meine Gäste täglich. Lieber spazieren oder schlafen, anstatt nass werden
Auf der Nachmittagspirsch posiert ein Gelbkehlfrankolin / Yellow-necked Spurfowl toll im Licht
Dann schauen wir, was die Löwin mit dem Warzenschwein macht. Tief im Gras, also ganz schwierig zu fotografieren. Aber sie hat schon vieles in ihren Bauch gestopft.
Ihre Partnerin ist ein gutes Stück entfernt und bekommt nichts ab. Auch fürs Foto ist sie viel zu weit weg.
Eine der vielen, wunderschönen Grasarten
Wieder ein netter Sundowner, auch wenn kein toller Sonnenuntergang ist. Ein wohlschmeckendes Abendessen und um 21.20 Uhr zum Zimmer. Ach, wer sitzt denn da an der Mauer? Sie sehen gruselig und urtümlich aus und werden teilweise recht gross (mit den Beinen), aber sie sind total harmlos. Ich hatte die schon bei mir im Haus und im Garten. Sie haben keine Giftdrüsen. Mit den Geisseln ertasten sie die Beute, oft Schaben und schlagen mit den Fangarmen blitzschnell zu. Die hier ist eine der grössten, die ich je fand. An der Küste soll es noch grössere Geisselspinnen mit einer Körpergrosse bis 4.5 cm geben. Am nächsten Abend fand ich eine in meiner Toilette. Sie kam nicht mehr raus. Da kam die WC Bürste gelegen und sie gelang unbeschadet ins Freie. Man kann von Spinnenphobie Mensch zum Spinnenretter werden!
Teil 1030. Dez. 2023
15.2. Nach dem Morgenritual geht es nun wirklich in den Sumpf. Vorbei an Schilfgewächsen und in den Gelbrindenakazienwald. Einmal musste Zion einen anderen Weg wählen, es war zu nass. Steckenbleiben stand nicht auf unserem Plan. Es ist einfach idyllisch inmitten des Waldes. Als erstes kommt eine Herde Defassa Wasserböcke auf uns zu.
Dann kommen wir an eine Strassensperre. Die Netzgiraffen sind natürlich Autos gewohnt und gehen gemächlich aus dem Weg.
Einer der vielen Bläulinge – African Babul Blue / Azanus jesous
Da wir alle unsere Morgenkaffee los werden möchten, fährt Zion zur Flugpiste. Oh…. Und hier könnte man mich einfach einen Tag lang aussetzen – mit Mittagessen natürlich. Die Bäume sind voll mit Somaliweber Nestern / Speke’s Weber. Es hat Junge in den Nestern und es ist ein Kommen und Gehen. Die Weibchen vor allem bringen Raupen, Schrecken und andere Insekten. Obwohl sie meist Samen/Körnerfresser sind, ziehen sie, wie auch andere Vogelarten Junge mit Proteinnahrung auf.
Leider ist das Licht von der Gegenrichtung und kein Weg durchs Dickicht. Der Gabarhabicht / Gabar Goshawk flog rein, packte einen Weber und flog dann leider weg. Kleine Vögel sind seine Hauptnahrung.
Grasmeer, Schirmakazie und Impalas, die schon Schatten suchen…
Ein wunderbares Plätzchen mit Weitsicht in mitten eines Blumenmeeres ist unser Frühstücksplatz. Der Somalistraussenmann heisst uns auch gebührend willkommen. Verzieht sich dann aber.
Und so sah es bei unserem Buschfrühstück jeweils aus. Gewisse Leute können das Smartphone selten aus der Hand legen…. 😄 🤩
Diese herzigen, weissen Blüten gehören in die Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae) – Chascanum hildebrandtii
Mittagessen. Auswahl und jeden Tag etwas anderes und immer lecker. Wir wurden echt toll verwöhnt.
Mal ein Vogel, der nahe ist und ruhig sitzt. Tropfenrötel / Spotted Palm-Thrush
Teil 1131. Dez. 2023
Die Nachmittagspirsch startete um 16.30 Uhr. Ein Turmfalkenweibchen mit Beute. Diese toten Bäume sind tolle Ansitze für Greife.
Ein Pärchen Gelbkehlpieper (früher Gelbkehlgrossporn) / Yellow-throated Longclaw hat Insekten gefangen und bringen diese wohl ins Nest im hohen Gras.
Zistensänger sind Knacknüsse. Doch der Blasskopf Zistensänger / Pectoral-patch Cisticola verrät sich durch den schwarzen Fleck vor dem Auge. Dieser ist nur zur Brutzeit vorhanden.
Wir fahren an eine Stelle, wo man sicher hinters Auto kann, um Flüssigkeit los zu werden. Danach geht es wieder runter vom Hügel. Zion sucht nach Sonia, dem berühmten Spitzmaulnashorn, deren hinteres Horn länger als das vordere ist. Leider vergeblich. Dafür treffen wir an der Grenze des Schutzgebietes auf Steppen- und Grevy Zebras, wie auch Elenantilopen. Man sieht das Licht ist weg und Wolken ballen sich.
Wir fahren an eine Stelle, wo man sicher hinters Auto kann, um Flüssigkeit los zu werden. Danach geht es wieder runter vom Hügel. Zion sucht nach Sonia, dem berühmten Spitzmaulnashorn, deren hinteres Horn länger als das vordere ist. Leider vergeblich. Dafür treffen wir an der Grenze des Schutzgebietes auf Steppen- und Grevy Zebras, wie auch Elenantilopen. Man sieht das Licht ist weg und Wolken ballen sich.
Ein vernachlässigter Dorf Hund rennt auf dem Weg. Zion sagt dem Wächter am Tor, er soll ihn raus lassen. Wir fahren dem Zaun entlang und sehen von Wellblechhütten bis ganz wenige schöne Häuser alles. Es leben hier verschiedene Stämme und Landwirtschaft wird versucht. Die ersten Tropfen fallen und Zion beeilt sich nach hause zu kommen. Das ist keine Ecke, in der man fahren will, wenn die Schwarzerde nass ist.
16.2. Es hat die ganze Nacht geregnet, kein Platzregen, sondern stetig. Mmhhhh…… Wir fahren als erste los, die grosse Amerikaner/Australier Gruppe eine kurze Weile nach uns. Das Auto rutscht – kein gutes Gefühl, denn links und rechts hat es Gräben, aus denen man nicht mehr so leicht rauskommen würde. Zion versucht, den Landcruiser so gut es geht auf der Fahrbahn zu halten. Auch den tiefen Matsch schafft er. Fürs erste Auto am Schwierigsten.
Eine verregnete Riesentrappe Mutter mit ihren 2 Kücken spaziert auf einem Nebenweg.
Hier wenden wir, da es einfach keinen Spass macht, so rumzuschlittern. Wir begegnen dann der Gruppe und lassen die vorbei. Sie haben es etwas leichter, denn sie fahren in unserer Spur. Und so sieht das Auto aus…. Der Manager ruft die anderen Autos auch zurück. Wir hatten ja noch Glück, denn wir hatten ein paar echt tolle Tage. Während dem heftigen Regen konnten etliche Gäste nicht auf Pirsch, was sie natürlich enttäuschte.
Ich gehe schlafen. Es scheint ich war todmüde, denn ich bin grade kurz vor dem Mittagessen wieder wach geworden. Später finde ich diesen Mount Kenia Haftschwanzgecko / Mount Kenya Dwarf Gecko / Lygodactylus wojnowskii vor meinem Zimmer.
Am Nachmittag ist es grau, aber wenigstens kommen nur ganz wenige Tropfen runter. Morgen müssen wir zum Tor auf der anderen Seite der Conservancy, um nach Nairobi zu fahren. Wir diskutieren und ich rede auch mit dem Manager. Was wäre, wenn es nochmals giesst? Er meinte es gäbe verschiedene Routen… mmmmhhh aber nur eine aus dem Camp raus. Also hoffen…
Der Abend wurde echt nett. Die Angestellten sangen für die grosse Gruppe und dann auch für uns. H + M hatten ihren zigten Hochzeitstag.
17.12. Wie geplant fahren wir um 07.30 Uhr nach dem Frühstück los. Wir hatten Glück, es hatte nicht mehr geregnet und die Wege sind etwas abgetrocknet. Wir kommen also problemlos durch.
Breitmaulnashörner sehen wir nochmals, auch die 9er Gruppe.
Es wird Löwennachwuchs für unseren nächsten Besuch produziert. Hier treffen wir auch auf Francis, der im Wilderness Camp arbeitete und eine ältere Dame und mich 2014 durch die Wildnis fuhr.
Kurz vor dem Haupttor erspähen wir nochmals eine schöne Herde Elenantilopen.
Nur ein paar Minuten nach 09.30 Uhr kommt Taxi Joseph und wir starten die Fahrt nach Nairobi. Im Laufe des Nachmittages kommen wir im Four Points by Sheraton am Flughafen an und essen zu Mittag. Am Abend dann nur etwas trinken und knabbern. Ich schlafe auch hier. Wir hatten eine tolle Zeit, viele interessante Gespäche und viel Gelächter. Ich lasse Safaris gerne in Ruhe ausklingen, denn zuhause ist es immer hektisch mit allen Hunden und Katzen. Zudem will ich nachts nicht auf der Strasse sein. Morgen ist Montag und da kann ich gleich in der Ecke der Stadt einiges erledigen.
Mit dem Bild von unserem Aufenthalt (gleiche Leute) im Februar 2018 schliesse ich meinen Bericht.
Ich wünsche Euch allen ein gesundes, glückliches, erfolgreiches und zufriedenes 2024.