Skorpion

21 Antworten · 4'145 Aufrufe · gestartet 02. Aug. 2023 von D70!
Bilder klein
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Themenstarter67 Beiträge · seit 202202. Aug. 2023 · #1
Hallo,

diesen putzigen Gefährten habe ich im Sesriem Canyon entdeckt?
Kann den jemand bestimmen? Er war gut 10-12 Zentimeter lang.

Karsten
zuletzt bearbeitet 02. Aug. 2023
7'296 Beiträge · seit 200602. Aug. 2023 · #2
Das Foto ist leider nicht so gut, aber es könnte ein Parabuthus villosus oder einer der näheren Verwandten sein. Für diese Arten ist es auch typtisch, dass sie tagsüber in der Hitze unterwegs sind.
Bei Deinem Foto sieht es so aus, als würde das letzte Stück des Hinterleibes mit dem Giftstachel fehlen.
Wenn ich mit der Art richtig liege, gehört er zu den zwei Dutzend gefährlichsten Skorpionen überhaupt.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
761 Beiträge · seit 201002. Aug. 2023 · #3
Ohne Stachel?
~ Africa is a feeling ~
Themenstarter67 Beiträge · seit 202202. Aug. 2023 · #4
Ich habe noch zwei anderes Fotos...er hatte definitiv einen ordentlichen Stachel, kommt auf den Bildern leider nicht so gut rüber.


P7146370.JPG


P7146371.JPG
zuletzt bearbeitet 02. Aug. 2023
7'296 Beiträge · seit 200602. Aug. 2023 · #5
... darauf kann man leider auch nicht viel mehr erkennen (ich zumindest nicht), aber es gibt ja auch noch ein paar Fachleute für Kleingetier hier im Forum.
Tagesaktivität, Größe, Farbe, Form, Größenverhältnis von Scheren zu Schwanz und Lebensraum passt jedenfalls zu der von mir genannten Art.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter67 Beiträge · seit 202203. Aug. 2023 · #6
Moin!

Wenn es tatsächlich der ist, den Du vermutest, dann waren die weichen Knie meiner Frau ausnahmsweise mal gerechtfertigt. Ich war aber vorsichtig, auch ohne ihn zu kennen. Ich habe ihn aus sicherer Entrfernung mit dem Tele geknipst und ihn in keinster Weise irgendwie provoziert.

K.
243 Beiträge · seit 202103. Aug. 2023 · #7
Meines Erachtens den gleichen Skorpion auch in dieser beachtlichen Größe haben wir letztes Jahr tagsüber an der Sofpad Lodge gesehen.
Lieber Gruß Kirsten Kleschin
Themenstarter67 Beiträge · seit 202203. Aug. 2023 · #8
Ich fand diese Begegnung bei aller Vorsicht mehr als faszinierend und bereichernd. Bei einigen in unserem Freundeskreis haben allein meine Fotos von dem Tier ausgereicht, um Namibia für immer als Urlaubsziel auszuschließen.
1'162 Beiträge · seit 201203. Aug. 2023 · #9
Hallo Wolfgang,
Parabuthus villosus dürfte richtig sein, habe aber selbst keine Spezialliteratur. Gestalt und Farbgebung (trotz aller Variabilität - es gibt auch schwarze Tiere) passen. Das dicke Metasoma und die schlanken Cheliceren weisen ihn gemeinhin als sehr giftig aus. (Ist aber nur eine Faustregel.) Die Gefährlichkeit der Art ist aber weniger die Mortalität/mg, sondern die Tatsache, dass die Giftblase deutlich mehr Gift enthält als bei anderen Arten "er hat also mehr Saft drauf." Eine weitrere Besonderheit ist, dass villosus das Gift auch auf nicht unerhebliche Distanz verspritzen kann. Ins Auge getroffen führt das zur Erblindung. Ansonsten ist villosus ein relativ friedlicher Taggänger, den man aber auch nicht ärgern sollte. Fast alle anderen Scorpione sind nachtaktiv. Dass der Stachel auf den Bildern nicht zu sehen ist liegt daran, dass Scorpione beim Laufen fast immer das Metasoma nach oben klappen und der Stachel somit nach unten Richtung Körper zeigt.
@ Kirsten: Dein Scorpion ist eine andere Art; mir mangelt es leider an Bestimmungsliteratur.
Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
83 Beiträge · seit 201503. Aug. 2023 · #10
Biologe schrieb:Dass der Stachel auf den Bildern nicht zu sehen ist liegt daran, dass Scorpione beim Laufen fast immer das Metasoma nach oben klappen und der Stachel somit nach unten Richtung Körper zeigt.l
Der Stachel ist schon zu sehen: auf dem dritten Bild als Schatten 😗

Aber danke für die Ausführungen, interessant!

Gruss, Pallas
16,9k Beiträge · seit 201203. Aug. 2023 · #11
D70! schrieb:... um Namibia für immer als Urlaubsziel auszuschließen.
Die meisten Begegnungen mit Skorpionen hatten wir bisher in Griechenland. 😎

Von daher empfehle ich Deinem Freundeskreis die Urlaubsplanung in die nordischen Länder zu verlagern.

LG
Logi
1'127 Beiträge · seit 202203. Aug. 2023 · #12
genau, in meinem Schlafsack

Euböa.jpg


sowie viiiiele kleine schwarze über die Jahre in diversen alten Bauernhäusern in Mittelitalien.
zuletzt bearbeitet 03. Aug. 2023
1'162 Beiträge · seit 201203. Aug. 2023 · #13
Hallo Tacitus,
die "kleinen Schwarzen" gehören in die Familie der Euscorpiidae, die weitgehend auf S-Europa beschränkt ist. Die umfangreichste Gattung ist Euscorpius mit fast 20 Arten. Erst 2019 wurden einige Arten in die neu begründete Gattung Alpiscorpius transferiert. Alle Arten sind für den Menschen ungefährlich. Als Schüler habe ich Euscorpius in den Bergen S-Tirols gefangen, mich aber später nie wieder dafür interessiert.
Beste Grüße
Michael
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1'127 Beiträge · seit 202203. Aug. 2023 · #14
Danke Biologe, ich habe die "kleinen Schwarzen" 😊, für die ich jetzt auch einen Namen habe 😁 , auch (fast) immer pfleglich behandelt und vom Haus, Pizzaofen usw. in die „Botanik“ transferiert. In den Apuanischen Alpen hatte ich aber ein Mal ein einsam gelegenes und schon länger unbewohntes Quartier. Da habe ich zwei Tage gebraucht, bis ich sie aus allen Ecken und Verstecken draußen hatte. Nur auf einen wurde ich böse 😊 , weil ich mich beim Schlafen gehen draufgelegt hatte.
Auf Campingurlauben in Afrika habe ich, gemessen an der Anzahl, nur einige Male Skorpione angetroffen, wohl aber nie nach ihnen gesucht, Feuerholz aber jedenfalls mit Handschuhen gesammelt 😗 .
Grüße
zuletzt bearbeitet 03. Aug. 2023
7'296 Beiträge · seit 200603. Aug. 2023 · #15
Biologe schrieb:
Dass der Stachel auf den Bildern nicht zu sehen ist liegt daran, dass Scorpione beim Laufen fast immer das Metasoma nach oben klappen und der Stachel somit nach unten Richtung Körper zeigt.

... ich hätte nur trotzdem erwartet, dass er aus dieser Perspektive zu sehen sein müsste. Ein paar wenige sind mir ja auch schon begegnet, aber keine in dieser Größe.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
7'296 Beiträge · seit 200604. Aug. 2023 · #16
D70! schrieb:Ich fand diese Begegnung bei aller Vorsicht mehr als faszinierend und bereichernd. Bei einigen in unserem Freundeskreis haben allein meine Fotos von dem Tier ausgereicht, um Namibia für immer als Urlaubsziel auszuschließen.

Da hätte ich gleich noch nachgelegt und die "beruhigt". 😉
Z.B. ... "Die sind total selten. Wo es viele Kobras und Schwarze Mambas gibt, sind die praktisch nie anzutreffen" oder sowas in der Art.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
761 Beiträge · seit 201004. Aug. 2023 · #17
Hallo,

wir sind vor ein paar Jahren diesem Exemplar begegnet:



Nahe dem KTP Park, auf dem Gelände der Kgalagadi Lodge.
Wir liefen im Dunkeln zu Fuß von der Campsite oben zum Restaurant unten durch den Sand. Ein Freund mit Sandalen. 🤨

Es war zuvor sehr stürmisch, Gewitter, und der Skorpion lief auf uns zu!!! Nicht etwa weg!!
Wir ( 6 Personen ) konnten entkommen, aber es war echt beängstigend.

Nie wird jemand von uns nachts noch mit Schlappen durch den Sand gehen..

Sorry für die schlechte Bildqualität, ich konnte es nur mit Handy aus einem Fotobuch kopieren.

Das war eine andere Art oder?

Gruß Doro
~ Africa is a feeling ~
7'296 Beiträge · seit 200604. Aug. 2023 · #18
Flori schrieb:
Das war eine andere Art oder?

Trotz fehlenden Fotos würde ich das auch vermuten, denn die obige Art ist tagaktiv und eurer war im Dunkeln unterwegs. Es gibt etwa 1.500 Arten Skorpione und nur etwa zwei Dutzend gelten als gefährlich für Menschen.

Eine Faustregel für die Beurteilung der Gefährlichkeit hat der Biologe ja bereits angesprochen. Ist die Art sehr giftig oder ist eine große Menge Gift vorhanden, braucht das Tier keine großen Scheren. Hat es weniger Gift oder weniger gefährliches, braucht es zum Beute erlegen größere Scheren.
Die häufig vermutete Annahme, dass weiße (oder schwarze) Skorpione giftiger sind, beruht auf regionalen Vorkommen besonderer Arten. Das ist keine allgemeingültige Sache.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter67 Beiträge · seit 202204. Aug. 2023 · #19
BikeAfrica schrieb:
D70! schrieb:Ich fand diese Begegnung bei aller Vorsicht mehr als faszinierend und bereichernd. Bei einigen in unserem Freundeskreis haben allein meine Fotos von dem Tier ausgereicht, um Namibia für immer als Urlaubsziel auszuschließen.

Da hätte ich gleich noch nachgelegt und die "beruhigt". 😉
Z.B. ... "Die sind total selten. Wo es viele Kobras und Schwarze Mambas gibt, sind die praktisch nie anzutreffen" oder sowas in der Art.
Sehr schön 😄
Kobras und Mambas haben wir allerdings auch nicht gesehen, die wurden offensichtlich von den zahlreichen Namib-Krokodilen gefressen (...).
1'127 Beiträge · seit 202205. Aug. 2023 · #20
OT
Guten Tag Biologe, falls du hier wieder hereinschaust hätte ich noch eine Frage, nachdem du Euscorpius und Alpisorpius in Südtirol erwähntest. Dort ist das Klima ja teilweise alpin geprägt während unsereiner Laie Skorpione mit warmen bis heißen Zonen assoziiert.
Durch deine Erwähnung ist jedenfalls Folgendes aus meinen Erinnerungsschutt wieder aufgetaucht, dass ich nämlich als Schulkind im Kohlenkeller einen toten Skorpion gefunden habe. Das war ca. 50 km nördlich der Donau in Österreich. Meine Erinnerung ist nur mehr vage. Er war höchstens 3 bis 4 cm groß, nicht so schwarz wie die „kleinen schwarzen“ in Italien, eher braun bis hellbraun. Das war zwar in der Prägoogleperiode unserer Kultur, aber durch Karl May und Entdeckeromane hatte man schon eine Idee, wie ein Skorpion ausschaut. Eltern und andere Erwachsene meinten ebenfalls, dass das (mittlerweile im Formalin gelandete) Tier ein Skorpion sein muss, aber alle verblüffte das so weit nördlich liegende Vorkommen. Der Naturgeschichteprofessor fand das auch ungewöhnlich und brachte das Tier in das Naturhistorische Museum nach Wien. Nach meiner vagen Erinnerung soll er als Höhlenbewohner eingeordnet worden sein, ich kann mich aber nicht mehr erinnern. Ist das die Erklärung, dass das Tier in den dortigen und damaligen Wintern überleben konnte? Oder sind die "normalen Alpenskorpione" sowieso "winterhart". Denn -10 bis -15 Grad gab es oft und kurzzeitig noch kälter.
Danke und Grüße
zuletzt bearbeitet 05. Aug. 2023