solitaireThemenstarter1'942 Beiträge · seit 201118. März 2023 · #1
Liebe Formis, nach mehreren Wochen in einem Bushcamper möchte ich mir zum Abschluss meiner Reise nächsten Jänner noch ein paar Tage auf einer Lodge oder einer Farm mit Pool gönnen. Nicht mehr zu weit weg von Windhoek, aber mit Kalahari-Dünen. Wichtig ist aber auch, dass ich dort lange und weit ohne Einschränkungen wandern kann. Und dass es einigermaßen ruhig ist. Mir ist Kuzikus ins Auge gestochen, da wären die Zelte toll und auch das Gelände. Allerdings sind die Zelte besetzt und grundsätzlich ist Kuzikus hochpreisig. Nun habe ich gehört, dass das Preis/Leistungsverhältnis fraglich ist. Was sind eure Erfahrungen dazu?
Über die Suchfunktion habe ich nur relativ alte Einträge gefunden.
Liebe Grüße Solitaire
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Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
pollux1'684 Beiträge · seit 200718. März 2023 · #2
Wir waren im März 21 zwei Nächte auf Kuzikus. War in Europa Höhepunkt Corona. Deswegen waren wir die einzigen Gäste, der Eindruck mag also subjektiv sein. Uns hat es sehr gut gefallen. Wir hatten VP, und explizit gebuchte Aktivitäten, Z.B. Ornithologie und Pflanzen. Das haben die beiden Besitzer abwechselnd selber gemacht, war aber auch so beschrieben. Der Nightdrive war von einem Buschmann aus dem Caprivi, der schon beim Kuzikus-Gründer bei der Großwildjagd im Caprivi und anderswo dabei war. Da gibt es sehr interessante Geschichten. Die Betreuung war also individuell, das Essen sehr gut, und wir konnten frei herumlaufen, von der Lodge aus, das gesamte Gelände ist ja viel größer. Selber wohin fahren zum Laufen kann man nicht. Lapa am Wasserloch, wo gegessen wird, wenn das Wetter passt im Freien. Die Zimmer waren ok, mit großen Moskitonetz über dem Doppelbett, aber nicht 5 Sterne, war für uns aber kein Kriterium. Ich glaube, sie hatten keine Klimaanlage. Das Zeltcamp ist ein paar km von der Lodge, aber das scheint ja eh nicht mehr angeboten zu werden, oder sind sie ausgebucht? Wir fanden es nicht so spannend, sind aber nur vorbei gelaufen.
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
Wir waren 2021 mit unseren Kindern direkt auf der Lodge und im letzten Jahr war ich dort alleine im Zelt. Ich würde lieber gestern als heute wieder zurück 🙂 Wenn du einen ruhigen Ort suchst, wo du dich nicht nur hinter einem Zaun bewegen willst, ist Kuzikus eine sehr gute Wahl. Es gibt nur wenige Gästezimmer, und die Farm ist familiär geführt. Exkursionen und andere Aktivitäten werden abends beim Essen geplant und du kannst ganz spontan sagen, ob du zb am nä morgen ein Rhinotracking oder ähnliches machen möchtest. Ich für meinen Teil habe jede "Tour" ob zu Fuß, mit Buschmann, auf dem Pferd oder im Auto aufgesogen. Bei den Touren wird sehr viel interessantes Wissen vermittelt, und auch außerhalb der Aktivitäten kann man jeder Zeit viel dazu lernen. Man merkt, daß dort wirklich Natur und Artenschutz gelebt wird und Informationen dazu werden sehr verständlich weitergegeben. Wenn man 24x7 Rundum private Betreuung wünschst, ist Kuzikus viell nicht das Richtige, ich denke, dass das nicht Konzept ist. Es sind herzliche. Menschen von Inhabern über Koch bis zum Shuttlefahrer. Für interessierte im Bereich Natur - Arten Schutz Biodiversität ect ist es wirklich toll. Ich bin aber auch genau so jemand 🙂 von daher.... Gutes Essen und jeden Tag frischen Kuchen sei nicht unerwähnt Lg Nicola
solitaireThemenstarter1'942 Beiträge · seit 201119. März 2023 · #4
Danke Pollux. Die Zelte sind mit Studenten bzw. Forschern belegt um die Zeit, die ich möchte. Da ich mir 6 Wochen lang mein "Programm" selbst mache, spricht mich eine fundierte ornithologische und botanische Führung sehr an. Klimaanlage und 5 Sterne muss ich auch nicht haben, für mich steht das Naturerlebnis im Vordergrund.
Liebe Grüße Solitaire
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solitaireThemenstarter1'942 Beiträge · seit 201119. März 2023 · #5
Hallo Nicola, danke für deine Hinweise. Es ist genau das, was ich suche. Ein Zelt hätte ich auch gerne, aber das geht leider nicht, weil alle besetzt sind.
Liebe Grüße Solitaire
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Ja, es gibt "nur" drei Zelte im Camp, schade, wenn das zeitlich nicht passt. Ich war 5 Wochen da und habe genau das so sehr genossen. An ausreichend Schlaf war kaum zu denken, da es für mich viel zu spannend war, was um "mein Zelt" herum immer so tierisches los war. Botanik Tour und Birdwatching Tour sowie einen bushman walk mit Gous sind auf jeden Fall super interessant und lehrreich. Viel Freude und berichte mal, wenn es Kuzikus werden sollte. Lg Nicola
Ich würde nie wieder dort übernachten wollen. Seinerzeit machten die Damen des Hauses in Artenschutz (Elefanten, Nashörner) und die Männer verdienten das Geld mit Big-5-Jagdtouristen in Ländern außerhalb Namibias. Das ist kein Konzept, das ich unterstützt hätte, hätte ich es vor unserem Besuch gewusst.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
pollux1'684 Beiträge · seit 200720. März 2023 · #8
@Sanne: Wann war denn das "seinerzeit"? Nach 2005? Vorher war es ja gar nicht offen. Für mich ist Jagd per se nichts Negatives. Großwildjagd ist was anderes, und wird ja deswegen heute auch anders gesehen. Aber es gibt ja auch Leute, die nicht auf Jagdfarmen übernachten. Muss jeder selber wissen. Das Kuzikus, was ich kenne, ist bzgl. Naturschutz sehr positiv.
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Das würde mich auch interessieren, wann seinerzeit war.
Kuzikus ist keine Jagtfarm, und bietet auch keinen Jagt Tourismus an. In den 5 Wochen letztes Jahr konnte ich mir ein sehr gutes Bild machen. Aufgrund der hohen Anzahl an Springböcken (und der fehlenden Großkatzen) , wird der Bestand kontrolliert. Was ja sinnvoll ist. Touristen haben aber dort keine Jagterlaubnis, sondern es kommt seit langem immer der selbe Jäger, der das übernimmt. Ich bin der Jagt gegenüber auch zwiegespalten, in diesem Fall hatte ich die Möglichkeit mich informieren zu können und habe erlebt wie vernünftig und respektvoll damit umgegangen wurde. Zudem ist es meiner Meinung nach, eine der wenigen artgerechten Möglichkeiten Fleisch zu konsumieren, hier in Deutschland verzichte ich gerne darauf. (Den Verzehr von Fleisch meine ich). Ich weiß dass es noch immer vereinzelte Bilder von vor sehr langer Zeit gibt, wo auch die Jagt auf Großwild abgebildet ist. Viell ein Teil der "alten familien Geschichte", (?) von vor langer Zeit in schwarz weiß abgebildet. Aber ich kann definitiv sagen, daß das nicht aktuell ist. Elefanten gibt es im übrigen auf Kuzikus nicht. Spitzmaulnashörner ja, daß ist korrekt.
Vielleicht noch ein Nachsatz. Ich bin weder verwandt noch werde ich bezahlt um das hier richtig zu stellen. Es ist mir nur einfach nach meiner Zeit dort, eine Herzensangelegenheit. Die Vermittlung von sehr viel Fachwissen durch die beiden Brüder war für mich eine große Bereicherung. Aber wie gesagt, ich bin auch kein Mensch, der lieber einen 1 zu 1 Betreuung auf einer Lodge braucht und mag Spontanität. Zudem habe ich auch mit erlebt, wie andere Gäste in familiäre Aktivitäten mit einbezogen wurden, was ich nicht als selbstverständlich sehen würde. Lg Nicola
Sanne2'462 Beiträge · seit 200620. März 2023 · #11
Ich meine, wir waren 2007 oder 2008 dort. Damals hat der Gründer Dr. Reinhard und sein Schwiegersohn Dieter die Jagdsafaris angeboten und geführt. Und nein, da ging es nicht um Überbestände an Antilopen, sondern um die Big5.
Elefanten hatten sie zu der Zeit nicht mehr, der Schädel eines der Tiere lag aber "dekorativ" vor dem Hauptgebäude. Sie hatten gerade erst mit dem Rhino-Projekt begonnen. Wie die Leitung heute aussieht, vermag ich nicht zu beurteilen.
Wir haben uns über den Tisch gezogen gefühlt. Denn wenn ich relativ viel Geld in die Hand nehme, um ein Tierschutzprojekt zu unterstützen, will ich abends beim Essen keine Anekdoten über Löwenjagden in Sambia hören und wir waren damals die einzigen Gäste. So engagiert die Frauen (Alina und die Mutter) waren, so unmöglich fanden wir die Herren. Das mag sich geändert haben, aber ich bin da nachtragend.
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Sanne2'462 Beiträge · seit 200620. März 2023 · #12
pollux schrieb:@Sanne: Wann war denn das "seinerzeit"? Nach 2005? Vorher war es ja gar nicht offen. Für mich ist Jagd per se nichts Negatives. Großwildjagd ist was anderes, und wird ja deswegen heute auch anders gesehen. Aber es gibt ja auch Leute, die nicht auf Jagdfarmen übernachten. Muss jeder selber wissen. Das Kuzikus, was ich kenne, ist bzgl. Naturschutz sehr positiv.
Ich habe kein Problem mit Jagdfarmen, möchte aber vorher wissen, dass sich ein Tierschutzprojekt mit Jagdsafaris vermischt.
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zu Kuzikus möchte ich nun doch auch meinen Senf dazu abgeben:
vor rund einem 3/4 Jahr waren wir ja ganz feste am Planen unserer Südafrika/Namibia-Tour, die jetzt dann die nächsten Tage für uns beginnt. Wir freuen uns schon sehr! 🙂
Kuzikus wäre für uns Neuland gewesen und absolut gesetzt, denn wir konnten uns gut vorstellen, zum Abschluss unserer knapp dreiwöchigen Tour 2 Nächte auf Kuzikus zu verbringen. Der e-mail Kontakt war sehr nett und freundlich, und Kuzikus war auch durchaus gesprächsbereit, einen sogenannten "early-booking-discount" einzuräumen, und zwar auf die 2022er Preise.
Wir besprachen die Thematik mit unseren Freunden und waren gespannt, welchen "discount" Kuzikus uns wohl geben möchte. Nicht schlecht haben wir gestaunt, als (und das war nicht mal eine Woche später) uns mitgeteilt wurde, dass man seitens der Geschäftsleitung leider keine Zugeständnisse machen kann, denn schließlich wären die neuen Preise für 2023, die man diese Tage neu kalkuliert hat, deutlich höher als im Vorjahr, und man hat ja schließlich auch in Namibia mit Inflation zu kämpfen usw. usw.
Dass wir enttäuscht waren, lässt sich denken, denn Kuzikus ist mit Sicherheit eine tolle Unterkunft und wir wären gerne hingefahren. Nicht aber unter diesen Voraussetzungen. Da fühlen wir uns anderswo besser aufgehoben.
hhdkram502 Beiträge · seit 201621. März 2023 · #14
Moin, wir waren vor 1 Woche für 2 Tage dort. Wir fanden es einmalig schön. Nette familiäre Kontakte und aufregende Familiengeschichte! Ich wäre gerne länger geblieben! Gruss, Dieter
Wir waren kurz vor Weihnachten 2022 auf Kuzikus und wir waren begeistert. Für unsere nächste Reise nach Namibia ist Kuzikus wieder fest eingeplant. Es war wenig los. Viel Personal war im Urlaub, Weihnachten war wohl dann für Touristen geschlossen, aber wir hatten eine perfekte Betreuung meist durch Fritz Reinhard, der sich ein Bein ausgerissen hat mit Drives, Kochen, etc.. Das Rhino-Tracking war das Highlight. Aber auch sonst gutes Essen, gute Versorgung, schöne Landschaft... Klar, die Lodge ist kein Schnapper aber erwarte ich auch gar nicht. Die Zimmer sind in Ordnung, haben keine Klimaanlage, was zu der Zeit eher anstrengend war. Aber da muss man auch mal ein paar Abstriche machen können. Kuzikus versucht so ökologisch wie möglich zu sein und Klimaanlagen sind halt Energiefresser, Stichwort CO2-Bilanz einer solchen Reise. Also kurz: ich würde Kuzikus auf jeden Fall empfehlen.
Nicola7872 Beiträge · seit 201622. März 2023 · #16
@Sanne, den Einwand verstehe ich. Vor vielen Jahren (ich meine 2009, wenn ich richtig aufgepasst habe) hat der Senior die Leitung der Farm an seine beiden Söhne Fritz und Berend abgegeben. Insgesamt leben dort nun 3 Generationen. Ich habe es nur unter der Leitung von Fritz und Beri kennen gelernt. Bei unserem ersten Besuch auf Kuzikus (nur 3 Tage) war für mich ganz schnell klar: "Hier habe ich noch nicht fertig.... " Es gab für mich viel zu viel, was ich von den dort lebenden Menschen noch lernen wollte. Naturschutz, Artenerhalt, Biodiversität, die Zusammenhänge in der Natur, Pflanzenkunde (puh, ja es gibt schon sehr viele Akazien) Fragen wie," ist das Rhino wirklich ein so guter Landschaftsgärtner?" Und und... Ich glaube niemand hätte mir das besser und anschaulicher erklären können. Und statt durch viele Fragen genervt, holten sie immer weiter aus mit ihren Erklärungen. Egal ob abends weit nach dem Essen oder wenn ich spontan morgens um 6 Uhr eine Puffotter mit freigelassen habe, die am Vorabend an der Farm eingesammelt wurde. Auch sie wurde nicht erschlagen, sondern weiter draußen umgesiedelt. Sehr spannend. Ich könnte Wochen lang einfach zuhören. Aber "spontan" ist vielleicht auch ein guter Begriff, denn vieles ist eben dort spontan und passiert nicht immer nach einem festen Wochen Plan. Für mich ist das perfekt gewesen. Ich habe ja in 5 Wochen auch viele Gäste dort "kennengelernt" erstaunlich viele waren Wiederkehrer. Einige schon bereits seit Jahren. Alleinreisende Frauen, die auch mehrere Wochen dort waren, Familien und und @Domesticdog: da haben wir uns ja knapp verpasst, ich bin Anfang Dezember zurück geflogen. Dann waren Gous und Koch Oubaas vermutlich auch gerade im Urlaub? Habt ihr ein Rhino getrackt? Hermes?
@solitaire : zusätzlich zu dem Zeltcamp, was ja belegt ist, gibt es ein zusätzliches Zelt, welches noch etwas weiter draussen (ich denke so 4-5 km?) abseits der Farm ist. Dort können Gäste eine Nacht ganz autark verbringen in einem kleineren Zelt ohne festes Bad. (Es gibt ein "busch WC") und alles andere (Verpflegung) wird mit den Gästen zusammen per Auto hin gebracht. Solarlaternen, Funkgerät für den Notfall und sonst halt Wildnis pur.. Am nächsten Tag wird man abgeholt, oder man macht einen Fußmarsch zurück zur Lodge (hat eine Familie so gemacht) Viell eine Alternative zu durchgehend auf der Lodge nächtigen? Lg Nicola
@Nicola78 Ja, wir haben Hermes getrackt und gefunden. Und das fast CO2-neutral, weil große Strecken zu Fuß. War ein fantastisches Erlebnis. Ich versuche einmal, ein Foto hochzuladen.
Fritz hat im Grunde fast alles alleine gemacht. Als Service-Kraft war Cecilia gerade neu angekommen und wurde von Olivia unterstütz. Aber sonst war Frits von früh morgens bis spät abends unser Koch, Guide, Biologe, halt Mann für alles. Und er war immer extrem hilfsbereit und mit Feude dabei.
Nicola7872 Beiträge · seit 201624. März 2023 · #18
@Domesticdog Das ist großartig, und ja ein tracking zu Fuß ist wirklich klasse. Dem Bild nach, hat es sich ja auch gelohnt. Er steht ja sogar perfekt fürs Foto. Ich habe Ihn nachts mal am Zelt gehabt, dachte erst es ist eines der Pferde, aber sooo laut kauen die nicht. Eindrücke die ich nicht vergesse 🙂 Lg Nicola